Gründer der Woche: Tageau.com - Gründer sucht Mitgründer

Gründer der Woche, KW 01


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Die Matching-Plattform Tageau.com ist seit wenigen Monaten online. Das ambitionierte Ziel: Gründer und passende Mitgründer zusammenzubringen. Wie das online funktioniert, wollten wir von Geschäftsführer Dorian Hildebrandt wissen.

Wie sind Sie auf die Idee zu Tageau gekommen?

Tageau.com entstand aus einem eigenen Problem heraus. Nach dem Studium hatte ich mit einem Studienkollegen zunächst etwas völlig anderes vor. Dann kam schnell die Erkenntnis, dass wir nicht das Geld haben, um die Fachkräfte zu engagieren, die wir für die Umsetzung brauchten. Als wir uns auf Gründertreffen umhörten, merkten wir, dass es nicht nur uns so ging, sondern auch vielen anderen. So sind wir vom ursprünglichen Vorhaben abgeschweift und haben unser aktuelles Problem zur Lösung gemacht.

Wann haben Sie gegründet und seit wann sind Sie mit Ihrer Plattform online?

Wir haben 2013 noch als GbR die Beta-Version entwickelt und getestet. Als die Test-Phase vorbei war, haben wir im Mai 2014 eine GmbH gegründet. Kurz darauf im Juni wurde Tageau.com live geschaltet.

Sie vermitteln ja keine Mitarbeiter, sondern Mitgründer zum Team-Building - was genau bieten Sie?

Tageau.com macht Gründen einfacher. Wir sind eine Matching-Plattform für Entre-preneure und alle, die was starten wollen. Hier finden Gründer mit smarten Ideen die motivierten Experten mit den passenden Skills. Wir bieten also den Nährboden für perfekte Start-up-Teams und ebnen den Weg für erfolgreiche Start-ups. Wie bei einer Dating-Plattform überlassen wir - anders als unsere deutschen Mitbewerber - die Partnerwahl nicht dem Zufall, sondern geben Vorschläge, Tools und Algorithmen an die Hand, die helfen, die perfekten Partner zu finden. Natürlich sind wir auch immer persönlich zur Stelle, wenn ein Community-Mitglied Unterstützung benötigt. Wir helfen also auch gern einmal per Hand beim Finden eines potenziellen Teammitglieds oder Investors. Das hat in der Vergangenheit immer sehr gut funktioniert. Dank unseres neuen Partnerprogramms, stehen nun auch ausgewählte Coaching- und Recht-Partner zur Verfügung, die Gründer(-Teams) vor, während und nach der Gründung unterstützen.

Wer kann sich bei Ihnen bewerben?

Ein halbes Jahr nach dem Launch haben wir die Bewerbungspflicht abgeschafft und Tageau.com für alle Entrepreneure geöffnet. Es können sich somit alle Start-ups präsentieren, die ihr Team aufbauen und erweitern möchten. Voraussetzungen sind eine seriöse Idee und der Wille, sie wirklich umsetzen zu wollen. Denn Ideen hat jeder. Unsere Community besteht aus denen, die auch den nächsten Schritt gehen. Nach wie vor prüfen wir natürlich alle neuen Community-Mitglieder, um die Qualität der Community zu sichern. Bei uns gilt: „Work. Don’t lurk." Wer hier nichts reißen will, hat hier nichts verloren. Deshalb behalten wir uns immer das Recht vor, neue Mitglieder wieder zu entfernen, wenn sie die Community schädigen.

Haben Sie Interessenten schon Absagen erteilen müssen – wenn ja, was waren die Gründe?

Ja, aber das kam selten vor. Alle Start-ups, die sich zu Beginn bei uns beworben haben, waren großartig. Der Grund für Absagen war, dass die Gründer ihr Start-up vorstellen wollten, jedoch niemanden für ihr Team suchten. Wie gesagt, Tageau.com ist eine Matching-Plattform, keine Werbeplattform für Start-ups. Da gibt es andere Websites, die diesen Zweck viel besser erfüllen. Wir wollen vorerst nur Start-ups, die  auf der Suche nach einem neuen Teammitglied sind.    

Wie lange dauert es, bis Gründer und Mitgründer über Ihre Plattform zusammenfinden?

Ich glaube, da gibt es keine Faustformel, denn es hängt in erster Linie von den Gründern ab. Wir promoten neue Start-ups innerhalb der Community. Zum Beispiel indem wir die Veröffentlichung im Newsfeed anzeigen oder Benachrichtigungen als E-Mail an passende Community-Mitglieder versenden. Bewerbungen kommen deshalb immer recht zügig. Sobald die Bewerbung beim Gründer im Postfach aufpoppt, liegt es an den beiden Personen, wie schnell sie zusammenkommen.

Wie viele derer, die sich auf Ihrer Plattform gefunden haben, sind dann auch wirklich als Gründer-Team durchgestartet?

Wir unterstützen derzeit unsere Gründer beim Finden der perfekten Teammitglieder bis zu dem Punkt. an dem die Bewerbung beim Gründer eingeht. Viele Gründer löschen auch ihre Startup-Page, wenn sie die benötigten Personen gefunden haben. Eine genaue Zahl wissen wir hier deshalb nicht. Dennoch bekommen wir regelmäßig Feedback von Gründer-Teams, die sich bei uns gefunden haben und uns auf dem Laufenden halten. Diese Woche waren es drei neue. Das machen leider nicht alle so. Damit wir die Start-ups nicht „verlieren“, sobald sie ihr Team(-Mitglied) gefunden haben, haben wir kürzlich unser Partnerprogramm gelauncht, um Start-ups auch nach dem Team-Building zu unterstützen.

Welche Kanäle nutzen Sie, um auf sich aufmerksam zu machen?

Wir nutzen zum einen Social Media, wie beispielsweise unsere Facebook Page. Hier posten wir regelmäßig Updates und viele interessante Inhalte rund ums Thema Entrepreneurship. Zum anderen betreiben wir Direktmarketing, bei dem wir ausgewählte Gründer direkt ansprechen. Online und offline gleichermaßen. Dieser Marketing-Mix ist, wenn man weiß, wen man erreichen möchte, sehr effektiv. Natürlich spielt hier auch unser Marketing-Budget eine Rolle. Das ist nämlich - wer hätte es gedacht - noch recht überschaubar und ist konzentriert auf zwei Kanäle am sinnvollsten.

Wie finanzieren Sie sich?

Tageau.com ist für die Nutzer kostenlos. Und das bleibt vorerst auch so. Wir finanzieren uns über Werbeeinnahmen und unser Partner-Programm. Zur Community passende Unternehmen, zum Beispiel Dienstleister aus dem Start-up-Sektor, können Werbeanzeigen schalten oder an unserem neuen Partnerprogramm teilnehmen.

Was sind Ihre nächsten unternehmerischen To-do’s und Visionen?

Wir werden vor allem das optimieren, was wir bereits haben, um das Matching immer besser zu machen. Der nächste große Schritt wird das Matchen von Usern und Partnern sein. Wir möchten das neue Partnerprogramm ausbauen und unsere Community vor, während und nach der Gründung, entlang ihrer „Engpasskette“ professionell unterstützen. Wir starten hier mit ausgewählten Partnern aus den Bereichen Unternehmens- und Rechtsberatung. So möchten wir Gründern kompetente Partner an die Hand geben, die ihnen bei der Optimierung der Geschäftsidee und den Gesellschafterverträgen helfen.

Was raten Sie anderen Gründern?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen:

  • No pain, no gain: Du wirst mehrfach an einen Punkt kommen, an dem du nicht mehr weitermachen willst. Mach weiter.
  • Dein Start-up steht und fällt mit deinem Team. Hol dir Menschen an deine Seite, die deine Vision teilen, dich in deinen Fähigkeiten ergänzen und das gleiche Ziel verfolgen wie du. Ein gutes Team hilft dir, wenn einmal Zweifel bei dir aufkommen.
  • Konzentriere dich auf deine Erfolge, nicht auf deine Fehler. Schau dir das an, was funktioniert und mach mehr davon.

Das Interview führte Hans Luthardt

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Gründer*in der Woche: Anna Deimann – Erfolg hat kein Geschlecht

Mit 19 gründete Anna Deimann ihre Digitalagentur AD Consulting, um Mittelständlern zu mehr Reichweite und Sichtbarkeit zu verhelfen. Ihr Weg in einer von Männern dominierten Business-Welt.

„Darin liegt die Schönheit des Unternehmertums – im Wachsen und Lernen.“ Dieses persönliche Mantra spiegelt Anna Deimanns unternehmerische Reise perfekt wider. Geboren und aufgewachsen ist Anna in Iserlohn. Nach dem Abitur entschied sie sich, auf Entdeckungsreise zu gehen: „Ich ging für einige Zeit nach Australien, um Erfahrungen zu sammeln, die weit über die Grenzen des Klassenzimmers hinausgehen“, so Anna. Anschließend kehrte sie nach Deutschland zurück und gründete nur ein Jahr später ihr eigenes Unternehmen.

AD Consulting: Aus Traum und Leidenschaft

Getrieben von ihrer Leidenschaft für digitales Marketing und dem Wunsch, mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, ihre Online-Präsenz zu verbessern, gründete Anna mit 19 Jahren ihr Unternehmen – die AD Consulting GmbH in Dortmund. „Meine Inspiration entstand während meiner Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation und meines Dualen Studiums zur Marketing Managerin. Ich erkannte das Potenzial, welches sich im digitalen Marketing verbirgt, und entschloss mich, dieses mit AD Consulting auszuschöpfen“, so die Gründerin.

Als junge Unternehmerin und als Frau in der Tech-Branche stand Anna vor besonderen Herausforderungen. „In einer von Männern dominierten Welt begegnete ich Vorurteilen und Stereotypen, die meine Fähigkeiten infrage stellten. Doch ich ließ mich nicht entmutigen, auch wenn aller Anfang alles andere als einfach war“, erinnert sich die Unternehmerin.

Fest davon überzeugt, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sah sie den Schlüssel zum Erfolg im Überwinden von Zweifeln und der Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. „Ich nutzte mein Wissen und meine Kreativität, um innovative Lösungen zu entwickeln, und bewies allen, die an mir zweifelten, dass Erfolg keine Frage des Geschlechts ist“, so Anna.

Partnerschaften mit Perspektive

Mit AD Consulting möchte Anna ihre Kund*innen dabei unterstützen, erfolgreich im digitalen Zeitalter zu sein. „Doch mir geht es um mehr als das pure Quid-pro-quo der Geschäftswelt“, so Anna, „Bei AD Consulting geht es uns nicht nur darum, Dienstleistungen anzubieten; wir schaffen Partnerschaften, die Werte schaffen und Visionen verwirklichen. Was uns von anderen unterscheidet, ist unser unermüdliches Streben, jede Kundenbeziehung mit einer maßgeschneiderten und ganzheitlichen Betreuung zu pflegen.“

Das bedeutet: Anna und ihr Team passen sich nicht nur den individuellen Bedürfnissen der Kund*innen an, sondern setzen sich auch leidenschaftlich dafür ein, messbare Ergebnisse zu liefern, die über Erwartungen hinausgehen. „Dieses Engagement für langfristige Partnerschaften spiegelt den Glauben an nachhaltigen Erfolg wider, und die Flexibilität ermöglicht es, proaktiv auf Markttrends und Kundenbedürfnisse zu reagieren“, so Anna.

Vorbild und Inspiration

Dass ihr Konzept nicht nur bei den Kund*innen ankommt, zeigt auch die Auszeichnung als Vorbildunternehmerin durch das Bundesministerium Ende 2022. „Das war eine besondere Ehre. Diese Anerkennung hat meine Leidenschaft für die Unterstützung von Frauen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen, noch verstärkt“, sagt Anna nicht ohne Stolz.

Im Rahmen der Initiative „FRAUEN unternehmen engagiert sich Anna zudem ehrenamtlich für diese Ziele und freut sich, ihre Erfahrungen weitergeben zu können.

Wo geht die Reise hin?

„In fünf Jahren sehe ich AD Consulting als eine etablierte Digitalagentur, die nicht nur erfolgreich für ihre Kunden arbeitet, sondern auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaler Lösungen leistet. Wir streben danach, weiter zu wachsen, innovative Strategien zu entwickeln und unsere Präsenz auf dem Markt zu stärken“, bringt es Anna auf den Punkt.

Annas Tipps für andere Gründer*innen

Und abschließend hat die junge Unternehmerin ein paar Tipps für Gleichgesinnte:

  • „Seid mutig und vertraut eurer Vision. Der Weg zum Erfolg ist oft nicht geradlinig, aber der Glaube an die eigene Idee ist entscheidend.
  • Baut ein starkes Team auf. Gemeinsam erreicht man mehr, und die Menschen, mit denen man arbeitet, sind entscheidend für den Erfolg des Unternehmens.
  • Lernt aus Rückschlägen und seid bereit, euch anzupassen. Der Unternehmensalltag ist dynamisch. Die Fähigkeit zur Anpassung ist entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung des Start-ups.“

Barrierearme App gegen Cyber-Mobbing geht online

Am 22.02.24 ist der internationale "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag. Aus diesem Anlass stellen wir eine besondere Initiative der Werkstätten in Berlin und klicksafe vor: die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Berlin e.V. (LAG WfbM Berlin) setzt sich für umfassende berufliche Teilhabe ein. Dazu zählen unter anderem auch Schulungen und Bildungsangebote zum Thema Gewaltprävention und Medien. Mit der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ wurde nun in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe, die in Deutschland von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz koordiniert und gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt wird, ein Präventions- und Hilfsangebot geschaffen, das über die Werkstätten hinausgeht und sich an alle Menschen mit Beeinträchtigungen richtet.

Klicksafe hat zum Ziel, die Online-Kompetenz unterschiedlicher Zielgruppen zu fördern und hatte bereits eine App zum Thema Cybermobbing für Kinder und Jugendliche entwickelt. Für Erwachsene mit Beeinträchtigung gab es zuvor noch kein solches Angebot.

Die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“

Die App zeichnet sich durch einen besonders partizipativen Ansatz aus, der bereits bei ihrer Entwicklung begann. Eine Arbeitsgruppe, die aus Menschen mit Beeinträchtigungen bestand, erarbeitete sich das Thema Cyber-Mobbing über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg, entwickelte gemeinsam die Inhalte und realisierte die Umsetzung.

Begleitet wurden die Werkstattbeschäftigten von der Fachberatungsstelle Gewaltprävention, Mitarbeiter*innen aus den Sozialdiensten der Werkstätten, einem Gebärdensprachdolmetscher und einer Medienpädagogin. So wurde nicht nur ein hohes Maß an Partizipation der Zielgruppe erreicht, sondern auch ein überzeugendes Ergebnis erzielt.

Verständliche und barrierearme Gestaltung

Wichtig war dabei vor allem die verständliche und barrierearme Gestaltung der Inhalte. Alle Informationen und Erklärungen rund um das Thema digitale Gewalt sind in einfacher Sprache verfasst, darüber hinaus gibt es bildbasierte Anleitungen, die Schritt für Schritt zeigen, wie man Kontakte auf Social-Media-Plattformen blockieren, melden oder löschen kann. Ein wesentliches Element der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ sind zudem Videos, in denen die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe selbst als Expert*innen auftreten. Dabei vermitteln sie in einfachen Worten oder Gebärdensprache wichtige Tipps, z.B. wie man einen Screenshot erstellt oder eine Anzeige bei einer Onlinewache macht.

Die Idee für dieses Projekt entstand aus den Erfahrungen der Fachberatungsstelle Gewaltprävention mit Werkstattbeschäftigten, die mit digitaler Gewalt konfrontiert wurden. Dabei sollte es nicht nur um einen verantwortungsbewussten Umgang, sondern um Aufklärungs- und Verhinderungsarbeit gegen Cyber-Mobbing gehen. Mithilfe von begleitenden Materialien für den Berufsbildungsbereich und anderen Angeboten kann die App deshalb auch zum Erwerb einer verbesserten Medienkompetenz der Zielgruppe genutzt werden.

Menschen mit Beeinträchtigung stärken

„Das Internet ist für alle ein wichtiger digitaler Raum. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen nutzen ihn und begegnen dabei digitaler Gewalt. Umso wichtiger ist es, dass es entsprechende Unterstützungs- und medienpädagogische Angebote gibt. Die Erfahrungen der Werkstattbeschäftigten waren ausschlaggebend für die Themen dieser App. Mit der ‚Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App‘ stärken wir Menschen mit Beeinträchtigung. Besonders stolz sind wir auf die inklusive Arbeitsgruppe und die Protagonist*innen der Videos. Sie vermitteln dieses Thema als Expert*innen in eigener Sache und liefern ganz konkrete Tipps an die Hand, um sich gegen Angriffe im Internet zu wehren“, so Bettina Neuhaus Geschäftsführerin der LAG WfbM Berlin.

„Gerade, wenn es um Mobbing oder Hass im Netz geht, sind vulnerable Gruppen besonders betroffen. Wir freuen uns, dass wir hier einen Beitrag leisten können: mit unserer Expertise im Bereich Cyber-Mobbing sowie den Grundlagen der bereits erfolgreichen Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App für Jugendliche“, ergänzt Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe.

Im ersten Schritt steht die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ ab sofort als iOS-Version für iPhone & Co. im App Store zum kostenlosen Download zur Verfügung. Eine Android-Version sowie begleitende Unterrichtsmaterialien für Bildungsveranstaltungen sollen zeitnah folgen.

promiseQ: Video-Intelligence-Start-up erhält Mio.-Seed-Finanzierung

PromiseQ, eine intelligente Plattform zur Verwaltung von Videoüberwachung, die den gesamten Überwachungsprozess optimiert, hat kürzlich eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde unter der Führung von ExtraVallis und APY Ventures abgeschlossen.

Das 2021 von Elias Kardel und Tolga Ermis in Berlin gegründete Start-up promiseQ nutzt die Leistungsfähigkeit von künstlicher Intelligenz (KI), Edge-Software und Human-Review-Analyse, um das Management von Videoüberwachungssystemen auf die nächste Stufe zu heben. Das Video-Intelligence-Hub des Unternehmens ermöglicht es Sicherheitsfirmen und anderen Unternehmen, ihr Video Surveillance Management zu zentralisieren, Kameras von jedem Standort aus zu überprüfen und so – laut Angaben des Start-ups – bis zu 95 Prozent der Falschalarme bei der Videoüberwachung zu eliminieren.

Neue Finanzierungsrunde für weiteres Wachstum

Nachdem promiseQ im Sommer 2022 bereits eine sechsstellige Pre-Seed-Investitionsrunde (angeführt von APX und Experten aus der Sicherheitsbranche) verzeichnen konnte, freut sich das Unternehmen, einen neuen Meilenstein bekannt geben zu können: promiseQ hat vor Kurzem ein siebenstelliges Seed-Investment von bestehenden Business Angels (u.a. Valentin Schmitt und Uli Schmitt) und den Venture-Capital-Firmen ExtraVallis und APY Ventures (Bilişim Vadisi VCF) erhalten. Diese neue Finanzierungsrunde unterstreicht nicht nur die Ambition von promiseQ, Innovationen in der Sicherheitsbranche voranzutreiben, sondern stellt auch ein Vertrauensvotum von branchenführenden Investoren dar. Die neue Finanzierung soll dafür genutzt werden, die Produkt- und Dienstleistungspalette des Unternehmens zu erweitern und den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen.

Video Intelligence Plattform

Die Video Intelligence Plattform von promiseQ ist eine zentralisierte Verwaltungsplattform, mit der Benutzer*innen jeden Aspekt ihres Videoüberwachungsnetzwerks steuern und anpassen können. Das Vorzeigeprodukt, der Threat Filter, ist ein hybrides KI-System, das Falschalarme beseitigt, die Sicherheitsnetzwerke unnötig belasten und Notfallmaßnahmen erschweren. Das intelligente System ermöglicht den Nutzer*innen eine vollständige Online-Überwachung von Videoüberwachungsalarmen, ohne auf arbeitsintensive und kostspielige Überwachungszentren angewiesen zu sein. Der Falschalarmfilter hat den innovativen Vorteil, dass er externe, weltweit tätige Analytiker heranziehen kann, die bereit sind, Alarme in noch nie dagewesenen Situationen zu verifizieren. In zertifizierten Pilotprojekten vor der Markteinführung erreichte promiseQ eine Erfolgsquote von 95 Prozent bei der Unterscheidung von Falschalarmen und echten Bedrohungen. Das B2B Software-as-a-Service (SaaS)-Produkt wird inzwischen erfolgreich in der Sicherheitsbranche eingesetzt, z.B. von der International Security Group und WSD Permanent Security.

Tolga Ermis, Mitgründer und CEO von promiseQ: "promiseQ hat sich schnell zu einem dynamischen und zuverlässigen Akteur in der Sicherheitsbranche entwickelt. Unsere Video Intelligence Plattform in Kombination mit unseren KI-Funktionen für den Falschalarmfilter hat unsere Kunden in die Lage versetzt, die Genauigkeit ihrer Videoüberwachung deutlich zu verbessern, Betriebskosten zu senken und ihre Produktivität zu steigern. Dank der Seed-Finanzierungsrunde werden wir demnächst eine neue und innovative Softwaretechnologie in Form unseres promiseQube auf den Markt bringen – diese wird unseren Kunden dank Computer Vision und Generativer KI ein neues Maß an Sicherheit und Überwachungsgenauigkeit bieten.”

Elias Kardel, Mitgründer und CTO von promiseQ: "Ich bin unglaublich stolz auf den Weg, den wir bereits hinter uns haben, um zur Zukunft von Sicherheitstechnologie beizutragen. Unsere Vision war es seit dem ersten Tag, unseren Kunden die fortschrittlichsten Lösungen für ihre vielfältigen Aufgabenstellungen in der Videoüberwachung zu bieten. Heute sehen wir, wie diese Vision Wirklichkeit wird. Gemeinsam mit unserem engagierten Team und unseren strategischen Partnern freuen wir uns darauf, weiter zur Innovation in der Sicherheitsbranche beizutragen.”

Lernen von den alten Hasen: Gates statt Renner

Finanzchef24 hat 758 dt. Klein- und Kleinstunternehmer*innen befragt, mit wem sie gern mal einen Tag zusammenarbeiten würden. Wer hat das Rennen gemacht?

Ob milliardenschwere(r) Visionär*in, Tech-Genie oder renommierte(r) Sternekoch/-köchin: Mit welchem/welcher Star-Unternehmer*in würden hiesige Selbständige am liebsten einen Tag zusammenarbeiten, um von ihm oder ihr zu lernen? Finanzchef24 hat zum dritten Mal in einer Umfrage Kleinst- und Kleinunternehmer*innen um Antwort gebeten.

And the Winner is …

Platz eins geht erneut an den US-amerikanischen Multimilliardär und Philanthrop Bill Gates (22 Prozent). Der Gründer des globalen Onlineversandhändlers Amazon und drittreichster Mann der Welt, Jeff Bezos, rangiert mit 19 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Platz zwei. Der renommierte deutsch-vietnamesische Küchenchef The Duc Ngo hat es mit 13 Prozent auf den dritten Platz geschafft.

„Viele wünschen sich als idealen Arbeitskollegen einen Team-Player mit Kompetenz. Da hiesige Kleinst- und Kleinunternehmer oftmals im selben Marktumfeld wie die Großen unterwegs sind, ähneln sich die Probleme“, kommentiert Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finanzchef24, mit Blick auf Zinswende, Konkurrenz aus Fernost, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel oder politische Unberechenbarkeit.

Lernen aus dem KI und Sextoy-Business

Die Frontfrau des Sexspielzeug-Versands Amorelie Lea-Sophie Cramer liegt mit 9,8 Prozent auf Platz vier. ChatGPT-Miterfinder und Tech-Genie Sam Altman erreicht mit 8,5 Prozent Platz fünf. Auf Platz sechs der Wunschliste mit knapp 8 Prozent folgt eine der erfolgreichsten und vor allem einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft: Tijen Onaran.

Als erster Milliardär im Weltraum schreibt der britische Unternehmer und Virgin-Gründer Richard Bransons Geschichte. Im Ranking erreicht er mit 6,8 Prozent den siebten Platz. Mit Meta-CEO Mark Zuckerberg wollen hingegen nur wenige arbeiten. Er landet mit 5,7 Prozent auf dem achten Platz, dicht gefolgt von dem französischen Luxus-Mogul Bernard Arnauld (5,2 Prozent). Das Schlusslicht bildet Hanno Renner: der Softwareentwickler des Münchner Start-Ups Personio. Mit 2,8 Prozent wird er auf den letzten Platz gewählt.

Unternehmerinnen setzen auf eine Frau als Wunschkandidatin

Genau wie im Vorjahr kommen bei der diesjährigen Umfrage geschlechterspezifisch deutliche Unterschiede zum Vorschein. Männer setzen auf die Expertise zweier alter Hasen und eines Newcomers. Bill Gates (24 Prozent), Jeff Bezos (20,6 Prozent) und Spitzenkoch The Duc Ngo (11,7 Prozent) bilden das Wunschtrio für Unternehmer-Männer. Im Vergleich dazu setzen Unternehmerinnen auf Selbstständigkeit, Innovation, Unabhängigkeit – und als erste Wahl auf eine Frau. Sie wählen die deutsche Unternehmerin und „Women´s Empowerment“ Aktivistin Tijen Onaran mit 17,8 Prozent auf die Spitzenposition. Erst knapp dahinter folgen der Philanthrop Bill Gates (17,4 Prozent) und Amazon-Mogul Bezos (15,4 Prozent).

Handel möchte mit Jeff Bezos arbeiten

Nicht nur bei den Geschlechtern gibt es Unterschiede, sondern auch zwischen den Branchen zeigen sich Tendenzen. Die Spitzenplatzierung von Bill Gates eint Dienstleistungs- (28 Prozent), Handwerks- bzw. Baubranche (23,3 Prozent) und Beratung (28 Prozent). Der Handel indes stimmt mit 27,3 Prozent ganz klar für Jeff Bezos als Wunschmitarbeiter. In der Beauty- und Lifestyle Branche muss sich der Amazon-Gründer seinen ersten Platz mit Tijen Onaran (17,2 Prozent) teilen. Die Gastronomen votieren klar für ihren Berufsgenossen: Hier steht Küchenchef the Duc Ngo mit 58,3 Prozent einsam an der Spitze der Wunschkandidaten. Doch auch in der Küche wähnen einige Optimierungspotential. Mit Abstand belegt Jeff Bezos hier den zweiten Platz (16,7 Prozent).

Übersicht: Platzierung gesamt

1. (21,7 Prozent): Bill Gates (Microsoft)

2. (18,7 Prozent): Jeff Bezos (Amazon)

3. (12,9 Prozent): The Duc Ngo (Spitzenkoch und Gastronom)

4. (9,8 Prozent): Lea-Sophie Cramer (Gründerin Amorelie)

5. (8,5 Prozent): Sam Altman (CEO von OpenAl)

6. (8 Prozent): Tijen Onaran („Digitale Pionierin“, Gründerin von Global Digital Women)

7. (6,8 Prozent): Richard Branson (Britischer Unternehmer)

8. (5,7 Prozent): Mark Zuckerberg (Meta Platforms früher Facebook)

9. (5,2 Prozent): Bernard Arnault (CEO von LVMH Moët Hennessy / Louis Vuitton)

10. (2,8 Prozent): Hanno Renner (Mitgründer und CEO von Personio)

Studie: Nachfolgerinnen in Familienunternehmen

Eine aktuelle Untersuchung zeigt die großen Chancen und wichtigsten Herausforderungen von bzw. für Nachfolgerinnen in Familienunternehmen auf.

Die Untersuchung hat der Verband deutscher Unternehmerinnen gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung eine Untersuchung zu Nachfolgerinnen in Familienunternehmen beauftragt, die das Institut für Familienunternehmen und Management der WHU - Otto Beisheim School of Management durchgeführt.

Das Potenzial von Frauen als Nachfolgerinnen

Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und ihr langfristiger Erfolg hängt stark von einer effektiven Nachfolgeplanung ab. Das Potenzial von Frauen als Nachfolgerinnen in Verantwortung von Familienunternehmen ist bei weiten nicht ausgeschöpft. Schon heute spielen Nachfolgerinnen eine immer wichtigere Rolle bei der Sicherung des Fortbestands von Familienunternehmen als Stabilitätsanker der Wohlstandssicherung Deutschlands. Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann es gelingen, das Potenzial von Nachfolgerinnen weiter zu aktivieren.

Mit den Fokusthemen Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen und ländlicher Standort schließt die Studie eine wissenschaftliche Lücke und bietet ein umfassendes Verständnis darüber, mit welchen Herausforderungen sie in diesen Bereichen konfrontiert werden. Anhand dessen werden konkrete politische Empfehlungen abgeleitet.

Kinderbetreuung

Mit einer betrieblichen Kinderbetreuung wird der begrenzten Verfügbarkeit von Betreuungsmöglichkeiten entgegengewirkt und weiteren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert. Politik kann hier Anreize schaffen und für eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren bei der betrieblichen Kinderbetreuung sorgen.

Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum

Bürokratische Hürden in Unternehmen binden zeitliche Kapazitäten und erschweren damit die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmen. Gezielte Entbürokratisierungsmaßnahmen für mittelständische Unternehmen können hier Abhilfe schaffen und Nachfolgerinnen entlasten.

Ländlicher Raum

Der ländliche Raum bietet Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für das familiäre Zusammenleben, dabei stellt die infrastrukturelle Anbindung eine zentrale Herausforderung dar. Eine Einführung und Förderung von „Kindertaxis“ wird als vielversprechende Maßnahme beschrieben, um Nachfolgerinnen zeitlich und mental zu entlasten.

Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen: „Dem deutschen Mittelstand fehlt es an Nachfolgerinnen. Das muss nicht sein: Wenn es gelingt, pragmatische und vor allem ganztagsflächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten und überbordende Bürokratie abzubauen, wird Frauen der Weg ins Unternehmertum erleichtert und Nachfolge als Karriereoption attraktiv – damit wäre potenziellen Unternehmerinnen und nicht zuletzt dem Mittelstand geholfen!“

Maren Jasper-Winter, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit: „Frauen können Unternehmensführung! Sie können einen entscheidenden Beitrag zur Entschärfung des Nachfolgeproblems leisten – ohne ihr Potenzial wird es in den nächsten Jahren schwierig. Damit sich mehr potentielle Nachfolgerinnen für die Übernahme von Verantwortung entscheiden, müssen wir sie aber besser unterstützen. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten müssen beispielsweise weiter ausgebaut und qualitativ verbessert werden.“

Die Studie gibt es hier zum Download

Gamechanger: Vorbildcharakter von Unternehmen

Eine aktuelle Studie der Uni Mannheim zeigt eindrucksvoll: Je sozialer das Unternehmen, desto ethischer das private Verhalten der Mitarbeitenden.

Wenn Unternehmen sich verstärkt in gesellschaftlichen und Umweltbelangen engagieren, wirkt sich das positiv auch auf das moralische Verhalten ihrer Mitarbeitenden außerhalb der Arbeit aus. Das haben Wirtschaftswissenschaftler*innen der Universität Mannheim in einer neuen Studie herausgefunden.

Unternehmen setzen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) – also der unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – immer häufiger den Umweltschutz in den Fokus ihrer Bemühungen. Sie stellen beispielsweise ihre Dienstflotten auf E-Autos um, passen die Vorgaben für Dienstreisen an und animieren ihre Mitarbeitenden dazu, Energie und Papier zu sparen. Eine neue Studie am Lehrstuhl für Personalmanagement und Führung von Prof. Dr. Torsten Biemann belegt nun, dass die CSR-Aktivitäten einer Organisation im Umweltbereich direkte Auswirkungen auf das private Verhalten der Beschäftigten gegenüber der Gesellschaft haben: Agiert ein Unternehmen im Sinne der CSR, sind auch die Angestellten bereit, Spenden zu leisten und Freiwilligenarbeit zu übernehmen. Und umgekehrt: Betriebe, die kein nennenswertes CSR-Engagement vorzuweisen haben, bremsen die gesellschaftliche Initiative ihrer Angestellten aus. 

Wie sich CSR-Aktivitäten auf das Verhalten von Arbeitnehmenden auswirken, steht schon länger im Fokus von wissenschaftlichen Untersuchungen. Die Forschung beschränkte sich aber bislang meist auf das Verhalten der Menschen innerhalb ihres Arbeitsbereichs. „Dieser unternehmenszentrierte Fokus vernachlässigt das Potenzial von Organisationen, das private Sozial- und Umweltverhalten ihrer Mitarbeitenden zu verändern und damit zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen“, sagt Dr. Irmela Koch-Bayram, die die Studie leitete. 

Auf Grundlage sozialpsychologischer Literatur über moralische Konsistenz und moralisches Gleichgewicht führten Koch-Bayram und Biemann drei Experimente durch. Ihr Ziel war es zu untersuchen, ob Mitarbeitende ihr privates prosoziales Verhalten auszugleichen versuchen. Das würde bedeuten, dass sie auf verstärkte CSR-Aktivitäten ihres Unternehmens mit geringerer Bereitschaft zum prosozialen Verhalten außerhalb der Arbeit reagieren, weil sie sich von dieser Aufgabe befreit fühlen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sprachen jedoch klar dagegen. Die Forschenden erklären die positiven Auswirkungen von umweltbezogener CSR teilweise durch die Stärkung der ökologischen Selbstidentität der Beschäftigten. „Unsere Erkenntnisse verdeutlichen, wie groß die ethische Verantwortung und wie wichtig der Vorbildcharakter von Organisationen ist. Andererseits wird deutlich, dass soziale Unverantwortung sogar einen gesellschaftlichen Schaden anrichten kann“, fasst Koch-Bayram zusammen.

Tipp zum Weiterlesen: Koch-Bayram, I., Biemann, T. (2024). How Corporate Social (Ir)Responsibility Influences Employees’ Private Prosocial Behaviour: An Experimental Study. Journal of Business Ethics.

BOX ID: 3,5 Mio. Euro für Münchner Software-Start-up

Das 2018 gegründete, auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Das auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel kommen neben Bayern Kapital unter anderem von KPN Ventures (Lead), dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Wille Finance AG sowie einem Konsortium erfahrener Business Angels. Bayern Kapital hatte sich erstmals 2018 an dem wachstumsstarken Unternehmen beteiligt.

Die weltweiten Produktions- und Lieferketten sind komplexer denn je. Zudem sind Industrieunternehmen angesichts zunehmenden Kostendrucks dazu angehalten, ihre globalen Warenströme zu optimieren und dabei Verluste und Versandfehler zu vermeiden. Sie wollen außerdem die Verfügbarkeit ihrer Produkte maximieren und gleichzeitig ihre Kosten und nicht zuletzt den ökologischen Fußabdruck ihrer Logistik reduzieren.

Echtzeit-Tracking und -management von Behältern, Gestellen und Co.

Für diese Herausforderungen bietet das 2018 in München gegründete Logistiksoftware-Unternehmen BOX ID eine Lösung. BOX ID hat eine Plattform für die IoT-basierte Steuerung von Behälterkreisläufen und zur Überwachung von Logistikprozessen entwickelt. Sie macht Waren- und Behälterflüsse ortsübergreifend abbildbar und erzeugt daraus verwertbare Steuerungsdaten für Logistikverantwortliche. Um das zukünftige Unternehmenswachstum noch weiter zu beschleunigen und langfristig mit der Technologie zusätzliche Geschäftsfelder in der Logistik erschließen zu können, hat BOX ID nun 3,5 Millionen Euro bei erfahrenen Investor*innen eingesammelt.

Prozesse und Logistik-Assets, wie zum Beispiel wiederverwendbare Behälterflotten, Kisten und Einzelsendungen, lassen sich mit der Software von BOX ID IoT-basiert gestalten, managen und optimieren – alles anhand von Echtzeitinformationen zu Aufenthaltsort und Zustand der Assets. Diese sind mit all ihren Daten in der Software erfasst und können darin beliebig gruppiert und gefiltert werden. So bringt BOX ID Transparenz und Kontrolle in komplexe, weltweite Lieferketten mit aus Millionen von Mehrwegtansportbehältern, Regalen, Racks oder Wechselbrücken.

Im Schnitt 20 Prozent weniger Umlaufzeiten und 95 Prozent weniger Schwund

Die Vorteile für die Kunden von BOX ID, die aktuell vor allem aus den Branchen Automotive, Glas/Fensterbau, Maschinenbau, Großhandel sowie aus der Logistikdienstleistung stammen, umfassen eine Reduzierung der Umlaufzeiten von Transportbehältern von durchschnittlich 20 Prozent, eine höhere Verfügbarkeit, reduzierten Behälterbedarf, geringere Kosten für Engpassversorgung und Ersatzverpackungen sowie eine deutliche Verringerung – bis zu 95 Prozent – des Schwundes in der Behälter- und Ladungsträgerflotte.

„Heutige Systeme zur logistischen Bestandsverfolgung haben wenig bis keinen Echtzeit-Prozesskontext. Sie erstellen Berichte, damit man am Ende analysieren kann, was falsch gelaufen ist“, erklärt BOX-ID-Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vogl „Unsere Software überwacht ständig die Prozessausführung, um Fehler zu identifizieren und zu vermeiden, bevor diese überhaupt erst auftreten. Auf diese Weise verhindern wir Verschwendung entlang der gesamten Lieferkette für unsere Kunden, indem wir Echtzeitdatenströme automatisch mit den angestrebten Prozessen abgleichen. Die Reduzierung von Verlusten, Fehlmengen und fehlgeleiteten Artikeln optimiert dabei nicht nur die Verfügbarkeit, sondern hilft auch bei der Kosteneinsparung und Verbesserung des gesamten ökologischen Fußabdrucks von Lieferketten. So unterstützen wir unsere Kunden zusätzlich dabei, ihr Gesamtgeschäft umweltfreundlicher zu gestalten und tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei: Dementsprechend sind wir unseren Investoren sehr dankbar dafür, dass sie uns dabei unterstützen, unsere Lösung noch breiter in den Markt zu bringen.“

„Weltweit haben globale Industrie-Player mit immer stärkerem Effizienzdruck zu kämpfen. Die Digitalisierung der Lieferketten ist dabei einer der wichtigsten Transformationsfaktoren“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. „BOX ID hat mit seiner innovativen SaaS-Lösung bereits namhafte Kunden überzeugen können und ist dabei erst am Anfang der Skalierung ihres Geschäftsmodells. Deshalb unterstützen wir das Unternehmen gerne bei seinen weiteren Wachstumsschritten.“

WAY: Berliner Tech-(Ausstatter-)Start-up sammelt 1,2 Mio. Euro ein

Das Berliner Start-up WAY hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 1,2 Mio. Euro eingesammelt. Mit dem Geld will das 2023 gegründete Start-up seinen neuen Service vorantreiben, der einfache und günstige Beschaffung von Laptops, Smartphones und Co. mit einer Plattform kombiniert, die manuelle IT-Aufgaben übernimmt.

Jonas Baum und Cedric Bals haben WAY Anfang 2023 gegründet. Bereits als IT-Werkstudent hatte Cedric festgestellt, wie überfordert traditionelle kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) mit ihrer IT waren. Später erlebte er genau die gleichen Probleme bei Start-ups und Scale-ups. So entstand die Idee zu WAY als smarte Lösung für IT-Probleme. Jonas und Cedric sind beide erfahrene Unternehmer, die zuvor sowohl VC-finanzierte als auch gebootstrappte Firmen erfolgreich gründeten.

IT für neue Mitarbeitende steht in weniger als 60 Sekunden

WAY entlastet alle unfreiwilligen IT-Manager wie Gründende, HR- oder Office-Manager*innen. Man mietet oder kauft die Geräte bei WAY; die Plattform übernimmt automatisch alle manuellen IT-Prozesse wie das Aufsetzen der Geräte, das Inventar, die Offboarding-Logistik und das Freischalten von Tool-Zugängen für Mitarbeitende.

Das Ausstatten neuer Mitarbeitenden mit einem Gerät und allen erforderlichen Tools dauert – so die Aussage von WAY – dank der Integrationen mit allen wichtigen HR-Tools, Slack und Microsoft Teams weniger als 60 Sekunden.

Der Service ist nicht nur auf kleinere Unternehmen beschränkt, sondern richtet sich auch an größere Organisationen mit bestehenden Geräteflotten. WAY bietet ein KI-gestütztes Tool für die schnelle und einfache Integration des IT-Inventars – ohne lästiges Hochladen von Excel-Tabellen.

Schluss mit dem berühmt-berüchtigten IT-Schmerz

WAY ist für viele Funktionen kostenlos. Add-ons ermöglichen einen höheren Grad an Automatisierung und Sicherheit. "Selbst technikaffine KMUs professionalisieren ihre IT oft viel zu spät, weil bestehende Lösungen zu teuer und für große Unternehmen mit einer eigenen IT-Abteilung gemacht sind”, sagt Mitgründer Jonas. “Unser Ziel ist es, dass alles von Anfang an richtig gemacht wird und kein Unternehmen je mehr den berühmt-berüchtigten IT-Schmerz fühlen muss."

Mit dem frischen Kapital wollen die Gründer ihre innovative Technologielösung weiter ausbauen. Die Runde angeführt hat der belgische VC-Fonds Pitchdrive, begleitet von IBB Ventures, FvS Investments und dem HR-VC allygatr. Daneben beteiligten sich auch namhafte SaaS-Angel-Investoren, darunter David Padilla, CEO des HR-Systems Kenjo, die Comatch-Gründer Jan Schächtele und Christoph Hardt, Joblift-CTO Denis Bauer oder Circus Kitchen-CTO Helge Plehn.

encentive: KI-Start-up sichert sich 2,7 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Das 2020 von Torge Lahrsen und Daniel Ehnes gegründete Start-up will mit eigener KI-Technologie den Energieverbrauch von Industrieunternehmen grüner und günstiger machen.

Encentive, ein aus Schleswig-Holstein stammendes Start-up im Bereich der KI-basierten Energieoptimierung für die Industrie, hat in seiner aktuellen Seed-Investitionsrunde erfolgreich Mittel in Höhe von insgesamt 2,7 Millionen Euro eingeworben. Angeführt wurde die Runde von Summiteer, der Beteiligungsgesellschaft des Serienunternehmers und E-Mobilitäts-Pioniers Sven Schulz, die unter anderem bereits in Enpal oder neoom investierte. Zu den weiteren Investoren zählen Vireo Ventures, Smart Infrastructure Ventures, Interface Capital (die Beteiligungsgesellschaft von Blinkist-Gründer Niklas Jansen und Wunderlist-Gründer Christian Reber) und OMA Ventures (die Beteiligungsgesellschaft der Proglove-Gründer). Zusätzliche Unterstützung erhält encentive von namhaften Business Angels wie den Enerparc Gründern um Stefan Müller, Profi-Fußballer und Investor Mario Götze sowie den Bestandsinvestoren.

Intelligente Steuerung und Flexibilisierung von Energieverbräuchen

Seit seiner Gründung Ende 2020 legt encentive den Fokus auf die intelligente Steuerung und Flexibilisierung von Energieverbräuchen in die grünen und günstigen Stunden. Kern der Technologie des Unternehmens ist die KI-basierte Softwareplattform flexOn, welche in die bestehende Infrastruktur der Industriekund*innen integriert wird und als zentrales Betriebssystem für intelligentes und automatisiertes Energiemanagement dient. FlexOn ermöglicht nach eignen Angaben des Unternehmens durch KI-gesteuerte Analyse und Automatisierung im Feld bereits Einsparungen um die 20% und eine signifikante, messbare CO2-Reduktion.

Encentive konnte den Einsatz seiner Lösung bereits erfolgreich in der Lebensmittelindustrie sowie Kühllogistik unter Beweis stellen. Zu den Kund*innen zählen große Unternehmensgruppen wie die Wernsing Food Family und Ornua oder namhafte Logistiker, die mit encentive u.a. ihre Kühlhäuser als dynamische Energiespeicher betreiben und so ihren Energieverbrauch in Abhängigkeit von eigener Energieerzeugung sowie Verfügbarkeit am Markt optimieren. Durch die fortschreitende Elektrifizierung in der Industrie, insbesondere in den Bereichen Wärme und Mobilität, sollen die Kund*innen in Zukunft noch stärker von der leistungsfähigen Technologie profitieren können.

Softwareplattform ausrollen, Angebote und Team erweitern

Begonnen hat das Unternehmen mit der Optimierung industrieller Kälte- und Wärmeprozesse. Mittlerweile wurde das Angebot um weitere steuerbare Systeme und Industrieprozesse erweitert. Mit dem neuen Kapital plant encentive, seine Softwareplattform weiter auszurollen und mehr Kund*innengruppen zu erreichen sowie die Schnittstellen in das Energiesystem auszubauen.

Torge Lahrsen, Mitgründer und Geschäftsführer, betont die Notwendigkeit der Abstimmung von Energieflüssen auf erneuerbare Energien vor dem Hintergrund der Dekarbonisierung der Industrie. „Unsere Vision ist die vollständige Dekarbonisierung der Industrie. Wir liefern unseren Industriekunden dafür eine ganzheitliche Lösung, welche alle relevanten Energieflüsse bidirektional auf die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie lokal am eigenen Standort und in den Märkten abstimmt. Wir definieren so eine neue Art für die Industrie, um Energie transparent, planbar und unabhängig zu verbrauchen."

Gründer*in der Woche: Beyond Emotion - die Health-Tech-Visionär*innen

Unsere Gründer*in der Woche: Das Hamburger Start-up Beyond Emotion hat eine kamerabasierte Software entwickelt, die Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennt und so einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und häusliche Pflege bieten will.

Eine Folge des demografischen Wandels sind überfüllte Pflegeheime, fehlende Pflegekräfte und immer mehr Senior*innen, die alleine zu Hause leben. Diese Entwicklung stellt eine der größten Herausforderungen in der Gesundheits- und Pflegebranche dar. Was hier fehlt, sind innovative technologische Lösungen, die einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und Pflege liefern können. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, gründeten die Informatiker Dr. Arne Bernin und Sobin Ghose zusammen mit Hanne Butting, einer Wirtschaftspsychologin mit tiefgehender Leidenschaft für Emotionserkennung, 2021 das Start-up Beyond Emotion.

Der innovative Ansatz von Beyond Emotion liegt in der Entwicklung einer kamerabasierten Software, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennen kann. „Obwohl es bereits verschiedene Mitbewerber auf dem Markt gibt, die ebenfalls KI für die Unterstützung von Senior*innen zu Hause nutzen, ist der Einsatz von Emotionserkennung bisher einmalig“, erklärt Mitgründerin Hanne.

Ihr Produkt BEJOY ist ein digitaler Bilderrahmen, der speziell für ältere Menschen entwickelt wurde und über integrierte Funktionen zur Stimmungs- und Aktivitätserkennung verfügt. Der digitale Bilderrahmen ist über die dazugehörige Smartphone-App mit den Angehörigen verbunden. Dadurch wird es möglich, Fotos direkt via Bilderrahmen zu teilen.

Der digitale Bilderrahmen kann aber nicht nur Fotos empfangen und anzeigen, sondern den Angehörigen auch wichtige Informationen über die Aktivitäten und Stimmungen der zu pflegenden Personen liefern. „Er bietet Echtzeit-Informationen über das Wohlbefinden der Senior*innen und schafft so ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Entlastung für pflegende Angehörige“, erklärt Hanne. Der Bilderrahmen löst eine Benachrichtigung über die App aus, wenn negative Emotionen erkannt werden. Die Angehörigen können daraufhin zum Beispiel anrufen und direkt nachfragen.

Die Basis: 18 Jahre Forschungserfahrung

Die Ausgründung aus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg war das Ergebnis einer langen und gründlichen Forschungsphase von Arne und Sobin. Die Entwicklung von BEJOY wurde durch die individuellen Forschungs- und Berufserfahrungen des Gründungsteams stark beeinflusst. Insbesondere die Projekte „Affective Computing“ und „EmotionBike“, an denen Arne und Sobin beteiligt waren, sowie die intensive Auseinandersetzung mit den Belastungen pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten durch Hanne, trugen zur Sensibilisierung des Teams für die Herausforderungen und Bedürfnisse in der Gesundheits- und Pflegebranche bei. Insgesamt flossen vorab mehr als 18 Jahre Forschungserfahrung der Mitgründer*innen in die Entwicklung ein.

Mithilfe des EXIST-Gründerstipendiums konnten dann notwendige Ressourcen und Expertise mobilisiert und die Entwicklungsarbeit ohne Verzögerungen angegangen werden. „Diese Unterstützung war schlussendlich der Kataly­sator für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke kamera­basiert zuverlässig erkennt“, so Mitgründer Sobin.

Die Finanzierung durch verschiedene Förderprogramme sowie die Unterstützung durch Venture Capital bildeten ein solides Fundament für die Realisierung des Gründungsvorhabens. „Trotz der Herausforderungen, gerade in der Anfangsphase genügend Finanzierungen für unser Vorhaben zu sichern, war die Ausweitung des Teams ein mutiger Schritt, um unsere gemeinsame Vision zu verwirklichen“, sagt Hanne. „Dank der unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnisse jedes Teammitglieds, konnten wir kontinuierlich wachsen, ein innovatives Produkt entwickeln und unseren Beitrag leisten, um dem demografischen Wandel gewachsen zu sein.“

Zertifizierung und EU-Markt im Visier

Um das Produkt mittelfristig noch attraktiver für potenzielle Nutzer*innen zu gestalten, strebt das Team 2024 eine DiPA-Zertifizierung an. „Das würde bedeuten, dass die monatlichen Gebühren für BEJOY von den Pflegekassen übernommen werden würden. Ein gewaltiger Schritt, der die Legitimität des Produktes definitiv steigern würde und eine große Hilfe für pflegende Angehörige wäre“, erklärt Arne. Darüber hinaus plant das Unternehmen, BEJOY im Jahr 2025 im EU-Markt zu lancieren und durch die Einführung neuer Features wie Videotelefonie kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Pilotprojekte, wie die Zusammenarbeit mit einer großen Fachklinik für Psychiatrie zur Validierung der Behandlungsqualität bei depressiven Patient*innen, unterstreichen das Engagement von Beyond Emotion, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern und den gesellschaftlichen Mehrwert von KI im Gesundheitswesen hervorzuheben. „Der B2B-Markt, insbesondere im Bereich der Seniorenheime und des betreuten Wohnens, birgt ein enormes Potenzial für den Einsatz unserer Software, den wir ebenfalls noch angehen wollen. BEJOY kann dabei unterstützen, das Wohlbefinden der Bewohner*innen besser zu verstehen und unterstützt die Pflegekräfte darin, zeitnah auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen“, so Hanne.

So vielseitig einsetzbar die Emotionserkennung ist, so schwierig war es anfangs, den richtigen Use Case zu finden. „Eines der wichtigsten Learnings war es, einen klaren Anwendungsfall für unsere Technologie zu identifizieren, bevor wir uns in die Entwicklung stürzten“, so Hanne. „Anfangs standen wir vor einem Meer von Möglichkeiten, was zu einem längeren Prozess führte, bis wir BEJOY entwickeln konnten. Durch die Ausrichtung auf einen konkreten Use Case haben wir uns darauf konzentriert, ein Produkt mit einem echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.“

Datenschutz als zentraler Aspekt

Auch das Thema Datenschutz ist ein zentraler Aspekt, insbesondere in Bereichen wie Gesundheit und Pflege. „Bei Beyond Emotion haben wir den Datenschutz ernst genommen und ihn zu einer unserer höchsten Prioritäten gemacht. Um ein höheres Maß an Datenschutz zu gewährleisten, nutzen wir Edge Computing“, so Hanne. Edge Computing ermöglicht es, direkt auf dem Gerät des Nutzenden die Bilddaten auszuwerten, anstatt die Bilddaten an einen entfernten Server zu senden. „Ich bin stolz, darauf, dass meine Kollegen die KI-Modelle so performant gestalten konnten, dass – wo andere Serverfarmen brauchen – für uns ein Tablet ausreicht, um die Bilddaten zu verarbeiten. Wir haben es geschafft, dass die Bilddaten ausschließlich auf dem Bilderrahmen ausgewertet werden. Lediglich das Ergebnis der Analyse ,Hans geht es gut‘, wird an die Angehörigen geschickt“, ergänzt Hanne.

Das bedeutet, dass die gesamte Verarbeitung der für die Emotionserkennung benötigten Daten lokal auf dem Gerät des Nutzenden durchgeführt wird, und keine sensiblen Bilddaten über das Netzwerk gesendet oder auf entfernten Servern gespeichert werden. Dadurch wird das Risiko eines Datenverlusts oder -diebstahls deutlich minimiert.

Die Reise in den Gesundheits- und Pflegesektor war laut der Gründer*innen keineswegs einfach, aber die positive Wirkung, die ihr Produkt auf das Leben von älteren Menschen und ihren Angehörigen hat, habe sich als äußerst belohnend erwiesen. „Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, dass der Bedarf an Technologien, die sowohl effektiv als auch ethisch sind, groß ist. Wir sind begeistert von den vielfältigen Anfragen aus verschiedenen Sektoren, die die breite Anwendbarkeit und das Potenzial unserer Emotionserkennung zeigen“, so Hanne Butting abschließend.

Mondu: B2B-FinTech sichert sich 30. Mio. Euro Fremdfinanzierung

Mondu wurde 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger mit dem Ziel gegründet, den Zahlungsverkehr im B2B-Bereich zu vereinfachen. Das frische Kapital soll zur weiteren Expansion verwendet werden.

Im Oktober 2022 sicherte sich Mondu bereits 20 Millionen Euro von der VVRB. Mit der Erweiterung des Darlehens erhöht sich die Gesamtfinanzierung durch die VVRB für Mondu nun auf 50 Millionen Euro. Seit seiner Gründung im Oktober 2021 hat Mondu insgesamt mehr als 120 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von verschiedenen Investor*innen erhalten.

Philipp Povel, Co-Gründer und Co-CEO von Mondu, erklärt: „Diese Finanzierung wird unsere europäische Expansion weiter vorantreiben und es uns ermöglichen, die Expansion auf dem gesamten europäischen Markt auszuweiten sowie zusätzliche Zahlungslösungen zum Vorteil unserer Geschäftskunden zu entwickeln. Dieser Schritt stärkt unser Engagement für Innovation und Wertsteigerung im B2B-BNPL-Ökosystem weiter. Wir sind dankbar für das anhaltende Vertrauen und die Unterstützung der VVRB und freuen uns über die Vertiefung unserer Partnerschaft.“

Ralf Magerkurth, CEO von VVRB, fügt hinzu: „Aufbauend auf dem Erfolg unserer Zusammenarbeit in Deutschland und Österreich sind wir weiterhin fest von Mondus Geschäftsmodell und dessen Wachstumspotenzial überzeugt. Unser Engagement wird zukünftig über Deutschland und Österreich hinausgehen, denn wir werden nun die Expansion in weitere europäische Länder unterstützen. Dieser Schritt ist Zeichen unseres Vertrauens in die Vision und Fähigkeiten von Mondu. Wir sind stolz darauf, Mondu auf dem Weg zur Neugestaltung der Branche in ganz Europa zu unterstützen.“

2023 war ein bedeutendes Wachstumsjahr für Mondu. Das Unternehmen arbeitet mit führenden Einzelhändlern, Großhändlern und B2B-Marktplätzen in Europa zusammen. Mondu eröffnete Büros in Amsterdam und London und registrierte sich erfolgreich bei der britischen Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority). Mittlerweile stellt Mondu seine Zahlungsmöglichkeiten mehr als 25 britischen Händlern zur Verfügung. Neben Großbritannien steht Mondu auch Händlern in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie Käufern in Belgien und Frankreich zur Verfügung.

Mondu hat einen digitalen Trade Account eingeführt, der die Abwicklung regelmäßiger Einkäufe vereinfacht, indem Kunden wiederkehrende Einkäufe in einer Abrechnung zusammenfassen und diese später bezahlen können. Darüber hinaus hat Mondu seine BNPL-Produkte erweitert, um nicht nur typische Online-B2B-Käufe abzuwickeln, sondern auch flexible Zahlungen im Außendienst, im Televerkauf oder bei E-Mail-Bestellungen anzubieten. Darüber hinaus wurden eine Reihe von Kooperationen zur weiteren Steigerung des Kundenwachstums ins Leben gerufen, u.a. Partnerschaften mit dem britischen Zahlungsspezialisten Acquired.com, der führenden Composable-Commerce-Plattform Spryker und MangoPay, einem Anbieter für modulare und flexible Zahlungen auf Marktplätzen und Plattformen.

Modelyzr: Mio.-Investment für KI-Start-up aus Münster

Mit der erfolgreichen Finanzierungsrunde (siebenstelliges Investment) hat sich das KI-Start-up mit seiner Cloudlösung für KI-basierte Marktanalytik auf dem schwierigen Finanzierungsmarkt behauptet und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt.

„Für uns als Start-up sind Finanzierungsrunden von großer Bedeutung, wenn es darum geht, uns als Unternehmen weiterzuentwickeln“, sagt Nils Niehörster, Gründer und Geschäftsführer der Modelyzr GmbH. Das siebenstellige Investment sei demnach ein weiterer wichtiger Schritt. „Es ist für uns Ansporn und Bestätigung zugleich, neben unseren Kundinnen und Kunden sowie Partnern auch Investoren von unserem Geschäftsmodell und dessen Profitabilität überzeugt zu haben.“

MODELYZRs: spezialisiert auf Prozesse in B2B-Märkten

Die Funktionsweise des MODELYZRs ähnelt der des KI-Sprachmodells ChatGTP: Jeweils werden alle verfügbaren Daten herangezogen und analysiert, um auf dieser Basis aussagekräftige Antworten auf beliebige Fragen zu liefern. Anders als das OpenAI-Produkt ist die Lösung aus Münster jedoch nicht auf Sprache, sondern auf Prozesse in B2B-Märkten spezialisiert. So entsteht ein belastbares und ganzheitliches KI-Marktmodell, mit dessen Hilfe zum Beispiel Marktforschungen, Go-to-Market-Simulationen oder Next- sowie First-Best-Offer möglich werden.

Den Fußabdruck im SAP-Ökosystem vergrößern

„Mit den Mitteln, die uns aus der Finanzierungsrunde zur Verfügung stehen, werden wir das Recruitment mehrerer Spitzenkräfte vorantreiben, um mit deren Hilfe unser Wachstum weiter anzukurbeln“, so Nils Niehörster. So soll in den kommenden drei Geschäftsjahren ein Umsatzwachstum von jeweils über 70 Prozent realisiert werden. „Darüber hinaus besitzen wir nun die Ressourcen, um unseren Footprint im SAP-Ökosystem noch einmal deutlich zu vergrößern.“ Modelyzr ist SAP PartnerEdge-Build und der MODELYZR selbst sowohl im SAP Store als auch in der SAP Industry Cloud gelistet.

Studie: Generative KI in der europäischen Start-up Landscape

Die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups zeigt, dass sie ‌unter mangelnder Finanzierung leiden. Hier alle Ergebnisse im Überblick.

Das gemeinnützige appliedAI Institute for Europe veröffentlicht die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups. Befragt wurden 95 Start-ups aus diesem Bereich zur Entwicklung von generativer KI sowie zu ihren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb.

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Start-ups zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas erheblich zu stärken.

  • Insgesamt gibt es etwa 6.300 KI-Start-ups in der EU, davon sind 669 aus dem generativen KI-Bereich
  • Die meisten generativen KI-Start-ups kommen aus Deutschland (19,9 Prozent)
  • Das Funding generativer KI-Start-ups aus Europa beläuft sich auf bisher insgesamt 2,37 Mrd. Euro
  • Die größten Herausforderungen der Start-ups sind Finanzierung, Regulierung und Rechenkapazität

Die Start-ups wurden unter anderem zu Bereichen wie Finanzierung, spezifischen Tätigkeitsfeldern, Größe sowie ihren individuellen Herausforderungen als generatives KI-Startup in Europa befragt. Aus den zum Teil alarmierenden Ergebnissen leitet das appliedAI Institute for Europe wegweisende Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft ab.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind, die Investitionen in diesem Bereich voranzutreiben und eu­ropäische Start-ups dabei zu unterstützen, die Entwicklung von generativer KI in Europa zu beschleunigen. Denn diese Technologie hebt die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein neues Niveau. Europäische KI-Start-ups sind dabei unverzichtbar. Sie haben das Potenzial, die nächste Generation von generativen KI-Modellen zu entwickeln, die europäischen Werten entsprechen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Fokusfelder der generativen KI-Start-ups in Europa

Aktuell arbeiten 31 Prozent der 95 Start-ups an der Entwicklung sogenannter Basismodelle. 41,6 Prozent konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Entwicklungstools und Infrastruktur für generative KI-Modelle. Zusätzlich entwickeln 62,9 Prozent Downstream-Anwendungen auf Grundlage bestehender Basismodelle. „Downstream” bezeichnet hier eine nachgelagerte Phase und bezieht sich auf die Anwendbarkeit und Erledigung spezifischer Aufgaben, die auf den Ergebnissen von KI-Modellen aufbauen. (Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich.)

Etwa die Hälfte der befragten Start-ups (52,6 Prozent) fokussiert sich speziell auf einzelne Schichten des Technologie-Stacks, während 47,4 Prozent in mindestens zwei Schichten des Technologie-Stacks aktiv sind.

Die größten Herausforderungen für generative KI-Start-ups (Mehrfachnennungen möglich):

  • Mangelnde Finanzierung (51 %)
  • Regulierung (24 %)
  • Begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung (19 %)
  • Mangel an qualifizierten Fachkräften (18 %)
  • Zugang zu hochwertigen Daten (17 %)
  • Faire Wettbewerbsbedingungen (14 %)
  • Sonstige regulatorisch-gesetzliche Aspekte (z. B. IP) (10 %)
  • Sicherheit (5 %)
  • Sonstige (11 %)
  • Externe Faktoren nehmen Start-ups Handlungsspielraum

Die Frage nach den Herausforderungen der Start-ups ist ein zentraler Teil dieser Studie. Mangelnde Finanzierung, die Regulierung in der EU sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung sind dabei die drei Bereiche, welche die Start-ups am stärksten beeinflussen und in denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Es mangelt an finanzieller Unterstützung

Investitionen in generative KI sind unerlässlich für die europäische Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie führen zu einem erhöhten Maß an Unternehmertum, gesteigerter Produktivität und einer zukunftsorientierten Wirtschaft, welche die Entwicklung generativer KI aktiv mitgestaltet. Start-ups fungieren dabei als wirtschaftlicher Katalysator.

Etwa die Hälfte (51 Prozent) der befragten Start-ups gab an, dass ihre größte Herausforderung in der Finanzierung bzw. dem Funding liegt, insbesondere im Vergleich zu den USA und China. Den Daten zufolge haben europäische generative KI-Start-ups bisher nur rund 2,37 Mrd. Euro an Finanzmitteln gesammelt. Im Gegensatz dazu haben allein zwei Player aus den USA, OpenAI und Anthropic, bis Dezember 2023 bereits über 14 Milliarden Euro an Finanzierung erhalten. Allein diese beiden außereuropäischen KI-Start-ups haben sechsmal so viel Geld erhalten wie alle rund 669 generativen KI-Start-ups in der EU zusammen.

Die Zurückhaltung in europäische generative KI-Startups zu investieren, ist groß. Eine mangelnde Finanzierung erschwert allerdings das unerlässliche, aber kostenintensive Modelltraining enorm. Dies führt zu einem bedeutenden Wettbewerbsnachteil auf internationaler Ebene.

Start-ups zwischen Unsicherheit und Relevanz von Regulierung

24 Prozent der 95 Start-ups äußerten Bedenken aufgrund anstehender regulatorischer Maßnahmen, die teilweise als übermäßig komplex und restriktiv empfunden werden. Diese Umstände erzeugen Unsicherheit unter den Start-ups. Zusätzlich werden das bürokratisch geprägte Verwaltungsverfahren in Europa und die Frage des Urheberrechts als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen.

Trotz dieser Herausforderungen betonen zahlreiche Start-ups die Relevanz von einheitlichen Vorschriften im Rahmen des EU AI Acts. Diese sollen die europäischen Werte sowie die Gesellschaft schützen.

Eingeschränkte Rechenleistung als Bottleneck

Die Daten zeigen, dass etwa die Hälfte (51,6 Prozent) der europäischen Start-ups im Bereich generative KI den Zugang zu den Supercomputern der European High-Performance Computing Joint Undertaking nutzen möchte, um ihre Modelle zu trainieren. Das EuroHPC JU ist eine Einrichtung von europäischen Staaten und privaten Partnern, die darauf abzielt, die Hochleistungsrechenkapazitäten in der EU voran­zutreiben. Die andere Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) ist allerdings der Ansicht, dass ein solcher Zugang keinen nennenswerten Mehrwert für ihr Startup bringen würde.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung wird von 18 Prozent der Start-ups als Herausforderung gesehen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit in Europa sowie die hohen Kosten für Grafikprozessoren (GPU) und die Nutzung von Cloud-Services bringen Startups erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich mit außereuropäischen Start-ups. Dies resultiert auch aus einem generellen Mangel an Cloud-Anbietern in Europa.

Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Generative KI-Start-ups sind an der Spitze neuer technologischer Entwicklungen und treiben Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft voran. Um sicherzustellen, dass Europa eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung generativer KI spielt, ist daher unverzügliches Handeln notwendig. Andernfalls werden wir nur vom Spielfeldrand zusehen.“

Fünf Handlungsfelder zur Stärkung der generativen KI-Landschaft in Europa

Basierend auf der Analyse des europäischen Ökosystems für generative KI-Start-ups ergeben sich verschiedene Handlungsfelder, um die Entwicklung von generativer KI „Made in Europe“ zu schützen und zu beschleunigen.

1. Vertrauen in generative KI stärken

Vertrauen ist ein wichtiger Schlüssel, um das europäische Ökosystem zu stärken. Ohne Vertrauen sind Unternehmen nicht bereit, kritische Daten und interne Dokumente für das Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass Unternehmen Vertrauen in generative KI-Lösungen aufbauen. Jedoch muss ebenfalls sichergestellt werden, dass diese Lösungen das Vertrauen auch verdienen.

2. Finanzierung für Risikokapitalgeber attraktiver gestalten

Im Vergleich zu den USA oder China hinken die EU-Länder bei der Finanzierung durch Risikokapitalgeber erheblich hinterher. Um dieses Problem anzugehen, bedarf es eines umfassenden Ansatzes, der die Zusammenarbeit zwischen Investoren, politischen Entscheidungsträgern und dem Startup-Ökosystem fördert. Dazu gehört auch ein verstärktes „Matchmaking“ zwischen europäischen KI-Start-ups und international agierenden Investoren.

3. Europäische Wertschöpfung ankurbeln

46 Prozent der generativen KI-Start-ups, die Bedenken gegenüber der Nutzung von EuroHPC JU äußerten, argumentieren, dass dies auf die Verwendung vergleichsweise kleiner Modellgrößen oder den Einsatz von vortrainierten Modellen zurückzuführen ist.  Die Nutzung vortrainierter Modelle kann die Kosten senken, da Start-ups die Grundmodelle nicht selbst erstellen und trainieren müssen. Allerdings werden diese Dienste hauptsächlich von Technologieunternehmen aus den USA angeboten. Dies bedeutet, dass europäische generative KI-Start-ups, die diese benötigen, mehrheitlich auch an außereuropäische Technologieunternehmen gebunden sind. Es muss daran gearbeitet werden, Europa als Arbeitsstandort attraktiver zu gestalten, damit die generative KI-Wertschöpfung in Europa und nicht in den USA oder China stattfindet.

4. Zugang zu hochwertigen Daten erleichtern

Generative KI-Start-ups in Europa stehen bei der Datenbeschaffung vor besonderen Herausforderungen, da sie, wie beschrieben, größtenteils von US-amerikanischen Anbietern abhängig sind. Zudem besteht Rechtsunsicherheit in Bezug auf personenbezogene Daten. Zusätzlich sind Daten in den europäischen Sprachen insgesamt nur begrenzt verfügbar. Dies erschwert den Zugang zu großen, hochwertigen Datensätzen für europäische Unternehmen. Es braucht Maßnahmen wie die Bereitstellung des Zugangs zu Datensätzen und die Schaffung eines Umfelds, in dem Startups und weitere Branchenteilnehmer Daten austauschen und gemeinsam experimentieren können.

5. Fragmentierung vermeiden und vorhandene Expertise nutzen

Die Verbindung zwischen verschiedenen europäischen Akteuren muss gestärkt werden, um eine Fragmentierung zu vermeiden und von der Expertise eines jeden Landes zu profitieren. Dazu müssen weitere Möglichkeiten für Start-ups und Investoren aus verschiedenen Ökosystemen geschaffen werden, um auf europäischer Ebene gezielt zusammenzuarbeiten. Daher ruft das appliedAI Institute for Europe weitere EU-Länder auf, verstärkt zusammenzuarbeiten und sich der European AI Startup Landscape anzuschließen, um das europäische KI-Ökosystem zu erweitern.

Den Anschluss nicht verlieren

„Das globale KI-Wettrennen ist in vollem Gange und Europa muss eine aktive und führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft übernehmen. Akteure aus den USA und China können unter wesentlich günstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Umstände erschweren es europäischen generativen KI-Start-ups erheblich, mit stark finanzierten Unternehmen aus den USA zu konkurrieren. Die ungleichen Wettbewerbsbedingungen stellen ein Hemmnis für Wachstum und Erfolg auf dem Markt dar und erfordern enorme Anstrengungen und Ressourcen”, so Dr. Andreas Liebl, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.

„KI-Start-ups sind ein wesentlicher Beschleuniger für die Innovationskraft in Europa. Daher ist es entscheidend, dass sie ein unterstützendes Ökosystem sowie attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie nicht ins außereuropäische Ausland abwandern“, ergänzt, Dr. Goll. „Mit unserer Vision eines Open-Access Accelerators für Trustworthy AI tragen wir mit unseren Partnern dazu bei, das KI-Start-up-Ökosystem zu gestalten. Unsere Handlungsempfehlungen dienen dabei als Impuls für den weiteren Dialog mit Wirtschaft, Start-ups und öffentlicher Hand.”

Zur Methodik: Basis der Datenerhebung waren ca. 1.170 KI-Start-ups, die im Rahmen der European AI Startup Landscape in den beteiligten EU-Länder identifiziert wurden. Diese KI-Start-ups wurden auf der Grundlage von Kriterien wie Daten, Fachkräfte, KI-Methoden, Skalierbarkeit und Gesamtqualität identifiziert. Zur Aufschlüsselung von generativen KI-Start-ups wurde ein KI-basiertes Klassifizierungssystem entwickelt und von zwei unabhängigen KI-Experten*innen validiert.

Die Studie (n=95) verwendete ein Querschnittsdesign. Jedes generative KI-Startup wurde durch Expert*innen der jeweiligen KI-Partnerinitiative im Zielland kontaktiert. Die Teilnahme erfolgte nur auf Einladung über verschiedene Kanäle. Die Datensammlung dauerte vier Wochen (23.10.2023 - 17.11.2023) und erfolgte in englischer Sprache. In der Umfrage wurden sowohl quantitative als auch qualitative Daten über die europäische generative KI-Landschaft erhoben.

Timeless Investments: Berliner Start-up sammelt 11,5 Mio. Euro ein

Das 2018 von Jan Karnath, Andreas Joebges und Malte Häusler gegründete Timeless Investments mit Sitz in Berlin hat sich der Mission verschrieben, der europäische Marktführer für Investitionen in seltene Sammlerstücke zu werden und diese zugänglich, erschwinglich und handelbar zu machen.

Als eines der ersten Unternehmen weltweit ermöglicht es Timeless Investments durch den Einsatz der Blockchain-Technologie über eine digitale Plattform bereits ab 50 Euro pro Anteil in Sammlerstücke zu investieren und so zukünftig an deren Wertentwicklung zu partizipieren. Der Kauf der Anteile erfolgt über die Timeless-App, wobei die digitalen Transaktionen zuverlässig, sicher und nachvollziehbar dokumentiert werden. Timeless übernimmt hierbei für die Kund*innen zudem die Auswahl, Verifizierung, Lagerung, Pflege und Versicherung der Assets. Bislang hat Timeless Investments über 450 Sammlerstücke mit einem Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Euro tokenisiert.

Jetzt gibt Timeless Investments bekannt, in einer Finanzierungsrunde 11,5 Millionen Euro frisches Kapital für das weiteres Unternehmenswachstum eingesammelt zu haben. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen einen umfangreichen Media-for-Equity Deal mit dem SevenAccelerator von ProSiebenSat.1 abgeschlossen. Dieses strategische Investment soll Timeless Investments ermöglichen, seine Marktpräsenz weiter auszubauen und seine führende Position in der Branche zu festigen.

Gleichzeitig nimmt Timeless Investments Veränderungen in seiner Führungsebene vor, um seine Unternehmensentwicklung in der bestmöglichen personellen Aufstellung voranzutreiben. Malte Häusler, der bisherige CFO wie auch Co-Gründer, fungiert bereits seit Anfang November 2023 als CEO bei Timeless Investments. Jan Karnath, der Co-Gründer und bisherige CEO, wechselt in das Advisory Board. Er konzentriert sich zukünftig bei der familieneigenen Firma Reifenhäuser, einem Maschinenbauunternehmen, auf seine Tätigkeit als Chief Digital Officer.

Durch die Ernennung von Malte Häusler zum CEO gewährleistet Timeless Investments eine konsequente Fortsetzung der Unternehmensleitung. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Andreas Joebges und Jan Karnath hat er das Unternehmen seit 2018 in der Geschäftsführung zum Marktführer in der DACH-Region im Bereich "Collectible-Investments" aufgebaut. „Wir haben ambitionierte Ziele und wollen Timeless in ganz Europa als führenden Marktplatz und unangefochtenen Marktführer im Segment der Sachwert-Investments positionieren“, so Malte Häusler.

Zudem begrüßt Timeless Investments Timo Hilpert als neuen Senior Vice President Commercial, der im Zuge dieser strategischen Erweiterung der Führungsebene die Bereiche Marketing, Business Development, Customer Experience und Produktangebote leitet. „Die Dynamik, mit der Timeless den Markt für Collectible-Investitionen vorantreibt und prägt, ist beeindruckend und das Wachstumspotenzial dieser Anlageklasse enorm. Ich freue mich darauf, diese spannende Entwicklung gemeinsam mit dem Team mitzugestalten und zur weiteren Expansion von Timeless beizutragen", so Timo Hilpert über seine neue Rolle. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Finanzsektor sowie leitenden Positionen beim Berliner Fintech LIQID und dem Frankfurter Vermögensverwalter Grüner Fisher Investments bringt er außerdem wertvolle Kenntnisse im Bereich der alternativen Investments mit, die für die zukünftige strategische Ausrichtung und das Wachstum von Timeless eine zentrale Bedeutung haben werden.