Aktuelle Events
Kickdown: Auktionsplattform für Old- und Youngtimer sichert sich 1 Mio.-Seed-Investment
Kickdown.com, die 2020 gegründete Auktionsplattform für Oldtimer, Youngtimer und Sportwagen, hat erfolgreich eine 1 Mio. Euro Finanzierungsrunde abgeschlossen.
Kickdown wurde im Jahr 2020 von Moritz Helbich zusammen mit den Tech-Unternehmern Wolfram Graetz und Gary Boeing gegründet und hat sich in kürzester Zeit zur ersten Anlaufstelle für Autoliebhaber entwickelt. Das Ziel? Ein vollumfängliches, qualitativ hochwertiges und sicheres Handelserlebnis für Käufer*in und Verkäufer*in von Sammlerfahrzeugen zu schaffen. Mit einem erwarteten Auktionsvolumen von 40 Millionen Euro in diesem Jahr und über 30.000 registrierten Nutzer*innen auf Kickdown, wird das Potenzial dieses jungen Marktplatzes deutlich.
Fakt ist: Der Oldtimer-Markt boomt in Europa, und Kickdown will diesen Markt mit einem Full-Service-Ansatz revolutionieren, der bereits auch in den USA mit Plattformen wie "Bring a Trailer" oder "Cars and Bids" im vollen Gange ist. Bisher war der Verkaufsprozess, gerade im deutschen Markt, zeitaufwendig und teuer. Kickdown eröffnet Sammler*innen und Enthusiast*innen neue Möglichkeiten für den Kauf und Verkauf ihrer Klassiker, durch standardisierte und einfache Prozesse im nationalen und internationalen Markt.
Moritz Helbich, CEO und Gründer von Kickdown, erklärt: "Wir haben Kickdown ins Leben gerufen, weil wir die Leidenschaft zum Automobil teilen und gleichzeitig erkannten, dass es Zeit für eine Plattform ist, die den Handel mit historischen und besonderen Fahrzeugen revolutioniert. Unser Service bietet nicht nur professionelle Fotos und redaktionelle Inserate, sondern auch persönliche Ansprechpartner für einen reibungslosen Verkaufsprozess. Und das ist erst der Anfang. Die Zukunft wird noch aufregender sein, wenn unsere Kunden ihre Fahrzeuge nach Wunsch direkt zulassen können, begleitet von einer maßgeschneiderten Versicherung und vielem mehr – alles auf einer Plattform."
Hier unsere exklusive Kickdown-Gründerstory
Mit Unterstützung von namhaften Privatinvestoren, darunter der Gründer des High-end Bäckereikonzepts "Zeit für Brot," Dirk Steiger, der Softwareunternehmer sowie Mitgründer des deutschen KI-Champions "Empolis," Dr. Christian Schulmeyer, sowie weitere Unternehmer aus dem Software-, Agentur- und Private Equity Umfeld, setzt Kickdown nun auf Wachstum und Innovation.
Dr. Christian Schulmeyer, passionierter Oldtimer-Sammler und Kickdown Nutzer der ersten Stunde, äußert sich begeistert: "Wir sind stolz darauf, Teil eines Unternehmens zu sein, das den deutschen Oldtimer-Markt bereits heute maßgeblich beeinflusst und mit seinem Full-Service-Ansatz neue Standards setzt. Kickdown macht den Handel mit Oldtimern so einfach wie nie zuvor. Innerhalb weniger Wochen konnten wir einen beeindruckenden Kreis von Investoren zusammenstellen, um das enorme Wachstumspotential der Kickdown Plattform gemeinsam auszuschöpfen zu können.“
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
Maritime Logistik trifft Space-Tech: SEAL Robotics schließt Pre-Seed-Runde über 2,1 Mio. Dollar ab
Das 2025 von Marie-Elisabeth Makohl und Dr. Daniel Leidner in Garching bei München gegründete DeepTech-Start-up SEAL Robotics entwickelt robotische Systeme zur Automatisierung sicherheitskritischer und bislang manuell ausgeführter Prozesse im Containerumschlag von Schiffen und Zügen.
Obwohl der Containerverkehr das Rückgrat des Welthandels bildet, basieren entscheidende Prozesse an den Terminals weiterhin auf gefährlicher Handarbeit. Terminals weltweit stehen unter Druck, ihre Abläufe planbarer und effizienter zu gestalten, während gleichzeitig ein akuter Fachkräftemangel in operativen Schlüsselrollen herrscht.
Konkret adressiert SEAL Robotics zwei spezifische, sicherheitskritische Vorgänge. Da ist zum einen das sogenannte Twistlock-Handling, bei dem Container an Bord von Schiffen direkt an der Kaikante manuell gesichert und entsichert werden. Diese Tätigkeit erfolgt oft unter hohem Zeitdruck sowie schwierigen Wetterbedingungen und ist körperlich enorm belastend. Ebenso im Fokus steht das „Pin-Handling“ zur Sicherung von Containern auf Eisenbahnwaggons. Hierbei sind die Beschäftigten gezwungen, sich entlang der teils mehrere hundert Meter langen Züge zu bewegen, während über ihren Köpfen die Krananlagen laufen.
Die Lösung: Robotik für definierte Prozesse
Der Ansatz von SEAL Robotics besteht darin, diese klar umrissenen Arbeitsschritte durch robotische Systeme zu automatisieren. Ziel ist es nicht nur, die Arbeitssicherheit zu erhöhen und Personal zu entlasten, sondern die Terminalabläufe gegenüber dem steigenden Leistungsdruck zu stabilisieren. Die entwickelten Systeme sind sowohl für Seehäfen als auch für Inlandterminals im Bahn- und Binnenverkehr konzipiert.
Die Gründer: Von der Hohen See und der Raumfahrt
Hinter SEAL Robotics steht ein Gründerduo, das technologische Exzellenz mit operativer Erfahrung verknüpft. CEO Marie-Elisabeth Makohl, eine Robotikerin der Technischen Universität München, entwickelte die Vision für das Unternehmen aus eigener Anschauung. Während Fahrten auf Containerschiffen im Nordatlantik und dem Europäischen Nordmeer erlebte sie die körperliche Härte und den Zeitdruck der manuellen Containersicherung hautnah mit. Diese Praxiserfahrung überzeugte sie davon, dass Robotik genau an diesen kritischen Schnittstellen den größten Nutzen für die Belegschaft und den Betriebsablauf stiftet.
Ihr zur Seite steht CTO Dr. Daniel Leidner, der eine tiefe technische Expertise aus 15 Jahren Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einbringt. Leidner ist spezialisiert auf die Entwicklung von Systemen, die auch unter schwierigen Umweltbedingungen fehlerfrei funktionieren und sicher fernbedient werden können – Prinzipien, die er nun direkt auf die Anforderungen von Logistikterminals überträgt. Gemeinsam nutzen sie den heutigen Reifegrad von KI und Robotik, um Prozesse wie das Twistlock- und Pin-Handling, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben, zu modernisieren.
Investoren und Ausblick
Jetzt haben die Münchner den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen US-Dollar (ca. 1,8 Mio. Euro) bekannt gegeben. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Creator Fund, einem auf universitäre Ausgründungen spezialisierten Investor. Das Konsortium umfasst zudem:
- Auxxo Female Catalyst Fund: Ein Co-Investmentfonds mit Fokus auf Gründerinnen.
- anuary Ventures: Ein US-Fonds, der frühphasig in die Digitalisierung traditioneller Industrien investiert.
- Marvelous: Ein DeepTech-Fonds für industrielle Transformation.
- Stefan Tietze: Serial Entrepreneur und Business Angel.
Mit dem frischen Kapital plant das Start-up, laufende Pilotprojekte in Nordeuropa und Südostasien auszubauen. In den kommenden zwölf Monaten liegt der Fokus auf der Skalierung der Systeme in realen Terminalumgebungen sowie der Erweiterung der Engineering- und Operations-Teams am Standort München.
b2venture legt 150 Millionen Euro Fonds auf
b2venture, ein europäischer Early-Stage-Investor, hat Fonds V erfolgreich am Hard Cap von 150 Mio. Euro geschlossen, um gezielt in Frühphasen-Start-ups zu investieren.
b2venture wurde im Jahr 2000 gegründet und verfolgt seitdem einen klaren Ansatz: konsequent gründerorientierte und mit langfristiger Perspektive investieren. Fonds V setzt diese Linie fort und knüpft an das intergenerationale Modell an, bei dem erfolgreiche Gründer*innen selbst zu Investor*innen werden und ihre Erfahrung, Netzwerke und ihr Kapital an junge Gründungsteams weitergeben. Dieses Prinzip trägt inzwischen fünf b2venture-Fondsgenerationen und unterstreicht damit die Stärke und Skalierbarkeit des community-basierten Modells.
Starke Limited Partners und mehr als 350 AngelInvestor*innen
Jetzt legt b2venture den größten Fonds seiner 25-jährigen Geschichte auf und investiert mit Fonds V in skalierbare, resiliente Technologien sowie digitale Geschäftsmodelle in der Frühphase. b2ventures Fonds V baut auf eine starke, breit aufgestellte Investorenbasis: langjährige und neue Limited Partners wie Family Offices, institutionelle Investor*innen und high-net-worth Individuals. Viele von ihnen begleiten b2venture bereits über mehrere Fondsgenerationen hinweg. Zu den neuen Limited Partners zählen unter anderem Flexstone, der Schweizer Pensionsfonds Stiftung Abendrot, Portfolio-Unternehmer wie Thomas Hagemann (SevenSenders) sowie langjährige b2venture Super Angels wie Joachim Schoss.
Ein Alleinstellungsmerkmal der Investor*innenbasis ist eine starke Community aus über 350 erfahrenen Angel-Investoren, die den Fonds aktiv unterstützt. Die Angel-Investor*innen investieren gemeinsam mit b2venture und bringen ihre Erfahrung aus dem Aufbau und der Skalierung erfolgreicher Unternehmen ein.
25 Jahre Early-Stage-Erfahrung mit Community-Fokus
Seit mehr als 20 Jahren begleitet b2venture den Aufbau europäischer Tech-Unternehmen, darunter DeepL, 1KOMMA5°, Raisin, SumUp, Nelly und Urban Sports Club. Die Bilanz: mindestens ein Unicorn pro Fonds, 11 IPOs und die langfristige Begleitung hunderter Founder-Teams. Im Jahr 2025 verzeichnete b2venture einen IPO (Navan) und sieben weitere Exits, darunter Araris Biotech, Beekeeper sowie zuletzt Neptune (Übernahme durch OpenAI).
Erste Investments Fonds V
Mit Fonds V plant b2venture Investitionen in rund 35 Early-Stage-Startups in ganz Europa, mit Fokus auf skalierbare und langfristig tragfähige Technologien. Zu den ersten Investments von Fonds V gehören Unternehmen wie:
- Nautica Technologies, das autonome Schwarmroboter im Abonnementmodell zur Reinigung von Schiffsrümpfen anbietet,
- Hive Robotics, eine KI-gestützte Plattform für autonome Systeme, die eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Luft-, Land- und See-Einheiten ermöglicht,
- Augmented Industries, eine KI-gestützte Plattform, die Industriefachkräften hilft, komplexes Wissen dokumentieren und Probleme effizienter lösen sowie
- Assemblean, eine Production-as-a-Service-Plattform für die effiziente Fertigung komplexer Produkte.
Diese Investments unterstreichen den Fokus auf DeepTech sowie Industrie-, Automatisierungs- und Infrastrukturunternehmen – mit Fokus auf KI und Robotik.
„Venture Capital ist vor allem ein People Business“, sagt Jan-Hendrik Bürk, Partner bei b2venture. „Unsere Angel-Community spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie unterstützt uns bei der Auswahl und Unterstützung von Teams, die langfristig erfolgreiche Tech-Companies aufbauen. Mit Fonds V stärken wir dieses Modell weiter, mit echter fachlicher Expertise und nicht nur mit Kapital.“
Kölner Energy-Start-up SpotmyEnergy gewinnt Junction als neuen Finanzgeber
Das 2023 von Jochen Schwill gegründete SpotmyEnergy mit Sitz in Köln entwickelt und vertreibt Smart-Energy-Lösungen für die Integration von Kleinanlagen in den Energiemarkt.
Im Dezember 2024 hatte sich SpotmyEnergy in einer Seed-Finanzierungsrunde 10,5 Mio. Euro gesichert. Im März 2025 meldete das Start-up, dass ihm von Horizon Energy Deutschland 50 Mio. Euro für die Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts in Deutschland bereitgestellt wurden. Jetzt soll das Kölner Start-up mit einem neuem Finanzgeber zusätzlichen Schub für den Smart-Meter-Rollout erhalten.
Der belgische Investmentfonds Junction Growth Investors („Junction“) fokussiert sich auf Unternehmen in der Energiebranche, um gemeinsam mit Unternehmer*innen und Gründer*innen die Herausforderungen und Komplexität der Energiewende zu bewältigen. Im Rahmen dieser Ausrichtung stellt Junction dem Energie-Start-up Kapital zur Verfügung, das gezielt in das operative Wachstum fließen soll.
Mit dem frischen Kapital – die Unternehmen haben sich darauf verständigt, keine Details zur Finanzierung zu kommunizieren – will SpotmyEnergy den Ausbau intelligenter Messsysteme vorantreiben. Ziel ist es, durch intelligente Vernetzung Privathaushalte in den Strommarkt zu integrieren und so mehr Flexibilität im Energiesystem zu schaffen.
Jochen Schwill, Gründer und Geschäftsführer von SpotmyEnergy: „Mit Horizon Energy Deutschland und Junction kommen wir auf einen gemeinsamen Kapitalimpuls von 60 Millionen Euro in zwölf Monaten. Wir sind damit exzellent aufgestellt, den Smart-Meter-Rollout aktiv voranzutreiben. Unsere über 300 Partnerbetriebe sind die zentrale Anlaufstelle für alle, die proaktiv auf einen Smart Meter umsteigen möchten.“
„Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Serienunternehmer Jochen Schwill die nächste Welle an Flexibilität bei privaten Haushalten zu erschließen – so wie wir in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich Flexibilität bei Industriekunden und großen Batteriespeichern realisiert haben“, sagt Pieter-Jan Mermans, Managing Partner bei Junction.
Emil Bruusgaard, Managing Director, Horizon Energy Deutschland, ergänzt: „Die Kombination aus einem innovativen Unternehmen mit hohem Gestaltungsanspruch, einem erfahrenen Venture-Capital-Partner wie Junction und einem langfristig orientierten Infrastrukturinvestor schafft die Voraussetzungen, um das Potenzial der deutschen Energiewende gemeinsam mit etablierten Akteuren des regulierten Energiesystems verlässlich, systemkonform und nachhaltig zu realisieren.“
Gründer*in der Woche: KWIO – Gestaltung beginnt mit einer Frage
Die Marke KWIO entstand, als Designer und Vater Thorsten Frackenpohl für seinen Sohn eine einfache, kindgerechte Uhr suchte – und keine fand. Heute entwirft er durchdachte Alltagsbegleiter für Kinder – mehr dazu im Interview mit dem Gründer.
Im Markt für Kinderprodukte folgt vieles einer einfachen Regel: Je jünger die Zielgruppe, desto lauter die Gestaltung. Zwischen Grell und Cartoon-Logik fällt auf, wie selten Produkte sind, die schlicht funktionieren wollen. Der Kölner Designer Thorsten Frackenpohl hat mehr als zwanzig Jahre an der Designsprache komplexer Alltagsobjekte gearbeitet – mit KWIO wendet er diesen Erfahrungsschatz nun auf den Alltag von Kindern an.
Herr Frackenpohl, eigentlich kommen Sie aus dem Industrial Design. Mit 25 haben Sie eine eigene Designagentur gegründet, aus der später das Designstudio Noto wurde. Wie kam es dazu und woran haben sie gearbeitet?
Die Idee ist während des Studiums entstanden, aus einer Gelegenheit heraus. Gemeinsam mit meinem Studienfreund André Poulheim habe ich damals eine Leuchtenserie für ein Unternehmen entwickelt. Aus diesem ersten Projekt heraus haben wir ein eigenes Designbüro gegründet, das zunächst unter unserem Namen firmierte und später zu Noto wurde. Über fast zwei Jahrzehnte hinweg habe ich dort an sehr unterschiedlichen Aufgaben gearbeitet – von Sportartikeln über Audiozubehör und Consumer Electronics bis hin zu Kinderprodukten. Dazu gehörten auch komplexe Projekte, etwa die Mitarbeit an Lautsprechersystemen für Bang & Olufsen, bei denen es stark um Struktur, Material und konstruktive Präzision ging.
Wie hat diese langjährigen Praxis Ihren Blick auf gutes Design geprägt?
Vor allem hat sie mich gelehrt, Design konsequent von der Nutzung her zu denken. Das galt in der Agenturarbeit genauso wie während meiner Zeit in der Lehre am Lehrstuhl für Industrial Design an der TU München. Man lernt sehr schnell, dass gestalterisches Gefühl allein nicht reicht. Nutzerinterviews, Beobachtungen im Alltag, frühe Modelle und schnelle Prototypen waren feste Bestandteile der Arbeit. Gestaltung beginnt für mich nicht mit einer Form, sondern mit der Frage, wie etwas genutzt wird. Diese Haltung – erst verstehen, dann gestalten – setzen wir bei KWIO konsequent fort.
Was hat den Ausschlag gegeben, die Agenturarbeit hinter sich zu lassen und eine eigene Kids Brand aufzubauen?
Als unser ältester Sohn eine Uhr brauchte, fiel mir auf, wie wenig Produkte es gibt, die wirklich auf Kinder zugeschnitten sind. Vieles wirkt überladen oder ist in der Handhabung unnötig kompliziert, statt Orientierung zu geben. Als Vater von drei Kindern wurde mir klar, dass es hier weniger um Geschmack geht als um funktionierende Lösungen im Alltag. Für mich zeigte sich darin eine deutliche Lücke im Angebot. So entstand KWIO.
Worin unterscheidet sich das Gestalten für Kinder von Erwachsenenprodukten?
Unsere gestalterischen Maßstäbe ändern sich nicht. Der Unterschied ist, dass jedes Detail unmittelbar am Alltag gemessen wird. Kinder nehmen Produkte anders wahr als Erwachsene. Sie reagieren direkter, weniger über Erfahrung, stärker über Gefühl. Gestaltung muss deshalb sofort verständlich sein. Gleichzeitig entscheiden Erwachsene über den Kauf. Kinderprodukte bewegen sich immer zwischen diesen beiden Ebenen: klar, einfach und robust für Kinder – wertig, sinnvoll und funktional für Erwachsene.
Seit Ihre Frau Minka mit eingestiegen ist, wird das KWIO als Familienbusiness geführt. Was bringt diese Konstellation mit sich?
Die größte Veränderung ist, dass wir das Unternehmen heute gemeinsam tragen – gestalterisch, organisatorisch und wirtschaftlich. Entscheidungen entstehen im direkten Austausch und lassen sich klarer treffen, weil sie nicht delegiert oder ausgelagert werden. Unser gemeinsames Sparring ist dabei zentral. Minka bringt ihren Blick auf Nutzerführung, Klarheit und Alltagssituationen ein. Sie hinterfragt Entscheidungen danach, ob sie im Familienalltag funktionieren und ob sie dem entsprechen, wofür KWIO stehen soll.
KWIO steht für eine sehr reduzierte, zeitlose Gestaltung. Warum haben Sie sich bewusst für diese Formensprache entschieden?
Viele Kinderprodukte sind visuell überfrachtet. Wir haben uns bewusst für das Gegenteil entschieden. Unsere Produkte sollen funktional sein, ästhetisch ruhig wirken und auf alles verzichten, was keinen Beitrag zur Nutzung leistet. Diese Haltung übersetzen wir konsequent ins Detail. Bei der Uhr TIKK gibt es keinen Sekundenzeiger, weil er für Kinder keinen Mehrwert hat und das Ablesen unnötig verkompliziert. Beim Schulrucksack BAGG setzen wir auf einen Rolltop-Verschluss, weil Kinder dieses Prinzip intuitiv verstehen und selbständig bedienen können. Der Verzicht auf Lizenzmotive, Trends und laute Farbwelten ist dabei kein Stilmittel, sondern eine Konsequenz: So entstehen Produkte, die nicht schnell altern, sondern Kinder über mehrere Jahre begleiten.
Woher kommen Ihre gestalterischen Impulse heute?
Häufig entstehen Ideen aus Beobachtungen in anderen Bereichen – etwa Architektur, Natur oder Sporttechnologien. Dort geht es um Struktur, Materialeigenschaften und darum, dass Dinge unter realen Bedingungen funktionieren. Beim BAGG führte das zur Idee der vollflächigen Reflektivität, inspiriert von Fahrradbekleidung und dem Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Dass das Produkt aus robustem, recyceltem Material besteht, folgt derselben Logik: Sicherheit, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit werden von Beginn an zusammengedacht.
Was sind Ihre kommenden unternehmerischen Vorhaben?
In den kommenden Schritten werden wir auf jeden Fall weiter daran arbeiten, Produkte zu entwickeln, die KWIOs Kernwerte verkörpern. Das heißt: kindgerechte, funktionale Begleiter, die Kindern helfen, selbstbewusster und selbstwirksamer zu werden. Wie bisher verzichten wir dabei bewusst auf jegliche Dekorationen oder Grafiken, um die wesentlichen Funktionen in den Vordergrund zu stellen und auch eine gewisse Langlebigkeit zu gewährleisten. Unsere Produkte sollen schließlich auch in ein, zwei Jahren noch genauso attraktiv für Kinder sein.
Außerdem möchten wir die Marke KWIO weiter schärfen, also ihren Wiedererkennungswert und ihren Ruf stärken, sodass sie nicht nur bekannt, sondern wirklich geschätzt wird - sprich, wir wollen KWIO mit einem echten Markenwert aufladen.
Was raten Sie anderen Gründer*innen – unabhängig von der Branche - aus eigener Erfahrung?
Ich würde anderen Gründerinnen vor allem raten, ihr Angebot immer stark aus der Nutzerperspektive heraus zu denken. Also wirklich darauf zu achten, dass der eigentliche Mehrwert für die späteren Nutzerinnen und Nutzer im Mittelpunkt steht. Nicht nur auf die eigenen Fähigkeiten oder den Markt starren, sondern schauen, dass das, was man anbietet, wirklich einen Sog erzeugt, weil es den Leuten etwas bringt.
Und der zweite Tipp: Testet eure Idee so einfach wie möglich. Nutzt Prototypen oder Minimal-Versionen eures Produkts, macht einfache Smoke-Tests, um früh Feedback zu bekommen. So senkt ihr das Risiko, bevor ihr richtig loslegt.
Hier geht’s zu KWIO
Cancilico sichert sich 2,5 Mio. Euro zur Skalierung KI-gestützter Knochenmarkdiagnostik
Das Dresdner HealthTech-Start-up Cancilico entwickelt KI-gesteuerte Diagnoselösungen für die Hämatologie mit dem Ziel, die Analyse von Blut und Knochenmark zu automatisieren und deren Genauigkeit zu verbessern.
Cancilico wurde 2023 von Markus Badstübner, Dr. Moritz Middeke, Tim Schmittmann, Sebastian Riechert, Dr. Jan Eckardt, Dr. Karsten Wendt und Gründungsinvestor Prof. Gerhard Ehninger gegründet.
Heute gab das Start-up den erfolgreichen Abschluss seiner Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Millionen Euro bekannt. Die Investition wurde von einem starken Konsortium angeführt, darunter der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der TGFS - Technologiegründerfonds Sachsen, die GEDAD GmbH (Investitionsvehikel der Familie Ehninger) und die ROI Verwaltungsgesellschaft (Roland Oetker).
Das frische Kapital soll Cancilicos Mission beschleunigen, die KI-basierte Diagnosesoftware MyeloAID als Routinewerkzeug zu etablieren, um die Versorgungsqualität für Blutkrebspatient*innen weltweit zu verbessern und die Entwicklung digitaler Biomarker bei hämatologischen Malignomen voranzutreiben.
MyeloAID zielt darauf ab, die Diagnose hämatologischer Erkrankungen grundlegend zu verändern, indem fortschrittliche künstliche Intelligenz genutzt wird, um Knochenmarkproben mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit zu analysieren. Das zugrundeliegende Datenmodell der KI-Diagnostik von Cancilico basiert auf einem großen, validierten Datensatz verschiedener hämatologischer Erkrankungen sowie Daten von gesunden Individuen. Partnerschaften mit hämatopathologischen Zentren erweitern das Datenmodell kontinuierlich, und Kooperationen mit Pharmapartnern zeigen erste Ergebnisse für eine beschleunigte Entwicklung von Biomarkern und therapeutischen Optionen bei hämatologischen Erkrankungen.
Insbesondere angesichts des Mangels an ausgebildeten Hämatologen sind solche unterstützenden Technologien dringend erforderlich, um die klinische Verfügbarkeit zu gewährleisten und Präzisionsmedizin möglich zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal von MyeloAID ist das Design als plattformunabhängige Lösung. Die Technologie kann auf jedem gängigen bildgebenden Mikroskop oder Scanner implementiert werden. Dies ermöglicht es Laboren, ihre diagnostischen Fähigkeiten zu erweitern, ohne die bestehende Hardware-Infrastruktur ersetzen zu müssen. Zudem ist die KI-Diagnostik bereits als „Research Use Only“ (RUO)-Variante über die PathoZoom® Scan & LiveView Suite von Smart In Media verfügbar und im Einsatz.
„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, sagte Markus Badstübner, CEO und Mitgründer von Cancilico. „Unser Ziel ist es, den Zugang zu Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen. Diese Investition ermöglicht es uns, die regulatorischen Hürden von FDA und CE-IVDR zu nehmen und ein Tool auf den Markt zu bringen, das sich nahtlos in bestehende Labor-Hardware integriert – um die Patientenergebnisse ohne hohe Investitionskosten zu verbessern.“
„Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“, fügte Dr. Moritz Middeke, CMO und Mitgründer, hinzu. „Indem wir unsere KI mit einem breiten Spektrum an gesunden und pathologischen Datensätzen trainiert haben, haben wir ein Werkzeug entwickelt, das als hochqualifizierter ‚digitaler Kollege‘ agiert. Diese Finanzierung ist ein entscheidender Schritt, um diese Technologie in die Labore zu bringen, wo sie helfen wird, schnellere und präzisere Diagnosen für Blutkrebspatienten zu stellen.“
Cancilico ist tief im sächsischen Life-Science-Ökosystem verankert, arbeitet eng mit dem regionalen Biotech-Netzwerk Biosaxony zusammen und leistet einen starken Beitrag zu den Clusters4Future-Initiativen SaxoCell und SEMECO. Innerhalb dieser Cluster können Start-ups wie Cancilico ihre Gründungsdynamik weiterentwickeln und mit schnellen Translationswegen verknüpfen.
Project Liberty: DTCP startet 500-Mio.-Euro-Fonds für Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien
DTCP, eine global agierende Investment-Management-Plattform mit einem verwalteten Vermögen von über 3 Milliarden Euro, gab vor Kurzem den Start des neuen Venture-Capital-Fonds Project Liberty bekannt. Mit einem Zielvolumen von 500 Millionen Euro ist Project Liberty derzeit die größte privatwirtschaftliche Venture-Capital-Initiative Europas mit einem dedizierten Fokus auf Verteidigungs-, Sicherheits- und Resilienz-Technologien.
Der Fonds wird von DTCP unabhängig gemanagt und richtet sich an institutionelle Investoren, Family Offices und Industrie-Investoren. Ziel ist es, das Wachstum leistungsfähiger europäischer DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen zu unterstützen und damit einen Beitrag zur technologischen Handlungsfähigkeit und sicherheitspolitischen Resilienz Europas zu leisten.
Während der Investitionsschwerpunkt klar in Europa liegt, verfügt „Project Liberty“ über die Flexibilität, selektiv auch in Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien aus NATO-Mitgliedsstaaten und engen Verbündeten zu investieren, sofern diese für europäische Sicherheitsinteressen, Interoperabilität oder strategische Lieferketten von Bedeutung sind.
Vicente Vento, CEO von DTCP: „Der Fokus von Project Liberty ist eine sehr konsequente Weiterentwicklung unserer Rolle als spezialisierte Investmentplattform. Verteidigungs- und Resilienzthemen sind seit über einem Jahrzehnt zunehmend mit Technologie- und Infrastrukturinvestments konvergiert – genau dort, wo DTCP mit DTCP Growth und DTCP Infra über tiefgehende Expertise und zahlreiche Berührungspunkte mit der Verteidigungsindustrie verfügt. Ich kann mir kaum einen Bereich vorstellen, der strategisch besser zu unseren bestehenden Plattformen passt. Gleichzeitig sehen wir eine außergewöhnlich attraktive Investitionschance: Über Jahrzehnte hinweg wurde in Europa strukturell zu wenig in Verteidigung investiert, während geopolitische Risiken kontinuierlich zugenommen haben. Parallel dazu erleben wir eine tiefgreifende technologische Revolution entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Aufklärung und Sensorik über softwaredefinierte Waffensysteme, neue Materialien und autonome Plattformen bis hin zu Satelliten- und Kommunikationsinfrastruktur. Da alle großen westlichen Staaten inzwischen einen langfristigen und unumkehrbaren Modernisierungspfad eingeschlagen haben, sind wir überzeugt von den strukturellen Wachstumsperspektiven dieses Sektors – nicht nur kurzfristig, sondern über Jahrzehnte hinweg.“
DTCP baut Defence-Tech-Investments mit neuem Fonds gezielt aus
DTCP investiert seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in IT- und Sicherheitstechnologien. Das bestehende Portfolio umfasst einen klaren Schwerpunkt im Bereich Cybersecurity und künstlicher Intelligenz mit Unternehmen wie Arctic Wolf, Anomali, Axonius, Zenity und Ox Security. Ergänzt wird es durch Dual-Use-Unternehmen wie das deutsche DefenceTech-Unicorn Quantum Systems.
Diese Investments unterstreichen die ausgewiesene Expertise von DTCP im Aufbau und der Skalierung technologiegetriebener Unternehmen an der Schnittstelle von digitaler Transformation, Sicherheit und Infrastruktur.
Thomas Preuß, Managing Partner bei DTCP und Chief Investment Officer von Project Liberty: „Wir haben den Fonds Project Liberty genannt, weil es um mehr geht als nur um Kapital. Technologische Leistungsfähigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für Europas Souveränität, Sicherheit und demokratische Stabilität. Unser Ziel ist es, mit gezielten Investitionen zur Weiterentwicklung einer leistungsfähigen europäischen Sicherheitsarchitektur beizutragen. Gleichzeitig verfolgen wir einen klaren, renditeorientierten Investmentansatz. Mit Project Liberty bündeln wir unsere langjährige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung von Technologie-Unternehmen, unser internationales Netzwerk sowie unsere enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Stakeholdern des öffentlichen Sektors. Gerade in diesem Sektor sind Zugang, Governance und Skalierungsfähigkeit entscheidend – und genau hier sehen wir unsere Stärke als aktiver, langfristig orientierter Investor.“
Bis zu 30 Beteiligungen an DefenceTech-Unternehmen geplant
Mit „Project Liberty“ investiert DTCP ab sofort in europäische DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen in den Finanzierungsphasen Series A bis C. Geplant sind Beteiligungen an bis zu 30 Unternehmen, mit einem durchschnittlichen Investmentvolumen von rund 20 Millionen Euro. Der Investitionsfokus liegt auf Unternehmen, die bestehende Verteidigungs- und Sicherheitssysteme gezielt ergänzen oder durch neue technologische Ansätze weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Softwarelösungen, Cyber Defence, künstliche Intelligenz sowie autonome Systeme.
AVES Reality sichert sich 2,7 Mio. Euro für digitale 3D-Zwillinge
Das 2022 gegründete DeepTech AVES Reality entwickelt KI-Systeme, die aus Satelliten- und Luftbilddaten automatisch präzise, simulationsfähige 3D-digitale Zwillinge erzeugen.
Wenn KI effektiv mit der realen Welt interagieren und in dieser navigieren soll, beispielsweise im Bereich der autonomen Mobilität, muss sie auf Basis von realistischen, detaillierten Daten trainiert und getestet werden. Gerade im Bereich der autonomen Mobilität, in der die Zuverlässigkeit der verschiedenen Sensoren und KI-Systeme ein wesentlicher Garant für die Sicherheit der Passagiere ist, ist die Genauigkeit der zugrundeliegenden geografischen und physikalischen Trainings- und Testdaten unerlässlich. Solche Daten im größeren Maßstab zu erstellen und aktuell zu halten, ist jedoch kostspielig und aufwändig – gerade auch, weil sich Umgebungen kontinuierlich verändern, zum Beispiel aufgrund von Bauvorhaben oder Wetterereignissen.
AVES Reality hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Daten einfacher, schneller und effektiver zur Verfügung zu stellen. Das 2022 von Florian Albert, Severin Knebel und Matthias Heger gegründete Unternehmen entwickelt eine Softwarelösung, die KI- und 3D-Technologien nutzt, um Informationen aus Satelliten- und Luftbildern sowie anderen Datenquellen in digitale, physikalisch korrekte 3D-Zwillinge der realen Welt umzuwandeln – von Städten bis hin zu Straßennetzen. Auf Basis dieser virtuellen Umgebungen können beispielsweise KI-basierte Fahrassistenzsysteme für die autonome Mobilität trainiert werden, aber auch Anwendungsfälle in anderen Branchen wie der Bau- und Städteplanung werden so möglich.
AVES Reality arbeitet bereits mit führenden deutschen Automobilherstellern zusammen, um diese simulationsfähigen virtuellen Umgebungen und Karten für die Weiterentwicklung der autonomen Mobilität bereitzustellen. Zudem arbeitet das Unternehmen mit NVIDIA zusammen, um einen der weltweit ersten Referenz-Workflows zu implementieren, der hochauflösende synthetische Umgebungen zur Feinabstimmung von Vision-Language-Modellen (VLMs) wie NVIDIA Cosmos Reason bereitstellt. Anwendungsbereiche für diese Technologie umfassen unter anderem Smart City-Konzepte und Verkehrsmanagement und werden bereits in der taiwanesischen Stadt Kaohsiung in der Praxis erprobt.
„Die Erfolge, die wir bisher mit den Anwendungsfällen unserer Technologie verzeichnen konnten und das Vertrauen unseres Investorenkonsortiums unterstreichen noch einmal, das erfolgreiche Wachstum von AVES Reality. Unsere Technologie stellt eine Schnittstelle zwischen Satellitendaten, georäumlichen KI-Anwendungen, Automatisierung, Simulation und Raummodellierung her – Sektoren, die sich aktuell im Aufschwung befinden, da Maschinen sich zunehmend von eng gefasster Automatisierung hin zu allgemeiner physikalischer Intelligenz entwickeln”, sagt Florian Albert, CEO und Mitgründer von AVES Reality.
Jetzt hat das Unternehmen aus Garmisch-Partenkirchen eine Seed-Runde in Höhe von 2,7 Mio. Euro abgeschlossen, an der neben Bayern Kapital auch der Lead-Investor Matterwave Ventures sowie XISTA Science Ventures, xdeck, Lightfield Equity und der Fraunhofer Technology Transfer Fund (FTTF) beteiligt waren.
Die Mittel aus der Seed-Finanzierungsrunde will AVES Reality nutzen, um die Entwicklung seiner Technologie weiter voranzutreiben und seinen Markteintritt weiter zu skalieren.
Vyoma-Satellit zur Weltraumüberwachung erreicht Umlaufbahn
Mit dem erfolgreichen Start des Satelliten Flamingo-1 legt das 2020 von Dr. Luisa Buinhas, Christoph Bamann und Dr. Stefan Frey gegründete Münchner SpaceTech Vyoma den Grundstein für seine eigene Konstellation zur Space Domain Awareness (SDA).
Vyoma ermöglicht Echtzeit-Weltraumüberwachung und Verkehrsmanagement für Erdumlaufbahnen. Angesichts der zunehmenden Nutzung des Weltraums stellt das Unternehmen sichere und automatisierte Satellitenbetriebsdienste bereit, die die Missionskosten seiner Kund*innen drastisch senken. Vyoma richtet sich an Satellitenbetreiber, Rückversicherer, Weltraumagenturen sowie Sicherheits- und Nachrichtendienste. Als Teilnehmer an Programmen der EU-Kommission und der ESA zur Entwicklung von SDA-Technologien stützt sich das SpaceTech auf ein spezialisiertes Team von mehr als 40 Ingenieur*innen und Wissenschaftler*innen.
Jetzt (11.01.2026) wurde der Flamingo-1 Weltraumüberwachungs-Satellit von Vyoma erfolgreich gestartet. Im Rahmen der Twilight-Rideshare-Mission von SpaceX wurde er über den in Deutschland ansässigen Startintegrator Exolaunch in seine operative sonnensynchrone Umlaufbahn in rund 500 km Höhe verbracht. Dies ist ein bedeutender Erfolg für Vyoma und sein patentiertes Betriebskonzept einer optimierten Space Domain Awareness (SDA)-Mission.
Flamingo-1 ist mit einem optischen Sensor für die weltraumgestützte Weltraumüberwachung ausgestattet. Das fortschrittliche Instrument erkennt, verfolgt und charakterisiert Weltraumobjekte wie Trümmer und andere Satelliten. Vyoma ermöglicht damit seinen Kund*innen unter anderem, manövrierende Satelliten zuverlässig zu verfolgen und Erkenntnisse über deren Absichten zu gewinnen.
Der Satellit absolvierte im Sommer 2025 umfassende Tests am Boden, darunter Vibrations- und Temperaturwechseltests im Vakuum. Nach seiner Ankunft auf der Vandenberg Space Force Base (USA) im Dezember 2025 wurde eine letzte Testreihe durchgeführt, um die Integrität und Leistungsfähigkeit des Satelliten und seines optischen Instruments sicherzustellen.
Der zweite Satellit, Flamingo-2, befindet sich derzeit in Produktion und soll im vierten Quartal 2026 gestartet werden. Die übrigen Satelliten der Flamingo-Konstellation von Vyoma werden bis 2029 eingesetzt. Die Flamingo-Konstellation überwacht den Weltraumverkehr, liefert Domain-Awareness-Updates in Echtzeit und bildet die Grundlage für einen unabhängigen Katalog von Weltraumobjekten.
Zusammen stellen diese Missionen einen bedeutenden Fortschritt in der Weiterentwicklung von Weltraumtechnologien dar, die mit den strategischen und sicherheitspolitischen Zielen Europas in Einklang stehen. Vyoma engagiert sich voll und ganz für die Unterstützung der europäischen Sicherheitsbemühungen durch Innovation, Weltraumaufklärung und den Schutz kritischer europäischer Weltrauminfrastrukturen.
NewSpace-Start-up TALOS und EnduroSat bauen das „Internet der Tiere“
Das deutsche Raumfahrt-Start-up TALOS und der bulgarische Satellitenhersteller EnduroSat bündeln ihre Kräfte zum Aufbau der Satellitenkonstellation ICARUS 2.0, auch bekannt als das „Internet der Tiere“.
TALOS, das 2022 gegründete, in München und Dresden ansässige NewSpace-Start-up ist ein führender Innovator in den Bereichen IoT und Tierortungstechnologien. Es steht an vorderster Front, wenn es darum geht, Weltraumtechnologie zu nutzen, um den Schutz von Wildtieren sowie die Umwelt- und Klimawandelforschung voranzutreiben. Seine leichten, solarbetriebenen IoT-Tracker und die CubeSat-Konstellation ermöglichen die präzise Verfolgung von Tieren und die Sammlung von Umweltdaten, so dass Forscher, Naturschützer und Wissenschaftler die natürliche Welt besser verstehen und schützen können.
Jetzt haben TALOS und der bulgarische Satellitenhersteller EnduroSat eine europäische Partnerschaft zum Aufbau der Satellitenkonstellation „ICARUS 2.0“ geschlossen. Die Mission – auch bekannt als „Internet der Tiere“ – ist ein Forschungsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft. Ziel ist es, mithilfe modernster Satellitentechnologie Bewegungsmuster von Tieren sowie Umweltveränderungen weltweit zu erfassen und zu analysieren. TALOS ist bereits seit Längerem als zentraler Technologiepartner in das ICARUS-Projekt eingebunden; mit EnduroSat als neuem Industriepartner wird nun der Aufbau einer eigenen Konstellation umgesetzt, die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und der Deutschen Raumfahrtagentur beim DLR unterstützt wird.
Beginn des operativen Aufbaus der Konstellation „ICARUS 2.0“
Nach dem erfolgreichen Start eines technologischen Demonstrators im November 2025, beginnt nun der operative Aufbau der Konstellation. Der Start des ersten operationellen Satelliten, der den Namen RAVEN trägt, ist für Anfang 2026 geplant. Bis Ende 2026 / Anfang 2027 sollen vier weitere Satelliten die Konstellation ergänzen. Nach vollständigem Aufbau wird das System in der Lage sein, täglich bis zu fünf Updates über die Bewegungen beobachteter Tiere auf der ganzen Welt bereitzustellen.
Raycho Raychev, Gründer und CEO von EnduroSat, erklärt: „Wir freuen uns, den Aufbau einer weltraumgestützten Infrastruktur zu ermöglichen, die entscheidende Daten über den Zustand der Tierwelt und der biologischen Vielfalt liefert. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Weltraumdaten dazu beitragen können, die dringendsten Herausforderungen unseres Planeten anzugehen.“
Gregor Langer, Mitgründer und CEO von TALOS, ergänzt: „Das ist europäische Innovation in Reinform: Ein bulgarischer Hersteller und ein deutsches Startup bündeln ihre Kräfte für ein globales Forschungsprojekt. Mit dem bevorstehenden Start unseres ersten Satelliten wird ICARUS 2.0 von der Vision zur Realität. Gemeinsam mit EnduroSat und der Max-Planck-Gesellschaft nutzen wir Weltraumtechnologie, um das Leben auf der Erde besser zu verstehen und zu schützen.“
Mit der Max-Planck-Gesellschaft wird nun eigene Satellitenkonstellation zur Tierbeobachtung entwickelt
ICARUS 2.0 knüpft an das ursprüngliche ICARUS-Projekt an, ein internationales System zur Tierbeobachtung, das zunächst auf der Internationalen Raumstation ISS betrieben wurde. Nachdem das Projekt infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eingestellt wurde, übernahm TALOS die Rolle von Roskosmos, der russischen Raumfahrtbehörde, als zentraler Partner. Gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft wird nun eine eigene Satellitenkonstellation entwickelt. Durch die Umstellung auf ein dediziertes Satellitennetzwerk können Tierbewegungen, Verhaltensmuster und Umweltbedingungen künftig häufiger, kostengünstiger und zuverlässiger erfasst werden. Aufgrund seiner globalen, vernetzten Struktur wird das System häufig als „Internet der Tiere“ bezeichnet – in Anlehnung an das Internet, das weltweit von Menschen erzeugte Daten miteinander verknüpft und zugänglich macht.
Der erste Satellit der Konstellation ist ein sogenannter 6U CubeSat, ein kompakter Kleinsatellit in etwa der Größe eines Schuhkartons. Er ist mit einem softwaredefinierten Funkgerät ausgestattet, die Daten von kleinen, an Tieren befestigten Sendern empfängt und zur Erde überträgt. Diese Sender erfassen unter anderem Standort, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Druck und Beschleunigung und liefern damit wertvolle Informationen für Naturschutz und ökologische Forschung. Der Satellit wird derzeit in Sofia produziert und soll im Februar starten.
Daten zu Tiermigration, Biodiversität und globalen Ökosystemen schneller nutzbar machen
TALOS leitet die Missionsplanung, den operativen Betrieb und die Entwicklung der Technologie zur Tierverfolgung, während EnduroSat die Satellitenplattform bereitstellt und den Zugang zu Bodenstationen über sein Partnernetzwerk ermöglicht. Die Max-Planck-Gesellschaft bringt als wissenschaftliche Leitung ihre Expertise im Bereich der Tierverfolgung ein. Zusätzliche Unterstützung für den RAVEN-Satelliten wurde von der National Geographic Society bereitgestellt. Im Rahmen ihres weltweiten Explorer-Netzwerks plant die Organisation, die ICARUS-Technologie einem internationalen Kreis von Forschenden und Naturschutzprojekten zugänglich zu machen. Ziel ist es, wissenschaftliche Arbeit zur Tiermigration, Biodiversität und zu globalen Ökosystemen zu beschleunigen und die gewonnenen Erkenntnisse auch über die Wissenschaft hinaus für Naturschutz, Bildung und gesellschaftliche Wirkung nutzbar zu machen.
Freiburger WaterTech-Start-up Pluvion sichert sich Mio.-Investment
Die von Philipp Grimm und Stefan Grefen gegründete Pluvion GmbH entwickelt digitale Lösungen für eine moderne, widerstandsfähige Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
Gemeinsam mit den Bestandsinvestoren Kopa Ventures und MBG stellt Enpulse als Lead-Investor im Rahmen einer Seed-Runde eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich bereit. Mit dem frischen Kapital will Pluvion insbesondere die Weiterentwicklung und Skalierung seiner KI-gestützten Softwareplattform für die Wasserwirtschaft vorantreiben.
Live-Monitoring für klare Prioritäten: Fremdwasser erkennen, bevor es teuer wird
Pluvion – vormals Grimm Water Solutions GmbH – entwickelt mit WATER+ eine SaaS-Plattform, die erstmals ein durchgängiges Live-Monitoring von Kanalnetzen ermöglicht und Fremdwassereinträge automatisiert erkennt, lokalisiert und prognostiziert. Diese Echtzeittransparenz ist für den laufenden Betrieb entscheidend: Sie zeigt sofort, wo Netze überlastet sind, wie Starkregenereignisse das System beeinflussen und wo Fremdwasser unbemerkt in die Infrastruktur eindringt.
Für Infrastrukturbetreibende bedeutet das: Sie können schneller reagieren, Risiken früher erkennen und Investitionen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen bringen. Intuitive Visualisierungen übersetzen komplexe Messreihen in klare Handlungsempfehlungen, sodass Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen effizient geplant und umgesetzt werden können.
„Die Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur ist eine der unterschätzten Stellschrauben der Klimaanpassung – und sie wird ohne digitale, datengetriebene Lösungen nicht funktionieren“, sagt Florian Fichter, Geschäftsführer von Enpulse. „Pluvion zeigt, wie sich bestehende Messdaten mit KI so kombinieren lassen, dass Kommunen und Versorger Fremdwasser, Leckagen und Überlastungen frühzeitig erkennen und gegensteuern können. Das ist gut für die Netze, gut für die Kommunen und am Ende gut fürs Klima.“
Wachsende Herausforderungen in der Wasserwirtschaft
Der Markt für die Digitalisierung der Wasserwirtschaft gewinnt weltweit an Dynamik. Viele Abwasser-und Kanalsysteme sind veraltet, gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse und Überflutungsrisiken infolge des Klimawandels zu. Kommunale Versorger und Betreiber stehen unter wachsendem Druck, ihre Netze resilienter und effizienter zu gestalten – bei begrenzten Budgets und personellen Ressourcen. Genau hier setzt Pluvion an: Durch den intelligenten Einsatz vorhandener Daten lassen sich Ineffizienzen reduzieren, Betriebskosten senken und Investitionen gezielt dorthin lenken, wo sie den größten Effekt haben.
Phillip Grimm, Gründer und CEO von Pluvion: „Gemeinsam mit unseren bestehenden Investor*innen können wir WATER+ nun schneller in die Fläche bringen, weitere Funktionen entwickeln und zusätzliche Märkte erschließen. Unser Ziel ist es, Kommunen und Versorgern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Wasser- und Abwassersysteme effizienter, sicherer und klimafest betreiben können.“
„App Store der Wasserindustrie“ als langfristige Vision
Die Software von Pluvion läuft auf Servern in Deutschland mit hohen Sicherheitsstandards und lässt sich nahtlos in bestehende IT- und Prozesslandschaften integrieren. Durch gezielte Partnerschaften mit Daten- und Infrastrukturanbietern stellt das Startup eine breite Kompatibilität zu gängigen Systemen sicher und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Langfristig verfolgt Pluvion die Vision, sich mit einer Software-Suite skalierbarer Anwendungen als eine Art „App Store der Wasserindustrie“ zu etablieren. Neben Fremdwasser-Analysen sollen weitere Module helfen, Herausforderungen wie Starkregen, Überflutungen und Emissionen ganzheitlich zu adressieren – mit dem Anspruch, die Emissionen der Wasserinfrastruktur perspektivisch auf null zu senken.
NRW.BANK wird erster „InvestEU Implementing Partner“ in Deutschland
Der Neue Tech&Scale-Fonds ermöglicht Eigenkapitalinvestments von bis zu 200 Mio. Euro in Scale-ups.
Über den neuen Fonds „NRW.Venture EU Tech&Scale“ kann die NRW.BANK künftig bis zu 30 Millionen Euro pro Finanzierung in hochinnovative Scale-ups investieren – doppelt so viel wie bisher. Insgesamt sollen so bis zu 200 Millionen Euro zusätzlich für Investitionen in junge Deep Tech- und Wachstumsunternehmen, die einen Standort in NRW haben, bereitgestellt werden. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt in Brüssel zwischen der NRW.BANK und der EU-Kommission unterzeichnet – erste Finanzierungen sind ab Ende des ersten Quartals 2026 möglich.
Im Fokus von NRW.Venture EU Tech&Scale werden innovative und kapitalintensive Scale-ups in fortgeschrittenen Finanzierungsphasen stehen, insbesondere aus den Bereichen DeepTech, GreenTech, Industrie 4.0, Biotechnologie, Medizintechnik und digitale Lösungen. Scale-ups sind stark wachsende hochinnovative Unternehmen, die die Start-up-Phase hinter sich gelassen haben, sich in einer Wachstumsphase befinden und hierfür einen großen Kapitalbedarf haben.
„Große Wachstumsfinanzierungen für Scale-ups sind bei uns in Deutschland immer noch die Ausnahme. Investoren sind risikoaverser als beispielsweise in den USA oder China – die investierten Volumen sind kleiner. In der Folge werden hochinnovative Unternehmen immer noch eher früh verkauft – oft an ausländische Käufer – was gravierende Effekte für den Standort Deutschland und seine Wettbewerbsfähigkeit hat. Das wollen wir ändern“, sagt Gabriela Pantring, designierte Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK. „Mit unserem neuen Tech&Scale-Fonds schließen wir gemeinsam mit der EU-Kommission eine entscheidende Finanzierungslücke und sorgen dafür, dass skalierende Tech-Unternehmen langfristig in Nordrhein-Westfalen und damit in Europa wachsen können.“
Mona Neubaur, Stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin: „Die InvestEU-Partnerschaft der NRW.BANK ist ein industrie- und innovationspolitischer Meilenstein. Wir stärken damit gezielt jene Scale-ups, die für technologische Souveränität, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen und Europa entscheidend sind. Dass dieser Schritt gelingt, ist auch Ergebnis unseres beharrlichen Einsatzes für verlässliche Rahmenbedingungen und starke Finanzierungsinstrumente im europäischen Binnenmarkt.“
Ausgestaltung des Fonds
Die NRW.BANK finanziert den Fonds aus eigenen Mitteln und damit haushaltsunabhängig. Mit der EU-Kommission teilt sie sich das Risiko von möglichen Ausfällen zu je 50 Prozent (pari-passu). Gleichzeitig partizipieren beide Seiten gleichwertig an möglichen Erlösen, beispielsweise durch einen Exit.
Durch die Risikoteilung steigt das maximal mögliche Investitionsvolumen je Scale-up von derzeit 15 auf künftig 30 Millionen Euro. Der gesamte Investitionsrahmen des Programms beläuft sich auf 200 Millionen Euro, wobei entsprechend 100 Millionen Euro durch die EU-Garantie abgesichert sind.
Über das Programm wird die NRW.BANK im Direktgeschäft offene Beteiligungen eingehen oder Wandeldarlehen vergeben. Investitionen erfolgen – wie auch in anderen Fällen – jeweils mit einem oder mehreren Co-Investoren. Durch den Kapitaleinsatz hebelt die Förderbank so auch weiteres Kapital.
Der Start ist für das erste Quartal 2026 geplant.
Was ist InvestEU?
Das Programm InvestEU stellt der Europäischen Union eine entscheidende langfristige Finanzierung zur Verfügung, indem erhebliche private und öffentliche Mittel zur Unterstützung einer nachhaltigen Erholung mobilisiert werden. Sie trägt auch dazu bei, private Investitionen für die politischen Prioritäten der Europäischen Union wie den europäischen Grünen Deal und den digitalen Wandel zu mobilisieren. Das Programm „InvestEU“ vereint die Vielzahl der derzeit verfügbaren EU-Finanzierungsinstrumente zur Förderung von Investitionen in der Europäischen Union unter einem Dach, wodurch die Finanzierung von Investitionsprojekten in Europa einfacher, effizienter und flexibler wird. Das Programm besteht aus drei Komponenten: den Fonds „InvestEU“, die InvestEU-Beratungsplattform und das InvestEU-Portal. Der Fonds „InvestEU“ wird über Finanzpartner durchgeführt, die mithilfe der EU-Haushaltsgarantie in Höhe von 26,2 Mrd. EUR in Projekte investieren werden. Die gesamte Haushaltsgarantie wird die Investitionsprojekte der Durchführungspartner unterstützen, ihre Risikotragfähigkeit erhöhen und somit zusätzliche Investitionen in Höhe von mindestens 372 Mrd. EUR mobilisieren.
Mobility-Start-up FERNRIDE von Quantum Systems übernommen
Quantum Systems, europäischer Marktführer in der Entwicklung intelligenter unbemannter Systeme, meldet die Übernahme des 2019 gegründeten Münchner Mobility-Start-ups FERNRIDE.
FERNRIDE bietet eine umfassende Boden-Autonomie-Plattform, um skalierbare Automatisierung für verschiedenste kritische Branchen zu ermöglichen und so Fahrermangel und Sicherheitsrisiken in besonders repetitiven und gefährlichen Umgebungen zu bewältigen. Das Unternehmen wurde 2019 nach zehn Jahren Forschung an der TU München gegründet und durch 75 Millionen Euro Venture Capital führender Investoren unterstützt. 2025 hat FERNRIDE als erstes Unternehmen eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht, diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt und sein Portfolio um den Bereich Defence Logistics erweitert.
Im Hebst 2025 hatte FERNRIDE angekündigt, das Geschäft mit ferngesteuerten Lastwagen und Zugmaschinen für Hafenanlagen einzustellen. In Folge dessen wurde der Hälfte der Mitarbeitenden gekündigt. Haute konzentriert sich das Unternehmen auf Defence Logistics. Als erstes Unternehmen hat FERNRIDE eine TÜV-Zulassung von autonomen LKWs in Europa erreicht und diese bereits in ersten Tests mit der Bundeswehr eingesetzt.
Mit der Übernahme von FERNRIDE erweitert Quantum Systems seine Führungsposition von Luft- und Software-Intelligenz auf autonome Mobilität am Boden und schafft ein vernetztes, domänenübergreifendes Angebot für intelligente unbemannte Systeme. „FERNRIDE hat eine der fortschrittlichsten und skalierbarsten autonomen Bodenplattformen entwickelt“, so Martin Karkour, Chief Revenue Officer bei Quantum Systems. „Durch die Integration ihrer Technologie in MOSAIC UXS setzen wir unsere Vision konsequent um, ein vernetztes Ökosystem zu schaffen, in dem unbemannte Systeme über verschiedene Dimensionen hinweg als Einheit denken, sich bewegen und handeln.“
„Europa braucht dringend souveräne Autonomielösungen. Durch den Zusammenschluss mit Quantum Systems können wir unsere Technologie auf ein neues Niveau heben“, so Hendrik Kramer, CEO und Mitbegründer von FERNRIDE. „Gemeinsam mit Quantum Systems beschleunigen wir den Einsatz unserer Plattform im europäischen Verteidigungsbereich, welcher aktuell das global dringlichste Umfeld für die Skalierung von autonomen Bodensystemen darstellt. In der Zukunft werden diese Erfahrungen auch wieder auf zivile Logistikanwendungen übertragen werden und so unsere Gesellschaft sicherer und resilienter aufstellen.“
Die operative Erfahrung von Quantum Systems in der Ukraine hat die Relevanz des Zusammenspiels von Luft- und Bodenrobotik gezeigt. Durch die Integration der FERNRIDE Lösungen in die Missionssoftware MOSAIC UXS, der autonomen Missionssoftware von Quantum Systems, sollen Multi-Domain-Operationen ermöglicht werden, die das Situationsbewusstsein und die Entscheidungsfindung verbessern.
Zu den finanziellen Details der Übernahme wurden keine Angaben getätigt.
Robotics Venture Capital Report 2025
Der aktuelle Robotics Venture Capital Report zeigt u.a.: Europas Robotik-Start-up-Ökosystem erreicht neues Rekordniveau. Deutschland bleibt eine tragende Säule.
Der europäische Markt für Robotik-Start-ups erlebt 2025 eine markante Wachstumsphase: Mit einem Finanzierungsvolumen von € 2,4 Mrd. (Stand Q3) wird bereits vor Jahresende das bisherige Rekordjahr 2021 (€ 1,9 Mrd.) übertroffen. Treiber dieses Trends sind insbesondere der dynamisch wachsende Drohnensektor. Diese und weitere Erkenntnisse enthält der neue „FCF Robotics Venture Capital Report – 2025“.
Robotik-Sektor auf Rekordkurs
Der europäische Robotik-Sektor zeigt sich 2025 so stark wie nie: Mit einem Investitionsvolumen von € 2,4 Mrd. bis Q3 2025 wurde bereits vor Jahresende das bisherige Rekordjahr 2021 (€ 1,9 Mrd.) deutlich übertroffen. Der starke Aufwärtstrend wird zusätzlich durch vier weitere Megadeals im vierten Quartal untermauert, die im Report noch nicht vollständig enthalten sind. Dazu zählen unter anderem:
- Quantum Systems (€ 160 Mio., Mai 2025 – mit Aufstockung auf € 340 Mio. bis Jahresende angekündigt)
- ANYbotics (€ 138 Mio., September 2025)
- Distalmotion (€ 130 Mio., November 2025)
- Nest AI (€ 100 Mio., November 2025)
Drohnen als Wachstumstreiber im Subsegment
Die Analyse der Subsektoren zeigt ein besonders dynamisches Wachstum im Bereich Drohnen-Technologie. Zwischen 2023 und 2024 stieg die Anzahl der Deals um 174 % – von 77 auf 211 Transaktionen. Im bisherigen Jahresverlauf 2025 (YTD Q3) wurden bereits 135 Deals verzeichnet, was einem Anteil von 29 % aller Robotik-Deals entspricht. Dies bestätigt die starke und anhaltende Attraktivität dieses Segments für Investoren.
Frühphasenfinanzierungen dominieren – Start-up-Neugründungen steigen deutlich
Ein zentrales Ergebnis des Reports: 73 % aller Robotik-Finanzierungsrunden im Jahr 2025 (YTD) entfallen auf Frühphasen-Deals, darunter 39 % auf Accelerator-Runden. Diese Entwicklung deutet auf eine signifikante Zunahme an Neugründungen seit 2024 hin – ein klares Signal für ein aktives, wachsendes Gründungsökosystem im Bereich Robotik in Europa.
Megadeals treiben das Marktvolumen
Trotz der starken Zunahme an Early-Stage-Finanzierungen wird das Gesamtvolumen weiterhin maßgeblich von Megadeals über € 100 Mio. getragen. Seit 2021 wurden 19 solcher Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund € 3,5 Mrd. verzeichnet – ein Anteil von 36 % des gesamten Finanzierungsvolumens. Die Zahlen verdeutlichen: Das Kapital konzentriert sich weiterhin stark auf etablierte Scale-ups.
Deutschland unter den führenden Robotik-Nationen Europas
Deutschland bleibt eine tragende Säule im europäischen Robotik-Start-up-Ökosystem – trotz des höchsten Anteils an Deals mit nicht-offengelegtem Finanzierungsvolumen. Im Gesamtranking liegt Deutschland auf Platz zwei hinter dem Vereinigten Königreich. Bemerkenswert: Drei der zehn kapitalstärksten Robotik-Start-ups Europas stammen aus Deutschland:
- Agile Robots (€ 318 Mio. seit 2021)
- NEURA Robotics (€ 301 Mio., mit geplanter € 1 Mrd.-Runde, seit 2021)
- Quantum Systems (€ 211 Mio. seit 2021, exkl. der Finanzierung Q4 2025)
Champions entstehen auch in kleineren Ländern
Der Report zeigt auch: Nicht nur große Länder haben Champions. So demonstriert TEKEVER aus Portugal mit einer Gesamtfinanzierung von € 540 Mio. seit 2021, dass auch aus kleineren europäischen Ländern international wettbewerbsfähige Robotik-Champions hervorgehen können.
Weiterführende Infos zum Robotics Venture Capital Report 2025 gibt’s hier

