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Gründer der Woche: gigmit - Matchmaking für Musiker und Konzertveranstalter
Gründer der Woche 05/21
Gigmit ist eine Matchmaking-Plattform für Musiker und Konzertveranstalter, über die sich Künstler ganz einfach auf Konzerte bewerben und Veranstalter dank der Nutzung von Fan- und Streaming-Daten unkompliziert die Künstler finden können, die am besten auf ihre Bühne passen. Mehr dazu und wie das Business durch Corona beeinflusst wurde, erfahrt ihr im Interview mit CEO Marcus Fitzgerald.
Wann und wie bist du auf die Idee zu gigmit gekommen?
Ich war selbst Konzertveranstalter und habe tausende Mails in meiner Inbox gehabt. Auf der anderen Seite fragten mich Kollegen immer wieder wen ich denn zu buchen empfehlen würde. Da kam eins zum anderen und ich dachte mir: Es muss doch technisch möglich sein, Künstler und Veranstalter einfach zusammen zu bringen. Mein Co-Founder Andi, unser Lead Entwickler bestätige mir das. Und siehe da: gigmit – die Plattform für einfaches Booking war geboren.
Was waren die wichtigsten Schritte und ggf. auch Hürden von der Idee über die Entwicklung bis zum Go Live deiner Plattform?
Bei einem zweiseitigen Marktplatz ist wohl die größte Herausforderung eine Balance zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen. Umso mehr freue ich mich, dass wir nicht nur 150.000 Bands und DJs zum Buchen auf unser Plattform haben, sondern auch über 80.000 Events bereits online gestellt wurden. Aber wir glauben, dass da in Zukunft noch mehr geht und wir genauso viele Events pro Jahr bereitstellen können wie wir auch Künstler haben.
Was ist das Besondere an gigmit? Du adressierst mit deinen Dienstleitungen ja letztlich an alle, die Musik lieben.
Wir sind ein B2B Marktplatz, der sich auf das Buchen von Events spezialisiert. Das kommt zwar allen zugute, die Musik lieben, aber unsere User sind Bands, DJs, Clubs und Festivalveranstalter. Außerdem nutzen uns Firmen für Corporate Event, besondere Anlässe oder für Kooperationen mit Musikern. Von unseren Musikern analysieren wir Fandaten. Das hilft besonders einzuschätzen, wie erfolgreich ein bestimmter Künstler in meiner Stadt ist – auf dem Markt ein absoluter USP!
Durch die Corona-Krise ist das Live-Geschäft ja nahezu völlig zum Erliegen gekommen. Wie hast du darauf regiert und wo stehst du jetzt mit gigmit?
Das war eine wirklich harte Nachricht im März 2020. Als Startup sind wir Schwierigkeiten jedoch gewohnt und vor allem damit umzugehen. Wir haben uns in Woche 1 hingesetzt und Alternativen überlegt. Dann haben wir auf die Situation reagiert und schnell angefangen, virtuelle Events zu vermitteln. Dabei schauen wir auf Veranstalter und Plattformen, die virtuelle Events anbieten und Künstler brauchen und bieten diese Möglichkeiten den Künstlern an. Künstlern wird damit geholfen überhaupt Überblick im neuen Dschungel der virtuellen Events zu bekommen und natürlich schnellen Zugang. Während Corona haben wir über 5000 virtuelle Events vermittelt. Das ist noch nicht unser Ziel, aber ein ordentliches Ergebnis, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit wir hatten und dass es fast keine Events in 2020 gab.
Vor allem konnten wir weiter wachsen uns stehen jetzt bei über 160.000 Nutzern (von 75.000 in 2019) und knapp 1 Mio. € Umsatz (von 560.000€ in 2019).
Über Seedmatch hast du gerade eine Funding-Kampagne laufen. Was ist dein Ziel und was ist mit dem frischen Kapital geplant?
Ja, wir starten jetzt über Seedmatch unser 2. Crowd-Investment. Seit dem ersten erfolgreichen Seedmatch-Investment in 2019 wo wir über 500.000€ eingesammelt haben, haben wir diesen Finanzierungsweg zu schätzen gelernt. Wir bekommen hilfreiches Feedback, haben unsere Reporting-Struktur verbessert und konnten das Kapital zum Wachsen nutzen. Corona hat den Markt jedoch ordentlich durchgewirbelt und damit auch uns vor die Frage gestellt, wollen wir aus unserer jetzigen Position eher langsamer organisch wachsen oder schneller mit neuem Kapital wachsen? Die Antwort ist klar und deshalb gibt es jetzt die 2. Runde auf Seedmatch.
Wir sind stets selbstkritisch mit unserem Produkt und der Relevanz, die wir im Markt haben. Da geht mehr und deshalb planen wir mit dem neuen Funding auf ¼ Million User anwachsen und unser Produkt schnell auf einen Standard bringen, mit dem wir das Booking für wirklich alle Marktteilnehmer weiter deutlich verbessern können.
Was sind deine nächsten unternehmerischen To Do's?
Ich arbeite gemeinsam mit meinem Produkt- und Marketing Team daran, unseren ROI zu steigern. Wir haben das Prinzip „User first“ und damit entwickeln wir Features und Systemverbesserungen, die unseren Nutzern kurzfristig am meisten bringen und damit Aktivität und „Value for Money“ steigern. Hier bringe ich mich an den verschiedenen Schnittstellen ein mit Input und Operativ.
Darüber hinaus ist natürlich das wichtigste, unser Funding erfolgreich abzuschließen und in der Folge uns Team personell zu verstärken mit Entwicklern und Marketing-Experten. Das wird dann auch hier zu finden sein.
Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?
Starte immer mit einem kleinen MVP. Ich empfehle das Buch Lean Startup von Eric Ries gelesen zu haben und erst dann loszulegen. Ist das Unternehmen einmal im Rollen, habe ich gelernt, dass es vor allem Durchhaltevermögen und ständige Selbstmotivation braucht, um voran zu kommen. Aus meiner Sicht ganz wichtige Gründereigenschaften!
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Das Interview führte Hans Luthardt
Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?
Bei der Finanzierung sind wir ganz old-school im “bootstrapping” Modus unterwegs - wir finanzieren uns also komplett ohne externe Finanzmittel. Da es für uns ein reiner „Side-Hustle“ neben unseren eigentlichen Jobs ist, sind wir eher entspannt unterwegs, da für uns die unternehmerische Erfahrung von der Idee bis zum Launch im Vordergrund steht.
Im Februar präsentiert ihr euch bzw. den hydesk erstmals vor „zahlendem Publikum" – per Crowd-Kampage. Was ist das Ziel?
Richtig, im Februar 2021 starten wir eine Kickstarter-Kampagne und planen, die ersten 100 Stehtische zu einem Sonderpreis von 79 Euro an “Early-Bird Kunden” zu verkaufen. Interessierte können sich auf die Warteliste setzen lassen, um über die Produkteinführung rechtzeitig informiert zu werden. Der Preis wird sich gradual bis zum späteren „Retail Preis“ erhöhen, sprich: Es ist hier durchaus sinnvoll, gleich am Anfang zuzuschlagen. Unser Ziel ist es, 250 hydesks per Kickstarter im Pre-Sale zu verkaufen.
Was sind eure weiteren To do’s nach der Kampagne?
Nach der Kampagne werden wir sicherlich die „Supply-Chain“ und unsere Hersteller auf Belastbarkeit testen, da dann wirklich “Showtime” ist. Nach dem Versand der ersten hydesks werden wir sicherlich noch einmal User-Feedback einholen, um evtl. kleinere Produktmodifikationen durchzuführen. Mittelfristig gilt es einen eigenen Webshop aufzubauen und viele „Growth-Experimente“ durchzuführen, um zu sehen, wie wir unsere Zielgruppe am besten erreichen können.
Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?
Success is 1 Prozent idea and 99 Prozent execution: Durch das Machen und Ausprobieren werden deine Ideen erst validiert oder neu geformt.
Choose your Co-founders wisely: Bei einer so intensiven Zusammenarbeit ist es extrem wichtig, mit seinem Mitgründer dieselben Werte zu teilen.
Feedback without limitations: Befrage User und teste mit Usern, zu denen du keinen Bezug hast, die vielleicht sehr kritisch sind oder nicht zur eigentlichen Zielgruppe passen - von ihnen erhältst du ungefiltertes Feedback.
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Das Interview führte Hans Luthardt
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Pheno-Inspect sichert sich Seed-Finanzierungsrunde in Mio.-Höhe
Pheno-Inspect – 2020 von Dr. Philipp Lottes als Ausgründung der Universität Bonn gestartet – ist ein Agrar-KI-Unternehmen und entwickelt KI-basierte Softwarelösungen zur automatisierten Analyse hochauflösender Drohnenbilder in der Landwirtschaft.
Was 2020 als Ausgründung der Universität Bonn begann, entwickelt sich zu einem wichtigen Player für die Digitalisierung der Landwirtschaft. Pheno-Inspect hat sich darauf spezialisiert, dem Landwirt quasi „Adleraugen“ zu verleihen. Das Start-up aus Nordrhein-Westfalen entwickelt KI-basierte Software, die hochauflösende Drohnenbilder vollautomatisch auswertet.
Das Besondere dabei: Die Technologie blickt nicht nur grob auf den Acker, sondern analysiert Feldbestände bis auf die Einzelpflanze genau. Das Ziel ist es, den Pflanzenbau durch datenbasierte Entscheidungen effizienter und ressourcenschonender zu gestalten – ein Thema, das angesichts von Klimawandel und Kostendruck in der Agrarbranche Hochkonjunktur hat.
Prominente Investoren setzen auf „Precision Farming“
Dass Pheno-Inspect mit diesem Ansatz einen Nerv trifft, zeigt die Zusammensetzung der aktuellen Finanzierungsrunde. Neben dem Companisto Business Angel Netzwerk beteiligt sich die NRW.BANK, die im Zuge der Runde ein Wandeldarlehen in Höhe von 500.000 Euro in eine feste Beteiligung umgewandelt hat. Aufhorchen lässt auch der Einstieg von CLAAS. Der weltweit tätige Landmaschinenkonzern steigt als strategischer Investor ein. Für ein junges B2B-Tech-Start-up ist dies mehr als nur Kapital; es ist ein Zugang zu immenser Industrieexpertise und potenziellen Vertriebswegen.
Fokus auf SaaS und Skalierung
Das frische Kapital soll nun gezielt in das Wachstum fließen. Pheno-Inspect plant, seine Plattform konsequent in Richtung Software-as-a-Service (SaaS) auszubauen. Im Mittelpunkt steht dabei der neue FarmAnalyzer. Mit dieser Plattform will das Unternehmen die komplexe Feldanalyse vereinfachen und für Landwirte direkt nutzbar machen – im Self-Service und über die gesamte Vegetationsperiode hinweg. Parallel dazu soll das interdisziplinäre Team am Standort in NRW weiter wachsen, um neue KI-Module zur Marktreife zu bringen.
„Der Abschluss unserer ersten Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung“, erklärt Dr. Philipp Lottes, Gründer und CTO von Pheno-Inspect. „Mit der neuen FarmAnalyzer-Plattform werden wir Feldanalysen auf Einzelpflanzenebene erstmals einfach, wirtschaftlich und praxisnah direkt Landwirten zur Verfügung stellen.“
Mit der Finanzierung im Rücken und einem starken Industriepartner an der Seite ist Pheno-Inspect nun bereit, die digitale Transformation auf dem Acker weiter voranzutreiben.
Nach dem Kündigungsbutton kommt der Widerrufsbutton
Ab dem 19. Juni 2026 wird der Widerrufsbutton für den gesamten B2C-E-Commerce zur Pflicht. Was du jetzt wissen und beachten solltest.
Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag (30.01.2026) den Weg frei gemacht: Ab Juni dieses Jahres müssen Online-Händler und Dienstleister einen „Widerrufsbutton“ implementieren. Was das für E-Commerce-Start-ups und FinTechs bedeutet und warum schnelles Handeln gefragt ist.
Wer dachte, mit der Einführung des Kündigungsbuttons im Jahr 2022 sei die größte Hürde im Checkout-Prozess genommen, muss jetzt nachbessern. Der Bundesrat hat am 30.01.26 dem „Gesetz zur Änderung des Verbrauchervertragsrechts“ zugestimmt. Kernstück der Novelle: Das Widerrufsrecht muss künftig genauso einfach per Klick auszuüben sein wie der Vertragsabschluss selbst.
Das „Widerrufs-Update“: Was jetzt auf Gründer*innen zukommt
Die neue Regelung zielt darauf ab, die sogenannte Symmetrie im Online-Handel herzustellen. Konkret bedeutet das: Wer Kund*innen mit wenigen Klicks in einen Vertrag führt, muss sie auch mit wenigen Klicks wieder herauslassen.
Ab dem 19. Juni 2026 wird der Widerrufsbutton für den gesamten B2C-E-Commerce zur Pflicht.
Die technische Umsetzung ähnelt dabei stark dem bereits bekannten Kündigungsbutton für Abos, greift diesmal aber für den klassischen Warenkauf und Dienstleistungen:
- Erste Stufe: Eine gut sichtbare Schaltfläche (z.B. „Vertrag widerrufen“) im Kund*innenprofil oder direkt in der Bestellübersicht.
- Zweite Stufe: Eine Bestätigungsseite, auf der der/die Kund*in den Widerruf final absendet – ohne Login-Zwang und ohne langes Suchen nach Formularen.
Verschärfung für FinTechs und „Buy Now, Pay Later“
Besonders hellhörig sollten Gründer*innen im FinTech-Sektor sein. Das Gesetzespaket setzt sowohl die Richtlinie über Finanzdienstleistungs-Fernabsatzverträge (2023/2673) als auch die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie (2023/2225) um. Dies hat weitreichende Folgen:
- Ende des „ewigen Widerrufs“: Gute Nachrichten für die Planungssicherheit: Bei Finanzdienstleistungen erlischt das Widerrufsrecht künftig spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen – selbst wenn die Belehrung fehlerhaft war. Das minimiert das Risiko von Rückabwicklungen Jahre nach Vertragsschluss.
- BNPL im Fokus: Anbieter*innen von „Buy Now, Pay Later“-Modellen fallen ab November 2026 unter strengere Kreditwürdigkeitsprüfungen. Das bisherige „Schlupfloch“ für Kleinkredite und kurzfristige Zahlungsaufschübe wird damit weitgehend geschlossen.
Das müssen Start-ups jetzt tun
Für Shop-Betreiber*innen und SaaS-Anbieter*innen beginnt jetzt der Sprint. Bis zum Stichtag am 19. Juni bleiben nur wenige Monate, um die UX anzupassen.
Daher gilt: Unterschätze nicht den Aufwand im Backend. Der Button ist schnell programmiert, aber der automatisierte Prozess dahinter – vom Eingang des Widerrufs bis zur Rückerstattung und Lagerbestandsanpassung – muss reibungslos laufen, um Abmahnwellen zu vermeiden.
Checkliste: Die To-Dos bis Juni 2026
- UX-Audit: Wo kann der Widerrufsbutton platziert werden, ohne die Conversion zu stören, aber dennoch rechtssicher „leicht auffindbar“ zu sein?
- Prozesse: Ist das CRM-System bereit, automatisierte Widerrufe ohne Medienbruch zu verarbeiten?
- AGB-Update: Die Widerrufsbelehrungen müssen an die neue digitale Rechtslage angepasst werden.
- FinTech-Check: Prüfe, ob deine BNPL-Angebote oder Finanzierungsoptionen unter die neue Kreditrichtlinie fallen.
E-Mail-Betrug mit KI erfolgt in Sekunden
Der Incident Response Report 2026 zeigt eindrucksvoll, dass Cyberangriffe schneller, leiser und menschlicher geworden sind.
Bei einem bekannten Absender mit einer üblichen Rechnung würden die Meisten den Freigabeprozess starten. Erst im Nachhinein fällt auf, dass das Geld an Verbrecher*innen geschickt worden ist. Doch das Eindringen ins System durch die Angreifer*innen fand bereits weit davor statt. Unbemerkt konnten sie mitlesen, E-Mails verschieben und Antworten vorbereiten.
Genau solche Sicherheitsvorfälle hat das europäische Cybersecurity-Unternehmen Eye Security erstmals systematisch ausgewertet. Der neue Incident Response Report 2026 basiert auf 630 realen Cybervorfällen zwischen 2023 und 2025 bei europäischen Unternehmen, darunter zahlreiche aus Deutschland. Auf dessen Grundlage lassen sich Trends ableiten.
Bleiben Attacken unbemerkt, droht hoher Schaden
In einem der untersuchten Vorfälle waren Angreifer*innen in der Lage, rund eine Million Euro zu erbeuten. Besonders auffällig: die Hacker waren 72 Tage unentdeckt im System des Unternehmens unterwegs. Diese hatten es gezielt auf europäische Mittelständler abgesehen, die international tätig sind. Als Einfallstor diente dabei eine Phishing-Mail mit einem schadhaften Link, auf den Mitarbeiter*innen in der Finanzabteilung hereingefallen sind.
Die Angreifer*innen gingen dabei nach einem bekannten Muster vor und waren über Wochen in der Lage, sich mit den Lieferketten des Unternehmens vertraut zu machen. Sie hatten vollständige Einblicke in das E-Mail-Konto und konnten falsche Rechnungen erstellen, die in der Folge regulär bezahlt worden sind. Dank des Rückgriffs auf eine Plattform, die als Phishing-as-a-Service funktioniert, war der technische Aufwand hinter der Aktionen gering und erforderte kaum Vorwissen.
Angriffe beginnen mitten im Arbeitsalltag
Cyberangriffe sind heute leise, schnell und identitätsbasiert. Angreifer*innen müssen Systeme kaum noch technisch hacken. Stattdessen nutzen sie Vertrauen, legitime Zugänge und menschliche Routinen – vor allem E-Mail-Kommunikation und Benutzerkonten. Über 70 Prozent aller untersuchten Vorfälle entfielen auf sogenannte Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC). In mehr als 40 Prozent der Fälle reichte ein einziger Phishing-Moment, um Zugriff zu erhalten: ein gut gemachter Link, eine täuschend echte Nachricht, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit.
Erschreckenderweise entsteht der eigentliche Schaden oft innerhalb von Minuten. Der Angriff wird aber erst Tage oder sogar Wochen später bemerkt. Ohne kontinuierliche Überwachung bleiben kompromittierte E-Mail-Konten im Median 24 Tage unentdeckt. In dieser Zeit lesen Angreifer*innen unbemerkt mit, verschieben E-Mails, verändern Zahlungsdetails oder bereiten den nächsten Schritt vor, während im Unternehmen ganz normal weitergearbeitet wird.
Identitäten als die Hauptangriffsfläche
Laut Report greifen Täter*innen dort an, wo Vertrauen im Arbeitsalltag entsteht und geben sich als Kolleg*innen, Dienstleister*innen oder Vorgesetzte aus, übernehmen bestehende Sitzungen oder bringen Mitarbeitende dazu, Anmeldungen selbst zu bestätigen. So wird selbst Multi-Faktor-Authentifizierung ausgehebelt: Seit Anfang 2025 gelang das in 62 Prozent der untersuchten Fälle, etwa weil Nutzer*innen auf Phishing hereinfallen, ungewollt eine Anmeldung bestätigen oder weil Angreifer bereits in einer laufenden Sitzung „mitlaufen“. Von außen sieht alles korrekt aus. Genau das macht diese Angriffe so schwer zu erkennen.
Ransomware: die digitale Form einer Geiselnahme
Mittels Ransomware-Angriffe verschaffen sich Verbrecher*innen Zugriff auf die IT eines Unternehmens und sperren Systeme, Dateien oder ganze Netzwerke. Auf den Bildschirmen erscheint dann eine Nachricht: Der Zugriff wird nur wieder freigegeben, wenn ein Lösegeld gezahlt wird – die durchschnittliche Lösegeldforderung lag laut Report bei rund 613.000 US-Dollar, einzelne Forderungen überschritten die Millionengrenze.
Laut ENISA Report ist Ransomware nach wie vor die größte Bedrohung in Europa mit 81,1 % der gesamten Attacken. Darin wird auch auf die Fragmentierung hingewiesen, da 82 verschiedene Ransomware-Varianten im Einsatz sind. Allerdings sind im Trend Report signifikant weniger solcher Fälle registriert, da dank Managed Detection and Response (MDR) Präventivmaßnahmen Schutz bieten.
Entgegen der verbreiteten Vorstellung sind Ransomware-Angriffe keine Hightech-Hacks. Meist beginnen sie mit ganz alltäglichen Schwachstellen:
- Öffentlich erreichbare Anwendungen (30 % der Fälle), die nicht richtig abgesichert oder aktualisiert sind.
- Unsichere Fernzugänge wie VPN oder RDP (17 %), über die sich Angreifer direkt einloggen können.
- Phishing (13 %), bei dem Mitarbeitende unbemerkt Zugangsdaten preisgeben.
Besonders häufig traf es Unternehmen aus Industrie, Bauwesen sowie Transport und Logistik. Der Grund ist simpel: Zeit ist dort Geld. Jede Stunde Stillstand verursacht sofort spürbare wirtschaftliche Schäden.
Erkennung der Angriffe kann auf wenige Minuten reduziert werden
Der Report zeigt eine deutliche Trennlinie zwischen Unternehmen mit und ohne kontinuierliche Angriffserkennung:
- In Umgebungen mit Managed Detection & Response (MDR) sinkt die Erkennungszeit bei BEC-Angriffen von über 24 Tagen auf 23,8 Minuten.
- Die Bearbeitungszeit pro Vorfall reduziert sich um bis zu 90 Prozent.
- Angriffe werden häufig gestoppt, bevor es zu finanziellen Schäden kommt.
Die zentrale Botschaft des Incident Response Reports 2026: Cyberangriffe sind schneller, leiser und menschlicher geworden. Klassische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht mehr aus, wenn Angreifer innerhalb weniger Minuten handlungsfähig sind. Unternehmen wird deshalb ein Perspektivwechsel empfohlen: nicht warten, bis etwas kaputtgeht, sondern davon ausgehen, dass jemand bereits mitliest. Identitäten müssen genauso ernst genommen werden wie Systeme.
Was der/die Einzelne tun kann und woran sich kompromittierte E-Mail-Konten erkennen lassen
Kompromittierte E-Mail-Konten fallen selten durch offensichtliche Warnsignale auf, sondern meist durch kleine Abweichungen im Arbeitsalltag. E-Mails verschwinden plötzlich aus dem Posteingang, Gesprächsverläufe wirken unvollständig oder Antworten landen unerwartet in Unterordnern. Häufig haben Angreifer unauffällige Regeln angelegt, um Kommunikation abzufangen und umzuleiten – ohne aufzufallen.
Auch der Tonfall kann sich verändern. Antworten klingen vertraut, aber nicht ganz wie gewohnt: etwas knapper, ungewohnt förmlich oder mit kleinen Abweichungen in Anrede und Gruß.
Besonders kritisch sind beiläufige Änderungen bei Rechnungen oder Zahlungsdaten. Eine neue Bankverbindung oder eine „kurze Aktualisierung“ mit der Bitte um schnelle Freigabe wirkt harmlos, ist aber ein typisches Muster. Weitere Hinweise liefern Login-Benachrichtigungen zu ungewöhnlichen Zeiten, Zugriffe aus anderen Ländern oder MFA-Anfragen, die niemand bewusst ausgelöst hat. Solche Meldungen werden im stressigen Alltag oft weggeklickt, dabei sind sie häufig die ersten konkreten Anzeichen für einen laufenden Angriff.
Hinzu kommen Rückmeldungen aus dem Team. Aussagen wie „Die E-Mail sah echt aus, aber irgendwas war komisch“ oder „Ich dachte, das wärst wirklich du“ tauchen in vielen Vorfällen auf.
Abschließend bleibt eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Incident-Response-Praxis: Kompromittierte E-Mail-Konten fühlen sich selten wie ein Angriff an. Sie fühlen sich an wie ganz normale Arbeit, mit kleinen Ungereimtheiten. Wer diese ernst nimmt und früh prüft, gewinnt wertvolle Zeit. So können Angriffe gestoppt werden, bevor echter Schaden entsteht.
metergrid: Stuttgarter Start-up sammelt 10 Mio. Euro für Mieterstrom-Plattform ein
Das 2021 gegründete metergrid ist auf Software- und Abwicklungslösungen für sogenannte Mieterstrommodelle spezialisiert. Die Runde ist laut metergrid die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt.
Das 2021 gegründete EnergyTech-Start-up metergrid hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Mio. Euro abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, handelt es sich dabei um die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt. Angeführt wird die Runde von dem niederländischen Investor SET Ventures. Auch die Bestandsinvestoren Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC sowie mehrere Business Angels beteiligten sich erneut.
Metergrid ist auf Software- und Abwicklungslösungen für sogenannte Mieterstrommodelle spezialisiert. Diese ermöglichen es, Solarstrom von Dächern mehrgeschossiger Wohngebäude direkt an die Bewohner zu verkaufen. Das Stuttgarter Unternehmen konnte die Zahl der versorgten Bewohner*innen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr von rund 10.000 auf über 53.000 steigern.
Ausbau zur Gesamtplattform geplant
Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, sein Geschäftsmodell von einer reinen Abrechnungslösung zu einer umfassenden Energie-Plattform für Mehrparteienhäuser auszubauen. Ziel sei es, neben Photovoltaik-Anlagen künftig auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen sowie Heiz- und Nebenkostenabrechnungen über eine zentrale Software abzuwickeln.
„Wir machen Energieversorgung im Mehrparteienhaus erstmals automatisiert, wirtschaftlich und massentauglich“, erklärte Johannes Mewes, Co-Founder und Geschäftsführer von metergrid. Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Million Menschen in Mehrparteienhäusern mit erneuerbarer Energie versorgen.
Hürden beim Mieterstrom
Rund 44 Mio. Menschen in Deutschland leben in Mehrparteienhäusern. Die Umsetzung von lokalen Energiekonzepten scheiterte dort bislang oft an komplexen regulatorischen und administrativen Hürden. Metergrid adressiert dieses Marktsegment, indem es Vermietern, Wohnungseigentümergemeinschaften und Wohnungsbaugesellschaften die bürokratische Abwicklung – von der behördlichen Anmeldung bis zur Abrechnung mit den Mietern – abnimmt.
Dr. Till Stenzel, Partner beim Lead-Investor SET Ventures, sieht in der Lösung das Potenzial, den Markt für urbane Energieversorgung zu erschließen: „Mehrparteienhäuser konnten bisher noch praktisch gar nicht an der Energiewende teilnehmen – metergrids Lösung sorgt hier für eine ganzheitliche, volldigitalisierte Lösung.“
Siebenstellige Finanzierungsrunde für Mozaik
Das bayerische Start-up Picture Framing sichert sich für Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos, ein siebenstelliges Investment, um die Videoproduktion in Unternehmen zu automatisieren. Angeführt wird die Runde von STS Ventures, während namhafte Co-Investoren wie Haufe Group Ventures das Potenzial der Plattform bestätigen.
Video-Content ist aus der internen und externen Unternehmenskommunikation kaum noch wegzudenken, scheitert in der Umsetzung jedoch oft an hohen Kosten und fehlendem Know-how. Genau hier setzt Mozaik an. Die 2019 von Neele Maarten de Vries und David Knöbl gegründete Picture Framing GmbH, die Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos entwickelt hat, konnte nun erfolgreich eine siebenstellige Finanzierungsrunde abschließen.
Prominente Investoren an Bord
Als Lead-Investor konnte das Kölner Beteiligungsunternehmen STS Ventures gewonnen werden, das sich auf Frühphasen-Investments in der DACH-Region spezialisiert hat. STS Ventures bringt dabei nicht nur Kapital, sondern als Brücke zwischen Business Angels und VCs auch wertvolle Erfahrung im Aufbau junger Technologieunternehmen mit ein.
Das Investoren-Konsortium ist breit aufgestellt:
- Haufe Group Ventures: Die Venture-Einheit der Haufe Group investiert gezielt in B2B-SaaS-Lösungen für die Arbeitswelt.
- Bayern Kapital: Die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern engagiert sich erneut und bestätigt ihr langfristiges Vertrauen.
- Müller Medien: Auch die Unternehmensfamilie Müller Medien beteiligt sich wieder an der Runde.
Vom Kreativ-Projekt zum skalierbaren Prozess
Mozaik verfolgt das Ziel, Videoinhalte von exklusiven „Einmalprojekten“ zu einem skalierbaren Alltagsprozess zu transformieren. Die Plattform ermöglicht es Fachabteilungen – etwa in HR, Marketing oder Training –, professionelle Videos ohne externe Agenturen oder tiefgehendes Spezialwissen zu erstellen.
Neele Maarten de Vries, Mitgründer von Mozaik, erklärt den Ansatz: „Video ist eines der wirkungsvollsten Kommunikationsmittel in Unternehmen, gleichzeitig aber häufig teuer, aufwendig und schwer skalierbar. Genau hier setzen wir an.“.
Jasper Roll, Geschäftsführer von Haufe Group Ventures, sieht in der Praxisnähe den entscheidenden Vorteil: „Mozaik löst ein reales Problem genau dort, wo es entsteht: im Arbeitsalltag von Unternehmen.“.
Wachstumskurs und Produktentwicklung
Das frische Kapital soll in zwei Hauptbereiche fließen:
1. Technologieausbau: Gezielte Investitionen in KI-basierte Produktivitätsfunktionen sollen die Videoproduktion noch effizienter gestalten als herkömmliche Lösungen.
2. Expansion: Das Wachstum soll im DACH-Raum sowie international vom Standort Bayern aus beschleunigt werden.
Bereits heute nutzen nach Unternehmensangaben knapp 200 Teams die Software, darunter Großkunden wie die Deutsche Bahn, Jysk und Vodafone. Die Lösung wird dabei bereits international eingesetzt.
Comedian Michael Mittermeier investiert in Whisky & Spirituosenmarktplatz Spiritory
Die Plattform Spiritory – 2022 von Janis Wilczura und Clemens Bennier gegründeter, börsenbasierter Live-Marktplatz für Liebhaber*innen und Sammler*innen von Spirituosen – ermöglicht es seinen Nutzer*innen, Spirituosen auf transparente und sichere Weise zu kaufen und verkaufen.
Heute verkündet Spiritory den erfolgreichen Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde. Über die Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Zu den neuen Investoren gehört auch Whisky-Liebhaber Michael Mittermeier, einer der bekanntesten Comedians und Entertainer Deutschlands. Michael Mittermeier beteiligt sich im Rahmen einer Gruppe neuer und bestehender Investoren.
„Ich bin schon seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Fan hochwertiger Whiskys“, so Michael Mittermeier. „Mit Spiritory habe ich einen Ort gefunden, wo man Inspiration findet, einen guten Überblick bekommt und Gleichgesinnte aufeinandertreffen.“
Der Marktplatz für Premium-Whisky & Spirituosen ermöglicht den schnellen und sicheren Kauf sowie Verkauf von Premium-Spirituosen und macht den Markt für Sammler und Liebhaber zugänglicher, transparenter und einfacher.
Seit der Gründung im Jahr 2022 hat sich das Unternehmen stetig zur führenden Plattform weiterentwickelt und bietet Nutzern stets die besten Angebote von Händler*innen und tausenden Privatnutzer*innen aus 11 europäischen Ländern. In die Portfolio Funktion, bei der Genießer ihre Sammlung verwalten können und wichtige Kennzahlen wie Marktwerte, wurden mittlerweile tausende Flaschen hochgeladen.
„Wir freuen uns sehr über die neue Finanzierungsrunde und das Vertrauen von Alt- und Neuinvestoren. Michael an Bord zu haben ist etwas ganz Besonderes. Niemand in Deutschland bringt so viel Leidenschaft für Whisky mit wie Michael Mittermeier“, sagt der CEO von Spiritory, Janis Wilczura. „Er ist einer der größten Comedians der deutschen Geschichte und mit seiner Begeisterung für das Thema Whisky, sowie seiner einzigartigen Persönlichkeit ist er der perfekte Partner bei der weiteren Expansion und dem nächsten Kapitel von Spiritory.“
Neue Funktionen und Möglichkeiten der Nutzung bereits in Entwicklung
Die aktuelle Finanzierungsrunde bildet die Grundlage für den gezielten Ausbau der Plattform und die konsequente Weiterentwicklung der langfristigen Vision von Spiritory. Bereits heute arbeitet das Unternehmen an neuen Lösungen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung stationärer Händler*innen sowie an innovativen Marken- und Vertriebswelten für kleine und mittelständische Destillerien, Brennereien und unabhängige Unternehmen. Mit der neuen Unterstützung will Spiritory die Plattform weiter optimieren, Partnerschaften ausbauen und seine Präsenz in weiteren Märkten nachhaltig vertiefen.
E-Commerce Berlin Expo 2026 – das sind die Highlights
Das Programm für die 10. Jubiläumsausgabe der E-Commerce Berlin Expo, einer Fachmesse und Konferenz für die B2B-E-Commerce-Branche am 17. und 18. Februar in Berlin, steht. Mehr Infos dazu hier.
Die E-Commerce Berlin Expo, eine der führenden Veranstaltungen der E-Commerce-Branche in Europa, bereitet sich anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums auf ihre bislang größte Ausgabe vor. Der prestigeträchtige neue Veranstaltungsort, die Messe Berlin, ebnet den Weg für eine noch größere Besucherzahl mit mehr als 14.000 erwarteten Teilnehmenden.
Die Teilnehmenden können sich außerdem auf 300 Dienstleister freuen, die ihre einzigartigen Branchenlösungen präsentieren, sowie auf ein umfangreiches Konferenzprogramm auf Deutsch und Englisch mit führenden E-Commerce-Expert:innen aus der DACH-Region und darüber hinaus. Das diesjährige Programm behandelt vielfältige Themen, darunter auch E-Commerce im Zeitalter der KI, bewährte Markenstrategien, Insights aus dem chinesischen Onlinehandel und die Zukunft der Branche.
Globale Marken an Bord
Mehr als 150 Branchenexpert:innen präsentieren Vorträge und 50 Workshops auf vier Vortragsbühnen und in vier Masterclass-Bereichen. Die Teilnehmer können sich außerdem auf zahlreiche Live-Podcast-Formate freuen, darunter der hauseigene „Behind the Click Podcast“. Die Präsentationen und Case Studies stammen von Top-Vertreter:innen global bekannter Marken, von Einzelhändlern wie MediaMarkSaturn, flaconi, Breuninger, rebuy oder Fielmann sowie von aufstrebenden Newcomern und Promi-Lieblingen wie saint sass. Innovative Einblicke von Branchenriesen wie Google und TikTok runden das Vortragsprogramm ab.
Podiumsdiskussionen und neue Stimmen im Fokus
Neben Keynote Speeches und Masterclasses bietet die Veranstaltung auch Podiumsdiskussionen. Im Mittelpunkt stehen die aktuell brennendsten Themen – darunter, was wir vom asiatischen Ansatz im E-Commerce lernen können, Retail Media sowie der effektive Einsatz von KI im Handel. In diesem Jahr werden auch neue Stimmen aus der Branche in einem einzigartigen Format mit sechs Kurzvorträgen von jeweils 10 Minuten Länge in den Fokus gerückt.
Wie nehme ich an der E-Commerce Berlin Expo teil?
Vormerken
Die E-Commerce Berlin Expo findet am 17. und 18. Februar in der Messe Berlin statt. Die Expo beginnt am ersten Tag um 9:00 Uhr und endet um 18:00 Uhr (am zweiten Tag um 17:00 Uhr).
Project Liberty: DTCP startet 500-Mio.-Euro-Fonds für Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien
DTCP, eine global agierende Investment-Management-Plattform mit einem verwalteten Vermögen von über 3 Milliarden Euro, gab vor Kurzem den Start des neuen Venture-Capital-Fonds Project Liberty bekannt. Mit einem Zielvolumen von 500 Millionen Euro ist Project Liberty derzeit die größte privatwirtschaftliche Venture-Capital-Initiative Europas mit einem dedizierten Fokus auf Verteidigungs-, Sicherheits- und Resilienz-Technologien.
Der Fonds wird von DTCP unabhängig gemanagt und richtet sich an institutionelle Investoren, Family Offices und Industrie-Investoren. Ziel ist es, das Wachstum leistungsfähiger europäischer DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen zu unterstützen und damit einen Beitrag zur technologischen Handlungsfähigkeit und sicherheitspolitischen Resilienz Europas zu leisten.
Während der Investitionsschwerpunkt klar in Europa liegt, verfügt „Project Liberty“ über die Flexibilität, selektiv auch in Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien aus NATO-Mitgliedsstaaten und engen Verbündeten zu investieren, sofern diese für europäische Sicherheitsinteressen, Interoperabilität oder strategische Lieferketten von Bedeutung sind.
Vicente Vento, CEO von DTCP: „Der Fokus von Project Liberty ist eine sehr konsequente Weiterentwicklung unserer Rolle als spezialisierte Investmentplattform. Verteidigungs- und Resilienzthemen sind seit über einem Jahrzehnt zunehmend mit Technologie- und Infrastrukturinvestments konvergiert – genau dort, wo DTCP mit DTCP Growth und DTCP Infra über tiefgehende Expertise und zahlreiche Berührungspunkte mit der Verteidigungsindustrie verfügt. Ich kann mir kaum einen Bereich vorstellen, der strategisch besser zu unseren bestehenden Plattformen passt. Gleichzeitig sehen wir eine außergewöhnlich attraktive Investitionschance: Über Jahrzehnte hinweg wurde in Europa strukturell zu wenig in Verteidigung investiert, während geopolitische Risiken kontinuierlich zugenommen haben. Parallel dazu erleben wir eine tiefgreifende technologische Revolution entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Aufklärung und Sensorik über softwaredefinierte Waffensysteme, neue Materialien und autonome Plattformen bis hin zu Satelliten- und Kommunikationsinfrastruktur. Da alle großen westlichen Staaten inzwischen einen langfristigen und unumkehrbaren Modernisierungspfad eingeschlagen haben, sind wir überzeugt von den strukturellen Wachstumsperspektiven dieses Sektors – nicht nur kurzfristig, sondern über Jahrzehnte hinweg.“
DTCP baut Defence-Tech-Investments mit neuem Fonds gezielt aus
DTCP investiert seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in IT- und Sicherheitstechnologien. Das bestehende Portfolio umfasst einen klaren Schwerpunkt im Bereich Cybersecurity und künstlicher Intelligenz mit Unternehmen wie Arctic Wolf, Anomali, Axonius, Zenity und Ox Security. Ergänzt wird es durch Dual-Use-Unternehmen wie das deutsche DefenceTech-Unicorn Quantum Systems.
Diese Investments unterstreichen die ausgewiesene Expertise von DTCP im Aufbau und der Skalierung technologiegetriebener Unternehmen an der Schnittstelle von digitaler Transformation, Sicherheit und Infrastruktur.
Thomas Preuß, Managing Partner bei DTCP und Chief Investment Officer von Project Liberty: „Wir haben den Fonds Project Liberty genannt, weil es um mehr geht als nur um Kapital. Technologische Leistungsfähigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für Europas Souveränität, Sicherheit und demokratische Stabilität. Unser Ziel ist es, mit gezielten Investitionen zur Weiterentwicklung einer leistungsfähigen europäischen Sicherheitsarchitektur beizutragen. Gleichzeitig verfolgen wir einen klaren, renditeorientierten Investmentansatz. Mit Project Liberty bündeln wir unsere langjährige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung von Technologie-Unternehmen, unser internationales Netzwerk sowie unsere enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Stakeholdern des öffentlichen Sektors. Gerade in diesem Sektor sind Zugang, Governance und Skalierungsfähigkeit entscheidend – und genau hier sehen wir unsere Stärke als aktiver, langfristig orientierter Investor.“
Bis zu 30 Beteiligungen an DefenceTech-Unternehmen geplant
Mit „Project Liberty“ investiert DTCP ab sofort in europäische DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen in den Finanzierungsphasen Series A bis C. Geplant sind Beteiligungen an bis zu 30 Unternehmen, mit einem durchschnittlichen Investmentvolumen von rund 20 Millionen Euro. Der Investitionsfokus liegt auf Unternehmen, die bestehende Verteidigungs- und Sicherheitssysteme gezielt ergänzen oder durch neue technologische Ansätze weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Softwarelösungen, Cyber Defence, künstliche Intelligenz sowie autonome Systeme.
Mannheimer IT-Scale-up osapiens wird Unicorn
Das 2018 von Alberto Zamora, Stefan Wawrzinek und Matthias Jungblut gegründete osapiens entwickelt Software, die Unternehmen dazu befähigt, nachhaltiges Wachstum über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erzielen.
Osapiens, ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware für nachhaltiges Wachstum, unterzeichnete eine Vereinbarung mit Decarbonization Partners, um vorbehaltlich aufsichtsrechtlicher Genehmigungen eine Serie-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu leiten.
Decarbonization Partners wird sich den bestehenden Investoren Goldman Sachs Alternatives anschließen, die 2024 die Serie-B-Finanzierung in Höhe von 120 Millionen US-Dollar anführten, und Armira Growth, die 2023 die Serie-A-Finanzierung in Höhe von 27 Millionen US-Dollar leiteten.
Osapiens entwickelt Unternehmenssoftware, die Unternehmen hilft, regulatorische Compliance, Nachhaltigkeit und betriebliche Effizienz über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg auf einer einzigen Plattform zu verwalten. Der osapiens HUB, der zurzeit mehr als 25 Unternehmenslösungen umfasst, die alle auf einer mandantenfähigen Infrastruktur laufen, ermöglicht eine KI-gesteuerte Automatisierung und eine nahtlose, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Plattform kombiniert Transparenz- und Effizienzlösungen, mit denen Unternehmen Risiken minimieren, ihre Effizienz maximieren und mit hoher Agilität und Anpassungsfähigkeit auf neue gesetzliche und geschäftliche Anforderungen reagieren können. Sie setzt damit neue Branchenstandards.
Das frische Kapital soll verwendet weren, um die Produktinnovation zu beschleunigen, das Wachstum in bestehenden und neuen internationalen Märkten voranzutreiben und die Position von osapiens als globale Plattform für nachhaltiges Wachstum weiter zu stärken.
"Diese Investition ist eine klare Bestätigung unserer Strategie und unserer langfristigen Vision", so Alberto Zamora, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens. "Sie zeigt, dass nachhaltiges Wachstum und KI-gesteuerte Effizienz weiterhin höchste Priorität für globale Investoren haben. Decarbonization Partners ist für uns ein außergewöhnlicher Partner. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und der gemeinsamen globalen Präsenz und Investmentexpertise von BlackRock und Temasek bringen sie genau die Perspektive und Größe mit, die wir für unsere nächste Wachstumsphase brauchen, um der unbestrittene globale Marktführer für nachhaltiges Wachstum von Unternehmen jeder Größe zu werden."
Matthias Jungblut, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens, erklärt: "Decarbonization Partners versteht sowohl die regulatorische Dynamik, mit der Unternehmen heute konfrontiert sind, als auch die geschäftlichen Möglichkeiten, die KI-gesteuerte Effizienz mit sich bringt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Skalierung von kategorieprägenden Technologieunternehmen sind sie eine perfekte strategische Ergänzung zu Goldman Sachs Alternatives und Armira Growth.“
Mobilizing the silent majority
Wie Start-ups online kommunizieren sollten, um stille Zielgruppen zu überzeugen.
Eine neue Studie der der ESMT Berlin zeigt, wie Entrepreneur*innen Unterstützung für ihre Ideen von Zielgruppen gewinnen können, die sich nie zu Wort melden. Die Untersuchung zeigt, dass die Art und Weise, wie sie in Online-Diskussionen mit wenigen lautstarken Teilnehmenden interagieren, maßgeblich prägt, wie das größere, stille Publikum ihre Ideen wahrnimmt und unterstützt.
Die Studie „Mobilizing the silent majority: Discourse broadening and audience support for entrepreneurial innovations” von Jamie Song, Assistant Professor of Strategy an der ESMT Berlin, ist im Strategic Management Journal erschienen, das Publikationen ausschließlich nach einem unabhängigen Peer-Review-Verfahren annimmt.
Discourse Broadening
Song untersucht, wie Entrepreneure ihre öffentlichen Antworten an lautstarke Kommentierende online weiter fassen können, um auch die stille Mehrheit zu überzeugen, und führt dafür das Konzept des „discourse broadening“ ein. Dieses beschreibt, in welchem Maß solche Antworten über knappe Erwiderungen hinausgehen und ein breiteres Spektrum an Themen und Perspektiven aufnehmen. Das Konzept erweitert bestehende Theorien der unternehmerischen Kommunikation, indem es einen indirekten Einflussweg aufzeigt: Entrepreneur*innen beeinflussen stille Beobachtende nicht durch direkte Überzeugung, sondern durch die Inklusivität, mit der sie öffentliche Gespräche führen.
In ihrer quantitativen Analyse von 9.746 Produktvorstellungen durch 8.489 Gründungsteams auf Product Hunt, einer Plattform zur Präsentation neuer Ventures, stellt Song fest, dass dieses Konzept die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen kann, Unterstützung durch die stille Mehrheit zu gewinnen. Die meisten Teilnehmenden in öffentlichen Foren bleiben stille Beobachtende, die selten kommentieren, aber dennoch Meinungen bilden und darüber entscheiden, ob eine Idee Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient. Diese stillen Zielgruppen sind ausschlaggebend, weil ihre kollektiven Reaktionen letztlich die Sichtbarkeit und Legitimität unternehmerischer Ideen im Netz bestimmen.
Die eigentliche Herausforderung: jene zu mobilisieren, die schweigen
„Viele Gründerinnen und Gründer gehen davon aus, dass ihr Erfolg davon abhängt, diejenigen zu überzeugen, mit denen sie direkt sprechen“, sagt Jamie Song. „Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, jene zu mobilisieren, die schweigen. Wie man mit einigen wenigen online kommuniziert, kann entscheidend beeinflussen, wie alle anderen eine Idee wahrnehmen.“Der Zusammenhang ist jedoch nicht linear. Die Unterstützung des Publikums steigt zwar, wenn Diskussionen breiter geführt werden, aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Zu wenig Erweiterung begrenzt die Reichweite, zu viel kann den Fokus verwässern und potenzielle Unterstützende verunsichern. Was am besten funktioniert, hängt laut Song davon ab, wie repräsentativ die lautstarken Kommentierenden für das breitere Publikum sind.
Vyoma-Satellit zur Weltraumüberwachung erreicht Umlaufbahn
Mit dem erfolgreichen Start des Satelliten Flamingo-1 legt das 2020 von Dr. Luisa Buinhas, Christoph Bamann und Dr. Stefan Frey gegründete Münchner SpaceTech Vyoma den Grundstein für seine eigene Konstellation zur Space Domain Awareness (SDA).
Vyoma ermöglicht Echtzeit-Weltraumüberwachung und Verkehrsmanagement für Erdumlaufbahnen. Angesichts der zunehmenden Nutzung des Weltraums stellt das Unternehmen sichere und automatisierte Satellitenbetriebsdienste bereit, die die Missionskosten seiner Kund*innen drastisch senken. Vyoma richtet sich an Satellitenbetreiber, Rückversicherer, Weltraumagenturen sowie Sicherheits- und Nachrichtendienste. Als Teilnehmer an Programmen der EU-Kommission und der ESA zur Entwicklung von SDA-Technologien stützt sich das SpaceTech auf ein spezialisiertes Team von mehr als 40 Ingenieur*innen und Wissenschaftler*innen.
Jetzt (11.01.2026) wurde der Flamingo-1 Weltraumüberwachungs-Satellit von Vyoma erfolgreich gestartet. Im Rahmen der Twilight-Rideshare-Mission von SpaceX wurde er über den in Deutschland ansässigen Startintegrator Exolaunch in seine operative sonnensynchrone Umlaufbahn in rund 500 km Höhe verbracht. Dies ist ein bedeutender Erfolg für Vyoma und sein patentiertes Betriebskonzept einer optimierten Space Domain Awareness (SDA)-Mission.
Flamingo-1 ist mit einem optischen Sensor für die weltraumgestützte Weltraumüberwachung ausgestattet. Das fortschrittliche Instrument erkennt, verfolgt und charakterisiert Weltraumobjekte wie Trümmer und andere Satelliten. Vyoma ermöglicht damit seinen Kund*innen unter anderem, manövrierende Satelliten zuverlässig zu verfolgen und Erkenntnisse über deren Absichten zu gewinnen.
Der Satellit absolvierte im Sommer 2025 umfassende Tests am Boden, darunter Vibrations- und Temperaturwechseltests im Vakuum. Nach seiner Ankunft auf der Vandenberg Space Force Base (USA) im Dezember 2025 wurde eine letzte Testreihe durchgeführt, um die Integrität und Leistungsfähigkeit des Satelliten und seines optischen Instruments sicherzustellen.
Der zweite Satellit, Flamingo-2, befindet sich derzeit in Produktion und soll im vierten Quartal 2026 gestartet werden. Die übrigen Satelliten der Flamingo-Konstellation von Vyoma werden bis 2029 eingesetzt. Die Flamingo-Konstellation überwacht den Weltraumverkehr, liefert Domain-Awareness-Updates in Echtzeit und bildet die Grundlage für einen unabhängigen Katalog von Weltraumobjekten.
Zusammen stellen diese Missionen einen bedeutenden Fortschritt in der Weiterentwicklung von Weltraumtechnologien dar, die mit den strategischen und sicherheitspolitischen Zielen Europas in Einklang stehen. Vyoma engagiert sich voll und ganz für die Unterstützung der europäischen Sicherheitsbemühungen durch Innovation, Weltraumaufklärung und den Schutz kritischer europäischer Weltrauminfrastrukturen.
Julia Köhn: Serial-Founderin wird Entrepreneurship-Professorin
Gründungsgeist trifft akademische Exzellenz: die Berliner Startup-Hochschule CODE beruft Julia Köhn zur Professorin für Entrepreneurship.
Die CODE University of Applied Sciences begrüßt Prof. Dr. Julia Köhn als Professorin für „Business Management & Entrepreneurship“. Im Deutschen Startup Monitor 2025 wird die CODE unter den Top 10 der Gründungshochschulen* in Deutschland gelistet. Diesen Erfolg möchte die beliebte Startup-Hochschule weiterführen und setzt auf hochkarätige Verstärkung: Mit Köhn gewinnt sie eine Expertin, die als Investorin, Serienunternehmerin, Ökonomin und Philosophin seit einem Jahrzehnt unternehmerische Praxis und Erfahrung als Geschäftsführerin mit analytischer Tiefe und philosophischer Methodik vereint.
Von der Theorie in die Praxis: Erfolgreiche Serienunternehmerin
Nach ihrem Master in Economics and Philosophy an der Erasmus-Universität Rotterdam promovierte Julia Köhn an der Universität Witten/Herdecke und der University of Cambridge. Ihre Forschung beschäftigt sich mit wirtschaftlicher Unsicherheit und sieht unternehmerisches Handeln als Chance, Neues auszuprobieren, zu entdecken und wirtschaftliche Möglichkeiten für die Zukunft zu schaffen. Ihre wegweisende Dissertation zum Thema ‚Uncertainty in Economics‘ wurde mit summa cum laude ausgezeichnet.
2018 gründete sie ihr erstes FoodTech-Start-up und wurde 2021 als „Top 10 Woman in World FoodTech“ ausgezeichnet. Zuletzt rief sie mit DeepSoil ein BioTech-Unternehmen zur Regeneration von Agrarböden ins Leben. Zudem engagiert sie sich als Vorsitzende der German AgriFood Society für die Interessen deutscher Start-ups in den Bereichen AgriTech, FoodTech und BioTech, mit Schwerpunkt auf international wettbewerbsfähige Finanzierung innovativer DeepTech-Unternehmen.
Fokus an der CODE: Innovationen skalierbar machen
An der CODE wird sie ihre weitreichende Erfahrung nutzen, um Studierende im Bachelor-Studiengang auf die komplexen Herausforderungen der modernen Wirtschaft vorzubereiten. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, wie technologische Innovationen erfolgreich skaliert werden können und unter welchen Bedingungen sie langfristiges Wachstum und gesellschaftlichen Nutzen schaffen.
„Wir freuen uns sehr, dass Julia ihre Vision und Expertise an unserer Hochschule einbringt – sie verbindet Philosophie, Unternehmertum und Innovation, um die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern zu inspirieren“, sagt Prof. Peter Ruppel, Präsident an der CODE.
Julia Köhn erklärt: „Ich möchte die Studierenden bestärken, ihre digitalen Ideen in erfolgreiche, funktionierende Unternehmen zu verwandeln. Dabei geht es um weit mehr als Zahlen – es geht um die Leidenschaft, Dinge anzupacken, und die Resilienz, an der eigenen Vision festzuhalten. Genau dieser Spirit des ‚Machens‘ ist es, der die CODE so einzigartig macht und den ich gemeinsam mit den Studierenden weiter vorantreiben will.“
Freiburger WaterTech-Start-up Pluvion sichert sich Mio.-Investment
Die von Philipp Grimm und Stefan Grefen gegründete Pluvion GmbH entwickelt digitale Lösungen für eine moderne, widerstandsfähige Wasser- und Abwasserinfrastruktur.
Gemeinsam mit den Bestandsinvestoren Kopa Ventures und MBG stellt Enpulse als Lead-Investor im Rahmen einer Seed-Runde eine Finanzierung im siebenstelligen Bereich bereit. Mit dem frischen Kapital will Pluvion insbesondere die Weiterentwicklung und Skalierung seiner KI-gestützten Softwareplattform für die Wasserwirtschaft vorantreiben.
Live-Monitoring für klare Prioritäten: Fremdwasser erkennen, bevor es teuer wird
Pluvion – vormals Grimm Water Solutions GmbH – entwickelt mit WATER+ eine SaaS-Plattform, die erstmals ein durchgängiges Live-Monitoring von Kanalnetzen ermöglicht und Fremdwassereinträge automatisiert erkennt, lokalisiert und prognostiziert. Diese Echtzeittransparenz ist für den laufenden Betrieb entscheidend: Sie zeigt sofort, wo Netze überlastet sind, wie Starkregenereignisse das System beeinflussen und wo Fremdwasser unbemerkt in die Infrastruktur eindringt.
Für Infrastrukturbetreibende bedeutet das: Sie können schneller reagieren, Risiken früher erkennen und Investitionen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Nutzen bringen. Intuitive Visualisierungen übersetzen komplexe Messreihen in klare Handlungsempfehlungen, sodass Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen effizient geplant und umgesetzt werden können.
„Die Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur ist eine der unterschätzten Stellschrauben der Klimaanpassung – und sie wird ohne digitale, datengetriebene Lösungen nicht funktionieren“, sagt Florian Fichter, Geschäftsführer von Enpulse. „Pluvion zeigt, wie sich bestehende Messdaten mit KI so kombinieren lassen, dass Kommunen und Versorger Fremdwasser, Leckagen und Überlastungen frühzeitig erkennen und gegensteuern können. Das ist gut für die Netze, gut für die Kommunen und am Ende gut fürs Klima.“
Wachsende Herausforderungen in der Wasserwirtschaft
Der Markt für die Digitalisierung der Wasserwirtschaft gewinnt weltweit an Dynamik. Viele Abwasser-und Kanalsysteme sind veraltet, gleichzeitig nehmen Starkregenereignisse und Überflutungsrisiken infolge des Klimawandels zu. Kommunale Versorger und Betreiber stehen unter wachsendem Druck, ihre Netze resilienter und effizienter zu gestalten – bei begrenzten Budgets und personellen Ressourcen. Genau hier setzt Pluvion an: Durch den intelligenten Einsatz vorhandener Daten lassen sich Ineffizienzen reduzieren, Betriebskosten senken und Investitionen gezielt dorthin lenken, wo sie den größten Effekt haben.
Phillip Grimm, Gründer und CEO von Pluvion: „Gemeinsam mit unseren bestehenden Investor*innen können wir WATER+ nun schneller in die Fläche bringen, weitere Funktionen entwickeln und zusätzliche Märkte erschließen. Unser Ziel ist es, Kommunen und Versorgern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Wasser- und Abwassersysteme effizienter, sicherer und klimafest betreiben können.“
„App Store der Wasserindustrie“ als langfristige Vision
Die Software von Pluvion läuft auf Servern in Deutschland mit hohen Sicherheitsstandards und lässt sich nahtlos in bestehende IT- und Prozesslandschaften integrieren. Durch gezielte Partnerschaften mit Daten- und Infrastrukturanbietern stellt das Startup eine breite Kompatibilität zu gängigen Systemen sicher und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Langfristig verfolgt Pluvion die Vision, sich mit einer Software-Suite skalierbarer Anwendungen als eine Art „App Store der Wasserindustrie“ zu etablieren. Neben Fremdwasser-Analysen sollen weitere Module helfen, Herausforderungen wie Starkregen, Überflutungen und Emissionen ganzheitlich zu adressieren – mit dem Anspruch, die Emissionen der Wasserinfrastruktur perspektivisch auf null zu senken.

