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Sieben Online-Tools, mit denen du deinen Video-Content jenseits von YouTube und Co. auf deiner Website selbst verbreiten und vermarkten kannst.

Video-Content gehört zur beliebtesten Art von Inhalten unserer Zeit. Videos sind einfach zu konsumieren, bleiben lange im Gedächtnis und bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Geschichten zu erzählen, Produkte vorzustellen und zu bewerben oder Nutzer zur Interaktion mit der eigenen Marke zu bewegen. Nicht umsonst erfreuen sich Videoplattformen wie YouTube und Co. einer anhaltend großen Beliebtheit und sind mittlerweile für viele Content Creator und Marketeers zu einer sicheren Einnahmequelle geworden.

Videoinhalte lassen sich vielfältig einsetzen. Als Marketingbotschaft für deine Fans, als Lehr- oder Anschauungsmaterial für deine Mitarbeiter, als Livestreams von Events und Seminaren – oder ganz klassisch für die Verbreitung von unterhaltendem oder lehrreichem Content.

Zusammen mit trusted.de stellen wir dir sieben Online-Videoplattformen vor, mit denen du eigene Videos hochladen, verwalten und unter die Leute bringen kannst – wie in einer Art privatem YouTube auf deiner eigenen Website.

Mit dem Content Delivery Network (CDN)  von 3Q verwaltest und organisierst du Video-­on-Demand (VoD)- und Over-the-top (OTT) Content sowie Livestreams. Vor allem für Letztere ist 3Q eine gute Wahl; Die optimierte Infrastruktur des CDN sorgt für Streams mit sehr kurzen Ladezeiten, die sich zudem auf soziale Netzwerke wie Facebook und Co. übertragen lassen. Außerdem kannst du mit 3Q Livestreams aufzeichnen und nach Ende des Streams nahtlos in ein Video umwandeln, um den Content auch als VoD anzubieten. Dafür steht bei 3Q ein starker HTML5-Player zur Verfügung, der sich spielend leicht auf deiner Website einbetten lässt und sehr gut mit gängigen Content-Management-Systemen wie WordPress inter­agiert. Cool ist: Videos lassen sich durch ein Spezial­-Feature jeweils auch mit einem individuellen Call-to-Action versehen; so werden die eigenen Videos Teil deines Marketing- oder Sales-Funnels. Last, but not least kannst du bei 3Q auch festlegen, wer deine Videos jeweils ansehen darf. Dafür kannst du Client-Beschränkungen oder auch Geo-Blocking einrichten, wenn es sich beispielsweise um lizenzgeschütztes Material handelt. Preislich präsentiert sich 3Q mit einem Starterplan von rund 60 Euro pro Monat erstmal sehr attraktiv. Dieser ist jedoch, was Funktionalitäten und Speicherplatz betrifft, stark eingeschränkt und damit wirklich nur für Einsteiger von Interesse. Brauchst du mehr, musst du gezwungenermaßen relativ früh zum Kombi-Paket für rund 250 Euro oder dem 3Q-Plus-Tarif ab satten 2500 Euro pro Monat greifen. Ein stolzer Preis, vor allem für KMU. Zum Kundenstamm von 3Q gehören daher vor allem namhafte, große Unternehmen und Organisationen wie der Cornelsen Verlag, der Fußballklub Schalke 04 oder die CDU.

Brightcove Brightcove bietet Videoplattform-Lösungen in drei verschiedenen Bereichen: Video-Monetarisierung, Marketing und unternehmensinterne Kommunikation. Erstere ist beispielsweise dann interessant, wenn deine Videoinhalte kostenpflichtig sein sollen (etwa, weil du Spezialinhalte als VoD anbietest). Letztere hingegen ist sinnvoll, wenn du deine Inhalte vor allem deinem Team zugänglich machen und beispielsweise Livestreams oder VoD von Seminaren und Webinaren teilen willst. Damit deckt Brightcove bereits einen großen Bereich der möglichen Use Cases ab, bleibt dabei aber flexibel. So hast du etwa die Wahl, ob du auf vorgefertigte Templates und Vorlagen des Anbieters zurückgreifen oder gemeinsam mit Brightcove eine passende und individuelle Lösung für deine Bedürfnisse schneidern willst. Dabei geht es z.B. um Themen wie die Anzeige von Call-to-Action (CTA), bezahlten Anzeigen oder Marketingbotschaften, den Aufbau des Players etc. Dieser basiert bei Brightcove auf HTML5. Besonders stark sind bei Brightcove die Analyse-Features, mit denen du die wichtigsten Kennzahlen über deine Videos sammeln kannst, beispielsweise Klickzahlen, Conversions, und mehr. Auch Livestreams auf Social Media sind kein Problem, ähnlich wie bei 3Q. Zudem stehen zahlreiche Inte­grationen zur Verfügung, z.B. für Marketo, HubSpot, die Oracle Marketing Cloud, Akamai und andere. Fixe Preispakete gibt es bei Brightcove nicht. Stattdessen wählst du bei der Bestellung nur den gewünschten Verwendungszweck bzw. Use Case für deine Plattform. Der Endpreis errechnet sich dann im Einzelfall anhand der tatsächlich enthaltenen Leistungen und Features. Zu den namhaften Kunden von Brightcove gehören etwa Ford, Sony, Oracle, GoDaddy oder die BBC.

Kaltura präsentiert sich in Sachen Videodistribution als eine Art eierlegende Wollmilchsau, was sich beispielsweise schon im Claim „Everything Video“ niederschlägt. So eignet sich die Plattform sowohl für Unterhaltungsinhalte und  Live-Content wie Webinare, Seminare und Trainings als auch für Bildungsinhalte und mehr. Kaltura kommt dabei mit einem starken Backend, in dem du Videos hochladen, transcodieren und verwalten kannst, um sie anschließend auf deiner Website oder über verschiedene Kanäle zu publishen. Dafür bringt der Anbieter entweder ein eigenes Videoportal aus vorgefertigten Templates mit, in dem du deine Videos vertreiben kannst, oder integriert als HTML5-Player in deine Website und per Application Programming Interface (API) in verschiedene Tools und Anwendungen. Beeindruckend sind die vielen branchenspezifischen Spezialfunktionen. Hier nur einige Beispiele: Videos lassen sich mithilfe von Kaltura auch durchsuchen: Dabei checkt die Suchfunktion die hinterlegten oder automatisch generierten Untertitel der Videos nach einem Stichwort und Nutzer können direkt an die entsprechende Stelle im Video springen. Eine andere Möglichkeit ist eine Chat-Funktion, mit der sich Zuschauer direkt mit dem Livestreamer oder anderen Nutzern austauschen können. Selbst interaktive Videos sind möglich, mit denen sich beispielsweise Online-Kurse mit anschließenden Tests oder Quizzes durchführen lassen. Die Möglichkeiten sind umfangreich und vielfältig. Der Clou ist allerdings das Pricing der VPaaS (Video-Platform-as-a-Service). Für diese gibt es nämlich keine monatlichen Fixkosten; stattdessen bezahlst du nur, was du in Sachen Bandbreite, Speicherplatz und monatliche Views auf deine Videos verbrauchst, was das Tool tatsächlich auch für kleinere Distributoren interessant macht. Einziges Manko ist, dass auch der persönliche Support extra kostet. Online-Tutorials und Videos sowie die Hilfe von der Community gibt es online zwar gratis, für einen menschlichen Ansprechpartner beim Provider bezahlst du allerdings extra.

Kern von Ooyala ist der auf Geschwindigkeit und Usability optimierte Player, der wie bei der Konkurrenz auf HTML5 basiert. Im Vordergrund stehen hier stark verkürzte Ladezeiten und der konsequente Einsatz von Adaptive Bitrate Streaming, um störendes Nachpuffern der Videos zu vermeiden und deinen Zuschauern die bestmögliche Performance zu bieten. Ähnlich wie bei YouTube lassen sich auch bei Ooyala Werbeclips und bezahlte Anzeigen vor die Videos setzen, um damit deinen Content zu monetarisieren. Der Clou bei Ooyala ist, dass Big Data zum Einsatz kommt. Basierend auf den Aktionen und Interessen deiner Zuschauer sollen immer passgenaue Werbung und passgenauer Anschluss-Content vorgeschlagen werden. Auch das kennt man von Plattformen wie YouTube und Co. Ooyala eignet sich damit vor allem für die Distribution von VoD-Inhalten; Livestreams etc. stehen weniger im Fokus. Besonders gut gefällt uns an der Plattform, dass sie sehr flexibel ist. Der gesamte Video-Lifecycle von der Produktion bis hin zur Auswertung lässt sich entweder mit den Tools der Plattform oder mit Drittentwickler-Tools, die an die Plattform angeschlossen sind, abbilden. Zu diesen zählen Microsoft, AWS, Adobe, Oracle, Avid und sogar die Konkurrenz von Brightcove. Zu den Kunden von Ooyala gehören z.B. Audi und HBO.

Vidizmo konzentriert sich mit seinen verschiedenen Produkten stark auf die Bereiche Corporate Communication, Training und Learning sowie Live Events, ist also als Plattform für Enterprises interessant. Vorgefertigte Lösungen stehen beispielsweise für Healthcare, den Finanzsektor, die Versicherungsbranche und die öffentliche Verwaltung zur Verfügung. Der Aufbau einer eigenen Plattform gelingt bei Vidizmo mithilfe von Templates und Vorlagen, die sich beliebig whitelabeln und anpassen lassen, um zu deiner Corporate Identity und deinen Vorstellungen zu passen. Ähnlich wie Kaltura arbeitet auch Vidizmo teilweise mit künstlicher Intelligenz und Artificial Learning, um beispielsweise die Spracherkennung für Videos zu verbessern oder eine Suchfunktion zu integrieren. Ein zentrales Feature der Vidizmo-Plattform ist die Kommentarfunktion, mit der du eine Community rund um deine Videos aufbauen und zum Engagement bewegen kannst. Besonders cool ist die sogenannte Virtual Academy, mit der sich Lern- und Kursinhalte vertreiben lassen. Diese Academy glänzt mit ansprechenden Designs und einem Gamifica­tion-Ansatz, durch den sich z.B. Quizzes und Tests um einzelne Video-Inhalte bauen lassen. Die einzelnen Lösungen von Vidizmo stehen entweder als Cloud-Lösung oder als On-Premise-Variante für deine eigenen Server zur Verfügung und kosten dementsprechend unterschiedlich viel. Für die meisten Lösungen bietet der Provider allerdings eine 30-tägige kostenlose Testversion an, in der du die einzelnen Tools unverbindlich ausprobieren kannst.

Auch die deutsche Lösung ViMP verspricht eine performante Videoplattform für alle möglichen Use Cases und bietet dafür verschiedene spezielle Lösungen: eine Enterprise-Variante für die Corporate Communication, eine Campuslösung, die speziell für Universitäten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen entwickelt wurde, eine E-Learning-Variante für die Integration in ein Learning-Management-System (LMS) sowie eine Web-Lösung für den Aufbau einer VoD-Plattform im öffentlichen Netz. Hinter all diesen Lösungen steht eine konfigurierbare und skalierbare Plattform, die sich durch diverse Integrationen in deine bestehende IT-Infrastruktur einbinden lässt. So weit, so gut und bekannt: Ähnliches versprechen ja auch Kaltura und Vidizmo. ViMP bringt gegenüber dem Wettbewerb allerdings zwei besondere Argumente mit: Erstens ist es eine der wenigen Made-in-Germany-Lösungen in der Branche und besticht dadurch mit Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen, die für den deutschen Markt zugeschnitten sind. Zweitens bietet es auf Wunsch einen eigenen browserbasierten Video-Editor an, mit dem du deine hochgeladenen Videos vor dem Publishen bearbeiten oder, wie ViMP sagt, „veredeln“ kannst. Auch nett: Zusätzlich zu den vorgefertigten Lösungen für den Enterprise- oder den Campuseinsatz hat der Anbieter die beiden Pakete ViMP Ultimate und ViMP light im Gepäck. Ersteres besticht durch den offenen Quellcode und ein offenes API und eignet sich dadurch ideal für die eigene Weiterentwicklung und Anbindung. Letzteres ist für den nichtkommerziellen bzw. persönlichen Bereich gedacht und kostenlos zu haben. Damit ist ViMP auch die einzige Plattform, die eine kostenlose Softwareversion anbietet.

Wistia konzentriert sich größtenteils auf Videohosting zu Marketingzwecken, die sich dann mithilfe des anpassbaren HTML5-Players in die eigene Website integrieren oder auf Social Media teilen lassen. Der Player ist hochgradig konfigurierbar, was z.B. die verwendeten Farben, Buttons oder Thumbnails betrifft, und lässt sich damit gut an die eigene Corporate Identity anpassen. Die Ausrichtung auf Videomarketing schlägt sich auch auf Wistias Funktionsumfang nieder. Neben Standardintegrationen in Mailchimp, Infusion­soft und anderen Marketingtools bietet Wistia auch Möglichkeiten zur Lead-Generation und starke Analysefunktionen, um Videoinhalte ideal auf die angepeilte Zielgruppe anzupassen. Das Ganze gibt es im Einstiegsplan komplett umsonst, dieser ist allerdings auf drei Videos beschränkt und bringt ein Wistia-Branding im Player mit sich. Der nächstgrößere Tarif Pro schlägt mit rund 88 Euro zu Buche, entfernt das Branding und hat zehn Videos im Gepäck – mit der Option zur Erweiterung. Eine richtige Videoplattform wie bei den obigen Wettbewerbern gibt es allerdings erst im individuellen Advanced-Tarif und mithilfe der Wistia Channels, mit denen du Videosammlungen als abgetrennten Web­site-Bereich aufbauen kannst. Nett ist: Wistia hat neben „Wistia for Marketing“ auch noch das Tool Soapbox im Angebot, ein Videoaufnahme-, Videobearbeitungs- und Video-­schnitt-Programm. Das kostet zwar zusätzlich, erweitert allerdings auch die Möglichkeiten, weil beide Tools nahtlos ineinandergreifen.

Der Autor Maximilian Reichlin ist Leiter der Online-Redaktion bei trusted.de. Das Vergleichsportal für Business-­Tools ist eines der führenden Informationsmedien für B2B-Software im deutschsprachigen Raum. Die unabhängigen Branchenexperten und Redakteure haben Tools in über 250 Kategorien getestet und verglichen.

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