Ab in die Erfolgsspur!

Autor: Matthias Hechler
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Sieben Fragen, mit denen sich Start-up'ler kontinuierlich befassen sollten, um dauerhaft fokussiert zu bleiben.

In meinem mittlerweile über 20-jährigen Unternehmerleben habe ich so ziemlich alle Phasen, Höhenflüge, Krisen, Ängste und Hoffnungen erlebt, die man in einem Business durchlaufen kann. Wenn ich dabei eins gelernt habe, dann ist es, dass wir als Gründer, Selbstständige und Unternehmer besonderen Bedingungen ausgesetzt sind. An uns zerren so viele Verpflichtungen, Aufgaben und Anforderungen. Wir werden förmlich überrollt, verlieren die Orientierung und verzetteln uns, wenn wir nicht jeden Tag an unserem Mindset und unserem Fokus arbeiten.

Diese Erfahrung habe ich immer und immer wieder gemacht, wenn ich dachte "so, jetzt hab ich alles im Griff" und den "Autopilot" eingeschaltet habe. Nachdem ich vor einigen Jahren begonnen hatte mit einem Erfolgsjournal zu arbeiten, erkannte ich, wie wichtig ein solches Tool für Gründer und Selbstständige ist. Es gibt kein besseres und einfacheres Instrument, um Erfolgsprinzipien effektiv ins Leben zu integrieren und sich damit quasi auf Erfolg zu programmieren.

Doch wie und warum gelingt das mit einem Erfolgsjournal?

Reflektierende Fragen gehören zu den mächtigsten Werkzeugen zur Entwicklung unserer Persönlichkeit und zur Lebensverbesserung. Genau damit arbeitet ein Erfolgsjournal, in dem es uns Fragen stellt bzw. unseren Fokus auf essenzielle Themen lenkt, über die wir nachdenken müssen. Nach mehreren Jahren Arbeit mit Erfolgsjournalen rate ich jedem Selbstständigen, sich kontinuierlich mit diesen Fragen zu beschäftigen – idealerweise in einer Morgenroutine, die ein optimales Setting für den Tag schafft:

1. Welches Ziel habe ich?

Ehrlich gesagt habe ich jahrelang ohne diese Frage tagein, tagaus meinen Unternehmer-Alltag bestritten. Für mich mittlerweile unbegreiflich. Heute schreibe ich mir an jedem Arbeitstag auf, an welchem Ziel ich arbeite. "Kein gutes Leben ohne persönliche Ziele" sagte schon der römische Philosoph Seneca. Ein Ziel kann klein oder groß sein, materiell oder anderer Natur – völlig egal. Wichtig ist, dass wir eins haben. Sonst verlieren wir uns ganz schnell in Orientierungslosigkeit und Zweifeln, wenn etwas unrund läuft. Sobald wir uns ein Ziel vor Augen führen und es notieren, wird unser Geist zwangsläufig sofort klarer und schärfer. Essenziell gerade für Start-ups!

2. Warum will ich das Ziel erreichen?

Das „Warum“ ist das innere Feuer, das alles antreibt, was wir tun. Das ist der Sinn oder der „Purpose“, von dem so oft gesprochen wird, den wir brauchen, um eine Delle ins Universum zuhauen. Es ist deshalb wichtig, dass wir uns diese Frage klar beantworten können und so unsere Motivation immer wieder befeuern. Wenn das Erreichen des Ziels auf etwas Größeres wie eine Vision oder ein längerfristiges Ziel einzahlt, erhält das Warum viel Kraft, die uns ganz automatisch antreibt.

3. Was tue ich heute für mein Ziel?

Ziele sind schnell aufgestellt. Es danach direkt wieder zu vergessen und irgendwann zu schauen, ob es erreicht wurde, ist definitiv keine gute Strategie. Eine allesentscheidende tägliche Frage muss es deshalb sein, was wir tun wollen, um das Ziel zu erreichen?  Nicht irgendwann, sondern heute, hier, jetzt! In der Betriebssamkeit des Gründer-Alltags geht das schnell unter. Und so bleiben die Ziele oft auf der Strecke. Ein Erfolgsjournal reibt uns diese Frage aber unablässig unter die Nase. So können wir gar nicht anders, als auf unser Ziel hinzuarbeiten.

4. Was ist das Wichtigste heute?

Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge, die uns voranbringen, ist einer der essenziellen Schlüssel zum Erfolg. Es ist fatal, wenn wir uns verzetteln, weil wir zu vielen Zielen und Vorhaben gleichzeitig nachlaufen. Dringende Angelegenheiten (die nicht immer wichtig sind) hämmern wie wild an unsere Tür und schreien nach Erledigung. Wenn wir uns dem unachtsam hingeben, sind wir verloren. Gerade heute habe ich wieder gelesen, dass Warren Buffet und Bill Gates auf die Frage, was am wichtigsten für ihren Erfolg war, wie aus der Pistole geschossen "Fokus" geantwortet haben. Alle wirklich erfolgreichen Menschen sind in der Lage, ihren Fokus wie mit einem Brennglas auf die wichtigsten Dinge zu halten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Ein Erfolgsjournal hilft uns zu definieren, worauf wir heute unseren Fokus legen und was das Wichtigste ist. Dabei wird es auch immer wieder darum gehen, was wir eben NICHT tun, was wir liegen lassen oder delegieren müssen.

5. Mit welchem Mindset gehe ich in den Tag?

Natürlich ist nicht jeder Tag perfekt. Und es kann Umstände geben, die das Leben privat oder unternehmerisch belasten. Das Ziel ist hier nicht, mit einer Tschaka-Mentalität alles schönfärben zu wollen, sondern mit einer guten, positiven Einstellung in den Tag zu starten. Denn egal, ob gerade die Sonne scheint oder ob es regnet im Leben – wir können immer selbst entscheiden, mit welchem Mindset wir in den Tag gehen. Und so, wie wir starten, verläuft der Tag meistens auch.

6. Für was bin ich dankbar?

Dankbarkeit ist etwas, das mir jeden Tag ein wohligwarmes Gefühl gibt – immer dann, wenn ich das in meine Erfolgsjournal schreibe. Auch und gerade dann, wenn es nicht rund läuft im Business, fühle ich mich dann beschenkt. Die enge Verkrampfung, die man dann oft spürt, löst sich fast augenblicklich, wenn man Dinge anerkennt und wertschätzt, die man so gerne und leicht vergisst. Ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, Arme und Beine, die Liebsten oder ein anderes der vielen Wunder in unserem Leben. Es ist erwiesen, dass wir uns reicher und glücklicher fühlen, wenn wir uns die kleinen und großen Wunder unseres Lebens bewusst machen. Gerade in schwierigen Phasen, die es immer wieder gibt, kann das extrem gut tun!

7. Welche Erfolge und positive Dinge kann ich verbuchen?

Manche Tage laufen einfach unrund, grau oder monoton. Wir alle wissen, dass das Leben eines Entrepreneurs gepflastert ist mit Rückschlägen, Hürden, Widrigkeiten und allerlei Herausforderungen. Gerade dann lohnt es sich, nach positiven Aspekten und Erfolgen zu suchen, selbst wenn es unscheinbare Dinge sind. Diese Gedanken richten uns auf, bestärken uns und machen uns sofort glücklicher. Gerade an harten Tagen ist das Balsam. Und an guten Tagen? Umso besser! Dann können wir es krachen lassen und feiern!

Der Autor Matthias Hechler gründete ein erstes Start-up bereits direkt nach seiner Ausbildung. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit Persönlichkeitsentwicklung und positivem Denken. Heute besitzt er mehrere Unternehmen und gibt als Autor sein Wissen über Erfolgsprinzipien und Persönlichkeitsentwicklung weiter. 2018 veröffentlichte er dazu sein DRANBLEIBEN Erfolgsjournal


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