Start-up-Finanzierung – so geht’s!

Autor: Ricardo Tunnissen
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Vielen Gründer*innen fehlt es nicht an guten Ideen oder an einem Konzept, sondern an dem nötigen Geld. Manches Gründungsvorhaben scheitert an der Finanzierung und zu wenig Kapital ist häufig ein Grund, warum ein Start-up vorzeitig aufgibt. Banken zeigen sich gerade bei Gründungsfinanzierungen manchmal ziemlich „sperrig“ - aber es gibt andere Mittel und Wege. Darum geht es in diesem Beitrag.

Finanzplanung - wann brauche ich wie viel Geld?

Start-ups stehen meist vor dem Problem, dass noch kaum Umsätze erzielt werden, aber schon viele Ausgaben für den Aufbau des Geschäfts anfallen. Die Finanzierung ist in dieser Phase ein besonderer Engpass und vor allem auf Mittel von außen angewiesen. Die - wenn überhaupt - schmalen Umsätze können den Finanzbedarf nicht annähernd decken.

Eine solide Finanzierung braucht eine fundierte Finanzplanung, die die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben veranschlagt. Der Plan sollte einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren umfassen und regelmäßig überprüft und angepasst werden. Nur so lässt sich feststellen, wie viel Geld für welchen Zeitraum tatsächlich benötigt wird.

Ganz ohne Eigenkapital geht es nicht

Je mehr Eigenkapital in eine Gründung eingebracht werden kann, umso besser. Eigenkapital muss weder verzinst, noch zurückgezahlt werden und kann gerade typische Verluste in der Startphase auffangen. Es erweitert außerdem die Finanzierungsspielräume, weil es die Kreditwürdigkeit verbessert. Doch woher Eigenkapital nehmen, wenn nur wenig eigenes Vermögen für die Gründung vorhanden ist? Ein Ausweg: sich (Beteiligungs-)Partner mit ins Boot holen. Dafür gibt es durchaus Möglichkeiten:

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften: bieten in der Regel mittel- bis langfristige stille Beteiligungen bei „klassischen“ Gründungsvorhaben. Die Beteiligungsgesellschaften findet man in fast jedem Bundesland. Sie stehen in enger Verbindung mit den Bürgschaftsbanken oder den Landesförderbanken;

Wagnisfinanzierungsgesellschaften und private Investoren: spielen vor allem bei Start-up-Finanzierungen im digitalen Umfeld als Inkubatoren eine wichtige Rolle. Sie begleiten Gründungsvorhaben von frühen Phasen bis zur erfolgreichen Etablierung am Markt und stellen Beteiligungskapital auf Zeit zur Verfügung. Ziel: der spätere Ausstieg mit Gewinn;

High Tech Gründerfonds: ist eine Gemeinschaftsinitiative von Bundeswirtschaftsministerium, Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und einigen namhaften Industrieunternehmen. Der High Tech Gründerfonds beteiligt sich als Frühphaseninvestor an innovativen und technologieorientierte Gründungen mit größerem Kapitalbedarf; 

Business Angels: bieten mehr als finanzielle Beteiligung auf Zeit, sondern helfen - als eine Art „Schutzengel“ - auch mit Rat und Tat bei der Gründung. Oft verfügen Business Angels über eigene Management- und Gründungserfahrung. Es gibt in Deutschland verschiedene Business Angels-Netzwerke, sie haben sich im Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. zusammengeschlossen.

Alle diese Ansätze sind Möglichkeiten, um eine schmale Eigenkapitalbasis aufstocken, trotzdem: ganz ohne „eigenes“ Eigenkapital gelingt kaum eine Gründung. Wie viel Eigenkapital benötigt wird, hängt vom Gründungsvorhaben ab. Rein dienstleistungsbezogene Geschäftsmodelle erfordern meist weniger Kapital als wenn etwas produziert werden soll. Ein tragfähiges Konzept ist immer Voraussetzung für externe Beteiligungen.

Wenn die Bank nicht will: Förderprogramme und -kredite helfen

Öffentliche Förderprogramme sollen Existenzgründungen und Start-ups bei der Finanzierung unterstützen. Die Förderlandschaft ist bunt und vielfältig. Es gibt Programme für fast jedes Vorhaben und jeden Zweck. Die Förderung funktioniert überwiegend über günstige Kredite zu Vorzugskonditionen. Manchmal findet man auch Zuschüsse und Beteiligungsprogramme. Das maßgebliche Förderinstitut auf Bundesebene ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Daneben hat jedes Bundesland seine eigene Förderbank mit eigenen Förderprogrammen. Oft ergänzen und erweitern diese die KfW-Programme.

Die drei wichtigsten KfW-Programme für Existenzgründung sind:

  • der ERP-Gründerkredit Startgeld: bietet fünf- oder zehnjährige Darlehen bis zu 125.000 Euro;
  • das ERP-Kapital für Gründung: ermöglicht fünfzehnjährige Darlehen bis zu 500.000 Euro. Es handelt sich um Nachrangdarlehen mit Eigenkapitalcharakter;
  • der ERP-Gründerkredit Universell: bietet in unterschiedlichen Varianten Kredite mit bis zu 20 Jahren Laufzeit - überwiegend für (Sach-)Investitionen und in fast beliebiger Höhe (Obergrenzen sind aktuell 100 Mio. Euro bzw. 25 Mio. Euro).

Darüber hinaus können oft weitere Programme genutzt werden, zum Beispiel für Forschung und Entwicklung, Digitalisierung oder im Rahmen der Strukturförderung. Das hängt vom Geschäftsmodell, der geplanten Investition, dem Standort und weiteren Faktoren ab. Öffentliche Förderkredite werden fast ausschließlich über die Kreditinstitute vor Ort vergeben. Diese prüfen das Vorhaben und auch die Kreditwürdigkeit. Da die Förderinstitute das Kreditrisiko oft ganz oder teilweise übernehmen und auch bei Sicherheiten großzügiger sind, ist der Kreditzugang wesentlich einfacher als beim normalen Bankkredit. Ein tragfähiges Konzept inkl. Business Plan ist allerdings auch hier ein Muss!

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Bürgschaften ersetzen fehlende Sicherheiten

Nicht selten sind Banken bei entsprechenden Sicherheiten durchaus bereit, Kredit für eine Gründung zu geben. Wer damit Probleme hat, geforderte Sicherheiten zu stellen, kann sich an eine Bürgschaftsbank wenden. Bürgschaftsbanken existieren in jedem Bundesland. Sie stellen Bürgschaften gegen überschaubare Provision als hochwertige Ersatzsicherheiten zur Verfügung. Üblicherweise können Bürgschaften bis zu 1,25 Mio. Euro genutzt werden. Bedingung für die Bürgschaftsvergabe ist auch hier ein überzeugender Business Plan.

Was bringt Crowdfunding?

Eine ganz neue Form der Gründungsfinanzierung und eine Erfindung des digitalen Zeitalters stellt das Crowdfunding dar. Hier erfolgt die Finanzierung über entsprechende Plattformen im Netz. Das Geld wird von der „Crowd“, der Netzgemeinde, zur Verfügung gestellt. Man unterscheidet beim Crowdfunding Crowdlending und Crowdinvesting. Beim Crowdlending erfolgt die Finanzierung rein auf Darlehensbasis, nur ohne Bank. Beim Crowdinvesting geht es um Formen der unternehmerischen Beteiligung, häufig in Form von nachrangigen Darlehen mit Eigenkapitalcharakter.

Das Funktionsprinzip ist stets gleich: das Gründungsvorhaben oder ein Projekt im Rahmen der Gründung wird auf der Plattform vorgestellt. Die Crowd kann sich schon mit kleinen Beträgen beteiligen. Ist genug Geld eingesammelt, kommt die Finanzierung zustande. Die Plattform fungiert als Abwickler. Die Finanzierung folgt oft einem Ratenkredit-Modell und eignet sich eher für kleinere Vorhaben. Entscheidend ist, die Netzgemeinde von sich selbst und dem Vorhaben zu überzeugen.

Fazit

In der Regel ist eine Gründungsfinanzierung immer eine „Paketlösung“ - bestehend aus eigenen Mitteln, ggf. Beteiligungskapital, Förderkrediten und auch normalen Bankkrediten. Wenn ein tragfähiges Konzept mit einer fundierten Planung vorliegt, sollte es möglich sein, eine solide Finanzierung auf die Beine zu stellen. Das A und O ist der Businessplan, die einzige Unterlage, anhand der sich finanzierende Institute, Personen und Stellen ein Bild machen können. 

Der Autor Ricardo Tunnissen ist Gründer des Blogs www.ricardotunnissen.de und arbeitete bis Oktober 2018 sowohl im Bereich der privaten Baufinanzierung als auch in der Firmenkundenberatung einer regionalen Volksbank. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann IHK, bildete er sich zum diplomierten Bankbetriebswirt BankColleg und zertifizierten VR-Gewerbekundenberater RWGA weiter.

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"Fintech" ist überall – Aufweichen der Vertical-Grenzen

In dieses neue Finanzökosystem eingebunden werden auch Akteure, die sich von Haus aus gar nicht als “Fintech” verstehen. Shop-Betreiber integrieren beispielsweise Buy-Now-Pay-Later Lösungen in ihre Kaufabwicklungen und werden so Anlaufstelle für Kreditnehmer. Über die Datenströme und technologischen Prozesse anderer Anbieter kriegen diese wiederum nur am Rande etwas mit. Das meiste läuft wie von alleine. Vom Antrag bis in die Buchhaltung des Unternehmens. Alle Zahlen sind wie von magischer Hand korrekt am richtigen Platz.

Der Autor Jan Enno Einfeld zählt zu den Deutschlands federführenden Experten für Banking, Digitalisierung und Innovation in der Finanzindustrie. Sein besonderes Augenmerk liegt auf intelligenten Liquiditäts- und Kreditmanagement-Lösungen für kleine Unternehmen und Selbständige. Er bekleidete sowohl im Corporate als auch im Startup-Umfeld hochrangige Management- sowie C-Level-Positionen. Sein Ziel: Das Überkommen verkrusteter analoger Prozesse bei der Kreditvergabe, durch Machine Learning, intelligente Bonitätsprüfungen und den Aufbau eines vielschichtigen Kreditökosystems, in dem Banken, Shops und Technologie-Anbieter ein Maximum an Sicherheit mit einem Minimum an Aufwand für alle Beteiligten bereitstellen.

Was ist SegWit?

SegWit ist die Abkürzung für Segregated Witness. Es war vielleicht das bisher größte Upgrade des Bitcoin-Protokolls, das mehrere Verbesserungen und Korrekturen in sich vereinte.

Die Vorteile von SegWit

Die wohl bemerkenswerteste Neuerung von SegWit ist die Abschaffung der Verfälschbarkeit von Transaktionen. Vor SegWit war es aufgrund einer Eigenart der kryptographischen Signaturen von Bitcoin möglich, Transaktionen so zu verändern, dass sie anders aussahen, auch von Leuten, die die Transaktion nicht selbst erstellt hatten. Dies machte die Transaktion zwar nicht ungültig oder änderte ihre Wirkung - es wurde immer noch die gleiche Menge an Münzen von den gleichen Adressen an die gleichen Adressen gesendet - aber es erschwerte den Einsatz von Schicht-2-Protokollen wie dem Lightning Network erheblich.

Sie können die Website von BitiQ besuchen, um Ihr Krypto-Handelserlebnis auf einer regulierten und vertrauenswürdigen Plattform zu beginnen.

SegWit löste dieses Problem, indem es die "Zeugen"-Daten einer Transaktion, zu denen auch die Signatur gehört, in einen neuen Teil eines Bitcoin-Blocks verschob. Damit ebnete es den Weg für das Lightning Network und andere Layer-2-Protokolle.

Als zusätzlichen Bonus bot SegWit auch eine bescheidene Erhöhung der Blockgröße auf theoretisch vier Megabyte bzw. realistischere zwei Megabyte, je nach Art der in den Blöcken enthaltenen Transaktionen. (Um genau zu sein: Das Blockgrößenlimit wurde durch ein Limit von vier Millionen Gewichtseinheiten ersetzt, wodurch eine neue Art der "Zählung" von Transaktionsdaten eingeführt wurde). Dies bedeutet, dass Nutzer mit SegWit-unterstützenden Wallets niedrigere Transaktionsgebühren zahlen.

Script Versions

Durch einen technischen Trick namens "Skriptversionen" erleichterte SegWit außerdem die Einführung weiterer Upgrades für das Bitcoin-Protokoll. Eines dieser kommenden Upgrades könnten Schnorr-Signaturen sein, ein neuer Signatur-Algorithmus, der die Programmierbarkeit und Flexibilität des Bitcoin-Protokolls weiter erhöhen würde.

Und nicht zuletzt wurde all dies möglich, ohne dass ein rückwärtskompatibles Hard-Fork-Protokoll-Upgrade erforderlich war. (Soft Fork Upgrades erfordern nur die Unterstützung einer Mehrheit der Hash-Power, um eine Spaltung des Netzwerks zu vermeiden, während Hard Forks einen netzwerkweiten Konsens erfordern.)

Wer hat SegWit entwickelt?

Eine Version von SegWit wurde zuerst von Blockstream für das Blockstream Elements Sidechain-Projekt entwickelt. Nachdem der Bitcoin-Core-Mitarbeiter Luke-jr herausgefunden hatte, wie SegWit durch ein rückwärtskompatibles Soft-Fork-Upgrade auf dem Bitcoin-Hauptprotokoll eingesetzt werden könnte, wurde es vom Bitcoin-Core-Entwicklungsteam entwickelt. Konkret wurde der entsprechende Bitcoin Improvement Proposal (BIP) von Eric Lombrozo, Johnson Lau und Pieter Wuille verfasst, die auch den Großteil der Programmierung übernahmen. Der Rest des Teams half während des gesamten Prozesses auf verschiedene Weise, einschließlich Überprüfung und Tests.

Dem pseudonymen Litecoin-Entwickler Shaolinfry und dem Bitmain-Garantie-Ingenieur James Hilliard wird die Entwicklung alternativer Aktivierungslösungen für die Soft Fork zugeschrieben.

War SegWit umstritten?

Innerhalb der technischen Gemeinschaft von Bitcoin war SegWit nicht umstritten.

Außerhalb der technischen Bitcoin-Gemeinschaft bevorzugten jedoch einige eine andere Skalierungslösung für Bitcoin oder glaubten nicht, dass SegWit selbst als Skalierungslösung ausreichend war. Dies hatte zur Folge, dass der SegWit-Vorschlag zu einer Art Verhandlungsmasse in einem viel größeren Streit voller Kontroversen wurde. Andere versuchten, SegWit gänzlich zu diskreditieren.

Der einzige Punkt der Kontroverse, der (wohl) eine gewisse Berechtigung hatte, war, dass es "sauberer" gewesen wäre, das Upgrade als Hard Fork statt als Soft Fork zu implementieren, da dies weniger technische Zweifel im Protokoll hinterlassen hätte. Der Einsatz von SegWit als Hard Fork hätte jedoch seine eigenen Probleme mit sich gebracht, die nach Ansicht der meisten Entwickler und Befürworter von SegWit viel größer gewesen wären.

Wie verwende ich SegWit?

Sie nutzen SegWit, indem Sie eine Wallet verwenden, die SegWit integriert hat. Diese Wallet sollte SegWit-Adressen für Sie generieren, und wenn Sie eine Zahlung von einer solchen Adresse vornehmen, ist die Gebühr, die Sie zahlen müssen, niedriger als wenn Sie SegWit nicht verwendet hätten.

Es gibt zwei Arten von SegWit-Adressen. Der eine Typ ("P2SH") beginnt mit einer "3" - allerdings sind nicht alle Adressen, die mit einer 3 beginnen, SegWit-Adressen. Die andere ("bech32") beginnt mit "bc1" und ist immer eine SegWit-Adresse. P2SH SegWit-Adressen sind eigentlich eine Art Umgehung; während SegWit-Transaktionen von solchen Adressen billiger sind als Nicht-SegWit-Transaktionen, sind Transaktionen von bech32-Adressen am billigsten.

Adressen, die mit einer "1" beginnen, sind niemals SegWit-Adressen.

Zu den Wallets, die SegWit integriert haben, gehören Bitcoin Core, Electrum, Green, Trezor, Ledger und eine Reihe von anderen. Um noch tiefer in die Materie einzutauchen, schließen Sie sich uns an und starten auf unserer Plattform durch.

Warum nutzt nicht jeder SegWit?

Weit über zwei Jahre nach der Aktivierung von SegWit nutzen weniger als die Hälfte aller Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk SegWit. Aus individueller Sicht gibt es wahrscheinlich zwei Gründe, SegWit nicht zu nutzen.

Ein Grund ist, dass die Implementierung von SegWit ein Upgrade erfordert, und manche Leute sind einfach zu langsam, um das zu tun. Für große Unternehmen kann dies einen erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand bedeuten, da möglicherweise ganze Systeme umgestellt werden müssen. Ebenso haben einige Wallets und andere Anwendungen SegWit noch nicht integriert, vermutlich weil sie andere Prioritäten haben.


Wie profitieren Arbeitgeber von einer betrieblichen Altersvorsorge?

Da die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung immer geringer ausfällt, gewinnen die private und die betriebliche Altersvorsorge immer mehr an Bedeutung. Davon profitieren vor allem Arbeitnehmer, die nur über ein geringes Einkommen verfügen. Eine betriebliche Altersvorsorge kann aber auch für Arbeitgeber Vorteile bringen. Einerseits können sie Mitarbeiter binden, andererseits können sie Kosten in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sparen.

Image des Unternehmens stärken mit der betrieblichen Altersvorsorge

Für Unternehmer ist es aufgrund des Fachkräftemangels oft schwer, geeignete Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeiter an ihr Unternehmen zu binden. Deutlich attraktiver als eine Gehaltserhöhung können umfangreiche Sozialleistungen für die Mitarbeiter sein. Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können längst nicht so hohe Löhne und Gehälter zahlen wie die großen Konzerne. Auch die Sozialleistungen fallen häufig geringer aus. Eine betriebliche Altersvorsorge hilft, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. In Stellenausschreibungen können Unternehmen bereits auf die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge hinweisen, um interessant für Bewerber zu sein. Auch Startups, die nur über ein geringes Budget verfügen, können bereits eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, um Mitarbeiter zu gewinnen. Von geeigneten Partnern können sie Tipps erhalten, welche Möglichkeiten sich am besten eignen.

Betriebliche Altersvorsorge als Muss für Arbeitgeber

Arbeitgeber können, aber müssen die betriebliche Altersvorsorge nicht vollständig selbst finanzieren, wenn das nicht im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag festgelegt ist. Sie müssen auch ihre Mitarbeiter nicht auf die Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge hinweisen. Mitarbeiter haben jedoch das Recht, danach zu fragen. Die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung als Form der betrieblichen Altersvorsorge müssen alle Arbeitgeber anbieten. Das Gesetz geht sogar noch einen Schritt weiter. Bis Ende 2021 müssen Arbeitgeber bei Verträgen für die Entgeltumwandlung, die ab 2018 abgeschlossen wurden, 15 Prozent als Zuschuss zahlen. Ab 2022 müssen auch Verträge, die vor 2018 abgeschlossen werden, vom Arbeitgeber mit 15 Prozent bezuschusst werden. Arbeitgeber können ihr Image verbessern, wenn sie einen noch höheren Zuschuss zahlen oder die Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge komplett selbst tragen.

 

Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber vorteilhafter als Gehaltserhöhung

Für Arbeitgeber kann eine betriebliche Altersvorsorge für die Mitarbeiter vorteilhafter als eine Gehaltserhöhung sein. Auf eine Gehaltserhöhung müssen Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben zahlen. Anders sieht es bei der betrieblichen Altersvorsorge aus, wenn sich Arbeitgeber für das richtige Modell entscheiden. Grundsätzlich ist der Arbeitgeber für die Organisation der betrieblichen Altersvorsorge verantwortlich. Er entscheidet, welche Anlageform er wählt. Das Bruttogehalt der Mitarbeiter sinkt durch eine Entgeltumwandlung, da ein Teil des Entgelts in die betriebliche Altersvorsorge geht. Trotzdem Arbeitgeber einen Zuschuss von 15 Prozent zahlen müssen, können sie ungefähr 20 Prozent an Lohnnebenkosten einsparen. Die Zuschüsse, die vom Arbeitgeber zu zahlen sind, stellen Betriebsausgaben dar. Sie können steuerlich geltend gemacht werden und die Steuerlast für Unternehmen senken. Mit der geeigneten Finanzierungsform können auch Startups über genug finanzielle Mittel verfügen, die sie für die betriebliche Altersvorsorge verwenden können.

Verschiedene Anlageformen für die betriebliche Altersvorsorge

Für die betriebliche Altersvorsorge können Arbeitgeber verschiedene Anlageformen wählen, die teilweise davon abhängig sind, ob ein Tarifvertrag vorhanden ist. Auch die Unternehmensgröße ist ein Kriterium dafür, welche Möglichkeit gewählt wird. Mit den verschiedenen Möglichkeiten genießen Arbeitgeber unterschiedliche Vorteile:

  • Direktzusage, bei der sich der Arbeitgeber verpflichtet, einen Teil des Betriebsvermögens für die Pension der Mitarbeiter zu zahlen. Der Arbeitgeber finanziert die betriebliche Altersvorsorge selbst und kann die Kosten steuerlich absetzen.
  • Direktversicherung, bei dem Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter eine Lebens- oder Rentenversicherung abschließen und die Beiträge mit 20 Prozent versteuern können, wenn die Beiträge pro Mitarbeiter und Jahr nicht mehr als 1.752 Euro betragen. Sozialabgaben fallen dann nicht an.
  • Pensionskasse, bei der es sich um eine spezielle Lebensversicherung handelt und die dem Arbeitgeber Aufwand erspart. Arbeitgeber können ihre Anteile steuerlich absetzen.
  • Pensionsfonds funktionieren ähnlich wie die Pensionskasse, doch können Arbeitgeber, um für ihre Mitarbeiter eine bessere Rendite zu erzielen, das Geld in Fonds oder ETFs einzahlen. Entwickelt sich der Fonds oder ETF nicht wie erwartet, muss der Arbeitgeber mit der Differenz zur Mindestleistung haften.
  • Eine Unterstützungskasse verwaltet das Geld im Sinne des Arbeitgebers und legt es gewinnbringend an. Die vom Arbeitgeber gezahlten Beiträge gelten als nachträglicher Arbeitslohn.

Grundsätzlich können Arbeitgeber mit allen Durchführungsmöglichkeiten ihr Image stärken. Steuervorteile bringen Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktzusagen.

Die Finanzierungslandschaft muss an Fahrt aufnehmen

Gast-Kommentar von Timo Bey, geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de, zum Thema Unternehmensfinanzierung von Startups via Venture Capital.

Ich bin Betriebswirt mit einer Spezialisierung im Bereich M&A, Sanierungs- und Insolvenzmanagement und habe zuvor praktische Erfahrungen als Head of Finance, Controlling & HR in einem Startup sowie im Investmentbanking im Bereich M&A, Corporate Finance, Distressed Advisory und Equity Capital Markets und in der Unternehmensberatung gesammelt. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de unterstütze ich mit meinem Team Startups rund um das Thema der Unternehmensfinanzen. Hier supporten wir z.B. bei anstehenden Finanzierungsrunden, erstellen Finanzplanungen oder Unternehmensbewertungen. Aber auch das Tagesgeschäft begleiten wir etwa als CFO. In meiner Freizeit bin ich Mentor eines Startup-Accelerators und einer gemeinnützigen Organisation, die junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen unterstützt.“

„Es braucht mehr Kapital“

In vielen aktuellen Nachrichtenmeldungen und Artikeln lesen wir von florierenden Investitionen in Startups. Aber stimmt das? Naja, für einige bestimmt. Leider kommt das Geld aber nicht überall an. Dadurch kommt es zu einer ungleichen Verteilung, die man grob in drei Problemfelder aufteilen kann, die ich im Folgenden weiter beleuchten möchte:

So steigen Investitionen zwar in ihren Volumina, jedoch nicht in ihrer absoluten Anzahl. Genauer erhalten weniger Startups mehr Geld in einzelnen Finanzierungsrunden, wodurch das Volumen von Venture Capital im Absoluten steigt. Relativ betrachtet, sinkt die Anzahl einzelner Finanzierungsrunden. Dadurch sind besonders frühphasige Startups von einer Finanzierungslücke betroffen. Diese Lücke wird im „Startup-Lebenszyklus“ als die sogenannte „Valley of Death“ bezeichnet (siehe: https://www.startplatz.de/was-ist-ein-startup-definition/).

Die Finanzierungslandschaft für Startups in Deutschland

Um das Missverhältnis der Investitionen in Startups näher zu beleuchten, gehe ich nachfolgend auf die Finanzierungslandschaft für Startups in Deutschland ein:

Nach einer eigenen Auswertung der letzten sechs Jahre (2015 – 2020) des DSM (Der Deutsche Startup Monitor ist eine jährliche Onlinebefragung von Startups, in welcher Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind, untersucht werden) etwa, kann man klar erkennen, dass die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit von Venture Capital besonders hoch ist.

Exemplarisch bevorzugen 42,3 % der Startups eine Finanzierung durch Venture Capital und nur 18,6 % der Startups haben eine erhalten.

Ein weiterer Trend verstärk dieses Ungleichgewicht noch weiter. So kann man die ungleiche Verteilung nicht nur am Lebenszyklus eines Startups festmachen, sondern es spielen anscheinend auch geografische Faktoren eine gewichtige Rolle. Startups außerhalb der Finanzierungshotspots wie Berlin oder München haben es meist schwerer an Finanzierungen zu kommen.

Selbst unter den beiden Spitzenreitern klafft eine große Kluft. Zahlen der Unternehmensberatung EY zeigen, dass in der ersten Jahreshälfte 2021 Unternehmen aus Berlin mit 4,1 Mrd. Euro fast 70 % mehr Geld einsammeln konnten als Startups aus München.

Problemfeld: ungleiche Verteilung von Venture Capital und Co. zw. Gründer und Gründerinnen

Das letzte Problemfeld ist die ungleiche soziodemografische Verteilung von Venture Capital und ähnlichen Finanzierungsarten. Als Beispiel ist hier die ungleiche Verteilung von Finanzierungsmöglichkeiten zwischen männlichen Gründern und weiblichen Gründerinnen aufzuführen.

So haben laut Female Founders Monitor nur 5,2% der Frauen-Teams eine Finanzierung von 1 Mio. € oder mehr erhalten. Im Vergleich schafften Männer-Teams diese Marke mit einem Anteil von 27,8 %.

Obwohl die Probleme von Female Foundern vielschichtig sind, Stichwort geringer Anteil der Gründerinnen, so erkennt man dennoch eine ungleiche Verteilung des Finanzierungsangebotes zwischen Mann und Frau.

Diese Maßnahmen sind jetzt zu ergreifen

Ich glaube, dass die vorherrschenden Gegebenheiten das Potential, das von vielen Startups ausgehen könnte, systematisch nicht zur Entfaltung kommen lassen. Damit die Potentiale besser zum Tragen kommen und die Finanzierungslandschaft an Fahrt aufnimmt, schlage ich Folgendes vor:

  • Incentivierung des Mittelstands, sich an frühphasigen Startups zu beteiligen.
  • Bereitstellung von Know-how, Coaching und einem Netzwerk - zielgerichtet an weibliche Gründerinnen.
  • Professioneller Brückenbau zwischen den einzelnen Bundesländern und ausländischen Investoren.
  • Aufbau besserer Organisationsstrukturen von staatlichen und halbstaatlichen Fonds mit Expertengremien mit Nähe zu Startups.
  • Öffentliche Workshops und Weiterbildungsprogramme für Business Angels (z.B. Schärfen des Investitionsfokus).
  • Ausbau von Hubs und Acceleratoren.
  • Transparenz der Investitions- und Finanzierungslandschaft für Startups.

Der Autor Timo Bey ist geschäftsführender Gesellschafter von Startupfinanzen.de sowie Sprecher für das Ressort NRWenture von NRWalley e.V., das sich für bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Startups einsetzt.

Schneller zum Geld

Jeder Selbständige braucht eine tragfähige Finanzierung für sein Unternehmen. Neben den klassischen Wegen Bankkredit, Förder- und Eigenmittel kommen – besonders nach einer erfolgreichen Startphase – auch andere Geldquellen in Betracht. Wenn es etwa um die Sicherung der Liquidität geht, kann Factoring hier Lücken schließen. Doch nicht für jeden eignet sich der Rechnungsverkauf.

Das Factoring-Prinzip

Das Prinzip des Factoring ist einfach: Ein externer Dienstleister, der sogenannte Factor, kauft die offenen Rechnungen eines Unternehmens. Dieses erhält damit schnell den Großteil des Be­trages und bleibt damit flüssig, auch wenn die Kunden langsam zahlen. Der Factor wiederum treibt das fällige Geld beim Schuldner ein. Jedoch muss hier niemand Angst vor rüden Inkassomethoden haben, die Branche ist seriös und der Rechnungsverkauf längst Standard. Insbesondere Großunternehmen greifen ganz selbstverständlich auf Factoring zurück, um alle Möglichkeiten einer breiten Finanzierung auszuschöpfen. In jedem Fall gilt: Der Rechnungsverkauf kann kein wackliges Geschäftsmodell retten und er kann andere Finanzierungsarten auch nicht ersetzen. Gut passt Factoring dagegen in Situationen, wo Unternehmen stets eine große Zahl offener Rechnungen vor sich herschieben und dieses Geld beispielsweise für Investitionen nutzen könnten.

Für wen geeignet?

In der Gründungsphase ergibt der Rechnungsverkauf daher selten Sinn. Ein Dienstleister braucht üblicherweise einige vergangene Geschäftsjahre, um beurteilen zu können, ob die Neugründung erfolgreich gestartet ist. Doch es gibt Ausnahmen: Legt das Un­­ternehmen einen qualifizierten Businessplan vor und verfügt es über eine hohe Eigenkapitalquote, steht auch manchen Neugründern Factoring offen. Neben den normalerweise erforderlichen, bereits erfolgreich absolvierten Jahren, sind jedoch noch andere Voraussetzungen zu beachten.

Individuelle Verträge

Stimmen die Voraussetzungen, sollte das Unternehmen sich einen passenden Partner suchen. Argumente sind etwa Branchenkenntnisse, ein ausgewogenes Kunden- und Debitorenverhältnis sowie eine lange Kundenbindung. Im Vertrag lässt sich etwa regeln, ob der Factor das Forderungsmanagement komplett übernehmen oder wie im Fall von Mahnungen verfahren werden soll. So ist es etwa möglich, die Ansprache der säumigen Zahler dem Unternehmen zu überlassen. Auch kauft der Factor meist nicht alle Forderungen.

Die Kosten-Faustregel

Ein wichtiges Auswahlkriterium sind die Kosten. Als Faustregel gilt, dass zwei bis drei Prozent der Rechnungssumme an den Factor gehen. Die genaue Höhe hängt von den individuellen Gegebenheiten ab, eine schwierige Kundenstruktur führt häufig zu einem Aufschlag. Diese Ausgaben lassen sich jedoch teilweise durch Skontorabatte, entfallende Überziehungszinsen und einen geringeren Aufwand für das Forderungsmanagement ausgleichen.

Der Autor Martin Schwer ist Inhaber der Martin Schwer Text & Konzept GmbH und erfahrener Ghostwriter, Journalist, Texter und PR-Berater.

Finanzierungsflut: Geldschwemme für deutsche Start-ups

Die Investitionen in Start-ups sind in Deutschland im ersten Quartal 2021 auf den höchsten Wert angestiegen. Eine Einschätzung der aktuellen Lage.

Die Investitionen in Start-ups sind in Deutschland im ersten Quartal 2021 auf den höchsten Wert angestiegen. Dies hat eine Studie des Datenanbieters Refinitiv gezeigt. In den Monaten Januar bis März haben die deutschen Unternehmen nachweisbar in 165 Geschäften mehr als 2 Milliarden Euro gesammelt. Schon im letzten Quartal des Jahres 2020 war mit 1,2 Milliarden Euro eine entsprechend hohe Summe geflossen. Zugleich stellt die Bundesregierung zusätzliche 10 Milliarden Euro für einen Beteiligungsfonds für künftige Technologien (Zukunftsfonds) bereit. Davon profitieren vor allem Start-ups, welche sich noch in der Wachstumsphase befinden und einem hohen Bedarf an Kapital aufweisen. Daher beauftragten der Bundesfinanzminister Scholz sowie der Bundeswirtschaftsminister Altmaier die KfW mit der Verwaltung dieses neuen Zukunftsfonds.

Deutschland lag erneut im ersten Quartal hinter dem Land Großbritannien, in welchem vier Milliarden Euro für die Start-ups vergeben wurden und zugleich vor Frankreich, wo 1,1 Milliarden Euro geflossen sind. Dabei erholt sich die Wirtschaft und hoffnungsvolle Investoren in Deutschland und Europa investieren sehr viel Geld in Start-ups. Die größte Finanzierung hatte hierbei das Lebensmittel Lieferdienst-Start-up Gorillas geschafft, das insgesamt 245 Millionen Euro bei seinen Investoren sammelte. Danach folgten der Anbieter von Flugtaxis Volocopter mit 200 Millionen Euro sowie das Start-up Sennder im Bereich der Logistik, das mittlerweile mehr als eine Milliarde Dollar wert ist. Am betriebsamsten unter den Geldgebern in Deutschland war Global Founders Capital mit Kosten in Höhe von 98 Millionen Euro in insgesamt 22 Geschäften.

Die Rolle Deutschlands bei den Start-ups

Da Deutschland in diesem Jahr wieder ganz vorn bei der Finanzierung der Start-ups lag und die Investoren sehr zuversichtlich sind, kann dies eine gute Chance sein, dass die Wirtschaft sich nach der Coronakrise langsam wieder erholt. Besonders wichtig für den Erfolg der Start-ups sind ein optimal funktionierendes regionales Ökosystem sowie ein gründerfreundliches Arbeitsklima. Gemäß der Experten schätzen etwa 60 Prozent der Gründer das Start-up-Ökosystem an dem gewählten Standort als besonders gut ein. Dagegen erörtern etwa 15 Prozent ihr regionales Ökosystem mit besonders schlecht. Der Optimismus kommt für die Branche der Start-ups eher unerwartet. Im März letzten Jahres prophezeite der Start-up-Verband für Deutschland ein eher schwieriges Jahr, da sich viele überstaatliche Kapitalgeber aufgrund der Coronakrise zurückgezogen hatten. 70 Prozent der Jungunternehmen fürchteten damals, dass diese das kommende halbe Jahr nicht überstehen werden. Jene Sorgen hatten sich jedoch nicht bestätigt.

In Europa sammelten die Start-ups bis vor einiger Zeit ein Wagniskapital im Umfang von mehr als 11 Milliarden Euro in knapp 650 Runden ein, was einem Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von mehr als 120 Prozent entsprach. In dem bislang am Transaktionswert gemessen stärksten vierten Quartal des Jahres 2020 waren dies etwa 7,5 Milliarden Euro. Die Start-ups in Berlin haben im vergangenen Jahr das meiste Kapital in der Bundesrepublik von Investoren gesammelt. Insgesamt 3,7 Milliarden Euro flossen in die jungen digitalen Unternehmen der Hauptstadt, wie aus einer Untersuchung der Beratungsgesellschaft EY hervorgegangen ist. Dies waren etwa 40 Prozent mehr noch als im Vorjahr. Im Ländervergleich folgte Bayern an zweiter Stelle mit etwa 1,5 Milliarden Euro.

6,2 Milliarden Euro für innovative Ideen

So bekamen die Start-ups in Deutschland so viel Geld wie niemals zuvor. Diese sammelten viel Kapital der Investoren und gelangten an besonders hohe Summen für Ideen wie Softwarelösungen oder Mobilitätsdienste. Dies waren ungefähr 6,2 Milliarden Euro, wie aus einem Schreiben hervorgeht, welches der Deutschen Presse-Agentur vorgelegen hatte. Vor allem Investoren aus dem Ausland steckten gemäß der Studie viel Kapital in die hiesigen Start-ups. Die bundesweite Summe der Finanzierung stieg somit um 36 Prozent über den vorherigen Höchststand aus dem Jahr 2020. Zugleich war die Zahl der Finanzierungsrunden stark um 13 Prozent auf 704 gestiegen, davon entfielen 262 auf die Stadt Berlin. Im Vorjahr waren dies noch 245. Somit hält der Finanzierungsboom weiter an. Hier gibt es sehr viel Zahlungsfähigkeit auf dem Markt und die Tendenz ist weiter steigend.

In Deutschland gibt es nahezu keine Adressen, welche Finanzierungen von mehr als 50 Millionen Euro anbieten. Hierzu zählen die Start-up-Schmiede Rocket Internet in Berlin und Unternehmen wie Allianz. Die großen Anbieter stammen nahezu immer aus dem Ausland, meistens aus den USA. Überwiegend international aktive und finanzstarke Investoren aus den USA, Asien und Großbritannien sind vor allem an sehr großen Transaktionen interessiert. Dies liegt vor allem daran, dass die Start-ups in Europa niedriger bewertet sind als im Silicon Valley. Daher ist der Einstieg sehr viel günstiger.

Förderung durch die Bundesregierung

Die Bundesregierung hat mittlerweile das bestehende Problem erkannt. Sie möchte die Gründerkultur mit dem staatlichen Wagniskapitalfonds nach vorn bringen. Dazu soll eine neue Plattform für Gründer die Vernetzung und die Beratung fördern. Die Investoren-Szene für die Startphase hat sich dabei sehr gut entwickelt. Daher sind die ersten Millionen kein Problem. Es wird erst ab zehn Millionen Euro und mehr schwierig, wenn es für das Start-up darum geht, weiter nach oben zu steigen.

Dies zeigt sich ebenfalls bei den größten Geschäften des Jahres 2019. Bei der Runde der Finanzierung von Flixmobility über etwa 500 Millionen Euro stiegen die Investoren Permira und TCV neu ein. Die Plattform Getyourguide erhielt somit 428 Millionen Euro von einer Genossenschaft um den Medienkonzern Softbank aus Japan, und den Beteiligungsfonds aus dem Ausland. Vor zwei Jahren noch waren in 155 Bankgeschäften 1,95 Milliarden Euro in die jungen Unternehmen geflossen und in diesem Jahr haben ebenfalls zwei Mega-Deals den Wagniskapitalmarkt in Deutschland aufhorchen lassen: Der Investor Naspers aus Südafrika war im Mai mit knapp 390 Millionen Euro beim Berliner Essens Lieferdienst Delivery Hero mit eingestiegen, welcher mittlerweile an der Börse verzeichnet ist. Im selben Monat hatte der Autogroßhändler Auto1 360 Millionen Euro bei den einzelnen Investoren gesammelt.

Positiver Trend erkennbar

Die Start-up-Szene in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr 2021 besonders lebhaft entwickelt. Zu diesem positiven Trend sollte auch die gute Entwicklung an der Börse beitragen, welche für die Investoren einen aufstrebenden Exit in einem Börsengang sehr wahrscheinlich macht. Eine zusätzliche Unterstützung könnte im zweiten Halbjahr der Börsengang des Unternehmens Delivery Hero schaffen, der erfolgreich verlaufen war und mit einem Emissionsvolumen von knapp einer Milliarde Euro den größten Anfang in diesem Jahr deutschlandweit vollzogen hatte.

Unbehelligt bleibt die Gründerhauptstadt Berlin, denn hier flossen in den ersten sechs Monaten etwa 1,5 Milliarden Euro bzw. zwei Drittel des Investitionsvolumens für ganz Deutschland. Jedoch machten sich hier die beiden Finanzspritzen für Auto1 und Delivery Hero bemerkbar, gemessen an der Anzahl der Finanzierungsrunden.

Der Autor Grigori Kalinski ist Unternehmer und Coach im Bereich des Amazon-Kindle-Publishings, https://grigorikalinski.com

Start-Booster für Gründer*innen

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Qonto: Wie ein digitales Geschäftskonto das Gründen eines Unternehmens grundlegend vereinfacht.

Der kürzlich veröffentlichte KfW Gründungsmonitor liefert ein umfassendes Bild des aktuellen Gründungsgeschehens in Deutschland. Ein Augenmerk der Studie liegt auf der Frage, mit welchen Hemmnissen Gründer*innen hierzulande zu kämpfen haben. Neben den vielschichtigen Corona-bedingten Störfaktoren nennen die befragten Selbständigen insbesondere Finanzierungsschwierigkeiten, steuerliche Belastungen sowie bürokratische Hürden, die ihnen das Gründen bzw. Durchstarten massiv erschweren.

Vor diesem Hintergrund erhalten Tools und Dienstleistungen, die es Gründer*innen individuell ermöglichen, möglichst unkompliziert und schnell unternehmerisch handlungsfähig zu sein, eine noch wichtigere Bedeutung. Denn sie verschaffen den nötigen Vorsprung, den ein innovatives, am Markt noch nicht etabliertes Unternehmen vom Start weg benötigt.

Eine Branche, die sich diesem wichtigen Thema angenommen hat, sind die Banken. Hier sind es insbesondere die sog. Neobanken, oft selbst Start-ups, die mit ihren innovativen digitalen Konzepten und Services neue Märkte kreieren, den strukturellen Wandel vorantreiben und damit auch gezielt Gründer*innen wertvolle Starthilfe bieten. Das Motto: Start-ups wissen besser, was Gründer*innen wirklich brauchen.

Was Neobanken leisten

Die Banken-Branche versucht seit Jahren den Spagat zwischen teurem Filialnetz und digitalen Angeboten. Während die etablierten Player eher mit Filialschließungen für Aufsehen sorgen (und das nicht erst seit der Pandemie), trumpfen digitale Neobanken mit Innovationen. Indem sie Gründer*innen tatsächlich dort abholen, wo sie stehen: Am Anfang, idealerweise bereits im Gründungsprozess mit all seinen bürokratischen Hürden und Herausforderungen.

Qonto ist eines dieser dynamischen Fintech-Start-ups, die auf Gründer*innen fokussiert. Das Unternehmen wurde 2016 in Frankreich gegründet und bietet seine digitalen Services seit 2019 auch in Italien, Spanien und Deutschland an. Innerhalb von nur drei Jahren hat Qonto über 150.000 Unternehmen zu einem digitalen Geschäftskonto verholfen und ist damit Europas größter B2B-Digital-Finance-Anbieter.

Die fünf besten Tipps für Bitcoin-Anfänger

Was Sie auf jeden Fall wissen und beachten sollten, bevor Sie in Bitcoins investieren.

Einige Personen fühlen sich verunsichert, wenn sie daran denken, in Bitcoin zu investieren. Sie können jedoch in diese digitale Währung investieren und gute Renditen einfahren, wenn Sie es richtig machen. Wie bei den meisten Investitionen sollten Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen, bevor Sie sich an Bitcoin-Investitionen wagen.

Derzeit stürzen sich viele darauf, diese Kryptowährung an Kryptobörsen zu kaufen. Das liegt daran, dass sie gehört haben, dass man mit dem Handel von Bitcoin Geld verdienen kann. Andere kaufen diese virtuelle Währung und halten sie in der Hoffnung, dass ihr Wert weiter steigt.

Bitcoin wird als eine der disruptiven Technologien angepriesen, die die Welt verändern könnten. Das liegt daran, dass sie die Blockchain-Technologie nutzt, die bedeutende Entwicklungen in verschiedenen Sektoren bewirken könnte. Diese Technologie bietet ein dezentralisiertes, Peer-to-Peer-Netzwerk für den Datentransfer und die Abwicklung von Transaktionen. Sie ist vielseitig einsetzbar und kann zur Übertragung, Speicherung und Abwicklung von Daten in Banken, Krankenhäusern und anderen Bereichen verwendet werden. Um in Bitcoins zu investieren, können Sie diese Seite besuchen.

Die Verwendung der Blockchain-Technologie sollte Sie jedoch nicht dazu verleiten, überstürzt in Bitcoin zu investieren. Nehmen Sie sich stattdessen die Zeit, mehr über diese virtuelle Währung zu recherchieren, bevor Sie einen Investitionsschritt machen. Hier sind die fünf besten Tipps für Bitcoin-Anfänger.

Machen Sie zuerst einige Hausaufgaben

Bevor Sie mit dem Bitcoin-Investieren beginnen, nehmen Sie sich die Zeit, einige Hausaufgaben zu machen. Dazu gehört, zu verstehen, wie diese Kryptowährung funktioniert und warum viele Menschen in sie investieren wollen. Diese digitale Währung bietet eine seltene und einzigartige Gelegenheit für Investoren. Es wäre jedoch hilfreich, wenn Sie bei der Investition in diese Währung vorsichtig wären.

In Bitcoin zu investieren ist ein hochspekulatives Unterfangen. Das liegt daran, dass der Krypto-Markt unter- oder unreguliert ist. Daher sollten Sie nur einen Teil Ihres Geldes investieren. Machen Sie sich außerdem darüber vertraut, wie die Blockchain funktioniert und wie Sie mit dieser Investition Geld verdienen können.

Gehen Sie behutsam vor

Jede Investition ist mit gewissen Risiken verbunden. Hinzu kommt, dass sich Kryptowährungen wie Bitcoin im Vergleich zu Asset-Märkten wie Anleihen- und Aktienmärkten noch in der Entwicklungsphase befinden. Das bedeutet, dass die Investition in Bitcoin ein hochriskantes Unterfangen ist. Investieren Sie daher nicht Ihr Geld, wenn Sie nicht bereit sind, es zu verlieren.

Idealerweise beginnen Sie mit einem kleinen Teil, anstatt Ihr gesamtes Kapital zu investieren. Vermeiden Sie außerdem, den Bitcoin-Kursen hinterherzulaufen. Entscheiden Sie sich stattdessen für einen Einstiegspunkt und bleiben Sie dann bei Ihrer Investitionsstrategie. Die meisten Investoren liegen fast immer richtig, wenn es um die vorhersehbare Preisbewegung geht. Aber Ihr Timing kann daneben liegen. Seien Sie daher geduldig und vermeiden Sie übereilte Entscheidungen.

Diversifizieren Sie Ihre Investitionen

Vermeiden Sie es, Ihr gesamtes Geld in ein einziges Bitcoin-Projekt zu investieren. Stattdessen sollten Sie Ihr Portfolio diversifizieren. Zum Beispiel können Sie einen Teil des Bitcoins kaufen und halten, während Sie gleichzeitig mit dieser Kryptowährung Daytrading betreiben. Auf diese Weise können Sie vermeiden, Ihre gesamte Bitcoin-Investition zu verlieren, wenn eine Strategie nicht funktioniert.

Idealerweise recherchieren Sie verschiedene Möglichkeiten, in Bitcoin zu investieren und wählen dann mehrere Optionen aus, die zu Ihnen passen. Außerdem sollten Sie sich über die neuesten Entwicklungen in diesem Sektor auf dem Laufenden halten, um bei jedem Schritt die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Speichern Sie Ihre Bitcoins in Wallets

Sie sind wahrscheinlich schon auf Krypto-Börsen gestoßen. Diese sind gute Marktplätze für den Kauf von Bitcoin. Bewahren Sie Ihre Bitcoin jedoch nicht in einer Krypto-Börse auf. Das liegt daran, dass diese Plattformen keinen Wert auf die Sicherheit von Kryptowährungen legen. So kann jemand eine Krypto-Börse hacken, was zum Verlust all Ihrer Bitcoin führt. Bewahren Sie daher die Bitcoin in Ihren Wallets auf und sorgen Sie für die Privatsphäre und Sicherheit Ihrer Zugangsschlüssel.

Seien Sie auf die Volatilität vorbereitet

Der Bitcoin-Markt ist notorisch volatil. Sie können jedoch verschiedene Strategien anwenden, um mit den Preisschwankungen von Bitcoin umzugehen. Zum Beispiel können Sie Diversifikation als Strategie für den Umgang mit Preisschwankungen nutzen. Kaufen und Halten ist auch eine effektive Strategie, die Investoren nutzen, um mit den unvermeidlichen Bitcoin-Kursschwankungen umzugehen. Dazu gehört, dass Sie der Versuchung widerstehen, Ihre Kryptowährung sofort zu verkaufen, sobald der Preis zu schwanken beginnt.

Fazit

Das Investieren in Bitcoin kann gute Renditen bringen. Sie sollten jedoch eine effektive Strategie haben und diese Tipps während Ihrer Investitionsreise befolgen. Halten Sie sich außerdem über Nachrichten und Ereignisse auf dem Laufenden, die den Wert dieser Kryptowährung beeinflussen können.

Finanzierung und Bewertung von Start-ups – ohne Verlust von Anteilen und Kontrolle

Neben einer guten Idee, einem guten Produkt und einem leistungsfähigen Team ist vor allem die richtige Finanzierung das Zünglein an der Waage zum Erfolg für ein Start-up. Was ein junges Unternehmen beachten sollte, erklärt Ariyan Seyed Nassir von Uplift1.

Wann sollte sich ein Start-up um die Finanzierung bzw. die Erhöhung seiner Bewertung kümmern?

Für das Fundraising eines Start-ups ist es nie zu früh, denn „Nach der Runde ist vor der Runde“. Für jede Phase in der Entwicklung ist Kapital erforderlich. Beziehungen mit Investoren sollten so früh wie möglich aufgebaut werden. Je länger und besser die Investoren das Unternehmen kennen, desto einfacher ist die Investmententscheidung für sie, wenn es konkret wird.

Wie werden Start-ups bewertet?

Eine pauschale Antwort dafür gibt es nicht. Die Bewertung eines Start-ups hängt von vielen Faktoren ab, die je nach Entwicklungsstufe des Start-ups anders gewichtet werden. Während bei sehr frühphasigen Pre-Seed Investments bspw. noch stark das Team im Vordergrund steht, wird bei der Series A schon verstärkt auf Performance-KPIs geschaut und es werden klare Anzeichen für einen „Product-Market Fit“ erwartet. Generell gesprochen sind wichtige Kriterien aber so gut wie immer: Die Erfahrung des Teams, die Marktgröße und das Marktwachstum, die Höhe der ggf. bereits generierten Umsätze, die Akquisitionskosten für Neukunden im Verhältnis zum „Lifetime-Value“ eines einzelnen Kunden etc. Je nach Industrie und Business Model gibt es aber immer spezifische Kennzahlen und Benchmarks, die den Investoren besonders wichtig sind.

Wie können Founder den Zugriff auf das Eigenkapital verhindern?

Für traditionelle Bankkredite sind Start-ups oft noch zu jung und zu risikobehaftet. Factoring oder Finetrading-Provider bieten aber auch frühphasigen Start-ups schon die Möglichkeit, Betriebsmittel über Fremdkapital zu finanzieren. Revenue-based Financing kann ebenfalls eine gute Option sein. Bei Uplift1 finanzieren wir Start-ups bspw. zeitnah mit Beträgen in Höhe von bis zu drei Monatsumsätzen, ohne, dass die Unternehmen dafür Eigenkapital aufgeben oder die Gründer dafür persönlich bürgen. Wenn es um größere Summen geht, kommt oft Venture Debt ins Spiel. Hier ist der Finanzierungsprozess aber meist ähnlich komplex wie bei Equity-Finanzierungen und ohne eine gewisse Dilution kommen die Gründer hier ebenfalls nicht aus. Jede Finanzierungsform hat Vor- und Nachteile. Als Gründer würde ich deshalb einen smarten Mix aus Eigen- und Fremdkapital sowie alternativen Finanzierungsformen anstreben.

Was riskieren junge Unternehmen, die die Finanzierung in fremde Hände geben?

Ich würde Gründern davon abraten, das Fundraising für ihr Start-up in fremde Hände zu geben. Investoren erwarten hier das direkte Involvement der Gründer. Zudem kann eine dritte Person die Leidenschaft für das Unternehmen und dessen Mission nicht so authentisch kommunizieren, wie das Gründerteam selbst. Support beim Fundraising durch Mitarbeiter oder externe Berater macht definitiv Sinn. Die Gründer sollten aber in jedem Fall federführend involviert sein.

Welche Fehler machen Start-ups bei ihren Finanzierungen?

Beim Fundraising können viele verschiedene Fehler passieren. Oft optimieren Gründer beim Fundraising ausschließlich auf die Höhe der Unternehmensbewertung, wobei die Qualität der Investoren außer Acht gelassen wird. Ein guter Investor kann dem Start-up neben Kapital und einer guten Bewertung aber auch andere signifikante Vorteile verschaffen, wie z. B. ein wertvolles Netzwerk zu potenziellen Kunden oder tiefe Branchenexpertise. Gleichzeitig sollte man mit seinen Investoren vor dem Investment auch ein sehr ehrliches und offenes Gespräch über die beidseitigen Erwartungen bzgl. der Unternehmensentwicklung haben. Es kann Sinn machen, auch die Downside-Szenarien durchzuspielen, so dass es im Worst-Case keine Überraschungen gibt. Wenn man einen Investor gefunden hat, der die eigene Vision für das Unternehmen teilt, voll hinter dem Gründerteam steht und eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit anstrebt, dann hat man schon viel gewonnen.

Wie können junge Firmen eine höhere Bewertung erreichen?

Je weiter fortgeschritten das Start-up zum Zeitpunkt der Kapitalaufnahme ist, desto höher ist tendenziell auch die Bewertung. Der Fortschritt kann sich in vieler Hinsicht bemerkbar machen, bspw. durch höhere Umsätze, einen höheren Marktanteil, mehr (wiederkehrende) Nutzer, ein ausgereifteres Produkt, errungene Partnerschaften, ein starkes Leadership-Team usw. Um diesen Fortschritt zu erreichen, ist natürlich auch genügend Zeit notwendig. Da viele Startups insbesondere zu Beginn unprofitabel sind, trägt dementsprechend auch alles zu einer höheren Bewertung bei, was den „Runway“ verlängert – also die verfügbare Zeit bis zur nächsten Finanzierungsrunde. Bestimmte Ausgaben über Fremdkapital oder alternative Finanzierungsmethoden wie bspw. auch Revenue-based Financing abzudecken, kann deshalb sehr viel Sinn machen.

Welchen persönlichen Ratschlag haben Sie für junge Gründer?

Fundraising und insbesondere die Auswahl der richtigen Investoren ist ein wichtiges Thema. Baut früh Beziehungen zu Investoren auf und pflegt diese Beziehungen durch kontinuierliche Updates. Sobald es konkret wird, baut ein kompaktes Pitch Deck und geht selbstbewusst und optimistisch in den Markt, seid aber auch offen für Feedback. In den Gesprächen mit Investoren lernt man auch viel Neues über das eigene Unternehmen und den eigenen Markt. Zieht auch gerne erfahrene Gründer aus eurem Netzwerk zu Rate, die den Fundraising-Prozess schon einmal durchgemacht haben. Es gibt viele Details, die einem insbesondere als First-Time Founder nicht unbedingt bewusst sind. Das Thema Fundraising wird euch durch eure gesamte Gründerlaufbahn begleiten und sollte zu euren Top-Prioritäten gehören. Die Investoren investieren am Ende nicht in euer Produkt oder euren Performance Track-Record, sondern in euch als Team.

Optimierung von Kapitalkosten im Mittelstand: Strategische und nachhaltige Lösungen

Auch wer die unmittelbare Gründungszone verlassen hat, wird noch weiterhin investieren müssen, damit sein Unternehmen wächst. Doch wie lassen sich die dadurch entstehenden Kapitalkosten managen?

Investitionen sind etwas, das zu einem Unternehmen ungeachtet seines Betätigungsfeldes so sehr im Grundsatz dazugehört wie das Tagesgeschäft. Denn Investitionen sorgen nicht nur für Wachstum, sondern auch eine Effizienzmaximierung – langfristig weniger Geld dadurch ausgeben, dass kurzfristig mehr ausgegeben wird. Das gilt in der jetzigen Lage ebenso wie in vollkommen „normalen“ Zeiten.

Gerade bei KMU hat diese Maxime besonderes Gewicht, sehen diese sich doch häufig von besonders vielen Konkurrent*innen umringt und speziell im inländischen sowie grenzüberschreitenden Online-Handel auch der ständigen Gefahr ausgesetzt, Boden gegenüber den Branchengrößen und anderen Big Playern zu verlieren.

Just dies ist aber ein Problem. Denn Investitionen gibt es nicht zum Nulltarif. Jede sorgt dafür, dass Kapitalkosten entstehen. Auch das Daily Business lässt ebenfalls diese Kosten wachsen. Diese so zu managen, dass sie nicht zum Stolperstrick werden, sondern nachhaltig gehandhabt werden können, ist eine hohe Kunst – die alle Firmeninhaber*innen beherrschen sollten und die sie dank einiger Tricks auch beherrschen können.

1. Den gewaltigen Unterschied kennen und jederzeit anerkennen

Was sind Kapitalkosten? Der lexikalischen Definition nach sind es alle Kosten, die dadurch entstehen, dass eine Firma in etwas investiert. Doch so einfach sich dies anhört, so sehr gibt es doch in der Praxis einen gewaltigen Unterschied, denn Kapitalkosten teilen sich auf:

  • Eigenkapitalkosten und
  • Fremdkapitalkosten

Hier kommt nun der Unterschied: Eigenkapitalkosten sind – de facto – nur dem Namen nach „echte“ Kosten. Tatsächlich sind es nur interne Kosten. Sie werden so errechnet, als hätte das dafür aufgewendete Eigenkapital bei einer anderen Verwendung als der Investition einen bestimmten Zins und somit Gewinn erbracht.

Alternativ sind Eigenkapitalkosten die Höhe einer Rendite, welche die Geber*innen von Eigenkapital als Rückfluss erwarten. Das heißt, diese Summen kommen Personen zugute, die unmittelbar am Unternehmen beteiligt sind.

Fremdkapitalkosten sind hingegen die „wahren“ Kapitalkosten. Denn dabei handelt es sich um Geld, welches tatsächlich unausweichlich aus dem Unternehmen abfließt. Das vielleicht beste Beispiel dafür sind Zinsen, die einem Kreditinstitut gezahlt werden müssen.

Den Unterschied zwischen beiden Kosten zu kennen und diese auch mit den richtigen Formeln berechnen zu können, ist essenziell wichtig. Denn nur mit diesem Wissen kann ein wirklich strategischer Lösungsansatz verfolgt werden. Davon leitet sich auch der nächste Tipp ab:

2. Keinesfalls Personalkosten senken

Personalkosten sind für viele Unternehmen einer der größten Einzelpunkte auf ihrer Ausgabenliste. Sie beständig zu optimieren, erscheint deshalb vordergründig als sinnvolle Methode, um die Kosteneffizienz zu verbessern. Allerdings ist dies, wie gesagt, nur eine vordergründig tragfähige Möglichkeit.

Tatsächlich jedoch sorgt das unzweckmäßige Drücken der Personalkosten durch geringe Löhne und/oder eine dünne Personaldecke praktisch immer dafür, dass mehr Schaden als Nutzen entsteht. Geld ist für viele Angestellte zwar nicht alles, aber ein wesentlicher Motivator. Nur wer anständige Löhne zahlt, kann auf eine Personaldecke aus Top-Leuten hoffen – gerade in der heutigen Zeit ständiger Personalsorgen in vielen Unternehmen.

3. Überbestände weitmöglich minimieren

Es ist eine simple Gleichung: Jede Sekunde, die eine Ware in einem Unternehmen liegt, sorgt dafür, dass sich die Kapitalkosten erhöhen. Denn durch diese Lagerung werden Mittel festgelegt und somit die Gewinnspanne reduziert.

Hier sollte das Ziel deshalb lauten, ständig bestrebt zu sein, diese Überbestände auf einem absoluten Minimum zu halten. Dies geht nicht zuletzt durch den Einsatz wirkungsvoller Prognosemodelle für den Absatz – mitunter auf KI basierend. So kann ein System aufgebaut werden, welches eng mit der Just-in-time Produktion verwandt ist: Im Idealfall wird eine Ware angeliefert und sofort nach der Einbuchung verkauft.

Ergänzend kann es hierzu auch von Vorteil sein, die Angebotsstruktur einer beständigen Evaluierung zu unterziehen. Dadurch werden Low-Performance-Produkte konsequent aufgedeckt und können so aus dem Portfolio entfernt werden.

4. Fremdkapital dem Zinsniveau anpassen

Was Sie über IPOs wissen sollten

Während die einen von der Aussicht auf immense Gewinne sprechen, sehen andere in IPOs (Initial Public Offering) die Gefahr eines großen Geldverlustes. Wir klären auf.

Ende der 90er Jahre gab es eine große Welle von IPOs. Die Abkürzung steht für „Initial Public Offering“, es handelt sich dabei um das erstmalige Anbieten von Aktien seitens eines Unternehmens. In Deutschland ist dafür auch der Begriff „Neuemission“ bekannt. Die Meinungen von Experten über IPOs sind gegensätzlich. Während die einen von der Aussicht auf immense Gewinne sprechen, sehen andere darin die Gefahr eines großen Geldverlustes. Letztendlich sind beide Seiten im Unrecht, zumindest wenn sie ihre Betrachtungsweise generalisieren. Zum einen kann ein IPO dem Investor einen hohen Gewinn bescheren, sowohl kurz- als auch langfristig. Zum anderen besteht die Möglichkeit, eine Bauchlandung hinzulegen.

Von der Couch an die Spitze

Die Investition in Aktien von neuen Unternehmen und Startups kann sich durchaus lohnen. Den Beweis dafür bieten beispielsweise Alphabet (Google), Amazon, Apple sowie Microsoft, die vor nicht allzu langer Zeit noch in den Kinderschuhen steckten. Heute sind sie weltweit die vier wertvollsten Unternehmen mit einer interessanten, gemeinsamen Besonderheit: Junge Menschen starteten von ihren eigenen vier Wänden aus ein neues Projekt – sie wurden weder von Großkonzernen angeleitet noch hatten sie irgendeine Art von Rückendeckung. Ein Beispiel für die enorme Wertsteigerung der Aktien eines einstigen Startup-Unternehmens bietet uns Apple:

  • Mit Datum vom 13.02.1981 lag der Wert einer Apple-Aktie auf 0,11 USD.
  • Knapp 30 Jahre später: die Aktie steht bei 136,96 USD.
  • Fazit: Wer 1.000 USD in der ersten Stunde des Wertpapiers in dieses investiert hat, ist heute um 1.245.090 USD reicher.

Gründe für IPO

IPO ist für zahlreiche Startups ein fester Baustein des Pitch Decks. Eine häufig zu hörende Aussage lautet: „Ein Börsengang wird in zehn Jahren angestrebt.“ Aber warum findet sich in Präsentationen von vielen Unternehmen der explizite Hinweis auf ein IPO? Es gibt einige gute Gründe dafür, die wichtigsten haben wir nachstehend unter die Lupe genommen.

Größere Chancen zum Gewinnen von Investore

Der Einstieg in die Börse ermöglicht Startup-Unternehmern im Vergleich zu den Serie-A, -B, und -C-Finanzierungen das Ansprechen von weitaus mehr möglichen Investoren. Einige institutionelle Anleger, darunter Investmentfonds von Banken sowie Versicherungen, können – laut ihren Anlagebestimmungen – ausschließlich Aktien von börsennotierten Unternehmen erwerben. Ohne Börsengang fallen sie somit als potentielle Investoren weg.

Bessere Anteilsliquidität

Möchten Investoren ihre Anteile vor der Börseneinführung verkaufen, findet sich meist nur eine überschaubare Anzahl an Käufern. Deshalb ist eine private Equity-Beteiligung in den meisten Fällen eher illiquide. Mit dem Börsengang eines Unternehmens durch ein IPO können in der Regel die Anteile deutlich leichter verkauft werden – jedenfalls, wenn ausreichend Liquidität an der Börse vorhanden ist. Er eröffnet Altinvestoren außerdem die Möglichkeit für einen Exit.

Einfachere Marktwertbestimmung

Theoretisch erhöht sich durch den IPO der Unternehmenswert. Denn damit werden die Anteile frei handelbar, was von vielen Investoren honoriert wird. Darüber hinaus lässt sich der Wert eines Unternehmens, das an der Börse gehandelt wird, leicht ermitteln (praktisch in Echtzeit). Bei Startups, die nicht börsennotiert sind, ist die Wertbestimmung deutlich komplizierter. Häufig herangezogen wird der Wert der letzten Finanzierungsrunde. Im Zeitraum zwischen dieser und der nächsten ist die Ermittlung hingegen schwierig.

Mehr Medienpräsenz

Meist zieht der IPO eine stärkere, mediale Wahrnehmung nach sich, denn beispielsweise die Presse behält Börsengänge stets im Auge. So können Startup-Unternehmen davon ausgehen, dass die Medien auch über sie berichten. Infolge dessen findet ihr Angebot mehr Verbreitung unter zukünftigen Geschäftspartnern und Kunden.

Pluspunkt für Mitarbeiter

Ist die Börsennotierung erfolgt, können Mitarbeiter durch Beteiligungsprogramme in den Unternehmenserfolg mit einbezogen werden. Daraus resultiert eine stärkere Bindung zum Arbeitgeber.

Incentives - Tipps zur Mitarbeiterbindung

Wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer von steuervergünstigten Leistungen profitieren.

Hinter dem Begriff der Incentives verbergen sich Leistungen für Arbeitnehmer, die sie als Gratifikation oder als vergünstigte Leistung bekommen. Es gibt eine Vielzahl dieser Leistungen, die nicht nur dem Arbeitnehmer Vorteile biete. Auch Arbeitgeber profitieren von den Incentives, denn sie stellen eine Form der Mitarbeiterbindung dar.

Leistungen im Rahmen der Incentives

Als Arbeitgeber können Sie aus verschiedenen Leistungen wählen, die Sie Ihren Mitarbeitern gewähren möchten. Wenn es sich um Geld- oder Sachleistungen handelt, haben Sie die Möglichkeit, die Investition von der Steuer abzusetzen. Alternativ bieten Sie Ihren Mitarbeitern Leasingverträge zum vergünstigten Erwerb eines Fahrzeugs oder eines Fahrrades an.

Einige beliebte Incentives im Überblick:

  • Betriebliche Rentenversicherung
  • Jobticket für den öffentlichen Nahverkehr
  • Dienstwagenleasing
  • Leasing eines Dienstfahrrades
  • Organisation von Reisen oder Events

Incentives dienen nicht ausschließlich der Mitarbeiterbindung. Sie sollen den Beschäftigten als Leistungsanreiz und als Ansporn dienen. Somit erfüllen die Leistungen verschiedene Funktionen. Immer mehr Arbeitgeber entscheiden sich für die Gewährung von Incentives. Dies ist gerade in den Unternehmen der Fall, in denen die Gewinnung neuer qualifizierter und motivierter Mitarbeiter schwierig ist.

Ein Beitrag für die Mobilität - das Dienstfahrrad

Zum Schutz der Umwelt und zur Entlastung der Straßen vor allem in Großstädten gibt es viele Maßnahmen, die zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen sollen. Der Ausbau von Fahrradwegen und die Einrichtung von verkehrsberuhigten Zonen mit breiten Fahrspuren für Radfahrer sind einige der Maßnahmen. Fahrräder mit Elektromotor erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Dank des geringeren Energieaufwandes ist es möglich, das Fahrrad für den Weg zur Arbeit zu benutzen, ohne unangenehm verschwitzt an der Arbeitsstelle anzukommen. E-Bikes sind jedoch in der Anschaffung recht teuer. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie sich für den Kauf eines hochwertigen Fahrrades entscheiden. Im Rahmen der Incentives bieten immer mehr Arbeitgeber ein Dienstrad an. Dieses können Sie für einen Zeitraum von drei Jahren leasen. Danach erwerben Sie es für den Restwert oder Sie tauschen es in ein neues Fahrrad um.

Mit dem Rad zur Arbeit fahren

Ein Dienstfahrrad bietet Ihnen verschiedene Vorteile. Wenn die Arbeitsstätte nicht so weit weg liegt, können Sie das Rad für den täglichen Arbeitsweg nutzen. Sie sparen die Kosten für Kraftstoff oder für das Abo für den öffentlichen Nahverkehr. Beim Bikeleasing sparen Sie gegenüber dem Kauf des Fahrrades im Handel bis zu 35 %. Dies ist von Ihrem Verdienst und von Ihrer Steuerklasse abhängig. Sie müssen keine Anzahlung leisten. Voraussetzung ist, dass Ihr Arbeitgeber Leasingverträge für Fahrräder anbietet. Sollte dies bislang noch nicht der Fall sein, können Sie Ihren Arbeitgeber darauf ansprechen.

So funktioniert das Leasing eines Dienstfahrrades

Es ist sehr einfach, ein Dienstfahrrad zu leasen. Es gibt mehrere tausend Fahrradhändler in Deutschland, die am Bikeleasing teilnehmen. Sie können das Rad online bestellen oder direkt im Fahrradladen aussuchen.

Haben Sie ein Modell gefunden, lassen Sie sich von dem Fahrradhändler einen Kostenvoranschlag erstellen. Diesen reichen Sie zur Genehmigung bei Ihrem Arbeitgeber ein. Ist die Genehmigung erteilt, übernehmen Sie das Fahrrad beim Händler. Die Leasingraten zahlen Sie monatlich von Ihrem Lohn oder Gehalt. Da der Abzug vom Bruttogehalt erfolgt, sparen Sie Steuern. Durch diese Steuerersparnis erwerben Sie das Leasingrad deutlich günstiger als beim Kauf im Handel.

So bremsen Sie das Finanzamt aus

Sie fahren regelmäßig zu Kunden, Lieferanten, Fortbildungen oder zum Großmarkt? Dann wird’s Zeit, dass Sie Ihre Mobilität effektiv gestalten. Ein wichtiger Punkt: Steuern und Auto.

Die KFZ-Nutzung ist das Lieblingsthema aller Betriebsprüfer. Wer also keine bösen und teuren Überraschungen erleben will, sollte sich rechtzeitig mit den steuerlichen Aspekten vertraut machen. Hier das Wichtigste im Schnellüberblick zu diesem komplexen Thema.

Das Finanzamt stellt eine wesentliche Frage: Nutzen Sie das Auto nur geschäftlich, oder fahren Sie auch schon einmal privat damit? Wenn Sie es nur geschäftlich nutzen, zählt es zum sogenannten notwendigen Betriebsvermögen. Damit ist klar, dass es überwiegend für Firmenfahrten genutzt wird. Bei einem Taxifahrer oder einem Vertreter liegt es auf der Hand, dass er das Auto häufig beruflich benötigt. Bei anderen Berufsgruppen ist das möglicherweise nicht so eindeutig.

Um dem Finanzamt beweisen zu können, dass der Wagen zu über 50 Prozent beruflich genutzt wird, kann der Firmeninhaber beispielsweise über eine längere Zeit – etwa drei Monate – seine Fahrten in einem entsprechenden Buch erfassen. Wurde der betriebliche Nutzungsumfang des Wagens einmal dargelegt, geht das Finanzamt auch in den folgenden Jahren von dieser Nutzung aus – außer es gibt wesentliche Veränderungen, wenn etwa die Art oder der Umfang der Tätigkeit wechseln.

Die Ein-Prozent-Regel

Selbst wenn das Auto überwiegend geschäftlich genutzt wird, unterstellt das Finanzamt immer eine geringe private Nutzung: Zum Beispiel für die Fahrten von zu Hause ins Büro und zurück. Und diese Privatfahrten muss der Unternehmer als eine Art Einkommen versteuern. Um die Steuerhöhe zu berechnen, gibt es die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Sie heißt so, weil der Firmeninhaber jeden Monat ein Prozent des Brutto-Listenpreises des Wagens mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern muss.

Also: Egal, ob der Gründer einen gebrauchten Wagen kauft, ein Auto reimportiert oder sich für den Neuwagen entscheidet: Es spielt keine Rolle, was das Auto tatsächlich gekostet hat. Ausschlaggebend ist nur der Listenpreis. Kostet das Auto also inklusive Mehrwertsteuer 25.000 Euro, so muss der Unternehmer jeden Monat 250 Euro versteuern. Alternative: Der Gründer führt ein Fahrtenbuch, dann kann er die tatsächlichen Kosten berechnen.

Fahrtenbuch richtig führen

Das Fahrtenbuch muss für das gesamte Wirtschaftsjahr lückenlos und fehlerfrei geführt werden. Ein elektronisches Fahrtenbuch wird übrigens nur dann anerkannt, wenn nach dem Ausdruck nachträgliche Veränderungen der aufgezeichneten Angaben nicht mehr möglich sind beziehungsweise dokumentiert werden.
Damit es beim Finanzamt keine Probleme gibt, sollte es so aufgebaut sein:

  • Das Datum jeder Fahrt, auch der privaten, wird notiert.
  • Ebenso der Kilometerstand zu Beginn und am Ende jeder Fahrt sowie Umweg-Kilometer.
  • Das amtliche Kennzeichen muss außerdem etwa auf dem Umschlag des Fahrtenbuchs festgehalten werden.

Bei betrieblichen Fahrten kommt außerdem das Reiseziel mit Ort, Straße, Hausnummer, der Reisezweck und Namen der aufgesuchten Geschäftspartner hinzu. Die Angabe von Uhrzeiten im Fahrtenbuch ist freiwillig. Sie ist dann empfehlenswert, wenn Mehraufwand für Verpflegung geltend gemacht wird. Für Fahrten zwischen der Wohnung und dem Betrieb genügt ein Vermerk in dem Fahrtenbuch.

Betriebs- oder Privatvermögen?

Wird der Wagen zu weniger als 50 Prozent beruflich genutzt, kann der Gründer wählen, ob er ihn als Betriebsvermögen ausweist oder zum Privatvermögen rechnet. Jetzt werden jedoch die Privatfahrten nicht mehr mit der Ein-Prozent-Regel erfasst. Stattdessen muss der Gründer ein Fahrtenbuch führen oder anhand der geschätzten privat gefahrenen Kilometer berechnen, wie hoch der prozentuale Privatanteil der Kosten ist. Allerdings muss er dem Finanzamt dabei glaubhaft belegen können, in welchem Umfang er den Wagen betrieblich nutzt.

Wenn das Auto sogar zu weniger als zehn Prozent für geschäftliche Fahrten eingesetzt wird, gehört es zum Privatvermögen. Der Unternehmer kann dann jede geschäftliche Fahrt mit 30 Cent pro Kilometer als Betriebsausgabe geltend machen. Kosten für Versicherungen, Benzin, neue Reifen oder ähnliches kann er dann jedoch nicht mehr absetzen. Alternative: Ein Fahrtenbuch führen und alle tatsächlichen Kosten ansetzen. Dazu müssen aber auch sämtliche Belege gesammelt werden. Dieses Vorgehen lohnt sich in diesem Fall besonders dann, wenn die Betriebskosten des Wagens sehr hoch und mit 30 Cent pro Kilometer nicht abgedeckt sind.

Umsatz- und Gewinnplanung

Beim Einschätzen der zum gesunden Wirtschaften benötigten Gewinne fehlt Gründern oft das Wissen bzw. die Erfahrung. Wie Sie Ihre Gewinnmargen von Anfang an realistisch und strategisch geschickt planen und somit besser erreichen.

Zahlen und Daumenregeln lassen oft vergessen, dass jede Statistik zwar ihren Fokus hat und dennoch immer vereinfachen muss. So unterschlägt ein rein ökonomischer Blick, dass Gründen per se ein Stück neu gelebter Selbstverantwortung ist, ja, dass jeder Gründer in seine Umgebung ein Stück Leidenschaft hinein trägt, die aufrührt und inspiriert. Das muss hier vorangeschickt werden. Dennoch – jetzt geht es um ein Abschätzen von Umsatz- und Gewinnaussichten in Verfolg eines Businessplans: Grundregel eins für Gründer heißt: Konzentration auf die Kernaufgaben. Grundregel zwei: Maßnahmen entwickeln, die die erzielbaren Renditen möglich erscheinen lassen. Gerade bei der Abschätzung von Renditepotenzialen fehlt Gründern oft das richtige Handwerkszeug.