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Die perfekte Software zur Ressourcenplanung – die Geheimwaffe erfolgreicher Start-ups?
Hier findest du wertvolle Tipps zur Auswahl und Anpassung der richtigen Software zur effizienten Ressourcenplanung.
Die Gründung eines Unternehmens ist immer ein Wagnis. Die Märkte sind dynamischer denn je und der Erfolg ist kaum vorhersehbar. Eine detaillierte Planung, die klare Strategie und die Werkzeuge, um genau das bewerkstelligen zu können, werden immer wichtiger. Besonders bei der Ressourcenplanung dürfen sich junge Unternehmen keine Fehler erlauben. Eine maßgeschneiderte Software, die Gründern fehlerfrei unter die Arme greift, wird so schnell zu einem Katalysator für Wachstum und die maximale Effizienz.
Start-ups müssen bereits vor ihrer Gründung die einzigartigen Herausforderungen verstehen, die auf sie in der nahen Zukunft zukommen. Von Beginn an muss eine Software gewählt werden, die sämtliche Bedürfnisse erfüllt und zugleich möglichst viele Eigenschaften in sich vereint. Natürlich ist es in diesem Punkt zudem wichtig, eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Eine gute Software als Grundgerüst für die Ressourcenplanung muss skalierbar sein und genau das bieten, was zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird. Die Softwarelösung muss also gemeinsam mit dem Unternehmen wachsen und gedeihen.
Die Auswahl und Anpassung der richtigen Software
Was braucht es überhaupt, um das eigene Ressourcenmanagement auf das nächste Level zu befördern? Nun, die Kernfunktionen sollten neben dem Projektmanagement auf jeden Fall die Zeitplanung und eine detaillierte Fortschrittsverfolgung umfassen. So ist es möglich, mittels einer spezifischen Software möglichst viele Vorteile zu vereinen. Nicht nur die Effizienz steigert sich, auch die Kommunikation innerhalb der Teams eines Start-ups verbessert sich deutlich.
Damit das ERP für Startup für gewünschten Veränderungen schnell herbeiführt, ist es wichtig, die Implementierung der neuen Software richtig anzugehen. Das bedeutet, dass sämtliche Mitarbeiter, die ein Tool nutzen, im Detail geschult werden. Nur, wenn der Wissensstand bezüglich der Anwendung in den Teams ähnlich ist, zeigen sich die gewünschten Veränderungen in kurzer Zeit. Es lohnt sich also für Start-ups, wenn sie sich von Beginn an nach Lösungen umsehen, die sowohl die Skalierung, die Implementierung und das Training umfassen. Der Einstieg in eine neue Software oder ein neues Tool muss so einfach und schnell wie möglich erfolgen, denn nur so ist es möglich, sich auf die wichtigen Kernkompetenzen in der Frühphase der eigenen Unternehmensgeschichte zu fokussieren.
Das volle Potenzial ausschöpfen
Zu Beginn der unternehmerischen Laufbahn muss das Potenzial vollends ausgeschöpft werden. Das geht nur, wenn möglichst verantwortungsvoll mit allen Ressourcen umgegangen wird. Das betrifft sowohl die Mitarbeiter und das Know-how als auch tatsächliche Ressourcen, die eine Grundlage darstellen, um sich auf dem Markt behaupten zu können.
Da die Zeit in der Frühphase ein wichtiger Faktor ist, lohnt es sich, wenn sich für die Zusammenarbeit mit einem Software-Unternehmen entschieden wird, das Lösungen aus einer Hand bietet. Die beste Software ist nur dann hilfreich, wenn sie im Detail auf das Start-up zugeschnitten ist. Die Software muss die Arbeit erleichtern und sie muss für den notwendigen Überblick sorgen. Ist das nicht möglich, so stellt sie womöglich sogar ein unnützes Hindernis dar.
Die effektive Software zur Ressourcenplanung ist, zusammengefasst gesagt, für Start-ups von unschätzbarem Wert. Mit ihr ist es möglich, die Verwaltung zu vereinfachen, die Produktivität zu steigern und alles das trägt von Anfang an dazu bei, erfolgreicher zu sein. Und der Erfolg, genau das ist es, woran sich Start-ups und neu gegründete Unternehmen letztlich messen lassen müssen.
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„Wir scheitern nicht an der Technologie, sondern an der Kommerzialisierung“
Warum wandern Europas DeepTech-Gründer*innen ab? Wie viel Schuld trägt das europäische Ökosystem daran – und wie viel die Gründer*innen selbst? Im Interview: Dr. Martin Schilling, Ex-N26-COO und CEO von Deep Tech Momentum, über fehlendes Risikokapital, mangelnde Traktion und den schweren Weg zur Skalierung.
Deutschland und Europa sind starke Quellen für DeepTech-Innovationen – aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Patenten und technischer Domänenexpertise. Dass wir hier in der Spitzenliga spielen, belegen Studien wie das European Innovation Scoreboard, des Europäischen Patentamts und der Max-Planck-Gesellschaft regelmäßig. Dennoch stehen wir vor einem massiven Problem: Es mangelt nicht an Innovationen selbst, sondern an ihrer Kommerzialisierung. Im Vergleich zu den USA, wo Investor*innen häufig früher und mit höherer Risikobereitschaft auf große technologische Wetten setzen, finden europäische Start-ups zu spät Kund*innen, Traktion und risikofreudiges Kapital. Weil Kommerzialisierung, Industrialisierung und Wachstum hierzulande oft langsamer verlaufen, entsteht für viele Gründer*innen ein struktureller Druck, Kapital und Skalierung in den USA zu suchen.
Einer, der diese Lücke an der Schnittstelle von Gründer*innen, Kapital und Unternehmenskunden aus erster Hand beobachtet, ist Dr. Martin Schilling. Der ehemalige COO von N26 und Managing Director von Techstars Berlin ist heute Co-Founder und CEO von Deep Tech Momentum (DTM). DTM ist Europas führende Plattform für DeepTech und AI Innovation, findet vom 20. bis 21. Mai 2026 in Berlin statt und bringt Unternehmen als potenzielle Kund*innen, DeepTech-Start-ups als Anbieter*innen und Investor*innen aktiv zusammen.
Wir wollten von Martin Schilling erfahren: Wie viel Schuld trägt das europäische Ökosystem an der geschilderten Misere – und wie viel die Gründer*innen selbst?
StartingUp: Martin, du stellst die These auf, es mangele in Europa nicht an DeepTech-Innovationen, sondern an der Kommerzialisierung. Machen wir es uns damit nicht zu einfach? Müssten wir nicht ehrlicherweise auch über die katastrophal langsamen IP-Transfer-Prozesse an deutschen Universitäten, überregulierte Märkte und den Fachkräftemangel sprechen, die Start-ups schon abwürgen, bevor sie überhaupt etwas kommerzialisieren können?
Martin Schilling: Ich glaube, wir dürfen uns hier nichts vormachen. Natürlich haben wir in Europa strukturelle Probleme wie langsame IP-Transfer-Prozesse, fragmentierte Märkte, Regulierung, Fachkräftemangel. Das alles ist real und bremst viele Entwicklungen aus. Aber diese Faktoren erklären nicht vollständig, warum wir trotz exzellenter Forschung so selten globale Kategorie-Gewinner hervorbringen.
Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht ein anderer: In Europa denken wir Technologie oft zu lange aus der Perspektive der Forschung und zu spät aus der Perspektive des Marktes. In den USA wird viel früher gefragt: Wer zahlt dafür? Wie schnell kommen wir in echte Deployment-Szenarien? In Europa fragen wir zu lange, ob die Technologie perfekt ist. Das führt dazu, dass viele DeepTech-Start-ups zu spät mit echten Kunden interagieren, zu spät lernen und zu spät Traktion aufbauen. Die strukturellen Themen sind ein Teil des Problems. Aber die Art, wie wir Unternehmen bauen und die fehlende frühe Kommerzialisierungslogik sind aus meiner Sicht größere Hebel.
StartingUp: Du hast als COO bei N26 massives Wachstum miterlebt – ein B2C-FinTech mit einer App. DeepTech bedeutet aber oft jahrelange Forschung, Hardware-Entwicklung, Patente und B2B-Sales-Zyklen, die ewig dauern. Wie viel B2C-Wachstums-Mindset lässt sich überhaupt auf hochkomplexe DeepTech-Unternehmen übertragen, ohne an der Realität zu scheitern?
Martin Schilling: Man kann DeepTech nicht wie ein B2C-FinTech skalieren. Das wäre naiv. Die Zyklen sind länger, die Kapitalintensität höher, und die technische Unsicherheit ist real. Aber das heißt nicht, dass man auf ein Wachstums-Mindset verzichten kann. Was übertragbar ist, sind nicht die Taktiken, sondern die Prinzipien: Geschwindigkeit im Lernen, radikale Kundenorientierung und der Anspruch, früh zu skalieren und nicht erst, wenn alles perfekt ist.
Was ich oft sehe ist, dass DeepTech-Teams jahrelang die Technologie optimieren, bevor sie ernsthaft in den Markt gehen. In dieser Zeit verlieren sie wertvolle Iterationen. Die besten Teams denken von Anfang an in Dual Tracks: Technologie entwickeln und parallel kommerzielle Hypothesen testen. Das bedeutet nicht, dass man Hardware-Zyklen beschleunigen kann. Aber man kann sehr wohl beschleunigen, wie schnell man versteht, wo echter Bedarf ist und wie Zahlungsbereitschaft entsteht.
StartingUp: Ein ständiger Kritikpunkt ist, dass der Zugang zu mutigem Kapital in Europa langsamer funktioniert als in den USA. Aber VCs sind keine Wohlfahrtsverbände, sie rechnen Risiko und Rendite durch. Müssen wir nicht vielleicht zugeben, dass viele europäische DeepTech-Cases geschäftlich einfach nicht attraktiv oder zu schlecht gepitcht sind, um ein amerikanisches Risikoprofil anzuziehen?
Martin Schilling: Es ist zu einfach, alles auf fehlendes Kapital zu schieben. Ja, die USA haben mehr Kapital und mehr Risikoappetit. Aber Kapital folgt am Ende immer überzeugenden Geschichten und vor allem überzeugender Traktion. Was ich in Europa oft sehe: Technologisch brillante Teams, aber schwache Positionierung, unklare Go-to-Market-Strategien und zu wenig Fokus auf kommerzielle Meilensteine. Viele Pitches sind technisch beeindruckend, aber beantworten nicht die entscheidende Frage, warum aus etwas ein erfolgreiches Geschäftsmodell wird. Das heißt nicht, dass es kein strukturelles Kapitalproblem gibt. Das gibt es. Aber wir müssen genauso ehrlich sagen: Ein Teil des Problems liegt in der Art, wie wir DeepTech-Unternehmen bauen und erzählen.
StartingUp: Du beobachtest somit, dass deutsche Start-ups oft nicht an der Technologie, sondern an Marktanbindung und Traktion scheitern. Wenn die Technologie exzellent ist, scheitert es dann am Menschlichen? Wie oft erlebst du, dass brillante Forschende aus Eitelkeit nicht loslassen können und sich weigern, den CEO-Posten an erfahrene Business- und Sales-Profis abzugeben?
Martin Schilling: Das Thema gibt es, aber ich würde es differenzierter sehen. DeepTech entsteht oft aus wissenschaftlicher Exzellenz. Und diese Gründer*innen bringen etwas extrem Wertvolles mit: tiefes Verständnis, langfristiges Denken und eine hohe technische Vision. Die Herausforderung entsteht, wenn diese Stärken nicht durch kommerzielle Kompetenz ergänzt werden. Ich erlebe weniger ein klassisches „Ego-Problem“, sondern eher ein Rollenproblem, denn viele Gründer*innen haben nie gelernt, was es bedeutet, ein Unternehmen zu skalieren. Das gilt insbesondere im B2B-Kontext. Die besten Teams lösen das sehr pragmatisch. Sie bauen früh komplementäre Führungsteams mit starkem Sales-, Operations- und Marktverständnis auf. Ob das dann ein externer CEO ist oder nicht, ist zweitrangig. Entscheidend ist, dass die Organisation die Fähigkeiten hat, nicht nur Technologie zu entwickeln, sondern sie auch zu verkaufen.
StartingUp: Um Start-ups, Corporates und Investor*innen zusammenzubringen, veranstaltest du im Mai das Event Deep Tech Momentum in Berlin. Aber ganz ehrlich: Es gibt in Europa und Deutschland bereits hunderte Start-up-Konferenzen, Summits und Matchmaking-Events. Warum sollte ausgerechnet ein weiterer Marktplatz das tiefgreifende strukturelle Problem lösen, dass die deutsche Industrie oft schlichtweg zu risikoavers ist, um bei jungen Start-ups einzukaufen?
Martin Schilling: Ich stimme dir zu. Es mangelt nicht an Events in Europa, wir haben eher zu viele davon. Der Unterschied bei Deep Tech Momentum ist, dass wir kein klassisches Konferenzformat sind, sondern ein Marktplatz. Was heißt das konkret? Wir bringen nicht einfach Leute zusammen, sondern orchestrieren konkrete Interaktionen zwischen Start-ups, Corporates und Investor*innen. Dabei verfolgen wir das klare Ziel, Deals, Partnerschaften und Deployment zu schaffen.
Bei Deep Tech Momentum kommen über 3.000 Senior Entscheider*innen zusammen. Über den Marktplatz wurden bereits mehr als 500 Millionen Euro an Investitionen und hunderte Partnerschaften angestoßen. Unser Ziel bis 2030 ist es, 100 Milliarden Euro zusätzliche DeepTech-Investitionen zu mobilisieren und 10.000 Partnerschaften zwischen Start-ups und Industrie zu ermöglichen.
Ein Beispiel ist unser Guardian Program. Dort bringen wir die Top 300 Senior Innovation Leaders aus führenden Unternehmen gezielt mit vorqualifizierten DeepTech-Start-ups zusammen, also mit Unternehmen, die echte Budgets, konkrete Anwendungsfälle und Entscheidungsmandate mitbringen. Damit packen wir aus meiner Sicht das Kernproblem Europas an: Wir verschaffen Zugang zu ersten Kunden und realen Anwendungen.
StartingUp: Durch langsames Wachstum entsteht ein Druck auf Gründer*innen, in die USA auszuweichen. Dort lockt der Markt gezielt mit Milliarden-Subventionen und schnellem Kapital. Was entgegnest du einem DeepTech-Gründer, der heute zu dir sagt: „Herr Schilling, Europa ist nett für die Forschung, aber um ein Einhorn zu bauen, muss ich sofort in die USA?“
Martin Schilling: Ich würde niemandem pauschal davon abraten, in die USA zu gehen. Für viele Modelle ist das absolut sinnvoll, gerade wenn es um Kapital und Marktskalierung geht. Aber ich würde zwei Dinge entgegnen. Erstens: Europa ist kein schlechter Ort, um ein DeepTech-Unternehmen zu bauen. Wir haben exzellente Forschung, starke Industriepartner und zunehmend auch Kapital. Zweitens – und wichtiger: Der Engpass ist oft nicht der Standort, sondern die Geschwindigkeit, mit der man Kommerzialisierung erreicht. Wenn ein Start-up es schafft, früh echte Kunden zu gewinnen, Piloten zu fahren und Umsatz aufzubauen, dann wird Kapital folgen, auch in Europa. Mit Deep Tech Momentum möchten wir den Weg von Technologie zur Anwendung beschleunigen. Denn es geht nicht um Europa vs. USA. Es geht darum, ob ein Unternehmen es schafft, aus Technologie ein funktionierendes Geschäft zu machen.
Danke, Martin Schilling, für die spannenden Insights
Das Interview führte StartingUp-Chefredakteur Hans Luthardt
Durchatmen in der KI-Ära: HR-Tech-Start-up Regulate sammelt 1,4 Mio. Euro ein
Ein neues B2B-Tool will die mentale Fitness in Unternehmen messbar machen. Hinter dem 2024 von Peter van Woerkum und Paul Laechelin gegründeten Münchner Breathwork-Start-up Regulate stehen prominente Szene-Köpfe. Doch kann eine App das grundlegende Problem struktureller Überlastung lösen?
Die Arbeitswelt verdichtet sich zusehends. Inmitten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten wird künstliche Intelligenz (KI) in alle Lebensbereiche integriert, was das Arbeitstempo spürbar beschleunigt. In diesem Spannungsfeld positioniert sich das Münchner Start-up Regulate. Das Unternehmen hat nun eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 1,4 Millionen Euro abgeschlossen.
Angeführt wird die Runde vom Impact-Investor 4impact.vc. Zu den Business Angels zählen zudem bekannte Namen der deutschen Startup-Szene, darunter Hanno Renner (Co-Founder & CEO, Personio), Mike Wax (Co-Founder, Forto), Marlena Hien (Co-Founder, Bears with Benefits) und Felix Haas (10x Group, Bits & Pretzels, IDnow).
Die Köpfe und die Historie
Hinter Regulate stehen CEO Peter van Woerkum und Paul Laechelin, die das Unternehmen im Jahr 2024 gründeten.
- Peter van Woerkum: Der Gründer ist ein zertifizierter Breathwork- und Executive-Coach, der auf über zehn Jahre Erfahrung in der C-Level-Beratung zurückblickt.
- Paul Laechelin: Als ehemaliger Product Lead für die BMW App bringt er die notwendige technische Expertise mit, um das Produkt für den Enterprise-Einsatz zu skalieren.
- Wissenschaftliches Fundament: Die inhaltliche Entwicklung der App erfolgte in Partnerschaft mit Prof. Dr. Hottenrott von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die angebotenen Methoden basieren zudem auf Forschungen der Harvard Medical School und Stanford Medicine.
Das Geschäftsmodell: Präzision statt Gießkanne
Regulate grenzt sich bewusst von herkömmlichen Wellness-Apps ab. Anstatt allgemeine Meditationsübungen bereitzustellen, die in firmeninternen Benefit-Portalen oft ungenutzt bleiben, zielt die Plattform darauf ab, im passenden Moment die richtige Intervention anzubieten.
- Contextual Intelligence: Die App verknüpft sich mit Wearables und den digitalen Arbeitssystemen der Nutzer.
- On-Demand-Tool: Durch das Auslesen physiologischer Signale und die Analyse der Arbeitsstruktur werden personalisierte Atemübungen (Dauer: 90 Sekunden bis 60 Minuten) vorgeschlagen. Dies kann ein Fokus-Protokoll vor einem wichtigen Meeting oder eine Übung zur Beruhigung nach einer intensiven Diskussion sein.
- HR-Dashboard: Arbeitgeber erhalten aggregierte Dashboards, die HR- und Führungsteams Einblicke in Nutzungsmuster und Team-Resilienz geben, ohne die Privatsphäre des Einzelnen zu kompromittieren.
Das Geschäftsmodell stößt auf Resonanz: Innerhalb von weniger als zwölf Monaten wurden über 50.000 Sessions in der App absolviert. Die Enterprise-Pipeline umfasst ein potenzielles Volumen von über 9 Millionen Euro Annual Recurring Revenue (ARR). Zu den Kunden gehören unter anderem die Raiffeisen Bank International, Personio und Vattenfall. Mit dem neuen Kapital will Regulate das Wachstum beschleunigen, die Produktfunktionen vertiefen, Live-Formate ausbauen und europaweit expandieren.
Der Markt: Wachstumsdruck trifft auf Regulatorik
Regulate agiert in einem enormen Markt. Der globale Bereich für Stressmanagement am Arbeitsplatz wurde im Jahr 2023 auf 10,6 Milliarden US-Dollar geschätzt und wächst jährlich um 7,7 Prozent.
- Laut dem „State of the Global Workplace“ Report 2026 von Gallup gibt weltweit nur jede(r) dritte Arbeitnehmer*in an, am Arbeitsplatz zu „florieren“.
- Diese mangelnde Mitarbeiter*innenbindung kostet die Weltwirtschaft schätzungsweise 10 Billionen US-Dollar an ungenutzter Produktivität pro Jahr.
- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezifferte in einer Analyse von 2024 die zusätzlichen Kosten durch arbeitsplatzbedingte Angstzustände und Depressionen auf jährlich 1 Billion US-Dollar durch Produktionsausfälle.
Während in den USA vor allem direkte Gesundheitskosten die Arbeitgeberprogramme antreiben, wird der europäische Markt maßgeblich durch rechtliche Verpflichtungen geprägt. Die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) – seit Januar 2024 in Kraft – und die EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zwingen Unternehmen zu mehr Transparenz und Berichterstattung beim Wohlbefinden der Belegschaft.
Unsere Einordnung: Heilsbringer oder Symptombekämpfung?
Aus Gründer*innen- und Investor*innensicht ist die Positionierung von Regulate strategisch klug. Der B2C-Markt für Achtsamkeit ist hochkompetitiv. Durch den strikten Fokus auf den B2B-Enterprise-Bereich und die nahtlose Integration in den Arbeitsalltag schafft Regulate eine starke Differenzierung. Besonders clever ist die Nutzung der europäischen CSRD-Richtlinie als Vertriebshebel: Unternehmen müssen Wohlbefinden reporten, Regulate liefert das passende aggregierte Dashboard direkt mit.
Trotzdem muss sich das Modell kritischen Fragen stellen:
- Symptombehandlung vs. Ursachenbekämpfung: Eine App kann strukturelle Überlastung durch Personalmangel, fehlendes Management oder toxische Unternehmenskulturen nicht lösen. Es besteht die Gefahr des „Wellbeing-Washings“, bei dem Unternehmen die Verantwortung für Stressbewältigung auf das Individuum abwälzen. CEO Peter van Woerkum betont zwar, dass die Plattform „keine weitere Stressquelle“ hinzufügen soll, doch in stark verdichteten Arbeitsumgebungen kann selbst ein technischer Push-Reminder zur Atemübung als belastend wahrgenommen werden.
- Datenschutz und Vertrauen: Die Koppelung physiologischer Wearable-Daten an ein vom Arbeitgeber finanziertes Dashboard betritt eine sensible Linie. Auch wenn Regulate betont, die Daten streng zu aggregieren, ist die Auswertung von Stressparametern am Arbeitsplatz – gerade in DACH-Unternehmen mit starken Betriebsräten – ein Terrain, das maximales Vertrauen der Belegschaft erfordert.
Fazit
Regulate hat erkannt, dass Corporate Health in Zukunft messbar und direkt in den Arbeitsalltag integriert sein muss. Kann das Start-up beweisen, dass seine Dashboards den Unternehmen helfen, Arbeitsbedingungen datenbasiert und strukturell zu verbessern, steht dem europaweiten Rollout kaum etwas im Wege.
SynBio-Start-up-Report 2026
Biologie ist der neue Code: Wie Synthetische Biologie (SynBio) die Industrie neu programmiert und welche Start-ups dabei hierzulande federführend sind.
Die Vision einer post-fossilen Wirtschaft ist im Jahr 2026 keine bloße Utopie mehr, sondern eine präzise Ingenieursleistung. Wir erleben den Moment, in dem die Natur von einer Ressource, die wir ausbeuten, zu einer Technologie wird, die wir programmieren. In den Laboren der Republik entstehen heute Lösungen für die größten Versorgungskrisen unserer Zeit. Der Aufstieg der Synthetischen Biologie (SynBio) markiert den Übergang vom Zeitalter der Petrochemie in das Zeitalter der Biomanufaktur – eine Transformation, die so tiefgreifend ist wie die industrielle Revolution, jedoch mit der Geschwindigkeit der digitalen Transformation erfolgt.
Wenn Bits auf Atome treffen
Der SynBio-Markt ist 2026 in eine Phase der industriellen Skalierung eingetreten. Aktuelle Analysen der KfW sowie Branchenberichte von BCG beziffern das globale Marktpotenzial für bio-basierte Produkte bis Ende des Jahrzehnts auf über 300 Milliarden Euro. Allein in Deutschland ist das Investitionsvolumen in DeepTech-BioTech-Start-ups im vergangenen Geschäftsjahr laut Bitkom-Daten auf einen Rekordwert von 1,4 Milliarden Euro gestiegen. Der entscheidende technologische Katalysator ist die Verschmelzung von Generativer KI und Biologie. Dank Modellen, die Proteinfaltungen präziser vorhersagen können, als es je ein menschlicher Forscher vermochte, wurde die Entwicklungszeit für neue Enzyme um den Faktor zehn verkürzt. Die Biologie wird damit endgültig zum „Software-Stack“, bei dem Design-Build-Test-Learn-Zyklen in digitalisierten Bio-Gießereien automatisiert ablaufen.
Jenseits der Petrischale: Die Treiber der Bio-Ökonomie
Drei spezifische Sub-Sektoren dominieren in diesem Jahr die Agenda der Investor*innen. An erster Stelle steht die zellfreie Biosynthese, bei der komplexe Moleküle ohne den Einsatz lebender Zellen produziert werden, was die Skalierbarkeit massiv erhöht. Pioniere wie das US-Unternehmen Solugen haben hier den Weg geebnet, doch deutsche Akteure ziehen in der Effizienz der Bioreaktor-Steuerung nach. Ein zweiter massiver Treiber ist das Microbial Carbon Upcycling: Mikroben werden so programmiert, dass sie industrielles CO2 direkt in hochwertige Proteine oder Kunststoffe umwandeln. Hier verschmelzen Klimaschutz und Produktion zu einer Einheit. Drittens sehen wir den Siegeszug der Biomanufaktur bei Alternativmaterialien – sei es durch Biomasse-Fermentation für Lederersatz aus Myzel oder durch echte Präzisionsfermentation, bei der etablierte Akteure wie die bayrische AMSilk zeigen, dass programmierte Spinnenseide-Proteine bereits in Serie gehen können. Die Lieferkette der Mode- und Automobilindustrie wird durch diese Biopolymere radikal dekarbonisiert.
Die harten Lektionen der Skalierung
Der Weg zum Erfolg war jedoch von schmerzhaften Rückschlägen gepflastert. Der prominente Crash des einstigen Branchenlieblings Amyris im Jahr 2023 wirkt bis heute als warnendes Beispiel nach. Das Unternehmen scheiterte trotz Milliardenbewertung an der Komplexität der vertikalen Integration und dem Versuch, gleichzeitig Technologieplattform und B2C-Marke zu sein. Für heutige Gründer*innen haben sich daraus vier fatale Fallstricke herauskristallisiert, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Erstens: Die Ignoranz gegenüber den Unit Economics. Ein Produkt, das im 5-Liter-Maßstab funktioniert, muss im 50.000-Liter-Kessel nicht zwangsläufig profitabel sein. Zweitens: Das „Regulatorik-Vakuum“. Wer die EU-Novel-Food-Verordnungen oder GVO-Richtlinien nicht von Tag eins an in die Produktentwicklung einplant, riskiert Jahre des Stillstands. Drittens: Die Fokussierung auf den Endkonsument*innen statt auf B2B-Integration. Der wahre Hebel liegt in der Lizenzierung von Prozessen an die Industrie. Viertens: Die Unterschätzung der Hardware-Komponente. SynBio ist kein reines Software-Business; ohne Zugang zu physischer Infrastruktur bleibt jede Innovation im Labor gefangen.
Deutschlands Bio-Cluster
Deutschland hat sich im internationalen Vergleich als einer der stärksten Hubs für SynBio etabliert, getrieben durch eine einzigartige Verzahnung von Spitzenforschung und industrieller Basis. In München und dem angeschlossenen IZB Martinsried konzentriert sich die größte Dichte an Venture Capital und Talenten, eng flankiert durch die Exzellenz-Cluster der TU München. Berlin hat sich durch spezialisierte Inkubatoren wie den ProVeg Incubator, Atlantic Food Labs (FoodLabs) und den Science Park Berlin-Buch zum absoluten Zentrum für FoodTech und zelluläre Landwirtschaft entwickelt. Ein weiterer Hotspot ist das Rhein-Neckar-Delta rund um Heidelberg, wo das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) und der BioRN-Cluster eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Marktreife schlagen. Aachen punktet mit der RWTH und einer starken Fokussierung auf Bio-Verfahrenstechnik, während der Raum Darmstadt/Frankfurt durch die Nähe zu Giganten wie Merck und die TU Darmstadt als Kraftzentrum für die industrielle Bioproduktion gilt.
Investor*innen-Radar
Die Finanzierungslandschaft hat sich spezialisiert. Wir unterscheiden im Jahr 2026 vier Ebenen der Kapitalgeber*innen. Die spezialisierten VCs wie Forbion, BlueYard Capital oder Sofinnova Partners bringen das notwendige tiefe Domänenwissen mit. Auf der zweiten Ebene stehen Top-Tier Generalisten wie HV Capital und Earlybird, die SynBio zunehmend als Teil ihrer Dekarbonisierungs-Strategie begreifen. Besonders kritisch für die Skalierung sind die Corporate VCs der Industrie, allen voran BASF Venture Capital und Evonik Venture Capital, die nicht nur Geld, sondern auch Abnahmegarantien und technisches Know-how bieten. In der Frühphase bewegen zudem spezialisierte Mikro-Fonds wie Nucleus Capital oder erfahrene ClimateTech-Angels den Markt, oft organisiert in Syndikaten, die das „Valley of Death“ zwischen Labor und Prototyp überbrücken
Die Top-Start-ups: Unsere Must-Watch-Liste 2026
Für die folgende Auswahl der Start-ups haben wir Unternehmen analysiert, die nach 2019 in Deutschland gegründet wurden. Die Auswahlkriterien basieren auf der technologischen Tiefe (IP-Portfolio), dem Reifegrad der Pilotierung, der Validierung durch renommierte Investoren sowie dem Potenzial, bestehende industrielle Lieferketten systemisch zu verändern. Diversität in Gründungsteams und die Skalierbarkeit der zugrunde liegenden Bio-Plattform waren weitere entscheidende Faktoren.
- Cambrium (Berlin, gegründet 2020): Das Team um Dr. Mitchell Duffy nutzt eine KI-gestützte Designplattform, um neuartige Proteine mit molekularen Funktionen zu entwickeln, die in der Natur so nicht vorkommen. Ihr Fokus liegt auf der Kosmetik- und Textilindustrie, wo sie petrochemische Inhaltsstoffe durch bio-designte Alternativen ersetzen. Mit massiven Finanzierungsrunden, angeführt von Tech-Schwergewichten wie Essential Capital und dem Google-KI-Fonds Gradient Ventures, gilt Cambrium als Leuchtturm für eine neue Generation von Biomaterial-Zulieferern, die aus digitalem Code physische Hochleistungsprodukte erschaffen.
- Bluu Seafood (Berlin, gegründet 2020): Gegründet von Dr. Sebastian Rakers und Simon Fabich, ist Bluu einer der führenden europäischen Akteure im Bereich kultivierter Fisch. Durch die Kultivierung echter Fischzellen im Bioreaktor adressieren sie die Überfischung der Meere. Nach signifikanten Investments durch Lead-Investor Sparkfood sowie LBBW VC und Delivery Hero Ventures steht das Unternehmen kurz vor der ersten Marktzulassung in Singapur und den USA.
- Colipi (Hamburg, gegründet 2022): Das Spin-off der TU Hamburg, geführt von Maximilian Webers, nutzt eine patentierte Gasfermentationstechnologie, um CO2 in nachhaltige Öle und Lipide umzuwandeln. Der USP von Colipi ist die Nutzung von industriellen Abgasströmen als Rohstoff, was die Produktion extrem kosteneffizient macht. Sie konnten sich frühzeitig die Unterstützung von Top-Investoren wie dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und dem Innovationsstarter Fonds Hamburg sichern.
- Kynda (Jelmstorf, gegründet 2019): Ursprünglich als Keen 4 Greens von Daniel MacGowan-von Holstein und Franziskus Schnabel gegründet, bietet Kynda Plug-and-Play-Fermentationssysteme für die Lebensmittelindustrie an. Als B2B-Technologiepartner stellen sie modulare Bioreaktoren und Pilzkulturen bereit, mit denen Hersteller ihre eigenen Produktionsabfälle direkt vor Ort kostengünstig in Mykoproteine umwandeln können. Eine kürzliche 3-Millionen-Euro-Seed-Finanzierung – angeführt vom VC EnjoyVenture und massiv flankiert durch ein strategisches Investment des Geflügel-Giganten PHW-Gruppe – unterstreicht das enorme Skalierungspotenzial dieses Kreislauf-Modells.
- Nosh.bio (Berlin, gegründet 2022): Das Team um Tim Fronzek nutzt Pilzbiomasse als funktionalen Inhaltsstoff für die Lebensmittelindustrie, um Clean-Label-Produkte ohne Zusatzstoffe zu ermöglichen. Der technologische Vorsprung von Nosh.bio liegt in der Geschwindigkeit des Fermentationsprozesses. Frühphasen-Finanzierungen durch Earlybird unterstreichen das hohe Vertrauen in das Skalierungspotenzial.
- Ucaneo (Berlin, gegründet 2022): Das Team um Florian Tiller und Carla Glassl beweist, dass Synthetische Biologie auch beim Direct Air Capture (DAC) den Unterschied macht. Statt energieintensiver chemischer Filter nutzt Ucaneo eine biomimetische Technologie: Sie setzen das Enzym Carboanhydrase ein – eines der schnellsten Enzyme der Natur –, um CO2 bei Raumtemperatur direkt aus der Umgebungsluft zu binden. Mit starken Frühphasen-Finanzierungen durch DeepTech-Fonds wie Nucleus Capital und der US-amerikanischen Grantham Foundation baut Ucaneo derzeit in Berlin-Marienfelde ihre erste industrielle Testanlage auf.
- Insempra (München, gegründet 2021): Das Team um Gründer Jens Klein hat sich zum Ziel gesetzt, die massive Abhängigkeit der globalen Lieferketten von der Petrochemie zu beenden. Über ihre B2B-Technologieplattform nutzen sie Präzisionsfermentation, um maßgeschneiderte Inhaltsstoffe für die Kosmetik-, Lebensmittel- und Textilbranche quasi zu programmieren – von bio-basierten Lipiden und Aromen bis hin zu neuartigen Proteinfasern. Eine hochkarätige Finanzierungsrunde, angeführt von europäischen DeepTech-Schwergewichten wie EQT Ventures und BlueYard Capital, unterstreicht den Anspruch von Insempra, ein globaler industrieller Zulieferer der nächsten Generation zu werden.
Ausblick & Fazit: Der globale Wettlauf
Der Blick über den Tellerrand zeigt: Wir stehen in einem globalen Systemwettbewerb. In den USA treibt die per Executive Order erlassene „National Biotechnology and Biomanufacturing Initiative“ Milliardeninvestitionen in die heimische Infrastruktur, flankiert von Pionieren, die dort und in Frankreich (wie Biomemory) bereits an der Verschmelzung von SynBio und DNA-Datenspeicherung arbeiten. In Asien, insbesondere in China und Singapur, werden derweil regulatorische Hürden in Rekordzeit abgebaut, um die Marktführerschaft bei der Biomanufaktur zu übernehmen. Flankiert wird dies von Hubs wie Israel, die mit massivem VC-Kapital den globalen Markt für kultivierte Proteine dominieren wollen.
Das Fazit für das Jahr 2026: Biologie ist die Infrastruktur der Zukunft. Für Gründer*innen bedeutet dies, dass die Zeit der reinen Plattform-Versprechen vorbei ist; gefragt sind konkrete Produkte und belastbare Unit Economics. Für Investor*innen bietet SynBio die seltene Chance, echte „Impact-Rendite“ zu erzielen, indem sie Industrien transformieren, die über Jahrzehnte festgefahren waren. Wer heute den Code der Natur versteht und skalieren kann, wird die Welt von morgen nicht nur verstehen, sondern neu bauen.
Gründer*in der Woche: Brotrausch – Premium-Teig im recycelten Messbecher
Backen ohne Frust: Wie Brotrausch mit smarten Premium-Mischungen im recycelbaren Messbecher den hart umkämpften DIY-Brotmarkt aufmischen will.
Hinter der 2022 ins Leben gerufenen Marke Brotrausch, die 2023 offiziell an den Start ging, steht heute die Bremer Brot GmbH. Das Unternehmen hat die Marke im Jahr 2025 durch einen Asset Deal übernommen. An der Spitze des Start-ups steht ein Gründer, dessen Wurzeln weit abseits des klassischen Bäckerhandwerks liegen. Philipp Herrnberger, einst in der Sportvermarktung bei Werder Bremen tätig, gründete nicht aus einer entspannten Laune heraus, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Nach dem Konsum von herkömmlichem Industrie-Brot kämpfte er immer wieder mit Beschwerden. Sein Antrieb: Ein bekömmliches, transparentes Brot ohne Zusatzstoffe zu kreieren, das man ohne Vorwissen einfach selbst backen kann.
Der Sprung aus der Agenturwelt in die Food-Szene war unkonventionell, doch genau das habe dem Team geholfen, „Dinge anders zu denken“, erinnert sich Herrnberger. In der ersten Phase finanzierte sich das anfänglich fünfköpfige Gesellschafterteam komplett aus eigenen Mitteln. Der Mix aus Bäckermeister, Kaufmann und Kreativen brachte dabei entscheidende Vorteile: „Wir konnten uns voll auf Produkt und Marke konzentrieren, ohne von Anfang an von externen Erwartungen getrieben zu sein“, erklärt der Geschäftsführer. Dennoch räumt er rückblickend offen ein, dass der Bootstrapping-Ansatz an seine Grenzen stieß. „Unter dem Strich muss man sagen, dass wir es ohne externe Investoren nicht geschafft haben“, resümiert Herrnberger über den rettenden Asset-Deal und Neustart im Sommer 2025.
Premium-Teig im recycelten Messbecher
Das Geschäftsmodell hebt sich bewusst vom preissensiblen Massenmarkt ab und richtet sich an all jene, denen im Post-Corona-Alltag schlichtweg die Zeit für aufwändige Sauerteig-Experimente fehlt. Hier setzt das Start-up mit absoluter Convenience an: Die neun natürlichen Brotmischungen erfordern laut Hersteller keinerlei Backerfahrung, kommen gänzlich ohne Küchenmaschine aus und beschränken sich auf rund zehn Minuten aktive Arbeitszeit. Die Zutaten für die „Made in Germany“-Strategie stammen aus kontrolliertem, regionalem Anbau.
Raffiniert und praktisch zugleich ist die Verpackungslösung: Die Mischungen ruhen in einem PET-Becher, der direkt als exakter Messbecher für die benötigte Wasserzugabe dient. Doch gerade ein Plastikbecher weckt in der nachhaltigkeitsgetriebenen Zielgruppe oft Skepsis. Herrnberger verteidigt die Entscheidung leidenschaftlich und verweist auf das rigorose Ausschlussverfahren in der Produktentwicklung. „Kraftpapiertüten sehen offensichtlich nachhaltig aus, wenn sie aber wie für uns beschichtet wären, können sie nur noch verbrannt werden“, kontert der Gründer. Dies sei überhaupt nicht im Sinne der Ressourcenschonung. Stattdessen setzt Brotrausch auf einen vollständig aus recyceltem PET bestehenden Becher einer deutschen Firma. Da die Pappbanderole raffiniert „einschnappt“ und nicht geklebt wird, seien beide Komponenten zu 100 Prozent wiederrecycelbar. Damit sei die Marke auch fit für zukünftige rechtliche Verpackungsvorschriften.
Smarte Nischen und margenstarkes Upselling
Anstatt den oft verlustreichen Preiskampf im regulären Supermarktregal zu suchen, etabliert sich Brotrausch konsequent als D2C-Marke im Premium-Segment. Eine reguläre Brotbackmischung schlägt mit 5,99 Euro zu Buche – eine echte Ansage für ein Produkt, in das die Kundschaft noch Strom, Wasser und Arbeitszeit investieren muss.
„Auf den ersten Blick wirkt der Preis natürlich hoch, vor allem, wenn man ihn rein mit Mehl vergleicht“, gibt Herrnberger zu bedenken. Dieser Vergleich greife jedoch zu kurz. „Wir verkaufen kein Rohprodukt, sondern ein durchdachtes Gesamterlebnis“, betont er und verweist auf die raffinierten Rezepturen und Prozesse, die zu einem Resultat führen, „das viele so zuhause sonst nicht hinbekommen würden“. Die Preisakzeptanz misst das Unternehmen primär über das Feedback und das Kaufverhalten. Als Kund*innen begannen, nicht nur ein zweites Mal zu bestellen, sondern direkt größere Pakete und mehrere Sorten in den Warenkorb legten, wusste das Team: Der Markt akzeptiert den Premium-Aufschlag. Zudem stellt Herrnberger klar: „Im Übrigen kostet das Backen im heimischen und relativ neuen Backofen keine 25 Cent.“
Aus den regulären Supermärkten hat sich Brotrausch mittlerweile bewusst zurückgezogen, da der Kampf um die Regale dort stark über den Preis diktiert wird. „Wir fokussieren uns nun auf Genusspartner wie Weinhändler, Hofläden oder Feinkosthändler, bei denen die Preise hochwertiger Produkte eher akzeptiert werden“, erklärt der Geschäftsführer den strategischen Kurswechsel.
Um die ambitionierte Preisgestaltung zu rechtfertigen, inszeniert das Start-up seine Produkte gezielt als Lifestyle-Upgrade – etwa für das autarke Vanlife beim Camping, als Mitbringsel zum Grillen oder für den Osterbrunch. Flankiert wird das Kernsortiment durch ein lukratives Upselling-Portfolio, das von stilvollen Geschenkboxen für knapp 30 Euro bis hin zu speziellen Baguette-Backblechen, Fruchtaufstrichen und Stullensalzen reicht. Diese Zusatzartikel seien laut Herrnberger zwar nicht essenziell für das Überleben des Unternehmens, da das Brotbacken der Mittelpunkt bleibe, sie seien aber entscheidend für das Wachstum. „Im E-Commerce geht es um den durchschnittlichen Warenkorb und die Retention“, analysiert der Gründer. Das Zusatzsortiment mache das „Erlebnis Brot“ noch intensiver. Der Umsatzanteil dieser lukrativen Extras liegt aktuell bei knapp 15 Prozent.
Die Gretchenfrage der Kund*innenbindung
Dieser strategische Ansatz sichert gesunde Margen und entzieht die Marke geschickt der Vergleichbarkeit mit Discountern. Dennoch bleibt eine große Herausforderung: Der Markt für DIY-Lebensmittel ist durch starke Bio-Traditionsmarken massiv umkämpft. Die größte Hürde besteht darin, die Wiederkaufsrate auf einem profitablen Niveau zu halten. Denn wenn die stylische Mischung primär als originelles Präsent zum Vatertag verschenkt wird, fehlen dem Unternehmen am Ende die wiederkehrenden Alltagsumsätze.
Einen aggressiven Rollout in den stationären Einzelhandel schließt Herrnberger vorerst aus. Dies sei nur mit hohen Investitionen machbar und berge das Risiko, zu einem „One-Hit-Wonder“ zu verkommen. Die Devise lautet stattdessen: „Wir wollen gesund wachsen, um profitabel zu werden.“ Die Geschenkboxen spielen in dieser Strategie eine überraschende Doppelrolle. Sie treffen nicht nur den Zeitgeist, sondern fungieren als cleverer Akquise-Kanal. „Wir erreichen dadurch Menschen, die uns vielleicht noch nicht kennen und unmittelbar mit der Marke, der Qualität und dem Erlebnis in Berührung kommen“, freut sich Herrnberger. Auf diese Weise spare man sich enorme Kund*innenakquisitionskosten. Zudem entwickle sich das Geschenke-Segment zunehmend zu einem echten Profitcenter im B2B-Bereich – etwa wenn Immobilienmakler die Boxen zur Hausübergabe als modernes „Brot und Salz“-Präsent nutzen.
Trotz der starken Nischen-Performance ist klar: Brotrausch muss langfristig beweisen, dass das Premium-Brot aus dem Becher nicht nur an Feiertagen verschenkt wird, sondern den dauerhaften Sprung in die alltägliche Frühstücksroutine der Konsument*innen schafft.
Württemberger Medien: Nachhaltige Wachstumsstrategien
Wie die Württemberger Medien Marketing Agentur Unternehmen mit datengetriebenen Strategien und klarer Positionierung unterstützt.
Digitale Sichtbarkeit ist heute für Unternehmen kein optionaler Erfolgsfaktor mehr, sondern eine Grundvoraussetzung. Märkte werden transparenter, Wettbewerber sichtbarer und Kunden anspruchsvoller. Wer sich behaupten will, muss nicht nur präsent sein, sondern gezielt kommunizieren, analysieren und optimieren. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Strategie, Technologie und Kommunikation setzt die wtv Online Marketing Agentur an.
Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, digitale Potenziale strukturiert zu erschließen und für seine Kunden messbar zu machen. Dabei geht es nicht um kurzfristige Maßnahmen oder einzelne Kampagnen, sondern um nachhaltige Strategien, die Wachstum langfristig unterstützen.
Von der Idee zur klaren digitalen Strategie
Viele Unternehmen starten mit einzelnen Marketingmaßnahmen, ohne eine übergeordnete Strategie zu verfolgen. Social-Media-Kanäle werden aufgebaut, Anzeigen geschaltet oder Inhalte produziert – oft ohne klare Zielsetzung oder langfristige Planung. Das Ergebnis: hohe Aufwände bei begrenzter Wirkung.
Die Württemberger Medien Agentur verfolgt bewusst einen anderen Ansatz. Im Mittelpunkt steht zunächst die Analyse. Bevor Maßnahmen umgesetzt werden, geht es darum, das Unternehmen, die Zielgruppe und den Markt genau zu verstehen.
Dazu gehören unter anderem:
- die Definition klarer Ziele und Zielgruppen
- die Analyse bestehender Marketingaktivitäten
- die Bewertung von Wettbewerbern und Marktposition
- die Identifikation von Potenzialen und Schwachstellen
Auf dieser Grundlage entsteht eine individuelle Strategie, die nicht nur kurzfristige Erfolge ermöglicht, sondern langfristig trägt.
Datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl
Ein wesentlicher Unterschied moderner Online-Marketing-Ansätze liegt in der Nutzung von Daten. Während Marketing früher oft stark von Erfahrung und Intuition geprägt war, stehen heute umfangreiche Analysemöglichkeiten zur Verfügung.
Die Württemberger Medien Agentur nutzt diese Möglichkeiten gezielt, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Daten werden nicht nur gesammelt, sondern interpretiert und in konkrete Maßnahmen übersetzt. Dadurch lassen sich Maßnahmen kontinuierlich optimieren und Budgets effizient einsetzen.
Diese Arbeitsweise bringt mehrere Vorteile mit sich:
- bessere Planbarkeit von Marketingmaßnahmen
- transparente Erfolgsmessung
- gezielte Optimierung einzelner Kanäle
- langfristige Skalierbarkeit von Strategien
Gerade für wachsende Unternehmen ist diese Transparenz ein entscheidender Faktor.
Ganzheitlicher Blick auf digitale Kanäle
Online-Marketing besteht heute aus einer Vielzahl unterschiedlicher Disziplinen. Suchmaschinenoptimierung, Performance Marketing, Content-Strategie und Social Media greifen ineinander und beeinflussen sich gegenseitig.
Die Württemberger Medien Agentur betrachtet diese Bereiche nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtsystems. Ziel ist es, die einzelnen Kanäle sinnvoll miteinander zu verknüpfen und so eine konsistente Markenkommunikation zu schaffen.
Dabei werden unter anderem folgende Bereiche integriert:
- Suchmaschinenoptimierung (SEO) für nachhaltige Sichtbarkeit
- Webdesign und Website-Entwicklung für einen professionellen digitalen Auftritt
- Digitale Mitarbeitergewinnung über zielgerichtete Online-Kampagnen
- Ganzheitliche strategische Beratung zur digitalen Sichtbarkeit und Kundengewinnung
Durch diese Verzahnung entsteht ein Marketingansatz, der sowohl kurzfristige Ergebnisse als auch langfristige Wirkung ermöglicht.
Fokus auf messbare Ergebnisse
Ein zentraler Anspruch der Württemberger Medien ist die Messbarkeit von Erfolg. Marketing wird nicht als kreativer Selbstzweck verstanden, sondern als strategisches Instrument zur Erreichung konkreter Unternehmensziele.
Das bedeutet, dass jede Maßnahme klar definierten Kennzahlen zugeordnet wird. Ob Traffic, Conversion-Rate oder Umsatz – die Ergebnisse werden kontinuierlich überprüft und ausgewertet.
Diese Transparenz schafft Vertrauen und ermöglicht es Kunden, ihre Investitionen nachvollziehbar zu steuern. Gleichzeitig bildet sie die Grundlage für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Strategie.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Neben fachlicher Expertise spielt auch die Zusammenarbeit eine entscheidende Rolle. Die Württemberger Medien Agentur versteht sich nicht als externer Dienstleister im klassischen Sinne, sondern als strategischer Partner.
Das zeigt sich vor allem in der Kommunikation. Projekte werden eng mit den Kunden abgestimmt, Entscheidungen transparent getroffen und Entwicklungen regelmäßig besprochen. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die zum jeweiligen Unternehmen passen.
Diese partnerschaftliche Herangehensweise bringt mehrere Vorteile:
- klare Abstimmung von Zielen und Erwartungen
- schnelle Anpassung an Veränderungen
- langfristige Zusammenarbeit statt kurzfristiger Projekte
- bessere Integration in bestehende Unternehmensstrukturen
Gerade in dynamischen Märkten ist diese Flexibilität ein wichtiger Erfolgsfaktor.
Anpassungsfähigkeit in einem dynamischen Umfeld
Die digitale Welt verändert sich kontinuierlich. Neue Plattformen entstehen, Algorithmen werden angepasst und Nutzerverhalten entwickelt sich weiter. Für Unternehmen bedeutet das, dass Strategien regelmäßig überprüft und angepasst werden müssen.
Die Württemberger Medien Agentur begegnet dieser Dynamik mit einem flexiblen Ansatz. Statt starrer Konzepte setzt sie auf kontinuierliche Optimierung und Anpassung. Entwicklungen werden frühzeitig erkannt und in die Strategie integriert.
Dadurch bleiben Kunden nicht nur wettbewerbsfähig, sondern können neue Chancen aktiv nutzen.
Branchenübergreifende Erfahrung
Ein weiterer Vorteil der Württemberger Medien Online Marketing Agentur liegt in ihrer branchenübergreifenden Erfahrung. Zu den Kunden des Unternehmens zählen lokale und regionale Dienstleister, Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Unternehmen aus dem Mittelstand. Dadurch entsteht ein breites Verständnis für verschiedene Geschäftsmodelle, Zielgruppen und Marktmechaniken.
Diese Vielfalt hilft dabei, funktionierende Strategien nicht isoliert zu betrachten, sondern sinnvoll auf andere Bereiche zu übertragen. Was bei einem Dienstleistungsunternehmen zu mehr Sichtbarkeit und Anfragen führt, kann, richtig angepasst, auch für Handwerks- und Gewerbebetriebe sehr gut funktionieren. Gleichzeitig entstehen durch diese Perspektivwechsel oft innovative Ansätze, die über klassische Lösungen hinausgehen.
Dennoch bleibt jede Strategie individuell. Die Württemberger Medien Agentur setzt nicht auf standardisierte Konzepte, sondern passt Maßnahmen präzise an die jeweiligen Anforderungen an. Marktumfeld, Wettbewerbssituation und Zielgruppe werden dabei ebenso berücksichtigt wie interne Strukturen und Ressourcen des Kunden.
So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Erfahrung und Individualität – eine Kombination, die es ermöglicht, sowohl effizient als auch kreativ zu arbeiten und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.
Nachhaltiges Wachstum statt kurzfristiger Erfolge
Im Zentrum der Arbeit steht ein klares Ziel: nachhaltiges Wachstum. Während viele Marketingmaßnahmen auf schnelle Ergebnisse ausgerichtet sind, verfolgt die Württemberger Medien Agentur einen langfristigen Ansatz. Es geht nicht darum, kurzfristig Aufmerksamkeit zu erzeugen, sondern darum, stabile Strukturen aufzubauen, die dauerhaft funktionieren.
Das bedeutet, dass nicht nur einzelne Kampagnen optimiert werden, sondern das gesamte digitale Fundament eines Unternehmens gestärkt wird. Sichtbarkeit in Suchmaschinen, eine klare Markenpositionierung und eine gezielte Kundenansprache werden Schritt für Schritt aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt.
Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen. Eine technisch optimierte Website sorgt für eine bessere Auffindbarkeit, ein professioneller Markenauftritt stärkt die Außenwirkung und datenbasierte Kampagnen bringen gezielt Reichweite. Durch diese Kombination entsteht ein System, das nicht von einzelnen Maßnahmen abhängig ist, sondern als Ganzes wirkt.
Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Planbarkeit. Unternehmen erhalten eine klare Perspektive, wie sich ihre Marketingaktivitäten entwickeln und welche Ergebnisse realistisch zu erwarten sind. Gleichzeitig bleibt genügend Flexibilität, um auf Veränderungen im Markt zu reagieren und neue Chancen zu nutzen.
Dieser Fokus auf langfristige Entwicklung sorgt dafür, dass Unternehmen nicht nur kurzfristig wachsen, sondern sich nachhaltig im Wettbewerb positionieren können.
Fazit
Die Anforderungen an modernes Online-Marketing sind heute komplexer denn je. Unternehmen müssen sich in einem dynamischen Umfeld behaupten, ihre Zielgruppen verstehen und gleichzeitig effizient arbeiten. Gleichzeitig steigt der Druck, Marketingmaßnahmen nicht nur umzusetzen, sondern auch deren Wirkung nachvollziehbar zu machen.
Die Württemberger Medien Marketing Agentur zeigt, wie sich diese Herausforderungen strukturiert und zielgerichtet angehen lassen. Durch die Kombination aus datenbasierter Analyse, strategischer Planung und kontinuierlicher Optimierung entstehen Lösungen, die messbare Ergebnisse liefern und gleichzeitig langfristig tragen.
Besonders hervorzuheben ist der ganzheitliche Ansatz. Statt isolierter Maßnahmen entwickelt die Agentur ein umfassendes System, in dem alle digitalen Kanäle sinnvoll miteinander verknüpft sind. Dadurch wird nicht nur kurzfristige Sichtbarkeit erzeugt, sondern eine stabile Grundlage für nachhaltiges Wachstum geschaffen.
Für Unternehmen, die ihre digitale Präsenz gezielt ausbauen und langfristig stärken möchten, bietet dieser Ansatz eine klare Orientierung. Er verbindet Strategie, Technologie und Kommunikation zu einem durchdachten Gesamtbild – und schafft damit die Voraussetzungen für kontinuierlichen Erfolg in einem sich ständig verändernden Marktumfeld.
Bootstrapping im LegalTech: Wie cleverklagen den Arbeitsrechtsmarkt aufmischt – und wo die Grenzen des Modells liegen.
LegalTech-Start-ups versprechen den niederschwelligen Zugang zum Recht. Das 2020 von Fabian Beulke und Lucas Rößler gegründete cleverklagen fokussiert sich dabei auf das Arbeitsrecht und will Arbeitnehmer*innen bei Kündigungen sowie Abfindungen unterstützen. Die Besonderheit: Das Gründer-Duo wächst im Gegensatz zu vielen Wettbewerber*innen profitabel und das gänzlich ohne Investor*innen. Doch in einem hart umkämpften Markt stellt sich die Frage, wie nachhaltig das provisionsbasierte Geschäftsmodell und der technologische Vorsprung wirklich sind.
Der Markt für verbraucherorientiertes LegalTech (B2C) hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stark an Fahrt aufgenommen. Im Zentrum stehen oft standardisierbare Massenverfahren – von Fluggastrechten über Mietminderungen bis hin zum Arbeitsrecht. In letzterem Segment positioniert sich cleverklagen.
Bootstrapping in einem teuren Markt
Gegründet wurde die Plattform im Jahr 2020 von den beiden Rechtsanwälten Fabian Beulke und Lucas Rößler. Die Idee entstand in ihrer gemeinsamen Zeit bei der renommierten Kanzlei Hausfeld LLP, wo sie maßgeblich in die Betreuung großer Sammelklagen involviert waren. Diese Erfahrung inspirierte das Duo zu einem Ansatz, den sie selbst als eine Art „Robin Hood Litigation“ beschreiben: Sie wollen die strukturellen Nachteile von Arbeitnehmer*innen gegenüber ressourcenstarken Unternehmen ausgleichen. Dabei positioniert sich das Start-up bewusst als moderne Alternative zur klassischen Kanzlei.
Bemerkenswert für die Start-up-Szene: cleverklagen wächst seit der Gründung profitabel und verzichtet dabei vollständig auf externes Kapital. Das ist mutig. Denn im B2C-Arbeitsrecht haben Kund*innen einen extrem niedrigen Lifetime Value – man wird idealerweise nur einmal gekündigt –, während die Akquisekosten via Google Ads enorm sind. Wie stemmt man das gegen VC-finanzierte Konkurrenz?
„Wir haben bewusst klein angefangen“, blickt Lucas Rößler zurück. „Gerade beim Bootstrapping kommt es darauf an, extrem effizient und genau zu arbeiten. Denn wenn das Geld knapp ist, kann man sich nur wenige Fehler leisten“, erinnert er sich an die harte Anfangsphase, in der das Duo nahezu alles selbst übernehmen musste. Fehlerverzeihlich ist das B2C-Arbeitsrecht bis heute nicht: Wer im Google-Ads-Wettbewerb gegen VC-finanzierte Player antritt, braucht Nerven aus Stahl – und, wie Rößler anmerkt, „einen starken Sales-Funnel, von der Anzeige bis zur Conversion“. Neben dieser technischen Präzision brauche es laut dem Gründer aber auch „sehr viel Liebe fürs Detail und ein gutes Verständnis, was die Kund*innen von einem erwarten“. Ob sich ein(e) einzelne(r) Mandant*in rechne, müsse man in der Summe betrachten. Dank erfahrener Anwält*innen sei man meist erfolgreich, was dem Unternehmen heute eine finanzielle Stabilität gebe, die in der Anfangsphase gefehlt habe.
Prozesskostenfinanzierung statt Stundenlohn
Die Geschäftsidee verknüpft digitale Prozessabläufe mit der Betreuung durch echte Jurist*innen. Eine eigens entwickelte Software soll Arbeitsabläufe vereinfachen und dem Team mehr Raum für die Mandant*innenbetreuung geben. Das Kernstück ist jedoch das finanzielle Modell, das einer klassischen Prozesskostenfinanzierung entspricht: Es gibt kein Vorkostenrisiko und im Falle einer Niederlage entstehen den Arbeitnehmer*innen keine Kosten. Verfügen die Kund*innen über keine Rechtsschutzversicherung, finanziert cleverklagen den Prozess vor. Im Gegenzug wird eine Provision fällig, die als Teil der zusätzlich ausgehandelten Abfindung beschrieben wird.
Doch wie hoch ist diese Erfolgsprovision genau? „Unsere Erfolgsprovision ist bewusst nicht einheitlich festgelegt, sondern hängt immer vom jeweiligen Fall ab“, erklärt Fabian Beulke. Man berücksichtige das Verlustrisiko, die übernommenen Anwaltskosten und die realistische Abfindungshöhe. „Durchschnittlich kann man sagen, dass unser Erfolgshonorar bei knappen 30 Prozent liegt“, präzisiert Beulke. Stehe eine sehr hohe Abfindung im Raum, könne die Provision auch deutlich darunter fallen – bei hohem Risiko aber auch entsprechend steigen.
Während sich das Duo bei der Erfolgsquote auskunftsfreudig zeigt – derzeit schließe man über 90 Prozent der Fälle erfolgreich ab und wachse jährlich um rund 50 Prozent –, mauern die beiden bei der Frage nach den genauen Finanzen. „Zu konkreten Umsatzzielen äußern wir uns allerdings nicht“, wiegelt Beulke ab.
Das „Rosinenpickerei“-Dilemma
Das Modell der Prozessfinanzierung ist lukrativ, steht bei Kritikerinnen aber oft unter dem Verdacht des sogenannten Cherry-Pickings. Der Vorwurf lautet, Anbieter*innen würden durch Algorithmen rigoros vorfiltern und nur die fast risikolosen Fälle annehmen, während komplexe oder wirtschaftlich kleinere Schicksale durchs Raster fallen.
Lucas Rößler wehrt sich vehement gegen diese Darstellung: „Diese Kritik können wir so nicht bestätigen. Unsere Ablehnungsquote ist sehr niedrig, denn wir wollen so vielen Menschen wie möglich helfen.“ Zwar bleibt Rößler eine exakte Prozentzahl bei der Ablehnungsquote schuldig, verspricht aber: „Uns ist es ganz egal, ob unser(e) Mandant*in Mini-Jobber*in oder eine hochbezahlte Führungskraft ist. Auch komplexere oder risikoreichere Fälle schließen wir nicht aus.“ Abgelehnt werde laut Rößler nur bei Anfragen, die den eigenen moralischen Werten widersprechen – oder „wenn kein Anspruch oder Verhandlungshebel gegen den bzw. die Arbeitgeberin vorliegt“. Robin Hood agiert im LegalTech-Markt eben auch mit wirtschaftlichem Kalkül.
Proprietäre Software vs. Standard-KI
Cleverklagen betont medial gern den Einsatz eigener Tech- und KI-Lösungen. Doch in Zeiten, in denen sich standardisierte juristische Branchen-KIs rasant entwickeln, wird eine eigene Fallbearbeitungs-Software zunehmend zum reinen Hygienefaktor und verliert als unüberwindbarer Wettbewerbsvorteil an Strahlkraft.
Wo genau zieht das Start-up also die technische Grenze zwischen Automatisierung und anwaltlichem Handwerk? „Künstliche Intelligenz soll unsere Anwält*innen in erster Linie bei repetitiven und administrativen Aufgaben unterstützen“, ordnet Fabian Beulke ein. Es gehe vor allem um Fristen- und Aufgabenmanagement, Terminplanung oder die Dokumentenverwaltung. Dabei setze man auf hohe Datenschutzstandards: Die hauseigene KI laufe ausschließlich auf eigenen Servern, gänzlich ohne externe Datenverbindungen. Zudem durchkämme die KI laufend die Akten für Konsistenz-Checks. Ein pragmatischer statt revolutionärer Ansatz, wie Beulke unumwunden zugibt: „Das ist wichtig, damit bei der Vielzahl laufender Fälle nichts daneben geht.“
Bei der juristischen Kernarbeit zieht Beulke jedoch eine klare rote Linie: „Uns ist wichtig, dass eine Entscheidung nie von der KI getroffen wird. Diese Verantwortung liegt ausschließlich bei unseren Anwält*innen.“ Gerade das Arbeitsrecht sei viel Verhandlungssache, die oft mündlich in persönlichen Gesprächen oder vor Gericht geklärt werde. „Es braucht ein starkes Verhandlungsgeschick, Erfahrung und das richtige Timing“, so der Mitgründer. „Das kann KI aus unserer Sicht nicht ersetzen.“
Fazit & Ausblick
Cleverklagen zeigt eindrücklich, dass gesundes Wachstum ohne Investorinnen auch im anwaltlichen Dienstleistungssektor funktionieren kann. Die eigentliche Herausforderung für das Duo dürfte künftig jedoch weniger in der hauseigenen Softwareentwicklung liegen, sondern in der profitablen und skalierbaren Kund*innenakquise.
Wo sieht sich das Unternehmen in zwei Jahren? Lucas Rößler hat klare finanzielle Ambitionen: „Wenn weiterhin alles gut läuft, haben wir unseren Umsatz und Gewinn in zwei Jahren idealerweise mehr als verdoppelt.“ Ob man die vertikale Marktführerschaft im Arbeitsrecht erzwingen könne, werde sich zeigen.
Interessant ist jedoch die strategische Ausrichtung für die Zukunft: Cleverklagen plant die Expansion in weitere Rechtsgebiete. Dabei wolle man sich explizit nicht auf standardisierte Massenverfahren fokussieren, verrät Rößler: „Wir wollen Rechtshilfe in Bereichen bieten, in denen Menschen echte und oft existenzielle Unterstützung benötigen. Zum Beispiel bei Streitigkeiten mit Versicherungen oder bei familien- oder erbrechtlichen Fragen.“
Wenn das Team zum Flaschenhals wird: Warum Start-ups oft an „Ghost Positions“ scheitern
Schnelles Wachstum birgt Risiken: Wachsen Teams nicht mit, entstehen toxische „Ghost Positions“. Ex-Tibber-Deutschland-Chefin Marion Nöldgen erläutert im Interview, wie Gründer*innen gegensteuern.
Schnelles Wachstum – die sogenannte Hypergrowth-Phase – ist das ultimative Ziel und oft die wichtigste Metrik nach einer erfolgreichen Finanzierungsrunde. Doch genau im Moment des größten Triumphs lauert eine der gefährlichsten Fallen für junge Unternehmen: Das Start-up skaliert rasant, aber die Menschen und die internen Strukturen kommen nicht mehr hinterher.
Die Folgen dieses mangelhaften „People Scalings“ werden oft viel zu spät erkannt und können das Wachstum empfindlich bremsen. Ein typisches Symptom sind sogenannte Heritage Hires: Mitarbeitende der ersten Stunde, die aus Loyalität und Historie plötzlich in große C-Level- oder VP-Rollen hineingewachsen sind, denen sie fachlich oder führungstechnisch (noch) nicht gewachsen sind. Ignoriert die Geschäftsführung dieses Problem, reagiert das System von selbst – es entstehen „Ghost Positions“. Im Schatten des offiziellen Organigramms bilden sich heimliche Parallelstrukturen, um eigentlich zuständige, aber überlastete oder überforderte Führungskräfte schlichtweg zu umgehen.
Wie Gründer*innen diese tückischen Wachstumsfallen rechtzeitig erkennen und proaktiv auflösen, weiß die Clearimpact-Gründerin Marion Nöldgen. Als Expertin für Organizational Design und zertifizierte Aufsichtsrätin kennt sie die Wachstumsschmerzen schnell skalierender Unternehmen aus erster Hand. In den vergangenen zehn Jahren hat sie als Geschäftsführerin mehrere Start-ups aufgebaut, internationalisiert und durch extreme Wachstumsphasen geführt – unter anderem die deutsche Tochter des GreenTech-Unternehmens Tibber, den bekannten Pionier für dynamische Stromtarife.
Im StartingUp-Interview erklärt sie, warum die meisten Businesspläne nicht am Markt, sondern am falschen Team-Setup scheitern, wie man schwierige Gespräche mit loyalen Mitarbeitenden der ersten Stunde führt und wie ein Organisationsdesign aussehen muss, das echtes Wachstum aushält.
Marion, du hast in den letzten zehn Jahren zahlreiche Unternehmen gegründet, internationalisiert und in absolute Hypergrowth-Phasen begleitet. Wenn du auf diese Zeit zurückblickst: Was war dein größtes Learning in Bezug auf das Team-Wachstum?
Marion Nöldgen: Dass Wachstum nicht daran scheitert, dass man zu wenig gute Leute hat – sondern daran, dass man sie nicht richtig einsetzt.
In frühen Phasen funktioniert viel über Intuition, Vertrauen und Geschwindigkeit. Das trägt einen ziemlich weit. Aber irgendwann kippt das System. Rollen werden größer, Anforderungen komplexer – und plötzlich reicht es nicht mehr, dass jemand „gut ist“. Er oder sie muss auch schnell genug mit einer Rolle mitgewachsen sein.
Gleichzeitig verändert sich die Struktur selbst. Was am Anfang gebraucht wurde, gibt es in dieser Form später oft gar nicht mehr – oder es kommen komplett neue Anforderungen dazu, für die es vorher schlicht keine Rolle gab.
Mein größtes Learning: Man muss nicht nur die richtigen Leute holen und halten, sondern auch Rollen aktiv weiterentwickeln – und beides immer wieder neu aufeinander abstimmen. Sonst wächst das Unternehmen, aber die Organisation hält nicht mit.
In deiner aktuellen These triffst du einen wunden Punkt: Du sagst, die meisten Businesspläne scheitern nicht am Markt, sondern am falschen Team. Warum wird das People Scaling – im Gegensatz zum Skalieren von Produkt oder Vertrieb – von Gründer*innen oft so stiefmütterlich behandelt?
Marion Nöldgen: Weil es deutlich unangenehmer ist.
Produkt, Vertrieb, Zahlen – das ist rational. Da kann ich Hypothesen testen, optimieren, Entscheidungen treffen. Beim Team geht es um Menschen, Beziehungen, Loyalität und offene Konflikte. Da wird es erstens schnell persönlich und zweitens dauert es oft lange, bis die Probleme überhaupt sichtbar werden. Schlechte Produktentscheidungen merkt man relativ schnell. Schlechte Teamentscheidungen oft erst Monate später – wenn Strukturen schon verhärtet sind.
Viele hoffen dann, dass es sich „einfach einspielt“. Tut es aber meistens nicht.
Lass uns über ein sehr sensibles Thema sprechen: Heritage Hires. Oft wachsen Mitarbeiter der ersten Stunde plötzlich in Führungspositionen (z.B. als VP oder Head of) hinein, für die sie eigentlich (noch) nicht bereit sind. Ab wann wird Loyalität hier zum Wachstumsrisiko für das Unternehmen?
Marion Nöldgen: In dem Moment, in dem die Rolle mehr verlangt, als die Person leisten kann – und man es trotzdem laufen lässt. Loyalität ist extrem wertvoll. Gerade in der Anfangsphase. Aber sie ist kein Ersatz für Erfahrung oder Führungsfähigkeit.
Das Risiko entsteht nicht dadurch, dass jemand noch nicht so weit ist – das ist normal. Es entsteht, wenn man weder Rolle noch Besetzung anpasst, obwohl beides längst nicht mehr zusammenpasst.
Die menschliche Komponente ist hier extrem schwierig: Wie gehe ich als Gründer*in oder CEO das Gespräch mit einem hochverdienten Heritage Hire an, wenn ich merke, dass die Rolle zu groß geworden ist, ohne diese Person zu demotivieren oder gar ans Unternehmen zu verlieren?
Marion Nöldgen: Indem man Rolle und Besetzung klar trennt – und genau so ins Gespräch einsteigt. Also nicht über die Person sprechen, sondern über die Rolle: Was muss sie aktuell liefern? Und wo stehen wir heute? Oft ist die Lücke ziemlich offensichtlich – und auch, dass sie nicht realistisch zu schließen ist. Gleichzeitig sollte klar gemacht werden: Es geht nicht darum, die Person zu verlieren. Im Gegenteil – man möchte sie halten und gemeinsam schauen, in welcher Rolle sie künftig wirklich wirksam sein kann.
Die meisten spüren das selbst längst. Was fehlt, ist die klare, ehrliche Ansprache.
Wenn das sauber gemacht wird, stehen die Chancen gut, dass die Person bleibt – nur eben in einer für sie und das Unternehmen wirksamen Rolle.
Ignoriert man das Problem der überlasteten Führungskräfte, entstehen laut dir sogenannte Ghost Positions und Parallelstrukturen. Woran erkenne ich als Geschäftsführung rechtzeitig, dass mein Team anfängt, das eigentliche Organigramm heimlich zu umgehen? Gibt es typische Red Flags?
Marion Nöldgen: Ja, ziemlich klare sogar.
Entscheidungen dauern ungewöhnlich lange – oder werden plötzlich woanders getroffen. Themen „wandern“ durch die Organisation, bis sie jemand entscheidet.
Du siehst, dass Leute sich bewusst andere Ansprechpartner suchen als die eigentlich zuständige Führungskraft. Oder dass Dinge einfach selbst gelöst werden, um voranzukommen.
Das sind alles Signale dafür, dass die formale Struktur nicht mehr mit der Realität übereinstimmt.
Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und sich Ghost Positions etabliert haben – wie löst man diese Schattenstrukturen wieder auf, ohne dass das operative Geschäft zusammenbricht?
Marion Nöldgen: Auf jeden Fall nicht alle auf einmal!
Der erste Schritt ist Transparenz: sichtbar machen, wie Entscheidungen aktuell tatsächlich getroffen werden. Das ist oft schon ein Augenöffner.
Dann geht es darum, Verantwortung wieder sauber zuzuordnen – und konsequent dorthin zurückzugeben. Das braucht Zeit und Kommunikation.
Und ehrlich gesagt: In manchen Fällen kommt man nicht darum herum, auch personell etwas zu verändern. Alles andere ist Kosmetik.
Als Expertin für Organizational Design: Wie muss eine Unternehmensstruktur aufgebaut sein, die einerseits flexibel genug für die typische Start-up-Agilität ist, andererseits aber stark genug, um Phasen extremen Wachstums (z.B. nach einer Series A oder B) auszuhalten?
Marion Nöldgen: Sie muss klarer sein, als viele denken – aber nicht komplizierter.
Was es braucht, sind klare Rollen, klare Entscheidungswege und ein gemeinsames Verständnis davon, wer für was verantwortlich ist.
Flexibilität entsteht nicht durch Unklarheit, sondern dadurch, dass alle wissen, wo sie sich bewegen können. Wenn das fehlt, wird jede Veränderung anstrengend.
Wie bindet man Weiterbildung und Leadership-Training in ein Umfeld ein, in dem eigentlich immer die Devise „Execution first“ gilt?
Marion Nöldgen: Indem man es auch genau so behandelt: als Teil der Arbeit – nicht als Extra. Ich bin kein großer Fan von Wochenend-Workshops oder theoretischen Trainings „on top“. Gerade in frühen Wachstumsphasen bringt das wenig.
Entscheidend ist Training on the job. Das heißt konkret: Lernen passiert im Alltag. In echten Meetings, echten Entscheidungen, echten Situationen. Genau dort kann man direkt Feedback geben – zum Beispiel, wenn ein Teammeeting unklar geführt ist oder Erwartungen nicht sauber formuliert werden.
Es geht weniger um Theorie und mehr darum, in der konkreten Arbeit besser zu werden.
Zum Abschluss: Wenn du einem Gründungsteam, das gerade ein großes Funding abgeschlossen hat und kurz davor steht, sein Team zu verdreifachen, nur einen einzigen Rat mit auf den Weg geben dürftest – welcher wäre das?
Marion Nöldgen: Schaut euch ehrlich in die Augen und fragt euch: Was müssen wir konkret liefern, um das, was wir gepitcht haben, wirklich umzusetzen? Also: Welchen Output muss jede einzelne Rolle erzeugen – nicht high level, sondern ganz konkret, was ist das Ergebnis dieser Arbeit?
Wer verantwortet welchen Teil – und kann die Person das auch leisten?
Und wenn nicht, muss man es ansprechen. Früh. Und mittelfristig wahrscheinlich etwas verändern.
Danke, Marion, für die spannenden Insights!
Das Interview führte StartingUp-Chefredakteur Hans Luthardt
Nicht nur pitchen, auch ankommen: Was ein professioneller Auftritt auf Events und Messen ausmacht
Auf Messen zählt für Start-ups mehr als nur der Pitch. Ein souveräner Auftritt gelingt erst durch Struktur, Vorbereitung und das richtige Umfeld.
Wer als junges Unternehmen auf Events, Messen oder Branchentreffen unterwegs ist, denkt oft zuerst an den eigentlichen Auftritt. Pitch, Präsentation, Gespräche am Stand, Networking oder ein Termin mit potenziellen Partnern stehen schnell im Mittelpunkt. Im Alltag zeigt sich aber, dass der professionelle Eindruck viel früher beginnt. Er entsteht nicht erst in dem Moment, in dem gesprochen wird, sondern schon in der Art, wie gut ein Termin vorbereitet ist, wie ruhig ein Tag abläuft und wie stimmig einzelne Programmpunkte ineinandergreifen.
Gerade Start-ups unterschätzen diesen Punkt leicht. In frühen Phasen wird vieles parallel organisiert. Produkt, Kommunikation, Kundentermine und operative Aufgaben laufen ohnehin gleichzeitig. Wenn dann noch ein Event oder eine Messe dazukommt, wird häufig vor allem auf Inhalte geachtet. Das greift aber zu kurz. Denn ein überzeugender Auftritt hängt nicht nur davon ab, was gesagt wird, sondern auch davon, unter welchen Bedingungen dieser Auftritt stattfindet.
Ein guter Eventtag beginnt nicht erst vor Publikum
Viele Termine außer Haus wirken von außen kompakt, sind intern aber erstaunlich dicht. Anreise, Check-in, Abstimmung im Team, Material, Gespräche vor Ort, spontane Kontakte, kurze Pausen und Nachbereitung greifen oft ineinander. Wenn diese Übergänge nicht sauber geplant sind, entsteht unnötige Reibung. Dann fehlt Konzentration genau in den Momenten, in denen ein Unternehmen besonders präsent wirken sollte.
Für Gründerteams ist das relevant, weil auf Messen und Events oft mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt werden. Sichtbarkeit, Kundengewinnung, Netzwerke, Partnergespräche und Marktbeobachtung laufen parallel. Wer in diesem Umfeld professionell wirken will, braucht nicht nur gute Inhalte, sondern auch einen Ablauf, der Stabilität gibt.
Warum der Gesamteindruck mehr ist als Pitch und Outfit
Ein professioneller Auftritt wird oft zu eng verstanden. Viele denken dabei an Kleidung, Präsentationsmaterial oder das Gespräch selbst. Tatsächlich wirkt aber der gesamte Rahmen mit. Wer gehetzt ankommt, Unterlagen spontan zusammensucht oder zwischen Programmpunkten keine klare Struktur hat, verliert schnell Wirkung. Umgekehrt kann ein klar organisierter Tag dafür sorgen, dass auch kurze Kontakte souveräner und verbindlicher erscheinen.
Das ist gerade für Start-ups wichtig, weil sie häufig nicht mit Größe, sondern mit Klarheit, Präsenz und Verlässlichkeit punkten müssen. Auf Events zählt nicht nur der Inhalt, sondern auch das Gefühl, das ein Gespräch hinterlässt. Wirkt ein Team vorbereitet? Ist es ansprechbar, ohne hektisch zu sein? Kann es zwischen verschiedenen Terminen professionell umschalten? Solche Faktoren entscheiden mit darüber, wie ein junges Unternehmen wahrgenommen wird.
Mehrtägige Formate brauchen einen besseren Rahmen
Besonders deutlich wird das bei Messen oder Veranstaltungen, die nicht nach zwei Stunden vorbei sind. Wer über mehrere Programmpunkte, Tage oder Abendtermine hinweg präsent sein muss, braucht mehr als nur eine Anreiseoption. Dann geht es darum, wie sich ein Ablauf tragen lässt, ohne dass die Qualität des Auftritts im Laufe des Tages spürbar sinkt.
Wenn rund um Messen, Pitches oder Vor-Ort-Termine mehrere Programmpunkte zusammenkommen, kann ein modernes Hotel Nürnberg den professionellen Rahmen eines solchen Auftritts sinnvoll ergänzen. Der Mehrwert liegt dabei nicht in Übertreibung, sondern in Nutzbarkeit. Wer zwischen Terminen kurz zurückkehren, sich sortieren, Material anpassen oder den nächsten Programmpunkt vorbereiten kann, arbeitet meist klarer. Gerade bei jungen Unternehmen, in denen oft wenige Personen viele Rollen gleichzeitig übernehmen, ist das ein echter Vorteil.
Vorbereitung endet nicht mit der Anreise
Viele Eventtage scheitern nicht an mangelnder Motivation, sondern an zu wenig Struktur. Deshalb lohnt es sich, vorab einfache Fragen sauber zu klären. Welche Termine sind wirklich entscheidend? Wo braucht es bewusst freie Zeitfenster? Wer übernimmt welche Gespräche? Welche Unterlagen müssen jederzeit griffbereit sein?
Solche Punkte wirken unscheinbar, haben aber direkten Einfluss auf die Außenwirkung. Wer vorbereitet wirkt, schafft schneller Vertrauen. Wer im Ablauf ruhig bleibt, kann auch im Gespräch überzeugender auftreten. Gerade auf Messen, wo viele Eindrücke gleichzeitig auf Besucher und Aussteller einwirken, macht diese Form von Klarheit einen spürbaren Unterschied.
Auch das Umfeld beeinflusst den Auftritt
Ein weiterer Punkt wird oft übersehen: Der Ort rund um einen Termin beeinflusst mit, wie konzentriert und professionell ein Tag abläuft. Das gilt nicht nur für die Messehalle oder den Veranstaltungsraum selbst, sondern auch für alles davor und danach. Wo wird vorbereitet? Wo wird nach einem Gespräch noch kurz sortiert? Wo kann ein Team den Tag sinnvoll strukturieren?
Auch ein stilvolles Hotel Düsseldorf wird dort interessant, wo Geschäftstermine, Veranstaltungen und Vorbereitung nicht isoliert, sondern als zusammenhängender Arbeitsablauf gedacht werden.
Gerade in solchen Zusammenhängen zeigt sich, dass professionelle Präsenz mehr ist als reine Sichtbarkeit. Sie entsteht dort, wo Inhalt, Ablauf und Umfeld zusammenpassen. Hotels wie das Cloud One passen deshalb gut in dieses Bild, wenn junge Unternehmen einen Messe- oder Eventtag nicht nur absolvieren, sondern strukturiert und professionell aufsetzen wollen.
Gründer*in der Woche: Vjus.AI – Vom SEO zum GEO
Wie das 2026 von Wolfe Diener gegründete Start-up Vjus.AI den Kampf um die KI-Sichtbarkeit gewinnen will.
Die Ära der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) bekommt ernstzunehmende Konkurrenz. Wenn Nutzer*innen heute nach Produkten oder Dienstleistungen suchen, tippen sie ihre Fragen zunehmend in Dialogfenster von Sprachmodellen statt in traditionelle Suchschlitze. Genau an dieser Schnittstelle positioniert sich das neu gestartete Münchner Start-up Vjus.AI. Doch kann eine Software wirklich die „Black Box“ der generativen KI entschlüsseln – und wie nachhaltig ist das Geschäftsmodell?
Hinter der am 1. April 2026 offiziell gelaunchten Plattform steht die AtWize Business Services GmbH mit Sitz in München. Kopf des Unternehmens ist Gründer Wolfe W. Diener, der zuvor bereits in leitenden Positionen als Geschäftsführer und im Vorstand großer Softwarehäuser aktiv war. Mit dem Start von Vjus.AI vollzieht das Unternehmen nun eine strategische Erweiterung in den stark wachsenden Bereich der Answer Engine Optimization (AEO) und Generative Engine Optimization (GEO).
Vom Humankapital zur KI-Sichtbarkeit
Die Historie des Unternehmens ist dabei von einem interessanten Strategiewechsel geprägt. Ursprünglich startete AtWize 2023 mit einem Fokus auf KI-Lösungen gegen den Fachkräftemangel. Diener erklärt die Hintergründe: „Parallel hatte ich schon eine Weile an der Idee arbeitete, Unternehmen zu ermöglichen, ihre in den Ruhestand ausscheidenden Mitarbeiter strukturierter zu managen, um sie bei Bedarf für Projekte oder übergangsweise anzusprechen. Es liegt so viel Humankapital und Erfahrung brach.“ In der aktuellen wirtschaftlichen Phase sei dies jedoch kein Top-Thema gewesen, weshalb man sich zunächst auf die Software-Entwicklung für Dritte konzentriert habe.
Der eigentliche „Aha-Moment“ kam durch die tägliche Arbeit. „Im letzten Jahr haben wir dann immer mehr auch KI-Tools zur Entwicklung eingesetzt und dabei den Bedarf, sogar die Notwendigkeit erkannt, die Sichtbarkeit in KI-Modellen zu messen und zu verbessern“, so Diener. Die Dringlichkeit begründet er mit dem veränderten Nutzer*innenverhalten: „KI-Modelle geben begründete Empfehlungen zur gestellten Frage. Da sucht man nicht weiter, sondern nimmt das Ergebnis wie es ist. Wer da nicht enthalten ist, ist unsichtbar.“
Nutzer*innensimulation: Die reale Perspektive
Vjus.AI setzt auf die Simulation realer Suchanfragen. Während klassische SEO-Tools oft auf APIs zugreifen, misst diese Plattform, wie Marken in Antworten von ChatGPT, Gemini, Grok oder Perplexity tatsächlich erscheinen. Auf die Frage nach der technischen Umsetzung und der Nicht-Deterministik der KI-Modelle antwortet Diener detailliert: „Wenn Sie Ihre Sichtbarkeit bei KI-Suchen wissen wollen, dann sollte diese ja so gemessen werden, wie sie ein normaler Nutzer, der einem KI-Modell eine Frage stellt, einen Prompt eingibt, auch sieht.“ Man müsse also zunächst Prompts definieren, bei denen man gefunden werden wolle – etwa als Münchner Zahnarzt bei der Frage nach dem besten Zahnarzt vor Ort.
„Wir analysieren die Ergebnisse, die von den KI-Modelle auf die Prompts hin geliefert werden“, erklärt Diener weiter. Dabei werden Kennzahlen wie Sichtbarkeit, Ranking und Sentiments (neutrale, positive oder negative Notation) erhoben. Den Vorwurf einer verzerrenden technischen Schicht weist er zurück: „Wir sind insofern keine Zwischenschicht, sondern werten die Daten aus, die viele User auch sehen würden. Die Nicht-Deterministik führt dabei zwar zu kleinen Schwankungen, aber es entsteht insgesamt ja ein Bild über die Zeit.“
Marktchancen und der „Unfair Advantage“
Das Interesse am Markt scheint groß zu sein; bereits vor dem offiziellen Launch konnten erste Kund*innen gewonnen werden. Finanziell steht das Start-up auf eigenen Beinen: „Wir finanzieren uns komplett aus eigenen Mitteln. Und da wir schon Kunden im Entwicklungsbereich haben, konnten wir Vjus.AI früh anwenden und testen“, betont der Gründer. Mit Investor*innen habe man noch nicht gesprochen: „Jetzt erst mal machen, dann reden wir.“
Um sich gegen die großen SEO-Platzhirsche zu behaupten, setzt Diener auf vier spezifische technische Vorteile. Erstens setze man auf eine natürliche Simulation: „Unsere Art des Promptens simuliert wirklich natürliche User. Andere machen das nicht.“ Zweitens komme eine eigene Scraping-Technologie zum Einsatz. Diese erlaube eine besonders detaillierte Analyse der Ergebnisse, auch der „Nebengeräusche“ wie etwa Quellenangaben. Als dritten Punkt nennt der Gründer das analytische Prompting: Vjus.AI unterstützt nicht nur beim Erstellen von Prompts, sondern analysiert auch, wie passend diese für die Sichtbarkeitsmessung sind. Viertens biete das Improver-Modul ein Analyse-Tool, das über die Daten hinweg ermittelt, „was die Haupthebel für das Unternehmen oder die Marke ist, um die Sichtbarkeit bei KI-Suchen zu erhöhen“.
GEO als neues Standard-Tool?
Für die Zukunft sieht Diener eine klare Entwicklung. Zwar werde es in zwei Jahren wahrscheinlich immer noch die klassische Google-Suche geben, doch der Übergang sei bereits fließend, da Google zunehmend KI-Ergebnisse mitliefere. „Die Suche mit KI-Modellen wird aber die gewohnte Praxis werden“, ist sich Diener sicher.
Seine Prognose für die Branche ist deutlich: „Insofern wird SEO eher übergehen in ein GEO. Ein SEO ohne Beachtung der Optimierungen für KI-Modelle macht aus meiner Sicht aber heute schon keinen Sinn mehr.“ Das Ziel für Vjus.AI ist dabei klar gesteckt. Die größte Hürde sei es, für die Nutzer*innen den besten Mehrwert zu generieren: „Darauf liegt unser Fokus und deshalb rennen wir, so schnell wir können.“
ESTER Biotech: Vom Friedhofskompost zur Plastik-Revolution
Ein Enzym vom Leipziger Südfriedhof soll das weltweite Plastikproblem lösen. Das 2025 als Uni-Spin-off gegründete Start-up ESTER Biotech verspricht, schwer recycelbares PET in Rekordzeit in seine Grundbausteine zu zerlegen. Doch auf dem Weg vom Labor in die industrielle Skalierung warten das berüchtigte „Valley of Death“ – und ein scheinbar übermächtiger Konkurrent.
Der Ursprung einer potenziellen industriellen Revolution liegt ausgerechnet auf einem Komposthaufen des Leipziger Südfriedhofs. Hier suchten Forschende der Universität Leipzig gezielt nach Mikroorganismen zur Zersetzung pflanzlicher Biopolymere und stießen auf das Enzym PHL7. Was in vielbeachteten Publikationen begann, mündete im Frühjahr 2025 in der offiziellen Ausgründung der ESTER Biotech GmbH.
Das Gründer-Quartett um die Geschäftsführer Dr. Ronny Frank und Martin Hirschfeld, den wissenschaftlichen Kopf Dr. Christian Sonnendecker (der das Enzym maßgeblich mitentdeckte) sowie den verfahrenstechnischen Leiter Madalin Ceausescu hat ein klares Ziel: das chemisch-biologische Recycling von Kunststoffen auf ein neues Level zu heben. Möglich machte diesen Schritt eine millionenschwere exist-Forschungstransfer-Förderung.
Für klassische Investor*innen sei die frühe Laborphase technologisch meist noch zu riskant, erklärt Christian Sonnendecker. Genau hier setzte das Programm an: „Der exist-Forschungstransfer hat für uns die Lücke zwischen akademischem Proof-of-Concept und einem investierbaren DeepTech-Start-up geschlossen“, betont der Gründer. „Wir konnten den Recyclingprozess vom Labormaßstab von einem Liter auf 100 Liter skalieren, neue Konzepte realisieren und das Verfahren validieren.“
Was passiert im Bioreaktor mit schmutzigem Müll?
Das technologische Versprechen ist enorm: Das modifizierte Enzym zerlegt selbst schwer recycelbares PET – wie Multilayer-Verpackungen – bei moderaten 65 Grad Celsius und Reaktionszeiten von unter 6 Stunden. Daraus kann neuwertiges, lebensmittelechtes Plastik entstehen. Doch wie reagiert das System in der Realität auf stark kontaminierten Haushaltsmüll? „Wir haben bislang keinen echten Show-Stopper gesehen“, sagt Sonnendecker pragmatisch. Er verzichtet auf romantische Labor-Illusionen und ordnet die Fakten nüchtern ein: „Enzyme gelten als empfindlich, aber in der Praxis arbeiten sie erstaunlich resilient. In den typischen Abfallfraktionen, die wir getestet haben, führen Störstoffe aus Haushaltsverpackungen nicht zu kritischen Aktivitätsverlusten.“
Der tatsächliche Flaschenhals sei nicht die Biologie, sondern die Wirtschaftlichkeit: „Je stärker eine Abfallfraktion kontaminiert ist, desto geringer die Ausbeuten, begleitet mit höherem Aufwand bei Aufarbeitung und Reinigung der Produkte. Das erhöht die Kosten.“
Ein patentierter Moat – mehr als nur ein KI-Hype
Um die Enzyme rasant an neue Herausforderungen anzupassen, nutzt ESTER eine patentierte, KI-gestützte Screening-Technologie. Ist das ein echter Schutzwall gegen gut finanzierte BioTech-Labore in Asien oder den USA? Sonnendecker relativiert den reinen Algorithmus-Hype mit einem treffenden Vergleich: „KI ist heute kein exklusives Werkzeug mehr. Als Schreiben zugänglich wurde, bedeutete das nicht, dass plötzlich jeder ein guter Autor war.“
Der wahre Moat („Burggraben“) liege vielmehr in der eigenen Hardware und der Datenqualität: „Unser patentierter Ansatz basiert auf einer Messmethode, die den Kunststoff mittels Elektrizität selbst beobachtet. Dadurch erhalten wir multiparametrische und hochqualitative Daten. Der eigentliche Moat entsteht deshalb nicht durch ein einzelnes ‚Superenzym‘, sondern durch die integrierte Plattform und den Blick auf das Große.“
Regulatorik als Treiber
Der globale Markt für recyceltes PET (rPET) wird aktuell auf rund 5 Millionen Tonnen beziffert. Angetrieben wird das Wachstum durch strenge EU-Vorgaben (PPWR), die ab 2026 greifen und das Ende des billigen Neu-Plastiks einläuten. Aber was passiert, wenn Plastik aus Erdöl politisch geduldet und weiterhin deutlich billiger bleibt? „Natürlich ist Neu-Plastik aus Erdöl in vielen Fällen günstiger“, räumt Sonnendecker ein. „Aber dieser Preisvorteil basiert auf einer von fossilen Ressourcen abhängigen, linearen Wertschöpfungskette – also einer Sackgasse.“
Deutlicher wird der Gründer beim Blick auf die Konkurrenz. Der französische Marktführer Carbios bindet bereits Giganten wie L'Oréal oder Nestlé an sich. Droht ESTER den Anschluss zu verlieren? „Wir beäugen die Entwicklung von Carbios mit Skepsis“, teilt Sonnendecker selbstbewusst aus.
Tatsächlich geriet der Branchenprimus zuletzt ins Straucheln: Anfang 2025 kündigte Carbios einen drastischen Stellenabbau an, der Bau der ersten industriellen Anlage im französischen Longlaville musste aus Finanzierungsgründen auf 2028 verschoben werden. Stattdessen fokussieren sich die Franzosen nun auf ein Joint Venture mit dem chinesischen PET-Hersteller Wankai, um ab 2026 eine Anlage in Asien hochzuziehen.
Für Sonnendecker ein klares strategisches Warnsignal: „Wir sehen hier die Gefahr, dass europäische Technologie abwandert und genau jene industrielle Resilienz in Europa nicht entsteht, die so wichtig für unsere Unabhängigkeit wäre.“ Der Mitgründer ergänzt: „Weiterhin geht uns Carbios nicht weit genug, denn die Technologie bietet noch viel mehr. Wir konzentrieren uns gezielt auf bislang nicht verwertbare PET-Ströme, die heute in der Verbrennung landen und wollen in Synergie mit mechanischen Recyclern gehen. Und dabei ist PET nur der Anfang: Unser Ziel ist es, aktiv die Kunststoffwelt von morgen mitzugestalten, indem wir unsere Technologien bei der Entwicklung neuer Kunststoffe nach dem Prinzip Design for Circularity ins Spiel bringen. Wir setzen dabei auf die Werkzeuge der Natur, Enzyme, um zukunftsfähige Lösungen skalierbar zu machen und der nächsten Generation von Kunststoffen den Weg in den Markt zu ebnen.“
Die unweigerliche Millionenfrage
ESTER positioniert sich als Angreifer, doch im Jahr 2026 beginnt die kritische Phase. Der Sprung in den industriellen Dauerbetrieb ist in der Biotechnologie historisch extrem kapitalintensiv – das klassische „Valley of Death“. Da die öffentlichen Fördermittel auslaufen, sind nun echte Venture-Capital-Millionen gefragt. Wie will das Start-up überleben, ohne direkt die Mehrheit an Großinvestor*innen abgeben zu müssen?
„Für uns ist entscheidend, nicht in die klassische Falle zu laufen, alles auf eine kapitalintensive eigene Anlage zu setzen“, erklärt der Gründer seine Strategie. Demonstrations- und Pilotanlagen würden lieber angemietet statt selbst gebaut. „Das reduziert den Kapitalbedarf in dieser kritischen Phase erheblich.“ Für die anstehenden Verhandlungen mit großen VC-Fonds zeigt er sich kompromisslos: „Wir kommen nicht aus einer Position des Zwangs, sondern mit validierter Technologie, ersten Umsätzen, starken Partnern und klaren Skalierungspfaden.“
Spritgeld für den Start-up-Motor: PR-Stunt oder genialer Dealflow-Generator? Der neue „GründerTank“ von Christopher Obereder im Check
Reisekosten, Tankrechnungen und Bahntickets sind für junge Bootstrapping-Start-ups oft schmerzhafte Posten. Der Münchner Investor und Ex-Silicon-Valley-Macher Christopher Obereder will mit einer neuen privaten Initiative für Start-ups in Deutschland genau hier ansetzen. Ein Gesamtbudget von bis zu 100.000 Euro steht für betriebliche Mobilitätskosten bereit. Doch hinter der pragmatischen Fördermittel-Story verbirgt sich ein überaus cleveres Geschäftsmodell zur Startup-Akquise. Eine Einordnung.
Wer den GründerTank verstehen will, muss zunächst auf seinen Initiator blicken. Christopher Obereder, in der Szene oft schlicht Startup-Chris genannt, ist kein Unbekannter. Bereits 2017 landete er als 26-Jähriger auf der renommierten „Forbes 30 Under 30“-Liste. Im Silicon Valley erarbeitete er sich einen Ruf als Experte für virales Marketing. Mit Exits und Engagements bei Hit-Apps wie Tellonym baute er sich finanzielles Gewicht auf. Durch medienwirksame Formate, wie die von ihm initiierte Bayern 3 Startup Challenge, brachte er das Thema Start-up-Finanzierung einem breiten Publikum nahe. Heute leitet er von Taufkirchen aus die Start-up-Chris Ventures GmbH und investiert gezielt in junge Tech-Unternehmen.
Spritgeld statt Folien-Bingo
Mit dem GründerTank, der von Unicorn AI unterstützt wird, ruft Obereder nun eine konkrete Mobilitätsförderung ins Leben. Der Fokus liegt dabei nicht auf schönen Präsentationen, sondern auf der harten operativen Realität. Unterstützt werden können je nach Einzelfall unter anderem Kraftstoffkosten für geschäftliche Fahrten, ÖPNV-Tickets, Carsharing oder Reisen zu Messen und Investoren.
Obereders Argumentation ist bestechend pragmatisch: „Wir tanken nicht nur Autos. Wir helfen Gründerinnen und Gründern, in Bewegung zu bleiben“, erklärt der Investor. „Viele Programme sprechen über Innovation. Mich interessiert, ob Gründer wirklich unterwegs sind, Kunden treffen, Feedback einsammeln und Momentum aufbauen. [...] Wenn Bewegung im Alltag ein echter Hebel ist, soll sie nicht an ein paar Rechnungen scheitern.“
Erstes gefördertes Start-up dieser Initiative ist Kluuu, eine innovative Lernplattform, die es Studierenden ermöglicht, ihren Lernstoff in interaktive Quizze umzuwandeln. Deren Vertreter Leon Sean Brown bestätigt den Schmerzpunkt vieler Start-ups: „Die Tankpreise sind hoch, operative Wege kosten Zeit und Geld, und genau dort entsteht oft der nächste Wachstumsschritt.“ Gerade in der frühen Phase zähle jeder Euro.
Der wahre Motor: Dealflow zum Discount-Tarif
Liest man die Ankündigung, wirkt das Projekt sehr wohlwollend. Doch bei genauerer Betrachtung erweist sich der GründerTank als strategisches Meisterstück der Dealflow-Generierung für Obereders Investmentvehikel.
- Geringer Kapitaleinsatz, maximaler Einblick: Die ausgelobten 100.000 Euro sind ein Gesamtbudget. Im Gegenzug für die Chance auf die Übernahme von Zugtickets oder Tankrechnungen reichen unzählige Start-ups ihre Unterlagen und Traktionsdaten ein. Für einen professionellen Investor ist dies ein unschlagbar kostengünstiger Weg, um an hochqualitative, topaktuelle Unternehmensdaten der umtriebigsten Frühphasen-Gründer*innen des Landes zu gelangen. Reguläre Venture-Capital-Fonds geben für das Scouting ein Vielfaches dieses Budgets aus.
- Skalierung durch künstliche Intelligenz: Die Flut an Bewerbungen wird nicht mühsam per Hand sortiert. Die eingereichten Unterlagen werden zunächst KI-gestützt vorbewertet. Die KI dient ausschließlich der Vorbewertung und Priorisierung, bevor am Ende Menschen die finale Auswahl treffen.
- Exzellentes PR-Narrativ: Die Story positioniert Obereder als echten „Hands-on“-Macher und adressiert ein spürbares Problem. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme oder Förderung besteht dabei ausdrücklich nicht, weshalb das finanzielle Risiko für den Initiator absolut gedeckelt ist.
Fazit: Mitfahren, aber smart
Sollten junge Unternehmerinnen und Unternehmer beim GründerTank mitmachen? Die Antwort lautet: Ja, aber mit strategischem Bewusstsein. Für Bootstrapping-Teams bietet das Programm eine unkomplizierte Hilfe. Wer den Zuschlag erhält, gewinnt nicht nur finanzielle Beinfreiheit, sondern landet unweigerlich auf dem Radar eines bestens vernetzten Investors.
Gründer*innen müssen sich jedoch des Tauschgeschäfts bewusst sein: Sie gewähren tiefe Einblicke in ihr Geschäftsmodell, um im Gegenzug potenziell Mobilitätskosten erstattet zu bekommen. Man sollte das Programm daher weniger als reine Spendenaktion betrachten, sondern vielmehr als das, was es im Kern ist: Einer der innovativsten und kosteneffizientesten Start-up-Scouting-Funnel der aktuellen Szene.
Nox Mobility: 2 Mio. EUR für den "Flugzeug-Killer" auf Schienen
Das Berliner Start-up Nox Mobility will mit privaten Zimmern im Nachtzug europäische Kurzstreckenflüge ersetzen. Eine 2-Millionen-Euro-Pre-Seed-Runde gibt erste Starthilfe. Doch der europäische Bahnmarkt ist ein hartes Pflaster für Gründende – erst 2024 scheiterte ein französischer Konkurrent mit exakt demselben Konzept. Eine Einordnung.
Es ist ein mutiges Versprechen in einem der am stärksten regulierten Märkte Europas: Das 2025 gegründete Mobilitäts-Start-up Nox Mobility will das europäische Nachtzug-Erlebnis revolutionieren. Dafür hat das Unternehmen nun eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom Frühphasen-Investor IBB Ventures. Mit an Bord sind zudem der italienische Investor Tommaso Lucca sowie Branchenköpfe wie HomeToGo-Mitgründer und CEO Dr. Patrick Andrae. Das frische Kapital soll primär in den Teamaufbau, die Vorbereitung der ersten Strecken für das Jahr 2027 sowie den Bau eines originalgetreuen Mockups der Zugkabinen fließen.
Rollendes Boutique-Hotel statt Abteilromantik
Während Nachtzüge aktuell zwar einen massiven Nachfrageboom erleben, ist der eigentliche Markt laut Nox Mobility zwischen 2001 und 2019 drastisch geschrumpft – von rund 1.200 wöchentlichen Verbindungen in Europa auf nur noch etwa 450. Nox will diese Lücke nun schließen und positioniert sich explizit nicht als klassisches Bahnunternehmen, sondern als direkte Alternative zum Kurzstreckenflug.
Der Clou: Das traditionelle Teilen von Schlafabteilen mit Fremden entfällt; stattdessen bekommt bei Nox Mobility jede(r) Reisende sein eigenes privates Zimmer mit Schlafplatz. Die Reise verbinde laut Nox die Zuverlässigkeit des Fliegens operativ mit dem Gefühl eines Boutique-Hotels. Abfahrten sollen abends an zentralen Bahnhöfen stattfinden, die Ankunft morgens direkt im Stadtzentrum – Flughafentransfers und Sicherheitskontrollen entfallen. Zielgruppe sind neben Freizeitreisenden vor allem Geschäftsreisende, für die eine Zugfahrt den frühen Abflug und eine zusätzliche Hotelübernachtung ersetzen soll. Preislich will Nox auf dem Niveau vergleichbarer Flugreisen agieren.
Das Gründerteam: Reichweite trifft auf operative Härte
Hinter dem Projekt steht ein Trio, das Branchenerfahrung, Skalierungswissen und bereits jetzt eine enorme Zielgruppe vereint:
Artur Hasselbach bringt als Mitgründer des Payment-Fintechs orderbird – das für über 140 Millionen Euro von Nexi übernommen wurde – ausgewiesene VC- und Tech-Erfahrung mit.
Janek Smalla kennt das harte operative Mobilitätsgeschäft aus seinen vorherigen Stationen bei FlixTrain und dem Mobilitätsanbieter Bolt.
Thibault Constant ist in der Nische ein Star: Mit "Simply Railway" hat er eine der größten Eisenbahn-Communities Europas mit über 600.000 Abonnenten aufgebaut. Er kennt die Probleme der Fahrgäste aus unzähligen Gesprächen und Zugfahrten aus erster Hand.
Die Gründer geben sich selbstbewusst und verkünden, das Rollmaterial für die Züge bereits gesichert zu haben.
Unsere Markteinordnung
Für uns stellt sich jedoch eine zentrale Frage: Kann man mit 2 Millionen Euro Pre-Seed-Kapital tatsächlich einen hochkomplexen Bahn-Infrastrukturbetrieb aufbauen? Die Antwort lautet: Nein, es ist lediglich das Ticket, um überhaupt an den Start zu gehen. Der Bau eines Mockups in Originalgröße ist das eine – die Finanzierung und Zulassung echter Züge für den Betrieb ab 2027 kostet schnell dreistellige Millionenbeträge.
Besonders kritisch wird das Vorhaben mit Blick auf die Konkurrenz und die jüngere europäische Start-up-Historie. Die Idee eines rollenden Hotels mit ausschließlich privaten Abteilen ist nicht neu. Das französische Start-up Midnight Trains startete 2020 mit extrem viel PR und fast exakt demselben Geschäftsmodell. Im Juni 2024 musste das Projekt jedoch Insolvenz anmelden. Die Gründer scheiterten daran, dass europäische VCs und Banken das massive finanzielle Risiko nicht tragen wollten und die europäische Schieneninfrastruktur historisch stark auf staatliche Monopolisten zugeschnitten ist, was neue Player systematisch benachteiligt.
Gleichzeitig schläft der etablierte Markt nicht: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) dominieren mit ihrem Nightjet das Geschäft und haben mit ihren neuen „Mini Cabins“ (Schlafkapseln für Einzelpersonen) bereits auf den Wunsch nach mehr Privatsphäre reagiert.
Eine hochriskante Kapitalwette
Nox Mobility löst zweifellos ein echtes Problem und trifft den Nerv der Zeit in Sachen nachhaltiger Mobilität. Das Team aus Hasselbach, Smalla und Constant ist hervorragend aufgestellt und die Tatsache, dass sie nach eigenen Angaben bereits Züge gesichert haben, könnte der entscheidende Wettbewerbsvorteil gegenüber gescheiterten Projekten wie Midnight Trains sein.
Dennoch bleibt Nox Mobility eine hochriskante Kapitalwette. Die spannende Bewährungsprobe für das Berliner Start-up beginnt nicht erst 2027 auf den Schienen, sondern bereits in der nächsten Finanzierungsrunde: Dann wird sich zeigen, ob das Team Investor*innen davon überzeugen kann, die enormen Summen für den realen Bahnbetrieb aufzubringen – oder ob der Traum vom Start-up-Nachtzug im Trassendschungel Europas stecken bleibt.
Pausenkulturen in Start-ups: So wichtig sind sie für den Austausch im Team
Erfahren Sie, welche Pausenkulturen in Start-ups als modern gelten und wo Verantwortliche ansetzen sollten.
In der dynamischen Welt von Start-ups, in der Innovation, Geschwindigkeit und Flexibilität zentrale Rollen spielen, wird ein Aspekt häufig unterschätzt: die Pausenkultur. Während der Fokus oft auf Effizienz und Produktivität liegt, sind es gerade die informellen Momente des Austauschs, die langfristig den Teamzusammenhalt stärken und kreative Prozesse fördern können. Pausen bieten Raum für spontane Gespräche, neue Ideen und zwischenmenschliche Verbindungen, die im strukturierten Arbeitsalltag häufig zu kurz kommen.
Eine bewusst gestaltete Pausenkultur kann somit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für junge Unternehmen werden. Die folgenden Abschnitte liefern hierzu die passenden Tipps.
Wenn Mitarbeiter in den Pausen zusammenkommen: Beliebte Locations
In vielen Start-ups entstehen kommunikative Schnittstellen nicht im Meetingraum, sondern an informellen Treffpunkten. Klassische Raucherecken haben sich dabei zu sozialen Knotenpunkten entwickelt, an denen sich Mitarbeitende unabhängig von Hierarchien begegnen. Hier entstehen Gespräche, die oft über das Tagesgeschäft hinausgehen und neue Perspektiven eröffnen. In diesem Zusammenhang zeigt sich auch, wie sich moderne Gewohnheiten in die Pausenkultur integrieren. So spielen beispielsweise Alternativen zum klassischen Rauchen eine Rolle, wie sie etwa über Plattformen wie https://elfbar600.de/ bestellt werden können.
Solche Areale erfüllen heute weniger rein funktionale Zwecke, sondern dienen als Ort des Austauschs. Die gemeinsame Pause – unabhängig davon, ob sie mit einem Kaffee, einem Snack oder einem kurzen Gespräch verbunden ist – fördert den informellen Dialog. Gerade in Start-ups, in denen Prozesse oft noch im Aufbau sind, können solche Gespräche entscheidend dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen oder kreative Lösungen zu entwickeln.
Pausen als Motor für Kreativität und Innovation
Pausen erfüllen nicht nur eine regenerative Funktion, sondern wirken sich oft auch direkt auf die kreative Leistungsfähigkeit aus. In Start-ups, in denen innovative Ideen das Fundament des Erfolgs bilden, ist dieser Aspekt besonders relevant. Der Abstand zur eigentlichen Aufgabe ermöglicht es dem Gehirn, Informationen neu zu verknüpfen und kreative Lösungsansätze zu entwickeln.
Informelle Gespräche während der Pausen führen häufig zu spontanen Ideen, die in formellen Meetings möglicherweise nicht entstanden wären.
Der ungezwungene Rahmen reduziert häufig Hemmschwellen und fördert den offenen Austausch.
Mitarbeitende fühlen sich oft eher ermutigt, Gedanken zu äußern und neue Ansätze einzubringen. Diese Dynamik trägt dazu bei, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Innovation aktiv unterstützt.
Auch wichtig: Die Integration von Freelancern in die Pausenkultur
Viele Start-ups arbeiten mit Freelancern oder externen Partnern zusammen, um flexibel auf Anforderungen reagieren zu können. Dabei stellt sich häufig die Herausforderung, diese externen Kräfte sinnvoll in das Team zu integrieren. Die Pausenkultur kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen.
Gemeinsame Pausen bieten eine niedrigschwellige Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Beziehungen aufzubauen. Freelancer, die regelmäßig an informellen Gesprächen teilnehmen, fühlen sich oft stärker eingebunden und entwickeln häufig ein besseres Verständnis für die Unternehmenskultur. Dies kann die Zusammenarbeit erheblich verbessern und Missverständnisse reduzieren.
Gleichzeitig profitieren auch interne Mitarbeitende in vielen Fällen von diesem Austausch. Neue Perspektiven und Erfahrungen, die externe Kräfte mitbringen, können in die tägliche Arbeit einfließen und zu innovativen Ansätzen beitragen.
Ideen für den Sommer: Gemeinsames Grillen als soziales Highlight
Ein besonders wirkungsvolles Element der Pausenkultur in Start-ups ist das gemeinsame Grillen in der Mittagspause. Solche Aktivitäten gehen über die klassische Pause hinaus und schaffen ein gemeinschaftliches Erlebnis, das den Teamgeist nachhaltig stärken kann. In lockerer Atmosphäre entstehen Gespräche, die im Büroalltag oft keinen Platz finden.
gemeinsame Zubereiten von Speisen unterstützt zudem die Zusammenarbeit. Aufgaben werden verteilt, und es entsteht ein Gefühl der Beteiligung.
Gleichzeitig bietet das Grillen die Möglichkeit, Hierarchien aufzubrechen und Mitarbeitende auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen. Diese informellen Begegnungen tragen dazu bei, Vertrauen aufzubauen und die Kommunikation im Team zu verbessern.
Darüber hinaus wirken solche gemeinsamen Erlebnisse oft motivierend. Sie schaffen im Idealfall positive Erinnerungen und stärken die Identifikation mit dem Unternehmen. Gerade in der schnelllebigen Start-up-Welt können solche Momente dazu beitragen, ein stabiles und engagiertes Team zu formen.
So lassen sich Pausenkulturen vorleben und integrieren
Pausenkulturen lassen sich gezielt vorleben, indem Führungskräfte selbst aktiv Pausen nutzen und damit ein klares Signal setzen. Regelmäßige, bewusst eingeplante Unterbrechungen im Arbeitsalltag unterstützen nicht nur die Erholung, sondern auch den informellen Austausch im Team.
Offene Begegnungsräume, flexible Pausenzeiten und gemeinsame Aktivitäten fördern diese Entwicklung oft zusätzlich.
Wichtig ist, dass Pausen nicht als Zeitverlust, sondern als wertvoller Bestandteil produktiver Arbeit verstanden werden. Auch kleine Rituale wie gemeinsamer Kaffee oder kurze Spaziergänge können die Integration erleichtern.
Eine gelebte Pausenkultur entsteht langfristig durch Konsistenz, Vorbildfunktion und die aktive Einbindung aller Teammitglieder in diese Prozesse.
Wie haben sich Pausen im Laufe der Zeit verändert?
Pausen haben sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Während sie früher vor allem funktional waren und der reinen Erholung dienten, gewinnen heute soziale und kreative Aspekte zunehmend an Bedeutung.
In der Industriezeit waren Pausen oft strikt geregelt und zeitlich begrenzt. Moderne Arbeitswelten, insbesondere in wissensbasierten Berufen, setzen dagegen auf flexible Modelle.
Pausen werden bewusster gestaltet und als Teil der Produktivität verstanden. Besonders in digitalen und agilen Arbeitsumgebungen fördern sie Austausch, Innovation und Teamzusammenhalt.
Fazit
Die Pausenkultur in Start-ups ist weit mehr als eine Unterbrechung der Arbeit. Sie stellt einen wichtigen Bestandteil der Unternehmenskultur dar und beeinflusst häufig maßgeblich den Austausch, die Kreativität und den Zusammenhalt im Team.
Informelle Treffpunkte, die Integration externer Kräfte und gemeinsame Aktivitäten wie Grillen tragen dazu bei, eine offene und kommunikative Atmosphäre zu schaffen.
In einem Umfeld, das von Innovation und Dynamik geprägt ist, können solche Strukturen den entscheidenden Unterschied machen.
Eine bewusst gestaltete Pausenkultur unterstützt nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, sondern fördert auch langfristig den Erfolg des Unternehmens.
