Top KI-Prompts für Start-ups

Autor: Alexandra Anderson
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Diese Prompts liefern dir konkrete Handlungsanweisungen, wie du den Mehrwert von KI voll ausschöpfen kannst.

Künstliche Intelligenz (KI) hat sich als mächtiges Werkzeug erwiesen, das dir dabei dabei hilft, deine Effizienz zu steigern, innovative Lösungen zu entwickeln und Marktchancen zu nutzen. Doch der Einstieg in KI kann regelrecht erschlagend sein – von der Auswahl der richtigen Anwendungen bis hin zur Implementierung in den Betriebsablauf gibt es viele Hürden zu überwinden.

Genau hier kommen KI-Prompts ins Spiel: strukturierte Ideen und Anregungen, die dir helfen, den Einsatz von KI zu optimieren. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die besten KI-Prompts für Start-ups.

1. KI-Prompts für die Content-Erstellung

Egal ob bei der Findung von Themenideen oder der Erstellung ganzer Texte, mit dem richtigen Briefing kann KI ein richtiger Gamechanger sein:

Schreibblockade überwinden

„Wecke deine Kreativität und generiere frische Ideen für einen Blogbeitrag zum Thema <Thema>. Entwickle eine Struktur aus zehn Punkten für den Beitrag und schlage fünf fesselnde Überschriften vor, die dein Publikum begeistern werden.“

Überschriften und Schlagzeilen generieren

„Nutze die Kreativität eines erfahrenen Content-Marketers, um 25 überzeugende Ideen für Überschriften zu <Thema> zu entwickeln, die bei der Zielgruppe für die <Branche>-Branche Anklang finden. Jeder Titel sollte einzigartig sein, relevante Keywords für die Suchmaschinenoptimierung enthalten und die Kernaussage des jeweiligen Inhalts auf den Punkt bringen. Der Ton und die Stimme der Marke sollten <Adjektiv> sein. Das Zielpublikum ist <Zielgruppe>. Denke daran, Neugierde zu wecken und das Engagement zu fördern.“

Produktbeschreibungen verfassen

„Schlüpfe in die Rolle eines Produkttexters und verfasse eine fesselnde und ansprechenden Produktbeschreibung, die die <Zielgruppe> überzeugt. Die Beschreibung sollte die Merkmale, Vorteile und Alleinstellungsmerkmale der Produkte hervorheben, um Kaufentscheidungen zu beeinflussen und den Verkauf zu fördern. Die Produkte sind: <Produkte>.“

2. KI-Prompts für Social Media

In einer zunehmend vielfältigen Social-Media-­Landschaft mit verschiedenen Plattformen und Post-Formaten kann die Content-Erstellung zur echten Herausforderung werden. Folgende Prompts können dich und dein Team dabei unterstützen bzw. entlasten:

Social-Media-Posts verfassen

„Verkörpere die Rolle eines erfahrenen Werbetexters und nenne Richtlinien für das Verfassen von fesselnden Social-Media-Captions. Vermittle Techniken zur Erstellung Aufmerksamkeit gewinnender Aufhänger, Storytelling-Elemente und Handlungsaufforderungen für mein Unternehmen <Unternehmen> in <Branche>. Biete Ratschläge für die Anpassung von Bildunterschriften an bestimmte Plattformen und Publikumsvorlieben. Befähige mich als Unternehmer, überzeugende Bildunterschriften zu erstellen, die das Engagement erhöhen und zu den gewünschten Handlungen führen. Gib dann fünf Beispiele in einem <Ton> Ton an.“

Zielgruppe vergrößern, Interaktion steigern

„Fungiere als einflussreicher Community-Manager und skizziere Strategien, um das Social-Media-Publikum von <Unternehmen> zu vergrößern und zu binden. Biete Techniken zur Steigerung der Follower, Optimierung von Profilen und effektiver Verwendung von Hashtags an. Gib Ratschläge zur Förderung von Engagement durch interaktive Beiträge, Wettbewerbe und nutzergenerierte Inhalte. Hilf dem Unternehmer dabei, Beziehungen zu seinem Publikum aufzubauen, indem er auf Kommentare, Nachrichten und Bewertungen antwortet. Ermächtige den Unternehmer dazu, eine Social-Media-Community aufzubauen und Markenloyalität zu fördern.“

Kund*innenservice via Social Media optimieren

„Agiere als Experte für den Kundenservice in den sozialen Medien und stelle Richtlinien für einen herausragenden Kundenservice über soziale Medienkanäle für mein Unternehmen <Unternehmen> in <Branche> bereit. Skizziere Strategien für die Beantwortung von Anfragen, das Eingehen auf Kundenanliegen und die Lösung von Problemen. Gib Ratschläge, wie man einen positiven und professionellen Ton beibehält, Antworten personalisiert und Unterhaltungen bei Bedarf auf private Kanäle verlagern kann. Befähige Unternehmer dazu, einen erstklassigen Kundenservice in den sozialen Medien zu bieten und so die Kundenzufriedenheit und Treue zu erhöhen.“

3. KI-Prompts für SEO

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein entscheidender Faktor, in der Praxis aber oft komplex. Diese KI-Prompts vereinfachen den Prozess deutlich:

SEO-Keywords generieren

„Generiere eine vielfältige Liste hocheffektiver SEO-Keywords für <Unternehmen> in der <Branche>, Standort: <Stadt/Staat/Land oder online>. Nutze bewährte Keyword-Recherche-Tools und -Techniken, um relevante Keywords mit hohem Suchvolumen und geringem Wettbewerb zu ermitteln. Berücksichtige dabei Faktoren wie die Zielgruppe, Branchentrends und die spezifischen Angebote des Unternehmens. Erstelle eine Schlüsselwortliste, die primäre Schlüsselwörter, Long-Tail- Schlüsselwörter und standortbezogene Schlüsselwörter umfasst, um den Inhalt der Website zu optimieren und den organischen Traffic zu steigern.“

SEO-optimierte Blogartikel erstellen

„Handle als Experte für Online-Marketing. Du arbeitest für ein <Unternehmen> namens <Unternehmensname> in der Branche <Industrie>. Die Konkurrenten sind <Konkurrenten>. Schreibe eine Gliederung für einen Blogbeitrag unter Berücksichtigung der SEO. Das Thema des Blogbeitrags ist <Thema>, der Ton ist <Ton>, die Zielgruppe ist <Zielgruppe>. Konzentriere dich auf die Art und Weise, wie der Beitrag zeigen kann, dass sich das Unternehmen von seinen Konkurrenten unterscheidet. Beginne den Blogbeitrag mit einem interessanten Aufhänger. Jeder Teil der Gliederung sollte Folgendes enthalten: Name des Abschnitts; Überblick über den Inhalt des Abschnitts; welche Schlüsselwörter zur SEO in dem Abschnitt verwendet werden sollten; warum die ausgewählten Schlüsselwörter in diesem Abschnitt besser für die SEO sind als in einem anderen Abschnitt. Schreibe deine Antwort in Markdown. SEO-Schlüsselwörter: <SEO-Schlüsselwörter>.“

4. KI-Prompts für den Kund*innensupport

Eine erstklassige Kund*innenbetreuung ist von entscheidender Bedeutung für kleine Unternehmen. Diese KI-Prompts können hierbei unterstützen:

Kund*innenanfragen beantworten

„Handle wie ein Mitarbeiter im Kundenservice mit 20 Jahren Erfahrung in der Branche <Industrie>. Unterweise mich da­r­in, wie ich eine taktvolle Antwort auf eine Kundenanfrage zu <Thema> formulieren kann. Stelle sicher, dass meine Antwort pünktlich, professionell, rücksichtsvoll und informativ ist und das Engagement des Unternehmens für die Kundenzufriedenheit unterstreicht. Zeige mir drei Beispiele unter Verwendung eines <Ton>-Tons.“

Negative Kund*innenrezension lösen

„Handle wie ein erfahrener Kundenbetreuer. Du arbeitest für ein <Unternehmen>. Verfasse eine rücksichtsvolle und lösungsorientierte Antwort an einen Kunden, der eine negative Bewertung über <Thema> abgegeben hat. Zeige dein Verständnis und dein Bedauern für die Unzufriedenheit des Kunden, versichere ihm, dass sein Anliegen ernst genommen wird, und biete eine geeignete Lösung für das Problem an. Zeige Einfühlungsvermögen und Professionalität.“

Tipp: Passe die Nutzung von KI-Prompts an deine individuellen Gegebenheiten an und formuliere Anfragen so präzise wie möglich. KI bietet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, die über die genannten Beispiele hinausgehen. Experimentiere daher mit diesen Technologien und schöpfe ihr Potenzial voll aus. Wichtig: Bei der Verwendung von KI-Tools sollte die Eingabe sensibler Daten vermieden und die Ergebnisse stets auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden.

Die Autorin Alexandra Anderson ist Marketing Director Germany bei GoDaddy und seit über zehn Jahren als Marketingexpertin in der IT-Branche tätig.

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Stadt vs. Land: Warum Gründerinnen urbane Räume bevorzugen – und welche Chancen die Provinz bietet

Jede(r) kennt die Hotspots unserer Start-up-Szene. Doch wie sieht es jenseits der Metropolen aus? Der aktuelle Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 zeigt: Frauen gründen auf dem Land zwar seltener, lassen sich vom Standort aber weniger abschrecken als Männer.

Der Traum vom eigenen Unternehmen – er blüht in der Stadt deutlich stärker als auf dem Land. Das bestätigt der neuste Women Entrepreneurship Monitor, der vom RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Thünen-Institut veröffentlicht wurde. Die Analyse der Daten aus dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM) der Jahre 2015 bis 2024 liefert spannende Einblicke in die Geografie des Gründens.

Klares Stadt-Land-Gefälle

Die nackten Zahlen bestätigen zunächst das Klischee: Während sich in städtischen Regionen 5,4 Prozent der befragten Frauen für eine Gründung entschieden, waren es in ländlichen Räumen nur 4,3 Prozent.

Interessant wird es jedoch im direkten Vergleich mit den männlichen Kollegen. Auch Männer zieht es in die Städte (9,5 Prozent Gründungsquote) statt aufs Land (6,5 Prozent). Der statistische Twist:

  • Bei Frauen ist die Gründungsaktivität auf dem Land um rund 20 Prozent niedriger als in der Stadt.
  • Bei Männern bricht die Quote auf dem Land um über 30 Prozent ein.

Das Fazit der Expert*innen: Der Wohnort ist für Frauen bei der Gründungsentscheidung statistisch gesehen weniger ausschlaggebend als für Männer. Frauen gründen dort, wo sie sind – Männer ziehen eher dorthin, wo gegründet wird.

Warum das Land (noch) bremst

Warum ist der ländliche Raum für Gründerinnen oft ein härteres Pflaster? Die Studie identifiziert strukturelle Hürden, die über reines Internet-Tempo hinausgehen:

1. Industriestrukturen: Viele wirtschaftsstarke ländliche Räume sind geprägt von männerdominierten Branchen (Fahrzeugbau, Chemie). Das drückt nicht nur die Frauenquote in Führungspositionen, sondern sorgt auch für überdurchschnittlich hohe Gender Pay Gaps.

2. Care-Arbeit: Fehlende Kita-Plätze und eingeschränkte Pflegeangebote für Angehörige sind auf dem Land oft noch virulenter als in der Stadt. Für Gründerinnen wird die Vereinbarkeit von Familie und Business hier zur organisatorischen Herkulesaufgabe.

Die „Hidden Opportunity“: Warum sich das Land lohnen kann

Doch der Monitor warnt davor, das Land abzuschreiben. Für clevere Gründerinnen liegen genau hier ungenutzte Chancen:

  • Geringere Burn-Rate: Mieten und Löhne sind deutlich niedriger („Einstiegskosten“).
  • Weniger Konkurrenz: Wer eine Marktlücke besetzt, ist oft der einzige Anbieter weit und breit.
  • Alternative zum Arbeitsmarkt: In Regionen mit einseitiger Branchenstruktur ist die Selbständigkeit oft der attraktivste Weg zu einer erfüllenden Karriere.

Mindset: Geld regiert die (Stadt-)Welt

Was treibt die Gründerinnen an? Überall steht der Wunsch nach Wohlstand oben auf der Liste. Doch in der Stadt ist der finanzielle Hunger größer: Für 51 Prozent der städtischen Gründerinnen sind hohes Einkommen und Reichtum ein „sehr wichtiges“ Motiv – auf dem Land sagen das nur 38 Prozent.

Überraschend: Auch die „Fortführung einer Familientradition“ ist eher ein städtisches Phänomen (44 Prozent) als ein ländliches (30 Prozent).

Bildung als der große Gleichmacher

Egal ob Kuhweide oder Co-Working-Space: Bildung ist der Schlüssel. Gründerinnen sind im Schnitt deutlich besser qualifiziert als der Rest der Bevölkerung.

  • Land: 25 Prozent der Gründerinnen haben einen Hochschulabschluss (Bevölkerungsschnitt: 12 Prozent).
  • Stadt: 43 Prozent der Gründerinnen sind Akademikerinnen (Bevölkerungsschnitt: 25 Prozent).

Das zeigt: Entrepreneurship ist in Deutschland weiterhin stark akademisch geprägt. Die Diskrepanz zwischen Stadt und Land ist dabei größer als die zwischen den Geschlechtern.

Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft

Die Studie zeigt, dass wir das Potenzial von Gründerinnen im ländlichen Raum noch lange nicht ausgeschöpft haben. Während die Städte mit Netzwerkeffekten punkten, bietet das Land Raum für nachhaltiges Wachstum abseits des Hypes. Um die Lücke zu schließen, braucht es aber mehr als nur Mut: Es braucht eine Infrastruktur, die Care-Arbeit und Business vereinbar macht.

8,5 Mio. Euro für HealthTech-Start-up microsynetics

Microsynetics wurde 2019 von Marlon Besuch und Michael Hummels gegründet. Getrieben von persönlichen Erfahrungen in ihren Familien entwickeln sie unter der Marke Gardia mobile Notruflösungen für ältere Menschen.

Jetzt hat microsynetics erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Mio. Euro für Gardia - sein mobiles Notrufsystem – abgeschlossen. Die Runde wird vom europäischen Venture-Capital-Investor Peak angeführt, mit Beteiligung von amberra, dem Corporate Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie butterfly & elephant, der Accelerator von GS1 Germany. Auch die bestehenden Investoren BONVENTURE, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und Beurer sowie Business Angels beteiligen sich erneut.

Notrufarmband mit automatischer Sturzerkennung

Gardia ist ein mobiles Notrufsystem, das speziell auf die Bedürfnisse von Senior*innen zugeschnitten ist. Kern der Lösung ist ein Notrufarmband mit automatischer Sturzerkennung, das sowohl zu Hause als auch unterwegs funktioniert, unabhängig von einem Smartphone. Hardware, Software, App und KI-Algorithmus stammen vollständig aus eigener Entwicklung.

„Zuverlässige Sturzerkennung erfordert eine technologisch hochkomplexe und präzise Entwicklung“, sagt Marlon Besuch, Mitgründer und CEO von microsynetics. „Gleichzeitig sehen wir, dass viele bestehende Notrufsysteme im Alltag nicht genutzt werden, weil sie stigmatisierend wirken oder zu kompliziert sind. Unser Anspruch war es daher, eine technisch exzellente Lösung zu entwickeln, die Menschen gerne tragen und die im Ernstfall verlässlich hilft.“

Gardia hat im DACH-Raum laut Unternehmensangaben eine fünfstellige Zahl aktiver Nutzer*innen erreicht und eine führende Position im Markt für mobile Notrufsysteme aufgebaut. Treiber des Wachstums sind die hohe Nutzerbindung sowie die vollständige Erstattungsfähigkeit durch deutsche Krankenkassen.

„Gardia adressiert ein wachsendes gesellschaftliches Problem mit einem Produkt, das zuverlässig funktioniert und im Alltag akzeptiert wird", sagt David Zwagemaker, Partner bei Peak. „Überzeugt hat uns, dass Gardia Technologie, Design und Nutzerakzeptanz von Beginn an zusammendenkt und damit eine skalierbare Lösung schafft, die Senioren ein sicheres und selbstbestimmtes Leben ermöglicht."

Demografischer Wandel fordert innovative Notrufsysteme-Lösungen

Der demografische Wandel führt zu einem steigenden Bedarf an entsprechenden Lösungen. In der EU wird die Zahl der Menschen über 65 Jahren in den nächsten zehn Jahren von heute 97 Mio. auf über 110 Mio. steigen. In Deutschland, wo 96 Prozent der Senior*innen in privaten Haushalten leben, spitzt sich der Fachkräftemangel in der Pflege weiter zu.

Jährlich ereignen sich etwa 5,7 Mio. Stürze bei Senior*innen über 65 Jahren, wobei viele nicht selbständig aufstehen oder Hilfe rufen können. Verzögerte Hilfe erhöht das Risiko für schwere Folgeschäden und Pflegebedürftigkeit. Ein verlässliches Sicherheitsnetz für selbständig lebende Menschen wird entscheidend sein, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Auf Wachstums- und Ausbaukurs

Mit dem Kapital aus der Series-A plant microsynetics mit Gardia im DACH-Raum weiter zu wachsen, international zu expandieren und sein B2B-Geschäft im Pflege- und Gesundheitssektor auszubauen. Das Wachstum wird durch eine Partnerschaft mit Bosch gestützt, die eine 24/7-Notrufbetreuung durch geschulte Fachkräfte sicherstellt. Diese bearbeiten Notfälle nach individuell definierten Prozessen, einschließlich klarer Eskalations- und Kontaktketten. Parallel arbeitet das Unternehmen an der nächsten Generation seines Notrufsystems.

Duna sichert sich 30 Mio. EUR für KI-gestützte Identitäten

Duna ist ein KI-natives FinTech mit Sitz in Deutschland und den Niederlanden. Die Plattform wurde 2023 mit der Mission gegründet, eine globale Vertrauensinfrastruktur für Unternehmen zu schaffen, beginnend mit einem digitalen Unternehmensausweis.

Das von Duco van Lanschot und David Schreiber gegründete FinTech Duna gibt heute den erfolgreichen Abschluss seiner Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro bekannt. Im Mai 2025 hatte Duna bereits eine Seed-Runde in Höhe von 10,7 Mio. EUR unter der Leitung von Index Ventures abgeschlossen. Mit dem neuen Kapital erhöht sich das gesamte Finanzierungsvolumen auf über 40 Mio. EUR

Digitale Identitäten für Unternehmen – schneller, sicherer, global

Dunas Ziel ist es, eine digitale Vertrauensinfrastruktur für die Identifizierung, Prüfung und Freigabe von Unternehmen zu etablieren - in Form eines „digitalen Reisepasses”. Daraus entsteht langfristig ein Netzwerk, über das geprüfte Identitätsdaten zwischen Unternehmen geteilt und für One-Click-Onboarding genutzt werden können. Die KI-native Plattform wird bereits von großen Banken, Fintechs und Finanzinstitutionen eingesetzt. Zu den Kunden zählen unter anderem Plaid, CCV (Fiserv), Moss, Bol und die SVEA Bank. Diese berichten von einer durchschnittlich 10,6-fach schnelleren Kunden-Onboarding-Zeit und einem gesamtheitlichen 4,8-fachen Produktivitätsgewinn.

Automatisierung statt Kostenfalle: Compliance als Wachstumstreiber

Laut Mitgründer Duco van Lanschot verursachen Identitätsprüfung und Compliance heute bis zu 20 % der Gesamtkosten bei Banken – ein immenser Posten, der durch manuelle und veraltete Systeme nicht nur teuer, sondern auch riskant ist. Milliardenverluste durch Betrug, hohe regulatorische Strafen und Friktion beim Kundenzugang sind die Folge. „Das macht Identität zu einem idealen Anwendungsfall für KI-gesteuerte Automatisierung“, so Van Lanschot.

Das frische Kapital soll in den Ausbau der Plattform für Unternehmenskunden fließen. Duna plant, seine KI-Lösungen weiterzuentwickeln, dabei höchste Auditierbarkeit zu gewährleisten und die regulatorischen Anforderungen großer Finanzinstitutionen einzuhalten. Die Vision: Eine universelle, sichere Identitätslösung für die digitale Wirtschaft - mit einem Klick.

Die Zukunft der B2B-Onboarding-Prozesse

Alex Nichols, General Partner bei CapitalG und früherer Investor bei Stripe, kommentiert: „Duna baut die fehlende Identitätsschicht des Internets. Heute beginnt jede neue Geschäftsbeziehung mit einem umständlichen und fehleranfälligen Dokumentenprozess – ein versteckter Kostenfaktor für die gesamte B2B-Wirtschaft. Duco und David sind die idealen Gründer, um dieses Problem zu lösen. Sie bringen tiefes Marktverständnis und die Führungsstärke mit, um eine kulturstarke, technikgetriebene Organisation aufzubauen.“

Europa kann KI!

Was wir von den besten EU-AI-Companies lernen können, erläutert KI-Experte Fabian Westerheide.

Europa muss sich bei KI nicht kleinreden. Wir sehen gerade sehr deutlich: Aus Europa heraus entstehen Unternehmen, die Kategorien besetzen – und dann auch das große Kapital anziehen. Beispiele gibt es genug: Mistral AI, DeepL, Black Forest Labs, Parloa, Helsing, Lovable oder n8n.

Ich schreibe das aus drei Blickwinkeln: als Investor (AI.FUND), als Konferenz-Initiator (Rise of AI Conference) und als Autor von Die KI-Nation. Was du hier bekommst, ist kein „Europa-hat-ein-Problem“-Essay – sondern eine Analyse plus ein Execution-Set an Empfehlungen, das du direkt auf dein Start-up übertragen kannst.

Die Realität: Seed geht oft – Scale ist das Spiel

Am Anfang brauchst du selten „zu viel“ Geld. MVP, erste Kunden, Iteration: Das klappt in Deutschland in vielen Fällen mit Seed. Die echte Trennlinie kommt später – wenn du aus einem starken Start-up einen Kategorie-Gewinner bauen willst.

Denn KI ist zunehmend Winner-takes-most. Und das gilt auch fürs Kapital: In vielen Fällen ist die Growth-Finanzierung in den USA grob 25-mal größer – bei den aktuellen Front-Runnern (Modelle, Infrastruktur, Distribution) wirkt es teilweise wie 100-mal, weil Kapital sich auf die vermuteten Sieger stapelt. (Nicht „fair“, aber Marktmechanik.)

Die gute Nachricht: Genau die EU-Vorbilder oben zeigen, dass du das nicht wegdiskutieren musst – du musst es exekutieren.

Was die EU-Winner gemeinsam haben: 6 Execution-Prinzipien

1. Starkes Gründerteam – aber vor allem: vollständig

Alle genannten Vorbilder hatten (oder bauten sehr schnell) ein Team, das drei Dinge gleichzeitig kann:

  • Tech & Produkt (nicht nur „Model-IQ“, sondern Produktgeschmack)
  • Go-to-Market (Vertrieb, Buyer-Verständnis, Pricing)
  • Tempo (entscheiden, shippen, lernen)

Wenn eine Säule fehlt, zahlst du später mit Zeit. Und Zeit ist in KI eine Währung, die dir niemand schenkt.

Founder-Move: Benenne eine Person, die Umsatz genauso hart verantwortet wie Modellqualität. Wenn das „später“ ist, ist das sehr wahrscheinlich dein Bottleneck.

2. Global denken – aber spitz: KI-Nische statt Bauchladen

Die EU-Winner sind nicht „KI für alles“. Sie besetzen klare Nischen:
Language-AI (DeepL), Customer-Experience-Agents (Parloa), GenAI-Modelle (Black Forest Labs), Defence-Tech (Helsing), Builder/Vibe-Coding (Lovable), Orchestration & Automation (n8n), Foundation-Model-Ambition (Mistral).

Founder-Move: Formuliere deinen Claim so, dass er in einem Satz sagt, welche Kategorie du dominierst. Wenn du drei Absätze brauchst, bist du noch zu breit.

3. Umsatz ist keine Nebenwirkung – Umsatz ist Souveränität

Der schnellste Weg zu Growth-Capital ist nicht „noch ein Pilot“, sondern Revenue, der deine Kategorie glaubwürdig macht.
Parloa kommuniziert z.B. ARR > 50 Mio. USD und wächst international – genau die Art Signal, die große Runden freischaltet.

Founder-Move (gegen Pilotitis): Kein PoC ohne schriftlichen Pfad in einen Vertrag (Budget, KPI, Entscheidungstermin). Sonst finanzierst du mit deiner Runway den Lernprozess des Kunden.

4. Internationales Kapital früh anbahnen – bevor du es brauchst

Das Muster ist klar: Erst Kategorie-Story + Traktion, dann große Checks.
Mistral (Series C 1,7 Mrd. €) oder Lovable (330 Mio. USD bei 6,6 Mrd. Bewertung) sind kein „Glück“ – das ist Momentum + Positionierung + Timing.

Founder-Move (90-Tage-Plan):

  • Baue eine Capital Map deiner Nische (wer zahlt Growth-Checks?)
  • Definiere die drei Metriken, die diese Investor:innen sehen wollen
  • Organisiere zehn Intros jetzt, nicht erst bei sechs Monaten Runway

5. Compute ist keine IT-Zeile – es ist ein Wachstumshebel

In KI ist Compute Teil deiner Wettbewerbsfähigkeit. Geschwindigkeit beim Trainieren, Testen und Deployen entscheidet, wie schnell du am Markt lernst.

Founder-Move: Plane Compute-Runway wie Cash-Runway. Verhandle früh Kontingente, bevor dein Verbrauch explodiert – sonst wird Wachstum plötzlich zur Margen-Frage.

6. Trust & Compliance als Verkaufsargument – nicht als Ausrede

Gerade in DACH gilt: Wer secure, audit-fähig, enterprise-ready wirklich liefern kann, gewinnt Deals.
DeepL betont genau diesen Business-Wert: verlässliche, sichere Lösungen statt Hype.

Founder-Move: Baue Trust-Artefakte früh – Dokumentation, Governance, Datenflüsse, Rollen, Audit-Spuren. Das beschleunigt Enterprise-Vertrieb, statt ihn zu bremsen.

Kurz-Checkliste: Wenn du in Europa KI gewinnen willst

  • Kategorie in einem Satz (spitze Nische, globaler Anspruch)
  • Klarer Revenue-Pfad (weniger Piloten, mehr Verträge)
  • Capital Map (international früh andocken)
  • Compute-Runway (wie Cash planen)
  • Trust by Design (verkaufsfähig machen)
  • Tempo als Kultur (shippen, messen, nachschärfen)

Europa kann KI. Die Frage ist nicht, ob hier Talent existiert – das ist bewiesen.
Die Frage ist, ob du Execution so aufsetzt, dass aus Talent Marktführerschaft wird.

Der Autor Fabian Westerheide gestaltet als KI-Vordenker, Investor, Ökosystem-Pionier und Keynote Speaker seit über einem Jahrzehnt die Debatte um KI, Macht und digitale Zukunft mit.

4,1 Mio. Euro für Berliner Cybersecurity-Start-up enclaive

Der 2022 gegründete Berliner Cybersecurity-Anbieter ermöglicht es Unternehmen mit seiner Multi-Cloud-Plattform, sensible Daten und Anwendungen zuverlässig zu schützen, ohne ihren Code, ihre Tools oder ihre Prozesse anpassen zu müssen.

Das auf Cloud-Sicherheit spezialisierte Start-up enclaive hat den Abschluss seiner Seed-Finanzierung bekannt gegeben. Insgesamt fließen 4,1 Mio. Euro in das 2022 gegründete Unternehmen. Als Lead-Investoren treten der Berliner VC Join Capital sowie der Deep-Tech-Investor Amadeus APEX Technology Fund auf. Zudem beteiligte sich der französische Fonds Auriga Cyber Ventures an der Runde.

Schutz für Daten während der Verarbeitung

Hintergrund der Finanzierung ist die wachsende Nachfrage nach Sicherheitslösungen für Multi-Cloud-Umgebungen. Während Daten bei der Übertragung (in transit) und Speicherung (at rest) heute standardmäßig verschlüsselt sind, stellt die Verarbeitung der Daten – die sogenannte „letzte Meile“ – oft noch eine Sicherheitslücke dar. Um Daten zu bearbeiten, müssen diese in der Regel unverschlüsselt im Arbeitsspeicher vorliegen.

Hier setzt enclaive mit seiner Multi-Cloud Platform (eMCP) an. Das Start-up nutzt die Technologie des Confidential Computing, bei der sensible Daten und Anwendungen in hardware-basierten, isolierten Umgebungen (Enklaven) verarbeitet werden. Der technische Ansatz von enclaive zielt darauf ab, diese komplexe Technologie für Unternehmen einfacher nutzbar zu machen. Laut Unternehmensangaben ermöglicht die Plattform den Betrieb von Anwendungen – von Kubernetes-Clustern bis zu KI-Modellen – in solchen geschützten Enklaven, ohne dass der Programmcode oder bestehende Prozesse angepasst werden müssen.

Antwort auf regulatorische Hürden

Die Technologie adressiert ein zentrales Problem europäischer Unternehmen: Die Nutzung US-amerikanischer Cloud-Infrastrukturen bei gleichzeitiger Einhaltung strenger EU-Datenschutzvorgaben.

Ion Hauer, Principal bei APEX Ventures, sieht in der Technologie daher auch eine geopolitische Relevanz: „Gesetzliche Vorgaben wie der US Cloud Act ermächtigen US-amerikanische Behörden dazu, die Herausgabe von Daten unabhängig vom Standort des Servers zu fordern. Confidential Computing ist die technische Antwort auf diese politische Anforderung: Auch wenn die Daten eingefordert werden, bleiben sie verschlossen.“

Kapital für Expansion und Produktentwicklung

Das frische Kapital soll laut CEO und Mitgründer Andreas Walbrodt primär in drei Bereiche fließen:

  • Produktentwicklung: Erweiterung des Funktionsumfangs der Plattform.
  • Teamaufbau: Insbesondere in den Bereichen Engineering und Operations soll das aktuell 20-köpfige Team wachsen.
  • Vertrieb: Beschleunigung der Marketingaktivitäten und Vorantreiben der Internationalisierung.

Mitgründer und CTO Prof. Sebastian Gajek betont den Fokus auf eine schnelle Implementierung: „Wir haben die Software-Ebene entwickelt, mit der sich diese Technologie binnen weniger Tage – und nicht erst nach Monaten – implementieren lässt.“

Das Unternehmen positioniert sich damit in einem Markt, der durch die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen und die damit verbundene Notwendigkeit, sensible Trainingsdaten in der Cloud zu schützen, stark an Dynamik gewinnt.

Gründer*in der Woche: Gamba Zamba – Garnelen Made in Germany

Das FoodTech-Start-up aquapurna der Gründer David Gebhard und Florian Gösling zeigt, dass Garnelen verantwortungsvoll und regional angeboten werden können – aus deutscher Aufzucht.

Die Geschichte von Gamba Zamba beginnt auf einer Reise: Als Florian Gösling in Asien Einblicke in die industrielle Garnelenproduktion erhält, ist er schockiert. Zurück in Deutschland tauschte er sich mit David Gebhard, seinem langjährigen Freund aus dem Berg­sport und heutigen Co-Gründer von Gamba Zamba aus, und stellte die Frage: „Warum sollten Garnelen nicht auch hier bei uns wachsen können – frisch, nachhaltig und ohne Tierleid?“

Bei ihren Recherchen stellten die beiden fest: Europäische Alternativen gibt es, aber sie sind mehrfach teurer als Importware. Eine weitere Erkenntnis: Zwar ist die Technologie für landbasierte Kreislaufaquakultur grundsätzlich vorhanden, befindet sich jedoch noch in einem frühen Entwicklungs­sta­dium und verursacht zu hohe Kosten.

Florian und David waren sich sicher, dass das besser geht, schritten zur Tat und gründeten mitten in der Corona-Pandemie auf dem Gelände einer ehemaligen Kali-Mine bei Hannover ihr eigenes Garnelenforschungszentrum.

Hightech trifft Naturverständnis

Dort, in der eigens entwickelten Kreislaufanlage, wachsen seitdem Garnelen unter stabilen, artgerechten Bedingungen auf. Das System spart über 99 Prozent Wasser, arbeitet vollständig ohne Antibiotika und Chemie und ermöglicht eine Aufzucht, die Natur und Technologie intelligent verbindet.

Das sogenannte SmartReef-System schafft künstliche Riffstrukturen, auf denen sich die Tiere häuten und zurückziehen können. Sensoren überwachen permanent die Wasserqualität. „Unsere Tiere sollen sich wohlfühlen. Nur dann können sie gesund wachsen“, so Florian.

Während den Garnelen-Weibchen in Asien und Südamerika ein Auge entfernt wird, damit sie ihre Eier ablegen – was meist zu ihrem Tod führt –, setzt Gamba Zamba auf natürliche Vermehrung und eine Diät aus Tintenfisch und Miesmuscheln. „Für uns ist das ein absolutes No-Go. Wir sehen Garnelen als Lebewesen, nicht als reine Commodity“, betont David.

Auch sonst unterscheidet sich die Aufzucht grundlegend von herkömmlichen Methoden: Das Start-up verzichtet konsequent auf Antibiotika, Sulfite (E223), die allergische Reak­tionen auslösen können, Phosphate, die Wasser binden und Konsument*innen täuschen, übermäßige Glasur – also das typische „Pfannenwasser“, und chemische Entkeimungsmittel wie Chlor oder Peroxide. Das Ergebnis: reine, unverfälschte Garnelen mit natürlichem Geschmack und fester Textur.

„Viele Menschen möchten bewusster essen, ohne auf Genuss zu verzichten. Genau das bieten wir: frische Garnelen aus deutscher Aufzucht – mit vollem Geschmack und gutem Gewissen“, erklärt Florian.

Bisher hatten Garnelen-Fans hierzulande kaum eine Wahl: Entweder billige Importware mit zweifelhaftem Ursprung und hohem CO-Fußabdruck oder europäische Nischenprodukte für teils über 120 Euro pro Kilo. „Wir schaffen endlich eine leistbare, nachhaltige Alternative“, sagt Florian.

Der hybride Marktplatz: Worauf sich der Handel 2026 einstellen muss

Nach Sparzwang und Konsumflaute im Jahr 2025. Was sind die zentralen Themen, die den Handel 2026 prägen werden? Eine Einschätzung von Retail-Expertin Sandra Meurer.

2025 war ein einschneidendes Jahr für den Handel: Sparzwang und Konsumflaute setzten sich fort (GfK Konsumklimaindex), die Preissensitivität zog sogar weiter an. Gleichzeitig wurde künstliche Intelligenz zu einem entscheidenden Faktor fürs Shopping (BCG). Und Social Commerce legte als Absatzkanal einen rasanten Aufstieg hin: Deutschlandweit wurden 2025 rund 7,1 Milliarden US-Dollar mittels dieses Online-Einzelhandelsmodells umgesetzt.

Soweit der Blick zurück - was sind die zentralen Themen und Trends, die den Handel im Jahr 2026 prägen werden?

1. 2026 ist Schluss mit Sparen

Nach zwei Jahren Zurückhaltung wächst in Deutschland die Ermüdung vom dauerhaften Sparmodus. 2026 steigt die Bereitschaft, wieder mehr Geld für Genuss und Freizeit auszugeben. Der Trend zum „Little Treat“ kehrt zurück: kleine, bewusste Ausgaben wie Kino- oder Restaurantbesuche gewinnen an Bedeutung. Während große Anschaffungen weiterhin von der wirtschaftlichen Lage abhängen, rücken Genuss und Freizeit klar stärker in den Fokus.

Hintergrund: Eine repräsentative Faire-Umfrage unter über 2.000 Verbraucher*innen zeigt: 29 Prozent wollen im ersten Halbjahr 2026 mehr für Grundnahrungsmittel ausgeben, ein Viertel plant höhere Ausgaben für Freizeitaktivitäten und jede(r) Fünfte für Genussmittel.

2. Shopping-Seasons sind im Wandel

Konsum findet immer seltener spontan statt und wird zunehmend anlassgebunden. Kund*innen kaufen häufiger im Kontext von Seasons. Händler*innen reagieren darauf, indem sie klassische Ereignisse wie Ostern, Halloween oder große Sportevents nicht mehr als punktuelle Highlights, sondern als mehrwöchige Shopping-Seasons inszenieren. Ziel ist es, Kaufanreize über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten, Umsätze zu entzerren und nachhaltigere Nachfragezyklen zu schaffen. Shopping-Seasons werden damit zu strategischen Umsatztreibern statt kurzfristiger Promotion-Maßnahmen.

3. Die Gen Z führt eine Retail-Revolution an

Indie-Retail wächst 2026 – maßgeblich getragen von der Gen Z. Entgegen ihrem früheren Image als preis- und onlineorientierte Generation setzt sie zunehmend auf Qualität, Nachhaltigkeit, Regionalität und faire Produktionsbedingungen. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit ist die Gen Z bereit, für diese Werte mehr auszugeben und zeigt damit, dass wertebasierter Konsum auch unter Druck Bestand hat.

Hintergrund: Eine repräsentative Faire-Umfrage zeigt: Für 59 % der Gen Z ist Qualität das wichtigste Kaufkriterium (Preis: 55 %). 41 % zahlen mehr für faire Produkte, 38 % für nachhaltige Materialien. Entsprechend stiegen in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Ausgaben der Gen Z für nachhaltige oder faire Produkte bei 25 % (Ø gesamt: 17 %) und für hochwertige Produkte bei 32 % (Ø gesamt: 19 %).

4. Kaum Shopping ohne KI

2026 wird der Handel zunehmend von autonomen KI-Agenten geprägt, die nicht nur beraten, sondern komplette Einkaufsprozesse übernehmen – vom Produktvergleich bis zur Bezahlung. Konsument*innen lagern vor allem Routinekäufe an persönliche Shopping-Agenten aus, die Bedürfnisse antizipieren, Preise überwachen und Alternativen vorschlagen. Sichtbarkeit entsteht dabei nicht mehr primär durch Werbung, sondern durch Datenqualität. Nur Marken mit klar strukturierten Produktinformationen, konsistenten Bildern und präzisen Nutzenargumenten werden von diesen Systemen überhaupt berücksichtigt. Wer das beherrscht, verkauft 2026 nicht nur häufiger, sondern auch automatisierter.

5. Und trotzdem: Am Point of Sale wird weiterhin dem Menschen vertraut

2026 gewinnt Vertrauen im Handel wieder deutlich an Bedeutung – und wird zunehmend an Menschen gebunden. Zum Vorteil der unabhängigen Händler:innen. Konsument*innen sind überfordert von KI-generiertem Content auf Social Media und einer wachsenden Zahl kaum unterscheidbarer Dropshipping-Angebote im E-Commerce. In diesem Umfeld profitieren Indie-Händler*innen besonders. Sie bieten Nähe, persönliche Beratung und nachvollziehbare Produktherkünfte. Der direkte Kontakt, echte Expertise und Transparenz werden wieder zu klaren Vertrauensankern. Indie-Retail wird damit zu einem Gegenpol zur Anonymisierung des digitalen Handels.

Die Autorin Sandra Meurer ist Retail-Expertin bei Faire, einem globalen Online-Großhandelsmarktplatz für unabhängige Händler*innen und Brands.

5 Situationen, in denen eine Firmenkreditkarte Gründerzeit massiv erleichtert

Die ersten Monate einer Gründung sind geprägt von Tempo, Entscheidungen und vielen kleinen Ausgaben, die sich schnell summieren. Sie bauen Strukturen auf, testen Ideen am Markt und investieren oft gleichzeitig in Tools, Dienstleistungen und erste Kundenkontakte. Genau in dieser Phase zählt vor allem eins: finanzielle Beweglichkeit, ohne Chaos in der Buchhaltung zu erzeugen.

Viele Gründer starten zunächst mit privaten Zahlungsmitteln, weil es unkompliziert wirkt. Doch sobald mehrere geschäftliche Ausgaben parallel laufen, entstehen unnötige Reibungsverluste – fehlende Übersicht, gemischte Belege und zusätzlicher Aufwand beim Monatsabschluss.

Eine Firmenkreditkarte ist in dieser Situation weit mehr als ein Zahlungsmittel. Sie wird zu einem praktischen Werkzeug, um Ausgaben sauber zu steuern, Liquidität flexibel zu halten und den Geschäftsalltag deutlich einfacher zu organisieren. Vor allem in typischen Startup-Momenten zeigt sich, wie stark sie den Gründeralltag entlasten kann.

Im Folgenden sehen Sie fünf konkrete Situationen, in denen eine Firmenkreditkarte Ihre Gründerzeit spürbar erleichtert – klar, praxisnah und direkt an den Herausforderungen orientiert, die junge Unternehmen wirklich erleben.

Situation 1: Wenn spontane Ausgaben plötzlich notwendig werden

In der Gründungsphase läuft selten alles nach Plan – dafür aber oft schneller als erwartet. Neue Anforderungen entstehen spontan: ein wichtiges Software-Upgrade, kurzfristig benötigte Hardware oder eine bezahlte Branchenplattform, die Ihnen Sichtbarkeit bringt.

Gerade in solchen Momenten ist es hilfreich, wenn Sie sofort handlungsfähig bleiben. Eine Firmenkreditkarte sorgt dafür, dass Sie notwendige Investitionen direkt tätigen können, ohne erst private Konten zu nutzen oder Geld zwischen verschiedenen Zahlungswegen zu verschieben.

Besonders typisch sind Ausgaben wie:

● Business-Software und digitale Tools

● Werbebudget für erste Kampagnen

● Geschäftsreisen oder kurzfristige Termine

● laufende Abo-Kosten für Plattformen und Services

Mit einer Firmenkreditkarte entsteht hier ein klarer Vorteil: Sie behalten Tempo, ohne den Überblick zu verlieren. Gleichzeitig können Sie viele Zahlungen bündeln und später strukturiert abrechnen.

Auch psychologisch bringt das Entlastung – Sie trennen gedanklich früher zwischen „privat“ und „unternehmerisch“. Das hilft, Entscheidungen sachlicher zu treffen und die Firma von Beginn an professionell aufzubauen.

Diese Flexibilität ist besonders wertvoll, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig laufen und Sie nicht jedes Mal über Zahlungsprozesse nachdenken möchten.

Im nächsten Schritt wird es noch entscheidender: Denn sobald sich geschäftliche und private Ausgaben vermischen, wird die Buchhaltung schnell unnötig kompliziert.

Situation 2: Wenn klare Trennung von Business- und Privatkosten zählt

Am Anfang wirkt es oft praktisch, geschäftliche Ausgaben einfach mit dem privaten Konto oder der eigenen Kreditkarte zu bezahlen. Doch bereits nach wenigen Wochen entsteht daraus ein typisches Gründerproblem: Belege, Abbuchungen und Kosten lassen sich nur noch schwer sauber zuordnen.

Spätestens beim ersten Austausch mit dem Steuerberater oder bei der Vorbereitung auf die Umsatzsteuervoranmeldung wird klar: Struktur ist kein Nice-to-have, sondern eine echte Entlastung im Alltag.

Mit einer Firmenkreditkarte schaffen Sie von Beginn an eine klare Linie:

● alle Business-Ausgaben laufen über ein separates Zahlungsmittel

● private Käufe bleiben vollständig außen vor

● Transaktionen sind nachvollziehbar dokumentiert

● Abrechnungen werden deutlich einfacher

Gerade für junge Unternehmen lohnt sich dieser Schritt früh, weil Sie damit eine professionelle Basis schaffen – auch gegenüber Investoren, Partnern oder Banken.

Ein zusätzlicher Vorteil: Viele Anbieter ermöglichen den Export von Zahlungsdaten, was die Buchhaltung und spätere Auswertung vereinfacht. Mit der richtigen Trennung sparen Sie nicht nur Zeit, sondern vermeiden auch typische Fehler, die später teuer werden können.

Sobald Sie nicht mehr allein arbeiten, sondern mit Freelancern oder kleinen Teams wachsen, spielt die Firmenkreditkarte eine weitere wichtige Rolle – besonders bei gemeinsamen Ausgaben und kontrollierter Zahlungsfreigabe.

Situation 3: Wenn Teams, Mitarbeiter oder Freelancer bezahlt werden müssen

Sobald ein Startup wächst, verändern sich nicht nur die Aufgaben, sondern auch die Zahlungsprozesse. Vielleicht arbeiten Sie mit Freelancern, beauftragen Agenturen oder stellen die ersten Mitarbeitenden ein. Damit steigen auch die Anforderungen an klare Zuständigkeiten und saubere Ausgabenkontrolle.

Eine Firmenkreditkarte erleichtert genau diesen Schritt, weil Sie Ausgaben besser delegieren können, ohne die Kontrolle zu verlieren. Viele Gründer stehen irgendwann vor der Herausforderung, dass nicht mehr jede Rechnung über den eigenen Laptop laufen kann.

Typische Beispiele aus dem Alltag:

● ein Freelancer bucht ein benötigtes Tool

● ein Teammitglied organisiert Reisekosten

● Marketing-Ausgaben sollen flexibel erfolgen

● kleinere Anschaffungen müssen schnell erledigt werden

Mit Firmenkreditkarten lassen sich dafür oft individuelle Karten oder virtuelle Zahlungsoptionen einrichten. Sie können Ausgabenlimits setzen, Kategorien definieren und behalten jederzeit Transparenz darüber, was im Unternehmen passiert. Weitere Informationen und Vorteile zu Firmenkreditkarten finden Sie auf Finalarm.

Das bringt zwei klare Vorteile:

Ihre Prozesse werden skalierbar, ohne unnötige Bürokratie

Ihr Team kann effizient arbeiten, ohne ständig Rückfragen zu Zahlungen stellen zu müssen

Gleichzeitig signalisiert diese Struktur Professionalität – intern wie extern. Denn ein Unternehmen, das Zahlungsströme sauber organisiert, wirkt stabiler und besser vorbereitet auf Wachstum.

Gerade in der frühen Phase hilft das, Vertrauen aufzubauen und den Alltag zu entlasten.

Situation 4: Wenn Sicherheit bei Zahlungen wichtiger wird

Mit zunehmender Geschäftstätigkeit steigt auch die Zahl digitaler Transaktionen. Sie bezahlen Software-Abos, buchen Dienstleistungen online oder wickeln internationale Zahlungen ab. Genau hier wird ein Thema schnell zentral: Sicherheit.

Gerade Startups sind in der Anfangsphase oft stark auf digitale Prozesse angewiesen, haben aber noch keine ausgereiften Schutzsysteme. Gleichzeitig entstehen Risiken durch Betrugsversuche, unautorisierte Abbuchungen oder unsichere Zahlungsumgebungen.

Eine Firmenkreditkarte bietet in vielen Fällen zusätzliche Sicherheitsmechanismen, die über klassische Kontozahlungen hinausgehen:

● Echtzeit-Benachrichtigungen bei Transaktionen

● Sperrfunktionen bei verdächtigen Aktivitäten

● bessere Nachverfolgbarkeit bei Fehlbuchungen

● teilweise integrierte Versicherungsleistungen

Damit schützen Sie nicht nur Ihr Budget, sondern auch Ihre operative Stabilität. Denn finanzielle Zwischenfälle kosten in der frühen Phase vor allem eins: Zeit, Fokus und Vertrauen.

So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz: Digitale Zahlungsprozesse sind geschützt, und auch die Infrastruktur des Unternehmens bleibt sicher.

Situation 5: Wenn Gründer von Zusatzleistungen profitieren möchten

In der Startup-Welt geht es nicht nur um das Bezahlen von Ausgaben, sondern auch um sinnvolle Vorteile, die Prozesse erleichtern und Wachstum unterstützen. Genau hier bieten viele Firmenkreditkarten zusätzliche Leistungen, die gerade in der Gründerzeit spürbar helfen können.

Je nach Anbieter profitieren Sie zum Beispiel von:

● Reiseversicherungen bei geschäftlichen Terminen

● Cashback- oder Bonusprogrammen für regelmäßige Ausgaben

● verlängerten Zahlungszielen zur Liquiditätssteuerung

● besseren Konditionen bei internationalen Transaktionen

Vor allem wenn Sie viel unterwegs sind – etwa für Pitch-Events, Messen oder Kundentermine – entsteht schnell ein echter Mehrwert. Diese Extras wirken oft im Hintergrund, entlasten aber den Alltag und sorgen für zusätzliche Stabilität.

Wichtig ist dabei, dass Sie Angebote nicht nur nach Prestige auswählen, sondern nach echtem Nutzen: Welche Leistungen passen zu Ihrer Phase und zu Ihren typischen Ausgaben?

So treffen Sie Entscheidungen nicht nur schnell, sondern auch fundiert – ein wichtiger Faktor in einer Phase, in der jede finanzielle Struktur langfristige Wirkung hat.

Firmenkreditkarten als Wachstumshelfer statt Luxus

Eine Firmenkreditkarte ist in der Gründerzeit kein Statussymbol, sondern ein praktisches Werkzeug. Sie hilft Ihnen, spontan handlungsfähig zu bleiben, Ausgaben sauber zu trennen, Teams effizient zu organisieren, Zahlungen sicher abzuwickeln und von sinnvollen Zusatzleistungen zu profitieren.

Gerade in den ersten Monaten gilt: Je klarer die finanzielle Struktur, desto mehr Raum bleibt für das Wesentliche – Wachstum, Kunden und Strategie.

E-Mail-Betrug mit KI erfolgt in Sekunden

Der Incident Response Report 2026 zeigt eindrucksvoll, dass Cyberangriffe schneller, leiser und menschlicher geworden sind.

Bei einem bekannten Absender mit einer üblichen Rechnung würden die Meisten den Freigabeprozess starten. Erst im Nachhinein fällt auf, dass das Geld an Verbrecher*innen geschickt worden ist. Doch das Eindringen ins System durch die Angreifer*innen fand bereits weit davor statt. Unbemerkt konnten sie mitlesen, E-Mails verschieben und Antworten vorbereiten.

Genau solche Sicherheitsvorfälle hat das europäische Cybersecurity-Unternehmen Eye Security erstmals systematisch ausgewertet. Der neue Incident Response Report 2026 basiert auf 630 realen Cybervorfällen zwischen 2023 und 2025 bei europäischen Unternehmen, darunter zahlreiche aus Deutschland. Auf dessen Grundlage lassen sich Trends ableiten.

Bleiben Attacken unbemerkt, droht hoher Schaden

In einem der untersuchten Vorfälle waren Angreifer*innen in der Lage, rund eine Million Euro zu erbeuten. Besonders auffällig: die Hacker waren 72 Tage unentdeckt im System des Unternehmens unterwegs. Diese hatten es gezielt auf europäische Mittelständler abgesehen, die international tätig sind. Als Einfallstor diente dabei eine Phishing-Mail mit einem schadhaften Link, auf den Mitarbeiter*innen in der Finanzabteilung hereingefallen sind.

Die Angreifer*innen gingen dabei nach einem bekannten Muster vor und waren über Wochen in der Lage, sich mit den Lieferketten des Unternehmens vertraut zu machen. Sie hatten vollständige Einblicke in das E-Mail-Konto und konnten falsche Rechnungen erstellen, die in der Folge regulär bezahlt worden sind. Dank des Rückgriffs auf eine Plattform, die als Phishing-as-a-Service funktioniert, war der technische Aufwand hinter der Aktionen gering und erforderte kaum Vorwissen.

Angriffe beginnen mitten im Arbeitsalltag

Cyberangriffe sind heute leise, schnell und identitätsbasiert. Angreifer*innen müssen Systeme kaum noch technisch hacken. Stattdessen nutzen sie Vertrauen, legitime Zugänge und menschliche Routinen – vor allem E-Mail-Kommunikation und Benutzerkonten. Über 70 Prozent aller untersuchten Vorfälle entfielen auf sogenannte Business-Email-Compromise-Angriffe (BEC). In mehr als 40 Prozent der Fälle reichte ein einziger Phishing-Moment, um Zugriff zu erhalten: ein gut gemachter Link, eine täuschend echte Nachricht, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit.

Erschreckenderweise entsteht der eigentliche Schaden oft innerhalb von Minuten. Der Angriff wird aber erst Tage oder sogar Wochen später bemerkt. Ohne kontinuierliche Überwachung bleiben kompromittierte E-Mail-Konten im Median 24 Tage unentdeckt. In dieser Zeit lesen Angreifer*innen unbemerkt mit, verschieben E-Mails, verändern Zahlungsdetails oder bereiten den nächsten Schritt vor, während im Unternehmen ganz normal weitergearbeitet wird.

Identitäten als die Hauptangriffsfläche

Laut Report greifen Täter*innen dort an, wo Vertrauen im Arbeitsalltag entsteht und geben sich als Kolleg*innen, Dienstleister*innen oder Vorgesetzte aus, übernehmen bestehende Sitzungen oder bringen Mitarbeitende dazu, Anmeldungen selbst zu bestätigen. So wird selbst Multi-Faktor-Authentifizierung ausgehebelt: Seit Anfang 2025 gelang das in 62 Prozent der untersuchten Fälle, etwa weil Nutzer*innen auf Phishing hereinfallen, ungewollt eine Anmeldung bestätigen oder weil Angreifer bereits in einer laufenden Sitzung „mitlaufen“. Von außen sieht alles korrekt aus. Genau das macht diese Angriffe so schwer zu erkennen.

Ransomware: die digitale Form einer Geiselnahme

Mittels Ransomware-Angriffe verschaffen sich Verbrecher*innen Zugriff auf die IT eines Unternehmens und sperren Systeme, Dateien oder ganze Netzwerke. Auf den Bildschirmen erscheint dann eine Nachricht: Der Zugriff wird nur wieder freigegeben, wenn ein Lösegeld gezahlt wird – die durchschnittliche Lösegeldforderung lag laut Report bei rund 613.000 US-Dollar, einzelne Forderungen überschritten die Millionengrenze.

Laut ENISA Report ist Ransomware nach wie vor die größte Bedrohung in Europa mit 81,1 % der gesamten Attacken. Darin wird auch auf die Fragmentierung hingewiesen, da 82 verschiedene Ransomware-Varianten im Einsatz sind. Allerdings sind im Trend Report signifikant weniger solcher Fälle registriert, da dank Managed Detection and Response (MDR) Präventivmaßnahmen Schutz bieten.

Entgegen der verbreiteten Vorstellung sind Ransomware-Angriffe keine Hightech-Hacks. Meist beginnen sie mit ganz alltäglichen Schwachstellen:

  • Öffentlich erreichbare Anwendungen (30 % der Fälle), die nicht richtig abgesichert oder aktualisiert sind.
  • Unsichere Fernzugänge wie VPN oder RDP (17 %), über die sich Angreifer direkt einloggen können.
  • Phishing (13 %), bei dem Mitarbeitende unbemerkt Zugangsdaten preisgeben.

Besonders häufig traf es Unternehmen aus Industrie, Bauwesen sowie Transport und Logistik. Der Grund ist simpel: Zeit ist dort Geld. Jede Stunde Stillstand verursacht sofort spürbare wirtschaftliche Schäden.

Erkennung der Angriffe kann auf wenige Minuten reduziert werden

Der Report zeigt eine deutliche Trennlinie zwischen Unternehmen mit und ohne kontinuierliche Angriffserkennung:

  • In Umgebungen mit Managed Detection & Response (MDR) sinkt die Erkennungszeit bei BEC-Angriffen von über 24 Tagen auf 23,8 Minuten.
  • Die Bearbeitungszeit pro Vorfall reduziert sich um bis zu 90 Prozent.
  • Angriffe werden häufig gestoppt, bevor es zu finanziellen Schäden kommt.

Die zentrale Botschaft des Incident Response Reports 2026: Cyberangriffe sind schneller, leiser und menschlicher geworden. Klassische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht mehr aus, wenn Angreifer innerhalb weniger Minuten handlungsfähig sind. Unternehmen wird deshalb ein Perspektivwechsel empfohlen: nicht warten, bis etwas kaputtgeht, sondern davon ausgehen, dass jemand bereits mitliest. Identitäten müssen genauso ernst genommen werden wie Systeme.

Was der/die Einzelne tun kann und woran sich kompromittierte E-Mail-Konten erkennen lassen

Kompromittierte E-Mail-Konten fallen selten durch offensichtliche Warnsignale auf, sondern meist durch kleine Abweichungen im Arbeitsalltag. E-Mails verschwinden plötzlich aus dem Posteingang, Gesprächsverläufe wirken unvollständig oder Antworten landen unerwartet in Unterordnern. Häufig haben Angreifer unauffällige Regeln angelegt, um Kommunikation abzufangen und umzuleiten – ohne aufzufallen.

Auch der Tonfall kann sich verändern. Antworten klingen vertraut, aber nicht ganz wie gewohnt: etwas knapper, ungewohnt förmlich oder mit kleinen Abweichungen in Anrede und Gruß.

Besonders kritisch sind beiläufige Änderungen bei Rechnungen oder Zahlungsdaten. Eine neue Bankverbindung oder eine „kurze Aktualisierung“ mit der Bitte um schnelle Freigabe wirkt harmlos, ist aber ein typisches Muster. Weitere Hinweise liefern Login-Benachrichtigungen zu ungewöhnlichen Zeiten, Zugriffe aus anderen Ländern oder MFA-Anfragen, die niemand bewusst ausgelöst hat. Solche Meldungen werden im stressigen Alltag oft weggeklickt, dabei sind sie häufig die ersten konkreten Anzeichen für einen laufenden Angriff.

Hinzu kommen Rückmeldungen aus dem Team. Aussagen wie „Die E-Mail sah echt aus, aber irgendwas war komisch“ oder „Ich dachte, das wärst wirklich du“ tauchen in vielen Vorfällen auf.

Abschließend bleibt eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Incident-Response-Praxis: Kompromittierte E-Mail-Konten fühlen sich selten wie ein Angriff an. Sie fühlen sich an wie ganz normale Arbeit, mit kleinen Ungereimtheiten. Wer diese ernst nimmt und früh prüft, gewinnt wertvolle Zeit. So können Angriffe gestoppt werden, bevor echter Schaden entsteht.

Twogee Biotech sichert 2,2 Mio. Euro Seed-Finanzierung zur industriellen Umsetzung zirkulärer Biomasse-Wertschöpfung

Das 2024 von Helge Jochens und Frank Wallrapp gegründete Twogee entwickelt kundenspezifische Enzymlösungen sowie deren Produktionsstämme vom Labor bis in die industrielle Produktion.

Twogee Biotech ermöglicht Industriepartnern die wirtschaftliche Umwandlung bislang niedrigwertig genutzter Biomasse-Rest- und Nebenströme in nachhaltige Rohstoffe der zweiten Generation (2G, reststoffbasiert im Gegensatz zu 1G, lebensmittelbasiert), insbesondere Zucker für Bio- und SynBio-Anwendungen. Grundlage ist eine prädiktive Entwicklungsplattform, die Enzym-Screening, Stammengineering und Fermentation von Anfang an industrienah integriert und damit Entwicklungszeiten verkürzt sowie Skalierungsrisiken reduziert.

Das 2024 von Frank Wallrapp und Helge Jochens – mit jeweils über zehn Jahren gemeinsamer Industrieerfahrung in der Biotechnologie – gegründete und durch den BioM MAxL Incubator unterstützte Unternehmen beschleunigt mit dem eingeworbenen Kapital die Entwicklung und Kommerzialisierung seiner Technologie. Erste MVPs und bezahlte Pilotprojekte mit Industriepartnern sind bereits umgesetzt; ein Lizenzmodell auch für die lokale Enzymproduktion beim Kunden senkt Kosten und CO-Emissionen und ermöglicht den Aufbau dezentraler, zirkulärer Wertschöpfungsketten.

„Viele industrielle Reststoffe enthalten erhebliche ungenutzte Wertschöpfung“, sagt Frank Wallrapp, CEO von Twogee Biotech. „Wir helfen unseren Partnern, diese Potenziale mit minimalem Integrationsaufwand und klarer wirtschaftlicher Perspektive zu erschließen.“

Mit der abgeschlossenen Seed-Finanzierung – zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital, sowie strategische Partner wie AgriFoodTech Venture Alliance und Heinz Entsorgung – positioniert sich Twogee Biotech als technologischer Entwicklungspartner für Industrieunternehmen, die ihre bestehenden Anlagen und Stoffströme in zirkuläre, CO-arme Wertschöpfungssysteme überführen wollen.

Helge Jochens, CTO und Mitgründer: „Ein wesentlicher Teil der Finanzierung fließt in den Ausbau unserer neuen Labore im IZB mit prädiktiven Bioreaktorsystemen sowie in die Verstärkung unseres Teams um erfahrene Prozess- und Scale-up-Experten. So stellen wir sicher, dass unsere Entwicklungen reproduzierbar und wirtschaftlich in den Produktionsmaßstab unserer Kunden übertragbar sind.“

Siebenstellige Finanzierungsrunde für Mozaik

Das bayerische Start-up Picture Framing sichert sich für Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos, ein siebenstelliges Investment, um die Videoproduktion in Unternehmen zu automatisieren. Angeführt wird die Runde von STS Ventures, während namhafte Co-Investoren wie Haufe Group Ventures das Potenzial der Plattform bestätigen.

Video-Content ist aus der internen und externen Unternehmenskommunikation kaum noch wegzudenken, scheitert in der Umsetzung jedoch oft an hohen Kosten und fehlendem Know-how. Genau hier setzt Mozaik an. Die 2019 von Neele Maarten de Vries und David Knöbl gegründete Picture Framing GmbH, die Mozaik, eine KI-gestützte Plattform für Corporate Videos entwickelt hat, konnte nun erfolgreich eine siebenstellige Finanzierungsrunde abschließen.

Prominente Investoren an Bord

Als Lead-Investor konnte das Kölner Beteiligungsunternehmen STS Ventures gewonnen werden, das sich auf Frühphasen-Investments in der DACH-Region spezialisiert hat. STS Ventures bringt dabei nicht nur Kapital, sondern als Brücke zwischen Business Angels und VCs auch wertvolle Erfahrung im Aufbau junger Technologieunternehmen mit ein.

Das Investoren-Konsortium ist breit aufgestellt:

  • Haufe Group Ventures: Die Venture-Einheit der Haufe Group investiert gezielt in B2B-SaaS-Lösungen für die Arbeitswelt.
  • Bayern Kapital: Die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern engagiert sich erneut und bestätigt ihr langfristiges Vertrauen.
  • Müller Medien: Auch die Unternehmensfamilie Müller Medien beteiligt sich wieder an der Runde.

Vom Kreativ-Projekt zum skalierbaren Prozess

Mozaik verfolgt das Ziel, Videoinhalte von exklusiven „Einmalprojekten“ zu einem skalierbaren Alltagsprozess zu transformieren. Die Plattform ermöglicht es Fachabteilungen – etwa in HR, Marketing oder Training –, professionelle Videos ohne externe Agenturen oder tiefgehendes Spezialwissen zu erstellen.

Neele Maarten de Vries, Mitgründer von Mozaik, erklärt den Ansatz: „Video ist eines der wirkungsvollsten Kommunikationsmittel in Unternehmen, gleichzeitig aber häufig teuer, aufwendig und schwer skalierbar. Genau hier setzen wir an.“.

Jasper Roll, Geschäftsführer von Haufe Group Ventures, sieht in der Praxisnähe den entscheidenden Vorteil: „Mozaik löst ein reales Problem genau dort, wo es entsteht: im Arbeitsalltag von Unternehmen.“.

Wachstumskurs und Produktentwicklung

Das frische Kapital soll in zwei Hauptbereiche fließen:

1. Technologieausbau: Gezielte Investitionen in KI-basierte Produktivitätsfunktionen sollen die Videoproduktion noch effizienter gestalten als herkömmliche Lösungen.

2. Expansion: Das Wachstum soll im DACH-Raum sowie international vom Standort Bayern aus beschleunigt werden.

Bereits heute nutzen nach Unternehmensangaben knapp 200 Teams die Software, darunter Großkunden wie die Deutsche Bahn, Jysk und Vodafone. Die Lösung wird dabei bereits international eingesetzt.

Comedian Michael Mittermeier investiert in Whisky & Spirituosenmarktplatz Spiritory

Die Plattform Spiritory – 2022 von Janis Wilczura und Clemens Bennier gegründeter, börsenbasierter Live-Marktplatz für Liebhaber*innen und Sammler*innen von Spirituosen – ermöglicht es seinen Nutzer*innen, Spirituosen auf transparente und sichere Weise zu kaufen und verkaufen.

Heute verkündet Spiritory den erfolgreichen Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde. Über die Höhe macht das Unternehmen keine Angaben. Zu den neuen Investoren gehört auch Whisky-Liebhaber Michael Mittermeier, einer der bekanntesten Comedians und Entertainer Deutschlands. Michael Mittermeier beteiligt sich im Rahmen einer Gruppe neuer und bestehender Investoren.

„Ich bin schon seit vielen Jahren ein leidenschaftlicher Fan hochwertiger Whiskys“, so Michael Mittermeier. „Mit Spiritory habe ich einen Ort gefunden, wo man Inspiration findet, einen guten Überblick bekommt und Gleichgesinnte aufeinandertreffen.“

Der Marktplatz für Premium-Whisky & Spirituosen ermöglicht den schnellen und sicheren Kauf sowie Verkauf von Premium-Spirituosen und macht den Markt für Sammler und Liebhaber zugänglicher, transparenter und einfacher.

Seit der Gründung im Jahr 2022 hat sich das Unternehmen stetig zur führenden Plattform weiterentwickelt und bietet Nutzern stets die besten Angebote von Händler*innen und tausenden Privatnutzer*innen aus 11 europäischen Ländern. In die Portfolio Funktion, bei der Genießer ihre Sammlung verwalten können und wichtige Kennzahlen wie Marktwerte, wurden mittlerweile tausende Flaschen hochgeladen.

 „Wir freuen uns sehr über die neue Finanzierungsrunde und das Vertrauen von Alt- und Neuinvestoren. Michael an Bord zu haben ist etwas ganz Besonderes. Niemand in Deutschland bringt so viel Leidenschaft für Whisky mit wie Michael Mittermeier“, sagt der CEO von Spiritory, Janis Wilczura. „Er ist einer der größten Comedians der deutschen Geschichte und mit seiner Begeisterung für das Thema Whisky, sowie seiner einzigartigen Persönlichkeit ist er der perfekte Partner bei der weiteren Expansion und dem nächsten Kapitel von Spiritory.“

Neue Funktionen und Möglichkeiten der Nutzung bereits in Entwicklung

Die aktuelle Finanzierungsrunde bildet die Grundlage für den gezielten Ausbau der Plattform und die konsequente Weiterentwicklung der langfristigen Vision von Spiritory. Bereits heute arbeitet das Unternehmen an neuen Lösungen, insbesondere im Bereich der Digitalisierung stationärer Händler*innen sowie an innovativen Marken- und Vertriebswelten für kleine und mittelständische Destillerien, Brennereien und unabhängige Unternehmen. Mit der neuen Unterstützung will Spiritory die Plattform weiter optimieren, Partnerschaften ausbauen und seine Präsenz in weiteren Märkten nachhaltig vertiefen.

Das False-Hope-Syndrom

Neujahrs-Parolen vs. harte Führungsrealität: Mit welchem Führungsstil willst du dein Unternehmen 2026 weiterbringen?

Der Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ mag tapfer klingen, dient in der Praxis aber als bequemer Deckmantel für Führungskräfte, die Aufschub, Inkonsequenz und Selbstbetrug rechtfertigen wollen.

Ben Schulz, Gründer der Ben Schulz & Partner AG und Unternehmensberater, fordert: „Es braucht einen kompromisslosen Realitätscheck gegen das False-Hope-Syndrom als unterschätzte Gefahr für Unternehmen im Mittelstand.“ Besonders im Jahr 2026, das als gnadenloser Stresstest durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und KI-Herausforderung gilt, sind klare Entscheidungen statt blinder Zuversicht Pflicht.

Wenn Optimismus zur tödlichen Droge wird

Seit Langem lässt sich bei vielen Geschäftsführern ein bedrohliches Muster beobachten: Sie wirken nach außen mit großen Reden, motivierenden Botschaften und Neujahrsversprechen optimistisch, während sie innerlich ausgebrannt durch Krisen stolpern. Das False-Hope-Syndrom beschreibt diesen Kreislauf präzise, ein kurzer Rausch aus überhöhten Erwartungen und Motivation, gefolgt vom harten Crash, wenn die Realität zuschlägt. „Hoffnung verpufft nicht zuletzt, sondern sie stirbt zuerst und zieht dabei die gesamte Veränderungsenergie in den Abgrund, was in Zynismus und der klassischen Ausrede ‚Wir hatten doch gute Ansätze‘ endet“, so der Experte. In Wahrheit waren es selten mehr als leere Ankündigungen ohne echte Umsetzung.

Führungstheater: Plakate statt Kante

Im Mittelstand tritt diese Erkrankung besonders häufig auf, wo Führungskräfte zu Wandplakaten, Leitbild-Dekoration und Führungstheater greifen, anstatt schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. „Seit Jahren sehe ich das Muster: Geschäftsleiter hoffen sich durch Krisen, statt zu entscheiden“, erklärt Schulz aus jahrelanger Berufserfahrung. Zum Jahreswechsel kulminieren die Symptome in Phrasen wie „2026 wird unser Jahr“, die ohne klare Ziele, Ressourcen und Verzichtsbereitschaft nicht als Feigheit mit neuem Datum kaschieren. Der Experte weiß: „2026 wird Stresstest pur. Ohne Mut zum Schnitt – Budgets kürzen, Blocker raus, Projekte killen – wartet nur der Kollaps.“

Neujahrs-Blindheit entschleiert

Echte Führung entfaltet sich genau dort, wo Bequemlichkeit endet, nämlich bei Entscheidungen, die Energie fressende Projekte stoppen, blockierende Personen entfernen oder Budgets radikal kürzen – Fokus entsteht durch Verzicht. Mit dem Konzept „Hope & Trust Leadership“ verankert Ben Schulz Zuversicht fest in der Realität und liefert einen klaren Leitfaden für 2026, fernab jeder Kuschelmentalität. Es koppelt Hoffnung an sichtbare, wiederholbare Erfolge und macht sie somit greifbar. „Ich habe diese toxischen Verhaltensmuster auch schon selbst erlebt und teuer bezahlt“, gibt Schulz ehrlich zu. „Verschleppte Entscheidungen zerstören mehr als sie aufbauen.“ Statt Parolen braucht es Führungskräfte, die falsche Hoffnung mutig beenden und echte Hoffnung durch Taten stärken.

Drei klare Regeln für 2026:

Regel 1: Preis vor Hoffnung
Jede neue Vision erfordert einen sichtbaren Lohn wie personelle Säuberung, Kostensenkung oder Strategie-Radikalcut – ohne Schmerz bleibt sie Illusion.

Regel 2: Motivationsnebel verboten
Kein „Wir schaffen das!“ ohne präzise Antworten: Was genau? Bis wann? Mit wem? Worauf verzichten? Emotionaler Spam zerstört Vertrauen.

Regel 3: Hoffnung als messbare Leistung
Es gilt die Flur-Stimmung zu vergessen. Entscheidend sind Zielklarheit, Konsequenz und Taten, die halten, was sie versprechen.