Gründer der Woche: Gearrilla - per Sharing ins Outdoor-Abenteuer

Gründer der Woche 49/18


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Auf Gearrilla.com kann man Outdoor-Ausrüstung unkompliziert untereinander vermieten. Mehr zu diesem neuen und eher ungewöhnlichen Sharing-Modell im Interview mit Co-Gründer Leonhard Weiß.

Leonhard Weiß mit seinem Messe-Team bei der diesjährigen Bits & Pretzels in München

Wann und wie seid ihr auf die Idee zum Outdoor-Ausrüstungs-Sharing gekommen?

Bjorn und ich sind passionierte Paraglider. Im Sommer 2016 saßen wir zusammen an einem Berg (Wallberg am Tegernsee) und warteten auf besseres Flugwetter. Als ich die vielen Wanderer am Berg sah, fragte ich Bjorn, wieso es keine guten Internetseiten zum Vermieten und Mieten von Rucksäcken gibt. So kamen wir auf die Idee, selbst eine Plattform aufzubauen, die es allen Outdoorsportlern ermöglicht, Outdoor-Ausrüstungen untereinander zu vermieten.

Was waren dann die wichtigsten Steps (Hürden und Meilensteine) bis zum Go Live von gearrilla.com?

Die bislang größte Hürde war es, die erste Version der Plattform aufzubauen und eine gute Versicherung zu finden, die genau unsere Risiken abdeckt. Ein großer Meilenstein war der Launch unserer Plattform pünktlich zur StartUp-Messe Bits & Pretzels in München

Wie habt ihr diese Phase finanziert? Mit Eigenkapital oder/und Fördermitteln?

Wir haben uns bis jetzt komplett aus eigenen Mitteln finanziert, sind aber gerade auf der Suche nach einem Investor, der das richtige Netzwerk für uns mitbringt.

Was kann ich alles über Gearrilla mieten bzw. vermieten?

Auf Gearrilla kannst du vom Wanderrucksack über Campingausrüstung wie Zelte und Schlafsäcke bis hin zum SUP und Ski & Snowboard alles mieten, was du für deine Abenteuer an der frischen Luft benötigst.

Wer sind eure Kunden? Einsteiger, die sich erstmal kostengünstig an eine Aktivität herantasten wollen und dafür kein großes Geld ausgeben wollen?

Unsere Kunden reichen vom Anfänger, der eine Sportart zum ersten Mal ausprobieren möchte bis zum begeisterten Outdoorsportler, der jede freie Minute in der Natur verbringt und durch das Vermieten seine nächsten Abenteuer finanziert.

Wie läuft das Sharing aus Sicht des Mieters ab?

Jeder Mieter registriert sich zuerst über das einfache und intuitive Interface auf unserer Plattform und sucht anschließend gezielt nach einer Ausrüstung, indem er einen Suchbegriff, z.B. Wanderrucksack, einen gewünschten Zeitraum und einen Ort eingibt. 
Hat der Mieter die gewünschte Ausrüstung gefunden, kann er entweder eine Buchungsanfrage senden oder die gewünschte Ausrüstung sofort buchen.
Die Bezahlung mittels Kreditkarte erfolgt direkt auf unserer Website - ganz einfach, sicher und schnell. Anschließend holt der Mieter die Ausrüstung zum gewünschten Zeitpunkt direkt beim Vermieter ab oder lässt sich die Ausrüstung zuschicken.


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Und wie läuft das Sharing aus Sicht des Vermieters ab?

Auch jeder Vermieter registriert sich zunächst auf unserer Plattform und fügt anschließend seine Ausrüstung mit detaillierter Beschreibung und schönen Bildern hinzu. Der Vermieter hat die Möglichkeit, auszuwählen, ob er direkt oder nur auf Buchungsanfrage vermietet. Ebenso kann der Vermieter entscheiden, ob er die Ausrüstung abholen lässt oder verschickt.
Nachdem die Ausrüstung gebucht wurde, erhält der Vermieter jeden 1. Tag des Monats sein Geld auf sein angegebenes Bankkonto. Der Vermieter kann sich so relativ schnell einen guten Nebenverdienst aufbauen.

Outdoor-Equipment wird ja oft ordentlich strapaziert - das kann im Falle des Falles auch zu Defekten / Abnutzung und damit im worst case zu Unfällen führen (z.B. bei Skiern). Was ist für diese (Un-)Fälle vorgesehen?

Wir kümmern uns um die Ausrüstung unserer User, als wäre es unsere eigene. Sollte es tatsächlich zu einer Beschädigung von Equipment kommen, ist dies über unsere Versicherung geschützt.
Jeder User ist verpflichtet, in der Ausrüstungsbeschreibung auf eventuelle Mängel hinzuweisen. Defekte Ausrüstungen dürfen nicht eingestellt werden.

Was geschieht, wenn die Ware beschädigt ist bzw. beschädigt zum Eigentümer zurückkommt?

Wenn die Ware beschädigt ist, hat der User die Möglichkeit, erstmal selbst mit dem Vermieter oder Mieter Kontakt aufzunehmen. Falls das zu keinem Erfolg führt, steht ihm unser Team jederzeit zur Seite. Gemeinsam finden wir immer eine Lösung.

Und wie verdient ihr an dem Angebot?

Um Gearrilla zu betreiben, berechnen wir dem Vermieter bei erfolgreicher Buchung eine Servicegebühr. In der Servicegebühr sind der Host-Service, alle Bearbeitungsgebühren, Versicherungs- und Kreditkartengebühren enthalten. Das Registrieren und Einstellen von Ausrüstungen ist jedoch komplett kostenlos. Wir verdienen erst dann, wenn auch die Vermieter verdienen.

Wie macht ihr auf euch bzw. eure Sharing-Plattform aufmerksam?

Wir sind dabei, eine Socialmedia-Community aufzubauen. Zusätzlich arbeiten wir stark daran, unsere Plattform auf den Suchmaschinen sichtbar zu machen und gehen auf verschieden Veranstaltungen aktiv auf unsere neuen User zu.
Über unser Empfehlungsprogramm können begeisterte User zudem ihre Freunde zu Gearrilla einladen und sich pro eingeladenen Freund, der sich auf Gearrilla registriert, einen 5-Euro-Gutschein sichern.
Passend zu unserem Namen haben wir auch schon einige Guerilla-Marketing-Aktionen gestartet. Wer auf der Bits & Pretzels war, hat bestimmt unser Logo auf dem Trottoire entdeckt.

Was sind die nächsten unternehmerischen To Do's? Die Investorensuche hast du ja schon angedeutet.

Wir werden in nächster Zeit unsere Plattform anhand von Userfeedback immer weiter verbessern. Zudem werden wir es bald auch ausgewählten Businesspartnern ermöglichen, ihre Ausrüstung über uns zu vermieten. Zudem sprechen wir regelmäßig mit anderen Startups, vor allem auf der Herstellerseite um sicherzugehen, dass wir das innovativste Angebot am Markt haben. Das gilt sowohl für die technologischen Aspekte, als auch für unser Produktangebot.
Wir geben alles dafür, unsere Plattform so schnell wie möglich mit Leben zu füllen, damit unsere User die Ausrüstungen finden, die sie suchen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Das absolut Wichtigste ist es, als Gründer so schnell wie möglich aus dem Brainstorming in die Umsetzung zu kommen.

Hier geht's zu Gearrilla


Das Interview führte Hans Luthardt

 

 


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