7 Basics für Onlineshop-Gründer

Autor: Frank Schneider
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Noch nie war das Verkaufen und Einkaufen schneller und einfacher als durch Onlineshops. Kunden können bequem sowohl vom Sofa aus als auch von unterwegs ihren Bestellvorgang durchführen. Und Anbieter können mit überschaubaren Mitteln ihre Produkte, Dienstleistungen etc. vertrieben bzw. verkaufen. Was Gründer grundlegend wissen bzw. beachten sollten, um erfolgreich einen Onlineshop zu betreiben.

1. Die Zielgruppe im Blick behalten

Es ist essentiell, gleich zu Beginn eine Zielgruppenanalyse durchzuführen. Denn Shopbetreibern wird das beste Angebot oder das größte Sortiment nichts nützen, wenn sie ihre Zielgruppe nicht ansprechen. Für Unternehmer, die bereits im stationären Handel tätig sind, ist es nicht schwierig, sich auf die richtige Zielgruppe zu fokussieren. Denn sie haben bereits eine breite Produktpalette auf dem Markt etabliert und wissen nicht nur, welcher Kundentyp bei ihnen einkauft, sondern auch, welche Produkte sich am besten verkaufen lassen. Für Gründer ist das oftmals jedoch absolutes Neuland. Folgende Fragen sollten sich Start-ups daher unbedingt stellen:

  • Welche Artikel soll unser Sortiment beinhalten?
  • Wie ist die Nachfrage auf dem Markt?
  • Für welche Zielgruppe ist unser Angebot interessant?

Es will nämlich gut überlegt sein, welche Waren ein Unternehmen anzubieten gedenkt. Die Zielgruppe kann sich je nach Auswahl verändern – und damit auch der Preis. Durch eine Analyse wird außerdem verhindert, dass Start-ups stapelweise uninteressante Ware in ihren Räumlichkeiten lagern, die mehr Staubfänger als Gewinnbringer sind.

2. Stets auf die Preisentwicklung achten

Bei den Preisen der Hersteller handelt es sich im Grunde um eine unverbindliche Empfehlung. Es kommt daher oft vor, dass sich der Wert für ein und dasselbe Produkt stetig ändert. Immer mehr Shops greifen deswegen auf eine sog. Repricing-Software zurück, die ihnen dabei hilft, Preisänderungen der Konkurrenz schnell zu bemerken und gegebenenfalls den eigenen Preis nach oben oder unten anzupassen.

3. Kundenorientierte Gestaltung des Shops

Bestandskunden werden jene, die nicht nur das gewünschte Produkt schnell finden, sondern auch mit dem Bestellprozess sowie dem Versand zufrieden sind. Wenn sich Konsumenten wohl fühlen, dann werden sie schnell zu Neu- und später zu Stammkunden. Doch dafür müssen Startups ihren Onlineshop sowohl funktional als auch ansprechend gestalten. Denn nur so wird für den Verbraucher ein Einkaufserlebnis geschaffen, welches in dazu ermutigt, auch ein zweites Mal einzukaufen. Für Zufriedenheit sorgen unter anderem folgende Komponenten, die in keinen Webshop fehlen dürfen:

Einfache Navigation und ansprechendes Design

Der Kunde will das Gesuchte schnell und einfach finden. Je länger die Suche dauert, umso ungeduldiger wird er und bricht eventuell sogar den Bestellvorgang ab. Daher sollten Betreiber auf diese Funktionen nicht verzichten:

  • Filterfunktionen
  • Ober- und Unterkategorien
  • Suchfunktion
  • Produktkonfiguratoren

Ein Onlineshop sollte außerdem übersichtlich strukturiert sein und den Kunden förmlich dazu einladen, im vorhandenen Angebot zu stöbern.

Wer sich im E-Business von der Konkurrenz abheben will, muss weiterhin darauf achten, eigene Bilder der angebotenen Ware zu verwenden. Natürlich ist es einfacher, die vom Hersteller bereitgestellten Fotos zu nehmen. Durch Produktfotografie lässt sich ein Artikel allerdings haptischer darstellen. Es lohnt sich ebenfalls, nicht nur die mitgelieferten Herstellerinformationen zu nutzen. Stattdessen sollten in den Produktbeschreibungen die relevanten Informationen, die Alleinstellungsmerkmale und Erklärungen zum Artikel verschriftlicht werden. Die Daten der Hersteller bieten für Kunden meistens zu wenig Details.

Bezahlmöglichkeiten

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Bezahlmöglichkeiten. Es empfiehlt sich mehrere Optionen anzubieten, um den Bedürfnissen der Konsumenten zu entsprechen. Genutzt werden häufig:

  • Paypal o.ä.
  • Kreditkarte
  • Lastschrift
  • Nachnahme
  • Vorkasse

Datenschutz

Datenschutz ist ein Punkt, der nicht nur gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern den Kunden auch immer wichtiger wird. Persönliche Daten sind vertraulich zu behandeln. Viele Shops begehen den Fehler und verlangen zu viele Informationen von ihren Nutzern. Im Normalfall reichen der Name und die Lieferanschrift vollkommen aus. Bei Artikeln, für die man mindestens 18 Jahre alt sein muss, lohnt sich die Eingabe des Geburtsdatums als Verifizierung. Auch die Frage nach einer Telefonnummer kann zweckdienlich sein, sofern dem Nutzer erklärt wird, warum das Unternehmen diese Information benötigt.

Anpassung an Geräte

Seitdem die Konsumenten immer häufiger ihre Einkäufe via Smartphone und Tablet tätigen, ist es wichtig, die Einstellungen dem Endgerät anzupassen. Nur so kann gewährleistet werden, dass eine optimale Anzeige der Webseite erfolgt.

4. Schutz vor Abmahnungen

Es gibt viele gesetzlichen Auflagen und Vorschriften, die die Rechte des Konsumenten schützen sollen. Allerdings erschweren sie teilweise das Leben von Betreibern eines Onlineshops. Wenn sich ein Unternehmen nicht nur vor Abmahnungen schützen, sondern auch rechtlich auf der sicheren Seite sein will, müssen folgende Punkte transparent behandelt werden:

  • Impressum
  • Widerrufsrecht & -belehrung
  • AGB
  • Preise, Versandkosten und Lieferzeiten
  • Datenschutzerklärung
  • Garantie & Gewährleistung

5. Ein Warenwirtschaftssystem verschafft einen besseren Überblick

Selbstverständlich ist das Budget eines Start-ups begrenzt. Trotzdem lohnt sich der Kauf einer solchen Software. Sie wird langfristig dabei helfen, die Ware schnell zum Kunden zu befördern und dadurch Lieferverzögerungen oder gar Stornierungen zu verhindern. Durch ein Warenwirtschaftssystem werden alle eingehenden Bestellungen zentral gesammelt. Das ist wichtig, wenn man die Produkte nicht nur im eigenen Shop, sondern auch auf Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay anbietet. Gerade junge Gründer verlieren dann schnell die Übersicht. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass das Programm permanent den Lagerbestand überwacht. So wird beispielsweise angezeigt, wenn von einem bestimmten Artikel nur noch wenige Exemplare vorrätig sind. Damit es nicht zu Lieferschwierigkeiten oder Engpässen kommt, warnt das System rechtzeitig und kann – je nach Einstellung – die Ware selbstständig nachordern.

6. Werbung, Werbung, Werbung

Um potenzielle Käufer auf den neuen Webshop aufmerksam zu machen, bedarf es einer gut durchdachten Werbemaßnahme. Am Anfang empfehlen sich im Printbereich Artikel, die sich billig und in großer Stückzahl produzieren lassen, wie Flyer oder Coupons. Gleichzeitig ist eine mediale Präsenz nötig. Online-Werbung auf Facebook ist beispielsweise ein guter Anfang. Später lohnt sich auch personalisierte E-Mail-Werbung, mit der man den Kunden direkt anspricht. Um sich von der Konkurrenz abheben zu können, müssen User den Shop allerdings erst finden. Immer wichtiger wird daher das Ranking bei Suchmaschinen. Denn je weiter oben ein Shop in der Google-Auswahl auftaucht, umso höher wird die Klickrate und der Kundenstamm wächst automatisch. Für die Suchmaschinenoptimierung gibt es spezialisierte Agenturen, die unerfahrene Unternehmen unterstützen.

7. Logistische Probleme verhindern

In der Anfangszeit, wenn die Bestellungen noch übersichtlicher sind, reicht der normale Paketdienst vollkommen aus. Sobald sich die Zahl jedoch erhöht, stehen Startups vor dem Problem, dass sie nicht wissen, wie sie dem Versand Herr werden sollen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um logistische Probleme zu verhindern:

Das Unternehmen richtet sich einen eigenen Fuhrpark ein. Das dürfte mit dem geringen Budget eines Startups jedoch schwer möglich sein. Denn auf das Unternehmen kommen hohe Kosten für die Miete, die Fahrzeuge, Versicherungen, Sprit und spezielle Transportbehälter zu.

Alternativ kann man auch eine Spedition damit beauftragen, die bestellte Ware von A nach B zu liefern. Auch die Behälter für den Transport können Unternehmen anmieten. Es gibt Behältervermieter wie sprintBox, die das sog. Behälterpooling anbieten. Diese stellen unter anderem Container oder auch Paletten zur Verfügung und reinigen sie anschließend durch ein umweltschonendes Reinigungsverfahren. Dadurch können sie häufiger wiederverwendet werden, als es normalerweise üblich ist.

Der Autor Frank Schneider hat sich auf Marketing, Personal und Controlling sowie Rechnungswesen spezialisiert und ist als selbständiger Unternehmensberater tätig, [email protected]

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