Anpacken statt lamentieren – so funktioniert‘s

Autor: Stephan Kober
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So motivierst du dich und deine Mitarbeiter, auch unangenehme Aufgaben zu übernehmen.

„Meine Wünsche, Träume und Ziele müssen stärker sein als 1.000 Niederlagen“

Wie oft habe ich mir diesen Spruch zu Beginn meiner Selbständigkeit einbläuen müssen, um nicht aufzugeben. Jeder Gründer kennt diese Nackenschläge, diese Schreckenskurve zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Auf und Ab, zwischen Euphorie und Depression, jeder kennt diese Zweifel, sicher auch du. Zweifel, ob der richtige Weg eingeschlagen wurde, Zweifel, ob der ganze Aufwand sich denn überhaupt lohnt.

Und natürlich kennst du die Situation, dass man nahezu verzweifelt abends um 23 Uhr am Notebook sitzt und nicht mehr weiß, ob das so weitergehen kann – ich kenne die Situation nur zu gut aus meiner Anfangszeit. Heute sage ich mit Stolz, dass zu meinen Kunden TecDAX-Unternehmen und Weltmarktführer gehören, ich mehrfach ausgezeichneter Vortragsredner und Trainer bin, meine Kunden mich als Experten für B2B-Vertrieb bezeichnen und ich darüber Bücher im Springer Gabler Verlag veröffentliche. Natürlich klingt das nun nach Selbstbeweihräucherung, aber wer als Gründer das Stahlbad der Gefühle in der Gründerzeit kennt, der ist doppelt stolz auf das Erreichte.

Was mir geholfen hat? Ein von mir selbst erstellter Zeitungsartikel, in dem ich beschrieben habe, was eine renommierte Zeitung über mich in fünf Jahren berichten soll. Damit wollte ich für mich selbst die folgende Frage klären: „Warum lohnt es sich für mich, trotz Niederlagen vollen Einsatz zu zeigen?“. Zudem hatte und habe ich eine klare Strategie mit Maßnahmen, mit denen ich meine Ziele und dieses – in Zeitungsform gegossene – Leitbild erreichen kann. Darüber hinaus half und hilft mir die „Vertriebskraftkette“, auch unliebsame Aufgaben ohne Ausreden umzusetzen.

„Feuerwehr-Strategien“ aufs Geschäft übertragen

Ich beschäftige mich als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr damit, wie Menschen die Leidenschaft und den Willen aufbringen, auch gefährliche Einsatzaufträge erfolgreich abzuschließen. Die „Feuerwehr-Strategien“ lassen sich oft auf Gründer und Unternehmer übertragen. Konkret: Die Feuerwehr kommt immer, egal wohin und egal, welche Hindernisse dabei zu überwinden sind. Schließlich geht es um Menschenleben. Und als Unternehmer denkst du Tag und Nacht darüber nach, wie deine Arbeit Kunden verblüfft und überzeugt. Schließlich geht es um Kunden und Kundennutzen.

Ein großer Teil der Aufgaben, die Feuerwehrleute häufig mitten in der Nacht, bei Wind und Wetter übernehmen, ist alles andere als angenehm. Das beginnt bei Katzen, die aus dem Baum „gerettet“ werden müssen, über kilometerlange Ölspuren, die mühsam weggefegt werden, bis hin zu schrecklichen Unfällen oder Wohnhausbränden. Dennoch würde keinem Feuerwehrkameraden jemals folgender Spruch über die Lippen gekommen: „Hoppla, das Haus ist ja schon völlig verqualmt und steht in Vollbrand. Das hat uns aber vorher keiner gesagt. Lass mal, das ist uns zu gefährlich, wir rücken wieder ab.“

Das „Warum“ klären

Feuerwehrleute geben im Einsatz alles – auch wenn es keinen Spaß macht. Warum? Weil sie wissen, warum sie das tun. Mit der Tätigkeit werden wichtige Werte erfüllt. Damit erkennen sie einen Sinn in ihrer Tätigkeit und sind dann bereit, all ihre Stärken dafür einzusetzen. Sie erreichen gemeinsam Ziele und arbeiten zusammen an der Lösung eines genau definierten Problems. Das spornt an.

Das bringt uns zurück zur Situation von Gründern. Nicht wenige Gründer verzweifeln, weil sie für sich keine Antwort auf das Warum finden. Meine Antwort auf das Warum war klar: Ich wollte das werden, was ich heute bin. Ich wollte auf Bühnen stehen, Menschen in Vorträgen und Trainings mitreißen und in ihnen etwas auslösen.

Die Vertriebskraftkette nutzen

Um unliebsamen Arbeiten einen Sinn zu verleihen, ist es zielführend, dem Ansatz der Vertriebskraftkette zu folgen, etwa bei der telefonischen Neukundenakquise (die mir übrigens anfangs wahrlich keine Freude bereitet hat):

Eigentlich ganz einfach: So weißt du, zu welchem Nutzen (Umsatz) die Aufgabe (Telefonakquise) führt und welchem Ziel und welchen Werten (Spaß, Freude) sie dich näher bringt. Du kannst dabei deine Stärken einsetzen, denn nur die ersten drei Telefonate sind bei der Telefonakquise unangenehm. Wenn du dich mit deiner Zielgruppe beschäftigst, deren Nöte, Ängste und Probleme verstehst und diese lösen kannst, dann kannst du auch einen kundenorientierten, und damit effektiv-erfolgreichen Einstieg für das Telefonat kreieren. Und damit mehr Vor-Ort-Termine akquirieren.

Ob der Wunsch oder das erstrebenswerte Ziel nun der Hubraum-Bolide, das eigene Wohnhaus oder einfach finanzielle Sicherheit für die Familie ist, spielt für den Erfolg des Ansatzes keine Rolle. Entscheidend ist, dass vor dem (geistigen) Auge das Erreichen des Wunsches visualisiert und die Aufgabe in direkten Zusammenhang mit dem wichtigen Wunsch gebracht wird.

Auf dem Weg zum Ziel auch unangenehme Aufgaben übernehmen

Klar – dabei geht es nicht nur um dich, den Gründer, sondern auch und vor allem um deine Mitarbeiter. Wenn ihr bereits ein Team seid: Erstellt im Team eine pragmatische und sofort umsetzbare Strategie. Und zwar fernab von PowerPoint, eher mit Mindmaps, mit denen ihr die Strategie auf möglichst einer Seite darstellen könnt. Definiert für euch die einzelnen Punkte der Vertriebskraftkette, wenn es um die unliebsamen Aufgaben aus der Strategie geht.

So zeigt ihr auf, was genau ihr erreichen möchtet und wie und warum ihr das erreichen möchtet. Das „Was“ besteht aus dem Leitbild, wie euer Unternehmen in fünf Jahren aussieht – möglichst visuell darstellbar. Denn nackte Zahlen sind nicht sexy und aktivieren in unserem Emotionssystem nichts. Bilder hingegen sehr wohl (neues Unternehmensgebäude, Teilnahme an relevanten Branchenmessen, Gewinn eines Branchenawards). Das „Wie“ besteht aus einem Maßnahmenplan, in dem visuell dargestellt wird, wie gut Meilensteine auf dem Weg zum Ziel erreicht werden und wer für was bis wann mit welchem Team verantwortlich ist. Meine Erfahrung ist: Wer solche klaren Zielvorstellungen hat, übernimmt auf dem Weg zum Ziel gern auch unliebsame und unangenehme Aufgaben.

Das „Warum“ stellt ihr in einem Zukunfts-Zeitungsartikel dar: Dort visualisiert ihr auch das Leitbild, beantwortet, warum euer Team dies erreichen möchte, und überlegt, an welchem „Wunder“ es grenzen würde, wenn ihr als Team das Ziel tatsächlich bis zu diesem Zeitpunkt erreichen würdet. Diesen Zeitungsartikel druckt ihr aus und hängt ihn im Büro auf, sodass ihn jeder jeden Tag sieht: „Was wollen wir, warum wollen wir das und wie bekommen wir das hin?“ Und dann legt ihr los, als wenn es um alles ginge – denn darum geht es!

Der Autor Stephan Kober ist Vortragsredner, Autor und Experte für den B2B-Vertrieb. Bei Springer Gabler ist jetzt sein Buch „Feuer und Flamme für den Vertrieb. So entwickeln Sie Ziele, für die Ihr Team brennt“ erschienen.

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Start-ups und der TÜV

Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein etwas merkwürdiger Witz klingen mag: „Trifft sich ein Start-up mit dem TÜV …“, ist auf den zweiten Blick weitaus sinnvoller als vielleicht angenommen. Fünf erfolgreiche Start-up‘ler aus verschiedenen Branchen beschreiben ihre Erfahrungen mit dem TÜV und warum sie mit ihm kooperieren.

Die Deutschen lieben Ordnung, Gründlichkeit und Sicherheit – so zumindest das Klischee. Der TÜV steht sinnbildlich für dieses Bedürfnis, stets auf der sicheren Seite zu sein. Auch viele Start-ups und Tech-Unternehmen haben das inzwischen erkannt, und arbeiten eng mit dem TÜV zusammen, um ihre Produkte oder gleich das ganze Unternehmen zertifizieren zu lassen. Denn Start-ups sind zwar für ihre schnellen, innovativen Lösungen und Produkte bekannt – gleichzeitig fehlt es Ihnen aufgrund ihrer Neuartigkeit auf dem Markt häufig an Vertrauen bei den Endverbraucher*innen. Was auf den ersten Blick also wie ein etwas merkwürdiger Witz klingen mag: Trifft sich ein Start-up mit dem TÜV …, ist auf den zweiten Blick weitaus sinnvoller als angenommen. Führungskräfte von fünf Unternehmen aus den verschiedensten Branchen beschreiben ihre Erfahrungen mit dem TÜV und warum sie mit ihm kooperieren. Dazu geben sie konkrete Tipps für die Zusammenarbeit.

Sicherheit bei der Online-Nachhilfe: Studienkreis Online-Nachhilfe

„Wir haben bereits im September 2019 die Initiative ergriffen und sind auf den TÜV Rheinland zugegangen, um das Angebot der Studienkreis Online-Nachhilfe zertifizieren zu lassen. Unsere Intention war es, das eigene Angebot auf den Prüfstand zu stellen und uns durch die Zusammenarbeit mit dem TÜV zu verbessern. Viele Eltern haben noch Vorbehalte vor Online-Nachhilfe, mit der TÜV-Zertifizierung geben wir ihnen und ihren Kindern die Sicherheit, dass unser Angebot professionell und genauso gut ist wie die klassische, physische Nachhilfe. Online-Nachhilfe ist spätestens durch Corona zu einer berechtigten Alternative zur klassischen Nachhilfe geworden. Da wurde es Zeit, auch die Professionalität extern prüfen und bestätigen zu lassen. Anfang November 2021 war es dann endlich soweit: Wir wurden als eines der ersten Unternehmen für Online-Nachhilfe vom TÜV zertifiziert. Neben der erfolgreichen Zertifizierung, über die wir uns natürlich riesig freuen, war bereits der gesamte Prozess mit dem TÜV gewinnbringend für uns. Deshalb kann ich jedem Start-up und Tech-Unternehmen nur wärmstens empfehlen, den Kontakt zum TÜV zu suchen. Auch wenn die Prozesse für Start-up-Verhältnisse lange erscheinen mögen und der TÜV den Ruf einer verstaubten Institution haben mag – die Wirkkraft des TÜV sollte nicht unterschätzt werden!“

Start-ups aufgepasst – 5 große Cyberbedrohungen

Die größten Cyber-Fallen und was insbesondere Existenzgründer*innen und Start-ups für mehr Cybersicherheit unternehmen sollten.

In früheren Zeiten waren es zumeist große Konzerne, die von Hackerangriffen betroffen waren. Das hat sich in der letzten Zeit deutlich geändert. Auch kleine Betriebe und Start-ups leiden vermehrt unter dieser Gefahr. Diese Zielgruppe ist sogar besonders stark gefährdet, weil die großen Konzerne mittlerweile kostspielige Vorkehrungen getroffen haben. Doch wie können sich Existenzgründer und Start-ups vor solchen Attacken schützen?

Nur Software aus legalen Quellen nutzen

Grundsätzlich agieren Hacker nur in Bereichen, die bereits im hohen Maße digitalisiert sind. Das trifft auf die meisten Start-ups zu, weil es ohne die digitalen Möglichkeiten kaum noch möglich ist, eine Bekanntheit zu erlangen. Doch bei der Beschaffung der Software sollte darauf geachtet werden, dass diese aus einer legalen Herkunft stammt. Bei jedem, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist das verfügbare Budget zumeist sehr klein. Deshalb wird versucht, alles so günstig wie möglich zu bekommen. Im Bereich der Software wäre es jedoch ein gravierender Fehler. Sämtliche Anwendungen, die für den Betrieb des Unternehmens erforderlich sind, sollten ein hohes Maß an Sicherheit aufweisen.

Schutzprogramme nutzen

Genauso wichtig wie die Betriebssoftware sind auch die Sicherheitsprogramme. Besonders interessant in diesem Bereich sind die Antivirenprogramme. Moderne Lösungen bieten sogar einen mehrstufigen Schutz gegen Ransomware. Dabei handelt es sich um Schadprogramme, die den kompletten PC sperren. Um ihn wieder nutzen zu können, müssen oftmals hohe Lösegelder bezahlt werden. Eine gute Schutzsoftware bietet aber auch Sicherheit vor Trojanern, Keyloggern und anderen gefährlichen Programmen.

Zudem ist eine Firewall unbedingt zu empfehlen. Noch wichtiger ist jedoch ein VPN. Diese Bezeichnung steht für Virtual Private Network. Da die Bezeichnung private in der IT für geschützt steht, handelt es sich um ein gesichertes Netzwerk. Daten, die über eine VPN Verbindung ausgetauscht werden, können von unbefugten Personen nicht mehr abgegriffen werden. Sie werden nicht nur über verschiedene Server umgeleitet, sondern es findet eine starke Verschlüsselung statt. Ein VPN sollte auch immer dann genutzt werden, wenn unterwegs ein offenes WLAN zur Verfügung steht. Dieses ist ungeschützt, sodass es auch von Kriminellen genutzt werden kann.

Vorsicht vor Phishing-Attacken

Eine weitere Masche im Bereich der Cyberkriminalität ist das Phishing. Zumeist erfolgt es über den Versand von E-Mails. Diese können folgendermaßen aussehen:

  • Nachricht von der Bank
  • Interesse an einer Zusammenarbeit
  • Besonders attraktive Angebote

Bei den Nachrichten von der Bank geht es meistens darum, dem Empfänger einen Schrecken einzujagen. Dort steht unter anderem, dass die Zugangsdaten aktualisiert werden müssen, weil sonst eine Kontosperre droht. Im Anhang einer solchen E-Mail befindet sich gleich ein passendes Formular, das nur ausgefüllt werden muss. Auf diese Weise erhalten Betrüger ganz einfach die Zugangsdaten für das Onlinebanking. Dabei sollte jedoch jeder beachten, dass keine seriöse Bank verlangt, in einer E-Mail oder im Anhang Daten einzugeben.

Kommt eine E-Mail mit einem übertriebenen Interesse an einer Zusammenarbeit oder einem unwiderstehlichen Angebot, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Auch dann, wenn es keine Aufforderung zur Eingabe von Daten gibt, können solche Mails gefährlich sein. Im Quellcode können sich Keylogger oder etwas ähnliches befinden. Auch wenn es unhöflich erscheint, sollte niemals auf derartige Anfragen geantwortet werden.

Regelmäßige Updates und Back-ups durchführen

Sowohl vom Betriebssystem als auch von den Anwendungsprogrammen sollten regelmäßige Updates durchgeführt werden. Oftmals sind diese bereits voreingestellt. Die Funktion lässt sich jedoch auch deaktivieren. Davon wird gerne Gebrauch gemacht, weil während eines Updates nicht gearbeitet werden kann. Davon sollte jedoch abgesehen werden, weil die Aktualisierungen wichtig für die Sicherheit sind. Sie könnten aber auch auf die Nachtstunden verschoben werden. Dann stört es nicht mehr während der Arbeitszeit.

Zudem ist es empfehlenswert, immer wieder Updates zu machen. Sollte es doch wider Erwarten zu einem Totalausfall kommen, sind die wichtigen Daten nicht verloren. Back-ups sollten jedoch niemals auf der Festplatte des Computers gespeichert sein. Bessere Medien sind diese:

  • Externe Festplatten
  • USB-Sticks
  • DVDs
  • Cloud

Besonders einfach ist die Speicherung in einer Cloud. Dort sind die Daten sicher und können von jedem Gerät wieder genutzt werden.

Sicherer Umgang mit Passwörtern

Für zahlreiche Dienste sind Passwörter sehr wichtig. Bereits beim Start des Rechners wird nach einem Zugangscode gefragt. Zudem muss sich jeder Mitarbeiter in seinen persönlichen Arbeitsbereich einloggen. Des Weiteren werden Passwörter benötigt, um Onlinedienste in Anspruch zu nehmen. Daher verfügt jeder über etliche Zugangsdaten. Diese sollten im besten Fall in einem sogenannten Passwortsafe gespeichert sein und auf keinen Fall im Browser. Zudem ist es wichtig, dass die Zugangsdaten häufig aktualisiert werden. Damit wird es potenziellen Hackern sehr schwer gemacht. Darauf kommt es letztendlich ja auch an. Jeder Existenzgründer sollte sich von vornherein ausführlich mit der Cybersicherheit beschäftigen und diese konsequent in seinem Start-up etablieren.

Lieber Gründen statt Schulbank drücken?

Es gibt immer mehr junge Unternehmer*innen, die ihre Ideen oder Geschäftsmodelle schon während der Schule umsetzen wollen. Doch wie schlau ist es, dafür gleich auch die Schule zu schmeißen?

Garry Lazovskis (17) ist Gymnasiast und Co-Founder der in Frankfurt/Main im Januar 2021 gegründeten SocialSpark UG (haftungsbeschränkt). SocialSpark hilft Unternehmen, sich zielgerichtet und nachhaltig auf Social Media zu platzieren. In seinem schulischen Umfeld hatte Garry immer wieder mit jungen Leuten zu tun, die die Schule vorschnell abgebrochen haben, um eigene Ideen zu verfolgen – und diesen Schritt zumeist im Nachhinein bitter bereuten. Hier sein Plädoyer fürs Gründen mit Weitblick.

Es gibt immer mehr junge Unternehmer*innen, die ihre Ideen oder ihre Geschäftsmodelle schon während der Schule umsetzen wollen. Den Vorsatz finde ich sehr gut und kann ihn nur unterstützen. Doch leider gibt es auch Jungunternehmer*innen, die das Gründen eher als Ausrede nutzen, um nicht mehr in die Schule gehen zu müssen. Was ich davon halte, möchte in diesem Artikel darstellen.

Wie Schulabbrecher*innen argumentieren

Kommen wir erstmal zu den Gründen, warum viele Schülergründer*innen die Schule abbrechen wollen. Das sind die Gründe, die ich am häufigsten von anderen Jungunternehmer*innen zu hören bekam:

Die Doppelbelastung führt zu Zeitmangel und (noch) schlechteren Noten

Viele meiner Gesprächspartner*innen sagten mir, dass sie durch das Gründen einfach viel weniger Zeit zum Erledigen der Hausaufgaben, zum Lernen und allgemein für viele andere schulische Dinge haben. Viele von ihnen legen vor allem am Anfang den Fokus voll auf die Entwicklung des Geschäftsmodells und wollen das natürlich auch voranbringen. Durch diesen Prioritätenwechsel und den zunehmenden Stress werden bei vielen dieser jungen Gründer*innen die Noten schlechter – natürlich kommt dann häufig die Aussage, dass sich das Weitermachen in der Schule so oder so nicht mehr lohnt.

Gleichgültigkeit gegenüber dem Schulsystem

Diesen Grund habe ich früher sehr stark selbst vertreten. Meine Meinung war: Was man mir in der Schule beibringt, bringt mir nichts. Mir war alles egal, denn das Schulsystem war meiner Meinung nach veraltet und hätte mir 0,0 beim Gründen und meinen zukünftigen Plänen geholfen. Viele Jungunternehmer sind sich vor allem in der Anfangsphase sicher, dass ihre zukünftigen Pläne schon in dem jungen Alter feststehen und sich gar nicht mehr verändern werden – dies hat ein Gefühl der Gleichgültigkeit zur Folge.

Die eine Idee oder gar keine

Vor allem am Anfang des Gründungsprozesses sind die meisten Gründer*innen mit maximaler Leidenschaft dabei und stehen zu 100 Prozent hinter ihrer Idee. Manche erzählen mir aber auch, dass ihre Idee die Welt schon jetzt verändern würde und dass sie sich sicher seien, einen großen Erfolg zu landen. Die Realität zeigt: Manche behalten Recht, viele scheitern.

Glamouröse Vorstellungen vom Gründen

Heutzutage gibt es aber auch sehr viele junge Leute auf Instagram, TikTok usw., die mit teuren Uhren, teuren Autos und Co. am Strand posieren. Wir leben in einer Vergleichswelt. Sehr viele Jugendliche werden von diesen Posts beeinflusst und dazu verleitet, ein eigenes Business zu gründen (so wie die anderen es angeblich machen – dafür wird dann häufig mit Online-Kursen, eBooks etc. von den jeweiligen Influencer*innen geworben). Diese Vielfalt an Emotionen und die Honungen, die dadurch entstehen, verleiten einige dazu, ihren Fokus von der Schule komplett auf das angeblich „nützliche“ Wissen aus den Kursen zu lenken.

Das Autoritätsargument

Der letzte und meines Erachtens beliebteste Grund, den junge Gründer*innen für einen Schulabbruch nennen, ist, dass Mark Zuckerberg, Bill Gates usw. doch auch die schulische Ausbildung abgebrochen haben und jetzt Milliardäre sind. Hier gilt: Vorbilder werden angehimmelt – man versucht sich der Sichtweise bzw. des Lebensinhalts jener eher autoritätsfernen Businessstars anzugleichen.

(M)ein Plädoyer für den Abschluss

Warum es meines Erachtens sinnvoll sein kann, trotz einer Gründung weiterhin einen Abschluss (Realschulabschluss, Abitur usw.) anzustreben:

Zeitmanagement hilft bei der Doppelbelastung

Wie schon erwähnt, sagen viele Schülergründer*innen, dass sie aufgrund des Zeitmangels noch schlechtere Noten bekommen. Eigentlich ist mangelnde Zeit in den meisten Fällen lediglich eine Ausrede. Wer sich selbst analysiert, wie viel Zeit er bzw. sie wirklich eektiv für das Business nutzt, erkennt, dass eigentlich gar nicht mal so viel Zeit dafür investiert wird. Die meisten sitzen eher am Handy und entspannen sich, statt wirklich eektiv zu arbeiten. Wenn man also mal das Handy weglässt und mithilfe von To-Do-Listen sowie Morgen- und/oder Abendroutinen arbeitet, schat man es ganz sicher, genug Zeit sowohl für die Schule als auch für das Business zu haben. Es gilt somit herauszufinden, was für unproduktive Aktivitäten einem die Zeit rauben (am Handy sein, mit Freund*innen stundenlang telefonieren etc.). Denn dann kann man mit einer guten Struktur und Planung so gut wie alles unter einen Hut bekommen, auch Business und Schule.

Nicht nur ans Heute denken

Einige Gründer*innen geben sich der Gleichgültigkeit hin, weil sie denken, dass ihre zukünftigen Pläne schon jetzt im jungen Alter feststehen und sich gar nicht mehr verändern werden. Das kann auch so sein, dennoch sollte man auch mal weiterdenken. Sowohl Interessen als auch Werte ändern sich gefühlt jedes Jahr aufgrund von neuen Eindrücken, Erfahrungen etc. und da kann es auch mal passieren, dass man plötzlich nach zehn Jahren vorhat, Medizin studieren zu wollen. Schule ist also natürlich zum Zeitpunkt des Gründens für die meisten gefühlt unnötig und man hat natürlich andere Prioritäten. Es sollte jedoch verstanden werden, dass sich Interessen ändern können und auch Vorteile durch die Schule im Zusammenhang mit dem Gründen gegeben sind: In der Schule geht es um mehr als nur um die Fächer oder das sture Pauken. Man lernt, wie man sich ein Thema erarbeitet, Termine einhält und Verantwortung übernimmt, was einem später beim Gründen enorm weiterhelfen kann. Also sollte man sowohl die Vorteile als auch die Möglichkeit zukünftiger Interessensänderung in Betracht ziehen.

Es gibt nicht nur den einen Weg

Zum Argument der einen, jetzt oder nie zu verwirklichenden Idee bzw. zu ergreifenden Chance: Es kann jederzeit zur Änderung von Interessen/Prioritäten kommen (vor allem in der Pubertät, in der man sich nach einem Sinn im Leben sehnt). Deshalb sollte man immer hinterfragen, ob es jetzt wirklich die eine Idee ist. Und selbst wenn dem so ist, lässt sich das Vorhaben – wie zuvor beschrieben – mit einer zeitlich gut ausgeplanten Struktur (besonders am Anfang des Gründungsprozesses) hinbekommen, oder nicht?

Geld ist nicht alles

Wenn jetzt aber ein(e) Gründer*in sagt, dass er/sie endlich mal Geld verdienen möchte, um was Teures zu kaufen oder um Anerkennung zu bekommen etc., dann sollte diese(r) sich fragen, ob er/sie wirklich aus intrinsischen Gründen eine Idee voranbringen möchte und für den Gründungsprozess bereit ist. Ernsthaftes Business sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Stattdessen sollte man wirklich aus einer reifen Denkweise heraus mit der Gründungsumsetzung beginnen. Letztendlich empfehle ich nicht zu gründen, wenn man wirklich nur das Geld, die teuren Klamotten usw. im Blick hat. Natürlich kann das ein Motiv sein, aber bitte nicht der primäre Grund.

Du bist du

Schlussendlich bleibt noch das oben erwähnte Autoritätsargument. Ich bin ehrlich: Natürlich kann man es auch ohne einen Abschluss zu etwas Großem bringen. Es sind jedoch nur extrem wenige, die das schaen. Mark Zuckerberg, Bill Gates und Co. sind Ausnahmen und gehören zu den wenigen Prozent, die sich etwas weltweit Großes aufgebaut haben. Mein Rat: Man sollte stattdessen lieber auf sich selbst schauen, da es nicht unbedingt empfehlenswert ist, sich mit anderen Leuten zu vergleichen.

Fazit

Letztendlich steht ferst, dass man natürlich viel weniger Zeit hat, wenn man nach der Schule nach Hause kommt und anfängt, an einer Idee zu arbeiten, die etwas verändern soll. Aber viele Gründe, es sich vermeintlich leichter machen zu wollen, sind zum Teil lediglich Ausreden. Vor allem als Gründer*in sollte man immer nach Lösungen suchen, statt nur die Probleme zu betrachten. Es gibt durchaus gute Argumente, den Schulabschluss zu machen und zeitgleich das Gründungsvorhaben zu starten. Spätestens, wenn es mit dem Gründen nicht funktioniert, eröffnet der schulische Abschluss viele Möglichkeiten.

Was ich mit all dem sagen möchte? Ganz klar: Gründer*innen, macht euren Schulabschluss! Ich würde es so gut wie niemandem empfehlen, die Schule abzubrechen. Lediglich ein Prozent der Jungunternehmer*innen, die sich parallel zur Schule ein wirklich festes Standbein aufgebaut haben, von dem sie gut leben können und das längerfristig tragfähig erscheint, sollten es in Betracht ziehen, der Schule den Rücken zu kehren – auch ohne Abschluss.

Zulieferer und Partner finden: 4 wichtige Fragen

Als Gründer zuverlässige und sinnvolle Partner zu finden, kann eine echte Herausforderung sein. Da ist diese tolle Idee, die man so direkt wie möglich umsetzen möchte – doch man hat nicht jeden Arbeitsschritt selbst in der Hand. Stattdessen muss man mit anderen Unternehmen und somit mit Zulieferern zusammenarbeiten.

Da ist natürlich eine gute Sache, das fördert die Wirtschaft und man kann Arbeitsschritte auslagern, die sonst viel Zeit und Aufwand verlangen würden. Allerdings ist es auch alles andere als einfach, Unternehmen zu finden, mit denen man wirklich zusammenarbeiten möchte und die sich als zuverlässiger Partner erweisen. Die folgenden vier Fragen sollte man sich auf jeden Fall stellen, bevor man eine Entscheidung trifft.

Lieber kurzfristig oder langfristig planen?

Bei der Wahl eines Geschäftspartners – eines Dienstleisters oder aber eines Zulieferers – muss realistisch eingeschätzt werden, wie lange die Zusammenarbeit angelegt ist. Denn es gibt für Gründer Situationen, in denen sie nur einmalig oder kurzfristig mit jemandem zusammenarbeiten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, von Anfang an langfristig zu planen.

In der Entwicklungsphase eines Produktes kann es beispielsweise so sein, dass man einmalig Einzelteile, Zutaten oder auch fertige Produkte braucht, um zu testen. Dann darf ruhig auf den günstigsten Einzelpreis geschaut werden. Wer allerdings nicht nur einmalig bestellt, sondern eine längere Zusammenarbeit plant, der sollte nicht ausschließlich auf den Preis gucken. Auch Mengenrabatte, Zukunftsorientierung oder Vertrauen sind dann Faktoren. Erfahrung in Krisensituationen oder ein Reparaturservice – wie der Spindelservice von pdsspindeln – dürfen ebenfalls in die Partnerwahl einfließen.

Risiko eingehen oder auf Nummer sicher gehen?

Die Bestellmenge ist bei der nächsten Frage entscheidend: Geht man ein Risiko ein oder plant man lieber sicherer? Diese Frage stellt sich für Gründer vor allem, wenn sie planen, wie viel eines Produktes sie verkaufen werden. Ist der Launch erfolgreich, dann bedeuten zu wenig bestellte Produkte Lieferengpässe, die den Hype bremsen. Läuft es hingegen schleppender an, entstehen Lagerkosten, die die Gewinne drücken.

Das muss bei der Wahl eines Zulieferers bedacht werden. Denn muss eine bestimmte Menge an Produkten abgenommen werden, ist das ein Risiko. Gibt es wiederum begrenzte Produktionskapazitäten, sind fehlende Vorbestellungen ebenfalls problematisch. Planung und offene Kommunikation mit einem Zulieferer sind hierbei besonders wichtig.

Erfahrung nutzen oder Gründer fördern?

Bei der Wahl eines Zulieferers oder Dienstleisters spielt auch eine Rolle, welche Philosophie man verfolgt. Die Zusammenarbeit mit einem traditionellen Familienunternehmen hat den Vorteil, dass man einen zuverlässigen und erfahrenen Partner hat. Dafür greift man aber meist auch tiefer in die Tasche.

Mit anderen Startups, jungen Unternehmen oder Selbstständigen zusammenzuarbeiten, ist etwas weniger zuverlässig, da sich diese meist noch nicht in Krisensituationen bewiesen haben. Dafür können meist bessere Konditionen herausgehandelt werden und man unterstützt sich gegenseitig und knüpft wertvolle Kontakte.

Aus der Region oder international liefern lassen?

Eine große Streitfrage ist und bleibt die nach der Regionalität. Es gibt für beide Seiten der Diskussion gute Pro- und Kontra-Argumente. Regionale Zulieferer haben meist geringe Lieferkosten. Auch die Kommunikationswege sind kürzer – der Besuch der Produktionsstätte oder ein persönliches Gespräch sind viel einfacher zu realisieren. Letztlich spielt auch der Umweltfaktor eine Rolle, denn lange Lieferketten belasten die Umwelt und somit den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens. Regionale Zulieferer bieten allerdings meist weniger gute Konditionen.

Wer national oder international auf Zulieferersuche geht, der kann meist Geld sparen. Denn so lassen sich Preise von Dutzenden Unternehmen vergleichen. Mengenrabatte sind oft Teil des Deals. Ist das Startup auf internationale Märkte fokussiert (oder soll dies mittel- bis langfristig sein) kann das Arbeiten über Grenzen hinweg auch Kredibilität geben. Allerdings ist der ökologische Faktor zu bedenken und man muss damit rechnen, dass Änderungen oder Probleme nicht schnell gelöst werden können.

Erfolg(e) katalysieren in 4 Schritten

Wie Unternehmen und Menschen nachhaltig stärker werden.

In einer sich schnell verändernden Geschäftswelt sind neue Arbeitsweisen, Agilität und Innovation gefragt. Die bekannten Methoden helfen da nur sehr bedingt. Neue Konzepte wie Holokratie, Soziokratie, SCRUM oder Teal Organisationen könnten zwar zur Erreichung dieser Ziele beitragen, aber Unternehmen verlieren sich nur allzu leicht in den verschiedenen thematischen Ansätzen. Und eines bleibt dabei oft außen vor, obwohl es schon immer ein erklärter Schlüssel zum Erfolg ist: der Mensch.

Probleme brauchen Platz – nicht nur in Organisationen, sondern vor allem in den Köpfen der Menschen. Und je komplexer Probleme werden, umso mehr Platz muss gegeben sein. Dann jedoch lassen sie sich auf einfache Weise aufschlüsseln und dokumentieren. Vorausgesetzt man kennt bestimmte (Branchen-)Muster und kann schnell neue Ideen entwickeln, um unvermeidliche Hindernisse zu überwinden. Wichtig zu wissen: Herausforderungen haben oft Gemeinsamkeiten. Ein akutes Problem nach dem anderen zu lösen, hilft da nicht wirklich nachhaltig weiter. Ebenso wenig wie einheitliche Frameworks. Was es braucht, sind spezifische Lösungen und Techniken, die es ermöglichen, Erfolg(e) zu katalysieren. Sozusagen Do-it-yourself für Unternehmen, um als Organisation gesund wachsen zu können. Und für die Menschen, um wieder Sinn im und Spaß am Beruf zu entdecken. Beides zusammen macht unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft stärker.

Diese vier Schritte helfen dabei:

Think big – träumen und visionär sein

Sich über Dinge zu beschweren, die man nicht kontrollieren kann, ist unsinnig. Das gilt für Unternehmen und Menschen gleichermaßen. Deshalb sollten wir lieber groß denken und proaktiv handeln. Es kann nicht schaden, bestimme Vorgehen regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und zu verbessern. Auch wenn das manchmal mehr Aufwand bedeutet als sich über etwas (Gesetze, die Politik, Bestimmungen u.a.) aufzuregen, das nicht in unserer Macht steht. Manchmal können auch Konkurrenten helfen, wenn wir Win-Win-Lösungen und Synergien überhaupt in Betracht ziehen. Fakt ist: 1-1<(meist)0 und 1+1=(oft)5. Ob Organisation oder Mitarbeitenden: Beginnen wir mit dem Schluss, entspricht das, was wir am Lebensende über uns hören wollen, oft nicht dem, was wir heute tun.

Act small – kleine, machbare Schritte

Das Wichtigste zuerst: Häufig klafft eine (große) Lücke zwischen dem, was wir sagen, und dem, wofür wir tatsächlich Zeit aufwenden. Nichts gegen Produktivität, aber wir sollten unseren langen Weg, unseren Plan in machbare Etappen unterteilen. Vergleichbar mit einem Läufer, der einen Marathon anpeilt: Wenn ein Anfänger / eine Anfängerin daran denkt, 40 km laufen zu müssen, ist das gewaltig. Konzentrieren wir uns jeweils auf den nächsten Schritt, ist es leichter machbar und wir kommen gleichwohl an. Viele Hürden sind kleiner, wenn wir, statt ewig zu planen, einfach anfangen, losgehen und im Prozess lernen, uns anpassen, immer wieder neu ausrichten.

Fail fast – Fehler erlauben und feiern

Nur wer als Unternehmen, aber auch einzelne(r) Mitarbeiter*in in der Lage ist, das eigene Ego zurückzunehmen, kann Scheitern als Chance wahrnehmen. Um zu wachsen und zu lernen, braucht es einen kontinuierlichen Prozess aus Feedback erbitten, (zu)Hören, (er)Spüren und (re)Agieren. Zudem sollten Kriterien festgelegt werden, wann etwas als gescheitert gilt. Nur so können Organisationen mit ihren Ressourcen bei der nächsten Initiative erfolgreich sein, anstatt weiterhin „auf einem toten Pferd zu reiten“.

Learn rapidly

Unternehmen und Menschen dürfen nie vergessen: Das Scheitern und Lernen von heute ist die Grundlage für einen disruptiven Durchbruch von morgen. Auch wenn es im ersten Moment nicht so scheint: Gelernte Erkenntnisse zu gewinnen und Maßnahmen zu bewerten, um wieder groß zu denken, ist das wichtigste Element des schnellen Scheiterns. Im Idealfall lernen wir über Bildung: Bildung ist das, was Menschen mit uns machen. Lernen ist das, was wir uns selbst antun (müssen).

Teal Minute: 1 Minute, 1 Sprecher, 1 Thema, 1 Meinung

Apropos Bildung: New Work ist den meisten Menschen ein Begriff. Anders der Begriff Teal, bekannt geworden durch das Buch „Reinventing Organizations“ von Frédéric Laloux. Teal, ursprünglich die Farbe blaugrün, ist ein Konzept evolutionärer Organisationen, die unter anderem den Prinzipien Selbstführung, Ganzheitlichkeit und Sinn folgen. Aber was genau steckt dahinter? Und welche Verbindung gibt es zur vielgeforderten Agilität? Diese und weitere Fragen beantworten Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen und Branchen agil arbeiten. Wer sich also selbst weiterbilden und sein Unternehmen weiterentwickeln will, findet hier spannenden Content in den kostenlosen Teal Talks sowie Teal Minutes.

Der Autor Timm Urschinger ist Mitgründer und CEO von LIVEsciences, ein experimentierfreudiges Berater-Team, dessen Vision es ist, den Erfolg von Unternehmen und Organisationen zu katalysieren. www.livesciences.com

Was Gründer*innen von der Musikwelt lernen können

Musik und Unternehmertum werden selten miteinander in Verbindung gebracht, und doch sehen sich die Akteur*innen vielen ähnlichen Herausforderungen gegenüber. Dirigent und Entrepreneur Boian Videnoff gibt Einblicke in beide Welten.

Teamwork als aufmerksames Interagieren

In einem Orchester steht vor allem eine Aufgabe und Herausforderung im Vordergrund: Einheit in der Vielfalt herzustellen. Von der Piccoloflöte bis hin zum Kontrabass kommen die verschiedensten Instrumente, gespielt von den unterschiedlichsten Menschen, zusammen, um eine harmonische Einheit zu bilden. Das ist nur möglich, wenn ein(e) Dirigent*in zuvor durch akribische Analyse des Werks eine klare musikalische Richtung und Vision ausgearbeitet und diese zusammen mit allen Musizierenden einstudiert hat.

Genauso können auch die Mitarbeitenden eines Start-ups nicht effektiv zusammenarbeiten und ein erfolgreiches Produkt entwickeln, wenn sie nicht durch die Vision der Gründer*innen geleitet und in eine gemeinsame Richtung geführt werden. Für diese Zusammenführung und das erfolgreiche Teamwork unterschiedlicher Akteure ergibt sich beim Musikorchester nun eine Besonderheit. Hier sind die einzelnen Musizierenden viel sensibler dem Output der jeweils anderen ausgesetzt und müssen bzw. können so auch viel schneller darauf reagieren und sich entsprechend anpassen. Damit das Projekt „Einheit in der Vielfalt“ funktionieren kann, müssen alle Instrumentalist*innen in Echtzeit hören und verstehen, was gerade im gesamten Orchester passiert, und sich dynamisch darauf einstellen. Dabei geht es nicht nur um eigenes Nachjustieren, sondern auch um eigenverantwortliches Interagieren mit den anderen Orchestermitgliedern. Zum Beispiel könnte es sein, dass ein(e) Sitznachbar*in unbewusst in eine musika­lische Richtung geht, die das gesamte Ensemble auseinander werfen könnte, und entsprechend wieder ins Boot geholt werden muss.

Learning für Gründer*innen: Während in einem Orchester Unstimmigkeiten und „Missklänge“ innerhalb des Teams sofort hörbar sind und von aufmerk­samen Musizierenden schnell erfasst und korrigiert werden können, stellt sich dies in einem Unternehmen viel schwieriger dar. Hier sollte daher eine Kultur des aktiven „Zuhörens“ anderer Teammitglieder etabliert werden, damit niemand aneinander vorbei arbeitet, sondern die interaktive Kooperation in eine gemeinsame Richtung gelingt.

Das Niveau des Teams hängt vom schwächsten Mitglied ab

Dadurch, dass der Output eines jeden Orchestermitglieds deutlicher hörbarer ist als in einem Unternehmen, bestätigt sich in der Musik häufig auch ein weiterer Aspekt von gutem Teamwork: „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.“ Diese Wahrheit ist dank ihrer kaum zu ignorierenden Konsequenzen für den Gesamtklang fest im Bewusstsein jedes Orchestermitglieds verankert. Wenn auch nur eine Person nicht auf dem gleichen Qualitätslevel wie die restlichen Musizierenden ist, dann zieht sie automatisch das Niveau des kompletten Orchesters herunter. Das Gleiche gilt letztlich auch in einem Start-up: Sämtliche Teammitglieder müssen Top-Qualifikationen besitzen und ihr Bestes geben, damit Qualität und Output des gesamten Teams stimmen und die gewünschten Ziele erreicht werden können. Nur besteht hier wieder die Problematik, dass es im Gegensatz zu einem Orchester länger dauern kann, bis Qualitäts- oder Leistungsdefizite innerhalb des Teams auffallen und sich in den Ergebnissen bemerkbar machen. In der Zwischenzeit haben dann entweder andere Teammitglieder die Schwächen versucht auszugleichen oder es ist sogar schon zu irreversiblen Fehlern gekommen.

Learning für Gründer*innen: Gerade bei Start-ups, die mit neuen Geschäftsideen und technologischen Innovationen auftrumpfen müssen, um erfolgreich wachsen zu können, muss jedes Mitglied im Team ausnahmslos gute Leistungen erbringen. Um „schwer herauszu­hörende“ schwache Glieder in der Kette zu vermeiden, ist das Recruiting daher extrem wichtig. Hier sollten Gründer*innen besonders sorgfältig vorgehen und ein Team aufbauen, das durchgehend das gleich hohe Niveau erreicht.

Leistung durch Leidenschaft und Fleiß

Kommen wir nun von Aspekten des Teamworks hin zur Frage, wie jede(r) Einzelne in einem Orchester oder Start-up die für den Gesamterfolg nötige Qualität abliefern kann. Dabei gibt es in der Musikwelt zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis des Verhältnisses von Talent und Fleiß. Viele denken, dass das musikalische Talent den Hauptaspekt einer erfolgreichen Laufbahn ausmacht – und sicherlich ist Talent die entscheidende Grundvoraussetzung hierfür. Letztlich macht dieser Aspekt aber insgesamt nur fünf Prozent aus – der Rest sind Leidenschaft und extrem viel Fleiß.

Es bringt also nichts, wenn jemand noch so talentiert ist und zum Beispiel eine Melodie wunderschön phrasiert, dann aber gleichzeitig an einer anderen technischen Passage stolpert. Vom Anfang bis zum Ende muss eine grundlegende Qualität gewährleistet sein, die sich nur mit sehr viel Arbeit erreichen lässt. Um hierfür so viel Fleiß wie möglich aufbringen zu können, braucht es entsprechend viel Leidenschaft für die Musik. So wundert es kaum, dass professionelle klassische Musiker*innen oftmals eine innige Beziehung zu ihrem jeweiligen Instrument aufbauen und diesem den Großteil ihrer Lebenszeit widmen.

Learning für Gründer*innen: Neben den grundlegenden Qualifikationen und Skills müssen alle Teammitglieder auch den nötigen Fleiß zeigen, um hervorragende Leistungen erbringen zu können. Hierzu sollte wiederum beim Recruiting darauf geachtet werden, dass bereits eine Leidenschaft für das Thema und die Geschäftsidee des Start-ups vorhanden ist. Darüber hinaus können Gründer*innen auch positiven Einfluss auf das Team ausüben, indem sie ihre eigene Vision klar und mitreißend vermitteln und so regelmäßig neue Leidenschaft für das gemeinsame Ziel entfachen.

Details machen den Unterschied zum Mittelmaß aus

Aus den vorangegangenen Absätzen wurde bereits eine zentrale Parallele zwischen Orchestern und Start-ups klar: der Drang und das Ziel, gemeinsam Außergewöhnliches zu erreichen. Jedes Orchester arbeitet permanent am perfekten Einklang und vollendeten musikalischen Moment, während jedes Start-up mit keinem geringeren Anspruch antritt, als mit seinem Produkt oder seiner Dienstleistung den eigenen Markt zu revolutionieren. Dabei stellt sich jedoch die Frage, woran sich dieses Außergewöhnliche bereits während des Prozesses erkennen lässt und was letztlich den Unterschied zu einer mittelmäßigen Performance oder einem ausbleibenden Markterfolg ausmacht.

In der Musikwelt lautet die Antwort eindeutig: Details. Während Laien oftmals keinen großen Unterschied zwischen verschiedenen Interpretationen einer Sinfonie oder unterschiedlichen Weltklasse-Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder den Wiener Symphonikern erkennen, hören Expert*innen und Profis zahlreiche Details heraus. Hat man sich Zeit genommen für eine bestimmte harmonische Wendung, für die motivische Bedeutung einer melodischen Passage oder für den besonderen Klangcharakter einer Instrumentengruppe?

Um diese Feinheiten in den gemeinsamen Proben genau herauszuarbeiten, braucht es Dirigent*innen, die sowohl den Blick und das Ohr für die Details haben, als auch das große Ganze überschauen können. Da der Orchesterzusammenklang sehr komplex ist, müssen sie das Talent besitzen, Zusammenhänge zu erkennen, wo andere sie vielleicht nicht sehen, sowie schnelle Lösungen zu finden und anzubieten. Genau die gleichen Fähigkeiten sind letztlich auch bei der Führung von Start-ups gefragt.

Learning für Gründer*innen: Der Erfolg eines Start-ups hängt von den Details und deren Einbettung in die übergreifende Geschäftsidee ab. Gründer*innen müssen deshalb gleich den Dirigent*innen einen Blick für die Feinheiten haben und überall dort einspringen, wo sie und ihre besondere Art des lösungsorientierten und visionären Denkens benötigt wird.

Der Autor Boian Videnoff ist sowohl Chef-Dirigent der Mannheimer Philharmoniker als auch Gründer des Berliner KI-Start-ups Enote, das digitale Notenblätter einfacher zugänglich, bezahlbarer und interaktiver macht, www.enote.com

Der Arbeitsmarkt nach Corona – eine Chance für Start-ups?

Wie sich Start-ups in den nächsten 12 Monaten aufstellen müssen, um Talente zu halten und die Situation positiv für die Personalgewinnung zu nutzen.

Die COVID-19-Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit die Arbeitsmärkte durcheinander gebracht. Kurzarbeit und Stellenstreichungen erfassten weite Teile der Wirtschaft. Nach einer tiefen Talfahrt zieht die Wirtschaft erneut an und allerorts wird wieder kräftig eingestellt, der Kampf um die besten Talente geht in eine neue Phase. Umso wichtiger zu wissen, wie sich Start-ups in den nächsten 12 Monaten aufstellen müssen, um Talente zu halten und die Situation positiv für die Personalgewinnung nutzen.

Drohende Kündigungswelle

Drastische Veränderungen, wie sie die COVID-19-Pandemie mit sich gebracht hat, machen viele Menschen nachdenklich. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich Arbeitnehmende intensiv mit ihrer bisherigen Arbeitssituation beschäftigt haben und nun Veränderungen anstreben. Fast die Hälfte der befragten deutschen Arbeitnehmenden denken über einen Jobwechsel innerhalb der nächsten 6 bis 12 Monate oder nachdem die wirtschaftliche Lage sich erholt hat nach. Die Ergebnisse des jährlich erscheinenden Gallup Engagement Index Deutschland kommen zu einem ähnlichen Ergebnis: rund 44 Millionen Beschäftigte wollen ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen. Die Wechselbereitschaft ist so hoch wie nie zuvor.

Unternehmen denken darüber nach, wie eine auch immer geartete Rückkehr ins Büro aussehen kann. Doch eine mögliche vierte Welle stellt diese Pläne bereits in Frage, bevor sie überhaupt in die Tat umgesetzt wurden. Viele Unternehmen werden sich neu erfinden müssen. Homeoffice – das war vor der Pandemie noch eine Seltenheit in deutschen Unternehmen. Dann kam der Lockdown. Was jahrzehntelang unmöglich schien, wurde in nur wenigen Tagen zur Realität. Ein großer Teil der Mitarbeitenden wollen bei einer Normalisierung der Lage die (neu-)gewonnenen Freiheiten nicht mehr missen wollen. Dies zeigt sich beispielsweise bei Apple.

Laut einem Bericht von “The Verge” wehrten sich Mitarbeitende gegen die pauschale Rückbeorderung ins Büro. Die aktuelle „Work Trend Index“ Studie von Microsoft stellt bei einer Befragung mit über 31.000 Personen aus 21 Ländern fest, dass 70 Prozent der Arbeitnehmenden sich weiterhin flexible Arbeitsmöglichkeiten wünschen. Unternehmen ohne ein Konzept zur hybriden und flexiblen Arbeit werden es zukünftig schwer haben, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten und neue Mitarbeitende zu gewinnen. Ich gehe davon aus, dass Arbeitnehmende sich bei vergleichbaren Jobangeboten für den Arbeitgeber entscheiden, der ihnen flexible Arbeitsmodelle wie zum Beispiel Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice anbietet. Ein Großteil wird sogar ein Jobangebot ausschlagen oder den Job kündigen, wenn flexibles Arbeiten nicht möglich ist.

Die Corona-Krise – eine Chance für Start-ups

Die Corona-Krise ist auch an der Startup-Szene nicht spurlos vorübergegangen. Für die Zukunft ist die Branche aber trotz anhaltender Krise optimistisch. Ungeachtet der Pandemie stellten Start-ups 2020 mehr Arbeitsplätze als noch im Vorjahr. Dieser Trend soll nach einer Befragung des Bundesverband Deutsche Startups e.V. auch trotz der COVID-19-Pandemie weiter anhalten. 90 Prozent der Start-ups gaben an, weitere Neueinstellungen zu planen. Meine Prognose lautet von daher, dass vor allem Start-ups vom Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen profitieren werden. Was die Umstände angeht, so konnten die meisten Start-ups die Veränderungen, die COVID mit sich brachte, relativ leicht meistern. Insbesondere im Punkt Flexibilität und Agilität sind Start-ups mittelständischen Arbeitgebern oft weitaus überlegen.

Remote Work – Ein Beinahe-Standard in Start-ups

Die Unternehmenskultur und Arbeitsweise von Start-ups unterscheiden sich in der Regel erheblich von denen in etablierten Unternehmen. Start-ups haben in der seit Jahren zunehmend internationaler und vernetzter werdenden Wirtschaftswelt einen klaren Heimvorteil. Mit dem Wegfallen der Ortsabhängigkeit kann dieser Trend auch als Chance wahrgenommen werden. Denn nie war es einfacher, neue Mitarbeitende aus dem Ausland in bestehende Teams zu integrieren. Recruiter*innen haben damit die Möglichkeit, ihre Zielgruppe auszuweiten und auf einen größeren Talentpool zurückzugreifen. Für Arbeitssuchende war der Standort früher ein zentrales Kriterium bei der Jobauswahl. Wenn sich diese Einschränkung abschwächt, wird der Fokus noch stärker darauf liegen, ob Kompetenzen der Arbeitssuchenden und Anforderungen des Jobs wirklich passen. Die Pandemie hat uns deutlich gemacht, dass es wichtig ist, sich nicht länger an veraltete Denkmuster zu klammern. Vielfalt in der Arbeitswelt wird sich in Zukunft durchsetzen.

Kollaboration stärken

Auch wenn die zwischenmenschliche Komponente im digitalen Raum nicht gut abgebildet werden kann, kann die Bindung durch Kollaborationstools und den “Coffee talks”, die inzwischen sicher einige einsetzen, zumindest etwas gestärkt werden. In unseren regelmäßigen Meetings steht zu Beginn ein kurzer Check-in, um auch persönliche Themen einfließen zu lassen, was die Kolleg*innen so bewegt und beschäftigt. Wir ermutigen zudem dazu, one-on-one’s zu vereinbaren, die in einem gewissen zeitlichen Rahmen den Freiraum geben, sich unbedarft auszutauschen. Natürlich vertrauen wir darauf, dass unsere Mitarbeitenden die Angebote nutzen und selbständig entscheiden, wann sie das Bedürfnis danach haben, doch Vertrauen ist nun einmal einer der wichtigsten Werte in der neuen Arbeitswelt. Als Führungskraft mit gutem Vorbild voranzugehen hat einen ausgesprochen positiven Effekt auf die Nutzung und Akzeptanz entsprechender Angebote.

(Mentale) Gesundheit 

Damit Teams auch auf Distanz gut miteinander funktionieren können, hat die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen einen hohen Stellenwert. Dafür haben wir z. B. neben der Möglichkeit, sich sportlich auszutoben oder beispielsweise an Yoga-Sessions teilzunehmen, auch vor kurzem einen Aktionsmonat geschaffen, in dem wir allen angeboten haben, kostenlose Konsultationen bei Online-Psycholog*innen wahrzunehmen. Schulungen beispielsweise zum Thema Stressmanagement gehören genauso zu einer effektiven Strategie zur Förderung der Mitarbeitergesundheit wie die Enttabuisierung und der fortlaufende Austausch zum Thema Gesundheit. Diese vielen, kleinen Schritte helfen, einen noch besseren Umgang miteinander zu schaffen.

Perspektiven schaffen und Autonomie stärken

Enorm wichtig finde ich es, die Mitarbeitenden zu fragen, was sie brauchen, um sich gemeinsam weiterzuentwickeln und gut miteinander arbeiten zu können. Dazu gehört auch die Förderung der Intramobilität. Deshalb bieten wir an, sich innerhalb des Unternehmens umzusehen, mit dem Vorgesetzten über Entwicklungspotenzial zu sprechen und so zu ermöglichen, dass versteckte Talente gefördert werden. Wir hatten im letzten Jahr einige in unserer Belegschaft, die, anstatt den Arbeitgeber zu wechseln, sich nach einer neuen Herausforderung innerhalb des Unternehmens umgesehen haben. Das war für beide Seiten extrem bereichernd. Eine Arbeitskultur, wie die unsere, kann sehr viel zur Eigeninitiative der Mitarbeitenden beitragen. Getragen wird sie von offener Kommunikation, bei der alle äußern können, wo und wie sie sich am besten einbringen können. Nicht zuletzt sind Perspektiven gerade bei Menschen, die sich in einem Start-up engagieren wollen, essenziell für ihr persönliches Wachstum und das Gefühl der Wertschätzung.

Der Autor Perry Oostdam ist CEO und Mitgründer von Recruitee und Experte für die Digitalisierung des Personalwesens. Recruitee mit seinem Bewerbungsmanagement-System gehört laut Deloitte heute zu den 10 am schnellsten wachsenden Technologie-Unternehmen der Niederlande.

Zurück ins Büro während der Coronazeit

Was ist aktuell bei der Rückkehr aus dem Home-Office ins Büro zu beachten und was kann der Arbeitgeber verlangen?

Die Anzahl von Neuinfektionen durch Covid-19 vermindert sich momentan fast jeden Tag. Dadurch steht mittlerweile in vielen Lebensbereichen Veränderung zurück zu normalen Verhältnissen im Raum. Dies trifft auch für Arbeitnehmer zu, denn in vielen Betrieben scheint die Zeit des vollständigen Home-Office bald vorüber zu sein. Doch was genau ist bei der Rückkehr ins Büro zu beachten und was kann der Arbeitgeber verlangen?

Seit Monaten gehen die Corona-bedingten Fallzahlen jeden Tag zurück. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschlossene Corona-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) galt bis zum 30. Juni 2021. Nun müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darauf einstellen, dass es zu Lockerungen bei Arbeitsschutzbestimmungen kommt. Das bedeutet auch, dass viele Arbeitnehmer, welche die letzten Monate im Home-Office verbracht haben, bald wieder ihre designierten Büroräume aufsuchen können. Manche Arbeitnehmer sind bereits in einen geregelten Arbeitstag zurückgekehrt. Was gibt es also momentan zu beachten, was dürfen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und worauf sollten sich beide in den nächsten Monaten einstellen?

Welche Regeln gibt es im Büro?

Um das gemeinsame Miteinander im Büro für alle Beteiligten sicherer zu machen, sollten einige Grundregeln beachtet werden: Am wichtigsten ist ein adäquater Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern. Dieser muss auch bei Raucherpausen eingehalten werden. Arbeitgeber müssen dies gewährleisten, indem jeder Person 10m² zur Verfügung stellen. Falls der Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Diese müssen auch vom Arbeitgeber bereitgestellt werden. Büroräume, besonders welche mit mehreren Mitarbeitern müssen regelmäßig gelüftet werden. In den Sanitätsräumen müssen zudem Flüssigseife und Handtuchspender bereitstehen. Aufzüge sollten bestenfalls gemieden werden. Zudem sollten Türklinken, Geländer und Tresen regelmäßig desinfiziert werden. Auch Handdesinfektionsspender sollten in der Nähe von Eingängen aufgestellt werden. Generell sollte jeder Beschäftigte sich regelmäßig die Hände waschen. Hinweisschilder können dazu ermutigen.

Ein besonders großes Risiko für eine Ansteckungsgefahr sind Gemeinschaftsküchen. Diese sollten im Optimalfall nicht für die Zubereitung von Speisen benutzt werden. Anfallendes Geschirr sollte in die Spülmaschine geräumt oder sofort abgewaschen werden. Kaffeemaschinen und Regalgriffe sollten auch hier regelmäßig desinfiziert und gereinigt werden. Betriebliche Zusammenkünfte, z.B. Besprechungen, sind auf ein Minimum zu begrenzen. In Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern sollten kleine Arbeitsgruppen gebildet werden, um Beschäftigte besser voneinander zu trennen und im Infektionsfall weniger Kontakte verfolgen zu müssen. Auch ein Dienstplan, mit festgelegten Schichten kann dabei helfen Hygieneregelungen einzuhalten. So ist etwa eine hybride Arbeit, mit Home-Office und Büro im Wechsel möglich. Falls der Betrieb über nicht personalisierte Dienstwagen verfügt, sollte das Nutzen dieser ausgesetzt werden. Hinzu kommt, dass der Arbeitgeber jedem Arbeitnehmer, welcher nicht ausschließlich im Home-Office arbeitet, zweimal pro Woche einen kostenlosen Coronatest anbieten muss.

Was kann der Arbeitgeber verlangen?

Doch was, wenn man gar nicht in das Büro zurück will? Kann man von seinem Arbeitgeber gezwungen werden? Ohne triftigen Grund des Arbeitgebers geht das nicht. Grundsätzlich sollte sich an der eventuell festgelegten Betriebsvereinbarung zum Home-Office orientiert werden. Existiert diese nicht, muss der Arbeitgeber einen nachvollziehbaren Grund angeben. Beispiel wären eine bestimmte Arbeit, die im Büro erledigt werden muss oder ein Kunde, welcher eine Produktübergabe in Person erfordert. Das Gleiche gilt auch vice versa: Will ein Arbeitnehmer unbedingt wieder im Büro arbeiten, muss er sich nach der Betriebsvereinbarung richten.

Der Arbeitgeber ist zudem verpflichtet außerordentliche Vorkehrungen zu treffen um besonders schutzbedürftige Beschäftigte, also Risikogruppen wie Asthmatiker oder ältere Mitarbeiter, effektiv zu schützen. Arbeitsschutzkonzepte müssen von jedem Betrieb individuell aufgestellt werden, da es keine vorgegebene standardisierte Lösung gibt.

Womit sollte in den nächsten Monaten gerechnet werden?

Wie genau sich der momentane Rückgang an Coronainfektionen auf die Corona-Arbeitsschutzverordnung auswirkt, ist bisher nicht bekannt. Höchstwahrscheinlich kommt es aber zu Lockerungen. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass einige Regeln wie z.B. der Sicherheitsabstand komplett abgeschafft werden. Mitarbeiter, welche genug vom Home-Office haben, können ihre Tätigkeiten wahrscheinlich bald wieder im Büro ausüben.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat sich zudem für ein Recht auf Home-Office ausgesprochen. Wer sich dort also wohler fühlt und noch nicht ins Büro zurückkehren möchte, muss dies demnächst auch nicht. Selbstverständlich gibt es auch dabei Ausnahmen, da manche Arbeiten unmöglich von zu Hause aus erledigt werden können. Wenn es weitere Unklarheiten zu genauen Regeln gibt, ist die Frage-und-Antwort Sektion zur Corona-Arbeitsschutzverordnung zu empfehlen, welche auf der Website des BMAS gefunden werden kann. Eventuelle neue Verordnungen sind dort ebenfalls aufzufinden.

Nachhaltigkeitsreport für Start-ups

Für viele Start-ups ist nachhaltiges Handeln ein wichtiger Baustein der Unternehmensstrategie. Wie aber können Start-ups ihre Nachhaltigkeit professionell kommunizieren?

Der Stellenwert von Nachhaltigkeit wächst

Börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern haben das Thema Nachhaltigkeit längst auf dem Schirm: Sie sind seit 2017 verpflichtet, einen sogenannten CSR (Corporate Social Responsibility)-Bericht zu veröffentlichen, der die Transparenz nicht-finanzieller Aspekte erhöhen soll und zum Beispiel Themen wie Umwelt, Soziales, Digitalisierung, Arbeitnehmerbelange oder Integration beleuchtet.

Zur gefühlten Pflicht wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung aber auch immer mehr für kleinere Unternehmen. Der Stellenwert der Nachhaltigkeit nimmt in der Gesellschaft weiter zu – und damit wächst auch die Verantwortung von Unternehmen, sich mit dem eigenen Handeln auseinanderzusetzen. Das Umweltbundesamt fand in einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2020 heraus, dass 65 Prozent der Befragten verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit als sehr wichtig bewerten. Schon 2018 ermittelte das Marktforschungsunternehmen YouGov in einer Studie außerdem, dass 88 der Befragten Maßnahmen ergreifen, um nachhaltiger zu leben. Dass diese Menschen lieber bei Unternehmen Produkte kaufen oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die sich ihrer unternehmerischen Verantwortung stellen, ist naheliegend.

CSR-Bericht versus Nachhaltigkeitsreport

Die eigene Forschungsabteilung, das Rentenprogramm für die Beschäftigten oder der Betriebskindergarten – Inhalte wie diese und eine umfangreiche Struktur sorgen dafür, dass gerade kleinere Unternehmen die Nachhaltigkeitsberichterstattung als Luxus ansehen, den sie sich selbst nicht leisten können. Dabei muss es gar nicht der große CSR-Bericht sein. Mithilfe eines sogenannten Nachhaltigkeitsreports können Unternehmen ihr Handeln genauso strategisch ausrichten und wirksam vor den Vorhang holen.

Im Gegensatz zum CSR-Bericht erlaubt der freiwillige Nachhaltigkeitsreport mehr Freiheiten: Unternehmen können selbst entscheiden, wo sie ihre Schwerpunkte setzen; üblicherweise sind aber Informationen aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales enthalten. Genau wie der CSR-Bericht, eignet sich der Nachhaltigkeitsreport dazu, Schwachstellen zu ermitteln, zu beseitigen und dadurch besser zu wirtschaften. Unternehmen, die klar Position beziehen, verbessern außerdem die Beziehung zu ihrer Kundschaft und erhöhen durch den Zugang zu neuen Zielgruppen ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Wie verbessert man seine englische Aussprache?

Wir sind uns alle einig, dass Fremdsprachelernen viel Zeit, Mühe und Aufwand im Allgemeinen erfordert. Aber die erfolgreichsten Sprachlerner*innen finden einen Weg, ihre Sprache zum Teil des Alltags zu machen. Das kann sich immer lohnen, besonders wenn es um Business-Englisch geht.

Die Aussprache zu üben kann zu einer Gewohnheit werden, wie das Zähneputzen. Wenn Sie Ihre Aussprache verbessern möchten, sollten Sie sich so oft wie täglich üben. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir 5 Tipps zusammengestellt, die Sie jeden Tag nutzen können und sollten, um Ihre englische Aussprache zu verbessern.

1. Üben, üben, üben

Wenn Sie Ihre Aussprache jeden Tag konsequent üben, können Sie in kurzer Zeit spürbare Verbesserungen erzielen. Wie können Sie also damit beginnen? Wir empfehlen Ihnen, das IPA, das internationale phonetische Alphabet, zu lernen. Wenn Sie das IPA lernen, können Sie jedes einzelne englische Wort mit den richtigen englischen Lauten vergleichen und richtig aussprechen.

Eine weitere großartige Möglichkeit, Ihre Aussprache zu üben, sind Nachahmungsunterricht. Es sind wirklich tolle, schnelle 5- oder 10-Minuten-Videos, mit denen Sie regelmäßig üben können.

Nachdem Sie eine Lektion einige Male geübt haben, machen Sie eine Aufnahme Ihrer Stimme und vergleichen Sie sie mit der Stimme des Sprechers. Versuchen Sie, einige der Fehler zu identifizieren, die Sie beim Aussprechen machen.

2. An einer Diskussion teilnehmen

Nehmen Sie an einer englischen Diskussion über etwas teil, das Sie interessiert. Das klingt jetzt trocken und vielleicht kompliziert, aber das ist es nicht. Es geht nur darum, einer aktiven Gruppe oder Online-Community beizutreten, in der Menschen interagieren. Sie teilen ihre Ideen, geben Meinungen ab und Sie können darauf reagieren. Sie werden sehen, wie Englisch im wirklichen Leben verwendet wird, mit Aspekten wie die Verwendung von ‘Which’ oder ‘That’.

So können Sie kommentieren und tatsächlich Teil der Diskussion in Echtzeit sein. Nun, Sie können das auch persönlich, aber es kann einfacher als Teil einer Online-Community geschafft werden. Und das macht es umso einfacher, eine tägliche Gewohnheit daraus zu machen, weil es einfach darum geht, ab und zu eine Site zu besuchen und zu sehen, worüber die Anderen gesprochen haben, und sich zu einem Thema zu äußern.

Wie finden Sie diese Gemeinschaften?

Es braucht ein wenig Mühe. Sie können nicht einfach etwas googeln und der ersten Gruppe beitreten, die Sie finden. Schließen Sie sich ein paar verschiedenen Gruppen an, sehen Sie, welche am aktivsten ist und in welcher ​​Gruppe die interessantesten Diskussionen stattfinden.

Beginnen Sie damit, Ihre wichtigsten Hobbys oder Interessen aufzuschreiben. Beginnen Sie nicht mit der englischen Sprache. Interessieren Sie sich für Politik oder Yoga oder Marketing, Fotografie, Sport? Ich meine, Sie folgen wahrscheinlich bereits Leuten oder Gruppen in diesen Bereichen. Sie müssen sich also nur dazu selbst verpflichten, diese einmal am Tag online zu besuchen und ein Kommentar zu schreiben. Es ist nicht kompliziert. Wenn jemand etwas geteilt hat und nach Meinungen fragt, scrollen Sie nicht weiter. Es ist eine Gelegenheit für Sie, etwas zu teilen. Sie hören, wie die Anderen sprechen. Finden Sie beispielweise einen Blog oder eine Fernsehserie, die Sie interessiert, damit Sie nicht nach etwas suchen müssen. Nehmen Sie sich etwa eine Woche Zeit, um die richtige Art von Community zu finden, der Sie beitreten und an den Diskussionen teilnehmen können.

3. Vorlesen

Sie können auch einfach laut vorlesen, um Ihre Aussprache zu verbessern. Wenn Sie dies jeden Tag tun, können Ihre Mundmuskeln arbeiten. Es wird dann einfacher, englische Laute zu erzeugen und Sie werden sich besser dabei fühlen. Es ist einfach und muss nicht lange dauern, nur fünf oder zehn Minuten am Tag reichen aus.

Achten sie nur darauf, dass Sie es konsequent machen. Sie könnten es sogar tun, indem Sie englische Lieder singen.

4. Machen Sie sich keine Sorgen um den Akzent

Als Kinder lernen wir unsere Muttersprache von selbst. Zu diesem Zeitpunkt unseres Lebens ist der Teil unseres Gehirns, der für das Erlernen einer Sprache verantwortlich ist, sehr plastisch. Wissenschaftler sagen, dass wir unsere Akzente bereits im Alter von 6 Monaten entwickeln.

Wenn wir älter werden und das Beherrschen unserer Sprache entwickeln, konzentriert sich unser Gehirn auf die Ausführung anderer Aktivitäten und verliert die Plastizität, die beim Sprachenlernen so sehr hilft. Aus diesem Grund ist es viel schwieriger, unseren Akzent loszuwerden, wenn wir als Erwachsene eine neue Sprache lernen.

Wenn wir mit dem Erlernen einer Sprache beginnen, gibt es viele Faktoren, die unsere Aussprache beeinflussen. Einige davon sind:

  • Alter – Als wir jung waren und ggf. mehrere Sprachen gleichzeitig lernten, nutzten wir den gleichen Bereich unseres Gehirns. Wenn wir älter werden und anfangen, eine andere Sprache zu lernen, verwenden wir einen anderen. Es ist ein Bereich des Gehirns, der an den Bereich angrenzt, den wir als Kinder benutzt haben.
  • Die Zeit, in der wir der Zweitsprache ausgesetzt waren – Als wir unsere Muttersprache schon fließend sprechen konnten, waren wir 5 oder 6 Jahre alt. Das bedeutet, dass wir über 5 Jahre lang zuhören und üben können.
  • Unsere natürliche Fähigkeit, Akzente zu imitieren – Manche Menschen sind von Natur aus gut darin, fremde Akzente nachzuahmen. Mit anderen Worten, sie haben ein „Ohr“ für Sprachen.

Trotzdem möchten wir betonen, dass es immer noch sehr gut möglich ist, Englisch als Muttersprache zu erwerben. Helfen Sie sich selbst, indem Sie daran denken, dass ein makelloser Akzent nicht unbedingt ein Hinweis auf die Beherrschung einer Sprache ist. Sie können mit einem Akzent sprechen und ein äußerst eloquenter Redner sein.

5. Sprechen Sie langsam

Viele Englischstudentinnen und -studenten denken, dass sie einen besseren Eindruck hinterlassen, wenn Sie schnell sprechen. Dies ist normalerweise nicht der Fall. Schnelles Sprechen neigt dazu, Sprache undeutlich zu machen und schlechte Gewohnheiten zu verstärken. Wenn Sie dagegen langsam sprechen, haben Sie Zeit, darüber nachzudenken, was Sie sagen und wie Sie es sagen wollen. Sie werden sich dadurch auch entspannter fühlen.

Wenn Sie Ihre Aussprache üben, ist es auch immer eine gute Idee, Klänge zu übertreiben. Achten Sie besonders auf diejenigen, bei denen Sie Schwierigkeiten haben, sie auszusprechen. Dies mag Ihnen zunächst etwas seltsam erscheinen, aber keine Sorge: Es ist eine ausgezeichnete Übung, um Ihre Aussprache zu verbessern.

Herausforderungen beim Etablieren eines Start-ups

Diese Bausteine helfen dir dabei, dein Start-up nach dem gelungenen Markteintritt erfolgreich in der Aufbauphase zu lenken.

Ein eigenes Start-up zu gründen ist keine leichte Aufgabe. Auf dieses Statement können sich sicher eine Vielzahl von Unternehmern einigen. In Deutschland liegt die Anzahl der Start-ups in den vergangenen Jahren relativ konstant bei 70.000 – eine solide Zahl. Doch im europaweiten Vergleich gibt es einige Länder, in den sich das Gründen eines Start-ups deutlich attraktiver gestaltet. Dazu zählen vor allem Staaten in Osteuropa, Skandinavien und im Baltikum. Besonders die deutsche Bürokratie kann den ein oder anderen Stolperstein in den Weg der Gründer legen. Aber auch die Kapitalbeschaffung gestaltet sich in vielen der oben genannten Länder deutlich einfacher als in der Bundesrepublik.

Die verschiedenen Hürden und Problematiken der Neugründung eines Unternehmens sind den meisten jedoch ausreichend bekannt und Hilfestellung dazu finden sich en masse. Wie geht es aber weiter, nachdem die anfänglichen Hindernisse gemeistert wurden?

Hat es ein Start-up erstmal auf den Markt geschafft, beginnt die sogenannte Aufbauphase. Hier geht es darum, das Unternehmen zu etablieren und sich einen Namen in der Branche zu schaffen. Wir werfen einen Blick auf die einzelnen Bausteine, die hierbei helfen können.

Siegel und Sicherheit

Wenn es um Labels geht, die heutzutage auf Produkten oder bei Services zu finden sind, ist ein wenig Verwirrung vorprogrammiert. Speziell in der momentanen Zeit ist es für Kunden wichtig zu wissen, ob Unternehmen auch wirklich für das einstehen, was sie vorgeben. Eines der größten Themen ist dabei Nachhaltigkeit. Ein bewusster Umgang mit der Umwelt wird nicht nur gewünscht, es wird vermehrt eingefordert. Um dabei sicherzugehen, dass es sich nicht um Greenwashing handelt, vergeben Institute verschiedene Siegel und Prüfzeichen. Durch die Unabhängigkeit dieser Einrichtungen kann Objektivität gewährleistet werden, wovon Kunden und Unternehmen gleichermaßen profitieren.

So können diese Siegel helfen, sich eine gewisse Autorität und ein sicheres Image zu schaffen. Geht es um Gütesiegel für Lebensmittel, gibt es beispielsweise die EG-Öko-Verordnung, die ökologischen Landbau kennzeichnet. Bei Textilien gibt das Siegel „Blauer Engel“, der auf Umweltfreundlichkeit und Schadstoff-Verzicht hinweist. Für Services im Internet gibt es verschiedene Kennzeichnung und Bewertungsseiten, die über Erfahrungen aufklären. So sind unter anderem seriösen Online Casino Tests sowie zertifizierte Siegel in Online Shops ein guter Indikator für vertrauenswürdige Webseiten.

Zielgruppe

Die Zielgruppe wird natürlich schon vor einer Neugründung erforscht und analysiert. Doch meist sind diese Gruppen relativ weitläufig definiert. Deshalb eignet sich die Aufbauphase des Unternehmens, um speziell auf Teilgruppen einzugehen. So sollten zu Beginn jene Personen angesprochen werden, die leicht zu adressieren sind. Das entsprechende Publikum kann spezifisch über die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen aufgeklärt werden, um eine wertvolle Bindung zu schaffen. Da Start-ups in der Regel innovative Lösungen anbieten, muss der Mehrwert effektiv kommuniziert werden. Die ersten Kunden werden oftmals „early adopters“ sein, die ähnlich innovativ arbeiten und denken. Mit der Zeit kann das Angebot getestet und adaptiert werden, um die Zielgruppe nach und nach aufzubauen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Erstkunden sorgt für Aufmerksamkeit auf dem Markt und bietet auch größeren Kunden gute Argumente, um sie von den Angeboten zu überzeugen. Netzwerken ist ebenfalls ein entscheidender Punkt dieser Phase, da man von der Expertise und den Verbindungen der „early adopters“ profitieren kann.

Marktumfeld und Wettbewerb

Bedingt durch technologischen Fortschritt ist die heutige Geschäftswelt in nahezu allen Bereichen sehr sprunghaft. Dementsprechend gilt es zu jeder Zeit den Markt und seine Entwicklung genaustens im Auge zu behalten. In der Aufbauphase haben Start-ups einen wichtigen Vorteil gegenüber Großkonzernen und Konglomeraten. Im Notfall können sie schneller eingreifen und sich an den Markt anpassen, da die Unternehmensstruktur im Regelfall weniger komplex ist.

Regelmäßige Adaption an den Markt und die Geschehnisse im Umfeld sind natürlich ein Aspekt, der immer und während jeder Unternehmensphase eine wichtige Rolle spielt. Doch während der Aufbauphase können es sich Start-ups erlauben in gewissen Situationen etwas mehr Risiko einzugehen. So kann an einigen Stellschrauben gedreht werden, um ein Produkt oder Service gegebenenfalls zu optimieren und sich somit auf den Markt durchzusetzen und neue Potenziale zu erkennen.

Diese Ratschläge können als Orientierung und Inspiration dienen, um das ein oder andere Prozent rauszuholen. Sicherlich kommt es im Detail immer auf die Situation an in der sich ein Start-up befindet. Auch Branche und Makroumfeld spielen eine wichtige Rolle, sodass es für jedes Unternehmen ein anderer Ausgangspunkt ist. Wer es aber schafft, sein Angebot früh und effektiv auf dem Markt zu etablieren, wird davon profitieren und einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben.

Mangelware Payroll-Profis – Outsourcing als clevere Alternative

Gehalts- und Lohnabrechnungen werden durch verschiedene Gesetzgebungen und Richtlinien immer komplizierter. Einen Payroll-Profi in der Personalabteilung zu haben, ist wichtig, jedoch ist fähiges Personal mit dieser Fachrichtung eine Mangelware.

HR Outsourcing ist eine elementare Lösung

Innerhalb der Personalabrechnung gibt es diverse überholte Prozesse, welche aber dennoch von den Unternehmen geführt werden. Dadurch kommt es aber zu einem größeren finanziellen und personellen Aufwand, welcher sich theoretisch erspart werden kann.

Die Prozesse müssen sowohl vereinfacht als auch stellenweise automatisiert werden und bei bestehenden Strukturen ist dies keine unkomplizierte Aufgabe. Selbst Experten tun sich damit nicht einfach. Die ideale Lösung nennt sich Payroll Outsourcing.

Im Outsourcing entsteht die Prozessoptimierung, welche mit dem Dienstleister auch vertraglich vereinbart wird. Die internen Prozesse werden den individuellen Anforderungen des Unternehmens angepasst.

Weitere Vorteile ergeben sich als Nebeneffekt, denn im Krankheitsfall ist dies das Risiko des Dienstleisters und dieser hat für gewöhnlich reichlich Personalreserven. Ein Unternehmen hat dies für gewöhnlich nicht, denn Payroll-Profis sind auf dem Arbeitsmarkt Mangelware.

Zudem kann ein Geschäftsführer oder der Personalverantwortliche kaum die Kompetenz eines Mitarbeiters in Hinsicht auf die Personalabrechnung prüfen. Ein Dienstleister kann dies aber aufgrund seiner Erfahrungen tun, weshalb von einer deutlich höheren fachlichen Qualität ausgegangen werden kann.

Warum ist strategische Personalarbeit so bedeutend?

Es findet global ein sowohl demografischer als auch ein gesellschaftlicher Wandel statt, dessen Strukturierung aber nur die wenigsten Unternehmen vollziehen können. Es herrscht ein Mangel an Fachkräften, welcher auch durch die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften nicht auf Dauer gedeckt werden kann. Zudem altert die Belegschaft schneller, als Nachwuchs ausgebildet werden wird.

Eine Führungskraft im Personalwesen muss daher folgende Bereiche umsetzen:

  • Unternehmenskultur fördern
  • Mitarbeiter an das Unternehmen binden (Employer Branding)
  • Für Work-Life-Balance beim Personal sorgen
  • Neue Mitarbeiter durch gezielte Kampagnen finden
  • Demografische Entwicklung kontrollieren bzw. steuern
  • Lukrative Vergütungsmodelle etablieren (Shares, Provision, …)
  • Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter fördern

In den deutschen Unternehmen ist insbesondere das Thema Mitarbeiterbindung gefragt, denn dies ist einfacher als die Mitarbeitergewinnung – in der Theorie. In der Praxis scheitern viele Unternehmen daran. Aus einer Umfrage geht hervor, dass 96 Prozent der Befragten überzeugt sind von diesem Konzept, aber nur 69 Prozent kamen bereits in die Umsetzung.

Die Umsetzung geschieht bei vielen Unternehmen insbesondere durch einen Auftritt in Social Media und durch diverse Aktionen, wodurch die Belegschaft „stolz“ ist für das Unternehmen zu arbeiten. Weil das großen Unternehmen oder Konzernen einfacher fällt, haben diese hier einen Vorteil.

Zudem ergeben sich diverse Probleme bei den Unternehmen, denn auch eine ausgewogene Work-Life-Balance ist für die meisten Bewerber von entschiedener Bedeutung. Dies ist ein Bereich, womit sich die meisten Unternehmen schwertun.

Fazit

Das HR Payroll Outsourcing ist eine Strategie, um dem Fachkräftemangel zumindest im Personalwesen zu bewältigen. Dieser Lösungsweg hat auch den Vorteil, dass Agenturen oder Dienstleister in diesen Bereichen als zuverlässig gelten – insbesondere auch wegen deren eigenen Personalreserven.

Zudem bleibt das Unternehmen vor Bußgeldern geschützt, denn die Dienstleister sind besser informiert bezüglich neuer Gesetzgebungen und werden diese automatisch berücksichtigen. Wenn die Lösung über Inhouse geschieht, dann muss das Personal regelmäßig auf Weiterbildungen geschickt werden.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Wie gestalte ich mein Home-Office?

Ein optimaler Arbeitsplatz schützt nicht nur vor Krankheit, sondern fördert vor allem durch entsprechende Maßnahmen die Gesundheit. Dabei ist Ergonomie heutzutage in aller Munde, weil die Ergonomie Arbeit, Technik und Menschen verbindet. Von Büromöbel bis zum Computerzubehör werden Produkte und Arbeitsmittel an den Menschen angepasst, um den größtmöglichen Nutzen aus ihnen zu ziehen.

Doch wie lässt sich Ergonomie in den Arbeitsalltag zu Hause integrieren? In diesem Artikel werden einige ergonomische Helfer für den heimischen Arbeitsplatz vorgestellt. Darüber hinaus wird präzisiert, warum Sie damit gesund und produktiv arbeiten können. '

Bewege dich – auch im Home-Office!

Wer viel im Home-Office sitzt, dem drohen die gleichen negativen gesundheitlichen Folgen wie bei der monotonen Sitzarbeit im klassischen Büro. Abwechseln im Stehen zu arbeiten wirkt dem entgegen. Ergänze deinen Arbeitsplatz mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch, mit dem du mal sitzend mal stehend arbeitest. Mobilität ist eine Wohltat für deinen Bewegungsapparat.

All you can drive!

Früher oder später benötigen die meisten Gründer ein Auto, um mobil zu sein. Beim Neuwagen-Leasing werden sog. All-inclusive-Angebote immer beliebter – wir erklären, was es damit auf sich hat.

Monatlich einen fixen Betrag zahlen, dafür dann ohne weitere Kosten und Mehraufwand telefonieren oder im Internet surfen: Sogenannte Flatrate-Tarife machen es möglich und sind heute gang und gäbe. Selbständige, die mobil sein müssen und auf der Suche nach einem Neuwagen sind, können solche bequemen All-inclusive-Angebote auch beim Autokauf nutzen. Seit Ford und VW als Vorreiter dieses Thema auf dem hiesigen Automarkt eingeführt und etabliert haben, boomt das Geschäft mit den "Rundum-sorglos-Paketen" – auch in Form von vielfältigen Leasing-Angeboten speziell für Selbständige.

Was sind All-inclusive-Autos?

Bei diesen Offerten handelt es sich in der Regel um Neuwagen-Leasing über eine Laufzeit von 12 bis 48 Monaten – geschnürt in einem Komplett-Angebot. In diesen Angebots­paketen sind – je nach Anbieter und Käuferwünschen – Wartungsarbeiten, Verschleißreparaturen, Mobilitätsgarantie, Tank-Service und im Idealfall auch die Kfz-Versicherung in einer monatlichen Fix-Summe inbegriffen. Dass diese Komplett-Angebote zum Verkaufsschlager avanciert sind, be­legt eine aktuelle Untersuchung des Duisburger Center Automotive Re­search Instituts (CAR): Demnach waren Mitte 2010 fast die Hälfte aller Hersteller-Aktionen solche Flatrate-Offerten.

Nur Bares ist Wahres?

Wer das Geld für seinen Neuwagen  bar auf den Tisch des Autohändlers legt, hoffte bislang auf großzügige Rabatte seitens des Verkäufers. Da die Finanzierungsangebote der Autobanken mittlerweile vergleichbar günstig sind, ist das Bargeld-Argument nicht mehr ausschlaggebend. In der Ausgabe 04/2011 der Zeitschrift Finanztest wird dargelegt, dass nur noch 20 Prozent der Autokäufer den Kaufpreis bar auf den Tisch legen – die Mehrheit der Käufer zieht dagegen einen Finanzkauf vor, und nicht selten sind

Die Vorteile der Flatrates

Auch der ADAC weist auf die Vorteile der All-inclusive-Angebote hin: Diese liegen im Komfort und damit verbunden in der Bequemlichkeit, die diese den Kunden bieten: Denn der Käufer spart Zeit und Ressourcen, da die gesamte Abwicklung unkompliziert und unbürokratisch vom An­bieter erledigt wird. Damit entfällt oft auch der Aufwand für die Suche nach der günstigsten Kfz-Versicherung – diese ist entweder bereits im Paket enthalten oder kann zumindest dazugebucht werden. Ebenso entfällt das aufwendige Preisevergleichen bei anfallenden Reparaturarbeiten. Der Hauptvorteil für Sie als Kunde und Unternehmensgründer liegt darin, dass Sie über die komplette Dauer der vereinbarten Laufzeit monatlich eine genau kalkulierbare, fixe Summe entrichten, darüber hinaus aber keine Verschleiß-Reparaturkosten ein­planen müssen und so­mit vor bösen Überraschungen bestmöglich ge­schützt sind. Dies kommt nicht zuletzt Ihrer Liquidität zugute und spart wertvolle Zeit, welche Sie im Business-Alltag bestimmt besser investieren können.

Worauf sollten Sie achten?

Wie erwähnt, sind die Angebote der Autohersteller vielfältig und umfangreich. Die Offerten können im Detail stark variieren, je nachdem, ob und welche Zusatzwünsche Sie als Käufer haben. Es gilt: Sie sollten sich vorab klar machen, was Ihnen persönlich wichtig ist und welchen Betrag Sie in Ihre Mobilität investieren wollen.

Neben Ihrem ureigenen persönlichen Geschmack in Sachen Fahrzeug-Marke, Wagengröße und Ausstattung empfiehlt sich unter anderem ein Blick auf folgende Punkte:

  • Für welche Modelle aus der betreffenden Fahrzeugflotte sind die Komplett-Angebote verfügbar?
  • Welche Leistungen sind in dem Paket inklusive, welche noch als Optionen erhältlich. Dies betrifft etwa die Frage nach der Winterbereifung Ihres neuen Fahrzeugs: Bietet das betreffende Paket ausschließlich die Winterreifen oder be­inhaltet es idealerweise die vier Winterreifen als Komplett-Set auf Felgen?
  • Wie hoch ist die Sonderzahlung (also die Einmalzahlung am Be­ginn des Leasings oder am Ende der Laufzeit)?

All you can drive!

Die Angebote sind vielfältig, das Vergleichen der Leasing-Pakete ist im Detail schwierig. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel beispielhaft einige Flat­rate-Angebote. Sie sind für eine Laufzeit von 36 Monaten bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 km berechnet. Alle Angaben  stammen von den Anbietern, die Aktualität der Angebote und die Verfügbarkeit müssen Sie bei Interesse noch einmal selbst überprüfen. Und wenn dann zu guter Letzt aus Ihrer Sicht alles passt, können Sie Ihre Rundum-sorglos-Mobilität im neuen Auto genießen und Vollgas ge­ben fürs eigentliche Business.