SEO: Die aktuellen Trends für Start-ups

Autor: Murat Ulusoy
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Diese vier Trends sind 2020 in Sachen Suchmaschinenoptimierung am wichtigsten.

SEO ist nicht nur für Start-ups ein essenzieller Faktor, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Bekanntermaßen ist SEO dynamisch und nicht statischer Natur, da es permanent Änderungen in den Algorithmen gibt, die entsprechende Adaptionen auf Seiten der Unternehmen erfordern. Für dieses Jahr sind im Wesentlichen vier Trends relevant, die im Folgenden näher vorgestellt werden sollen.

SEO-Trend 1: Das BERT-Update

Im Rahmen des sogenannten BERT-Updates legt Google mehr Wert auf umfassendes bzw. holistisches Textverständnis, da mittlerweile über 50 Prozent der Suchanfragen über Sprachbefehle respektive die Sprachsuche getätigt werden. Dies geht aus einer Studie von ComScore aus dem Jahre 2019 hervor, die hier einsehbar ist. Allerdings befindet sich Voice-Search noch auf einem langen Weg zur Perfektion, wenngleich durch das erwähnte Update die Kommunikation zwischen Google und den Nutzern entscheidend verbessert wurde. Im Einzelnen sieht das BERT-Update, das Ende 2019 herausgekommen ist und eine Weiterentwicklung von Hummingbird und Rankbrain darstellt, eine bessere Erfassung von Wörtern im Kontext eines gesamten Textes vor.

Für die Inhalte einer Website bedeutet dies, dass sie um so besser rankt, desto mehr konkrete Fragen im Text beantwortet werden. Der Content muss sich folglich z.B. relevanten W-Fragen widmen, wobei die Strukturierung mit Hilfe von Programmen wie dem W-Fragen-Tool sowie Q&A-Snippets gelingen kann. Dadurch ergeben sich auch große Vorteile für die Entwicklung von Voice-Search. Diese eignet sich insbesondere für simple Transaktionen wie etwa beim Kauf von Gegenständen des täglichen Verbrauchs, da hierbei weiterführende Informationen und visuelle Faktoren aufgrund der bestehenden Produktkenntnis eine untergeordnete Rolle spielen.

SEO-Trend 2: Entitäten und Knowledge-Graph

Der zweite Trend bezieht sich auf Entitäten und den Knowledge-Graph. Ersterer Begriff bedeutet, dass Google beispielsweise bei Anfragen zu Smartphones automatisch damit verbundene Begriffe wie „Ladekabel“, „Handyvertrag“ oder auch „Handyhülle“ assoziiert. Ein Knowledge-Graph ist dagegen gewissermaßen eine Ansammlung von Daten in einer Datenbank, wobei die hinterlegten Informationen alle untereinander semantisch verknüpft sind.

Google nutzt dazu nicht ausschließlich eigene Daten, sondern ist dazu in der Lage, solche von Seiten wie Wikipedia und Co. mit einzubeziehen. Ob eine Quelle für Google als Entität gilt, ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Bewertet wird unter anderem, ob ein Wikipedia-Eintrag oder ein solcher bei Freebase, das jetzt auf die Bezeichnung Wikidata hört, vorhanden ist. Weitere Kriterien sind Nennungen auf Seiten mit Autorität, unabhängig davon ob eine Verlinkung existiert oder nicht, und Brand-Signals sowie Brand-Searches.

Da die genannten Punkte nicht einfach zu erfüllen sind, können sich Unternehmen diverser Tricks bedienen, um als Entität anerkannt zu werden. Dabei helfen kann zum Beispiel die Hinterlegung und Strukturierung bestimmter Informationen wie Firmendaten, Personen und Events auf der eigenen Webseite.

SEO-Trend 3: Mobile Gewichtung

Da seit geraumer Zeit die mobilen Zugriffszahlen diejenigen per Desktop übersteigen, verwundert es nicht, dass die mobile Optimierung einer Webseite auch im Jahr 2020 zu den entscheidenden Faktoren gehört. Die Relevanz der mobilen Lesbarkeit ist ohnehin seit Jahren bekannt. Noch wichtiger sind dieses Jahr allerdings Nutzersignale – schneidet die mobile Version einer Webpräsenz signaltechnisch nicht gut ab, wirkt sich dies noch mehr als früher negativ auf das Ranking in den SERPs aus.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Darstellung nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch auf dem Tablet passt, was allerdings je nach Art und Umfang des Projekts dank immer besser werdender Templates im Vergleich zu früher keine so große Herausforderung mehr darstellt.

SEO-Trend 4: Augmented Reality

Den vierten und letzten Trend im Bunde stellt die Fokussierung auf Augmented Reality dar. Schon seit einigen Wochen können Nutzer 3D-Produktmodelle von Unternehmen wie beispielsweise Burberry und Cadillac mithilfe ihrer Smartphone-Kamera in den heimischen vier Wänden oder auch davor platzieren. Über die Google-Suche lassen sich bereits viele verschiedene Modelle abrufen, ohne dass hierfür eine spezielle App notwendig wäre.

Um es Unternehmen zu erleichtern, entsprechende 3D-Modelle in die Suchergebnisse einzubinden, hat Google eine Dokumentationsseite für Entwickler zur Verfügung gestellt. Derzeit befindet sich die Funktion allerdings noch in der Testphase, sodass initial über ein Formular eine Bewerbung erfolgen muss. Für Unternehmen ist aber nicht nur die Einbindung in Google eine Herausforderung, sondern zunächst einmal, funktionsfähige Modelle der Produktpalette zu erstellen.

Die Einbindung danach läuft in der Praxis so ab, dass die Datei auf den eigenen Webspace hochgeladen und anschließend mithilfe der Integrierung eines Code-Schnipsels für Google auffindbar gemacht werden muss. Ob das Modell dann final tatsächlich in den Suchergebnissen erscheint, entscheidet alleine der Algorithmus von Google selbst. Ist das der Fall, profitieren Firmen davon, dass sich durch den 3D-Button die Sichtbarkeit in den SERPs vergrößert.

Der Autor Murat Ulusoy ist der Gründer von SUMAX und gilt deutschlandweit als Experte für Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing.

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