Unfuck the Economy

Autor: Christina Cassala
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Mit ihrem Mix aus Humor, Schamlosigkeit, Visionen und sehr viel Idealismus wurden die Einhorn-Freaks Philip Siefer und Waldemar Zeiler schnell in der Start-up-Szene bekannt. Und das Beste: Ihr Kondom-Business boomt.

Erna, wat kosten die Kondome“, brüllte Mitte der 80er Jahre Schauspielerin Hella von Sinnen als Kassiererin in einem Aufklärungsspot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für „Safer Sex“ quer durch den Supermarkt. Den Kunden, seinerzeit gespielt von Ingolf Lück, bringt das in große Verlegenheit. Sollte doch keiner sehen, dass er eine Packung Präservative aufs Band gelegt hatte. Die Zeiten sind vorbei und das Kondom hat sein Schmuddel-Image längst abgelegt, dennoch ist der Kauf von Kondomen auch heute noch keineswegs sexy oder gar „Lifestyle“.

Zwei, die das auf ziemlich kreative Art und Weise ändern wollen, sind Philip Siefer und Waldemar Zeiler, die Gründer von Einhorn. Seit ihrer unter dem Claim „Make magic happen“ geführten Crowdfundingkampagne (es kommen 104.000 Euro aus der Crowd zusammen) im Jahr 2015 produziert das Start-up aus Kreuzberg vegane, nachhaltige und fair gehandelte Kondome in kreativ gestalteten Designverpackungen. Vegane Kondome, bei deren Herstellung auf das Milchprotein Kasein verzichtet wird, das sonst in der Latexherstellung zum Einsatz kommt. Gleichzeitig positioniert sich Einhorn als soziales und nachhaltiges Unternehmen, das 50 Prozent seiner Gewinne reinvestiert – in soziale Projekte wie Sexualaufklärung für Jugendliche und in ökologische Projekte, etwa in die ökologische Aufwertung von Kautschuk. Stichwort: „fairstainable“.

Wilde in einem großen Markt

Einer Forsa-Umfrage im Auftrag der BZgA zur Folge verwendeten 2010 in der Altersgruppe der 16- bis 44-Jährigen 87 Prozent zu Beginn einer neuen Partnerschaft Kondome. Das Start-up befindet sich in einem großen Absatzmarkt, der in Deutschland seit vielen Jahrzehnten von einigen wenigen Herstellern dominiert wird, darunter vor allem: Ritex, Billy Boy (Mapa GmbH) und Marktführer Durex (Reckitt Benckiser). Mit dem Vertrieb von Kondomen in mehr als 150 Ländern und 35 Prozent Marktanteil des globalen Kondomabsatzes ist die britische Marke marktführender Hersteller von Kondomen.  Wie reagieren die Marktdominierer auf die „Wilden“ aus Kreuzberg? „Noch hat keiner angerufen, aber ausprobiert haben sie unsere Produkte alle schon“, wissen Philip und Waldemar. Die getätigten Amazon-Bestellungen haben sie verraten!

Einhorn will die Lifestyle-Marke im Kondom-Segment werden. Schon rein optisch macht es das Start-up Einhorn ziemlich geschickt. Ihre Lümmeltüten stecken in kleinen, bunten Chipstüten, erhältlich in 20 verschiedenen Designs bekannter Künstlern wie Oliver Rath oder Heji Shin (hatte schon Miley Cyrus vor der Linse) und aufgedruckten Glückskeks-Sprüchen inklusive. Mit seinen Produkten machte Einhorn bislang mehr als eine Million Umsatz. Die Umverpackung der Präservative ist dabei „bewusst weiblich gehalten“. Nicht ohne Grund: 50 Prozent der Kondome hierzulande werden von Frauen gekauft. Bei Produkten von Einhorn liegt der Anteil noch höher. Die Einhorn-Rechnung „Spaß am Sex“ gleich „Spaß am Kauf“ scheint aufzugehen: Eigenen Angaben nach hat man mittlerweile zehn Millionen Kondome, davon alleine vier Millionen im Jahr 2017, verkauft.

Die Zielgruppe Berlin-Mitte-Hipster, weiblich, gebildet?  Nicht nur. Zwar verkauften sich die Kondome in Berlin tendenziell ein bisschen besser als anderswo, aber „ich würde mal die These aufstellen, dass der Kondomverbrauch, seit es Einhorn gibt, generell am Markt gestiegen ist“, sagt Waldemar. Mittlerweile sind die Produkte der Berliner in über 4000 Filialen der Bio Company und der Drogeriemarktkette dm gelistet.  

Nicht jedem passt der Erfolg

Ein Erfolg, der nicht jedem schmeckt. Schon wenige Wochen nach Gründung klagt ein prominenter Mitbewerber am Düsseldorfer Landgericht gegen die Berliner. Sein Vorwurf: Die Einhörner seien gar nicht die ersten mit fair produzierten Kondomen, sagte der Hersteller, „es gibt bereits faire Kondome“ – und das mit dem Werbeversprechen  „1 Tüte à 7 Stück entspricht bis zu 21 Orgasmen“ täusche das Start-up seine Kunden. Für Philip und Waldemar wird es heikel: Die Kosten für Gerichtstermine und den Anwalt schießen in die Höhe und werden schnell existenzbedrohend. Der Kläger gewinnt, Einhorn zieht jedes Mal den Kürzeren. „Das hätte auch voll in die Hose gehen können und wir standen vor der platten Entscheidung darüber, wie wir damit umgehen“, erzählt Philip.  Mit kaum Budget im Rücken werden sie kreativ und machen das, was sie am besten können: Aufmerksamkeit generieren. Auf die Abmahnungswelle des Mitbewerbers reagieren sie beispielsweise mit einer humorvollen „Orgasmus“-Demonstration auf dem Pariser Platz direkt vor dem Brandenburger Tor. Alle sehen es, die Aufmerksamkeit ist auf ihrer Seite. Geschafft: Sieger der Herzen!

Wie kaum ein anderes Start-up beherrschen die beiden Gründer nämlich das große Einmaleins des Marketings, erreichen mit der gesamten Klaviatur der sozialen Netzwerke ihre Follower und Kunden. Einhorn gewinnt in der ZDF-Sendung „Kampf der Start-ups“, in der Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ avancieren die beiden zum Liebling der Nation.  Seither tingeln die zwei mit ihren eingängigen Werbeslogans, mit selbstironischen Auftritten, schriller Marketing-Strategie  und markanten Einhorn-Gummimasken (und anderen verrucht-schrägen Genitalverkleidungen) durch die internationale Start-up-Landschaft. „Von Anfang an wollten wir ein Kondom machen, das nicht über Krankheiten redet, sondern darüber, dass es cool ist und Spaß macht, Safer Sex zu haben“, sagen die Gründer. Die Attitüde „Kreuzberger Start-up-Clown“  ist ihnen damit definitiv sicher. Man könnte auch sagen, „die sind schlichtweg irre!“ Ist das ein Problem? Ganz im Gegenteil – es ist Programm!

Doch hinter all der beständigen Witzigkeit und Clownerie steht eine klare Vision, die die beiden Gründer jeden Tag aufs Neue miteinander justieren und reflektieren. Wer Einhorn kauft, weiß, dass das Unternehmen eine Haltung und eine Botschaft hat, die nur am Rande etwas mit Verhütung zu tun hat: Mach das, wofür du stehst und nicht, womit du Geld verdienen kannst! Einhorn will sich nicht verstellen – und genau das macht sie glaubwürdig und authentisch! „Vielleicht sind wir die Einzigen in der Szene, aber es täte der ganzen Branche gut, mal mehr über sich zu lachen“, schiebt Waldemar noch hinterher.


Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp: Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 04/18 - ab dem 2. November 2018 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als epaper - in unserem Bestellservice-Bereich


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Tipps für E-Mobility-Newbies

Fünf Starttipps für alle, die ein nachhaltiges E-Mobility-Geschäftsmodell aufbauen wollen.

Wer mit seinem Geschäftsmodell durchstarten möchte, hat es nicht immer leicht. Denn neben der Frage, ob das Produkt überhaupt vom Markt angenommen wird, gibt es auch andere Unsicherheitsfaktoren, die den Start stark beeinflussen. In der E-Mobilitätsbranche ist dieses Problem besonders groß, da viele Bereiche unreguliert sind. Anbieter*innen können sich nur auf wenige Standards verlassen. Diese Tipps sollten E-Mobilitätsanbieter*innen beherzigen, damit ihre Idee auch langfristig ein Erfolg wird.

I. Transparenz gegenüber den Kund*innen

Die Ladeinfrastruktur wächst stetig. Eine aktuelle Studie der KfW zeigt jedoch, dass mehr als jede(r) zweite potenzielle Käufer*in in Deutschland vom Erwerb eines E-Autos absieht, weil das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur fehlt. Vieles läuft in der E-Mobilitätsbranche über Software. Doch die gesamte User Experience kann von der E-Mobilitätsbranche nicht rein technisch gelöst werden. Hier ist die ganze Branche gefragt, bestehende Ängste von Fahrer*innen abzubauen und das Vertrauen in die E-Mobilität zu stärken. Newcomer*innen sollten dabei als positives Beispiel vorangehen, ihre Kund*innen dort an die Hand nehmen, wo es notwendig ist und Unsicherheiten durch offene Kommunikation aus dem Weg räumen.

II. Künftige Skalierbarkeit des Unternehmens

Für aufstrebende Marken ist es immer wichtig, skalierbar zu sein. Nur so können neue Märkte erschlossen und Kund*innen nachhaltig zufrieden gestellt werden. Wir hatten bei Plugsurfing verschiedene MVPs (Minimum Viable Products), die aber im großen Stil nicht skalierbar waren. Erst durch die Migration auf unsere neue Plugsurfing Power Platform waren wir wirklich in der Lage, uns zu vergrößern und mit den schnellen Veränderungen im Markt Schritt zu halten. Wir mussten in der Migrationsphase verschiedene Produktentwicklungen on-hold setzen und verloren so viel Zeit. Newcomer*innen sollten dementsprechend frühzeitig die Weichen stellen, um diese Probleme zu umgehen.

III. Einheitliche Datenstandards

Wie bereits angesprochen, sind technische Implementierungen in unserer Branche wenig reguliert und standardisiert. Im Moment arbeiten viele nur für sich, aber Fahrer*innen erwarten überall standardisierte Lademöglichkeiten. Das ist eine der zentralen technischen Herausforderungen der E-Mobilität. Wir brauchen europaweite Regelungen, um die Standards für unsere Zukunft zu setzen. Neue Anbieter*innen sollten an der Weiterentwicklung solcher Standards aktiv mitwirken, da sie so eine sehr gute Übersicht über den Markt haben und an den richtigen Stellen Anschluss finden.

IV. Flexibilität in der Software

Natürlich hat jede(r) Anbieter*in aktuell eine bestimmte Lösung, auf die er/sie setzt. Es ist daher sehr schwierig, alle miteinander zu verknüpfen, damit zum Beispiel Bezahlvorgänge für Fahrer*innen an diversen Ladesäulen funktionieren. Viele Workarounds sind noch Übergangslösungen, die ersetzt oder zukunftssicher überarbeitet werden müssen. Anbieter*­innen sollten daher unbedingt auf eine flexible Software setzen, die angepasst werden kann.

V. Langfristige Partnerschaften eingehen

Zuletzt ein wichtiger Tipp: Ohne Partner*innen geht es nicht. Und das gilt besonders für die E-Mobilitätsbranche. Natürlich treten Newcomer*innen mit bestehenden Anbieter*innen in Konkurrenz, weil sie zum Beispiel einen blinden Fleck gefunden haben und so Kund*innen abwerben. Anbieter*innen sollten jedoch immer auch Partnerschaften anbieten. Wir legen bspw. den Fokus auf enge Zusammenarbeit und Wissenstransfer, um nachhaltige technische Lösungen entwickeln zu können. So hilft ein großes Netzwerk an Partner*innen dabei, die E-Mobilität zu stärken und langfristig zukunftsfähig zu machen.

Der Autor Tatu Kulla ist CEO des E-Mobilitätsdienstleisters Plugsurfing, der Softwaretools entwickelt, um E-Mobilität für alle zugänglicher zu machen.

Reden ist hier mehr als Gold wert

Wie Emre Çelik mit We Speak You Donate mehr Bewusstsein für Diversität in die Unternehmen trägt.

Inklusion, Gleichberechtigung und Diversität (Diversity, Equity and Inclusion, DEI) sind in aller Munde. In der Gesellschaft, aber auch in Unternehmen sind diese Themen relevanter denn je. Laut der Charta der Vielfalt mangelt es jedoch an konkreten Maßnahmen. Die Unternehmen sind sich ihrer sozialen Verantwortung zwar bewusst, allerdings fehlt noch der Aktivismus. So haben zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland bisher noch keine Maßnahmen umgesetzt und nur knapp ein Fünftel plant welche für die Zukunft.

Dabei ist es vor allem den Generationen Y und Z, die nun ins Arbeitsleben einsteigen, besonders wichtig, dass Gleichberechtigung und Diversität auch von Arbeitgeber*innen gelebt werden. Wie kann also in Unternehmen das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es wichtig ist, das System zu überarbeiten und DEI in den Arbeitsalltag mit aufzunehmen?

Vom Hauptschüler zum Gründer

Emre Çelik hat sich genau diese Frage gestellt. Der 31-Jährige hat einen Migrationshintergrund, kommt aus einer sozial einkommensschwachen Nicht-Akademiker Familie und ist schwul. Diskriminierung und Ausgrenzung sind Bestandteil seines Alltags, seitdem er denken kann. Doch Emre hatte schon in seiner Jugend große Visionen. Nach dem Hauptschulabschluss machte er die Mittlere Reife und anschließend eine Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann. Berufsbegleitend schloss er eine Weiterbildung zum Fachwirt ab und erlangte so seine Hochschulzulassung. Es folgte der Bachelor of Law und schließlich der Master of Sciene in HR. Mittlerweile arbeitet Emre bei Google und kümmert sich um die Einhaltung der Integrität und Werte im Unternehmen. „Da ich früh verstehen musste, dass wir nicht in einer Gesellschaft leben, die für alle Menschen einen Platz hat, setze ich mich seit Jahren für Aufklärung ein – privat und beruflich. Über Linked­In wurden dann die ersten Unternehmen auf mich aufmerksam und fragten mich an, Vorträge zu halten. So kam der Stein ins Rollen“, sagt Emre.

Wie wird Inklusion in Unternehmen real?

Emre verlangte bei seinem ersten Talk keine Bezahlung. Stattdessen spendete das Unternehmen, für das er den Vortrag „Wer bin ich? Wer bist du? Die Gefahr, das authentische Selbst zu verstecken“ hielt, an eine gemeinnützige Organisation, die sich für Gleichberechtigung einsetzt. Sein Vortrag war ein voller Erfolg. Emre wurde weiterempfohlen und bekam nach und nach immer mehr Anfragen, die er neben seinem eigentlichen Job bald nicht mehr alle annehmen konnte. Deshalb suchte er nach weiteren Speaker*innen sowie einem Team, das ihn bei seiner Vision unterstützen sollte und gründete im Februar 2022 den We Speak You Donate e.V.

Verein oder doch gewinnorientiert?

Stellt sich die Frage, warum sich Emre für die Gründung eines Vereins entschieden hat und nicht für die eines klassischen Social Start-ups? „Wir möchten den Vereinen, die wir unterstützen, auf Augenhöhe begegnen, daher haben wir uns auch für die Gründung eines Vereins entschieden. Wir arbeiten klassisch basisdemokratisch und treffen somit Entscheidungen nur gemeinsam. So stellen wir sicher, dass es keine ,Macht‘ in der Organisationsstruktur gibt, wir intern auch auf Augenhöhe arbeiten und der Kapitalismus immer hinter dem sozialen Allgemeinwohl steht“, erläutert Emre.

Tatsächlich denken viele Gründer*innen bei der Gründung eines Social Start-ups zuerst an die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.). Dieser genießt insbesondere bei gemeinnützigen Zwecken einen guten Ruf. Hinzu kommt, dass für die Vereinsgründung kein Startkapital benötigt wird. Zu beachten sind allerdings Einschränkungen hinsichtlich der Ausschüttung von Gewinnen sowie bei Entscheidungsfindungsprozessen, die nicht zu jedem Gründungsteam und Vorhaben passen.

Da Social Start-ups nicht nur den guten Zweck adressieren, sondern auch kostendeckend agieren müssen bzw. durchaus auch gewinnorientiert aufgestellt sein können, bieten sich neben der Vereinsgründung weitere Rechtsformen an. Stark vertreten ist die Gemeinnütze Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Diese unterliegt bei der Haftung und dem einzubringenden Startkapital denselben Regeln wie die klassische GmbH. Dafür genießt ein so gegründetes Unternehmen Vorteile bei den Steuern und darf Spenden annehmen. Diese Vorteile treffen auch für andere Rechtsformen mit dem Zusatz der Gemeinnützigkeit zu, beispielsweise bei der gUG oder gAG.

Emre hat sich bewusst für die Vereinsgründung entschieden; alle Mitarbeitenden arbeiten neben ihrem Vollzeitjob ehrenamtlich im Verein. Der Name ist Programm und der Grundgedanke blieb: Die Speaker*innen halten spendenbasierte Vorträge und Workshops über Diversität, Inklusion und Gleichberechtigung in Unternehmen. Die Spenden fließen an gemeinnützige Organisationen.

Arthur Mertens gewährt in Vorträgen zum Beispiel Ein­blicke in die Welt als queeres Trans-Mitglied bei der Bundeswehr und spricht dabei authentisch über die Ängste, denen dey (ein Neopronomen für non-binäre Menschen) sich stellen musste sowie über die Hindernisse und die Erfahrungen, die Arthur gemacht hat. Die Speakerin Nina unterstützt leidenschaftlich gern andere Frauen dabei, ihr volles Potenzial zu erkennen, zu nutzen und im Einklang mit anderen Interessen ein rundum erfülltes Leben zu führen. Daher unterstützt sie Unternehmen, denen dieses Thema auch am Herzen liegt, durch Vorträge und Gesprächsrunden zum Thema Female Empowerment und Leadership darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sich weibliche Führungskräfte bestens entfalten können. Zudem ermutigt sie andere Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

15 Talks, 5000 Teilnehmende, 25.000 Euro Spenden

Im Jahr 2021 wurden über 15 Talks mit mehr als 5000 Teilnehmenden abgehalten, bei denen Spenden in Höhe von 25.000 Euro zusammenkamen. Die Diversity-Vereine, an die die Spenden fließen, haben das gleiche Ziel wie der Gründer: Sie leisten mit ihrer Aufklärungsarbeit einen großen Beitrag dazu, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass unabhängig von sexueller Orientierung, sozialer Identität oder Herkunft jede(r) so sein darf wie er/sie ist.

Neben den Vorträgen hält We Speak You Donate auch Talks, die keiner Spende bedürfen. Insbesondere bei Unternehmen mit Employee Resource Groups (ERGs) – von Mitarbeitenden selbst organisierte Gruppen, die eine inklusive und vielfältige Arbeitsatmosphäre fördern – werden Talks gratis abgehalten. Damit möchten Emre und seine Mitstreiter*innen zeigen, dass Geld und Budget keine Hürden sein dürfen, die den Zugang zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion versperren.

Sichtbarkeit für alle

„Im Leben sollte es vielmehr darum gehen, etwas zurückzugeben und anderen Menschen zu helfen. Damit meine ich, sich hinter Freund*innen und Kolleg*innen zu stellen, die beiseitegeschoben werden, um die Stimmen in unserer Gesellschaft zu unterstützen, die nicht gehört werden. Als Social Entrepreneur treibt mich das Füreinanderdasein an, die Sichtbarkeit für alle innerhalb der Gesellschaft. Und das nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext. Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft und mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz. Dafür kämpfen wir mit unseren Vorträgen“, so Emre Çelik.

Emres Tipps für andere Social-Start-up-Gründer*innen

  • Stellt euch immer die Frage: Tue ich etwas als Gründer*in, weil es möglich oder weil es richtig ist?
  • Habe ich die Entscheidungsmacht im Unternehmen verteilt oder ist diese zentralisiert auf einer Position? Soziale Arbeit lebt davon, dass sich alle auf Augenhöhe begegnen und jede Stimme gleich viel Gewicht hat. Dies sollte auch in der Organisationsstruktur abgebildet sein.
  • Versuche, jede Entscheidung zugunsten des Allgemeinwohls zu treffen. Wird die eigene Vermögensvermehrung angestrebt, führt das zwar zu einem besseren finanziellen Wohlstand, sorgt aber nicht für die Verbesserung des Allgemeinwohls.

Heldengrün: Den Haushalt revolutionieren

Wie uns das nachhaltige Start-up Heldengrün nicht nur beim bevorstehenden Frühjahrsputz glänzen lassen will.

Zwei junge Männer, Shewit Hadish und Eugen Mesmer, bringen uns derzeit ein neues Verständnis für den Wohnungsputz bei und zeigen uns, wie der Frühjahrsputz anno 2023 aussieht. Seit 2018 sorgen Shewit und Eugen mit ihrem Start-up Heldengrün dafür, dass unsere eigenen vier Wände ein Stück weit nachhaltiger glänzen und sorgen mit einem Putzstein, Öko-Wasch – und Trocknerbällen, sowie diversen Bio-zertifizierten Ölen für ein neues Verständnis von Sauberkeit. Die Produkte, die es im eigenen Heldengrün-Shop, bei allen großen Online-Händlern, bei Kaufland, Alnatura und in vielen Unverpackt-Läden gibt, vermeiden nicht nur Plastikmüll, sondern kommen so gut wie ohne chemische Zusätze aus.

All-in-One Putzstein, Trocknerbälle und Co.

Die Idee zu Heldengrün entstand in den damaligen Single-Haushalten der Gründer Shewit und Eugen. „Wir fanden es furchtbar, dass die Wohnung nach dem Putzen so pnetrant nach Chemie gestunken hat“, beschreibt Shewit. „Dazu hatten wir jeweils ein ganzes Arsenal an Plastikflaschen herumstehen. Das wollten wir ändern.“

Die beiden entwickeln nach und nach einen nachhaltigen All-in-One Putzstein aus 96 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen mitsamt Schwamm, der sich für alle Haushaltsbereiche eignet und das Putzmittel-Arsenal überflüssig macht, Trocknerbälle für den Trockner, die die Energie im Trockner effizient verteilen um Strom zu sparen, sowie einen weitestgehend natürlichen Bodenreiniger für den Wisch – und Saugroboter mit natürlichen Düften.

Alle Produkte bestehen zum Großteil aus natürlichen Inhaltsstoffen und werden entweder plastikfrei oder mit recyceltem Plastik verpackt, um einen möglichst ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. „Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns alle betrifft und das wir uns auch alle leisten können sollten“, sagt Eugen. „Wir wollten daher bezahlbare Alltagsprodukte schaffen, die uns als ganze Gesellschaft bewusster und grüner machen können. Wir wollen dafür vorhandene Ressourcen nutzen und keine neuen verschwenden.“

Neues Mindset in Sachen Putzen

Im Fokus steht dabei auch ein neues Mindset, was unser Verständnis fürs Putzen betrifft. „Sehr viele Menschen assoziieren den Geruch von Chemie mit Sauberkeit. Nur wenn es so steril riecht wie im Krankenhaus, vertrauen sie darauf, dass etwas wirklich sauber ist. Dabei gibt es nicht den einen spezifischen Geruch von Sauberkeit. Eine Wohnung kann auch dann sauber sein, wenn sie hinterher natürlich duftet und keine Giftkeulen zum Einsatz kamen. Wir müssen hier unser Sauberkeitsverständnis neu definieren.“

Heldengrün will genau das erreichen. Auf ihren Produkten sind anstatt leuchtfarbiger Piktogramme, die vor giftigen Stoffen warnen, lediglich Labels zur Öko-Zertifizierung zu sehen. „Es geht uns um Wertschätzung – gegenüber unserer Umwelt und auch gegenüber den Menschen“, so Shewit weiter. „Eigentlich will doch niemand chemische oder ätzende Inhaltsstoffe in seinen eigenen vier Wänden benutzen, vor allem dann nicht, wenn im Haushalt Kinder wohnen.“

2023 soll eine Erweiterung der Produktpalette erfolgen. Bereits jetzt neu im Sortiment: Ätherische Öle, die nicht nur als Duftgrundlage für Do It Yourself-Wasch- und Putzmittel verwendet werden, sondern das Sortiment in Richtung Körperpflege weiterdenken. So sind die hochwertigen Rosmarin – und Lavendelöle beispielsweise effektive Helfer für Kopfhaut- und Haarpflege. Die dafür verwendeten Pflanzen werden unter strengen ökologischen Auflagen angebaut und von einem Familienbetrieb in Handarbeit destilliert.

SEO-Trends 2023

Suchmaschinenmarketing: Von Audio-Marketing bis Responsive-Suchanzeigen. Mit diesen 7 Trends startest du online im neuen Jahr durch.

Online-Marketing gibt es stetig neue Entwicklungen, Trends, Anpassungen und Tools. Sie automatisieren die bestehenden Prozesse und verbessern die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung und -werbung immer weiter. Um die Sichtbarkeit im Web für das eigene Unternehmen zu erhöhen, gilt es solche Trends im Blick zu behalten. Vor allem Entwicklungen im Bereich Audio, Video und Social Media sowie die Verzahnung von Content und E-Commerce stehen aktuell im Fokus. Wir haben sieben Trends identifiziert, mit denen Unternehmer und Selbständige online 2023 durchstarten.

SEO Trend: Audio-Marketing

Ob Podcasts oder Twitter Spaces: Audio-Content wird immer beliebter. Deshalb sollen diese Inhalte auch in den Suchergebnissen von Google platziert werden. Wie bei anderem Content spielt dabei vor allem der gebotene Mehrwert eine wichtige Rolle für ein gutes Ranking. Mit eigenen Unternehmens-Podcasts erreichen kleinere und größere Betriebe ihre Zielgruppe dann an einem weiteren Touchpoint. Übrigens: Videos sind schon länger ein oft genutztes Marketingtool, doch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Sie erhöhen nicht nur den organischen Traffic, sondern sorgen auch für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen.

SEO Trend: Content-Commerce

Die Verzahnung von Content-Marketing und E-Commerce schreitet im digitalen Marketing immer weiter voran. Beispielsweise Facebook und Instagram setzen bereits verstärkt auf E-Commerce-Funktionen, sodass User*innen über die Plattformen shoppen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen ihren Content zunehmend strategisch in die digitale Customer Journey ihrer eigenen Kundinnen und Kunden integrieren sollten. Dadurch lassen sich passende Inhalte in jede Phase des Einkaufserlebnisses einbinden und flexibel an die Kund*innenbedürfnisse anpassen. Der Aufbau einer Digital-Experience-Plattform kann für Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. 

SEO Trend: Google Analytics 4

Ende Oktober 2020 stellte Google von Universal Analytics beziehungsweise GA3 auf Google Analytics 4, kurz GA4, um und setzt nun verstärkt auf die Umstellung der vierten Version des Trackingtools. Bei GA4 handelt es sich dabei um mehr als ein Upgrade: Es ist vielmehr eine neue Generation von Google Analytics, die für User*innen einige Veränderungen mit sich bringt. Im Vergleich zu GA3 ist nicht nur das User Interface neu, sondern auch das zugrunde liegende Datenmodell und das Tracking. Letzteres lässt sich in der neuen Version auch ohne Cookies ermöglichen. Zudem können über ein ganzes Tagging-Framework Daten an Google-Dienste wie Google Ads, Campaign Manager oder Search Ads 360 gesendet werden. GA4 erleichtert so den Einbau des Tracking-Codes für alle Google-Produkte, noch präziseres Conversion-Tracking und die Minimierung technischer Fehlerquellen. 

SEO Trend: Mobile First

Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer durchsuchen das Web vor allem über ihre Smartphones und Tablets. Schon länger steht die Darstellung im Responsive Design deshalb im Fokus. Google hat schon vor längerem alle Webseiten auf das sogenannte Mobile-First-Indexing umgestellt, sodass die Suchmaschine Inhalte, die ausschließlich auf Desktopgeräten verfügbar sind, ignoriert. Unternehmen sollten ihre Seiten deshalb (sofern nicht schon geschehen) dringend auf das Responsive Design hin überprüfen. Passend dazu spielen auch Deeplinks eine immer größere Rolle. Sie finden in Verbindung mit Apps Verwendung, um von Anzeigen auf die richtigen Zielseiten zu verlinken. Somit verhelfen Deeplinks insbesondere Nutzer*innen von mobilen Endgeräten zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis.

SEO Trend: PageSpeed Insights 

Der Google Online-Dienst „PageSpeed Insights“ - ein Tool zur Analyse und Verbesserung für Ladezeiten von Internetpräsenzen - bietet viele neue Informationen über die Ladegeschwindigkeit und zum Lighthouse-Score. Bei „Google Lighthouse“ handelt es sich wiederum um ein Audit-Tool, das die Performance von Websites erhebt. Der Score wird dabei in den Kategorien Performance, Accessibility, Best Practices und SEO errechnet. Zu den Veränderungen in der optimierten Version gehört zum Beispiel, dass nun nicht mehr die Punktzahl der getesteten Seite ganz oben auf der Ergebnisseite steht, sondern der Abschnitt mit den Nutzer*innendaten. Bei der Punktzahl handelt es sich nämlich nur um Labordaten, die keinen direkten Einfluss auf die Rankings haben. Der Bereich mit den Nutzer*innendaten lässt sich hingegen aufklappen, sodass User*innen zusätzliche Details zu den Core Web Vitals sehen. Dazu wird jeweils der Anteil der Aufrufe dargestellt und kategorisiert: grün für Erreichung der empfohlenen Werte, gelb für Werte mit Verbesserungsbedarf und rot für schlechte Leistungen. Zusätzlich gibt es sowohl für die Nutzer*innen- als auch für die Labordaten einen zusätzlichen Abschnitt mit weiteren Informationen zum Erfassungszeitraum, zur Dauer der Besuche oder auch zur Größe der Strichprobe, sodass User*innen die Performance der jeweiligen Seite besser analysieren und verbessern können.

SEO Trend: Free Listing

Bereits seit einiger Zeit hat Google die kostenlosen Shoppinganzeigen international ausgerollt. Doch noch nicht alle Produktanbieter*innen nutzen dieses Tool für ihre Marketingkampagne. Dabei bietet das Free Listing vor allem kleinen Unternehmen mit wenig Marketingbudget Gelegenheit, Werbeanzeigen kostenlos zu platzieren und diese zu testen. Auf diesem Weg werden nämlich verschiedene Produktmerkmale wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen teilweise auch in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen aufgeführt und Internetnutzer*innen angezeigt.

SEO Trend: Responsive-Suchanzeigen

Marketingmaßnahmen und Online-Tools verändern sich vor allem aufgrund des stetigen Wandels des User-Suchverhaltens. Google gibt beispielsweise an, dass 15 Prozent der täglichen Anfragen ganz neue Suchen darstellen. Online-Marketingkampagnen gilt es deshalb möglichst flexibel zu gestalten. Zudem sollten Unternehmen auf Automatisierung setzen – besonders auf Responsive-Suchanzeigen. Texte in solchen Anzeigen werden ständig angepasst, damit sie Kund*innen immer passende Botschaften präsentieren. Dafür geben Unternehmen einfach mehrere Anzeigentitel und Textzeilen ein, sodass Google Ads im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen testet und die zielführendsten unter ihnen ermittelt. Seit Juli 2022 unterstützt Google noch die Responsive Search Ads. Erweiterte Textanzeigen sollen dann zwar weiterhin ausgespielt werden, die Möglichkeit zur Erstellung oder Bearbeitung fällt aber weg.

Visual Marketing Trends 2023

Kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen sollten diese vier Trends für das visuelle Marketing im Jahr 2023 kennen und im Idealfall nutzen.

Um kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, die Verbraucherstimmung im aktuellen Wirtschaftsszenario zu verstehen und sie bei ihren Marketingstrategien 2023 zu untersützen, hat iStock, die E-Commerce-Plattform für Bilder und Videos, einen durch VisualGPS-Daten gestützten Trendreport veröffentlicht.

Laut VisualGPS liegen die größten Sorgen der Verbraucher*innen zwischen Klimawandel, Inflation und den steigenden Kosten für Waren und Dienstleistungen. Noch wichtiger ist, dass die Menschen weiterhin neu definieren und priorisieren, was Wohlbefinden für sie bedeutet.

Die Mehrheit der Befragten (63 %) gibt an, dass sie ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben anstrebt, gefolgt von der Verbesserung ihrer körperlichen Gesundheit (59 %) und mehr Zeit für ihre Lieben (52 %).

Darüber hinaus schätzen es 79 % der Menschen, wenn Unternehmen, mit denen und bei denen sie zusammenarbeiten, die Herausforderungen anerkennen, mit denen sie persönlich konfrontiert sind. Dies könnte für Unternehmen im Jahr 2023 bedeuten, dass sie ihre Angebote durch Erlebnisse visualisieren sollten, die das individuelle Wohlbefinden ihrer Kund*innen und der ihnen nahestehenden Personen verbessern; während sie gleichzeitig die Probleme und Sorgen ihrer Kund*innen anerkennen, mit denen sie derzeit konfrontiert sind und die sie im Laufe des nächsten Jahres weiterhin bewältigen werden müssen. Die VisualGPS-Studie ergab zudem, dass zwei von drei Menschen weltweit von Unternehmen erwarten, dass diese ihnen gegenüber Empathie zeigen.

Um sich vor diesem Hintergrund Vorteile zu verschaffen, sollen kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen diese vier Trends für das visuelle Marketing im Jahr 2023 kennen.

Visual Marketing Trend 1: Sei emphatisch

Angesichts zukünftiger wirtschaftlicher Unsicherheiten und der Rezession solltest du bei der Vorstellung von gesellschaftlichen Events an kostengünstigere Aktivitäten denken, die Menschen zusammenbringen. Bilder, die deine Zielgruppe bei Outdoor-Aktivitäten, Abenden zu Hause mit Brettspielen oder frei zugänglichen Museen zeigen, sind eine gute Möglichkeit, um mit Kunden*innen in Kontakt zu treten, die bewusster mit ihren Ausgaben umgehen und achtsamer aufgrund ihrer wirtschaftlichen Herausforderung agieren.

Visual Marketing Trend 2: Stelle soziale Verbindungen in den Vordergrund

Verbraucher*innen stellen sich selbst und ihre Liebsten über alles. Bilder und Videos von erfüllenden Erlebnissen, die mit Freunden und Familie verbunden sind, werden entscheidend sein, um deine Kunden*innen anzusprechen. Denke daran, dass gemeinsame Aktivitäten wie Essen oder Trinken eine gute Möglichkeit sind, Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen zu verbinden, anstatt sich auf die Aktivität selbst zu konzentrieren.

Visual Marketing Trend 3: Denke über "kleinen Luxus" nach

Laut VisualGPS stehen bei der Frage nach den wirtschaftlichen Sorgen der Verbraucher*innen weltweit die steigenden Lebenshaltungskosten an erster Stelle. Wie bereits in früheren Zeiten wirtschaftlicher Instabilität gibt es, nach Ansicht der VisualGPS-Expert*innen, einen potenziellen Anstieg des "Lipstick-Effekts", d.h. während die Kosten für Waren steigen, nimmt der "kleine Luxus" zu. Das schafft Möglichkeiten, Gegenstände, die gewöhnlicherweise nicht als luxuriös dargestellt werden, als solche zu präsentieren.

Visual Marketing Trend 4: Vergiss das emotionale und körperliche Wohlbefinden nicht

Mit der Priorisierung des individuellen Wohlbefindens ändert sich auch die Art und Weise, wie Menschen Reisen wahrnehmen. Statt oberflächliche touristische Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten zu zeigen, solltest du Bilder präferieren, die echte Geschichten und die damit verbundenen Emotionen darstellen. Es empfiehlt sich, bei der Gestaltung Ihres visuellen Storytellings an Themen zu denken wie "Arbeiten von überall", "Leben im Moment" oder auch “allein verreisen”. Bedenke auch, wie Reisen das emotionale Wohlbefinden fördert, und zeige Momente der Verbundenheit mit anderen.

Visuelle Marketingtrends gehen bspw. auch davon aus, dass Reisen in die Berge gefragter sein werden als Stranddestinationen und insbesondere Abenteuerreisen zunehmen werden. Bei denjenigen, die in der Lage sind, mehr Geld für luxuriöse Aktivitäten auszugeben, könnte sich ein steigendes Interesse für Safaris und Kreuzfahrten verzeichnen.

IT-Trends 2023

Diese fünf zentralen IT-Trends werden das Jahr 2023 prägen.

Alles steht im Zeichen der Krise. Die Prognosen für die DACH-Region drehen sich um eine gleichbleibend hohe Inflation, die drohende Rezession sowie um die Frage, wie gut oder schlecht Unternehmen diese Situation verkraften werden. Wir wagen einen Ausblick auf die IT-Trends 2023 und stellen fest: Wir haben es mit einer Mischung aus wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit zu tun, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Die aktuellen Entwicklungen führen dazu, dass die Schere zwischen Unternehmen, die ums Überleben kämpfen und jenen, die Dank ihres digitalen Ansatzes sogar einen Wettbewerbsvorteil realisieren können, weiter auseinander geht. Vor diesem Hintergrund: Diese fünf zentrale IT-Trends werden das Jahr 2023 voraussichtlich prägen.

1. IT-Trend 2023: Mehr für weniger: Der Druck steigt, bessere IT-Ergebnisse zu geringeren Kosten zu erzielen

Zum ersten Mal trifft der aktuelle Wirtschaftsabschwung auf eine noch junge Businessform: Unternehmen mit As-a-Service Geschäftsmodellen können auf diese Herausforderungen nicht mit althergebrachten Strategien klassischer Industrien reagieren: Das Zurückstellen von Ausgaben für langfristige Investitionsgüter hilft hier nicht weiter. Um Kosten zu sparen, setzen Unternehmen stattdessen auf die Optimierung vorhandener Technologien. Während der Pandemie hat sich z.B. in vielen Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher, sich teils überlappender Tools angesammelt: Von Teams über Zoom bis hin zu Slack und Asana – sie alle sollten die Remote-Arbeit und Kooperation möglichst schnell und effizient machen. 2023 werden Unternehmen jedoch ihren Tech-Stack genauer unter die Lupe nehmen und sich von einigen As-a-Service Produkten wieder trennen. Punkten hingegen werden jene Anbieter*innen, die als echte Wachstumskatalysatoren identifiziert werden und die helfen, neue Märkte und Einnahmequellen zu erschließen.

2. IT-Trend 2023: Hoher Speicherbedarf trifft auf Lieferkettenproblem: Masterplan für Hybrid-Cloud-Strategie ist unerlässlich

Die Anzahl der datengetriebenen Geschäftsmodelle steigt und damit auch der Speicherbedarf in Unternehmen. Die seit der Pandemie gestörten Lieferketten haben sich jedoch bisher nicht erholt: Eine einjährige Lieferzeit bei Hardware- und Netzwerkkomponenten sind keine Seltenheit. Deshalb werden noch mehr Unternehmen auf Cloud-Provider setzen, um Zugriff auf eine robuste, verlässliche und skalierbare Speicherinfrastruktur zu haben. Gewinnen werden jene Unternehmen, die dafür eine minutiöse Planung aufsetzen: Wie und wann greift ein Unternehmen auf eine Public Cloud zu, um einerseits die schwankende Nachfrage bestmöglich zu bedienen und andererseits nicht selbst alle Speicherkapazitäten vorhalten zu müssen? Während vorhersehbare, routinemäßige Arbeitslasten auf der eigenen Infrastruktur laufen, werden unerwartete Arbeitslasten planmäßig in die Public Cloud verlagert. Nur Unternehmen, die hierfür ein detailliertes Drehbuch bereitstellen, werden die Speicherknappheit ohne Abstriche an Verfügbarkeit und Resilienz meistern.

3. IT-Trend 2023: Für Nachhaltigkeit und gegen die Folgen extremer Klimaereignisse: Zwei Seiten der gleichen Medaille

Nachhaltigkeit hat viele Aspekte: Mit den knappen Energieressourcen und den explodierenden Energiepreisen ist für Unternehmen eine weitere, teilweise existenzielle Herausforderung hinzugekommen. 2023 werden Unternehmen ihren Energieverbrauch immer stärker am schwankenden, aktuellen Strompreis ausrichten, um Kosten zu sparen. In diesem Zusammenhang wird auch die Investition in immer leistungsfähigere Technologie steigen, da diese eine bessere Performance bei geringerem Energieverbrauch ermöglicht. Zudem wird die Politik entschiedener gegen Greenwashing vorgehen: Von Seiten der Gesetzgebung und der Regulierungsbehörden werden die Vorgaben immer konkreter, wie z.B. die ESG-Kennzahlen, die die Themen Umwelt, Soziales und Governance in den Fokus nehmen. Auf Nachhaltigkeit setzen Unternehmen aber auch verstärkt aus Gründen der Resilienz und stellen sich der Frage: Wie lassen sich IT-Systeme widerstandsfähiger machen gegen die immer deutlicheren Auswirkungen extremer Klimaereignisse? Viele Unternehmen werden sich im kommenden Jahr verstärkt mit Notfallplänen beschäftigen, um die Kontinuität ihres Geschäfts noch stärker durch Backups oder die Möglichkeit einer kurzfristigen Verlagerung ihrer Anwendungen zu alternativen Cloudanbietern an anderen Standorten abzusichern.

4. IT-Trend 2023: Managed Services sind im Aufwind – Attraktivität integrierter Komplettlösungen steigt

Vom Angebot über die Auswahl bis hin zum Betrieb, Anwendungen werden immer komplexer, die umfassende Expertise jedoch ist in den Unternehmen längst nicht mehr gegeben – vor allem bedingt durch den sich verstärkenden Fachkräftemangel. Insbesondere Unternehmen, für die IT-Systeme nicht das Herzstück ihres Geschäftsmodells sind, sondern diese lediglich als „Vehikel“ nutzen, schaufeln sich mit Managed Services (MS) Kapazitäten für ihr eigentliches Geschäft frei. Je mehr ein Unternehmen unter Druck steht, umso mehr setzt es auf Managed Service. Parallel findet bei MS-Anbietern eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche oder Branchen statt, da nicht jedem/jeder Kund*in jede Dienstleistung angeboten werden kann.

5. IT-Trend 2023: Weniger Perfektion – mehr Befähigung: Viele deutsche Unternehmen werden ihre traditionelle Denkweise schneller hinter sich lassen als erwartet

Die Unternehmen müssen gemeinsam mit der Technologie transformiert werden, die Revolution kommt sprichwörtlich aus den unteren Etagen – insbesondere aus jenen der IT-Abteilungen. Die Angst vor Risiken und die Scheu vor Lösungen, die nur 90 Prozent statt 100 Prozent Perfektion versprechen, lähmt Organisationen und bringt sie angesichts von Inflation und Rezession in ernsthafte Schwierigkeiten. Mut und der Weitblick hingegen, klassische Hierarchien über Bord zu werfen, macht aus Führungskräften echte „Befähiger*innen“. Diese Art der Unterstützung wird sich in den obersten Chefetagen immer häufiger durchsetzen und der digitalen Transformation auch hierzulande einen echten Schub versetzen. Deutsche Führungskräfte verlassen nach Jahren der Zurückhaltung notgedrungen die Zauderzone und wagen Neues.

Die Autorin Elena Simon ist Geschäftsführerin der GCore Labs GmbH

Office-Trends 2023: Wie werden wir künftig arbeiten?

Future of Work: Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Wir zeigen die zentralen Trends in Sachen Arbeitsplatzstrategie.

Nach wie vor dominiert der Arbeitnehmer*innenmarkt und das bedeutet für die Arbeitgeber*innen, dass ein wesentliches Ziel darin besteht, den Wünschen und Erwartungen der potenziellen sowie aktuellen Belegschaft zu entsprechen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich zu agieren.

Vor diesem Hintergrund haben Unternehmen, die weiterhin als attraktiv gelten wollen, die Aufgabe, sich mit dem Thema New-Work auseinanderzusetzen und passende Konzepte in ihr Arbeitsumfeld zu integrieren. Eine wichtige Grundlage hierfür ist eine Arbeitsplatzstrategie, mit deren Hilfe Firmen Raumlösungen entwickeln können, die nachhaltig, kostengünstig und dabei skalierbar sind.

Neue Strukturen einführen: hybrides Arbeiten als Zeitgeist

Hybrid is the new normal. Die letzten drei Jahre hat sich ein Wandel vollzogen – in der Arbeitswelt ebenso wie in den einzelnen Mitarbeiter*innen. Ein Zurück zu den alten Wurzeln ist unter dieser Voraussetzung kaum möglich und nicht erstrebenswert. Vielmehr sollten Firmen nun auf neue Strukturen setzen; das betrifft sowohl die zeitliche Flexibilität als auch die räumliche. Mitarbeiter*innen schwören mittlerweile in vielen Bereichen auf eine Mischung aus Homeoffice und Präsenzarbeit im Büro. Compliance und Kontrollzwang waren einmal, heute gilt es, seiner Belegschaft als Unternehmen Vertrauen zu schenken und ein Höchstmaß an Work-Life-Balance zu gewähren. Das macht die Belegschaft gleichzeitig zufriedener und produktiver. Davon profitieren alle Seiten. So sollte sich beispielsweise auch die Raumstruktur an das neue Arbeiten anpassen. Offene, große Räume wird es weiterhin geben müssen, um Konferenzen und größere Meetings abhalten zu können. Diese Räumlichkeiten sollten modular eingerichtet sein. Verschiebbare Wände, beschreibbare Tafeln und Möbel, die sich dem Menschen anpassen und dadurch die Kommunikation unterstützen, sind ein klarer Trend im neuen Jahr. Ebenso brauchen die Kolleg*innen aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Kleine Räume für stilles Arbeiten in angenehmer Atmosphäre sollte jedes Unternehmen der Belegschaft stellen können. Wer das in den eigenen Räumen bislang nicht kann, für den ist die Möglichkeit, einen Offsite-Space zu nutzen, eine tolle Alternative. Zugleich können diese Spaces individuell und nach Auslastung gebucht werden.

Flexibilität – der Schlüssel zu mehr Produktivität und Zufriedenheit

Durch die Möglichkeit, Homeoffice, Office und Co-Working-Space zu kombinieren, erweitern Unternehmen ihr Angebot an flexiblem Arbeiten enorm. Mit dem passenden Workspace-Konzept, das auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen eingeht und die Arbeitsweisen der Teams berücksichtigt, können Firmen nur gewinnen. Logischerweise benötigen Menschen, die viel im Team arbeiten, andere Räumlichkeiten als jene, deren Fokus sich auf Einzelarbeiten richtet. Unternehmen haben hier eine große Chance, die Zufriedenheit und gleichzeitig die Produktivität am Arbeitsplatz zu steigern. Indem Unternehmen sich für die flexible Anmietung von Offsite-Spaces zusätzlich zum eigenen Büro entscheiden, können sie neue Konzepte leicht umsetzen und gleichzeitig die festen Büroflächen minimieren und damit verbundene Miet- und Heizkosten dauerhaft senken.

Der Trend hin zur kürzeren Mietdauer bei Gewerbe- und Büroimmobilien unterstützt diese Flexibilität zusätzlich. Firmen müssen sich häufig nicht mehr über Jahre oder gar Jahrzehnte vertraglich an eine Immobilie binden und können sich bei Leerstand schneller wieder verkleinern.

Berücksichtigung der ESG-Richtlinien

Nicht nur für den Geldbeutel der Firma, auch für die Umwelt ist eine Verkleinerung angemieteter Flächen sinnvoll. Denn aufgrund des hybriden Arbeitens wird es künftig höhere Leerstandsquotengeben. Schon allein wegen der ESG-Richtlinien (Environmental, Social and Governance) ist dies auf lange Sicht nicht mehr tragbar. Hinzu kommen zusätzliche anfallende Kosten für diese Leerstände, die die Unternehmen decken müssen, die aber kaum wirtschaftlich sind. Mithilfe von flexibel einsetzbaren Büros – zum Beispiel Co-Working-Offices oder auch Desk-Sharing – können Firmen dem entgegenwirken. Sie zahlen und heizen dann nur noch für die Räume, die sie wirklich nutzen.

Offsite-Space, Homeoffice, Office: die Mischung macht's

Die Arbeitswelt von „vor der Pandemie“ ist passé. Ein Zurück in alte Strukturen wird es nicht geben, dafür ist zu viel passiert. Doch das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Flexible Arbeitszeiten und – Orte können die Work-Life-Balance der Mitarbeiter*innen unterstützen und positiv beeinflussen. Das steigert Wohlergehen und Gesundheit. Hybrides Arbeiten ist da, wo möglich, das Mittel der Wahl, der Mix aus den unterschiedlichen Möglichkeiten macht das Arbeitsleben erst bunt, fördert in vielen Bereichen die Kreativität und kann für ein deutlich positiveres Arbeitsklima sorgen. Die passenden Räumlichkeiten vorausgesetzt.

Das Büro von früher hat in seiner alten Form vielerorts ausgedient. Gleichwohl wird es das Office weiterhin geben müssen – für Zusammenkünfte, zum gemeinsamen, kreativen Arbeiten, als Begegnungsort fürs Teambuilding. Denn ersetzen kann der Bildschirm zu Hause die persönliche Begegnung nicht, wohl aber ergänzen. So dass der Mensch sich entscheiden kann, wann es für ihn oder sie günstiger ist, ins Büro zu kommen, wann das Arbeiten im Co-Working-Space Sinn ergibt und wann er besser direkt von zu Hause aus arbeitet.

Der Autor Julian Jost ist CEO und Co-Founder von Spacebase, einer globalen Buchungsplattform für Workshop- und Meetingräume, 2015 gegründet in Berlin.

HR-Trends 2023

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren – diese Trends solltest du kennen.

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren. Zwischen Digitalisierung, Inflation und andauernden weltweiten Krisen stehen Unternehmen weiterhin vor ereignisreichen Zeiten. Aber was ist für das kommende Jahr zu erwarten? SD Worx, europäischer Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, prognostiziert folgende wichtigste Trends.

Die HR-Welt verändert sich in rasantem Tempo. Neue Geschäftsmodelle, konsolidierende Märkte, die zunehmende digitale Transformation und gesellschaftliche Entwicklungen steigern die Nachfrage nach flexibler Personalarbeit. Dabei geht es nicht nur um die interne Gestaltung der Organisation, sondern auch um einen entscheidenden Bewusstseinswandel auf grundlegenderer Ebene: Den Wandel als Chance zu nutzen und die Personalpolitik neu zu überdenken. 

1. Flexibilität wird zum Schlüsselkonzept
Hybrides Arbeiten hat sich 2022 vielerorts zum neuen Standard entwickelt. Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden oftmals schon jetzt maximale Flexibilität, was die Wahl des Arbeitsortes betrifft. Gleichzeitig verschwimmen dank des zunehmend dynamischeren Personalmanagements die Grenzen zwischen den verschiedenen Abteilungen immer mehr und Unternehmen prüfen, wie sich Mitarbeitende mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen bestmöglich ergänzen können. Interne Plattformen gewinnen an Beliebtheit und gewährleisten eine optimale Abstimmung zwischen den verfügbaren Talenten im Unternehmen (fest angestellt oder als Zeitarbeiter*innen) und der Art der zu besetzenden Stelle. So können Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt und die persönlichen Stärken der Arbeitnehmenden gefördert werden. 

2. Digitalisierung als ganzheitlicher Ansatz
Um die verschiedenen Aspekte des flexiblen Arbeitens managen zu können, werden für Personalverantwortliche smarte HR-Tools immer wichtiger. Dadurch können nicht nur Prozesse vereinfacht werden, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird gewährleistet. Obwohl der Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor fast drei Jahren die Digitalisierung beschleunigt hat, ist die digitale Reife in vielen Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Das gilt auch für die Personalabteilungen, obwohl es schon heute ausgereifte Tools und Lösungen gibt. Während Unternehmen in China und in den Vereinigten Staaten bereits vermehrt auf solche Möglichkeiten setzen, ist dies in Deutschland und anderen europäischen Ländern noch nicht der Standard. Gerade den Organisationen mit Aufholbedarf bietet der Übergang zu End-to-End-Lösungen innerhalb eines integrierten digitalen Systems große Vorteile, da mittelfristig Kosteneinsparungen zu erwarten sind. 

3. Zahlen im Fokus
Angesichts der aktuellen Energiepreise und der Inflation bleibt die wirtschaftliche Situation für Unternehmen eine Herausforderung. Mehr denn je wägen sie ab, in welche Tools sie investieren können, um ihre Mitarbeiter*innen auf intelligente und integrierte Weise zu unterstützen. Unternehmen sind zunehmend offen für die Auslagerung oft zeitaufwändiger und komplexer Tätigkeiten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Angesichts steigender Preise rückt zugleich das finanzielle Wohlergehen der Angestellt*innen weiter in den Vordergrund. Unternehmen integrieren häufiger intelligente Vergütungen in ihre Lohnpolitik, mit flexiblen Gehaltsperioden, alternativen Gehaltsformen oder einem individuellen Verdienst, bei dem die Mitarbeiter*innen die Zusammensetzung ihres Gehaltspakets teilweise selbst mitbestimmen können.

4. Maßgeschneiderte Arbeitsmodelle 
Der Fachkräftemangel wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, sodass sich die Unternehmen mehr denn je als attraktive Arbeitgeber*innen positionieren müssen. Gleichzeitig ermöglicht dies den Arbeitnehmenden, eine bewusstere Jobwahl zu treffen. Speziell für das Jahr 2023 ist diese Herausforderung durch eine Machtverschiebung gekennzeichnet: Die Mitarbeitenden sind sich bewusster darüber, was ihnen wichtig ist und wollen bei Entscheidungen miteinbezogen werden. Sie erwarten ein offenes Ohr sowie ein Mitspracherecht und fordern flexible Regelungen zu Arbeitsinhalten, -verträgen, -zeiten, -orten sowie die Wahl zwischen Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung.

Marketing-Trend-Statements 2023

Marketing-Trends 2023: Achtsames Storytelling, Data-driven und Authentizität: diese Trends bestimmen das kommende Marketing-Jahr.

Die Technologie entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Es gibt jedoch auch eine Gegenbewegung gegen die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der Interaktionen zwischen Marken und Verbraucher*innen. Heute besteht der Wunsch, das Marketing wieder menschlicher zu gestalten. Warum und wie Authentizität, Technologie und Gesundheitsthemen die Aufbereitung von Content sich 2023 verändern wird, beschreiben die sieben CEOs, Gründer*innen und Marketing-Expert*innen in ihren Trendstatements für das kommende Jahr.

Self-Service-Endpoints schaffen Kundenbindung über Erfolgserlebnisse

Self-Service-Endpoints sind digital geschaffene Möglichkeiten, damit Kund*innen sich eigens um Anliegen aller Art kümmern können. Gerade beim digitalen Shopping kommen viele Fragen zum Bestand, der Sendung, Angeboten oder Rücksendungen auf - der Customer Self-Service kann schnelle und hürdenlose Lösungen bereithalten, ohne dass Mensch oder Bot überhaupt erst eingeschaltet werden muss. Die Antworten müssen dafür am Anwendungsfall der User ausgerichtet werden und führen im besten Falle zu einem Erfolgserlebnis der Nutzer*innen. Die Wartezeit zur Lösung einzelner Probleme ist deutlich kürzer und User haben das Gefühl, näher am Unternehmen zu sein, da sie sich allein und ohne großen Aufwand Antworten beschaffen können. Die Personalisierungsidee wird somit um die Faktoren Einfachheit, Schnelligkeit und Bindung über Zufriedenheit erweitert, was wiederum Leads generiert und den Verkauf fördert. Diese Innovation wird bereits von großen Unternehmen wie Miele genutzt – im Jahr 2023 dürfen wir hier aber sicherlich noch sehr viele Nachzügler beobachten.

FettFressHair als Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland ausgezeichnet

Das Recyclingprojekt des Kieler Start-ups „FettFressHair“ hat vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Titel „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ verliehen bekommen.

Tagelange Arbeit an Motivationsschreiben und Projektbeschreibung, Nervosität bei den Auswahlgesprächen und am Ende kräftiges Daumendrücken haben sich ausgezahlt: das Kieler Team „FettFressHair – dein Haar kann Meer“ hat eine weitere Auszeichnung abgeräumt.

Mit „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ fördert die Bundesregierung innovative Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das „FettFressHair“-Team erhält nun ein einjähriges Mentoring sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Workshops, die das Projekt deutschlandweit bekannter machen und stärken sollen.

„FettFressHair“ wurde 2021 ins Leben gerufen, in dem Jahr, in dem pandemiebedingt deutschlandweit Friseursalons schließen mussten. Die Initiatorin und Kieler Friseurmeisterin Janine Falke und ihre Schwester Nadine Schindler wollten diese Zeit sinnvoll nutzen und ließen sich bei ihrer Idee von einem Bericht über das Ölunglück auf Mauritius im Jahr 2020, wo Haare in Strümpfen eingesetzt wurden, um die Verunreinigungen im Wasser aufzunehmen, inspirieren.

Nach diesem Vorbild sollten auch in Deutschland Haare als Öl-Filter eingesetzt werden. Auf die ersten Prototypen mit Haaren aus dem eigenen Friseursalon folgte Anfang 2021 der Sieg beim „Yooweedoo- Ideenwettbewerb“ der CAU Kiel. Kurz darauf wurden die „FettFressHair-Schlängel“ mit Korken schwimmfähig gemacht und Kooperationspartner im Kieler Tiefbauamt gefunden.

In diesem Jahr kam dann ein weiteres professionelles Produkt dazu: das „FettFressHair-Nadelvlies“. Es wird maschinell verarbeitet, besteht aus 100 Prozent reinem Schnitthaar und ermöglicht verschiedenste, flexible Anwendungsgebiete. Dafür befindet sich „FettFressHair“ aktuell im Zertifizierungsprozess, um Städten in ganz Deutschland ein nachhaltiges Alternativprodukt zu synthetischen Ölfiltern anzubieten. Mit dem Nadelvlies können z.B. Ölfänger in Regenrückhaltebecken, Bootshäfen und Motorbootstankstellen installiert werden. Außerdem ist der Einsatz in Gullys oder auch im Dämmstoffbereich möglich.

„Die Auszeichnung als Kultur-& Kreativpilot*innen und die damit verbundene Aufmerksamkeit möchten wir dafür nutzen, unser Start-up weiter zu entwickeln und Kooperationspartner*innen zu finden“, so „FettFressHair“-Initiatorin Janine Falke. Ihre Co-Founderin und Schwester Nadine Schindler ergänzt: „Als Kultur-und Kreativpilot*innen Deutschland wollen wir zeigen, dass es sich lohnt aus jedem Beruf heraus über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken und zu agieren.“

Der Nachfolge-Innovator

Aktuell stehen so viele Unternehmen wie nie zuvor vor der brisanten Nachfolgefrage. Wie Serial Entrepreneur Tobias Zimmer mit TRADINEO dieses Problem adressiert, Gründer*innen als Nachfolger*innen etabliert und zu Innovator*innen macht.

Wenn ein Vierjähriger sich statt Hund oder Hamster zwei Hühner als Haustiere wünscht, um durch den Verkauf der Eier sein Taschengeld aufzubessern, dann ist schnell klar: Diesem Kind steht eine spannende, unternehmerische Karriere bevor. Und so sollte es kommen: Tobias Zimmer (36) gründete als Teenager sein erstes Unternehmen, eine Ebay-Verkaufsagentur. Während seines BWL-Studiums in Marburg, Leipzig, New-York und Seoul folgte eine Immobilienfirma. Doch den ersten entscheidenden Schritt in Richtung eines erfolgreichen Unternehmers machte der aus der Region Osnabrück stammende Betriebswirt erst nach seinem Masterabschluss: Er gründete Coffee-Bike, eine mobile Coffee-Shop-Kette, die per Franchise betrieben wird. „Ich habe gesehen, wie viele Cafébesitzer ihren Betrieb aufgrund von zu hohen Fixkosten, insbesondere für die Miete, einstellen mussten. Da kam mir die Idee zu einem mobilen Coffee-Shop. Das erste Bike mit integrierter Siebträger-Maschine habe ich noch mit Vater und Schulfreund in unserer Garage gebaut“, erinnert sich Tobias zurück.

Per Franchisesystems bietet Coffee-Bike seit mittlerweile

12 Jahren auch Menschen mit wenig Startkapital die Möglichkeit, ein eigenes Business auf die Beine zu stellen. Und das Konzept geht auf: Coffee-Bike wächst in wenigen Jahren zu einem der größten Franchisesysteme in Deutschland – und zwar ohne externes Risikokapital. „Das war eine harte Zeit. Die ersten Jahre habe ich mir genauso viel Lohn ausgezahlt wie unserem Werkstudenten – und das obwohl ich 12 Stunden pro Tag gearbeitet habe. Als Mittzwanziger war es irgendwie möglich, so über die Runden zu kommen. Wenn ich mir aber vorstelle, ich würde erst heute, mit Mitte 30 und als Vater gründen, wäre diese Art von Unternehmensführung für mich rein finanziell gar nicht mehr machbar“, sinniert Tobias.

Irgendwie wurden auch die harten ersten Jahre gemeistert: Die charmanten Fahrräder sind aus vielen deutschen Innenstädten nicht mehr wegzudenken – egal ob Düsseldorf, Hamburg oder München. Heute ist Coffee-Bike ein mittelständisches Unternehmen und in 17 Ländern aktiv, unter anderem mit einer Tochtergesellschaft in London.

Auch wenn die Erfolgsgeschichte von Coffee-Bike anhält, am Ende seiner Gründungsgeschichte ist der Niedersachse noch lange nicht: Bereits 2016 suchte der junge Unternehmer eine neue Herausforderung und gründete erneut: Mit myChoco kreierte er eine soziale Schokoladenbrand, die mit einem Teil des Umsatzes soziale Projekte fördert. „Es war mir schon immer wichtig, dass mein Unternehmertum einen positiven Impact hat – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich“, erklärt Tobias. „Der gesellschaftliche Wandel macht soziales Handeln zur Voraussetzung für wirklich gute Marken. Eine Brand ohne Impact-­Thema kann heute eigentlich nicht mehr erfolgreich werden.“

Wunderflats: 7 Tipps aus 7 Jahren Unternehmensgeschichte

Arkadi Jampolski, Co-Gründer und COO von Wunderflats, mit sieben Learnings aus sieben Jahren Start-up-Unternehmertum.

Die sieben Weltwunder, die sieben Todsünden, sieben Jahre Pech, das verflixte siebte Jahr, im siebten Himmel: Kaum eine Zahl ist mit so vielen Mythen verbunden wie die Sieben. Immer wieder erscheint sie uns als relevante Größe, an der man Dinge misst. Auch für junge Unternehmen ist die Zahl Sieben ein relevanter Erfolgsindikator. Durchschnittlich 90 Prozent aller gegründeten Start-ups scheitern bereits nach fünf Jahren. Ist dieser statistische Meilenstein geschafft, kann es also nur noch nach oben gehen – so die Hoffnung.

Bei unserem 2015 gegründeten Berliner Unternehmen Wunderflats ist genau das der Fall gewesen. Aus einer einfachen Idee – möblierten Wohnraum einfach, flexibel und sicher zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen zu vermitteln – ist im siebten Jahr des Bestehens Deutschlands Marktführer für möbliertes Wohnen auf Zeit geworden. Dass der Weg vom jungen, wilden Start-up hin zum dynamischen Scale-up von Veränderung und Umbrüchen geprägt war, versteht sich von selbst. Wir teilen unsere sieben wichtigsten Learnings.

Verbindet Vielfalt durch eine gemeinsame Mission

Zahlreichen Studien zufolge ist ein diverses (Gründer-)Team erfolgreicher als ein homogenes. Meinen Mitbegründer Jan Hase und mich verbindet eine übereinstimmende Wertebasis – wir teilen eine Vision und verfolgen die gleiche Mission. Dass wir zudem beide aus bescheidenen Verhältnissen kommen, ist ein weiterer gemeinsamer Nenner. Doch Arbeit und Leben gestalten wir oft unterschiedlich. Für uns zählt Vielfalt – das gilt auch für die gesamte Wunderflats-Familie: Wir bringen Führungskräfte aus jungen Unternehmen wie GetYourGuide, AirBnB oder Flixbus mit anderen zusammen, die in sehr professionellen Konzernen wie Mercedes gelernt haben. Bei uns arbeiten Menschen mit Top-Uniabschlüssen, Kolleg*innen ohne Studium, junge und jung gebliebene Mitarbeitende ziehen an einem Strang und ergänzen einander. Denn für uns ist eines klar: Wer Unterschiedlichkeiten durch ein gemeinsames Fundament aus Vertrauen, gegenseitigem Verständnis und transparenter Kommunikation zusammenbringt und eine vereinende Mission verfolgt, gewinnt.

Fortschritt im Markt für Fortschritt im Unternehmen

Eine weitere wichtige Erkenntnis, die Gründer*innen verinnerlichen sollten: Ein Unternehmen schwebt nicht auf einer einsamen Wolke, sondern ist immer eingebettet in ein Ökosystem aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Es lohnt sich für Unternehmerinnen und Unternehmer, sich mit anderen Stakeholdern zu vernetzen und gemeinsam die Branche voranzubringen, statt immer nur das eigene Unternehmen im Blick zu haben. Mein Co-Gründer Jan beispielsweise engagiert sich in mehreren Kommissionen wie der Bundeskommission für Digitalisierung oder der Bundesfachkommission Bau, Immobilien & Smart Cities, deren Arbeit indirekt auch auf unsere Unternehmensziele einzahlt. Auf diese Weise entstehen Symbiosen, die für alle Beteiligten sinnvoll und gewinnbringend sind.

Das Bauchgefühl durch Analysen zu unterdrücken ist fatal

Jede Unternehmerin, jeder Unternehmer steht an irgendeinem Punkt im Unternehmenszyklus vor harten Entscheidungen. Die wichtigsten Fragen, die man sich in solchen Momenten stellen sollte, lauten: Wie groß ist das Erfolgspotenzial? Wie hoch sind die Kosten, diese Entscheidung in Zukunft zu ändern, anzupassen oder weiterzuentwickeln? Liegen alle Perspektiven auf dem Tisch? Wie viel Momentum verlieren wir, wenn wir uns nicht sofort entscheiden? Auch wenn die rationale Faktenlage noch so klar sein mag, am Ende darf eine Entscheidung auch immer emotional geprägt sein; durch das altbekannte Bauchgefühl. Wenn nötige Fakten fehlen, um eine Entscheidung zu treffen, hilft oft nur die Intuition. Und anders herum weist uns unser Bauchgefühl auch auf Entwicklungen hin, die sich vielleicht noch nicht in den Daten niederschlagen. Es ist wichtig, sich das bewusst zu machen, denn ein Momentum ist schnell vergangen und ohne Momentum gibt es keinen Fortschritt.

Kultur frisst die Strategie zum Frühstück

Ein weiterer Punkt mit enormer Strahlkraft ist die eigene Unternehmenskultur. Gerade für neue Teammitglieder und junge Menschen, die frisch in den Arbeitsalltag starten, bietet eine starke Firmenkultur eine hervorragende Orientierung dafür, welche Werte im Berufsleben hochgehalten und aktiv vertreten werden können. Die Formulierung und der erklärte Purpose sind das Eine – doch den schönen Worten müssen Taten folgen. Gemeinsame und von allen geteilte Werte sind so etwas wie der Kleber eines Unternehmens, der die verschiedenen Puzzleteile zusammenhält. Nur mit einer wertebasierten Unternehmenskultur können Teams das gemeinsame Ziel verfolgen und an einem Strang ziehen. Gerade für Unternehmen im Wachstum ist eine geteilte Kultur enorm wichtig, um Teams zusammenzuschweißen und nicht ins Micromanagement zu verfallen.

Lernen, lernen, lernen – und dabei den Fokus nicht verlieren

Je größer ein Start-up wird, desto komplexer werden die Herausforderungen, die mit dem Wachstum einhergehen. Die Offenheit für andere Meinungen und die Bereitschaft zu kontinuierlichem Lernen sind wesentliche Fähigkeiten einer guten Unternehmensleitung. Als Team profitieren wir vom ständigen Austausch zu Erfahrungen – auch mit neuen Kolleg*innen. Am besten lernt man differenziell. Der Begriff kommt aus der Sportwissenschaft und bezeichnet das explorative Testen unterschiedlicher Optionen: Man überlegt sich Abläufe oder Neuerungen und probiert sie aus. Dann wird geschaut, was gut funktioniert oder was stattdessen funktionieren könnte. Dazu sucht man sich Best Practices. Dem differenziellen Lernprozess vorangestellt ist die Fähigkeit, zu beobachten und zuzuhören. Stress, Ablenkung und Alltagslärm strapazieren unsere Präsenz und Aufmerksamkeit, so dass wir schließlich aufhören, dazuzulernen. Das kann zum Stillstand führen und am Ende zum selbstverursachten Ende des Unternehmens.

Jedes Unternehmen trägt als Teil der Gesellschaft Verantwortung

Jedes Unternehmen ist Teil der Gesellschaft und trägt damit Verantwortung. Jedes Team verfügt über einzigartige Fähigkeiten, die es im Sinne der Gesellschaft zu nutzen gilt, nicht nur für den eigenen Unternehmenswert. Diese einzigartigen Fähigkeiten sollten dafür eingesetzt werden, um zuallererst den Firmen-Zweck, die eigene Mission zu fördern und voranzutreiben. Unterstützend braucht es Professionalität, ein funktionierendes Geschäftsmodell und damit verbundene Profitabilität, gesichert durch finanzielle Nachhaltigkeit – denn ein Unternehmen ist eine Organisationsform in der Gesellschaft, die Wohlstand schaffen muss, sonst kann es keinen gewinnbringenden Beitrag für die größere Mission leisten.

Sei bescheiden. Bleibe bescheiden

Zum Abschluss einer der wichtigsten Tipps für Gründer*innen: Vergesst nie eure Anfänge. Wir können unser Glück und den Zufall nicht beeinflussen. Wenn wir Glück haben, können wir mit unserer Leistung aber mehr daraus machen. Erfolg hängt also mit Leistung zusammen, es braucht dafür aber auch immer die entscheidende Portion Glück. Das Zurückbesinnen auf die eigenen Anfänge im Berufsleben, auf die individuelle Entstehungsgeschichte – und eben auf das Quäntchen Glück – erdet im Sog von Finanzierungsrunden und Expansion ganz besonders. Sei also bescheiden – und bleibe es.

Über Arkadi Jampolski

Arkadi Jampolski ist Co-Gründer und COO von Wunderflats. In Russland geboren und aufgewachsen, kam Arkadi mit acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Neben seinem Doppel-Bachelor-Abschluss (BA European Business & BSc Financial Management) war Arkadi einige Zeit selbständig und hatte bereits ein mal gegründet, bevor 2015 Wunderflats, die führende deutsche Plattform für möbliertes Wohnen auf Zeit, entstand.

HR-Trends 2023

Welche Trends und Entwicklungen im HR-Bereich 2023 zu erwarten sind, hat Dr. Arne Sjöström, Lead People Scientist bei Culture Amp, skizziert.

HR-Trend 1: Pauschale Gehaltserhöhungen und Vergünstigungen werden zum Eigentor

Auch wenn Mitarbeitende Zuschüsse zur Abfederung der steigenden Lebenshaltungskosten begrüßen, sollten Unternehmen symbolische Gesten vermeiden. Leistungsprämien, bei denen nicht klar ist, auf welcher Basis sie ausgeschüttet werden, und Zulagen, die nach dem Gießkannenprinzip vergeben werden, sorgen bei den Leistungsträger*innen oftmals für Verunsicherung und Unruhe. 2023 wird vielmehr das Jahr der individuellen Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme sowie der Performance Reviews. Diese spielen eine immer wichtigere Rolle: Sie gewährleisten die Transparenz, die notwendig ist, um Entscheidungen und die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitenden zu begründen.

HR-Trend 2: Der Experimentierkasten kommt zum Einsatz

Unternehmen werden austesten, was für sie der beste Weg ist, um ihre Belegschaft zu belohnen. Viele Organisationen haben jedoch schlichtweg kein Geld übrig, das sie ausschütten können. Hier ist Kreativität gefragt: Die Firmen werden überlegen, was sie ihren Beschäftigten stattdessen bieten können. Ein Beispiel ist das Aufrechterhalten von Karrierechancen und Angebote zur Weiterentwicklung. Mitarbeitende – insbesondere Leistungsträger*innen – fühlen sich so wertgeschätzt und bleiben engagiert. Ebenso können flexible Angebote bei Arbeitszeit und Arbeitsort die Mitarbeitenden dabei unterstützen, Kosten z.B. für Pendelfahrten oder die Kindertagesstätte zu sparen.

HR-Trend 3: Das Pendel schlägt zugunsten der Arbeitgebenden um – doch nur für kurze Zeit

Kurzfristig wird sich das Machtverhältnis ändern, Arbeitnehmende sitzen 2023 am längeren Hebel. Allerdings wird dieser Zustand nicht lange andauern. Der Wunsch der Arbeitnehmenden nach einem sicheren Arbeitsplatz in finanziell unsicheren Zeiten führt dazu, dass sich zunächst mehr Menschen an ihren Arbeitgebenden klammern. Das verschafft den Unternehmen zwar kurzfristig einen stärkeren Einfluss auf ihre Mitarbeitenden – zum Beispiel, wenn das Management auf eine Rückkehr ins Büro besteht. Doch sollten Arbeitgebende nicht selbstgefällig werden. Vielmehr muss die Unternehmensleitung weiterhin effektiv kommunizieren und ihren Mitarbeitenden eine klare Vision, eine klare Richtung und klare Werte vermitteln. Schlägt das Pendel erneut um, dann wird es abrupt, schnell und heftig ausschlagen. Unternehmen, die das Engagement ihrer Mitarbeitenden als selbstverständlich hingenommen haben, werden feststellen, dass ihre Belegschaft bei nächster Gelegenheit den Hut nimmt: Quiet Quitter werden dann zu First Quitter.

HR-Trend 4: Der Druck auf Manager*innen bleibt hoch

Was bereits in der Pandemie zu beobachten war – Mitarbeitende wenden sich in Krisenzeiten an ihre Manager*innen und erwarten deren Unterstützung in schwierigen Zeiten. Führungskräfte müssen auf praktischer Ebene Lösungen anbieten, aber auch auf emotionaler Ebene beraten und Unterstützung leisten. Diese zusätzliche Erwartung setzt sie erneut einem permanent hohen Druck aus und führt zu einem höheren Burnout-Risiko. Umso wichtiger ist es, dass sie ihr eigenes Wohlbefinden im Auge behalten und diese Achtsamkeit auch vorleben.

HR-Trend 5: Steigender Fachkräftemangel, sinkende Loyalität

Unternehmen, ganz gleich welcher Größe, werden immer größere Schwierigkeiten haben, Talente zu finden. Gleichzeitig zeigen sich immer weniger Arbeitnehmende dazu bereit, sich langfristig an ein Unternehmen zu binden. 2023 werden große Unternehmen gegenüber den kleineren an Attraktivität zwar zulegen, da Menschen einem sicheren Arbeitsplatz eine höhere Priorität einräumen. Das führt jedoch dazu, dass kleinere Organisationen einen noch härteren Kampf um Talente führen müssen. Diese Situation verschafft großen Unternehmen nur vermeintlich mehr Luft, denn sie laufen Gefahr, Beschäftigte einzustellen, die nur nach einer kurzfristigen Lösung suchen: Diese bewerben sich eventuell aus falschen Gründen und identifizieren sich weniger mit der eigentlichen Aufgabe oder dem Auftrag des Unternehmens.