Anbieter-Check: Cloud-Security-Tools

Autor: Rosalia Pavlakoudis
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Sieben Cloud-Security-Programme, die dir dabei helfen, die Datensicherheit in deinem Unternehmen bestmöglich zu gewährleisten.

Wer seine Unternehmensdaten in der Cloud speichert oder cloudbasierte Anwendungen nutzt, stößt schnell auf das Thema Sicherheit: Wo befinden sich die Server, auf denen die Daten gespeichert werden? Wer kann sich Zugriff zu den Daten verschaffen? Sind sie vor Cyberangriffen geschützt? Und: Ist das Ganze überhaupt mit aktuellen Datenschutzgesetzen konform? Häufig befinden sich die einzelnen Komponenten wie Endgeräte, Server, Laufzeitumgebungen und Daten in unterschiedlicher Verantwortung, was das Thema Cloud-Sicherheit noch komplexer macht.

Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen spezielle Software nutzen, um die Sicherheit ihrer Daten und Anwendungen in Cloud-Umgebungen zu gewährleisten. Auf dem Markt sind viele Sicherheitslösungen für unterschiedlichste Anwendungsbereiche verfügbar. Die meisten von ihnen bieten Funktionen für die Überwachung, Erkennung und Verwaltung von Sicherheitsbedrohungen wie Malware oder DDoS-Angriffen sowie Datenwiederherstellung nach Datenverlusten und helfen, Netzwerke und Speicher vor Datendiebstahl und menschlichen Fehlern zu schützen. Einige Tools blockieren zudem den Zugriff auf möglicherweise bösartige Websites und bieten Optionen zur sicheren Authentifizierung, um die unbefugte Nutzung zu verhindern.

Um dir die Auswahl zu erleichtern, stellen wir dir im Folgenden sieben markterprobte Cloud-Security-Lösungen vor. Unsere Auswahlkriterien: Die Tools erfüllen allesamt die vier Hauptfunktionen von Cloud-Security-Software: Zugriffs- und Berechtigungskontrollen, Berichterstellungs- und Analysefunktionen, Threat Intelligence sowie Sicherheitsfunktionen für Cloud-Anwendungen. Jedes Tool hat zudem eine Gesamtbewertung von mindestens 4,5 Sternen aus mehr als 40 Nutzer*innenbewertungen auf GetApp erhalten.

ESET Endpoint Security

ESET Endpoint Security schützt Unternehmen unter anderem vor Ransomware, Zero-Day-Angriffen und dateilosen Attacken. Die Sicherheitslösung wird auf allen Endpunkten im Unternehmen aufgespielt. Sie erkennt mithilfe von maschinellem Lernen manipulierte oder gekaperte Anwendungen, scannt E-Mails auf Malware und Phishing-Versuche und bietet Gegenmaßnahmen bei Angriffen. Mehrschichtige Schutzebenen helfen, Ransomware auch dann zu erkennen, wenn sie schon in das Unternehmen eingedrungen ist. Das Ransomware Shield überwacht Anwendungen anhand ihres Rufs und ihres Verhaltens. Der Exploit-Blocker behält häufig angegriffene Anwendungen wie Webbrowser oder Java im Blick und blockiert sie bei Bedrohungen. Die Botnet-Erkennung schützt vor bösartiger Kommunikation und auch eine Sandbox ist verfügbar. Alle Cloud- und On-Premises-Geräte werden dabei über eine zentrale Konsole verwaltet und erkannte Bedrohungen werden zur Analyse an eine cloudbasierte Reputationsdatenbank gesendet, woraufhin das Ergebnis der Prüfung nach einigen Minuten auf den Endpunkten eingespielt wird. Über die Sicherheitslösungen für Mobilgeräte können Unternehmen die Nutzerrechte auf Geräten einschränken und etwa die Verwendung der Kamera, die Wahl bestimmter Telefonnummern oder die Aktivierung von WLAN oder Bluetooth während der Arbeitszeit oder dauerhaft einschränken. Geräte können aus der Ferne gesperrt und die da­rauf gespeicherten Daten gelöscht werden. ESET Endpoint Security ist ab 186,83 Euro pro Jahr für 5 Geräte verfügbar, wobei der Preis nach Anzahl der Geräte und der gewünschten Komponenten gestaffelt ist (ab 292,74 Euro bei Hinzubuchen der cloudbasierten Konsole statt einer On-Premises-Konsole). Du kannst die Lösung 30 Tage kostenlos testen. Die plattformübergreifende Lösung kann auf Mobilgeräten (iOS und Android) ebenso wie auf Windows-, Mac- und Linux-Geräten verwendet werden.

Vor- und Nachteile:

+ Für Unternehmen aller Größen geeignet

+ Cloud-Sandboxing, umfassender Endpunkt-Schutz und cloudbasiertes Reputationssystem

+ Auf Deutsch verfügbar

- Hat Schwierigkeiten, fortgeschrittene Malware zu­verlässig zu erkennen

- Verlangsamt den PC

- Markiert gelegentlich Software fälschlicherweise als Virus


Symantec Endpoint Security

Auch Symantec Endpoint Security bietet einen mehrschichtigen Schutz für alle Geräte und Betriebssysteme sowie eine KI-gestützte Sicherheitskonsole. Durch das Blockieren von Anwendungen und Geräten können Unternehmen ihre Angriffsfläche verringern. Intrusion-Prevention-Systeme, Firewalls und automatisierte kontextbasierte Richtlinien verhindern Angriffe und Botnet-Verbindungen. Alle Endpunkte und möglichen Bedrohungen werden in einer zentralen Konsole verwaltet, in der IT-Teams zudem unterstützt durch künstliche Intelligenz Sicherheitsrichtlinien für alle Abteilungen festlegen können. Neben dem Endpunkt-Schutz bietet Symantec auch Lösungen für die Serversicherheit. Die cloud-nativen Lösungen bieten eine automatisierte Workload-, Malware- und Schwachstellen-Erkennung für öffentliche und private Clouds, schützen lokale, virtuelle und cloudbasierte Rechenzentren vor Malware und Zero-Day-Angriffen und reduzieren Schwachstellen in Cloud- Speicherdiensten. Die Anwendungsisolierung verhindert die Kompromittierung von Anwendungen und die Dateiintegritätsüberwachung in Echtzeit blockiert unautorisierte Änderungen. Nutzeraktivitäten und Anwendungsprozesse werden auf verdächtiges Verhalten hin geprüft. Der Cloud-Workload-Schutz umfasst auch den Schutz von Containern (in der Cloud und On-Premises) und bietet einen Überblick über die gesamte Containerumgebung. Für Services wie Amazon S3 und Azure stehen automatische Malware-Scans zur Verfügung und du wirst gewarnt, wenn ein Speicher falsch konfiguriert oder vom öffentlichen Internet aus zugänglich ist. Das Cloud Security Posture Management (CSPM) hilft, IaaS-Fehlkonfigurationen zu vermeiden und die Compliance zu gewährleisten. Das Tool kann sowohl vollständig cloudbasiert als auch On-Premises oder hybrid bereitgestellt und verwaltet werden. Das Produkt ist ausschließlich über regionale Partner*innen bzw. Wiederverkaufende erhältlich, über die du auch an Preisinformationen kommst.

Vor- und Nachteile:

+ Umfassender Endpunkt-Schutz für alle Geräte, Workloads, Container und Cloud-Speicher

+ Hybride Optionen: Schutz auch für On-Premises-Bereitstellungen

- Nicht auf Deutsch verfügbar

- Verringert die Akkulaufzeit deutlich

Cloudflare zero trust

Cloudflare ist ein weltweites Cloud-Netzwerk, das Angriffe auf Websites, APIs und Anwendungen blockiert und den Traffic beschleunigt. Die Lösung bietet Funktionen zur Abwehr von DDoS-Angriffen sowie eine Web-Application-Firewall, die Webanwendungen durch die Filterung und Überwachung des HTTP-Traffics schützt. Cloudflare Zero Trust ermöglicht externen Teams oder Teammitgliedern, die im Home-Office arbeiten, den sicheren identitäts- und kontextbasierten Zugriff auf interne Anwendungen und Daten. Das globale, 250 Standorte umfassende Edge-Netzwerk von Cloudflare soll dabei die Latenzzeiten verhindern, die häufig durch VPN-Clients entstehen, und dafür sorgen, dass jede Zugriffsanfrage auf die Nutzer*innenidentität und den Gerätekontext geprüft wird. Über das sichere Web-Gateway lassen sich zudem alle Nutzer*inneninteraktionen sowie der Internet- und Web-Traffic protokollieren, wobei die Protokolle in SIEM-Lösungen oder Cloud-Speicherplattformen übertragen werden können. Data-Loss-Prevention-Funktionen wie Dateiformatkontrollen verhindern, dass Dateien über nicht genehmigte Apps oder Websites hochgeladen werden. Zudem ist die unerlaubte Nutzung von SaaS-Anwendungen oder -Funktionen blockierbar. Cloudfare Zero Trust kann von bis zu 250 Personen kostenlos genutzt werden. Größere Organisationen können die Enterprise-Version 30 Tage lang gratis testen. Die Preise sind auf Anfrage verfügbar, ebenso die Preise für die Netzwerk-Services Magic Transit (Schutz von Rechenzentren und Netzwerkinfrastruktur vor DDoS-Angriffen), Magic WAN (Vernetzung ohne MPLS mit DDoS-Abwehr und Netzwerk-Firewall) und Magic Firewall (weltweite Umsetzung einheitlicher Firewall-Regeln). Die Services für die Anwendungssicherheit und -performance sind ab 20 US-Dollar/Monat (17,62 Euro) verfügbar; zudem gibt es eine Gratisversion für nichtgeschäftskritische Projekte.

Vor- und Nachteile:

+ Auf Deutsch verfügbar

+ Globales Cloud-Netzwerk

- Kann deine Website verlangsamen

- Lange Antwortzeiten des technischen Supports

WebTitan

WebTitan ist eine Sicherheits- und Content-Filter-Lösung, die mithilfe von künstlicher Intelligenz Malware und Phishing verhindert. Unternehmen können genaue Richtlinien für den Internetzugriff erstellen, um mit dem DNS-basierten Web-Inhaltsfilter Online-Bedrohungen fernzuhalten und die Bandbreite zu regulieren. Internetaktivitäten, Trends und sicherheitsrelevante Ereignisse werden in vordefinierten Berichten analysiert und aufbereitet. Eine Richtlinien-Engine mit verschiedenen Web­sitekategorien hilft Unternehmen und Organisationen, je nach ihren individuellen Anforderungen eigene Richtlinien für die Internetnutzung zu erstellen, die verhindern, dass Mitarbeitende oder andere Nutzende auf bösartige oder unerwünschte Inhalte zugreifen. WebTitan ist cloudbasiert und erfordert keine Installation. Das Tool steht in verschiedenen Cloud- und Gateway-Versionen zur Verfügung: Mit WebTitan Cloud for Service Providers können Serviceanbieter*innnen Web- und Inhaltskontrollen für ihre Kundschaft bereitstellen, Richtlinien pro Standort festlegen und bösartige Websites blockieren. WebTitan Cloud for WiFi dient dem Schutz von WLAN-Hotspots.

Vor- und Nachteile:

+ Anpassbare Filterlösung für den Internetzugriff

- Nicht auf Deutsch verfügbar

- Fokus auf Inhaltskontrollen und -filter

Splunk Enterprise

Splunk Enterprise bietet ein analysegestütztes SIEM (Security Information and Event Management System) mit umfassenden Funktionen zum Überwachen, Erkennen und Abwehren komplexer Bedrohungen. Aktivitäten in lokalen und Multi-Cloud-Umgebungen können in zentral anpassbaren Dashboards korreliert und auf mögliche Sicherheitsvorfälle hin untersucht werden. Die Sicherheitsanalyseplattform bietet Sicherheitsteams statische, visuelle, explorative und verhaltensbasierte Analysen, Möglichkeiten zum detailgenauen Drilldown in den Datenbestand und eine durch maschinelles Lernen gestützte Anomalieerkennung. Dabei können auch Datenquellen von außerhalb des Sicherheitsbereichs genutzt und analysiert werden. Splunk unterstützt Unternehmen bei der Migration in die Cloud, überwacht Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen und hilft bei der Einrichtung eines SOC (Security Operations Center). SOAR-Funk­tionen (Security Orchestration, Automation and Response) wie automatisierte Playbooks, die anwendungsübergreifende Automatisierung von Sicherheitsmaßnahmen, ein integriertes Ticketmanagement und die automatisierte Vorfallreaktion für die Cloud ermöglichen die schnelle Reaktion auf Bedrohungen. Die Preise von Splunk sind auf Anfrage verfügbar und richten sich nach dem Workload sowie dem gewählten Funktionsumfang. Das Tool ist sowohl als Einzelprodukt als auch als Teil von Splunk Cloud erhältlich und durch Apps erweiterbar. In der Datenbank des Anbieters sind mehr als 1000 Anwendungen und Integrationen verfügbar, die die Sicherheitsfunktionen erweitern.

Vor- und Nachteile:

+ Auf Deutsch verfügbar

+ Umfassende Datenanalysefunktionen über die Cloud-Sicherheit hinaus

- Kostspielig

- Umgang mit dem Tool kann aufgrund vieler, manchmal versteckter Funktionen mühsam sein

OneLogin

OneLogin ist eine Identitätsverwaltungslösung, die der Verwaltung von Konten für interne und externe Mitarbeitende sowie Zugriffs- und Passwortrichtlinien dient und die Authentifizierung per Single Sign-on und mehrstufiger Authentifizierung ermöglicht. Dabei erleichtert ein Katalog von mehr als 6000 vorintegrierten Unternehmensanwendungen die Bereitstellung von Single Sign-on und Nutzerprovisionierung. Eine eigene Threat Engine identifiziert Anomalien im Nutzer*innen- und Systemverhalten: Wenn das Verhalten von Nutzenden als normal eingestuft wird, sind weniger Authentifizierungsschritte nötig als bei ungewöhnlichem Verhalten. Zur Risikobeurteilung werden Kriterien wie die Netzwerkreputation, Geräte-Fingerprints, der geografische Standort und Zeitanomalien sowie Anmeldeinforma­tionen mit bei Großangriffen kompromittierten Zugangsdaten herangezogen. Wird ein Anmeldeversuch als risikobehaftet eingestuft, werden andere Authentifizierungsmethoden als textbasierte Passwörter verlangt, etwa eine mehrstufige Authentifizierung per SMS oder Stimmerkennung. OneLogin lässt sich zudem auch in andere Lösungen für die Zwei-Faktor-Authentifizierung integrieren. In einem Cloudverzeichnis können Nutzende, Richtlinien und Zugangskontrollen aus verschiedenen Verzeichnissen wie Active Directory oder Workday in Echtzeit synchronisiert werden, damit der Zugriff von Personen ohne Zeitverzögerung gewährt oder eingeschränkt werden kann. Das Tool ermöglicht das Endpunktmanagement und den sicheren Zugriff auf Desktop­anwendungen. Über die App für Mobilgeräte können sich Teammitglieder per Schnellzugriff mit einem zentralen Login bei Unternehmens-Apps anmelden. OneLogin bietet eine 30-tägige kostenlose Testversion, die Preise für die Vollversion erhältst du auf Anfrage.

Vor- und Nachteile:

+ Umfassende Authentifizierungsfunktionen

+ KI-gestützte Risikobewertung

+ Auf Deutsch verfügbar

- Nutzung des Tools mutet wenig intuitiv an

Idgard

Idgard ist ein deutscher Cloud-Dienst des TÜV SÜD, der das sichere Speichern, Freigeben und Synchronisieren von Dateien innerhalb und außerhalb eines Unternehmens ermöglicht. Dazu stehen revisionssichere virtuelle Datenräume zur Verfügung, in denen jede Aktion lückenlos dokumentiert wird. PDFs lassen sich als Sitzungsmappe zusammenfassen, es gibt Umfragefunktionen und auf Wunsch werden Dokumente nach einer gewissen Zeit gelöscht. Wasserzeichen, ein reiner Lesezugriff und Benachrichtigungen bei Massendownloads helfen, die Verbreitung von Dokumenten zu verhindern. Außerdem kannst du Benutzer*innenrechte detailgenau festlegen und E-Mail-Anhänge durch verschlüsselte Links ersetzen. So dient idgard als sichere Filesharing-Lösung und FTP-Alternative. Das Tool bietet zudem eine mobile App, die sowohl den Zugriff auf den sicheren Onlinespeicher als auch die Möglichkeit bietet, Fotos, Videos und Sprachnachrichten aufzunehmen und zu speichern. Idgard entwickelt seine Datenräume DSGVO-konform nach dem Prinzip „Privacy by Design“ und ist nach TCDP-Schutzklasse III zertifiziert, sodass der Dienst bspw. auch für Anwaltskanzleien geeignet ist. Ein virtueller Assistent, eine Videobi­bliothek sowie kostenlose Webinare helfen bei der Einrichtung. Idgard ist in der Essentials-Version ab 15 Euro pro Person und Monat (mindestens 5 Nutzende) verfügbar. Ab der Growth-Version (19 Euro pro Person/Monat) sind virtuelle Datenräume und Sealed Antivirus verfügbar; in der Enterprise-Version (29 Euro pro Person/Monat, mind. 25 Nutzende) außerdem das Rechtemanagement auf Ordner- und Dokumentenebene, georedundante Backups und Premium-Support mit persönlicher Ansprechpartner*in. Das Tool kann 14 Tage kostenlos getestet werden.

Vor- und Nachteile:

+ Sichere Datenspeicherung und virtuelle Projekträume

+ Nach der höchsten Schutzklasse für Cloud-Dienste zertifiziert

+ Unternehmen aus Deutschland

- Keine Sicherheitsfunktionen für andere Cloud-Dienste


Die Autorin Rosalia Pavlakoudis ist Content Analyst für GetApp und Software Advice, zwei unabhängigen Software Vergleichsplattformen für Business-Software-Käufer*innen. Beide Netzwerke bieten verifizierte Nutzerbewertungen und unabhängige Testberichte in Hunderten von Softwarekategorien.

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Gründer*in der Woche: Spiritory – die Trading-Plattform für edle Spirituosen

Das Münchner FinTech-Start-up Spiritory der Gründer Tilo Saurin, Jan Hofmayer und Janis Wilczura hat es sich zum Ziel gesetzt, das Traden von bzw. Investieren in Spirituosen und (Schaum-)Weine zu demokratisieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder und CEO Janis.

Das Handeln mit begehrten Weinen und erlesenen Spirituosen ist meist eher elitären Kreisen vorbehalten. Was treibt euch an, dies mit Spiritory zu ändern?

Wenn wir uns anschauen welche Asset-Klassen in den vergangenen zehn Jahren die größten Renditen abgeworfen haben, dann waren das nicht etwa Aktien, Immobilien, Uhren oder Gold, sondern mit großem Abstand seltener Whisky. Das Problem dabei ist einerseits, dass kaum jemand weiß, dass seltener Whisky 582 Prozent Rendite erzielt hat und zum anderen, dass diese Rendite nur ein paar wenigen Leuten vorbehalten war, welche sich in den richtigen Kreisen befunden haben.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder der eine Affinität zu Investments hat Zugang haben sollte - sei es nun zum Konsum dieser feinen Tropfen, aus einer Sammelleidenschaft oder aber zum klassischen Investieren in eine alternative Assetklassen mit überragender Performance.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Gründung im März 2022 bis zum Launch eurer Trading-Plattform?

Wichtig war zunächst einmal loszulegen. Wir haben unsere Corporate Jobs gekündigt, um die nötige Zeit zu haben, ein gutes Produkt zu konzipieren und entwickeln. Ich bin besonders stolz darauf, dass Spiritory zu 100% In-House programmiert wurde. Natürlich waren sowohl der Launch und die ersten Transaktionen besondere Meilensteine. Grundsätzlich kann man festhalten, dass es bisher eine unfassbar spannende und lehrreiche Zeit war, aus der wir viel mitgenommen haben. Und ich bin davon überzeugt, dass dies so bleiben wird.

Wie habt ihr diese Startphase finanziert?

Bis heute haben wir uns eigenfinanziert und nutzen hierfür Rücklagen. Ich selbst habe beispielsweise einen Großteil meines Aktienportfolios aufgelöst, um für Spiritory All-In zu gehen.

Nun zu Spiritory. Was genau bietet ihr mit eurer Trading-Plattform und auf welche Weise schafft ihr es, das Traden und Investieren von Spirituosen- und Wein zu demokratisieren?

Unser Ziel ist es, eine innovative, transparente und einfach zu nutzende Plattform zu entwickeln, welche es Nutzer*innen aus der ganzen Welt ermöglicht, auf eine clevere und sichere Art und Weise begehrte Spirituosen, wie zum Beispiel Whisky und Weine zu traden. Im Mittelpunkt steht dabei unser einzigartiges Börsenmodell, welches sowohl Käufer*- als auch Verkäufer*innen die Möglichkeit gibt, Daten wie Marktwerte oder Wertzuwächse zur Lieblingsflasche zu erhalten und darauf basierend einen „Wunschpreis“ für das entsprechende Produkt zu hinterlegt. Ähnlich wie an der Börse kommt es nämlich erst dann zu einer Transaktion, wenn sich ein Käufer*in und Verkäufer*in gefunden haben, die bereit sind, zum gleichen Preis zu Kaufen bzw. zu Verkaufen. Dabei ist es irrelevant, wer von beiden als erstes ein Angebot abgibt. Auf diese Weise verändern wir nachhaltig den Handel von begehrten Spirituosen und Weinen. Wir haben uns dabei von revolutionären Geschäftsmodellen aus anderen Branchen inspirieren lassen, wie beispielweise Trade Republic in Bezug auf das Handeln von Aktien oder StockX, die das Kaufen und Verkaufen von seltenen Sneakern vereinfachen.

Darüber hinaus bieten wir unseren Nutzer*innen noch weitere Funktionen wie unser Portfolio. Nutzer*innen können mit wenigen Klicks ihre private Sammlung hinzufügen und erhalten von uns einen vollumfänglichen digitalen Überblick zur Performance den eigenen Flaschen inklusive Marktwerte oder Renditen. Wir schaffen so Transparenz und ermöglichen einer breiteren Masse den einfachen Einstieg in Spirituosen-Investments.

Mitarbeiter binden in Start-ups

Gute Mitarbeiter gibt es auch für Start-ups nicht wie Sand am Meer. Umso wichtiger ist es, diese Leistungsträger an sich zu binden. Drei erfahrene Internet-Unternehmer berichten, wie sie das meistern.

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Delicious Data: Food-Retter-Start-up läutet nächste Wachstumsphase ein

Das Münchner Start-up Delicious Data schließt eine Serie A-Finanzierung in Höhe von 2,5 Mio. Euro ab.

Food Waste und die damit einhergehende Ressourcenverschwendung ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Allein in Deutschland werden jährlich fast 2 Mio. Tonnen Lebensmittel entsorgt, weil gastronomische Betriebe die Anzahl benötigter Speisen nur ungenau vorausplanen können und daher oft über dem Bedarf produzieren.

Hier setzt Delicious Data an: Das Start-up wurde von Valentin Belser und Jakob Breuninger gegründet und ist Vorreiter im Bereich der intelligenten Planungsoptimierung für Unternehmen im Lebensmittelsektor. Mithilfe der KI von Delicious Data können Kund*innen vermeidbare Lebensmittelverluste reduzieren und die operative Effizienz steigern. Ein Deep-Learning-Algorithmus wertet jeden Tag eine Vielzahl von Daten aus der Kund*innenhistorie sowie externe Faktoren, wie Feiertage und Wetter, aus und trifft daraus Entscheidungen über die optimalen Bestell- und Produktionsmengen. Im Markt der Gemeinschaftsverpflegung und in Bäckerei-Filialen konnte Delicious Data bereits über 1000 Standorte für sich gewinnen und realisiert dort eine Reduktion der Lebensmittelabfälle von ca. 30 Prozent. Bis Juli 2022 konnten bereits rund 820.000 Essen gerettet werden, was einer Einsparung von mehr als 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht.

Im Rahmen der Series-A Finanzierung konnte Delicious Data nun neue Investor*innen von sich überzeugen. Neben dem Kreis der bestehenden Gesellschafter (u.a. Bayern Kapital, GEMÜ Beteiligungs GmbH, Übermorgen Ventures), die in dieser Runde wieder mit einem siebenstelligen Betrag mit investieren, beteiligen sich jetzt weitere namhafte Investor*innen wie die beiden VC-Funds Basinghall und seed+speed, die Business Angels Jared Schrieber (Numerator), Guzel Gumerova (ehem. Partnerin Speedinvest), sowie ein weiterer Privatinvestor aus dem BayStartup Netzwerk.

Die finanziellen Mittel von rund 2,5 Mio. Euro werden dazu verwendet, die technologische Entwicklung, sowie die Erschließung neuer Märkte voranzubringen. Dazu soll das Team von derzeit 15 auf 50 Mitarbeitenden vergrößert werden. Im besonderen Fokus steht dabei die Weiterentwicklung des Intelligenten Tagesplaners zur Optimierung der untertägigen Produktionsplanung in den Filialen der Kund*innen. In diesem Ansatz sehen die Münchner und ihre Investor*innen das Potenzial, die Convenience-, Snack- und Backshops gerade im Lebensmitteleinzelhandel zu erschließen. Darüber hinaus wird ein Teil der Mittel verwendet, um die Internationalisierung voranzubringen.

Dazu Valentin Belser, Gründer von Delicious Data, sagt: “Wir sind stolz und freuen uns über das Vertrauen der Investoren in unsere Lösung. Damit fühlen wir uns bestätigt, den richtigen Weg zu gehen. Mit unseren Partnern konnten wir bereits 820.000 Mahlzeiten retten, was ca. 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Diesen Trend wollen wir jetzt durch Wachstum im DACH-Raum und darüber hinaus fortsetzen.“

desenrasco: Ein Schuh fürs Leben

Bianca Both und Matthias Janßen haben als Quereinsteiger*innen mit ihrem Schuh-Start-up desenrasco eine Nische besetzt. Mehr dazu im Interview mit Bianca.

Wie seid ihr beiden auf die Idee zu desenrasco gekommen?

Matthias und ich widmen uns als Quereinsteiger*innen dem Thema Schuhe mit einem neuartigen Fokus. Mitten in der Pandemie haben wir uns selbständig gemacht und in diese Haifisch-Branche gewagt. Bis vor ein paar Jahren ärgerten wir uns ständig darüber, dass unsere Schuhe so schnell schlapp gemacht haben. Mit unserem Hund sind wir sehr viel unterwegs und konnten nach einem halben Jahr unsere Schuhe wegwerfen. Eine Reparatur war meistens nicht möglich. Alternativen, die länger halten, haben wir nur im Businessbereich gefunden. Das passt aber nicht so gut zu uns. Wir wollten ein natürliches Produkt, dass nachhaltig ist und lange hält.

Da wir nicht fündig geworden sind, mussten wir selbst aktiv werden. Mehr oder weniger zufällig haben wir die Eigentümer unserer jetzigen Partnermanufaktur in unserem Lieblingsland Portugal kennengelernt und waren fasziniert von ihrer Arbeit. Über mehrere Jahre sind so die Idee und der Plan eines eigenen Unternehmens gewachsen.

Was macht eure Schuhe so besonders?

Wir haben mit unserer Marke eine Kollektion geschaffen, die natürliche Alltagsbegleiter anbietet – gemacht für die Ewigkeit. Unsere Schuhe fühlen sich beim Meeting genauso wohl wie bei der anschließenden Tour mit dem Hund über die Felder. Nachhaltigkeit bedeutet für uns die Verbindung von nachhaltigen Materialien, fairer Produktion, zeitlosen Designs und Langlebigkeit. Was nützt ein Schuh aus recycelten Materialien, wenn er nur ein halbes Jahr hält? Wir setzen auf die hochwertigste und langlebigste Machart in der Schuhbranche – unsere Schuhe sind alle rahmengenäht. In unserer Partnermanufaktur fertigen rund 20 Mitarbeitende schon seit Generationen hochwertige, rahmengenähte Schuhe.

Unsere Schuhe sind keine Massenware, sondern jeder Schuh wird in bis zu vier Stunden Handarbeit nach alter Handwerkskunst gefertigt. Das macht jeden Schuh zu einem Unikat. Unsere Alltagsbegleiter sind bei guter Pflege über viele Jahre an eurer Seite. Das Tolle an dieser Machart ist, dass sich die Sohle nicht vom Oberleder lösen kann und zwischen Brandsohle und Laufsohle ein tolles Korkfußbett verbaut wird, in welches man seinen individuellen Fußabdruck hineinläuft. Zusätzlich verwenden wir ausschließlich pflanzlich gegerbtes Leder aus einer Familiengerberei in Portugal. Das ist gesünder, umweltfreundlicher und naturbelassener als die klassische Chromgerbung. Unser Leder wird zudem nicht künstlich gedeckt, man nennt das auch gefinished, sondern bleibt atmungsaktiv und natürlich schön. All unsere Lieferwege sind transparent und europäisch. Wir sind sehr konsequent bei der Auswahl der Materialien, Langlebigkeit ist dabei unsere höchste Anforderung an alle Materialien.

Mit rahmengenähten Lederschuhen verbindet man gern den Manager im Büro. Ist das eure Zielgruppe?

Nicht wirklich. Der Manager kauft unsere Schuhe zwar auch, aber mit einem anderen Ziel. Das Tolle an desenrasco ist, dass wir zeitlose, rahmengenähte Schuhe fertigen, die aber mit Natürlichkeit und Alltagstauglichkeit punkten. Diese Kombination ist auf dem Markt einzigartig! Das pflanzlich gegerbte Leder entwickelt eine tolle Patina und ist komplett naturbelassen. Von Lack und Leder sind wir weit entfernt. Unsere Schuhe wollen nicht geschont, sondern getragen werden! Unser(e) Kund*in kann ein Selbständiger sein, der nach dem Meeting noch mit dem Hund in den Wald fährt, oder eine Ärztin, die nach einem langen Tag mit dem Rad noch eine Runde dreht und ihren Füßen etwas Gutes tun möchte. Es kann auch der junge Backpacker sein, der bequeme und lang­lebige Schuhe braucht, oder die junge Mutter, die den ganzen Tag auf den Beinen ist. Allen ist gemeinsam, dass sie unsere Werte teilen und auf sich selbst und ihre Umwelt Acht geben.

Wo findet man eure Schuhe?

Unsere Schuhe findet man in unserem Onlineshop und bei ganz unterschiedlichen Händler*innen. Vom Schuhhaus mit einem Blick für Hochwertigkeit bis hin zur Boutique oder zum Gesundschuhgeschäft sind wir querbeet vertreten. Unsere Händler*innen erkennen unseren Mehrwert. Rahmengenähte Schuhe, die nur auf schick getrimmt sind, brauchen in Zeiten vom Home Office und legerer Kleidung immer weniger Menschen. Gleichzeitig suchen die Kund*innen immer mehr nach Schuhen, die nachhaltig sind und der eigenen Gesundheit guttun. Unser Korkfußbett und sehr gute, entspannte Passformen machen unseren Schuh zum idealen Begleiter. Gleichzeitig unterstützen wir die Händler*innen mit guten Margen und einem Produkt, das die Themen der Zeit aufgreift. Gerade im Moment steigen für die Händler*innen die Kosten enorm und sie müssen sich heute spezialisieren und etwas Besonderes bieten, um zu bestehen. Wir freuen uns sehr, wenn wir unseren Teil dazu beitragen können.

Eure Schuhe sind keine Schnäppchen. Wie seid ihr auf den Preis gekommen?

Da stellst du eine gute Frage. Unser Preis ergibt sich aus den Anforderungen, die wir an unser Produkt gestellt haben. Pflanzlich gegerbtes Leder, eine super langlebige Verarbeitung und keine Ausbeutung in der gesamten Lieferkette. Wir sagen immer: Unsere Schuhe sind nicht preiswert, aber definitiv ihren Preis wert. Wer unsere Schuhe kauft, spart langfristig. Denn du musst jetzt nicht mehr jede Saison neu kaufen, um bei aktuellen Trends mitzuhalten. Und du musst auch nicht alle paar Monate neue Schuhe kaufen, weil deine alten kaputt sind. Du kaufst bei uns echte Begleiter. Unsere Kund*innen sind nicht alle Topverdiener*innen, sondern zumeist schlicht und ergreifend Menschen, die unsere Werte teilen und Lust auf Qualität und Nachhaltigkeit haben.

Das klingt schlüssig. Wie kommt ihr mit eurem Konzept am Markt an?

Wir freuen uns sehr, wie gut unser Konzept vom Markt aufgenommen wird. Gerade im Vertrieb über den Einzelhandel sind wir unbedarft an die alten Strukturen rangegangen, und das kommt gut an. Die Branche folgt manchmal verstaubten Mustern mit festen Order-Zyklen, großen Verbänden, Mindestmengen und starren Regeln. Da machen wir nicht mit und arbeiten mit unseren Händler*innen einfach so zusammen, wie es uns gefällt. Mit dieser authentischen und unkonventionellen Art stoßen wir auf viel positive Resonanz.

Unser Produkt liefert zudem Antworten auf wichtige Fragen der heutigen Zeit. Wo kommt es her? Unter welchen Bedingungen wird es gefertigt? Wie wirkt sich mein Konsum auf die Umwelt aus? Wir finden es klasse, wie viele Händler*innen den Trend der Zeit erkennen und unsere Werte und Einstellungen teilen. Dadurch entsteht eine ganz tolle positive Zusammenarbeit, die uns viel Spaß macht.

Und last but not least: Bianca – welche Tipps hast du für andere Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  • Verliert euch nicht in zu vielen Details und Perfektion: Dazu neige ich auch manchmal, aber das kostet viel zu viel Zeit und lohnt sich nicht. Habt immer eure Vision vor Augen und lasst euch nicht entmutigen! Mitten in der Pandemie zu starten, war nicht die leichteste Herausforderung, aber auch das geht.
  • Baut euer Unternehmen unbedingt auf Prozesse und Produkte auf, hinter denen ihr zu 100 Prozent steht: Nur dann bringt ihr auch die nötige Begeisterung und das Durchhaltevermögen mit. Habt keine Angst vor Themen, bei denen ihr euch nicht auskennt: Man kann sich überall einarbeiten.
  • Das Wichtigste: Bleibt nicht in eurer Seifenblase, sondern holt euch immer wieder Feedback – von Kund*innen, Freund*innen, Bekannten und Unterstützer*innen.

Das Interivew führte Hans Luthardt

CLAIMD: Der Creator-Economy-Booster

Die CLAIMD-Gründer Frederic Nachbauer und Christian Behrens wollen mit ihrer Plattform mehr Transparenz und Teilhabe in das Influencer-Marketing bringen.

Influencer-Marketing – dabei denken die meisten an Stars mit einer riesigen Reichweite wie Pamela Reif oder Dagi Bee, die enorme Summen für Produktplatzierungen erhalten. In den letzten Jahren hat sich das Feld jedoch stark weiterentwickelt: Allein von 2019 bis 2021 haben sich laut Forbes die Ausgaben für Influencer Marketing mehr als verdoppelt (auf 13,8 Milliarden US-Dollar).

Auch der Fokus hat sich gewandelt: Marken haben erkannt, dass sich neben den Mega-Influencer*innen die Zusammenarbeit mit kleineren Accounts lohnt. Diese haben zwar weniger Follower*innen, interagieren aber stärker und sind glaubwürdiger. Oft spezialisieren sie sich auf bestimmte Themen wie Fitness, Craft Beer oder vegane Rezepte. Durch Kooperationen mit ihnen können Marken spitzere Zielgruppen erreichen. In der Branche spricht man von Nano-Influencer*innen (ab 1000 Follower*innen) und Micro­Influencer*innen (ab 10.000 Follower*innen).

Das Freiburger Start-up CLAIMD der Gründer Frederic Nachbauer und Christian Behrens will die nächste Stufe in dieser Entwicklung einläuten. Es möchte allen, die Inhalte auf Social Media erstellen – also Content Creators – ermöglichen, die eigene Reichweite zu Geld zu machen – auch solchen, die nur 100 Follower*innen haben. Dafür hat CLAIMD eine Plattform entwickelt, die Con­tent Creators und Werbetreibende direkt miteinander verbindet.

Social Media braucht ein Update

„Wir ermöglichen eine neue Art von Social-Media-Werbung, von der beide Seiten profitieren“, sagt CEO Christian. „Content Creators sind als Markenbotschafter besonders glaubwürdig. Mit ihnen erreichen Marken Zielgruppen, die sie durch klassische Social-Media-Werbung oder mit großen Influencern nicht erreicht hätten.“

Christian hat einen langjährigen Background im Influencer-Marketing und Künstler*innenmanagement. Er war jahrelang in der Musikbranche tätig und gründete die MNTCI-Gruppe, eine Marketingagenturgruppe. Er ist außerdem Geschäftsführer der zugehörigen Agentur Project Z, die sich auf Kommunikation für die Generation Z spezialisiert hat. Hier gelangte er zur Überzeugung, dass es ein neues Werbemodell braucht, das Werbetreibende und Creators näher zusammenrückt. „Unser Ziel ist nichts weniger, als die Werbung in den sozialen Medien neu zu erfinden“, so Christian.

Werbung in der eigenen Community

Die Plattform von CLAIMD ging im März 2021 nach einer zwölfmonatigen Entwicklungszeit online. Sie funktioniert wie folgt: Werbetreibende stellen eine fertige Anzeige auf die Plattform (als Bild oder Video). Anhand von Kriterien wie Alter und Interessen bestimmen sie, welche Creators die Anzeige angezeigt bekommen. Außerdem legen sie ihr Budget und den CPM (Preis pro 1000 Views) fest, den sie zahlen wollen. Passende Creators können die Anzeige dann auswählen (claimen) und in ihre Story posten. 24 Stunden später reporten sie, wie viele Views ihr Post hat und bekommen den entsprechenden Wert gutgeschrieben. Für eine Anzeige mit 1000 Views sind das zwischen 5 und 30 Euro. CLAIMD verdient, indem es 15 Prozent als Gebühr berechnet. Aktuell ist das Angebot auf Instagram, WhatsApp-Stories und TikTok ausgelegt. Weitere Plattformen mit Story-Format sollen folgen. Für die technische Umsetzung ist Co-Gründer und CTO Frederic verantwortlich.

„Niemand kennt die eigene Community so gut wie die Creators selbst. Sie wissen, was sie interessiert und was gut ankommt“, sagt Christian. „Darum suchen sie über unsere Plattform genau die Anzeigen aus, die zu ihrer Community und zu ihrem Content passen. Für Werbetreibende erübrigt sich die aufwändige Abstimmung mit einzelnen Creators. Man könnte auch sagen: Wir standardisieren das Influencer-Marketing.“  Zu den Marken, die Werbung über die Plattform schalten, gehören ein Beauty-Shop und eine große Fitness-Gruppe. Auch eine Kooperation mit Ticket-Verkäufern ist geplant.

Die Idee, dass auch „normale User*innen“ Werbung schalten, ist zwar nicht neu. Bisherige Angebote bieten aber lediglich Rabatte für Posts über gekaufte Produkte an. Bei CLAIMD gibt es echtes Geld. Andere Influencer*innen-Plattformen sprechen wiederum nur reichweitenstarke Creators an.

Die Creator Economy: Das nächste Level des Internets?

Christian sieht CLAIMD als Beitrag zu einer größeren Bewegung: der Creator Economy. „Das Problem mit Social-Media-Anbietern ist, dass sie diejenigen, die die Inhalte erstellen, nicht für ihre Arbeit entlohnen. Stattdessen kassieren sie selbst sämtliche Werbeeinnahmen, die Creators sind kosten­lose Arbeitskräfte.“

Die Verfechter der Creator Economy wollen das ändern. Der Begriff beschreibt allgemein die Möglichkeit für Einzelpersonen, mit dem Internet Geld zu verdienen – sei es mit ­Gaming-Videos, einem Newsletter oder mit Tutorials. Die Einnahmen kommen dabei durch kostenpflichtige Inhalte oder durch Werbekooperationen. Das Prinzip ist nicht neu, ist aber in den letzten Jahren, ausgehend von der Tech- und VC-Szene in den USA, zu einer ­großen Bewegung geworden. Viele Kreative sehen in der Creator Economy und deren Versprechen, sie angemessen für Ideen und Dienstleistungen zu entlohnen, eine wirklich alternative Wirtschaft, die mehr Selbstbestimmung ermöglicht.

Für die Creators sind die viel gescholtenen großen Plattformen aber nach wie vor essenziell: Für knapp drei Viertel der Creators ist Instagram die wichtigste Einnahmequelle. „Ohne die Plattformen funktioniert es derzeit nicht – darauf sind weder User*innen noch Werbetreibende eingestellt. Darum haben wir auch ein Geschäftsmodell entwickelt, dass Creators für Posts auf den Plattformen entlohnt“, sagt Christian.

Die Gen Z im Fokus

Besonders attraktiv für die Creator Economy ist die Gen Z. „Sie ist mit Social Media groß geworden, 80 Prozent teilen regelmäßig eigene Inhalte. Für diese Leute ist es völlig natürlich, dass Creators, denen sie folgen, Werbung ausspielen. Sie vertrauen auf sie, solange sie authentisch bleiben. Und auch mit einem eigenen Post nebenbei Geld zu verdienen, ist für sie sehr attraktiv“, so Christian.Als ein Beispiel nennt Christian die 18-jährige Sina, die auf Instagram vor allem über Pferde und Hunde postet und mit CLAIMD-Postings für eine Tierfuttermarke über 100 Euro verdient hat. Es müssen aber keine spezialisierten Accounts sein. Auch viele sogenannte Meme-Accounts nutzen die Plattform. Im Schnitt verdienen die Creators laut Angaben der Gründer auf CLAIMD zwischen 25 und 100 Euro pro Post. Seinen ganzen Lebensunterhalt mit Social Media zu bestreiten, bleibt also weiterhin den großen Influencern vorbehalten. Aber Frederic und Christian bieten vielen die Möglichkeit, an der Creator Economy teilzuhaben.

Christians Tipps für andere Gründer*innen

  • Testen, testen, testen: Wenn man technische Lösungen entwickelt, passieren zwangsläufig Fehler – die meisten sind schnell zu fixen, andere bringen einen um Wochen aus dem Zeitplan. Stell dich darauf ein, lass dich nicht entmutigen – und teste, was das Zeug hält. Mach dir immer klar, dass es für jedes technische Problem auch eine technische Lösung gibt, auch wenn du sie vielleicht noch nicht siehst. Wir haben ein Jahr lang entwickelt und getestet, bevor wir gestartet sind.
  • Fang früh mit Kundinnengesprächen an: Kund*innengespräche sind wichtig. Auch schon sehr sehr früh. Lass dein Produkt von Menschen challengen, die noch nie davon gehört haben. Nimm die Bedenken ernst und das Lob an. Und dann heißt es wieder: testen. Es wird der Punkt kommen, an dem du jede Frage kennst und eine gute Antwort parat hast. Das ist der Punkt, an dem dein Produkt für den Markt bereit ist.
  • Gehe deinen Zweifeln auf den Grund: Du wirst immer Zweifel haben. An deinem Produkt, deinem Team, an den Investor*innen und an dir selbst. Das Wichtigste ist, den Selbstzweifeln auf den Grund zu gehen. Dann lösen sie sich meistens auf – und mit ihnen alle anderen Zweifel.

Die Trinkgeld-Retter

Mit dem Bargeld stirbt das Trinkgeld: Die Vision des Münchner Start-ups eDrixx ist, allen Servicekräften mehr Trinkgeld zukommen zu lassen und damit die Dienstleistungsbranche zu einem attraktiveren Arbeitsumfeld zu machen.

Im Einzelhandel etwa werden nur noch 38,5 Prozent der Transaktionen über Scheine und Münzen abgewickelt. Der Anteil der Deutschen, die im Handel und im Dienstleistungssektor mit Bargeld zahlen, sackt von 2021 auf 2022 um zwölf Prozent ab. Soweit aktuelle Erhebungen.

Für viele Verbraucher bedeutet dies ein Mehr an Convenience, doch für Deutschlands Dienstleistungsgewerbe wird der Trend hin zur bargeldlosen Bezahlung zu einer echten Herausforderung. Nämlich immer dann, wenn es um Trinkgeldzahlungen geht.

Die Krux mit dem Trinkgeld

Für Arbeitgebende, weil sie sich in einer steuerlichen Grauzone befinden und einen immens hohen Aufwand haben, wenn sie Trinkgeldzahlungen per Karte akzeptieren. So müssen diese Trinkgelder aus den Abrechnungen des Unternehmens herausgerechnet und bar verteilt werden.

Für Arbeitnehmende, weil sie häufig zu wenig oder gar kein Trinkgeld bekommen. Etwa, wenn der Gast kein oder kaum Bares dabeihat oder auch, wenn Servicekräfte (zum Beispiel Küche) für den Gast gar nicht sichtbar sind.

Einfach, innovativ, effizient

Genau hier setzt das Münchner Start-up eDrixx an. Das Unternehmen bietet europaweit die gleichnamige digitale Trinkgeldlösung, die alle oben genannten Hürden überwindet. Sie ermöglicht die transparente, faire und direkte Zahlung von Trinkgeld per Mobile Payment auf das Konto der jeweiligen Servicekraft – ohne Umwege über die Konten des Betriebs – so, wie es auch vom Gesetzgeber gedacht ist. Ganz einfach per QR Code oder NFC Tag vor Ort.

Trinkgeldgebende müssen sich weder registrieren noch eine App herunterladen – bezahlt wird wahlweise über Apple Pay, Google Pay oder Kreditkarte. Die Servicekraft identifiziert sich dabei über einen QR-Code. Alternativ oder auch ergänzend können die Mitarbeitenden entsprechende NFC Tags mit sich tragen. Auch digitale Team-Kassen sind möglich. Durch die Digitalisierung von Trinkgeld entstehen auch neue Möglichkeiten, z.B. Trinkgeld auch direkt an Küchenteams für ein besonders leckeres Essen zu geben.

eDrixx liefert die technologische Lösung und unterstützt auch bei der Bereitstellung der Infrastruktur vor Ort – von NFC Tags wie z.B. Armbändern und den QR Codes über Aufsteller bis hin zu Infoflyern in der jeweiligen CI des Unternehmens. Für jede Transaktion erhebt das Unternehmen eine Gebühr – Fixkosten fallen nicht an. Mit ihrem Angebot zielt eDrixx in erster Linie auf die Gastronomie. Aber auch andere Dienstleistungsbranchen, in denen Trinkgeld üblich ist, können von eDrixx profitieren.

„Trinkgeld ist für viele Servicekräfte ein entscheidender Einkommensfaktor. Wir wollen, dass dieser erhalten bleibt, weiter ausgebaut und zudem fair verteilt wird. Das steigert die Arbeitszufriedenheit und leistet zugleich einen Beitrag, die Attraktivität vieler Dienstleistungsbranchen zu erhalten, bei gleichzeitiger Entlastung von Arbeitgebern.“ so eDrixx-Geschäftsführer Rolf Zimmer, der das Start-up gemeinsam mit Sabine Stark, Christian Steinpichler und Chris Blättermann gegründet hat.

Schwerelos gründen: das Event für die Start-up-Szene

LEXROCKET, die Startup-Initiative von Lexware, lädt am 8. September 2022 ab 18 Uhr zu einem Event von und für Gründer*innen – sei online dabei, erhalte exklusive Insights und vernetze dich mit anderen Founder*innen und Investor*innen.

Von der Idee zum Startup

Eine innovative, gute Idee zu haben, macht nur einen kleinen Teil des Start-up-Erfolgs aus. Nicht umsonst legen Investor*innen besonders viel Wert auf die Menschen hinter dem Start-up. Der „Rollercoaster“, den sie auf dem Weg von der Idee zum laufenden Unternehmen zurücklegen, steht am 8. September 2022 ab 18 Uhr im Fokus des Events Schwerelos gründen.

LEXROCKET, die Gründungsinitiative von Lexware, bringt Start-ups, Mentor*innen und Investor*innen zusammen und lädt zu einem Abend voller Tipps, To-dos und Learnings. Zu den Speaker*innen zählen bekannte Founder*innen wie Martin Donald Murray von waterdrop, Andreas Weinzierl von Sushi Bikes, Daniel Dippold von EWOR oder Verena Judmayr von MATR und viele mehr.

Den eigenen Traum Wirklichkeit werden lassen

„Start-ups sind enorm wichtig, weil durch sie Innovation gefördert wird. Durch dieses Event möchten wir zeigen, dass es möglich ist, den eigenen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Ihr seid nicht alleine und wir greifen euch unter die Arme, um erfolgreich zu werden“, so Yalun Meng, VP Lexware Startups.

Das Programm besteht aus einer Mischung aus Keynotes, einer Panel-Diskussion und Start-up-Pitches und bietet so einen umfassenden Einblick in viele wichtige Themen, die den Erfolg von Start-ups ausmachen: Finanzierung, Prototyping, Partnerschaften, das erste Team, Wachstum, Marketing und Trouble Shooting.

„Gerade am Anfang ist es für junge Start-ups wichtig, sich mit erfahrenen Gründer*innen austauschen zu können und ein Netzwerk aufzubauen, das die Challenges von Jungunternehmen direkt aus der Praxis kennt und weiß, worauf es ankommt“, betont Dejan Jovicevic, CEO und Co-Founder des brutkastens und Co-Host von „Schwerelos gründen“. 

Online via Hopin mitdiskutieren und vernetzen

Dementsprechend können sich die Teilnehmenden des Events auch direkt mit ihren Fragen und Inputs in die Diskussion einbringen. Das Event ist hybrid angelegt und findet gleichzeitig vor Ort im Wiener The Student Hotel und online auf der Event-Plattform Hopin statt. In beiden Fällen gibt es die Möglichkeit, sich informell mit Gründer*innen und Investor*innen zu vernetzen und auszutauschen. Die Teilnehmenden erhalten zudem nach dem Event exklusiv Zugriff auf Inhalte wie Aufzeichnungen oder Präsentationen. 

Das (Online-)Event auf einen Blick

Was: „Schwerelos gründen” by LEXROCKET

Wann: 8. September 2022, ab 18 Uhr

Wie: Online-Teilnahme via Hopin

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Anbieter-Check: Payment-Management-Tools

Für alle, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, stellt sich frühzeitig die Frage nach der passenden Methode für die Zahlungsabwicklung. Wir stellen dir sechs Payment-Management-Tools vor.

Egal ob du ein Ladengeschäft oder einen Onlineshop betreibst und ob du Elektronikartikel, Softwaretools oder Spa-Besuche im Angebot hast: Wenn du Produkte oder Dienstleistungen verkaufst, folgt auf die Frage „Wie bringe ich mein Produkt an meine Kundschaft?“ sehr schnell die Frage „Und wie komme ich jetzt an mein Geld?“. Die Zeiten der reinen Bargeldzahlungen sind schon lange vorüber, und vor allem bei Onlineverkäufen bietet es einen echten Wettbewerbsvorteil, vielfältige und flexible Zahlungsmethoden anzubieten.

Hier kommt Software für die Zahlungsverarbeitung bzw. -abwicklung ins Spiel: Sie ermöglicht es Unternehmen unterschiedlicher Größe, Kartenzahlungen entweder über das Internet oder über traditionelle Point-of-Sale-­Schnittstellen (POS bzw. Kassensysteme) abzuwickeln. Zu ihren Hauptmerkmalen gehören Funktionen für Zahlungsabwicklung, Datensicherheit und Berichterstattung bzw. Analyse. Häufig können Unternehmen über diese Tools Zahlungsein- und -ausgänge auf verschiedene Weisen verwalten und Geld sowohl empfangen als auch senden. Einige Tools kombinieren die Funktionen für die Zahlungsverarbeitung mit komplexeren Finanzanalysen, Produktbibliotheken oder Funktionen für das Customer Relationship Management.

Im Folgendenden stellen wir sechs Payment-Management-Tools vor und fokussieren und auf deren Hauptfunktionen. Alle für diesen Artikel ausgewählten Tools bieten die drei genannten Hauptfunktionen sowie unterschiedliche Zusatzfunktionen, die du, je nach den Anforderungen deines Unternehmens, in Betracht ziehen kannst. Die Tools sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Die vollständige Methodik liest du am Ende des Beitrags.

Moon Invoice

Moon Invoice richtet sich vorrangig an kleine Unternehmen und legt den Fokus auf Funktionen zur Rechnungsstellung. Nutzer*innen können Rechnungen selbst gestalten oder aus den mehr als 60 Rechnungsvorlagen wählen und so in kurzer Zeit ansprechend designte Rechnungen erstellen. Ein „Jetzt zahlen“-Button ermöglicht Kund*innen, direkt aus der Rechnung heraus eine Zahlung zu tätigen, wofür mehr als 20 Zahlungsmethoden zur Verfügung stehen. Für weitere Details lassen sich PDF- oder JPG-Dateien an Rechnungen anhängen. Pro-Forma-Rechnungen können erstellt und später in endgültige Rechnungen, Angebote oder Kostenvoranschläge umgewandelt werden. Zudem lassen sich regelmäßig wiederkehrende Rechnungen erstellen. Ein dynamisches Dashboard zeigt einen Überblick über alle Rechnungen, und Filterfunktionen helfen beispielsweise dabei, auf einen Blick noch nicht bezahlte Rechnungen anzuzeigen. Für ausstehende Zahlungen können Nutzer*innen direkt in Moon Invoice Erinnerungen an ihre Kundschaft versenden. Neben den Zahlungseingängen verwaltet das Tool auf Wunsch auch Geschäftsausgaben.

User*innen können zudem Zahlungen in unterschied­lichen Währungen über Zahlungsdienstleister wie PayPal und Square empfangen. Neben den Zahlungs-Buttons in Rechnungen können sie Zahlungslinks auf ihrer Website einbinden oder etwa in sozialen Medien posten.

Moon Invoice ist per Android, iOS, Mac und Windows sowie webbasiert nutzbar und steht in den Versionen Bronze, Silver und Gold zur Verfügung. Ab der Bronze-Version können Nutzer*innen bis zu 25 Kontakte verwalten, mit der Silber-Version steht ihnen eine unbegrenzte Anzahl an Kontakten zur Verfügung und mit der Gold-Version lassen sich drei Unternehmen gleichzeitig verwalten.

Die 5 Hauptfunktionen von Moon Invoice

  • Gateways für die Online-Zahlung
  • Rechnungsstellung mit Rechnungsvorlagen
  • Ausgabenverfolgung
  • Finanzielle Analysen
  • Download von Geschäftsberichten

PayPal

PayPal ist vermutlich einer der bekanntesten Zahlungsdienstleister, egal ob geschäftlich oder privat. Die Option, per Smartphone-App spontan Geld an Familie und Freunde zu versenden, wird von vielen genutzt, und als Zahlungsmethode für Onlineshops ist das Tool nicht weniger beliebt. Neben der „normalen“ Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte haben Kund*innen die Möglichkeit, bis zu 30 Tage später oder am Monatsende zu zahlen oder eine Zahlung in 3, 6, 12 oder 24 Monatsraten aufzuteilen. Auch weitere Funktionen machen das Onlineshopping komfortabel: Der PayPal-Käuferschutz springt ein, wenn ein Artikel nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht, und mit dem kostenlosen Retourenservice erstattet PayPal Rücksendekosten bis zu einer Höhe von 25 Euro. Zusätzlich bietet ein Verkäuferschutzprogramm auch dem/der Verkäufer*in einen Anspruch auf den Zahlungsbetrag, wenn ein(e) Käufer*in die Ware nicht erhalten hat oder eine nicht autorisierte Zahlung erhalten wurde.

PayPal lässt sich mit Google Pay verbinden und ist so auch für kontaktlose Zahlungen per Near Field Communication (NFC) nutzbar. Mit dem PayPal-eigenen Geldtransfer-Service Xoom können Anwender*innen Geld an Konten oder Partnerfilialen in anderen Ländern senden oder auch Bargeld schicken. Die PayPal Commerce Platform ist eine Zahlungslösung, die E-Commerce-­Partner*innen Zugang zum globalen PayPal-Netzwerk bietet sowie Funktionen für die Compliance und Risikobewertung, API-basierte Funktionen für das Kund*innen-Onboarding, ­integrierte Berichtsfunktionen und mehr bereithält. Mit der PayPal-Business-App lassen sich auch unterwegs Rechnungen mit anpassbaren Vorlagen erstellen, Abonnementzahlungen und Zahlungserinnerungen einrichten, Kostenvoranschläge und Angebote erstellen oder unbezahlte Rechnungen verfolgen. Eine API für Rechnungen ermöglicht Unternehmen die Integration in das eigene System zur Auftragsverwaltung. Mit PayPal for Developers stehen weitere APIs und SDKs, ein Sandbox-Testleitfaden und andere Entwicklungstools zur Verfügung.

Das Unternehmen erhebt Gebühren für geschäftliche Transaktionen, die sich je nach Art der Transaktion unterscheiden, etwa abhängig davon, ob es sich um inländische oder internationale Transaktionen, QR-Code-Transaktionen oder Zahlungen per Kreditkarte handelt. Private Transaktionen im Inland sind kostenlos, ebenso das Abbuchen von Geld vom PayPal-Konto auf ein lokales Bankkonto in Deutschland (ohne Währungsumrechnung).

Die 5 Hauptfunktionen von PayPal

  • Geld senden und empfangen per App
  • Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte
  • Aufgeschobene Zahlung oder Zahlung per Monatsraten
  • Kontaktloses Zahlen via Google Pay
  • Käufer- und Verkäuferschutzprogramm sowie kostenlose Retouren

Planet A Foods für die Norrsken Impact100 nominiert

Die Norrsken Foundation verleiht dieses Jahr erstmals den 'Nobelpreis nachhaltigen Wirkens'. Von den 100 nominierten Unternehmen aus der ganzen Welt haben es fünf aus Deutschland auf die Liste der nachhaltigsten Impact-Start-ups geschafft.

Nominiert für den ‚Nobelpreis nachhaltigen Wirkens‘ werden innovative sowie marktfähige Ideen, Produkte und Services, die allesamt zu einer gerechteren Welt beitragen. Eines der fünf deutschen nominierten Start-ups ist das Münchner Food-Start-up Planet A Foods.

Planet A Foods wurde 2021 von Sara und Maximilian Marquart gegründet. Das Start-up entwickelt mithilfe innovativster Zubereitungsprozesse nachhaltige, zukunftsfähige Lebensmittel, die unabhängig von stark begrenzten Ressourcen wie bspw. Kakao, Palmöl oder Land produziert werden können. Dabei greift das Unternehmen ausschließlich auf natürliche Inhaltsstoffe zurück. So trägt Planet A Foods zu einer sozial gerechteren und umweltfreundlicheren Nahrungsmittelindustrie bei. Zum Portfolio des Start-ups gehört die weltweit erste kakaofreie Schokolade Nocoa.

Bei der veganen, kakaofreien Schokolade Nocoa handelt es sich um ein zu 100 Prozent natürliches Produkt, das durch einen Fermentierungsprozess gewonnen wird. Im Vergleich zur Herstellung von herkömmlicher Schokolade hinterlässt die Nocoa-Produktion einen um 90 Prozent geringeren ökologischen Fußabdruck und kann eine annähernd ausgeglichene Energiebilanz vorweisen.

Anstelle von Kakaobohnen und Milchprodukten wird für die nachhaltige Herstellung von Nocoa Hafer verwendet. Der Hafer wird in einem Prozess, der dem Bierbrauen sehr ähnlich ist, von Hefe zerkleinert und anschließend geröstet. So entfaltet das Produkt die typischen Schokoladen-Aromen und erhält sogar die zartschmelzende Textur von Schokolade. Die Hefe wird im Anschluss vollständig aus dem Produkt gefiltert. Da Hafer von Natur aus süß ist, benötigt Nocoa in all seinen Geschmacksrichtungen rund 30 Prozent weniger Zucker wie herkömmliche Schokolade.

Die kakaofreie Schokolade ist erst der Anfang der Münchner. So möchten die Gründer Sara und Maximilian Marquart mit der neuen Unternehmensmarke ihre Mission betonen: Planet A Foods hat es sich zum Ziel gesetzt, Lebensmittel unabhängig von begrenzten Ressourcen wie Land oder Arbeitskraft zu produzieren.

Dieser Anspruch ist es, der letztlich auch das Auswahlkomitee überzeugt hat – allen voran Niklas Adalberth, den Begründer der Norrsken Foundation. Gemeinsam mit prestigeträchtigen Partnerorganisationen wie der Obama Foundation, der BMW Foundation und dem World Fund sucht der Klarna-Mitbegründer nach Unternehmen und Start-ups, deren Geschäftsziele Antworten auf drängende Probleme unserer Zeit bereithalten. Hierzu zählen globale Armut, Hungersnöte, Lebensmittelverschwendung sowie Umweltverschmutzung und unzureichende medizinische Versorgung.

Anfang September werden die Gewinner*innen bei der offiziellen Preisverleihung in Stockholm verkündet. „Das Motto von Norrsken Impact100 ‘Ideas That Can Change 1 Billion Lives’ passt sehr gut zu unserer Vision hinter Planet A Foods, das Leben zahlreicher Menschen positiv zu beeinflussen und den Planeten nachhaltiger zu gestalten. Diese Nominierung ehrt uns und motiviert uns, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen“, freut sich Maximilian Marquart.

Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg: Die besten Strategien für Unternehmen

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, das eigene Business im Sinne des nachhaltigen Wirtschaftens auf den Prüfstand zu stellen. Wichtig dabei: die passende Strategie.

Das Thema Nachhaltigkeit ist aufgrund des Klimawandels in den Medien omnipräsent. Auch für Unternehmen wird es immer wichtiger, das eigene Business diesbezüglich auf den Prüfstand zu stellen. Nicht nur aus Imagegründen, sondern vor allem, weil es darum geht, den kommenden Generationen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen. In der Praxis ist das Vorhaben aber oftmals gar nicht so einfach. Die Probleme beginnen bereits damit, dass viele den Begriff Nachhaltigkeit gar nicht richtig definieren können.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Das Magazin MyGreenChoice definiert Nachhaltigkeit als Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren oder künftig wieder bereitgestellt werden kann.

Für Unternehmer ist diese Definition jedoch zu weit gefasst, um daraus konkrete Maßnahmen für die Praxis abzuleiten. Deshalb ist es für sie einfacher, mit bestimmten Begriffen zu arbeiten, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit sehr nahekommen. Dazu zählen vor allem:

  • Langlebigkeit
  • Dauerhaftigkeit
  • Haltbarkeit
  • Stabilität

Eine nachhaltige Investition eines Unternehmens ist demnach beispielsweise der Kauf von hochwertigem Werkzeug. Denn dieses ist wesentlich stabiler und damit auch haltbarer und langlebiger als qualitativ minderwertiges Equipment, das bereits nach wenigen Arbeitseinsätzen ausgetauscht werden müsste.

Die Investition in gutes Werkzeug ist zwar ein guter Anfang, doch noch lange nicht ausreichend für eine komplette Nachhaltigkeits-Strategie im Unternehmen. Um wirklich erfolgreich zu sein, besteht der erste Schritt vor allem darin, die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Thema zu sensibilisieren.

Die Nachhaltigkeit im Unternehmen sollte mehr sein als eine Vorgabe „von oben“

Innerbetriebliche Maßnahmen sind zumeist dann von Erfolg gekrönt, wenn jeder sein Scherflein dazu beigetragen hat. Deshalb ist es ratsam, die einzelnen Aktionen nicht von der Geschäftsführung vorzugeben, sondern von der Belegschaft selbst erarbeiten zu lassen.

Die Initialzündung dafür kann beispielsweise in Form eines Ideenwettbewerbes erfolgen, bei dem alle Tipps der Mitarbeitenden gesammelt werden, wie Nachhaltigkeit im Unternehmen umgesetzt werden kann. Die besten Vorschläge werden nicht nur mit einer entsprechenden Prämie belohnt, sondern auch verbindlich innerhalb eines vorab definierten Zeitraumes umgesetzt.

Wichtig ist, den Teilnehmern zu vermitteln, dass es sich bei den Maßnahmen nicht zwingend um weitreichende Veränderungen handeln muss. Am Ende des Tages sind es viele Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen. Das klassische Werbeplakat ist immer eine gute Wahl und bietet zudem eine Möglichkeit zur Nachhaltigkeit. Je nach Druck kann es sehr gut recycliert oder für andere Zwecke wiederverwertet werden.

Eine(n) Nachhaltigkeits-Manager*in im Unternehmen installieren

Seit dem Jahr 2017 sind börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden dazu verpflichtet, einen CSR-Bericht zu veröffentlichen. CSR steht dabei als Abkürzung für Corporate Social Responsibility. Gemeint ist damit die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens. Zu diesem Zweck engagieren sie zumeist eine(n) eigene(n) CSR-Manager*in, die/der das Thema bereits im Studium von der Pike auf gelernt hat und deshalb ganz genau weiß, wo anzusetzen ist.

Doch auch für kleinere Unternehmen und Startups ist es eine sinnvolle Strategie, einen ausgewählten Kreis von Personen mit dem Thema Nachhaltigkeit zu betrauen. Idealerweise handelt es sich dabei um Leute, die im Kolleg*innenkreis gut angesehen sind und deren Wort bei der Belegschaft Gewicht hat. Denn nur so ist es möglich, alle zur Mitarbeit zu bewegen.

Die Frageliste für Startups

Die Frage der Nachhaltigkeit wird in der Startup-Szene viel diskutiert. Wer sich zum ersten Mal dem Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen widmet, erkennt oftmals den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Was in diesem Fall helfen kann, ist eine Liste mit ausgewählten Fragen zum Thema:

  • Welche Art von Strom nutzen wir im Unternehmen? Nutzen wir schon Ökostrom?
  • Wo kaufen wir unsere Produkte ein? Gibt es eventuell alternative Lieferant*innen in der Nähe?
  • Wie werden unsere Produkte hergestellt? Gibt es umweltfreundlichere Herstellungsweisen?
  • Wie nachhaltig sind unsere Transportwege? Gibt es klimaneutralere Möglichkeiten?
  • Wie sparsam gehen wir mit Büromaterialien um? Gibt es klare Vorgaben dazu? Verwenden wir nach Möglichkeit Recycling-Produkte?
  • Wie sensibilisiert sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Thema?
  • Werden Alternativen zur Anreise mit dem eigenen PKW angeboten. Gibt es beispielsweise Leasing-Fahrräder oder vergünstigte Tickets für den ÖPNV?
  • Wie ist das Energiemanagement im Gebäude? Werden alle PCs heruntergefahren und alle Lichtquellen deaktiviert? Läuft die Klimaanlage die ganze Nacht?
  • Welche Geschäftsreisen sind wirklich erforderlich? In welchen Fällen können die Reisen durch Videokonferenzen ersetzt werden?
  • Wie nachhaltig ist unser Marketing bei den eingesetzten Werbematerialien? Gibt es die gleichen Werbemittel eventuell auch als umweltfreundlichere Variante?

Aus den entsprechenden Antworten auf die Fragen ergibt sich die Basis für eine umfassende Nachhaltigkeits-Strategie im Unternehmen schon fast von selbst. Entscheidend ist es jedoch, die Strategie abschließend in eine Form zu bringen, die für alle Mitarbeitenden einfach zugänglich und verständlich ist.

Nachhaltigkeit ist kein „Einmal-Thema“

Das Thema Nachhaltigkeit ist für Unternehmen nicht etwas, mit dem sich ein ausgewählter Personenkreis einmalig beschäftigt und im Anschluss daran wird wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Wer es ernst damit meint, hat die Nachhaltigkeit regelmäßig auf der Agenda und macht sich vor allem bei jedem einzelnen Arbeitsschritt Gedanken darüber, ob das Handeln gerade im Sinne der Umwelt ist oder dadurch unnötige Ressourcen verschwendet werden.

Wie IT-Lösungen Unternehmen zukunftsfähig machen – 4 innovative Tech-Start-ups

Wir stellen Tech-Start-ups vor, die mit ihren Innovationen erfolgreich neue Wege gegangen sind.

Viele junge Start-ups entwickeln digitale Lösungen, mit denen sich die vielfältigen Herausforderungen in diesem Bereich bewältigen lassen. Vier sehr engagierte Start-ups haben quasi als Vorreiter Technologien entwickelt, die Geschäftsprozesse schneller, effizienter und sicherer machen. Ihnen verdanken Kund*innen neue und leistungsstarke Internetverbindungen, Software zur Abwicklung von Immobiliengeschäften, Systeme im Segment Datenhoheit und zukunftsweisende Lösungen in Sachen Text- und Video-Übersetzungen.

Cordaware – ZTNA statt VPN?

Eine VPN-Verbindung war lange Zeit das Nonplusultra in Sachen Verbindung zwischen Homeoffice und Unternehmen. Der größte Nachteil am „Virtual Private Network“ bestand allerdings darin, dass sich immer nur eine einzige Leitung aufbauen ließ. Solange es nur Kommunikation zwischen zwei Personen gab oder die Leitung nur zu einem Ziel führte, war diese Form der Verbindung eine optimale, weil extrem sichere Lösung. Zwei Nachteile von VPN-Verbindungen sind der Aufwand, den IT-Abteilungen für die Einrichtung der Verbindung aufbringen muss und die heute nicht mehr ausreichende Geschwindigkeit.

Durch die verstärkte Vernetzung von Unternehmen sowie die wachsende Komplexität von IT-Systemen und Netzwerken sind neue Lösungen notwendig. VPN ist zudem in Sicherheitsfragen nicht das Optimum. Zwar ist das Eindringen in die gesicherte Verbindung unmöglich, aber über den Hack eines mit VPN ausgestatteten Computers öffnet sich für den Cyberkriminellen das gesamte, an der VPN-Verbindung hängende Netzwerk des betreffenden Unternehmens.

Die potenzielle Nachfolgetechnologie heißt ZTNA (Zero Trust Network Access). Sie ist in der Lage, nur Verbindungen zu den Daten bzw. Applikationen aufzubauen, die der jeweilige Mitarbeitende tätigkeitsbedingt benötigt. Er kann nicht auf andere Ressourcen des Unternehmens zugreifen. War es bisher notwendig, existierende IT-Infrastrukturen anzupassen, so hat Cordaware, ein 1995 gegründetes Start-up mit Sitz in Pfaffenhofen, mit Cordaware bestzero eine entsprechende Lösung entwickelt.

Der Mitarbeitende muss sich lediglich eine spezielle Appsbox auf sein Endgerät laden. Über diese kann er sich dann mit dem „Hive“, von dem festgelegt wird, auf welche Ressourcen der Mitarbeitende zugreifen darf, sowie einem Server zur Authentifizierung im Unternehmen verbinden. Die Besonderheit bei Cordaware bestzero besteht darin, dass der Aufbau der Verbindung nicht von außen nach innen, wie bisher beim Konzept ZTNA üblich, sondern von innen nach außen aufgebaut wird.

Der Hive kann darüber hinaus die Appsbox des Mitarbeitenden mit einer unbegrenzten Zahl von Kunden verbinden, wodurch sich unternehmensübergreifende Projektarbeiten vereinfachen. Insgesamt bietet das Unternehmen mit seiner Entwicklung mehr Sicherheit und Flexibilität bei gleichzeitig weniger Aufwand.

REO – Digitale Lösungen für Immobilienunternehmen

Ungeachtet der Tatsache, dass sie eine Notwendigkeit darstellt, kommt die Digitalisierung in der Real-Estate Branche freundlich ausgedrückt nur langsam voran. Zu stark sind die bisherigen Praktiken wie Netzwerken und Besichtigungen auf persönlicher Ebene noch in den Köpfen verankert. Allerdings tut sich etwas, denn augenblicklich verändern sich die Ansprüche des Marktes hinsichtlich digitaler Arbeitsmethoden.

„Es besteht ein großer Bedarf nach mobilen Lösungen und einfacher, zentralisierter Kommunikation. Gleichzeitig sind Immobilienvertriebe wie Makler als wichtiger Bestandteil des Marktes nicht wegzudenken, da dieser immer komplexer wird. Wenn dieser deutlich technologie- und softwaregestützter durch Lösungen wie REO arbeiten kann, strahlt das auf alle Parteien im Prozess aus und führt zu besseren Resultaten“ erklärt Lucas Christel, Co-Gründer von REO.

Spätestens die Corona-Beschränkungen haben dazu geführt, dass sich nicht nur die Arbeitsweise der Makler, sondern auch die Form der Begegnungen verändert hat. Beides geschieht immer häufiger über digitale Kanäle. Nach der Entwicklung des digitalen Immobilien-Marktplatzes offmade haben die Brüder Lucas und Lennart Christel REO erdacht, eine innovative und mobile Maklersoftware. Sie ist sozusagen die Weiterführung von offmade.

Mit seiner Maklersoftware möchte REO seine Vision eines digitalen und dennoch persönlichen Drahtes zu Kund*innen jeder Couleur ermöglichen und unterstützen. Die Software und die dazugehörige App ermöglichen es Immobilienmakler*innen, mit ihrer Kundschaft zu kommunizieren und sämtliche Tätigkeiten des Maklerberufs auch von unterwegs abzuwickeln.

Das ist möglich durch einen über die Plattform zugänglichen, integrierten Datenraum. Alle relevanten Informationen, Daten und Dokumente zu einem Immobiliengeschäft können in diesem einen Tool gesammelt und abgerufen werden. „REO ermöglicht Immobilien Sales-Teams wie z.B. Maklern, Maklerunternehmen, Bauträgern, Projektvertrieben und Banken digital und mobil zu arbeiten. Die Software verfügt über die erste moderne App, mit der alle Workflows auch von unterwegs funktionieren“, erklärt Gründer und CEO Lucas Christel die Funktionsweise von REO.

Uniki – Alternative zu großen Clouds

Nicht jedes Unternehmen kann die Kosten für große Cloud-Dienstleister auf Dauer stemmen. Dieser Umstand brachte Matthias Bollwein und Roman Leuprecht aus München auf die Idee, 2017 ihr Unternehmen Uniki GmbH zu gründen. Das Münchner Star-tup bietet kleinen Unternehmen mit seinen eigenen Servern mehr Unabhängigkeit von den großen Online-Diensten. Dazu setzt Uniki auf eine Kombination aus Private-Cloud-Box und eigener Plattform mit Web-Anwendungen und schafft so einen neuen, besseren Standard in Sachen Datenhoheit in diesem Segment.

Kostensparend wirkt sich für die inzwischen mehr als 200 Unternehmen, die die Server von Uniki inzwischen genutzt haben aus, dass das Start-up „Hardware von der Stange“ verwendet. Das bedeutet, dass die vom Unternehmen „Elly“ genannten Systeme keine teuren Hardware-Eigenentwicklungen sind, sondern aus Standardkomponenten bestehen. Zudem wird auch die Software nicht für teures Geld neu designt. Vielmehr integriert Uniki bereits existierende Linux-Anwendungen auf seiner Plattform. Viele der Software-Programme basieren auf Open Source und haben sich bereits lange bewährt. Dazu bietet das Unternehmen passende Apps an. Insgesamt finden Kund*innen etwa 50 angepasste Anwendungen auf der Plattform.

Ergebnis ist eine private Cloud für jeden, ohne Kompromisse zwischen Privatsphäre und Benutzer*innenfreundlichkeit. Sämtliche Daten liegen an einer zentralen Stelle im eigenen Unternehmen, was die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen wesentlich erleichtert. Der Vorteil besteht darin, dass Uniki eine Komplettlösung aus privatem Server und einfach zu bedienender Cloud-Plattform bietet.

Mit der „Collaboration Suite“ von Uniki können Unternehmen kollaborativ arbeiten, bei gleichzeitig hoher und DSGVO-konformer Datensicherheit. Zukünftig sollen die bisher zum Einzelpreis verkauften Server von Unternehmen gegen eine monatliche oder jährliche Gebühr auch als Abo gebucht werden können.

vidby – neue Qualität bei Video- und Textübersetzungen

Text- und Videoübersetzungen gibt es schon länger, bisher allerdings mangelte es solchen Übersetzungen vor allem an einem, nämlich an Qualität. Ein Video mit Sprachspur von der Ursprungssprache in eine andere zu übertragen, ist ein hochkomplexer Vorgang, für den es viel Erfahrung und auch technisches Know-how braucht. Das von Alexander Konovalov und Eugen von Rubinberg gegründete Start-up vidby besitzt beides, viel Know-how und KI-basierte Technologie.

Fast alle heute veröffentlichten Videoinhalte sind in englischer Sprache und dies, obwohl gerade einmal 12 Prozent der Weltbevölkerung überhaupt Englisch spricht und/oder versteht. Das bedeutet, dass wichtige Informationen und wertvolles Wissen für den größten Teil der Menschheit unzugänglich bleiben. Das wollten die Gründer von vidby, die übrigens schon den „Vorgänger“ DROTR gründeten, ändern und haben eine Software entwickelt, die mithilfe von Algorithmen und KI schnelle und vor allem qualitativ hochwertige Übersetzungen erstellt.

Als Hauptzielgruppen gelten B2B bzw. B2G, also vor allem international agierende Unternehmen, Medienunternehmen, NGOs, öffentliche Organisationen, Influencer, Bildungsinstitutionen und auch staatliche Institutionen. Zielgruppe sind also alle, die mithilfe von Video-Übersetzungen ihre Gewinnorientierung verfolgen oder sonstige Ziele erreichen möchten, z.B. die Erhaltung von Wissen.

Wodurch sich vidby von anderen Unternehmen unterscheidet, sind eine hohe Benutzer*innenfreundlichkeit, die Bestellgeschwindigkeit und vor allem die Qualität der Übersetzungsleistung. Hinzu kommt ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für die Bestellung einer Video-Übersetzung oder Voice-over braucht es keine Anrufe oder sonstigen Erläuterungen, der gesamte Bestellprozess wird automatisiert durchgeführt.

Der hohe Grad der Automatisierung ermöglicht ein nahezu sofortiges Ergebnis, denn für eine Minute des Videos muss der/die Kund*in eine Wartezeit von lediglich zwei Minuten einplanen. Von einer solch kurzen Wartezeit profitieren vor allem Kund*innen, die eine hochwertig übersetzte, sprachlich sehr gute Videonachricht in kürzester Zeit benötigen.

Fazit – Förderung von Technologien stützt den Wirtschaftsstandort Deutschland

Zum Glück gibt es unzählige kluge und kreative Köpfe, die mit ihren Ideen nicht nur die Digitalisierung vorantreiben können, sondern es Unternehmen, Behörden und sonstigen Institutionen ermöglichen, effizienter, kund*innenorientierter und vor allem kostensparender zu arbeiten. Die Start-up-Szene ist eine wichtige Basis für den Wirtschaftsstandort im DACH-Raum und sollte deshalb von allen relevanten Seiten gefördert werden.

Start-up-Pressearbeit mit Redaktionen – so klappt’s!

Selbständige sind zumeist Dienstleister*innen. Trotzdem beachten viele bei ihrer Pressearbeit weder den Bedarf ihrer Kund*innen noch den der Redakteur*innen. Entsprechend mager sind oft die Früchte ihrer PR-Arbeit. Wir zeigen, wie es besser geht.

„Haben Sie noch einen Artikel zum Themenkomplex xy, den Sie uns bis spätestens morgen schicken könnten. Denn uns hat leider ein Berater ein zugesagtes Manuskript nicht rechtzeitig geliefert. Deshalb brauchen wir einen Ersatz.“ Solche Anrufe erhalten wir Monat für Monat von (Fach-)Zeitschriften-Redakteuren. Denn diese sammeln im Kontakt mit Selbständigen wie Berater*innen und Coaches, aber auch Rechtsanwält*innen, Architekt*innen und Wirtschaftsprüfer*innen oft die Erfahrung: Diese sind zwar heiß auf Presseveröffentlichungen. Entsprechend oft kontaktieren sie die Redaktionen mit Anfragen wie „Wären Sie an einem Artikel zum Thema x oder y interessiert?“ – entweder persönlich oder über ihre PR-Agenturen. Doch wenn es dann um das Einhalten der mit den Redaktionen getroffenen Absprachen geht, erweisen sich sie oft als unzuverlässig.

Die Redaktionen haben oft „Lieferkettenprobleme“

Immer wieder kämpfen denn auch – nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch – Redaktionen mit „Lieferkettenproblemen“. Denn wenn zum Beispiel ein Berater den vereinbarten Abgabetermin für ein Manuskript nicht einhält und der Drucktermin des Magazins naht, haben seine Redakteur*innen ein echtes Problem. Denn zwei, drei Seiten im Heft sozusagen leer lassen, das können sie nicht. Also brauchen sie einen Ersatz-Artikel. Und der ist zuweilen schwer zu finden; speziell dann, wenn der Artikel im Rahmen eines Themenschwerpunkts in dem Heft eingeplant ist oder wenn ein Artikel zum Thema in dem vorherigen Heft angekündigt wurde.

Denn dann brauchen die Redakteur*innen ein Manuskript zum selben Thema, und dieses lässt sich binnen zwei, drei Tagen oft schwer beschaffen. Also rufen sie zum Beispiel bei uns an und fragen, ob wir „so ein ähnliches Manuskript“ in unseren Schubladen haben und dieses eventuell ihrem Bedarf anpassen könnten.

Auch Redakteur*innen sind Kund*innen

Uns freuen solche Anrufe selbstverständlich. Doch unverständlich bleibt für mich, warum so viele Selbständige, die in der Regel ja Dienstleister*innen sind, so nachlässig im Kontakt mit ihren Kunden Redakteur*innen sind.

Wie: Die Redakteure sind meine Kund*innen? Das mag nun manch Leser*in denken. Ja, sie sind Ihre Kund*innen, denn Sie wollen ihnen, wenn Sie Pressearbeit betreiben, etwas verkaufen: nämlich Ihren Artikel oder Ihre Nachricht. Und angenommen ein Redakteur „kauft“ Ihr Manuskript, veröffentlicht es also kostenlos. Dann bezahlt er Sie zwar nicht mit Geld, jedoch mit Seiten bzw. Seitenanteilen in seinem Heft. (Entsprechendes gilt für Online-Publikationen.)

Und angenommen nun ein Artikel erstreckt sich in einer Fachzeitschrift über zwei Seiten. Dann müssten Sie, wenn Sie stattdessen Anzeigen schalten würden, hierfür oft mehr als 10.000 Euro bezahlen. Also sollten Sie, wenn Sie dieselbe Leistung umsonst bekommen möchten, die Bedürfnisse des Kunden/der Kundin Redakteur*in schon ernst nehmen – bei Kund*innen, die Sie mit Geld bezahlen, tun Sie dies ja auch.

Häufige Fehler im Kontakt mit Redaktionen

Bei Redakteur*innen tun dies Selbständige oft nicht. Da werden den Redakteur*innen zum Beispiel, wenn sie mit einem Berater einen Artikelumfang von 10.000 Zeichen vereinbart haben, oft Manuskripte mit 30.000 Zeichen geliefert, denn der Autor hat ja so viel sagen. Und der Redakteur bzw. die Redakterin kann dann schauen, wie „das Monstrum“ so zu kürzen ist, dass es auf die vorgesehenen zwei Heftseiten passt.

Und die Autorenhinweise, die Redaktionen Autoren nicht selten vorab senden, und in denen zum Beispiel steht,

  • was beim Artikelschreiben beachtet werden sollte,
  • wie die Überschriften, Vorspänne usw. formuliert sein sollten,
  • in welchem Dateiformat Grafiken angeliefert werden sollten?

Die werden oft gar nicht gelesen. Stattdessen wird der Redaltion nicht selten auf den letzten Drücker ein Manuskript zugesandt, das der/die Autor*in offensichtlich schon vor vielen Jahren verfasst hat.

Die Redakteur*innen müssen die Artikel auch bebildern

Doch nicht nur diesbezüglich klagen die Redakteur*innen oft über „Lieferkettenprobleme“. Dasselbe gilt für Bilder und Grafiken. Denn wenn ein Artikel in ihrem Heft erscheint, dann möchten, nein müssen die Redakteur*innen diesen auch illustrieren. Denn eine Bleiwüste animiert keine(n) Leser*innen zum Lesen.

Probleme bereitet es den Redakteur*innen oft schon, für Fachartikel Portraitfotos der Autor*innen zum Bebildern der Autorenangaben zu erhalten. Nicht selten erhalten sie erst nach der zweiten oder dritten Nachfrage ein solches zugeschickt; und dieses erweist sich dann oft als unbrauchbar – zum Beispiel,

  • weil das Foto eine so niedrige Auflösung hat, dass es zwar online, aber nicht zum Drucken verwendet werden kann, oder
  • weil es offensichtlich mit einem Handy in der Freizeit, draußen im Grünen aufgenommen wurde, was nicht zu einer Fachzeitschrift im Business-Bereich passt, oder
  • weil das Foto nur schwarz-weiß oder blau-weiß ist, obwohl die Zeitschrift im Vierfarbdruck erscheint, der Autor jedoch möchte, dass das Foto mit dem CI seiner Webseite korrespondiert etc.

Ein Bild sagt oft mehr als Tausend Worte

Und ganz mau wird es, wenn der Redakteur*in eine(n) Selbständige(n) fragt, ob sie/er außer dem Autorenfoto noch zwei, drei Fotos zur Verfügung stellen kann, die inhaltlich zum Thema des Artikels passen und mit denen man diesen illustrieren kann. Solche Fotos haben fast keine Selbständigen. Dabei sollten sie diese zumindest zu den Kernthemen ihrer Arbeit haben, wenn die Pressearbeit eine zentrale Säule ihrer Marketingstrategie ist, denn: Wenn Sie solche Fotos einer Fachzeitschriften-Redaktion mitliefern können, erhöht dies die Chance, dass ihr Manuskript veröffentlicht wird, enorm (auch weil viele Fachzeitschriften keinen Etat für Bilder haben.)

Hierfür ein Beispiel. Angenommen ein Berater ist auf den B2B-Vertrieb spezialisiert und er kann dem Redakteur auch zwei, drei Fotos liefern, die ihn in einer Verkaufsverhandlung oder bei einem Beratungsgespräch in der Produktionsanlage eines Unternehmens zeigen. Dann ist die Chance groß, dass der Redakteur eines dieser Fotos als Aufmacherfoto für den Artikel verwendet. Das heißt, in dem Magazin erscheint außer dem briefmarkengroßen Autorenfoto unter dem Artikel auch ein Foto, das zum Beispiel eine Drittel Heftseite einnimmt. Vereinzelt werden solche Fotos, sofern sie gut und entsprechend hoch aufgelöst sind, sogar für das Cover des Magazins verwendet.

Sich als guter und zuverlässige(r) Lieferant*in erweisen

Das heißt, wie oft und in welcher Aufmachung Artikel von Selbständigen in Fachzeitschriften und Online-Magazinen erscheinen, hängt auch davon ab, inwieweit diese sich bemühen, die Wünsche und Bedürfnisse der Kund*innen Redakteur*innen zu erfüllen. Diesbezüglich unterscheiden sich die Redakteur*innen gar nicht so sehr von ihren sonstigen Kund*innen. Auch bei deren Kaufentscheidung spielt die Frage eine entscheidende Rolle: Inwieweit erfüllt der/die Anbieter*in meine Bedürfnisse und liefert mir das, was ich und mein Unternehmen brauchen? Der einzige Unterschied: Der Bedarf bzw. neudeutsch „Need“ der Redakteur*innen ist zum Teil ein anderer.

Ähnlich verhält es sich, wenn es um Folgeaufträge geht. Erweist sich ein(e) Dienstleister*innen in der Zusammenarbeit bzw. im Leistungserbringungsprozess als schwierig, erhält er von seinem/seiner Kund*in einmal einen Auftrag und dann nie wieder. Ähnlich ist es bei Redaktionen: Erweist sich ein Selbständiger beim Erstellen und Publizieren eines Artikels als schwierig, dann machen sie um ihn beim nächsten Mal einen weiten Bogen. Und der/die Selbständige? Er/sie wundert sich, warum von Mitbewerbern immer wieder Artikel in der Presse erscheinen, von ihm/ihr jedoch nicht.

 Der Autor Bernhard Kuntz ist Inhaber der PRofilberater GmbH. Er ist u.a. Autor des Buchs „Warum kennt den jeder? – Wie Sie als Berater durch Pressearbeit Ihre Bekanntheit steigern und lukrative Aufträge an Land ziehen“.

Gründer*in der Woche: CounselMe – effizienteres Anwalt-Matching

Die junge Rechtsplattform CounselMe von Gründer Onur Durna ist angetreten, die klassische, zeitaufwendige und beratungsintensive Suche nach geeigneten Anwälten überflüssig zu machen. Mehr dazu im Interview mit Onur.

Wann und wie bist du auf die Idee zu CounselMe gekommen?
Einen guten Anwalt zu bekommen ist leider immer noch häufig Zufall. Noch zu oft setzt man bei der Anwaltssuche im B2B-Bereich auf Empfehlungen und vertraute Netzwerke. Doch ein guter Rat bedeutet nicht zwangsläufig, die bzw. den für mein Rechtsproblem bestmögliche Anwältin oder bestmöglichen Anwalt zu bekommen. Daher suchte ich bereits 2017 während meiner Tätigkeit in diversen Kanzleien nach einem transparenten und nach Qualitätsrichtlinien ausgerichteten Vergabeprozess. Im Zeitalter der Digitalisierung sollte es doch möglich sein, hochqualifizierte Anwältinnen und Anwälte auf einer Plattform zu bündeln und mit einem transparenten Ausschreibungsprozess mit Unternehmen zusammenzubringen. Das war für mich die Motivation, CounselMe ins Leben zu rufen.


Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live der Rechtsplattform?
Die wichtigsten Schritte waren die technische Realisierung der Online-Plattform sowie die Ausgestaltung eines PR- und Marketingkonzepts. Es gab keine Blaupause für die Gestaltung des Designs und der Funktionen von CounselMe. Alles musste von Grund auf entwickelt werden. Dies trifft auch auf die Kommunikation zu.


Was ist das Besondere an CounselMe, wie unterscheidet sich das CounselMe-Konzept von anderen (digitalen) Rechtsplattformen?
Bei CounselMe schöpft das rechtssuchende Unternehmen aus einem Pool handverlesener Anwältinnen und Anwälte und bekommt durch deren Angebote gleichzeitig auch einen Preisvergleich. CounselMe bietet zwei Herangehensweisen. Einmal sogenannte Proposals für Routineaufträge. Hier gibt es in der Regel keinen persönlichen Kontakt mit der Anwältin oder dem Anwalt. Der gesamte Prozess (Anfrage, Angebot und Auftrag) läuft online ab. Das beutet mehr Geschwindigkeit und weniger Kosten für beide Parteien.

Der zweite Weg wären sogenannte Pitches. Hier geht es um komplexe Sachlagen, bei denen ein intensiver Austausch mit dem Rechtsbeistand nötig ist. Im ersten Schritt unterbreiten die ausgewählten Anwältinnen und Anwälte ein Angebot. Hier lässt sich erkennen, ob das Angebot und der Lösungsansatz für das Start-up tauglich sind. Am Ende des Auswahlverfahrens bleiben 2 bis 3 Anwältinnen bzw. Anwälte übrig, die dann persönlich Rede und Antwort stehen. Der Anwalt bzw. die Anwältin, die fachlich und persönlich überzeugt, erhält den Auftrag.

Welche Rechtsgebiete werden aktuell mit CounselMe abgedeckt und welche Branchen werden adressiert?
Gerade junge Start-up-Unternehmen brauchen vor, während und nach ihrer Existenzgründung gute Rechtsberatung. Dabei wollen Start-up-Unternehmen nicht auf Qualität verzichten, aber gleichzeitig einen transparenten Preisvergleich.  Diese kann CounselMe auf den für sie relevanten Rechtsgebieten bieten. Dabei geht es vor allem um: Marken und Patentschutz, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerecht und Konfliktlösung und Prozesse.

Dann richtet sich CounselMe an mittelständische Unternehmen und große Handwerksbetriebe. Ähnlich wie bei den Startups sehe ich hier einen großen Bedarf an guter Rechtsberatung für deren Geschäfte. Auch denke ich an die Inhouse-Juristen von großen Unternehmen, die durch eine Qualitätsplattform wie CounselMe eine höhere Transparenz für ihre Arbeit in den Unternehmens-Rechtsabteilungen bekommen.

Wie machst du auf dich und deine Services aufmerksam?
Bayern gehört laut Deutschem Startup Monitor 2020 zu den Bundesländern, in denen die meisten Start-ups ihren Hauptsitz haben. Von den Top 50 Start-ups 2021 kamen allein drei aus München − in ganz Bayern waren es acht. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie nennt Automobilwirtschaft und Maschinenbau als stärkste Wirtschaftszweige. Zum Start fokussiert sich die Rechtsplattform CounselMe auf die Metropolregionen München und Nürnberg, da sich hier viele Start-ups tummeln. Später soll CounselMe auch in Frankfurt (Main), Köln/Düsseldorf, Hamburg und Berlin aktiv werden. Die wesentlichen PR- und Marketingaktivitäten sind Pressearbeit und vor allem die direkte Ansprache in den sozialen Medien.

Und wie findest und bindest du die passenden Anwält*innen?
Unsere Rechtsberaterinnen und -berater haben überdurchschnittliche Noten im zweiten Staatsexamen. Diese sind in Deutschland Voraussetzung für die Einstellung in den Justizdienst und werden in der Regel nur von 10 bis 15 Prozent der Absolvent*innen erreicht. Dazu kommen eine Fachanwalts-Ausbildung und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Die Anwältinnen und Anwälte werden über eigene Netzwerke, persönliche Ansprache sowie durch Anzeigen in rechtsrelevanten Medien angesprochen.

Wer bezahlt für die Nutzung von CounselMe?
Den Rechtssuchenden entstehen keine Kosten. CounselMe ist ja eine Akquisitionsplattform für die beteiligten Anwältinnen und Anwälte und wird mittels einer monatlichen Gebühr zu einhundert Prozent von ihnen finanziert.

Wie hast du die Entwicklung der Plattform und damit auch dich selbst bislang finanziert?
Ich bin freiberuflicher Rechtsanwalt und habe CounselMe bislang durch Eigen- und Fremdkapital selbst finanziert.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's und Ziele?
Gerade in der Startphase ist es wichtig auf das Feedback der rechtssuchenden Kund*innen und Anwält*innen zur Plattform zu reagieren und Verbesserungen zu realisieren. Zum Beispiel wünschen sich Unternehmen eine einheitliche Abrechnung (eBilling) der anwaltlichen Dienstleistungen. Weitere Ziele sind, die Anzahl der Unternehmen und Anwält*innen zu erhöhen, um noch mehr Rechtsgebiete abzudecken. Am Ende soll CounselMe die erste Wahl von Unternehmen sein, die schnelle und hochwertige Rechtsberatung abrufen wollen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?
Als Neugründer*in muss man viele Entscheidungen treffen. Doch welche Informationen sind dafür wichtig und welche unwichtig? Ohne Hilfe geht es nicht. Neben typischen Marktfehleinschätzungen sind es häufig juristische Sachverhalte, die zum Scheitern oder zumindest zu einem holprigen Start eines Start-ups führen.

Aus eigener Erfahrung kann ich Gründer*innen raten, nicht um jeden Preis zu wachsen. Ich hatte mit einer Softwareagentur in einem längeren Prozess die Entwicklung von CounselMe geplant. Letztlich kam der Softwareentwicklungsvertrag nicht zustande, weil die Agentur einseitig die Vertragsbedingungen zulasten von CounselMe diktieren wollte. Es war keine einfache Entscheidung, weil der Entwicklungsprozess zeitlich erheblich verzögert wurde. Die nachfolgende Ungewissheit galt es auszuhalten.

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Das Interview führte Hans Luthardt