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Sarah Seeliger war Anfang 20, mitten im Studium und gerade dabei, ihre Karriere zu planen, als sie schwanger wurde. Der Plan, sich selbst zu verwirklichen und ein Unternehmen zu gründen, drohte zu scheitern. Weder das erste noch die nächsten beiden Kinder haben Sarah daran gehindert, sich beruflich zu verwirklichen. Heute ist die Powerfrau Vollbut-Mama und zugleich als Vollblut-Unternehmerin seit über sieben Jahren in der Startup-Szene unterwegs.

Sarah Seeliger mit ihrer Familie

In StartingUp spricht die Gründerin und Geschäftsführerin des frühkindlichen Leseförderprogramms Librileo gemeinnützig über ihre Erfahrungen als Business-Mom:

Erst die Karriere, dann die Kinder - für mich gab es beides gleichzeitig

Viele Gründer entscheiden sich dazu, erst einmal Karriere zu machen, um die Welt zu reisen und genügend Geld für die Familienplanung zur Verfügung zu haben. Bei mir war es anders herum. Ich hatte gerade mein Studium „Unternehmensgründung und Nachfolge“ begonnen und erfuhr im ersten Semester, dass ich schwanger bin. Es war bereits mein zweiter Start ins Unileben und ich war hochmotiviert. Wie so viele meiner Kommilitonen hatte auch ich große Ziele und Pläne: Karriere machen und ein eigenes Business aufbauen. Der Traum eine Familie zu gründen, war natürlich im Hinterkopf, nur circa zehn Jahre später.

Mein Leben zwischen Mamaglück und Prüfungsstress

Eigentlich sprach aber auch nichts so richtig dagegen mit der Familiengründung früher zu beginnen. Also reifte in mir die Idee, Karriere, Kind und Partnerschaft zu vereinen. Dass ich weiter studiere mit dem Ziel, in der Regelstudienzeit fertig zu werden, stand für mich außer Frage. So konnte ich bis zur Geburt noch Prüfungen schreiben und auch nach den Ferien zum Wintersemester direkt weiter studieren. Fortan sah mein Alltag so aus: Lernen, Wickeln und an meiner Karriere planen. Das klappte so gut, dass ich schon nach eineinhalb Jahren unser zweites Kind bekam. Wieder mitten im Studium. Zeitgleich entschieden mein Partner und ich uns dazu, unser erstes Startup Kirondo, einen Onlineshop für Secondhand-Kinderkleidung, zu gründen.

Ob ein Kind, zwei oder drei - der Stress wird nicht mehr

Kind und Karriere. Manchmal ist es schwierig. Sehr schwierig. Vor zwei Jahren war ich an dem Punkt, dass ich es satthatte, zwei Jobs gleichzeitig zu machen – einerseits Vollblut-Mama zu sein und andererseits Vollzeit im Büro zu rotieren. Meine Erwartungen an mich selbst konnte ich nicht mehr erfüllen. Das machte mich unzufrieden. Ich fühlte mich, als würde ich in jeder Hinsicht versagen. Ich konnte weder 100 Prozent bei meiner Arbeit geben, noch mit den Kindern zu Hause. Diese waren zu diesem Zeitpunkt in besonders herausfordernden Phasen. Unsere Tochter war vier und unser Sohn drei Jahre alt. Ich kann gar nicht mehr sagen, wer mehr auf dem Boden lag, schrie und mit den Beinen strampelte.

Die größte Herausforderung als Mutter mit Start-up: Ich selbst

Inzwischen habe ich gelernt das Mamasein und meinen Job gesünder zu vereinbaren. Mein Geheimtipp: Gelassenheit. Ich setze mich selbst nicht mehr unter Druck und gehe einfach entspannter an Situationen heran. Lache mehr und zum Glück werden die Kinder ja auch älter und selbständiger. Meine große Tochter ist jetzt sechs, mein Sohn vier und unsere Jüngste eins. Die beiden Großen spielen auch schon mal eine Stunde allein mit der Kleinen im Kinderzimmer. Ich wollte immer beides, Kinder und Arbeiten. In keiner Phase gab es die Überlegung, das Gründen zu beenden. Im Gegenteil: Vor zwei Jahren fingen wir nochmals von vorne an und ließen unser Start-up links liegen, um eine gemeinnützige Organisation zu gründen. Mit Librileo gemeinnützig bieten wir nun kostenfreie Bücherboxen für sozialschwache Familien an.

Wenn du tust, was dich glücklich macht, geht alles einfach von der Hand

Heute lebe ich mit meinen drei Kindern, meinem Mann und meiner gemeinnützigen Organisation Librileo buchstäblich zusammen. Unsere Wohnung und unser Büro sind eins. Alles muss gut vereinbart werden. Das schaffe ich mal mehr, mal weniger gut. Meine Freunde fragen mich oft, ob es denn nicht zu anstrengend sei, sich um drei Kinder und ein Social Start-up zu kümmern. Die ehrliche Antwort lautet: Ich liebe es und zwar aus dem Grund, dass ich so meine Leidenschaften selbstbestimmt ausleben kann. Meine Arbeit ist mir unglaublich wichtig, dass ich mir nie vorstellen könnte, damit aufzuhören. Und genau das sorgt dafür, dass ich zwischen dem Leben als Vollblut-Mutter und meinem Business gut zurechtkomme: Wenn du liebst, was du tust, ist alles einfacher.


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