Fabiola Munguia: Ethical Hacking

Autor: Theresa Sophie Breitsching
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Über 100.000 Cyberkriminalitätsdelikte wurden 2020 allein in Deutschland registriert – Tendenz steigend. Fabiola Munguia und Grigory Emelianov wollen mit Secfix den All-in-One-Shop für Cybersecurity bauen und damit Unternehmen bestmöglich IT-sicher machen.

Betreff: „Glückwunsch! Sie haben eine Million Euro in unserer Lottoziehung gewonnen! Jetzt Link klicken und Gewinn erhalten.“ Die Freude über den vermeintlichen Lotto­gewinn währt meist nur kurz: Denn diese und ähnliche Fake-Nachrichten („Link klicken und Paketsendung verfolgen“), per E-Mail oder SMS verschickt, gehören inzwischen zum Alltag der Cyberpirat­*­innen und deren Kreativität kennt kaum Grenzen.

Häufig genügt dann schon der Klick auf einen in der Nachricht integrierten Link, mit dem der Download eines Schadprogramms (Maleware) oder Virus beginnt, das sich – ebenfalls oft unbemerkt – zum Daten-Blutsauger entwickeln kann. Passwörter, Social-Media-Profile, E-Mail-Accounts und Bankzugangsdaten sind dann plötzlich weg oder nicht mehr erreichbar. Sofern man seine Dateien, Fotos und Videos in einer un­genügend geschützten Cloud gespeichert hat, könnten auch diese fortan unerreichbar bleiben, der Computer an sich nicht mehr reagieren und Freund*innen bzw. Arbeitskolleg*innen seltsame Links vom eigenen Messenger-Konto geschickt bekommen, die man selbst gar nicht versendet hat.

Bei solchen Cyberattacken ist jedoch nicht nur das eigene private Netzwerk in akuter Gefahr, sondern auch Firmenwebsites oder sensible Daten von Kund*innen, sofern die attackierte Person entsprechende Zugänge hat. Meist geschieht diese Art von Piraterie im Verborgenen und ermöglicht es den Betrüger*innen, sich monatelang Zugang und Zugriff zu verschaffen, quasi als U-Boot im eigenen digitalen Leben oder digitale(r) Spion*in im Unternehmen.

Das kriminelle Ziel: Daten, Daten, Daten

„Mitarbeiter*innen können große Schwachstellen im Unternehmen sein“, weiß auch Fabiola Munguia, die das Cybersecurity-Unternehmen Secfix im April 2021 gegründet hat. Dabei benötigt es in diesem Fall nur das richtige Onboarding, damit der Mitarbeitende von Anfang an lernt, wie wichtig es ist, ein sicheres Passwort zu wählen oder das neueste Update zu installieren. Grundsätzlich sind Sicherheits­lücken leicht vermeidbar, sofern man denn weiß, wo sie zu finden sind.

Allerdings ist auch klar: Mit der zunehmenden Digitalisierung haben sich auch die Kriminellen weiterentwickelt; Unternehmen werden immer öfter Zielscheibe von Cyberangriffen. Eine aktuelle Studie des Bundeskriminalamts verzeichnet einen markanten Anstieg der Cyberkriminalität: 2020 wurden allein in Deutschland über 100.000 solcher Delikte registriert. Gründe sind die bereits erwähnte fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich vorangetrieben wurde, die zunehmende Professionalisierung der Cyberkriminellen und sog. Cybercrime-as­a-Services, die als kriminelle Offerten schon bei 1000 US-Dollar im Darknet starten. Das vorrangige Ziel aller Aktivitäten: Daten, Daten, Daten.

Das Mindset in die Wiege gelegt

Fabiola ist für ihr Wirtschaftsstudium nach Deutschland, genauer gesagt nach Hannover gekommen. Ihre Familie ist in El Salvador zu Hause, das Gründer*innen-Mindset bekam sie dort früh vorgelebt: „Ich komme aus einer Familie von Gründern“, erzählt die junge Unternehmerin, deren Mutter Restaurants in ganz Lateinamerika betreibt und deren Vater im internationalen Warenhandel tätig ist. „Zunächst wollte ich aber in die Corporate-Welt, um herauszufinden, wie die Prozesse in großen Konzernen funktionieren, welche Probleme es im Konzern gibt und welche Lösungen. Aber ich wollte auf jeden Fall mein eigenes Ding probieren“, so Fabiola, die, wie ihr Mitgründer Grigory Emelianov, zunächst in der Automobilindustrie gearbeitet hat. Grigory und Fabiola lernten sich im Studium kennen. Beiden war klar: Sie wollen zusammen ein Unternehmen gründen. Erste Ideen entwickelten die beiden vor rund zwei Jahren im Rahmen eines Workshops während einer Start-up-Messe. Konkret wurde es im März 2020 während eines Acceleratorprogramms. Ihnen wurde bewusst, dass sie eine Lösung im Cyberbereich entwickeln wollten und begannen, mit ersten Pilotkund*innen zu reden. Zunächst unter dem Namen requestee gestartet, später umbenannt in Secfix, wurde zur weiteren Entwicklung auch eine sechsstellige Summe von Business Angels eingesammelt.

Die Investor*innen – Seriengründer*innen und erfahrene Unternehmer*innen – unterstützen das Secfix-Team seitdem mit Kapital und profundem Know-how. Seit diesem Sommer zählt das Start-up insgesamt elf Mitarbeitende, sieben davon kamen erst kürzlich hinzu – durchaus eine Herausforderung für ein noch sehr junges Unternehmen. In nur neun Monaten wurde die Cybersecurity-Plattform entwickelt – schnell war klar, dass Grigory und Fabiola mit ihrer Idee aufs richtige Pferd gesetzt haben: Die Nachfrage ist groß.

Dies ist ein Auszug aus einem Beitrag aus der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins StartingUp: Mehr liest du in der StartingUp - Heft 04/21 - ab dem 2. Dezember 2021 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

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Tipps für E-Mobility-Newbies

Fünf Starttipps für alle, die ein nachhaltiges E-Mobility-Geschäftsmodell aufbauen wollen.

Wer mit seinem Geschäftsmodell durchstarten möchte, hat es nicht immer leicht. Denn neben der Frage, ob das Produkt überhaupt vom Markt angenommen wird, gibt es auch andere Unsicherheitsfaktoren, die den Start stark beeinflussen. In der E-Mobilitätsbranche ist dieses Problem besonders groß, da viele Bereiche unreguliert sind. Anbieter*innen können sich nur auf wenige Standards verlassen. Diese Tipps sollten E-Mobilitätsanbieter*innen beherzigen, damit ihre Idee auch langfristig ein Erfolg wird.

I. Transparenz gegenüber den Kund*innen

Die Ladeinfrastruktur wächst stetig. Eine aktuelle Studie der KfW zeigt jedoch, dass mehr als jede(r) zweite potenzielle Käufer*in in Deutschland vom Erwerb eines E-Autos absieht, weil das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur fehlt. Vieles läuft in der E-Mobilitätsbranche über Software. Doch die gesamte User Experience kann von der E-Mobilitätsbranche nicht rein technisch gelöst werden. Hier ist die ganze Branche gefragt, bestehende Ängste von Fahrer*innen abzubauen und das Vertrauen in die E-Mobilität zu stärken. Newcomer*innen sollten dabei als positives Beispiel vorangehen, ihre Kund*innen dort an die Hand nehmen, wo es notwendig ist und Unsicherheiten durch offene Kommunikation aus dem Weg räumen.

II. Künftige Skalierbarkeit des Unternehmens

Für aufstrebende Marken ist es immer wichtig, skalierbar zu sein. Nur so können neue Märkte erschlossen und Kund*innen nachhaltig zufrieden gestellt werden. Wir hatten bei Plugsurfing verschiedene MVPs (Minimum Viable Products), die aber im großen Stil nicht skalierbar waren. Erst durch die Migration auf unsere neue Plugsurfing Power Platform waren wir wirklich in der Lage, uns zu vergrößern und mit den schnellen Veränderungen im Markt Schritt zu halten. Wir mussten in der Migrationsphase verschiedene Produktentwicklungen on-hold setzen und verloren so viel Zeit. Newcomer*innen sollten dementsprechend frühzeitig die Weichen stellen, um diese Probleme zu umgehen.

III. Einheitliche Datenstandards

Wie bereits angesprochen, sind technische Implementierungen in unserer Branche wenig reguliert und standardisiert. Im Moment arbeiten viele nur für sich, aber Fahrer*innen erwarten überall standardisierte Lademöglichkeiten. Das ist eine der zentralen technischen Herausforderungen der E-Mobilität. Wir brauchen europaweite Regelungen, um die Standards für unsere Zukunft zu setzen. Neue Anbieter*innen sollten an der Weiterentwicklung solcher Standards aktiv mitwirken, da sie so eine sehr gute Übersicht über den Markt haben und an den richtigen Stellen Anschluss finden.

IV. Flexibilität in der Software

Natürlich hat jede(r) Anbieter*in aktuell eine bestimmte Lösung, auf die er/sie setzt. Es ist daher sehr schwierig, alle miteinander zu verknüpfen, damit zum Beispiel Bezahlvorgänge für Fahrer*innen an diversen Ladesäulen funktionieren. Viele Workarounds sind noch Übergangslösungen, die ersetzt oder zukunftssicher überarbeitet werden müssen. Anbieter*­innen sollten daher unbedingt auf eine flexible Software setzen, die angepasst werden kann.

V. Langfristige Partnerschaften eingehen

Zuletzt ein wichtiger Tipp: Ohne Partner*innen geht es nicht. Und das gilt besonders für die E-Mobilitätsbranche. Natürlich treten Newcomer*innen mit bestehenden Anbieter*innen in Konkurrenz, weil sie zum Beispiel einen blinden Fleck gefunden haben und so Kund*innen abwerben. Anbieter*innen sollten jedoch immer auch Partnerschaften anbieten. Wir legen bspw. den Fokus auf enge Zusammenarbeit und Wissenstransfer, um nachhaltige technische Lösungen entwickeln zu können. So hilft ein großes Netzwerk an Partner*innen dabei, die E-Mobilität zu stärken und langfristig zukunftsfähig zu machen.

Der Autor Tatu Kulla ist CEO des E-Mobilitätsdienstleisters Plugsurfing, der Softwaretools entwickelt, um E-Mobilität für alle zugänglicher zu machen.

Slected.me: Transparenter Arbeitsmarkt durch KI

Mithilfe des KI-gepowerten Karrierebegleiters von Slected.me behalten Jobsuchende und Fachkräfte ihren individuellen Marktwert stets im Blick.

Was lässt sich die Suche nach einem neuen Job bzw. qualifizierten Fachkräften zeitgemäßer, schneller und transparenter gestalten? Was braucht es, damit Unternehmen und Fachkräfte unkompliziert und auf Augenhöhe zueinanderfinden? Die Antwort lautet offene Kommunikation und umfassende Informationen, auch hinsichtlich des Gehaltes. Die Technologie der KI hat das Potenzial, zum Game-Changer des Arbeitsmarktes zu avancieren.

KI-basierte Technologie als Mittel realistischer Bewertung

Dank neuer KI-Technik ist es jetzt für Jobsuchende möglich, auf Basis von Vergleichen mit anderen Talenten ein besseres Verständnis für den Wert ihrer Arbeit zu erhalten. Die KI ermittelt auf Grundlage verschiedener Skills ein Gehalt und beschränkt sich nicht nur auf die sonst herangezogenen Parameter, sondern nutzt Informationen zu besonderen Fähigkeiten, absolvierten Weiterbildungen, speziellem Know-how oder auch Hobbys.

Die Founder der digital-basierten Plattform Slected.me sagen zu den Beweggründen, die zur Entwicklung des Gehalts- und Karriereratgebers führten: „Es kann nicht sein, dass Berufserfahrung der einzige Parameter im Job-Leben ist. Und es kann nicht sein, dass Menschen zehn Jahre lang mit dem gleichen Gehalt arbeiten“.

Vorrangiges Ziel von kreativen Köpfen wie Pirathipan Nanthakumar, Santhosh Kumar und David Forino ist es, Unternehmen und Jobsuchenden eine Interaktion auf Augenhöhe zu ermöglichen. Vor allem aber treibt sie folgende Vision an: „Wir wollen Menschen dabei helfen, Gehalt nicht länger als Tabuthema zu sehen. Unser Team ist davon überzeugt, dass jeder Mensch die gleichen Lebenschancen verdient, unabhängig von sozialem Alter, Geschlecht, Religion und sozialem Hintergrund. Dafür fördern wir die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt und unterstützen Menschen auf ihrem Karriereweg.“

Plattform für Jobsuchende und Unternehmen

Der Arbeitsmarkt kennt zwei Gruppen: Menschen auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz und Unternehmen, die freie Stellen besetzen wollen. Für beide Gruppen ist ein schnelles Job-Matching wichtig.

Jobsuchende können auf Slected.me eine kostenlose Marktwertevaluation erhalten. Sie haben Zugriff auf leicht verständliche Auswertungen, die es ihnen ermöglichen, zeitnah und ohne Aufwand Jobsuchende mit ähnlichen Interessen, Fähigkeiten und Karrieren zu finden. Mithilfe der aufgezeigten Gemeinsamkeiten erkennen sie Optimierungspotenzial und können bei Bedarf ihr eigenes Set an Skills optimieren. Die zur Verfügung gestellten Marktwertinformationen verhelfen ihnen bei Bewerbungsprozessen zu einer besseren Ausgangsposition.

Slected.me konzentriert sich auf die Zielgruppe der Jobsuchenden und bietet darüber hinaus auch Unternehmen die Möglichkeit, nach passenden Fachkräften zu suchen. Letztere erhalten etwa die Möglichkeit, sich ein Unternehmensprofil zu erstellen und die von ihnen gewünschten Anforderungen anzugeben. Die KI vergleicht diese Anforderungen dann mit den gespeicherten Kandidat*innen und präsentiert eine Liste mit geeigneten Personen. Auf diese Weise wird der gesamte Prozess des Recruitings vereinfacht und ein Job-Matching ist schneller möglich. Sind beide Seiten interessiert, wird der Kontakt vermittelt.

Demographische Entwicklung & Fachkräftemangel bringen den Arbeitsmarkt in Bewegung

Seit vielen Jahren hat es die deutsche Wirtschaft versäumt, für ausreichenden Nachwuchs zu sorgen. Es wurde zu wenig für spezielle Tätigkeiten geworben. Nicht selten war die Entlohnung eine Ursache dafür, dass sich nicht genügend Auszubildende fanden. Auch die stark steigende Zahl von Hochschulabsolventen trägt zum Mangel bei.

Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand und hinterlassen zahlenmäßig eine kurz- oder mittelfristig kaum zu schließende Lücke. Insofern sind innovative Konzepte ein probates Mittel, um Jobsuchende und Unternehmen dabei zu unterstützen, sich gegenseitig zu finden.

Möglich macht das die Digitalisierung und die mit ihr einhergehende Automatisierung. Durch beides können personelle Ressourcen gespart werden, die sich dann in kostengünstigen Dienstleistungen widerspiegeln. Auch die KI-Technologie ist hier ein wesentlicher Faktor.

Glücksspiel in Deutschland – etwas für deine Finanzströme?

Das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann durchaus ein lukrativer Weg für Gründer*innen sein – wir geben Tipps und zeigen wichtige To do’s auf.

Geht es um die eigene finanzielle Absicherung, dann spielt für viele wohl die Anlage in Aktien und Fonds eine große Rolle. Das Börsenparkett kann tatsächlich eine lukrative Anlageoption sein, dennoch gehört hier ein langer Atem ebenso zu den Grundvoraussetzungen wie ein über die Jahre gewachsenes Fachwissen und Interesse an der Materie. In diesem Beitrag beleuchten wir eine Alternative, wie du deine Finanzen aufbessern kannst. Es mag auf den ersten Blick ungewohnt klingen, aber das Betreiben eines eigenen Online-Casinos kann tatsächlich ein Weg sein. Neugierig geworden? Dann lies am besten gleich weiter.

Passiv versus aktiv

Es gibt sie nicht umsonst im weltweiten Netz, jene Aggregatorseiten, die eine Übersicht der aktuell beliebten Glücksspiele liefern: beispielsweise zum Thema Roulette Online Casinos www.besteonlinecasinos.co/roulette oder andere mehr. Der Grund ist, dass du hier als Betreiber tatsächlich einen soliden Finanzstrom anbahnen kannst — so du es richtig anpackst. Ausschlaggebend ist hier Passivität als attraktives Merkmal. Nein, das bedeutet nicht, sich auf die faule Haut zu legen, sondern seine Investition klug zu tätigen. Klug ist es nämlich, das Geld dergestalt zu investieren, dass du in der Zeit danach ein Maximum an Passivität an den Tag legen kannst. Denn fortan vermehrt sich Dein Finanzpolster – weitgehend – ohne dein Zutun. Mit einem Online-Casino kann so ein Traum wahr werden.

Was du bei der Gründung in Deutschland beachten musst, wollen wir dir im Folgenden noch umreißen.

Wie gründest du dein eigenes Online-Casino?

Zunächst eine Anmerkung vorweg: Selbst, wenn du ein eigenes Online-Casino gründest, solltest Du nicht 100 Prozent deiner Rücklagen in dieses Projekt investieren. Zu viel kann dabei schiefgehen und das Geld ist dann weg. Betrachte deine Investition viel eher als einen lukrativen Seitenast deines gesamten Finanzbaums. Im Idealfall sprosst dieser Ast aus, grünt und bildet finanzielle Früchte aus. Und das Ganze auch noch weitgehend ohne zusätzliche Arbeit deinerseits. Doch ganz so einfach ist die Gründung eines Casinos im Internet nicht.

Daher kommen nun in aller Kürze wichtige Punkte, die du in Deutschland dafür unbedingt beachten musst. Zunächst musst du dich über die Regelungen hinsichtlich Glücksspiels in dem Bundesland erkundigen, in dem du lebst beziehungsweise in dem das Casino betrieben werden soll. Als Betreiber benötigst du für dein neues Casino zudem eine gültige Lizenz, damit du Glücksspiele anbieten darfst. Diese erteilt eine entsprechende Behörde. Da bei Roulette, Poker und Co. Gelder die Besitzer wechseln, darfst du auch Aspekte hinsichtlich Spielerschutz und Vertrauenswürdigkeit nicht außer Acht lassen.

Das beste Werbekonzept und eine ausgefeilte Internetpräsenz nützen dir nichts, wenn deine potenziellen Kund*innen kein Vertrauen in dich als Anbieter haben. Investiere daher auch in einen guten Plan für das Risikomanagement.

Auch potenziellen Fallstricken in puncto Geldwäsche musst du aktiv vorbeugen. Ebenso bedeutsam ist der Schutz der privaten Daten deiner Kund*innen. Die Server, auf denen empfindliche Informationen wie Bankdaten gespeichert werden, müssen auf dem neuesten technischen Stand arbeiten. Hier bietet es sich wohl an, etablierte Drittanbieter mit Expertise auf diesem Gebiet ins Boot zu holen. Schließlich musst du aufgrund der Rechtslage sicherstellen können, dass nur volljährige Nutzer Zugang zu deinem Online-Portal bekommen.

Zudem solltest du dich auch nach der Gründung immer auf dem Laufenden halten, um auf aktuelle Rechtsprechungen und Regelungen reagieren zu können. Du siehst also: Ganz so passiv ist die Gründung eines Online-Casinos nicht, aber es kann ein Weg hin zu mehr finanzieller Freiheit werden.

LReply: das innovative Test-Ökosystem

Mit seiner unabhängigen Plattform LReply bringt Willy Claude Makend mehr Transparenz in das sensible und zugleich komplexe Thema Produkttests. Sein Konzept: Auf lreply.com werden Konsumgüterhersteller*innen und Verbraucher*innen auf innovative Weise zusammengebracht. Willy Claudes Credo: „Wo andere Funktionalitäten hinzufügen, erfinden wir neue Lösungen.“


Anfang des Jahres 2022 haben wir den LReply-Founder in unserer Online-Rubrik Gründer*in des Jahres vorgestellt. Hier das Interview zum Nachlesen.

Jetzt – kurz vor Ende des Jahres – möchten wir im Gespräch mit Willy Claude Makend erfahren, wie sich sein spannendes Marktforschungs-Business weiterentwickelt und welche Pläne er für das kommende Jahr hat.

Wie eingangs geschrieben, haben wir dich im Januar als Gründer der Woche präsentiert. In dem Interview haben wir uns mit den Anfängen deines Unternehmens und den wichtigsten Steps beim Aufbau deiner unabhängigen Produkttest-Plattform LReply befasst. Die Kernidee von LReplay ist es, in Echtzeit Konsumgüterhersteller*innen und Verbraucher*innen über eine einzige, transparente, unabhängige und konfliktfreie Plattform zu verbinden.

Was hat sich seit Anfang des Jahres alles ereignet? Was sind die größten Erfolge und Fortschritte mit und rund um LReply?

Das Jahr 2022 war darauf ausgerichtet, das Bewusstsein für die Transparenz bei Produkttests und Marktforschung im Allgemeinen zu schärfen.

LReply war auf dem Kongress planning&analysis Insights 2022 vertreten, der sich an Marktforscher richtet und ihnen einen Überblick über Analysen, Techniken und Ergebnisse gibt. Dort stellten wir unsere Lösung in einem Pitch vor.

Darüber hinaus waren wir auf verschiedenen anderen Veranstaltungen vertreten, wie z.B. auf der succeet 2022 (führende Messe für Insights, Data & Analytics).

In diesem Jahr bin ich stolz darauf, die Bereiche erkundet zu haben, in denen wir den Kunden den größten Wert bieten können.

Als Start-up haben wir die Möglichkeiten genutzt, um das, was wir tun, zu fokussieren, unsere Marketingtechniken zu verfeinern und uns in eine Richtung zu bewegen, in der wir unsere Ziele erreichen können. So haben wir einen Weg gefunden haben, eine kundenzentrierte Strategie für unser Unternehmen zu schaffen.

Hat sich das Thema und damit die Relevanz von Marktforschung bzw. Produkttests vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Krise verändert?

Viele Unternehmen, die im Bereich der Konsumgüter tätig sind, sind von den Rohstoffpreisen betroffen. Infolgedessen sind die Preise für viele Rohstoffe, Energie, Zwischenprodukte und  Transportleistungen erheblich gestiegen. Dies hat zu großer Unsicherheit geführt. Viele Projekte wurden aufgrund der veränderten Prioritäten auf spätere Termine verschoben.

Da die Marktforschung auf Innovation und Anpassung ausgerichtet ist, stellen wir immer wieder fest, dass viele Unternehmen immer noch bereit sind, in diese zu investieren, um die Zukunft ihres Produkts zu sichern. Wir sind in diesem Punkt zuversichtlich.

Konrekt gefragt: Inwiefern hat sich die Krise auf deine Unternehmung des Jahres 2022 ausgewirkt? Welche Stoplersteine musstest du ggf. zusätzlich meistern?

Viele Unternehmen zögerten aufgrund dieser Unsicherheiten, sich zu engagieren. Ich musste erfinderischer sein, unsere Einnahmequellen zu bewahren, mit anderen Worten: Ich musste unser Geschäft anpassen, indem ich die Bedeutung der transparenten Prognose in der Marktforschung durch Produkttests betonte.

Wir haben darüber hinaus immer ein Auge auf das, was passiert, und unsere Erfahrung hat uns zusätzlich geholfen, uns schnell anzupassen.

Wie schätzt du vor diesem Hintergrund die Entwicklung im kommenden Jahr ein?

Viele Unternehmen integrieren unsere Testplattform, die es ihnen ermöglicht, Verbrauchern auf direktem Wege besser zu verstehen und Zeit zu sparen.

Auf diese Plattform bin ich besonders stolz, und unser Team arbeitet daran, noch mehr Reibungspunkte zwischen Verbrauchern und Industrie zu beseitigen.

Wir bleiben hartnäckig, mutig und geduldig, denn alles braucht seine Zeit.

Welche unternehmerischen Pläne hast du mit LReply für 2023?

Wir haben festgestellt, dass Marken zu schnellen Entscheidungsträgern für soziale Werte und Aktionen geworden sind, bei denen viel auf dem Spiel steht. Damit Marken der Wahrnehmung der Verbraucher voraus sind, spielt die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Dementsprechen werden wir das Thema Nachhaltigkeit stärker in unsere Plattform integrieren.

Außerdem sind wir aktuell am stärksten in der DACH-Region vertreten. Wir werden sehen, wie wir uns im kommenden Jahr in andere Regionen diversifizieren können.

In unserem Interview von Anfang des Jahres hast du Gründer*innen folgenden Tipp mit auf den Weg gegeben: „Gebt niemals auf, Beharrlichkeit ist viel Wert – etwas, das sich wirklich lohnt, kann viel Zeit in Anspruch nehmen, bis es Früchte trägt.“

Ich denke, dass diese Aussage aktueller denn je ist. Hast du noch weitere Tipps, die du unseren Leser*innen fürs kommende Jahr mit auf den Weg geben möchtest?

Am Anfang war ich zu sehr auf die Technik fokussiert, auf neue Funktionen, die meiner Fantasie entsprangen, aber mit der Zeit habe ich verstanden, dass die besten Gründer darüber hinaus eine direkte Verbindung zu den Nutzern haben müssen, um ihre Probleme zu verstehen. Diese Rolle sollte nicht delegiert werden.

Ich danke dir, Willy, für das interessante Update und wünsche dir und deinen Mitarbeiter*innen alles Gute für die vielschichtigen Herausforderungen des kommenden Jahres.

Hier geht’s zu LReply

Das Interivew führte Hans Luthardt

velio: Premium (E-)Bikes refurbished

Das Kölner Start-up velio wurde 2021 von Chris Lenz und Sebastian Hanhues mit der Vision gegründet, das Konzept der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einzuführen.

Velio wurde im Herbst 2021 von den fahrradbegeisterten Unternehmern Chris Lenz und Sebastian Hanhues gegründet, die reichhaltige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mitbringen. Ihre Vision: die Idee der Kreislaufwirtschaft in die Fahrradindustrie einführen. Das Konzept: Die Kölner bereiten die gebrauchten Fahrräder auf – der Basisbestand setzt sich aus ehem. Leasing- und Leihfahrrädern, Testbikes und Ausstellungsstücken zusammen sowie Rädern, die bei Händlern zurückgegeben oder von Privatpersonen verkauft wurden – und verlängert so ihre Laufzeit. Jedes Bike wird im eigenen Meisterbetrieb geprüft, gewartet und eingestellt.

Den ökologischen Reifenabdruck verkleinern

Nach der ressourcenschonenden Instandsetzung sind die (E-)Bikes dann „wie neu“ im velio-Online-Shop erhältlich. Auf diese Weise wird der Produktlebenszyklus verlängert – und der „ökologische Reifenabdruck“ verkleinert. Der Unterschied zwischen erneuert und neu beträgt bis zu 300 Kilogramm CO2.

Und nicht nur das: Auf dem Fahrrad kann jede(r) einzelne gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel anrollen. Das Ziel von velio: Jene 22 Prozent der Treibhausgase zu reduzieren, die auf den Verkehrssektor und Autofahrten zurückgehen – und einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten.

Global Benefits per Radfahren

Schätzungen zufolge erzeugt Fahrradfahren „global Benefits“ in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro pro Jahr – zumal Effekte, die unter anderem der Umwelt, der Gesundheit der Bevölkerung und dem Verkehrssystem zugutekommen. So liegt der CO2-Ausstoß eines E-Bikes bwpw. zwischen 7 und 7,8 Gramm pro Kilometer, während bei einem Elektroauto der Wert rund 15-mal höher ist. Zudem sorgt ein E-Bike für mehr Flexibilität und mehr Unabhängigkeit im Alltag. Deswegen baut auch velio sein E-Bike-Angebot stetig aus. Oder anders ausgedrückt: Das Start-up verfolgt die Mission, nachhaltige urbane Mobilität für alle zu ermöglichen.

Die Welt der Fahrräder virtuell erschließen

Kund*innen mit refurbished Bikes deutschlandweit innerhalb weniger Werktage kostenlos zu beliefern, ist das eine. Ihnen die Welt der Fahrräder virtuell zu erschließen, das andere. Bei velio beginnt der Service bereits vor dem Kauf – mit nur wenigen Klicks und, wenn gewünscht, vollständig digital und via Smartphone. Zusätzlich wird eine professionelle Kaufberatung via E-Mail oder Telefon angeboten, um auf die individuellen Bedürfnisse eingehen zu können. Optional können alle Bikes gegen Diebstahl, Reparaturen und Verschleiß abgesichert werden.

Nach dem Kauf ermöglicht es der kostenlose Bikemanager durch Features wie dem Bikepass und dem digitalen Scheckheft zur Dokumentation von Reparatur- und Pflegeleistungen, den optimalen Überblick über das Premium-Rad zu erzeugen und den Wiederverkaufswert zu steigern. Denn: Ein velio Bike kann nach der Nutzung je nach Zustand über die Plattform wieder in den Kreislauf zurückgeführt und erneut aufbereitet werden.

Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto

Die Zielgruppe ist nach den ersten Erfahrungen der Gründer breit gefächert. Im Zuge der Mobilitätswende zielt velio insbesondere auf den Urban Commuter ab, aber auch für Menschen aus dem Umland sind die Refurbished Bikes interessant. Auch den derzeitigen Boom der E-Bikes spürt das Team von velio deutlich und es lässt sich feststellen, dass inzwischen auch einige junge Menschen auf die elektrische Version des Fahrrads umsteigen und diese nicht mehr nur als Option für die ältere Gesellschaft gesehen wird. Was alle Kund*innen vereint, ist schlussendlich auch das, was das velio-Team zusammengebracht hat und für einen Wandel auf dem Fahrradmarkt kämpfen lässt: Sie stehen hinter dem revolutionären Konzept, freuen sich, etwas für die Umwelt getan zu haben und sehen das Fahrrad als die progressive Alternative zum Auto.

Hospitality-Trends 2023

Die Digitalisierung geht weiter voran: Diese 5 Trends erwartet die Hospitality-Branche im neuen Jahr.

Während im vergangenen Jahr der Fokus in der Hospitality-Branche auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern.

Neue Verfahren, smarte Tools

Die Digitalisierung schreitet in Deutschland weiter voran – das muss sie auch! Insbesondere junge Generationen setzen auf moderne Arbeitsplätze und werden von veralteten Systemen sowie analogen Strukturen zumeist abgeschreckt. Wer also dem Fachkräftemangel entgegenwirken möchte, muss auf neue Verfahren und smarte Tools setzen. Insbesondere in der Hospitality-Branche gibt es da noch immer viel zu tun. Viele internationale Technologieunternehmen sehen den Bedarf und unterstützen das Gastgewerbe vor Ort mit ihren digitalen Lösungen.

Während im vergangenen Jahr der Fokus jedoch auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern - hier die wichtigsten Trends für die Hotel- und Gastronomiesparte im kommenden Jahr.

Hospitality-Trend 1: Schluss mit der Zettelwirtschaft – die Digitalisierung des Backoffice

Noch immer scheinen Excel und Notizzettel die beliebteren Hilfsmittel im Backoffice zu sein. Doch immer mehr Gründe sprechen für eine schnelle Digitalisierung und werden diese im kommenden Jahr weiter vorantreiben. Denn mit dem Grundsatzurteil 1 ABR 22/21 vom BAG (Bundesarbeitsgericht) vom 13. September 2022 ist die Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber*innen Pflicht. Sollen also die eigenen Angestellten entlastet werden, muss der Fokus auch in 2023 weiter auf der Optimierung interner Prozesse und speziell der Arbeitszeiterfassung liegen. Moderne Software-Lösungen und Apps sind eine einfache, aber vor allem ortsungebundene Möglichkeit, die Arbeitszeit effizient zu erfassen – egal ob im Betrieb oder im Home-Office. Eine schnelle Freigabe der endgültigen Stunden und fehlerfreie Abrechnungen inklusive. Auch für Personalmanager*innen bietet die Digitalisierung des Backoffice eine zunehmende Entlastung. Sie behalten den Überblick über die jeweiligen Zuständigkeitsbereiche und können effizient Dienstpläne erstellen oder gegebenenfalls Änderungen schnell und transparent eintragen. Zusätzliche Features, wie interne Kommunikationsfunktionen oder die Verknüpfung mit bestehenden Tools bis hin zum Frontdesk-Bereich sorgen zudem für mehr Struktur im Arbeitsalltag. Das spart Zeit und schont personelle Ressourcen.

Hospitality-Trend 2: Modernes Bewerbungsmanagement

Auch in Sachen Recruiting unterstützen digitale Prozesse ungemein. So haben Bewerber*innen zum Beispiel verschiedene Kanäle, über die sie auf die Arbeitgeber*innen zukommen können. Diese unterschiedlichen Portale können dank smarter Lösungen inhouse zu einer zentralen Datenbank zusammenfasst und der komplette Bewerbungsprozess damit effizienter gestaltet werden. Absagen oder die Priorisierung von potenziellen Mitarbeitenden sowie Terminerinnerungen und Onboarding-Prozesse können ebenso automatisiert werden. So kann die Einarbeitung beispielsweise effizienter durch Online-Videos, Web-basierte Trainings oder Mediatheken erfolgen und so wertvolle Ressourcen sparen. Der Ausbau Cloud-basierter HR-Software wird somit im Jahr 2023 im Fokus sein.

Hospitality-Trend 3: Mitarbeitende binden – Zufriedenheit fördern

Während digitale Zeiterfassungs- und Abrechnungsanwendungen schon in einigen Unternehmen zum Arbeitsalltag gehören beziehungsweise verpflichtend sind, bietet die Automatisierung im Bereich Employee Experience noch viel Potenzial. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und will vor allem kranke Arbeitnehmer*innnen mit der eAU, der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, entlasten. Ab dem 01. Januar 2023 sind die Krankenkassen zur digitalen Weiterleitung der Krankmeldung an die Arbeitgeber*innen verpflichtet. Außerdem sollen personalisierte Performance Dashboards, die den Fortschritt von Mitarbeitenden transparent sowie jederzeit abrufbar darlegen, zur Bindung und Weiterentwicklung von Angestellten beitragen. Mittels intuitiver Tools kann dann eine stärkere Feedback-Kultur gelebt und die eigene Leistung in messbaren Zielen festgehalten werden. Schlussendlich steigt die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden nachhaltig, wenn Arbeitgeber*innen ein gut strukturiertes und organisiertes Arbeitsumfeld bieten.

Hospitality-Trend 4: Automatisierung des Frontoffice

Obwohl im Bereich der Kundenzufriedenheit bereits viel geschehen ist, wird 2023 auch die Digitalisierung des Frontoffice noch weiter vorangetrieben. Voice- sowie Chatbots können beispielsweise zunehmend für Bestellungen oder Reservierungen eingesetzt werden, um so auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Während das Personal durch die künstliche Intelligenz entlastet und anderweitig eingesetzt werden kann, wird gleichzeitig schneller auf die Bedürfnisse der Gäste reagiert. Zudem wird auch das Bestandsmanagement dank digitaler Kassensysteme effizienter. Durch automatisierte Sortimentsprüfungen können Warenbestellungen dann schnell und direkt bis zum angebundenen Lieferanten weitergeleitet werden.

Hospitality-Trend 5: Waste-Management dank smarter Tools

Durch die Nutzung von Recycling- oder Foodwaste-Software wird auch die Nachhaltigkeit der Unternehmen zunehmend digitaler werden. Entsprechende Tools können zum Beispiel Warenbestände erfassen und weggeworfene Gegenstände ermitteln. Künstliche Intelligenz kann Abfallbereiche identifizieren und quantifizieren. Gerade in der Gastronomie und Hotelküche können so Prozesse optimiert werden. Lebensmittel werden reduziert und bares Geld gespart.

Fazit

Vorhandenes Personal kann mithilfe von smart eingesetzten Tools entlastet und effizient eingesetzt werden. Auch die Betreuung der Gäste wird durch die zunehmende Digitalisierung vereinfacht und die sogenannte Customer Experience weiter ausgebaut. Eine digitalisierte Branche ist somit greifbar und könnte den vielbeschäftigten Gastronom*innen und Hotelbetreiber*innen sowie ihren Angestellten 2023 den Arbeitsalltag erleichtern, wenn sie sich aktiv dafür entscheiden.

Der Autor Michael Scheiblich ist Lead Customer Success DACH der Personalplanungssoftware Planday

Collego: Collegos sollt ihr sein

Das Start-up Collego von Markus Stoll und Fabian Ziegler ermöglicht firmeninternes Matching von Angestellten auf Basis gemeinsamer Interessen. Das Ziel: mehr Zufriedenheit und weniger Fluktuation im Team.

Du bist neu im Unternehmen und findest keinen Anschluss? Du arbeitest remote, hybrid oder nur Teilzeit im Büro, zum Plausch in der Kaffeeküche kommt es daher fast nie? Eine der Herausforderungen im Arbeitsmarkt ist neben dem Finden von geeigneten Arbeitskräften die dauerhafte Bindung von Mitarbeitenden. Dafür ist Collego die Lösung. Die Plattform schafft feste Kontakte im Unternehmen – interessenbasiert, teamübergreifend und dauerhaft.

Collegos – mehr als nur gute Arbeitskolleg*innen

Besonders seit Corona arbeiten viele von uns remote oder hybrid in ihren Jobs. Was viele Vorteile mit sich bringt, erschwert auf der anderen Seite den Anschluss ans Team und den Aufbau einer Unternehmenskultur. Viele leiden oft unter der Anonymität. Das führt zu Unzufriedenheit – und endet im schlimmsten Fall mit einer Kündigung. „Viele Arbeitgeber kämpfen mit hoher Fluktuation – wir wollen das ändern“, so die Gründer Markus Stoll und Fabian Ziegler. Hier setzt ihre Plattform Collego an. Sie fördert Freundschaften unter Kolleg*innen, sorgt somit für mehr Spaß und Motivation bei der Arbeit. Nebenbei werden Mitarbeitende schneller integriert und Kontaktbarrieren aufgebrochen. „Wir sprechen von ,Collegos‘“, so die Gründer. Und das Beste: „Collegos sind zufriedener – und bleiben somit länger im Unternehmen.“

Mitarbeitende ans Unternehmen binden

„Mitarbeitendenbindung ist noch immer ein oft viel zu unterschätzter Faktor, der den Erfolg von Unternehmen massiv auf allen Ebenen beeinflusst“, so Markus. Der finanzielle Erfolg, aber auch das Image nach innen und außen werde stark davon beeinflusst. Die Gründer wissen, wovon sie reden: Sie selbst waren zuletzt als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Beratungsunternehmen für über 100 Consultants verantwortlich.

„Am Ende waren die Probleme oft die gleichen“, so Markus. Die Gründer machten es sich zur Aufgabe, Kolleg*innen eine zuverlässige, angenehme und lockere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Damit helfen sie Unternehmen bei ihrem langfristigen Erfolg. „Wir wollen Unternehmen unterstützen, ihre Digitalisierung voranzutreiben, moderne Arbeitsweisen umzusetzen und die soziale Interaktion innerhalb der Teams zum Vorteil aller zu fördern“, sagt Co-Gründer Fabian. „Denn letztlich sind die Menschen im Unternehmen die Vorantreibenden und der eigentliche Kern.“

Collego löst eines der Kernprobleme im Personalwesen – das lockt Investor*innen an

Damit treffen Fabian und Markus den Nerv der Zeit. „Retention ist eines der Kernthemen im Personalwesen“, weiß auch Benjamin Visser, CEO von allygatr, dem Venture Capitalist in HR-Tech. Wenig verwunderlich also, dass allygatr bei Collego eingestiegen ist. „Wir freuen uns natürlich sehr darüber, so früh einen solch starken Partner wie allygatr an Board zu haben“, so die Collego-Gründer. „Gleichzeitig rechnen wir mit vielen weiteren, starken Investor*innen.“

Die Gründer selbst haben sich bei einer Unternehmensfeier kennengelernt. Aus der Idee, Mitarbeitende interessenbasiert zu vernetzen, ist innerhalb weniger Monate die Collego GmbH mit Sitz in München entstanden. Collego baut auf einem interessenbasierten Matching-Algorithmus auf und ermöglicht einem Unternehmen die standortübergreifende Vernetzung der kompletten Belegschaft. Die Idee kommt an: Beim The-Grow-Summit 2021 wurden die Gründer mit dem invest2grow-Award als innovativstes Start-up unter ca. 200 Teilnehmer*innen aus der DACH­Region ausgezeichnet.

Wachstumsboost und Expansionspläne

Das gebootstrapte Unternehmen hat große Wachstumspläne. Um die Skalierbarkeit der Plattform vollständig auszuschöpfen, möchte das Gründer-Duo in weitere EU-Länder expandieren. Dafür braucht das Start-up zusätzliche Unterstützung und ist aktuell auf der Suche nach Investor*innen, um das Team auf 40 Mitarbeitende zu verstärken. „Mit mehr Kapital und Knowledge im Team können wir die Plattform mit zusätzlichen Features ausstatten und den notwendigen Wachstumsboost generieren. In Zukunft wird unternehmensinternes Networking über Collego laufen“, zeigen sich die Gründer überzeugt.

HR-Trends 2023

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren – diese Trends solltest du kennen.

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren. Zwischen Digitalisierung, Inflation und andauernden weltweiten Krisen stehen Unternehmen weiterhin vor ereignisreichen Zeiten. Aber was ist für das kommende Jahr zu erwarten? SD Worx, europäischer Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, prognostiziert folgende wichtigste Trends.

Die HR-Welt verändert sich in rasantem Tempo. Neue Geschäftsmodelle, konsolidierende Märkte, die zunehmende digitale Transformation und gesellschaftliche Entwicklungen steigern die Nachfrage nach flexibler Personalarbeit. Dabei geht es nicht nur um die interne Gestaltung der Organisation, sondern auch um einen entscheidenden Bewusstseinswandel auf grundlegenderer Ebene: Den Wandel als Chance zu nutzen und die Personalpolitik neu zu überdenken. 

1. Flexibilität wird zum Schlüsselkonzept
Hybrides Arbeiten hat sich 2022 vielerorts zum neuen Standard entwickelt. Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden oftmals schon jetzt maximale Flexibilität, was die Wahl des Arbeitsortes betrifft. Gleichzeitig verschwimmen dank des zunehmend dynamischeren Personalmanagements die Grenzen zwischen den verschiedenen Abteilungen immer mehr und Unternehmen prüfen, wie sich Mitarbeitende mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen bestmöglich ergänzen können. Interne Plattformen gewinnen an Beliebtheit und gewährleisten eine optimale Abstimmung zwischen den verfügbaren Talenten im Unternehmen (fest angestellt oder als Zeitarbeiter*innen) und der Art der zu besetzenden Stelle. So können Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt und die persönlichen Stärken der Arbeitnehmenden gefördert werden. 

2. Digitalisierung als ganzheitlicher Ansatz
Um die verschiedenen Aspekte des flexiblen Arbeitens managen zu können, werden für Personalverantwortliche smarte HR-Tools immer wichtiger. Dadurch können nicht nur Prozesse vereinfacht werden, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird gewährleistet. Obwohl der Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor fast drei Jahren die Digitalisierung beschleunigt hat, ist die digitale Reife in vielen Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Das gilt auch für die Personalabteilungen, obwohl es schon heute ausgereifte Tools und Lösungen gibt. Während Unternehmen in China und in den Vereinigten Staaten bereits vermehrt auf solche Möglichkeiten setzen, ist dies in Deutschland und anderen europäischen Ländern noch nicht der Standard. Gerade den Organisationen mit Aufholbedarf bietet der Übergang zu End-to-End-Lösungen innerhalb eines integrierten digitalen Systems große Vorteile, da mittelfristig Kosteneinsparungen zu erwarten sind. 

3. Zahlen im Fokus
Angesichts der aktuellen Energiepreise und der Inflation bleibt die wirtschaftliche Situation für Unternehmen eine Herausforderung. Mehr denn je wägen sie ab, in welche Tools sie investieren können, um ihre Mitarbeiter*innen auf intelligente und integrierte Weise zu unterstützen. Unternehmen sind zunehmend offen für die Auslagerung oft zeitaufwändiger und komplexer Tätigkeiten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Angesichts steigender Preise rückt zugleich das finanzielle Wohlergehen der Angestellt*innen weiter in den Vordergrund. Unternehmen integrieren häufiger intelligente Vergütungen in ihre Lohnpolitik, mit flexiblen Gehaltsperioden, alternativen Gehaltsformen oder einem individuellen Verdienst, bei dem die Mitarbeiter*innen die Zusammensetzung ihres Gehaltspakets teilweise selbst mitbestimmen können.

4. Maßgeschneiderte Arbeitsmodelle 
Der Fachkräftemangel wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, sodass sich die Unternehmen mehr denn je als attraktive Arbeitgeber*innen positionieren müssen. Gleichzeitig ermöglicht dies den Arbeitnehmenden, eine bewusstere Jobwahl zu treffen. Speziell für das Jahr 2023 ist diese Herausforderung durch eine Machtverschiebung gekennzeichnet: Die Mitarbeitenden sind sich bewusster darüber, was ihnen wichtig ist und wollen bei Entscheidungen miteinbezogen werden. Sie erwarten ein offenes Ohr sowie ein Mitspracherecht und fordern flexible Regelungen zu Arbeitsinhalten, -verträgen, -zeiten, -orten sowie die Wahl zwischen Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung.

Top-Trends im B2B-Marketing 2023

Das jährliche „Trendbarometer Industriekommunikation“ des bvik hat die Top-Trends und Herausforderungen im Bereich Marketing-Kommunikation ermittelt.

Als wettbewerbsentscheidend für die kommenden drei Jahre bewerten die rund 240 Befragten fast unisono eine professionelle, ehrliche interne Kommunikation. Dieser „historische“ Höchstwert identifiziert Maßnahmen, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und zu aktivieren als zentrale Erfolgsmomente. Ebenfalls wichtig: Die Unternehmen sollten ihre Kräfte abteilungsübergreifend bündeln, Kund*innen- und Marktdaten stärker strategisch nutzen und digitale Plattformen auf den Radar zu nehmen – beispielsweise TikTok oder das Metaverse. Hier liest du die wichtigsten Trends auf einen Blick.

Interne Markenführung und starker Außenauftritt

Die befragten Expertinnen und Experten für Marketing- und Kommunikation bestätigen mit rund 95 Prozent Zustimmung, dass angesichts der aktuellen Krisen professionelle und ehrliche interne Kommunikation zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führt. „Besonders in schwierigen Zeiten ist Transparenz unseren Beschäftigten gegenüber absolut wichtig. Diese Vertrauenskultur, die durch eine zielgerichtete interne Kommunikation mit geschaffen wird, ist die Grundlage für Leistungsbereitschaft und Erfolg, gerade auch bei den so wichtigen jungen Talenten“, berichtet Silke Lang, Director Marketing Mobile Hydraulics der Bosch Rexroth AG. In der authentischen Außenkommunikation als Arbeitgebermarke bewerten laut Studie mehr als 80 Prozent die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von HR und Marketing als Schlüssel zum Erfolg. Hier sehen sie jedoch noch großen Handlungsbedarf. In Richtung neuerer Social-Media-Plattformen lässt sich im Vergleich zu den Vorjahren jedoch bereits eine verstärkte Offenheit erkennen.

Nachhaltigkeit als Differenzierungsfaktor?

Zur Ehrlichkeit gehört auch eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation abseits von Greenwashing, auf Basis belegbaren Firmen-Engagements. 80 Prozent der Teilnehmenden sehen in ihr einen entscheidenden Differenzierungsfaktor für Unternehmen, manche werten sie sogar bereits als Hygiene-Faktor. Die Wirtschaft selbst hinkt in Summe aber noch immer deutlich hinter den Anforderungen hinterher. „Wir beschäftigen uns als Weltgemeinschaft seit genau 50 Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Erschreckenderweise ist die prinzipielle Herausforderung seitdem bekannt. Echte Lösungen sind aber unverändert Fehlanzeige“, mahnt die Nachhaltigkeitsforscherin Prof. Dr. Estelle Herlyn der FOM Hochschule für Oekonomie und Management.

Daten als wichtiger Teil des Ganzen

In komplexer werdenden Märkten steigt zudem die Relevanz des professionellen, strategischen und transparenten Datenmanagements. Rund 78 Prozent der Befragten sehen im datengetriebenen Marketing in den nächsten drei Jahren den entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Gewinnung und Verarbeitung von Daten unter Wahrung der restriktiver werdenden gesetzlichen Vorgaben bleibt eine große Herausforderung für den deutschen Mittelstand. Die Branche hat zudem realisiert, dass die reine Auswertung der Kundenhistorie zur Geschäftsentwicklung nicht mehr ausreicht. Vielmehr sehen sie in der Datenanalyse im Sinne von Predictive Intelligence wesentliche, bislang ungenutzte Potenziale. Jedoch mangelt es hier noch an Kompetenz und Ressourcen in den Unternehmen. Zugleich wird mehrfach betont, dass im Kontext von Marketing und Vertrieb neben den Daten der menschliche Faktor nicht an Bedeutung verloren hat.

Mehr dazu liest du im ausführlichen Report „bvik Trendbarometer Industriekommunikation 2023

Online-Marketing-Trends 2023

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2023.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Im Folgenden erläutern wir, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

REFLEX Aerospace: Highspeed für den Orbit

Neun Monate statt aktuell mehrere Jahre: Alexander Genzel, Walter Ballheimer und Chris Lindener, die Gründer des New-Space-Start-ups REFLEX Aerospace, arbeiten am Quantensprung in Sachen Entwicklung und Produktion von Satelliten.

Um unsere Welt kreisen derzeit rund 8000 aktive Satelliten, und es werden immer mehr. Schätzungen zufolge könnten es in einigen Jahren schon über 100.000 sein. Als Infrastruktur für Kommunikation gewinnen sie rapide an Bedeutung, und durch neue, leistungsfähigere Sensoren ergeben sich immer neue Einsatzfelder. Satelliten sind Gegenstand der Geopolitik und strategischer Faktor für Unternehmen wie Staaten. Der Angriff Russlands auf die Ukraine beispielsweise begann mit einer Cyberattacke auf das Satellitennetzwerk

KA-SAT, das Highspeed-Internet für Europa und den Mittelmeerraum liefert. Nicht nur die Ukraine, sondern mehrere EU-Mitgliedstaaten waren betroffen. Als kurzfristige Alternative stellte Elon Musk das private Satellitensystem Starlink bereit. Das Ereignis rückte die Bedeutung von Satelliten für die innere und äußere Sicherheit in den Blick der Öffentlichkeit.

Weil Europa im All weitgehend von den USA abhängig ist, entwickelt man derzeit in Brüssel, zusammen mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft, ein europäisches System für Satelliteninternet. Ziel ist dabei die strategische Souveränität im All. Von der Erkenntnis, dass es sich bei Satelliten um kritische, angreifbare Infrastruktur handelt, zeugen auch Initiativen wie die Gründung des Responsive Space Centers im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Dieses soll Lösungen entwickeln, um Satelliten bei Bedarf auch kurzfristig in den Orbit zu bringen.

Entwicklungs- und Produktionszyklen beschleunigen

Die größte Herausforderung dabei sind die branchentypischen Entwicklungs- und Produktionszeiten. Einen komplexen Satelliten herzustellen, dauert im Schnitt vier bis fünf Jahre, die Nutzungsdauer beträgt zwischen zehn und 15 Jahren. „Diese Zyklen sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Walter Ballheimer, Gründer, CEO und CTO der Reflex Aerospace GmbH aus Berlin und München: „Viele Satelliten hängen dem technischen Fortschritt, etwa bei Elektronik und Halbleitern, um Jahre hinterher und sind bereits beim Start veraltet.“ Zudem sei es kaum möglich, Störungen zu beheben oder einen ausgefallenen Satelliten zu ersetzen. „Für die heutigen Anforderungen brauchen wir schlanke, leistungsfähige Systeme, die genau auf den Kundenbedarf zugeschnitten sind, und die vor allem schnell geliefert werden.“ Mit seinem Team will er die Entwicklung und die Produktion der Erdtrabanten revolutionieren. Neun Monate bis zur Lieferung sind das Ziel; drei Monate für die Entwicklung, drei für die Produktion und drei für Tests – gemessen an den heutigen Zyklen wäre das ein Quantensprung.

Satelliten im Mini-Kleinwagen-Format

Die einschlägige Erfahrung bringt Walter mit. Nachdem er an der TU Berlin Luft- und Raumfahrttechnik studiert und eine Promotion begonnen hatte, gründete er 2014 aus der Forschung heraus German Orbital Systems, den ersten kommerziellen Nanosatellitenhersteller in Deutschland. Sein Fokus lag auf Satelliten in der Größe eines Schuhkartons, doch im Jahr 2020 schien das Potenzial ausgereizt. „Nanosatelliten haben ein begrenztes Nutzungsspektrum“, so Walter, „es sind einfache Produkte, die in Deutschland kaum wettbewerbsfähig produzierbar sind.“ Bei den schweren, komplexen Satelliten wiederum dominierten eine Handvoll großer Anbieter wie Airbus, Lockheed Martin und Northrop Grumman. „Der für uns spannendste Markt liegt in der Mitte“, sagt Walter. 2021 gründete er Reflex Aerospace und entwickelt seitdem mittelgroße, aber leistungsfähige Satelliten, etwa im Format eines Mini-Kleinwagens, bis zu 500 kg schwer. Sie sollen die neuesten Sensoren tragen, hohe Datenraten für die Kommunikation liefern und den Aufbau von dezidierten Satellitennetzwerken ermöglichen.

Drei Spezialisten für Luft- und Raumfahrt

Zum Kernteam zählen außerdem Alexander Genzel, der schon bei der Gründung an Bord war, und Christian Lindener, der wenig später als Co-Gründer dazustieß. Christian ist mit der Raumfahrtbranche bestens vertraut und ein profilierter Experte für Tech-Start-ups. In Brasilien geboren und in Mexico aufgewachsen, studierte er zunächst in den USA und in Spanien, bevor er das Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre in Innsbruck abschloss. Er arbeitete u.a. für Wayra Germany, die Risikokapitalgesellschaft der spanischen Telefonica, wo er Start-ups auf die Integration in das Konzernportfolio vorbereitete. 2019 wechselte er zu Airbus, leitete dort das ­Innovationsmanagement Airbus Scale und steuerte das externe Firmengründungsprogramm. Durch die Erfahrung in großen Konzernen ist Christian Experte für die Beziehungen zu potenziellen strategischen Partnern wie etwa BMW und Porsche. Derzeit liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen Finanzierung und Fundraising. „Noch vor zehn Jahren hätte man kein Venture Capital für Satelliten bekommen. Doch jetzt, da jeder das Potenzial sieht, ist das kein Problem“, so Christian.

Bislang wurde Reflex Aerospace maßgeblich durch Alpine Space Ventures finanziert, hinter denen Bülent Altan steht. Der frühere SpaceX-Ingenieur und Chef des Münchner Laserspezialisten Mynaric ist einer der profiliertesten Köpfe in der europäischen New-Space-Szene. Derzeit arbeitet das Team an der Seed-Finanzierung, zehn bis zwölf Mio. Euro sind angepeilt. Alexander Genzel ist mit 23 Jahren der jüngste Co-Founder. Nach dem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in München und Denver arbeitete er als Forschungsleiter im Bereich Raumfahrtechnik an der Universität der Bundeswehr. „Komplette Projekte von der Entwicklung bis zum fertigen System im All zu begleiten, hat mich schon immer fasziniert“, sagt Alexander. Durch seinen Hintergrund bringt er im Team auch den Blickwinkel der Verteidigung und Sicherheit mit an den Tisch.

Mehr private Satellitennetzwerke

Bald sollen die ersten kommerziellen Verträge geschlossen werden. Als künftige Kunden sieht Alexander Unternehmen, die bereits Satelliten einsetzen, wie z.B. Telekommunikationsunternehmen und Betreibergesellschaften. „Eine weitere wichtige Zielgruppe sind Start-ups, die auf Satelliten setzen, wie z.B. ICEYE, die mit kleinen Radarsatelliten zielgenaue und unterbrechungsfreie Überwachungsdienstleistungen anbieten.“ Durch neue Sensoren, z.B. für hyperspektrale Daten oder im Bereich des CO-Imaging, entstehen neue mögliche Anwendungsfelder und Geschäftsideen. „Diese Start-ups begleiten wir von der Entwicklung ihrer Satelliten, über die Produktion bis hin zur Auslieferung“, sagt Walter. So könne ein Gründerteam sich voll auf die Entwicklung der eigentlichen Anwendung konzentrieren und die Zeit bis zum Markteintritt beschleunigen. Die dritte große Kundenkategorie sind Firmen, die satellitengestützte Dienste nutzen, aber noch keine eigenen Satelliten einsetzen, wie z.B. Reedereien und Automobilhersteller. „Dass ein europäischer Automobilhersteller Satelliten von Firmen wie SpaceX, die bereits direkt mit konkurrierenden Autobauern verbunden sind, nutzt, ist fraglich“, sagt Christian. Mit günstigeren und leistungsfähigeren Satelliten werden eigene Netzwerke im Orbit zunehmend zu einer Option für große Unternehmen oder Konsortien. „Noch werden die meisten Satelliten durch separate Gesellschaften betrieben“, sagt Christian, „doch künftig wird es mehr vertikale Modelle geben, bei denen die Nutzer auch die Eigentümer sind.“

Europa entwickelt Infrastruktur im All

Das Beispiel Ukraine zeige, dass sich die kommerzielle Raumfahrt zum Mittel militärischen Handelns entwickelt, so Alexander: „Kritische Infrastruktur ist in Auseinandersetzungen immer ein Angriffsziel, und im Ernstfall muss man handlungsfähig sein.“ Europa habe eine gute industrielle Basis und Forschungseinrichtungen, doch die Zeit dränge: „Wir brauchen bei unseren Raumfahrtprogrammen mehr Ambitionen und innovative, neuartige Lösungen für kosteneffektive und resiliente Infrastruktur im All.“ Reflex Aerospace könnte ein zentraler Baustein solch einer Lösung sein. Die EU möchte ab 2024 ein Netzwerk aus hunderten Satelliten auf den Weg bringen, um souveräne Kapazitäten für Kommunikation, autonome Mobilität, Internet of Things sowie für militärische und humanitäre Initiativen bereitzustellen. Sechs Mrd. Euro sind dafür bislang eingeplant, die Ausschreibung läuft. „Richtig umgesetzt, auch mit Beteiligung innovativer Start-ups, kann das Europas technologische Unabhängigkeitserklärung im All werden“, so Walter. Zusammen mit dem Unternehmen Mynaric, einem Spezialisten für Datenübertragung per Laser, Isar Aerospace, einem Startdienstanbieter für kleine und mittlere Satelliten vertritt Reflex Aerospace das Konsortium UNIO. Zuvor hatte Reflex schon mit einem Dutzend kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der europäischen Raumfahrt im Auftrag der Europäischen Kommission eine Machbarkeitsstudie für das Konstellationsprojekt erstellt. Damit treten sie gegen etablierte, politisch bestens vernetzte Player an. Doch bei UNIO ist man zuversichtlich, dass man mit günstigeren Kosten und schnelleren Zyklen, Stärken in die Waagschale wirft, die nicht ignoriert werden können. Die Gesellschaft, die sich um Teile des europäischen Großprojekts bewerben soll, ist bereits gegründet.

Reflex Aerospace mit Konsortium im Rennen

„Bei der Ausschreibung werden Unterschiede zwischen EU und USA deutlich“, sagt Walter. Für die Umsetzung favorisiere die EU ein Public Private Partnership, bei dem sie an der Entwicklungsgesellschaft beteiligt wäre. „Das Problem ist, dass so eine Konstellation alle fünf Jahre erneuert werden muss“, meint Walter, der darin auch ein Risiko für die Auftraggeber sieht. Falls die Industrie aus dem Projekt aussteige oder die Preise erhöhen wolle, stecke die EU in der Zwickmühle, die Umsetzung werde gefährdet. „Wir vertreten den Standpunkt, dass nur ein kommerziell getriebener Ansatz erfolgreich sein wird“, so Walter, „mit einem Lastenheft der EU, einer Abnahme­garantie und einer Vergabe des Auftrags an mehrere Firmen, um nicht von einem Anbieter abhängig zu sein.“ Das Modell aus den USA, mit der Space Development Agency SDA und einem losen Netzwerk mehrerer im Wettbewerb stehender Firmen, sei effektiv und langfristig das Beste für das Ökosystem. Die Machbarkeitsstudie hat UNIO eingereicht, nun liegt der Ball bei der Europäischen Kommission. Läuft alles nach Plan, erhält UNIO in Kürze das Request for Proposal. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zum eigentlichen Auftrag. „An der Vorbereitung dieser Studie haben wir intensiv gearbeitet“, so Walter, „wir gehen gut vorbereitet ins Rennen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass wir unsere ganze Energie jetzt wieder in die Entwicklung stecken können.“

Micro Factories mit 3D-Druck, Algorithmen und KI

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, gilt es, den Produktionsprozess zu beschleunigen. Während andere Hersteller*innen nach dem Fließbandprinzip fertigen, gehen Walter und sein Team neue Wege. „Wir setzen auf modulare Fabriken, ausgelegt auf kleine Stückzahlen. Mit dem Ansatz der Micro Factory lässt sich jedes Mal ein anderer Satellit bauen. Zudem kann man sie überall auf der Welt errichten, z.B. in der Nähe von Startplätzen. Und auch in den einzelnen Fertigungsschritten steckt Innovation. Die Satelliten werden aus sehr wenigen Einzelteilen entstehen. „Durch 3D-Druck haben wir ganz neue Möglichkeiten für die Gestaltung und Fertigung des Rahmens“, sagt Walter. Das Design der Strukturen, die auf die individuellen Anforderungen angepasst werden müssen, übernehmen generative Algorithmen. Auf Basis der Eingangsparameter errechnet die KI den optimalen Aufbau, um alle Komponenten zu integrieren. Im ersten Schritt soll eine Micro Factory im Münchner Umland entstehen. Mit einem exzellenten Cluster aus Industrie sowie Forschung und einer hohen Dichte geeigneter Wagniskapitalgeber*innen ist die bayerische Landeshauptstadt einer der Hotspots im Bereich New Space.

Gesucht: geeignete Mitarbeitende

Geeignetes Personal zu finden, sei immer eine Herausforderung, sagt Walter, doch auch für die stark umworbenen Absolvent*innen technischer Universitäten sei die Arbeit in einem Space-Start-up zunehmend eine Perspektive. In der Regel setzt er auf Mitarbeitende, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung mitbringen. „Bei uns arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, wie z.B. Entwickler elektronischer Musikinstrumente“, so Walter, „und wir profitieren von diesem fachlichen und kulturellen Mix.“ Das Team umfasst 22 Mitarbeitende, Ende des Jahres könnten es schon 40 sein. Aktuell werden Ingenieur*innen und Produktentwickler*innen gesucht, 2023 sollen die Mitarbeitenden für den Aufbau der Produktion folgen.

Spannung vor dem Start

Der Planungshorizont ist in den vergangenen Monaten länger geworden. „Mit der Energiekrise, Verwerfungen an den Kapitalmärkten und der angespannten geopolitischen Situation haben wir eine komplexe Lage“, sagt Alexander, „und wir als Satelliten-Start-up sind mittendrin.“ Längere Lieferzeiten und unterbrochene Lieferketten werden bereits eingeplant. „Für ein Start-up denken wir schon in sehr langen Zeiträumen“, sagt Walter, „und durch gute Vorbereitung und ein super Team werden wir auch eine Krise meistern.“ Nun will das Team den Beweis antreten, dass sein Ansatz funktioniert. Im Jahr 2024 sollen die ersten Demo-Satelliten von Reflex Aerospace im Einsatz sein. Denn zu den schönsten Momenten, so die einhellige Meinung im Team, zählt nunmal der Start des ersten selbst entwickelten Satelliten ins All.

 

Ei, Ei, Ei, Neggst

Die Ei-Revolution: Verónica García-Arteaga und ihr Co-Founder Dr. Patrick Deufel haben eine kompromisslose Alter­native zum Hühnerei erforscht und mit Neggst Realität werden lassen.

Vegetarische und vegane Ernährung liegen im Trend. Während der Konsum tierischer Produkte in vielen Industrieländern sinkt, wächst der Markt für pflanzliche Alternativen. Eine der am schnellsten wachsenden Kategorien sind vegane Ei-Produkte. Der Markt ist noch jung, und bislang gab es kein Produkt, dass ein Hühnerei hinsichtlich Geschmack, Inhaltstoffen, Verarbeitungsmöglichkeiten und im typischen Erscheinungsbild mit Eiweiß, Eigelb und Eierschale ersetzen konnte. Doch Verónica García-Arteaga, Co-Founder und CEO des Berliner Start-ups Neggst, möchte das ändern.

Früher Forschungsdrang

Schon als Kind interessierte sich Verónica für Lebensmittel und deren Zusammensetzung: „Wenn die Frühstücksflocken auf dem Tisch standen, habe ich als erstes die Zutatenliste gelesen“, sagt sie. Früh war klar, dass sie eine Karriere im Bereich Ernährung einschlagen würde. Nach der Schule studierte sie Lebensmittelingenieurwesen in Mexiko City. Im Anschluss daran folgte eine Anstellung bei PepsiCo in der Qualitätskontrolle des Keksgeschäfts. Doch bald zog es sie wieder an die Universität. „Für mich war immer am wichtigsten, neue Dinge zu erforschen und gesunde Lebensmittel zu kreieren“, sagt Verónica. Mit einem Stipendium im Gepäck wechselte sie für den Masterstudiengang an die TU München. Im darauffolgenden PhD-Programm erforschte sie in Freising in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) neue Anwendungsmöglichkeiten für Erbsenproteine.

„Dabei arbeiteten wir an Alternativen zu tierischen Lebensmitteln, wie z.B. Fleisch oder Käse“, so Verónica, „doch was mir immer gefehlt hatte, war eine Alternative für das klassische Hühnerei“. So entstand die Idee. Im Jahr 2019 startete sie das Projekt, ein komplettes veganes Ei zu entwickeln – vom Eiweiß, über das Eigelb bis hin zur Eierschale. „Mit der Entwicklungsarbeit haben wir absolutes Neuland betreten“, so Verónica, „darum haben wir die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt“. Das Entwicklungsteam um Verónica kümmerte sich um Eigelb und Eiweiß, das Verpackungsteam des Fraunhofer-Instituts entwickelte die Eierschale.

Rührei überzeugte die Investor*innen

Zwei Jahre später wurden das vegane Eiweiß und das Eigelb erstmals im Fraunhofer Institut vor potenziellen strategischen Partner*innen und Investor*innen präsentiert. „Während unseres Pitches haben wir Spiegelei, Rührei und Pfannkuchen live zubereitet und serviert, und konnten so die Tester überzeugen“, sagt Verónica. Im Sommer 2021 wurde die Neggst Food GmbH aus der Taufe gehoben.

Als strategische Partner investierten die Unternehmen Ehrmann und Zentis. Dietmar Otte, der ehemalige Geschäftsführer von Zentis, wurde Teil des Gründerteams und hat mit seinem Wissen und wissenschaftlichen Hintergrund einen wichtigen Beitrag zum Projekt geleistet. Mit umfangreichem Know-how und Laborkapazitäten unterstützt der Aachener Lebensmittelhersteller seitdem das Team von Neggst in der Entwicklung. Darüber hinaus kann Zentis Support bei der Vermarktung der Produkte über den Handel leisten. Investor der ersten Stunde ist außerdem der Green Generation Fund, dessen Fokus auf pflanzlichen Lebensmitteln liegt. Geführt wird der Berliner Early-Stage-Fonds von Manon Littek, die zuvor fünf Jahre CEO bei Katjesgreenfood war, und Jana Ennsthaler, die u.a. Glossybox gründete.

Damit hatte Neggst genügend smartes Kapital für die nächsten Wachstumsschritte eingesammelt. Ende 2021 wurde das Team erweitert. Die meisten Mitarbeitenden bei Neggst, insbesondere in der Entwicklung, haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Und mit zunehmender Marktreife wächst auch das Marketing- und Salesteam.

„Der Schritt vom Labor in die Produktion ist riesig und keinesfalls zu unterschätzen“, sagt Verónica. „Wir arbeiten sehr nerdy und präzise und wollen nicht nur in der Forschung erfolgreich sein, sondern ein wirklich gutes und leicht verfügbares Endprodukt haben.“ (c) Daniel Ignatenko

Zielgruppe Flexitarier*innen

„Mit unseren Produkten sprechen wir grundsätzlich Vegetarier*innen und Veganer*innen an“, sagt Verónica, „doch unsere wichtigste Zielgruppe für das vegane Ei sind Flexitarier*innen.“ Diese ernähren sich teilweise pflanzlich und konsumieren immer wieder auch tierische Produkte, doch sie sind grundsätzlich offen für den Wechsel zu pflanzlichen Produkten. Diese Verbraucher wünschen sich typischerweise Produkte, die ihnen den Umstieg auf vegane Ernährung erleichtern. Dazu müssen die Lebensmittel einfach in der Anwendung sein und geschmacklich überzeugen.

„Diesen Menschen wollen wir eine nachhaltige und gesunde Alternative zum Hühnerei bieten“, sagt Verónica. Das vegane Ei von Neggst besteht aus mehreren Hülsenfrüchten wie Ackerbohnen, Erbsenprotein sowie pflanzlichem Öl. Zugesetzt werden außerdem Vitamin B12, Vitamin D3 und Ballaststoffe, die im Hühnerei nicht enthalten sind. Darüber hinaus enthält die vegane Alternative kein Cholesterin, weniger gesättigte Fettsäuren und weniger Kalorien. Entsprechend hat sie auch einen besseren Nutri-Score. Der biologisch abbaubare Kunststoff, aus dem die Eierschale besteht, enthält wie das tierische Vorbild Calciumcarbonat. Die vegane Schale wurde etwas stabiler angelegt als beim herkömmlichen Ei, doch sie lässt sich genauso aufschlagen. „Und da wir auf tierische Inhaltsstoffe verzichten, haben wir kein Problem mit Massentierhaltung und damit einhergehendem Tierleid, immensem Flächenverbrauch und Antibiotikarückständen“, ergänzt Verónica.

Das Ergebnis ist vom tierischen Produkt kaum zu unterscheiden. Auch geschmacklich und bei der Verarbeitung des Produktes gibt es keine Einschränkungen. „Verkostungen mit Kundinnen und Kunden zeigen, dass mit unserem Neggst-Ei hergestellte Lebensmittel wie z.B. Rühreier, Quiche oder Muffins keinen Unterschied zur nicht veganen Variante aufweisen“, so Verónica. Häufig liege die Präferenz sogar bei der veganen Version, besonders bei Quiche und Muffins.

Forschung für die richtige Rezeptur

Dem voran ging ein zweijähriger Entwicklungsprozess. „Zunächst mussten wir die richtigen Proteine finden, wollten keine Allergene verwenden und schließlich das gewünschte Ergebnis liefern“, so die Gründerin. Dazu wurden hunderte Kombinationen von unterschiedlichen Zutaten und Mengenverhältnissen sowie pH-Werte und viele weitere Faktoren im Labor getestet. Zusätzlich zu den Grundbestandteilen kommen Zutaten wie etwa Algen, Carrageen und natürliche Geliermittel ins Spiel, um die Textur des Eies nachzuempfinden. „Herauszufinden, was wirklich gut funktioniert, hat eine Zeit lang gedauert“, sagt Verónica.

Dazu gehörte auch, geeignete Lieferanten mit der passenden Produktqualität und Liefertreue zu finden. „Uns ist wichtig, dass wir möglichst lokal anbauen und einkaufen“, so Verónica. „Darum kommen unsere Zutaten, soweit möglich, aus Europa.“ Die aktuellen Lieferengpässe stellen auch das Team von Neggst vor Herausforderungen. Dass ein etablierter Lebensmittelhersteller mit an Bord ist, helfe im Einkauf, so die Gründerin. Doch bei einigen Zutaten musste das Team auf Alternativen zurückgreifen und zum Beispiel aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Raps- auf Sonnenblumenöl umstellen.

Dies ist der Auszug aus einem Beitrag der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins: Mehr dazu liest du in der StartingUp - Heft 04/22 - ab dem 1. Dezember im Handel – jederzeit vorab online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

HR-Trends 2023

Welche Trends und Entwicklungen im HR-Bereich 2023 zu erwarten sind, hat Dr. Arne Sjöström, Lead People Scientist bei Culture Amp, skizziert.

HR-Trend 1: Pauschale Gehaltserhöhungen und Vergünstigungen werden zum Eigentor

Auch wenn Mitarbeitende Zuschüsse zur Abfederung der steigenden Lebenshaltungskosten begrüßen, sollten Unternehmen symbolische Gesten vermeiden. Leistungsprämien, bei denen nicht klar ist, auf welcher Basis sie ausgeschüttet werden, und Zulagen, die nach dem Gießkannenprinzip vergeben werden, sorgen bei den Leistungsträger*innen oftmals für Verunsicherung und Unruhe. 2023 wird vielmehr das Jahr der individuellen Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme sowie der Performance Reviews. Diese spielen eine immer wichtigere Rolle: Sie gewährleisten die Transparenz, die notwendig ist, um Entscheidungen und die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitenden zu begründen.

HR-Trend 2: Der Experimentierkasten kommt zum Einsatz

Unternehmen werden austesten, was für sie der beste Weg ist, um ihre Belegschaft zu belohnen. Viele Organisationen haben jedoch schlichtweg kein Geld übrig, das sie ausschütten können. Hier ist Kreativität gefragt: Die Firmen werden überlegen, was sie ihren Beschäftigten stattdessen bieten können. Ein Beispiel ist das Aufrechterhalten von Karrierechancen und Angebote zur Weiterentwicklung. Mitarbeitende – insbesondere Leistungsträger*innen – fühlen sich so wertgeschätzt und bleiben engagiert. Ebenso können flexible Angebote bei Arbeitszeit und Arbeitsort die Mitarbeitenden dabei unterstützen, Kosten z.B. für Pendelfahrten oder die Kindertagesstätte zu sparen.

HR-Trend 3: Das Pendel schlägt zugunsten der Arbeitgebenden um – doch nur für kurze Zeit

Kurzfristig wird sich das Machtverhältnis ändern, Arbeitnehmende sitzen 2023 am längeren Hebel. Allerdings wird dieser Zustand nicht lange andauern. Der Wunsch der Arbeitnehmenden nach einem sicheren Arbeitsplatz in finanziell unsicheren Zeiten führt dazu, dass sich zunächst mehr Menschen an ihren Arbeitgebenden klammern. Das verschafft den Unternehmen zwar kurzfristig einen stärkeren Einfluss auf ihre Mitarbeitenden – zum Beispiel, wenn das Management auf eine Rückkehr ins Büro besteht. Doch sollten Arbeitgebende nicht selbstgefällig werden. Vielmehr muss die Unternehmensleitung weiterhin effektiv kommunizieren und ihren Mitarbeitenden eine klare Vision, eine klare Richtung und klare Werte vermitteln. Schlägt das Pendel erneut um, dann wird es abrupt, schnell und heftig ausschlagen. Unternehmen, die das Engagement ihrer Mitarbeitenden als selbstverständlich hingenommen haben, werden feststellen, dass ihre Belegschaft bei nächster Gelegenheit den Hut nimmt: Quiet Quitter werden dann zu First Quitter.

HR-Trend 4: Der Druck auf Manager*innen bleibt hoch

Was bereits in der Pandemie zu beobachten war – Mitarbeitende wenden sich in Krisenzeiten an ihre Manager*innen und erwarten deren Unterstützung in schwierigen Zeiten. Führungskräfte müssen auf praktischer Ebene Lösungen anbieten, aber auch auf emotionaler Ebene beraten und Unterstützung leisten. Diese zusätzliche Erwartung setzt sie erneut einem permanent hohen Druck aus und führt zu einem höheren Burnout-Risiko. Umso wichtiger ist es, dass sie ihr eigenes Wohlbefinden im Auge behalten und diese Achtsamkeit auch vorleben.

HR-Trend 5: Steigender Fachkräftemangel, sinkende Loyalität

Unternehmen, ganz gleich welcher Größe, werden immer größere Schwierigkeiten haben, Talente zu finden. Gleichzeitig zeigen sich immer weniger Arbeitnehmende dazu bereit, sich langfristig an ein Unternehmen zu binden. 2023 werden große Unternehmen gegenüber den kleineren an Attraktivität zwar zulegen, da Menschen einem sicheren Arbeitsplatz eine höhere Priorität einräumen. Das führt jedoch dazu, dass kleinere Organisationen einen noch härteren Kampf um Talente führen müssen. Diese Situation verschafft großen Unternehmen nur vermeintlich mehr Luft, denn sie laufen Gefahr, Beschäftigte einzustellen, die nur nach einer kurzfristigen Lösung suchen: Diese bewerben sich eventuell aus falschen Gründen und identifizieren sich weniger mit der eigentlichen Aufgabe oder dem Auftrag des Unternehmens.