Umsatz-Prognose ohne Hexerei

Tipps zur Umsatzplanung

Autor: Dr. Andreas Lutz
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Mit welchem Umsatz können Sie im ersten Geschäftsjahr rechnen? Diese – meist entscheidende – Frage können Sie mit Hilfe unserer Hinweise nun auch ohne Wahrsagerin beantworten …

Investitionen und Kosten zu planen ist einfach, denn Sie können Preise vergleichen und Angebote einholen. Auch was bei Ihrer Selbständigkeit unter dem Strich übrig bleiben sollte, ist relativ klar: Sie werden sich dabei zumeist an Ihrem letzten Bruttogehalt orientieren.

Doch werden Sie auch die nötigen Umsätze erzielen, damit sich die Selbständigkeit nach einer Übergangszeit von sechs bis zwölf Monaten alleine trägt?

Zeit, Menge, Umsatz

Zunächst müssen Sie sich über Ihr Geschäftsmodell klar werden. Womit verdienen Sie eigentlich Ihr Geld? Die meisten Dienstleister verkaufen ihre Arbeitszeit. Ihr Umsatz berechnet sich als Produkt „Stunden x Stundensatz“ oder „Tage x Tagessatz“. Das Ziel besteht darin, eine möglichst hohe zeitliche Auslastung zu erreichen, also einen möglichst hohen Anteil der Arbeitszeit auch tatsächlich in Rechnung zu stellen. Auch wenn Sie für ein Projekt einen Festpreis anbieten, wird sich Ihre Kalkulation letztlich am geschätzten Zeitbedarf orientieren.

Wenn Sie dagegen pro Stück bezahlt werden, lautet Ihr Umsatzmodell „Menge x Preis“. In der Gastronomie spricht man zum Beispiel von „Anzahl Bons x Durchschnittsbon“. Das Ziel ist hier entweder viele Bons, sprich Kunden, oder möglichst hohe Bons, also zum Beispiel teure Geschäftsessen.

Wenn Sie als Immobilienmakler eine Vermittlungsprovision erzielen oder als eBay-Händler eine Gewinnspanne in den Preis einkalkulieren, so lautet Ihr Geschäftsmodell „Umsatz x Umsatzanteil“.

Meist lässt sich das Umsatzmodell auf eine einfache Multiplikation dieser Art reduzieren. Belassen Sie es nicht beim Nachvollziehen der grundsätzlichen Logik, sondern fangen Sie an, Geschäftsmodelle von Wettbewerbern und Vorbildern konkret durchzurechnen. Beispiel: Ein Schnell-Imbiss, der sich auf Mittagsgäste aus einem nahe liegenden Großunternehmen spezialisiert, macht sein Hauptgeschäft werktags in der Zeit von 11.30 Uhr bis 15.00 Uhr.

Wenn Sie die Anzahl der verkauften Mittagsgerichte und Getränke mitzählen, können Sie daraus eine recht genaue Umsatzschätzung ableiten. Sie werden sicherlich die Anzahl der Sitzplätze zählen und überlegen, wie sich mehr oder weniger Sitzplätze auf den Umsatz auswirken. An Ihrem Standort sind mehrere Unternehmen mit doppelt so vielen Angestellten? Im Mai gibt es viele Brückentage? Im August macht eines der Unternehmen Betriebsferien? Alle diese Faktoren werden natürlich Einfluss auf Ihre Umsatzplanung haben.

Praxisgerechte Preisrecherchen

Vielleicht können Sie in Ihrer Branche Wettbewerber nicht so einfach beobachten wie die Gäste eines Schnellrestaurants. Dafür gibt es wahrscheinlich Kollegen in einer anderen Stadt, die Sie nicht als Wettbewerber sehen, sondern Ihnen als Existenzgründer gerne Rat geben werden. Oft hilft es, nicht direkt nach dem Umsatz zu fragen, sondern getrennt nach der Mengen- und Preiskomponente. Also zum Beispiel: Was für ein Tagessatz ist für einen Dozenten wie mich realistisch? Wie viele Tage pro Monat unterrichten Sie?

Ein typischer Anfängerfehler beim Recherchieren der Preiskomponente ist es, sich dabei an den offiziellen Preisen zu orientieren, die auf Webseiten, in Präsentationen oder Angeboten genannt werden. Wenn diese sich nicht an Privat-, sondern Geschäftskunden richten, werden oft erhebliche Preisnachlässe gewährt oder Leistungen kostenlos im Rahmen der Akquise erbracht.

Was ist SegWit?

SegWit ist die Abkürzung für Segregated Witness. Es war vielleicht das bisher größte Upgrade des Bitcoin-Protokolls, das mehrere Verbesserungen und Korrekturen in sich vereinte.

Die Vorteile von SegWit

Die wohl bemerkenswerteste Neuerung von SegWit ist die Abschaffung der Verfälschbarkeit von Transaktionen. Vor SegWit war es aufgrund einer Eigenart der kryptographischen Signaturen von Bitcoin möglich, Transaktionen so zu verändern, dass sie anders aussahen, auch von Leuten, die die Transaktion nicht selbst erstellt hatten. Dies machte die Transaktion zwar nicht ungültig oder änderte ihre Wirkung - es wurde immer noch die gleiche Menge an Münzen von den gleichen Adressen an die gleichen Adressen gesendet - aber es erschwerte den Einsatz von Schicht-2-Protokollen wie dem Lightning Network erheblich.

Sie können die Website von BitiQ besuchen, um Ihr Krypto-Handelserlebnis auf einer regulierten und vertrauenswürdigen Plattform zu beginnen.

SegWit löste dieses Problem, indem es die "Zeugen"-Daten einer Transaktion, zu denen auch die Signatur gehört, in einen neuen Teil eines Bitcoin-Blocks verschob. Damit ebnete es den Weg für das Lightning Network und andere Layer-2-Protokolle.

Als zusätzlichen Bonus bot SegWit auch eine bescheidene Erhöhung der Blockgröße auf theoretisch vier Megabyte bzw. realistischere zwei Megabyte, je nach Art der in den Blöcken enthaltenen Transaktionen. (Um genau zu sein: Das Blockgrößenlimit wurde durch ein Limit von vier Millionen Gewichtseinheiten ersetzt, wodurch eine neue Art der "Zählung" von Transaktionsdaten eingeführt wurde). Dies bedeutet, dass Nutzer mit SegWit-unterstützenden Wallets niedrigere Transaktionsgebühren zahlen.

Script Versions

Durch einen technischen Trick namens "Skriptversionen" erleichterte SegWit außerdem die Einführung weiterer Upgrades für das Bitcoin-Protokoll. Eines dieser kommenden Upgrades könnten Schnorr-Signaturen sein, ein neuer Signatur-Algorithmus, der die Programmierbarkeit und Flexibilität des Bitcoin-Protokolls weiter erhöhen würde.

Und nicht zuletzt wurde all dies möglich, ohne dass ein rückwärtskompatibles Hard-Fork-Protokoll-Upgrade erforderlich war. (Soft Fork Upgrades erfordern nur die Unterstützung einer Mehrheit der Hash-Power, um eine Spaltung des Netzwerks zu vermeiden, während Hard Forks einen netzwerkweiten Konsens erfordern.)

Wer hat SegWit entwickelt?

Eine Version von SegWit wurde zuerst von Blockstream für das Blockstream Elements Sidechain-Projekt entwickelt. Nachdem der Bitcoin-Core-Mitarbeiter Luke-jr herausgefunden hatte, wie SegWit durch ein rückwärtskompatibles Soft-Fork-Upgrade auf dem Bitcoin-Hauptprotokoll eingesetzt werden könnte, wurde es vom Bitcoin-Core-Entwicklungsteam entwickelt. Konkret wurde der entsprechende Bitcoin Improvement Proposal (BIP) von Eric Lombrozo, Johnson Lau und Pieter Wuille verfasst, die auch den Großteil der Programmierung übernahmen. Der Rest des Teams half während des gesamten Prozesses auf verschiedene Weise, einschließlich Überprüfung und Tests.

Dem pseudonymen Litecoin-Entwickler Shaolinfry und dem Bitmain-Garantie-Ingenieur James Hilliard wird die Entwicklung alternativer Aktivierungslösungen für die Soft Fork zugeschrieben.

War SegWit umstritten?

Innerhalb der technischen Gemeinschaft von Bitcoin war SegWit nicht umstritten.

Außerhalb der technischen Bitcoin-Gemeinschaft bevorzugten jedoch einige eine andere Skalierungslösung für Bitcoin oder glaubten nicht, dass SegWit selbst als Skalierungslösung ausreichend war. Dies hatte zur Folge, dass der SegWit-Vorschlag zu einer Art Verhandlungsmasse in einem viel größeren Streit voller Kontroversen wurde. Andere versuchten, SegWit gänzlich zu diskreditieren.

Der einzige Punkt der Kontroverse, der (wohl) eine gewisse Berechtigung hatte, war, dass es "sauberer" gewesen wäre, das Upgrade als Hard Fork statt als Soft Fork zu implementieren, da dies weniger technische Zweifel im Protokoll hinterlassen hätte. Der Einsatz von SegWit als Hard Fork hätte jedoch seine eigenen Probleme mit sich gebracht, die nach Ansicht der meisten Entwickler und Befürworter von SegWit viel größer gewesen wären.

Wie verwende ich SegWit?

Sie nutzen SegWit, indem Sie eine Wallet verwenden, die SegWit integriert hat. Diese Wallet sollte SegWit-Adressen für Sie generieren, und wenn Sie eine Zahlung von einer solchen Adresse vornehmen, ist die Gebühr, die Sie zahlen müssen, niedriger als wenn Sie SegWit nicht verwendet hätten.

Es gibt zwei Arten von SegWit-Adressen. Der eine Typ ("P2SH") beginnt mit einer "3" - allerdings sind nicht alle Adressen, die mit einer 3 beginnen, SegWit-Adressen. Die andere ("bech32") beginnt mit "bc1" und ist immer eine SegWit-Adresse. P2SH SegWit-Adressen sind eigentlich eine Art Umgehung; während SegWit-Transaktionen von solchen Adressen billiger sind als Nicht-SegWit-Transaktionen, sind Transaktionen von bech32-Adressen am billigsten.

Adressen, die mit einer "1" beginnen, sind niemals SegWit-Adressen.

Zu den Wallets, die SegWit integriert haben, gehören Bitcoin Core, Electrum, Green, Trezor, Ledger und eine Reihe von anderen. Um noch tiefer in die Materie einzutauchen, schließen Sie sich uns an und starten auf unserer Plattform durch.

Warum nutzt nicht jeder SegWit?

Weit über zwei Jahre nach der Aktivierung von SegWit nutzen weniger als die Hälfte aller Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk SegWit. Aus individueller Sicht gibt es wahrscheinlich zwei Gründe, SegWit nicht zu nutzen.

Ein Grund ist, dass die Implementierung von SegWit ein Upgrade erfordert, und manche Leute sind einfach zu langsam, um das zu tun. Für große Unternehmen kann dies einen erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand bedeuten, da möglicherweise ganze Systeme umgestellt werden müssen. Ebenso haben einige Wallets und andere Anwendungen SegWit noch nicht integriert, vermutlich weil sie andere Prioritäten haben.


Wie profitieren Arbeitgeber von einer betrieblichen Altersvorsorge?

Da die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung immer geringer ausfällt, gewinnen die private und die betriebliche Altersvorsorge immer mehr an Bedeutung. Davon profitieren vor allem Arbeitnehmer, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Eine betriebliche Altersvorsorge kann aber auch für Arbeitgeber Vorteile bringen. Einerseits können sie Mitarbeiter binden, andererseits können sie Kosten in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sparen.

Image des Unternehmens stärken mit der betrieblichen Altersvorsorge

Für Unternehmer ist es aufgrund des Fachkräftemangels oft schwer, geeignete Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeiter an ihr Unternehmen zu binden. Deutlich attraktiver als eine Gehaltserhöhung können umfangreiche Sozialleistungen für die Mitarbeiter sein. Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können längst nicht so hohe Löhne und Gehälter zahlen wie die großen Konzerne. Auch die Sozialleistungen fallen häufig geringer aus. Eine betriebliche Altersvorsorge hilft, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. In Stellenausschreibungen können Unternehmen bereits auf die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge hinweisen, um interessant für Bewerber zu sein. Auch Startups, die nur über ein geringes Budget verfügen, können bereits eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, um Mitarbeiter zu gewinnen. Von geeigneten Partnern können sie Tipps erhalten, welche Möglichkeiten sich am besten eignen.

Betriebliche Altersvorsorge als Muss für Arbeitgeber

Arbeitgeber können, aber müssen die betriebliche Altersvorsorge nicht vollständig selbst finanzieren, wenn das nicht im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag festgelegt ist. Sie müssen auch ihre Mitarbeiter nicht auf die Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge hinweisen. Mitarbeiter haben jedoch das Recht, danach zu fragen. Die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung als Form der betrieblichen Altersvorsorge müssen alle Arbeitgeber anbieten. Das Gesetz geht sogar noch einen Schritt weiter. Bis Ende 2021 müssen Arbeitgeber bei Verträgen für die Entgeltumwandlung, die ab 2018 abgeschlossen wurden, 15 Prozent als Zuschuss zahlen. Ab 2022 müssen auch Verträge, die vor 2018 abgeschlossen werden, vom Arbeitgeber mit 15 Prozent bezuschusst werden. Arbeitgeber können ihr Image verbessern, wenn sie einen noch höheren Zuschuss zahlen oder die Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge komplett selbst tragen.

 

Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber vorteilhafter als Gehaltserhöhung

Für Arbeitgeber kann eine betriebliche Altersvorsorge für die Mitarbeiter vorteilhafter als eine Gehaltserhöhung sein. Auf eine Gehaltserhöhung müssen Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben zahlen. Anders sieht es bei der betrieblichen Altersvorsorge aus, wenn sich Arbeitgeber für das richtige Modell entscheiden. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber für die Organisation der betrieblichen Altersvorsorge verantwortlich. Er entscheidet, welche Anlageform er wählt. Das Bruttogehalt der Mitarbeiter sinkt durch eine Entgeltumwandlung, da ein Teil des Entgelts in die betriebliche Altersvorsorge geht. Trotzdem Arbeitgeber einen Zuschuss von 15 Prozent zahlen müssen, können sie ungefähr 20 Prozent an Lohnnebenkosten einsparen. Die Zuschüsse, die vom Arbeitgeber zu zahlen sind, stellen Betriebsausgaben dar. Sie können steuerlich geltend gemacht werden und die Steuerlast für Unternehmen senken. Mit der geeigneten Finanzierungsform können auch Startups über genug finanzielle Mittel verfügen, die sie für die betriebliche Altersvorsorge verwenden können.

Verschiedene Anlageformen für die betriebliche Altersvorsorge

Für die betriebliche Altersvorsorge können Arbeitgeber verschiedene Anlageformen wählen, die teilweise davon abhängig sind, ob ein Tarifvertrag vorhanden ist. Auch die Unternehmensgröße ist ein Kriterium dafür, welche Möglichkeit gewählt wird. Mit den verschiedenen Möglichkeiten genießen Arbeitgeber unterschiedliche Vorteile:

  • Direktzusage, bei der sich der Arbeitgeber verpflichtet, einen Teil des Betriebsvermögens für die Pension der Mitarbeiter zu zahlen. Der Arbeitgeber finanziert die betriebliche Altersvorsorge selbst und kann die Kosten steuerlich absetzen.
  • Direktversicherung, bei dem Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter eine Lebens- oder Rentenversicherung abschließen und die Beiträge mit 20 Prozent versteuern können, wenn die Beiträge pro Mitarbeiter und Jahr nicht mehr als 1.752 Euro betragen. Sozialabgaben fallen dann nicht an.
  • Pensionskasse, bei der es sich um eine spezielle Lebensversicherung handelt und die dem Arbeitgeber Aufwand erspart. Arbeitgeber können ihre Anteile steuerlich absetzen.
  • Pensionsfonds funktionieren ähnlich wie die Pensionskasse, doch können Arbeitgeber, um für ihre Mitarbeiter eine bessere Rendite zu erzielen, das Geld in Fonds oder ETFs einzahlen. Entwickelt sich der Fonds oder ETF nicht wie erwartet, muss der Arbeitgeber mit der Differenz zur Mindestleistung haften.
  • Eine Unterstützungskasse verwaltet das Geld im Sinne des Arbeitgebers und legt es gewinnbringend an. Die vom Arbeitgeber gezahlten Beiträge gelten als nachträglicher Arbeitslohn.

Grundsätzlich können Arbeitgeber mit allen Durchführungsmöglichkeiten ihr Image stärken. Steuervorteile bringen Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktzusagen.

Die Finanzierungslandschaft muss an Fahrt aufnehmen

Gast-Kommentar von Timo Bey, geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de, zum Thema Unternehmensfinanzierung von Startups via Venture Capital.

Ich bin Betriebswirt mit einer Spezialisierung im Bereich M&A, Sanierungs- und Insolvenzmanagement und habe zuvor praktische Erfahrungen als Head of Finance, Controlling & HR in einem Startup sowie im Investmentbanking im Bereich M&A, Corporate Finance, Distressed Advisory und Equity Capital Markets und in der Unternehmensberatung gesammelt. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de unterstütze ich mit meinem Team Startups rund um das Thema der Unternehmensfinanzen. Hier supporten wir z.B. bei anstehenden Finanzierungsrunden, erstellen Finanzplanungen oder Unternehmensbewertungen. Aber auch das Tagesgeschäft begleiten wir etwa als CFO. In meiner Freizeit bin ich Mentor eines Startup-Accelerators und einer gemeinnützigen Organisation, die junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen unterstützt.“

„Es braucht mehr Kapital“

In vielen aktuellen Nachrichtenmeldungen und Artikeln lesen wir von florierenden Investitionen in Startups. Aber stimmt das? Naja, für einige bestimmt. Leider kommt das Geld aber nicht überall an. Dadurch kommt es zu einer ungleichen Verteilung, die man grob in drei Problemfelder aufteilen kann, die ich im Folgenden weiter beleuchten möchte:

So steigen Investitionen zwar in ihren Volumina, jedoch nicht in ihrer absoluten Anzahl. Genauer erhalten weniger Startups mehr Geld in einzelnen Finanzierungsrunden, wodurch das Volumen von Venture Capital im Absoluten steigt. Relativ betrachtet, sinkt die Anzahl einzelner Finanzierungsrunden. Dadurch sind besonders frühphasige Startups von einer Finanzierungslücke betroffen. Diese Lücke wird im „Startup-Lebenszyklus“ als die sogenannte „Valley of Death“ bezeichnet (siehe: https://www.startplatz.de/was-ist-ein-startup-definition/).

Die Finanzierungslandschaft für Startups in Deutschland

Um das Missverhältnis der Investitionen in Startups näher zu beleuchten, gehe ich nachfolgend auf die Finanzierungslandschaft für Startups in Deutschland ein:

Nach einer eigenen Auswertung der letzten sechs Jahre (2015 – 2020) des DSM (Der Deutsche Startup Monitor ist eine jährliche Onlinebefragung von Startups, in welcher Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind, untersucht werden) etwa, kann man klar erkennen, dass die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit von Venture Capital besonders hoch ist.

Exemplarisch bevorzugen 42,3 % der Startups eine Finanzierung durch Venture Capital und nur 18,6 % der Startups haben eine erhalten.

Ein weiterer Trend verstärk dieses Ungleichgewicht noch weiter. So kann man die ungleiche Verteilung nicht nur am Lebenszyklus eines Startups festmachen, sondern es spielen anscheinend auch geografische Faktoren eine gewichtige Rolle. Startups außerhalb der Finanzierungshotspots wie Berlin oder München haben es meist schwerer an Finanzierungen zu kommen.

Selbst unter den beiden Spitzenreitern klafft eine große Kluft. Zahlen der Unternehmensberatung EY zeigen, dass in der ersten Jahreshälfte 2021 Unternehmen aus Berlin mit 4,1 Mrd. Euro fast 70 % mehr Geld einsammeln konnten als Startups aus München.

Problemfeld: ungleiche Verteilung von Venture Capital und Co. zw. Gründer und Gründerinnen

Das letzte Problemfeld ist die ungleiche soziodemografische Verteilung von Venture Capital und ähnlichen Finanzierungsarten. Als Beispiel ist hier die ungleiche Verteilung von Finanzierungsmöglichkeiten zwischen männlichen Gründern und weiblichen Gründerinnen aufzuführen.

So haben laut Female Founders Monitor nur 5,2% der Frauen-Teams eine Finanzierung von 1 Mio. € oder mehr erhalten. Im Vergleich schafften Männer-Teams diese Marke mit einem Anteil von 27,8 %.

Obwohl die Probleme von Female Foundern vielschichtig sind, Stichwort geringer Anteil der Gründerinnen, so erkennt man dennoch eine ungleiche Verteilung des Finanzierungsangebotes zwischen Mann und Frau.

Diese Maßnahmen sind jetzt zu ergreifen

Ich glaube, dass die vorherrschenden Gegebenheiten das Potential, das von vielen Startups ausgehen könnte, systematisch nicht zur Entfaltung kommen lassen. Damit die Potentiale besser zum Tragen kommen und die Finanzierungslandschaft an Fahrt aufnimmt, schlage ich Folgendes vor:

  • Incentivierung des Mittelstands, sich an frühphasigen Startups zu beteiligen.
  • Bereitstellung von Know-how, Coaching und einem Netzwerk - zielgerichtet an weibliche Gründerinnen.
  • Professioneller Brückenbau zwischen den einzelnen Bundesländern und ausländischen Investoren.
  • Aufbau besserer Organisationsstrukturen von staatlichen und halbstaatlichen Fonds mit Expertengremien mit Nähe zu Startups.
  • Öffentliche Workshops und Weiterbildungsprogramme für Business Angels (z.B. Schärfen des Investitionsfokus).
  • Ausbau von Hubs und Acceleratoren.
  • Transparenz der Investitions- und Finanzierungslandschaft für Startups.

Der Autor Timo Bey ist geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de sowie Sprecher für das Ressort NRWenture von NRWalley e.V., das sich für bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Startups einsetzt.

Schneller zum Geld

Jeder Selbständige braucht eine tragfähige Finanzierung für sein Unternehmen. Neben den klassischen Wegen Bankkredit, Förder- und Eigenmittel kommen – besonders nach einer erfolgreichen Startphase – auch andere Geldquellen in Betracht. Wenn es etwa um die Sicherung der Liquidität geht, kann Factoring hier Lücken schließen. Doch nicht für jeden eignet sich der Rechnungsverkauf.

Das Factoring-Prinzip

Das Prinzip des Factoring ist einfach: Ein externer Dienstleister, der sogenannte Factor, kauft die offenen Rechnungen eines Unternehmens. Dieses erhält damit schnell den Großteil des Be­trages und bleibt damit flüssig, auch wenn die Kunden langsam zahlen. Der Factor wiederum treibt das fällige Geld beim Schuldner ein. Jedoch muss hier niemand Angst vor rüden Inkassomethoden haben, die Branche ist seriös und der Rechnungsverkauf längst Standard. Insbesondere Großunternehmen greifen ganz selbstverständlich auf Factoring zurück, um alle Möglichkeiten einer breiten Finanzierung auszuschöpfen. In jedem Fall gilt: Der Rechnungsverkauf kann kein wackliges Geschäftsmodell retten und er kann andere Finanzierungsarten auch nicht ersetzen. Gut passt Factoring dagegen in Situationen, wo Unternehmen stets eine große Zahl offener Rechnungen vor sich herschieben und dieses Geld beispielsweise für Investitionen nutzen könnten.

Für wen geeignet?

In der Gründungsphase ergibt der Rechnungsverkauf daher selten Sinn. Ein Dienstleister braucht üblicherweise einige vergangene Geschäftsjahre, um beurteilen zu können, ob die Neugründung erfolgreich gestartet ist. Doch es gibt Ausnahmen: Legt das Un­­ternehmen einen qualifizierten Businessplan vor und verfügt es über eine hohe Eigenkapitalquote, steht auch manchen Neugründern Factoring offen. Neben den normalerweise erforderlichen, bereits erfolgreich absolvierten Jahren, sind jedoch noch andere Voraussetzungen zu beachten.

Individuelle Verträge

Stimmen die Voraussetzungen, sollte das Unternehmen sich einen passenden Partner suchen. Argumente sind etwa Branchenkenntnisse, ein ausgewogenes Kunden- und Debitorenverhältnis sowie eine lange Kundenbindung. Im Vertrag lässt sich etwa regeln, ob der Factor das Forderungsmanagement komplett übernehmen oder wie im Fall von Mahnungen verfahren werden soll. So ist es etwa möglich, die Ansprache der säumigen Zahler dem Unternehmen zu überlassen. Auch kauft der Factor meist nicht alle Forderungen.

Die Kosten-Faustregel

Ein wichtiges Auswahlkriterium sind die Kosten. Als Faustregel gilt, dass zwei bis drei Prozent der Rechnungssumme an den Factor gehen. Die genaue Höhe hängt von den individuellen Gegebenheiten ab, eine schwierige Kundenstruktur führt häufig zu einem Aufschlag. Diese Ausgaben lassen sich jedoch teilweise durch Skontorabatte, entfallende Überziehungszinsen und einen geringeren Aufwand für das Forderungsmanagement ausgleichen.

Der Autor Martin Schwer ist Inhaber der Martin Schwer Text & Konzept GmbH und erfahrener Ghostwriter, Journalist, Texter und PR-Berater.

Änderungen bei der Einfuhrumsatzsteuer

Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) wird von der Zollverwaltung erhoben, wenn Waren aus Drittländern - also Staaten, die nicht der EU angehören - nach Deutschland eingeführt werden. Für Unternehmen haben sich zum 1. Juli 2021 diesbezüglich einige wichtige Änderungen ergeben, auf die wir im Folgenden näher eingehen.

Sinn und Zweck der Einfuhrumsatzsteuer

Warum gibt es die Einfuhrumsatzsteuer überhaupt? Erhältst du Waren aus einem Staat, der nicht der EU angehört, so fällt im Ausfuhrland keine Umsatzsteuer an. Um zu verhindern, dass Verbraucher*innen die Waren völlig ohne Umsatzsteuer erhalten, wird die Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Ansonsten wären Waren aus einem Drittstaat steuerlich begünstigt.

Unternehmer*innen sollten sich dessen bewusst sein, dass seit dem 1. Juli 2021 umfangreiche Änderungen im Bereich E-Commerce gelten. Diese sollen den grenzüberschreitenden Handel vereinfachen und für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen, welche Unternehmern innerhalb der EU zugutekommen. Die wichtigsten Punkte fassen wir hier zusammen.

Waren mit einem Wert von bis zu 22 Euro sind nicht mehr von der Einfuhrumsatzsteuer befreit

Bislang galt für Waren mit einem Wert von bis zu 22 Euro eine Befreiung von der Einfuhrumsatzsteuer. Diese fällt nun weg. Das bedeutet: Bereits ab dem ersten Cent wird die EUSt fällig. Damit werden Versandhändler*innen aus einem Drittstaat zukünftig nicht mehr steuerrechtlich bevorzugt. Das soll wiederum die europäische Wirtschaft stärken.

Die Abgabe einer elektronischen Zollanmeldung ist verpflichtend

Ab sofort müssen alle Waren elektronisch beim Zoll angemeldet werden. Ausnahmen gelten dabei lediglich für Briefsendungen. Bei einem Warenwert von maximal 150 Euro reicht für die Anmeldung ein reduzierter Datensatz aus. Die entsprechenden Waren müssen dabei lediglich mit sechs Stellen tarifiert werden. Beachte jedoch, dass der reduzierte Datensatz nicht ausreicht, wenn es sich um Waren handelt, welche verbrauchsteuerpflichtig sind bzw. Beschränkungen oder Verboten unterliegen.

Für die elektronische Anmeldung soll ein neues IT-System mit dem Namen ATLAS-IMPOST eingeführt werden. Dieses ist momentan allerdings noch nicht verfügbar. Voraussichtlich können Sie darauf erst ab dem 15. Januar 2022 zugreifen. In der Zwischenzeit müssen

Unternehmen entsprechende Zollanmeldungen über die Fachanwendung ATLAS-Zollbehandlung durchführen. Es handelt sich dann um eine Standardzollanmeldung, für welche der volle Datensatz angegeben werden muss.

Weitere Option zur Anmeldung: Import One Stop Shop (IOSS)

Als Alternative zur elektronischen Anmeldung von Waren mit einem Wert von maximal 150 Euro über ATLAS-IMPOST wurde der sogenannte Import One Stop Shop (IOSS) eingeführt. Dabei handelt es sich um ein Internetportal, auf welchem sich die folgenden Gruppen registrieren können:

  • Verkäufer*innen aus Drittländern
  • In der EU befindliche Vertreter*innen, welche im Auftrag von Verkäufer*innen aus Drittländern handeln
  • Deutsche Unternehmen, welche Waren aus einem Drittland einführen und verkaufen

Das registrierte Unternehmen kann Waren in der EU verkaufen und dabei die Umsatzsteuer beim Erwerber erheben. Im Anschluss meldet er die Umsatzsteuer und entrichtet diese an die zuständige Steuerbehörde. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass IOSS nicht genutzt werden kann, wenn es sich um B2B-Lieferungen handelt.

Wie funktioniert IOSS nun Schritt für Schritt? Zunächst muss sich das Unternehmen, wie bereits erwähnt, registrieren. Werden dann Waren bestellt, erhält das Unternehmen eine Zahlung vom Erwerber. Im Rechnungsbetrag ist die Umsatzsteuer enthalten. Es erfolgt anschließend der Versand der Ware in die EU. Damit der Import stattfinden kann, müssen die Waren beim Zoll angemeldet werden.

Nach einer Zollprüfung können die Waren an den Erwerber ausgeliefert werden. Der Verkäufer muss dann monatlich eine Erklärung über die eingenommene Umsatzsteuer bei der zuständigen Steuerbehörde abgeben und den Betrag entrichten.

Special Arrangement gemäß § 21a UStG: Sammelmeldungen für Post- und Kurierdienste

Neben dem Standardverfahren und IOSS gibt es noch eine weitere Option zur Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer. Hierbei handelt es sich um die Sonderregelung gemäß § 21a Umsatzsteuergesetz (UstG) - auch Special Arrangement genannt. Sie ist vor allem für Post- und Kurierdienste gedacht.

Die Person, welche die Waren erwirbt, zahlt dabei die Einfuhrumsatzsteuer an denjenigen, der die Waren angemeldet hat - also in der Regel den Post- oder Kurierdienst. Dieser muss den Betrag dann nicht sofort an die Zollverwaltung entrichten. Vielmehr wird ihm ein Zahlungsaufschub gewährt.

Im folgenden Monat ist er dann dazu verpflichtet, der zuständigen Zollstelle unter anderem mitzuteilen, wie viele Sendungen ausgeliefert wurden und wie viel Einfuhrumsatzsteuer er eingenommen hat. Nach einer entsprechenden Prüfung muss der Kurier- bzw. Postdienst dann die Einfuhrumsatzsteuer gesammelt an die Zollverwaltung zahlen.

Möchtest du mehr zur Einfuhrumsatzsteuer erfahren? Im Ratgeber von anwalt.org kannst du unter anderem nachlesen, was die Bemessungsgrundlage für die Steuer ist. Dort findest du unter anderem auch eine Infografik, welche die wichtigsten Informationen zur EUSt noch einmal anschaulich zusammenfasst.

Vorteile und Risiken einer Investition in Bitcoin

Was Sie über die Kryptowährung Bitcoin wissen sollen, bevor Sie investieren.

Die Medien haben Bitcoin in letzter Zeit zweifelsohne viel Aufmerksamkeit geschenkt. Und das hat wiederum die Aufmerksamkeit vieler Menschen erregt, besonders derjenigen, die nach alternativen Investments suchen. Bitcoin ist ein dezentrales, globales Zahlungssystem. Es ist auch eine digitale Währung, die ohne die Regulierung durch eine Regierung oder eine Zentralbank funktioniert.

Diese virtuelle Währung nutzt die Blockchain-Technologie, die es den Nutzern ermöglicht, Transaktionen ohne die Einbindung von Zwischenhändlern durchzuführen. Bitcoin ist die am weitesten verbreitete und die erste Kryptowährung weltweit. Andere Kryptowährungen sind Ripple, Litecoin und Ethereum. Diese sind jedoch nicht so populär wie Bitcoin. Sie haben auch nicht das gleiche Transaktionsvolumen wie Bitcoin.

Ursprünglich war die einzige Möglichkeit, diese Kryptowährung zu erwerben, durch Bitcoin-Mining. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem komplexe mathematische Probleme mit Hilfe einer hohen Computer-Rechenleistung gelöst werden. Bitcoin-Miner verdienen Bitcoins, indem sie Computercodeblöcke verbessern oder validieren. Ihre Belohnungen generieren neue Münzen, die in das Bitcoin-Netzwerk gelangen.

Allerdings erfordert das Bitcoin-Mining eine erhebliche Investition in die Infrastruktur und die Stromrechnungen. Daher können es sich viele Menschen nicht leisten, Bitcoin zu schürfen. Nichtsdestotrotz ermöglichen Plattformen wie crypto trader den Menschen, Bitcoin online zu kaufen und zu verkaufen. Mit einer solchen Plattform tauschen Sie Fiat-Geld gegen Bitcoin. So müssen Sie nicht darum kämpfen, einen Käufer für Ihre Bitcoin zu finden, wenn Sie sich entscheiden, die Kryptowährung loszuwerden.

Heute verwenden viele Menschen Bitcoin als Währung, wenn sie Waren kaufen und verkaufen oder für Dienstleistungen bezahlen. Das liegt daran, dass diese Kryptowährung diese Kriterien für Geld erfüllt:

  • Sie ist eine Werteinheit.
  • Sie dient als Tauschmittel
  • Es ist ein Wertaufbewahrungsmittel
  • Es ist ein aufgeschobener Zahlungsstandard

In letzter Zeit hat Bitcoin aufgrund seines Zwecks als Wertaufbewahrungsmittel eine erhöhte Spekulation erfahren, anstatt einer erhöhten Nutzung. Infolgedessen vergleichen einige Leute diese Kryptowährung nun mit dem Tulpen-Boom der 1600er Jahre.

Vorteile von Bitcoin-Investitionen

Bitcoin hat eine hohe Volatilität, die eine Investitionsmöglichkeit schafft. Im Idealfall können Sie diese Kryptowährung kaufen und halten, in der Hoffnung, dass ihr Wert steigt. So können Sie niedrig kaufen und dann hoch verkaufen, um einen Gewinn zu erzielen.

Zusätzlich bedeutet der Mangel an Bitcoin-Regulierung und das begrenzte Angebot dieser digitalen Währung, dass ihr Preis höchstwahrscheinlich weiter steigen wird. Im Gegensatz zu Fiat-Geld kann keine Regierung oder Behörde den Wert von Bitcoin regulieren, um Investitionsrisiken wie Inflation zu vermeiden.

Bitcoin hängt von einer innovativen Infrastruktur ab, die viel Potenzial für verschiedene Sektoren birgt. Die Blockchain-Technologie ist eine Innovation, die mehrere Fintech-Entwickler anpassen und für verschiedene Zwecke nutzen wollen. Als solches wird Bitcoin höchstwahrscheinlich weiter wachsen und seine Nutzung erweitern, wenn mehr Menschen diese Technologie annehmen.

Risiken von Bitcoin-Investitionen

Die jüngste Popularität von Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hat enorme Gewinne für den Bitcoin/USD-Wechselkurs verursacht. Und das erklärt die enorme Volatilität des Preises dieser Kryptowährung. Zu Beginn des Jahres 2017 lag der Bitcoin-Preis bei etwas mehr als $1000. Und bis November desselben Jahres war der Bitcoin-Preis auf etwa 6.400 $ gestiegen. Mitte Dezember lag der Preis dieser Kryptowährung bei 19.200 $, bevor er bis zum Ende des Jahres auf 13.400 $ fiel.

Die meisten Spekulanten wollen von dem kurzfristigen Momentum des Bitcoin-Preises profitieren, anstatt sich auf die langfristige, tägliche Nutzung von Bitcoin zu konzentrieren. Und diese treiben den Anstieg des Preises dieser Kryptowährung an. Folglich haben einige Händler, die begonnen hatten, Bitcoin-Zahlungen zu akzeptieren, dies aufgrund dieser Volatilität ausgesetzt.

Ein weiterer Nachteil von Bitcoin-Investitionen ist das Fehlen einer Regulierungsbehörde. Ohne regulatorische Aufsicht wird der Erwerb von Bitcoin auf einem Sekundärmarkt zu einer undurchsichtigen Erfahrung. Das liegt daran, dass es keine Transaktionszeit für den Kauf und Verkauf dieser Kryptowährung gibt.

Zusätzlich hat Bitcoin eine begrenzte Transaktionskapazität. Das begrenzte maximale Transaktionsvolumen bedeutet, dass es für diese Kryptowährung schwer sein wird, die anderen Zahlungsmethoden zu dominieren.

Abschließender Gedanke

Einige der Dinge, die Bitcoin-Investitionen lohnenswert machen, sind die zunehmende Popularität und Akzeptanz. Diese Kryptowährung verwendet eine innovative Technologie, die ihr einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Fiat-Währung gibt. Dennoch hat diese Investition einige Nachteile, wie z.B. das geringe Transaktionsvolumen. Nehmen Sie sich die Zeit, diese digitale Währung zu untersuchen, bevor Sie sich entscheiden, in sie zu investieren.

Social Impact Investing

Soziales, nachhaltig wirksames Investieren ist mehr als nur ein grüner Trend. Was ist Social Impact Investing und wie können Social Start-ups davon profitieren?

Das Thema Social Impact Investing – auch soziales und nachhaltig wirksames Investieren genannt – befindet sich hierzulande zwar noch in der Pionierphase, erfreut sich aber zunehmender Aufmerksamkeit und Bedeutung. Immer mehr gemeinnützige, aber auch profitorientierte Organisationen mit sozialer Wirkung bemühen sich um Kapitalgeber, die bislang nur in klassische Venture Capital Start-ups oder Wachstumsunternehmen investiert haben. Diese Kapitalgeber – Sozialinvestoren – gewinnen durch ihr Engagement vermehrt an Aufmerksamkeit und Anerkennung und erhalten dadurch die Möglichkeit, leichter an Investorengelder für entsprechende Impact Funds zu gelangen.

Aber auch private Kapitalgeber (Business Angels) interessieren sich längst nicht mehr nur für finanzielle Rendite, sondern berücksichtigen immer mehr den zusätzlich generierten gesellschaftlichen Nutzen einer Investition bzw. einer zu finanzierenden Organisation. Diese Entwicklung belegt auch die Marktstudie 2020 der Bundesinitiative Impact Investing, die dieser jungen Investitionsform hierzulande einen bereits ausdifferenzierten Milliardenmarkt mit großem Wachstums­potenzial und hoher Dynamik attestiert.

Viele Begriffe für ein Ziel

In der noch sehr jungen Disziplin des Impact Investings werden viele verschiedene Begrifflichkeiten herangezogen, die noch keine genaue Definitionsschärfe aufweisen. Hierzu zählen Sustainable Investing, Socially Responsible Investing (SRI), Venture Philanthropy oder auch Social Impact Investing.

Grundsätzlich ist eine Gemeinsamkeit aller Begrifflichkeiten festzustellen: die Gemeinnützigkeit. Hierunter fallen die drei Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie, welche in eine Balance zu bringen sind. Als ein weiterer Standard nachhaltiger Anlagen haben sich die sog. ESG-Kriterien etabliert, welche eine deut­liche Begriffsabgrenzung ermöglichen. Das „E“ steht für Environment und bezieht alle direkten und indirekten Umweltaspekte mit ein. Die im „S“ für Social beinhalteten Gesichtspunkte wie gesellschaftlicher Mehrwert und Engagement oder Gesundheitsschutz weißen zugleich Schnittmengen mit der aus dem Unternehmensumfeld bekannten Corporate Social Responsibility (CSR) auf. Unter dem Aspekt der Governance („G“) wird eine nachhaltige Unternehmensführung verstanden. Ein angrenzender Teilbereich ist die CR (Corporate Governance). Einige Nachhaltigkeitsratings stützen sich auf die Analyse dieser drei Kriterien. Jeder einzelne Aspekt kann dabei nochmals gesondert unter anderer Gewichtung betrachtet werden.

Diese Kriterien können durchaus als Basis nachhaltiger Kapitalanlagen verstanden werden, da die Mehrheit institutioneller Investoren diese bereits in ihre Investitionsentscheidung miteinbeziehen. Stark auffällig ist dies bei Kapitalverwaltungsgesellschaften (91 Prozent), Stiftungen und Kirchen (88 Prozent) sowie Versicherungen (70 Prozent). Ein an die nachhaltigen Kapitalanlagen angelehnter Index stieg von 2017 auf 2018 um 3,5 auf 22,9 Punkte.

Das beweist nicht nur eine wachsende Akzeptanz nachhaltiger Kapitalanlagen bei Investoren, sondern auch eine steigende Nachfrage. Initiativen wie die Principles of Responsible Investments (PRI) bestärken zudem die Bedeutung von ESG-Kriterien für Investoren. Das Netzwerk, welches bereits 2006 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenen wurde, hat aktuell 1961 Unternehmen, bestehend aus Investment- und Beteiligungsgesellschaften sowie deren Dienstleistern mit Assets im Wert von etwa 81,7 Bio. EUR.

Abgesehen von den ESG-Nachhaltigkeits­kriterien greift der Begriff des Social Impact Investings deutlich tiefer. Dafür sollte zunächst der Begriff Impact erläutert werden. Per Definition bezeichnet Impact die Wirkung auf der subjektiven Ebene, also die Einschätzung der Adressatinnen und Adressaten sozialer Maßnahmen. Impact kann zudem als das Ergebnis gesehen werden, welches einer sozialen Intervention bzw. Organisation explizit zuzurechnen ist. In diesem Zusammenhang wird häufig der Versuch unternommen, eine eindeutige Zurechnung von Wirkung zu Maßnahmen der sozialen Arbeit oder der Investition herzustellen. Für das Erbringen eines derartigen Nachweises ist oftmals ein hoher methodischer Aufwand notwendig.

Aufgrund der Schwierigkeit der Impact-Messung wird dem beabsichtigten Outcome hohe Bedeutungen zugemessen. Der Outcome de­finiert sich in diesem Verständnis als die Wirkung der sozialen Intervention für die Gesellschaft als Ganzes. Er umfasst sowohl die Qualität des Ergebnisses als auch die Folgen aus Nebeneffekten durch die nicht intendierten Maßnahmen und Folgeerscheinungen.

Wie unterscheidet sich Social Investing von einem klassischen Investment?

Um das Social Investing von einem klassischen Investieren abzugrenzen, muss ein sozialer Mehrwert (Impact) vorliegen. Dieser gesellschaftliche Impact muss messbar und möglichst exakt quantifizierbar sein. Neben der Messung der sozialen Auswirkung muss auch eine entsprechende Bewertung (Social Impact Assessment) erfolgen. Aus den gewonnenen ­Ergebnissen der Messung sowie deren Interpretation können sowohl Investoren als auch die Organisation selbst den Stand der Zielerreichung ablesen und gegebenenfalls Ressourcen effizienter einsetzen.

Wo steht der Impact-Investing-Markt?

Trotz zunehmender Popularität des Themas sind gegenwärtig noch zahlreiche offene Fragen bei neuen Marktteilnehmern – sowohl auf Seiten der Kapitalgeber als auch Kapitalnehmer bzw. -sucher – festzustellen, die zumeist auf den bislang fehlenden Erfahrungen fußen. Ebenso findet sich zu diesem Thema kaum deutschsprachige Literatur, was Interessierten die fachliche Einarbeitung nicht gerade erleichtert.

Der Markt für soziale Investitionen befindet sich derzeit in einem frühen Stadium. Basierend auf den UBS Investor Watch Ergebnissen für 2018 investieren nur etwa 39 Prozent der Anleger nachhaltig. Vor allem junge und wohlhabende Menschen entscheiden sich für nachhaltiges Investieren. Dies liegt in erster Linie daran, dass viele Anleger selten wirklich gut und ausreichend über die Wirkungsweise und dem zugrunde liegenden Zweck ihrer Investi­tion informiert sind. Zudem scheint die Tragweite des Kapitaleinsatzes nicht immer absehbar. Daher ist es von besonderem Interesse, genau diese Informationslücken rund um den Impact-Investing-Markt zu schließen.

Ein besonders hartnäckiger Mythos rund um das Investieren im sozialen Sektor ist die angeblich schlechtere Performance bzw. der völlige Verzicht auf Rendite. Entgegen dieser Auffassung sind die Renditen nachhaltiger Investitionen oft mit den erwartbaren Ergebnissen einer konventionellen Kapitalanlage vergleichbar. Analysen zufolge steigert nachhaltiges Investieren die Rendite sogar oft oder schadet dieser zumindest nicht. Es überrascht daher wenig, dass der Markt für nachhaltige Anlagen zunehmend größer wird.

Weiterer Diskussionspunkt beim Social Investing ist die Quantifizierbarkeit der Zielerreichung bzw. die Messung der (sozialen) Wirkung. Insbesondere beim Impact Investing nehmen die Möglichkeiten der Wirkungsmessung einen immer entscheidenderen Einfluss auf die Investitionsentscheidung. Die Messbarkeit des Einflusses einer getätigten Investition (z.B. über ein Social Impact Audit) stellt ein grundlegendes Kriterium des Impact Investing dar. Somit kann neben der finanziellen Rendite auch die ökologische und soziale Wirkung einer bestimmten Anlage gemessen und betrachtet werden.

Die Neuartigkeit und die hohe Komplexität des Themas schrecken noch viele von einem Engagement ab. Demgegenüber steht die Meinung vieler Anleger, dass sich Sustainable Investing bis 2023 als Anlageform etabliert haben wird. Tatsächlich sind bereits heute nachhaltige Anlagefonds eine unkomplizierte Möglichkeit, einen Impact mittels Investitionen zu erzielen (sofern man nicht selbst eigenverantwortlich investieren möchte).

Wer investiert?

Der Großteil der Investoren auf dem Gebiet des Social Impact Investing sind junge, wohlhabende Personen. Eine in den USA durchgeführte Studie mit rund 4000 Haushalten, deren Jahreseinkommen über 80.000 USD liegt, kam zu dem Ergebnis, dass 48 Prozent dieser Personen Interesse an nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten haben. Bisher haben jedoch nur 12 Prozent dieser Haushalte tatsächlich in Social-Impact-Anlagen investiert.

Die Akteure

Die Akteure für Social Impact Investing ähneln häufig jenen auf dem konventionellen Kapitalmarkt. So gibt es auch hier verschiedenste Netzwerke für Investoren, Beratungsunternehmen, Fonds- und Crowdfunding-Plattformen sowie einen eigenen Social Stock Exchange. Da die Anlegerschaft in diesem noch sehr jungen Investitionsfeld noch nicht konkret untersucht wurde, ist es sinnvoll, all diese Akteure in die Betrachtung miteinzubeziehen.

Networks

Ziel der Netzwerke ist es, Anbieter und Nachfrager zusammenzubringen und die Investitionsentscheidungen zu erleichtern. Ein großes Problem des Social-Capital-Markts besteht in den relativ hohen Transaktionskosten. Diese resultieren aus den häufig geringen Investitionssummen und gleichzeitig hohen Kosten der Due Diligence sowie der Bestimmung der Ziele, welche mithilfe der Investition verfolgt werden sollen. Eine weitere Aufgabe der Netzwerke ist es, eine Verbindung zwischen dem klassisch renditeorientierten Kapitalmarkt und dem Markt für Social Impact Investing zu schaffen.

Social Investments Advisors

Social Investment Advisors erfüllen gewissermaßen die Aufgaben einer klassischen Investmentbank. Sie sollen potenzielle Investoren und geeignete soziale Unternehmen oder wohltätige Organisationen zusammenführen und stehen häufig auch als Berater für beide Seiten zur Verfügung.

Social Venture Capital Funds

Social Venture Capital Funds stellen Wagniskapital für Unternehmen zur Verfügung, die marktorientierte Lösungen für gesellschaftliche oder auch ökologische Probleme verfolgen und dadurch eine gesellschaftliche Wirkung erzielen wollen. Neben den oben genannten Gruppen sind im Social-Impact-Investing-Markt noch weitere Akteure wie Ethik- bzw. Sustainable-Banken oder Crowdfunding-Plattformen aktiv.

Fazit

Social Impact Investing wird sich in den nächsten Jahren zunehmender Bekanntheit und Beliebtheit bei Kapitalgebern erfreuen. Investoren haben gerade auch in der aktuellen Krise mit den damit einhergehenden Unsicherheiten und Unwägbarkeiten den Wert eines diversifizierten Portfolios schätzen gelernt. Hier spielen Anlageklassen wie etwa Social Impact Investments, die nicht oder nur wenig mit klassischen Anlagen korrelieren, eine zunehmend wichtige Rolle. Das sollte auch Social Start-ups bei der ­Finanzierung zugute kommen. Dies wäre eine klassische Win-win-Situation sowohl für Kapitalgeber als auch für junge Sozialunternehmen.
 

Buchtipp zum Weiterlesen: Bernd Fischl (Hrsg.), High Impact Investing: Erfolgsfaktoren für die Finanzierung von Social-Entrepreneur­ship-Projekten, ISBN: 978-3-930048-84-7, Realis 2020, 29,80 Euro


Der Autor Dr. Bernd Fischl ist Partner der BFMT Gruppe und als Unternehmens- und zertifizierter Fördermittelberater in den Bereichen Gründung, Wachstum und Krisenmanagement tätig.

Finanzierung und Bewertung von Start-ups – ohne Verlust von Anteilen und Kontrolle

Neben einer guten Idee, einem guten Produkt und einem leistungsfähigen Team ist vor allem die richtige Finanzierung das Zünglein an der Waage zum Erfolg für ein Start-up. Was ein junges Unternehmen beachten sollte, erklärt Ariyan Seyed Nassir von Uplift1.

Wann sollte sich ein Start-up um die Finanzierung bzw. die Erhöhung seiner Bewertung kümmern?

Für das Fundraising eines Start-ups ist es nie zu früh, denn „Nach der Runde ist vor der Runde“. Für jede Phase in der Entwicklung ist Kapital erforderlich. Beziehungen mit Investoren sollten so früh wie möglich aufgebaut werden. Je länger und besser die Investoren das Unternehmen kennen, desto einfacher ist die Investmententscheidung für sie, wenn es konkret wird.

Wie werden Start-ups bewertet?

Eine pauschale Antwort dafür gibt es nicht. Die Bewertung eines Start-ups hängt von vielen Faktoren ab, die je nach Entwicklungsstufe des Start-ups anders gewichtet werden. Während bei sehr frühphasigen Pre-Seed Investments bspw. noch stark das Team im Vordergrund steht, wird bei der Series A schon verstärkt auf Performance-KPIs geschaut und es werden klare Anzeichen für einen „Product-Market Fit“ erwartet. Generell gesprochen sind wichtige Kriterien aber so gut wie immer: Die Erfahrung des Teams, die Marktgröße und das Marktwachstum, die Höhe der ggf. bereits generierten Umsätze, die Akquisitionskosten für Neukunden im Verhältnis zum „Lifetime-Value“ eines einzelnen Kunden etc. Je nach Industrie und Business Model gibt es aber immer spezifische Kennzahlen und Benchmarks, die den Investoren besonders wichtig sind.

Wie können Founder den Zugriff auf das Eigenkapital verhindern?

Für traditionelle Bankkredite sind Start-ups oft noch zu jung und zu risikobehaftet. Factoring oder Finetrading-Provider bieten aber auch frühphasigen Start-ups schon die Möglichkeit, Betriebsmittel über Fremdkapital zu finanzieren. Revenue-based Financing kann ebenfalls eine gute Option sein. Bei Uplift1 finanzieren wir Start-ups bspw. zeitnah mit Beträgen in Höhe von bis zu drei Monatsumsätzen, ohne, dass die Unternehmen dafür Eigenkapital aufgeben oder die Gründer dafür persönlich bürgen. Wenn es um größere Summen geht, kommt oft Venture Debt ins Spiel. Hier ist der Finanzierungsprozess aber meist ähnlich komplex wie bei Equity-Finanzierungen und ohne eine gewisse Dilution kommen die Gründer hier ebenfalls nicht aus. Jede Finanzierungsform hat Vor- und Nachteile. Als Gründer würde ich deshalb einen smarten Mix aus Eigen- und Fremdkapital sowie alternativen Finanzierungsformen anstreben.

Was riskieren junge Unternehmen, die die Finanzierung in fremde Hände geben?

Ich würde Gründern davon abraten, das Fundraising für ihr Start-up in fremde Hände zu geben. Investoren erwarten hier das direkte Involvement der Gründer. Zudem kann eine dritte Person die Leidenschaft für das Unternehmen und dessen Mission nicht so authentisch kommunizieren, wie das Gründerteam selbst. Support beim Fundraising durch Mitarbeiter oder externe Berater macht definitiv Sinn. Die Gründer sollten aber in jedem Fall federführend involviert sein.

Welche Fehler machen Start-ups bei ihren Finanzierungen?

Beim Fundraising können viele verschiedene Fehler passieren. Oft optimieren Gründer beim Fundraising ausschließlich auf die Höhe der Unternehmensbewertung, wobei die Qualität der Investoren außer Acht gelassen wird. Ein guter Investor kann dem Start-up neben Kapital und einer guten Bewertung aber auch andere signifikante Vorteile verschaffen, wie z. B. ein wertvolles Netzwerk zu potenziellen Kunden oder tiefe Branchenexpertise. Gleichzeitig sollte man mit seinen Investoren vor dem Investment auch ein sehr ehrliches und offenes Gespräch über die beidseitigen Erwartungen bzgl. der Unternehmensentwicklung haben. Es kann Sinn machen, auch die Downside-Szenarien durchzuspielen, so dass es im Worst-Case keine Überraschungen gibt. Wenn man einen Investor gefunden hat, der die eigene Vision für das Unternehmen teilt, voll hinter dem Gründerteam steht und eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit anstrebt, dann hat man schon viel gewonnen.

Wie können junge Firmen eine höhere Bewertung erreichen?

Je weiter fortgeschritten das Start-up zum Zeitpunkt der Kapitalaufnahme ist, desto höher ist tendenziell auch die Bewertung. Der Fortschritt kann sich in vieler Hinsicht bemerkbar machen, bspw. durch höhere Umsätze, einen höheren Marktanteil, mehr (wiederkehrende) Nutzer, ein ausgereifteres Produkt, errungene Partnerschaften, ein starkes Leadership-Team usw. Um diesen Fortschritt zu erreichen, ist natürlich auch genügend Zeit notwendig. Da viele Startups insbesondere zu Beginn unprofitabel sind, trägt dementsprechend auch alles zu einer höheren Bewertung bei, was den „Runway“ verlängert – also die verfügbare Zeit bis zur nächsten Finanzierungsrunde. Bestimmte Ausgaben über Fremdkapital oder alternative Finanzierungsmethoden wie bspw. auch Revenue-based Financing abzudecken, kann deshalb sehr viel Sinn machen.

Welchen persönlichen Ratschlag haben Sie für junge Gründer?

Fundraising und insbesondere die Auswahl der richtigen Investoren ist ein wichtiges Thema. Baut früh Beziehungen zu Investoren auf und pflegt diese Beziehungen durch kontinuierliche Updates. Sobald es konkret wird, baut ein kompaktes Pitch Deck und geht selbstbewusst und optimistisch in den Markt, seid aber auch offen für Feedback. In den Gesprächen mit Investoren lernt man auch viel Neues über das eigene Unternehmen und den eigenen Markt. Zieht auch gerne erfahrene Gründer aus eurem Netzwerk zu Rate, die den Fundraising-Prozess schon einmal durchgemacht haben. Es gibt viele Details, die einem insbesondere als First-Time Founder nicht unbedingt bewusst sind. Das Thema Fundraising wird euch durch eure gesamte Gründerlaufbahn begleiten und sollte zu euren Top-Prioritäten gehören. Die Investoren investieren am Ende nicht in euer Produkt oder euren Performance Track-Record, sondern in euch als Team.

Mit ETF-Sparplan langfristig Vermögen aufbauen

Zu den interessanten Anlagemöglichkeiten, mit denen sich Selbständige fürs Alter absichern können, zählen sog. ETF-Sparpläne. Wir klären auf.

Wer etwas Kapital auf die Seite legen möchte, das sich zudem vermehren soll, ist mit einem Sparbuch aufgrund der Niedrigzinspolitik schlecht beraten. Während früher viele Selbstständige auf diesem Weg für eine Absicherung im Rentenalter sorgten, müssen sie sich heute nach einträchtigeren Möglichkeiten umschauen. Immer mehr Menschen wenden sich der Börse zu, mittlerweile gibt es etwa 12 Millionen Aktionäre in Deutschland. Zu den interessanten Anlagemöglichkeiten zählen ETF-Sparpläne.

Kostengünstige Exchange Traded Funds

ETF ist die Abkürzung von Exchange Traded Fund, deutsch: börsengehandelter Indexfond. Sie werden über die Börse gehandelt und nicht über eine Fondsgesellschaft erworben. Deshalb fällt kein Ausgabeaufschlag an. ETFs sind um einiges günstiger als Aktienfonds, für die im Durchschnitt ein fünfprozentiger Kostenaufwand anzusetzen ist. Netto lassen sich deshalb insgesamt in der Regel mit Exchange Traded Funds bessere Renditen erwirtschaften als mit aktiven Investmentfonds. Viele Experten empfehlen für den mittel- und langfristigen Aufbau von Vermögen ETF-Sparpläne.

Definition ETF-Sparplan

In seiner Grundeigenschaft bildet ein Exchange Traded Fund einen Index am Markt nach. Über große Bekanntheit verfügen beispielsweise der deutsche DAX sowie der internationale MSCI World Index. Der Unterschied zu einem klassischen Investmentfond ist, dass beim ETF kein aktiver Manager im Einsatz ist, der unter anderem auf die Zusammensetzung des Fonds achtet. Im Gegensatz dazu stellt der Exchange Traded Fund einen passiven Fond dar. Er setzt sich im gleichen Verhältnis wie sein nachzubildender Index aus Aktien sowie Anleihen zusammen.

Anleger partizipieren mit einem regelmäßigen Sparplan an zahlreichen verschiedenen Wertpapierprodukten und Unternehmen, wobei sich die Rendite stark an dem abbildenden Index orientiert. Schon mit einer Mindestanlage in Höhe von 25 Euro können Anleger sich an einem ETF-Sparplan beteiligen. Sie legen individuell den von ihnen gewünschten Turnus fest, Monatsraten sind ebenso möglich wie eine Jahresrate. Investoren entscheiden demnach selbst, wie viel sie von ihrem Einkommen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes sparen.

Jede regelmäßige Einzahlung zieht einen Anteilerwerb an dem ausgewählten ETF nach sich. Ein Wertpapierdepot ist für die Einbuchung der Anteile erforderlich. Es kann sowohl bei einer Bank als auch einem Online-Broker erworben werden. Grundsätzlich ist auch eine Investition in ausländische Exchange Traded Funds, beispielsweise in einen ETF-Sparplan in Österreich, möglich.

Die Einmalanlage

Wer bereits eine verhältnismäßig hohe Summe angespart oder durch eine Erbschaft dazu gekommen ist, dem verspricht die Einmalanlage in einen ETF gute Renditechancen. Die Investmentgesellschaft oder der Online-Broker belastet das Wertpapierkonto, das problemlos digital geführt werden kann, mit dem persönlich ausgewählten Betrag. Im Anschluss werden die Anteile ins Depot eingebucht, die Ermittlung des Depotwertes erfolgt laufend anhand des Kurses.

Der Cost-Average-Effekt

Bei Abschluss einer regelmäßigen Sparrate erwirbt der Investor für den zuvor fest vereinbarten Betrag nach und nach immer mehr Anteile an einem ETF. Naturgemäß ändert sich der Kurs aufgrund des sich stets verändernden Angebots und der Nachfrage permanent – dies führt zu unterschiedlichen Anteilserwerben bei jedem Kauf: Sind die Kurse hoch, erhält man weniger Anteile für das gleiche Geld als bei einem niedrigen Stand. Ein Durchschnittspreis ergibt sich im Laufe der Zeit. Dieser sogenannte Cost-Average-Effekt verfügt über eine willkommene Auswirkung auf die Geldanlage. Bei steigendem Index entwickelt sich der ETF-Anteilswert positiv mit, eine ansprechende Rendite steht im Raum. Bei der Einmalanlage werden hingegen Anteile zum aktuellen Tagespreis gekauft. Dies führt zu einer gewissen Abhängigkeit von der Kursentwicklung in der Zukunft.

ETF-Sparplan oder Kombi mit Einmalanlage?

Die Entscheidung zwischen den beiden Investmentmöglichkeiten ist insbesondere von der Höhe der beabsichtigen Geldanlage und den Vorstellungen des jeweiligen Anlegers abhängig. Stehen ausschließlich kleinere Beträge aus dem monatlichen Budget bereit, gilt ein regelmäßiger Sparplan als die bessere Alternative. Ist eine größere Summe vorhanden, kann die Kombination aus Einmalanlage und Sparplan interessant sein. Sollte der Kurs nach Leistung Ersterer sinken, lässt sich der Verlust durch die Investition in einen Sparplan ausgleichen. Das Anlagerisiko wird dadurch etwas verringert, trotzdem kann man vom Aufbau eines wachsenden Vermögens profitieren.

Optimierung von Kapitalkosten im Mittelstand: Strategische und nachhaltige Lösungen

Auch wer die unmittelbare Gründungszone verlassen hat, wird noch weiterhin investieren müssen, damit sein Unternehmen wächst. Doch wie lassen sich die dadurch entstehenden Kapitalkosten managen?

Investitionen sind etwas, das zu einem Unternehmen ungeachtet seines Betätigungsfeldes so sehr im Grundsatz dazugehört wie das Tagesgeschäft. Denn Investitionen sorgen nicht nur für Wachstum, sondern auch eine Effizienzmaximierung – langfristig weniger Geld dadurch ausgeben, dass kurzfristig mehr ausgegeben wird. Das gilt in der jetzigen Lage ebenso wie in vollkommen „normalen“ Zeiten.

Gerade bei KMU hat diese Maxime besonderes Gewicht, sehen diese sich doch häufig von besonders vielen Konkurrent*innen umringt und speziell im inländischen sowie grenzüberschreitenden Online-Handel auch der ständigen Gefahr ausgesetzt, Boden gegenüber den Branchengrößen und anderen Big Playern zu verlieren.

Just dies ist aber ein Problem. Denn Investitionen gibt es nicht zum Nulltarif. Jede sorgt dafür, dass Kapitalkosten entstehen. Auch das Daily Business lässt ebenfalls diese Kosten wachsen. Diese so zu managen, dass sie nicht zum Stolperstrick werden, sondern nachhaltig gehandhabt werden können, ist eine hohe Kunst – die alle Firmeninhaber*innen beherrschen sollten und die sie dank einiger Tricks auch beherrschen können.

1. Den gewaltigen Unterschied kennen und jederzeit anerkennen

Was sind Kapitalkosten? Der lexikalischen Definition nach sind es alle Kosten, die dadurch entstehen, dass eine Firma in etwas investiert. Doch so einfach sich dies anhört, so sehr gibt es doch in der Praxis einen gewaltigen Unterschied, denn Kapitalkosten teilen sich auf:

  • Eigenkapitalkosten und
  • Fremdkapitalkosten

Hier kommt nun der Unterschied: Eigenkapitalkosten sind – de facto – nur dem Namen nach „echte“ Kosten. Tatsächlich sind es nur interne Kosten. Sie werden so errechnet, als hätte das dafür aufgewendete Eigenkapital bei einer anderen Verwendung als der Investition einen bestimmten Zins und somit Gewinn erbracht.

Alternativ sind Eigenkapitalkosten die Höhe einer Rendite, welche die Geber*innen von Eigenkapital als Rückfluss erwarten. Das heißt, diese Summen kommen Personen zugute, die unmittelbar am Unternehmen beteiligt sind.

Fremdkapitalkosten sind hingegen die „wahren“ Kapitalkosten. Denn dabei handelt es sich um Geld, welches tatsächlich unausweichlich aus dem Unternehmen abfließt. Das vielleicht beste Beispiel dafür sind Zinsen, die einem Kreditinstitut gezahlt werden müssen.

Den Unterschied zwischen beiden Kosten zu kennen und diese auch mit den richtigen Formeln berechnen zu können, ist essenziell wichtig. Denn nur mit diesem Wissen kann ein wirklich strategischer Lösungsansatz verfolgt werden. Davon leitet sich auch der nächste Tipp ab:

2. Keinesfalls Personalkosten senken

Personalkosten sind für viele Unternehmen einer der größten Einzelpunkte auf ihrer Ausgabenliste. Sie beständig zu optimieren, erscheint deshalb vordergründig als sinnvolle Methode, um die Kosteneffizienz zu verbessern. Allerdings ist dies, wie gesagt, nur eine vordergründig tragfähige Möglichkeit.

Tatsächlich jedoch sorgt das unzweckmäßige Drücken der Personalkosten durch geringe Löhne und/oder eine dünne Personaldecke praktisch immer dafür, dass mehr Schaden als Nutzen entsteht. Geld ist für viele Angestellte zwar nicht alles, aber ein wesentlicher Motivator. Nur wer anständige Löhne zahlt, kann auf eine Personaldecke aus Top-Leuten hoffen – gerade in der heutigen Zeit ständiger Personalsorgen in vielen Unternehmen.

3. Überbestände weitmöglich minimieren

Es ist eine simple Gleichung: Jede Sekunde, die eine Ware in einem Unternehmen liegt, sorgt dafür, dass sich die Kapitalkosten erhöhen. Denn durch diese Lagerung werden Mittel festgelegt und somit die Gewinnspanne reduziert.

Hier sollte das Ziel deshalb lauten, ständig bestrebt zu sein, diese Überbestände auf einem absoluten Minimum zu halten. Dies geht nicht zuletzt durch den Einsatz wirkungsvoller Prognosemodelle für den Absatz – mitunter auf KI basierend. So kann ein System aufgebaut werden, welches eng mit der Just-in-time Produktion verwandt ist: Im Idealfall wird eine Ware angeliefert und sofort nach der Einbuchung verkauft.

Ergänzend kann es hierzu auch von Vorteil sein, die Angebotsstruktur einer beständigen Evaluierung zu unterziehen. Dadurch werden Low-Performance-Produkte konsequent aufgedeckt und können so aus dem Portfolio entfernt werden.

4. Fremdkapital dem Zinsniveau anpassen

Spartipps für Gründer

Wertvolle Tipps für Gründerinnen und Gründer, mit denen sie sich und ihr Start-up in der Anfangsphase effizienter finanzieren können.

Sich selbständig zu machen und ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist der Traum vieler Deutscher. Dies lässt sich jedoch nicht so einfach umsetzen, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag. Denn es gibt zahlreiche Hürden, mit denen Gründer bereits in der Anfangsphase konfrontiert werden. Wir haben einige Spartipps für Gründer zusammengefasst, mit denen Sie sich und Ihr Start-up in der Anfangsphase effizienter finanzieren können.

Büro und Arbeitsort

Heute scheint es beinahe so, als würde jedes Start-up über moderne Büroräume in einer hippen Wohngegend verfügen. Das ist wahrscheinlich der Traum vieler Gründer, doch dieser ist angesichts der explodierenden Preise auch mit extrem hohen Kosten verbunden. Hierzu gibt es vielfache Alternativen: Zum einen können Sie Büroräume mieten, die nicht direkt im Stadtzentrum angesiedelt und demzufolge auch mit einer geringeren Miete verbunden sind. Zum anderen sollten Sie sich nach gebrauchten Büromöbeln umsehen und nicht gleich nagelneu kaufen. Hierzu bieten sich lokale Online-Marktplätze an. Eine noch günstigere Alternative sind sogenannte Coworking-Spaces, die in der Regel zentral gelegen sind, eine ausgebaute Infrastruktur bieten und sich in manchen Fällen nur auf täglicher oder wöchentlicher Basis anmieten lassen. Auf jahrelange Mietverträge sollten Sie unbedingt verzichten.

Büromaterial und Arbeitsgeräte+

Sobald eine innovative Geschäftsidee geboren wurde, stürzen sich die meisten Gründer enthusiastisch an die Umsetzung ihrer Idee. Dabei übersehen viele die Kleinigkeiten, die es zu berücksichtigen gilt, bevor die Geschäftsidee an Fahrt aufnimmt. Dazu zählt beispielsweise die Anschaffung einer qualitativ hochwertigen Büroausstattung. Besonders wichtig es ist dabei für eine längere Zeit zu planen. So rentiert sich zum Beispiel der Kauf von energieeffizienten Computern, Monitoren und anderen Geräten auf lange Sicht. Ein Beispiel hierfür ist ein Büro-PC mit einer leistungsstarken Grafikkarte. Bei normaler Nutzung von acht Stunden verbraucht ein performanter Desktop-PC rund 3000 Watt pro Arbeitstag. Ein normaler Laptop-PC kommt hingegen mit einem Viertel des Energieverbrauchs aus.

Softwarelizenzen

Auch bei Druckern und anderen Geräten, die für ein Start-up benötigt werden, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die Energieeffizienz. Doch nicht nur die Anschaffung von Druckern und Computern kostet viel Geld, sondern es fallen auch Kosten für die benötigten Softwarelizenzen an. An dieser Stelle können Sie viel Geld sparen, indem Sie auf gebrauchte Softwarelizenzen für Ihr Start-up setzen. Gebrauchte Software und Cloud- & hybride Cloud-Lösungen, die Sie bei der VENDOSOFT GmbH käuflich erwerben können, bieten die gleichen Vorteile wie gewöhnliche Softwarelizenzen, sind jedoch um ein Vielfaches günstiger.

Buchhaltung und Überblick

Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen, um Geld zu sparen, ist ein optimaler Überblick über den Zahlungsverkehr. Aus diesem Grund sollten Gründer, noch vor der ersten geschäftlichen Transaktion und den ersten Deals, ein Geschäftskonto eröffnen. Dabei sollten Sie an alle Ausgaben und potenzielle Einnahmen denken, die auf Sie im Kontext einer Gründung zukommen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Notarkosten
  • Verwaltungskosten
  • Beratungsgebühren
  • Gewerbeanmeldekosten

Im Laufe der Zeit kommen dann noch weitere Kosten hinzu, beispielsweise für Mitarbeitergehälter und Bürobedarf, sodass man schnell den Überblick über private und gewerbliche Kosten verlieren kann. Ein Geschäftskonto ermöglicht nicht nur die strikte Trennung zwischen den unterschiedlichen Einnahmen und Ausgaben, sondern in zahlreiche Geschäftskonten sind auch automatische Berechnungssysteme eingebaut, welche die finanzielle Abwicklung beschleunigen.

So bremsen Sie das Finanzamt aus

Sie fahren regelmäßig zu Kunden, Lieferanten, Fortbildungen oder zum Großmarkt? Dann wird’s Zeit, dass Sie Ihre Mobilität effektiv gestalten. Ein wichtiger Punkt: Steuern und Auto.

Die KFZ-Nutzung ist das Lieblingsthema aller Betriebsprüfer. Wer also keine bösen und teuren Überraschungen erleben will, sollte sich rechtzeitig mit den steuerlichen Aspekten vertraut machen. Hier das Wichtigste im Schnellüberblick zu diesem komplexen Thema.

Das Finanzamt stellt eine wesentliche Frage: Nutzen Sie das Auto nur geschäftlich, oder fahren Sie auch schon einmal privat damit? Wenn Sie es nur geschäftlich nutzen, zählt es zum sogenannten notwendigen Betriebsvermögen. Damit ist klar, dass es überwiegend für Firmenfahrten genutzt wird. Bei einem Taxifahrer oder einem Vertreter liegt es auf der Hand, dass er das Auto häufig beruflich benötigt. Bei anderen Berufsgruppen ist das möglicherweise nicht so eindeutig.

Um dem Finanzamt beweisen zu können, dass der Wagen zu über 50 Prozent beruflich genutzt wird, kann der Firmeninhaber beispielsweise über eine längere Zeit – etwa drei Monate – seine Fahrten in einem entsprechenden Buch erfassen. Wurde der betriebliche Nutzungsumfang des Wagens einmal dargelegt, geht das Finanzamt auch in den folgenden Jahren von dieser Nutzung aus – außer es gibt wesentliche Veränderungen, wenn etwa die Art oder der Umfang der Tätigkeit wechseln.

Die Ein-Prozent-Regel

Selbst wenn das Auto überwiegend geschäftlich genutzt wird, unterstellt das Finanzamt immer eine geringe private Nutzung: Zum Beispiel für die Fahrten von zu Hause ins Büro und zurück. Und diese Privatfahrten muss der Unternehmer als eine Art Einkommen versteuern. Um die Steuerhöhe zu berechnen, gibt es die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Sie heißt so, weil der Firmeninhaber jeden Monat ein Prozent des Brutto-Listenpreises des Wagens mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern muss.

Also: Egal, ob der Gründer einen gebrauchten Wagen kauft, ein Auto reimportiert oder sich für den Neuwagen entscheidet: Es spielt keine Rolle, was das Auto tatsächlich gekostet hat. Ausschlaggebend ist nur der Listenpreis. Kostet das Auto also inklusive Mehrwertsteuer 25.000 Euro, so muss der Unternehmer jeden Monat 250 Euro versteuern. Alternative: Der Gründer führt ein Fahrtenbuch, dann kann er die tatsächlichen Kosten berechnen.

Fahrtenbuch richtig führen

Das Fahrtenbuch muss für das gesamte Wirtschaftsjahr lückenlos und fehlerfrei geführt werden. Ein elektronisches Fahrtenbuch wird übrigens nur dann anerkannt, wenn nach dem Ausdruck nachträgliche Veränderungen der aufgezeichneten Angaben nicht mehr möglich sind beziehungsweise dokumentiert werden.
Damit es beim Finanzamt keine Probleme gibt, sollte es so aufgebaut sein:

  • Das Datum jeder Fahrt, auch der privaten, wird notiert.
  • Ebenso der Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder Fahrt sowie Umweg-Kilometer.
  • Das amtliche Kennzeichen muss außerdem etwa auf dem Umschlag des Fahrtenbuchs festgehalten werden.

Bei betrieblichen Fahrten kommt außerdem das Reiseziel mit Ort, Straße, Hausnummer, der Reisezweck und Namen der aufgesuchten Geschäftspartner hinzu. Die Angabe von Uhrzeiten im Fahrtenbuch ist freiwillig. Sie ist dann empfehlenswert, wenn Mehraufwand für Verpflegung geltend gemacht wird. Für Fahrten zwischen der Wohnung und dem Betrieb genügt ein Vermerk in dem Fahrtenbuch.

Betriebs- oder Privatvermögen?

Wird der Wagen zu weniger als 50 Prozent beruflich genutzt, kann der Gründer wählen, ob er ihn als Betriebsvermögen ausweist oder zum Privatvermögen rechnet. Jetzt werden jedoch die Privatfahrten nicht mehr mit der Ein-Prozent-Regel erfasst. Stattdessen muss der Gründer ein Fahrtenbuch führen oder anhand der geschätzten privat gefahrenen Kilometer berechnen, wie hoch der prozentuale Privatanteil der Kosten ist. Allerdings muss er dem Finanzamt dabei glaubhaft belegen können, in welchem Umfang er den Wagen betrieblich nutzt.

Wenn das Auto sogar zu weniger als zehn Prozent für geschäftliche Fahrten eingesetzt wird, gehört es zum Privatvermögen. Der Unternehmer kann dann jede geschäftliche Fahrt mit 30 Cent pro Kilometer als Betriebsausgabe geltend machen. Kosten für Versicherungen, Benzin, neue Reifen oder ähnliches kann er dann jedoch nicht mehr absetzen. Alternative: Ein Fahrtenbuch führen und alle tatsächlichen Kosten ansetzen. Dazu müssen aber auch sämtliche Belege gesammelt werden. Dieses Vorgehen lohnt sich in diesem Fall besonders dann, wenn die Betriebskosten des Wagens sehr hoch und mit 30 Cent pro Kilometer nicht abgedeckt sind.

Mission Best-Price: Ihre Lizenz zum Abschluss

Preisverhandlungen beginnen beim ersten Kontakt mit Ihrem potenziellen Kunden - wie Sie Ihre Preisvorstellungen mit der richtigen Strategie zum Abschluss bringen.

Preisverhandlungen beginnen mit dem ersten Kontakt zu Ihrem Geschäftspartner. Welchen Eindruck erweckt Ihr Internet-Auftritt, welche Wertigkeit geht von Ihren Produkten und Dienstleistun gen aus, wie wird Ihr Kunde angesprochen und behandelt, wenn er das erste Mal Kontakt zu Ihrem Unternehmen hat? Die ersten Informationen sind immer die prägendsten. Häufig entscheidet sich schon hier, ob der Kunde am Ende der Verhandlungen Ihren Preis als stimmig erachtet – oder nicht. Auch die anderen Phasen in Preisverhandlungsgesprächen haben einen Einfluss: das persönliche Kennenlernen ebenso wie die Analyse des Kundenbedarfs, die Präsentation Ihrer Produkte oder Dienstleistungen genauso wie die Art und Weise, wie Sie mit Fragen, Einwänden und Wettbewerbsvergleichen umgehen. Sie haben immer die Chance, Ihren Gesprächspartner gut, wertschätzend und respektvoll zu behandeln – oder durch Nachlässigkeiten und Versäumnisse Beziehungspunkte zu verschenken. Die allerwenigsten Kunden und Gesprächspartner machen Sie jedoch darauf aufmerksam. Vergessen tut es allerdings auch niemand. Abgerechnet wird, wenn es um den Preis geht – ganz am Ende. Dort bekommen Sie die Quittung für alles, was vorher gelaufen ist.

Nicht um den heißen Brei herumreden

Deswegen beginnen Preisverhandlungen in dem Moment, in dem Ihr Gegenüber auf Sie aufmerksam wird. Anstatt das Thema Preis zu vermeiden und wie ein Kater um den heißen Brei herumzuschleichen, empfehlen wir Ihnen, sich möglichst früh nach dem Budget Ihres Gesprächspartners zu erkundigen – und gegebenenfalls eine Frage nachzuschieben wie: Sagen Sie, wenn ich jetzt etwas habe, dass Ihren Vorstellungen genau entspricht, aber über Ihrem Budget liegt – soll ich Ihnen das dann zeigen oder nicht?

Sicherheit durch Testabschluss-Fragen

Im weiteren Verlauf des Gesprächs sind Sie gut beraten, immer wieder nachzufragen, ob Sie mit Ihrem Angebot und Ihren Ideen auf dem richtigen Weg sind, ob es das ist, was Ihr Kunde braucht. Man spricht bei solchen Fragen von Test-Abschlussfragen. Sie sollen verhindern, dass Sie sich stundenlang Mühe geben, ein Geschäft zum Abschluss zu bringen, der Kunde dann aber ganz am Ende sagt: Nein, das ist doch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Oder mit einem kurzen: „Vielen Dank, aber das ist mir zu teuer“ – seine schnelle Verabschiedung einleitet. Probieren Sie sie es doch einmal aus. Auch wenn Sie anspruchsvollen Einwänden begegnen, können Sie vor der Argumentationsarbeit durchaus einmal nachfragen: „Sagen Sie, wenn wir diesen Einwand ausräumen, sind Ihre Zweifel dann beseitigt?"

Rabatte sind schnell verschenkter Profit

Erstaunlicherweise ist es vielen Verkäufern nicht klar, wie stark sich Preisnachlässe auf den Gewinn ihres Unternehmens auswirken. Wenn ich als Kunde im Fachhandel einen Fernseher für 1000 Euro im Visier habe und dazu einen zehnprozentigen Nachlass fordere, denke ich: Zehn Prozent, das sind gerade mal hundert Euro, da bleiben für die andere Seite immer noch 900 übrig, das ist doch auch eine hübsche Summe, zumal ja alles in großen Stückzahlen industriell gefertigt wird. Für den Fachhandel hingegen sieht die Situation vollkommen anders aus: Weil seine Anschaffungs-, Raum-, Personal- und alle weiteren Kosten gleichbleiben, gehen diese hundert Euro direkt von seinem Gewinn ab. Nehmen wir einmal an, er würde an dem Fernseher, den er für tausend Euro verkauft, 150 Euro verdienen. Dann würden die hundert Euro Preisnachlass seinen Bruttogewinn um zwei Drittel reduzieren und einen erheblichen Mehrumsatz erfordern, um das wieder reinzuholen. Diese einfachen Zusammenhänge sollten sich Verkäufer immer wieder vor Augen halten. Wenn Unternehmen hingegen dauerhaft hohe Rabatte geben, sollte klar sein, dass diese in der Preiskalkulation berücksichtigt sein müssen. Der Preis ist also von vornherein so berechnet, dass auch nach der Rabattierung noch ein ausreichender Deckungsbeitrag übrig bleibt. Bei vielen Geiz-ist-geil-Aktionen wird den Kunden da kiloweise Sand in die Augen gestreut.

Das ist zu teuer!

„Das ist zu teuer!“ ist ein beliebter Einstiegssatz in Preisverhandlungen. Aus Käufersicht ist so ein Statement ja auch absolut okay. Warum also sollte man nicht versuchen, den Spielraum der anderen Seite auszuloten? Einkäufer würden ihrer Funktion nicht gerecht, wenn sie das nicht zumindest versuchen würden. Überraschend für uns ist, dass bei Befragungen „off the records“ auch viele Verkäufer der Meinung sind, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen zu teuer sind. Wie aber bitte will jemand einen Preis verteidigen, hinter dem er nicht wirklich steht.

Innere Preissolidarität
Ihre Preise können Sie nur durch eine hohe innere Preissolidarität durchsetzen. Das bedeutet, dass Sie selbst voll und ganz von der Angemessenheit des Preises überzeugt sein müssen. Es gibt keinen Zweifel in Ihnen, dass der Preis gerechtfertigt ist. Wenn Sie selbst diese Zweifel haben, spürt Ihr Kunde das. Spürt er Ihre Unsicherheit, wecken Sie seinen Jagdinstinkt. Und besonders bei Einkäufern ist dieser siebte Sinn sehr ausgeprägt. Jetzt wollen sie etwas aus Ihnen rausholen. Spürbar ist auch das Gegenteil: Ihre Überzeugung, dass Ihre Leistung und Sie den Preis wert sind, den Sie verlangen. Im Preis drückt sich die Anerkennung des Kunden für Sie und für Ihre Leistung aus. Diese Überzeugung kann man als innere Preissolidarität bezeichnen.

Die wichtigsten Mehrwertfelder in Preisgesprächen
Statt im Preis nachzugeben, sollten Sie darüber nachdenken, wo Sie Ihren Kunden Mehrwert bieten. Und eben auch: Wo und wie bieten Sie ihm mehr Wert als andere? Auf drei Mehr wertfelder wollen wir genauer eingehen: Sie selbst, Ihr Produkt, und Ihre Beziehung zum Kunden.

Mehrwert: Sie!
Sie sind derjenige, bei dem der Kunde kauft. Deswegen sollten Sie derjenige sein, der sein Gegenüber versteht, der weiß, wie es in der Firma, dem Markt und dem ganzen Umfeld aussieht. Der die persönliche Situation des Kunden kennt und ihn dabei unterstützt, seine Ziele zu erreichen und erfolgreich zu sein. Was wissen Sie von Ihren Kunden?

Mehrwert: Ihr Produkt – Ihre Dienstleistung
Wo schafft Ihr Produkt Werte für den Kunden? Wo schafft Ihr Produkt mehr Werte für den Kunden, als die Produkte Ihrer Mitbewerber? Welche Facetten Ihres Produkts sind für den Kunden am wichtigsten – und wie bringen Sie den Kunden dahin, diese Vorteile möglichst schnell zu nutzen? So hat es wenig Sinn, einem Einkäufer zu berichten, dass der neue Filter um 19 Prozent im Umfang reduziert wurde. Überzeugender wäre das Argument eines einfacheren Einbaus oder dass es mehr Platz für eine größere Klimaanlage gibt, die die Temperaturregelung im Wageninneren verbessert. So „verpackt“ erkennt der Kunde seinen zusätzlichen Nutzen sofort.

Mehrwert: Kundenbeziehung
Wir können keine Sachinhalte vermitteln, ohne gleichzeitig unser Gegenüber in irgendeiner Weise zu behandeln. Sie können noch so kompetent sein, wenn Ihr Gesprächspartner Sie nicht mag, haben Sie kaum eine Chance. Wenn aber der Kontakt zwischen Ihnen stimmig ist, verläuft das Preisge- spräch fairer und sicherlich nicht so hart. Als Verkäufer sollten Sie daher echtes Interesse an der Person des Kunden zeigen. Behandeln Sie jeden Kunden als Persönlichkeit und unterlassen Sie beispielsweise Sätze wie „Unsere Kunden sind davon überzeugt, dass …“ Damit rauben Sie Ihrem Gesprächspartner sein individuelles Auftreten und machen ihn zu einem beliebigen Kunden unter vielen. Tolerieren Sie die Ecken und Kanten in den Verhaltensweisen Ihres Kunden, lassen Sie den Kunden, wie er ist, er wird es Ihnen danken. Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten; dies ist nicht nur inhaltlich gemeint. Denn wenn Sie Ihre Köpersprache (Händedruck, Sitzhaltung etc.) oder Sprechgeschwindigkeit ein wenig nach dem Gesprächspartner ausrichten, so erhöhen sich in der Regel – meist unbewusst – die Sympathiewerte. Ihr Auftreten und Ihre Sprache sollten von Wertschätzung geprägt sein. Jeder von uns braucht Anerkennung. Bleibt die gefühlte Anerkennung beim Kunden aus, so wird er sich auf der Beziehungsebene von Ihnen tendenziell zurückziehen, was unmittelbare Auswirkungen auf die Preisverhandlung haben wird. Stimmt die Beziehungsebene, können Sie auch schwierige Preisverhandlungen kooperativ angehen.

Das ist zu teuer! – Warum?
Eine der effizientesten Entgegnungen auf den Klassiker „Das ist zu teurer!“ ist die Frage: Warum? Wieso? Und das aus vielen Gründen: Zunächst wissen Sie nicht, was dahinter steckt. Was genau ist dem Kunden zu teuer? Das ganze Paket, einzelne Teile daraus, die Garantie oder der Service? Verglichen womit ist es ihm zu teuer? Ist es ihm zu teuer – oder seiner Organisation, seinem Vorgesetzten? Ist es ihm absolut zu teuer oder relativ? Liegt es am Preis oder an seinen aktuellen pekuniären Mitteln? All das wissen Sie nicht. Deswegen ist die Frage nach dem Warum bzw. aus welchen Gründen der erste richtige Schritt. Zudem gewinnen Sie damit Zeit. Viele Kunden sind überrascht, wenn Sie um die Begründung ihres Einwands gebeten werden. Vor allem vermeiden Sie das Risiko, sich in einem Lamento über Qualität und Ausstattungen zu verlieren. Die Frage nach dem Warum hingegen zeigt, dass Sie sehr interessiert sind, was genau der Kunde im Hinterkopf hat.

Worauf achtet das Finanzamt?

Worauf achtet das Finanzamt?

Oft vergessen Unternehmer, Gründer und private Geldgeber auch das Finanzamt. Die Zinsen unterliegen jedoch auch beim Privatdarlehen der Einkommensteuer. Werden also Zinsen vereinbart, müssen diese vom Geldgeber in der Steuererklärung angegeben werden. Die Schenkung dagegen unterliegt der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Nicht in allen Fällen fällt diese an – es gibt Freibeträge. Da die Regelungen hierfür kompliziert sind, sollten Sie zur Klärung mit einem Steuerberater Kontakt aufnehmen.

Tipp: Unternehmensbeteiligung

Eine Alternative zum Darlehen ist die Beteiligung der Geldgeber am Unternehmen. Frau Rosenthal hat für ihr Café aus der Familie einen Zuschuss für die Gründung bekommen und das Geld als Eigenkapital eingebracht. „Meine Bank war schnell vom Konzept und meinen Fähigkeiten überzeugt. Die zusätzliche Eigenkapitalausstattung hilft dann, bei der Bank noch besser da zu stehen“ weiß Frau Rosenthal aus dieser Erfahrung.

Die Zuführung von Eigenkapital anstatt Fremdkapital durch eine Beteiligung bietet aus Sicht des Unternehmens mehr Flexibilität und die Zahlungen an die Angehörigen können in Abhängigkeit von der geschäftlichen Entwicklung gestaltet werden. Wenn das Unternehmen dann scheitern sollte, bestehen keine weiteren Verpflichtungen. Außerdem wird auf diese Weise das Eigenkapital des Unternehmens gestärkt und damit ist es leichter, ein ergänzendes Bankdarlehen zu erhalten. Das gilt sowohl für die Gründung als auch für den laufenden Geschäftsbetrieb.

Darlehen via Internet

Im Jahr 2001 gründete Birgit Schmechel das Unternehmen Pelle Mia und stellt seitdem kreative und hochwertige Taschen fürs Laptop oder Handy sowie Accessoires aus LKW-Plane, Fahrradschlauch, Luftmatratzen und Stoffen in Berlin her und verkauft diese unter anderem via Internet, www.pellemia.de

Mitte 2009 sollte das Unternehmen ausgebaut werden und dafür war ein Kredit über 20.000 Euro notwendig. Mit einem Privatdarlehen aus dem Internet konnten die Pläne in die Tat umgesetzt werden.