Digitalstage.io: Fanbindung 2.0


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Die Berliner Plattform Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten und neuartige Monetarisierungsmodelle zu nutzen.

Die vergangenen zwei Jahre haben die Musikindustrie nachhaltig erschüttert: Die Corona-Pandemie sorgte für leere Konzerthallen und volle Live-Streams; (Live-)Musik gab es fast nur noch online. Vorbereitet war die Branche darauf nicht. Mit den Konzerten brach auch die Haupteinnahmequelle vieler Künstler*innen weg. Streams konnten die Lücke nicht schließen: Verdienten Künstler*innen und Label früher mit Live-DVDs noch einiges dazu, war der YouTube-Stream für viele nur noch ein zusätzliches Marketinginstrument. Im Lockdown waren Streams probate Mittel, Fans bei der Stange zu halten – Geld verdienen ließ sich mit ihnen aber nicht.

Ich habe Live-Konzerte vermisst

Richard Harless will das ändern: „Ich habe, wie viele Menschen, Live-Konzerte vermisst. Die Versuche vieler Künstler*innen, über Social Media mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten, waren kein wirklicher Ersatz. Also habe ich begonnen, darüber nachzudenken, wie sich das Live-Erlebnis in den digitalen Raum transportieren ließe.“ Das Ergebnis heißt Digitalstage.io, eine Plattform, die nicht weniger will als die Beziehung zwischen Fans und Künstler*innen auf eine ganz neue Grundlage zu stellen.

Der seit vielen Jahren in Berlin lebende US-Amerikaner Richard ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: Als Deutschlandchef machte er die Musik-App Shazam auch hierzulande zu einer Erfolgsgeschichte. Anschließend brachte er die Musiktext-Plattform Genius.com nach EMEA.

Live-Stream als Gamechanger

Die Gründung seines Unternehmens vollzog Richard Ende 2020, die ersten Events folgten in der ersten Hälfte des Jahres 2021. Bald begann Sony Music, die Plattform für seine Künstler*innen zu nutzen. Auch investorenseitig tat sich einiges: Nachdem Richard und einige Mitstreiter*innen die initiale Finanzierung selbst übernahmen, folgte 2021 zunächst eine Angel-Runde und Ende des Jahres eine Seed-Finanzierung.

Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten. Erstere erhalten dafür eigene Seiten, auf denen sie Events nach ihren Wünschen anbieten können: von gestreamten Live-Konzerten über Albumpremieren bis hin zu Interviews und Diskussionen. Dabei lassen sich etwa zum Stream-­Konzert Merchandise-Verkäufe oder Live-Chats, exklusive Meet and Greets nach dem Gig oder gar exklusive Sammlerstücke via NFT hinzufügen.

„Wir wollen Menschen ein Erlebnis bieten, wie sie es von realen Events kennen“, erläutert Richard. „Wir wollen das Verhältnis zu den Künstler*innen stärken, egal wo auf der Welt sie sind. Künstler*innen geben wir die Möglichkeit, diese Beziehung zu monetarisieren. Der Live-Stream soll nicht mehr nur ein Marketinginstrument sein – er rückt in den Mittelpunkt der Fan-Künstler*in-Beziehung.“

Doch das Ziel der Plattform geht darüber hinaus, eine Ergänzung zu realen Live-Erlebnissen zu bieten. Die Beziehung zwischen Künstler*innen und Fans zu stärken, heißt auch, sie aus ihrer Fragmentierung zu befreien, betont Richard: „Fans kaufen Alben, sie kaufen Konzerttickets, sie kaufen Merchandise. Doch das ist nur in den allerseltensten Fällen miteinander verbunden. Künstler*innen haben bislang keinerlei Kon­trolle über die kommerziellen Aspekte der Fanbeziehung. Sie wissen nicht, wer Tickets für ihre Shows oder ihre Alben kauft. Damit kennen sie auch nicht ihre Super-Fans, haben keine Ahnung, bei wem es sich lohnt, besondere Erlebnisse anzubieten, wer Backstage-Zugang verdient oder wer an exklusiven Sammlerstücken interessiert sein könnte.“ Digitalstage.io, so die Vision des Gründers, soll genau das ermöglichen.

Dezentrale Blockchain-Technologie

Dazu braucht es natürlich auch die passende technische Grundlage. Digitalstage.io setzt von Beginn an auf die dezen­trale Blockchain-Technologie. Mit der Celo-Blockchain hat das Unternehmen jetzt sein perfektes Fundament gefunden. Celo ist eine Mobile-First-Plattform, die auf Basis einer eigenen Blockchain-Infrastruktur Bezahlungen und Finanz-Apps für alle Smartphone-Nutzer*innen weltweit zugänglich machen will. So wie Celo mobiles Bezahlen demokratisiert, will Digitalstage.io dies für den Zugang von Künstler*innen und Fans zueinander leisten. Für eine Plattform, die zum Ziel hat, diese Beziehung zum Nutzen beider Seiten zu monetarisieren, ein optimaler Partner.

Das sehen auch die Macher hinter Celo so: Der von ihnen gestartete Early-Stage-Investmentfond Flori Ventures investierte im Rahmen der Pre-Seed-Finanzierung eine sechsstellige Summe in Digitalstage.io. Mehr noch: Gleichzeitig wurde das Berliner Unternehmen in das Accelerator-Programm Celo Camp aufgenommen, das Start-ups dabei unterstützen soll, gemeinsam Lösungen und Anwendungen für ein dezentrales und für alle offenes Finanzsystem zu entwickeln. Mit Erfolg: Digitalstage.io gehörte zu den Finalisten des letztjährigen Camps.

(Live-)Time is Money

Und auch sonst kann die Plattform nach gerade mal einem Jahr schon einiges vorweisen. Ihren Start hatte sie Anfang 2021 mit einer Livestream-Performance der deutschen Dark-Pop-Band Blackout Problems. Seitdem fanden auf der Plattform 57 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe statt. Auch manche große Namen haben die Plattform bereits genutzt. Rock-Superstars Kings of Leon etwa, die ihr neues Album auf Digitalstage.io vorstellten. Oder Star-DJ Martin Garrix, der exklusiv Fragen von Fans beantwortete. Oder Eurovi­sion-Gewinner Måneskin: Die italienische Band streamte ein Record-Release-Konzert mit begleitendem Chat live aus Berlin in Clubs in 18 Ländern.

„Die wichtigste Metrik für uns ist, wie lange die Menschen bei einem Event dabeibleiben, wie viel Zeit sie letztlich mit dem Künstler oder der Künstlerin verbringen“, betont Richard. „Und da ist Digitalstage.io extrem erfolgreich: Im Schnitt bleibt das Publikum für 95 Prozent der Dauer des Streams dabei – durchschnittlich mehr als 30 Minuten pro Event. Je mehr Zeit der Fan investiert, desto enger wird die Beziehung – und desto besser lässt sie sich auch monetarisieren.“

NFTs als Zukunftstrend

Dabei, so ist der Gründer überzeugt, spielen zukünftig NFTs eine wichtige Rolle. Diese bieten etwa Super-Fans die Möglichkeit, exklusiv digitale Sammlerstücke zu besitzen. Den Anfang machten Richard und sein Team im September 2021: Im Rahmen des Live-Streams zu einem Single-Launch von Sängerin und TikTok-Star Loi wurde ein viral gegangener und mit exklusivem Artwork versehener Ausschnitt des Songs als NFT-Sammlerstück angeboten.

Richard Harless sieht hier einen Zukunftstrend für die gesamte Branche: „NFTs werden die Fan-Künstler*in-Beziehung nachhaltig revolutionieren, denn sie können so viel mehr: Sie sind in der Lage, die Fragmentierung der kommerziellen Fan-Künstler*in-Beziehung aufzubrechen.“ Aus diesem Grund wird Digitalstage.io im ersten Quartal 2022 einen NFT-Musikmarktplatz starten. Auf diesem können Fans NFTs mit ihren Einkäufen sammeln, und Künstler*innen können dann ihren Fans genau definierte Inhalte anbieten. Erstmals wird es Künstler*innen damit möglich sein, beispielsweise Ticket- und Merchandise-Verkäufe miteinander zu verknüpfen und somit ihre größten Fans kennenzulernen.

Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben

Und noch einen zweiten Trend sieht Richard für die Zukunft: hybride Events. „Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben. Künstler*innen werden zukünftig jede Live-Show zu einem Live-Stream machen können. So rücken Künstler*innen und Fans mit- und untereinander viel enger zusammen, was ganz neue Interaktionen ermöglicht.“ Der Gründer sieht sein Unternehmen an der Spitze eines echten Wandels: „Wir befinden uns am Anfang einer völligen Neudefinition des Verhältnisses zwischen Künstler*in und Publikum. Statt voneinander getrennte Transaktionen greift zukünftig alles ineinander: Streams und Live-Konzerte, Ticketing und Merchandise-Verkäufe, das emotionale Erlebnis und die kommerzielle Beziehung.“ Richard Harless und sein Berliner Team sind entschlossen, diesen Wandel aktiv voranzubringen.

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Die Spielebranche - noch immer ein Zukunftsmarkt?

Wie sieht es für jungen Unternehmen aus, die mit nachhaltigen Strategien in der Spielebranche Fuß fassen möchten?

Immer wieder heißt es, dass bestimmte Teilbereiche der Spielebranche tot sind oder überhaupt erst keine Zukunft in der Chance haben. Das Beispiel, das in diesem Zuge oft genannt wird, befasst sich mit der Anfangszeit der Computerspiele. Zahlreiche Experten sahen diese als einen bloßen Trend an, der keine wirkliche Chance hat, denn der geneigte Spieler wird davon schnell wieder ablassen und zurück zu Gesellschaftsspielen finden. Wie so oft haben sich die großen Experten getäuscht, heute tätigen die Entwickler von PC- und Konsolenspielen Umsätze im mehrstelligen Milliardenbereich.

Doch wie sieht es mit jungen Unternehmen aus, die
mit nachhaltigen Strategien in der Spielebranche Fuß fassen möchten? Besteht überhaupt noch die Chance, gegen die wirklich großen aus der Szene anzutreten und was braucht es, um gegen diese zu bestehen?
Tatsächlich sind es in der Spielebranche nach wie vor die Ideen, die eine Grundlage für alles bilden. Ohne die Idee ergibt es für ein Start-up erst gar keinen Sinn, ein Konstrukt darum herum zu entwerfen. Natürlich braucht es weiterhin ein starkes Team und die Fähigkeit, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen zu treffen. So muss etwa
beim Skalieren des Unternehmens präzise der Markt eingeschätzt werden. Gelingt es einem tatsächlich, ein eigenes Produkt zu vermarkten, so ist es zum einen schlimm, wenn mit der Produktion und der Logistik nicht mitgehalten werden kann, zum anderen noch schlimmer, wenn der Umsatz und die Gewinne nicht ausreichen, um die große Produktion und das Team zu bezahlen.

Ohne erfahrenes Team ist Erfolg kaum möglich

PC- und Konsolenspiele sind die Domäne der großen, namhaften Hersteller. Als kleines Start-up hat man hier kaum eine Chance. Das sieht allerdings vollkommen anders aus, wenn es um iOS Spiele geht. Der Umfang von Apps ist in keiner Weise mit dem eines Konsolenspiels zu vergleichen. Oftmals steckt hinter einem einzigen Spiel ein einzelner Entwickler, der damit einen Überraschungserfolg landet.

Wie einfach das Programmieren von Apps oder ähnlich kleinen Programmen sein kann, das zeigen diese Apps. Tatsächlich kommt es bei einer App oder bei kleineren Spielen, die in erster Linie für das Smartphone gedacht sind, noch weitaus mehr auf die gute, grundlegend neue Idee an. Die Konkurrenz ist groß, das bedeutet allerdings auch, dass die Mehrheit der angebotenen Spiele oder Apps nicht unbedingt von bester Qualität ist. Mit einem engagierten Team, dem richtigen Marketing und einer eifrigen Pflege der App, die sich durch Updates und neue Versionen manifestiert, ist der Erfolg tatsächlich planbar.

Je einfacher, desto erfolgreicher

Dass die simpelsten Ideen manchmal die besten sind, das versteht sich mittlerweile von selbst. Gerade, wenn es um das Spielerische geht, braucht es oftmals nicht viel, um jemanden von seiner Idee zu überzeugen. Der Anfänger schätzt einfache Spiele, sie ermöglichen ihm, sich langsam und mit System voranzutasten. Wer sein Genre oder seine Spielreihe für sich gefunden hat, der wird sich ohnehin für komplexere und schwierigere Spiele in Zukunft entscheiden, das versteht sich von selbst. Doch für junge Unternehmen, die den Erfolg in der Spielebranche suchen, ergibt sich damit die Gewissheit, dass die besten Möglichkeiten in den einfachen und kleinen Dingen zu finden sind. Ein nachträgliches Skalieren ist immer zu einem späteren Zeitpunkt möglich, sodass der Fokus mit Nachdruck auf die erfolgreichen Anfänge gelegt werden darf.

REFLEX Aerospace: Highspeed für den Orbit

Neun Monate statt aktuell mehrere Jahre: Alexander Genzel, Walter Ballheimer und Chris Lindener, die Gründer des New-Space-Start-ups REFLEX Aerospace, arbeiten am Quantensprung in Sachen Entwicklung und Produktion von Satelliten.

Um unsere Welt kreisen derzeit rund 8000 aktive Satelliten, und es werden immer mehr. Schätzungen zufolge könnten es in einigen Jahren schon über 100.000 sein. Als Infrastruktur für Kommunikation gewinnen sie rapide an Bedeutung, und durch neue, leistungsfähigere Sensoren ergeben sich immer neue Einsatzfelder. Satelliten sind Gegenstand der Geopolitik und strategischer Faktor für Unternehmen wie Staaten. Der Angriff Russlands auf die Ukraine beispielsweise begann mit einer Cyberattacke auf das Satellitennetzwerk

KA-SAT, das Highspeed-Internet für Europa und den Mittelmeerraum liefert. Nicht nur die Ukraine, sondern mehrere EU-Mitgliedstaaten waren betroffen. Als kurzfristige Alternative stellte Elon Musk das private Satellitensystem Starlink bereit. Das Ereignis rückte die Bedeutung von Satelliten für die innere und äußere Sicherheit in den Blick der Öffentlichkeit.

Weil Europa im All weitgehend von den USA abhängig ist, entwickelt man derzeit in Brüssel, zusammen mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft, ein europäisches System für Satelliteninternet. Ziel ist dabei die strategische Souveränität im All. Von der Erkenntnis, dass es sich bei Satelliten um kritische, angreifbare Infrastruktur handelt, zeugen auch Initiativen wie die Gründung des Responsive Space Centers im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Dieses soll Lösungen entwickeln, um Satelliten bei Bedarf auch kurzfristig in den Orbit zu bringen.

Entwicklungs- und Produktionszyklen beschleunigen

Die größte Herausforderung dabei sind die branchentypischen Entwicklungs- und Produktionszeiten. Einen komplexen Satelliten herzustellen, dauert im Schnitt vier bis fünf Jahre, die Nutzungsdauer beträgt zwischen zehn und 15 Jahren. „Diese Zyklen sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt Walter Ballheimer, Gründer, CEO und CTO der Reflex Aerospace GmbH aus Berlin und München: „Viele Satelliten hängen dem technischen Fortschritt, etwa bei Elektronik und Halbleitern, um Jahre hinterher und sind bereits beim Start veraltet.“ Zudem sei es kaum möglich, Störungen zu beheben oder einen ausgefallenen Satelliten zu ersetzen. „Für die heutigen Anforderungen brauchen wir schlanke, leistungsfähige Systeme, die genau auf den Kundenbedarf zugeschnitten sind, und die vor allem schnell geliefert werden.“ Mit seinem Team will er die Entwicklung und die Produktion der Erdtrabanten revolutionieren. Neun Monate bis zur Lieferung sind das Ziel; drei Monate für die Entwicklung, drei für die Produktion und drei für Tests – gemessen an den heutigen Zyklen wäre das ein Quantensprung.

Satelliten im Mini-Kleinwagen-Format

Die einschlägige Erfahrung bringt Walter mit. Nachdem er an der TU Berlin Luft- und Raumfahrttechnik studiert und eine Promotion begonnen hatte, gründete er 2014 aus der Forschung heraus German Orbital Systems, den ersten kommerziellen Nanosatellitenhersteller in Deutschland. Sein Fokus lag auf Satelliten in der Größe eines Schuhkartons, doch im Jahr 2020 schien das Potenzial ausgereizt. „Nanosatelliten haben ein begrenztes Nutzungsspektrum“, so Walter, „es sind einfache Produkte, die in Deutschland kaum wettbewerbsfähig produzierbar sind.“ Bei den schweren, komplexen Satelliten wiederum dominierten eine Handvoll großer Anbieter wie Airbus, Lockheed Martin und Northrop Grumman. „Der für uns spannendste Markt liegt in der Mitte“, sagt Walter. 2021 gründete er Reflex Aerospace und entwickelt seitdem mittelgroße, aber leistungsfähige Satelliten, etwa im Format eines Mini-Kleinwagens, bis zu 500 kg schwer. Sie sollen die neuesten Sensoren tragen, hohe Datenraten für die Kommunikation liefern und den Aufbau von dezidierten Satellitennetzwerken ermöglichen.

Drei Spezialisten für Luft- und Raumfahrt

Zum Kernteam zählen außerdem Alexander Genzel, der schon bei der Gründung an Bord war, und Christian Lindener, der wenig später als Co-Gründer dazustieß. Christian ist mit der Raumfahrtbranche bestens vertraut und ein profilierter Experte für Tech-Start-ups. In Brasilien geboren und in Mexico aufgewachsen, studierte er zunächst in den USA und in Spanien, bevor er das Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre in Innsbruck abschloss. Er arbeitete u.a. für Wayra Germany, die Risikokapitalgesellschaft der spanischen Telefonica, wo er Start-ups auf die Integration in das Konzernportfolio vorbereitete. 2019 wechselte er zu Airbus, leitete dort das ­Innovationsmanagement Airbus Scale und steuerte das externe Firmengründungsprogramm. Durch die Erfahrung in großen Konzernen ist Christian Experte für die Beziehungen zu potenziellen strategischen Partnern wie etwa BMW und Porsche. Derzeit liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen Finanzierung und Fundraising. „Noch vor zehn Jahren hätte man kein Venture Capital für Satelliten bekommen. Doch jetzt, da jeder das Potenzial sieht, ist das kein Problem“, so Christian.

Bislang wurde Reflex Aerospace maßgeblich durch Alpine Space Ventures finanziert, hinter denen Bülent Altan steht. Der frühere SpaceX-Ingenieur und Chef des Münchner Laserspezialisten Mynaric ist einer der profiliertesten Köpfe in der europäischen New-Space-Szene. Derzeit arbeitet das Team an der Seed-Finanzierung, zehn bis zwölf Mio. Euro sind angepeilt. Alexander Genzel ist mit 23 Jahren der jüngste Co-Founder. Nach dem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in München und Denver arbeitete er als Forschungsleiter im Bereich Raumfahrtechnik an der Universität der Bundeswehr. „Komplette Projekte von der Entwicklung bis zum fertigen System im All zu begleiten, hat mich schon immer fasziniert“, sagt Alexander. Durch seinen Hintergrund bringt er im Team auch den Blickwinkel der Verteidigung und Sicherheit mit an den Tisch.

Mehr private Satellitennetzwerke

Bald sollen die ersten kommerziellen Verträge geschlossen werden ...

Dies ist ein Ausschnitt aus der Coverstory der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins StartingUp: Mehr liest du in der StartingUp - Heft 03/22 - ab dem 1. September 2022 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

FemTech-Report 2022

Vom Nischendasein zum Hot Topic: Zahlen, Fakten und FemTech-Start-ups.

Im Rahmen einer Start-up- und Marktanalyse hat die Digital-Health-Beratung Brainwave den deutschen FemTech-Markt genauer unter die Lupe genommen. Die Erkenntnis: Lange Zeit wurde das Thema digitalgestützte Lösungen für die Frauengesundheit vernachlässigt, obwohl es immerhin die Hälfte der Bevölkerung betrifft. Mittlerweile scheint das Potenzial bei Gründer*innen und Investor*innen angekommen zu sein, denn in den Bereichen Technologie, neue Geschäftsmodelle und Start-up-Finanzierungen ist im letzten Jahr viel passiert.

Was ist FemTech?

Der Begriff umschreibt technologische Angebote und Services, die sich auf die Gesundheit der Frau konzentrieren. Die Lösungen reichen von Fruchtbarkeits- und Zyklus-Tracking, über Schwangerschaftsbegleitung und Tele-Hebammen bis hin zu Lösungen zum Thema Sexual Awareness und Menopause. Aber auch E-Commerce-Produkte, wie Periodenunterwäsche oder Supplements komplementieren den Trend. Der Begriff FemTech wurde insbesondere durch Ida Tin geprägt – die Gründerin der Zyklus- und Periodentracking App Clue.

Die wichtigsten FemTech-Trends

Viele FemTech-Angebote, besonders jene aus dem Bereich Schwangerschaft und Geburt, sind bereits in der medizinischen Versorgung angekommen. So wird beispielsweise die 2017 zur Schwangerschaftsbegleitung und Geburtsvorbereitung entwickelte App keleya heute von 19 Krankenkassen erstattet; das Start-up profitierte in der Pandemie von erhöhten Nutzungszahlen (monatlich 20.000 aktive Nutzerinnen im Jahr 2021).

In den letzten Monaten konnte ein rasantes Ansteigen an digitalen Geschäftsmodellen rund um das Thema Reproduktionsmedizin beobachtet werden. Start-ups wie Avery Fertility, Levy oder fertilly sind neu in den Markt eingestiegen und befassen sich mit Fruchtbarkeitsdiagnostik, künstlicher Befruchtung und Social Freezing (Einfrieren von Eizellen).

Das Jahr stand außerdem ganz im Zeichen der Onkologie: Start-ups wie Happie Haus, PINK! oder Brea treiben erfolgreich digitale Innovationen für Frauen mit Brustkrebs voran. Darüber hinaus entstehen auch neue Start-ups im Bereich Sexual Awareness, wie bspw. being female. Kurz gesagt: Der Start-up-Markt ist in Bewegung.

VC-Investments im FemTech-Bereich

Das globale Finanzierungsvolumen für FemTech-Start-ups lag im Jahr 2019 bei über 590 Mio. US-Dollar und war damit zehnmal so hoch wie noch vor zehn Jahren. Wenngleich dies 2019 gerade einmal zehn Prozent der weltweiten VC-Investments ausmachte, verstärkt sich der Trend doch zunehmend: In den Jahren 2020 und 2021 zeichnete sich ein konstant wachsendes Finanzierungsvolumen für FemTech-Start-ups ab. 2021 überstiegen die weltweiten VC-Investitionen in diesem Bereich zum ersten Mal die Marke von 1 Mrd. Dollar.

In Europa erhielten UK-Start-ups im vergangenen Jahr beachtliche Summen an Risikokapital: Das Londoner Start-up Elvie (auch auf dem deutschen Markt aktiv) erhielt 68 Mio. Euro in einer Series C-Finanzierungsrunde. Der Anbieter der Zyklustracking-App Flo Health erhielt 50 Mio. Dollar in einer Series B-Runde.

Die deutschen Start-ups fertilly und pregfit erhielten ein Seed-Funding. Auch wenn Investor*innen offensichtlich ein immer größeres Vertrauen in FemTech-Start-ups haben, steht das Finanzierungspotenzial noch klar am Anfang. Die Investitionen sind weiterhin nur ein winziger Betrag im Vergleich zum weltweiten VC-Funding oder den medizinischen Gesundheitsausgaben für Frauen (500 Mrd. Dollar). Hinzu kommt, dass FemTech-Start-ups meist von Frauen gegründet werden und diese es, im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, oft schwerer haben, Risikokapital einzusammeln. Der banal klingende Grund hierfür: Die Investor*innen-Community besteht zum Großteil aus Männern (94 Prozent bei den Top-100-Unternehmen), welche die Gesundheitsprobleme von Frauen in vielen Fällen nicht wirklich verstehen.

Die deutsche FemTech-Start-up-Landschaft

Brainwave hat den deutschen FemTech-Start-up-Markt analysiert und in einer übersichtlichen Marktdarstellung zusammengefasst (s. Abbildung). Dabei wurden verschiedene Kategorien entwickelt, welche die unterschiedlichen Bereiche des Markttrends abdecken. Die Kategorien zeigen deutlich, dass der größte Teil des Marktes von Start-ups bzw. Lösungen aus der Rubrik „Zyklus- und Fruchtbarkeitstracking“ ausgemacht wird. In diesem Bereich sind vor allem digitale Angebote in Form von Tracking-Apps, Vergleichsportalen für Verhütungsmittel sowie Wearables und weitere Tools vertreten. Neben den etablierten Playern im Bereich „Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung“ werden in der Kategorie „Telemedizin & Testkits“ jene Start-ups zusammengefasst, die sich mittels Selbsttest-Kits chronischen Frauenkrankheiten widmen und häufig online einen integrativen Ansatz anbieten. Im Vergleich zum Jahr 2020 kam die neue Kategorie „Reproduktionsmedizin“ hinzu, welche die Themen „Fruchtbarkeitsdia­gnostik und Social Freezing“ abdeckt. Zusätzlich dazu heben sich Start-ups aus den indikationsgetriebenen Trends „Brustkrebs“, „Endometriose“ und „Menopause“ immer stärker hervor. Die Start-ups innerhalb dieser Kategorie versuchen, Frauen entlang des Patientinnenpfades mit Tracking, Digitalen Therapien, Supplements oder Communities zu unterstützen. Last, but not least finden sich in der Übersicht auch die Rubriken „Perioden-Konsumgüter“ und „Sexual Awareness“.

FemTech – quo vadis?

Der deutsche FemTech-Markt ist ein wachsender Markt mit viel Innovationspotenzial. Er bietet die Möglichkeit, nicht nur vielen Frauen auf der Welt zu helfen, sondern auch spannende unternehmerische Chancen auszuschöpfen. Der FemTech-Markt hat in den vergangenen Jahren starke Wachstumsraten erfahren und bleibt weiterhin eines der vielversprechendsten Segmente im Digital-Health-Markt mit einem riesigen Potenzial, verschiedenste sog. Pain Points im Bereich der Frauengesundheit zu lösen. Innovative Geschäftsmodelle in bereits etablierten Segmenten wie Schwangerschaft, Geburt und Zyklus werden mit Wachstumskapital und einer steigenden Akzeptanz weiter gestärkt und in den Massenmarkt getragen. Zukünftig kann erwartet werden, dass auf dem deutschen Markt weitere FemTech-Start-ups nach internationalen Vorbildern entstehen. Dies könnte insbesondere für Indikationen aus den Segmenten Menopause und Endometriose geschehen. Ebenfalls zu erwarten ist der Aufbau von Gesundheitsplattformen, die das Ziel verfolgen, Frauen umfassend mit verschiedensten Rundum-Services zu begleiten.

Im Folgenden stellen wir stellvertretend für die vielen, inhaltlich unterschiedlich aufgestellten FemTech-Start-ups vier Unternehmen im Kurzprofil vor:

Versicherungen neu gedacht: Diese InsurTechs solltest du auf dem Radar haben.

Drei interessante Start-ups, die es ihren Kund*innen mit innovativen Konzepten erleichtern, Versicherungen in ihr bestehendes Produktportfolio einzubauen.

Versicherungen für Privatpersonen gibt es zu nahezu jedem denkbaren Schadensfall und man kann sie über eine entsprechende Versicherungsgesellschaft abschließen. Aber auch für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen ist das Thema Versicherung interessant und so suchen sie zunehmend nach Möglichkeiten, ihren Kund*innen stark nachgefragte Versicherungsvarianten ohne viel bürokratischen oder technischen Aufwand anzubieten. Drei interessante Start-ups überzeugen hier mit innovativen Konzepten und erleichtern es ihren Kund*innen, Versicherungen in ihr bestehendes Produktportfolio einzubauen.

InsurTech hepster – API-gesteuerte Embedded Insurance

Das 2016 in Rostock gegründete und ansässige InsurTech bietet ein API-gesteuertes Ökosystem, das es Unternehmen aller Branchen ermöglicht, bedarfsorientierte und individuelle Versicherungen in ihre Angebote zu integrieren. Mithilfe des Konzepts der sogenannten Embedded Insurance schafft hepster für seine Kund*innen und Partner*innen die beste Erfahrung im Bereich der Versicherungen.

Zum Portfolio des InsurTechs gehören Mobilitäts-, Elektronik-, Ausrüstungs-, Reise-, Tier- und Unfallversicherungen. Das Angebot von hepster konnte seit 2017 schon mehr als 1.600 Partner*innen und über 150.000 Kund*innen überzeugen. Dafür verantwortlich sind die mehr als 300 maßgeschneiderten Versicherungsprodukte, die hepster anbietet. Entscheidend ist auch die Tatsache, dass sämtliche Versicherungsvarianten kurzfristig und vor allem exakt auf die Alltagssituation der Kund*innen zugeschnitten sind.

Neben den eigentlichen Versicherungen überzeugt auch der hervorragende Kundenservice. Für beides erhielt hepster bis jetzt mehr als 15 Auszeichnungen, u.a. vom TÜV Saarland sowie von namhaften Magazinen. Dass die digital-basierten Dienstleistungen, die vom Unternehmen der drei Gründer Hanna Bachmann, Alexander Hornung und Christian Range entwickelt wurden, überzeugen, wird auch am Interesse von Investoren deutlich. 2021 etwa konnten der in London ansässige Risikokapitalgeber Element Ventures sowie der aus Paris stammende Unternehmen Seventure Partners als Investoren gewonnen werden.

Kontakt: hepster.com



Finlex GmbH – Cyber-Versicherungen für Gewerbe- und Industrie

Das InsurTech Finlex, das vor kurzem bekanntgab, sich mit dem deutschen Cyber-Spezialisten Erichsen GmbH zu verbinden, ist vor allem im Bereich der Gewerbe- und Industrieversicherung mit dem Fokus auf Specialty Lines tätig. Das bedeutet, dass Finlex als Plattformbetreiber im Bereich Financial Lines und Cyber-Versicherung seinen Kund*innen mit umfassendem Expertenwissen und einem breiten internationalen Netzwerk beratend zur Seite steht. Auf dem unternehmenseigenen Online-Marktplatz stellt Finlex neben der Beratung vor allem maßgeschneiderte Spezialkonzepte sowie eine umfangreiche Wissensdatenbank zur Verfügung.

Innerhalb des von Finlex entwickelten Ökosystems werden die Kernbereiche IT und Business miteinander vereint. Versicherungsunternehmen, Maklern und Vermittlern ermöglicht die Finlex-Plattform ein automatisiertes Underwriting bzw. Robo-Underwriting, also eine Risikobewertung, für Financial Lines Produkte (also Vermögensschaden- und Kostenversicherungen). Außerdem ermöglicht die Plattform den Zugang zu den führenden Industriemaklern in Deutschland. Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main, es gibt aber auch Niederlassungen in Barcelona, Berlin, Düsseldorf, der Pfalz sowie Wien.

Zur neuen Unternehmens-Konstellation sagt Sebastian Klapper, Gründer und Geschäftsführer von Finlex: „Mit der hervorragenden Fachexpertise des Erichsen-Teams entsteht bei Finlex eine Cyber-Practice in einzigartiger Stärke und Tiefe. Gemeinsam können wir unseren hohen Qualitätsanspruch weiter ausbauen und durch unsere neue Plattformgeneration die Kombination aus Expertentum und moderner Technologie weiter unterstreichen.“ Das erklärte Ziel von Finlex ist es, gemeinsam mit der Erichsen GmbH Europas größtes Cyber-Ökosystem für Versicherungen aufzubauen.

Kontakt: finlex.io



Cover Genius – global aktiver Experte für Embedded Insurance

Cover Genius ist ein global agierendes InsurTech für eingebettete Versicherungen. Namhafte Kund*innen, die etwa zu den weltweit größten Digitalunternehmen gehören, nutzen die von Cover Genius entwickelte Vertriebsplattform XCover. Durch die Integration mit XCover, der globalen Vertriebsplattform von Cover Genius, können die Partner*innen des Unternehmens mittels eines einzigen API-Aufrufs jede Art von Versicherungs- oder Garantieprodukt einbetten und ihren nationalen oder internationalen Kund*innen direkt anbieten.

Zu den Kund*innen, die sich durch die Dienstleistungen des InsurTech-Unternehmens schützen, gehören beispielsweise airBaltic, Booking Holdings, Descartes ShipRush, Icelandair, Intuit, Ola, Ryanair und Skyscanner. Darüber hinaus nutzen u.a. Konzerne wie Amazon, Flipkart, eBay, Wayfair oder Shopee, das größte Unternehmen in Südostasien, die Dienstleistungen von Cover Genius.

Das Portfolio an Versicherungen umfasst bei Cover Genius etwa Frachtversicherungen, Tier-, Auto-, Ticket- und Reiseversicherungen sowie Versicherungen für Unternehmen, Eigentümer*innen von Wohneigentum und Produktversicherungen. Zudem bietet das Unternehmen Spezialversicherungen an, die nach Anforderung maßgeschneidert werden.

Dass Cover Genius global aktiv ist, lässt sich auch daran ablesen, dass das von Chris Bayley und Angus McDonald gegründete InsurTech Niederlassungen in New York, San Francisco, London, Amsterdam, Tokio, Singapur, Seoul, Kuala Lumpur, Manila und Sydney unterhält.

Kontakt: https://covergenius.com

Fazit: InsurTechs bieten praktikable Lösungen

Versicherungen sind schon längst keine Stand-Alone-Products, sondern Teil größerer und komplexerer Geschäftsprozesse. Die InsurTechs haben nicht auf die Endverbraucher*innen fokussiert, sondern auf Business-Partner*innen, denen sie über ihre Plattformen und mithilfe der von ihnen entwickelten Softwarelösungen ermöglichen, Versicherungen in ihre bereits bestehende Infrastruktur bzw. Customer Journey ohne großen Aufwand einzubinden, sodass sie sie ihren Kund*innen anbieten können.

Solche digitalen Versicherungslösungen sind die Zukunft, denn sie funktionieren nicht nur schnell, sondern ermöglichen den Endnutzern letztlich, sich ganz nach ihren Wünschen kurzfristig zu versichern. Wo früher jede Menge Papierkram anfiel, da lässt sich heute eine Versicherung zu 100 Prozent online abschließen, mit nur wenigen Klicks.

I feel Food!

Franziska Schaal und Fabian Zbinden bieten mit feelfood Instant-Mahlzeit in veganer Bio-Qualität und wollen unsere schnellen Mittagspausen auf ein neues geschmack­liches Level heben.

Es beginnt wie ein Rezept: Man nehme eine deutsche BWL-Studentin und engagierte Vorsitzende des Entrepreneurs Club Cologne mit der Leidenschaft, unsere Gesellschaft und Umwelt ein bisschen besser zu machen. Dabei will die Vielbeschäftigte aber auch zwischen Meetings und Deadlines nicht auf rasche, gesunde und leckere Mahlzeiten verzichten.

Und man nehme einen Koch aus der Schweiz, der nach mehreren Jahren in der Hollywood-Spitzengastronomie zu seinen Wurzeln zurückkehrt. In seiner Heimat serviert der kreative Freigeist im eigenen Foodtruck vegane Eintopfgerichte im Brot. Mit seiner ersten Idee einer Fast-Fertig-Suppe holt er 2019 in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ sogar einen Deal.

Wie ein Blind Date für Geschäftspartner*innen

Vernetzt wurden Franziska Schaal und Fabian Zbinden durch einen persönlichen Kontakt in der Kölner Start-up-Szene. „Das ganze fühlte sich etwas an wie ein gecastetes Blind Date für Geschäftspartner“, lacht Franziska. „Jedoch stimmten unsere Werte, Vorstellungen und unsere Begeisterung für feines, gesundes Essen überein.“ So trafen sich die beiden gleich am nächsten Tag wieder. Nach einer langen Brainstorming-Nacht fingen sie an, eine Idee für ihr Start-up auszuarbeiten. Ihre Vision: pflanzliche und qualitativ hochwertige Mahlzeiten schnell verfügbar machen. „Fertigmahlzeiten haben nicht unbedingt den Ruf, lecker und gesund zu sein“, erzählt Fabian.

Eine Idee macht noch kein Unternehmen

Nun war die Idee von feelfood geboren. „Aber eine Idee macht noch kein Unternehmen“, lächelt Franziska. „Oft denkt man nur daran, dass ein gutes Produkt entwickelt werden muss, aber im Hintergrund muss nun mal auch ein komplettes Unternehmen mit vollständigen Strukturen entstehen.“ So standen zuerst drei Bereiche auf der Agenda: Produktentwicklung, Branding und die Unternehmensgründung 2020 inklusive erster Finanzierung. „Leider fallen in den ersten Steps auch schon viele recht­liche Themen wie etwa Markenanmeldung und Datenschutzerklärungen an. Aber wenn man das Grundsetup erstmal aufgebaut hat, dann kann man darüber auch schon sehr schnell die ersten Produkte verkaufen.“ Franziska hat ihren Bachelor in BWL inzwischen absolviert und bei feelfood die Strukturen aufgebaut. Sie verantwortet Marketing, Finanzen und Operations, während Fabian der kreative Produktentwickler und Vertriebler ist. So unterschiedlich die beiden ticken, so perfkt ergänzen sie sich als Team, sind sie doch beide Menschen, die etwas bewegen möchten.

Gut essen und sich gut fühlen

Das wichtigste Kriterium bei der Produktentwicklung war: Das Essen muss fein schmecken. Fabian ist stolz: „Es ist mir gelungen, die ersten Instant-Gerichte, die wie selbst gekocht schmecken, zu kreieren.“ Dabei haben sich die beiden nicht aktiv für die Kategorie der Instant-Mahlzeiten entschieden. „Vielmehr war es unsere Idee, den Menschen das Leben zu vereinfachen, indem wir die bestmöglichen Nährstoffe auf die bequemste Art und Weise liefern. Und da das mit bereits getrockneten Elementen wie Reis, Cashews und ähnlichen Zutaten am besten funktioniert, wurde feelfood ein Instantprodukt. Genau gesagt, eine vollwertige Instant-Mahlzeit in bio und vegan“, so der Koch. Das Aufmischen bzw. Umkrempeln des Instant-Mahlzeiten-Marktes war also eher ein positiver Nebeneffekt. Franziska ergänzt: „Das Tolle ist, dass die Handhabung von Instant weit bekannt ist. Konsument*innen verstehen sofort, dass sie sich aufwändiges Kochen und damit sehr viel Zeit sparen können. Neu ist, dass sie dank unserer vollwertigen Bio-Mahlzeiten gut essen und sich gut fühlen können.“

Simple Idee, komplizierte Rohstoffbeschaffung

So rasch und einfach der Genuss zubereitet ist – mit der Produktion konnten die Jungunternehmer nicht ganz so schnell starten. „Wir haben ein sehr komplexes Produkt und die Zutaten müssen sowohl Instant (vorgekocht und getrocknet) als auch in Bio-Qualität verfügbar sein. Diese Kombination wird aber nur selten angeboten“, erklärt Fabian. Franziska ergänzt: „Die wohl schwerste Hürde für uns ist die Rohstoffbeschaffung und die damit verbunden Lieferzeiten. Es war für uns zum Start nicht einfach, überhaupt einen Produzenten zu finden. Erst nach einiger Zeit fanden wir einen familienbetriebenen Bio-Bauernhof, der die Zutaten direkt vom Feld in die hof­eigene Produktion überführt. Zeitaufwendig war es zudem auch, Maschinenteile für unsere Pappbecher anzufertigen.“

Crowdfunding für die erste große Produktion

Im Jahr 2020 stieg feelfood mit einem Soft-Launch von wenigen Produkten in den Markt ein, um das Interesse an gesunder Convenience zu testen. Damals waren es Mahlzeiten auf Basis von verschiedenen Getreiden, Hülsenfrüchten und Kernen sowie verschiedenem Gemüse. Das Feedback war positiv, Anregungen zu Geschmack und Konsistenz wurden inzwischen umgesetzt. Fabian hat drei komplett neue herzhafte Mahlzeiten kreiert: eine Pasta Bolognese vegan, ein Red Lentil Dal und ein Chili sin Carne. Zudem haben die beiden das Design auf ein neues Level gehoben und die Verpackungen ready für den Lebensmitteleinzelhandel gemacht. Ende 2021 hat das Start-up eine Crowdfunding-Kampagne lanciert, wie Franziska erzählt: „Mit dem Funding von 12.500 Euro konnten wir die erste große Produktion der drei Sorten finanzieren.“

Funding, Finanzierung – das ist nur ein Themenbereich, der Start-ups stark beschäftigt. Herausforderungen sind aber genau das Spannende daran, da sind sich Franziska und Fabian einig: „Gründen bedeutet für uns, losgelöst von alten Strukturen Neues zu kreieren und die Freiheit und Chance zu haben, für die Menschen das Leben auf unserem Planeten ein bisschen einfacher zu gestalten.“ Die Betriebswirtin kennt noch eine andere Motivation: „Zudem treibt uns der Gedanke an, dass wir uns selbst, aber auch anderen jungen Menschen Arbeitsplätze bieten können, an denen sie sich wohlfühlen und sie die Möglichkeit haben, etwas aufzubauen.“ Sie erinnert sich zurück an ihr Studium, wo ihr Bekannte gesagt hätten, sie wüssten nicht, woran sie in Zukunft arbeiten möchten oder dass ihnen die Arbeit keinen Spaß machen würde. „Den Gedanken finde ich schrecklich, wenn man sich bewusst macht, dass die Arbeit den zeitlichen Hauptteil unseres Lebens ausmacht.“ Bei feelfood am Standort in Köln engagieren sich Franziska und Fabian heute mit einem sechsköpfigen Team.

Gesunde Alternative im Supermarktregal

Franziska und Fabian wollen sich als gesunde Lifestyle Brand für Vielbeschäftigte etablieren. Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, soll feelfood langfristig über den eigenen Onlineshop mit Lieferung durch DHL GoGreen, über den stationären Handel in Deutschland sowie in der Schweiz verkauft werden. Das Start-up möchte seine Produkte im Supermarkt platzieren. „Es kann nicht sein, dass es im Regal nur Instant-Produkte voller Konservierungsmittel mit schlechten Nährwerten und wenig Geschmack gibt“, so Franziska. „Wir zeigen, dass es auch anders geht: praktisch, lecker und gesund.“ An der Nachfrage zweifeln sie nicht. Denn wie oft falle im vollen Tagesprogramm die Mittagspause zeitlich zu knapp aus. Gut, wenn man da zu einem feelfood-Becher greifen kann. So wie Franziska und Fabian das selbst gern tun. Franziskas Favorit ist übrigens das Red Lentil Dal, bei Fabian ist es die Pasta: „Auf die Pasta Bolo bin ich besonders stolz, die mag ich am liebsten!“

Clean Feeding

Die EntoNative-Gründerinnen Ina Henkel, Sabrina Jaap und Katrin Figueroa produzieren Hundefutter aus Insekten. Sie wollen so den ökologischen Pfotenabdruck unserer Haustiere verbessern und generell Insekten als Lebensmittel populärer machen.

Am Anfang stand eine Dienstreise nach Asien. Die Ernährungswissenschaftlerinnen Ina Henkel und Katrin Figueroa lernten dort auf einer gemeinsamen Forschungsreise im September 2015 auf lokalen Märkten essbare Insekten kennen und entdeckten ihre Leidenschaft für die Krabbler. Deren Vorteile sind in vielen Teilen der Welt schon lange bekannt und Insekten fest auf dem Speiseplan etabliert. Und das nicht ohne Grund: Insekten sind ein umwelt- und klima­freundlicher Ersatz für Fleisch und stellen außerdem eine ­Proteinquelle dar, die zudem noch deutlich günstiger ist als tierisches Eiweiß. „Uns wurde klar, dass hier eine Lösung für das Problem des wachsenden Fleischkonsums auf unserem Planeten liegen könnte“, erinnert sich Ina.

Der Zeitgeist fürs Umdenken ist da

Tatsächlich kann der hohe Fleischkonsum der stetig wachsenden Weltbevölkerung und ihrer Haustiere in naher Zukunft nicht aufrechterhalten werden. Der hohe Flächenverbrauch der Massentierhaltung und des dazugehörigen Futtermittel­anbaus machen eine entsprechende Erhöhung der Fleischproduktion unmöglich. Die Konsequenz wäre, dass immer mehr Menschen hungern müssen, weil die entsprechenden Flächen nicht für den effizienteren Anbau anderer Lebensmittel zur Verfügung stehen. Es braucht also Alternativen, die gleichzeitig das Potenzial haben, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Die Weltgesundheitsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen hat in diesem Zusammenhang schon 2013 auf das Potenzial von Insekten als Nahrungsquelle hingewiesen.

Was westlich sozialisierten Konsument*innen heute noch einen kalten Schauer über den Rücken jagt, könnte in einigen Jahren schon völlig normal erscheinen: Insekten aller Art als regelmäßiger Bestandteil der Ernährung. „Der Zeitgeist für ein Umdenken ist da: Viele Menschen achten nicht nur auf eine ausgewogene Ernährung, sondern auch darauf, dass ihre Lebensmittel nachhaltig produziert sind“, ist die dritte Gründerin, die Wirtschaftswissenschaftlerin Sabrina Jaap, überzeugt. Überzeugt vom Potenzial der Idee, insektenbasierte Nahrung herzustellen, gründeten Ina Henkel und Katrin Figueroa mit ihr gemeinsam in Teltow das Unternehmen Ento­Native, unter der sie die Marke Tenetrio vermarkten. Das Ziel: Ein nachhaltiges, insektenbasiertes Hundefutter zu entwickeln, das die Tiere mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Barrieren überwinden, Alternativen zulassen

Insekten sind bei uns ein weit verbreitetes Nahrungstabu, dabei war der Genuss der Krabbler historisch gesehen eher die Regel. Ernährungsgewohnheiten und Vorurteile sitzen jedoch oft tief. „Wir wollen mit unserem Hundefutter auch die Berührungsängste der Menschen abbauen“, sagt Katrin. „Anders als viele Menschen empfinden Hunde keinen Ekel angesichts eines Mehlwurms im Futter. Das bietet die große Chance, zu zeigen, wie wertvoll und schmackhaft Insekten als Nahrungsquelle sind.“

Die Vorteile essbarer Insekten sind bekannt. Die meisten sind sehr eiweiß- und nährstoffreich, verbrauchen aber verglichen mit vielen Fleischsorten weniger Ressourcen. Ein großer Vorteil angesichts des Fleischkonsums von Hunden, der bei den Allesfressern  aktuell im Schnitt 164 Kilo im Jahr ausmacht – das Dreifache eines Erwachsenen. Diese Zahl habe die Unternehmerinnen in ihrer Idee bestärkt, erzählen sie. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Tierhaltung zur Fleischproduktion weltweit über die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgase verursacht. „In der aktuellen Wahrnehmung ist Fleisch das zentrale Element in der Hundeernährung“, erklärt Katrin. „Tatsächlich brauchen Hunde aber Proteine. Der aktuell hohe Fleischkonsum ist also gar nicht notwendig.“

Insekten – nur welche?

Die drei Gründerinnen setzen für ihre Futtermittel auf den Mehlwurm (Tene­brio molitor), der kürzlich in der Europäischen Union als Lebensmittel zugelassen wurde; als erstes Insekt überhaupt. Seine Vorteile: Er kann zu 100 Prozent verarbeitet werden, ist bestens verdaulich und enthält wertvolle ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Die Zucht braucht weniger Platz, Futtermittel, Wasser und Energie als jene von Rindern, Schweinen oder Hühnern. In der Anfangszeit züchteten die Unternehmerinnen die Insekten noch selbst, inzwischen ist die Produktion jedoch derart gewachsen, dass sie von ausgewählten regionalen Züchter*innen beliefert werden.

Der Mehlwurm findet sich inzwischen in 15 verschiedenen Tenetrio-Produkten, die nicht nur fleischfrei sind, sondern auch ohne Zuckerzusätze, Gluten, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker auskommen. „Unsere Produktphilosophie lautet Clean Feeding: so wenige Zutaten wie möglich, so viele wie nötig“, erklärt Sabrina. Mit ihrem Trocken-, Nass- und Belohnungsfutter für Junghunde und erwachsene Fellnasen decken sie den gesamten Markt ab. Darunter sind Geschmacksrichtungen wie „Insekten, Rote Linsen & Karotten“ oder „Birne Parmesan“. Denn natürlich soll das Futter den Hunden auch schmecken.

Viele Hundebesitzer*innen greifen auf das Tenetrio-Futter zurück, weil ihre Vierbeiner anderes Futter verweigern oder Unverträglichkeiten und Allergien haben. Die transparent deklarierten Zutaten machen es den Besitzer*innen möglich, ganz genau zu wissen, was sie ihrem Hund füttern. Denn die oft fehlende Transparenz gehört zu den Missständen im Heimtierfuttermittelmarkt. Das Fleisch stammt oftmals aus zweifelhafter Massentierhaltung, versteckte allergene Zusatz- und Konservierungsstoffe machen es Besitzer*innen von Allergikerhunden schwer, geeignetes Futter zu finden. Auch das Barfen, also das Füttern von rohem Fleisch, ist hier nicht immer die beste Lösung, da sie eine extrem sachgerechte Anwendung voraussetzt und bei falschem Handling Mangel­erscheinungen auftreten.

Aktiv gelebter Klimaschutz

Für ihre Geschäftsidee haben Henkel, Jaap und Figueroa viele Auszeichnungen bekommen, darunter den dritten Platz beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018. Die drei Frauen sind stolz auf die Einsparungen, die sie seit der Gründung durch den Verkauf ihrer Produkte erwirkt haben. In Zahlen sind das 167 Millionen Liter Wasser, 30 Tonnen CO2 und 10 Tonnen Fleisch. Diese machen auch deutlich, wie viel die bewusste Entscheidung des Verbrauchenden in seinem Konsumverhalten bewirken kann. Aktiv gelebten Klimaschutz nennen die drei Gründerinnen das. Und die Zahlen geben ihnen Recht. Die Tatsache, dass jährlich mehrere Milliarden Euro in Deutschland für Hundefutter ausgegeben werden, macht deutlich, wie viel Potenzial in diesem Markt steckt und wie viel dabei für den Klimaschutz getan werden könnte. „Wer in nachhaltiges Hunde­futter investiert, investiert nicht nur in die Gesundheit des eigenen Hundes, sondern auch ins Klima“, bringt Katrin es auf den Punkt.

Hundebesitzer*innen sensibilisieren

Noch mehr Hundebesitzer*innen mobilisieren – das ist es, was die Unternehmerinnen anstreben. EntoNative, das aus vier Mitarbeiter*innen besteht und eng mit externen Partner*innen im Bereich Logistik, Online-Marketing, Website und Kommunikation zusammenarbeitet, möchte das Deutschland- und Europageschäft in Zukunft weiter ausbauen. Die Grundsteine dafür sind ein Team, das sich durchweg mit den Produkten und den gemeinsamen Wertvorstellungen identifizieren kann. „Wir sind gnadenlose Optimistinnen und glauben immer fest an den Erfolg“, sagt Sabrina abschließend.

Beruf mit Zukunft – hohe Nachfrage an Alten- und Krankenpfleger*innen

Seit Januar 2020 ist das neue Pflegeberufegesetz in Kraft. Die Regierung verspricht sich davon eine Steigerung der Attraktivität im Pflegebereich.

In vielen Bereichen herrscht in Deutschland Fachkräftemangel. Besonders trifft das auf die Pflege alter und kranker Menschen zu, bei der jetzt schon ein Mangel an 200.000 Arbeitskräften herrscht. Der Pflegebereich vermeldet von allen Berufen bundesweit den größten Fachkräfteengpass.

Im Hinblick auf die demografische Entwicklung, die von einem weiteren Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung ausgeht, wird im Jahre 2030 von mindestens 500.000 fehlenden Fachkräften in der Pflege ausgegangen. Für Schulabgänger, Auszubildende und Healthcare-Gründer öffnen sich damit riesige Chancen!

Die Zukunft liegt in der Pflege

Hintergrund für den steigenden Bedarf in der Pflege ist der zu erwartende Zuwachs an Pflegebedürftigen. Es wird davon ausgegangen, dass deren Anzahl von heute 4,5 Millionen auf ca. 6 Millionen im Jahre 2030 ansteigen wird. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Situation in der Vergangenheit. Seit vielen Jahren schon können etwa 8 von 10 Stellen nicht mehr mit qualifiziertem Fachpersonal besetzt werden. Inzwischen wird von einem akuten Pflegenotstand gesprochen.

Dabei trifft es nicht nur den zentralen Bereich der Pflege, in dem es an Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflegern fehlt. Auch dort, wo Experten für pflegerische Dienstleistungen mit akademischem Hintergrund oder mit Fortbildungsabschluss gebraucht werden, können viele Stellen mangels geeigneter Kandidaten nicht besetzt werden. Um einen prekären Pflegenotstand zu vermeiden, müsste neben der Bezahlung auch die Ausbildung und verfügbaren Krankenpfleger Jobs attraktiver gestaltet werden. Dabei ist auf diesen Feldern schon einiges geschehen.

Die Änderungen im Pflegebereich

Sowohl die alte als auch die neue Bundesregierung wusste und weiß um die Notstände im Pflegebereich. Dabei wurden laut des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Jahre 2019 1,7 Millionen Menschen in Pflegeberufen beschäftigt, was immerhin einen Anstieg von 24 % zum Jahre 2012 bedeutet.

Doch das ist angesichts der rasch zunehmenden Überalterung bei Weitem nicht ausreichend. Deshalb wurden mit Beginn der Pandemie die Anstrengungen nochmals erhöht.

Neue generalistische Pflegeausbildung

Seit dem 1. Januar 2020 ist das neue Pflegeberufegesetz in Kraft. Die bisherigen Berufsbilder Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpfleger wurden abgeschafft und dafür der neue Beruf der Pflegefachfrau bzw. des Pflegefachmanns eingeführt. Der generalistische Abschluss wird von allen Mitgliedsstaaten der EU (Europäische Union) anerkannt.

Die Ausbildung ist nun breiter aufgestellt als vorher, die fachlichen Schwerpunkte aller drei Berufsrichtungen wurden dabei zusammengefasst. Dadurch können die Absolventen in allen Versorgungsbereichen flexibel eingesetzt werden.

Auf freiwilliger Basis kann die Ausbildung als Studium absolviert werden. Damit eröffnen sich eine Vielzahl neuer Angebote im Berufsfeld Pflege. Gesundheitswissenschaft, Pflegemanagement und Palliativpflege sind nur einige Beispiele für solche Interessenten, die sich leitende Positionen und Führungsaufgaben zutrauen.

Laut Angaben des Ministeriums wird die neue Regelung gut angenommen. Mehr als 80 % der Betroffenen kommen zu dem Schluss, dass die neue Flexibilität im späteren Berufsleben von Vorteil sein wird. Knapp zwei Drittel glauben an eine signifikante Steigerung der Professionalität und gut die Hälfte bewertet die Verbesserung der internationalen Anschlussfähigkeit als positiv.

Wie geht die Ausbildung vor sich?

Gut die Hälfte der dreijährigen Ausbildung wird in praxisnahen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegestationen vermittelt. Die theoretische Basis erhalten die Azubis weiterhin in den Berufsfachschulen.

Trotz der Generalisierung bleibt eine Spezialisierung im Bereich des Möglichen. Es werden nämlich nur die ersten beiden Lehrjahre verpflichtend generalisiert abgehalten. Im dritten Lehrjahr ist dann eine Wahlmöglichkeit gegeben, bei der die Absolventen in Richtung Altenpflege, Krankenpflege oder Kinderkrankenpflege einschwenken oder eben weiter die generalistische Ausbildung fortführen können.

Höhere Löhne und Gehälter

Überdies wurde die wirtschaftliche Situation der Pflegenden gestärkt. So ist die Ausbildung nun endlich kostenfrei. Die Ausbildungsvergütung wurde angeglichen und liegt jetzt nicht mehr auf den hintersten Plätzen im Vergleich zu anderen Lehrberufen. Sie beträgt im Schnitt 1.141 Euro im ersten Lehrjahr und steigt auf 1.303 Euro im Abschlussjahr. Damit liegt sie in etwa auf dem gleichen Niveau wie die Ausbildungsvergütung eines Technischen Assistenten in der Anästhesie.

Auch die Löhne der ausgebildeten Pflegefachkräfte sind in den letzten zehn Jahren merklich gestiegen, haben sich um ein Drittel erhöht und bewegen sich zwischen 3.000 und 3.500 Euro brutto monatlich.

Urban Hochbeet: Minigarten im All-In-One-Set

Die Urban-Hochbeet-Gründer Leon Hensler und Christian Allié bieten ein Rundum-Sorglos-Paket für den eigenen Balkongarten und wollen zur führenden Anlaufstelle für alle Gartenneugierigen und -anfänger*innen werden.

Leon Hensler und Christian Allié, zwei Freiburger Studenten und Gründer, haben sich eine grüne Mission auf die Fahne geschrieben. Graue Innenstädte, leere Balkonreihen und vertrocknete Kräuter sollen der Vergangenheit angehören. Mit ihrem Ende 2020 gegründeten Start-up Urban Hochbeet haben sie ein Rundum-Sorglos-Paket für den eigenen Balkongarten entwickelt. Die Vision: Jede(r) soll sich einen Minigarten ganz ohne Vorkenntnisse anlegen können.

Minigarten - auch ohne grünen Daumen

Die beiden Gründer bewegte bei der Idee, dass sich viele Stadtbewohner*innen nach mehr Nähe zur Natur und einen bewussteren Konsum sehnen. Doch für einen eigenen Heimgarten bleiben insbesondere bei geringer Wohnfläche viele Probleme bestehen: Zu wenig Platz, kein Balkon, fehlendes Know-how, lange Einkaufstouren – das sind die typischen Schwierigkeiten, die bei Überlegungen zum eigenen Gemüseanbau im urbanen Umfeld anfallen.

Die Komplettpakete der beiden Freiburger sollen darauf die Antwort geben: Ein passendes Hochbeet, nährstoffangepasste Erdschichten und abgestimmte Pflanzensets werden zusammen in einem Paket bis an die Haustür versandt. Dabei reichen die Komplettpakete von einem kleinen Beet für Küche und Fensterbrett bis zu der XL-Variante für den Balkon. „Vor allem durch die spielerisch gestaltete Pflegeanleitung soll die Nutzung und Pflege der Beete so einfach wie möglich vonstattengehen – auch ohne einen grünen Daumen“, so Mitgründer Leon.

Heimgärtnern für alle

Mit dem All-In-One-Set wollen es die Gründer ermöglichen, dass jeder Haushalt in die Erfahrung des erfolgreichen Gärtnerns kommen kann. Pflanzen pflegen, düngen, schneiden und ernten: das lässt eine ganz eigene und nachhaltige Beziehung zu den selbst geernteten Lebensmitteln entstehen. Neben den Komplettpaketen bieten Leon und Christian auch einen ausführlichen Beratungs- und Supportservice an sowie Garantien, welche den Interessierten die letzten Sorgen nehmen sollen. „Wir planen, in den nächsten fünf Jahren zur führenden Anlaufstelle für alle Gartenneugierigen und Anfänger zu wachsen“, formuliert Leon das ambitionierte Ziel.

Nachhaltigkeit als roter Faden

Für die Zusammensetzung der Komplettpakete ist den Gründern dabei besonders wichtig, dass die Komponenten nachhaltig und umweltfreundlich sind. „Wir beziehen unsere Produkte ausgehend vom Freiburger Münstermarkt so lokal wie möglich und achten auf klimaschonende Aspekte wie torffreie Erde mit minimaler CO2-Belastung und veganen Bio-Dünger. Bis 2024 wollen wir unsere Lieferketten komplett plastikfrei gestalten“, erläutert Co-Founder Christian. Ihre grünen Geschäftspraktiken und auch ihre Nachhaltigkeitsziele für die nächsten Jahre haben die beiden Gründer in ihrem digitalen Gartenmagazin aufgelistet.

Schon jetzt werden die Erdschichten ausschließlich aus Deutschland bezogen und auch die Hochbeete kommen zum großen Teil aus Bayern, Sachsen und Niedersachsen. Außerdem werden die einzelnen Bestandteile des Sets konsequent nach ökologischen Kriterien ausgewählt. „Dazu gehört bei der Erde ein kompletter Verzicht auf Torf, wodurch das Ökosystem der Moore geschützt und somit der Artenschutz gewährleistet wird. Dadurch sind auch CO2-Einsparungen in Höhe von 65 Prozent gegenüber herkömmlichen Erdsorten möglich“, so Christian. Der Dünger besteht ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen – für die Pflanzen haben die Gründer einen Partner aus der Region Freiburg gefunden: die 1956 gegründete und heute als Kräuterspezialist der Region bekannte Gärtnerei Friderich – eine Partnerschaft getreu dem Motto: Start-up trifft Traditionsunternehmen.

carbmee: mit Software zu Netto-Null im Unternehmen

Das Berliner Start-up carbmee hat mit dem Environmental Intelligence System einen nachhaltigen Lösungsansatz entwickelt, um Industrie-Unternehmen zu dekarbonisieren.

Um der Erderwärmung und den daraus resultierenden Folgen für die Umwelt entgegenzuwirken, hat die Europäische Union zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen erlassen. So ist im European Green Deal festgelegt, dass bis 2050 eine nachhaltige Produktpolitik und vollständige Treibhausgasneutralität erreicht werden soll. Um diesen ambitionierten Zielen einen entscheidenden Schritt näher zu kommen, hat die EU-Kommission im Sommer 2021 das Maßnahmenpaket "Fit for 55", verabschiedet, durch das der CO2-Ausstoß der EU bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden soll.

Um dem steigenden Druck und der finanziellen Belastung auf die Unternehmen entgegenzuwirken und insbesondere die CO2-intensive Industrie zu unterstützen, hat das Berliner Start-up carbmee eine Software zur Dekarbonisierung der Lieferkette entwickelt.

CO2-Hotspots im Unternehmen identifizieren

Carbmee wurde 2021 von Robin Spickers, Dr. Christian Heinrich und Hendrik Beneke gegründet und bietet eine Carbon Management Solution basierend auf der eigens entwickelten Software (Environmental Intelligence System). Mit einer Kombination aus KI und Automatisierungstechnik unterstützt carbmee Industrie-Unternehmen dabei, ihre CO2- Hotspots in der Wertschöpfungskette offenzulegen und mit dem Ziel der Klimaneutralität „grüne Entscheidungen“ zu treffen. „Scope 3 Emissionen sind ein riesiges Problem und niemand setzt sich damit auseinander, wie wir es lösen können. Dabei sind Scope 3 Emissionen in vielen Fällen für über 80 Prozent der gesamten Emissionen eines Unternehmens verantwortlich. Mit unserer Expertise setzen wir genau hier an“, erläutert Co-Founder Dr. Christian Heinrich.

Das Ziel: Netto-Null-Emission bis 2050

Vor kurzem hat das Start-up sein einjähriges Bestehen gefeiert und kann bereits in dieser frühen Phase auf eine beachtliche Bilanz schauen. In den letzten acht Monaten konnten, so die Angaben des Start-ups, mithilfe des Environmental Intelligence Systems 336.000 Tonnen CO2-Emissionen gemanaged werden. Das Potenzial und der Handlungsbedarf sind größer denn je: Laut Statista hat der Industriesektor 2020 über 113 Millionen Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgasemissionen ausgestoßen.

„Die Meinung, dass Emissionen erst in 10 Jahren zu einem großen Problem werden, war vor einiger Zeit noch sehr verbreitet. Doch wir waren schon damals der Auffassung, dass wir so schnell wie möglich handeln müssen. Durch Covid ist dieses Problem nun sogar noch zentraler und dringender geworden. Unsere Vision ist es darum, mit Environmental Intelligence eine nachhaltige Transformation von Unternehmen voranzutreiben, um bis 2050 eine Netto-Null- Emission zu erreichen – und das auf einfache Weise“, so Co-Founder Robin Spickers.

Auf dem Weg zum Global ePlayer

Ihr habt per Online-Voting entschieden ... die StartingUp-Gründer des Jahres 2021 sind: Fabian Furch und Leopold Ingelheim von EarlyGame. Hier liest du die Erfolgsstory der Münchner Gaming-Profis.

Die internationale eSports- und Gaming-Branche boomt seit vielen Jahren. Deutlich zweistellige Wachstumsraten im Umsatz- und Community-Bereich machen das Geschäftsfeld auch in den kommenden Jahren zu einem hochattraktiven Investment-Segment. Die Münchner Fabian Furch und Leopold Ingelheim haben das enorme Potenzial bereits 2019 erkannt. „Leo und ich kannten uns aus der Strategieberatung. Ich war und wollte immer schon Unternehmer sein. So war ich vor der Gründung unter anderem bei einem eSports-Unternehmen im Managementteam tätig oder habe zu Studienzeiten mein eigenes Fußballteam gegründet“, so Fabian. „Nachdem sich Leo dann auch dazu entschieden hatte, zu gründen, haben wir uns entschlossen, den Markt gemeinsam zu beackern – EarlyGame war geboren.“ Leo bringt vor allem strukturelle Themen wie Finanzen, Analytics, Marketing und Medienexpertise mit ins Start-up, Fabians Schwerpunkte liegen neben seiner Leidenschaft fürs Gaming auf den Themen Netzwerk, Partnerschaften, Sales und Content.

Mainstream als Booster

„Gaming und insbesondere eSports werden immer stärker Mainstream. Wir haben frühzeitig erkannt, dass es keine maßgebende Plattform bzw. internationale Entertaiment-Marke für diesen Bereich gab, die mit der richtigen ,coolen‘ Sprache Inhalte für die junge, digital-affine Zielgruppe aufbereitet und die Mainstream-Community aktiv in die Unterhaltung miteinbezieht“, erläutert Leo. Diese Lücke haben die beiden nun geschlossen. „Mit unserer Entertainment-Plattform, die wir durch Events, Turniere und weitere Gamification-Elemente ergänzen, bieten wir ein perfektes Package für unsere internationale Community. Wichtig ist für uns, dass wir keine One-way Communication anbieten, sondern das Ganze interaktiv gestalten“, so Leopold.

Die Vision von EarlyGame ist es demnach, im Mainstream-­Entertainment-Bereich des eSports und Gamings für den Fan die weltweite Nummer eins zu werden. Wo steht man aktuell? Das Start-up scheint auf dem besten Weg, eine globale Marke zu werden. Die Dynamik ist beeindruckend, die Zwischen­bilanz zum Jahresstart sehr positiv. „Alle wichtigen Kennzahlen deuten weiterhin auf schnelles Wachstum hin“, so Leo.

Ziele und Meilensteine

Die Ziele sind somit klar definiert: „Wir wollen weltweit die Nummer eins werden, in DACH sind wir das schon. Sowohl Umsatz als auch Unique User wollen wir in diesem Jahr verdoppeln und damit Ende des Jahres acht Mio. Unique User monatlich auf unserer Plattform begrüßen. Zudem planen wir die Erweiterung unseres Geschäftsmodels, u.a. die Einführung eines Subscription Models“, so Co-Gründer Fabian.

Bei all den Erfolgen fragt man sich zwangsläufig, welches die wichtigsten Herausforderungen bzw. Hürden waren, die es bislang zu meistern galt. „Zwei Dinge waren am Anfang sicher sehr wichtig: die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Teams und die Namensgebung. Ein erfolgshungriges, hochmotiviertes und talentiertes Team zusammenzustellen, das ist sicher die Basis von allem und gerade ganz zu Beginn eine große Herausforderung. Umso stolzer sind wir auf unsere 15 Mitarbeitenden, die jeden Tag ihr Bestes geben, um Early­Game auf die nächste Stufe zu hiefen“, berichtet Fabian.

Und weil EarlyGame natürlich auch Teamwork bedeutet, war es den Gründern über die gesamte Zeit sehr wichtig, den Happiness-Faktor im Team konstant hochzuhalten und die jungen Mitarbeitenden fit für die sich stetig wandelnde Arbeits- und Themenwelt zu machen. „Das Durchschnittsalter bei uns liegt bei etwa 25 Jahren bei teilweise sehr kurzer Arbeitserfahrung. Das Geld für erfahrenere Kolleg*innen müssen wir uns erst erarbeiten“, bringt es Fabian auf den Punkt.

Ein weiterer Meilenstein war die Namensgebung. „Das Brainstorming zur Marke und die Entwicklung des Namens haben ein paar Wochen gebraucht“, so Fabian. „Eine große Herausforderung und eine zu überspringende Hürde war dann sicher der Moment, als unser Google Search Traffic im Dezember 2019 um teilweise 80 Prozent eingebrochen ist. Hier haben wir relativ schnell festgestellt, dass wir ein paar Anzeichen, sprich Notifications von Google, übersehen hatten, konnten zum Glück gegensteuern und die ,Fehler‘ im folgenden Jahr beheben. Wir mussten ein paar Monate warten, bis ein Google-Update kam und wir damit wieder einen Traffic Boost erhalten konnten. In der Zwischenzeit konnten wir zum Glück durch unsere starke Social-Media-Präsenz und weitere Aktivitäten den Decline abfangen“, so Leopold rückblickend.

VC oder Crowdinvesting?

Eine wesentliche Herausfordertung der beiden Unternehmer war zudem die Frage der Finanzierung: VC oder Crowdinvesting? „Auch mit dem Risiko, dass eine erfolglose Crowdinvesting-Runde für jedermann öffentlich ist, haben wir uns für diesen Weg entschieden“, so Leo. Im Rückblick die richtige Entscheidung: Nicht nur, dass die Kampagne in Rekordzeit gefunded war, am Ende waren die Gründer mit der eingesammelten Gesamtsumme von 700.000 Euro auch deutlich „oversubscribed“. „Für uns als Team eine starke Bestätigung unserer starken Community“, kommentiert Leo.

Neben der Crowd konnte EarlyGame weitere Investor*innen von sich überzeugen: einen Investor aus Singapur sowie die Familie Winterling. „Die Vision, aber auch der bisherige Track-Record von EarlyGame haben uns überzeugt. Fabian kennen wir schon viele Jahre, und das, was er gemeinsam mit Leopold und dem gesamten EarlyGame-Team innerhalb kürzester Zeit aufgebaut hat, hat uns überzeugt und war letztlich ausschlaggebend für unser Investment“, erklärt Christoph Winterling, Marketing- und Vertriebsvorstand des FC Bologna. Den Einstieg des asiatischen Investors sieht Fabian wiederum als Beleg dafür, dass der EarlyGame für interna­tionale Investor*innen ein attraktiver Sektor und die Ausrichtung des Start-ups stimmig ist.

Mit den insgesamt eingesammelten 850.000 Euro wollen die Münchner ihre Reichweite weiter ausbauen. „Wir erreichen aktuell mehr als vier Million Unique User pro Monat auf unserer Plattform und über 20 Millionen auf Social Media“, so Leopold. „Wichtig hierbei war es uns immer, die allgemeine Balance zu halten, beispielsweise zwischen schnellen Umsätzen und dem Status einer coolen Marke. Ebenso wichtig: ein gewisses Geschick in herausfordernden Phasen auftretender Liquditätsengpässe“, ergänzt Fabian

Going global

Vor dem Hintergrund der erfreulichen Gesamtentwicklung hat auch Early-Game-Partner kicker seine Investition wiederholt ausgebaut. „Das Interesse an einem Investment im Bereich eSports und Gaming ist aktuell sehr groß. Wir sehen gerade auch eine starke Nachfrage seitens globaler Investor*innen. Das ist erfreulich, denn mittelfristig wollen wir mit EarlyGame vor allem international Maßstäbe setzen und mit weiteren internationalen Partner*innen die nächsten Schritte machen“, betont Leo.

Mit weiteren Partnerschaften wollen die ambitionierten Gründer ihr Produktangebot erweitern, die Nutzer*innenzahlen maximieren und den kontinuierlichen Aufbau ihrer Marke forcieren. Gerade auch die Partnerschaften und Kooperationen geben EarlyGame immer wieder einen Push, betonen Leopold und Fabian. Die Zusammenarbeit mit Brands wie HyperX, MediaMarktSaturn, Jochen Schweizer, aber auch die Partnerschaft mit Laureus Sport for Good rund um die EarlyGame Awards haben die Community kontinuierlich weiterwachsen lassen.

Mit den im Jahr 2021 initierten EarlyGame Awards konnte das Start-up bereits in der Startphase einen der erfolgreichsten Community-Gaming- und Streaming-Awards in Deutschland aufbauen. „Mit Partnern wie Laureus Sport for Good, Euronics, GTÜ oder Razer bauen wir 2022 auf diesem Erfolg auf; langfristig ist es auch hier unser Ziel, eine absolute Top-Marke im Bereich Gaming Awards zu schaffen, vergleichbar mit den Laureus Awards im Sportbereich“, so Fabian. Im nächsten Schritt heißt es dann auch hier wiederum: Going global.

App-solut datenschutzkonform

Von der Optimierung des Workflows bis hin zur Erschließung neuer Vertriebs- und Kommunikationswege: Apps beeinflussen immer mehr Abläufe in der Geschäftswelt. Umso wichtiger, dass eine App vom Start weg rechtssicher aufgestellt ist.

Egal ob bei Firmen, speziellen Interessengruppen oder der öffentlichen Hand, Apps gewinnen zunehmend an Bedeutung. Schließlich können durch eine native, mobile Anwendungssoftware nicht nur bestehende Kund*innen, Mitarbeitende und Geschäftspartner*innen aktiviert werden, sondern auch neue smartphoneaffine Zielgruppen. Und mehr noch: Apps beeinflussen mittlerweile auch Abläufe in der Geschäftswelt. Von der Erleichterung des Workflows bis hin zur Erschließung neuer Vertriebs- und Kommunikationswege ist prinzipiell alles möglich, vorausgesetzt die App beachtet geltende Datenschutzregeln und wirksame Einwilligungen.

Wenn es die Technik macht

In Sachen Datenschutz hat sich einiges getan. So müssen neben DSGVO und ePrivacy-Richtlinie seit 1. Dezember 2021 auch die neuen TTDSG-Regelungen berücksichtigt werden. Von letzteren sind nicht nur große Konzerne wie Facebook oder Google betroffen, sondern beispielsweise auch Unternehmen, die planen eine eigene App mit Chat-Funktion anzubieten. Entsprechend gilt es bereits in der Entwicklungsphase kritische Schwachstellen in der technischen Gestaltung und in den Voreinstellungen zu vermeiden.

Um den Grundsätzen und Anforderungen der sogenannten Privacy-by-Design- Richtlinie zu genügen, müssen etwa passende Mittel wie Pseudonymisierung, Verschlüsselung und Anonymisierung der IP-Adresse für die Verarbeitung personenbezogener Daten ergriffen werden. Hinzu kommt neben einer Nutzer*innenauthentifizierung auch die technische Umsetzung des Widerspruchrechts.

Insbesondere wenn eine Vielzahl von Zustimmungen einzuholen ist, benötigt die App zudem passende Privatsphäre-Einstellungen, die es User*innen erlauben, ihre Einwilligung einzusehen und gegebenenfalls zurückzuziehen. Hier sollte ein System implementiert sein, das die Wahrung der Nutzer*innenrechte auf Auskunft, Löschung, Berichtigung und Datenübertragbarkeit gewährleistet. Datensparsamkeit kann als Grundsatz in den Hintergrund treten, wenn die Datenhoheit für den Kund*innen sichergestellt werden kann.

Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass in einer Datenschutzerklärung alle erhobenen Informationen gelistet sind. In der Praxis wird dazu häufig auf eine Website verlinkt. Eine solche Verknüpfung kann allerdings dafür sorgen, dass so mancher Hinweis über die relevanten Prozesse unvollständig abgebildet wird.

Daher wird zur Erstellung einer eigens auf die mobile Software abgestimmten Datenschutzerklärung geraten. Im Idealfall ist diese in der App nicht nur leicht auffindbar, sondern bereits vor der Installation im Store einsehbar. Hierbei werden häufig externe Services sowie im Rahmen der Programmierung oder des Betriebs eingesetzte Tools vergessen. Dies kann weitreichende Folgen nach sich ziehen, wenn beispielsweise ein Service nicht den EU-Richtlinien und den DSGVO- Anforderungen genügt.

Wenn der Zweck die Mittel heiligt

Darüber hinaus sollte eine datenschutzkonforme App so voreingestellt sein, dass sie nur solche Informationen erhebt und verarbeitet, die für eine einwandfreie Nutzung tatsächlich notwendig sind. Es gilt der Zweckbindungsgrundsatz. Daher heißt es in diesem Zusammenhang die Verwendung personenbezogener Daten auf ein Mindestmaß zu reduzieren. So mögen für eine Bestellung über einen virtuellen Marktplatz beispielsweise Adresse, E-Mail und Telefonnummer relevant sein, nicht aber der Zugriff auf den Fotospeicher des Smartphones oder das Mikrofon.

Alles, was darüber hinausgeht, braucht eine separate Einverständniserklärung mit passender Opt-out-Möglichkeit. Das trifft nicht zuletzt auf das Tracking des Nutzer*innenverhaltens zu – vor allem, wenn die gewonnenen Daten an Drittanbieter*innen weitergeleitet werden.

Der Autor Andreas Köninger ist App-Entwickler und Vorstand der SinkaCom AG, die mittelständische Kund*innen dabei unterstützt, ihre unternehmenseigene Strategie, Business- und Kommunikationsziele erfolgreich in Systemen, Prozessen und Organisationen umzusetzen und zu erreichen.

Fjord Trends 2022

Fjord Trends untersucht alljährlich die menschlichen Verhaltensweisen, welche die Kultur, Gesellschaft und Unternehmen im kommenden Jahr beeinflussen werden.

Die Fjord Trends von Accenture Interactive erscheinen bereits zum 15. Mal und bieten in diesem Jahr praxisorientierte Leitlinien für Unternehmen, die ihren Kund*innen, Mitarbeitenden und der Gesellschaft Mehrwert und Relevanz bieten wollen.

Den Trends zufolge werden diese sich wandelnden Verhaltensweisen Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Sie müssen ihre Design-, Innovations- und Wachstumskonzepte überdenken. Der Grund: Die Erwartungen und Denkweisen der Mitarbeitenden verändern sich, unterbrochene Lieferketten sorgen für Engpässe und neue virtuelle Umgebungen wie das Metaverse entstehen.

„Das Ausmaß dieses Beziehungswandels, wie wir ihn gerade erleben, ist nicht zu unterschätzen – ebenso wenig wie die Rolle der Unternehmen, die auf die Entwicklung reagieren“, erklärt Mark Curtis, Head of Global Innovation und Thought Leadership von Accenture Interactive. „Jede Entscheidung, die Unternehmen als Nächstes treffen, könnte die Welt auf eine Art beeinflussen, die wir uns kaum vorstellen können. Und alles deutet darauf hin, dass sich unsere Beziehungen – ob zu Kollegen, Marken, der Gesellschaft, Orten oder zu Menschen, die uns wichtig sind – gerade grundlegend verändern. Vor uns liegen herausfordernde Zeiten, aber auch große Chancen. Unternehmen können positive Beziehungen knüpfen und so eine Lebenswelt zum Wohl der Menschen, der Gesellschaft und des Planeten erschaffen.“

Fjord Trends 2022 analysiert fünf menschliche Verhaltensweisen und Trends, die Gesellschaft, Kultur und Unternehmen beeinflussen werden:

Trend: Come as you are: Selbstbestimmung im Kollektiv

In den letzten beiden Jahren der Pandemie haben viele Menschen zunehmend ein Gefühl der Selbstbestimmung entwickelt. Es wirkt sich auf die Art aus, wie sie arbeiten, Beziehungen führen und konsumieren. Sie fragen sich, wer sie sind und was ihnen wichtig ist. Der Individualismus nimmt zu und äußert sich in einer „Me over We“-Mentalität. Diese Tendenz hat tiefgreifende Auswirkungen darauf, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden anleiten, ihnen neue Wertversprechen bieten und wie sie die Beziehungen zu ihren Kund*innen pflegen.

Trend: The end of abundance thinking? Von der Endlichkeit der Dinge

Im vergangenen Jahr haben viele Menschen leere Regale, steigende Stromrechnungen und Engpässe bei alltäglichen Dienstleistungen erlebt. Engpässe in der Lieferkette mögen zwar eine vorübergehende Herausforderung sein, doch die Folgen werden andauern. Die sogenannte Überflussmentalität – die durch dauerhafte Verfügbarkeit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit gekennzeichnet ist –, wird einem wachsenden Umweltbewusstsein weichen. Die Unternehmen müssen sich mit der Angst vor einer Versorgungsknappheit auseinandersetzen, die viele Menschen auf der ganzen Welt verspüren.

Trend: The next frontier: Die Metaverse Expedition

Das Metaverse ist eine kulturelle Revolution, die kurz vor dem Durchbruch steht. Es sprengt die Grenzen des Internets, wie wir es kennen, und verbindet alle bestehenden Informationsebenen, Schnittstellen und Räume, mit denen Menschen interagieren. Diese erwarten, dass Unternehmen diesen neuen Ort – an dem Menschen Geld verdienen können, neue Berufe geschaffen und Marken sich positionieren können – mitgestalten und lenken. Das Metaverse wird nicht nur durch Bildschirme und Headsets existieren – es wird auch um Erfahrungen und Orte in der analogen Welt gehen, die mit der digitalen Welt verschmelzen.

Trend: This much is true: Vertrauen in unsicheren Zeiten

Die Menschen erwarten heute auf Knopfdruck, oder durch einen kurzen Austausch mit dem Sprachassistenten, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dieser Vorgang ist so einfach und schnell, dass die Menschen umso mehr Fragen stellen. Marken erreichen immer mehr Fragen ihrer Kund*innen über eine immer größere Anzahl an Kanälen. Auf welche Weise diese Fragen beantwortet werden, ist eine große Herausforderung an das Design und entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Trend: Handle with care: Fürsorge als Unternehmensversprechen

Im vergangenen Jahr bekam die Fürsorge in all ihren Ausprägungen vermehrte Aufmerksamkeit: Selbstfürsorge, Fürsorge für andere, Fürsorgedienste und Kanäle, die Fürsorge bereitstellen, sowohl digital als auch physisch. Diese neue Perspektive birgt Chancen und Herausforderungen für Arbeitgeber und Marken, unabhängig von ihrer Erfahrung in der Gesundheitsbranche. Die Verantwortung, für uns selbst und andere zu sorgen, wird in unserem Leben weiterhin Priorität haben – und Designer wie Unternehmen müssen den Raum dafür schaffen. Verbraucher überdenken alle ihre Beziehungen. Das führt dazu, dass Marken gleich zwei große Aufgaben bewältigen müssen: Sie müssen sich um die Welt im Hier und Jetzt kümmern und gleichzeitig die eigene Zukunft so gestalten, dass sie gut für den Planeten, das Geschäft und die Gesellschaft ist. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, die Auswirkungen dieser Beziehungen und Erwartungen zu verstehen und sie in wirksame Business-Strategien zu überführen. So können wir Relevanz und Wachstum fördern.

SEO-Trends 2022

Suchmaschinenmarketing: Von Audio-Marketing bis Responsive-Suchanzeigen. Mit diesen 7 Trends startest du online im neuen Jahr durch.

Online-Marketing gibt es stetig neue Entwicklungen, Trends, Anpassungen und Tools. Sie automatisieren die bestehenden Prozesse und verbessern die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung und -werbung immer weiter. Um die Sichtbarkeit im Web für das eigene Unternehmen zu erhöhen, gilt es solche Trends im Blick zu behalten. Vor allem Entwicklungen im Bereich Audio, Video und Social Media sowie die Verzahnung von Content und E-Commerce stehen aktuell im Fokus. Wir haben sieben Trends identifiziert, mit denen Unternehmer und Selbständige online 2022 durchstarten.

SEO Trend 2022: Audio-Marketing

Ob Podcasts, Clubhouse oder Twitter Spaces: Audio-Content wird immer beliebter. Deshalb sollen diese Inhalte auch in den Suchergebnissen von Google platziert werden. Wie bei anderem Content spielt dabei vor allem der gebotene Mehrwert eine wichtige Rolle für ein gutes Ranking. Mit eigenen Unternehmens-Podcasts erreichen kleinere und größere Betriebe ihre Zielgruppe dann an einem weiteren Touchpoint. Übrigens: Videos sind schon länger ein oft genutztes Marketingtool, doch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Sie erhöhen nicht nur den organischen Traffic, sondern sorgen auch für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen.

SEO Trend 2022: Content-Commerce

Die Verzahnung von Content-Marketing und E-Commerce schreitet im digitalen Marketing immer weiter voran. Beispielsweise Facebook und Instagram setzen bereits verstärkt auf E-Commerce-Funktionen, sodass User*innen über die Plattformen shoppen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen ihren Content zunehmend strategisch in die digitale Customer Journey ihrer eigenen Kundinnen und Kunden integrieren sollten. Dadurch lassen sich passende Inhalte in jede Phase des Einkaufserlebnisses einbinden und flexibel an die Kund*innenbedürfnisse anpassen. Der Aufbau einer Digital-Experience-Plattform kann für Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. 

SEO Trend 2022: Google Analytics 4

Ende Oktober 2020 stellte Google von Universal Analytics beziehungsweise GA3 auf Google Analytics 4, kurz GA4, um und setzt nun verstärkt auf die Umstellung der vierten Version des Trackingtools. Bei GA4 handelt es sich dabei um mehr als ein Upgrade: Es ist vielmehr eine neue Generation von Google Analytics, die für User*innen einige Veränderungen mit sich bringt. Im Vergleich zu GA3 ist nicht nur das User Interface neu, sondern auch das zugrunde liegende Datenmodell und das Tracking. Letzteres lässt sich in der neuen Version auch ohne Cookies ermöglichen. Zudem können über ein ganzes Tagging-Framework Daten an Google-Dienste wie Google Ads, Campaign Manager oder Search Ads 360 gesendet werden. GA4 erleichtert so den Einbau des Tracking-Codes für alle Google-Produkte, noch präziseres Conversion-Tracking und die Minimierung technischer Fehlerquellen. 

SEO Trend 2022: Mobile First

Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer durchsuchen das Web vor allem über ihre Smartphones und Tablets. Schon länger steht die Darstellung im Responsive Design deshalb im Fokus. Im Jahr 2021 hat Google aber sogar alle Webseiten auf das sogenannte Mobile-First-Indexing umgestellt, sodass die Suchmaschine Inhalte, die ausschließlich auf Desktopgeräten verfügbar sind, ignoriert. Unternehmen sollten ihre Seiten deshalb dringend auf das Responsive Design hin überprüfen. Passend dazu spielen auch Deeplinks eine immer größere Rolle. Sie finden in Verbindung mit Apps Verwendung, um von Anzeigen auf die richtigen Zielseiten zu verlinken. Somit verhelfen Deeplinks insbesondere Nutzern von mobilen Endgeräten zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis. 

SEO Trend 2022: PageSpeed Insights 

Google hat jüngst seinen Online-Dienst „PageSpeed Insights“ optimiert. Das Tool zur Analyse und Verbesserung für Ladezeiten von Internetpräsenzen bietet nun viele neue Informationen über die Ladegeschwindigkeit und zum Lighthouse-Score. Bei „Google Lighthouse“ handelt es sich wiederum um ein Audit-Tool, das die Performance von Websites erhebt. Der Score wird dabei in den Kategorien Performance, Accessibility, Best Practices und SEO errechnet. Zu den Veränderungen in der optimierten Version gehört zum Beispiel, dass nun nicht mehr die Punktzahl der getesteten Seite ganz oben auf der Ergebnisseite steht, sondern der Abschnitt mit den Nutzer*innendaten. Bei der Punktzahl handelt es sich nämlich nur um Labordaten, die keinen direkten Einfluss auf die Rankings haben. Der Bereich mit den Nutzer*innendaten lässt sich hingegen aufklappen, sodass User*innen zusätzliche Details zu den Core Web Vitals sehen. Dazu wird jeweils der Anteil der Aufrufe dargestellt und kategorisiert: grün für Erreichung der empfohlenen Werte, gelb für Werte mit Verbesserungsbedarf und rot für schlechte Leistungen. Zusätzlich gibt es sowohl für die Nutzer*innen- als auch für die Labordaten einen zusätzlichen Abschnitt mit weiteren Informationen zum Erfassungszeitraum, zur Dauer der Besuche oder auch zur Größe der Strichprobe, sodass User*innen die Performance der jeweiligen Seite besser analysieren und verbessern können.

SEO Trend 2022: Free Listing

Bereits seit einigen Monaten hat Google die kostenlosen Shoppinganzeigen international ausgerollt. Doch noch nicht alle Produktanbieter*innen nutzen dieses Tool für ihre Marketingkampagne. Dabei bietet das Free Listing vor allem kleinen Unternehmen mit wenig Marketingbudget Gelegenheit, Werbeanzeigen kostenlos zu platzieren und diese zu testen. Auf diesem Weg werden nämlich verschiedene Produktmerkmale wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen teilweise auch in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen aufgeführt und Internetnutzer*innen angezeigt.

SEO Trend 2022: Responsive-Suchanzeigen

Marketingmaßnahmen und Online-Tools verändern sich vor allem aufgrund des stetigen Wandels des User-Suchverhaltens. Google gibt beispielsweise an, dass 15 Prozent der täglichen Anfragen ganz neue Suchen darstellen. Online-Marketingkampagnen gilt es deshalb möglichst flexibel zu gestalten. Zudem sollten Unternehmen auf Automatisierung setzen – besonders auf Responsive-Suchanzeigen. Texte in solchen Anzeigen werden ständig angepasst, damit sie Kund*innen immer passende Botschaften präsentieren. Dafür geben Unternehmen einfach mehrere Anzeigentitel und Textzeilen ein, sodass Google Ads im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen testet und die zielführendsten unter ihnen ermittelt. Ab dem 30. Juni 2022 will Google nur noch die Responsive Search Ads unterstützen. Erweiterte Textanzeigen sollen dann zwar weiterhin ausgespielt werden, die Möglichkeit zur Erstellung oder Bearbeitung fällt aber weg.

Der Autor Andreas Karasek ist Geschäftsführer der Agentur SEM Berater.