Gründer der Woche: KidPick-App – kinderleicht koordinieren

Gründer der Woche 13/17


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KidPick will Eltern den Alltag erleichtern. Ob Abholtermine und Dates mit anderen Eltern und deren Kids ausmachen oder schnelle Infos in der Community austauschen – Anna Figoluschka leistet dies mit ihrer KidPick-App. Mehr dazu im Interview:


Wie bist du auf die Idee zu deiner KidPick-App gekommen?

Als ich vor drei Jahren die Idee zur KidPick-App hatte, war ich in Vollzeit als Sales Managerin in einer Agentur auf der anderen Seite der Stadt beschäftigt. Manchmal gab es die Situation, dass ich es nicht rechtzeitig schaffte, unseren Sohn aus der KiTa abzuholen, weil ein Bahnstreik oder ein Kundenanruf dazwischen kam. Das bedeutete, schnell einen Ersatzabholer finden zu müssen. Bloß, wie geht das so spontan in letzter Minute? Die einen erreicht man telefonisch gut, die haben aber keine Zeit, aber ein Pläuschchen muss sein. Die anderen erreicht man per WhatsApp, die können aber erst morgen einspringen, wieder andere "bitte nur per SMS kontaktieren".

Damals dachte ich, es muss die digitale Lösung geben, die genau diese Lücke schließt: all diejenigen kinderrelevanten Kontakte vereint in einer App, die sich auf das Wesentliche der Terminfindung fokussiert und das Hin und Her vermeidet. Für schnelle Lösungen eines Problems, das eigentlich keines ist, denn man hat durch die anderen Eltern in KiTa und Schulklasse vertraute Personen, die einen unterstützen können, und man würde im Tausch das Gleiche tun und deren Kinder mitbeaufsichtigen.


Ketzerisch gefragt: Warum genügt zur Kommunikation unter Eltern eigentlich nicht eine gewöhnliche WhatsApp-Gruppe? Da sind doch eh fast alle aktiv.

Ein Grund sind die fehlenden deutschen Datenschutzbestimmungen. Die Daten, die ich bei WhatsApp preisgebe, werden durch Dritte genutzt. Das kann man machen, aber spätestens wenn es um unsere Kinder geht, sollten wir einen anderen Maßstab anlegen. Da zählt Sicherheit und auch die Frage: Will ich, dass die Daten, die über mein Kind (und mich) gesammelt und gespeichert werden, mir oder dem Kind noch Jahre später nachhängen?

Ein anderer Grund ist das endlose Hin und Her in solchen Gruppen. Wenn ich z.B. frage: „Wann ist das nächste Fußballturnier der Kinder?”, antworten zig Leute mit mehr oder minder relevantem Informationsgehalt. Ganz am Ende des Chats erfahre ich evtl. das, was ich wissen wollte. Das raubt Zeit. Wenn ich guten Austausch oder Gespräche haben will, geht das ja nach wie vor besser am Spielfeldrand im persönlichen Gespräch als über Messenger Chats.

Ich bin auch für eine Trennung der verschiedenen Kontaktnetzwerke. Ich halte es für absolut unpraktisch, dass ich in sämtlichen sozialen Medien nur eine Identität mit meinem Klarnamen haben darf. Die Idee von KidPick ist die eines “Single purpose Messengers” – also auf eine Funktion begrenzt. Man ist doch kommunikativ in verschiedenen Funktionen unterwegs: privat oder privat mit Kind, beruflich an Neuorientierung interessiert oder beruflich im bestehenden Job befindlich etc.

Außerdem, auch ganz ketzerisch, bin ich der Meinung, dass wir Deutschen gut daran täten, etwas ebenso Praktisches und Besseres selbst zu bauen, als immer nur das amerikanische Vorbild zu nutzen.


Was waren dann nach der Ideenfindung die wichtigsten Schritte von der UG-Gründung bis zur fertigen App?

Für das "Ping Pong" zur Ideenentwicklung habe ich viel mit anderen Eltern und Kollegen gesprochen. Dann hatte ich einen Kooperationspartner, der IT-Projektmanager ist, und wir haben zusammen an der Idee gefeilt, das Pitch-Deck zusammen umgesetzt, das erste MVP als Web-App und mobile App bauen lassen, bis wir Entwickler gefunden haben, die die App nativ umsetzen würden. An diesem Punkt war ich leider plötzlich auf mich alleine gestellt, da der Partner sich wieder seinem Business zugewendet hat. Aufgeben war da für mich keine Option mehr.

Die Suche nach Investoren hat viel Zeit geraubt. Und die Aussagen "Erst das MVP mit Minimum 1000 Nutzern macht Investoren neugierig" und „Als Eltern gründen und in einem Accelerator aufgenommen werden ist aussichtslos, ihr könnt doch nicht 24/7 arbeiten, weil ihr Kinder habt”, haben mich dermaßen demotiviert, weiter zu suchen, dass ich mich entschlossen hatte, mit eigenem Geld und einem Privatdarlehen in die Umsetzung zu gehen.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Ich habe mich gleichzeitig um das Entwickeln der Wireframes und des Flowcharts, des UX-Designs sowie um sämtliche formalen Dinge der UG-Gründung und der Webseite alleine gekümmert und mit ehemaligen Kollegen umgesetzt. Das hieß: Gleichzeitig Netzwerk aufbauen, sich weiterbilden, einem Job nachgehen - ich bin nach wie vor für das Neugeschäft einer Agentur zuständig - und Mutter und Ehefrau sein.


Gab es Momente, wo du dir nicht mehr sicher warst, dass du dein Projekt stemmst?

Oh ja. Die Momente gab und gibt es. Die gehören dazu. Zumal ich als Solopreneurin nicht meinem Geschäftspartner zurufen kann: „Kümmere du dich mal, ich schaff das heute nicht!“ Zurzeit bin ich auf der Suche nach Entwicklern, die die App nicht nur wieder stabil zum Laufen bringen (da gab es mit den vorigen Entwicklern plötzlich Probleme), sondern nach wie vor auf der Suche nach Investoren, Förderern und Mitgründern, die das Potenzial einer digitalen Lösung, die bereits auf dem US-amerikanischen Markt gut angenommen wird, erkennen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehört nicht nur hierzulande zu den größten Herausforderungen für Eltern und Unternehmen. Die Möglichkeit, durch KidPick dazu beizutragen, dass sich Eltern vernetzen mit allen potenziellen, vertrauten Betreuern in ihrem Umfeld – seien es andere Eltern, Großeltern, Babysitter, Tagesmütter, Erzieher, Lehrer, Trainer –, und dadurch Entlastung erfahren, halte ich für ein wunderbares Ziel!


Nun zu deiner
KidPick-App. Auf den Punkt gebracht: Was kann sie, an wen richtet sie sich und was kostet sie?

KidPick ist eine App für Eltern, die Verabredungen, Abholtermine und Fahrgemeinschaften der Kinder im eigenen sicheren Netzwerk koordiniert. In der jetzigen Version ist KidPick eine “Verabreden-App”.  Eltern legen sich ein Netzwerk aus den kinderrelevanten Kontakten an und können gleich loslegen mit dem Verabreden

Dabei gibt es praktische Features wie neue Netzwerkmitglieder durch einen QR-Code schnell hinzufügen, einen Termin in den geräteeigenen Kalender übernehmen, Routenplaner öffnen (denn nicht jeder Abholer kennt den Weg zur Freundin der Tochter).

Die KidPick-App ist in der jetzigen Version als Freemium, also kostenlos, testbar. Nach einem Monat hat man sich x Freunde dazu eingeladen und nutzt die KidPick-App weitere x Monate kostenlos, dann zahlt man 2,99 Euro monatlich oder nimmt gleich das Jahresabo für 29,99 Euro.


Deine App wird international heruntergeladen. Sehr viele User kommen, wie du angedeutet hast, aus den USA. Wie kommt das?

Das hat mich auch zuerst erstaunt. Bei den Umfragen unter amerikanischen Eltern hatte ich vorab den Eindruck, kein amerikanisches Elternteil würde jemals sein Kind fremd betreuen lassen, jeder fährt und bringt die Kinder höchstpersönlich überallhin. In der Wirklichkeit sieht es aber ganz anders aus. Die USA sind in der englischen Android-Version, was die Downloadzahlen angeht, an erster Stelle. Das kommt, wie ich inzwischen gelernt habe, daher, dass US-Amerikaner nicht über die Sozialleistungen verfügen, die wir in Deutschland genießen. Es gibt weder bezahlte Elternzeit noch Kindergeld und auch keinen geförderten KiTa-Platz. Die Betreuung der Kinder muss also wahnsinnig flexibel gestaltet sein und ist Privatsache. Da leuchtet es absolut ein, dass US-Amerikaner auf Angebote wie die KidPick-App zurückgreifen, die Kommunikation rund um die Kinderbetreuung und Terminliches regelt. Außerdem sind Menschen in den USA erwiesenermaßen experimentierfreudiger, was neue digitale Angebote betrifft, als wir Deutschen.


Umso wichtiger für dich, hierzulande auf deine App aufmerksam zu machen – wie bist du da unterwegs?

Networking und Facebook haben sich als die wirksamsten Methoden erwiesen. Ich bin in der Entrepreneur-Szene und besonders unter den “Mompreneurs” gut vernetzt und werde sowohl von Bloggern als auch in Business-Netzwerken sehr unterstützt. Facebook-Kampagnen, Presseartikel und Interviews im Business-Umfeld lassen die Downloadzahlen ansteigen. Ansonsten hilft natürlich Mund-zu-Mund-Propaganda und die Weiterempfehlungen begeisterter Eltern. Für eine großangelegte Medienkampagne fehlte bisher das Geld. Wenngleich es schön wäre, mehr Aufmerksamkeit auf diese Alltagserleichterung für Eltern zu ziehen.


Was sind deine nächsten unternehmerischen Ziele?

Die Festanstellung von Entwicklern, PR- und Social-Media-Strategen sowie Designern ist das Ziel für dieses Jahr. Ich suche Leute, die hinter der Idee stehen, die das Potenzial begreifen und bereit sind, Zeit, Geld und Kompetenz zu investieren. Und es wäre großartig, KidPick noch mehr Zeit widmen zu können. Die Themen Digitalisierung und wirkliche Alltagserleichterung sind meine Leidenschaft.


Und wie immer zuletzt gefragt: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Dreht lieber nochmal eine Extrarunde auf der Suche nach Mitgründern und Kapital, bevor ihr beschließt, alleine zu gründen. Außer es ist ein Produkt, das ihr völlig selbständig, ohne die Hilfe anderer umsetzen könnt. Das geht dann vielleicht auch leichter alleine. Aber alles, bei dem man auf die Performance anderer angewiesen ist, kann einen so sehr ausbremsen, dass es der Unternehmensentwicklung schadet. Ansonsten gilt: mutig sein, Vorbilder um Hilfe bitten, dranbleiben, resilient sein.

Hier geht’s zur KidPick-App

Das Interview führte Hans Luthardt

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CamperBoys sichern sich Millionenbetrag zur Expansion

Der Helvetia Venture Fund erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an der Campervermietung CamperBoys und legt damit den Grundstein für weitere Entwicklungen.

CamperBoys entsprang 2016 nicht nur dem Freiheitsdrang der beiden Gründer Andreas Mall und Paul Pizzinini, sondern auch ihrem Wunsch, die unvergesslich individuellen Reisemomente des Vanlifes für mehr Menschen zugänglich zu machen. Aus einem Traum und einem alten Wohnmobil wuchs schnell ein vielfältiges Team voller Tatendrang und eine Flotte aus 700 Fahrzeugen, die an sechs Standorten in Deutschland mietbar sind. Mithilfe von intern entwickelten Software-Tools setzt das junge Team Maßstäbe in der digitalen Customer Journey und erleichtert seinen Kund*innen zudem mit einem persönlichen Routenservice die Reiseplanung.

“Mit der Beteiligung an CamperBoys investiert der Helvetia Venture Fund in einen bei der Kundschaft sehr beliebten Anbieter für Camper-Miete im deutschen Markt und erhält so die Chance, aus erster Hand mehr über die sich verändernden Bedürfnisse von Urlaubern und ihre Freizeitaktivitäten, die sich während der Pandemie noch stärker und schneller gewandelt haben, zu lernen”, erklärt Stefano Saeger, Principal bei Helvetia Venture Fund.

Aus Sicht des Gründer-Duos war das Investment des Helvetia Venture Fund auch auf persönlicher Ebene ein Volltreer: “Eine freundschaftliche, wertschätzende und dennoch sehr ambitionierte Unternehmenskultur ist der wesentliche Treiber für den Erfolg von CamperBoys. Mit dem Helvetia Venture Fund konnten wir einen starken Partner gewinnen, der diese Werte teilt und uns mit seinem langfristigen Horizont begleiten kann.”

Mit den neuen Mitteln will CamperBoys die Expansion in neue Städte und den Ausbau des Produktportfolios vorantreiben. Sowohl in Frankfurt als auch in Weilheim an der Teck werden bald weitere Standorte eröffnet. Zudem werden die ersten Elektrocamper in die Flotte aufgenommen: Der VW ID Buzz mit eingebauter Campingaustattung soll neue Möglichkeiten für nachhaltigeres Reisen eröffnen.

Bavarian Airlines: 18-jähriger Gründer Adem Karagöz im Interview

Adem Karagöz ist mit gerade einmal 18 Jahren Co-Gründer der Fluggesellschaft Bavarian Airlines mit Sitz in München. Wir haben genauer nachgefragt.

Eine Story sorgte dieser Tage nicht nur in der StartingUp-Community aus mehreren Gründen für Diskussionsstoff: Der 18-jährige Adem Karagöz gründet in München die auf Business-Kurzstreckenflüge fokussierte Bavarian Airlines. Noch dieses Jahr will er durchstarten. Wir haben im Interview unter anderem nachgefragt, ob sein Alter ein Thema ist, wie er an das Kapital gekommen ist und was er auf Kritik zum „Klimakiller Kurzstreckenflug“ entgegnet.

Andere 18-jährige Gründer bauen eine App. Woher nimmt man mit 18 das Know-how, eine Fluggesellschaft zu gründen?

Ich habe viele Freunde, die im Aviation-Bereich arbeiten. Ich habe mich immer für Flugzeuge interessiert und war früher selbst Segelflieger. Ich habe dann gesehen, dass der Service von europäischen Airlines in der Business und Economy Class relativ schwach ist und dachte, ich kann das vielleicht verbessern und eine Airline mit gutem Service und gutem Sitzkomfort gründen.

Ich hake nochmal beim Thema Alter nach. 18 ist sehr jung, um eine Airline zu gründen. Sie müssen ja auch Verhandlungen führen, wenn es etwa um Lizenzen geht. Kann Ihr Alter da zum Problem werden?

Bislang gab es bei den Gesprächen, die wir führen, kein Problem mit meinem Alter. Der Businessplan stimmt, die Dokumente stimmen, die Analysen stimmen. Das ist alles geprüft und so lange das alles passt, sind unsere Partner unabhängig von meinem Alter sehr zuversichtlich.

Sie sind erst vor einigen Tagen mit Bavarian Airlines an die Öffentlichkeit gegangen. Was bekommen Sie seitdem für Feedback?

Wir sehen sehr viel positives Feedback in den sozialen Medien. Es gibt aber auch etwas Kritik an uns, vor allem an unseren Plänen, unserer Rechtsform und unserer Organisation. Die Kritik ist aber sehr unübersichtlich, weil sie sich vielfach auf Dinge bezieht, die noch nicht veröffentlicht wurden, etwa die Routenplanung. Wir haben erste Routen angekündigt, die dann kritisiert wurden. Dabei ist der tatsächliche Routenplan noch nicht veröffentlicht.

Sie sprechen von „wir“. Im Impressum auf der Bavarian Airlines-Seite stehen neben Ihrem noch drei weitere Namen. Wer sind die anderen und wie ist das Team zustande gekommen?

Mein Mitgründer ist Natanel Pretzel. Ich hab ihn vor einiger Zeit kennengelernt und er kennt sich auch im Aviation-Bereich aus. Wir haben Bavarian Airlines gemeinsam gestartet und dann den restlichen Vorstand gebildet. Es sind alles Leute, die in ihren Fachbereichen, etwa Finanzen oder Marketing, sehr erfahren sind.

Und wie haben Sie diese kennengelernt?

Durch Kontakte.

In anderen Interviews haben Sie gesagt, dass Sie bereits einen zweistelligen Millionenbetrag an Funding aufgestellt haben. Wie haben Sie das so schnell geschafft? Anderen Jungunternehmen fällt das sehr schwer.

Das Geld setzt sich zusammen aus Eigenkapital von mir und den restlichen Gründungsgesellschaftern sowie Investments.

Darf man Namen von Investor*innen erfahren?

Die darf ich aktuell nicht nennen. Wir haben diesbezüglich ein NDA unterzeichnet.

Warum die Namenswahl Bavarian Airlines? Man könnte kritisieren, dass das etwas provinziell klingt …

Wir wollten jedenfalls München als Hub nehmen. Weil es früher einmal die Bavaria Air gab, mit der die Kund*innen relativ zufrieden waren, wo auch der Komfort gut war, wollten wir da anknüpfen. Wir wollten das mit dem gleichen Komfort neu aufsetzen. Wir stehen aber in keinerlei Zusammenhang mit den ehemaligen Gründern und Geschäftsführern der Bavaria.

Ein großer Kritikpunkt nach der ersten Berichterstattung zu Bavarian Airlines war, dass Kurzstreckenflüge gemeinhin als Klimakiller gelten. Sie betonen, dass sie nachhaltig arbeiten werden. Wie soll das geschafft werden?

Durch Sustainable Aviation Fuel. Das ist eine neue Art von Treibstoff, die es ermöglicht, um bis zu 80 Prozent klimafreundlicher zu fliegen. Über Kompensationszahlungen wollen wir dann gänzlich klimaneutral werden. Ob wir es schaffen werden, klimaneutral zu werden, kann ich aber noch nicht sagen.

Kritiker*innen meinen, einige der kolportierten Routen würden sich mit dem Auto oder Zug nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch angenehmer zurücklegen lassen, alleine weil es am Flughafen so lange Wartezeiten gibt. Was sind die Vorteile des Fliegens auf diesen Strecken?

Man kann sich im Flug, ähnlich wie im Zug, voll konzentrieren. Ein großer Vorteil ist die Geschwindigkeit. Zu Tages-Randslots sind insgesamt weniger Reisende unterwegs, dafür mehr Personen, die geschäftlich reisen. Da braucht man höchstens eine halbe Stunde für den Security Check, und den Check-in kann man zuvor online machen. Das bedeutet, dass man nur ein bis eineinhalb Stunden vor Abflug da sein muss.

Einige Routen sind auch nur für Transit-Passagiere gedacht. Die Route München-Frankfurt ist relativ unvorteilhaft mit dem Zug. Mit uns ist man dann schon direkt am Flughafen und muss nicht erst vom Bahnhof dorthin.

Sie haben sicher noch große Pläne. Wo soll die Bavarian Airlines in zehn Jahren stehen?

Bis dahin wollen wir expandieren, größere Flugzeuge anmieten und weitere Ziele anfliegen. Ich möchte noch nichts Konkretes dazu sagen, aber wir haben bereits genaue Pläne erstellt, wo die Reise hinführt.

Das heißt, Sie können auch noch nicht sagen, ob später auch Langstreckenflüge geplant sind?

Nein, das kann ich noch nicht sagen. Das wird sich in Zukunft zeigen.

Das Interview führte Dominik Perlaki

Wechseljahres-Pionier XbyX – Women in Balance schließt siebenstellige Pre-Series-A Runde ab

Das 2019 von Peggy Reichelt und Monique Leonhardt gegründete Berliner Femtech-Unternehmen XbyX – Women in Balance ist eine D2C-Plattform für Frauen ab der Lebensmitte mit wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Lösungen für Wechseljahre und gesundes Altern.

Das Unternehmen gab heute den Abschluss einer siebenstelligen Pre-Series-A Finanzierungsrunde bekannt, die das dynamische Wachstum 2023 finanzieren wird. Die Runde wird von der ECONA AG, der Venture- und Private-Equity-Gesellschaft eines Berliner Family-Office übernommen. Neben dem Lead Investor ECONA ist zudem der AUXXO Female Catalyst Fund seit Anfang 2022 in XbyX investiert.

Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte

Die Idee zu XbyX hatte Seriengründerin Peggy Reichelt bereits 2018: Anfang 40, konfrontiert mit ihrer beginnenden Perimenopause, war sie irritiert, dass es kaum fundierte Informationen zu den Wechseljahren gab. Sie recherchiert, sucht Lösungen, testet selbst und gründet anschließend XbyX mit der Vision, die weibliche Gesundheit ab 40 ins Spotlight zu rücken und die Wechseljahre aus der Tabu-Ecke zu holen.

Die Gründerinnen konnten sich durch ihre Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte und unterstützt von einem erfahrenen medizinischen Beirat in kürzester Zeit als Pionier im Tabubereich Wechseljahre positionieren. Sie bauten einen loyalen Kundeninnenstamm von über 50.000 Frauen auf und konnten nach eigenen Angaben ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2022 mehr als verdoppeln. Neben einem stetig wachsenden Portfolio wissenschaftlich formulierter, pflanzlicher Nahrungsergänzungen, bietet XbyX drei umfangreiche Video-Education-Programme zu Hormonwissen, Kraftsport und Abnehmen ab der Lebensmitte an.

“Mit XbyX verstehen wir uns als beste Freundin unserer Kundinnen, als Wissensvermittlerinnen und Ort des Verständnisses. Wir setzen da an, wo im Gesundheitssektor Zeit oder auch Expertise fehlen und geben unseren Frauen das Wissen an die Hand, um autark die für sie individuell richtigen Entscheidungen treffen zu können”, so Monique Leonhardt.

“Anfangs kam oft die Frage, warum wir uns auf diese „kleine“ Nische konzentrieren”, so Peggy Reichelt. “Das zeigt, wie wenig Wissen hier existiert. Denn die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die sich über Jahrzehnte zieht und deren Implikationen Frauen über den gesamten Alterungsprozess hinweg begleiten. Und sie betreffen jede Frau – und damit die Hälfte der Menschheit.”

Wechseljahre sind weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode

Die Wechseljahre sind schließlich weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode: Sie sind eine besonders wichtige Zeit, in der Frauen entscheidende Weichen für ihre Gesundheit im Alter stellen. Genau hier setzt XbyX an und bekommt nun durch die Finanzierung wertvolle Unterstützung. Peggy Reichelt: “Wir sind sehr glücklich über unsere Investorenrunde, die uns nicht nur finanziell den notwendigen Rückenwind gibt, sondern auch unsere langfristige Vision zu 100 % trägt. Die Wechseljahre und die Frauengesundheit ab der Lebensmitte bekommen so endlich die Aufmerksamkeit und die moderne Wahrnehmung, die sie verdienen.”

Mit dem Investment plant das Berliner Start-up seine Vision einer Pro-Age-Gesellschaft weiter zu verwirklichen. Die Mittel werden in die Team-Erweiterung, die Entwicklung neuer Produkte und Angebote sowie die Erschließung neuer Märkte und Kanäle fließen und so das weitere dynamische Wachstum finanzieren.

Deutscher Innovationsgipfel 2023: Große Deals für Start-ups

Jetzt noch bewerben für den Deutschen Innovationsgipfel (DIG2023) am 10. Mai 2023 in München.

Neben großen, innovativen Unternehmen und Partnern des DIG2023 wie AUDI, BOSCH oder die Deutsche Telekom bietet der Deutsche Innovationsgipfel (#16DIG2023) auch Start-ups wieder die Chance, neue Kund*innen, hochwertige Kontakte und große Deals auf dem crossindustriellen Entscheidertreffen am 10. Mai in München einzufädeln.

Die hochkarätige Vernetzung der Gründer*innen findet bereits am Vorabend des DIG statt, einer Plattform, auf der Vordenker, Wegbereiter und andere kreative Köpfe ihr Wissen, ihre Erfahrungen teilen, gemeinsam neue Geschäftsmodelle entwickeln. Auf Einladung des Innovation Network, mit seinen mehr als 4.500 Unternehmen Veranstalter des Deutschen Innovationsgipfel, treffen sich Partner*innen und Gründer*innen bereits zum Auftakt in exklusiver Runde. Dabei positioniert das Innovation Network die Jungunternehmer*innen so, dass deren Geschäftsmodelle zu den Geschäftsführern und Vorständen namhafter Unternehmen im Umfeld passen.

StartUP – WarmUP: Start-ups zum Frühstück

Gleich zum Auftakt des Deutschen Innovationsgipfel präsentieren sich die Gründer*innen dann im StartUP – WarmUP. Moderiert werden die Pitch-Präsentationen in lockerer Frühstücksrunde von Moritz Förster, Managing Partner bei den TechFounders, Deutschlands erfolgreicher Start-up-Rampe. So neugierig auf sich und ihr Unternehmen gemacht, haben die Start-ups direkt im Anschluss dann die Möglichkeit, sich an einem eigenen Stand auf dem Showfloor zu präsentieren und ganztägig für individuelle Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Damit die Teilnehmer*innen des Entscheidertreffens – jede(r) zweite Besucher*in gehört der Geschäftsführung bzw. dem Vorstand eines Unternehmens an – auch möglichst schnell in intensive Gespräche kommen, hinterliegt dem „innovativsten Tag des Jahres“ ein einmaliges Konzept in sich verzahnter Bausteine.

Ob Business-Speed-Dating, InnovationWalk oder interaktive Workshops: die Start-ups können an sämtlichen Angeboten und den vielfältigen Aktivitäten des DIG teilnehmen.

Erfolgsstorys des Deutschen Innovationsgipfel

„Nach dem erfolgreichen DIG 2021 haben wir auch am DIG 2022 teilgenommen. Wieder wurden unsere Erwartungen übertroffen. Es entstanden zahlreiche Kontakte, die auch zu konkreten Projekten führten“, so Torsten Becker, Geschäftsführer carbonauten GmbH. „Die angenehme Größe mit nahezu familiärem Charakter, die exzellente Stimmung, die Vielfalt der Teilnehmer, das Rahmenprogramm suchen seinesgleichen." Mittlerweile haben sich die Erfolgsgeschichten des Deutschen Innovationsgipfel auch über die Landesgrenzen hinaus herumgesprochen.

Wie erfolgreich eine Teilnahme an der bekannten Innovationsplattform sein kann, belegen die Zitate auf der Website www.deutscher-innovationsgipfel.de oder im Kurz-Video (https://youtu.be/w0scOWseYkE) eindeutig.

Kontakt/Rückfragen für interessierte Start-ups

Dipl. Ing. Peter Becker, Innovation Network, Eckerkamp 139B, 22391 Hamburg
M. +49-170-56 47 99-1[email protected]

Lea-Sophie Cramer: Die Entrepreneurin und Tech-Expertin wird Industry Advisor bei KKR

Lea-Sophie Cramer wird ihre unternehmerische Expertise und ihr Netzwerk einbringen und KKR sowie ausgewählte Portfoliounternehmen bei der Identifizierung und Bewertung neuer Investitions- und Wertschöpfungsmöglichkeiten unterstützen.

KKR, ein weltweit agierender Investor, hat Lea-Sophie Cramer zur Industry Advisor für das Private-Equity-Team ernannt. Damit baut KKR seine Expertise im europäischen E-Commerce- und Technologiesektor weiter aus. Zu den globalen Tech-Investitionen von KKR zählen unter anderem Investitionen in Cegid, Exact Software, Darktrace, Onestream und Box. In der DACH-Region investiert KKR seit über 20 Jahren vor Ort, vor allem durch strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Axel Springer, Contabo, Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft, Scout24 Schweiz und SoftwareOne.

In ihrer Funktion wird Lea-Sophie Cramer ihre Expertise und Erfahrung als Unternehmerin einbringen, um KKR bei Investitionsmöglichkeiten zu beraten und ausgewählte Portfoliounternehmen bei internationalen Wachstumsstrategien unterstützen.

Die Unternehmerin und Investorin Lea-Sophie Cramer gehört zu den prominentesten Vertretern der Start-up-Szene in Deutschland. Nachdem sie das Asiengeschäft von Groupon leitete, gründete sie im Jahr 2013 Amorelie. Unter ihrer Führung wurde Amorelie zu einem der führenden E-Commerce-Unternehmen und digitalen Brands für das Liebesleben und trug so zum Wachstum und der Neupositionierung einer ganzen Branche bei. Amorelie wurde an ProSiebenSat.1 verkauft und Lea- Sophie Cramer gab 2019 ihre Position als CEO des Unternehmens ab.

Lea-Sophie Cramer ist als Business Angel aktiv und investiert in Venture Capital Fonds. Sie gehört zu den führenden Stimmen für moderne Führung und digitale Innovation. Im Jahr 2022 gründete sie die „10 More In“ Akademie, die ein digitales, modernes Führungsprogramm für Frauen anbietet. Cramer war Mitglied im Beirat von Amorelie und im Verwaltungsrat von Conrad Electronic. Darüber hinaus ist sie derzeit aktives Mitglied im Verwaltungsrat des Schweizer Fotoproduktunternehmens Ifolor Group.

In ihrer Rolle als Industry Advisor bei KKR wird Lea in den Verwaltungsrat des KKR- Portfoliounternehmens Wella Company einziehen, einem der weltweit führenden innovativen Beauty- Unternehmen. Als Non-Executive Board Director wird sie ihr Fachwissen bei der Entwicklung von E- Commerce-Lösungen, dem Aufbau nachhaltiger und innovativer Verbraucher- und Fachhandelsmarken und der Unterstützung des Unternehmens bei der Beschleunigung seines übergeordneten Wachstumsplans einbringen. Darüber hinaus wird Cramer ihr Wissen über den deutschsprachigen Konsumgütermarkt, einem der größten und wichtigsten Märkte für Wella Company, einbringen. Seit KKR vor zwei Jahren eine Mehrheitsbeteiligung an Wella Company übernahm, hat das Unternehmen als führender Anbieter von professionellen und Einzelhandelsprodukten für Haare, Nägel und digitale Schönheitstechnologien seinen Marktanteil weltweit erheblich gesteigert. Gleichzeitig hat Wella Company kontinuierlich in die Bereiche Nachhaltigkeit, Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion investiert und diese Aspekte in den Mittelpunkt seines Handels gestellt. Das Unternehmen hat vor kurzem sein erstes ESG-Manifest veröffentlicht, in dem es seinen langfristigen Plan für Menschen, Planet und Produkte darlegt, der unter anderem die Reduzierung von CO2-Emissionen, nachhaltige Produktionsabläufe sowie Produktinnovationen für eine saubere und umweltfreundliche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.

Lea-Sophie Cramer: „Seit 15 Jahren widme ich mich dem Aufbau innovativer und kundenorientierter Marken in der deutschen Tech- und Start-up-Szene. KKR investiert in strategische Partnerschaften mit Gründern, Unternehmern und Managementteams und unterstützt deren Unternehmen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb freue ich mich sehr, meine Expertise für KKR und die Portfoliounternehmen einzubringen. In den Verwaltungsrat eines Unternehmens wie Wella Company mit seinen ikonischen Marken berufen zu werden ist eine großartige Chance. Die Entwicklung des Unternehmens unter CEO Annie Young-Scrivner ist beeindruckend und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihr und dem gesamten Team.“

Philipp Freise, Partner und Co-Head of European Private Equity bei KKR, kommentiert: „Wir bei KKR freuen uns sehr, Lea in unserem Team begrüßen zu dürfen. Mit ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz als Unternehmerin und ihrem Status als Vorbild für Gründer und Gründerinnen in ganz Europa bringt sie einen großen Erfahrungsschatz in unser Unternehmen ein. Gerade mit Blick auf den Technologiesektor, in dem wir unsere Aktivitäten global weiter ausbauen, verfügt Lea über herausragende Expertise. Sie hat wiederholt gezeigt, dass sie diverse Teams erfolgreich leiten kann und ein Talent für Innovationen hat. Auf unserer Mission, in Unternehmen zu investieren, die die digitale Transformation vorantreiben, werden wir von Leas Expertise extrem profitieren.“

GastroTech-Start-up VisioLab sichert sich 3,1 Mio Euro

Das Osnabrücker Start-up VisioLab bietet KI-basierte Self-Checkout-Lösungen für die Gastronomie und und bereitet nun den US-Markteintritt vor.

Das 2019 gegründete Osnabrücker Start-up VisioLab bietet KI-basierten Self-Checkout-Lösungen für die Gastronomie. Die Lösungen des Unternehmens sind darauf ausgelegt, den Kassiervorgang zu vereinfachen und das Kund*innenerlebnis zu verbessern, während sie gleichzeitig die Arbeitskosten für Gastronomiebetriebe reduzieren.

Das Herzstück der VisioLab-Technologie ist die visuelle Echtzeiterkennung von Gerichten, Getränken und Lebensmitteln. Die Gäste platzieren ihr Tablett einfach unter der Kamera des iPads, einmal blinzeln, und schon hat die KI alle Produkte erkannt. Anschließend die Karte zum Bezahlen auf das Terminal legen und mehr Zeit in die Pause mitnehmen.

Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt, weitere Investoren sind das lokale Family-Office zwei.7 sowie die derzeitigen Gesellschafter NBank Capital, Axel Springer & Porsche Accelerator (APX) und Jens Ohr.

Außerdem wird VisioLab am Sodexo Live Accelerator in den USA teilnehmen, einem Programm zur Förderung des Wachstums und der Entwicklung innovativer Food-Service-Unternehmen. Der Accelerator bietet VisioLab wichtige Ressourcen, Kontakte und Unterstützung, um auch auf dem US-Markt Fuß zu fassen und sich schnell zu etablieren.

„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung einer so starken Investorengruppe, um unsere Self-Checkout-Lösungen weiter zu skalieren. Der Sodexo Live Accelerator bietet uns die Möglichkeit, eng mit Branchenführern zusammenzuarbeiten und deren Fachwissen zu nutzen, um unser Geschäft zu erweitern und unsere Lösungen einem breiteren Publikum auf dem US-Markt zugänglich zu machen“, so Tim Niekamp, CEO von VisioLab.

Gründer*in der Woche: shoedoc – so wird (wieder) ein Schuh draus

Das Baden-Badener Start-up shoedoc von Matthias Vickermann bietet einen umfangreichen Online-Reparatur-Service für Schuhe und spricht sich damit klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Mehr dazu im Interview mit Matthias.

Wann und wie bist du auf die Idee zu shoedoc gekommen?

Die Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen ist mit 128 Betrieben zu einem kleinen Industriezweig in Deutschland geschrumpft, der jedoch in regionalen Wirtschaftsräumen nach wie vor äußerst relevant ist. Schuhmacher, die ihr Handwerk beherrschen, sind eine Rarität. Aus dieser Not haben wir mit unserem Geschäftsmodell eine Tugend gemacht: Die Idee für shoedoc findet ihren Ursprung im Reparatur-Service unserer Maßschuh-Manufaktur. Immer mehr Kund*innen wollten auch ihre Serienschuhe reparieren lassen. Die Anfragen stiegen stetig und das Interesse ging über unsere Region hinaus. So gründeten wir 2019 unseren Online-Schuhreparatur-Service shoedoc und gliederten die Reparaturen aus. Wir haben ein Rund-um-sorglos-Paket kreiert. Unsere Kund*innen müssen sich um nichts weiter kümmern.

Wann lohnt sich die Schuhreparatur überhaupt?

Abgelaufene Sohlen oder defekte Reißverschlüsse sind noch lange kein Grund, das Schuhpaar achtlos zu entsorgen. Grundsätzlich können wir jeden Schuh reparieren. Dieses Angebot sollte auch jeder nutzen.

Gehen Schuhe heutzutage per se schneller kaputt?

Schuhe werden heutzutage anders produziert. Die Industrialisierung hat auch das Handwerk aus der Schuhproduktion vertrieben. Heutzutage gelten andere Ansprüche. Um die saisonalen Wünsche der Käufer*innen zu bedienen ist es nun einmal nötig, dass Massenware rasant produziert wird. Dabei entstehen leider häufig Produktionsfehler. Unter schneller und günstiger Herstellung, leidet oft die Materialauswahl. Sohlen aus vulkanisiertem Gummi werden kaum noch produziert. Absätze bestehen oft aus Lederersatz-Stoffen, wie beispielsweise Holzspänen. Die Schnelllebigkeit der Ware hat leider ihren Preis. Dessen müssen sich Verbraucher*innen bewusst sein.

Ist jeder Schuh zu retten?

Grundsätzlich ja. Schlecht erreichbare Stellen, können eine Reparatur erschweren. Doch für den Lieblingsschuh geben wir unser Bestes. Große Risse im Leder lassen sich leider nicht spurlos rekonstruieren.

Nun zu shoedoc: Welches Ziel verfolgst du mit deinem Online-Schuhreparatur-Service?

Mit unserer stark positionierten Marke wollen wir ein Zeichen setzen und deutschlandweit der Anbieter mit der größten Marktdominanz sein. Wir haben ein sehr nachhaltiges Anliegen und bieten unseren Kund*innen auch einen ethischen Mehrwert. Mit unserem Online-Schuhreparatur-Service sprechen wir uns ganz klar gegen das Fast-Fashion-Zeitalter aus. Schuhe lange zu tragen ist der nachhaltigste Umgang mit ihnen. Das garantieren wir. Durch unseren digitalisierten Prozess machen wir es Verbraucher*innen ganz einfach, eine nachhaltige Entscheidung zu treffen. Unser Reparatur-Service ist für jeden leicht zugänglich – egal von wo. Easy, per Click.

Bietet shoedoc ausschließlich Schuhreparaturen an?

Nein, unser Reparatur-Service spezialisiert sich nicht nur auf Schuhe. Mit unserer dazugehörigen Schwestermarke PurseNurse kümmern wir uns auch sorgfältig um alle Taschen. Egal, ob aus Leder oder anderen Materialien.

Was ist deine Vision mit shoedoc?

Shoedoc ist deutschlandweit der Ansprechpartner für den Reparatur-Service. Egal, ob Schuhe, Taschen oder sogar Kleidung. Wir wollen weiterhin expandieren und unsere Serviceleistung erweitern. Außerdem ist uns das Gesamtpaket sehr wichtig. Wir planen Repair-Cafés und wollen Freude und Mehrwert miteinander kombinieren. Wir haben viele Edutainment-Idee. Außerdem wollen wir unseren Wirkungskreis durch Pop-Up Stores in verschiedenen Metropolen erweitern. So sind wir noch präsenter und können eine direkte Beratung vor Ort anbieten. Für unsere Kunden, die wir nicht vor Ort erreichen, bieten wir eine Online-Video-Beratung an. Shoedoc soll weiterhin wachsen.

Start-up-Finanzierung in der Krise – drei Founder berichten

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe vermelden konnten, gefragt, wie sie die aktuellen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story zu beachten gilt.

Ein wirtschaftlich schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Das betrifft natürlich auch die Start-up-Szene. Inflation, Rezessionsängste und geopolitische Konflikte stellen viele Jungunternehmer*innen vor ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten. Vor allem die gestiegenen Kapitalkosten haben zur Folge, dass Start-ups nicht mehr so hohe Bewertungen erreichen und schwieriger an Kapital kommen.

Aber auch der Blick auf den US-Venture-Capital-Markt, wo die Zinsen bereits Anfang des Jahres erhöht wurden, veranlasste europäische Wachstumsunternehmen zu massiven Einsparungen, mitunter durch Massenentlassungen. Trotz dieser Entwicklung bleiben erfolgreiche Investment-Meldungen in diesen Tagen nicht aus.

Wir haben drei Start-ups, die jüngst Finanzierungsrunden in Millionenhöhe verkünden konnten, gefragt, wie sie die derzeitigen Anforderungen durch VCs wahrnehmen und was es bei der Equity-Story heutzutage zu beachten gilt.

Orderlion

Das 2018 gegründete Start-up operiert in der Lebensmittelindustrie – der größten Branche der Welt. Orderlion hat sich zum Ziel gesetzt, ein optimiertes, digitales B2B-Shopsystem für Zulieferer in der Gastronomie zu entwickeln. Heute hat das Start-up eine Reihe an Erfolgen vorzuweisen, wie etwa die jüngste Finanzierungsrunde in Höhe von vier Millionen US-Dollar oder die Übernahme eines französischen Konkurrenten.

Mit ihrer “B2B Food Supply-Chain” wollen die Gründer Stefan Strohmer und Patrick Schubert einer angeschlagenen, aber riesigen Branche zur Seite stehen und die Gastronomie digitalisieren. „Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das Richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisierst du deinen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse – zum Beispiel im Bestellwesen”, erklärt CEO Strohmer den Ansatz von Orderlion.

Start-ups von VCs konservativer bewertet

Was die Finanzierung betrifft, so weiß das Orderlion-Team, dass sich die Anforderungen der VCs an Start-ups verändert haben. “Valuation“ bei Funding-Runden sei derzeit konservativer; es werde mehr Fokus auf KPIs wie „Monthly Recurring Revenue“ und deren „Month over Month Growth Rate“ gesetzt. Zudem wurde die Aggressivität der „Burn Rate“ zurückgeschraubt – für 18 statt bisher zwölf Monate „Runway“. Allgemein werden, Orderlion nach, Start-ups konservativer bewertet als bisher.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt, den Strohmer und Schubert ausgemacht haben, ist, dass heutzutage Profitabilität nicht mehr zwingend notwendig sei. Es stelle sich eher die Frage, wo man Kosten sparen könne, um den Runway zu verlängern.

„Spart man zu sehr in Sales und Marketing, dann ist das zu kurzfristig gedacht“, sagt Co-Founder Stefan Strohmer dazu. „Man reduziert zwar sofort einen ‚Burn‘, aber damit auch eine Wachstumsrate. Die Folge ist: Man braucht länger, um Revenue aufzubauen. Besser ist es, wenn man an anderen Stellen einsparen kann, etwa ‚Product‘ und ‚Support‘ nicht so stark ‚over hired‘ und weiterhin in Sales und Marketing investiert. Nur nicht zu extrem, wie vielleicht zu 2021er-Zeiten.“

Stabile KPIs

Für die eigenen Investor*innen hatten Vorhersagen von Orderlion mehr Glaubwürdigkeit, da ihre Sales-KPIs sehr stabil sind. Je nach Phase des Unternehmens seien jedoch auch andere KPIs wichtig. In der aktuellen, wo Kapital knapper und teurer ist, erweise sich gute Finanzplanung als noch essentieller.

Der Lebensmittelmarkt sei, trotz aller Krisen (Covid, Supply Chain Issues, Staff Shortages, Inflation, Product Shortages …), weiterhin standfest und attraktiv, da derzeit viele Unternehmen entlang der „Food Supply Chain“ erkannt haben, dass sie ihre Kostenstruktur optimieren müssen, um zu überleben.

„Wenn es an guten Mitarbeitern mangelt und man trotzdem noch Kosten einsparen muss, dann ist Automatisierung genau das richtige. Am schnellsten und effizientesten automatisiert man den eigenen Betrieb durch Digitalisierung der Unternehmensprozesse, etwa im Bestellwesen. Genau diese Expertise holen sich diese Unternehmen jetzt von Orderlion“, so Strohmer weiter.

Tipps von Orderlion

Um durch stürmische Zeiten zu navigieren und mit knappen Ressourcen hauszuhalten, rät der Founder dazu, ganz bewusst fokussiert zu arbeiten. Ein wichtiges Hauptziel zu definieren und alles andere diesem unterordnen. So würden aus zehn Projekten eines; dadurch könne man mit weniger Ressourcen mehr erreichen.

Ebenfalls sollte man seinen „Go To Market“-Prozess sowie sein Produkt durchleuchten, ob man hier verschlanken kann, sodass weniger manuelle Arbeiten anfällt (Self-Service etwa).

„Bei uns können Lieferanten ihren Bestellannahmeprozess automatisieren über eigene Bestell-Apps und darüber auch noch Zusatzverkäufe fördern, also Kosten einsparen und Umsätze steigern“, sagt er.

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Orderlion

  • Start-ups werden konservativer bewertet (andere Kennzahlen)
  • Es muss an den richtigen Ecken und Enden gespart werden (Marketing > Product)
  • Gute Finanzplanung ist ein A und O
  • Gute Branche
  • Start-ups unterstützen mit ihrem Produkt selbst Unternehmen bzw. eine Branche, um die Krise zu meistern (Automatisierung)
  • Start-ups helfen bei Kosteneinsparung und Umsatzsteigerung

Medudoc

Das Health-Start-up Medudoc wurde 2020 von Michael Horacek gegründet. Konkret handelt es sich um einen Anbieter für digitale Patientenaufklärung mit Teams in Wien, Berlin und Luzern. Vor kurzem gab man bekannt, dass im Sommer eine Finanzierungsrunde von über zwei Millionen erfolgreich abgeschlossen wurde.

Medudoc – kurz für „medical education and documentation“ – arbeitet als SaaS-Plattform an der Reduzierung von Unsicherheiten und Komplexitäten für Patient*innen und deren Angehörige. Denn, aktuell würden Patient*innen an unverständlichen medizinischen Informationen in Vorbereitung auf ihre OP verzweifeln. Dennoch seien sie rechtlich dazu verpflichtet, einzuwilligen, verständlich und umfangreich über ihren Eingriff und den damit verbundenen Risiken sowie Alternativen aufgeklärt worden zu sein.

Bewertung stark unter Druck

Medudoc nach haben sich die Anforderungen der VCs an Start-ups hierzulande nicht sehr stark verändert.

„Aus der Sicht der breiteren (öffentlichen) Wahrnehmung wissen wir, dass in den USA bzw. UK die, zuletzt sehr hohen, Bewertungen stark unter Druck gekommen sind“, sagt Co-Founder Michael Horacek. „In Europa waren die Amplituden, mit Ausnahmen, nicht vergleichbar mit US-Werten. Alle Teilnehmer im Markt werden jedoch nun mehr auf nachvollziehbare Zahlen achten und vielleicht kurzfristig auch mehr auf ‚Stability‘ und echte Innovation, als auf reine ‚Opportunity setzen‘.“

Für den Healthtech-Gründer gibt es je nach Industrie verschiedene Wege, eine glaubwürdige Perspektive auf Profitabilität aufzuzeigen. „Ein Strategieschwenk in Richtung schnellerer Profitabilität ist einer davon. Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung und u.a. langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden auch wichtiger als reine Marktgröße“, so Horacek weiter.

In Sachen Investor*innen vertrauen sei ein Erfolgsgeheimnis, dass es sich bei Medudoc um branchennahe Kapitalgeber handle und jene den Realitätsgrad ihrer „Sales-Roadmap“ gut einschätzen könnten. Zudem bleiben Transparenz und Fakten wichtige Faktoren bei der Kapitalsuche.

Health-Bereich unter Druck

Der Markt selbst, den Medudoc bedient, wird sich in den nächsten Jahren weiterhin – trotz oder gerade wegen mancher Krisen – attraktiv zeichnen. Einer der USPs des Startups ist, die Zeitersparnis für Ärzt*innen sicherzustellen bzw. zu erhöhen.

Im aktuellen Umfeld stehen zudem die Gesundheitssysteme im DACH- und UK-Raum (vor allem in den nächsten Jahren) durch dramatische Fehlzahlen bei Mediziner*innen stark unter Druck. Ein effizienterer Umgang mit deren Kapazitäten (Zeit) sei daher existenziell notwendig.

Tipps von Medudoc

Um in schwierigen Zeiten auch mit knappen Ressourcen haushalten zu können, rät Horacek dazu, eine Crew zu haben, die von der Vision und dem eigenen Kurs überzeugt ist. „Nie den Nordstern aus den Augen verlieren“, präzisiert er. „Egal ob Sturm, Nebel oder Sonne, die Kosten muss man immer im Griff haben. Aktuell ist die Fähigkeit, auch größere Stürme durchsegeln zu können (runway) sicher hilfreich.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Medudoc

  • Kein Vergleich zur US-Krise
  • Stärker auf nachvollziehbare Zahlen achten und kurzfristig mehr auf Stabilität und echte Innovation als auf reine Opportunity setzen
  • Marktanteil, messbare Effizienzsteigerung, langfristig gesicherte ‚Revenues‘ werden wichtiger als reine Marktgröße
  • Großteil der Investor*innen kommt aus der eigenen Branche
  • Eigene Lösung leistet Beitrag zu einer gravierenden Krise
  • Kosten stets im Griff haben

Shopstory

Shopstory entwickelt eine SaaS-Lösung (Software as a Service), welche schlicht als „intelligenter Performance-Marketing-Assistent“ für Onlinehändler*innen beschrieben werden kann. Die auf künstlicher Intelligenz basierte Software möchte Onlineshops dabei helfen, ihren Umsatz, die Profitabilität sowie deren generelle Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Für Sebastian Schwelle, Co-Founder von Shopstory, hat sich in den letzten Monaten klar gezeigt, dass die Investmentaktivität zurückgegangen ist und auch Bewertungen nicht mehr einfach so akzeptiert werden.

„Während weiterhin Wachstum gewünscht wird, ist es auch immer wichtiger zu zeigen, dass man effizient neue Kunden gewinnen kann“, sagt er. „Der sogenannte Burn Multiple ist mehr in den Vordergrund gerückt, sprich, wie viel Kapital benötige ich zusätzlich, um neuen Umsatz zu erzeugen.“

Für den Co-Founder geht es in Sachen glaubwürdiger Perspektive auf Profitabilität ganz stark darum aufzuzeigen, wie groß das Team sein muss, um in seinem Umfeld weiterhin bestehen zu können. Oder anders gesagt, um weiterzuwachsen.

Agilität und Teamstärke

„Kann man diese Größe mit den aktuellen Mitteln erreichen, kann man auch aufzeigen, dass man hier rechtzeitig den Schwenk zur Profitabilität hinbekommt“, präzisiert er. „Es zeigt sich in diesem Umfeld, dass man seine Vorteile als Startup stark ausspielen muss. Das bedeutet agil und flexibel genug zu bleiben, um auf eine laufend ändernde Marktsituation rechtzeitig zu reagieren. Es geht auch immer darum zu beweisen, dass man im Team stark genug aufgestellt ist, um schnell zu reagieren.“

Tipps von Shopstory

Sebastian Schwelle weiß, dass der E-Commerce-Markt ein bewegtes Jahr hinter sich hat und auch nächstes Jahr noch auf eine herausfordernde Zeit blicken wird.

„Mit unserem Ansatz, mit möglichst wenig Mitteln viele Performance-Aktivitäten im eigenen Haus abzubilden, sehen wir uns aber auch in Zukunft sehr gut aufgestellt“, sagt er. „Dies zeigt die weiterhin hohe Nachfrage nach unserer Software. Allgemein gesprochen, braucht es ein starkes Team und gleichzeitig das Bewusstsein, dass jeder mit anpacken muss, um in stürmischen Zeiten bestehen zu können.“

Ausblick/Erfolgsfaktoren nach Shopstory

  • Burn Multiple im Vordergrund
  • Teamstärke
  • Auf Marktsituation reagieren
  • Mit wenig Mitteln viel Performance

EdTech-Start-up Easy-Tutor sammelt 4,8 Mio. Euro ein

Easy-Tutor, 2017 von Massimo Cancellara und Jessica Contento gegründet, bietet Online-Nachhilfe für Schüler*innen aller Klassenstufen.

Der Online-Nachhilfeanbieter Easy-Tutor erhält im Zuge einer Series-A-Finanzierungsrunde 4,8 Millionen Euro. Das frische Kapital kommt vom Bestandsinvestor Bayern Kapital, der sich über seinen Innovationsfonds BKI EFRE erneut beteiligt. Neu investiert ist zudem das 2022 gegründete Münchner Family Office K+K1 rund um den Timify-Gründer Andreas Knürr.

Massimo Cancellara, CEO und Co-Gründer von Easy Tutor: „Vor dem Hintergrund der schleppenden Digitalisierung von Schulen, dem Lehrer*innenmangel und dem Fehlen von Fachkräften zeigt sich, dass das Sicherstellen einer flächendeckend guten und zeitgemäßen Bildung eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit ist. Wer heute Veränderung im Bildungsbereich herbeiführen möchte, muss Bildung neu denken.“

Dazu gehört für Easy-Tutor zum einen, den Fokus auf das Individuum zu legen und menschlich auf die jeweiligen Lernbedürfnisse einzugehen. Und zum anderen solle Bildung für alle zugänglich sein. Easy-Tutor stehe genau dafür ein und ergänze diese Faktoren mit dem notwendigen technischen Know-how. „Wir wissen zu schätzen, dass unsere Investoren genau diesem Konzept vertrauen und es mit ihrem Investment honorieren.“ ergänzt Co-Gründerin Jessica Contento.

Das frische Geld nutzt das EdTech, um die eigene digitale Plattform weiterzuentwickeln und das Wachstum voranzutreiben – im deutschsprachigen Raum wie auch im unmittelbaren Ausland ab Mitte 2023. „Dabei ist uns sehr wichtig, nicht um jeden Preis zu skalieren, sondern gesund und nachhaltig zu wachsen. So möchten wir in den kommenden Jahren europaweit zur Anlaufstelle Nummer Eins für Schüler*innen, Eltern und Schulen werden, wenn es um qualitativ hochwertige, digitale schulbegleitende Nachhilfe geht“, erklärt Massimo Cancellara.

Entsprechend investiert Easy-Tutor auch in weitere relevante Partnerschaften, etwa in Kooperationen mit Schulen und Vereinen. Im Moment nutzen etwa 200 Partnerschulen und 40 Prozent aller Bundesligavereine Easy-Tutor in ihrem Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche. Zudem sollen Unternehmen für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, die durch ihre Zielgruppenrelevanz Easy-Tutor mehr Sichtbarkeit und den Kund*innen durch das Nachhilfeangebot einen starken Mehrwert bieten. Seit der Gründung 2017 wächst das Unternehmen nach eigenen Angaben stetig: Mittlerweile kümmern sich über 40 Mitarbeiter*innen um die etwa 12.000 Schüler*innen der Plattform.

NeedNect Solutions ist das „Travel Start-up 2022“

Geballte Frauenpower beim digitalen Travel-Start-up-Nachwuchs: Das österreichische Start-up NeedNect Solutions holt sich den Titel „Travel Start-up 2022“.

Geballte Frauenpower beim Finale der Start-up Nights 2022 der Tourismusindustrie, ausgerichtet vom Travel Industry Club e.V. (TIC) und dem Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR). Alle drei Erstplatzierten Start-up-Unternehmen wurden in der Endrunde von weiblichen Vertreterinnen in der Führungsspitze präsentiert.

Insgesamt hatten sich über 60 Jungunternehmer*innen an den diesjährigen sechs Travel Start-up Nights in Städten der DACH-Region von TIC und VIR beteiligt und dabei um den Finaleinzug zum Jahresende gewetteifert, das über den Dächern von Frankfurt bei ADVANT Beiten veranstaltet wurde.

Den Sieger*innen winkte ein Preispaket im Wert von über 80.000 Euro. Bewertet wurden die Finalist*innen nach fünf Kriterien: Innovationskraft, Geschäftsmodell, USP, Relevanz in der Branche sowie Gründer*in/Team. 80 Prozent der Beurteilung machte das Ergebnis der 30-köpfigen Jury aus, 20 Prozent zählten jedoch auch die Stimmen der über 50 Zuschauer*innen, die das Start-up Finale live sowie virtuell verfolgten.

Platz 1: NeedNect Solutions

In einem spannenden Finale setzte sich mit einem knappen Vorsprung NeedNect Solutions von CEO und Gründerin Ines Ganner durch und darf sich nun über den Titel „Travel Start-up 2022“ freuen. Die Plattform ermöglicht ein individuelles Hotelerlebnis mit interner Planbarkeit und einer Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Das Start-up verfolgt dabei das Ziel, die Gästezufriedenheit und den Umsatz kontinuierlich zu steigern. Hotels erhalten unter anderem aggregierte Gästedaten und können sich im Sinne der Nachhaltigkeit besser auf die ankommenden Gäste vorbereiten.

Platz 2: Rhome

Platz zwei beim Travel Start-up Finale belegte Rhome, präsentiert von CEO & Co-Founder Dr. Julia-Sophie Ezinger. Die Plattform entstand durch die Folgen der Corona-Pandemie für die Arbeitswelt und erleichtert Remote Work sowohl für Arbeitgeber*innen als auch für Arbeitnehmer*innen. Das neu geschaffene Tool von Rhome hilft dabei, die Vorschriften einzuhalten, während Mitarbeiter*innen die Flexibilität genießen, von überall aus zu arbeiten.

Platz 3: ZAUBAR

Den dritten Platz beim Travel Start-up Finale von TIC und VIR nahm ZAUBAR – vorgestellt von Anne-Sophie Panzer (Head of Creators/COO) – mit seinem Online-Portal ein, über das jeder „Passonate Local“ selbstständig ortsbasierte Augmented-Reality-Touren erstellen und monetarisieren kann. Besucher*innen haben so die Möglichkeit, sich mithilfe von AR auf einem Foto mit historischen oder berühmten Persönlichkeiten zu verewigen.

Weitere Finalteilnehmer*innen waren die Buchungsplattform für Bildungsurlaub Bildungsurlauber.de, die Tourguide App elysium, die App für moderne Kulturerlebnisse hublz sowie der AR-Begleiter YONA.

„Wir haben beim diesjährigen Travel Start-up Wettbewerb feststellen müssen, dass das wirtschaftliche Umfeld für Start-up Unternehmen und Gründer*innen immer schwieriger wird“, bilanziert VIR-Vorstand Michael Buller nach der Finalentscheidung. „Daher ist es wichtiger denn je, dass es solche Formate gibt, in denen sich junge Unternehmer*innen mit ihren innovativen und kreativen Geschäftsideen präsentieren können.“

TechScale-up Parkdepot erhält 15 Mio. Euro in Series-A-Finanzierungsrunde

Das 2019 in München gegründete und auf digitale Parkraumlösungen spezialisierte Scale-up Parkdepot hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Münchner Scale-up plant mit dem frischen Kapital die internationale Expansion sowie die Weiterentwicklung des Produkts voranzutreiben. Ziel ist es, die führende Lösung für schranken- und ticketloses Parkraummanagement in Europa zu etablieren.

Parkdepot beschäftigt derzeit rund 200 MitarbeiterInnen in sechs Ländern. Das Technologieunternehmen entwickelt auf Basis von Bilderkennungs-Technologie mit künstlicher Intelligenz (KI) individuelle Lösungen für die vollautomatisierte Parkraumverwaltung im unbezahlten und bezahlten Parkraum. Kern der Lösung ist die Digitalisierung des gesamten Parkprozesses, von der Kennzeichenerfassung bis zur Abrechnung, wodurch Parkscheiben, Kontrolleure oder Schrankenanlagen obsolet werden.

Insgesamt verarbeitet das Unternehmen bereits heute täglich über 1 Mio. Parkvorgänge. Parkdepot versteht sich dabei als Full-Service-Anbieter, der von der Programmierung der Software und Abstimmung auf die dazugehörige Hardware, bis hin zur operativen Umsetzung im laufenden Betrieb alles aus einer Hand anbietet. Die Technologie ist sowohl DSGVO-konform als auch DEKRA-zertifiziert. Darüber hinaus ermöglicht das System eine detaillierte Nutzungsanalyse des Parkraums, wodurch ungenutzte Kapazitäten zur Vermietung angeboten und damit Wertsteigerungspotenziale identifiziert werden.

Nach erfolgreicher Erschließung der DACH-Region (2021) erfolgte in diesem Jahr die Expansion nach Polen, Dänemark und Italien. Mittlerweile verwaltet Parkdepot knapp ein Drittel seiner Parkflächen in internationalen Märkten. Zum Kundenportfolio zählen u.a. namhafte Lebensmittelhändler*innen, Parkhauseigentümer*innen, Immobiliengesellschaften, Einkaufszentren, Hotels und Kliniken.

„Die erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Meilenstein für uns. Mit SURPLUS Equity Partners, Armira Growth und unserem Bestandsinvestor henQ haben wir die idealen Partner für die nächste Wachstumsphase an unserer Seite. Wir freuen uns über die zusätzliche Unterstützung der Investoren und werten ihr Engagement als einen starken Vertrauensbeweis in unsere ambitionierte Wachstumsstrategie. Wir beobachten momentan einen massiven Trend hin zu kamerabasierter Parkraumtechnik und sind davon überzeugt, dass in fünf bis zehn Jahren der Großteil aller europäischen Parkflächen digitalisiert verwaltet wird. Mit über 1.000 Parkflächen sind wir bereits jetzt einer der größten europäischen Parkflächenbetreiber und stehen zugleich erst am Anfang unseres Potenzials“, sagt Jakob Bodenmüller, Co-Gründer und Co-CEO von Parkdepot.

Yukio Iwamoto, Co-Gründer und Co-CEO von Parkdepot ergänzt: „Die letzten drei Jahre waren geprägt durch nie dagewesene gesellschaftliche Herausforderungen. Dass wir es so weit geschafft haben, verdanken wir in erster Linie unserem einzigartigen Team. Neben Investitionen in das internationale Wachstum und Produktinnovationen bietet das eingesammelte Kapital die Möglichkeit, Mitarbeitende bereits heute durch den Rückkauf von Gesellschaftsanteilen vom gestiegenen Unternehmenswert profitieren zu lassen. Somit fungiert die Finanzierungsrunde auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitenden, die uns bis hierhin begleitet haben und die auch in Zukunft maßgeblich zum Erfolg von Parkdepot beitragen werden.“

GameChanger des Monats: StrollMe – Kindermobilität im Abo

StrollMe – gegründet von Timon Beutel und Sebastian Reichelt – hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Sinne der Nachhaltigkeit Besitz rund um Kinder neu zu denken. Mehr dazu und damit über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Sebastian.

Wir haben euch als unsere GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr rund um das Thema Baby- und Kindermobilität mit eurem Konzept des Mietens statt Kaufens konventionelle Wege verlasst und zugleich das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt.

Zunächst zu euch Gründern: Wer seid ihr, wie seid ihr auf die Idee zu dem StrollMe gekommen und was treibt euch im Sinne eines GameChangers an?

Timon kommt aus dem UI/UX Design, ich aus der Modebranche. Timon hatte die Idee, als seine Frau Laura mit ihrem ersten Kind schwanger war und sie nirgends eine gute Alternative zum Kauf gefunden haben. Mich hatten seine Argumente, dass es viel besser ist einen Kinderwagen zu mieten als zu kaufen, auf Anhieb überzeugt. Daraufhin konnte ich ihn zum Glück sofort überzeugen, gemeinsam StrollMe zu gründen.

Das positive Feedback unserer Kunden treibt mich jeden Tag an. Außerdem können wir mit StrollMe zeigen, dass ein wirklich nachhaltiges Geschäftsmodell im Sinne der Kreislaufwirtschaft sowohl für die Kunden als auch wirtschaftlich funktioniert. In meinen Augen ist das ein wichtiger Baustein zur Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft bzw. Gesellschaft.

Was ist das Besondere an eurem StrollMe-Konzept, wie funktioniert es und was kann ich alles per Abo mieten?

So besonders finde ich unser Konzept eigentlich gar nicht (lacht). Der größte Unterschied zu bestehenden Konzepten liegt darin, dass man die Produkte mietet, statt sie zu kaufen. Unsere Kunden bestellen das gewünschte Produkt zum gewünschten Termin und nutzen es, solange sie es benötigen. Wenn sie feststellen, dass sie z.B. mit dem Kinderwagen oder der Babytrage nicht zurechtkommen, können sie problemlos auf ein anderes Produkt wechseln. Da wir beide selbst Eltern sind, wissen wir, wie unterschiedlich Kinder und die Bedürfnisse sind. Die zurückgesendeten Produkte werden professionell aufbereitet und zu einem günstigeren Preis als „refurbished“ wiedervermietet. Man kann bei uns neben Kinderwagen, Kinderfahrrädern und Fahrradanhänger samt Zubehör auch Babytragen und Federwiegen mieten.

Wer sind eure Kund*innen?
In der Regel haben sie mindestens ein Kind ;-). Aber Spaß beiseite. Anfangs dachten wir, dass unser Modell eine spezifische Kundengruppe anspricht. Wir haben aber schnell festgestellt, dass alle Eltern, ob aus nachhaltigen oder finanziellen Gründen, oder wegen der Flexibilität potenzielle StrollMe-Kunden sind.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Ideenfindung bis zum Go live von strollme.de?
Timon hatte schnell einen MVP gebaut und gezeigt, dass der Bedarf da war. Jetzt mussten wir nur noch Lieferanten überzeugen, uns zu beliefern. Das war im Corona Jahr 2020 nicht gerade einfach. Letzen Endes konnten wir Greentom nach einer zwölfstündigen Zugfahrt von uns überzeugen und so den Grundstein für unser Sortiment legen.

Wie habt ihr diese Phase finanziell gestemmt?
Wir haben beide unsere Ersparnisse eingebracht. Nach dem erfolgreichen Start haben wir Ende 2020 einen VC-Fonds und einen Business Angel von unserem Konzept überzeugen können.

Wie macht ihr auf euch bzw. StrollMe aufmerksam?
Übliche Kanäle wie Instagram, Podcast und Google aber auch spezifischere Kooperationen mit Hebammen und Kitas. Auch PR ist ein wichtiger Faktor und sorgt für positive Wahrnehmung unserer Marke.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To-do’s und Pläne?
2022 haben wir gezeigt, dass StrollMe funktioniert und der Markt für uns bereit ist. 2023 wollen wir nun die nächsten Schritte gehen und aus unserem Start-up ein Scale-up machen. Bisher hatten wir viel Glück mit unserem Team. Wir hoffen auch weiterhin so tolle Mitarbeiter für uns gewinnen zu können. Natürlich arbeiten wir auch stetig an unserem Sortiment. 2023 werden viele weitere Kinderprodukte unser Angebot erweitern.

Was möchtet ihr als unsere GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?
Beratung und Meinung von anderen einzuholen ist immer richtig. Versucht aber trotzdem auf euer Bauchgefühl zu hören und euren eigenen Weg zu finden. Uns wurde oft gesagt, dass wir nicht so sehr auf Profitabilität achten sollen sondern alles in Wachstum stecken müssen. Damit haben wir uns aber nie ganz wohl gefühlt. Heute sind wir froh, keine Geldverbrennungsmaschine zu sein und trotzdem jeden Monat zweistellig zu wachsen.

Hier geht's zu StrollMe

Das Interview führte Hans Luthardt

NewSpace-Start-up Reflex Aerospace erhält 7 Mio. Euro

Erfolgreicher Jahresabschluss 2022: NewSpace Satelliten-Start-up Reflex Aerospace erhält 7 Mio. Euro in Seed-Finanzierungsrunde – hier liest du die Gründerstory.

Das 2019 gegründete und in Berlin und München ansässige Raumfahrt-Start-up Reflex Aerospace schließt das Jahr 2022 erfolgreich ab und erzielt schon in der ersten Runde seiner zweigeteilten Seed-Finanzierung ein Investitionsvolumen von rund 7 Millionen Euro. In der zweiten Runde ist bis Ende des ersten Quartals 2023 eine Erhöhung dieses Betrags auf 12 Millionen Euro geplant.


Hier die spannende Gründerstory von Reflex Aerospace zum Nachlesen - exklusiv auf StartingUp


Zu den aktuellen Investor*innen zählen u.a. der auf Raumfahrt spezialisierte Investmentfonds Alpine Space Ventures, der High-Tech Gründerfonds (HTGF) sowie ein ebenfalls Luft- und Raumfahrt-affines Family Office aus Bayern.

Alexander Genzel, COO von Reflex Aerospace ordnete die Finanzierungsrunde in die bisherige Entwicklung des Unternehmens ein: „Nach unserer Gründung 2021 hat Reflex Aerospace dieses Jahr einen echten Sprint hingelegt: Mit schnell wachsender Belegschaft haben wir nun Standbeine in München und Berlin, den zwei wichtigsten Standorten für deutsche Raumfahrt-Start-ups. Mit der Leitung einer Machbarkeitsstudie für die EU-Kommission haben wir bewiesen, dass wir bereit sind, eine tragende Rolle beim Bau einer europäischen Konstellation von Kommunikations-Satelliten zu spielen. Zusammen mit der Bayerischen Staatskanzlei arbeiten wir zudem an einem Konzept für `Rapid Response´– also der Fähigkeit, in Krisen- oder Kriegsfällen ausfallenden Satelliten schnell zu ersetzen und so kritische Infrastrukturen zu schützen. Damit haben wir uns 2022 in zwei Zukunftsfeldern stark positioniert und sind bereit für die Herausforderung im nächsten Jahr.“

Walter Ballheimer, CEO von Reflex Aerospace, erläutert die Pläne des Start-ups: „Mit den frischen Finanzmitteln werden wir in München erste Produktionskapazitäten aufbauen und unsere Belegschaft schon im kommenden Jahr nahezu verdoppeln – auf standortübergreifend über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit liegen wir voll im Plan, bis 2024 unseren Demonstrator im All zu haben. Mit der erfolgreichen Finanzierungsrunde setzen wir auf diesem Weg ein Ausrufezeichen: Die Zusagen solch hochklassiger Investoren belegen das Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Das gibt uns Rückenwind, um unseren Wachstumskurs trotz des weltweit angespannten Kapitalumfelds fortzusetzen.“