Gründergeschichte schlägt Produkt

Autor: David Rölleke
44 likes

Daher solltest du deine Gründergeschichte den Medien anbieten.

Kennst du das?

Du hast voller Elan dein Unternehmen gegründet? Du bist unglaublich stolz auf dein sagenhaftes Produkt und möchtest es am Liebsten in die Welt hinausposaunen? „Hallo ihr Trendsetter, Abenteurer und Lieblingskunden! Es gibt ein brandneues Produkt, dass ihr unbedingt braucht!“

Natürlich stehst du nicht mit deiner Posaune zu Hause, sondern stürzt dich voller Elan auf sämtliche Medien, die es da so gibt. „Public Relation“, kurz PR, ist das Stichwort, denn du willst ja schließlich eine gewisse Reichweite aufbauen. Wahr oder wahr? Mit dem brennenden Wunsch einer aufmerksamen, aber auf jeden Fall professionellen Berichterstattung über dein Produkt setzt du dich vor den Laptop. Du öffnest dein Lieblingstextverarbeitungsprogramm und … STOP!

Denn genau jetzt bist du dabei, einen großen Fehler zu begehen. Einen Fehler, den laut neuester Erkenntnisse 80 Prozent der Gründer und Jungunternehmen unwissentlich begehen.

Ein großer Fehler in den Medien, der richtig weh tut. Denn du verbrennst viel Geld und kostbare Zeit ohne Reichweite aufzubauen.

Doch erstmal ein kurzer Wissenscheck: Wusstest du, dass Beiträge und Artikel über dein Produkt letztlich Produktwerbung sind? Und wusstest du, dass Produktwerbung in die bezahle Anzeigen gehören?

Das ist tatsächlich Fakt! Genau so wie die Tatsache, dass Menschen nicht wirklich scharf auf Produktwerbung sind. Denn

  1. Produktwerbungen sind meistens perfekt aufgehübscht und strahlen im Hochglanzformat um die Ecke. Laaaaaaangweilig.
  2. Produktwerbungen sind auch finanziell recht kostenintensiv, da Kosten für Redaktion, Druck und viele mehr bezahlt werden.
  3. in 95 Prozent der Fälle steckt kein nennenswerter Mehrwert in der Produktwerbung. Auf den Punkt gebracht heißt die Botschaft von Produktwerbungen meistens „Geiles Produkt! Kauf es!“

Menschen lieben Geschichten aus dem Leben!

Was uns Menschen, also auch deine Interessenten, wirklich in den Bann zieht sind Geschichten. Ganz egal ob jung oder alt, Märchen oder Gründergeschichten. Unser Gehirn lechzt nach Geschichten und bleibt förmlich an den Lippen des Erzählers hängen. Das zeigen übrigens weltweite anerkannt Studien.

Wäre es da nicht sinnvoll, eine spannende Gründergeschichte zu erzählen? Denn dann stichst du garantiert aus der Masse heraus und bekommst die Aufmerksamkeit, die du dir wünschst.

Doch eine Geschichte ist nicht automatisch eine gute Geschichte. Dafür gibt es ein paar Regeln zu beachten.

Vier wertvolle Tipps für deine erfolgreiche Gründergeschichte

  1. Erzähle deine Gründergeschichte mit allen Höhen und Tiefen, denn das macht dich menschlich und damit absolut spannend.
  2. Erzähl von deiner Geschäftsidee.
  3. Nimm deine Interessenten mit zu deinen größten Herausforderungen und beschreibe, wie du sie überwunden hast.
  4. Erzähle von den bisherigen Erfahrungen mit deinem Produkt.

Auf diese Weise schaffst du es spielendleicht, deine Interessenten zu begeistern. Denn sie lernen dich mit deiner Persönlichkeit und deinem Unternehmen kennen. Sie können sich mit dir identifizieren, da sie ähnliche Herausforderungen erlebt haben oder solche gerade durchmachen. Das bedeutet, sie können von dir lernen, wie sie mit ihren Problemen umgehen können. Das schafft zum einen Vertrauen und zum anderen einen unglaublichen Mehrwert. Mehrwert, der auch noch absolut authentisch ist.

Apropos „authentisch sein“

Wusstest du, dass Authentizität der absolute Erfolgstreibstoff für dein Unternehmen ist? Denn du bist einzigartig und kein weiteres Unternehmen wird auf genau dieselbe Art ein Unternehmen führen, seine Produkte entwickeln und sie vermarkten. Wenn du authentisch bist und deine persönliche Gründergeschichte erzählst, präsentierst du der Welt deine unternehmerische DNA, dein unkopierbares und einzigartiges Alleinstellungsmerkmal. Also zeig dich, denn by the way: Menschen liebes es, bei Menschen einzukaufen!

Ganz ehrlich: Jedes Start-up hat viel zu erzählen!

Du sitzt also immer noch vor deinem Laptop und hast dein Lieblingstextverarbeitungsprogramm offen. Du hast dir bereits Gedanken zu den vergangenen Monaten gemacht, sie in Notizen gefasst und sie gerade eben in einem Zug runtergeschrieben. Du bist echt überrascht, wie einfach es ging und natürlich bist du super stolz auf dich, was du auch wirklich sein darfst. Denn du gehörst zu den 10 Prozent an Start-ups, die ihre Geschichte formuliert haben!

Der nächste Schritt ist also die Veröffentlichung deiner Story. Denn von selbst wird keine Redaktion auf dich zukommen. Klar oder klar? Dazu hast du dir bereits in den vergangenen Tagen einige geeignete Redakteure herausgesucht, die du mit deiner Geschichte begeistern willst. Freunde haben dir erzählt, dass es allerdings nicht so einfach ist, einen Journalisten zu finden, der gerade Zeit hat, deine Story zu veröffentlichen. Denn die Postfächer von Journalisten sind proppenvoll und insbesondere vor der Weihnachtszeit kurz vorm Platzen.

Doch du als cleverer Unternehmer weißt, dass die richtige Uhrzeit und eine schicke Betreffzeile, deine Chancen um ein Vielfaches erhöhen.

Die richtige Uhrzeit und eine schicke Betreffzeile können Türen und Herzen öffnen

Doch, wie immer im Leben, gibt es auch hier ein paar Do’s und Dont’s :

  • Vorbereitung ist die halbe Miete: Befasse dich vorab mit dem Medium, in dem deine Story veröffentlich werden soll. Zum Beispiel: Welche Zielgruppe liest das Medium? Welcher Schreibstil ist hier gefragt?
  • Persönlichkeit zählt: Schreibe persönlich die einzelnen Journalisten an. Nichts wäre peinlicher, als eine falsche oder gar standardisierte Anrede im Sinne von „sehr geehrte Damen und Herren“. Das ist ein absolutes No Go!
  • Der perfekte Zeitpunkt: Ja, es gibt ihn wirklich! Bei Journalisten empfehle ich dir 09.30 Uhr am Morgen. Denn dann hat dein Journalist noch viel Zeit, um den Tag zu planen, und dein Thema kann im Idealfall bereits in der Redaktionssitzung besprochen werden.
  • Die Betreffzeile – der erste Eindruck zählt: Die Betreffzeile sollte authentisch sein und Aufmerksamkeit beim Journalisten und Leser wecken. Deshalb empfehle ich dir Begriffe wie zum Beispiel „der Erste“, „der Größte“, „der Teuerste“ oder „der Günstigste“ zu verwenden. Wichtig ist, die Spannung direkt von Beginn beim Gegenüber aufzubauen! Dafür kannst du auch Titel wie „damals waren wir 3 richtige Feinde, heute haben wir ein Start-up gegründet“ oder „kurz vor der Pleite kam der Durchbruch“ verwenden.

Also spitz den Bleistift, zapf deine Kreativader an und bring deine Gehirnzellen zum Glühen! Denn mit deiner Gründergeschichte schlägst du nicht nur dein Produkt, sondern auch deine Mitbewerber.

Der Autor
David Rölleke arbeitete jahrelang für hochrangige TV- und Printformate, bevor er sich dann in der Medienbranche selbständig gemacht hat. Heute gilt er als einer der bekanntesten PR-Manager Deutschlands.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: