Geschäftsideen Lieferdienste: Roboter als Kuriere

Lieferdienst per Roboter


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Die Ingenieure des Start-ups Starship entwickeln derzeit einen Roboter auf Rädern, der autonom Produkte ausliefern können soll.

Die Geschäftsidee von Starship soll vor allem das Beförderungsproblem der letzten Meile lösen. Der rollende Roboter wird Pakete von bis zu 10 Kilogramm Gewicht in einem Radius von bis zu einer Meile ausliefern. Im ersten Schritt sollen damit bevorzugt Lebensmittel transportiert werden. Dabei werden die Transportkosten bei einem Dollar pro Lieferung und damit bis zu 15-mal günstiger als bei herkömmlichen Alternativen liegen.

Hinter dieser Geschäftsidee stecken die zwei Skype-Mitgründer Ahti Heinla und Janus Friis. Der Markt ist aus ihrer Sicht riesig: Mehr als 20 Mrd. Lieferungen erhalten Amerikaner und Europäer jedes Jahr. Zunächst sollen mit dem neuen Gefährt Klein- und Vorstädte beliefert werden, weil sich das Fahrzeug bisher noch nicht unfallfrei durch vielbefahrene Innenstädte durchkämpfen kann. Bei Bedarf kann auch selbstverständlich noch ein menschlicher Pilot, der im jeweiligen Hub stationiert ist, eingreifen, ähnlich wie bei Flugdrohnen.

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Start-up-Power gegen Gasabhängigkeit von Russland

Wie GreenTech-Gründer*innen mit ihren Innovationen die Unabhängigkeit von Russlands Gas fördern.

Deutschlands Position in Bezug auf eine unabhängige Energieversorgung ist ausbaufähig. Die aktuelle Lage spitzt sich auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg weiter zu. Die Chance liegt in einer größeren Unabhängigkeit im Bereich Energie – und es sind junge GreenTech-Start-ups wie Reverion, everyone energy oder Pionierkraft, die den Weg mit innovativen Lösungen im Energiesektor ebnen.

Ende Juni rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Alarmstufe des Notfallplans Gas aus. Es ist die zweite von drei Eskalationsstufen des Notfallplans, der nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vorgestellt wurde und bedeutet, dass eine Störung der Gasversorgung vorliegt. Kein Wunder, stammen doch circa 35 Prozent der Gaslieferungen für Deutschland laut Wirtschaftsministerium aus Russland. Aktuelle Pläne zielen darauf ab, Kohlekraftwerke verstärkt wieder an das Stromnetz anzubinden, um den Gasverbrauch im Stromsektor zu reduzieren. In Zeiten, in denen Gesellschaft und Politik eigentlich nach mehr Nachhaltigkeit und einer Green Economy streben, ist das eine ungünstige Entwicklung. Sie verdeutlicht, wie wichtig eine größere Unabhängigkeit von Gasimporten sowie innovative Lösungen zur Energiewende für Deutschlands Zukunft sind.

Junge Start-ups bringen hier die notwendige Innovationskraft, vor allem aber auch ein grundlegendes Bewusstsein für die Relevanz wirklich nachhaltiger Lösungen mit. Sie knüpfen mit innovativen Technologien an bereits bestehende Lösungen an und steigern diese in ihrer Effizienz oder bringen ganz neue Technologien auf den Markt. Der Fokus liegt dabei immer auf klimaschonenden Lösungen, erneuerbarer Energie und einer erfolgreichen Energiewende.

Reverion

Zu den Start-ups, die neue Lösungen für den Energiesektor entwickeln, gehört das Team von Reverion mit Sitz in Eresing bei Geltendorf, Bayern. Das Gründerteam hat die Vision, den Weg zu 100 Prozent erneuerbarer Energie durch die optimale Nutzung von Biogas zu ebnen. Der Ansatz: Ein Kraftwerk, das Verbrennungsmotoren ersetzen kann und reversibel einsetzbar ist. Dieses kann Strom aus Biogas sowie erneuerbare Gase aus Strom erzeugen. Darüber hinaus ist das System in der Lage, reines CO2 abzuscheiden und der Atmosphäre zu entziehen. Würde die Technologie von Reverion in ganz Europa erfolgreich eingeführt, könnten alle europäischen Emissionen um 10 Prozent reduziert und die Stromproduktion aus Biogas verdoppelt werden.

Das ist nicht nur klimafreundlich, sondern gibt auch eine Menge ungenutztes Potenzial frei, denn Biogas ist eine regelbare Quelle von erneuerbarer Energie. Aktuell wird sie von den üblicherweise eingesetzten motorbasierten Blockheizkraftwerken nicht optimal genutzt. Das System von Reverion arbeitet hingegen auf Basis von Festoxidbrennstoffzellen. Es zeichnet sich nicht nur durch mehr Effizienz aus – bis zu 80 Prozent elektrischer Wirkungsgrad sind möglich – sondern ermöglicht auch einen reversiblen Betrieb der Anlage. Darüber hinaus kann synthetisches, erneuerbares Erdgas aus Reverion-Anlagen über das bestehende Erdgasnetz für Strom, Wärme oder Mobilität genutzt werden. Dabei wird durch die Nutzung der vorhandenen Gasinfrastruktur ein Langzeitspeichereffekt erreicht. Die bestehende Infrastruktur besitzt in Deutschland eine Speicherkapazität von rund 400 TWh, dem 100.000-fachen der insgesamt installierten Batteriespeicher.

Für Maximilian Hauck, CTO und CO-Founder von Reverion, ist die Mission klar: “Unser Antrieb besteht darin, eine der größten Herausforderungen unserer Generation – den Klimawandel – anzugehen.” Nach dem Ingenieurstudium hat er sich ganz bewusst gegen eine Anstellung im Großkonzern entschieden: “In einem jungen Unternehmen kann man sich ganz anders einbringen. Die Aufgaben sind vielseitiger und man ist in der Regel deutlich involvierter in den Gesamtprozess. Meiner persönlichen Meinung nach ist das deutlich motivierender, als etwa im Großkonzern mit der Entwicklung eines Kleinteils im linken PKW-Außenspiegel betraut zu sein.”

Dass nicht nur das Gründerteam an das Potenzial ihrer Idee glaubt, zeigen auch die neuesten Entwicklungen: Erst Anfang Juli schloss Reverion eine Seed-Finanzierung in Höhe von über 7 Millionen Euro ab.

Everyone energy

Das Deep-Tech-Ei

BioNTech oder Celonis haben es hierzulande eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Wer beim Gründen auf Deep Tech setzt, sichert sich im Idealfall „unfaire“ Vorteile und erhöht zugleich die Chancen, dem klassischen „Horse Race“ in den Märkten zu entfliehen.

Wer gründet, sieht eine Opportunity, mit der sich Geld verdienen und bestenfalls die Welt verbessern lässt. Aber das allein reicht nicht: Angesagt und cool sollte das Ganze ebenfalls sein. Immerhin ist das Unternehmen gerade zu Beginn Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, und diese sehnt sich nach Reputation und Signaling, oder etwa nicht? Nur stellt sich die Frage, wie sinnvoll dieser Ansatz ist. Denn wäre er ein ökonomischer Geniestreich, würden nicht 80 bis 90 Prozent aller Start-ups in den ersten drei Jahren wieder vom Markt verschwinden.

Vielleicht ist es ja an der Zeit, die allgemeine Gründer*innenmentalität, die allzu oft nach fancy Themen sucht, zu hinterfragen und künftig vermehrt mit Ideen an den Markt zu gehen, die zwar weniger glitzern, dafür aber ihren Gründer*innen einen „unfairen“ Vorteil versprechen.

Wenn Wissenschaft auf Technik trifft

Je offensichtlicher ein Business, desto kompeti­tiver ist es auch. Bei Deep Tech ist das anders. Anfänglich wenig auffällig, ist Deep Tech ein Sammelbegriff für disruptive Technologien, die entstehen, wenn Wissenschaft auf Technik trifft. Alle Dinosaurier, die heute das Silicon Valley beherrschen, sind aus einem „Deep-Tech-Ei“ geschlüpft: Google, Apple, Microsoft. Zu Anfang, aber auch bis heute besitzen diese Unternehmen einen unfairen technologischen Vorteil, der als Grundlage ihres Geschäftsmodells dient.

Doch was zeichnet Deep Tech aus? Ihre Erfinder*innen greifen wenig bis gar nicht auf Bestehendes zurück, im Grunde entwickeln sie eine Technologie von Grund auf neu. Digital getriebene Deep-Tech-Kategorien sind unter anderem Blockchain, AI/KI oder Quantum Computing. Hinzu kommen Hardware- bzw. Engineering-lastige Kategorien wie BioTech, Advanced Materials, Drones & Robotics, New Energy oder Space Tech. Wichtiges Kriterium: Die neue Lösung hat einen wissenschaftlichen Ursprung und muss den bestehenden um Längen voraus sein, am besten um das Zehnfache. Daher spricht man auch von einem „10x-Unterschied“.

Wie kann ein(e) Gründer*in von solch fortschrittlichen Technologie profitieren und damit auch noch Geld verdienen? Eine berechtigte Frage, da Deep Tech offenkundig viel Forschungsarbeit benötigt und damit einiges an Zeit und Ressourcen bindet. Dazu sei gesagt: Gründer*innen müssen Technologien gar nicht unbedingt selbst erfinden bzw. entwickeln, es gibt sie bereits! Sie benötigen lediglich Zugriff darauf, um sie zu einem Geschäftsmodell weiterzuentwickeln beziehungsweise eine relevante Applikation darauf aufzubauen.

Der Zugang zu Deep Tech

Oftmals entsteht Deep Tech in Universitäten und Laboren. Sagen wir, eine Doktorandin forscht gemeinsam mit ihrem Professor nach einem Leichtbauwerkstoff für die Luftfahrt, und plötzlich ertönt ein lautes „Heureka“. Ein wissenschaftlicher Durchbruch, denn der neue Werkstoff ist leichter und günstiger als alle vergleichbaren. Nachdem die Jubelschreie verstummt sind, schlägt der Professor vor, ein gemeinsames Spin-off zu gründen; eine Ausgründung aus dem universitären Umfeld, das die Doktorandin leiten soll. Nunmehr sieht sich diese mit vielen neuen Fragen konfrontiert: Wie kann ich aus dem Werkstoff ein konkretes Produkt bauen? Wie kann dieses der Luftfahrtbranche helfen? Und wie erhalte ich Zugang zu den Entscheider*innen auf Kund*innenseite und finde obendrein Wagniskapitalgeber*innen? Es liegt auf der Hand, dass sie damit schnell überfordert ist, weil die Aufgaben völlig konträr zu jenen sind, die sie an der Universität zu bewältigen hatte.

Deep Tech beginnt nämlich in der Forschung als blanke Theorie, weit entfernt von einem marktreifen Produkt. Ziel im ersten Schritt ist es, einen Prototyp zu entwickeln und Sympathisant*innen zu finden. Nicht selten aber stirbt eine disruptive Idee in diesem Stadium, weil unklar bleibt, wie genau das Produkt aussieht, das dem/der Kund*in hilft. Den Gründer*innen fehlt der Zugang zu den richtigen Kontakten und das Wissen darüber, was der Markt im Detail benötigt. Und selbst wenn es den Gründer*innen gelingt, ein geeignetes Produkt zu entwickeln, wartet da noch das zweite Tal des Todes auf sie: Vertrieb und Marketing. Bis zu 100 Mal teurer kann der Aufbau und die Vermarktung einer Deep-Tech-Anwendung werden, als lediglich den zugrunde liegenden Technologiekern (Building Block) dahinter zu erarbeiten.

Deep Tech in seine Bausteine zerlegen

Die Lösung scheint, Deep Tech in seine Bestandteile zu zerlegen. Soll heißen, die zuvor erwähnte Doktorandin braucht rechtzeitig Hilfe, um den Prototyp zu entwickeln. Ihr Spezialgebiet ist nun mal die Forschung, und wenn sie ihren wissenschaftlichen Meilenstein in ein marktreifes Produkt überführen will, benötigt sie Zugang zum Markt. Das ist die Chance für Entrepreneur*innen und Co-Gründer*innen, deren Spezialität zwar nicht die Forschung, dafür aber die marktseitige Weiterentwicklung der Technologie in praktischer Anwendung ist. Sie bringen das mit, was der Doktorandin fehlt: ein Gespür dafür, was der Markt gebrauchen könnte und wie sich damit Geld verdienen lässt.

Und wie lässt sich jetzt beides verbinden? Zum einen muss der Doktorandin oder dem Team des schon gegründeten Forschungs-Spin-offs klar werden, dass ihre Lösung einen Building Block darstellt, der meist verschiedene Probleme in unterschiedlichen Vertikals lösen kann. Zum anderen braucht es dafür Applikationen, d.h. konkrete Produktanwendungen, die auf Basis der Deep Tech entwickelt werden, und natürlich Entrepreneur*innen, die das Marktgespür aus einer bestimmten Nische – besser noch – für ein spezifisches Industrieproblem mitbringen. Die Schnittstelle kann eine Kooperation oder ein Application Programming Interface (API) sein. Wichtig ist, dass der Building Block forschungsnah bleibt, damit er fortlaufend weiterentwickelt werden kann.

Die Monetarisierung erfolgt dann über ein separates Unternehmen, das den starken Technologievorteil in Form eines Produkts, respektive einer Anwendung im Zielmarkt verkauft. Mithilfe dieser Logik geht es weg von „Lab to Market“ hin zu „Market to Lab“. Der Prophet soll also nicht mehr zum Berg, sondern der Berg zum Propheten kommen. Derzeit ist das noch ein händischer Prozess, der stark auf Zufall und auf der Fähigkeit zu Netzwerken beruht. Gelingt es aber, sowohl den Markt als auch die Forschung anhand von greifbaren Erfolgen hierfür zu sensibilisieren, kann ein herausragendes Modell für beide Seiten resultieren. Und damit würde Entrepreneurship das Allzeitproblem des mangelhaften Technologietransfers lösen.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, ist eine Schnittstelle zwischen Forschung und Markt sinnvoll, eine sogenannte Middleware-Company (meist als Spin-off aufgesetzt), die sich als Building Block zwischen der Applikation und dem Deep-Tech-Ursprung befindet. Sie hat einerseits Zugang zu den Lehrstühlen mehrerer Universitäten, eben dorthin, wo Deep Tech oft seinen Ursprung hat. Andererseits beschäftigt sich die Middleware-Company nicht direkt mit Einzellösungen (Applikationen) am Markt, sondern fokussiert auf die Rolle des Enablers (ggf. sogar als Plattform) und stellt den Applikations-Companies den Technologiekern zur Verfügung. Das Risiko von Deep Tech wird aufgeteilt, da sich jede Partei auf ihr jeweiliges Fachgebiet konzentrieren kann. Das verschlankt den Prozess und reduziert die Gefahr, das Rad neu zu erfinden oder sich in unnötigen Aufgaben zu verlieren.

Die Zeit ist reif für Deep Tech

Zwischen 2016 und 2020 wuchs der Deep-Tech-Markt um das Vierfache, gemessen an den Investitionen. Beflügelt haben dieses Wachstum globale Probleme, allen voran das Bevölkerungswachstum und die Klimakrise. Deep Tech könnte sich als ein Problemlöser erweisen und Gründer*innen wie Wagniskapitalgeber*innen mit verteidigbaren Technologien ausstatten. Unter Umständen erweisen sich Technologie und Anwendungsfeld im ersten Moment als weniger fancy, als ursprünglich erdacht, aber dafür könnten die Parteien einen echten Fußabdruck hinterlassen und außerdem ein differenziertes Geschäftsmodell mit kraftvollem Kern entwickeln, der lange Zeit unangreifbar bleibt.

Daraus resultiert der eingangs erwähnte unfaire Vorteil, der sich allerdings gesellschaftlich betrachtet als äußerst fair erweisen könnte. Und das wiederum erfüllt die Arbeit der Gründer*innen mit mehr Freude und Sinnhaftigkeit. Das wäre mit einem wettbewerbsintensiven Geschäftsmodell wohl kaum realisierbar.

Der Autor Prof. Dr. Bastian Halecker ist Founding Partner des German Deep Tech Institutes und Deep Tech Entrepreneur­ship @ XU Exponential University, www.germandeeptech.institute

Wisefood: Die Zero-Waste-Profis

Wie Wisefood mit seinen essbaren Trinkhalmen und ökologischen (Mehrweg-)Produkten zum Vorreiter für nachhaltigen Gastro-Bedarf wurde.

Große Veränderungen beginnen oft im Kleinen, und manchmal entspringt der erste Schritt einer mehr oder weniger spontanen Idee. Im Jahr 2017 erkannten Studierende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dass bei der Herstellung von Lebensmittelprodukten Abfälle und Reststoffe anfallen, die sich sinnvoll nutzen lassen. „Bei der Herstellung von Apfelsaft bleiben die wertvollen Fasern übrig, der sogenannte Apfel­trester“, so Philipp Silbernagel, Mitgründer und Geschäftsführer der Wisefood GmbH, „und wir wollten daraus essbare Strohhalme herstellen.“

Was als akademisches Projekt und Hobby begann, entwickelte sich zu einem Vorreiterunternehmen, das heute in einem boomenden Marktsegment führend ist. Wisefood bietet ein wachsendes, breit aufgestelltes Portfolio von ökologischen Einweg- und zunehmend auch Mehrwegprodukten für Speisen und Getränke, angefangen beim Trinkhalm, über Besteck und Teller bis hin zu Küchenprodukten und Kerzen. „Wir verkaufen auf allen Kanälen“, sagt Philipp, „vom Groß- und Einzelhandel, über Online-Plattformen und natürlich über unseren eigenen Shop.“ Wisefood beliefert überwiegend Gastronomie und Handel, aber auch Privatkund*innen. Die meisten Produkte laufen unter der Marke Wisefood, einige Händler*innen und Markenhersteller*innen setzen auf Whitelabel-Lösungen. Wisefood ist mittlerweile in über 30 Ländern verfügbar, Tendenz steigend.

Start mit der Nudelmaschine

Der Weg dahin war alles andere als einfach. „Die ersten Prototypen für den essbaren Trinkhalm entstanden in Handarbeit mithilfe einer Nudelmaschine“, so Philipp. Zusammen mit seinen damaligen Mitgründern Danilo Jovicic und Konstantin Neumann wollte er eine Manufaktur für hochpreisige, essbare Trinkhalme aufbauen. „Dann haben wir uns intensiv mit dem Markt für Verpackungen und Einwegprodukte beschäftigt und festgestellt, dass hier sehr viel Müll entsteht und kaum etwas nachhaltig ist.“ Die Gründer erkannten das Potenzial ihrer Idee. Doch die ersten, noch in Handarbeit hergestellten Trinkhalme kosteten 50 Cent und waren damit nur für einen kleinen Nischenmarkt attraktiv. Die Erkenntnis reifte, dass nur ein sehr günstiges Produkt, das auch in der Masse funktioniert, einen spürbaren Unterschied machen würde.

Lernen durch Rückschläge

Anfangs war Wisefood komplett durch eigene Ersparnisse finanziert. „Dann haben wir ein Crowdfunding erfolgreich durchgeführt und gemerkt, dass sich die Leute für Nachhaltigkeit und für unser Produkt interessieren“, so Philipp. 2018 folgte eine kleinere Finanzierungsrunde mit Business Angels. Im selben Jahr ging das Team zur TV-Show „Die Höhle der Löwen“, etwas verfrüht, wie sich herausstellte. „Die Idee weckte zwar Begeisterung, doch in der Testrunde löste sich unser Trinkhalm auf und gab Geschmack an das Getränk ab“, erinnert sich Philipp, ein absolutes No-Go. Nach der Absage der Investor*innen stellte sich die Frage, ob man überhaupt weitermachen sollte. Philipp und sein Team gaben nicht auf und nahmen sich vor, dass zur Ausstrahlung der Sendung, also innerhalb von sechs Monaten, das Produkt marktreif sein sollte. „Die vielen Rückschläge, die wir im Laufe der Zeit hatten, waren wichtige Momente, die uns weitergebracht haben“, so Philipp.

Größer denken

Im Jahr 2019 sortierte sich das Team neu. Zwei Gründungsmitglieder stiegen aus, Maximilian Lemke als Head of Operations, und Patricia Titz als Head of Sales and Business Development stießen dazu. Kennengelernt hatten sich die drei bei UnternehmerTUM, dem Gründerzentrum der TU München. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir ein gutes Team sind, und Wisefood zusammen groß machen können“, sagt Philipp. Es folgte der Umzug nach Garching, wo die Räumlichkeiten des Gründerzentrums und vor allem das Netzwerk genutzt werden konnten.

Das Produkt war noch längst nicht reif für den Massenmarkt. München und das Umland boten die passenden Labore sowie Spezialist*innen für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, zudem ein Ökosystem mit vielen weiteren nachhaltigen, technologielastigen Start-ups. Als neuer Investor kam DX Ventures, der Investmentarm von Delivery Hero, mit an Bord. Besonders bei der Entwicklung und der Produktion musste das Team umdenken. „Zu Beginn haben wir auf kleine Labore gesetzt, um unsere Lebensmittelprodukte zu entwickeln“, sagt Philipp, „doch im Rückblick hätten wir früher auf die Spezialist*innen setzen und die Produktion mit Expert*innen hochfahren sollen.“ Zum Beispiel kaufte das Team am Anfang kritische Werkzeuge für die Produktion selbst, etwa einen Extruder für die Trinkhalme. Weil ein einziges Bauteil kaputt ging und nicht schnell genug neu beschafft werden konnte, verlor das Team mehrere Monate. „Aus solchen Lek­tionen haben wir gelernt, größer zu denken“, so Philipp. Heute produziert Wisefood bei einem der führenden Lebensmittelhersteller*innen in München.

Mehr Produkte und Smart Money

Als es im Jahr 2019 zum ersten großen Deal mit Aldi kam, der die Produkte von Wisefood deutschlandweit in alle Märkte des Discounters brachte, sah es aus, als hätten es Philipp und sein Team geschafft. „Einer der schönsten Momente als Gründer ist, wenn man die eigenen Produkte im Laden sieht“, so Philipp. Als die Wisefood-Trinkhalme in über 4000 Aldi-Filialen standen, wurde der Erfolg mit dem ganzen Team gebührend gefeiert. In dem Geschäftsjahr, nur zwei Jahre nach der Gründung, erzielte Wisefood einen siebenstelligen Umsatz bei sechsstelligem Gewinn.

Doch dann folgte mit der Corona-Krise die nächste Zäsur. „Als Restaurants schlossen, Veranstaltungen ausfielen und die Menschen nicht mehr ausgingen, brach die Nachfrage massiv ein“, sagt Philipp, „und da haben wir gemerkt, dass wir mit der Ein-Produkt-Strategie, nur mit unserem Trinkhalm, nicht weit kommen.“ Das Team konzentrierte sich auf die Erweiterung des Produktsortiments, mit neuen Produkten wie Besteck und Tellern. Seitdem kann Wisefood nicht nur viel mehr Kund*innen ansprechen, sondern sind auch die Warenkörbe größer geworden. Für die sommerliche Grillparty gibt es zum Beispiel passende Sets aus nachhaltigem Einweggeschirr.

Dies ist ein Auschnitt aus einem Beitrag aus unserem aktuellen Printmagazin: Mehr dazu liest du in der StartingUp - Heft 02/22 - ab dem 2. Juni 2022 im Handel – jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

Digitalstage.io: Fanbindung 2.0

Die Berliner Plattform Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten und neuartige Monetarisierungsmodelle zu nutzen.

Die vergangenen zwei Jahre haben die Musikindustrie nachhaltig erschüttert: Die Corona-Pandemie sorgte für leere Konzerthallen und volle Live-Streams; (Live-)Musik gab es fast nur noch online. Vorbereitet war die Branche darauf nicht. Mit den Konzerten brach auch die Haupteinnahmequelle vieler Künstler*innen weg. Streams konnten die Lücke nicht schließen: Verdienten Künstler*innen und Label früher mit Live-DVDs noch einiges dazu, war der YouTube-Stream für viele nur noch ein zusätzliches Marketinginstrument. Im Lockdown waren Streams probate Mittel, Fans bei der Stange zu halten – Geld verdienen ließ sich mit ihnen aber nicht.

Ich habe Live-Konzerte vermisst

Richard Harless will das ändern: „Ich habe, wie viele Menschen, Live-Konzerte vermisst. Die Versuche vieler Künstler*innen, über Social Media mit ihrem Publikum in Kontakt zu treten, waren kein wirklicher Ersatz. Also habe ich begonnen, darüber nachzudenken, wie sich das Live-Erlebnis in den digitalen Raum transportieren ließe.“ Das Ergebnis heißt Digitalstage.io, eine Plattform, die nicht weniger will als die Beziehung zwischen Fans und Künstler*innen auf eine ganz neue Grundlage zu stellen.

Der seit vielen Jahren in Berlin lebende US-Amerikaner Richard ist in der Branche kein unbeschriebenes Blatt: Als Deutschlandchef machte er die Musik-App Shazam auch hierzulande zu einer Erfolgsgeschichte. Anschließend brachte er die Musiktext-Plattform Genius.com nach EMEA.

Live-Stream als Gamechanger

Die Gründung seines Unternehmens vollzog Richard Ende 2020, die ersten Events folgten in der ersten Hälfte des Jahres 2021. Bald begann Sony Music, die Plattform für seine Künstler*innen zu nutzen. Auch investorenseitig tat sich einiges: Nachdem Richard und einige Mitstreiter*innen die initiale Finanzierung selbst übernahmen, folgte 2021 zunächst eine Angel-Runde und Ende des Jahres eine Seed-Finanzierung.

Digitalstage.io ermöglicht es Künstler*innen, mit ihren Fans weltweit digital in Kontakt zu treten. Erstere erhalten dafür eigene Seiten, auf denen sie Events nach ihren Wünschen anbieten können: von gestreamten Live-Konzerten über Albumpremieren bis hin zu Interviews und Diskussionen. Dabei lassen sich etwa zum Stream-­Konzert Merchandise-Verkäufe oder Live-Chats, exklusive Meet and Greets nach dem Gig oder gar exklusive Sammlerstücke via NFT hinzufügen.

„Wir wollen Menschen ein Erlebnis bieten, wie sie es von realen Events kennen“, erläutert Richard. „Wir wollen das Verhältnis zu den Künstler*innen stärken, egal wo auf der Welt sie sind. Künstler*innen geben wir die Möglichkeit, diese Beziehung zu monetarisieren. Der Live-Stream soll nicht mehr nur ein Marketinginstrument sein – er rückt in den Mittelpunkt der Fan-Künstler*in-Beziehung.“

Doch das Ziel der Plattform geht darüber hinaus, eine Ergänzung zu realen Live-Erlebnissen zu bieten. Die Beziehung zwischen Künstler*innen und Fans zu stärken, heißt auch, sie aus ihrer Fragmentierung zu befreien, betont Richard: „Fans kaufen Alben, sie kaufen Konzerttickets, sie kaufen Merchandise. Doch das ist nur in den allerseltensten Fällen miteinander verbunden. Künstler*innen haben bislang keinerlei Kon­trolle über die kommerziellen Aspekte der Fanbeziehung. Sie wissen nicht, wer Tickets für ihre Shows oder ihre Alben kauft. Damit kennen sie auch nicht ihre Super-Fans, haben keine Ahnung, bei wem es sich lohnt, besondere Erlebnisse anzubieten, wer Backstage-Zugang verdient oder wer an exklusiven Sammlerstücken interessiert sein könnte.“ Digitalstage.io, so die Vision des Gründers, soll genau das ermöglichen.

Dezentrale Blockchain-Technologie

Dazu braucht es natürlich auch die passende technische Grundlage. Digitalstage.io setzt von Beginn an auf die dezen­trale Blockchain-Technologie. Mit der Celo-Blockchain hat das Unternehmen jetzt sein perfektes Fundament gefunden. Celo ist eine Mobile-First-Plattform, die auf Basis einer eigenen Blockchain-Infrastruktur Bezahlungen und Finanz-Apps für alle Smartphone-Nutzer*innen weltweit zugänglich machen will. So wie Celo mobiles Bezahlen demokratisiert, will Digitalstage.io dies für den Zugang von Künstler*innen und Fans zueinander leisten. Für eine Plattform, die zum Ziel hat, diese Beziehung zum Nutzen beider Seiten zu monetarisieren, ein optimaler Partner.

Das sehen auch die Macher hinter Celo so: Der von ihnen gestartete Early-Stage-Investmentfond Flori Ventures investierte im Rahmen der Pre-Seed-Finanzierung eine sechsstellige Summe in Digitalstage.io. Mehr noch: Gleichzeitig wurde das Berliner Unternehmen in das Accelerator-Programm Celo Camp aufgenommen, das Start-ups dabei unterstützen soll, gemeinsam Lösungen und Anwendungen für ein dezentrales und für alle offenes Finanzsystem zu entwickeln. Mit Erfolg: Digitalstage.io gehörte zu den Finalisten des letztjährigen Camps.

(Live-)Time is Money

Und auch sonst kann die Plattform nach gerade mal einem Jahr schon einiges vorweisen. Ihren Start hatte sie Anfang 2021 mit einer Livestream-Performance der deutschen Dark-Pop-Band Blackout Problems. Seitdem fanden auf der Plattform 57 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Größe statt. Auch manche große Namen haben die Plattform bereits genutzt. Rock-Superstars Kings of Leon etwa, die ihr neues Album auf Digitalstage.io vorstellten. Oder Star-DJ Martin Garrix, der exklusiv Fragen von Fans beantwortete. Oder Eurovi­sion-Gewinner Måneskin: Die italienische Band streamte ein Record-Release-Konzert mit begleitendem Chat live aus Berlin in Clubs in 18 Ländern.

„Die wichtigste Metrik für uns ist, wie lange die Menschen bei einem Event dabeibleiben, wie viel Zeit sie letztlich mit dem Künstler oder der Künstlerin verbringen“, betont Richard. „Und da ist Digitalstage.io extrem erfolgreich: Im Schnitt bleibt das Publikum für 95 Prozent der Dauer des Streams dabei – durchschnittlich mehr als 30 Minuten pro Event. Je mehr Zeit der Fan investiert, desto enger wird die Beziehung – und desto besser lässt sie sich auch monetarisieren.“

NFTs als Zukunftstrend

Dabei, so ist der Gründer überzeugt, spielen zukünftig NFTs eine wichtige Rolle. Diese bieten etwa Super-Fans die Möglichkeit, exklusiv digitale Sammlerstücke zu besitzen. Den Anfang machten Richard und sein Team im September 2021: Im Rahmen des Live-Streams zu einem Single-Launch von Sängerin und TikTok-Star Loi wurde ein viral gegangener und mit exklusivem Artwork versehener Ausschnitt des Songs als NFT-Sammlerstück angeboten.

Richard Harless sieht hier einen Zukunftstrend für die gesamte Branche: „NFTs werden die Fan-Künstler*in-Beziehung nachhaltig revolutionieren, denn sie können so viel mehr: Sie sind in der Lage, die Fragmentierung der kommerziellen Fan-Künstler*in-Beziehung aufzubrechen.“ Aus diesem Grund wird Digitalstage.io im ersten Quartal 2022 einen NFT-Musikmarktplatz starten. Auf diesem können Fans NFTs mit ihren Einkäufen sammeln, und Künstler*innen können dann ihren Fans genau definierte Inhalte anbieten. Erstmals wird es Künstler*innen damit möglich sein, beispielsweise Ticket- und Merchandise-Verkäufe miteinander zu verknüpfen und somit ihre größten Fans kennenzulernen.

Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben

Und noch einen zweiten Trend sieht Richard für die Zukunft: hybride Events. „Live-Streaming ist gekommen, um zu bleiben. Künstler*innen werden zukünftig jede Live-Show zu einem Live-Stream machen können. So rücken Künstler*innen und Fans mit- und untereinander viel enger zusammen, was ganz neue Interaktionen ermöglicht.“ Der Gründer sieht sein Unternehmen an der Spitze eines echten Wandels: „Wir befinden uns am Anfang einer völligen Neudefinition des Verhältnisses zwischen Künstler*in und Publikum. Statt voneinander getrennte Transaktionen greift zukünftig alles ineinander: Streams und Live-Konzerte, Ticketing und Merchandise-Verkäufe, das emotionale Erlebnis und die kommerzielle Beziehung.“ Richard Harless und sein Berliner Team sind entschlossen, diesen Wandel aktiv voranzubringen.

DeepUp: Die Tech-Bauhelfer

Wie das Bonner Tech-Start-up DeepUp die digitale Kartierung von unterirdischen Versorgungsleitungen perfektioniert und damit zum Innovationstreiber wird.

Die Explosion am 10. März 2014 im schleswig-holsteinischen Itzehoe war gewaltig – und riss vier Menschen in den Tod. 15 weitere Personen wurden verletzt, 100 verloren ihr Zuhause. Was sich anhört wie die Szene aus einem Bürgerkrieg, war jedoch auf die Erneuerung der Regenwasserkanalisation zurückzuführen: Dabei stieß an diesem Frühlingstag ein Bagger in der holsteinischen Stadt in einem halben Meter Tiefe auf ein graues Metallrohr: eine Gasleitung, die in keiner Karte verzeichnet war. Tragische Ironie des Desasters: An fehlender Digitalisierung lag es in diesem Fall nicht. Vielmehr war sie sogar der Grund für das Unglück. Bereits in den 1970er-Jahren wurde in Itzehoe das Straßenkataster von Papier auf EDV umgestellt, die zerstörte Gasleitung in der Schützenstraße allerdings schlichtweg vergessen.

Antizipation und Glück statt Lösungen

Doch stellt dieses Extrembeispiel bei Weitem keinen Einzelfall dar. Denn alle zwei Minuten (!) wird in Deutschland eine Versorgungsleitung bei Tiefbauarbeiten beschädigt, auch wenn dies immerhin nur sehr selten zu Toten führt. Spätestens seit dem Corona-Ausbruch ist das Grundproblem hinter diesen Unglücksfällen allerdings offenkundig geworden: Deutschland hat ein gewaltiges Problem im Managen und Verwalten seines Gemeinwesens. Die Dokumentation von Leitungen im Untergrund gehört hier voll und ganz dazu. Denn niemand scheint zu wissen, welche Art von Versorgungsleitungen an welchem Ort und in welcher Tiefe genau liegen. Eine Firma, die neue Glasfasernetze verlegt, kann beispielsweise nicht auf zuverlässige Dokumente aus dem Rathaus zurückgreifen. Denn jeder Netzbetreiber besitzt sein eigenes Geo­informationssystem (GIS). Hinzu kommt: Die Lage von Versorgungsleitungen weicht oft um mehrere Meter von der Realität ab. Rücken also die Bagger an, geht beim Ausschachten des Grabens viel über Antizipation und Glück.

Innovativ = präzise + effizient

Das Tech-Start-up DeepUp setzt genau hier an: Die junge Firma um die beiden Gründer Sinka Ismail und Michael Putz möchte den gesamten operativen Bauprozess von der Planung über die Einmessung bis hin zum Baustellenmonitoring und zur Abrechnung perfektionieren – und damit auch indirekt Leben retten. Das Start-up hat hierfür eine Technologie entwickelt, die die Einmessung und Dokumentation neu verlegter Leitungen präziser und um 2400 Prozent effizienter gestaltet als bisher der Fall.

 „Unsere Geschäftsobjekte liegen zwar unter der Erde und sind für viele unsichtbar, aber für unseren Wohlstand und unser aller Leben unverzichtbar“, so Michael Putz. Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunika­tion, Wasser, Abwasser und Kabelfernsehen – allein in Deutschland bewegt sich das Marktpotenzial im Milliardenbereich. Die Basis ihres Geschäftsmodells ist ein kleiner, mobiler 3D-Handscanner, den jeder sofort bedienen kann, ohne umfangreiche Schulungen oder gar eine Ausbildung dafür absolvieren zu müssen. Dieses Gerät stellt DeepUp den Leitungsverlegern kostenlos zur Verfügung. Abgerechnet wird die Nutzung der DeepUp-Plattform pro Meter.

Und wo früher teilweise Monate nach dem Zuschütten der Grube erst ein Vermessungstechniker mit meist teurem, analogem und unhandlichem Messequipment anrückte, erfasst nun der/die Kund*in am offenen Graben selbst die Leitungen. Dafür ist keinerlei Expertenwissen notwendig. Jede(r) Baustellenmitarbeitende kann nun vor Ort deutlich schneller arbeiten als Vermessungsingenieur*innen. Automatisch erzeugt das DeepUp-System nach dem Einlesen alle relevanten Daten auf einer KI-Plattform – und zwar einheitlich und personenunabhängig. Denn bislang hat jeder der zehntausenden Leitungsträger in Deutschland sein eigenes System und seinen Maßstab. Bei DeepUp ist alles harmonisiert und zusätzlich in 3D. Daneben verbessert das Start-up auch das Managen der Bauprozesse für die Tiefbaufirmen: Der Baufortschritt und die Qualitätskontrolle können vom jeweiligen Auftraggebenden in Echtzeit bequem aus der Ferne verfolgt werden, ohne extra hierfür rausfahren zu müssen.

Markt und Bedarf sind da

Die Macher und Gründer hinter der unterirdischen Lösung: Michael Putz (33), CEO und Wirtschaftsingenieur von der TU Dortmund. Vor seiner heutigen Tätigkeit war er mehrere Jahre bei verschiedenen Eigentümern und Betreibern öffentlicher Versorgungsnetze tätig. Dabei hat er mit bauausführenden Firmen partnerschaftlich zusammengearbeitet und kennt alle Maßnahmen von A bis Z.

Zweiter im Bunde: Sinka Ismail (33), COO/CFO, Wirtschaftsingenieur der RWTH Aachen und TU München. Zuvor hat er ebenfalls gut zehnjährige Berufserfahrung bei einer weltweit führenden Unternehmensberatung für Energiekonzerne gesammelt und in allen kaufmännischen Bereichen eines Netzbetreibers agiert. „Doch es war eben ein Konzern. Ich kam nicht schnell genug weiter und konnte mich nicht so entfalten, wie ich wollte“, berichtet Ismail von einem klassischen Motiv, eine eigene Firma zu gründen.

Geholfen haben bei der Gründung nicht nur ihre Ideen und das Geld von Investoren, sondern auch die Gründerszene und Förderlandschaft in NRW, das EXIST-Programm und die Digital-Initiative NRW. Im Zentrum: die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Institut für Geodäsie und Geoinformation und den beiden Professuren für Geodäsie und Photogrammetrie & Robotik. Und diese fachliche Bandbreite zeigt sich auch im Hintergrund. Anders als andere Start-ups nutzt DeepUp nicht nur eine Zukunftstechnologie, sondern bündelt mehrere gleichzeitig: Künstliche Intelligenz, 3D-Rekonstruktion, Georeferenzierung, Cloud-Computing, Big Data und Augmented Reality.

Testgelände und Prototypenbau

Im Rahmen des EXIST-Programms gründeten Putz und Ismail im Juli 2019 ihr Unternehmen. Von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bekamen sie ein kleines Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät zur Verfügung gestellt, wo sie sich und ihre Technologie ausprobieren konnten. Die beiden hoben mehrere Gruben in unterschiedlichen Dimensionen aus, stellten verschiedene Szenarien nach und demonstrierten Investor*innen erfolgreich ihren Prototyp. Im September 2019 absolvierten sie dann ihre erste Finanzierungsrunde, zu der noch zwei weitere hinzukamen. Putz erinnert sich: „Mehrere Investoren zeigten von Beginn an großes Interesse. Wir haben uns schließlich für jemanden entschieden, der nicht nur finanziert, sondern auch Partner ist.“ Anschließend konnten die beiden ihr Unternehmen aufbauen, den Prototyp zu einem marktfähigen und skalierbaren Produkt entwickeln, Kund*innen gewinnen und Feedback einholen, um daraufhin das Produkt stetig zu verbessern. Mit einer Handvoll Leute ging es los. Heute, zweieinhalb Jahre später, beschäftigen sie 40 Mitarbeitende.

Robust skalierbar

In den vergangenen sechs Monaten ist DeepUp nach eigenen Angaben um 400 Prozent gewachsen. Und so exponentiell soll es weitergehen: Angepeilt sind 11.000 Prozent in den nächsten beiden Jahren. Das Geschäftsmodell lässt sich weltweit ausrollen und damit „robust skalieren“, wie Ismail erklärt: „Unser Markt funktioniert überall gleich. Anderswo haben die Leitungen nur andere Farben und Tiefen.“ Das Ziel: DeepUp möchte bei jeder Infrastrukturmaßnahme weltweit Ansprechpartner Nummer 1 für den Leitungsausbau sein. Geht es mit dem aktuellen Tempo weiter, wird vielleicht in nur wenigen Jahren jede Baumaßnahme in Deutschland mit der Technologie aus Bonn gestemmt.

Startup-Metropole Ruhrgebiet (?)

Gründen im Ruhrgebiet - über das Potenzial eines ruhenden Potts.

Kupferfarbene Hochöfen, die an die schillernde Kohleindustrie vergangener Tage erinnern, Fußball, Bier und die Ruhr, Dortmund, Essen, Bochum, Duisburg, Mülheim oder auch Herne – all das assoziiert man gern mit dem Ruhrgebiet; Startups eher mit Berlin. Was Viele nicht wissen: Mit rund 5,1 Mio. Einwohner:innen und einer Fläche von 4.438,69 Quadratkilometern ist der “Pott” der größte Ballungsraum Deutschlands und sogar einer der größten Europas.

Zugegeben: Das Ruhrgebiet mischt noch nicht allzu lang im Start-up-Rennen mit, doch peilt es derweil zielsicher die Überholspur an.

Was macht das Ruhrgebiet für Start-ups so vorteilhaft?

Kaum in einer anderen Region Deutschlands sind so viele Universitäten und damit viele hochqualifizierte Menschen auf einem Fleck vorzufinden: Rund 768.000 Studierende machen 68 Hochschulen unsicher – das sind viermal so viele Studierende wie in Berlin. Dabei sind es vor allem die Fächer der IT und Elektrotechnik, die nirgends sonst so reich vertreten sind (90.500 Studierende), wie im Ruhrgebiet. Das macht es insbesondere für die Digitale Wirtschaft der Region spannend und daher verwundert es kaum, dass es vor allem die Tech- und Digital-Startups sind, die in NRW sehr erfolgreich sind.

Aber auch zahlreiche, sehr erfahrene Spezialist:innen der ortsansässigen Industrie- und Großkonzerne und der rund 711.600 mittelständischen Unternehmen lassen sich dem Talentpool des Potts zuzählen, der dahingehend seinesgleichen sucht. Vom qualifizierten Personal mal abgesehen, eröffnen sich dadurch zudem zahlreiche, potentielle Kooperationspartnerschaften für digitale Technologien.

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Vorteil der Region? Günstige Büroimmobilien gibt es vor Ort wie Sand am Meer. Alte Zechen oder Hochöfen werden zu Kultur-Schauplätzen erhoben, in Büroräume oder Coworking Spaces, wie die der Work Inn Gruppe, des ruhr:HUBs oder des Impact Hubs umfunktioniert. 

Zudem sind “Pottler” kaufwillig. Für Investoren ist das von enormem Interesse. So leben hier in einem Radius von 500 Kilometern, mit Zentrum Düsseldorf, rund 160 Mio. Menschen. Allein das macht bereits ein Drittel aller Verbraucher der EU aus. Während NRWler an sich jährlich bereits über 360 Milliarden Euro ausgeben. Kaum verwunderlich, dass viele Unternehmen ihren Hauptsitz oder ihr Logistikzentrum in die Region verlegen, wie Amazon, IKEA oder das britische Online-Handelsunternehmen AO.

Das Ruhrgebiet steckt noch in den Startup-Kinderschuhen

Im Jahr 2020 erwirtschafteten die “Revier-Startups” durchschnittlich 700.000 Euro. Im Bundesvergleich ist das Ruhrgebiet also mit etwas mehr als einem Viertel vertreten und spielt noch nicht ganz oben mit. Dennoch ist mittlerweile gut jedes fünfte Startup aus NRW, während der Großteil digitaler Startups hier zuhause ist. Aber die nordrhein-westfälischen jungen Startups in der Seed- und Gründungsphase können sich über ein sehr engagiertes Netzwerk zahlreicher Unterstützer freuen.

Inkubatoren wie beispielsweise Startplatz in den Rheinmetropolen Düsseldorf und Köln oder Co:Forward in der Region Aachen fördern Startups mit Arbeitsräumen und Qualifizierungsmaßnahmen. Doch damit nicht genug: Der Company Creator Crealize aus Essen macht es sich sogar zur alleinigen Aufgabe, eine Startup-Bewegung im Ruhrgebiet zu entfachen. Das Ziel der Startup-Schmiede ist es, 1.000 Ventures zu gründen und den Pott zum Silicon Valley Deutschlands zu machen.

Die erfolgreichsten Startups des Ruhrgebiets

Welche Startups ziehen in der Region mit gutem Beispiel voran? Urlaubsguru beispielsweise wurde 2012 von Daniel Krahn und Daniel Marx in Unna gegründet. Die beiden Gründer hatten ein Händchen dafür, günstig um die halbe Welt zu reisen und wollten dieses Wissen teilen. Aktueller Hauptsitz ist Holzwickede (in unmittelbarer Nähe des Dortmunder Flughafens). Auch die Babymarkt-Filialen haben ihren Ursprung im Pott.

Aktuell mischt Bannerkönig im Ruhrrevier ganz oben mit. Die Druckerei ist auf Digitaldruck spezialisiert, während die Kunden auf der Website aus einem Angebot aus Bannerdruck, über Plattendruck bis hin zu Fahnendruck wählen können. Das gelsenkirchener Unternehmen wurde bereits von Trusted Shops als zuverlässiger Handelspartner bestätigt.

Die Gründer von Fleetbird – Benjamin Krüger und Philipp Müller – sind sogar für die Unternehmensgründung von Berlin nach Dortmund gezogen. Kaum jemand, der bereits ein Car- oder E-Scooter-Sharing-Angebot genutzt hat, ist nicht mit Fleetbird in Berührung gekommen. Immerhin hat das Unternehmen die dafür notwendige Shared-Mobility-Technologie entwickelt. Fleetbird gehört seit 2018 zu Wunder Mobility. Trotz hoher Geldsummen, die für diesen Deal geflossen sind, sind die beiden Gründer weiterhin an Bord geblieben, wohingegen sie nun jedoch unter dem Namen Wunder Fleet firmiert sind.

Pottsalat bietet im Raum Dortmund und Essen gesunde Salate, frische Bowls und Co., wie den „Schmackofatz Deluxe“, die „Fitte Gitte“ oder „Curry Peitsche“ an. Diese werden vom nachhaltigen Lieferdienst frisch zubereitet und ausgeliefert. Ben Küstner, Pia Gerigk und Alexandra Künne gründen Pottsalat 2016 in Essen und erfreuen sich seither steigender Beliebtheit.

Masterplan.com wird 2015 von Stefan Peukert und Daniel Schütt gegründet, nachdem sie wenige Jahre zuvor bereits die Firma Employour ins Leben gerufen hatten. Letztere wurde im Übrigen vom Medienkonzern Bertelsmann übernommen. Masterplan.com ist in Bochum verwurzelt und bietet als E-Learning-Plattform Video-Tutorials von Top-Experten an.

Bitcoin2Go ist eines der wachstumsstärksten Bildungs- und Newsportale mit Fokus auf Krypto, NFT und DeFi in Deutschland. Das Startup möchte seine Nutzer auf Basis von Ratgebern, interaktiven Rechnern, Vergleichen und Videos zu finanziellen Selbstentscheidern entwickeln. Für die nahe Zukunft sind zudem Projekte im NFT- und Tokenisierungsbereich geplant.

Startup Förderung im Ruhrgebiet

Nicht wenige Organisation sind sich des enormen Potenzials des Ruhrgebietes bewusst und deshalb können junge Startups der Region auf die unterschiedlichsten Fördermaßnahmen und Unterstützungen bauen. Zum einen wäre da das Gründerstipendium NRW. Monatlich werden Existenzgründer:innen hier mit bis zu 1000€ bezuschusst und mitunter auch in ihrer Unternehmensgründung beraten.

Doch auch die fünf DWNRW Hubs mit Sitz in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Ruhrgebiet (Essen) und Münster dienen der Förderung digitaler Startups und sind insbesondere für Startups mit datengetriebenen, digitalen Geschäftsmodellen die idealen Anlaufstellen. Die einzelnen Hubs unterstützen beispielsweise mit Accelerator-Programmen bei der Markt-Einführung digitaler Produkte. Auch werden Startups hier mit Mentoren, etablierten Unternehmen und Investoren vernetzt, während etablierte Unternehmen derart wiederum Zugang zu Startups und digitalen Produkten erhalten. Also eine buchstäbliche Win-Win-Situation.

Plattformen wie Startups NRW oder der Gründerallianz Ruhr vernetzen Hubs, Startups und Investoren auf ähnliche Weise miteinander. Landesweit an ca. 75 Standorten beraten zudem die Startercenter NRW Existenzgründer:innen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Auch Gründen NRW oder Wirtschaft NRW stellt Beratungsprogramme für Existenzgründer zur Verfügung.

Mittlerweile sind zudem die sechs Exzellenz Exzellenz Startup Center des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW nicht außer Acht zu lassen. An den führenden regionalen Universitären und Hochschulen werden bestimmte Kernmaßnahmen, wie die Sensibilisierung für Unternehmen innerhalb der Universität oder die Qualifizierung von Gründer:innen gezielt gefördert. Im Fokus liegt hier der Ausbau wie auch die Weiterentwicklung bereits bestehender universitärer Gründungsinitiativen hin zu Exzellenz Startup Centern.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen weltweit in erfolgreichen Startup-Ökosystemen eine entscheidende Rolle in Bezug auf ihre Eigenschaft als Quelle von Gründungen. Mittlerweile ist das Startup Ökosystem in Nordrhein-Westfalen ganz vorn mit dabei, wenn es darum geht, internationaler Leuchtturm zu werden.
 
Populäre Startup-Wettbewerbe und -Events im Pott

Das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Digitalministerium belohnt mit dem Out of the Box-Wettbewerb digitale Startups für Innovativ-Denken.

Auch die landesweite Roadshow Neue Gründerzeit gibt Gründer:innen die Chance, einer Jury die jeweilige Geschäftsidee zu präsentieren, die sich im Anschluss bestenfalls einer Förderung erfreuen dürfen.

Beim Gründerpreis NRW handelt es sich derzeit um den höchst dotierten Wettbewerb für innovative und erfolgreiche Gründungen.

Auch zahlreiche Network-Events laden Startups im Ruhrgebiet zum Austausch und Zusammenarbeiten ein. In Bochum ist es der Gründerstammtisch, in Dortmund das Pizza Meetup, in Essen der UP! Businessbrunch.

Doch es geht auch größer: RuhrSummit, das Gründer-Forum NRW und die STARTupRUHR Demo Night in Gelsenkirchen sind Veranstaltungen, die sich junge Revier-Startups nicht entgehen lassen sollten.
 
Steht dem Ruhrgebiet eine Startup-Ära bevor?

Die Kohle-Ära des Potts gehört längst der Vergangenheit an. Schillernde Industrie und Wirtschaft, das war mal repräsentativ für das Ruhrgebiet. Doch könnte sich nun eine neue Ära anbahnen, die der Startups. Florian Rinke, Redakteur der Rheinischen Post, spricht vom Silicon Rheinland und zurecht kann gespannt gen Zukunft geschaut werden: Liegt die Zukunft der deutschen Gründerszene im Ruhrpott?

Die Autorin Lisa Steinhoff ist PR- & Content Manager bei Crealize, einem Company Creator, mit der Mission, nachhaltige Startups aufzubauen und Gründer:innen in einem familiären Umfeld zu befähigen, selbstständige Unternehmer:innen zu werden und einzigartige Spuren zu hinterlassen.

Green Rebels - Power Women

Egal ob sie kleine Läden eröffnen, nachhaltige Produkte entwickeln oder ökologische Initiativen starten: Green Rebels eint der Traum vom zukunftsfähigen Planeten. Doch wer sind diese Frauen?

Green Rebels sind die Held*innen von morgen – mutige Unternehmer*innen, die nachhaltig gegründet haben. Sie haben sich durch ihre Gründungen nicht nur genau den Arbeitsplatz geschaffen, in dem sie eine sinnstiftende Betätigung finden und der mit ihren Lebensumständen vereinbar ist. Sie sind auch davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen.

Drei Jahre haben wir laut Weltklimarat noch die Chance, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Die Notwendigkeit ist (fast) allen klar, der Wandel hat begonnen. Doch die Entwicklung geht zu langsam vonstatten. Die Politik tut sich schwer, der Wirtschaft zugunsten des Klimaschutzes Vorschriften zu machen. Das Problem liegt auf der Hand: Jahrzehntealte Strukturen ändern sich nicht schnell. Und je größer ein Apparat, desto langsamer läuft seine Transformation.

Ich selbst habe viele Jahre für ein Unternehmen gearbeitet, das sich nur zögerlich an ressourcenschonende Produktionen heranwagte. Als Vegetarierin hatte ich es in der Kantine nicht immer leicht, und wenn ich mal vorschlug, Bio- anstelle der konventionell hergestellten Baumwolle zu verwenden, scheiterte ich meist an Vorstand und Vertrieb, denen die „Performance“ der Produkte damals noch wichtiger war als Umweltschutz und CO2-Abdruck. Ich nahm eine Spannung in mir wahr, ein inneres Rebellieren, und immer häufiger fragte ich mich: Welchen Sinn hat meine Arbeit? Was könnte ich bewirken, wenn ich meine Energie, meine Kreativität und mein Engagement in eine Unternehmung einbrächte, die meine Werten teilt? Die nicht nur nimmt, sondern auch etwas zurückgibt?

Carolin Kunert

Ich bin nicht die Einzige, die sich diese Fragen stellte. Auch Carolin Kunert, die nach ihrem Studium als freie Produktdesignerin arbeitete, ging es gehörig gegen den Strich, dass die großen Produkthersteller, die sie beauftragten, nachhaltige und langlebigere Ideen für Materialien und Gestaltung nicht nur ignorierten, sondern sogar von ihr verlangten, Produkte zu entwickeln, die nach einer bestimmten Zeit kaputtgehen. In der Konsumgüterbranche arbeitet man oft wortwörtlich für die Mülltonne. Das stieß Carolin sauer auf, und sie gründete kurzerhand ihr eigenes Unternehmen: Knister Grill, den ersten vollständig in Deutschland produzierten Grill aus nachhaltigen Materialien, die zu 98 Prozent recycelt werden können. Eine Kickstarter-Kampagne und nur ein halbes Jahr später gingen die ersten Grills in Produktion, heute beschäftigt sie neun Mitarbeitende.

Der Standort Deutschland ist für Carolin eine Selbstverständlichkeit. „Ich will Arbeitsplätze und Wirtschaft hier vor Ort sichern.“ Dass es nicht nur ökologisch von Vorteil ist, im eigenen Land produzieren zu lassen und damit kurze Lieferwege zu haben, bemerkte Knister Grill spätestens in der Corona-Krise. Da stieg innerhalb von wenigen Tagen die Nachfrage nach der Balkonhalterung, in die man den Grill einklemmen konnte, rasant an. Von der waren aber nicht genug auf Lager. In Windeseile orderte Knister Grill die Halterungen beim deutschen Hersteller nach, nur wenige Tage später konnten sie die Produkte ausliefern. „Bei einem chinesischen Lieferanten wäre das niemals gegangen. Auch nicht in Zeiten, in denen die Grenzen offen sind.“

Vanlife- und Camping-Trends 2022

Larissa Peters und Bastian Gembler gehören mit ihrer lifestyligen Campervermietung VANTOPIA zu Deutschlands Expert*innen der ersten Stunde für die neue Art des Campings und geben interessante Insights zu aktuellen Entwicklungen und Visionen der Camping-Community.

Nie war der Urlaub auf vier Rädern so begehrt wie heute: Bereits im ersten Coronajahr 2020 wurden hierzulande rund ein Drittel mehr neue Freizeitfahrzeuge verkauft als im Vorjahr - ein Allzeitrekord. Laut des aktuellen Neuzulassungsbarometers des Kraftfahrt-Bundesamtes setzt sich der Camping-Boom auch 2022 trotz abklingender Pandemie mit knapp 20 Prozent mehr Neuzulassungen von Wohnmobilen im Vergleich zum Januar 2021 fort, bei Mini-Vans ist es sogar ein Plus von 62,9 Prozent. Auch die meisten Campingplätze sind bereits im letzten Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, was zu steigender Beliebtheit des sogenannten Wildcamping führte – und zu neuen Alternativen zum klassischen Campingplatz, wie z.B. privat vermieteten Stellflächen von landwirtschaftlichen Betrieben.

Laut ADAC interessieren sich zudem immer mehr Millennials und Einsteiger für eine neue, unkonventionelle Art des Campings – nicht nur Urlaub, sondern auch das Arbeiten im Van als digitaler Nomade zeichnet sich als Trend ab . All das zeigt: Campingurlaub befindet sich im Umbruch mit vielen neuen Angeboten, Entwicklungen, aber auch Wachstumsschmerzen.

Die VANTOPIA-Gründer*innen Larissa Peters und Bastian Gembler gehören mit ihrer lifestyligen Campervermietung VANTOPIA mit Sitz in Hamburg zu Deutschlands Experten der ersten Stunde für die neue Art des Campings. Im April 2019 starteten sie mit zunächst zehn Fahrzeugen, seitdem ist die Flotte auf 38 Fahrzeuge gewachsen und für 2022 ist ein zweiter Standort in Süddeutschland mit einer Flotte von 25 Fahrzeugen geplant. Im Interview geben interessante Insights zu aktuellen Entwicklungen und Visionen der Camping-Community.

Caravaning wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Worin liegt seit jeher die Faszination?

Ursprünglich war Camping vor allem eine günstige Art des Reisens und dementsprechend für viele Menschen die einzige Möglichkeit, in den Urlaub zu fahren. Die nächste große Welle erlebte das Camping in der Nachkriegszeit und bedeutete ein Gefühl der Flucht aus dem Alltag – insbesondere im Kontrast der vorangegangenen Jahre. Generell lässt sich gerade in besonders beschwerlichen Phasen deutscher Geschichte beobachten, wie die Camper-Community immer mehr zu einer einerseits eingeschworenen, aber auch offenen Gemeinschaft geworden ist.

Heutzutage sind genau diese Community und die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, ein großer Teil der Faszination Camping. Aber auch der Freiheitsaspekt des entspannten und entschleunigten Reisens ist ein wichtiger Teil des Campings. Damit verknüpft ist selbstverständlich auch die Naturverbundenheit, die ein Camping-Trip unweigerlich mit sich bringt. Gerade in einem immer hektischer und komplexer werdenden Alltag bietet das Camping eine entschleunigende Abwechslung. Camping ist im Vergleich zum Alltag etwas angenehm Einfaches: Man braucht nicht viele Dinge, man braucht nur seinen Camper und jede Menge Spontanität.

Besonders in letzter Zeit ist allerdings auch das Thema Nachhaltigkeit ein immer wichtigerer Faktor geworden, um den Camping-Boom zu erklären. Gerade im Vergleich zu Flug-, Schiffs- und Fernreisen bietet Caravaning eine sehr viel klimaschonendere Alternative.

Vanlife und Camping boomen seit Corona. Welche Veränderungen habt ihr seit 2020 wahrgenommen?

Viele Reisewillige mussten sich durch Corona nach Alternativen zu konventionellen Reiseformen umgucken und sind so auf Camping gestoßen. Die Zielgruppe ist auch jünger geworden, womit sich die Ansprüche und Wünsche unserer Kunden verändert haben. Mit der Verjüngung des Publikums kommt es zu einer stärkeren Romantisierung von Camping - Stichwort Glamping. Die junge Camper-Generation möchte nicht rein funktional, sondern besonders ästhetisch und angenehm unterwegs sein. Deshalb stellt Camping in deren Bewusstsein auch nicht mehr nur eine günstigere Methode des Reisens dar.

Mit ähnlich hohen Ansprüchen steigt auch die Bereitschaft, ähnlich viel Geld wie für konventionelle Reisen auszugeben. Es wird nicht mehr gecampt, weil es preiswerter ist, sondern weil es schön ist. Dieser Trend wird durch die Entwicklung zum Homeoffice vorangetrieben, welche immer mehr Menschen mobiles und standortunabhängiges Arbeiten ermöglicht. Das ist gerade mit Caravaning sehr gut vereinbar.

Ihr sprecht von einer neuen Art des Campings. Was daran ist neu?

Wir stehen für eine freiere Form des Campings anstatt eines traditionellen, stationären Konzepts. Wir begreifen Camping vor allem als Sprungbrett in Abenteuer in der Natur, in fremde Kulturen und unbekannte Länder. Offenheit für Kulturen und andere Lebensweisen ist für uns ein essenzieller Bestandteil des Camping-Lifestyles. Unsere Vision ist es, dass es eines Tages eine legale Form des Wildcampens in Deutschland gibt. Wir stehen also auch für einfaches, puristisches und naturverbundenes Camping - und das mit schönem, wohnlichem Design.

Welche Trends seht ihr im Jahr 2022?

Einerseits sehen wir dieses Jahr besonders das Thema Arbeiten und Campen im Kommen, hoffentlich wird das auch von künftigen infrastrukturellen Entwicklungen getragen werden. So könnten beispielsweise Campingplätze Coworking-Spaces integrieren. Wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz immer weiter in der Branche manifestieren wird.

Der zweite große Trend ist für uns klar die Suche nach Alternativen zum klassischen Campingplatz. Das war schon in den letzten Jahren ein großes Thema und wir beobachten, wie diese Frage immer mehr an Relevanz gewinnt. Als Drittes sehen wir die Erschließung neuer Reiseziele durch das Campen, wobei wir das nicht nur für einen reinen Camping-Trend halten, sondern denken, dass diese Entwicklung auch generell in der Reisebranche relevant ist. Für das Camping ist es deshalb so spannend, weil selbst Orte ohne jede touristische Infrastruktur mit einem Camper bereist werden können und einem dies ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Gibt es auch einen Trend hinsichtlich der Ausstattung der Vans und Camper?

Ja, auf jeden Fall. Wenn man die zugelassenen Camper-Modelle der letzten Jahrzehnte mit den heutigen vergleicht, geht ein Trend ganz klar weg vom Wohnwagen, hin zum Wohnmobil. In dem Bereich Wohnmobil sind nicht mehr primär die großen, vollintegrierten Modelle gefragt, sondern zunehmend die kompakteren Varianten. Außerdem lässt sich noch klar beobachten, dass es immer mehr kleine Anbieter für den Ausbau der Fahrzeuge gibt, viele Camper bauen sich ihre Modelle inzwischen sogar selbst aus. Es gesellen sich also individualistischere Angebote zu den Produkten von Großanbietern.

Wie wird sich Vanlife bzw. die Branche in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Wir denken, dass die Branche insgesamt weiterwachsen wird. Es werden mehr Camper unterwegs sein und entsprechend wird sich auch die Infrastruktur verändern. Das Angebot wird sich dem neuen Anspruch an Individualität und Naturverbundenheit weiter anpassen. Vanlife wird für mehr Menschen eine echte Alternative werden, gerade, da es gut mit vielen New-Work-Entwicklungen kombinierbar ist. Auf Herstellerseite werden sich mit Sicherheit neue, jetzt noch kleine Anbieter etablieren können und in Konkurrenz zu den alteingesessenen Anbietern treten. Generell wird der Fokus weg von „form follows function“ gehen, wobei ein gewisses Maß an Funktionalität natürlich immer erhalten bleiben muss.

Faktoren wie Ästhetik, Wohnlichkeit und Gemütlichkeit werden eine immer größere Rolle spielen. Wir wünschen uns, dass sich die Camping-Gemeinschaft weiterhin als bunte und weltoffene Gruppe entwickelt, in der jeder willkommen geheißen wird und seinen eigenen Weg finden kann. Wir plädieren außerdem für den Bau von staatlich betriebenen Campingplätzen in Naturschutzgebieten, um auch einem gewissen Natur-Bildungsaspekt Rechnung tragen zu können.

Glaubt ihr, dass durch den Boom die Platz-Kapazitäten in Deutschland noch ausreichen?

Wir gehen davon aus, dass es in den klassischen Ferienregionen und auf den typischen Campingplätzen voll und eng und entsprechend immer schwieriger werden wird, einen Platz zu bekommen. Wir finden allerdings auch, dass es viele Alternativen gibt, die diesen Ansturm entlasten können. Langfristig wird die Nachfrage auch das Angebot beeinflussen und entsprechend werden mit Sicherheit auch Kapazitäten ausgebaut, womit sich die Lage entspannen wird.

Wohin kann man heuer in den Sommerferien noch fahren?

Die Küsten an der Nord- und Ostsee werden in diesem Jahr weiterhin beliebte und überfüllte Reiseziele sein. Wir glauben aber, dass es in Deutschland sehr viele weniger frequentierte Regionen gibt, die mindestens genauso einen Besuch wert sind, wie die etablierten Reiseziele. Da wäre zum Beispiel das Zittauer Gebirge in Sachsen, das Dahner Felsenland oder die Rhön. Und das sind nur einige, wenige Beispiele. Ganz viele schöne Orte in Deutschland sind auch während der Ferien nicht überfüllt, weil sich der Tourismus derart konzentriert hat und so lohnt es sich besonders, alternative und ebenso schöne Ziele anzufahren. Europaweit ist auch Nord-Skandinavien grade im Kommen und von Campern nahezu unberührt.

Müssen Plätze in den Sommermonaten weit im Voraus reserviert werden? Wenn ja, nimmt das nicht einen der großen Reize des Campings weg, die Flexibilität?

Freiheit und Flexibilität sind für uns persönlich essenziell und machen einen Großteil des Reizes beim Campen aus. Daher machen wir selbst eigentlich nie Reservierungen und raten auch unseren Kunden davon ab. Reservierungen sind auch prinzipiell überhaupt nicht notwendig, solange man nicht unbedingt länger als 2 bis 3 Tage an einem bestimmten Platz bleiben will, am besten noch in erster Reihe mit Blick auf das Wasser. Es kommt halt immer auf die konkrete Vorstellung an, die man von seinem Camping-Trip hat. Aber grundsätzlich findet man immer einen Platz, an welchem man stehen kann, auch spontan, auch mitten in der Hochsaison. Und wenn man sich darauf einlassen möchte, dann können wir das auch nur empfehlen. Für uns ist die Flexibilität hier viel wichtiger als eine hohe Planungssicherheit.

Glaubt ihr, dass es bald normal sein wird, dass es viele einzelne Angebote von Campingplätzen zur Vermietung gibt? Also eine Art Dezentralisierung der Campingplätze?

Ja, das können wir uns durchaus gut vorstellen. Das wird bestimmt noch eine Weile dauern, aber wenn wir die Situation richtig einschätzen, müsste dafür auch regulatorisch noch eine ganze Menge geschehen. Da ist es an den Ländern, Kommunen und Ferienregionen, einheitliche und einfache Lösungen zu finden. Diese Entwicklung würde noch mehr Freiheit und Flexibilität beim Campen ermöglichen, was wir sehr begrüßen würden.

Wie zwei Kindergartenfreunde eine Branche auf den Kopf stellen

Falsche Indikatoren, Frauds und Angst vor transparenten Daten setzen den Erfolgen von Influencer-Kampagnen eine Schranke – aus dieser Erkenntnis heraus wuchs aus einer Mobile Marketing-Agentur die Influencer-Tech-Company hi!share.that.

Sie teilten einst den Buddelkasten und sind nun eine Firma: Silvia Lange und Tivadar Szegeny. Heute sitzen sie zusammen im Oce und schmieden Pläne, wie ihr gemeinsames Baby – die Influencer-Tech-Company hi!share.that – den Rest der Welt erreichen kann. Denn sie haben etwas geschaen, das eine bisher ungehörte Nachfrage auf dem Markt stillt und damit eine Nische besetzt, die das Kampagnen-Management von Unternehmen revolutionieren sollte. Das Wissen darüber, etwas entwickelt zu haben, dass Werbetreibenden und Creators immer einen Mehrwert schenkt und Risiken minimiert, ist nur einer der Antriebe, die das starke Wachstum der Influencer-Tech-Company begründet. Was zu zweit am Tisch einer Teeküche begann, mündete nach nicht mal sechs Jahren in die Führung eines 30-köpfigen Teams, das kurz vor der Internationalisierung steht.

Sich ergänzende Profis: Hands-on-Mentalität and No Bullshit

Die Idee, welche hi!share.that heute so erfolgreich werden ließ, wurde durch die Gründung ihres ersten gemeinsamen Unternehmens inspiriert. Silvia war Head of Marketing beim Modeunternehmen New Yorker, als sie die Expertise ihres alten Freundes Tivadar für ein Projekt in Anspruch nahm. Beide hatten über Jahre ihren Wissensstand unterschiedlichen Marketing-Disziplinen ausgebaut und ergänzten sich auf unternehmerischer sowie privater Ebene perfekt. Sie gründeten die Consulting- und Mediaagentur medialabel und widmeten sich so einem aufsteigenden Stern – Mobile-Performance-Marketing. Dabei verzichteten sie bewusst auf Investor*innen und bauten ihr Business einzig und allein durch Eigenkapital auf. „Wir waren sofort profitabel. Unsere Umsätze sind rasant gestiegen und unsere erwirtschafteten Gewinne sind direkt in die Entwicklung der Technologie geflossen“, so Silvia.

Mit einer No-Bullshit-Einstellung und Hands-on-Mentalität unterstützen sie ihre Kund*innen dabei zu verstehen, welche wirklich wertvollen Daten aus Kampagnen gezogen werden können. Transparenz, ehrliche Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit gelobten ein nahbares Geschäftsmodell, bei dem die Kund*innenzufriedenheit an oberster Stelle steht.

Von der Teeküche zur Telekom: Wer hoch fliegt, sieht weiter

Den ersten gemeinsamen Arbeitsplatz von Silvia und Tivadar bekamen sie durch einen Freund gestellt. Es gab keine Kund*innen, nur Kontakte aus früheren Zeiten, die erst überzeugt werden mussten. Eine absolute Überzeugung der eigenen Idee gaben den Antrieb für ihr erstes großes Kund*innengespräch. „Aufregend und amüsant war auf jeden Fall einer unserer allerersten Kund*innencalls, denn wir haben uns keinen geringeren ausgesucht als die Deutsche Telekom. Uns war bewusst, dass wir nicht einfach so dort anfangen könnten und auch andere Agenturen mit im Rennen waren“, berichtet Silvia. Das Ziel war utopisch und die Powerpoint sowie Referenzen weniger herausragend. Und doch konnten die beiden zu einem späteren Zeitpunkt die Partneragenturen der Telekom für sich gewinnen.

Ihr Erfolgsrezept? Ein Proof of Concept. Dadurch konnten sich Kund*innen vorher selbst überzeugen lassen, dass der kommunizierte Mehrwert funktioniert. „Wir haben immer gesagt, dass sie uns ein kleines Testbudget von wenigen tausend Euros geben sollen. Wir zeigen ihnen dann, was damit alles erreicht werden kann. Keine Vertragslaufzeit, keine Bindung – wer nicht überzeugt ist, hätte nicht noch mal mit uns zusammenarbeiten müssen“, berichtet Silvia. Gerade diese Haltung hat jedoch das Unternehmen von Silvia und Tivadar innerhalb weniger Jahre rasant wachsen lassen, denn auf Seiten der Kund*innen wird das Risiko stark minimiert. Schnell machte sich dadurch ein Wunsch immer wieder breit: Ein eigenes Produkt – eine nicht austauschbare Technologie – sollte der nächste Schritt sein.

Innovation einer modernen Branche: Die Geburtsstunde von hi!tech

Performance-Marketing mit Influencer*innen und Tech verbinden – das war das Ziel! Ein Wunsch, an dem die vorherige Konkurrenz bereits gescheitert war. Das Thema bedarf viel Aufklärung sowie selbstbewusste Creators, die ihre Community und Social-Media-Plattformen gut kennen und finanziell neue – oftmals noch rentablere – Wege gehen möchten. Silvia und Tivadar entwickelten mit diesem Hintergrundwissen im Jahr 2018 eine neue Technologie – hi!tech – welche zusammen mit sechs Departments und dreißig Mitarbeitenen die Skalierung, Messbarkeit und Teil-Automatisierung von Influencer Marketing möglich machte. Die größte Hürde zum Erfolg war die Unwissenheit auf Seiten der Influencer*innen, für die Performance-basierte Kampagnen komplett neu waren. Die Akquisition bedurfte demnach sehr viel Kommunikation und Aufklärung.

Die Zusammenstellung aus dem extrovertierten Sales-Talent Lange und dem technisch versierten Profi Szegeny ist es jedoch schnell gelungen: Sie haben für sich sprechende Meilensteine erreicht, durch die ihr Wachstum zu einem Paradebeispiel wurde – genau wie die Geschichte hinter den beiden Kindergartenfreunden. Im März 2022 planen Silvia und Tivadar die Internationalisierung nach Frankreich und Italien. Größere Dimensionen sind bereits in Planung.

Metaverse für Start-ups: Die Chancen einer neuen Welt

Die Idee eines gemeinsamen virtuellen Raums wird auch für Start-ups immer interessanter. Metaverse gehört zu den aktuellen Trends, die allgemein in der Öffentlichkeit stark diskutiert und genutzt werden. Der virtuelle Raum bietet so viele verschiedene Möglichkeiten für kleine und neue Unternehmen, um immer populärer und bekannter zu werden.

Der virtuelle Raum wird also nicht nur genutzt, um die Spielautomaten mit der besten Volatilität zu entdecken und viele verschiedene weitere Spiele zu spielen. Stattdessen ist es auch für die Arbeitsumgebungen immer spannender. Zu erwarten ist, dass das Metaverse einen starken Einfluss auf die Zukunft des Internets hat und diese in gewissen Maßen prägt.

Home-Office-Zeit hat Bewegung in die Sache gebracht

Allgemein ist die Zeit für ein größeres virtuelles Geschehen in allen Bereichen reif. Auch durch viele Home-Office-Aktivitäten aufgrund der aktuellen Situation wurden die Leute auf virtueller Ebene immer aktiver. Unter anderem fanden Konferenzen virtuell statt. Ebenfalls musste ein Weg gefunden werden, um mit den Kunden weiterhin kommunizieren zu können.

Durch die neuesten Technologien und das schnelle Internet ist es heutzutage kein Problem mehr, die verschiedenen Aktivitäten auf dem virtuellen Weg abzuhalten. Das bringt viele Vorteile für alle Beteiligten mit sich. Man spart sich viele Wege und kann flexibel vom Büro aus mit der Arbeit und den Kundenkontakten durchstarten.

Vielfältige Anwendungsgebiete für Start-ups

Zukünftig wird es möglicherweise so sein, dass noch viele weitere Technologiekonzerne sich mit dem Thema Metaverse beschäftigen und entsprechende Angebote offerieren. Immerhin bringt der virtuelle Raum Potenzial mit sich. Gerade Financial Services und Technologie- Start-ups werden im virtuellen Raum eine immer wichtigere Rolle spielen.

Die Start-ups können ihre Produkte, Dienstleistungen und Lösungen ganz bequem und komfortabel über den virtuellen Markt bekannt machen und sich noch besser positionieren. Langfristig gesehen kann sich das auf jeden Fall positiv auswirken und mehr Erfolg bringen. Man kann schon sagen, dass die nächste Phase der digitalen Revolution begonnen hat.

Ebenfalls denkbar ist es, dass sich diverse Spiel- und Service-Plattformen im Metaverse etablieren und immer weiterentwickeln. Diejenigen Start-ups, die ihren Fokus auf diesen Bereich legen, können von einem großen Potenzial profitieren. Möglich ist aber auch ein Aufstieg im Bereich der VR für Start-ups, was jedoch zugleich auch etwas schwieriger werden könnte, da es schon viele große Anbieter in diesem Bereich gibt.

Metaverse als Ergebnis von Facebooks Namensänderung

Facebook hat den Namen auf Meta geändert, weswegen es nicht lange auf sich warten lassen hat, dass der Begriff Metaverse seine Runde machte. Viele Unternehmen aus den 3D-Welten, Virtual Reality und Spiele haben dann auch direkt die Chance genutzt und sich auf der nächsten Plattform breitgemacht.

Immerhin geht es letztendlich auch darum, wer das Metaverse anführen wird. Die verschiedenen Hardware- und Softwarehersteller möchten sich natürlich die Chance nicht entgehen lassen, und am besten groß rauskommen. Im Prinzip kann letztendlich jedes große Unternehmen sowie auch kleinere Start-ups zu der Gestaltung und Entwicklung des Metaverse beitragen.

Schon viele Start-ups vertreten

Es sind mittlerweile schon einige Start-ups im Metaverse vertreten. Sie haben direkt die Chance genutzt, um sich zu positionieren. Zu erwähnen sind unter anderem Unternehmen wie Wikitude, TriLite und NXRT. Wikitude bietet beispielsweise eine Plattform an, mit der es möglich ist, einfach AR-Erlebnisse zu bauen. Mit einer digitalen AR Brille können die Entwickler direkt auch testen, wie die geschaffenen Werke funktionieren.

Bei TriLite handelt es sich um ein Start-up aus Wien. Das Unternehmen ist bekannt für kleine, leichte und helle Laser-Beam-Scanner auf der Welt. Diese Scanner können in AR-Brillen integriert werden. Falls die Entwicklung bei einem Hersteller für AR-Brillen untergebracht werden kann, könnte die Trixel Technologie schon bald ein ganz wichtiger Bestandteil des Metaverse werden.

Das Unternehmen NXRT hat sich auf industrielle Anwendungen spezialisiert. Möglich ist es beispielsweise, Fahrzeugcockpits kostengünstig nachzubauen und zu erstellen. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, einen vorhandenen 3D-Raum für Mitarbeiterschulungen zu verwenden.

Auch Shopping im Metaversum möglich

Ebenfalls könnte Metaversum für den Online-Handel in der Zukunft spannend werden. Bisher war es nur so, dass von Luxusmarken virtuelle Mode im schicken Design offeriert wurde. Doch das könnte möglicherweise bald schon anders werden. Sicherlich werden auch einige weitere Mode-Konzerne auf den Zug aufspringen.

Unter anderem hat beispielsweise H&M schon erwähnt, dass sie einen virtuellen Laden im Metaversum eröffnen wollen. 3D-Welten lassen sich dank der modernen Technik komfortabel umsetzen. Durch leistungsfähige Hardware und entsprechende Grafikkarten lässt sich ein entsprechender virtueller 3D-Shop eröffnen.

Metaverse mit guter Prognose

Da das Metaverse so viel Potenzial mit sich bringt, wird es sicherlich auch in Zukunft immer wichtiger für die Unternehmen, auf den Zug aufzuspringen. Gibt es schon einmal die Chance, bei solch einem großen Ding mitzumachen, sollten es auch Start-ups nutzen, um erfolgreicher und bekannter zu werden.

Wie es scheint, stellen auch immer mehr Firmen ihre Metaverse-Pläne vor. So scheint es wirklich, als wäre dies der Markt der Zukunft. Laut Marktforschungsunternehmen könnte er bis 2028 ein enormes Umsatzniveau mit sich bringen. Es wird sogar ein milliardenschweres jährliches Marktpotenzial erwähnt. Das könnte sogar das doppelte des deutschen Bruttoinlandsproduktes von 2020 betragen.

Deswegen ist es auch nicht wunderlich, dass es viele Start-ups und Unternehmen gibt, die an der Entwicklung und Umsetzung des Metaverse beteiligt sein wollen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die breite Nutzbarkeit noch einige Jahre dauern wird. Aber dennoch steigen die Firmen jetzt schon ein, um das mögliche Potenzial nutzen zu können.

Viele Jobs dank Metaverse möglich

Soll die virtuelle Welt neu ausgerichtet werden, kann es in Europa zahlreiche Jobs mit sich bringen. Das ist natürlich auch ein nennenswerter Punkt, der erwähnenswert ist. Es ist sogar von über 10.000 neuen Jobs von Facebook die Rede. Von daher kann sich Metaverse für alle Beteiligten richtig lohnen. Start-ups und große Unternehmen können immer stärker werden. Zudem können immer mehr Leute eine Anstellung in angesehenen Unternehmen finden.

Wie es letztendlich wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Auf jeden Fall bleibt es spannend, wenn es um das Thema Metaverse geht. Aber es steht jedenfalls schon fest, dass es viel Potenzial gibt. Nutzen jetzt Start-ups die Chance und steigen in Metaverse ein, können sie möglicherweise langfristig von einem hohen Gewinnpotenzial profitieren.

Der ideale Garten vom Architekt: Darauf kommt es an!

Rund 36 Mio. Menschen in Deutschland besitzen einen eigenen Garten – ein kreativ-vielfältiges und lukratives Betätigungsfeld für (Garten-)Architekten.

Es gibt ihn nicht, den einen Traumgarten, der jeden Menschen gleichmäßig begeistert. Hierfür sind Vorstellungen, Wünsche und Träume viel zu individuell. Allerdings schlagen Architektenherzen vor allem dann höher, wenn der Garten die perfekte Symbiose zwischen stilvoller Natur und eleganter Architektur bietet. Wie groß die Unterschiede eigentlich sind, lässt sich beim Anblick eines klassischen Schrebergartens und einem architektonisch gestalteten Garten erkennen. Letzterer ist mehr als nur ein Stück Grünfläche, irgendwo am Haus, es ist der Inbegriff der perfekten Gartengestaltung und ein Zeichen hoher Qualität.

Die Symbiose zwischen Innenbereich und der Außenanlage

Es gibt zwei Lebensbereiche des Menschen. Auf der einen Seite ist der Innenbereich eines Hauses oder Anwesens, in dem Bewohner einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Auf der anderen Seite ist der Garten, der als angrenzendes Grundstück oder Anlage zur eigentlichen Immobilie eine große Rolle spielt. Die Grünfläche ist ein Zugewinn an Lebensraum und lässt sich durch den passenden Gartenarchitekten ideal an den prägenden Stil einer Immobilie anpassen.

Verschmelzen Garten und Innenraum miteinander, wird ein harmonisches Gesamtbild geschaffen und der Unterschied zwischen Garten und Traumgarten wird überdeutlich. Ohne Zweifel: Bei der Gestaltung eines echten Traumgartens spielt auch Geld eine Rolle. Zu bedenken ist allerdings, dass der architektonisch perfekte Garten nicht nur optisch einen immensen Mehrwert bietet, sondern auch die Wertigkeit der Immobilie anhebt. Das Image, unter welchem ein Haus oder Anwesen steht, ist mit entscheidend für dessen Wert. Eine architektonisch geprägte Gartenlandschaft erhöht den Wert und trägt entscheidend zu einem positiven Image bei.

Jede Art von Garten bietet für Architekten Potenzial

Rund 36 Millionen Menschen in Deutschland besaßen im Jahr 2020 einen eigenen Garten. Darunter befinden sich kleine Schrebergärten, Gärten in Hanglage, große Grundstücke, nahezu ungenutzte Gärten und viele weitere Gartenarten. So vielfältig wie die Gärten selbst, so vielfältig sind auch die Ansprüche der Menschen. Zeitweise wird der Garten lediglich zur kurzfristigen Erholung genutzt, wird zweckmäßig ausgestattet und mit einigen Pflanzen dekoriert.

Ein klassischer Schrebergarten eben, meist nicht einmal direkt am Haus gelegen.
Wenn wir von Gartengestaltung auf Architektenniveau sprechen, sind damit aber vollendete Gartenanlagen in einem gewissen Stil, mit einem besonderen Charakter und mit einer Message gemeint. Ein Garten, der von einem Architekten gestaltet wird, ist nicht nur ein Rückzugsort im Sommer. Er ist das Statement des gesamten Hauses und ein Objekt, was über Generationen hinweg bleiben wird.

Der Garten als ein Hauch von Luxus

Eine optimierte und stilgeprägte Gartenanlage ist nicht nur eine Ergänzung des Lebensraums, sondern ein Hauch von Luxus, der das eigene Leben maßgeblich beeinflussen kann. Die Möglichkeit des Rückzugs, die Chance, die eigenen Bedürfnisse im Gartenstil auszudrücken, macht diesen Luxus so einzigartig.

Für einen Architekten gibt es nicht „den einen optimalen Garten“ zur Gestaltung. Die Kunst der Gartenarchitektur besteht darin, auch schwierige Anlagen in einen einzigartigen Traum zu verwandeln. Besonders schwierig gestalten sich mitunter Hanglagen, doch auch daraus lässt sich ein Traumgarten kreieren. Ein Traumgarten vom Gartenarchitekt. Entscheidend ist die Gartenplanung, die mit Hilfe von Einrichtung, Ausstattung und Pflanzen zum Abschluss gebracht wird.

Die optimale Gartenanlage für die architektonische Gestaltung ist groß, frei von Hindernissen und lässt sich nach eigenem Wunsch, völlig frei, gestalten. Solche Grundstücke sind aber von hohem Seltenheitswert und umso wichtiger ist es, dass bei der Gartenarchitektur Hindernisse nicht als solche gesehen werden. Abhängige, außergewöhnliche Formen, ungenutzte Nischen – all das lädt den Architekten erst dazu ein, seine Kreativität spielen zu lassen und aus einem scheinbar nutzlosen Fleckchen Grün eine Gartenanlage zu konzipieren.

Das Grundstück ist die Basis des Gartens

Die Gartengestaltung beginnt nicht erst mit der Aussaat von Rasen und dem Pflanzen von Bäumen, sondern viel früher, bei der Begutachtung von Grund und Boden. Jedes Grundstück hat andere Bedürfnisse. Lichteinfall, Schattenregionen, Witterungsbedingungen – all das spielt eine immense Rolle bei der schlussendlichen Gestaltung des architektonischen Traumgartens. Der Ausbau und das Design können erst beginnen, wenn die Bodenbeschaffenheiten vollständig bekannt und im Zweifel überarbeitet wurden. Anhand der Bodenwerte ist es möglich, den Garten in Bereiche zu strukturieren.

Ein Geheimnis, das häufig übersehen wird, ist die Kraft der Natur. Nicht der Mensch entscheidet, wann und wo er seinen Garten haben möchte, sondern die Natur. Mit all ihren Besonderheiten gibt sie den Takt vor und spielt eine entscheidende Rolle, ob der Traumgarten eine langfristige Zukunft hat. Daher geht es nie darum, einen Garten auf einem Stück Natur zu bauen, sondern die Natur zu nutzen und sie in die Gartengestaltung einfließen zu lassen.

Pflanzen als Element eines Traumgartens

Die Artenvielfalt des Globus ist beeindruckend und die Schöpfungen der Natur gehören zu einem stilgeprägten Garten dazu. Es mag ein schönes Hobby sein, für einen Sommer auf dem Balkon gewisse Sommerpflanzen zu züchten und sie im nächsten Jahr wieder zu entsorgen. Doch wenn es um die Wahl langlebiger Pflanzen und Bäume geht, gibt es andere Kriterien als nur die optischen Aspekte.

So werden in hochwertigen und architektonisch strukturierten Gärten immer wieder Bonsai Bäume eingesetzt, um dem Garten einen langfristigen und prägenden Stil zu geben. Viele Menschen verbinden den Bonsai automatisch mit Japan und wissen nicht, dass er längst den Weg in die europäische Kultur gefunden hat. Seine Pflegeleichtigkeit, aber auch sein untrüglicher Charme machen diesen Baum zu einem der idealen Begleiter eines lebenslang erhaltenen Anwesens.

Mit der Natur, nicht gegen sie

Steht ein Architekt vor einem Garten, durchfluten viele Gedanken seinen Kopf. Er spielt mit Bildern, er gestaltet in seiner Fantasie, er scannt Nischen, Ecken und Vorsprünge, um seine Ideen einzubringen. Und er erkennt Widrigkeiten, die das geplante Projekt erschweren könnten. Der Traumgarten für den Architekten muss am Ende gar nicht immer simpel, groß und leicht zu gestalten sein. Immerhin liebt es der Gartenarchitekt, wenn er durch sein Wissen, seine Fähigkeiten und sein Talent in der Lage ist, auch besonders schwierige Lagen zu meistern und aus einem nicht sehr vielversprechenden Grundstück am Ende ein wahres Idyll für ganze Generationen zu zaubern.

Der Gartenarchitekt hat eine der entscheidendsten Rollen bei der Außengestaltung eines Anwesens. Er ist das Bindeglied zwischen dem Heim, das oftmals vom Innenarchitekten in einem ganz bestimmten Stil geprägt wurde und der Natur, die für das äußere Erscheinungsbild gesorgt hat. Seine Aufgabe ist es, beides miteinander zu verbinden und da Architekten genau diese Aufgabe lieben, ist jeder Garten für sie ein Traum.

Online-Marketing-Trends 2022

So gelingt ein ganzheitlich-nachhaltiges Online-Marketing im Jahr 2022.

Ökologisch, ökonomisch und sozial. Auf diesen drei Eckpfeilern beruht Nachhaltigkeit, ein Thema, das heute in aller Munde ist. Dabei mag es vielleicht überraschen, dass Online-Marketing, so wie es meist betrieben wird, diesen Kriterien gar nicht entspricht. Was viele z.B. nicht wissen: Das Internet hat einen enormen Stromverbrauch und verursacht genauso viel CO2-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie. Es reicht also nicht aus, ein papierloses Office zu betreiben und die Werbekampagne von Print auf Online umzustellen. Zu einem ganzheitlich ausgerichteten nachhaltigen Online-Marketing, das Unternehmen nicht nur erhöhte Medienaufmerksamkeit schenkt, sondern allen Aspekten der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – glaubhaft gerecht wird, gehört ein wenig mehr.

Die Experten der Online-Marketing-Agentur SEO-Küche erläutern, an welchen drei einfachen Stellschrauben jede(r) Unternehmer*in drehen sollte, um erste wichtige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit im Online-Marketing zu gehen, von denen Unternehmen, Umwelt und auch Kund*innen profitieren.

Ökologischer Aspekt: Optimiere deine Website für einen geringeren Stromverbrauch

Der Energiebedarf des Webs ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und beträgt heute in etwa zwei Prozent des weltweiten Verbrauchs. Immer größer werdende Websites, mit schicken Bildern und emotionalen Videos, tragen hierzu einen erheblichen Teil bei, denn je größer und schwerer eine Website ist, desto mehr Strom benötigt sie. Für einen geringeren ökologischen Fußabdruck sollten Unternehmen daher auf ein schlankes Webdesign mit reduzierten Daten achten. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann zudem auf eine klimaneutrale Website setzen. Dabei wird der Energiebedarf des Internetauftritts berechnet und durch ein gewähltes Klimaschutzprojekt gleich wieder ausgeglichen.

Natürlich gibt es neben einer klimaneutralen Website auch andere Mittel und Wege um Unternehmen ökologischer zu gestalten. Anstatt unternehmenseigene Server zu betreiben, können Unternehmen beispielsweise auf Cloud-Hosting setzen und bei der Beschaffung von Hardware sollte der benötigte Strombedarf ein Kaufkriterium sein. Auch das Ermöglichen von Home Office schont, durch geringeren Pendler*innenverkehr, die Umwelt.

Sozialer Aspekt: Respektiere die Privatsphäre deiner User*innen

Tracking-Tools wie Google Analytics kommen auf fast jeder Website zum Einsatz und sollen Unternehmen wertvolle Daten über das Verhalten deiner Besucher*innen, für personalisierte Werbemaßnahmen, liefern. Eine unglaubliche Masse an Informationen, die da zusammenkommt und den Energieverbrauch des Internets und Datenumfang einer Website erhöht. Dabei werden am Ende nicht mal mehr alle Daten genutzt oder falsche Schlüsse aus ihnen gezogen. Nachhaltig und sozialverträglich sieht anders aus.

Verringere daher deine invasiven Tracking-Methoden, mit denen du in die Privatsphäre deiner Nutzer*innen eindringst, und überlege stattdessen im Vorfeld genau, welche Daten du wirklich benötigst. Achte auch darauf, dass deine Cookie-Hinweise datenschutzrechtskonform sind. So bist du rechtlich auf der sicheren Seite, erhöhst die Nutzer*innenfreundlichkeit und wirst gleichzeitig dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt gerecht.

Ökonomischer Aspekt: In nachhaltige Kund*innenbeziehungen investieren

Es kommt nicht nur häufig vor, dass über Tracking-Tools gesammelte User*innen-Daten falsch interpretiert werden, sie sorgen zudem nicht selten dafür, dass die Effektivität von Werbeanzeigen systematisch überschätzt wird. Unternehmer*innen sollten daher immer wieder neu überdenken, wie viel Budget sie zu welchem Zeitpunkt für Anzeigen ausgeben, denn es gibt langfristigere und vor allem nachhaltigere Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen:

  • Kundenbeziehungen stärken: Kommentiere Blogbeiträge, seie in relevanten Facebook-LinkedIn-Gruppen aktiv, beantworte Fragen im Social Web und besuche Branchenveranstaltungen.
  • Content mit Mehrwert produzieren: Investiere in die Erstellung von einzigartigem Content, der deinen Kund*innen einen Mehrwert liefert.
  • SEO nutzen: Optimiere deine Website und setze auf Suchmaschinenoptimierung für ein besseres Ranking.

Nicht auf den schnellen Effekt setzen

Natürlich wirst du bei einem nachhaltigen Vorgehen nicht den schnellen Erfolg sehen, den du vielleicht aus Google Ads-Kampagnen gewohnt bist. Dafür wirst du langfristig mit effektiveren und authentischen Werbemaßnahmen belohnt, die durch enge Kund*innenbindungen auch wirken. Nicht nur dein Werbebudget wird es dir danken, das gute Gefühl, das du erhältst, wenn du dein Online-Marketing nachhaltig gestaltest, bekommst du ganz automatisch und vor allem kostenlos dazu. Natürlich kannst du klassische Werbung weiterhin und ergänzend einsetzen. Die richtige Mischung zur richtigen Zeit macht’s.

FinTech-Trends 2022

Diese Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

Das dramatische Auf und Ab der Gamestop-Aktie Anfang dieses Jahres hat es gezeigt: Neue Finanztechnologien – in diesem Fall Trading-Apps – können das reale Marktgeschehen massiv beeinflussen. Auch 2022 werden hierfür wieder entscheidende Weichen gestellt. Folgende Technologien haben das Potenzial, die FinTech-Branche im kommenden Jahr grundlegend zu verändern.

FinTech-Trend 1: Decentralized Finance (DeFin)

Währungen auf Blockchain-Basis sind spätestens seit dem ersten Boom des Bitcoin weitestgehend bekannt. Auch die Vorteile der Krypto-Währungen sind klar: Sie sind unabhängig von Zentralbanken und Regierungen, lassen sich problemlos weltweit transferieren und sind – das wichtigste Merkmal – aufgrund der dezentralen Struktur gut gegen Hacker-Attacken geschützt. Allerdings endet die Entwicklungsgeschichte der Blockchain-Technologie nicht beim Bitcoin, sondern geht jetzt erst richtig los.

Kern dieser Entwicklung ist das sogenannte Decentralized Finance (DeFin), eine komplett neue Welt des Krypto-Bankings. Bisher wurden Krypto-Currencies ebenso wie klassische Währungen an zentralen Börsen gehandelt. Dabei geht jedoch ihr zentrales Merkmal verloren: die dezentrale Netzwerkstruktur. 2021 war es noch ein Thema für Finanz-Nerds. 2022 kommt der Trend in der breiteren Masse an, gleichzeitig trennen sich Spreu und Weizen, also die seriösen von den unseriösen Anbieter*innen.

Ermöglicht werden dezentrale Finanzsysteme durch sogenannte Smart Contracts. Dabei handelt es sich um Computerprogramme, in denen die beteiligten Akteur*innen ihre gewünschten Transaktionen festschreiben. Eine zentrale Kontroll-Instanz ist nicht mehr nötig. Die gespeicherten Daten liegen in einem dezentralen Blockchain-Netzwerk, so dass spätere Änderungen nicht mehr möglich sind.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, DeFin zu nutzen: Staking, Lending und Liquid Mining. Alle Abläufe beruhen darauf, dass die Besitzer*innen einer Krypto-Währung einen gewissen Anteil an ihrer Rechenpowerl dem System zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie Belohnungen. Wichtig ist dabei allerdings ein vertrauenswürdiger Anbieter. Da es sich um eine relativ neue Technologie handelt, sind leider auch unseriöse Unternehmen unterwegs. Ohne gesetzliche Regulation geht es also auch im Bereich DeFi nicht. Vertrauenswürdige Plattformen haben das erkannt und unterziehen sich dem Prozess trotz ihrer grundsätzlichen Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen. So erfüllt beispielsweise Cake DeFi, eine Plattform für dezentrale Finanzdienstleistungen, alle regulatorischen Anforderungen der Monetary Authority of Singapore (MAS). Durch die Kombination von dezentraler Netzwerkstruktur und gesetzlicher Regulation können sich Menschen auf der ganzen Welt über Krypto-Lösungen informieren und DeFi sicher nutzen.

FinTech-Trend 2: Open Banking erobert den Zahlungsverkehr

2018 hat die Europäische Union mit der PSD2-Richtlinie Fintechs einen massiven Schub gegeben. Aber erst 2022, vier Jahre später, werden die tiefgreifenden Veränderungen sichtbar. PSD2 verpflichtet Banken, offene Daten-Schnittstellen für Drittanbieter einzurichten. In der ersten Phase griffen Fintechs auf Kontoinformationen der Kund*innen zurück und schufen beispielsweise Apps, in die sich Konten unterschiedlichster Banken integrieren ließen. Jetzt folgt die Zahlungsabwicklung, ein für Fintechs ausgesprochen lukratives, für Kunden sehr angenehmes – und für traditionelle Banken sehr bedrohliches Modell.

Denn Open Banking ermöglicht die sofortige und sichere Vernetzung verschiedener Akteure. Im Gegensatz zu traditionellen Finanztransaktionen sind keine Intermediäre mehr notwendig. Ein Unternehmen, zum Beispiel ein Online-Shop, kann eine direkte Verbindung zum Bankkonto des Kunden/der Kundin herstellen - ohne den Service eines Karten- oder sonstigen Payment-Anbieters. Das macht den Vorgang nicht nur für den Kunden/die Kundin einfacher, da er keine lange Kontonummer eintippen muss. Es ist auch für den Händler/die Händlerin von Vorteil, weil der Prozess schneller abläuft, niedrigere Transaktionsgebühren, weniger Betrug und geringere Fehlerquoten bedeutet - und damit mehr Einnahmen oder niedrigere Betriebskosten. Die Konsequenz zeigt sich im Erfolg von TrueLayer, Europas führender Open-Banking-Plattform. Im Jahr 2021 verdoppelte das Unternehmen die Zahl seiner Kund*innen und im gleichen Zeitraum wuchs das Zahlungsvolumen um 400 Prozent und der Wert der monatlichen Zahlungen um 800 Prozent. Für etablierte Banken ist die Gefahr groß, als reine Geldverwahrer zu enden, abgeschnitten von vielen lukrativen Dienstleistungen.

FinTech-Trend 3: All-in-once-Finance

Keiner macht es wirklich gern: Verwaltung der persönlichen Finanzen. Was für viele schon nach “Steuererklärung” und “Exceltabellen” klingt, erfordert immer wieder Arbeitszeit am Abend oder an den Wochenenden. Und auch für viele Unternehmen ist die Buchhaltung ein Pain Point: Gerade Start-ups und Freelancer*innen müssen kostbare Ressourcen aufwenden, um ihre Unterlagen immer auf dem neuesten Stand zu halten. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlichen Anforderungen: Nur durch ein aktuelles und präzises finanzielles Lagebild sind fundierte unternehmerische Entscheidungen möglich. Doch lange waren die Angebote fragmentiert. Es gab beispielsweise Steuersoftware für die Abrechnung oder eine Reihe verschiedener Tools für die Buchhaltung.

Was fehlte, waren Lösungen, mit denen eine Finanzorganisation aus einer Hand möglich ist. Mittlerweile haben Start-ups genau dieses Angebot entwickelt. Dabei stehen die verschiedenen Finanz-Tools nicht mehr separat nebeneinander, sondern sind in eine Lösung integriert. Während 2021 Pionierarbeit geleistet wurde, kommt die Technologie 2022 mit Schwung im Markt an. So bietet das französische Start-up Qonto kleinen und mittleren Unternehmen sowie Freelancern neben günstigen Geschäftskonten auch Anbindungen an Steuersoftware, Buchhaltung-Tools und Zahlungsanbieter ohne Zwischenschritt. Ziel ist nicht die Aufsummierung möglichst vieler Programme, sondern die Schaffung einer automatisierten Finanzverwaltung, die den Workload spürbar reduziert.

FinTech-Trend 4: Crowdinvesting in Immobilien

Angesichts wachsender Inflationssorgen, anhaltender Niedrigzinsen und volatiler Märkte wird der Trend zu alternativen Investmentformen weiter anhalten. Stark in den Fokus werden 2022 insbesondere jene Immobilieninvestments geraten, die lange institutionellen Anleger*innen vorbehalten waren. Besonders beliebt ist das Crowdfunding von Immobilien, bei dem auch Kleinanleger die Möglichkeit haben, an Immobilienfinanzierungen teilzuhaben. Neu geprüft wird dabei auch, das Thema Environmental Social Governance, kurz ESG, auf die Investitionen anzuwenden. Schon mit Beträgen ab 500 Euro können sich Investoren beim Crowdinvesting an Bauprojekten beteiligen und ein Immobilienvermögen aufbauen. Digitale Technologien machen es Anleger*innen leichter, diese Beiträge zu verwalten, zu verfolgen oder sich darüber zu informieren. Viele moderne Investor*innen sind digitalaffine Selbstentscheider*innen, die sich eigenständig nach Informationen umschauen. Dabei wird keine Immobilie erworben, sondern die Entwicklung und der Bau eines Immobilienprojekts mitfinanziert. Konkret geschieht dies in Form von sogenannten Nachrangdarlehen oder Anleihen. Die Renditen liegen zwischen 4 bis 8 Prozent und befinden sich damit weit über dem Niveau von klassischen Einlagen. Attraktiv sind auch die oft kurzen Laufzeiten zwischen 12 und 36 Monaten.

Das Risiko bei der Finanzierung von Immobilienprojekten besteht darin, dass beispielsweise ein Bauprojekt nicht fertig und zu einem viel geringeren Preis als kalkuliert veräußert wird. In solchen Fällen wird zuerst die Bank bedient und erst dann die Crowd, sodass Crowd-Anleger*innen am Ende leer ausgehen können. Daher ist es wichtig, auch bei der Wahl der Crowdinvestment-Plattform in auf Qualitätskriterien zu achten. Als Qualitätsführer in der Branche zeichnet sich der Berliner Anbieter zinsbaustein.de aus, der zudem eine sehr hohe Kund*innenzufriedenheit aufweist. Die Rückzahlungsquote des Unternehmens liegt bei 100 Prozent, sämtliche abgeschlossenen Projekte wurden bis heute erfolgreich inklusive Zinsen an die Anleger*innen zurückgeführt.

Der Autor Karl Schmidt-Rhaesa hat Politik und Wirtschaft an der WWU Münster studiert. Als Communication Assistant ist er bei PIABO PR für Start-ups und Entrepreneurs aus den Bereichen FinTech, VC und HealthTech tätig.

E-Commerce-Trends in der Weihnachtszeit

Der Internethandel bereitet sich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auf die wichtigsten Wochen des Jahres vor. Um bis mehr als 100 Prozent steigen die Verkäufer in den Wochen vor Weihnachten an. Wir haben uns angesehen, welche Trends zu beobachten sind und welchen Einfluss das Corona-Virus auch in diesem Jahr auf das Kaufverhalten nimmt.

Black Friday und Cyber Monday

Als Startschuss für die Weihnachtszeit und damit die umsatzstärkste Zeit für den Einzel- und Online-Handel gilt der Black Friday. Der Tag, der in Amerika ins Leben gerufen wurde, funktioniert längst auch in Deutschland. Es locken diverse Schnäppchen und Sonderangebote in allen Bereichen: Egal, ob ein neues Handy oder ein hochwertiges Paar Schuhe – wer am Black Friday und Cyber Monday gute Angebote schaltet, hat gute Chancen auf fleißige Käufer*innen. Damit handelt es sich bei diesem Trend um keinen neuen, aber einen, den Händler*innen jedes Jahr unbedingt im Blick haben sollten.

Marketing-Kampagnen in den sozialen Netzwerken

In den letzten Jahren haben sich die sozialen Netzwerke zu wichtigen Tools für Händler*innen entwickelt. Mit der richtigen Werbung und den richtigen Influencern lässt sich das Weihnachtsgeschäft ordentlich ankurbeln. E-Commerce und die sozialen Medien sind in der Weihnachtszeit quasi verheiratet – das zeigen erfolgreiche Kampagnen großer Unternehmen, die wir in den letzten Jahren immer wieder beobachten konnten. Deshalb sollte die richtige Kommunikationsstrategie im Voraus geplant werden, um potentielle Kunden über alle relevanten Kanäle zu erreichen. Dabei werden die Strategien immer kreativer und der Content immer komplexer. Vorbei sind die Zeiten der plumpen Werbung in den sozialen Medien, heute möchten Kunden mit Emotionen gelockt werden und sich mit Produkten verbunden fühlen. Auch Automatisierungstechnologien können dabei helfen, eine Kampagne richtig zu planen und festzulegen, an welchen Tagen welche Beiträge online gehen sollen.

Mobile Webseite für unkomplizierte Käufe optimieren

Auch wenn viel Zeit und Liebe in die Website gesteckt wurde: Kund*innen lieben es, über ihre Mobilgeräte zu shoppen. Nachweislich steigen die Verkaufszahlen, wenn die mobile Website überzeugt und eine einfache Navigation gewährleistet. Jedes Jahr ist mehr und mehr zu beobachten, wie vom Laptop vom Handy oder Tablet gewechselt wird. Sogar unsere Steuern können wir mittlerweile über unser Mobilgerät abwickeln. Nicht nur auf dem Handy lassen sich Casinos ohne Steuer ansteuern. Auch Programme zur Steueroptimierung helfen dabei, mit wenigen Klicks ans Ziel zu gelangen.

Auch für den E-Commerce-Bereich gilt also: Online-Händler*innen müssen auf eine gute mobile Website setzen. Nicht nur kurze Ladezeiten und ein übersichtliches Menü müssen überzeugen, auch der erste Eindruck sollte stimmen. Kund*innen entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie sich auf einer Seite wohlfühlen – denn eine Alternative ist im Zweifel schnell gefunden. Auch Kampagnen, die in den sozialen Medien geschaltet werden, führen den Kunden/die Kundin zum mobilen Online-Shop. Am besten werden hier also kreative Content-Strategien mit einem überzeugenden mobilen Auftritt kombiniert, sodass die Kaufwahrscheinlichkeit signifikant ansteigt.

Art der Geschenke verändert sich

Man kennt es vielleicht noch von der Großmutter, die gern Walnüsse und Orangen verschenkt. Lebensmittel zu verschenken, das erscheint heute aber oft aus der Zeit gefallen. Wenn es sich nicht gerade um eine trendige Gemüse- oder Kochbox handelt, verschenken wir mittlerweile lieber andere Dinge. Besonders digitale und haptische Geschenke sind heutzutage im Trend. Online-Gutscheine oder Abos für Hörbucher oder Musik werden immer häufiger verschenkt, sogar Kryptowährungen legt man gern virtuell unter den Weihnachtsbaum. Technik bleibt ebenfalls ein Dauertrend, vom Staubsaugerroboter bis hin zum neuen Handy wird alles gern verschenkt. Hier sind dann wieder der Black Friday und Cyber Monday wichtige Verkaufstage, denn in der Vorweihnachtszeit suchen Kund*innen vermehrt nach Angeboten.

Es muss aber natürlich nicht immer ein Gegenstand sein, der verschenkt wird: Das Verschenken gemeinsamer Zeit bleibt ebenfalls ein wichtiger Trend. Auch Portale, die romantische Abende, ein Luxuswochenende oder ein paar Tage mit Freund*innen als abwechslungsreiches Gesamtpaket verkaufen, haben in der Weihnachtszeit erhöhte Verkaufszahlen.

Paketzustellungen auf verschiedene Paketdienste verteilen

In der Weihnachtszeit stapeln sich die Pakete, Paketboten eilen im Dauerlauf durch die Straßen. Da ist Chaos fast vorprogrammiert, setzt man auf nur einen einzigen Zustelldienst. In den letzten Jahren hat es sich bewährt, auf mehrere Zusteller zu setzen – und auch in diesem Jahr sollten Händler*innen diesem Trend Beachtung schenken. Jeder Paketdienst hat nur eine bestimmte Kapazität, gerade in der Weihnachtszeit kommt es oft zu Verzögerungen. Daher lohnt es sich, im Vorfeld mehrere Dienste zu akquirieren, damit sind die Kundenbeschwerden nicht häufen.

Suchvolumen für Weihnachtsgeschenke steigt ab September

Frauen fangen früher an, Geschenke zu suchen, als Männer. Bei vielen Frauen gehen die Überlegung schon im September los, bei Google wird vermehrt nach Geschenkideen gesucht. Männer lassen sich statistisch gesehen etwas länger Zeit. Hier geht es oft erst im November los. Die ganz junge Generation braucht dann sogar noch länger, nicht selten beginnt die Suche bei den jungen Menschen erst im Dezember. Mit der richtigen Strategie, gutem Zeitmanagement und passender Werbung können hier also verschiedene Gruppen angesprochen werden, denen man schnelle Lösungen für ihre Überlegungen serviert.

Online-Geschäft boomt während der Corona-Krise

In den letzten Jahren war ein deutlicher Wandel zu spüren. Während man noch vor 20 Jahren in lokalen Geschäften auf die Jagd nach Geschenken ging, werden heute vermehrt der Laptop oder das Handy gezückt. Fachberatungen werden zwar weiterhin gern in Anspruch genommen, je nach Geschenk erweist sich der Online-Kauf für viele Menschen aber schlichtweg als praktischer. Nicht zuletzt war die Corona-Pandemie dann ein deutlicher Dämpfer für lokale Geschäfte, denn im letzten Jahr waren lokale Käufer gar nicht mehr möglich.

Auch in diesem Jahr ist die Pandemie noch in aller Munde. Die Geschäfte sind aktuell zwar noch offen, der nächste Lockdown ist aber nicht auszuschließen. Erschwerend kommt hinzu, dass Online-Käufe ohnehin schneller und unkomplizierter getätigt werden können. Einzelhändler*innen wünschen sich schon seit Jahren bessere Unterstützung. Von Extrasteuern für Online-Händler*innen bis hin zu Innenstadtfonds wurde bereits alles diskutiert. Doch auch eine Steueroptimierung wird Einzelhändler auf Dauer vermutlich nicht retten können, gerade in Kleinstädten sind Ladenschließungen an der Tagesordnung. Auch wenn uns Corona hoffentlich in ein paar Jahren nur eine schlechte Erinnerung sein wird, hat die Krise in jedem Fall dazu beigetragen, dem Internet offener gegenüberzutreten. So entscheidet man sich im nächsten Jahr dann vielleicht ganz automatisch für den schnellen Klick in ein passendes Online-Geschäft, war es doch im vorherigen Jahr so bequem.