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Magmatic-CEO Rob Law hat bislang über 3,5 Mio. seiner stylischen Kinderkoffer in über hundert Ländern verkauft und haufenweise Awards damit gewonnen - dabei begann alles mit einem medialen Mega-Flopp.

Der Magmatic-CEO und Trunki-Erfinder Rob Law

Jeder, der schon mal auf einem Flughafen war, hat mindestens einen von ihnen herumflitzen sehen – die Rede ist von den kunterbunten Ride-on-Kinderkoffern der britischen Marke Trunki. Der Erfinder der „Trunkis“, Rob Law (41), ist in Großbritannien fast ebenso bekannt wie die Koffer selbst, hierzulande kennen bisher nur wenige seine spannende Geschichte. Denn was heute ganz selbstverständlich als geniale Idee erscheint – ein kindgerecht designter, robuster Kinderkoffer in Handgepäcksgröße, auf dem die Kids sitzen, herumfahren oder sich ziehen lassen können – hat Law einiges an Durchhaltevermögen abverlangt, bis es zu einer erfolgreichen, weltbekannten Marke wurde.

Lernfaktor Desaster

Während seines Design-Studiums sollte Law einen Kinderkoffer gestalten und stellte fest, dass es zwar jede Menge praktisches Reisegepäck für Erwachsene gab, aber so gut wie nichts Fröhliches oder Kindgerechtes. Er fand, dass ein witzig designter Koffer, mit dem man gleichzeitig spielen kann, der Welt noch fehlte – die Idee zum Trunki war geboren. Als Law die ersten Prototypen dann jedoch den einschlägigen Herstellern anbot, hagelte es Absagen: die Gepäckhersteller fühlten sich nicht zuständig für Spielzeug, die Spielzeugindustrie sah sich nicht in der Gepäckbranche. Im Jahr 2006 entschloss sich Law schließlich dazu, die Marke selbst herauszubringen, der Durchbruch ließ trotzdem auf sich warten. Es fanden sich keine Einzelhändler, der Absatz lief schleppend, das Produkt hatte herstellungsbedingte Fehler. Ein Auftritt in Dragons Den, dem britischen Äquivalent zu Die Höhle des Löwen, geriet sogar zum absoluten Desaster, als der Koffer vor laufender Kamera kaputtging. Die Episode wurde prompt mit dem Unglück beworben, der Trunki dabei als „wheelie rubbish“, also Müll auf Rädern, bezeichnet. Doch die Macher hatten nicht mit dem Publikum gerechnet – das war begeistert vom niedlichen Trunki.

„Das war ein Glüksfall im doppelten Sinne“ sagt Law rükblickend. „Es hat nicht nur mein Durchhaltevermögen gestärkt, weil ich dachte, jetzt erst recht. Ich habe auch begriffen, dass die Kunden wichtiger sind als alles andere. Ich werde häufig gefragt, was mein Erfolgsrezept ist. Und klar: Du solltest an dich und an dein Produkt glauben, du sollest dir selbst vertrauen, das ist alles wichtig. Aber was du unbedingt noch tun solltest: Höre deinen Kunden zu. Freu dich über Kritik, nimm sie demütig und mit Humor an, denn sie bringt dich und dein Produkt weiter.“ Dass er seinen eigenen Ratschlag beherzigt hat, zeigt sich an der inzwischen beispielhaften Erfolgsgeschichte der Trunkis: Über vier Millionen verkaufte Exemplare und mehr als hundert internationale Preise sprechen für sich selbst. Neben den Ride-on-Kinderkoffern gehören heute viele weitere Reiseprodukte für Kinder zum Portfolio von Trunki, beispielsweise ein Reisekindersitz, der sich in einen Rucksack umwandeln lässt, oder wasserabweisende Rucksäcke für den Strand – und ständig kommen weitere Produkte dazu. Da Law inzwischen selbst zweifacher Vater ist, weiß er nun auch aus eigener Erfahrung, was das Reisen mit Kindern entspannter und einfacher macht.

Ich wollte früher immer alles selbst machen

Als Speaker bei internationalen Business-Kongressen teilt Law seine Erfahrungen und Learnings heute mit jungen Unternehmern und Start-Ups. Dazu gehört auch seine Philosophie zur Mitarbeiterführung. „Ich wollte früher immer alles selbst machen. Heute weiß ich, dass ich ohne mein Team nichts bin, und dass es an mir ist, ihnen sowohl das fachliche Wissen als auch das Selbstvertrauen zu vermitteln, um im Sinne von Trunki ihr Bestes geben zu können“ resümiert Law. „So habe ich mich nach und nach aus dem Tagesgeschäft zurückziehen können und konzentriere mich auf die strategische Entwicklung von Trunki und meine Rolle als Markenbotschafter.“ Dennoch steht Laws Schreibtisch auch heute noch ganz bewusst inmitten seiner Mitarbeiter im Großraumbüro, einer umgebauten Kirche in Bristol. Er schwört auf flache Strukturen und teilt sowohl Krisen als auch Erfolge mit seinen Mitarbeitern – für Law das A und O eines erfolgreichen Teams. Apropos Team: Auch für seine junge Familie hat Law durch den Rückzug aus dem Tagesgeschäft nun mehr Zeit – vielleicht die beste Entwicklung von allen.

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