Gründer*in der Woche: saint sass - Statements in Strumpfhosen

Gründer*in der Woche KW 29/22


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Vivien Wysocki und Larissa Schmid sind die Gründerinnen der Berliner saint sass GmbH. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Statement Strumpfhosen zu entwickeln, die Unabhängigkeit und selbstironischen Mut von Frauen zum Ausdruck bringen. Mehr dazu im Interview mit Vivien und Larissa.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu saint sass gekommen?
Vivien: Es sind mehrere Dinge zusammengekommen, aber angefangen hat es mit einem Interview mit Cher, in dem sie den legendären Satz: „Mom, I am a rich man“ sagte - als Antwort auf ihre Mutter, die ihr geraten hat, sich einen reichen Mann zu angeln. Ich dachte mir: Wow, was ein cooles Statement! Genau dafür stehe ich auch. Gleichzeitig dachte ich schon viel über Strumpfhosen nach, weil die Branche so eingestaubt ist, dass die Idee kam: Warum nicht ein veraltetes Produkt aufwerten und gleichzeitig ein Statement setzen?

 

Larissa: Wir tragen beide außerdem super gerne Kleider und Röcke, weshalb wir besonders Lust darauf haben eigene Strumpfhosen zu entwickeln.

 

Was ist das Besondere an euren Produkten, wie unterscheidet ihr euch von anderen Fashion Labels?
Vivien: Wir lassen Strumpfhosen sprechen: mit Statements, die für ein selbstbestimmtes Leben stehen oder einfach mal nur mit einem Augenzwinkern zu sehen sind. Wir setzen aber auch auf extrem hohe Qualität, z.B. durch ein besonderes Garn und durchblutungsfördernde Strickmethoden. Andererseits achten wir auch darauf, dass die Arbeitsbedingungen unserer Produktionen fair sind und die Mitarbeiter gut behandelt werden. Und dass wir ausschließlich mit europäischen Produzenten arbeiten.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?
Larissa: Da uns von Anfang an klar war, dass wir sehr viel Kapital für die Produktion benötigen, haben wir letztes Jahr noch vor dem Launch nach Investoren gesucht. Wir hatten sehr viel Glück und konnten gleich am Anfang zwei sehr starke Business Angel für uns gewinnen. Im März dieses Jahres haben wir dann unsere erste größere 6-stellige Finanzierungsrunde gehabt und durften fünf weitere tolle Business Angels mit an Board nehmen.

Wer sind eure Kundinnen?
Larissa: Unsere typische Kundin ist zwischen 25 und 35 Jahre alt, lebt eher in Städten und ist sehr modebewusst. Da die Hauptansprache bislang hauptsächlich über Social Media erfolgte, ist unsere Kundin auch viel online und kennt sich mit Instagram und Co Bestens aus.

Welches sind eure aktuellen Topseller?
Larissa: Unsere aktuellen Topseller sind vor allem die sehr sichtbaren Statements auf dem Oberschenkel. Das Statement „Not Your Babe“ ist dabei der aktuelle Favorit unserer Kundinnen. Das zeigt uns, dass sie Lust haben, die Statements zu zeigen und dafür zu stehen!

Wie macht ihr auf euch und eure Statement Strumpfhosen, Gürtel und Co. aufmerksam?
Larissa: Wir fokussieren uns hier fast zu 80 Prozent auf Instagram. Dort teilt sich dann das Budget zwischen Paid Ads und Influencern auf. Auch unserer organischer Instagram Account ist sehr stark und konvertiert extrem gut. Durch unseren starken Fokus auf die Plattform konnten wir auf Instagram sehr schnell wachsen.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Vorhaben?
Larissa: Aktuell bereiten wir uns vor allem auf unsere Hauptsaison Herbst/Winter vor und setzen hier einen starken Fokus auf den Handel. Wir glauben, dass sich die Kombi aus einer starken Online-Präsenz und einem exklusiven Händlernetzwerk perfekt ergänzen. Außerdem arbeiten wir bereits an einem neuen Produkt, dass wir voraussichtlich Mitte nächsten Jahres launchen werden. Es bleibt also spannend.


Und last but not least: Was ratet ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?
Vivien: Kick den Perfektionismus, fang erstmal an und optimiere dann schrittweise!

Larissa: Und mach dir keine Gedanken darüber, was andere über dich denken! Für Vivien und mich waren das die beiden Dinge, die uns am meisten im Weg standen vor und während unserer Gründung. Außerdem Fokus, Fokus, Fokus. Gerade am Anfang mit begrenzten Ressourcen ist das etwas, das man sich jeden Tag wieder bewusst machen muss!

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Das Interview führte Hans Luthardt

GameChanger des Monats: StrollMe – Kindermobilität im Abo

StrollMe – gegründet von Timon Beutel und Sebastian Reichelt – hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Sinne der Nachhaltigkeit Besitz rund um Kinder neu zu denken. Mehr dazu und damit über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Sebastian.

Wir haben euch als unsere GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr rund um das Thema Baby- und Kindermobilität mit eurem Konzept des Mietens statt Kaufens konventionelle Wege verlasst und zugleich das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt.

Zunächst zu euch Gründern: Wer seid ihr, wie seid ihr auf die Idee zu dem StrollMe gekommen und was treibt euch im Sinne eines GameChangers an?

Timon kommt aus dem UI/UX Design, ich aus der Modebranche. Timon hatte die Idee, als seine Frau Laura mit ihrem ersten Kind schwanger war und sie nirgends eine gute Alternative zum Kauf gefunden haben. Mich hatten seine Argumente, dass es viel besser ist einen Kinderwagen zu mieten als zu kaufen, auf Anhieb überzeugt. Daraufhin konnte ich ihn zum Glück sofort überzeugen, gemeinsam StrollMe zu gründen.

Das positive Feedback unserer Kunden treibt mich jeden Tag an. Außerdem können wir mit StrollMe zeigen, dass ein wirklich nachhaltiges Geschäftsmodell im Sinne der Kreislaufwirtschaft sowohl für die Kunden als auch wirtschaftlich funktioniert. In meinen Augen ist das ein wichtiger Baustein zur Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft bzw. Gesellschaft.

Was ist das Besondere an eurem StrollMe-Konzept, wie funktioniert es und was kann ich alles per Abo mieten?

So besonders finde ich unser Konzept eigentlich gar nicht (lacht). Der größte Unterschied zu bestehenden Konzepten liegt darin, dass man die Produkte mietet, statt sie zu kaufen. Unsere Kunden bestellen das gewünschte Produkt zum gewünschten Termin und nutzen es, solange sie es benötigen. Wenn sie feststellen, dass sie z.B. mit dem Kinderwagen oder der Babytrage nicht zurechtkommen, können sie problemlos auf ein anderes Produkt wechseln. Da wir beide selbst Eltern sind, wissen wir, wie unterschiedlich Kinder und die Bedürfnisse sind. Die zurückgesendeten Produkte werden professionell aufbereitet und zu einem günstigeren Preis als „refurbished“ wiedervermietet. Man kann bei uns neben Kinderwagen, Kinderfahrrädern und Fahrradanhänger samt Zubehör auch Babytragen und Federwiegen mieten.

Wer sind eure Kund*innen?
In der Regel haben sie mindestens ein Kind ;-). Aber Spaß beiseite. Anfangs dachten wir, dass unser Modell eine spezifische Kundengruppe anspricht. Wir haben aber schnell festgestellt, dass alle Eltern, ob aus nachhaltigen oder finanziellen Gründen, oder wegen der Flexibilität potenzielle StrollMe-Kunden sind.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Ideenfindung bis zum Go live von strollme.de?
Timon hatte schnell einen MVP gebaut und gezeigt, dass der Bedarf da war. Jetzt mussten wir nur noch Lieferanten überzeugen, uns zu beliefern. Das war im Corona Jahr 2020 nicht gerade einfach. Letzen Endes konnten wir Greentom nach einer zwölfstündigen Zugfahrt von uns überzeugen und so den Grundstein für unser Sortiment legen.

Wie habt ihr diese Phase finanziell gestemmt?
Wir haben beide unsere Ersparnisse eingebracht. Nach dem erfolgreichen Start haben wir Ende 2020 einen VC-Fonds und einen Business Angel von unserem Konzept überzeugen können.

Wie macht ihr auf euch bzw. StrollMe aufmerksam?
Übliche Kanäle wie Instagram, Podcast und Google aber auch spezifischere Kooperationen mit Hebammen und Kitas. Auch PR ist ein wichtiger Faktor und sorgt für positive Wahrnehmung unserer Marke.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To-do’s und Pläne?
2022 haben wir gezeigt, dass StrollMe funktioniert und der Markt für uns bereit ist. 2023 wollen wir nun die nächsten Schritte gehen und aus unserem Start-up ein Scale-up machen. Bisher hatten wir viel Glück mit unserem Team. Wir hoffen auch weiterhin so tolle Mitarbeiter für uns gewinnen zu können. Natürlich arbeiten wir auch stetig an unserem Sortiment. 2023 werden viele weitere Kinderprodukte unser Angebot erweitern.

Was möchtet ihr als unsere GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?
Beratung und Meinung von anderen einzuholen ist immer richtig. Versucht aber trotzdem auf euer Bauchgefühl zu hören und euren eigenen Weg zu finden. Uns wurde oft gesagt, dass wir nicht so sehr auf Profitabilität achten sollen sondern alles in Wachstum stecken müssen. Damit haben wir uns aber nie ganz wohl gefühlt. Heute sind wir froh, keine Geldverbrennungsmaschine zu sein und trotzdem jeden Monat zweistellig zu wachsen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

Uhren-Start-up Watchmaster stellt Insolvenzantrag nach Einbruchdiebstahl

1.000 Luxusuhren mit einem Verkaufswert von über 10 Mio. Euro entwendet: Die Watchmaster ICP GmbH, einer der größten Händler zertifizierter Luxusuhren aus zweiter Hand in Europa, hat am 29.11.2022 beim Amtsgericht Berlin einen Insolvenzantrag gestellt.

Am 19.11.2022 ist in eine Hochsicherheitstresoranlage an der Berliner Fasanenstraße eingebrochen worden. In dieser Anlage hat auch Watchmaster Tresorräume angemietet, um dort Luxusuhren sicher zu lagern. Bei dem Einbruch wurden 1.000 Uhren mit einem Verkaufswert von über 10 Millionen Euro gestohlen. Der Einbruch wurde von Watchmaster noch am gleichen Tag der Polizei gegenüber angezeigt und nach mehrtägiger Spurensicherung ermittelt nun das Landeskriminalamt Berlin.

Ein Teil der gestohlenen 1.000 Uhren ist Eigentum des Unternehmens. Ein Großteil gehört Kommittenten. Das sind Kund*innen, die ihre Uhren über Watchmaster verkaufen – mit einer Provision, die an den Händler geht. Das Unternehmen informierte umgehend nach der Kommunikationsfreigabe durch das Landeskriminalamt Berlin die betroffenen Kund*innen.

Es besteht ein Versicherungsschutz, der die Auszahlung der Kommittenten laut Kommissionsvertrag und die Eigenware von Watchmaster schützen soll. Demnach soll den Besitzer*innen der Uhren kein unmittelbarer Schaden entstehen. Watchmaster selbst erhält lediglich den Einkaufspreis seiner Uhren zurück, was aber bei Weitem nicht das abdeckt, was bereits in Aufbereitung und Zertifizierung sowie Marketing investiert wurde. Dem Unternehmen sind Zukunftsumsätze und Marge, gerade im laufenden Weihnachtsgeschäft genommen worden. „Unter diesen nicht zu erwartenden Umständen ist es dem Unternehmen nicht mehr möglich, eine positive Fortführungsprognose abgeben zu können. Der Vorfall zwingt uns in die Insolvenz.“

Seit der Gründung des Berliner Unternehmens im Jahr 2015 hat sich Watchmaster zu einer geschätzten Adresse für private Verkäufer*innen und Käufer*innen von zertifizierten Luxusuhren entwickelt. Mehr als 4.000 Uhren waren zuletzt auf der Internetseite des Unternehmens verfügbar. Das Start-up beschäftigt derzeit rund 75 Mitarbeitende an Standorten in Berlin, Paris und London. „Wir sind zutiefst bestürzt, welche harten Konsequenzen dieser Vorfall für alle Beteiligten hat. Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Mitarbeitern bedanken, die stets an unsere Vision geglaubt haben und auch in den letzten Tagen wieder bewiesen haben, aus welchem Holz sie geschnitzt sind.“

Für das Jahr 2023 hatte Watchmaster viele Pläne für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Unter anderem war die Erweiterung von physischen Präsenzen, also Standorten im Retailbereich, vorgesehen. Die Pläne des Start-ups sind durch den Einbruch über Nacht zunichte gemacht worden. Watchmaster wird den regulären Geschäftsbetrieb aber so reibungslos wie möglich aufrechterhalten: „Unsere Priorität liegt weiterhin auf dem Schutz unserer Kunden. Unsere Insolvenz wird uns von diesem Vorsatz nicht abhalten. Auch unseren Kunden gilt unser Dank, wir werden unser Möglichstes tun, diese zu unterstützen“, so ein Firmenvertreter.

Per Fünf-T-System zum Unicorn?

Eine Studie von McKinsey will das Erfolgsrezept gefunden haben, wie man zum 1 Milliarde US-Dollar schweren Unicorn wird.

Der Traum ist bekannt: In jungen Jahren mithilfe von Fast Food und Energy-Drinks (oder in heutigen Zeiten eher vegane Alternativen und nachhaltig hergestellte Kräuter-Getränke) aus der Garage, der WG, dem eigenen Schlafzimmer oder einem klaustrophobisch anmutenden Büroraum heraus eine Idee entwickeln, die sich dann in ein Startup und schlussendlich zum Unicorn wandelt. So werden gern jene Erfolgsgeschichten erzählt, die zur Milliardenbewertung des eigenen Unternehmens und globalem Erfolg führen.

Für den tatsächlichen Erfolg jedoch braucht es laut einer Studie von McKinsey weit mehr: von ausreichend unternehmerischer Vorerfahrung, über die richtige Ausbildung bis hin zu nachhaltigen Wachstumschancen im Zielmarkt.

Diese Voraussetzungen hat McKinsey aus Interviews mit zehn Venture Capital-Gesellschaften und Angel Investors sowie 100 von weltweit 1000 Unicorns abgeleitet. Und kam auf das „Fünf-T-System“:

1. Team: Nicht ohne meine Leute

Laut der Analyse sind gute Mitarbeiter*innen der Schlüssel zum Erfolg. 75 Prozent aller Unicorn-Start-ups wurden von zwei oder mehr Leuten gegründet. Wichtig dabei sei die Vielfalt im Gründer*innenteam.

Unicorns sind, was die Studienabschlüsse betrifft, bunt durchmischt (technologischer Hintergrund 40 Prozent, Naturwissenschaften 25 Prozent, wirtschaftlicher Hintergrund 25 Prozent).

Generell sind Hochschulausbildungen bei Unicorn-Gründer*innen weit verbreitet: Mehr als 95 Prozent haben einen akademischen Abschluss, mehr als 70 Prozent sogar einen Master, MBA oder Doktortitel.

Neben der richtigen Ausbildung sei zudem auch Berufserfahrung essenziell. Die meisten (80 Prozent) Unicorn-Gründer*innen haben bereits davor Arbeitserfahrung gesammelt, und mehr als die Hälfte hat zuvor bereits ein anderes Start-up gegründet.

Investor*innen sind, der Studie nach, auf der Suche nach Gründer*innen, die nicht nur Visionär*innen, sondern auch erfahrene Unternehmer*innen sind. Von der Garage aus zum Weltmarktführer wie bei Facebook, Google und Co. wird demnach kaum zur Realität.

 

„Die Unerfahrenheit dieses Gründer*innen-Stereotyps finden wir bei erfolgreich skalierten Gründungen jedoch selten – das Gegenteil ist der Fall: 80 Prozent der Gründer*innen haben Vorerfahrungen gesammelt: entweder in Start-ups oder Corporates“, sagt Jerome Königsfeld, Autor der Studie und Partner im McKinsey Büro in Köln.

2. Total adressable Market

Fast ein Drittel der Top-100-Unicorns ist in den Sektoren „Technologie, Medien und Telekommunikation“, „Industrie“ und „Gesundheitswesen“ zu finden. Dabei sei aber nicht nur die Größe entscheidend.

Ein Start-up auf Trends und in Märkten ohne klaren Marktführer zu gründen, locke ebenfalls Investor*innen. Ganz nach dem Motto „There is no planet B“ investieren Unternehmen und Regierungen weltweit aktuell vor allem in den Bereich Nachhaltigkeit (zehn Billionen Euro in den nächsten 30 Jahren).

Markus Berger-de León, ebenfalls Co-Autor der Studie und Senior Partner im McKinsey Berlin Büro, erklärt die vorausgesagten Investments so: „Steigende Energiepreise und ein gestiegenes Bewusstsein für den Klimawandel werden die Entwicklung und das Wachstum von Cleantech-Start-ups begünstigen.“

3. Mit dem perfekten Timing zum Unicorn

Als Vorreiter bei Trends können Startups mit schnellem Wachstum, höheren Margen und ausreichend verfügbarem Kapital rechnen. Damit sichern sich „First Movers“ eine vorteilhafte Marktposition, bevor andere Start-ups oder etablierte Unternehmen auf das neue Geschäftsfeld aufmerksam werden.

Rasch potenzielle Kund*innen für das Produkt oder die Dienstleistung zu gewinnen, sei dabei entscheidend für Investor*innen.

4. Technologie: Software übertrumpft Hardware

Während der Großteil der Unternehmensgründungen auf neuen Technologien basiert, gibt es auch weitere Möglichkeiten, das richtige Produkt oder die passende Dienstleistung für den skalierbaren Erfolg zu finden. Start-ups können mit einer neuen Kombination oder Verbesserungen bestehender Technologien, beispielsweise durch gesteigerte Effizienz, einen Markt für sich gewinnen.

Entscheidend ist immer, die Skalierbarkeit – das Produkt oder die Dienstleistung soll von beliebig vielen Kund*innen genutzt werden können, ohne dass die eigenen Kosten explodieren. Bei diesem Aspekt wären vor allem Software-Produkte im Vorteil.

5. Traction: Neue Lösungen für alte Probleme

Erfolgreiche Gründungen zeichnen sich, der Studie nach, vor allem auch dadurch aus, dass für bestehende Probleme in bestehenden Märkten neue Lösungen geboten werden.

Mit einer Idee ein Unternehmen gründen, und danach nach dem richtigen Markt dafür zu suchen, führt nur in seltenen Fällen zum Erfolg. Investor*innen würden es, McKinsey nach, bevorzugen, wenn Unternehmen einem sogenannten „3-3-2-2-2“-Muster folgen.

Die Umsätze eines Start-ups sollten sich in den ersten zwei Jahren nach der Gründung verdreifachen und die drei Jahre danach ungefähr verdoppeln.

Die McKinsey-Analyse zeigt nämlich: Erfolgreiche Start-ups haben ihre Umsätze acht Jahre lang jedes Jahr verdoppelt.

Auch die derzeitige unsichere Wirtschaftslage wirkt sich auf den Start-up-Sektor aus: Investor*innen achten aktuell vor allem auf Profitabilität und nicht auf schnelles Wachstum. Grund dafür ist die hohe Inflation, wodurch auch das Halten von Bestandskund*innen und wiederkehrende Einkünfte immer wichtiger werden.

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Studie: Start-up ist (fast) Männersache

Die Analyse der Technischen Universität München (TUM) zeigt u.a.: Nur rund drei Prozent der untersuchten deutschen Start-ups wurden bzw. werden von weiblichen Teams oder einzelnen Frauen gegründet.

Eine Studie der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung zeigt das Ausmaß der Geschlechter-Ungleichheit in jungen Unternehmen. Frauen sind in deutschen und französischen Start-ups deutlich unterrepräsentiert, vor allem im Technologiebereich. Dies gilt sowohl für Gründerinnen als auch für Mitarbeiterinnen. Wurden die Unternehmen von weiblichen Teams gegründet, ist der Frauenanteil der Belegschaft fast doppelt so groß wie bei Gründungen von Männerteams. Zudem werden von Männern gegründete Start-ups weit höher bewertet.

Geschlechtergleichstellung in Start-ups immer wichtiger

Wie in etablierten Unternehmen gewinnt das Thema Geschlechtergleichstellung in Start-ups immer weiter an Bedeutung. Anders als in Konzernen ist der dortige Grad an Diversität aber wenig im Detail untersucht. Ein Forschungsteam der TUM hat deshalb, unterstützt von der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung, rund 700 deutsche und rund 1.000 französische Start-ups analysiert. Um eine möglichst große Vergleichbarkeit zu gewährleisten, konzentrierten sich die Wissenschaftler*innen auf Unternehmen, die zwischen 2012 und 2016 Venture-Capital-Finanzierungen erhalten hatten. Sie nutzten dabei Informationen aus der Datenbank Dealroom und Angaben von rund 80.000 Mitarbeitenden der Start-ups, die diese auf der Karriereplattform LinkedIn veröffentlicht hatten.

Die Analyse zeigt, dass lediglich rund 3 Prozent der untersuchten deutschen und 4 Prozent der französischen Start-ups von weiblichen Teams oder einzelnen Frauen gegründet wurden. Rund 83 beziehungsweise 84 Prozent der Unternehmen hatten Männer gegründet, 14 beziehungsweise 12 Prozent wurden von gemischten Teams gestartet. Auch bei den Beschäftigten der Start-ups beider Länder ist der Männeranteil mit mehr als 60 Prozent deutlich größer. Dabei fällt auf, dass in den Unternehmen, die von weiblichen Teams ins Leben gerufen wurden, der Frauenanteil 62 Prozent beträgt, während er in Start-ups, die von Männerteams gegründet wurden, bei nur 35 Prozent liegt.

Vor allem im Tech-Bereich sind Frauen unterrepräsentiert

Das Forschungsteam wertete auch aus, wie sich der Geschlechteranteil nach Branchen unterscheidet. Vergleichsweise hoch liegt der Gründerinnenanteil in Deutschland im Bereich Partnersuche (50 %) und in der Modebranche (29 %). Kaum Gründerinnen gibt es beispielsweise bei Robotik und Immobilien (je 3 %). In Frankreich ist das Bild ähnlich. Hier sind Gründerinnen am stärksten in der Wellness- und Schönheitsbranche (25 %) vertreten, aber selten in Märkten wie etwa Fintech (5 %).

Auch die Analyse der Mitarbeitenden zeigt, dass Frauen in Technologie-Branchen besonders unterrepräsentiert sind. Zu den untersuchten Sektoren mit den niedrigsten Frauenanteilen gehört in Deutschland die Computerspiel-Wirtschaft (19 %), in Frankreich die Halbleiter-Industrie (17 %).

Keine Gründerinnen bei Quantentechnologien

Die Studie unterscheidet nicht nur nach produktbezogenen Branchen, sondern zeigt auch die Geschlechterverteilung je nachdem welche Technologien in den Start-ups zum Einsatz kommen. Am häufigsten gründeten Frauen in Deutschland Start-ups, die Virtual Reality nutzen (20 %). Start-ups, die Technologien für das Internet der Dinge entwickeln, wurden nur sehr selten von Frauen (3 %) gegründet. Gar keine Gründerinnen fanden sich bei Quantentechnologien, so auch in Frankreich. Dort ist der Gründerinnenanteil in Start-ups mit Nanotechnologie am größten (14 %).

Von Männern gegründete Start-ups erreichen höhere Bewertung

Ungleichheit prägt auch die Bewertung durch Investorinnen und Investoren in beiden Ländern: Während deutsche Start-ups mit männlichen Gründerteams im Median mit 21 Millionen US-Dollar bewertet werden, rangieren Start-ups mit weiblichen Gründungsteams nur bei rund 6 Millionen US-Dollar. In Frankreich werden von Männern gegründete Start-ups im Median mit 14 Millionen US-Dollar bewertet, bei Gründerinnen sind es 4 Millionen.


Gründungs- und Investitionsprozesse geschlechterneutraler gestalten

„Frauen sind in der Start-up-Szene sowohl als Gründerinnen als auch als Mitarbeiterinnen deutlich unterrepräsentiert – quer durch alle Branchen, Technologien und Erlösmodelle“, sagt die Studienleiterin Dr. Theresa Treffers vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TUM. „Wir kennen aus sozialpsychologischen Studien die Ursachen für die mangelnde Geschlechtervielfalt. Männer sind in der Wahrnehmung von Kapitalgebern eher für die Unternehmerrolle geeignet. Außerdem gibt es zu wenig weibliche Studierende in MINT-Fächern, die als Gründerinnen und Beschäftigte zumeist infrage kommen. Der Frauenanteil liegt in MINT-Studienfächern nur bei rund 30 Prozent.“

Konkrete Maßnahmen gefordert

Um die Start-up-Szene vielfältiger und inklusiver zu gestalten, empfiehlt die Studie verschiedene Maßnahmen. „Das Wichtigste ist, gegen geschlechtsspezifische Vorurteile und Stereotype vorzugehen, etwa durch die frühzeitige Förderung weiblicher Vorbilder“, erläutert Felicitas Schneider, Mitglied des Management Board der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung. „Gründerinnen müssen gezielt unterstützt werden, denn Frauen stellen mehr Frauen ein.“ Verbesserungsbedarf sieht die Studie auch bei den Gründungs- und Investitionsprozessen, etwa durch geschlechtsneutrale Start-up-Programme sowie einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen von Risikokapitalgebern.

Hier gibt's die vollständige Studie als Download

Farben-Start-up MissPompadour holt sich den Shop Usability Award 2022

Das 2019 gegründete E-Commerce Start-up MissPompadour räumt beim Shop Usability Award 2022 groß ab.

MissPompadour ist ein junges E-Commerce-Start-up aus Sinzing, welches 2019 von Astrid Reintjes, Erik Reintjes und Niklas Lütteken gegründet wurde, und Farbe ins Leben bringt. Der Online-Anbieter für B2C-Farben und Lacke in DACH unterstützt Kund*innen bei der Umgestaltung ihres Zuhauses mit Produkten und Know-how. Die hauseigene Farb-Kollektion enthält über 90 verschiedene Farbtöne. Bei der Entwicklung dieser Farben wurde besonderen Wert auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit bei größtmöglicher Belastbarkeit gelegt. Drüber hinaus bietet das Start-up auch vielerlei Streich-Zubehör – von Pinseln, Rollen, Schablonen bis hin zur Workwear.

Besonders der neue, liebevoll gestaltete Shop auf Shopware-Basis, der umfangreiche Content und die eigene App haben die Community und die Jury dieses Jahr begeistert. Der Shop Usability Award gehört seit 15 Jahren zu den wichtigsten Auszeichnungen des digitalen Handels in der DACH Region. Der Award wurde 2008 das erste Mal verliehen und bewertet seitdem jährlich über 700 Shops.

Erik Reintjes, Co-Gründer von MissPompadour: „Wir können es noch immer nicht wirklich glauben, dass wir der Gesamtsieger geworden sind. Es ist bereits eine große Auszeichnung, dass wir in der Kategorie „Haushalt, Heimwerk & Garten“ die Jury überzeugen konnten. Dass wir uns auch gegen die großen Konkurrenten wie Snocks, C&A, Babyone & Co durchsetzen konnten, macht uns besonders stolz. Es ist eine große Anerkennung und Wertschätzung für unsere Arbeit und die vom gesamten Team. Wir versuchen, uns ständig zu verbessern und unsere Services zu optimieren. So haben wir zuletzt Produkt-Sets für spezielle DIY Projekte zusammengestellt, damit die Kund*innen noch leichter und übersichtlicher fündig werden. Darüber hinaus bieten wir in Kooperation mit dem Start-up dropp in Hamburg, München und Berlin jetzt an, dass die MissPompadour-Farbe innerhalb von drei Stunden geliefert wird. Dass diese Bemühungen und Services honoriert werden, macht uns sehr dankbar und motiviert uns, den Weg auch zukünftig weiterzugehen und uns innovative und kundenorientierte Services und Produkte einfallen zu lassen.“

Wer gewinnt die EY Startup Academy 2022?

Am 24. November ist es so weit und es entscheidet sich, welches Start-up die größten Fortschritte in den letzten Wochen gemacht hat und den EY Startup Academy Award gewinnt. So könnt ihr dabei sein!

Seit die acht Finalist*innen aus den knapp 90 eingegangenen Bewerbungen Mitte September ausgewählt wurden, haben sie an über 30 Workshops und Trainings teilgenommen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählten neben Pitch Training, Fundraising, Pricing, Business Planung und Investor Readiness auch Regulatorik und Datenschutz.

Pitch Contest …

Am 24. November treten Cognate Language Learning, CryptoMate, Data Lake, ICsec S.A., Retalos, revelaire.finance, Rhoman Aerospace und Zonifero S.A. in einem Pitch Contest gegeneinander an. Die Teilnehmer*innen des diesjährigen Programms sind sehr international und kommen nicht nur aus dem europäischen Ausland – sogar Start-ups aus den USA haben sich für eine Teilnahme an der EY Startup Academy entschieden. Dabei sind die Geschäftsmodelle der Teilnehmer*innen sehr spannend: Das Spektrum reicht von Cybersicherheitslösungen über Krypto-Anbieter oder die Analyse von medizinischen Daten bis hin zu Drohnen.

… Top-Keynotes und Panel-Diskussionen

Bei dem Closing Event am 24. November stimmt eine mit Expert*innen besetzte Jury darüber ab, welches der Gründerteams während des Programms die größten Fortschritte gemacht hat – doch auch die Zuschauer*innen dürfen für ihren Favoriten abstimmen. Daneben wird es spannende Keynotes und Panel-Diskussionen mit Teilnehmer*innen aus dem Start-up-Ökosystem geben.

Auf einen Blick

Was: EY Startup Academy Closing Event
Wo: TechQuartier, Platz der Einheit 2, 60327 Frankfurt/Main (und online - Link folgt)
Wann: 24. November 2022 | 18.00 – 19.30 Uhr

Meldet euch jetzt für unser Closing Event am 24. November, um 18.00 Uhr, an und seid live im TechQuartier in Frankfurt dabei. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein können, wird ein Livestream angeboten.

GameChanger des Monats: news.oder.fake - spielerisch zur Medienkompetenz

Das Augsburger Social Start-up nof UG veröffentlichte Anfang des Jahres sein innovatives Free-to-play-Game „news.oder.fake“. Die Newsgame-App will einen spielerischen, aber fundierten Umgang mit den Themen Politik, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Medienkompetenz bieten. Mehr zu der App und der Idee des Gamified Journalism im Interview mit Co-Founder und CEO Simon Sonnenberg.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Co-Gründern Jan Sundag und Gregorz Leoniec auf die Idee zu news.oder.fake gekommen und welches Problem adressiert ihr?
Genau genommen ist die Idee zu news.oder.fake schon viele Jahre „in der Mache“. Uns hat immer die Frage interessiert, wie wir einen neuen Weg finden können, damit sich mehr Menschen mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen. Darüber hinaus liegt uns besonders am Herzen auch einen Zugang dazu anzubieten, der eine konstruktive wie intensivere Auseinandersetzung mit den Inhalten, Quellen und Medien ermöglicht. Und nach vielen Auf und Abs, Konzeptionsphasen mit vielen spannenden Menschen, haben wir drei am Ende zusammengefunden und uns gemeinsam in dieses Projekt gewagt.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live der App?
Nach der Ausgestaltung der Idee und der Klarheit, dass wir uns in die durchaus mit Fallstricken versehene Medienwelt wagen, ging es natürlich um Finanzierungsfragen und wie wir in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie mit einem Sozialunternehmen ohne Mediabudget überhaupt an Reichweite kommen können. Damit verbunden war auch sehr lange die Frage des hohen Entwicklungsaufwands, die wir dann mit Greg (Gregorz Leoniec) als Co-Gründer perfekt lösen konnten.

Wie habt ihr euren Start und damit auch euch selbst bislang finanziert?
In aller erster Linie in Eigenleistung. Ganz zu Beginn gab es zudem ein erfolgreiches Crowdfunding sowie später die Unterstützung von einigen Bekannten und Unterstützern, die von Anfang an das Projekt geglaubt und uns mit Arbeitsleistung sowie finanziell unterstützt haben. Da wir alle drei Freiberufler sind und unsere Projekte sowie Skillsets sich sehr gut ergänzen, können wir das quasi größtenteils quer stemmen. Das ist aber natürlich eine bewusste und nicht zwangsläufig ökonomische Entscheidung –, aber wir verstehen uns als Sozialunternehmen und da kann das aus unserer Sicht durchaus dazugehören.

Nun zu eurer App: Was ist das Besondere, das Innovative an news.oder.fake? Und wie genau funktioniert das News-Game?
News.oder.fake ist Deutschlands erstes Newsgame. Wir sagen: Headlines lesen war gestern, es ist Zeit sie zu spielen und damit ganz anders zu „erleben“. In unserer App kannst du also jeden Tag kontroverse und spannende Headlines spielen. Du hast 42 Sekunden, ein Bild und eine Headline. Ist sie news oder fake? Per Swipe nach links oder rechts, wie viele es vielleicht aus Tinder kennen, entscheidest du dich.

Anschließend erfährst du sofort, warum die Story news oder fake ist. Hinter jeder Headline stehen eine fundierte Story und die entsprechenden Quellen. Dafür gibt es eine Redaktion, die mit viel Mühe recherchiert und jede Headline individuell für dich spielbar aufbereitet.

Einmal gespielt, sind alle Headlines immer griffbereit in einer Sammlung zum Nachschlagen. Und natürlich erspielst du dir Punkte sowie Candies und kannst dich damit vergleichen, verbessern und bald auch gegen echte Preise einlösen.

Gewerbeversicherungsreport von Finanzchef24/andsafe

Der Report zeigt u.a.: Kleine Unternehmen und Selbständige wollen ihre Margen durch besseren Wareneinkauf, mehr Digitalisierung und Kosteneinsparungen retten. Zwei Drittel der Befragten unterschätzen die allgemeinen Gefahren sowie Risiken, die sich aus neuen Betätigungsfeldern ergeben können.

Viele Selbständige blicken angesichts explodierender Betriebskosten, nachlassender Kaufkraft und der nächsten zu erwartenden Corona-Pandemiewelle voller Sorgen in die Zukunft. Aber: Die Kleinsten und Kleinen wollen der drohenden Rezession nicht tatenlos zusehen. Dieses Fazit lässt sich aus der jüngsten Befragung ziehen, die Finanzchef24 und andsafe zusammen mit dem Panelanbieter Consumerfieldwork unter 654 Unternehmern durchgeführt haben. „Nachdem sich viele Kleinst- und Kleinunternehmer in der Corona-Pandemie im Vergleich zu Konzernen von der Politik vernachlässigt gefühlt haben, wollen sie den Herausforderungen aktiver denn je entgegentreten“, sagt Payam Rezvanian, Geschäftsleitung von Finanzchef24, zur Vorstellung des dritten Gewerbeversicherungsreports. „Die Stimmung ist branchenabhängig unterschiedlich. Viele kleine Unternehmer und Unternehmerinnen eint allerdings eine neue Entschlossenheit und Agilität, nachdem sie sich von der Regierung während der Corona-Krise kaum gesehen oder alleingelassen gefühlt haben“, sagt er. So schaut immerhin gut die Hälfte optimistisch auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten.

Die neue Geldpolitik für viele zu spät gekommen

Die Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik kommt für Deutschlands Kleinst- und Kleinunternehmer zu spät. 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Inflation das wichtigste geschäftsbestimmende Thema in den nächsten 12 Monaten sein wird. Beim letzten Report, der zum Jahreswechsel 2021/22 erhoben wurde, lag die Inflation bei rund 5 Prozent. Damals hatten lediglich 29 Prozent die Inflation als geschäftsbestimmendes Thema auf dem Radar.

Eng beziehungsweise direkt verbunden mit der Inflation sind für Unternehmen die höheren Energiepreise, steigende Betriebsnebenkosten und sinkende Konsumausgaben. Entsprechend denken 68 Prozent, dass höhere Energiepreise ihre Geschäftsentwicklung auf Jahressicht beeinflussen werden. 41 Prozent erwarten zudem sinkende Konsumausgaben, die auf den Umsatz schlagen. „Selbst wenn ein Kleinst- oder Kleinunternehmer weniger Energie benötigt als die Industrie, so fressen die horrenden Energiepreise die ohnehin schmalen Margen. Die Kombination mit gleichzeitig nachlassender Nachfrage könnte für einige existenzbedrohlich werden“, fasst Payam Rezvanian zusammen.

Die größten (Dauer-)Probleme: Lieferkettenprobleme, Corona und Fachkräftemangel

Nicht mehr ganz so wichtig wie im Vorjahr stufen die Befragten im neusten Gewerbeversicherungsreport die Corona-Pandemie ein. War Covid-19 im Jahr 2021 für 64 Prozent das bestimmende Top-Thema für den Businessalltag, gehen im Herbst 2022 noch 47 Prozent der Befragten davon aus, dass ihr Geschäft unter der Pandemie leidet oder für einen weiteren Schub sorgt – je nach Branche.

35 Prozent der Befragten gehen weiter davon aus, dass sich Lieferprobleme auf den Geschäftsbetrieb auswirken. Der Fachkräftemangel rangiert aktuell mit 34 Prozent im Mittelfeld der geschäftsbeeinflussenden Faktoren. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Thema damit noch einmal zugespitzt, spielte es 2021 doch nur für 27 Prozent der Befragten eine Rolle. Ebenfalls im Mittelfeld der Themen zu finden, sind ökologische beziehungsweise Nachhaltigkeitsthemen für 32 Prozent der Befragten.

Teure Kredite als neues Problemfeld

Die geänderte Zinspolitik der Notenbanken hat zudem direkte Auswirkungen auf die Refinanzierung. Ob Geld für die Expansion oder Investitionen: Immerhin 28 Prozent der Unternehmen sehen höhere Zinsen für Darlehen als ein Problem an, das ihre Geschäftstätigkeit beeinflussen wird. Mehr als jeder vierte Unternehmer erwartet beim Thema Fremdkapital Gegenwind. Unternehmen, die Geld von der Bank benötigen, müssen deutlich mehr dafür zahlen oder scheitern an neuen Risikobestimmungen. Gerade auf Selbständige mit einem erhöhten Kapitalbedarf kommen schwierigere Zeiten zu, so die Folge.

Jede(r) Fünfte hat schlechte persönliche Konjunkturerwartungen

Dennoch gibt es Hoffnungsschimmer im kleinen Mittelstand. Laut Umfrage beurteilen 12 Prozent die mittelfristige Geschäftsentwicklung als sehr gut – Ukraine-Krieg, Inflation und Engpässen zum Trotz. Ganze 37 Prozent erwarten auf Jahressicht eine gute Geschäftsentwicklung. 30 Prozent sind unentschlossen. Mehr als jeder fünfte Kleinst- und Kleinunternehmer hat jedoch nur eine ausreichende oder sehr schlechte persönliche Konjunkturerwartung.

Der Gewerbeversicherungsreport zeigt jedoch auch: Hiesige Klein- und Mittelständler haben genaue Vorstellungen, welche Stellschrauben sie trotz oder gerade angesichts der exogenen Faktoren bedienen müssen. „Das Thema Wettbewerbsfähigkeit wird für den Kleinst- und Kleinunternehmer im Herbst 2022 neu ausgelotet. Es zählt nicht mehr allein, mit dem richtigen Produkt zu einem wettbewerbsfähigen Preis am Markt zu sein – sondern überhaupt zu einem Preis liefern zu können“, erklärt Payam Rezvanian. Ähnlich wie im Vorjahr sieht die Mehrheit in höheren Gewinnen beziehungsweise besseren Margen den wichtigsten Schlüssel, um am Markt zu punkten. Für 43 Prozent der Befragten ist dies die Top-Antwort (2021: 39 Prozent). Auf dem zweiten Platz der Maßnahmen steht die klassische Außenwerbung für 26 Prozent der Unternehmer (2021: 28 Prozent). Die dritte Stellschraube für mehr Wettbewerbsfähigkeit lautet für circa jeden fünften Kleinst- und Kleinunternehmer (21 Prozent) in Anbetracht der extremen Energiepreise Kostenreduktion durch Einsparungen.

Jede(r) Fünfte will schneller und digitaler werden

Auch das Thema Geschwindigkeit gewinnt in Zeiten von Corona, Fachkräftemangel und Knappheit an Fahrt. Es geht für den Mittelstand nicht nur darum, schneller in der Produktionszeit zu sein. Sondern ebenso schneller in Bezug auf sich ändernde Kundenbedürfnisse, agiler in puncto der Arbeitsprozesse sowie aufgeschlossener gegenüber Neuem und Veränderung. Ungefähr jeder fünfte befragte Kleinst- und Kleinunternehmer (19 Prozent) gibt an, seine Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit für mehr Wettbewerbsvorteile erhöhen zu wollen. Die Digitalisierung wollen 18 Prozent vorantreiben. Jeder Neunte will jedoch ebenso seinen Wareneinkauf optimieren. 8 Prozent wollen ihre Lieferantenbeziehungen verbessern, um bei der Beschaffung eher oder schneller zum Zug zu kommen. 3 Prozent denken sogar darüber nach, komplett neue Rohstoffquellen zu erschließen.

Viele Selbstständige blauäugig unterwegs

Agilität ist für das unternehmerische Überleben wichtig, birgt laut Finanzchef24 und andsafe jedoch Gefahren. „Denn die Risiken werden umso mehr, je mehr Kleinst- und Kleinunternehmer ihren Wirkradius vergrößern. Dort, wo neue Chancen winken, kann das Nichtwissen um begleitende Gefahren schnell zur existenziellen Bedrohung werden“, sagt Christian Buschkotte, Managing Director bei andsafe. Diese deutlich selbstbestimmteren und an den Krisen der letzten Jahre gewachsenen Unternehmer müssen sich nach Worten des Experten neues Wissen aneignen, wie sie sich und ihre Unternehmung in Zeiten dieser Veränderungsdynamik adäquat schützen können. Welche Absicherungsmöglichkeiten der Gewerbeversicherung es dafür gibt, ist jedoch vielen laut den Zahlen des Gewerbeversicherungsreports nicht klar. Nur rund jeder Dritte bezeichnet seine Kenntnisse als sehr gut oder als gut (34 Prozent). Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) sieht erhebliche Lücken. Und 39 Prozent beurteilen ihr eigenes Wissen diesbezüglich als befriedigend. Buschkotte: „Diese Unkenntnis führt ins Risiko. Ein Großteil der Selbstständigen ist kaum aufgeklärt und riskiert täglich seine finanzielle Existenz und Unabhängigkeit durch Nichtwissen.“

Weitere Infos zum Gewerbeversicherungsreport gibt’s hier

Hamburgs Zukunftswerkstatt für Food-Innovationen gestartet

Hamburgs Zukunftswerkstatt für Food-Innovationen – der Food Harbour Hamburg (FHH) – startet seine Innovationsarbeit für die Food- & Beverage-Industrie.

Gerade in der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation, wo Kostenoptimierung im Fokus steht, sind alle Akteur*innen herausgefordert, nachhaltig relevante Innovationen zu entwickeln und in den Markt zu bringen. „Heute kämpfen einerseits dynamisch wachsende Start-ups mit der Skalierung, also der effizienten Steigerung ihrer Stückzahlen, während andererseits die bereits etablierten Unternehmen herausgefordert sind, sich und ihre Produkte zum Teil komplett neu zu erfinden“, beschreibt Food Harbour Hamburg Co-Founder und Geschäftsführer Jochen Matzer die aktuelle Ausgangssituation.

„Exakt diese Herausforderung, nämlich mit Innovationen effizient zu wachsen, lösen wir mit dem Full-Service-Angebots unseres Food-Accelerators“, so Co-Geschäftsführer Sebastian Heinz. „Denn wir bieten sowohl etablierten Food- & Beverage-Produzenten wie auch Food-Start-ups ein umfangreiches, modulares Service-Portfolio, das von der Definition des Produkt- und Markenkonzepts bis zur Rezepturentwicklung, der ersten Kleinserienproduktion sowie der mehrkanaligen Vermarktung reicht.“


Verkaufsfähige Kleinserien entwickeln

Seinen Partner*innen und Projektkund*innen bietet der Food Harbour Hamburg auf dem Food-boom-Campus in der Billstraße 114 eine vollwertige Entwicklungs- und Produktionsumgebung, in der Starts-ups und Industrie die ersten, verkaufsfähigen Kleinserien entwickeln und im nächsten Schritt produzieren können. „Wir werden perspektivisch die relevanten Anlagen hier vor Ort haben. Ansonsten verstehen wir uns als Schnittstelle zu entsprechenden Produktionsdienstleistern sowie den spezialisierten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, wo wir alle weiteren Prozessschritte durchführen können“, so Kay Schumacher, der im Team den Bereich Processing und Technologie verantwortet. Zusätzlich profitieren die Harbour-Partner*innen von der kulinarischen Kompetenz des Harbour-Mitgesellschafters Foodboom: „Wir verfügen über eine langjährige Kompetenz, neue Trends aus der Gastronomie in innovative Markenprodukte zu übertragen“, so Mitgründer Hannes Arendholz, der die Entwicklung neuer Rezepturen verantwortet.

Die zentralen Vorteile dieses One-Stop-Shopping-Angebots liegen laut Matzer klar auf der Hand: „Unsere Partner beschleunigen ihre Inhouse-Innovationsprozess deutlich, haben gleichzeitig die Möglichkeit, unser vielfältiges Know-how sowie unsere breiten Entwicklungs- und Produktionsressourcen flexibel und kosteneffizient für sich zu nutzen und sich außerdem im kreativen Austausch mit weiteren Food- und Beverage-Pionieren zu vernetzen.“

Hamburger Ernährungswirtschaft als Wachstumstreiber

Nach über zweijähriger Entwicklungsarbeit gab der Hamburger Senator für Wirtschaft und Innovation Michael Westhagemann jetzt den offiziellen Startschuss. Der Food Harbour Hamburg ist dabei ein Kernelement der Wachstums- und Innovationsoffensive von Hamburger Senat und Bürgerschaft mit dem Ziel, die Ernährungswirtschaft in der Metropolregion Hamburg zu einem Wachstumstreiber zu machen. Westhagemann: „Der Food Harbour Hamburg ist ein besonderes Projekt des zukünftigen Food Cluster Hamburg, weil es den Heimathafen für viele Food Start-ups und Mittelstand Unternehmen bildet, um Lebensmittel einer neuen Generation zu entwickeln. So sollen neue und innovative Produkte entstehen und Rohstoffe der Zukunft aus Hamburg heraus kreiert werden.“

Start-up-Programm, Know-how und mehr

Zum Angebot des Harbours gehört auch ein sechsmonatiges Start-up-Programm, in dem Jung-Unternehmer*innen auf die nächste Entwicklungsstufe gebracht werden. „Wir liefern dafür den Start-ups gezielt das Know-how und die Ressourcen, die sie für den nächsten Wachstumsschritt brauchen“, so Programmleiterin und Co-Founderin Stefanie Ostendorf. Mit dem morgigen Startschuss für den Food Harbour startet auch der erste Batch für fünf Start-ups aus der Metropolregion Hamburg, die sich mit ihren Produkt-Innovationen den Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung vorstellen.

Neben einer initialen Förderung durch die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation wird der Betrieb des Food Harbour Hamburg durch die Businesspartner- und Projektkund*innenen finanziert, die ihre individuellen Leistungspakete entsprechend vergüten. Dabei haben die Businesspartner*innen den Vorteil, dass sie sich auf Basis eines dreijährigen Rahmenvertrags den bevorzugten Zugriff auf die vorhandenen Ressourcen sichern.

„Co-Creation ist unsere Mission. Nur gemeinsam machen wir Hamburg zum Hotspot eines neuen, nachhaltigen Food Systems. Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit den bestehenden Pionieren wie foodactive, dem Food Innovation Camp, dem foodlab und FoodWorks sowie den entsprechenden Wissenschaftsinstituten der Hamburger Universitäten“, so Mitgründer Philipp Stradtmann.

Deutsche Gründungsaktivitäten im Aufwind

Den Ergebnissen der aktuellen Ausgabe des Global Entrepreneurship Monitors (GEM) zufolge, stieg die Gründungsquote in Deutschland zuletzt wieder an: 2021 ist sie im Vergleich zu 2020 um rund 2 Prozent auf 6,9 Prozent gestiegen.

Die im Rahmen der vom RKW Kompetenzzentrum sowie der Leibniz Universität Hannover für Deutschland durchgeführten internationalen Vergleichsstudie ermittelte Gründungsquote von knapp 7 Prozent im Jahr 2021 enthält einen deutlichen Anstieg um 2,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr (4,8 Prozent in 2020). Ursächlich für die höhere Gründungsdynamik in Deutschland sind unter anderem die schnelle Anpassungsfähigkeit der Gründenden an die durch die Corona-Pandemie veränderten Rahmenbedingungen, die Reaktion auf die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie seitens der Wirtschaftspolitik sowie durch die Pandemie neu entstandene unternehmerische Chancen, insbesondere in Bezug auf digitale Produkte und Dienstleistungen.

Die Gründungsquote in 2021 ist damit auf dem zweithöchsten Stand (Höchststand 2019, Gründungsquote 7,6 Prozent) der seit 1999 jährlich durchgeführten GEM-Erhebungen. Die Ergebnisse der letzten drei Jahre sind somit ein Indikator für einen möglichen Trend hin zu mittel- und langfristig höheren Gründungsaktivitäten in Deutschland. Diese Entwicklung wurde in 2020 – bedingt durch die Corona-Pandemie – zwar kurzzeitig ausgebremst, gleichzeitig gaben damals aber schon 63 Prozent der Personen mit Gründungsabsicht an, ihre Geschäftsaufnahme lediglich verschoben zu haben.

Zuwächse bei geplanten und umgesetzten Gründungen

Die Gründungsquote wird im GEM als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen definiert, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben (Young Entrepreneurs) und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen (Nascent Entrepreneurs). Die Gründungsquote der Young Entrepreneurs betrug im letzten Jahr 2,7 Prozent und erhöhte sich damit um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020. Die Gündungsquote der Nascent Entrepreneurs betrug 4,3 Prozent, das ist ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020. Die Gründungsquoten beider im GEM untersuchten Gruppen haben sich somit in 2021 positiv entwickelt. Der Anteil der Nascent-Entrepreneurs an der GEM-Gründungsquote betrug auch in den durch die Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 jeweils etwa zwei Drittel und ist somit unverändert zu den drei Vor-Pandemie-Jahren.

Dt. Gründungsquote im internationalen Vergleich auf dem Niveau von Frankreich, Finnland und Luxemburg

Deutschland belegte in 2021 unter den 31 GEM-Ländern mit hohem Einkommen in Bezug auf die Gründungsquote den 23. Rang. Europäische Nachbarländer wie Frankreich und Luxemburg sowie Finnland wiesen eine ähnliche Gründungsquote auf. Zu „Gründungsnationen“ wie den USA (Gründungsquote 16,5 Prozent) besteht mit einer Gründungsquote von 7 Prozent allerdings noch ein deutlicher Abstand. In diesem Zusammenhang ist jedoch anzumerken, dass in Ländern, in denen die Gründungsdynamik deutlich höher ist als in Deutschland, gleichzeitig auch die Anzahl der Geschäftsaufgaben ausgeprägter ist. So gaben in den USA im Vergleich zu Deutschland in 2021 rund zweimal so viele Personen an, ein ihnen gehörendes Unternehmen geschlossen zu haben. Das Unternehmertum in Deutschland zeichnet sich somit durch eine hohe Resilienz aus.

Zum Weiterlesen: Der vollständige GEM Länderbericht Deutschland 2021/22 steht hier zum Download zur Verfügung.

N26 wollte Bitpanda aufkaufen, aber kam nicht weit

Laut einem Bericht des Magazins Finance Forward wollte das Berliner Unicorn N26 2020 das damals noch nicht Unicorn Bitpanda aus Wien kaufen.

3,5 Milliarden Euro war Bitpanda nach der letzten großen Finanzierungsrunde – 223 Millionen Euro im August 2021 – wert. Auch wenn Investor*innen hier aktuell wegen des Krypto-Winters und nach der Kündigung von rund 300 Mitarbeiter*innen im Juni dieses Jahrs vielleicht Abschläge bei der Bewertung machen würden – eine Übernahme des Unicorns käme nur mehr für wirklich große Konzerne infrage. Mitte 2020, als Bitpanda gerade eine kleine Finanzierungsrunde mit dem auf FinTech spezialisierten Branchenfonds von Speedinvest abgeschlossen hatte und noch kein Unicorn war, sah das aber noch anders aus. Damals soll es laut einem Bericht von Finance Forward ein Übernahmeangebot von der Berliner Neobank N26 gegeben haben. Das Magazin bezieht sich im Bericht auf „Insider“.

N26 & Bitpanda: Übernahme-Verhandlungen scheiterten schon sehr früh

Der Hintergrund: Das von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete N26 wollte schon damals ein (Krypto-)Trading-Angebot in der eigenen App aufbauen. Das ist bis heute nicht umgesetzt worden. 2020 seien die Verhandlungen aber bereits in einem frühen Stadium wieder gescheitert, heißt es bei Finance Forward – wohl primär, weil das Krypto-Scale-up durch eigene Finanzierungsrunden weiter wachsen wollte, wird gemutmaßt. Wenige Monate später schloss Bitpanda eine eigene 44 Millionen Euro Serie A-Finanzierungsrunde ab und katapultierte sich wohl damit bereits in eine Bewertung, die N26 nicht mehr stemmen hätte können. Im März 2021 wurde das Wiener FinTech dann mit einer 142 Millionen Euro-Runde zum Unicorn. Schon vor den großen Finanzierungsrunden fuhr es hohe Umsätze ein und schrieb schwarze Zahlen.

Kooperation über Whitelabel-Lösung soll kommen – Warten auf Genehmigung

Die Gespräche zwischen N26 und Bitpanda gingen dem Vernehmen nach, nachdem eine Übernahme vom Tisch war, in Sachen Kooperation weiter. Bitpanda hat ein Whitelabel-Angebot, das unter anderem von Lydia aus Frankreich, Fabrick aus Italien oder Plum aus dem Vereinigten Königreich genutzt wird. Anfang dieses Jahres gab es dann Berichte über eine mögliche Kooperation zwischen dem Berliner und dem Wiener Unicorn. Laut Finance Forward steht bis dato allerdings eine Genehmigung der deutschen Finanzaufsicht BaFin für den genannten Service aus.

Entrepreneurship Summit 2022

Am Donnerstag, 06. Oktober, als hybrides Event online, und dann in Berlin vor Ort am 22./23. Oktober treffen sich mehr als 1000 Entrepreneur*innen, Gründende und Gründungsinteressierte, um die Transformation der Ökonomie voranzutreiben. Das erwartet dich online und vor Ort.

“The Berlin Way of Entrepreneurship”

Unter dem Motto “The Berlin Way of Entrepreneurship” versammeln sich am 22./23. Oktober 2022 mehr als 1000 Entrepreneur*innen, Gründer und Gründungsinteressierte auf dem Entrepreneurship Summit in Berlin, um die Transformation der Ökonomie voranzutreiben. Berlin steht als Sinnbild für ein europäisches, wertebasiertes Entrepreneurship, das auch künstlerische, fantasievolle, unkonventionelle Wege einschlagen kann.

Im Henry-Ford-Bau der Freien Universität in Berlin-Dahlem wird von Samstag früh bis Sonntag spät alles geboten, was Gründer*innen, Gründungsinteressierte und Zukunftsenthusiast*innen brauchen. Workshops, Keynotes, Pitches vor Expert*innen, Diskussionen und ein einzigartiger Wettbewerb, bei dem 10 Gründer*innen den Proof of Concept, den Markttest, für ihre Idee/ ihr Projekt vor gesammeltem Entrepreneurship-Summit-Publikum machen.

Das Alleinstellungsmerkmal von Entrepreneurship nutzen

Auf dem Entrepreneurship Summit soll es aber nicht nur darum gehen, Vorschläge zu machen, die die Welt retten – davon gibt es schon viele. Und es soll nicht nur darum gehen, Unternehmen zu gründen – auch dafür braucht man keine weitere Veranstaltung mehr.

Es soll vielmehr darum gehen, mit unternehmerischem Denken und Handeln neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, um die Welt zu retten.

Und das kann eine ungeahnte Dynamik auslösen. Weil Entrepreneur*innen nicht auf politische Mehrheiten warten müssen, um ihre Idee, die Welt zu retten, in die Praxis umzusetzen. Sie können hier und jetzt starten.

Der Entrepreneurship Summit 2022 wird veranstaltet von der Stiftung Entrepreneurship unter der Leitung von Prof. Günter Faltin.

Tech-Start-up Enmacc erhält zweistelligen Millionenbetrag

Das Münchner Tech-Start-up Enmacc erhält im Rahmen seiner Serie B-Finanzierung einen zweistelligen Millionenbetrag, um seine Führungsrolle in Europa auszubauen.

Seit Wochen dominieren die europäischen Energiemärkte die Schlagzeilen. Im Verlauf der öffentlichen Debatte wird immer deutlicher, wie komplex und wichtig der Handel mit Strom und Gas ist. Zugleich rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die bisher nur Expert*innen bekannt waren.

Eines davon ist die 2016 in München gegründete Enmacc GmbH. Das junge deutsche Technologieunternehmen ist Europas größte OTC-Handelsplattform für Energie und übernimmt mit seiner digitalen Handelsplattform für Gas und Strom eine zentrale Aufgabe für den deutschen Energiegroßhandel. Diese hat sich binnen weniger Jahre als digitale und innovative Alternative zu den traditionellen Brokern und Börsen etabliert.

Enmacc ermöglicht den außerbörslichen Terminhandel (OTC, Over the Counter) von Gas, Strom und Grünstromzertifikaten. Das Alleinstellungsmerkmal der Enmacc-Plattform ist die proprietäre Handelslösung für den Request-For-Quote-Handel. Das bedeutet: Händler*innen können in Sekundenschnelle ihre Handelspartner*innen über ihr Interesse informieren. Im Gegenzug erhalten sie umgehend konkurrenzfähige, handelbare Quotierungen von mehreren Handelspartner*innen. Diese Art des digitalen Handels soll Händler*innen speziell dann Liquidität verschaffen, wenn in den traditionellen Order-Büchern der Börsen und Broker nur wenige Preise zur Verfügung stehen.

Series-B Finanzierungsrunde zum Ausbau der Führungsrolle

Als wichtige Etappe seiner Entwicklung hat Enmacc nun eine Series-B Finanzierungsrunde bekannt gegeben, um seine europäische Führungsrolle auszubauen und durch effiziente Handels- und Marktinfrastrukturen die Energiewende zu beschleunigen.

Jens Hartmann, CEO der Enmacc GmbH, erklärt: “Die Energiemärkte sind aktuell durch ein extremes Preisniveau, bisher ungekannte Volatilität und dadurch äußerst geringe Liquidität gekennzeichnet. Dies stellt die Marktteilnehmer vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind jetzt vor allem digitale Handelsmöglichkeiten, die den Beteiligten helfen, ihr Netzwerk an Handelspartnern zu erweitern und letztlich ihre Liquidität zu verbessern. Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass sich der Energiehandel weiterentwickeln muss. Er muss digitaler werden und die Diversität der Marktstrukturen fördern. Die Energiewende kann nur auf Grundlage effizienter Märkte gelingen, die wirtschaftliche Anreize zur Dekarbonisierung setzen.”

Lead-Investor der aktuellen Serie B-Finanzierung ist Klima Energy Transition, ein kürzlich bei 210 Millionen Euro geschlossener Spätphasen-Venture Capital-Fonds des weltweit tätigen Investment Banking und Asset Management-Unternehmens Alantra. Es beteiligen sich zudem Chevron Technology Ventures und Bestandsinvestoren an der Finanzierungsrunde. Bislang wurde Enmacc von namhaften VCs wie Cherry Ventures, Piton Capital, Illuminate Financial und der 10x-Gruppe finanziert. Weitere Investoren werden in den nächsten Wochen die bereits überzeichnete Runde komplettieren.