Anbieter-Check: Cloud-Security-Tools

Autor: Rosalia Pavlakoudis
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Sieben Cloud-Security-Programme, die dir dabei helfen, die Datensicherheit in deinem Unternehmen bestmöglich zu gewährleisten.

Wer seine Unternehmensdaten in der Cloud speichert oder cloudbasierte Anwendungen nutzt, stößt schnell auf das Thema Sicherheit: Wo befinden sich die Server, auf denen die Daten gespeichert werden? Wer kann sich Zugriff zu den Daten verschaffen? Sind sie vor Cyberangriffen geschützt? Und: Ist das Ganze überhaupt mit aktuellen Datenschutzgesetzen konform? Häufig befinden sich die einzelnen Komponenten wie Endgeräte, Server, Laufzeitumgebungen und Daten in unterschiedlicher Verantwortung, was das Thema Cloud-Sicherheit noch komplexer macht.

Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen spezielle Software nutzen, um die Sicherheit ihrer Daten und Anwendungen in Cloud-Umgebungen zu gewährleisten. Auf dem Markt sind viele Sicherheitslösungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche verfügbar. Die meisten von ihnen bieten Funktionen für die Überwachung, Erkennung und Verwaltung von Sicherheitsbedrohungen wie Malware oder DDoS-Angriffen sowie Datenwiederherstellung nach Datenverlusten und helfen, Netzwerke und Speicher vor Datendiebstahl und menschlichen Fehlern zu schützen. Einige Tools blockieren zudem den Zugriff auf möglicherweise bösartige Websites und bieten Optionen zur sicheren Authentifizierung, um die unbefugte Nutzung zu verhindern.

Um dir die Auswahl zu erleichtern, stellen wir dir im Folgenden sieben markterprobte Cloud-Security-Lösungen vor. Unsere Auswahlkriterien: Die Tools erfüllen allesamt die vier Hauptfunktionen von Cloud-Security-Software: Zugriffs- und Berechtigungskontrollen, Berichterstellungs- und Analysefunktionen, Threat Intelligence sowie Sicherheitsfunktionen für Cloud-Anwendungen. Jedes Tool hat zudem eine Gesamtbewertung von mindestens 4,5 Sternen aus mehr als 40 Nutzer*innenbewertungen auf GetApp erhalten.

ESET Endpoint Security

ESET Endpoint Security schützt Unternehmen unter anderem vor Ransomware, Zero-Day-Angriffen und dateilosen Attacken. Die Sicherheitslösung wird auf allen Endpunkten im Unternehmen aufgespielt. Sie erkennt mithilfe von maschinellem Lernen manipulierte oder gekaperte Anwendungen, scannt E-Mails auf Malware und Phishing-Versuche und bietet Gegenmaßnahmen bei Angriffen. Mehrschichtige Schutzebenen helfen, Ransomware auch dann zu erkennen, wenn sie schon in das Unternehmen eingedrungen ist. Das Ransomware Shield überwacht Anwendungen anhand ihres Rufs und ihres Verhaltens. Der Exploit-Blocker behält häufig angegriffene Anwendungen wie Webbrowser oder Java im Blick und blockiert sie bei Bedrohungen. Die Botnet-Erkennung schützt vor bösartiger Kommunikation und auch eine Sandbox ist verfügbar. Alle Cloud- und On-Premises-Geräte werden dabei über eine zentrale Konsole verwaltet und erkannte Bedrohungen werden zur Analyse an eine cloudbasierte Reputationsdatenbank gesendet, woraufhin das Ergebnis der Prüfung nach einigen Minuten auf den Endpunkten eingespielt wird. Über die Sicherheitslösungen für Mobilgeräte können Unternehmen die Nutzerrechte auf Geräten einschränken und etwa die Verwendung der Kamera, die Wahl bestimmter Telefonnummern oder die Aktivierung von WLAN oder Bluetooth während der Arbeitszeit oder dauerhaft einschränken. Geräte können aus der Ferne gesperrt und die da­rauf gespeicherten Daten gelöscht werden. ESET Endpoint Security ist ab 186,83 Euro pro Jahr für 5 Geräte verfügbar, wobei der Preis nach Anzahl der Geräte und der gewünschten Komponenten gestaffelt ist (ab 292,74 Euro bei Hinzubuchen der cloudbasierten Konsole statt einer On-Premises-Konsole). Du kannst die Lösung 30 Tage kostenlos testen. Die plattformübergreifende Lösung kann auf Mobilgeräten (iOS und Android) ebenso wie auf Windows-, Mac- und Linux-Geräten verwendet werden.

Vor- und Nachteile:

+ Für Unternehmen aller Größen geeignet

+ Cloud-Sandboxing, umfassender Endpunkt-Schutz und cloudbasiertes Reputationssystem

+ Auf Deutsch verfügbar

- Hat Schwierigkeiten, fortgeschrittene Malware zu­verlässig zu erkennen

- Verlangsamt den PC

- Markiert gelegentlich Software fälschlicherweise als Virus


Symantec Endpoint Security

Auch Symantec Endpoint Security bietet einen mehrschichtigen Schutz für alle Geräte und Betriebssysteme sowie eine KI-gestützte Sicherheitskonsole. Durch das Blockieren von Anwendungen und Geräten können Unternehmen ihre Angriffsfläche verringern. Intrusion-Prevention-Systeme, Firewalls und automatisierte kontextbasierte Richtlinien verhindern Angriffe und Botnet-Verbindungen. Alle Endpunkte und möglichen Bedrohungen werden in einer zentralen Konsole verwaltet, in der IT-Teams zudem unterstützt durch künstliche Intelligenz Sicherheitsrichtlinien für alle Abteilungen festlegen können. Neben dem Endpunkt-Schutz bietet Symantec auch Lösungen für die Serversicherheit. Die cloud-nativen Lösungen bieten eine automatisierte Workload-, Malware- und Schwachstellen-Erkennung für öffentliche und private Clouds, schützen lokale, virtuelle und cloudbasierte Rechenzentren vor Malware und Zero-Day-Angriffen und reduzieren Schwachstellen in Cloud- Speicherdiensten. Die Anwendungsisolierung verhindert die Kompromittierung von Anwendungen und die Dateiintegritätsüberwachung in Echtzeit blockiert unautorisierte Änderungen. Nutzeraktivitäten und Anwendungsprozesse werden auf verdächtiges Verhalten hin geprüft. Der Cloud-Workload-Schutz umfasst auch den Schutz von Containern (in der Cloud und On-Premises) und bietet einen Überblick über die gesamte Containerumgebung. Für Services wie Amazon S3 und Azure stehen automatische Malware-Scans zur Verfügung und du wirst gewarnt, wenn ein Speicher falsch konfiguriert oder vom öffentlichen Internet aus zugänglich ist. Das Cloud Security Posture Management (CSPM) hilft, IaaS-Fehlkonfigurationen zu vermeiden und die Compliance zu gewährleisten. Das Tool kann sowohl vollständig cloudbasiert als auch On-Premises oder hybrid bereitgestellt und verwaltet werden. Das Produkt ist ausschließlich über regionale Partner*innen bzw. Wiederverkaufende erhältlich, über die du auch an Preisinformationen kommst.

Vor- und Nachteile:

+ Umfassender Endpunkt-Schutz für alle Geräte, Workloads, Container und Cloud-Speicher

+ Hybride Optionen: Schutz auch für On-Premises-Bereitstellungen

- Nicht auf Deutsch verfügbar

- Verringert die Akkulaufzeit deutlich

Cloudflare zero trust

Cloudflare ist ein weltweites Cloud-Netzwerk, das Angriffe auf Websites, APIs und Anwendungen blockiert und den Traffic beschleunigt. Die Lösung bietet Funktionen zur Abwehr von DDoS-Angriffen sowie eine Web-Application-Firewall, die Webanwendungen durch die Filterung und Überwachung des HTTP-Traffics schützt. Cloudflare Zero Trust ermöglicht externen Teams oder Teammitgliedern, die im Home-Office arbeiten, den sicheren identitäts- und kontextbasierten Zugriff auf interne Anwendungen und Daten. Das globale, 250 Standorte umfassende Edge-Netzwerk von Cloudflare soll dabei die Latenzzeiten verhindern, die häufig durch VPN-Clients entstehen, und dafür sorgen, dass jede Zugriffsanfrage auf die Nutzer*innenidentität und den Gerätekontext geprüft wird. Über das sichere Web-Gateway lassen sich zudem alle Nutzer*inneninteraktionen sowie der Internet- und Web-Traffic protokollieren, wobei die Protokolle in SIEM-Lösungen oder Cloud-Speicherplattformen übertragen werden können. Data-Loss-Prevention-Funktionen wie Dateiformatkontrollen verhindern, dass Dateien über nicht genehmigte Apps oder Websites hochgeladen werden. Zudem ist die unerlaubte Nutzung von SaaS-Anwendungen oder -Funktionen blockierbar. Cloudfare Zero Trust kann von bis zu 250 Personen kostenlos genutzt werden. Größere Organisationen können die Enterprise-Version 30 Tage lang gratis testen. Die Preise sind auf Anfrage verfügbar, ebenso die Preise für die Netzwerk-Services Magic Transit (Schutz von Rechenzentren und Netzwerkinfrastruktur vor DDoS-Angriffen), Magic WAN (Vernetzung ohne MPLS mit DDoS-Abwehr und Netzwerk-Firewall) und Magic Firewall (weltweite Umsetzung einheitlicher Firewall-Regeln). Die Services für die Anwendungssicherheit und -performance sind ab 20 US-Dollar/Monat (17,62 Euro) verfügbar; zudem gibt es eine Gratisversion für nichtgeschäftskritische Projekte.

Vor- und Nachteile:

+ Auf Deutsch verfügbar

+ Globales Cloud-Netzwerk

- Kann deine Website verlangsamen

- Lange Antwortzeiten des technischen Supports

WebTitan

WebTitan ist eine Sicherheits- und Content-Filter-Lösung, die mithilfe von künstlicher Intelligenz Malware und Phishing verhindert. Unternehmen können genaue Richtlinien für den Internetzugriff erstellen, um mit dem DNS-basierten Web-Inhaltsfilter Online-Bedrohungen fernzuhalten und die Bandbreite zu regulieren. Internetaktivitäten, Trends und sicherheitsrelevante Ereignisse werden in vordefinierten Berichten analysiert und aufbereitet. Eine Richtlinien-Engine mit verschiedenen Web­sitekategorien hilft Unternehmen und Organisationen, je nach ihren individuellen Anforderungen eigene Richtlinien für die Internetnutzung zu erstellen, die verhindern, dass Mitarbeitende oder andere Nutzende auf bösartige oder unerwünschte Inhalte zugreifen. WebTitan ist cloudbasiert und erfordert keine Installation. Das Tool steht in verschiedenen Cloud- und Gateway-Versionen zur Verfügung: Mit WebTitan Cloud for Service Providers können Serviceanbieter*innnen Web- und Inhaltskontrollen für ihre Kundschaft bereitstellen, Richtlinien pro Standort festlegen und bösartige Websites blockieren. WebTitan Cloud for WiFi dient dem Schutz von WLAN-Hotspots.

Vor- und Nachteile:

+ Anpassbare Filterlösung für den Internetzugriff

- Nicht auf Deutsch verfügbar

- Fokus auf Inhaltskontrollen und -filter

Splunk Enterprise

Splunk Enterprise bietet ein analysegestütztes SIEM (Security Information and Event Management System) mit umfassenden Funktionen zum Überwachen, Erkennen und Abwehren komplexer Bedrohungen. Aktivitäten in lokalen und Multi-Cloud-Umgebungen können in zentral anpassbaren Dashboards korreliert und auf mögliche Sicherheitsvorfälle hin untersucht werden. Die Sicherheitsanalyseplattform bietet Sicherheitsteams statische, visuelle, explorative und verhaltensbasierte Analysen, Möglichkeiten zum detailgenauen Drilldown in den Datenbestand und eine durch maschinelles Lernen gestützte Anomalieerkennung. Dabei können auch Datenquellen von außerhalb des Sicherheitsbereichs genutzt und analysiert werden. Splunk unterstützt Unternehmen bei der Migration in die Cloud, überwacht Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen und hilft bei der Einrichtung eines SOC (Security Operations Center). SOAR-Funk­tionen (Security Orchestration, Automation and Response) wie automatisierte Playbooks, die anwendungsübergreifende Automatisierung von Sicherheitsmaßnahmen, ein integriertes Ticketmanagement und die automatisierte Vorfallreaktion für die Cloud ermöglichen die schnelle Reaktion auf Bedrohungen. Die Preise von Splunk sind auf Anfrage verfügbar und richten sich nach dem Workload sowie dem gewählten Funktionsumfang. Das Tool ist sowohl als Einzelprodukt als auch als Teil von Splunk Cloud erhältlich und durch Apps erweiterbar. In der Datenbank des Anbieters sind mehr als 1000 Anwendungen und Integrationen verfügbar, die die Sicherheitsfunktionen erweitern.

Vor- und Nachteile:

+ Auf Deutsch verfügbar

+ Umfassende Datenanalysefunktionen über die Cloud-Sicherheit hinaus

- Kostspielig

- Umgang mit dem Tool kann aufgrund vieler, manchmal versteckter Funktionen mühsam sein

OneLogin

OneLogin ist eine Identitätsverwaltungslösung, die der Verwaltung von Konten für interne und externe Mitarbeitende sowie Zugriffs- und Passwortrichtlinien dient und die Authentifizierung per Single Sign-on und mehrstufiger Authentifizierung ermöglicht. Dabei erleichtert ein Katalog von mehr als 6000 vorintegrierten Unternehmensanwendungen die Bereitstellung von Single Sign-on und Nutzerprovisionierung. Eine eigene Threat Engine identifiziert Anomalien im Nutzer*innen- und Systemverhalten: Wenn das Verhalten von Nutzenden als normal eingestuft wird, sind weniger Authentifizierungsschritte nötig als bei ungewöhnlichem Verhalten. Zur Risikobeurteilung werden Kriterien wie die Netzwerkreputation, Geräte-Fingerprints, der geografische Standort und Zeitanomalien sowie Anmeldeinforma­tionen mit bei Großangriffen kompromittierten Zugangsdaten herangezogen. Wird ein Anmeldeversuch als risikobehaftet eingestuft, werden andere Authentifizierungsmethoden als textbasierte Passwörter verlangt, etwa eine mehrstufige Authentifizierung per SMS oder Stimmerkennung. OneLogin lässt sich zudem auch in andere Lösungen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung integrieren. In einem Cloudverzeichnis können Nutzende, Richtlinien und Zugangskontrollen aus verschiedenen Verzeichnissen wie Active Directory oder Workday in Echtzeit synchronisiert werden, damit der Zugriff von Personen ohne Zeitverzögerung gewährt oder eingeschränkt werden kann. Das Tool ermöglicht das Endpunktmanagement und den sicheren Zugriff auf Desktop­anwendungen. Über die App für Mobilgeräte können sich Teammitglieder per Schnellzugriff mit einem zentralen Login bei Unternehmens-Apps anmelden. OneLogin bietet eine 30-tägige kostenlose Testversion, die Preise für die Vollversion erhältst du auf Anfrage.

Vor- und Nachteile:

+ Umfassende Authentifizierungsfunktionen

+ KI-gestützte Risikobewertung

+ Auf Deutsch verfügbar

- Nutzung des Tools mutet wenig intuitiv an

Idgard

Idgard ist ein deutscher Cloud-Dienst des TÜV SÜD, der das sichere Speichern, Freigeben und Synchronisieren von Dateien innerhalb und außerhalb eines Unternehmens ermöglicht. Dazu stehen revisionssichere virtuelle Datenräume zur Verfügung, in denen jede Aktion lückenlos dokumentiert wird. PDFs lassen sich als Sitzungsmappe zusammenfassen, es gibt Umfragefunktionen und auf Wunsch werden Dokumente nach einer gewissen Zeit gelöscht. Wasserzeichen, ein reiner Lesezugriff und Benachrichtigungen bei Massendownloads helfen, die Verbreitung von Dokumenten zu verhindern. Außerdem kannst du Benutzer*innenrechte detailgenau festlegen und E-Mail-Anhänge durch verschlüsselte Links ersetzen. So dient idgard als sichere Filesharing-Lösung und FTP-Alternative. Das Tool bietet zudem eine mobile App, die sowohl den Zugriff auf den sicheren Onlinespeicher als auch die Möglichkeit bietet, Fotos, Videos und Sprachnachrichten aufzunehmen und zu speichern. Idgard entwickelt seine Datenräume DSGVO-konform nach dem Prinzip „Privacy by Design“ und ist nach TCDP-Schutzklasse III zertifiziert, sodass der Dienst bspw. auch für Anwaltskanzleien geeignet ist. Ein virtueller Assistent, eine Videobi­bliothek sowie kostenlose Webinare helfen bei der Einrichtung. Idgard ist in der Essentials-Version ab 15 Euro pro Person und Monat (mindestens 5 Nutzende) verfügbar. Ab der Growth-Version (19 Euro pro Person/Monat) sind virtuelle Datenräume und Sealed Antivirus verfügbar; in der Enterprise-Version (29 Euro pro Person/Monat, mind. 25 Nutzende) außerdem das Rechtemanagement auf Ordner- und Dokumentenebene, georedundante Backups und Premium-Support mit persönlicher Ansprechpartner*in. Das Tool kann 14 Tage kostenlos getestet werden.

Vor- und Nachteile:

+ Sichere Datenspeicherung und virtuelle Projekträume

+ Nach der höchsten Schutzklasse für Cloud-Dienste zertifiziert

+ Unternehmen aus Deutschland

- Keine Sicherheitsfunktionen für andere Cloud-Dienste


Die Autorin Rosalia Pavlakoudis ist Content Analyst für GetApp und Software Advice, zwei unabhängigen Software Vergleichsplattformen für Business-Software-Käufer*innen. Beide Netzwerke bieten verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte in Hunderten von Softwarekategorien.

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Planted: Millionen-Investment für den Klimaschutz

Das 2021 gegründete Kölner GreenTech-Start-up Planted will mit Millionen-Investment Unternehmen zu Klimarettern machen.

Planted ist ein 2021 von Cindy Schüller, Wilhelm Hammes Heinrich Rauh und Jan Borchert gegründetes Green-Tech-Start-up mit Sitz in Köln. Das 14-köpfige Team setzt sich für den Erhalt der Erde und ihrer Ressourcen ein – dabei geht es sowohl um das Reduzieren als auch das Vermeiden von CO2-Emissionen. Mithilfe unkomplizierter Abomodelle und einer eigens entwickelten Software-Lösung können Unternehmen in den aktiven Klimaschutz investieren. Ziel ist, dass Unternehmen ihre Netto-Null-Emissionen erreichen und so einen entscheidenden Beitrag beim Erreichen des 1,5-Grad-Ziels leisten.

Klimaschutz-Dreiklang

Planteds Strategie für aktiven Klimaschutz besteht aus einem Dreiklang globaler Klimaschutzprojekte, dem Pflanzen lokaler, klimastabiler Bäume und der allgemeinen Reduktion von CO2 in Unternehmen. Letzteres soll möglich werden dank einer innovativen Dekarbonisierungs-Software.

Im Rahmen einer 1-Millionen-Pre-Seed-Finanzierungsrunde beteiligen sich nun Smart Infrastructure Ventures und neoteq ventures an Planted. Darüber hinaus sind die Business Angels Julius Göllner (ARRtist), Jochen Berger (Groundbreaker), Friedrich Neumann (Urban Impact Capital), Johannes Sass (Wow Yes Ventures) und Lucas von Fürstenberg (Freiherr von Fürstenberg’sche Forstverwaltung) involviert sowie das Family Office Rivus Capital.

Von innen heraus dekarbonisieren

„Die Finanzierung ermöglicht es uns, eine innovative Software-Lösung zu entwickeln, mit der sich Unternehmen von innen heraus dekarbonisieren. Wir wollen ein kollektives Bewusstsein schaffen und dank individueller Challenges Firmen spielerisch zum Klimaschutz befähigen. Dabei soll jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eine aktive Rolle einnehmen und Verantwortung für ein zukunftsfähiges Morgen übernehmen,” sagt Cindy Schüller, Mitgründerin von Planted.

Die vier Kölner*innen wollen nichts wengier als unseren Planeten zukunftsfähig für die nächsten Generationen machen – und suchen dabei den engen Schulterschluss mit Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen. Mit an Bord ein eigener „Klimaförster“, der sich um die Bepflanzung der klimastabilen Bäume in deutschen Mischwäldern kümmert: Jan Borchert.

Jahresbilanz: 35.000 Tonnen CO2 ausgeglichen

Co-Founder Borchert zieht nach einem Jahr Planted ein erstes Zwischenfazit: „100.000 klimastabile Bäume in Deutschland – und das innerhalb von nur einem Jahr! Das war nur möglich dank toller Partnerfirmen wie Eurowings, Gerry Weber oder Electronic Sports League, die an unsere Vision glauben. Mit unseren über 100 Partnern haben wir insgesamt knapp 35.000 Tonnen CO2 ausgeglichen. Anders ausgedrückt konnten wir so über 60.000 Flüge von Köln nach Barcelona und zurück durch Klimaschutzprojekte ausgleichen. Dank der Finanzierungsrunde können wir jetzt nicht nur das Thema CO2-Ausgleich, sondern auch die aktive Vermeidung forcieren.“

Vormerken: Die spannende Planted-Gründerstory liest du in der kommenden Printausgabe von StartingUp – Heft 03/22, ab dem 01. September 22 im Handel.

So machst du mit Getränken dein Unternehmen attraktiver

Talentierte und motivierte Mitarbeitende sind der Schlüssel zum Erfolg jedes Unternehmens. Vor allem nach der Gründung ist ein Hochleistungsteam unabdingbar, um die Herausforderungen junger Unternehmen zu meistern. Mit einfachen Maßnahmen kannst du deine Arbeitgeberattraktivität stärken und gleichzeitig die Motivation aufrechterhalten. Die Bereitstellung von Getränken wird zunehmend beliebter, um auf dem Arbeitsmarkt mit attraktiven Leistungen zu überzeugen und den Mitarbeitenden Wertschätzung und Fürsorge zu zeigen.

Als junges Unternehmen attraktiv auf den Arbeitsmarkt sein

Neugegründete Unternehmen stehen täglich vor vielen Herausforderungen. Nur mit einem talentierten Team lassen sich betrieblichen Erfolge erzielen. Die Einstellung qualifizierter Mitarbeitenden ist im heutigen Arbeitsmarkt gar nicht so leicht. Um für Bewerber:innen attraktiv zu sein, sollten Unternehmen ihre Arbeitgebermarke stärken.

Die Entlohnung ist schon lange nicht mehr der ausschlaggebende Faktor bei der Arbeitgeberauswahl. Vor allem junge Talente legen Wert auf das Unternehmensklima, den Spaß bei der Arbeit, die Erfüllung der Aufgaben und die Work-Life-Balance.

Mitarbeitendenvorteile sorgen für ein positives Arbeitsklima

Die Einführung von Mitarbeitendenvorteilen kann ein positives Arbeitsklima erzeugen. Neben der betrieblichen Alters- und Gesundheitsvorsorge gibt es eine weitere Maßnahme, die jedes Unternehmen im Handumdrehen umsetzen kann: die Bereitstellung kostenfreier Getränke durch die flaschenpost.

Getränke liefern einen weiteren wichtigen Vorteil. Sie tragen zu einer Leistungssteigerung der Mitarbeitenden bei. Empfehlungen von Gesundheitskassen zeigen, dass eine ausreichende Getränkezufuhr nachweislich die Produktivität und die Gesundheit des Teams verbessert.

Gründer*in der Woche: KIRIMANUFAKTUR - modulare Möbel aus Kiri-Holz

Die KIRIMANUFAKTUR, 2021 von Paul Helmeth in München gegründet, hat sich auf die Verarbeitung von nachhaltig in Europa angebautem Kiri-Holz spezialisiert. Wie er dieses besondere Holz für sich entdeckt hat und was Paul daraus fertigt, erfahrt ihr im Interview.

Wann und wie bist du als Pilot im Hauptberuf auf die Idee gekommen, zu gründen bzw. "etwas in Holz" zu machen?

Die nebenberufliche Selbstständigkeit war schon seit Jahren mein Ziel, dabei bietet es sich natürlich immer an aus seinem Hobby einen Beruf zu machen. Die Pandemie war hierfür der perfekte Zeitpunkt, da die Flugzeuge innerhalb weniger Wochen am Boden standen. Als Autodidakt im Möbelbau und mit über 25 Jahren Erfahrung im Holzbau stellte sich „nur“ die Frage: Womit am besten?

Wie bist du dann auf Kiri-Holz gekommen?

Die Wahl des Holzes war kein Zufall, vielmehr hat mich ein langjähriger Freund darauf gebracht – Peter Diessenbacher. Er ist Miteigentümer und Mitgründer des europäischen Marktführers im Kiri-Holz-Bereich, der WeGrow AG. Dabei hat mich das Kiri-Holz von vorne rein durch seine vielen positiven Eigenschaften überzeugt.

Welche Eigenschaften sind das?

Zum einen ist es extrem leicht: mit 270kg/m3 ist es fast halb so schwer wie vergleichbares Bauholz wie Fichte oder Kiefer mit 480kg/m3 – bei ähnlicher Stabilität. Für mich ebenfalls entscheidend ist die homogene Oberfläche, da es nahezu astfrei ist und somit einfach zeitlos. Hinzu kommt die hohe Formstabilität, der hohe Flammpunkt und der hohe Dämmwert, der sich durch den Lufteinschluss der wabenförmigen Struktur ergibt.

Neben den Materialeigenschaften ist Nachhaltigkeit bei der Wahl des Rohstoffes von zentraler Bedeutung. Der Kiri-Baum bindet CO2 wie kaum ein anderer Baum. Auf den Plantagen in Europa wird bis zu viermal so viel CO2 gebunden im Vergleich zu einem europäischen Mischwald. Als Alternative zu Tropenhölzern, schont der Anbau auf Plantagen heimische Wälder und reduziert deren Nutzungsdruck. Hinzu kommt, dass der Kiri-Baum als Pionierpflanze keine nährstoffreichen Böden benötigt. Durch seine großen Blätter entsteht jedoch mit der Zeit nähstoffreicher Humus, mit welchem sich dann weitere Pflanzen und Lebewesen ansiedeln - wie geschaffen für heimische Blumen und Gräser.

Als am schnellsten wachsender Laubbaum der Welt wächst der Kiribaum im ersten Jahr bis zu sechs Meter hoch. Nach fünf bis sechs Jahren werden die ersten Bäume geerntet, nach acht bis zehn Jahren haben sie einen Stammdurchmesser von bis zu 40 cm. Nach der Ernte treibt der Baum erneut aus dem Stumpf heraus aus. Viele Generationen hintereinander kann der Baum so geerntet werden und die Pflanzenwelt darunter bleibt unberührt. Das Wurzelwerk bleibt in Takt und speichert die Feuchtigkeit nach dem Regen viele Meter tief. So verbessert er ganz nebenbei das Mikroklima in Trockengebieten.

Mütter gründen anders

StartUp MOM, der erste MOM Accelerator Deutschlands, will ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnen.

Die Corona-Pandemie veranlasste viele Mütter, ihre aktuelle berufliche Situation zwischen Homeschooling und Videokonferenzen zu hinterfragen. Hinzu kommt, dass insbesondere angestellte Mütter in einer Teilzeittätigkeit nicht nur generell schlechter finanziell aufgestellt sind, sondern oft auch einen Karriereknick erleben. Dies führte zu einem positiven Nebeneffekt: Mütter fingen vermehrt an, über eine Selbständigkeit nachzudenken und entwickelten (oft in der Elternzeit) spannende Geschäftsideen, für deren Umsetzung sie Unterstützung brauchten.

Vor diesem Hintergrund wurde Ekaterina Arlt-Kalthoff, Gründerin von MAMI POPPINS, der ersten Kinderwagenvermietung Deutschlands, immer öfter von hilfesuchenden Frauen, die sich ihre Selbständigkeit aufbauen wollten, um Rat gefragt. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten befanden sich viele Mütter in einer unsicheren beruflichen Situation. Viele fürchteten um ihre Anstellung“, erinnert sich Ekaterina. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie im Jahr 2020 StartUp MOM und den ersten MOM Accelerator Deutschlands.

Mütter sind die idealen Unternehmerinnen

Der MOM Accelerator ist ein 12-wöchiges Mentoring-Programm, das ambitionierten Frauen mit großen Visionen eine klare Anleitung für den Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle aufzeigt. „Wir haben den MOM Accelerator so konzipiert, dass die einzelnen Themen in digitalen Live-Webinaren vermittelt werden. Wir bieten wöchentliche Gruppensessions an und somit einen engen Kontakt zu den Mentorinnen. Kann eine Mutter gerade nicht online teilnehmen, weil sie zum Beispiel ihr krankes Kind Zuhause betreut, ist das nicht tragisch, da alle Webinare aufgenommen werden und jederzeit abrufbar sind“, erläutert Ekaterina.

Vor allem bietet der Accelerator Müttern, die gründen möchten, einen flexiblen organisatorischen Rahmen, der gängigen Acceleratoren normalerweise fehlt. Als Gründerin war Ekaterina im Jahr 2017 selbst Teilnehmerin eines Accelerator-Programms beim STARTPLATZ Düsseldorf. Die wertvollen Erfahrungen, die sie dort sammeln konnte, vermittelt sie heute an ihre Teilnehmerinnen.

Neben Geschäftsführerin Ekaterina, die als Online-Marketing- und Social-Media-Marketing-Expertin die Gründerinnen auf ihre erfolgreiche Vermarktung vorbereitet, unterstützen sie weitere sechs Mentorinnen, die alle mindestens 15 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Diese geben wertvolles Know-how an die Teilnehmerinnen weiter, u.a. aus den Bereichen Marketing, Fördergelder und Finanzierung, Entwicklung des Corporate Design, rechtliche Fragestellungen, Unternehmenskommunikation und PR sowie Entwicklung von Videos und Podcasts. Auch rund um die Themen Zeit- und Projektmanagement sowie Berufshaftpflicht gibt es Fachleute im Netzwerk, die online in Einzel- oder Gruppengesprächen coachen. „Mütter sind oft multitaskingfähig, kreativ und haben eine große soziale Kompetenz. Sie sind die idealen Unternehmerinnen. Das beweisen auch die bisherigen Teilnehmerinnen in unserem Mentoring-Programm“, sagt Ekaterina.

Drei Gründerinnen, die den Accelerator erfolgreich absolviert haben, stellen wir im Folgenden vor.

Als Start-up per Buy & Build Strategie zu internationaler Stärke

Wer heute als Start-up mit einer innovativen Idee beginnt, ist gut beraten, sich bei passender Gelegenheit Partner zu suchen, die einen bei der Realisierung der Geschäftsidee unterstützen.

Erwiesenermaßen ist man in einer Gruppe immer leistungsfähiger und auch erfolgreicher, als wenn man seinen Weg alleine geht. Das liegt daran, dass man zu einem gut funktionierenden Team zusammenwächst, in dem jeder seinen Beitrag zum Erfolg leistet.

Starke Teammitglieder sind in der Lage, die Schwächen anderer auszugleichen. Dieses Gruppenprinzip lässt sich auch auf Unternehmen übertragen. Wer heute als Start-up mit einer innovativen Idee beginnt, der ist gut beraten, sich irgendwann Partner zu suchen, die einen bei der Realisierung der Geschäftsidee unterstützen.

Durch Buy & Build Strategie Teil der Wertschöpfungskette werden

Die Vernetzung zwischen Wirtschaftsunternehmen ist inzwischen ein Trend für den sich mit der Buy & Build Strategie ein ganz eigenes Konzept entwickelt hat. Dabei handelt es sich um Dachplattformen, deren operatives Geschäft durch Zukäufe und Beteiligungen stetig erweitert wird, wobei sich die geschlossenen Kooperationen stark auf einen bestimmten Bereich fokussieren. Auf diese Weise schließt ein solches Unternehmen mit Buy & Build Strategie irgendwann die gesamte Wertschöpfungskette mit ein, von der Entwicklung und Forschung zu neuen Produkten und Dienstleistungen, über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb.

Bei dieser Strategie werden einzelne Unternehmen wie ein Puzzle zusammengefügt, bis sie die Supply Chain für ihre Nische ganzheitlich abbilden und auf diese Weise national wie international zu einem sogenannten Global Player aufsteigen. Diese Chance erhält aber nicht nur die Dach-Plattform selbst, sondern mit ihr jedes einzelne Unternehmen, das Teil der Plattform ist. Letztlich ist es eine Gemeinschaftsleistung all derer, die sich unter dem Dach der Plattform zusammengefunden haben. Vor allem die Tatsache, dass die gesamte Wertschöpfungskette abgedeckt wird, erleichtert den Zugang zu potenziellen Kunden, die bei einem Vertragsabschluss letztlich alles aus einer kompetenten Hand erhalten, obwohl natürlich verschiedene Unternehmen beteiligt sind. „Buy & Build bedeutet Post Merger Integration mit allen Konsequenzen. Das ist in unserem Fall ein längerer Prozess, da die Produkte komplementär sind und integriert werden müssen. Das wissen alle und arbeiten sehr motiviert darauf hin“, erklärt Dr. Ricco Deutscher, Mitgründer und CEO von billwerk.

Best Practice Beispiel im Bereich Subscription Management

Solche Dach-Plattformen gibt es für die verschiedensten Branchen. Hier gilt derzeit das in Frankfurt am Main von Dr. Ricco Deutscher mitgegründete Unternehmen billwerk, ein europaweit führender SaaS-Anbieter für Subscription Management (auch als Abonnementverwaltung bezeichnet) und Recurring Billing (beschreibt die wiederkehrende Inrechnungstellung von Produkten oder Dienstleistungen) als eines der aufstrebendsten Beispiele. Durch die Unterstützung des Growth-Equity-Unternehmens PSG ist es billwerk inzwischen gelungen, Unternehmen aufzukaufen, die sich sowohl vertikal als auch horizontal entlang der Wertschöpfungskette bewegen. Nach den Zukäufen von Sofacto und reepay arbeiten aktuell bereits über 130 Mitarbeitende unter dem Dach des Frankfurter Unternehmens.

Allerdings ist die Buy & Build Strategie nicht für jedes Unternehmen und auch nicht zu jedem Zeitpunkt die beste Form des Geschäftsmodells. Es gibt Faktoren, die für diese Strategie sprechen, aber auch Bedingungen, unter denen ein Unternehmen nicht gut beraten wäre, sich einer Dachplattform mit Buy & Build Strategie anzuschießen.

Dr. Ricco Deutscher, Mitgründer und CEO von billwerk, sagt bezüglich des richtigen Zeitpunkts für die Buy & Build Strategie: „Ob und wann eine Buy & Build Strategie sinnvoll ist, hängt vom Marktumfeld ab. Ein Beispiel, wo das gut funktionieren kann, sind Märkte in der Sättigungsphase mit Verdrängungswettbewerb. Bei jungen Märkten in der Innovationsphase ist das meist nicht sinnvoll, weil da die Geschäftsmodelle noch nicht voll ausgeprägt sind, und keine Synergien erzielt werden können. Eine wichtige Voraussetzung sind erzielbare signifikante Synergien. Befindet sich ein Markt in so einer Phase, wo durch Buy & Build signifikante Synergien erzielt werden können, dann ist oft der First Mover der Gewinner der Markt-Konsolidierung. Die billwerk hat eine Konsolidierung erwartet, und hat ganz bewusst die Rolle des First Movers in Europa angenommen.“

Was Subscription-Management-Systeme bieten

Der Umgang bzw. die Verwaltung wiederkehrender Zahlungen kann vor allem für kleinere Unternehmen zu einer Herausforderung werden, wenn die personellen Kapazitäten und die technischen Möglichkeiten begrenzt sind. Eine moderne, digital-basierte Softwarelösung kann hier Abhilfe schaffen und die für effizientes Subscription Management und Recurring Billing notwendigen Tools bieten. Sie ist in der Lage, ein funktionierendes Recurring Billing & Payment, Debitoren Management sowie Subscription Management zu gewährleisten.

Darüber hinaus bietet eine Softwarelösung Monitoring & Analytics, einen 24/7 Customer Selfservice, ein Rest-API sowie In-App Purchases an. Die Zahl der namhaften Unternehmen, die ihr Subscription Business mithilfe einer solchen Software wie von billwerk organisieren, steigt. So nutzen etwa RTL+, Lexware, Cornelsen, DUDEN & Pons oder sevDesk sowie waipu.tv solche diese Lösungen. Die Bandbreite der in solchen Softwareangeboten enthaltenen Features macht sie für Unternehmen interessant, reduzieren diese doch den Zeit- und Personalaufwand deutlich.

Billwerk hat sich mit Hilfe der finanziellen Absicherung von PSG als einstiges Start-up nun auf den Weg gemacht, eine der größten Europäischen Anbieter in der Abo-Wirtschaft zu sein. Die Marktposition und das renommierte Kundenportfolio geben dem Unternehmen recht. So kann der Weg des Frankfurter Unternehmens mit Buy & Build den nächsten Schritt in seiner Branche zu machen, sicherlich ein Vorbild für andere junge Unternehmen sind. Gemeinsam ist man stark, doch es muss auch einen starken Kopf geben, der alle zusammenbringt.

Lösung im Insolvenzverfahren von HelloFreshGO

Das insolvente Berliner Food-Start-up HelloFreshGO, 2017 gegründete Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh, scheint mithilfe zweier Investoren gerettet.

„Wir freuen uns, dass wir bereits heute am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der HelloFreshGO GmbH eine Investorenlösung gefunden haben. Durch die Investoren Convini Deutschland GmbH und foodji marketplace GmbH ist das laufende Geschäft nachhaltig gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten und die Kunden des Unternehmens können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit gesunden Lebensmitteln versorgen“, erklärt Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS.Das Berliner Start-up HelloFreshGO ist eine Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh.

Die junge Firma betrieb smarte Food-Terminals, an denen sich Mitarbeiter*innen in Büros mit verpackten Mahlzeiten sowie Getränken und Snacks versorgen konnten. HelloFreshGO übernahm dabei alle logistischen und digitalen Dienstleistungen wie Menüplanungen, Bezahlvorgänge, Produktentwicklung, Belieferung, und Wartung der Terminals. Die Lebensmittel stammten größtenteils von regionalen Partner*innen, um eine ressourcenschonende und effiziente Versorgung sicherzustellen. 2017 trat das Unternehmen mit seiner Idee an und startete damit in einen aussichtsreichen Markt, da Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelversorgung im Büroalltag wichtige Trends sind. Es gelang HelloFreshGO innerhalb weniger Jahre, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen.

Corona-Pandemie führte zu Schieflage

Die Corona-Pandemie und Einschränkungen wie angeordnete Betriebsschließungen oder die spätere Home-Office-Pflicht waren empfindliche Einschnitte für das Geschäftsmodell, das auf eine Präsenz der jeweiligen Belegschaft im Unternehmen setzte. Zwar konnten die Umsätze durch verschiedene Sonderaktionen gehalten werden, das für das Wirtschaftsmodell des Start-ups erforderliche Wachstum blieb aber aus. Eine weitere Finanzierungsrunde scheiterte und eine Sanierungslösung durch Investoren oder Gesellschafter konnte außergerichtlich ad hoc nicht gefunden werden.

Deshalb sah sich Geschäftsführer Dr. Markus Schneider im März 2022 gezwungen, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg bestellte am 16.03.2022 Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter, der gemeinsam mit seinem Team um Rechtsanwältin Stephanie Hotopp die erforderlichen Schritte zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes einleitete.

Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, das ungewöhnlich hohe Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben durch die Nutzung der insolvenzbedingten Sondereffekte aber besonders auch durch umfangreiche Einsparmaßnahmen zum Ausgleich zu bringen. So konnten der Geschäftsbetrieb über 2,5 Monate fortgeführt und die Kund*innen weiter beliefert werden. Daneben wurden verschiedene Sanierungsansätze angegangen, zu denen neben der Wiederaufnahme der vor Insolvenzantragstellung bereits geführten Verhandlungen mit einigen potenziellen Investor*innen auch die umgehende Einleitung eines M&A-Prozesses gehörte.

Investorenprozess bringt Durchbruch

Verantwortet wurde die strukturierte Investorensuche von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG: „Es hatten sich schnell zahlreiche Interessenten für das Unternehmen und sein modernes Geschäftsmodell gefunden. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt; am Ende hielten Convini und foodji die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Belegschaft bereit.“ Die schwedische Firma Convini verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie HelloFreshGO und übernimmt im Rahmen eines Asset Deals die Berliner Zentrale des Food-Start-ups, den Großteil der Mitarbeiter*innen sowie die fast 200 Kund*innen im Norden und der Mitte Deutschlands (Berlin, Hamburg, Köln). Mit der Akquisition setzt das Unternehmen seine Europaexpansion fort.

Daneben übernimmt das Unternehmen foodji die südlichen Kund*innen von HelloFreshGO rund um München, Stuttgart und Frankfurt. Foodji ist Marktführer in der vollautomatisierten Speisenverpflegung in Restaurantqualität. Um die standortspezifische Auswahl der frischen Speisen möglichst nachhaltig und nachfragetreu anzubieten, setzt das Unternehmen auf selbstlernende Systeme, sprich auf KI.

„Dank der beiden Investoren können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden und Partner von HelloFreshGO aufatmen. Unser Dank gilt allen, die die Sanierung des Unternehmens und die Vertragsverhandlungen unterstützt haben – und damit für eine Lösung innerhalb so kurzer Zeit sorgten“, sagt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus. Die Vertragsgestaltung erfolgte maßgeblich durch das Team um Rechtsanwalt Dr. Rolf Leithaus von der Kanzlei CMS.

6. EY Startup Academy – jetzt bewerben!

Start-ups aufgepasst: EY sucht Tech-Geschäftsmodelle mit Zukunftspotenzial. Bewerbt euch jetzt für die sechste Edition der EY Startup Academy.

Innovative Start-ups in der Frühphase ihrer Entwicklung können sich nun für die sechste Edition der EY Startup Academy bewerben. Start-ups, die die Alpha-Phase durchlaufen haben, bereits ein Minimum Viable Product oder einen Proof of Concept vorweisen können und innerhalb der nächsten 12 Monate eine Finanzierung anstreben, haben bis zum 31. August 2022 Zeit, sich anzumelden.

In dem sechswöchigen Programm erhalten die teilnehmenden Start-ups die Chance, ihr Geschäftsmodell mithilfe strukturierter Beratung von EY-Expert*innen zu verbessern. Die Gewinner*innen der EY Startup Academy, die im Closing Event am 17. November gekürt werden, erhalten ein Preisgeld und den Zugang zu einem hochkarätigen Netzwerk aus Unternehmen, Investor*innen und weiteren Akteur*innen aus dem Start-up-Ökosystem.

Im Herzen des Start-up-Ökosystems

In diesem Jahr startet das Programm am 15. September mit einem Investors Day und dem Pitch Contest der Start-ups – und das erstmals wieder physisch nach zwei Jahren, in denen das Programm rein virtuell stattfand. Aus einer Vorauswahl der eingegangenen Bewerbungen entscheidet eine mit den Partner*innen der EY Startup Academy besetzte Jury an diesem Tag, welche der Start-ups am vielversprechendsten sind und an der sechswöchigen Finalrunde teilnehmen können.

In den darauffolgenden mehr als 30 Veranstaltungen haben die teilnehmenden Start-ups die Chance, in Workshops, Training Events und Fireside Chats sowohl die EY-Expert*innen als auch die über 20 Partner*innen des Programms kennen zu lernen. Von Verbänden wie der Austrian Angels Investors Association oder den Business Angels FrankfurtRheinMan über Unternehmensvertreter*innen wie BERLIN-CHEMIE AG, Deutsche Bahn Digital Ventures, Deutsche Börse Venture Network, IBM, dem Sparkassen Innovation Hub, oder w&w brandpool bis hin zu Finanzinvestor*innen wie BlackWood Capital Partners, C3 Management, Dieter von Holtzbrink Ventures, neoteq ventures, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures oder SpeedInvest decken die Partner*innen der EY Startup Academy das gesamte Spektrum des Ökosystems ab. Dies wird durch weitere, im Ökosystem gut vernetzte Akteur*innen wie Campus Founders, HIGHEST, TechQuartier und UPSTART komplementiert.

Ziele der EY Startup Academy

Mit der EY Startup Academy möchte EY Tech-Geschäftsmodelle mit Zukunftspotenzial bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen. „Die EY Startup Academy bietet Gründern und Gründerinnen einen Zugang zu Kapitalgebern, Experten und potenziellen Kunden. In unseren Workshops vermitteln wir Start-ups Expertise zu wichtigen Fragestellungen rund um die wichtigsten Themen für ihre Entwicklung: von Klassikern wie Pitching und Finanzplan, bis hin zu Steuern, Buchhaltung und Bewertung, aber auch Vertrieb und Marketing. So können Start-ups ihre Investor Readiness schneller erreichen“, erläutert Dr. Francesco Pisani, Programmmanager der EY Startup Academy.

Asteria, Divizend, Finoa oder Finexity sind nur einige der Start-ups, die in den vergangenen Jahren an der EY Startup Academy teilgenommen haben und sich überaus erfolgreich entwickelt haben. Ihr wollt in diese Fußstapfen treten?

Im Startup-Zoo

Es gibt viel mehr als nur Unicorns und Zebras in unserem Start-up-Ökosystem – Interview mit Entrepreneurship-Professor und Start-up-Szene-Kenner Prof. Dr. Tobias Kollmann.

Viele Start-ups träumen davon, ein Unicorn zu sein, und noch mehr Investor*innen wollen in ein solches Unternehmen investieren. Doch nicht alle Gründer*innen wollen oder können die zugehörigen Erwartungen an ein exponentielles Wachstum, eine Milliardenbewertung und einen schnellen Exit erfüllen. Mit den Zebras hat sich entsprechend eine Gegenbewegung von Start-ups entwickelt, die langsamer, aber auch nachhaltiger wachsen wollen.

Nun hat sich Prof. Dr. Tobias Kollmann auf die Suche nach weiteren Arten zwischen diesen beiden Extrempolen gemacht und diese mit den Horses und den Cows auch gefunden. Im Interview stellt er uns seinen erweiterten Startup-Zoo vor.

Die ganze Welt spricht über Unicorns und solche Start-ups, die es werden wollen, sowie davon, dass wir dringend mehr von ihnen brauchen. Warum reicht Ihnen die Suche nach diesen Fabelwesen nicht?

Ich drehe die Frage einmal um. Warum sollte man nur über die Start-ups mit oder wegen einer hohen Kapitalbewertung reden? Es gibt doch auch noch viele andere junge Unternehmen, die von ebenso mutigen Gründer*innen aufgebaut wurden und die auch eine erfolgreiche, wenn auch vielleicht nicht so schnelle Entwicklung verzeichnen. Die haben ebenfalls einen Wert für unser Startup-Ecosystem! Schließlich gibt es an anderer Stelle ja die DAX-Unternehmen an der Spitze, aber eben auch einen breiten Mittelstand, der ebenso wichtig für unsere Wirtschaft ist.

Dennoch werden die Unicorns immer als wichtige Leuchttürme bezeichnet, die sowohl für den Rest der Start-up-Szene als auch für den internationalen Vergleich von besonderer Bedeutung sind, oder nicht?

Doch, und das sollen sie ja auch bleiben. Natürlich brauchen wir diese sehr stark wachsenden Start-ups sowohl für die Investor*innenlandschaft als auch als Vorbilder für die Gründer*innen von morgen. Ich wehre mich nur gegen die eindimensionale Betrachtung im Hinblick auf das alleinige Ziel für Start-ups, nun unbedingt ein Unicorn werden zu müssen und sich im Hinblick auf Erfolg und Anerkennung nur über eine zugehörige Kapitalbewertung definieren zu lassen.

Das zeichnet Unicorns aus

  • Kurzfristige und sehr starke Wachstumsorientierung.
  • Sehr kurzfristige exponentielle Wertsteigerungsperspektive.
  • Sehr starke investorenbezogene Exit-Orientierung.
  • Keine Kooperationsbereitschaft im Wettbewerb.
  • Keine Markttoleranz gegenüber der Konkurrenz.
  • Unterwegs in Winner-takes-it-all-Märkten.
  • Investor*innen-Exit über Börsengang oder M&A.

Warum? Ist die Bewertung nicht auch ein Spiegelbild für eine positive Entwicklung, und muss es nicht das Ziel eines jeden Start-ups sein, den maximalen Erfolg zu haben und so groß wie möglich zu werden?

Nicht unbedingt, denn auch kleinere Start-ups schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern, bieten Exit-Optionen bzw. schütten gute Renditen an ihre Investor*innen aus und tragen so zum Wohlstand unserer Gesellschaft bei. Deswegen dürfen wir aus meiner Sicht den Erfolg eines Start-ups für die Gründer*innen nicht nur an der Höhe des eingesammelten Kapitals oder einer zugehörigen Wachstumsrate festmachen. Viele wollen das auch nicht.

Sie spielen auf die Zebra-Bewegung an, richtig?

Genau, denn das sind Start-ups, die sich bewusst dem Diktat einer oftmals investor*innengetriebenen Wertsteigerungsmaxime über ein sehr schnelles Wachstum nicht unterwerfen wollen. Sie haben eine eher langfristige, dafür aber vielleicht nachhaltigere Entwicklung zum Ziel, und das ist aus meiner Sicht genauso in Ordnung.

Jetzt haben Sie sich ja aber auf die Suche nach weiteren Gattungen von Start-ups gemacht. Wie kam es dazu?

Ich habe mich gefragt, ob es zwischen den beiden Gegenpolen von Unicorns und Zebras nicht noch weitere Varianten gibt, die ein differenzierteres Bild auf die Startup-Szene ermöglichen. Ich wollte weg von einem Entweder-oder und hin zu Alternativen für die Betrachtung eines jungen Unternehmens sowohl aus Sicht der Gründer*innen als auch der Investor*innen.

Das zeichnet Zebras aus

  • Langfristige und nachhaltige Wachstumsorientierung.
  • Langfristige lineare Wertsteigerungsperspektive.
  • Sehr starke gründerbezogene Ownership-Orientierung.
  • Ausgeprägte Kooperationsbereitschaft im Wettbewerb.
  • Ausgeprägte Markttoleranz gegenüber der Konkurrenz.
  • Unterwegs in All-takes-it-all-Märkten.
  • Investor*innen-Exit über MBO/MBI oder Rückkauf.

Welchen Vorteil hat eine solche Betrachtung?

Zum einen hoffe ich, dass Investor*innen ihre Investmentbereitschaft nicht direkt verlieren, wenn ein Start-up den Status eines Unicorns nicht gleich von Anfang an als Ziel kommuniziert oder später erkennbar nicht erreicht. Denn es gibt mit den von uns entdeckten Horses und Cows eben noch weitere spannende Gattungen, die sich für Geldgeber*innen lohnen können. Zum anderen möchte ich den Gründer*innen eine Möglichkeit unterbreiten, ihre Ambitionen besser und selbstbewusster einzuordnen und das eigene Start-up dazu passend zu gestalten und mit Leben zu erfüllen.

Wie unterscheiden sich die Horses und Cows von den Unicorns und Zebras?

Zunächst einmal muss man festhalten, dass die einen nicht durch die anderen ersetzt werden, sondern hinzukommen. Horses wollen wie die Unicorns ebenfalls schnell wachsen und haben eine Exit-Orientierung, was sie für Investor*innen interessant macht. Sie haben aber insbesondere eine gewisse Kooperationsbereitschaft mit bzw. Markttoleranz gegenüber Wettbewerbern, während die Unicorns alle Konkurrenten aus dem Feld schlagen wollen, um als alleiniger Sieger vom Platz zu gehen. Das ist natürlich sehr kapitalintensiv und risikoreicher insbesondere in Winner-takes-it-all-Märkten.

Das zeichnet Horses aus

  • Kurzfristige und starke Wachstumsorientierung.
  • Kurzfristige exponentielle Wertsteigerungsperspektive.
  • Starke investorenbezogene Exit-Orientierung.
  • Gewisse Kooperationsbereitschaft im Wettbewerb.
  • Gewisse Markttoleranz gegenüber der Konkurrenz.
  • Unterwegs in Some-takes-it-all-Märkten.
  • Investor*innen-Exit über M&A oder Secondary Purchase.

Und was machen die Cows anders als die Zebras?

Die Cows wollen auch wachsen, aber eher mittelfristiger sowie moderater als die Horses und erst recht als die Unicorns. Das unterscheidet sie aber auch von den Zebras, die eine noch längerfristigere und nachhaltigere Wachstumsorientierung haben und bei denen der Ownership-Gedanke noch intensiver ausgeprägt ist. Die Cows sind insgesamt sehr ausgeglichen, offen für Kooperationen und somit vielleicht auch robuster gegenüber kurzfristigen Marktschwankungen und einem Ausfallrisiko für Investor*innen. Deren Exit steht aber nicht im Mittelpunkt, was sie wiederum mit den Zebras gemeinsam haben.

Das zeichnet Cows aus

  • Mittelfristige und moderate Wachstumsorientierung.
  • Mittelfristige lineare Wertsteigerungsperspektive.
  • Starke gründerbezogenen Ownership-Orientierung.
  • Offene Kooperationsbereitschaft im Wettbewerb.
  • Offene Markttoleranz gegenüber der Konkurrenz.
  • Unterwegs in Many-takes-it-all-Märkten.
  • Investor*innen-Exit über Secondary Purchase oder MBO/MBI.

Wie sind diese Gattungen entdeckt worden und wie unterscheiden sie sich?

Wir haben sie aufgrund einer Analyse der Daten aus dem aus dem Deutschen Startup Monitor 2020 zu 1239 Start-ups gewonnen, bei der von uns die Ambitionen der Gründer*innen mittels eines semantisch-differentiellen Scoring-Verfahrens abgefragt wurden. Die Fragen spiegelten die Differenzierung zwischen Exit vs. Eigentum, exponentielle Wertsteigerung vs. lineare Wertsteigerung und Wettbewerb vs. Kooperation wider.

Wollen Sie vielleicht noch weitere Gattungen für Ihren Startup-Zoo entdecken?

Tatsächlich wollen wir die Analyse weiterführen und die Ergebnisse auch über die neuen Daten aus dem Deutschen Startup Monitor 2021 überprüfen. Ferner wollen wir die Unterscheidungsmerkmale zwischen den Gattungen noch weiter ausdifferenzieren und mit Entwicklungsstufen sowie Performance-­Zahlen wie Umsatz usw. anreichern. 2022 planen wir eine Studie auf der Seite der Investor*innen, um auch deren Perspektive für Erwartungen und Entwicklungen von Start-ups einzubinden. Danach wollen wir eine europaweite Studie zu Start-ups durchführen, um zu schauen, wo und wie Unicorns, Horses, Cows und Zebras anzutreffen sind. Dafür sind wir gerade auf der Suche nach Partner*innen und Sponsor*innen. Am Ende wäre es schön, wenn wir dieses Framework sowohl für die Theorie als auch die Praxis etablieren könnten.

Bluu Seafood: Fisch, zellfrisch!

Bluu Seafood ist das erste und bislang einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die kommerzielle Herstellung von gesunden, nachhaltigen und schmackhaften Fischprodukten aus Zellkulturen spezialisiert hat.

Wir sind auf dem besten Weg, unsere Ozeane und damit die Nahrungsquelle von Milliarden Menschen vollkommen zu zerstören. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen gelten über 90 Prozent der weltweiten Fischbestände bereits seit 2020 als überfischt oder maximal befischt. Mehr als drei Billionen Meerestiere werden jedes Jahr getötet – ein Großteil davon als Beifang. Und auch für uns Menschen wird Fischkonsum immer gesundheitsschädlicher: Der Gehalt an Mikroplastik und anderen bedenklichen Stoffen wie Schwermetallen nimmt stetig zu. Dennoch bleibt Fisch beliebt: Pro Kopf verspeist jeder Deutsche 14 kg Fisch und Fischereierzeugnisse pro Jahr – Tendenz steigend. Hinzu kommt, dass viele Menschen weltweit selbstgefangenen Fisch brauchen, um sich und ihre Familien ernähren zu können. Wie lösen wir dieses Dilemma?

Meeresbiologe trifft auf E-Commerceler

Diese Frage treibt Sebastian Rakers schon lange um. Der promovierte Zell- und Meeresbiologe beschäftigt sich seit mehr als zwölf Jahren mit der Erforschung und Entwicklung von Fischzelllinien, unter anderem an der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB; jetzt Fraunhofer IMTE) in Lübeck. 2018 traf er dann den Unternehmer Simon Fabich. „Mir ging es damals wie vielen Wissenschaftlern: Ich wollte gern mehr bewegen und den Transfer von der Forschung in die Praxis aktiv vorantreiben, traute mir aber ohne die nötige unternehmerische Erfahrung den Alleingang nicht zu“, erinnert sich Sebastian. „Als ich Simon traf, war schnell klar, dass wir uns prima ergänzen würden. Er als erfolgreicher Gründer mit der notwendigen betriebswirtschaftlichen Erfahrung, ich mit dem fundierten, wissenschaftlichen Know-how aus mehr als einem Jahrzehnt angewandter Forschung.“

Gemeinsam gründeten sie Bluu Seafood (damals noch Bluu Biosciences), das erste und bislang einzige Unternehmen in Europa, das sich auf die kommerzielle Herstellung von gesunden, nachhaltigen und schmackhaften Fischprodukten aus Zellkulturen spezialisiert hat. Seit April 2021 zählt auch der US-Unternehmer und Molekularbiologe Dr. Christian Dammann als COO zum erweiterten Führungsteam. Mittlerweile hat Bluu 25 Mitarbeitende, die daran arbeiten, das kultivierte Fischfilet auf unsere Teller zu bringen.

Von der Zelle …

Am Anfang steht das natürliche Zellwachstum. Man entnimmt einem Fisch einmalig eine Zellprobe und extrahiert aus dieser Stammzellen, um im Anschluss eine sog. immortale Zelllinie zu entwickeln, die sich unbegrenzt vermehren und teilen lässt. Dafür braucht es viel Erfahrung und Geduld, will man wie bei Bluu Seafood die Immortalisierung der Zelllinien auf natürlichem Weg ohne gentechnische Manipulation erreichen. Die immortalen Zellen vermehren sich durch die Fütterung mit einem Wachstumsmedium – eine Flüssigkeit, die der Zelle alle zum Wachsen benötigte Nährstoffe gibt und ihr sagt, in welche Form sie sich differenzieren soll. Im Biofermenter erfolgt sodann die weitere Kultivierung.

 „Man kann sich den Prozess ähnlich wie in einer Brauerei vorstellen, nur dass wir Regenbogenforellen und Lachs herstellen statt Bier“, beschreibt Sebastian den Prozess mit einem Augenzwinkern. „Der Prozess verläuft ähnlich wie bei kultiviertem Fleisch, wobei Fische zwar tendenziell weniger hohe Wachstumsansprüche stellen, aber auch weniger erforscht sind. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die dieses Wissen haben.“ Setzt man dieses Wissen gut ein, wachsen die Zellen im Fermenter schließlich an Gerüststrukturen zu dreidimensionalen Produkten wie einem Fischfilet.

… zum Fischstäbchen

Allerdings wird es bis zum fertigen Filet noch bis mindestens 2024 dauern, denn ein Filet ist durch seine 3D-Struktur und die verschiedenen enthaltenen Zelltypen sehr komplex. Als erste Produkte wird das Foodtech-Start-up dieses Jahr die einfacher strukturierten Fischbällchen und Fischstäbchen vorstellen – sog. hybride Produkte, die neben Fischprotein auch andere gesunde, pflanzenbasierte Proteine enthalten. „Wenn wir wirklich den massenhaften Fischkonsum revolutionieren wollen, müssen wir logischerweise auch die Massenmärkte und -produkte adressieren“, betont Sebastian.

Als nächstes steht die Expansion nach Asien an, einer der größten Konsument*innenmärkte für Fischprodukte. Bluu kooperiert bereits mit dem chinesischen Unternehmen CellX, das kultivierte Schweinefleischprodukte entwickelt, um dort gemeinsam den Zulassungsprozess für alternative Proteine zu beschleunigen. „Für unsere Investor*innen sind alternative Proteine ein Investment in eine zukunftsträchtige, innovative Lebensmitteltechnologie, die komplett verändern wird, wie wir uns und wie sich die nachfolgenden Generationen ernähren. Aber sie sind auch ein Investment mit langem Atem“, erklärt Sebastian und ergänzt: „Das Business ist F&E-intensiv und auch die Zulassungsprozesse sind aufwendig. Bei geschätzten globalen Marktgrößen von bis zu einer Trillion (!) USD im Jahr 2035 lohnt es sich allerdings, früh mit einer starken Position im Markt und entsprechendem IP dabei zu sein.“

Das sehen die bisherigen Geldgeber*innen ähnlich: 2021 konnte Bluu Seafood in einer Seed-Runde mehr als 7 Mio. Euro einsammeln und einen internationalen Investor*innenkreis begeistern, darunter als Late Investor DX Ventures (Delivery Hero). „Wir sind mit unserer Technologie sehr skalierfähig, wir produzieren die weltweit am häufigsten konsumierten Fischarten und stellen noch dieses Jahr ein erstes Produkt vor. Damit ist Bluu Seafood bereits heute in der Lage, an den wenigen Wettbewerber*innen, die schon länger im Markt sind, vorbeizuziehen“, beschreibt Sebastian die Marktlage. „Für unsere Investor*innen und künftigen Kund*innen gilt das Motto: It’s never been more delicious to save our planet!“

Sebastians und Simons Tipps für andere Gründer*innen

1. Sei fokussiert: Gerade nach einer ersten erfolgreichen Fi­nanzierung prasseln hunderte Angebote auf dich ein, von denen du die meisten nicht brauchst. Vieles klingt verlockend, doch du solltest dich auf das konzentrieren, was dir wirklich hilft.

2. Bau dir ein Team auf, dem du bedingungslos vertrauen kannst: Es gibt so viele Aufgaben, die alle zeitlich kritisch sind. Daher brauchst du ein voll belastbares und gut funktionierendes Team, in dem sich jeder gegenseitig unterstützt. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, als Gründer*in loszulassen, Themen abzugeben und den Mitarbeitenden Vertrauen zu zeigen.

3. Bleib am Boden: Erfolg bringt Aufmerksamkeit und damit auch jede Menge Anerkennung. Dennoch halten wir es für enorm wichtig, am Boden zu bleiben und nicht abzuheben. Erfolg kommt nicht von allein, dafür muss weiter hart gearbeitet werden. Gerade in forschungsintensiven Bereichen zahlt sich Ausdauer aus.

4. Überlege gut, wessen Geld du nimmst: Neben der rein finanziellen Entscheidung ist es enorm wichtig, was ein(e) Investor*in dir noch bringen kann. Welche Kontakte hat er/sie, wie kann er/sie dich bei den nächsten Schritten und dem Wachstum unterstützen und dieses möglichst noch beschleunigen? Sieh es als Partnerschaft, denn du bist schließlich jemand, der Geld von anderen, die an dich glauben, einsetzt. Dafür und für den Erfolg solltest du dir Gedanken zu den langfristigen Zielen und Perspektiven machen.

5. Kenne deinen Markt: Wer gründet, brennt für seine Idee und kann andere begeistern. Wenn es um disruptive Ideen geht, sollte man aber bei allem Enthusiasmus die Kund*innen nicht aus dem Blick verlieren. Sonst besteht die Gefahr, an deren Nutzen vorbeizuentwickeln. Frühe User*innen-Tests und Feedback-Schleifen sind ein Muss.

Gründer*in der Woche: Freshflow - Mit KI gegen Lebensmittelverschwendung

Das Berliner Start-up Freshflow hat eine Software entwickelt, um Lebensmittelverschwendung im (Einzel-)Handel deutlich zu reduzieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Avik Mukhija.

In Europa werden jedes Jahr Lebensmittel im Wert von mehr als 45 Milliarden Euro weggeworfen. Was sind die Hauptgründe für diesen Wahnsinn und sind es wirklich nur die Endverbraucher*innen, die hier umdenken müssen?

Nach unseren Recherchen ist der Wert von weggeworfenen Lebensmitteln in Europa sogar mind. viermal so hoch. Weltweit werden ca. 40 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen. Genau wie du es sagst, ist es daher nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches.

Der/die Endverbraucher*in verursacht ca. die Hälfte davon, die andere Hälfte geschieht aber entlang der ganzen Lieferkette und endet beim Lebensmitteleinzelhandel. Eine große Ursache dafür ist falsche Ressourcenallokation, d.h. Überbestände an einer Stelle und Unterbestände an anderen. Bestellungen werden meist täglich manuell per Bauchgefühl gemacht und es wird wenig mit Daten gearbeitet.

Bei Frischwaren liegt das daran, dass es unglaublich schwierig ist, jeden Tag den optimalen Bestand zu führen. Nehmen wir an, es müssen Erdbeeren für morgen bestellt werden: Wie haben sich diese in der Vergangenheit verkauft? Wie ist das Wetter morgen? Gibt es lokale Events, Engpässe? Wie lange werden sie auf dem Regal frisch bleiben?

Bestellt man zu wenig, hat man leere Regale und unzufriedene Kund*innen. Bestellt man zu viel, entsteht Lebensmittelverschwendung und man zerstört die ohnehin dünnen Margen.

Wann und wie bist du dann vor diesem Hintergrund zusammen mit Carmine Paolino auf die Idee zu Freshflow gekommen?

Meine erste Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel entstand durch meine Masterarbeit an der ETH Zürich, wo ich erstmals das große Innovationspotenzial in dieser Industrie erkannte.

In der Berliner Kohorte des Talent Investors Entrepreneur First lernte ich später meinen Mitgründer Carmine kennen und wir konnten uns stark für das Thema Food Waste Bekämpfung begeistern.

Gekoppelt mit meiner vorherigen Erfahrung aus dem Lebensmitteleinzelhandel war das der Ursprungspunkt von Freshflow.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Wir brauchten anfänglich viele Daten und tiefe Einblicke in die existierenden Frischwaren-Bestellprozesse. Ersteres, um unsere KI entwickeln zu können, zweiteres, um eine erfreuliche User Experience für das Ladenpersonal schaffen zu können, was uns wirklich wichtig war und auch immer sein wird. Wir haben uns unglaublich viel Mühe gegeben, dass für die Verwendung von Freshflow keine Umschulung des Ladenpersonals benötigt wird, und wir uns intuitiv in den existierenden Arbeitsablauf eingliedern.

Es war daher wichtig, anfänglich einen Kunden zu gewinnen, der uns diese Einblicke bieten konnte und uns damals ohne eine fertige Lösung vertraut hat. Den hatten wir gefunden und konnten so die erste Version von Freshflow kreieren. Seitdem gab es natürlich unzählige Updates, der Schritt von 0 auf 1 hätte aber ohne nicht stattfinden können.

Was ist das Besondere an Freshflow, wo kommt die Software wie zum Einsatz und wer sind eure Kund*innen?

Das Besondere an Freshflow ist, dass wir europaweit die erste Lösung sind, die von Grund auf für Frischwaren - und speziell Obst & Gemüse - gebaut wurde. Sogenannte “Automatische Dispositionssysteme” für Trockenwaren werden im Einzelhandel schon seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Diese scheitern aber, wenn es um Frischwaren geht: kurze variable Haltbarkeiten, falsche Bestände da per Gewicht und nicht per Stück verkauft wird, Saisonalität, etc. Dort ist es daher zum größten Teil weiterhin ein manueller, papierbasierter Bestellprozess. Wir haben Freshflow mit jeder dieser Herausforderungen im Kopf gebaut.

Zudem funktioniert Freshflow mit jedem herkömmlichen ERP System ohne langwierige IT-Integrationen - es ist Plug-And-Play und kann in wenigen Wochen ausgerollt werden.

In einer Seed-Runde habt ihr gerade 1,7 Millionen Euro eingesammelt. Glückwunsch zu diesem Erfolg! Was ist mit dem frischen Kapital geplant?

Das Kapital hat uns geholfen, unser Team stark vergrößern zu können, mit unglaublich motivierten Talenten aus ganz Europa und darüber hinaus. Wir werden damit große Fortschritte in der weiteren Produktentwicklung machen sowie mehr Projekte mit Lebensmitteleinzelhändlern (LEH) annehmen können.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Ziele mit Freshflow?

Wir sind - zusätzlich zu unseren existierenden Partnern - europaweit in fortgeschrittenen Gesprächen mit einigen weiteren LEH. Das Ziel ist es, erfolgreiche Partnerschaften mit mehreren von diesen einzugehen und ihre Lebensmittelverschwendungen dabei um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Wir wollen uns als Go-To-Lösung für alles rund um Frischwaren im LEH etablieren.

Die Langzeit-Vision ist es, die Freshflow Lösung über den Lebensmitteleinzelhandel hinaus auch für den Rest der Lebensmittellieferkette anzubieten, da das Food-Waste-Problem entlang der ganzen Kette herrscht.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Nie den engen Draht zum User verlieren, egal wie viel es sonst noch zu tun gibt.

Hier geht's zu Freshflow

Das Interview führte Hans Luthardt

Werbeartikel, die zum Anlass passen: 5 kreative Ideen

Werbeartikel haben noch immer eine große Wirkung. Allerdings nicht mehr auf genau dieselbe Art wie früher – es müssen einige Dinge beachtet werden. So werden Kunden zunehmend sensibler, wenn es um Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geht. Gleichzeitig sind Werbeartikel in einigen Branchen allgegenwärtig, weshalb es schwierig sein kann, sich von der Masse abzuheben.

Ein Weg, um als Start-up relevante Werbeartikel zu finden, ist das Gestalten für konkrete Anlässe. Einen Artikel wählen, das Logo aufdrucken und ihn dann tausendfach für jeden Anlass von Kundengespräch bis hin zur Fachmesse zu verwenden, ist möglich, aber selten sinnvoll. Wer den Anlass und die Erwartungen allerdings kennt, der kann sehr viel spezifischer arbeiten und so mehr aus den Werbegeschenken herausholen.

Firmenfeier

Auf Firmenfeiern aller Art braucht es Werbeartikel, die sich von einfacher Streuware unterscheiden. Das 1. Jubiläum, die Eröffnungsfeier der neuen Geschäftsräume oder auch die Weihnachtsfeier können wichtige Faktoren im Zusammenhalt des Teams und in der Außendarstellung sein.

Kugelschreiber, Schreibblöcke und Co. sind meist etwas zu unauffällig. Elektronik-Werbeartikel oder auch Textilien kommen schon besser an. Sie kosten zwar mehr, halten aber auch länger und können gleich zur Identifikation mit dem Unternehmen beitragen. Außerdem zeigt man Mitarbeitern und Kunden, dass man sie schätzt. Bei Promostore kann man sich inspirieren lassen.

Messen

Ein typischer Ort für Streuartikel mit Werbeaufschrift sind Messen aller Art. Ob es nun die Fachmesse oder die öffentliche Messe für jedermann ist, am Ende des Tages gehen die Besucher mit vielen Werbeartikeln nach Hause.

Möchte man sich von der Masse absetzen, ohne dabei hohe Kosten zu haben, dann sollte man auf ausgefallene Designs setzen. Eine besondere Grafik kann zum Beispiel dafür sorgen, dass sich viele Menschen den Werbeartikel sichern wollen und somit an den Stand oder die Ausstellungsfläche kommen. Eine ungewöhnliche Farbe ist wiederum gut, um zwischen den vielen Werbeartikeln aufzufallen. Da auf Messen viele Artikel benötigt werden, sollte man sich online unbedingt nach guten Angeboten umschauen. Bleiben Werbegeschenke übrig, können sie an Mitarbeiter vergeben oder bei der nächsten Veranstaltung genutzt werden.

Verlosungen

Eine besondere Form der Werbegeschenke sind die Produkte, die speziell für Gewinnspiele genutzt werden. Je wertvoller der mögliche Preis, umso mehr Menschen wollen meist mitmachen. Der Aufwand einer Gewinnspielteilnahme rechnet sich eher nicht, wenn es um einen Magneten oder Textmarker geht.

Elektronik eignet sich immer gut für diese Verlosungen. Etliche Dienstleister sorgen dafür, dass das eigene Logo ideal auf einem Tablet oder USB-Stick platziert wird. Aufgrund der langen Nutzungsdauer sollte man von veranstaltungsspezifischen Aufdrucken oder Datumsangaben lieber absehen. Je länger die Gewinner das Produkt nutzen, umso länger sehen sie selbst und andere den Firmennamen.

Für Mitarbeiter

Werbegeschenke eignen sich auch für die eigenen Mitarbeiter. Gerade in der Start-up-Szene wird meist nicht von 8 bis 16 Uhr gearbeitet. Überstunden, Extraschichten, Deadline-Druck und mehr gehören zum Arbeitsalltag dazu. Für Gründer kann es sinnvoll sein, nach einer Weile auch mit einem Geschenk danke zu sagen.

Ähnlich wie bei den Firmenfeiern gilt, dass man darauf achten sollte, dass der Artikel wirklich zum Anlass passt. Einen Kugelschreiber als Dankeschön zu verteilen, wirkt eher knausrig. USB-Sticks, Regenschirme oder Kaffeetassen sind hingegen Dinge, die Menschen auch wirklich im Alltag benutzen und über die sie sich freuen.

Treuegeschenke

Nicht nur Mitarbeiter darf man für ihre Treue belohnen. Auch Kunden und Unterstützern kann man mit Werbegeschenken für ihre Treue danken. Das gilt für Start-ups noch einmal besonders, da Freunde oder Bekannte oftmals aushelfen. Stühle räumen, über einen Text drüberlesen oder auch einfach mal zuhören, wenn es gerade nicht so läuft – wer solche Unterstützer hat, möchte ihnen danken.

Gleiches gilt für Kunden, die schon lange dabei sind. Ihnen bei ihrem nächsten Kauf oder Besuch ein T-Shirt, einen Thermobecher oder einen Rucksack zu geben, wird nicht nur für eine kleine Überraschung sorgen, sondern auch dafür, dass sie sich geschätzt fühlen.

Qonto: Beyond Banking für Gründer*innen und KMU

Mit seinem „Beyond Banking“-Ansatz bietet die junge Neobank Qonto Gründer*innen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht nur ein digitales Geschäftskonto, sondern umfassendes Finanz- und Buchhaltungsmanagement. Das Ziel: den Banking- und Finanzalltag von Gründer*innen, Start-ups und KMU radikal zu vereinfachen. Mehr dazu haben wir im Gespräch mit Torben Rabe, Country Manager bei Qonto Deutschland, erfahren.

Mit seinem „Beyond Banking“-Ansatz bietet die junge Neobank Qonto Gründer*innen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht nur ein digitales Geschäftskonto, sondern umfassendes Finanz- und Buchhaltungsmanagement. Das Ziel: den Banking- und Finanzalltag von Gründer*innen, Start-ups und KMU radikal zu vereinfachen. Mehr dazu haben wir im Gespräch mit Torben Rabe, Country Manager bei Qonto Deutschland, erfahren.

Qonto ist eine B2B-Neobank für Gründer*innen. Das FinTech-Start-up wurde 2016 in Frankreich gegründet, das erste Produkt im Juli 2017 gelauncht. 2019 expandierte das junge Start-up und bietet seine Services seitdem auch in Italien, Spanien und Deutschland an. Die Zahlen unterstreichen den Erfolg: Innerhalb von drei Jahren hat Qonto nach eigenen Angaben über 150.000 Unternehmen zu einem digitalen Geschäftskonto verholfen und ist damit zugleich Europas größter B2B-Digital-Banking-Anbieter. Allein in Deutschland ist Qonto im 2. Halbjahr 2020 um 130 Prozent gewachsen.

Darüber hinaus wurde Qonto im Jahr 2020 mit dem FinTech Germany Award ausgezeichnet und von LinkedIn als „3rd hottest Startup“ eingestuft. Bullhound bezeichnet Qonto als „most promising Start-up to become a billion dollar company in the next 3 years“.

Dann machen wir es selbst!

Worin liegt der offensichtliche Erfolg der europäischen Neobank begründet? „Zunächst sind hier die beiden Qonto-Gründer Alexandre Prot und Steve Anavi zu nennen. Als sie 2015 gemeinsam ihre erste Firma Smok.io gründeten, waren sie schlichtweg frustriert, weil es zum einen schwierig war, ein Geschäftskonto online zu eröffnen und es darüber hinaus keine weiteren Services gab, die sie für ihr Business nutzen konnten“, berichtet Torben Rabe. So haben sich Alexandre und Steve letztlich dazu entschieden, selbst eine moderne, speziell auf die Bedürfnisse von Gründer*innen und Selbständigen ausgelegte Alternative zu klassischen Banken aufzubauen – in Form von Qonto.

Nach dem erfolgreichen Start in Frankreich folgte – wie eingangs erwähnt – die Expansion in weitere Länder. Seit letztem Jahr bietet Qonto deutschen Kund*innen seine Services an. „Als wir 2020 in Deutschland eingestiegen sind, gab es schon einige Akteure am Markt, die sich aber auf verschiedene Kundensegmente konzentriert haben. Unser Konzept war und ist es aber, nicht nur ein Geschäftskonto zu sein, sondern unseren Kunden auch die Möglichkeit zu geben, ihre Finanzen auf der Konto-Plattform zu managen,“ erläutert Torben Rabe, der die Geschäfte von Qonto als Country Manager Deutschland verantwortet und selbst jahrelange Erfahrungen im Finanzbereich einbringt. „Unser Ziel ist es, Unternehmen, in der Größe von einer Person bis 250, anzusprechen und zusammen mit ihnen zu wachsen“, so Rabe.

Das Besondere an Deutschland ist, so Rabe, die Vielfalt an Unternehmen und Gründer*innen bei einer Vielzahl an Branchen, was förmlich auch nach einer modernen Banking-Lösung schreit, die es ihnen individuell ermöglicht, unkompliziert und schnell unternehmerisch handlungsfähig zu sein. „Insbesondere Gründer haben hierbei spezielle Anforderungen: sie wünschen sich ein sicheres, verlässliches Geschäftskonto, Schnelligkeit bei dessen Eröffnung, insbesondere dann, wenn sie noch im Gründungsprozess befindlich sind, und benötigen außerdem einen direkt verfügbaren Ansprechpartner“, bringt es Rabe auf den Punkt.

Ein wichtiges Anliegen von Qonto ist es daher, den Gründungsprozess mit intelligenten Tools und Konzepten zu unterstützen. „Das langfristige Ziel für Gründer in Deutschland sollte es sein, den Gründungsprozess zu 100 Prozent digital abzuschließen – dazu wollten wir einen wichtigen Beitrag leisten“, so Rabe.

Unterstützung im Gründungsprozess

Während Gründer*innen in Frankreich bereits zu 100 Prozent digital gründen können (woran Qonto nicht ganz unbeteiligt ist, war man doch die erste Neobank des Landes, die dies ihren Kund*innen ermöglichte), sind hierzulande die Weichen in Sachen Digitalisierung zwar gestellt; trotzdem ist es noch nicht möglich, den Gründungsprozesses rein digital zu stemmen. Auf diesen Prozess setzt Qonto und bietet dazu seine digitalen Lösungen an. Unter anderem unterstützt man GmbH-Gründer*innen dabei, dass die Einzahlung des Stammkapitals schnellstmöglich vonstatten geht.

„Der Gründer eröffnet dazu sein digitales Geschäftskonto – was in der Regel 10 Minuten Zeit in Anspruch nimmt – und zahlt dann das benötigte Stammkapital ein. Wir stellen dann sehr schnell eine Urkunde aus, mit welcher der Gründer zu seinem Notar gehen kann, um die Gründung abzuschließen. Das Ganze dauert in der Regel maximal 72 Stunden“, so Rabe. Darüber hinaus hat Qonto u.a. eine Partnerschaft mit firma.de, um Gründer*innen weitere Unterstützung an die Hand geben zu können, bspw. bei der Notarsuche. Damit sind bereits weitere wichtige Schritte in Sachen Digitalisierung des Gründungsprozesses in die Wege geleitet.

Beyond Banking Features

Doch Qonto geht einen großen Schritt weiter und begleitet Gründer*innen nicht nur während des Starts, sondern bietet ihnen von Beginn ihrer Selbständigkeit an wichtige Tools zum Auf- und Ausbau bzw. der Steuerung des Unternehmens. Dazu gehören in Sachen Banking bspw. Unterkonten mit separaten IBANs und zusätzlichen physischen oder auch virtuellen Kreditkarten, um Budgets besser verwalten zu können. „Der Gründer will stets die Übersicht über seine Ausgaben behalten – das bieten wir ihm –, und bei Fragen steht unser Kundenservice direkt zur Verfügung“, so Torben Rabe.

GameChanger des Monats: bluu - Zero-Waste-Waschen

Die bluu-AG-Gründer Marko Vidmar und Roman Stämpfli haben einen biologisch-abbaubaren Zero-Waste-Waschstreifen auf den Markt gebracht, der herkömmliche Waschmittel ersetzen kann. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Marko.

Wir haben euch als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurer Waschmittel-Innovation eindrucksvoll zeigt, wie einfach und effizient wir Verbraucher*innen umweltbewusst agieren können. Wie seid ihr auf die Idee zu bluu gekommen?

Erfunden haben wir die Idee nicht! Roman hat die Waschstreifen im Insta Feed seiner Freundin entdeckt und mir die Idee bei einem Abendessen nach dem Lockdown 2020 vorgestellt. Die Streifen sind hier in Europa noch recht unbekannt. Das wollten wir ändern, da das Produkt so viele praktische und nachhaltige Vorteile mit sich bringt. Wir sahen natürlich auch großes Potenzial. Jeder Haushalt muss waschen, die Waschmittelindustrie hat in den letzten Jahren wenig Innovationen auf den Markt gebracht, und der Absatz erfolgt vor allem über den stationären Handel. Uns war also klar, dass wir eine starke D2C-Marke aufbauen wollen. Also gingen wir nach unserem damaligen Treffen auf Lieferantensuche und machten uns Gedanken zum Branding sowie Vermarktung.

Was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Unser Antrieb ist, den Menschen im Alltag das Wäschewaschen zu erleichtern und gleichzeitig einen nachhaltigen Impact auf die Umwelt zu haben. Wir wollen auch dem ganzen Verpackungswahsinn ein Ende bereiten und verzichten auf Plastik.

Was ist das Besondere an eurem Zero-Waste-Waschstreifen? Und inwieweit unterscheidet sich der bluu Waschstreifen von herkömmlichen Waschmitteln, sei es Pulver, Streifen oder Drops?

Unser Produkt verfolgt in allen Hinsichten den "Weniger-ist-mehr"-Gedanken. Im Speziellen hervorzuheben ist das geringe Gewicht und die kompakte Größe. Die nur 200g leichte Box enthält 60 Waschstreifen = 60 Waschgänge und ist etwa 20 Mal leichter als herkömmliche Flüssig- oder Pulverwaschmittel. Dadurch verursachen wir ca. 95 Prozent weniger CO2 Ausstoss beim Transport. Die leere Box kann bequem zu Hause recycelt werden. Zusatz- sowie Konservierungsstoffe sind im Produkt nicht enthalten und deshalb eignen sich die Streifen auch für alle Temperaturen und Textilien. Ein Streifen pro Waschgang genügt in der Regel und somit entfällt das lästige Dosieren.