Gründer der Woche: Talentcube – der Bewerbungsprozess wird mobil

Gründer der Woche, KW 45


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Das Start-up Talentcube aus Baden-Württemberg hat es sich zur Aufgabe gemacht den Bewerbungsprozess im Internet zu optimieren. Dazu nutzen Sie unter anderem die Integration von Kurzvideos, um einen möglichst spontanen Eindruck des Bewerbers zu vermitteln. Was Talentcube sonst noch mit sich bringt und wie man es schafft aus dem Studium heraus zu gründen, verrät uns einer der drei Gründer, Sebastian Niewöhner.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen den Bewerbungsprozess zu verändern? Wer gehört alles zum Gründerteam?

Zum Gründerteam gehören von Beginn an Sebastian Hust, Sebastian Niewöhner und Hendrik Seiler. Wirklich los ging es im Frühjahr 2014, als einer von uns seine Masterarbeit zum Thema “Mobile Recruiting” schrieb und analysierte, welche Schwachstellen im aktuellen Bewerbungsprozess vorherrschen und wie dieser durch den Einsatz von Smartphones optimiert werden kann.  

Auf Basis der Arbeit und einer Vielzahl weiterer Gespräche in unserer Zielgruppe haben wir erkannt, dass der klassische Bewerbungsprozess mit Lebenslauf und Anschreiben sich nicht auf das Smartphone bringen lässt. Zur Erstellung einer professionellen Bewerbung muss immer wieder auf den PC zurückgegriffen werden. Vor dem Hintergrund, dass bereits heute zwei von drei Kandidaten ein Smartphone für die Jobsuche verwenden und sich mehrheitlich auch einen mobilen Bewerbungskanal von Unternehmen wünschen, wollten wir herausfinden wie eine mobile Alternative aussehen muss. Da das herkömmliche Anschreiben aufgrund mangelnder Aussagekraft mittlerweile zweitrangig geworden ist oder zum Teil gar keine Rolle im Entscheidungsprozess mehr spielt, war die zentrale Frage, wie wir es  am effizientesten ersetzen können. Und so sind wir letztlich zur Video-Bewerbung und dem gekommen, was Talentcube heute ausmacht.


Was ist Talentcube und wie funktioniert es?

Talentcube ist eine mobile Bewerbungsplattform, die für Jobsuchende eine App zur Verfügung stellt, mittels derer man sich professionell und nur mit Smartphone auf jeden beliebigen Job in Deutschland bewerben können. Der Clou dabei: Anstatt ein Anschreiben zu erstellen, beantwortet der Bewerber drei konkrete Fragen und filmt sich dabei mit der Front-Kamera.

Um als Unternehmen eine Bewerbung über die Talentcube App anzubieten, müssen nach der Anlage eines Accounts folgende drei Schritte durchgeführt werden:

  1. Eingabe einiger weniger Grundinformationen zur Stellenanzeige, die bereits auf einem der gängigen Job-Portale (z.B. Monster) oder der eigenen Website geschaltet ist.
  2. Drei jobspezifische Fragen definieren, die der Kandidat im Zuge der Bewerbung beantworten soll.
  3. Den daraufhin generierten Jobcode (z.B. “ABCDE”) auf der Stellenanzeige integrieren und somit eine direkte mobile Bewerbung ermöglichen.

Findet ein Bewerber nun eine Stellenanzeige mit eben diesem Jobcode, gibt er diesen in der App ein, beantwortet die ihm vorher unbekannten Fragen in jeweils 30 Sekunden und sendet diese zusammen mit seinem Bewerberprofil direkt über die App an das Unternehmen. Ist kein Jobcode vorhanden, hat der Bewerber natürlich alternativ die Möglichkeit, sich die Fragen selbst auszusuchen und sich initiativ per Talentcube bei einem Unternehmen zu bewerben. Einfach, professionell und 100% mobil.


Welche Vorteile ergeben sich für den Bewerber und welche für die Unternehmen?

Ganz kurz: Unternehmen erhalten einen innovativen Bewerbungskanal und erreichen dadurch die junge Zielgruppe, die heutzutage vermehrt ihr Smartphone zur Jobsuche verwenden. Des Weiteren kann der Personaler sich von Anfang an einen persönlichen Ersteindruck eines jeden Bewerbers verschaffen. Durch die Definition der drei Fragen, lassen sich die Bewerber bzw. deren Antworten einfach miteinander vergleichen und es werden nur noch die Top-Kandidaten zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Bewerber erhalten erstmalig die Möglichkeit sich professionell über das Smartphone zu bewerben und müssen sich nicht länger hinter Anschreiben und Lebenslauf verstecken.  Anstatt tagelang ein Anschreiben zu verfassen, das Unternehmen kaum noch interessiert, beantwortet der Bewerber einfach die drei Fragen und die Bewerbung ist in wenigen Minuten erstellt.  


Da ihr aus dem Studium gegründet habt, wart ihr finanziell sicherlich nicht auf Rosen gebettet. Wie konntet ihr dieses Problem lösen?

Da habt Ihr vollkommen Recht. Zu Beginn haben wir lange überlegt, wie wir den Schritt zur Selbstständigkeit finanziell stemmen können. Eine der Alternativen war es, zusammen mit der Hochschule Esslingen einen Antrag für das EXIST-Gründerstipendium zu stellen.

Nach einigen Monaten ungeduldiger Wartezeit gab es dann im März diesen Jahres die erfreuliche Nachricht, dass Talentcube den Zuschlag für das Stipendium bekommen hat. Somit können wir uns aktuell voll auf den Aufbau des Unternehmens konzentrieren und arbeiten hart daran, dass sich Talentcube schnellstmöglich selbst trägt.   


Welche wichtigen Partner konntet ihr schon von eurer Idee überzeugen? 

Seit dem offiziellen Go-Live Mitte September haben wir mittlerweile um die 50 Unternehmen auf der Plattform. Zu den wichtigsten Partnern zählen hier definitiv Deutschlands schnellst wachsende Fitnesskette mit aktuell etwa 230 Filialen und eine internationale Hotelkette.  

Die Zahlen zeigen uns, dass viele Unternehmen die Notenwendigkeit eines innovativen Bewerbungskanals bereits erkannt haben und Talentcube branchenübergreifend Akzeptanz findet.

Wie schwer ist es, Aufmerksamkeit für die App zu erzeugen bzw. wie läuft eure Kundenakquise ab?

Als Bewerbungsplattform adressieren wir bei der Akquise einen zweiseitigen Markt und die Anzahl der Apps im AppStore macht es natürlich nicht einfacher, aus der Masse hervorzustechen.

Aus diesem Grund haben wir den Prozess bzw. die App so aufgebaut, dass sowohl Bewerber als auch Unternehmen uns bei der Akquise unterstützen. Unternehmen darin, dass sie die Bewerbung über Talentcube auf der Stellenanzeige aktiv mit anbieten. Bewerber durch die Möglichkeit der E-Mail-Bewerbung, wodurch sie sich auch initiativ bei Unternehmen bewerben können, die Talentcube aktuell noch nicht einsetzen.

Damit dies funktioniert, bedarf es natürlich der “herkömmlichen” Akquise erster Kunden. Bei den Unternehmen, gehen wir ganz klar den Weg über Messen und das altbekannte Klinkenputzen. Die Bewerber holen wir diese genau da ab, wo wir sie am ehesten vermuten: auf dem Smartphone. D.h. über die sozialen Medien und ein gezieltes ASO (App Store Optimization) versuchen wir, eine stetig wachsende Nutzerbasis zu generieren.


Dem Gesetzgeber wäre es am liebsten, wenn beim Bewerbungsprozess auf Daten wie Foto, Geschlecht und Alter verzichtet wird. Stellt diese Tendenz eine Gefahr für Talentcube dar?

Diese Tendenz lässt sich aktuell vereinzelt im öffentlichen Dienst erkennen und bringt, wenn man ehrlich ist, eine ganze Menge Nachteile mit sich. Personaler müssen noch länger warten bis sie einen authentischen Ersteindruck des Bewerbers erhalten, und die besten Kandidaten lassen sich noch schwieriger identifizieren.

Wie bei den Vorteilen bereits beschrieben, wirkt Talentcube dem Diskriminierungsthema eher entgegen als dieses zu verschlimmern. Aktuell muss sich ein Bewerber hinter seinen reinen Daten – Foto, Herkunft, Geschlecht etc. – “verstecken”, erhält nun aber erstmalig die Möglichkeit, sich schon mit der Bewerbung persönlich vorzustellen und mit eben seiner Persönlichkeit bzw. konkretem Fachwissen zu überzeugen. So weiß der Personaler von Beginn an, wen er bei einem Vorstellungsgespräch zu erwarten hat und reduziert die Bewerbung nicht länger nur auf reine Fakten, die ja bekanntlich viel Raum für Interpretation, Vorurteile oder eben Diskriminierung lassen.


Wir haben uns auf der Bits&Pretzels getroffen. Nutzt ihr solche Konferenzen oder Messen um eure Bekanntheit zu erhöhen oder sind euch andere Kanäle wichtiger?

Wir glauben, die Mischung macht’s. Konferenzen und Messen sind ganz klar ein wichtiger Marketing-/Vertriebskanal für uns, um sowohl Bewerber als auch Unternehmen auf Talentcube aufmerksam zu machen. Trotz nicht zu vernachlässigender Kosten, bieten Messen den klaren Vorteil, dass man sehr zielgruppenorientiert das persönliche Gespräch suchen kann. Gerade in der doch sehr konservativen Personalbranche ist dies unumgänglich.

Nichtsdestotrotz dürfen wir auf Grund der jungen Zielgruppe die Sozialen Medien nicht außer Acht lassen und evaluieren jede vergangene Aktion, um letztlich eine gesunde Mischung aus Online und Präsenzmarketing zu finden.


Ein kleiner Blick in die Zukunft: Wo steht Talentcube in fünf Jahren? Was sind eure Ziele?

Ganz einfach. In fünf Jahren hat sich Talentcube im deutschsprachigen Raum als neuer Bewerbungskanal etabliert und das traditionelle Anschreiben abgelöst. Neben der DACH-Region kommt Talentcube bereits im europäischen Ausland zum Einsatz.


Welche Tipps könnt ihr anderen Jung-Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Schaut, dass Ihr von Anfang an mit euren Kunden sprecht und holt Euch so viel Feedback wie nur irgendwie möglich. Man spart sich eine ganze Menge an Entwicklungszeit und fokussiert sich auf Produktmerkmale, die einen wirklichen Mehrwert bringen.
  2. Ein gutes Produkt bringt nichts, wenn es keiner kennt. Denkt dran, genug Zeit/Geld für Marketing- und Vertriebsaktivitäten einzuplanen. 

Vielen Dank für das Interview!

 

» Hier geht es zu Talentcube

 

Das Interview führte Niclas Hagen
Vorschläge für diese Rubrik an [email protected]

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Gamechanger des Monats: Eye-Able

Die vier Gründer der Web Inclusion GmbH aus dem Fränkischen Margetshöchheim sorgen für mehr digitale Barrierefreiheit. Mithilfe ihrer Assistenzsoftware Eye-Able ist es Website-Besucher*innen möglich, alle Inhalte frei nach den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Mehr zu unseren Gamechangern im Interview mit Oliver Greiner, Tobias Greiner, Eric Braun und Chris Schmidt.

Wir haben euch als unsere Gamechanger des Monats ausgewählt, weil ihr Vorreiter für Vorreiter*innen seid, wenn es um das Voranbringen von Inklusion und das Stärken von digitaler Barrierefreiheit geht. Wie seid ihr auf die Idee zu Eye-Able gekommen und was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Tobias: Natürlich treibt uns hier vor allen Dingen der soziale Aspekt an. Eigentlich beginnt die Geschichte von Eye-Able bereits in der Kindheit unseres Gründers Oliver. Gemeinsam mit einem seiner besten Freunde Lennart besuchte er die Schule und beide wurden Banknachbarn. Wer als ‚normal Sehender‘ eine Schule besucht, kommt wohl gar nicht auf den Gedanken, dass nicht jeder in der Lage ist, die Schrift auf der Tafel zu lesen. Das ist aber die Grundlage, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen. Oliver hat Lennart, der genetisch bedingt seherkrankt ist, jeden Tag die Inhalte auf der Tafel vorgelesen bis er in der zehnten Klasse eine Assistenztechnik in Form einer Kamera bekommen hat. Im Studium E-Commerce von Oliver wurde klar, dass diese Probleme der Lesbarkeit gerade auch auf Websites existieren. Und so ist die Idee zur Software entstanden und am Grundkonzept hat sich bis heute wenig geändert: Wir wollen Probleme lösen und Barrieren abbauen, die Menschen bei der Nutzung von Webseiten haben, indem sie selbst die Ansicht an Ihre Bedürfnisse anpassen können.

Was ist das Besondere an eurer Assistenzsoftware Eye-Able?

Oliver: Diesbezüglich sind besonders zwei Punkte zu nennen. Die Einfachheit zeichnet Eye-Able definitiv aus: Die Software kann mit nur zwei Zeilen Code in jede Website, unabhängig vom Website System bzw. CMS, eingebunden werden. Die Integration dauert also im Normalfall nur wenige Minuten und kann vollzogen werden, ohne dass Änderungen an der Website vorgenommen werden müssen. So wird unmittelbar ein neues Level der Zugänglichkeit erreicht.

Das zweite Alleinstellungsmerkmal der Software ist die Individualisierbarkeit. Sowohl unser Icon sowie die Farben im Tool als auch der Funktionsumfang können frei angepasst werden, damit sich das Tool perfekt an das Design der Website anpasst. Für viele Webseitenbetreiber ist dieser Punkt besonders wichtig, da die Farbgebung und das Design das Bild des Unternehmens nach außen darstellen sollen und so die Corporate Identity abbilden.

Was muss ich können bzw. leisten, um Eye-Able auf meiner Website ans Laufen zu bringen?

Hier war es uns sehr wichtig, dass die Software leicht installierbar ist und für jede Website bezahlbar bleibt. Effektiv muss man als Webseitenbetreiber nichts weiter tun, als die zwei Zeilen Code in die Seite zu kopieren. Somit ist eine Installation auch für technisch unerfahrene Personen ohne Probleme möglich. Die Website selbst muss für die Integration in Bezug auf Inhalt oder Aufbau nicht verändert werden.

Auf den Punkt gebracht: Warum sollte ich eure Software einsetzen?

Eric: Kurz gesagt: Weil es kein Argument dagegen gibt, seine Website und damit seine Leistungen oder Informationen für alle Menschen zugänglich zu machen. Neben den monetären Vorteilen einer neuen Zielgruppe ist es am Ende auch eine menschliche Entscheidung. Übertragen wir das einfach mal in die analoge Welt. Nehmen wir an, du hättest ein wunderschönes Kaffee in der Innenstadt, aber leider vor deinem Eingang eine dreistufige Treppe und wüsstest, dass auch Menschen im Rollstuhl gerne bei dir deinen Kaffee trinken würden. Würdest du dann für diese Fälle in eine kleine mobile Rampe investieren? Vermutlich schon. Diese Rampe haben wir für Websites gebaut. So kannst du einerseits mehr Menschen erreichen und schaffst andererseits Inklusion. Wir leben in einer Zeit, in der sich der Informationsgehalt immer weiter ins Internet verschiebt. Es ist dringend notwendig, Websites zugänglich zu machen, um hier digitale Teilhabe zu schaffen und Betroffene nicht auszuschließen.

StartingUp Gründer*in des Jahres 2021 – gewonnen hat …

Mit eurer Unterstützung – herzlichen Dank fürs Mitmachen und Voten! – haben wir unter den 12 meistgelesenen „Gründer*innen der Woche“-Interviews den bzw. die Gründer*in der Jahres 2021 gewählt. And the Winner is …

Hier die drei Gründer*innen / Start-ups, die das packende Rennen um die Plätze eins bis drei unter sich ausgemacht haben. Herzlichen Glückwunsch an die Unternehmer*innen für Ihre tollen Leistungen in diesem "verrückten" Jahr 2021!

Platz 3 geht an Marc Schindler, Gründer von ottobahn

Gründer*in August 2021: ottobahn - der Schrecken heutiger Straßen
Die ottobahn ist als emissionsfreies und ottonomes® Transportsystem oberhalb heutiger Straßen konzipiert, das in einer Höhe von fünf bis zehn Metern gebaut wird. Hier geht’s zum Interview.


Platz 2 geht an Eva Helmeth, Gründerin von mon.courage

Gründer*in Juni 2021: mon.courage - der Stick für alle Fälle
Eva Helmeth hat den Face & Body Stick entwickelt, der Gesichts- und Handcreme, Lippenbalsam, Körperlotion, Fußpflege und Massageöl, Bartbalsam sowie Haarkur in einem ist. Hier geht’s zum Interview.

And the Winner is … unser Gründer des Jahres 2021 ist:

EarlyGame, das Start-up der Münchner Gründer Fabian Furch und Leopold Ingelheim.

Gründer*in des Jahres 2021 gesucht

Jede Woche präsentieren wir an dieser Stelle unsere(n) Gründer*in der Woche. Erstmals wollen wir nun aus allen, in diesem Jahr porträtierten Gründer*innen den oder die Gründer*in des Jahres 2021 wählen – mit deiner Unterstützung.

Wir haben dazu aus jedem Monat das meistgelesene Gründer*in-der-Woche-Interview herausgefiltert und so 12 Kandidat*innen für unsere(n) Gründer*in des Jahres 2021 nominiert.

Jetzt ist es an dir, eine(n) Gründer*in mit deiner Stimme zu unterstützen. Einfach das nachfolgende Abstimmungs-Tool nutzen und voten.

Du hast nur Zeit bis Ende des Jahres, um deine(n) Favorit*in an die Spitze zu bringen - daher: Jetzt teilnehmen!

Herzlichen Dank fürs Mitmachen und Voten!

DAS VOTING

So geht's: Einfach deinen Favoriten bzw. deine Favoritin markieren und auf "Abstimmen" klicken, fertig!

Rising Stars 2021

Der Report „Rising Stars 2021“ zeigt erstmals, wie junge, innovative FinTech- und InsurTech-Gründer*innen und -Start-ups aus Deutschland und Österreich 2021 den Markt erobern.

Der Rising Start Report ist eine in diesem Jahr erstmals erscheinende Online-Publikation, herausgegeben von FinTech Innovators, einer Community von und für die deutsche FinTech- & InsurTech-Innovationsszene.

Der Rising Stars Report 2021 zeigt die aktuellen Trends rund um FinTechs/InsurTechs auf, liefert belastbares Zahlenmaterial und präsentiert Top-Start-ups und ambitionierte Gründer*innen aus diesen hochinnovativen Branchen. Der Fokus liegt auf junge Start-ups, die nicht länger als 5 Jahre am Markt sind. Damit hat der Report, der künftig einmal im Jahr publiziert wird, zugleich das Zeug zur zentralen Informationsquelle für alle, die ein Teil des dazugehörigen Ökosystems sind bzw. werden wollen.

Dr. Florian Kandler, Geschäftsführer der FinTech Innovators: „In Zusammenarbeit mit Investor*innen, Akzelertoren, Berater*innen, Corporates und Gründer*innen der FinTech-Community haben wir diesen Report konzipiert. Das Ziel: einen wertvollen Überblick für alle in unserem Ökosystem zu liefern und gleichzeitig die jungen Start-ups dabei zu unterstützen, entdeckt oder noch bekannter zu werden.“

Kein klassischer Daten-Report
Der Rising Stars Report 2021 basiert auf der Befragung und Auswertung von 111 Datensätzen, welche durch die explizite Mitwirkung der Gründer*innen der deutschen und österreichischen FinTech- und InsureTech-Szene erhoben worden sind. Inkludiert sind zahlreiche, zum Teil bislang noch nicht veröffentlichte Daten, die erstmals von den teilnehmenden Gründer*innen und Start-ups im Rahmen des „Rising Stars“ Report kommuniziert wurden.

Wichtig zu wissen: „Rising Stars“ unterscheidet sich von klassischen Daten-Reports in der Art der Datenerhebung und dem Fokus, junge FinTechs/InsurTechs und ihre Gründer*innen ins Rampenlicht zu rücken. Der Report will kein wissenschaftlicher Bericht mit Anspruch auf Vollständigkeit sein. „Vielmehr laden wir alle Gründer*innen ein, im Report dabei zu sein. Ein großer Teil der von der Community nominierten und von uns kontaktierten Start-ups haben diese Einladung angenommen“, so Dr. Kandler.

Wertvolle Start-up-Insights
Unterteilt ist der „Rising Stars 2021“ in die Start-up-Präsentation der Neuen, der Jungen sowie der Etablierten. Hinzu kommen u.a. Porträts von Start-ups, die ihren Markteintritt erst im Jahr 2022 planen und damit quasi schon einen spannenden Ausblick auf die kommenden Innovationen der Branche und Inhalte des Rising Stars Report 2022 bieten.

Auf die Leser*innen warten Quick Facts (wie Gründungsjahr, Launch-Datum, Umsatz, Umsatzplan etc.), Produkt-Insights (bspw. Besonderheiten, Zielgruppe(n), Marktstrategie) sowie spannenden Infos zu den Erfolgen und zur Traction der porträtierten Start-ups.

Abgerundet wird der „Rising Stars 2021“ Report durch informative Gastbeiträge namhafter Player und Expert*innen des FinTech- und InsureTech-Ökosystems.

In Summe: über 250 Seiten, vollgepackt mit innovativen FinTech-/Insur-Tech-Infos und Know-how.

Den Fintech Innovators Report „Rising Stars 2021“ erhältst du hier

Science4Life prämiert Innovationen in Life Sciences, Chemie und Energie

105 Einreichungen beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Im Jahr 2021 steht hinter besonders vielen Geschäftsideen ein digitales Geschäftsmodell.

Grüner Ersatz für Kunststoff, eine App für Demenzprävention und Biogas als regelbare Quelle erneuerbarer Energien – Science4Life hat die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie prämiert. Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus.

Die 105 eingereichten Beiträge spiegeln aktuelle Trends aus den Branchen wider, denn mehr als der Hälfte aller eingereichten Ideen liegt ein digitales Geschäftsmodell zugrunde. Besonders der Bereich Digital Health wächst weiterhin. Die beiden geschäftsführenden Vorstände des Science4Life e.V. sind überzeugt von den Innovationen der Start-ups: „Die teilnehmenden Teams forschen und entwickeln Lösungen am Puls der Zeit. Sie erkennen nicht nur aktuelle Probleme, sondern können auch schnell und agil auf diese reagieren“, sagt Dr. Jens Atzrodt, Director R&D Country Operations bei Sanofi in Deutschland. „Der Trend zu Einreichungen mit digitalem Hintergrund setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ist ein klares Zeichen, dass vor allem die Start-up Szene Innovation in der Branche vorantreibt“, bekräftigt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest.

Das sind die prämierten Start-ups und ihre Lösungen

Beim Science4Life Venture Cup überzeugte das Team von Cell2Green aus Rostock mit ihrem grünen Ersatz für Kunststoff: Die biologisch basierten und abbaubaren Cellulosefolien sind eine umweltfreundliche Alternative für die Verpackungsindustrie. DNTOX aus Düsseldorf bietet mit seiner tierversuchsfreien und auf menschlichen Zellen basierenden Analyse eine kostengünstige Alternative zu Tierversuchen. Sie wird eingesetzt, um die Sicherheit von Chemikalien für die Entwicklung des frühkindlichen Gehirns zu untersuchen. Ein neues Textil aus Hanffasern entwickelt das Team hinter LOVR aus Darmstadt: LOVR ist lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert. Mit memodio entwickelt das gleichnamige Team aus Potsdam die weltweit erste therapeutische App zur Demenzprävention auf Basis eines evidenzbasierten und individualisierbaren Therapieprogramms. Hinter dem RooWalk aus Berlin steckt eine persönliche Geschichte: Die 5-jährige Nichte von Mitgründer Benjamin Pardowitz lebt seit ihrer Geburt mit Zerebralparese – die vom Team entwickelte elektrisch unterstützte Gehhilfe ermöglicht und fördert die erweiterte Bewegungsfähigkeit von Kindern mit körperlichen Einschränkungen.

Unter den Einreichungen beim Science4Life Energy Cup wurden die Teams von BioCore, der everyone energy und KD Pumpen prämiert. BioCore aus Garching nutzt Biogas um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern und ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. everyone energy aus Berlin hilft dabei, Tausende neue Energiewende- Projekte zu realisieren, indem Endverbraucher und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte Energieberatung gezielt zusammengebracht werden. Das Team von KD Pumpen aus Balve und Dortmund entwickelt ressourcenschonende Pumpentechnik für die Umwelt- und Entsorgungsindustrie. Dank patentierter Technologie und Predictive Maintenance kann der Lebenszyklus von Pumpen um 300 bis 600 Prozent verlängert und der Wirkungsgrad um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Die fünf top Teams der Ideenphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  • Cell2Green (Rostock)
  • DNTOX (Düsseldorf)
  • LOVR (Darmstadt)
  • memodio (Potsdam)
  • RooWalk (Berlin)

Die drei top Teams der Ideenphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  • BioCORE (Garching)
  • everyone energy (Berlin)
  • KD Pumpen (Balve / Dortmund)

Ab sofort beginnt die Konzeptphase und alle Start-ups können ihr Geschäftskonzept oder Read Deck bis 14. Januar 2022 online unter www.science4life.de einreichen – auch wenn sie nicht an der Ideenphase teilgenommen haben.

Gründer*in der Woche: Aulios - übersetzt Sound in Licht

AULIOS übersetzt Sound in Licht und kreiert die weltweit erste Software zur vollautomatisierten Erstellung soundbasierter Lichtshows in Echtzeit für Clubs, Konzerte und Festivals. Mehr über die innovative Idee der Gründer Alexander Gerick und Marius-Julian Marx und die Anwendungsmöglichkeiten im Interview mit Marius-Julian.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu AULIOS gekommen?

Ursprünglich brauchten wir nur ein wenig Party Beleuchtung für Alex 18. Geburtstag und wollten die Smart Lights von Phillips Hue dafür verwenden. Die Sound-Licht-Synchronisation war jedoch so schlecht, dass wir uns dazu entschlossen, etwas Eigenes zu entwerfen. Es verging dann eine Menge Zeit, in der wir dieses Vorhaben nur unregelmäßig verfolgten. Als wir dann nach unserem Umzug nach Berlin mit DJs und Clubbesitzern in Kontakt kamen, entstand schließlich die heutige Idee zu AULIOS.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee über die Gründung bis zur fertigen Software im Testeinsatz?

Nach dem Slash Hackathon im Oktober 2020 haben wir angefangen, unser Vorhaben ernster zu nehmen. Wir bekamen sehr positives Feedback für unser Vorhaben, Sound und Licht für den Smart Home Bereich zu synchronisieren. Es folgte eine Menge Recherche und wir wollten einen intelligenteren Smart-Home-Brand entwickeln, welcher sämtliche Konkurrenzprodukte im Smart Home Bereich bei weitem übertreffen würde. Dieses Vorhaben änderte sich, nachdem wir mit einigen erfahrenen Investoren gesprochen und verstanden hatten, dass eine Hardware-fokussierte Firma hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit und dem Grundkapitalbedarf einige erschwerende Aspekte aufweist.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt kamen wir dann auch mit DJs in Berlin in Kontakt, welche unsere Idee cool fanden und uns immer wieder fragten, weshalb wir so etwas denn nicht für Clubs entwickeln. Dieser Punkt, an dem wir herausfanden, dass Lichtshows immer noch manuell erstellt werden, regte uns dazu an, von dem Smart-Home-Vorhaben abzulassen und uns komplett auf eine B2B-Lösung zu fokussieren.

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst finanziert?

Wir hatten ein wenig Geld angespart, aber der herausforderndste Teil war es, ein Team zusammenzustellen, ohne das Geld zu haben, diese zu bezahlen und ohne Investoren zu einem Zeitpunkt reinzuholen, an dem die Vision hinter AULIOS noch nicht klar und fortgeschritten genug war, um vernünftige Konditionen zu bekommen. Wir wussten, dass unser Vorhaben nicht durch Alex und mich allein realisiert werden konnte. Wir motivierten daher Mitstudenten, uns bei der Entwicklung der Software zu helfen, indem wir ihnen – anstelle einer Bezahlung in Form von Geld – die Möglichkeit boten, ihr Studium voranzubringen und gleichzeitig in einem Projekt zu arbeiten, das einem klar erkennbaren Sinn folgt. Seit Beginn unseres Projekts halfen uns rund 15 Studenten – einige werden auch weiterhin bei AULIOS bleiben und hoffentlich auch bald als erste Mitarbeiter der AULIOS GmbH bezahlt werden können.

Nun zu AULIOS: Was ist das Besondere an eurer Software? Wie hebt ihr euch von anderen Lösungen in diesem Kontext ab?AULIOS ist die weltweit erste Software, welche komplexe Lichtshows basierende auf Sound vollautomatisiert erstellen kann. Anstelle eines Lichtjockeys oder Lichttechnikers wird nur ein Computerprogramm benötigt, um die entsprechende Lichtshow zu erstellen und dies geschieht zudem noch in Echtzeit. Wir können damit Kosten für Veranstalter senken und gleichzeitig die Qualität der Lichtshows deutlich verbessern. Zudem ist AULIOS rund um die Uhr Einsatzbereit und immer nur einen Klick entfernt

Gast-Ampel: regelt Corona-Auflagen und prüft die Identität

Drei Unternehmer aus Berlin und Dortmund entwickeln die digitale Gast-Ampel für 2G- und 3G-Kontrollen sowie Personenlimits.

Rot bleib stehn, bei Grün kannst du gehen: Drei Unternehmer aus Berlin und Dortmund haben die sogenannte Gast-Ampel entwickelt, die von den Corona-Auflagen betroffene Betriebe dabei unterstützt, 2G- und 3G-Regeln einzuhalten. Die Gast-Ampel regelt Kundenströme wie im Straßenverkehr: Sie zählt und scannt die Nachweise von Geimpften, Genesenen und Getesteten. Zudem nimmt sie eine Identitätsprüfung der Kunden und Gäste vor, indem sie die Ausweise verifiziert. Wenn die Voraussetzungen gemäß den Auflagen erfüllt sind, schaltet die Ampel auf Grün. “Uns war klar, dass gerade jenen Betrieben, die erneut von den Restriktionen betroffen sind, die Ressourcen fehlen, um die jeweiligen Regelungen zu kontrollieren. Eine Aufgabe, die sich viel effizienter und eindeutiger technisch lösen lässt”, sagt Hans Dornseif, Produktdesigner der Gast-Ampel. Mit Unterstützung des Digitalisierungsexperten Maximilian Pohl und des technischen Entwicklers Henk Timmermans hat er die Gast-Ampel entwickelt.

Kampf gegen die vierte Corona-Welle

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle verschärfen die meisten Bundesländer ihre Corona-Regeln. Während bislang geimpfte, genesene und getestete Menschen gleichermaßen Zugang zu den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens hatten, entscheiden sich immer mehr Bundesländer für die sogenannte 2G-Regel. Dadurch gilt insbesondere für Betriebe der Gastronomie, Kultur- und Veranstaltungsbranche, dass nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen werden dürfen. Zudem gilt in Abhängigkeit von Art und Größe des Betriebes vielerorts nach wie vor ein Personen-Limit. In Bayern dürfen etwa Kultur- und Sportveranstaltungen mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent stattfinden. Zudem gilt dort die 2G-plus-Regel: Gäste müssen geimpft oder genesen sein und brauchen zusätzlich einen Test.

Scanner prüft Nachweise in Echtzeit und verifiziert Identität

“Das Zählen und Prüfen der 3G-, 2G-plus- oder 2G-Nachweise bedeutet einen erheblichen Mehraufwand, der nicht zulasten der Betriebe gehen sollte”, sagt Dornseif. Diese Aufgabe soll nach den Vorstellungen der drei Unternehmer künftig die Gast-Ampel mit den bekannten Signalfarben am Eingang der jeweiligen Einrichtung übernehmen. Ein Scanner prüft die Gültigkeit des jeweiligen Nachweises sowie die Ausweise der Kunden in Echtzeit. Ein Sensor zählt die eintretenden Gäste. Die Ampel schaltet auf Rot, sobald eine vom Lokalinhaber festgelegte Grenze überschritten wird oder ein Nachweis ungültig ist. “Dafür benötigt die Gast-Ampel noch nicht einmal einen Internetzugang. Alles wird ausschließlich lokal gespeichert”, versichert Dornseif. “Unser Ziel war es, ein einfaches Produkt zu schaffen, das sich schnell installieren lässt und nicht teuer ist. Gerade jetzt möchte niemand zusätzlich hohe Ausgaben tätigen.” Die Ampel kostet weniger als 1.000 Euro und damit deutlich weniger als vergleichbare Systeme.

Gast-Ampel auch nach Corona vielfältig einsetzbar

Der Einsatz der Gast-Ampel ist laut Dornseif keineswegs auf die Durchsetzung der Corona-Regeln beschränkt. Auch nach der Pandemie sind diverse Business-Cases denkbar. Das System kann etwa dafür genutzt werden, um die Auslastungen nach Tages- und Uhrzeit zu erfassen, Statistiken zu erstellen und diese Informationen für das eigene Marketing zu nutzen. Auch eine nachträgliche Anbindung an Türöffnungssysteme und andere QR-Code-Lösungen wie Online-Ticketing-Systeme seien möglich. Dornseif: “Das System kann durch Updates jederzeit erweitert werden. Deshalb sind den Einsatzmöglichkeiten theoretisch keine Grenzen gesetzt.”

9. Deutscher Startup Monitor

Über 2000 deutsche Start-ups haben an der aktuellen Befragung teilgenommen – hier die spannenden Ergebnisse des Deutschen Startup Monitors in komprimierter Form.

Das Geschäftsklima in der deutschen Start-up-Szene hat sich deutlich aufgehellt und liegt wieder auf dem Niveau von 2019. Gründer*innen finden hierzulande immer bessere Bedingungen vor* Zwei Drittel bewerten das Start-up-Ökosystem an ihrem Standort als gut oder sehr gut – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider* Die durchschnittliche Beschäftigungszahl steigt von 14 auf 18 und auch bei den geplanten Neueinstellungen zeigt der Trend nach oben. Doch die Talentsuche entwickelt sich neben der Kapitalbeschaffung zu einer der großen Hürden für die Jungunternehmer*innen. Eine weitere große Herausforderung ist außerdem der unzureichende Zugang zu Daten und deren Konzentration bei wenigen internationalen Konzernen.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 9. Deutsche Startup Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Startups e.V. und PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt und an dem sich erstmals über 2000 deutsche Start-ups beteiligt haben.

Diversität und Dynamik stärken

Start-ups sind eine treibende Kraft, wenn es um Innovationen und Technologien geht
und schaffen so auch immer mehr neue Arbeitsplätze* In den kommenden Monaten wollen die befragten Unternehmen im Schnitt neun Mitarbeitende rekrutieren. Ob sich die geplanten Neueinstellungen realisieren lassen, hängt allerdings ganz wesentlich von der Lage auf dem Bewerber*innenmarkt ab. Fest steht* Die Personalsuche wird schwieriger. 27 Prozent der Start-up-Gründer*innen bezeichnen sie bereits als größte Hürde – das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Ein weiterer zentraler Aspekt im Kontext Wachstum und Personal betrifft die Diversität – mehr Frauen als Gründerinnen heißt in Sachen Talente und Innovationskraft aus dem Vollen zu schöpfen. Vor diesem Hintergrund ist der Anstieg des Frauenanteils um 11 Prozent als positives Signal und erster Schritt in die richtige Richtung hervorzuheben – auch wenn das Niveau mit einem Frauenanteil von knapp 18 Prozent insgesamt noch sehr niedrig ist. Zugenommen hat im Vergleich zum Vorjahr (20 Prozent) außerdem der Anteil an Gründer*innen mit Migrationshintergrund, der jetzt bei 22 Prozent liegt.

Start-up Guerilla Aktion in München geplant

Pigtie will das Sparverhalten der jüngeren Generationen revolutionieren und damit zugleich die uns drohende Altersarmut bekämpfen. Mit im Programm: eine coole Guerilla Aktion in München am 22. Oktober 2021.

Pigtie ist ein von Maximilian Klinke und Christian Maksymiw frisch gegründetes Start-up aus München. Das Gründerteam hat eine Smartphone-App für iOS und Android entwickelt, die Studierende, Berufseinsteiger*innen und junge Erwachsene aller Art (also die Gen Y und Z) befähigt, die Finanzplanung in die eigene Hand zu nehmen. Hierbei bietet das Start-up durch den Pigtie Aufrunden-Service einen konkreten Einstieg in die Finanzplanung und begleitet die Nutzer*innen in der App zum ersten ETF-Investment & darüber hinaus.

Guerilla Aktion - so what?

Gemeinsam mit der W&S Epic GmbH, eine Berliner Kreativagentur, arbeitet das Gründerteam aktuell eine Awareness Kampagne mit "Titelseiten-Potenzial" aus. Das Konzept ist einfach: Pigtie will auf den hohen Wert des Kleingeldes, das Pigtie-Nutzer*innen durch den Aufrunden-Service in der App sparen, aufmerksam machen. Das Motto: Kleingeld ganz GROSS machen!

Als sichtbares Zeichen wird das Team am 22. Oktober 2021 mit einer riesigen 1-Cent-Münze alle signifikanten Orte der Münchner Innenstadt besuchen. Unten findest du einen Routenplan, wie das Ganze ungefähr aussehen wird. Der Start erfolgt ca. 10 Uhr am Sendlinger Tor und endet voraussichtlich am letzten Routen-Stop um 17 Uhr.

Mehr Infos zu Pigtie findest du hier

Gründer*in der Woche: jooli - Inspirational Shopping mit KI Logik

Das 2021 vom Team um Wolfgang Boyé in Berlin gegründete Start-up jooli will mit seiner gleichnamigen App – sie ist Europas schnellst wachsende Video-Shopping-App – das Onlineshopping so unterhaltsam wie einen Schaufensterbummel in der Stadt machen. Wie – das erklärt uns Wolfgang im Interview.

Wann und wie bist du auf die Idee gekommen, Video-Shopping als neuen, innovativen Vertriebskanal zu nutzen?

Wir im Team haben leidenschaftlich darüber diskutiert, was uns am E-Commerce gefällt und was uns besonders fehlt. Heraus kam ganz klar: Wir wollten Shopping im Internet unterhaltsamer machen und zugleich eine Community von Produktpartner*innen schaffen, die sich gegenseitig im Wachstum unterstützen. Daraus ist jooli entstanden. 

Video-Shopping vs. Live-Shopping. Was sind die größten Vorteile eurer Lösung?

Ganz klar die permanente Verfügbarkeit. Man lädt die App runter und los geht’s. Nicht mal eine Registrierung oder Anmeldung ist erforderlich, und man muss auch nicht drauf warten, dass gerade ein Merchant „live“ ist.

Nun zu jooli: Wie genau funktioniert eure Video-Shopping-App?

Produktpartner*innen stellen ihre Produkte in kurzen Videos vor. Zwischen den Produkten kann man durch einen Swipe nach links und rechts wechseln. Durch ein Swipen nach oben oder unten kann man den Kanal der Produktpartner*innen wechseln.

An wen adressiert ihr euer Angebot?

An alle Menschen, die auf der Suche nach Inspirational Shopping-Angeboten sind und eine neue Art von Shopping-Entertainment erleben möchten.

Und wie macht ihr auf euch und eure frisch gelaunchte App aufmerksam?

Für uns ist die Community sehr wichtig – viele sind heute schon in Social Media unterwegs und sehen vielleicht auch ein paar Produkte, die sie kaufen würden. Wir drehen dies auf den Kopf: Bei uns kommen die Kund*innen, um zu shoppen, aber im Stil von Social Media. Daher bekommen wir auch die meiste Aufmerksamkeit aus den Communities der Brands und Influencer*innen. Wir arbeiten auch aktiv mit ihnen zusammen, um gemeinsam neue Kund*innen auf jooli zu bringen. Verstärkt wird dies auch durch unser Botschafterprogramm. Näheres dazu gibt es hier.

Wie habt ihr den Unternehmensstart und die Produktentwicklung finanziell gestemmt?

Der Produktlaunch von jooli wurde von der elumeo SE als Inkubator sowohl finanziert als auch mit Infrastruktur massiv unterstützt.

Was sind deine unternehmerischen Ziele und To Do’s für das nächste halbe Jahr?

Wir werden in den nächsten sechs Monaten das Produktangebot in der App und die Anzahl der Nutzer*innen massiv ausbauen und zugleich die internationale Expansion starten.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Man kann über viele Ideen lange nachdenken. Oder es einfach machen.

Hier geht’s zu jooli


Das Interview führte Hans Luthardt

Personio wird zweitwertvollstes dt. Start-up

Personio erreicht eine Unternehmensbewertung von 6,3 Mrd. US-Dollar und wird damit zum zweitwertvollsten Start-up in Deutschland.

Personio, Europas führender Anbieter von HR-Software für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), verkündet heute mit People Workflow Automation eine neue HR-Software-Kategorie. Damit können KMUs manuelle und fragmentierte HR-Prozesse, die verschiedene Tools und Teams involvieren, in automatisierte Workflows umwandeln. Unternehmen können so schneller arbeiten und Verzögerungen, die aus Unternehmenssicht schwerwiegende Folgen mit sich bringen können, vermeiden.

Zeitgleich zum Launch der neuen HR-Software-Kategorie erhält Personio in einer vorgezogenen Series E-Finanzierungsrunde $ 270 Millionen, die das Unternehmen zum zweitwertvollsten deutschen Start-up mit einer Bewertung von $ 6,3 Milliarden macht.

Die erneute Finanzspritze folgt auf die Series D, in deren Zuge Personio erst Anfang des Jahres $125 Millionen Kapital einsammelte, von welchem der Großteil nach wie vor vorhanden ist. Seit der Gründung vor sechs Jahren hat Personio damit insgesamt mehr als $500 Millionen an Kapital erhalten. Mit dem zusätzlichen Funding will das Unternehmen seine HR-Software weiterentwickeln und Marktführer für People Workflow Automation werden, um so den Bedürfnissen seiner Kunden auch künftig gerecht zu werden.

Die Series E wird von Greenoaks Capital Partners angeführt. Weiteres Kapital kommt von Altimeter und Alkeon Capital. Die drei Fonds eint die Strategie, in branchenführende private wie börsennotierte Unternehmen zu investieren und sie als langfristige Partner bei ihrem Wachstum zu begleiten. In den Portfolios der drei Investoren befinden sich zahlreiche namhafte Unternehmen wie UiPath, Hubspot, Stripe und Snowflake. Personio’s bisherige Geldgeber – Index Ventures, Accel, Meritech, Lightspeed, Northzone and Global Founders Capital – beteiligen sich ebenfalls wieder an der Finanzierungsrunde.

Hanno Renner, Mitgründer und CEO von Personio: "Das neue Investment unterstreicht das anhaltend schnelle Wachstum von Personio und das immense Marktpotenzial, aber auch den Glauben an unsere Vision für die Zukunft von HR Tech. Obwohl ich diese Finanzierungsrunde als einen wichtigen Meilenstein betrachte, stehen wir noch ganz am Anfang unserer Reise. In Zukunft wollen wir HR-Teams dabei helfen, mit People Workflow Automation über Abteilungsgrenzen hinaus agieren zu können. Die Einführung dieser neuen Software-Kategorie ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und hilft unseren Kunden dabei, sich noch besser auf den größten Erfolgstreiber eines jeden Unternehmens - die Mitarbeitenden - zu fokussieren. Wir freuen uns schon darauf, den europäischen Mittelstand mithilfe unserer neuen Technologie weiter wachsen zu sehen."

Neil Mehta, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Neuinvestor Greenoaks: “Obwohl kleine und mittlere Unternehmen das Rückgrat der europäischen Wirtschaft sind, wurden sie zu lange von den etablierten Anbietern vernachlässigt und übersehen. Personio demokratisiert Technologie, die bislang Großunternehmen vorbehalten waren und macht KMUs produktiver, indem es HR-Workflows über den gesamten Mitarbeiter-Lebenszyklus hinweg vereinfacht.”

"Wir haben das Glück, mit vielen der weltweit führenden Technologieunternehmen zusammenzuarbeiten, und ich bin mir sicher, dass der jetzige Schritt gerade erst der Anfang für Personio und seine ambitionierten Ziele ist. Die Einführung der HR-Software-Kategorie People Workflow Automation wird Unternehmen in ganz Europa noch erfolgreicher machen. Wir sind stolz darauf, Personio in dieser spannenden Phase ihrer Reise begleiten zu dürfen und freuen uns auf eine langjährige Partnerschaft.”

Start-up-Initiative für mehr Unabhängigkeit von Google oder Apple

Das Start-up "Hallo Welt Systeme" hat die Initiative für eine Alternative zu Produkten der Big-Tech-Unternehmen ergriffen. Dafür setzt es auf Partnerschaften mit kleinen und mittelständischen Unternehmen und Organisationen.

Gemeinsam bieten die Partner eine Gesamtlösung für mehr Einfachheit, Sicherheit und Selbstbestimmung in der mobilen, digitalen Welt. Zu den Partnern gehören Gigaset Communications als Hardware Hersteller, die Ubports Stiftung für das quelloffene Betriebssystem Ubuntu Touch und der VPN Anbieter Hide.me. Neu dabei: Die Suchmaschinen Startpage und MetaGer für anonyme Suche im Internet und StartMail für sichere E-Mails. Motivation für Volla sind neben der wachsenden Dominanz der Big-Tech Unternehmen auch aktuelle Entscheidungen zur Überwachung im digitalen Raum.

Smartphone mit Fokus auf mehr Datenschutz und Privatsphäre

Vergangenes Jahr hat das junge Remscheider Unternehmen "Hallo Welt Systeme" mit seinem Volla Phone einen Paradigmenwechsel am Handymarkt eingeleitet. Denn im Unterschied zu gängigen Mobiltelefonen verzichtet das Volla Phone auf alles, was die Nutzer ablenkt und punktet mit einem eigens entwickelten Betriebssystem, dem Volla OS auf Basis eines quelloffenen Android (Android Open Source Project). Im Vordergrund steht dabei der Schutz der Privatsphäre sowie ein neues, einfaches Benutzererlebnis, das sich durch Konzepte wie dem Springboard und automatischen Zusammenstellungen von Inhalten (Collections) auszeichnet.

Gründer Dr. Jörg Wurzer will mit seinen Produkten eine Alternative zu großen Unternehmen wie Google oder Apple bieten: "Unsere Strategie ist, gemeinsam mit unseren Partnern, einer Community von Entwicklern und Anwendern ein Marktsegment für Konsumenten zu erschließen, die heute keine Alternative zu Apple oder Google kaufen können. Was für ein einzelnes Start-up zu ambitioniert erscheine, kann in der Zusammenarbeit gelingen."

Partner für digitale Selbstbestimmung

Gemeinsam mit anderen kleinen und mittleren Unternehmen und Orgabisationen hat Dr. Wurzer eine Allianz für mehr Unabhängigkeit, Selbstbestimmung, Schutz der Privatsphäre ins Leben gerufen, die Themen wie Datenschutz, digitale Selbstbestimmung, Open Source, Privatsphäre und Unabhängigkeit von den großen Technologie-Unternehmen nicht nur vorantreiben, sondern umsetzen möchte. Zu den Partnern zählen Gigaset Communications, die UBports Foundation, Hide.me, Startpage sowie der SUMA e. V. bzw. Metagerund StartMail.

Jörg Wurzer: "Als junges Unternehmen sind wir auf Wachstumskurs und spüren einen zunehmenden Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und Sicherheit bei den Usern. Wir sehen, dass es sich um mehr als nur eine Marktnische handelt und dass dieses Marktsegment stetig wächst. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir hier Akzente setzen, indem wir mit ergänzenden Produkten hier echte Innovationen im Smartphone Segment bieten und so zur qualitativen Alternative werden."

Starkes Signal für mehr Unabhängigkeit setzen

Zu den Partnern der ersten Stunde zählt unter anderem der in Bocholt produzierende Telekommunikations- und Smart-Home-Spezialist Gigaset Communications, der die Hardware für das Volla Phone und das Volla Phone X - die robuste "Rugged Smartphone" Variante - in Deutschland liefert. "Wir freuen uns mit unserer Hardware einem jungen Start-up helfen zu können", so Andreas Merker VP Smartphones bei Gigaset. "Die Tatsache, dass die Hallo Welt Systeme bei ihrem sehr sicheren und kundenorientierten Ansatz auf Gigaset Hardware setzt, spricht für die Qualität unserer Produkte und deren flexible Gestaltungsmöglichkeiten.

Das Volla Phone ist alternativ zum eigenen Betriebssystem Volla OS auch in einer Variante mit dem mobilen, vorinstallierten Linux Betriebssystem Ubuntu Touch erhältlich. Umgesetzt wurde diese Variante gemeinsam mit der UBports Foundation mit Sitz in Berlin und der dahinterstehenden Community. Als Gold Sponsor unterstreicht sie die Qualität des Projekts und unterstützt das Team rund um Gründer Dr. Wurzer bei der Weiterentwicklung und weiteren Marktpositionierung des Volla Phone.

Der stellvertretende Vorsitzende der UBports-Stiftung, Ricardo Mendoza, zeigt sich äußerst zufrieden mit den erreichten Zielen in 2020: "Wir können Anwendern dank der Kooperation mit Hallo Welt Systeme ein aktuelles Gerät mit vorinstalliertem Betriebssystem anbieten. Bisher mussten viele Anwender zu gebrauchten Geräten greifen und noch dazu selbst Hand anlegen, wenn sie Ubuntu Touch installieren wollten. Außerdem hat die Kooperation es uns ermöglicht, die Unterstützung für andere Geräte mit Android-9-Basis voranzutreiben."

Das Sprungbrett von Volla OS ist der schnelle Start für alle wichtigen Alltagsfunktionen des Volla Phones. Dazu gehört auch die Suche im Internet, für die Anwender nun zwischen verschiedenen Suchmaschinen auswählen können. Mit Startpage und MetaGer hat Volla dafür zwei starke Partner gefunden, die nicht nur konsequent die Privatsphäre schützen, sondern und auch qualitativ einen Mehrwert bieten.

Hinter der Suchmaschine Startpage steht das Unternehmen Startpage BV aus den Niederlanden, das Suchanfragen anonymisiert an Google übermittelt und somit auf den Google Index zugreift, ohne dabei eine IP-Adresse, eine User-ID oder Tracking-Cookies einzusetzen oder den Suchverlauf zu speichern.

Robert E.G. Beens, Mitgründer und COO von Startpage zur Kooperation: "Durch die vermehrte Nutzung von Mobiltelefonen geht viel Privatsphäre verloren. Mit dem Volla-Telefon gibt es endlich eine Möglichkeit, die Kontrolle über unsere Handy-Daten zurückzuerlangen. Startpage freut sich sehr, als Standard-Suchmaschine auf Volla verfügbar zu sein. Unsere Partnerschaft ist dabei eine ideale, gegenseitige Ergänzung. Wir teilen dieselbe Mission zum Schutz der Privatsphäre und können unseren Kunden gemeinsam ein einzigartiges und wirklich anonymes Sucherlebnis bieten."

Die deutsche Metasuchmaschine MetaGer, die seit 2004 von dem gemeinnützigen Verein SUMA e. V. betrieben wird, kombiniert anders als die Marktführer mehrere Such-Indizes als Datenquelle für eine Suchanfrage. Dazu gehören bei MetaGer vor allem der Such-Index von Bing, aber auch von Medien wie Zeit Online und neue, innovative Alternativen wie die Peer-to-Peer-Suche von yacy.net.

"Digitale Technik, vor allem wenn sie so grundlegend wie eine Suchmaschine ist, sollte frei und unabhängig von kommerziellen und staatlichen Interessen sein," meint Manuela Branz, Sprecherin des SUMA e.V. und diese Philosophie passt perfekt zu der Motivation hinter dem Volla Phone und Volla OS. Anwender sollen die Wahl haben, zu entscheiden wo sie sich informieren. Und das ohne die Beobachtung und Beurteilung durch Dritte. Und Dominik Hebeler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied ergänzt: "Mit uns behalten Nutzer die volle Kontrolle über Ihre Daten. Wir tracken nicht. Wir speichern nicht."

Seit der ersten Auslieferung kommt des Volla Phone mit einem standardmäßig integrierten Virtual Privat Network (VPN) von Hide.me, das für einen geschützten Zugang zum Netz sorgt. Hide.me bzw. die dahinterstehende eVenture Ltd. ist aufgrund seines Standortes in Malaysia nicht zur Aufzeichnung der Verbindungen verpflichtet und protokolliert daher keine Netzaktivitäten. Das ermöglicht zusätzliche Anonymität im Netz.

Robert Smorhaj von Hide.me: "Als Volla auf uns zukam, hide.me VPN in seinen datenschutzfreundlichen Smartphones zu integrieren, waren wir begeistert. Die Gelegenheit, zu diesem Projekt beitragen zu können, welches Online-Datenschutz ebenfalls großschreibt, ist fantastisch. Eine erfolgreiche Kooperation, die durch Datenschutz und Privatsphäre langfristig Ihre Freiheit online gewährleistet."

Last but not least zählt seit einigen Tagen auch der E-Mail-Service StartMail zu den Volla-Phone-Partnern. StartMail ist der sichere E-Mail-Service, der von den Menschen hinter Startpage entwickelt wurde. Die Web-Anwendung macht die Verwendung einer hochgradigen Verschlüsselung mit dem bewährten und offenen PGP-Standard so einfach wie möglich. Dafür arbeitet das Unternehmen aus den Niederlanden eng mit dem Erfinder Phil Zimmermann zusammen und bietet so eine komfortable und moderne Verschlüsselung und Technologie für E-Mails. Volla möchte mit StartMail allen Anwendern einen konsequenten Schutz der Privatsphäre für die digitale Kommunikation bieten.

"Durch die Nutzung unserer Mobiltelefone geht ein Großteil der Privatsphäre verloren. Mit dem Volla-Telefon haben die Menschen endlich eine Möglichkeit, die Kontrolle über ihre mobilen Daten zurückzuerlangen. Als privater Anbieter sind wir stolz darauf, der E-Mail-Partner von Volla in dieser Allianz zu werden", sagt Robert E.G. Beens, CEO von Startmail. "Wir teilen dieselbe Mission in Bezug auf den Datenschutz und freuen uns darauf, den Nutzern von Volla-Telefonen unseren E-Mail-Service anbieten zu können."

Dropp erhält 2 Mio. Pre-Seed-Finanzierung und launcht grünen Last-Mile-Delivery-Service

Dropp, das grüne Last-Mile-Delivery-Start-up, verkündet seinen Launch in Deutschland und den Abschluss einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde von über 2 Mio. Euro.

„Wir freuen uns, mit der Finanzierung von über 2 Mio. Euro unser Produkt weiterentwickeln und unseren Service bald in weiteren Städten Deutschlands anbieten zu können. Mit unserem innovativen Ansatz, Online-Shops eine klimaneutrale und zeiteffiziente Lieferung zu ermöglichen, kommen wir unserer Vision näher, die Logistik der Zukunft im urbanen Raum entscheidend mitzugestalten“, sagt Alessa Vogler, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Dropp.

Das Berliner Start-up Dropp wurde im März 2021 von Alessa Vogler, Nicolas Pörschke und Philip Braun gegründet, die auch allesamt als Geschäftsführer fungieren. Dropp ermöglicht Unternehmen aus dem E-Commerce eine schnelle, klimafreundliche und flexible Zustellung ihrer Produkte an die Konsument:innen. Die Last-Mile-Delivery über Dropp erfolgt über E-Cargo-Bikes und mit Hilfe von ressourcenschonenden Verpackungen. Durch das Prinzip des Quick Commerce mit innerstädtischen Logistikzentren werden die Waren innerhalb von drei Stunden nach der Bestellung oder in einem beliebigen Zeitfenster von zwei Stunden zugestellt.

Mit diesem Versprechen, Lieferungen innerhalb von drei Stunden auszuliefern, positioniert sich das Start-up als innovativer Logistikdienstleister für Online-Shops. Der Service von Dropp ermöglicht es E-Commerce-Händlern, ihre Logistik auf einen sogenannten Quick Commerce-Service umzustellen. Dazu werden, ähnlich wie bei Gorillas oder Flink im Food-Sektor, Produkte in innerstädtischen Logistikzentren gelagert und mittels Fahrradkurieren klimaneutral ausgeliefert.

Mit dem frischen Kapital wird Dropp sein Team weiter aufbauen sowie die Produktentwicklung und Operations weiter entwickeln. Bis Ende des Jahres plant Dropp weitere Logistikzentren in Berlin sowie neue an Standorten in München und Köln.

Klartext vor der Wahl: Stimmen aus der Greentech-Szene

Was Greentech-Gründer*innen bzw. Start-ups mit Blick auf die nächste Bundesregierung bewegt.

Ideen fördern, die den Schutz unseres Planeten vor wirtschaftlichen Profit stellen – das Ziel haben sich die Mitbegründer*innen der Greentech Alliance im letzten Jahr gesetzt. Knapp anderthalb Jahre nach Gründung besteht das Netzwerk aus über 800 Mitgliedern und 500 Berater*innen aus den Bereichen Venture Capital, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft, die jungen Greentech-Gründer*innen dabei helfen, ein aufstrebendes Unternehmen aufzubauen. Der Gründungsprozess und das agieren im Geschäftssinn selbst bergen allerdings einige Hürden, die durch zielgerichtetere Politikmaßnahmen umgangen werden könnten. Gründer*innen und Manager*innen der Greentech-Unternehmen machen deshalb Vorschläge, wie der Unternehmensaufbau einer nächsten Generation an Greentech-Start-ups hürdenfrei gelingen kann. Denn: Ohne grüne technologische Innovationen und Geschäftsmodelle lässt sich die Klimakrise nicht gewinnen. So sollen Politiker*innen den Interessen der Greentech-Szene Gehör schenken.

Der Klimawandel betrifft alle Parteien

Niklas Gemp hat Nexol Photovolthermic AG mitgegründet und ist heute als CEO tätig. Die Nexol Photovolthermic AG entwickelt innovative Lösungen zur netzunabhängigen Warmwasserbereitung.

„Auch wenn das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz für unzureichend erklärt hat, hat sich noch nicht viel Konkretes getan. Deswegen wünsche ich mir nach der Bundestagswahl mehr Engagement und Wagemut bei weniger Polemik. Die Förderung neuer Technologien in Bereichen wie Energiespeicherung, Netzstabilität und Mobilität sollte ein zentrales Anliegen sein, das nicht nur in der Theorie gut klingt, sondern auch in die Praxis überführt wird. Außerdem sollte die Entwicklung und Förderung neuer klima- und sozialverträglicher Konsumgewohnheiten im Fokus stehen. Der Klimawandel betrifft schließlich alle und das über Parteien und Grenzen hinweg. Daher gilt der Grundsatz für Bürger*innen, Politiker*innen und Unternehmer*innen gleichermaßen: Zeige, dass du dich kümmerst, leiste deinen Beitrag! Was ich mir zukünftig für eine erfolgreiche Entwicklung von grünen, zukunftsgerichteten Start-ups besonders wünsche, ist zudem eine umfassende unternehmerische Ausbildung für die nächsten Generationen von Schul- und Hochschulabsolvent*innen – Berufsbilder und Lehrinhalte müssen dringend zukunftsfähiger gestaltet und an die neuen Herausforderungen angepasst werden.”

Partizipation auf allen Ebenen

Daniela Schiffer ist Gründerin und CEO von Changers, einem Startup das Städten, mittels Gamification und purpose driven tokenization, die Nutzung einer CO2 basierten Klima-Währung ermöglicht.

“Die vor uns liegenden Veränderungen der Wirtschaft und unseres Lebens haben das Potenzial, die Gesellschaft weiter zu spalten. Schon einzelne Themen, wie beispielsweise das Tempolimit, polarisieren enorm und werden auch genutzt, um Wählerschaft zu gewinnen. Was wir jetzt aber brauchen, ist Partizipation am Klimaschutz auf breiter gesellschaftlicher Basis, ohne Lager.

Klar sehe ich, dass Bürokratie und Hürden abgebaut werden müssen. Wichtiger ist mir allerdings, dass wir gemeinsam an einer Gesellschaft arbeiten, in der wir gerne leben möchten. Da geht es für mich zuerst einmal darum, den Stress aus der Gesellschaft zu nehmen. Wir sollten den Menschen Sicherheit im Leben geben, so dass sie das lernen, studieren und arbeiten können, was sie sich wünschen, was ihren Neigungen entspricht und ihre Kreativität fördert.

In einer Kreativwirtschaft, wie wir sie im Klimawandel benötigen, ist der Grad der Freiheit ausschlaggebend für die Innovationskraft der Gesellschaft. Hierfür braucht es den Mut, Konzepte wie das Grundeinkommen einzuführen, welches in vielfachen Studien gezeigt hat, dass es funktioniert. Wer daran zweifelt, dem möchte ich empfehlen, sich an die Argumente der Arbeitgeber*innen bei der Einführung der bezahlten Urlaubstage zu erinnern:” “Die Arbeiter*innen werden ihre freie Zeit nutzen, um ihr Geld in Kneipen zu versaufen und ihre Gesundheit und Arbeitskraft ruinieren.”