GameChanger des Monats: AMES Foundation - Biodiversität schützen

GameChanger August/22


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Gegründet wurde die AMES Foundation im Jahr 2020 von Dr. Marlon Braumann mit dem Ziel, das Wildleben Afrikas zu erhalten, Biodiversität zu schützen und Afrika zu einem sichereren Ort für Tiere zu machen. Unterstützt wird Marlon dabei von über 150 sogenannten AMES Guardians – zumeist erfolgreiche Unternehmer*innen, die „der Welt etwas zurückgeben möchten“. Mehr über unseren GameChanger des Monats im Interview mit Marlon.

Wir haben die AMES Foundation als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr als Community aus Macher*innen, Kreativen, Unternehmer*innen, Gründer*innen, Investor*innen und CEOs ein gemeinsames Ziel verfolgt: das Aussterben Afrikas Wildlebens zu stoppen. Wann und wie bist du auf die Idee zu AMES gekommen?

Die Themen Afrika und Tierschutz begleiten mich schon mein ganzes Leben. Ich habe als Kind sehr viel Zeit im südlichen Afrika verbracht und empfinde seit meiner Kindheit große Sympathie für Tiere. Schon immer wollte ich etwas in die Richtung machen, wusste aber nie so richtig was genau. Als ich 2019 mehrere Monate im südlichen Afrika unterwegs war und dort einige Naturschutzorganisationen kennenlernen durfte, fasste ich den Entschluss, hier einen Teil meiner Zeit und Energie einzusetzen. Aus dem was vor 2,5 Jahren als Hobby begann, wurde dann recht schnell eine richtige Organisation.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines Gamechangers an?

Was uns antreibt ist sicherlich einerseits der Spaß, den die gemeinsame Arbeit an diesem Thema mit sich bringt, und andererseits die Dringlichkeit, mit der wir Erfolge erzielen müssen, um nicht in unserer Generation dafür verantwortlich zu sein, dass es keine Nashörner und Elefanten mehr gibt – um nur zwei Tierarten zu nennen, die sehr konkret vom Aussterben bedroht sind. Ich würde sagen, das eine ist die Motivation, das andere mehr die Notwendigkeit.

Was ist das Besondere an AMES? Inwieweit unterscheidet sich die AMES Foundation von anderen Hilfsorganisationen in Afrika?

Das Besondere ist sicherlich unser Setup als Gruppe von über 150 Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich bei AMES engagieren. Sowohl vom Setup als auch von unserer Arbeitsweise führen wir AMES wie ein Unternehmen. Schnell, kennzahlengetrieben, kostenbewusst und mit dem Ziel Profitabilität.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Gründung 2020 bis zu den ersten Projekten vor Ort?

Der erste wichtige Meilenstein war die Zusage der ersten zehn AMES Guardians. Das hat mir damals das Gefühl gegeben, hier geht was. Die nächsten Meilensteine waren das Erreichen der 100er und 150er Marke, aber vor Ort auch die Übernahme unseres ersten Reservats sowie die ersten Technologietransfers aus unserer AMES Community auf die Herausforderungen vor Ort in diesem Jahr. Wir stehen noch am Anfang, aber heute bin ich mir noch sicherer als vor 2,5 Jahren. Hier geht wirklich was.

Eine wichtige Stütze der AMES Foundation sind die Guardians. Wer sind diese und welche Rolle spielen sie bei der Verwirklichung der Projekte?

AMES Guardians sind unternehmerisch denkende Macher, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die Welt durch ihr Zutun zu einem besseren Ort zu machen. Alle Guardians engagieren sich finanziell mit jährlichen spenden zwischen 80.000 EUR und 3.000 EUR, aber auch inhaltlich durch ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk. Inzwischen stehen wir bei 150 Guardians, von denen ca. 30 bereits unser Reservat vor Ort besucht haben.

Wie macht ihr auf euch und eure Arbeit aufmerksam?

Vor allem in der Community, in der wir unterwegs sind, ist der letztlich relevanteste Kanal Word of Mouth innerhalb des Netzwerks. Fast niemand kommt zu AMES, weil sie oder er über uns gelesen hat. Vielmehr kommen die meisten Guardians aus dem innersten Vertrauensnetzwerk anderer Guardians.

Was möchtest du als unserer GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?

Einfach loslegen und machen. Wird schon!

Hier geht's zur AMES Foundation

Das Interview führte Hans Luthardt

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Seit Wochen dominieren die europäischen Energiemärkte die Schlagzeilen. Im Verlauf der öffentlichen Debatte wird immer deutlicher, wie komplex und wichtig der Handel mit Strom und Gas ist. Zugleich rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die bisher nur Expert*innen bekannt waren.

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Series-B Finanzierungsrunde zum Ausbau der Führungsrolle

Als wichtige Etappe seiner Entwicklung hat Enmacc nun eine Series-B Finanzierungsrunde bekannt gegeben, um seine europäische Führungsrolle auszubauen und durch effiziente Handels- und Marktinfrastrukturen die Energiewende zu beschleunigen.

Jens Hartmann, CEO der Enmacc GmbH, erklärt: “Die Energiemärkte sind aktuell durch ein extremes Preisniveau, bisher ungekannte Volatilität und dadurch äußerst geringe Liquidität gekennzeichnet. Dies stellt die Marktteilnehmer vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind jetzt vor allem digitale Handelsmöglichkeiten, die den Beteiligten helfen, ihr Netzwerk an Handelspartnern zu erweitern und letztlich ihre Liquidität zu verbessern. Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass sich der Energiehandel weiterentwickeln muss. Er muss digitaler werden und die Diversität der Marktstrukturen fördern. Die Energiewende kann nur auf Grundlage effizienter Märkte gelingen, die wirtschaftliche Anreize zur Dekarbonisierung setzen.”

Lead-Investor der aktuellen Serie B-Finanzierung ist Klima Energy Transition, ein kürzlich bei 210 Millionen Euro geschlossener Spätphasen-Venture Capital-Fonds des weltweit tätigen Investment Banking und Asset Management-Unternehmens Alantra. Es beteiligen sich zudem Chevron Technology Ventures und Bestandsinvestoren an der Finanzierungsrunde. Bislang wurde Enmacc von namhaften VCs wie Cherry Ventures, Piton Capital, Illuminate Financial und der 10x-Gruppe finanziert. Weitere Investoren werden in den nächsten Wochen die bereits überzeichnete Runde komplettieren.

Gründer*in der Woche: Spiritory – die Trading-Plattform für edle Spirituosen

Das Münchner FinTech-Start-up Spiritory der Gründer Tilo Saurin, Jan Hofmayer und Janis Wilczura hat es sich zum Ziel gesetzt, das Traden von bzw. Investieren in Spirituosen und (Schaum-)Weine zu demokratisieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder und CEO Janis.

Das Handeln mit begehrten Weinen und erlesenen Spirituosen ist meist eher elitären Kreisen vorbehalten. Was treibt euch an, dies mit Spiritory zu ändern?

Wenn wir uns anschauen welche Asset-Klassen in den vergangenen zehn Jahren die größten Renditen abgeworfen haben, dann waren das nicht etwa Aktien, Immobilien, Uhren oder Gold, sondern mit großem Abstand seltener Whisky. Das Problem dabei ist einerseits, dass kaum jemand weiß, dass seltener Whisky 582 Prozent Rendite erzielt hat und zum anderen, dass diese Rendite nur ein paar wenigen Leuten vorbehalten war, welche sich in den richtigen Kreisen befunden haben.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder der eine Affinität zu Investments hat Zugang haben sollte - sei es nun zum Konsum dieser feinen Tropfen, aus einer Sammelleidenschaft oder aber zum klassischen Investieren in eine alternative Assetklassen mit überragender Performance.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Gründung im März 2022 bis zum Launch eurer Trading-Plattform?

Wichtig war zunächst einmal loszulegen. Wir haben unsere Corporate Jobs gekündigt, um die nötige Zeit zu haben, ein gutes Produkt zu konzipieren und entwickeln. Ich bin besonders stolz darauf, dass Spiritory zu 100% In-House programmiert wurde. Natürlich waren sowohl der Launch und die ersten Transaktionen besondere Meilensteine. Grundsätzlich kann man festhalten, dass es bisher eine unfassbar spannende und lehrreiche Zeit war, aus der wir viel mitgenommen haben. Und ich bin davon überzeugt, dass dies so bleiben wird.

Wie habt ihr diese Startphase finanziert?

Bis heute haben wir uns eigenfinanziert und nutzen hierfür Rücklagen. Ich selbst habe beispielsweise einen Großteil meines Aktienportfolios aufgelöst, um für Spiritory All-In zu gehen.

Nun zu Spiritory. Was genau bietet ihr mit eurer Trading-Plattform und auf welche Weise schafft ihr es, das Traden und Investieren von Spirituosen- und Wein zu demokratisieren?

Unser Ziel ist es, eine innovative, transparente und einfach zu nutzende Plattform zu entwickeln, welche es Nutzer*innen aus der ganzen Welt ermöglicht, auf eine clevere und sichere Art und Weise begehrte Spirituosen, wie zum Beispiel Whisky und Weine zu traden. Im Mittelpunkt steht dabei unser einzigartiges Börsenmodell, welches sowohl Käufer*- als auch Verkäufer*innen die Möglichkeit gibt, Daten wie Marktwerte oder Wertzuwächse zur Lieblingsflasche zu erhalten und darauf basierend einen „Wunschpreis“ für das entsprechende Produkt zu hinterlegt. Ähnlich wie an der Börse kommt es nämlich erst dann zu einer Transaktion, wenn sich ein Käufer*in und Verkäufer*in gefunden haben, die bereit sind, zum gleichen Preis zu Kaufen bzw. zu Verkaufen. Dabei ist es irrelevant, wer von beiden als erstes ein Angebot abgibt. Auf diese Weise verändern wir nachhaltig den Handel von begehrten Spirituosen und Weinen. Wir haben uns dabei von revolutionären Geschäftsmodellen aus anderen Branchen inspirieren lassen, wie beispielweise Trade Republic in Bezug auf das Handeln von Aktien oder StockX, die das Kaufen und Verkaufen von seltenen Sneakern vereinfachen.

Darüber hinaus bieten wir unseren Nutzer*innen noch weitere Funktionen wie unser Portfolio. Nutzer*innen können mit wenigen Klicks ihre private Sammlung hinzufügen und erhalten von uns einen vollumfänglichen digitalen Überblick zur Performance den eigenen Flaschen inklusive Marktwerte oder Renditen. Wir schaffen so Transparenz und ermöglichen einer breiteren Masse den einfachen Einstieg in Spirituosen-Investments.

momox Second Hand Report 2022

Die repräsentative Studie belegt: In Zeiten von steigender Inflation gewinnen Second-Hand-Artikel weiterhin stark an Attraktivität.

So kaufen zwei Drittel (66 Prozent) der Second Hand Shopper*innen in Deutschland mindestens einmal im Jahr gebrauchte Bücher und/oder Medienartikel. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 18 Prozent. Auch der Trend beim Verkauf von Gebrauchtem ist weiter gestiegen: So hat jede(r) zweite Deutsche (48 Prozent) schon einmal gebrauchte Bücher und/oder Medienartikel zum Verkauf angeboten. 2021 waren es noch 39 Prozent.

Dies zeigt der aktuelle momox Second Hand Report 2022 für Bücher und Medien und gewährt einen detaillierten Einblick in den deutschen Gebrauchtwarenmarkt. Für den repräsentativen Report hat das Marktforschungsinstitut Kantar eine Umfrage im Auftrag von momox durchgeführt. Zudem wurden Kund*innen der momox Plattformen momox und medimops befragt. Insgesamt nahmen 13.290 Personen an den Umfragen teil.

Second-Hand-Kauf ist selbstverständlich und ersetzt Neues

Wie der aktuelle Report zeigt, gehört der Kauf von Second Hand in Deutschland mittlerweile zur Selbstverständlichkeit: Für jede(n) Zweite(n) (59 Prozent) ist das Second-Hand-Shopping selbstverständlich oder sehr selbstverständlich geworden. Dabei geben 73 Prozent der Befragten an, dass der Kauf von Second-Hand-Artikeln den Kauf eines neuen Buchs und/oder Medienartikels ersetzt hat. Weitere 66 Prozent geben an, dass sie weniger Geld für Bücher und/oder Medienartikel ausgegeben haben, weil sie gebrauchte Artikel gekauft haben. Ebenfalls 66 Prozent sagen, dass sie insgesamt mehr Bücher und/oder Medienartikel gekauft haben, da Second Hand im Vergleich zu Neuware günstiger ist. Für lediglich 9 Prozent hat der Kauf von Second Hand den Kauf eines neuen Buches und/oder Medienartikels nicht ersetzt.

Nachhaltigkeit ist eines der Hauptmotive für Second Hand

Wenn es um die Gründe für den Kauf von Second Hand geht, so gibt die Mehrheit (91 Prozent) an, dass für sie die niedrigen Preise am wichtigsten sind. 45 Prozent der Befragten geben an, dass die Artikel günstiger als Neuware sein müssen, die Höhe der Ersparnis ist an sich aber egal. Für 52 Prozent muss die Ersparnis hingegen so groß wie möglich sein. Als zweitwichtigsten Grund für den Kauf von Second-Hand-Büchern und/oder Medienartikeln geben 76 Prozent Nachhaltigkeit an. 2021 haben, im Vergleich, nur 66 Prozent der Umwelt zuliebe second hand geshoppt. Bei den Hauptgründen für den Verkauf geben 88 Prozent der Befragten den Wunsch nach mehr Platz und 87 Prozent den Nachhaltigkeitsaspekt an. Knapp jede(r) Zweite (44 Prozent) möchte beim Verkauf auch etwas dazu verdienen.

Gebrauchtwarenhandel findet primär online statt

Beschleunigt durch die Pandemie hat sich der Handel mit Gebrauchtware in den letzten zwei Jahren weiter ins Internet verlagert: So geben 71 Prozent der Second-Hand-Käufer*innen an, dass sie vor allem online shoppen. 2021 waren es hingegen noch 58 Prozent. Dabei sind mit 44 Prozent Onlinemarktplätze am beliebtesten, gefolgt von Onlineshops für Gebrauchtware (27 Prozent). Nur noch etwa jede(r) Fünfte (23 Prozent) kauft gern offline auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Länden. Noch beliebter als das Online-Second-Hand-Shopping ist der Verkauf im Internet: Mit 81 Prozent verkaufen die Deutschen Bücher und/oder Medienartikel am liebsten online. Im Vorjahr waren es noch 73 Prozent. Am häufigsten wird auf Onlinemarktplätzen (57 Prozent) oder an Ankaufsservices (24 Prozent) verkauft. Die Beliebtheit vom Verkauf auf Flohmärkten ist im Vergleich zum Vorjahr von 18 Prozent auf 10 Prozent gesunken.

Second Hand wird am liebsten zu Geburtstagen und Weihnachten verschenkt

Second Hand hat schon längst sein Schmuddel-Image verloren: 84 Prozent der Befragten geben an, dass sie gebrauchte Artikel auch verschenken würden. Dabei ist es 76 Prozent wichtig, dass der Zustand der Artikel gut oder sehr gut ist. Acht Prozent wäre der Zustand sogar egal. Geburtstage (74 Prozent) und Weihnachten (59 Prozent) sind die beliebtesten Anlässe, um Second Hand zu verschenken. Weitere Anlässe sind etwa Ostern (21 Prozent) oder Muttertag (12 Prozent). Zum Valentinstag (5 Prozent) wird Gebrauchtes hingegen kaum verschenkt. Am ehesten werden gebrauchte Bücher (95 Prozent) verschenkt, gefolgt von Medienartikeln (48 Prozent), Kinderspielzeug (46 Prozent) und Gesellschaftsspielen (41 Prozent). Knapp ein Drittel (29 Prozent) würde auch Kleidung und/oder Schuhe aus zweiter Hand verschenken. Lediglich 16 Prozent schließen das Verschenken von Second Hand Produkten aus.

Second Hand ist in Frankfurt/Main am beliebtesten

Was das Second-Hand-Shopping wie auch den Verkauf angeht, so ist Frankfurt am Main die Second-Hand-Hauptstadt Deutschlands. Hier ist der An- wie auch Verkauf von Gebrauchtem am beliebtesten. Im Bundesländervergleich liegen hingegen Hamburg, Berlin und Hessen sowohl beim An- wie auch Verkauf auf den ersten drei Plätzen des Rankings. Im Städterennen ist die Hauptstadt hingegen das Schlusslicht der Top Ten.

Jugend-Digitalstudie 2022

Für die Postbank Jugend-Digitalstudie 2022 wurden 1000 Jugendliche in Deutschland zwischen 16 und 18 Jahren repräsentativ befragt. Hier die Ergebnisse auf einen Blick.

Social-Media-Nutzung im Wandel

Die Vorherrschaft der Social-Media-Unternehmen aus den USA gerät ins Wanken: Zwar sind YouTube, WhatsApp und Instagram nach wie vor die meistgenutzten Plattformen unter Jugendlichen. Mehr als drei Viertel der 16- bis 18-Jährigen verwenden sie. Das chinesische Kurzvideoportal TikTok schließt jedoch rasant auf: Mittlerweile betrachten 63 Prozent der jungen Nutzer*innen dort Clips oder erschaffen sogar selbst Inhalte. Bei Mädchen (70 Prozent) ist der Dienst erheblich populärer als bei Jungen (56 Prozent). TikTok ist somit der klare Aufsteiger der Pandemiejahre. Noch Anfang 2020 nutzte nur ein Viertel der Jugendlichen die Plattform. Das geht aus der repräsentativen Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor, für die 1000 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden.

Nach Hype im Vorjahr normalisiert sich TikTok

Wachstumsgeschwindigkeit: Von 2020 bis 2021 schoss die Nutzerzahl von 27 auf 58 Prozent aller Jugendlichen in die Höhe. Von 2021 bis zur aktuellen Befragung gewann sie nur noch fünf Prozentpunkte hinzu – damit aber zwei mehr als YouTube, während Instagram stagnierte und WhatsApp sogar verlor. Die aktuellen Wachstumsgewinner sind Plattformen der zweiten Reihe: Discord konnte sich um sechs Prozentpunkte von 29 auf 35 Prozent steigern. Auch das bei Erwachsenen längst etablierte Netzwerk Twitter gewinnt für Jugendliche an Attraktivität. Es legt ebenfalls um sechs Punkte von 17 auf 23 Prozent zu. Pinterest stieg von 23 auf 28 Prozent, hat also gut ein Fünftel mehr Nutzer*innen als noch im Jahr davor.

Einstige Gamer-Plattformen bei Jungen populär

Deutliche Unterschiede im Social-Media-Nutzungsverhalten zeigen sich zwischen den Geschlechtern. Einzig YouTube wird von Jungen und Mädchen etwa gleich intensiv genutzt. Auf den Plätzen 2 bis 5 (WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat) sind Mädchen spürbar intensiver aktiv. Bei Wachstumsgewinner Discord hingegen sieht es anders aus: 49 Prozent der männlichen Befragten nutzen die Plattform, aber nur 19 Prozent der weiblichen. Twitch ist ebenfalls eine Männerdomäne mit 37 Prozent männlichen im Vergleich zu elf Prozent weiblichen Nutzer*innen. Beide Unternehmen haben ihren Ursprung als Dienstleister für Gamer: Discord zur Abstimmung bei Multiplayer-Spielen, Twitch als Oberfläche für das Streaming hardwareintensiver Actiongames. Obwohl beide Plattformen ihr Inhaltsangebot mittlerweile wesentlich erweitert haben, ist ihnen die vorwiegend männliche Klientel zumindest unter Jugendlichen erhalten geblieben.

Alte Rollenbilder noch längst nicht überwunden

Komplett umgedreht ist das Verhältnis bei Pinterest: Dort sind nur neun Prozent der Jungen, aber 49 Prozent der Mädchen zu finden. Die Plattform dient in erster Linie zum Aufbau und zur Pflege von Bildkollektionen und ist somit ideal geeignet, um sich über Mode- und Beauty-Themen auszutauschen. 38 Prozent der jugendlichen Nutzer*innen verwenden sie für diesen Zweck. Andere Themen werden erheblich seltener diskutiert: Auf Platz 2 liegt Freizeitgestaltung, allerdings nur mit 17 Prozent. „In den auffälligen Unterschieden spiegeln sich auch tradierte Rollenbilder wider: Jungen mit Games auf Discord, Mädchen mit Mode auf Pinterest“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. „Das mag heute weder zeitgemäß noch wünschenswert erscheinen. Es ist aber zu deutlich, um es zu ignorieren. Wer die verschiedenen Geschlechter erreichen möchte, muss auf ihren bevorzugten Kanälen präsent sein.“

Facebook auf absteigendem Ast – nur auf Paltz 10

Der einstige Gigant der Social-Media-Branche Facebook hat bei Jugendlichen komplett den Anschluss verloren: Facebook steht nur auf Platz 10 der meistgenutzten Netzwerke und nur wenige Prozentpunkte vor Telegram. Die Nutzung der Plattform ist rückläufig: Sie sank von 17 auf 15 Prozent der Befragten. Die wenigen Verbliebenen verwenden sie auch immer weniger zum ursprünglich intendierten Zweck, anderen einen Einblick in ihr Leben zu gewähren. Der Anteil der Nutzer*innen, die dort persönliche Informationen preisgeben, sank von 47 auf 38 Prozent. Jugendliche misstrauen zudem Informationen, die sie über Facebook erhalten: Nur sechs Prozent der Befragten halten die Plattform für eine seriöse Nachrichtenquelle. Die Onlinepräsenzen etablierter Medienmarken hingegen genießen das Vertrauen von 43 Prozent der jugendlichen Leser*innen oder Zuschauer*innen. Bei TV-Kanälen sind es immerhin 36 Prozent. Der vertrauenswürdigste Online-Kanal ist mit 28 Prozent YouTube – der Videoplattform glauben die Jugendlichen sogar eher als ihren Lehrer*innen (23 Prozent).

Planet A Foods für die Norrsken Impact100 nominiert

Die Norrsken Foundation verleiht dieses Jahr erstmals den 'Nobelpreis nachhaltigen Wirkens'. Von den 100 nominierten Unternehmen aus der ganzen Welt haben es fünf aus Deutschland auf die Liste der nachhaltigsten Impact-Start-ups geschafft.

Nominiert für den ‚Nobelpreis nachhaltigen Wirkens‘ werden innovative sowie marktfähige Ideen, Produkte und Services, die allesamt zu einer gerechteren Welt beitragen. Eines der fünf deutschen nominierten Start-ups ist das Münchner Food-Start-up Planet A Foods.

Planet A Foods wurde 2021 von Sara und Maximilian Marquart gegründet. Das Start-up entwickelt mithilfe innovativster Zubereitungsprozesse nachhaltige, zukunftsfähige Lebensmittel, die unabhängig von stark begrenzten Ressourcen wie bspw. Kakao, Palmöl oder Land produziert werden können. Dabei greift das Unternehmen ausschließlich auf natürliche Inhaltsstoffe zurück. So trägt Planet A Foods zu einer sozial gerechteren und umweltfreundlicheren Nahrungsmittelindustrie bei. Zum Portfolio des Start-ups gehört die weltweit erste kakaofreie Schokolade Nocoa.

Bei der veganen, kakaofreien Schokolade Nocoa handelt es sich um ein zu 100 Prozent natürliches Produkt, das durch einen Fermentierungsprozess gewonnen wird. Im Vergleich zur Herstellung von herkömmlicher Schokolade hinterlässt die Nocoa-Produktion einen um 90 Prozent geringeren ökologischen Fußabdruck und kann eine annähernd ausgeglichene Energiebilanz vorweisen.

Anstelle von Kakaobohnen und Milchprodukten wird für die nachhaltige Herstellung von Nocoa Hafer verwendet. Der Hafer wird in einem Prozess, der dem Bierbrauen sehr ähnlich ist, von Hefe zerkleinert und anschließend geröstet. So entfaltet das Produkt die typischen Schokoladen-Aromen und erhält sogar die zartschmelzende Textur von Schokolade. Die Hefe wird im Anschluss vollständig aus dem Produkt gefiltert. Da Hafer von Natur aus süß ist, benötigt Nocoa in all seinen Geschmacksrichtungen rund 30 Prozent weniger Zucker wie herkömmliche Schokolade.

Die kakaofreie Schokolade ist erst der Anfang der Münchner. So möchten die Gründer Sara und Maximilian Marquart mit der neuen Unternehmensmarke ihre Mission betonen: Planet A Foods hat es sich zum Ziel gesetzt, Lebensmittel unabhängig von begrenzten Ressourcen wie Land oder Arbeitskraft zu produzieren.

Dieser Anspruch ist es, der letztlich auch das Auswahlkomitee überzeugt hat – allen voran Niklas Adalberth, den Begründer der Norrsken Foundation. Gemeinsam mit prestigeträchtigen Partnerorganisationen wie der Obama Foundation, der BMW Foundation und dem World Fund sucht der Klarna-Mitbegründer nach Unternehmen und Start-ups, deren Geschäftsziele Antworten auf drängende Probleme unserer Zeit bereithalten. Hierzu zählen globale Armut, Hungersnöte, Lebensmittelverschwendung sowie Umweltverschmutzung und unzureichende medizinische Versorgung.

Anfang September werden die Gewinner*innen bei der offiziellen Preisverleihung in Stockholm verkündet. „Das Motto von Norrsken Impact100 ‘Ideas That Can Change 1 Billion Lives’ passt sehr gut zu unserer Vision hinter Planet A Foods, das Leben zahlreicher Menschen positiv zu beeinflussen und den Planeten nachhaltiger zu gestalten. Diese Nominierung ehrt uns und motiviert uns, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen“, freut sich Maximilian Marquart.

Gründer*in der Woche: SedaiNow – ESG-Management aus Verantwortung

Sustainability hat sich längst als (Ausschluss-)Kriterium für Geschäftspartner*innen, Kund*innen, Personal sowie potenzielle Investor*innen etabliert. SedaiNow, ein junges Team aus Investor*innen, ESG- und Technologie-Expert*innen, unterstützt Unternehmen dabei, sich ganzheitlich nachhaltig aufzustellen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Christian Walter.

In welchem Maß werden hierzulande CSR- (Corporate Social Responsibility) sowie ESG (Environment, Social, Governance) -Ansätze immer noch „nur“ als Teil einer Marketingstrategie betrachtet?

Ich würde mal sagen zu 100 %, und das muss sich grundsätzlich auch nicht ändern. CSR- und ESG-Ansätze sollten allerdings nicht ausschließlich, Teil einer Marketingstrategie sein. Klar können Unternehmen 100 Seiten lange Berichte darüber schreiben, wie sie sich neben ihrem Kerngeschäft etwa in Afrika engagieren. Viel besser wäre es aber, darüber zu berichten, wie sie ihre Lieferkette angepasst haben, um die Mitarbeitenden ihrer Zuliefernden in Afrika überdurchschnittlich zu entlohnen. Wie sie Wasser und Energie einsparen, Abfall vermeiden und somit zum Wohlstand aller beitragen.

Somit geht es heute zuvorderst darum, ESG-orientierte Ziele in die gesamte Unternehmensstrategie zu integrieren. Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Unternehmen zu? Es geht ja nicht „nur“ um die Reportings und ESG-Ausweise selbst, oder?

Das stimmt so nicht. Bei ESG geht es im ersten Schritt um Transparenz, das wird ganz gern vergessen. Wenn ich nicht weiß, was ich tue, kann ich strategisch und operativ nichts verbessern. Die gesamte Regulatorik zielt auch erst einmal auf Transparenz ab. Wir sehen gerade, wie Grundlagen geschaffen werden, damit Financial Accounting und Non-Financial Accounting die gleiche Wertigkeit erfahren. Es gibt auch keinen ESG-Ausweis. Es existieren lediglich Ratings von MSCI und ähnlichen Anbietern, die auf Basis von materiellen Risiken zeigen, welche Faktoren sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) eines Unternehmens auswirken.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen nutzt russisches Gas in der Fertigung. Bis Mitte letzten Jahres haben die meisten Manager da mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Ja, das ist sicher und stellt kein P&L-Risiko dar.“ Neun Monate später bekräftigt derselbe Manager: „Risiken? Produktionsausfall, Arbeitsplatzabbau und vielleicht sogar Konkurs. Hier muss der Staat uns helfen.“ Das Unternehmen hat sich also einem materiellen Risiko ausgesetzt – eigentlich sogar mindestens zwei: Erstenst bezieht es Gas von einem Lieferanten aus einer politisch schwer einschätzbaren Region und zweitens wird Gas in der Produktion verwendet und damit sind CO2-Emissionen verbunden. Beides hat potenziell negative Auswirkungen auf die P&L. Schaut man sich jetzt aber im Vergleich eine Fastfood- Kette an, dann sind aber die Emissionen für dieses Unternehmen nicht relevant. Schließlich haben sie keine direkten finanziellen Implikationen, auch wenn in ihrer Supply Chain durch die Fleischproduktion massiv Emissionen entstehen. Stattdessen sind zum Beispiel Hygiene und Mitarbeitendenbehandlung relevante Themen.

Warum sollten auch Gründer*innen von Anfang an auf eine ESG-konforme Business- Strategie achten?

ESG deckt die operativen, nichtfinanziellen Themen in einem Unternehmen ab, die einen negativen Einfluss auf das Wachstum haben können. Ich unterstelle mal, dass alle Start-ups wachsen möchten, deswegen geht es bei ESG einfach um gutes, nachhaltiges Wirtschaften. Nachhaltig ist dabei im Sinne der Mitarbeitenden, der Umwelt und des Profits zu verstehen.

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Kaspar Neftel auf die Idee zu SedaiNow gekommen?

Kaspar hat schon viele Unternehmen gegründet und ist in den letzten Jahren insbesondere durch strengere Procurement-Anforderungen von Konzernen mit dem Thema ESG konfrontiert worden. Als Mitgründer eines SDG-orientierten Impact Funds komme ich aus der Investment-Ecke. Wir bringen also beide Perspektiven mit: auf der einen Seite das operative Wirtschaften im täglichen Unternehmensbetrieb und auf der anderen Seite das ESG-analytische und stärker finanzmarktorientierte Vorgehen. In Zukunft werden viele ESG-Themen relevant für Finanzierungen, weshalb es für uns beide Sinn ergeben hat, uns dort zusammenzutun.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live der Plattform?

Der wichtigste Schritt war sicherlich die Akquise des ersten Kunden und das damit verbundene Projekt. Nur die Arbeit mit Kund*innen liefert uns die Einblicke, die wir brauchen, um unsere Ideen zu validieren.

Was ist das Besondere an SedaiNow, was bietet ihr und wie unterscheidet ihr euch von anderen ESG-Management-Lösungen?

Unser Ansatz ist getrieben von dem Finanzmarkt sowie der Regulatorik und dementsprechend sehr flexibel. Nicht nur jede Unternehmensrealität ist anders, auch Gesetze verändern sich ständig oder werden teilweise noch geschrieben. Diese Unsicherheit im Markt haben wir zu unserer Stärke gemacht. Uns ist egal, wo die CO2-Daten herkommen, mit welchem ERP- System der Betrieb arbeitet und wohin oder in welcher Form reported werden muss. Unser System kann Daten sehr flexibel in auditierbarer Form abbilden und verarbeiten – Lieferkettenmanagement inklusive.

Wer sind eure Kund*innen?

Wir arbeiten aktuell insbesondere mit Banken, Versicherungen und Investor*innen. Zu unserem Kund*innenkreis gehören aber auch mittelständische Betriebe und Unternehmen im Immobilienbereich.

Wie macht ihr auf SedaiNow aufmerksam?

Unsere PR-Agentur Borgmeier macht, denke ich, einen guten Job, sonst würden wir ja auch nicht sprechen. Darüber hinaus gehen wir aber vor allem ganz gezielt auf Unternehmen und Partner*innen zu. Wir sind in einer Phase, in der wir das Volumen an Kund*innenanfragen noch nicht in Gänze abbilden können.

Was sind eure kommenden unternehmerischen Ziele und damit verbundenen Visionen?

Unsere Vision ist eine Wirtschaft, in der Menschen, die Umwelt und das Profitstreben im Einklang stehen. Das folgt den Triple-Bottom-Line-Prinzipien. Und das erfordert, dass finanzielle und nicht finanzielle Kriterien gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Unser Ziel ist es, das zu ermöglichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ich tue mich immer schwer mit Ratschlägen für andere Gründer*innen. Mir ist ein Ausspruch im Kopf geblieben, von dem ich nicht genau weiß, wer sein(e) Urheber*in ist, aber sinngemäß hat mir mal jemand gesagt: „Hör dir jeden Rat an, lächle höflich, denk in Ruhe darüber nach und dann mach das, was du für richtig hältst.“

Hier geht’s zu SedaiNow

Das Interview führte Hans Luthardt

Start in die Selbständigkeit ab 01.08.22 einfacher

Der Start in die Selbständigkeit wird ab 1. August 2022 einfacher: Gründer*innen können eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Unternehmergesellschaft (UG) unter bestimmten Umständen auch online errichten.

Die GmbH oder ihre „kleine Schwester“, die UG (haftungsbeschränkt), sind hierzulande nach wie vor die beliebtesten Rechtsformen, wenn es um die Gründung einer Kapitalgesellschaft geht. Viele Gründer*innen scheuen aber den bürokratischen Aufwand, den eine GmbH mit sich bringt. Mit der Möglichkeit der Online-Gründung verfolgt der Gesetzgeber nun das Ziel, für eine Erleichterung zu sorgen.

Die Online-Gründung ist dann möglich, wenn das erforderliche Stammkapital der Gesellschaft bar auf ein deutsches Bankkonto eingezahlt wird. Anders als bei der „klassischen“ Gründung mit einem Termin vor Ort reicht dann eine Online-Beurkundung über ein Videokonferenzsystem mit dem Notar / der Notarin aus. Gleichwohl müssen alle anderen Formalitäten (Handelsregister, Bankkonto, Steuernummer) abgewickelt werden, was mehrere Wochen dauern kann.

Express-Gründung innerhalb von wenigen Tagen möglich

Nutzen jedoch die Existenzgründer*innen stattdessen die Möglichkeit der Übernahme einer bereits bestehenden GmbH oder UG, sind sämtliche Formalia schon innerhalb weniger Tage erledigt: Ideal für alle Gründer*innen, die schnell starten wollen. „Der Kauf einer Vorratsgesellschaft, ist der schnellste und einfachste Weg in die Selbständigkeit mit einer GmbH oder UG“, so Michaela Sieker, Geschäftsführerin der SiBa Wirtschaftskanzlei in Berlin.

Vorratsgesellschaften wurden bereits in der Vergangenheit gegründet, haben garantiert keine Geschäftstätigkeit ausgeübt und das Stammkapital steht im vollen Umfang zur Verfügung. Spezialisierte Rechtsanwaltskanzleien oder Unternehmensberatungen wie die SiBa Wirtschaftskanzlei halten solche Vorratsgesellschaften, die von Gründer*innen übernommen werden können. Da die Gesellschaft bereits gegründet wurde, entfällt damit ein erheblicher Teil des bürokratischen Aufwands, beispielsweise der Vorlauf für die Eröffnung des Bankkontos, Einzahlung des Stammkapitals, Anmeldung und Eintragung im Handelsregister und die Beantragung der Steuernummer. Individuelle Anpassungen, beispielsweise beim Namen oder dem Geschäftszweck können von den neuen Gesellschafter*innenn trotzdem flexibel vorgenommen werden.

Klassische GmbH-Gründung, Online-Gründung und Übernahme einer Vorratsgesellschaft im Vergleich

Klassische GmbH-Gründung

  • Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar/zur Notarin senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar*in
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Online-Gründung einer GmbH

  • Online-Notartermin zur Gründung und Geschäftsführerbestellung
  • Banktermin Kontoeröffnung und Stammkapital einzahlen
  • Kontoauszug besorgen und zum Notar senden
  • Anmeldung zum Handelsregister durch Notar
  • Handelsregistereintragung abwarten
  • Beantragung der Steuernummer
  • Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel mehrere Wochen bis Monate

Übernahme einer Vorratsgesellschaft*

  • Notartermin zur Übernahme und Geschäftsführerbestellung
  • Änderung im Handelsregister
  • Übernahme des Kontozugangs
  • Online-Gewerbeanmeldung

Zeitaufwand: In der Regel wenige Tage

 * Sämtliche Angaben beziehen sich auf den Service der SiBa Wirtschaftskanzlei. Die Vorgehensweise anderer Kanzleien kann davon abweichen.

GameChanger des Monats: green spin - tagesaktuelle Ernteprognosen

Der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Ausfall der Pflanzenöl- und Getreidelieferungen machen die Abhängigkeiten von global funktionierenden Lieferketten einmal mehr deutlich. Das Würzburger Start-up green spin hat eine bereits mehrfach ausgezeichnete KI-basierte Anwendung entwickelt, mit der tagesaktuelle Ernteprognosen für Anbaugebiete weltweit möglich sind. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Gründer und CEO Gunther Schorcht.

Wir haben die green spin GmbH als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr das Ziel verfolgt, Zusammenhänge und Grundlagen globaler Lieferketten abzubilden, um dadurch mehr Transparenz und Planungssicherheit im Landwirtschaftssektor zu ermöglichen. Wie bist du auf die Idee zu green spin gekommen?

Das war im Grunde genommen schon 2012. Wir haben damals an der Uni in Würzburg gearbeitet, am Lehrstuhl für Fernerkundung, und haben unter anderem Satellitendaten zum Thema Landwirtschaft ausgewertet. Das Großartige an diesen Daten ist ja, dass sie global zur Verfügung stehen und immer wieder mit gleicher Qualität Informationen bereitstellen. Da kam die Idee auf, aus dem kleinen Uni-Projekt eine globale Plattform zu bauen und die gewonnenen Einblicke zum Beispiel Getreidehändlern anzubieten.

Dazu kam die steigende Volatilität an den Getreidemärkten – gerade auch 2012 –, das bedeutet, dass der Preis für eine Tonne Weizen sich viel mehr als früher bewegt und Getreidehändler sich vermehrt um Informationen zum aktuellen Stand der Wachstumsbedingungen bemühten.

So entstanden die ersten Prototypen. Das Projekt musste dann aber den Bedürfnissen einer jungen Firma weichen: wir haben uns die nächsten Jahre durch konkrete Aufträge im Bereich Precision Farming (auf Deutsch Präzisionslandwirtschaft) einen Namen erarbeitet, bevor wir ab 2019 wieder an CROPTIFY, unserer globalen Informationsplattform, arbeiten konnten.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines GameChangers an?
Die Arbeit an Bildern, die im Weltraum aufgenommen werden und die Erdoberfläche jeden Tag abbilden, ist unglaublich spannend. Man kann im Prinzip jeden Tag woanders unterwegs sein und lernt sehr viel über Ursachen und Zusammenhänge im globalen Handel von Landwirtschaftsgütern. Diesen Enthusiasmus und die Möglichkeiten, die sich aus der Auswertung der Bilder ergeben, wollen wir mit unseren Plattformen den Menschen vermitteln. Gleichzeitig wollen wir auch deutlich machen, was es für die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln bei uns bedeutet, wenn z.B. in den Great Plains der USA eine langanhaltende Trockenperiode herrscht.


Was ist das Besondere an green spin? Inwieweit unterscheidet sich euer Portal bzw. die Software-Lösung CROPTIFY von anderen auf dem Markt befindlichen Lösungen?
Wir setzen bei unserem Produkt auf größtmögliche Transparenz. Wir erstellen z.B. mehrmals pro Woche automatisierte und damit objektive Vorhersagen für die kommende Ernte und stellen diese immer im Vergleich zu weiteren verfügbaren Schätzungen dar. Gleichzeitig kann sich jede*r ein Bild davon machen, warum aktuelle Schätzungen hoch oder runter gehen, indem sich die zugrundeliegenden Daten selbst angeschaut werden können. Diese Daten werden täglich aktualisiert, dadurch kann jede*r aktuelle Nachrichten zu potenziellen Risikofaktoren in allen Teilen der Welt verifizieren und sich ein genaues Bild zu den möglichen Auswirkungen machen. Diese Kombination von objektiven Daten und Schätzungen macht unser Produkt besonders. Dazu liefern wir die Daten in einer Form, die jede*r verstehen und lesen kann: als Karten, Tabellen oder Diagramme.

KI-Start-up Conversion Maker erhält weitere 4 Mio. Euro

Mit dem zusätzlichen Funding möchte das Offenburger Start-up die einfach bedienbare Software zur Conversion-Rate-Optimierung weiterentwickeln und die Teamgröße verdoppeln.

Conversion Maker, der 2020 im badischen Offenburg von Seriengründer Michael Witzenleiter gegründete Spezialist für Conversion-Rate-Optimierung, hat ein Investment von vier Millionen Euro von der Christian Funk Holding erhalten. Erst im Februar hatte das Start-up die KI-basierte Software Conversion Maker AI zum einfachen Erstellen und Optimieren von Marketing-Texten gelauncht.

In der KW 14 war Michael Witzenleiter unser "Gründer der Woche" - hier gibt's das Interview mit ihm zum Nachlesen.

Mit dem neuen Kapital möchte das Unternehmen die Textoptimierung weiterentwickeln und die Plattform in neue Bereiche ausbauen. Dazu möchte das Start-up innerhalb der nächsten zwölf Monate die Anzahl der Mitarbeitenden von aktuell 20 auf 40 verdoppeln und einen neuen Firmensitz beziehen.

Conversion-Rate-Optimierung zugänglicher machen

Conversion Maker hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Prozess der Conversion-Rate-Optimierung mithilfe von Technologie zugänglicher zu machen. Dafür setzt das Unternehmen auf zunehmend automatisierte Tools, die auch von Anwender*innen ohne Vorkenntnisse verwendet werden können. Das erste eigene Produkt – die Software Conversion Maker AI – erstellt mithilfe von künstlicher Intelligenz aus wenigen Stichworten einen Produkttext, eine E-Mail oder ein Social-Media-Beitrag. Diese sind auf verschiedene Faktoren wie Lesbarkeit und Emotionalität optimiert, um so mehr Interessent*innen zu Käufer*innen zu machen.

Textoptimierung nur der erste Schritt

„Die Textoptimierung war für uns nur der erste Schritt. Als nächstes planen wir ein Modul, das mithilfe von KI die Bildauswahl auf Webseiten verbessert, um so die Conversion Rate zu optimieren. Dafür führen wir bereits erste Studien durch“, sagt Founder Michael Witzenleiter. „Auch bei der Datenanalyse sehen wir noch Potenzial – hier wollen wir eine Lösung entwickeln, die Schwachstellen in Online-Shops automatisch identifiziert.“

Neben eigenen Produkten setzt Conversion Maker auch auf bestehende Software, um die Conversion-Rate-Optimierung als ganzheitliche Unternehmensstrategie zu verankern. Zu den Lösungen, die nach dem Best-of-Breed-Ansatz ausgewählt wurden, zählen u.a. die A/B-Testing-Plattform Kameleoon, das Produktanalyse-Tool Mixpanel und das Marketing-Datenanalyse-Tool TrackAd.

Global EnergyTech Awards 2022

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gibt Publicis Sapient den Start der zweiten Global EnergyTech Awards bekannt. Die Frist zur Einreichung läuft bis zum 30. September 2022. 

Mit den Awards werden einzigartige transformative Technologielösungen in der Energiebranche ausgezeichnet. Start-ups und Innovator*innen aus der ganzen Welt, die ihre Leidenschaft für die digitale Transformation der Energieindustrie teilen und einen positiven Beitrag zur Zukunft unserer Gesellschaft, Wirtschaft und unseres Planeten leisten, sind aufgerufen, sich zu bewerben. Die Finalist*innen werden von einer hochkarätigen internationalen Jury bewertet. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung unter anderem an Solytic, ein Start-up aus Deutschland, und die Virtual Global Trading AG aus der Schweiz.

 Alle Details zu den Global EnergyTech Awards 2022 finden sich unter: www.globalenergytechawards.com

 „Wir freuen uns, die Global EnergyTech Awards zum zweiten Mal zu vergeben. Es besteht ein zunehmender Bedarf für Energieunternehmen, mit Innovatoren zusammenzuarbeiten, um die Fähigkeiten und Technologien auszubauen, die sie zur Erreichung der globalen Netto-Null-Ziele benötigen“, so Joe Tabita, Energy Lead für die EMEA- und APAC-Region bei Publicis Sapient. „Beim Übergang zu einer kohlenstofffreien Zukunft kann die Digitalisierung ein zentraler Treiber der Transformation der Energieerzeugung, Speicherung, des Handels und der Versorgung sein.“

Award-Kategorien und Kriterien

Die Global EnergyTech Awards wurden in diesem Jahr um drei neue Kategorien erweitert, um aktuelle Trends und Herausforderungen der Branche widerzuspiegeln. Es werden Preisträger in folgenden sieben Kategorien ausgezeichnet:

  • [NEU] Best Smart City Solution: Bürgernahe Lösungen, die eine bessere Vernetzung, eine bessere Ressourcennutzung und weniger Emissionen ermöglichen
  • [NEU] Best Digital Marketing Solution: Funktionen, Inhalte oder Erlebnisse, die Energiekunden begeistern und einbinden
  • [NEU] Best Network, Transport or Distribution Solution: Lösungen zur Schaffung nachhaltiger Vorteile für Energiekunden, Besitzer von Elektrofahrzeugen, Netze und damit verbundene Systeme
  • Best CleanTech: Einsatz digitaler Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs, zur verstärkten Nutzung sauberer Energie oder zur Verbesserung der Energieeffizienz
  • Best Solution Energy Trading: Technologien für Versorgung, Handel, Betrieb und Risikomanagement, um den Energiefluss weltweit in Schwung zu halten
  • Best Use of Data & Insights: Innovative Ansätze bei der Nutzung von strukturierten, unstrukturierten und Streaming-Daten, einschließlich Blockchain- und KI-Lösungen
  • Stand-out Performer: Unter allen Einreichungen wird eine Innovation ausgewählt, die besonders überzeugt und eine Spezialauszeichnung verdient

 Die Gewinner*innen der diesjährigen Global EnergyTech Awards werden im November 2022 bekannt gegeben. Ihnen winken ein Platz in der Startup Corner auf der VivaTech 2023, Europas größtem Start-up- und Tech-Event, sowie redaktionelle Berichterstattung. Zudem erwartet sie jeweils eine persönliche Mentoring-Session mit einem der Jurymitglieder sowie ein Workshop zum Thema der Skalierung und Beschleunigung von Produkten oder Lösungen.

Gründer*in der Woche: HOX – Büro out of the box

Stefanie Kormis und Pia Zitzmann, die Gründerinnen der Hamburger HOX Manufaktur GmbH, haben die Homeoffice-Box HOX entwickelt. HOX verbindet Stauraum, Stehpult und Mobilität mit einem rundum coolen Design. Mehr dazu im Interview mit Pia und Stefanie.

Spätestens seit Corona das Homeoffice und Arbeiten an sich regelrecht neu erfunden hat, gibt es zahlreiche pfiffige Lösungen, um mobil und platzsparend zugleich arbeiten zu können. Wann und wie seid ihr auf die Idee zu HOX gekommen?

Pia: Natürlich auch durch Corona, sprich im ersten Lockdown. Wir sind also Teil der Bewegung, die das Homeoffice und Arbeiten an sich neugestalten.

Wie so viele saßen auch wir von heute auf morgen in unseren Wohnungen und haben am Esstisch und auf der Couch gearbeitet. Wir haben wir uns darüber gefreut, dass das Homeoffice endlich eine Revolution erfährt, aber das Chaos am Küchentisch und der schmerzende Rücken, weil ein schicker Freischwinger einfach keinen Bürostuhl ersetzt, blieben.

Folglich haben wir recherchiert, welche Lösungen es am Markt gibt, aber nichts gefunden, was all unsere Bedürfnisse perfekt abdeckt. So ist dann die Idee einer mobilen Box, in der man alles verstauen kann und die auch die Option bietet im Stehen arbeiten zu können, entstanden.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum fertigen Produkt?

Pia: Auf die erste Idee folgte ein Moodboard auf dem wir unsere Vorstellungen zum Design, zum Material, zur Farbe und zur Funktionalität veranschaulicht haben. Dann haben wir uns auf die Suche nach einem/r Produktdesigner*in gemacht und gemeinsam mit ihm in mehreren Iterationen das Design abgestimmt und auch den ersten Prototypen fertigen lassen. Dieser war leider noch nicht sehr fotogen, aber perfekt, um Schwachstellen zu erkennen und um uns auf die Suche nach einem Produzenten zu machen. Aus einem wurden sehr schnell drei Zulieferer und vor allen Dingen ein qualitativ hochwertiges und schönes Produkt. Das haben wir insbesondere unseren Produzenten zu verdanken, mit denen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aufbauen konnten.

Wie habt ihr die Entwicklung und damit die Startphase finanziell gestemmt?

Stefanie: Wir haben bisher alles aus eigenen finanziellen Mitteln gestemmt, d.h. wir sind gebootstrappt. Glücklicherweise haben wir aber viel Unterstützung von unseren Produktionspartnern erhalten. Der Schritt vom ersten Prototyp zum marktreifen Produkt war größer als gedacht, aber wir konnten ihn Dank der unentgeltlichen Entwicklungsleistung der Möbelwerkstatt Stratmann & Degener, unseres Metallers der Runa GmbH und unserem Zulieferer für die Fizfächer Voigt GmbH umsetzen.

Zudem haben wir eine Förderung der Hamburger Kreativgesellschaft erhalten, mit der wir das Foto- und Videomaterial für unsere Crowdfunding Kampagne erstellen konnten.

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an HOX und inwiefern hebt sich eure Lösung von anderen mobilen Arbeitsplätzen ab?

Stefanie: Unser Möbel ist einzigartig in der Kombination Stauraum, Stehpult und Mobilität. HOX ist ein elegantes und gleichermaßen praktisches Möbel, in dem in wenigen Sekunden ein ganz Büro verschwinden kann, um z.B. den Feierabend einzuläuten oder auf den Balkon umzuziehen. Zudem kann mit nur einem Handgriff der HOX-Deckel in die Höhe gezogen werden, so dass man ein perfektes Stehpult inkl. Mauspad hat. Dieser ergonomische Aspekt war uns besonders wichtig bei der Entwicklung. Im Unterschied zu anderen mobilen Lösungen muss man die HOX am Ende eines Arbeitstags nicht irgendwo verstauen, sondern sie integriert sich nahtlos schön in jedes Wohn- oder Esszimmer ein. Kleinen Kindern kann sie auch als Hocker oder Tischchen dienen.

Quantencomputing-Start-up planqc sichert sich 4,6 Mio.

Das Quantencomputing-Start-up planqc aus Garching bei München gab heute eine Finanzierungsrunde von 4,6 Mio. Euro bekannt.

Planqc – im April 2022 von Alexander Glätzle, Sebastian Blatt, Johannes Zeiher, Lukas Reichsöllner zusammen mit Ann-Kristin Achleitner und Markus Wagner in Garching bei München als erste Ausgründung des Munich Quantum Valleys, einem der führenden Zentren für Quantentechnologie in Europa, gegründet – baut Quantencomputer und speichert Quanteninformation in einzelnen Atomen – von Natur aus die besten Qubits. Die Quanteninformation wird verarbeitet, indem diese Qubits in hochskalierbaren Registern angeordnet und anschließend durch präzise kontrollierte Laserpulse manipuliert werden. Planqc zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von Quantentechnologien aus, die den schnellsten Weg zu Quantenprozessoren mit tausenden von Qubits eröffnet, und schafft damit die notwendige Voraussetzung für einen industrierelevanten Quantenvorteil.

Weltklasse-Team am Start

Das Gründungsteam von Planqc vereint jahrzehntelange internationale Forschung zu Neutralatom-Quantentechnologien an weltweit führenden Institutionen wie der Harvard University, der Oxford University, der University of California Berkeley, der University of Colorado, der Universität Innsbruck, dem CQT Singapore und dem MPQ.

Komplettiert wird das Gründerteam durch die Multiaufsichtsrätin und Finanzexpertin Ann-Kristin Achleitner sowie Serial Entrepreneur Markus Wagner, Gründer von i5invest. Unterstützt wird planqc weiterhin von den wissenschaftlichen Beratern Immanuel Bloch und J. Ignacio Cirac. Beide sind Direktoren am MPQ und bekannt für ihre wegweisenden Arbeiten zur Quantensimulation und Quanteninformation.

Zusätzlich konnte Quantenalgorithmus-Experte Dieter Jaksch, Professor für Physik an der Universität Oxford und der Universität Hamburg, als Berater gewonnen werden. „Dieses Weltklasse-Team vereint das technische und kommerzielle Know-how, um die leistungsstärksten Quantencomputer der Welt zu bauen“, sagt Amanda Birkenholz, Investment Manager bei UVC Partners.

Mit der heute bekannt gegebenen Finanzierungsrunde von 4,6 Millionen Euro unter der Führung von UVC Partners und Speedinvest wird planqc hochskalierbare Raumtemperatur-Quantencomputer entwickeln, basierend auf Atomen in optischen Gittern.

STARTUP TEENS zeichnet unternehmerische Talente in Deutschland aus

And the STARTUP TEENS-Award goes to … Die Non-Profit Initiative STARTUP TEENS hat am Abend des 24. Juni in sieben Kategorien herausragende unternehmerische Ideen von 14- bis 19-jährigen Schüler*innen mit dem STARTUP TEENS-Award ausgezeichnet.

Die seit 2016 jährlich stattfindende STARTUP TEENS-Award ist der mit 7 x 10.000 Euro höchstdotierte Businessplanwettbewerb für Schüler*innen in Deutschland. In diesem Jahr haben 870 Projekte von rund 4.300 Schüler*innen teilgenommen. Bereits im Online Voting zeigten über 47.600 Votes für die 35 Videos die große Begeisterung für den Wettbewerb.

Top-Themen: Nachhaltigkeit und soziales Miteinander

Die vielen spannenden Projekte der Finalist*innen zeigen besonders das große Interesse an gesellschaftlichen Themen wie Nachhaltigkeit und sozialem Miteinander. „Das Finale der Businessplan-Challenge ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein Blick nach vorne - die Projekte der Teilnehmenden beschäftigen sich mit Innovation, Chancengleichheit, Umweltschutz und vielem mehr. Unser Land ist gut aufgestellt, wenn junge Menschen mit Mut und Leidenschaft ihre eigenen Ideen verwirklichen können. Wir sind stolz, ein Teil dieser Entwicklung zu sein“, sagt Vorständin Classifieds Media bei Axel Springer SE, Dr. Stephanie Caspar.

„Unternehmerische Bildung hat an Schulen in Deutschland weiter einen zu geringen Stellenwert”, sagt der Mitgründer und Geschäftsführer von STARTUP TEENS, Hauke Schwiezer. „Deshalb haben wir STARTUP TEENS gegründet. Wir füllen diese Lücke seit Jahren mit unseren Angeboten im Bereich Entrepreneurship Education, Coding und Zukunfts-Skills. Diese Fähigkeiten brauchen nicht nur junge Gründer oder Unternehmensnachfolger sonder besonders auch unternehmerisch denkende Angestellte.”

Die Sieger*innen des Jahres 2022

In der Kategorie Sustainability & Diversity konnte sich Unique Nature (Aichwald / Baden-Württemberg) mit einer Folie für die Landwirtschaft durchsetzen, die Plastik vermeidet, sich biologisch abbaut und die Agrarwirtschaft nachhaltiger macht.

Smokesafe (Northeim / Niedersachsen) gewann mit einem innovativen Filter für Raucher, der Passivrauchen zu 85 Prozent verhindert die Kategorie Consumer Products.

LunarLoop von LunarRise (Geisenheim / Hessen) ist ein Schlafphasenwecker, der den Nutzer morgens sanft per Vibration zum optimalen Zeitpunkt aus einer Leichtschlafphase holt, überzeugte die Jury in der Kategorie Sciences & Health.

SafeSpace (Münster / NRW) setzte sich in der Kategorie Services & Platforms durch. Mit dieser App können Frauen abends mit einem sicheren Gefühl unterwegs sein und sich vernetzen.

Der Gewinner der Kategorie Social Networks & Gaming ist Improvable (Nürnberg / Bayern) mit einer App, welche die Bereiche Organisation und Selbstverbesserung miteinander kombiniert und diese in ein spielerisches Konzept einbettet.

Mit der Idee einer kostenlosen Lernplattform, die die englische Sprachfähigkeit der Benutzer durch aktives Sprechen verbessern soll war DiscussTme (Traustadt / Bayern) in der Kategorie Education nicht zu schlagen.

Das Preisgeld in der Kategorie Industry Products ging an FastAIMovies (Traunstein / Bayern), die das Problem teurer und zeitaufwendiger Videoproduktion durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz löst.

RoleModel-Awards 2022

Ein weiteres Highlight des Tages war die Vergabe der RoleModel-Awards powered by STARTUP TEENS. Der Award wurde an sechs herausragende unternehmerische Vorbilder für die Generation Z verliehen.

In der Kategorie Gründerin waren Zarah Bruhn (socialbee, München), Lena Jüngst (air-up, München) und Anna Alex (Planetly, Berlin) nominiert. Gewonnen hat die Co-Founderin und CEO Zarah Bruhn.

Die Kategorie Gründer entschied Founder & CEO Philipp Pausder von thermondo, Berlin, für sich. Er setzte sich gegen Philipp Westermeyer (OMR, Hamburg) und Lawrence Leuschner (TIER, Berlin) durch.

Dina Reit (SK LASER, Wiesbaden) konnte die Kategorie Familienunternehmerin für sich entscheiden. Marlene Taschen (Taschen Verlag, Köln) und Nadine Sprügel (JAKO AG, Mufingen) belegten die Plätze 2 und 3.

In der Kategorie Familienunternehmer wurde Nils Glagau (Orthomol, Langenfeld) ausgezeichnet. Ebenfalls nominiert waren Sven Lindig vom Familienunternehmen Lindig Fördertechnik (Eisenach) und Tobias Heitmann vom Heitmann & Zimmermann, Dortmund.

Die Kategorie Managerin gewann Laura Bornmann (REWE, Dortmund). Sie setzte sich gegen Tina Müller (Douglas, Düsseldorf) und Natalya Nepomnyashcha (EY, Berlin) durch.

Toan Nguyen (Jung von Matt, Hamburg) wurde RoleModel der Kategorie Manager. Ebenfalls nominiert waren Tim Höttges (Telekom AG, Bonn) und Oliver Blume (Porsche AG, Stuttgart).