Reichweite mit Google My Business Optimierung erhöhen


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Die Reichweite von Online-Bewertungsportalen wie Google My Business nimmt stetig zu. Viele Unternehmen unterschätzen aber noch immer den Einfluss von Online-Bewertungen auf das Kaufverhalten von Verbrauchern und optimieren ihre Einträge kaum. X einfache Praxistipps ermöglichen es deshalb auch Start-ups mit kleinem Budget, sich online von der etablierten Konkurrenz abzuheben.

Laut Studien von Splendid Research und der Bitkom informieren sich in Deutschland zwischen 50 und 75 Prozent aller Konsumenten in Online-Bewertungsportalen über Unternehmen. Studien der Reputationsmanagement-Unternehmen Uberall und BrightLocal, für die 64.000 beziehungsweise 45.000 Google My Business (GMB) Einträge analysiert wurden, zeigen, welche Möglichkeiten Start-ups zur Optimierung ihrer Einträge haben.

1.009 Map pro Monat in den Suchergebnissen

Im Mittel werden GMB-Profile lokaler Unternehmen monatlich 1.009 Mal gefunden. 84 Prozent entfallen davon auf Discovery-Suchanfragen, bei denen der Suchende nach einer Branche und nicht gezielt nach einem Unternehmen googelt. Davon entfallen 25 Prozent auf Google Maps und 75 Prozent auf die herkömmliche Google-Suche.

Conversions, dazu zählt Google Anrufe, Besuche der Unternehmenswebseite oder die Navigation über Google Maps zu einem Ladenlokal entstehen im Durchschnitt nur bei 5 Prozent aller Aufrufe. Es ist deshalb essenziell durch eine Optimierung des Eintrags die Conversion-Rate zu erhöhen.

Bewertungen akquirieren und Bewertungshöhe optimieren

Dass Online-Kundenbewertungen von allein kommen, gehört zu den größten Irrtümern im Bewertungsmanagement. Besonders Unternehmen, die hauptsächlich bei unspezifischen lokalen Suchen mit hoher Konkurrenz gefunden werden, sollten zum Erreichen einer guten Conversion-Rate die Anzahl ihrer Bewertungen erhöhen. Neben der aktiven Kundenansprache mit der Bitte um eine Bewertung eignen sich dafür auch kleine Anreize, wie zum Beispiel Gutscheine, die Kunden für eine abgegebene Bewertung erhalten. Laut ProvenExpert.com fallen Bewertungen, die entstanden sind, weil der Kunde um Feedback gebeten wurde, außerdem 20 bis 30 Prozent häufiger positiv aus.

Neben der Anzahl der Bewertungen sollten Unternehmen außerdem die durchschnittliche Bewertungshöhe beobachten. In vielen Fällen ist es möglich eine negative Google Bewertung löschen zu lassen, zum Beispiel, wenn die Bewertung eine Beleidigung oder Schmähkritik enthält oder eine falsche Tatsachenbehauptung ist. Zur Beurteilung der rechtlichen Situation ist die Inanspruchnahme eines darauf spezialisierten Dienstleisters oder eines renommierten Fachanwalts ratsam.

Wie eine Studie von eKomi zeigt, sollten Unternehmen die Möglichkeit, Bewertungen zu löschen, aber nicht dafür nutzen, bei GMB eine perfekte 5 Sterne Bewertung zu erhalten. Diese wirkt laut den Studienergebnissen aus Kundensicht häufig manipuliert und kann das Vertrauen in ein Unternehmen deshalb sogar senken. Optimal sind 4,5 von 5 Sternen.

Fotos erhöhen die Conversion-Rate

Laut BrightLocal erzielt ein GMB-Profil, das im Mittel elf Bilder oder Videos besitzt, im Monatsdurchschnitt 59 Conversions. Wie stark neben der Anzahl und der Höhe der Bewertungen auch Bilder die Reichweite in Online-Bewertungsportalen erhöhen, zeigen die im Mittel 750 monatlichen Conversions, die GMB-Profile mit mehr als 100 Bildern erzielen. Es scheint deshalb ähnlich wie bei Bewertungen sinnvoll zu sein, Kunden zum Hochladen eigener Bilder zu animieren, um die Reichweite des Unternehmens zu erhöhen.

Hierbei ist anzumerken, dass die Analyse lediglich eine Korrelation aber keinen kausalen Zusammenhang belegt. Es ist theoretisch also auch möglich, dass die Unternehmen, deren GMB-Profile über mehr Bilder verfügen, ohnehin populärer sind und dies der Grund für die hohe Conversion-Rate ist.

Google My Business Profildaten pflegen

GMB enthält auch Profile von Unternehmen, die diese nicht selbst verwalten. Die angezeigten Informationen werden dann aus anderen Datenbanken kopiert und enthalten häufig Fehler. Es ist für Unternehmen deshalb wichtig, die Profildaten zu prüfen und regelmäßig zu aktualisieren. Neben den NAP-Daten (Name, Adress, Phone) sollten auch die Kategorie und die Öffnungszeiten eingetragen werden.

Die Google-Qualitätsrichtlinien weisen überdies auf eine individuelle Unternehmensbeschreibung hin (maximal 750 Zeichen), von der die ersten 250 Zeichen direkt angezeigt werden. Unternehmen sollten wichtige Keywords und Alleinstellungsmerkmal deshalb am Anfang ihrer Beschreibung unterbringen. Sollte das GMB Profil noch nicht verifiziert sein, sollte dies im Schritt der Accountpflege ebenfalls durchgeführt werden. Die Anleitung dazu liefert die GMB Hilfe.

Reaktionen auf Kundenbewertungen

Eine weitere Studie von Uberall zeigt wie auch eine Analyse von Capterra, dass ein Großteil der Kunden sich eine Reaktion des Unternehmens auf ihre Bewertung wünscht. Im Mittel antworten Konzerne nur auf 32 Prozent der Bewertungen, KMUs reagieren sogar nur zehn Prozent der Kundenmeinungen. In Deutschland haben laut eigenen Angaben 48 Prozent aller Kunden noch nie eine Reaktion auf eine Bewertung erhalten.

Dies ist besonders problematisch, weil im Vergleich zu einer Reaktionsquote von zehn Prozent bereits eine Reaktionsquote von 32 Prozent die Conversion-Rate um 80 Prozent steigert. Insgesamt wird somit deutlich, dass eine regelmäßige Kundeninteraktion sich auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für Unternehmen lohnt. Marken können durch proaktive Kommunikation nicht nur authentischer wirken, sondern bauen auch Vertrauen auf, das sowohl Altkunden bindet, als auch bei der Gewinnung von Neukunden hilft und dadurch den Umsatz erhöht.

Fazit

Online-Bewertungsportale haben sich in der Customer Journey etabliert und sollten deshalb von keinem Unternehmen vernachlässigt werden. Besonders in Deutschland, wo viele Unternehmen den hohen Stellenwert des Online-Marketings noch nicht erkannt haben, ist es so möglich, mit geringem finanziellem Einsatz die Reichweite und schlussendlich auch den Umsatz eines Unternehmens signifikant erhöhen. Ein Großteil der dabei anfallenden Arbeiten lässt sich auch von Laien leicht umsetzen, beim Optimieren des Bewertungsprofils sollte aufgrund der rechtlichen Fallstricke aber besser ein Anwalt oder ein spezialisierter Dienstleister beauftragt werden.

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