Studie: Globale Social-Media-Marketingtrends und -Nutzung


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Eine neue Studie gibt Aufschluss über die neuesten Social-Media-Marketing-Trends und Kennzahlen für alle Marken, Branchen und Kanäle.

Die Unified-Customer-Experience-Plattform Emplifi hat die Ergebnisse ihrer Analyse der Social-Media-Ausgaben von Tausenden von Marken weltweit für das zweite Quartal 2022 veröffentlicht.

Die Ergebnisse des Berichts belegen einen Anstieg der durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, einen leichten Anstieg des durchschnittlichen monatlichen Cost-per-Click (CPC) sowie ein stabiles Engagement auf Facebook und Instagram. Ebenfalls zeigen die Daten einen Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Click-Through-Rate (CTR) sowie eine leicht gesunkene Antwortrate der Marken auf Kund*innenfragen in den sozialen Medien.

Marken erhöhen ihre Investitionen in Paid Social

Nach einem bemerkenswerten Rückgang im ersten Quartal 2022 stiegen die durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben der Marken im zweiten Quartal wieder um 18 Prozent auf über 4.200 USD – ein Wert, der nahe dem Jahreshöchststand aus dem vierten Quartal 2021 liegt. Mit der Erholung in diesem Quartal sind die durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen, was darauf hindeutet, dass Marken mehr Budget bereitstellen, um ihre Zielgruppen über Paid Social zu erreichen.

Click-Through-Rate (CTR) sinkt weiter

Die Daten zeigen, dass die durchschnittliche monatliche CTR im Laufe der Zeit stetig gesunken ist und im ersten Quartal 2022 unter die 1-Prozent-Marke fiel. Das vergangene Quartal zeigt ein ähnliches Bild: Die CTR sank auf 0,93 Prozent, was einen Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Trotz dieses Rückgangs können sich Unternehmen weiterhin darauf verlassen, dass Social-Media-Werbung einen Mehrwert bringt, da das Engagement bei der Interaktion von Verbrauchern mit bezahlten Social-Media-Beiträgen weitgehend stabil bleibt.

Der durchschnittliche Cost-per-Click (CPC) bleibt stabil

Während die CTR stetig gesunken ist, zeigen die Daten, dass der CPC trotz einiger Schwankungen in den letzten Quartalen relativ stabil blieb und im zweiten Quartal 2022 bei 0,20 Dollar lag. Da der durchschnittliche CPC in diesem Quartal wieder anstieg, nachdem er zu Beginn des Jahres gesunken war, wird es interessant sein zu verfolgen, ob es sich dabei um eine vierteljährliche Schwankung oder den Beginn eines Aufwärtstrends handelt.

Instagram dominiert nach wie vor das Engagement

Nach einem stetigen Rückgang seit dem zweiten Quartal 2021 stiegen die durchschnittlichen Interaktionen mit Facebook-Posts im Quartalsvergleich leicht an und erreichten den höchsten Stand seit dem dritten Quartal des Vorjahres. Das Niveau vom zweiten Quartal 2022 bleibt jedoch deutlich unter dem des zweiten Quartals 2021, wobei Marken etwa 5,2 Interaktionen pro 1.000 Impressionen auf Facebook generieren, was einem Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Was die Branchen anbelangt, so erzielten Marken aus den Sektoren Industrie (9,79) und Beherbergung (9,04) die höchsten Interaktionsraten auf Facebook, während die niedrigsten Werte für E-Commerce (2,80), Einzelhandel (3,64) und Mode (3,90) verzeichnet wurden.

Instagram zeigt weiterhin ein deutlich stärkeres Engagement als Facebook, mit etwa 32 Interaktionen pro 1.000 Impressionen im zweiten Quartal 2022, was dem Niveau des letzten Jahres entspricht. Marken in den Sektoren Getränke (47,37), Alkohol (46,83) und Software (45,11) verzeichneten das höchste Engagement, während Marken aus den Bereichen Einzelhandel (17,71), Telekommunikation (21,58) und E-Commerce (22,81) zurückblieben.

TikTok versus Instagram

In einer Analyse von TikTok- und Instagramkonten von über 330 Marken im Zeitraum Januar bis Juni 2022 zeigen Emplifis Daten, dass Marken öfter auf Instagram (68 %) als auf TikTok (32 %) posten, bezogen auf die relative Posting-Häufigkeit. Während die Reichweite und die Interaktionen auf Instagram höher waren, hatten Videoinhalte auf TikTok ein stärkeres Engagement. Auf beiden Plattformen war jedoch in den letzten sechs Monaten ein Aufwärtstrend bei den Interaktionsraten zu beobachten, der im Juni 2022 seinen Höhepunkt erreichte und damit das Interesse der Nutzer*innen an ansprechenden Videoinhalten bestätigte.

Twitter zeigt die schnellsten Antwortzeiten auf Fragen

Die Studie zeigt weiterhin, dass die durchschnittlichen Antwortraten für Marken, die Fragen auf Facebook und Instagram beantworten, im zweiten Quartal 2022 leicht gesunken sind. Auf Twitter sind die Antwortquoten nach leichten Schwankungen wieder auf ein ähnliches Niveau wie zur gleichen Zeit des letzten Jahres zurückgekehrt. Bei der Betrachtung des Engagements nach Branchen wiesen Marken aus den Bereichen Beauty, FMCG, Food und Home & Living vergleichsweise höhere Antwortraten auf Nutzer*innenfragen in sozialen Netzwerken auf, während Marken aus dem Bereich Automotive auf allen drei Social-Media-Plattformen niedrigere Antwortraten verzeichneten.

In Bezug auf die Zeit, die Marken für die Beantwortung von Fragen benötigten, verzeichneten Instagram und Twitter im Vergleich zum Vorquartal einen leichten Anstieg, während Facebook im zweiten Quartal in Folge einen Rückgang verzeichnete. Betrachtet man die Daten nach Branchen, so zeigt sich, dass einige Marken auf Facebook die langsamsten Antwortzeiten haben (Alkohol, Beauty, FMCG-Lebensmittel, Haus & Wohnen, Dienstleistungen), während andere Marken auf Instagram am schnellsten reagieren (Automobil, E-Commerce, Elektronik, Mode, Einzelhandel). Mit Ausnahme einer Branche (FMCG-Lebensmittel) weist Twitter jedoch in der Regel die schnellsten Reaktionszeiten der drei untersuchten Netzwerke auf.

Methodik

Die Analyse von Emplifi basiert auf Daten aus dem zweiten Quartal 2022 und auf Vergleichen mit dem Vorjahr, die Anfang Juli 2022 heruntergeladen wurden.

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Vorsicht: Rückforderungen von Coronahilfen

Das müssen Unternehmen und Solo-Selbstständige jetzt wissen, wenn ein Rückzahlungsbescheid ins Haus flattert.

Mitten in der Energiekrise erhalten viele Solo-Selbstständige und Unternehmen Rückzahlungsbescheide für bereits ausgezahlte Coronahilfen. Viele dieser Bescheide sind allerdings nicht rechtens und können deshalb juristisch angefochten werden. Rechtsanwalt Marc Baschin von der Wirtschaftskanzlei Goldenstein beantwortet nachfolgend die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wieso werden bereits genehmigte und ausgezahlte Coronahilfen zurückgefordert?

Die Auszahlung von Coronahilfen erfolgte sehr unbürokratisch und oftmals ohne große Vorprüfung der jeweiligen Anträge. Umso akribischer prüfen die zuständigen Behörden diese Anträge nun rückwirkend auf fehlerhafte Angaben. Sobald bei dieser Nachkontrolle Ungereimtheiten festgestellt werden, wird die zuvor ausgezahlte Summe teilweise oder vollständig zurückgefordert.

Da die die Auszahlung der Coronahilfen von den Bundesländern individuell organisiert wurde, kümmern diese sich auch einzeln um die Nachprüfung der Anträge. Dementsprechend gehen Rückforderungsbescheide auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten bei den jeweiligen Unternehmen und Solo-Selbstständigen ein. Zudem sollen Zahlungsempfänger in einigen Bundesländern eine mögliche Rückerstattung ihrer Coronahilfen selbstständig auf einer eigens dafür eingerichteten Website überprüfen.

Wie sollten auf Rückzahlungsbescheide reagiert werden?

Viele Rückzahlungsbescheide sind nicht rechtens. Daher sollte die angeforderte Zahlung nicht ohne vorherige Überprüfung veranlasst werden. Um keine Fristen verstreichen zu lassen, ist es allerdings wichtig, sich nach dem Erhalt eines Rückzahlungsbescheids schnellstmöglich rechtlich beraten zu lassen. Ansonsten müssen möglicherweise Verzugszinsen gezahlt werden. Wer zu lange wartet, riskiert sogar eine Zahlungsverpflichtung, obwohl sich der Rückzahlungsbescheid im Nachhinein möglicherweise als unzulässig herausstellt.

Wieso sind einige Rückzahlungsbescheide nicht rechtens?

Es gibt vielfältige Gründe, weshalb ein Rückzahlungsbescheid unzulässig sein kann. Generell gilt: Wer einen berechtigten Anspruch auf die Auszahlung von Coronahilfen hatte, den jeweiligen Antrag korrekt ausgefüllt und das erhaltene Geld im dafür vorgesehenen Zeitraum entsprechend des Förderungszwecks genutzt hat, muss einer Rückforderung nicht nachkommen. In solchen Fällen basieren Rückforderungsbescheide oft nur auf Missverständnissen, die mittels eines kurzen Schriftwechsels aufgeklärt werden können.

Manchmal ist es aber auch nötig, weitere juristische Schritte einzuleiten. Beispielsweise können einige Coronahilfen schon allein deshalb nicht zurückgefordert werden, weil diese zum Zeitpunkt der Auszahlung als nicht rückzahlbar deklariert wurden. In diesen Fällen konnten die Zahlungsempfänger also gar nicht wissen, dass das erhaltene Geld zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise zurückgezahlt werden muss. Dennoch lassen es die verantwortlichen Behörden in solchen Fällen erfahrungsgemäß auf ein Gerichtsverfahren ankommen.

Grundsätzlich ist es aber auch in weniger eindeutigen Fällen möglich, erfolgreich gegen einen Rückzahlungsbescheid vorzugehen, obwohl erhaltene Gelder beispielsweise auch für private Zwecke oder erst nach dem dafür vorgesehenen Zeitraum ausgegeben haben. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn dieses geplante Ausgabeverhalten im genehmigten Antrag exakt so kommuniziert wurde. Daher sollten Rückzahlungsbescheide unbedingt überprüft werden, bevor einer Aufforderung zur Rückzahlung nachgekommen wird.

Wie können sich Unternehmen und Solo-Selbstständige gegen unzulässige Rückzahlungsbescheide wehren?

Betroffene Unternehmen und Solo-Selbstständige sollten ihre Ansprüche von einer spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei prüfen lassen. Auf Basis einer solchen (Erst-)Beratung kann herausgefunden werden, ob der jeweilige Rückzahlungsbescheid angefochten werden sollte.

Ist dies der Fall, sollte zunächst Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt werden. Dadurch ist es möglich, sich etwas Zeit zu verschaffen und der verantwortlichen Behörde zu übermitteln, weshalb der jeweilige Bescheid nicht rechtens ist. Sollte die Behörde dieser Argumentation nicht folgen, ist es unter Umständen nötig, den Bescheid vor Gericht anzufechten. Dann muss das verantwortliche Verwaltungsgericht die Sachlage bewerten.

Gab es schon Urteile zugunsten betroffener Unternehmen?

Ja. Mehrere deutsche Gerichte haben bereits entschieden, dass unterschiedliche Rückforderungsbescheide im Zusammenhang mit ausgezahlten Coronahilfen ungültig sind. Es ist zudem davon auszugehen, dass das Bundesverwaltungsgericht noch in diesem Jahr die ersten höchstrichterliche Grundsatzurteile zum Thema verkünden wird.

Können Rückforderungsbescheide auch angefochten werden, wenn diese bereits beglichen wurden?

Wenn die Rechtmäßigkeit eines Rückzahlungsbescheids angezweifelt wird, sollte dieser auch nicht unmittelbar beglichen werden. Dennoch besteht auch nach einer bereits erfolgten Zahlung die Option, gegen den jeweiligen Bescheid vorzugehen und das zurückgezahlte Geld zurückzufordern. Allerdings müssen diesbezüglich bestimmte Fristen eingehalten werden, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden können.

Was passiert, wenn Solo-Selbstständige oder Unternehmen gar nicht auf einen Rückforderungsbescheid reagieren?

Mit Zustellung des Rückforderungsbescheides laufen verschiedene Fristen, die unbedingt beachtet werden müssen. Wird nicht rechtzeitig Widerspruch gegen einen Bescheid eingelegt, muss der Rückforderungsbetrag möglicherweise bezahlt werden, obwohl sich dieser im Nachhinein als unberechtigte Forderung herausstellt. Unter anderem deshalb sollten Solo-Selbstständige und Unternehmen entsprechende Bescheide keinesfalls komplett ignorieren.

Gründer*in der Woche: consalio - schafft Transparenz bei Beratungsaktivitäten

Felicia Mundhenke hat 2021 ihr Start-up consalio mit der Vision gegründet, Beraterkosten in Unternehmen und im öffentlichen Sektor transparenter zu machen. Mehr dazu im Interview mit Felicia.

Wann und wie bist du auf die Idee zu consalio gekommen?
Ich habe viele Jahre in einem großen Konzern Marketing-Kampagnen entwickelt und hier mit vielen Agenturen, Beratern und Freelancern gearbeitet. Die Idee zu consalio entstammt tatsächlich aus einem echten „Pain“, den ich in der Zusammenarbeit mit den Agenturen regelmäßig erfahren habe.

Die Herausforderung war, bei großen Projekten und einer Vielzahl an externen Dienstleistern die Kosten jederzeit im Blick zu behalten und rechtzeitig, also vor Rechnungseingang, gegensteuern zu können. Auch wenn während des Projektes alles gut lief, gab es häufig bei der Abrechnung ein böses Erwachen begleitet von unangenehmen Gesprächen und Nachverhandlungen.

Ich hätte mir ein Tool gewünscht, das mir in Echtzeit ein Status-Reporting sämtlicher Dienstleister gibt und immer wiederkehrende Fragen zu Budget, Kostenentwicklung, Abrechnungsstatus per Klick beantwortet. Auch das Thema Freigabeprozesse („Sind die Rechnungen inhaltlich in Ordnung?“) und Bewertung („Wie zufrieden waren wir bei der vorletzten Kampagne mit Agentur xy?“) waren nicht wirklich standardisiert. Jedes Mal standen wir vor denselben Fragen.

Also habe ich mich damit beschäftigt, wie man die Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Berater transparenter und standardisierter gestalten könnte und die manuellen und zeitintensiven Reporting- und Freigabe Prozesse über Excel, E-Mails und Telefonate effizienter machen könnte.

Hier setzt consalio an: die Software liefert dem Kunden in ein Echtzeit Überblick über sämtliche Berateraktivitäten und -kosten in der Abteilung (oder dem Unternehmen) und ermöglicht eine qualitative und quantitative Analyse von projektrelevanten Kennzahlen (Kosten, Staffing, Timelines, Fortschritt etc.). Daran schließt sich die Freigabe von Leistungsnachweisen oder Proforma Rechnungen an und der gesamte Prozess wird auf einmal nachvollziehbar. Mit consalio erhalten die Unternehmen eine Entscheidungsgrundlage und zwar automatisiert und ohne Aufwand für den Kunden oder Berater.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zu deiner fertigen Advisor-Spend-Management-Lösung?

Im Prinzip dreht sich bei uns (wie in jedem Start-up) alles um die vier wichtigsten „Baustellen“, die alle parallel laufen und gleichzeitig voneinander abhängig sind:

1. Finanzierung

Da ich als Betriebswirtin selbst keine Software-Entwicklungskenntnisse habe, musste ich das Produkt mit externer Unterstützung bauen, was die Finanzierung von Tag 1 auf die Agenda brachte. Fundraising ist unglaublich zeitintensiv, aber notwendig, um die für die jeweilige Unternehmensphase passende Finanzierungsart und Investoren zu finden. Wir hatten das große Glück, eine unglaublich starke Gruppe an Business Angels zu gewinnen, die uns zum Teil schon unterstützen, als das Produkt nur als Prototyp vorhanden war.

2. Team

Von Investoren wird man auf die Frage, was am wichtigsten ist, immer die Antwort bekommen: „1. Team, 2. Team, 3. Team“. Nachvollziehbar, denn gerade am Anfang müssen die „PS auf die Straße gebracht werden“, um die Idee umzusetzen. Das ist keine One-Man/One-Woman-Show, dafür braucht es ein Team zu haben, idealerweise mit unterschiedlichen Profilen und Expertisen. Ich bin sehr froh, mit Seong-Min einen Mitgründer an meiner Seite zu haben, der leidenschaftlicher Entwickler ist und langjährige Erfahrung in der Führung von technischen Teams hat. Um das Produkt schnell zur Marktreife zu bringen, liegt sein Fokus neben dem Programmieren beim Aufbau des Entwickler-Teams. Mit der nächsten Finanzierungsrunde wir dann das Sales Team aufgebaut, so dass die Vertriebsorganisation und -prozesse professionalisiert werden. Ihr kennt ja sicher den Spruch: „It takes a village to raise a child.“ Das trifft auch auf ein Start-up zu.

3. Produkt

Was uns sicher geholfen hat, war ein konkretes Problem aus dem Berufsalltag zu haben, wofür wir eine Lösung bauen wollten. Um die Skalierbarkeit zu validieren, haben wir mit weit über hundert Abteilungsleitern aus unterschiedlichen Bereichen gesprochen. Wir stellten fest, dass das Problem in allen Bereichen besteht, in denen mit externen Dienstleistern gearbeitet wird, also auch Rechtsabteilungen, Steuerabteilungen, IT-Departments, M&A Boutiquen etc. Es wurde schnell klar, wie mächtig eine solche Lösung aufgrund der gewonnenen Daten werden kann und wo die Reise für consalio hingehen könnte. Die Herausforderung war, daraus die Prioritäten für die Funktionalitäten abzuleiten und diese konsistent abzuarbeiten. Oftmals waren wir selbst so begeistert von einem neuen Feature und mussten uns gegenseitig bremsen, um erstmal eine Sache fertig zu stellen, sie testen zu lassen und basierend auf dem Feedback weiterzuentwickeln.

4. Kunden

Uns war wichtig, so früh wie möglich mit „echten“ Daten zu arbeiten und das Feedback von den Kunden zu erhalten, um das Produkt zu entwickeln. Nur dann kann man auch beweisen, dass es sich um ein relevantes Problem handelt und die verschiedenen Anwendungsfälle bedient werden können. Für Investoren ist ein stetig wachsender Kundenstamm essentielles Kriterium, um in ein Start-up zu investieren. Mit den ersten Kunden im Gepäck laufen die Gespräche mit Investoren und potenziellen Neukunden um einiges leichter. Vielleicht aber auch deshalb, weil man selbst an Selbstvertrauen gewinnt und einen besseres Verständnis für die Anforderungen der Kunden hat.

Was ist das Besondere an consalio, wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen?

Wir haben consalio entwickelt, um die Fachabteilungen zu unterstützen, also diejenigen, die mit den Beratern, Agenturen, Kanzleien inhaltlich tagtäglich arbeiten. Bisherige Lösungen fokussieren sich meisten auf den Einkauf oder das Controlling, sind aber für die Fachabteilungen nicht zugänglich oder nur schwer zu bedienen und liefern aufgrund der Datenquellen immer die ex-post Sicht (also idR. nach Rechnungszahlung). Durch eine Übermittlung der „work-in-progress“ Daten direkt von den Beratern und noch vor Abrechnung sind wir in der Lage, ein Echtzeit Bild abzuliefern und die Freigabe direkt in consalio abwickeln und nachhalten zu können. Auf diese Weise unterstützen wir Unternehmen dabei, die Effizienz der Beratungsleistungen zu verbessern und durch die automatisierten Prozesse Zeit zu gewinnen für das Wesentliche.

Wer sind deine Kund*innen bzw. wo kommt deine Lösung zum Einsatz?
Das Spannende ist, dass die fehlende Kostentransparenz bei Beratungsprojekten in sehr vielen Bereichen besteht: im Rechtsabteilungen, Steuerabteilungen, M&A sowie IT Abteilungen – im Prinzip überall, wo mit externen Beratern und Dienstleistern gearbeitet wird.

Unsere Kunden sind also Abteilungsleiter*innen aus den Bereichen Recht, Steuern, Marketing, IT mittelständischen und großen Unternehmen, die Budgetverantwortung haben und Transparenz über die Beratungen, Kanzleien oder Agenturen in ihren jeweiligen Abteilungen benötigen. Oftmals sind es aber auch die CFO-Offices, die einen Gesamt-Überblick über sämtliche Dienstleister im Unternehmen haben möchten. Beides können wir bedienen.

Was sind deine weiteren unternehmerischen Pläne und To-do's?

Wir haben Ende letzten Jahres das Produkt zur Marktreife gebracht und gehen nun aktiv in die Vermarktung. Das ist für uns ein spannender Punkt, denn jetzt zeigt sich, in welchen Bereichen der Nutzen von consalio am größten ist und wo wir künftig den Fokus legen werden. Interessanterweise ist das Feedback auch von der Beratungs-Seite sehr positiv, da eine vereinfachte Leistungsfreigabe dazu führt, dass die Rechnungen vom Kunden schneller bezahlt werden. Das eröffnet uns natürlich viele spannende Ansatzpunkte für Kooperationen mit Beratungen, Agenturen und Kanzleien.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Bei einer Unternehmensgründung gibt es noch keine Prozesse, man fängt bei Null an und muss alles selbst aufbauen. Und es gibt keine Budgets für Berater. Für jemanden, die wie ich aus dem Konzern kommt, war das schon eine Umstellung. Was mir dabei geholfen hat und was ich mir jeden Tag vor Augen halte ist ein Satz von Desmond Tutu: „There is only one way to eat an elephant: a bite at a time.“ Das Ziel sollte man immer vor Augen haben, aber es hilft, sich den Weg dahin in kleine Etappen zu verpacken und auch nur bis zur nächsten Etappe zu schauen. Dann wird der Rückblick umso mehr Spaß machen, wenn man sieht, was man schon alles geschafft hat.

Hier geht's zu consalio

Das Interview führte Hans Luthardt

Kölner PropTech aedifion sammelt 12 Mio. Euro ein - europäische Marktführerschaft angestrebt

Das 2017 von Felix Dorner, Dr.-Ing. Johannes Fütterer, Dr. Jan Henrik Ziegeldorf und Erik Brümmendorf gegründete PropTech-Unternehmen aedifion hat 12 Millionen Euro in einer Series-A-Runde von neuen und Bestandsinvestoren eingesammelt.

Aedifion wurde 2017 aus einem führenden Forschungsinstitut für Gebäudetechnik an der RWTH Aachen ausgegründet und nimmt an mehreren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Forschungsprojekten anderer Hochschulen und Forschungseinrichtungen teil. Mit der Cloud-Software von aedifion können Verwalter*innen und Inhaber*innen gewerbliche Gebäude einfacher und digitaler betreiben – und sie effizienter und damit auch deutlich klimafreundlicher machen. Bis zu 40 Prozent – im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent – kann der Energiebedarf für das Heizen und Kühlen von Gebäuden durch Optimierung der Abläufe gesenkt werden, wie das Unternehmen selbst in zahlreichen veröffentlichten Case Studies darlegt.

Lead-Investoren der überzeichneten Runde sind der auf Climate-Tech spezialisierte Berliner Wagniskapitalgeber World Fund und die Technologie- und Investmentplattform BeyondBuild für die Bau- und Immobilienbranche unter Beteiligung des Family Offices der SAP-Gründerfamilie Hopp. Zu den weiteren Investoren zählen Bauwens, Drees & Sommer und MOMENI Ventures. Auch die Bestandsinvestoren BitStone Capital und Phoenix Contact Innovation Ventures investieren in dieser Runde erneut.

Smarte Gebäude als Teil des Energiesystems

Das frische Kapital will aedifion unter anderem für die Erweiterung der Produktpalette nutzen und die europäische Marktführerschaft anstreben. „Wir wollen Gebäude zu einem Teil des Energiesystems der Zukunft machen“, sagt Gründer und CEO Johannes Fütterer. „Dank Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz können Gebäude zum Teil der Energiewende werden – als virtuelle Kraftwerke, die Teil eines smarten Netzes sind.“

Eine künstliche Intelligenz, die beispielsweise Heizungsanlagen vorausschauend steuert, nutzt dafür zahlreiche Daten vom Wetter bis zur per Software ermittelten thermischen Kapazität des Gebäudes. „So können die Wärmepumpen dann eingeschaltet werden, wenn der Strompreis günstig ist.” Gerade wenn viele Immobilien so gebündelt smart gesteuert werden, spart das nicht nur Emissionen und Geld, sondern dient auch der Stabilität des Stromnetzes insgesamt. „Das ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende, denn mit mehr Sonne und Wind im Netz schwankt auch das Stromangebot", sagt Fütterer.

Darüber hinaus bietet die Cloud-Software Eigentümer*innen, Verwalter*innen, Facility-Manager*innen und Ingenieurbüros zahlreiche digitale Werkzeuge zur Optimierung und Regelung von Gebäudetechnik.

Einsparpotenzial: 10 Millionen Tonnen CO2

Die Software arbeitet unabhängig davon, welche Gebäudetechnik verbaut ist, und kann über offene Schnittstellen mit anderen Anwendungen kommunizieren. Das Potenzial ist groß: Allein in Deutschland gibt es 2,7 Millionen gewerbliche Gebäude mit rund 1,35 Milliarden Quadratmeter Nettogrundfläche. Damit könnten mehr als 10 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr nur durch den Einsatz der Cloud-Plattform eingespart werden. „Bürogebäude sind für 6,6% der globalen CO2-Emission verantwortlich und bieten damit gleichzeitig ein riesiges Potential für den Klimaschutz”, sagt World-Fund-Investment-Manager Mark Windeknecht. „aedifion ist ein exzellentes Deep-Tech-Beispiel, das zeigt, wie Klimaschutz und Kostenersparnisse per Software skaliert werden können.“ Alexander Reichhuber, Managing Partner bei BeyondBuild, ergänzt: „Wir sind der festen Überzeugung, dass aufgrund der gebotenen Dringlichkeit bei der Erreichung der Klimaziele ein effizientes Optimieren vor einem zeitaufwendigen Transformieren von Gebäuden unausweichlich ist. aedifion spielt hierbei mit ihrer Technologie eine Schlüsselrolle.“

Hawk AI: 17 Mio. US-Dollar Series B für Münchner KI-Start-up

Das 2018 gegründete Start-up Hawk AI, Softwareanbieter für Geldwäschebekämpfung und Betrugsprävention für Finanzinstitute, gibt eine neue Serie-B-Finanzierung in Höhe von rund 17 Mio. US-Dollar bekannt.

Hawk AI-Founder mit 200 Mio. Exit

Das Geld soll dazu genutzt werden, um die Produktentwicklung sowie die globale Expansion weiter zu beschleunigen. Die Finanzierungsrunde wurde von Sands Capital aus Washington D.C. angeführt und von neuen sowie bestehenden Investoren, darunter DN Capital, Coalition, BlackFin Capital und Picus Capital, kofinanziert.

Die beiden österreichischen Gründer Wolfgang Berner und Tobias Schweiger haben einst die SaaS-Plattformen Pay.On mit aufgebaut und 2015 einen Exit in Höhe von 200 Millionen US-Dollar hingelegt.

Erklärbare künstliche Intelligenz

Ihr neues Start-up Hawk AI möchte Banken und Finanzdienstleister im Kampf gegen Finanzkriminalität unterstützen. Die Plattform des Unternehmens, die auf einer flexiblen Cloud-Infrastruktur basiert und durch erklärbare Künstliche Intelligenz verstärkt wird, erkenne Verdachtsfälle, die andere Systeme übersehen und reduziere gleichzeitig die Fehlalarmrate. Die Compliance-Teams der Finanzinstitute würden dabei von Interfaces profitieren, welche den Fokus auf wichtigen Verdachtsfälle ermöglichen.

„Mein Co-Founder Wolfgang Berner und ich haben Hawk AI aus der gemeinsamen Überzeugung heraus gegründet, dass moderne Finanzkriminalität nur durch hochmoderne Echtzeit-Überwachungstechnologie bekämpft werden kann“, sagt CEO Schweiger. „Damit grenzen wir uns stark von den bestehenden Altsystemen ab. Das Wachstum von Hawk AI wird durch die branchenweite Nachfrage nach KI, Cloud-Outsourcing und der Fusion von Betrugs- und Anti-Geldwäsche-Technologie vorangetrieben. Mit dieser Finanzierungsrunde können wir unser Ziel, die weltweit führende Softwareplattform im Kampf gegen Finanzkriminalität zu werden, schneller erreichen.“

Geldwäsche: Jährlich zwei Billionen US-Dollar Schaden

In Sachen Geldwäsche und Betrug werden jährlich mehr als zwei Billionen US-Dollar gewaschen. Wirtschaftsbetrug hat in wachstumsstarken Märkten in den letzten zwölf Monaten um mehr als 37 Prozent zugenommen.

Ehemaliger N26-Manager mit an Board von Hawk AI

Das Compliance-Unternehmen – das seit eineinhalb Jahren Frühinvestor und den ehemaligen General Manager für DACH & Nordeuropa bei N26 Georg Hauer als CPO an Board hat – verzeichnete im Jahr 2022 ein Umsatzwachstum von 298 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kürzlich wurde es mit dem „Fintech Germany Award“ ausgezeichnet und hat seine globale Präsenz in München, London, New York, San Francisco, Paris und Warschau um Singapur erweitert.

Hawk AI ist heute in mehr als 60 Ländern in Europa, Nordamerika, Asien und Lateinamerika tätig und überwacht Milliarden von Transaktionen für viele Großkunden. Zusätzlich arbeitet das Startup auch eng mit Partnerunternehmen wie Visa und Diebold Nixdorf zusammen.

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität war in der Vergangenheit aufgrund komplexer Finanzstrukturen und regulatorischer Vorschriften sehr ineffektiv. Die ausgefeilte Technologie von Hawk AI und insbesondere der Einsatz erklärbarer künstlicher Intelligenz liefert nun dringend notwendige Lösungen für Banken und Zahlungsdienstleister“, sagt Chris Eng, Principal von Sands Capital. „Hawk AI ist führend in der Entwicklung eines sicheren Finanz-Ökosystems, und wir freuen uns darauf, das Team von Hawk AI dabei zu unterstützen, diese Plattform weltweit zu etablieren.“

Wechseljahres-Pionier XbyX – Women in Balance schließt siebenstellige Pre-Series-A Runde ab

Das 2019 von Peggy Reichelt und Monique Leonhardt gegründete Berliner Femtech-Unternehmen XbyX – Women in Balance ist eine D2C-Plattform für Frauen ab der Lebensmitte mit wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Lösungen für Wechseljahre und gesundes Altern.

Das Unternehmen gab heute den Abschluss einer siebenstelligen Pre-Series-A Finanzierungsrunde bekannt, die das dynamische Wachstum 2023 finanzieren wird. Die Runde wird von der ECONA AG, der Venture- und Private-Equity-Gesellschaft eines Berliner Family-Office übernommen. Neben dem Lead Investor ECONA ist zudem der AUXXO Female Catalyst Fund seit Anfang 2022 in XbyX investiert.

Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte

Die Idee zu XbyX hatte Seriengründerin Peggy Reichelt bereits 2018: Anfang 40, konfrontiert mit ihrer beginnenden Perimenopause, war sie irritiert, dass es kaum fundierte Informationen zu den Wechseljahren gab. Sie recherchiert, sucht Lösungen, testet selbst und gründet anschließend XbyX mit der Vision, die weibliche Gesundheit ab 40 ins Spotlight zu rücken und die Wechseljahre aus der Tabu-Ecke zu holen.

Die Gründerinnen konnten sich durch ihre Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte und unterstützt von einem erfahrenen medizinischen Beirat in kürzester Zeit als Pionier im Tabubereich Wechseljahre positionieren. Sie bauten einen loyalen Kundeninnenstamm von über 50.000 Frauen auf und konnten nach eigenen Angaben ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2022 mehr als verdoppeln. Neben einem stetig wachsenden Portfolio wissenschaftlich formulierter, pflanzlicher Nahrungsergänzungen, bietet XbyX drei umfangreiche Video-Education-Programme zu Hormonwissen, Kraftsport und Abnehmen ab der Lebensmitte an.

“Mit XbyX verstehen wir uns als beste Freundin unserer Kundinnen, als Wissensvermittlerinnen und Ort des Verständnisses. Wir setzen da an, wo im Gesundheitssektor Zeit oder auch Expertise fehlen und geben unseren Frauen das Wissen an die Hand, um autark die für sie individuell richtigen Entscheidungen treffen zu können”, so Monique Leonhardt.

“Anfangs kam oft die Frage, warum wir uns auf diese „kleine“ Nische konzentrieren”, so Peggy Reichelt. “Das zeigt, wie wenig Wissen hier existiert. Denn die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die sich über Jahrzehnte zieht und deren Implikationen Frauen über den gesamten Alterungsprozess hinweg begleiten. Und sie betreffen jede Frau – und damit die Hälfte der Menschheit.”

Wechseljahre sind weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode

Die Wechseljahre sind schließlich weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode: Sie sind eine besonders wichtige Zeit, in der Frauen entscheidende Weichen für ihre Gesundheit im Alter stellen. Genau hier setzt XbyX an und bekommt nun durch die Finanzierung wertvolle Unterstützung. Peggy Reichelt: “Wir sind sehr glücklich über unsere Investorenrunde, die uns nicht nur finanziell den notwendigen Rückenwind gibt, sondern auch unsere langfristige Vision zu 100 % trägt. Die Wechseljahre und die Frauengesundheit ab der Lebensmitte bekommen so endlich die Aufmerksamkeit und die moderne Wahrnehmung, die sie verdienen.”

Mit dem Investment plant das Berliner Start-up seine Vision einer Pro-Age-Gesellschaft weiter zu verwirklichen. Die Mittel werden in die Team-Erweiterung, die Entwicklung neuer Produkte und Angebote sowie die Erschließung neuer Märkte und Kanäle fließen und so das weitere dynamische Wachstum finanzieren.

Digital Identity Index Deutschland 2023

Die repräsentative Studie von IDnow gibt spannende Einblicke in die Akzeptanz von digitalen (Identifizierungs-)Verfahren in Deutschland.

Basis des Index ist eine repräsentative Studie unter 2.040 Erwachsenen ab 18 Jahren in Deutschland, die von YouGov zwischen dem 6. und 8. Dezember 2022 durchgeführt wurde.

Hier die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Laut Umfrage stören sich die allermeisten Deutschen bei analogen Vorgängen und Anträgen an den damit verbundenen langen Wartezeiten bei der Bearbeitung (59 %). Auch unflexible Termine und beschränkte Öffnungszeiten (58 %) sowie die Anfahrt zur jeweiligen Behörde, Bank oder Institution (40 %) wird als störend empfunden. Zudem stören sich 26 Prozent am Drucken von Dokumenten und 20 Prozent am Papierverbrauch. Die Adaption digitaler Methoden hinkt trotzdem noch etwas hinterher und das, obwohl der Wunsch nach mehr digitalen Diensten in der Bevölkerung vorhanden ist.

Digitale Dienste: Wunsch vs. Realität

Zwei Drittel (66 %) der Deutschen würden beispielsweise gerne mehr digitale Behördengänge nutzen. Nur neun Prozent tun das bisher allerdings. Die Hälfte der Bevölkerung (50 %) würde gern auch die Gesundheitsakte digital einsehen bzw. die Krankschreibung digital einreichen. Beides ist möglich, aktuell machen aber nur 16 Prozent der Bevölkerung davon Gebrauch.

Auffällig ist auch die Diskrepanz zwischen Vertragsabschlüssen für Banken oder Versicherungen gegenüber dem Abschluss von Miet- oder Arbeitsverträgen. Während jeweils über 60 Prozent der Befragten Vertragsabschlüsse bei Banken oder Versicherungen bereits digital nutzen bzw. es gerne tun würden, sind es bei Miet- und Arbeitsverträgen nur sechs Prozent, die diese Verträge digital abschließen; 40 Prozent möchten diese Verträge nicht digital abschließen. Dementsprechend wenig verbreitet ist die qualifizierte elektronische Unterschrift (QES), die hierfür zum Einsatz käme. Sie wurde lediglich von sechs Prozent der Deutschen bisher verwendet.

Popularität der Fernidentifizierungsverfahren

Während die QES bisher noch ein Nischendasein fristet, haben viele Deutsche bereits mehrmals ein digitales bzw. Fernidentifizierungsverfahren durchlaufen. Am weitesten verbreitet sind die Vor-Ort-Identifizierung in einer Postfiliale (40 %), das VideoIdent-Verfahren in einem Videochat mit einer Person (38 %) sowie vollautomatisierte Ident-Verfahren mit Foto/Selfie (14 %). Die eID-Funktion des deutschen Personalausweises hingegen wird auch über zehn Jahre nach deren Einführung kaum genutzt: Nur acht Prozent haben sie schon mal eingesetzt. Die privaten Lösungen werden gegenüber der staatlichen eID von den Nutzenden also klar bevorzugt. Identity Wallets, wie sie aktuell unter anderem auf EU-Ebene diskutiert werden, kommen bisher erst bei einem Prozent der Bevölkerung zum Einsatz.

Fehlendes Verständnis von eIDAS 2.0, eID und digitalen Identitäten

Über die Hälfte der Bevölkerung (52 %) hat laut Umfrage keine nähere Vorstellung was sich hinter „digitaler Identität“, „qualifizierter elektronischer Signatur“, oder „eID“, verbirgt. Schlusslicht in Sachen Verständnis der Begrifflichkeiten bilden die „EuID“ (4 %) und „eIDAS 2.0“ (2 %).

„Wenn wir bedenken, dass die eIDAS 2.0-Verordnung weitreichende Auswirkungen auf die fortschreitende Digitalisierung in unserem Alltag haben wird, ist es überraschend, dass die Diskussionen der EU bisher nicht von den Endnutzern wahrgenommen werden. Sowohl Staat als auch Privatwirtschaft müssen hier noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit es der EuID langfristig nicht wie der deutschen eID ergeht und sie im Bewusstsein der Nutzer verschwindet,“ kommentiert Dr. Heinrich Grave, Senior Vice President Digital Identity bei IDnow.

Identity Wallets: Vertrauen gegenüber Unternehmen aus Deutschland

Gegen die geplanten Identity Wallets – ein Kernstück der eIDAS 2.0-Verordnung – spricht aus Sicht der deutschen Bevölkerung vor allem die fehlende Sicherheit der Daten vor Identitätsmissbrauch oder Fälschungen (44 %), gezielte Hackerangriffe (43 %) und der Verlust bzw. Defekt des Smartphones (41 %). Rund jeder Dritte ist auch durch die Überwachung von Unternehmen (31 %) oder vom Staat (27 %) beunruhigt. Diese Bedenken schlagen sich in den Auswahlkriterien für eine Identity Wallet nieder: Den Deutschen ist Sicherheit (55 %) und Datenschutz (46 %) am wichtigsten. Für 36 Prozent ist die Nutzerfreundlichkeit ein zentrales Auswahlkriterium.

Für beide Kriterien, Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit der Identity Wallet, spielt der Sitz des Unternehmens eine große Rolle. Die Bevölkerung ist skeptisch gegenüber Unternehmen außerhalb der EU. Nur vier Prozent trauen ihnen eine gleichzeitig sichere Verarbeitung ihrer Daten sowie eine nutzerfreundliche Erfahrung zu. 28 Prozent trauen Unternehmen mit Sitz in Deutschland die Balance aus Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit zu. Weitere 26 Prozent glauben, dass rein staatliche Institutionen oder Stellen aus Deutschland diese Kriterien in einer Identity Wallet erfüllen könnten.

„Unser Digital Identity Index 2023 zeigt, dass es für die Nutzung von digitalen Diensten in Deutschland immer noch Luft nach oben gibt, insbesondere im Vergleich zum Rest der EU. Nutzer entscheiden sich aufgrund von Bedenken, oder aufgrund von Unwissenheit, noch häufig für analoge Prozesse, wo digitale Verfahren schon längst zur Verfügung ständen. In Hinblick auf die anstehenden Veränderungen, die Identity Wallets in der gesamten EU bringen werden, ist es deshalb so ungemein wichtig, Sicherheit mit Nutzerfreundlichkeit zu vereinbaren. Nur so können Politik und Wirtschaft ein zukunftsfähiges System für digitale Identitäten schaffen und deutsche Bürgerinnen und Bürger von ihren Vorteilen überzeugen“, ergänzt Heinrich Grave.

Der vollständige Digital Identity Index 2023 Deutschland steht hier als PDF-Report zum Download bereit.

GameChanger des Monats: Calcolution - CO2-Emissionen, fair berechnet

Das junge GreenTech-Start-up Calcolution aus Oberursel begleitet Unternehmen, Investor*innen und Institutionen auf ihrem individuellen Weg zur Sustainability Leadership mit innovativen Visualisierungen und Kooperationsmethoden. Mehr dazu im Interview mit dem Gründer Christian Schwehm.

Wir haben dich bzw. euch als GameChanger ausgewählt, weil du eine neuartige Methode entwickelt hast, um die „beeinflussbare“ Klimawirkung der eigenen Aktivitäten bzw. Emissionen seriös und fair zu bilanzieren. Wann und wie bist du auf die Idee zu Calcolution bzw. dem Stakeholder Carbon Footprint (SCF) gekommen?

Vor gut drei Jahren habe ich den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes genutzt. Das hat mich auf die Idee gebracht, die kompletten Emissionen meiner Familie seit 1974 zu visualisieren. Als Wirtschaftsmathematiker habe ich 20 Jahre Erfahrung im Portfoliomanagement und mit der Entwicklung von Investment Plattformen bei der DWS, ACATIS und der QUONIAM. Mit dieser Expertise habe ich einen ersten Prototyp entwickelt, der die „beeinflussbare“ Klimawirkung der eigenen Aktivitäten in den Vordergrund stellt.

Mit dem Stakeholder Carbon Footprint (SCF) hast du eine neuartige Methodik entwickelt, um Emissionen zu visualisieren und anhand des Nutzens und Einflusses zwischen den Akteur*innen aufzuteilen. Wo liegt deiner Meinung nach das Problem bei den bestehenden Lösungen?

Aus meiner Arbeit als Portfolio Manager kenne ich die Ansätze zur Bilanzierung der Emissionen. Das Greenhouse Gas Protocol mit der Aufteilung in direkte (Scope 1) und indirekte (Scope 2 & 3) Emissionen ist ein guter Anfang, hat aber unserer Meinung nach drei Schwachstellen.

  1. Häufig werden nur sehr enge Systemgrenzen betrachtet, sodass z.B. bei den Emissionen pro Auto-km lediglich die Verbrennung des Normverbrauchs am Auspuff gemessen wird.
  2. Die Emissionen werden sowohl beim Autofahrenden als auch bei den verschiedenen beteiligten Unternehmen in unterschiedlichen Scopes berücksichtigt und es kommt dadurch zu Mehrfachzählungen.
  3. Der eigene Einfluss auf andere Akteure, wenn z.B. Online-Meetings die eigene Reisetätigkeit aber auch die der Geschäftspartner reduzieren, wird vernachlässigt. Innovation und Aufklärungsarbeit bei Veranstaltungen oder in Verbänden sind ebenfalls wichtige Treiber der Emissionsvermeidung, die oft als Handabdruck bezeichnet werden. Weitere externe Effekte entstehen durch den Geldabdruck, der den Einfluss von Kapitalanlagen oder Spenden misst.

Durch viele Gespräche, Vorträge, Artikel oder Podcasts und insbesondere in der Umsetzung des Konzeptes für die Softwareberatung abat und den Anlageberater ESG Portfolio Management wurde das Konzept geschärft. Am 8-köpfigen Projektteam waren außerdem die Uni Göttingen und der VfU (Netzwerk von Sustainable Finance Professionals) beteiligt.

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an Calcolution?

Calcolution besteht aus drei aufeinander aufbauenden Komponenten. Die Basis ist das Konzept des Stakeholder Carbon Footprint (SCF) zur Stärkung der Eigenverantwortung. Best Practice Clubs (BPC) bieten einen Raum zum konstruktiven Erfahrungsaustausch und leisten so einen Beitrag zur Transparenz im „Siegeldschungel“. Die Eco Solution Corner (ESC) soll Kooperation durch das Teilen von Wissen fördern und das gemeinsame Umsetzen effizienter Lösungen beflügeln.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?

 Stakeholder Carbon Footprint (SCF) ist ein Rahmen, der passgenau auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten werden kann. Das Ziel hierbei ist keine offizielle Zertifizierung, sondern Prozessverständnis für die eigenen Emissionen – denn nur wer versteht was er verändern kann, glaubt an den eigenen positiven Einfluss.

Zu Beginn des SCF steht ein Fragebogen, um die Höhe und den eigenen Einfluss auf die Emissionen der Kategorien von Fuß-, Geld- und Handabdruck zu ermitteln. Die Ergebnisse dieses Fragebogens dienen zunächst als interne Diskussionsgrundlage für den einzelnen Stakeholder, um die wirklich relevanten Emissionsbereiche zu finden. Dort kann dann eine tiefere Analyse und eine Berechnung des SCF auf Basis sinnvoller Systemgrenzen folgen. Diese Ergebnisse sind ein idealer Ausgangspunkt für den konstruktiven Austausch über Nachhaltigkeit mit Kunden, Zulieferern oder Investoren.

Die Best Practice Clubs sollen einen virtuellen Raum für diese Form der Transparenz bieten. Nachhaltigkeit wird immer mehr zum zentralen Thema in der Unternehmensstrategie und die Fragestellungen und Lösungsmöglichkeiten sind für alle Akteure sehr ähnlich. Die gemeinsame Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie mit Gleichgesinnten erhöht den Erfahrungsschatz, vermeidet Fehler und senkt die Kosten. Studierende der Nordakademie haben gerade gemeinsam mit Calcolution ein innovatives Konzept für die Softwareplattform entwickelt, das mit Hilfe von Gamification Anreizen Transparenz fördert.

Die dritte und letzte Komponente ist die Eco Solution Corner. Hier werden wir ein strukturiertes Lösungsportal mit Projekten, Artikeln und Datenquellen anbieten, das durch die Community befüllt wird und über Kommentare und Sternchenbewertungen die hilfreichsten Tipps herausstellt. Das Portal unterstützt so auch die Kooperation in den Best Practice Clubs, denn über Skaleneffekte können Kosten gesenkt und der Impact gesteigert werden.  

Wie hast du die Produktentwicklung und damit den Start bislang finanziert?

Bisher finanzieren wir uns aus eigenen Rücklagen und durch eine Existenzgründerförderung. Weitere Unterstützer wie Consileon, abat, The Information Lab oder die Landes Energie Agentur Hessen haben uns mit Beratungsleistungen und Softwarelizenzen geholfen. Im Jahr 2023 werden wir eine GmbH gründen und gemeinsam mit strategischen Partnern die Softwareplattform umsetzen. Parallel dazu setzen wir einzelne Beratungsprojekte auf Basis der aktuellen Prototypen um.

Wo ist die Stakeholder-Carbon-Footprint-Methode aktuell im Einsatz bzw. wer ist die Zielgruppe?

Die Erfahrungen aus den beiden Pilotprojekten mit abat und ESG Portfolio Management vertiefen wir in verschiedenen Best Practice Clubs. Hierzu werden wir gemeinsam mit dem BAUM e.V. den Klima Club Hamburg starten, außerdem sind derzeit eine Umsetzung für mehrere Vermögensverwalter sowie eine Lösung für einen Asset Manager und dessen Kunden geplant.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?
Die Finanzierung der Plattformentwicklung und die Entscheidung für die richtigen strategischen Partner sind die zentralen Themen der nächsten Monate. Außerdem möchten wir das Konzept bekannter machen und es gemeinsam mit Universitäten und Forschungsinstituten im Diskurs weiter verfeinern.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Das Zauberwort heißt Transparenz! Wir sind davon überzeugt, dass man Ideen teilen muss, um sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Nichts ist wertvoller als konstruktive Kritik und daher ist es wichtig, sich so früh wie möglich Partner zu suchen, denen man vertraut. Niemand kann alles allein und daher ist es zentral zu entscheiden, was man selbst tut und was durch Partner abgedeckt werden soll. Kooperation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Außerdem muss man flexibel in der Umsetzung bleiben und Dinge ausprobieren. Man darf nicht selbstverliebt an Ideen festhalten, sondern man muss auch den Mut haben Fehler zu machen und dann gegenzusteuern.

Hier geht's zu Calcolution und dem Fragebogen zum Ausprobieren

Das Interview führte Hans Luthardt

B2B-Zahlungsspezialist Mondu sichert sich 13 Mio. US-Dollar

Das 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründete Mondu sichert sich eine Serie-A-Erweiterung in Höhe von 13 Mio. US-Dollar für die fortgesetzte internationale Expansion.

Die Mondu GmbH wurde 2021 von den Unternehmern Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründet, um den B2B-Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Das Unternehmen ermöglicht es Händler*innen und Marktplätzen, ihren Geschäftskund*innen B2B-Zahlungsmethoden mit flexiblen Zahlungsbedingungen in einem Online-Checkout anzubieten. Die „Buy Now, Pay Later“-Lösungen umfassen den Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift und Ratenzahlung. Händler*innen, die mit Mondu arbeiten, sind vor dem Ausfallrisiko geschützt und sparen sich den Ärger mit Inkasso und Mahnwesen.

Damit bringt Mondu B2B-Zahlungen auf eine Stufe mit B2C-Zahlungen, indem es die Kund*innen in den Mittelpunkt des Zahlungsflusses stellt und gewährleistet, dass sie eine nahtlose, moderne und hochmoderne Erfahrung haben. Das Ergebnis: Geschäftskund*innen haben die Möglichkeit, zu kaufen und zu bezahlen, wann sie wollen, was sich in einer höheren Konversionsrate und einem größeren Warenkorb für den/die Anbieter*in niederschlägt.

Mit der Erweiterung der Serie A erhöht sich die gesamte Investitionsrunde auf 56 Millionen US-Dollar und ermöglicht weiteres Marktwachstum und Produktentwicklung. Mondu will zudem neue Anwendungsfälle für seine B2B-Zahlungsprodukte erkunden, wie etwa eine Omnichannel-Lösung.

Philipp Povel, Mitbegründer und Co-CEO von Mondu: „Buy Now, Pay Later hat sich im B2B-Bereich als wertvolles Instrument etabliert, um die Erwartungen der Geschäftskunden zu erfüllen, indem es ein ‚Consumer‘-Checkout-Erlebnis und eine flexible Bezahlung ermöglicht. Wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Buy Now, Pay Later für B2B im Jahr 2023 erheblich ansteigen wird. Es gibt viele positive Auswirkungen dieses Finanzinstruments, nicht nur für Käufer, sondern auch für Händler und Marktplätze, da sie weiterhin steigende Warenkorbgrößen und eine stärkere Loyalität der Käufer beobachten.“

Seit der Ankündigung der ersten Series A im vergangenen Mai führte Mondu den Ratenkauf ein und expandierte nach Österreich und in die Niederlande, wo das Unternehmen ein zweites Büro in Amsterdam eröffnete. Das Mondu-Team ist von 20 Mitarbeitenden zu Beginn des Jahres 2022 auf 140 Mitarbeitenden angewachsen.

Seit der Gründung im Oktober 2021 hat Mondu 90 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von Valar Ventures, FinTech Collective, Cherry Ventures, hochkarätigen Business Angels und der deutschen Bank VVRB erhalten.

Gründer*in der Woche: Steets – der Gehhilfen-Booster

Wohin mit der Gehhilfe, wenn eine freie Hand gebraucht wird? Für alle, die auf Gehhilfen angewiesen sind, eine große Herausforderung. Das Start-up Steets der drei Studenten Thorben Engel, Phil Janßen und Philipp Battisti hat dafür eine innovative Lösung entwickelt. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Phil.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Mitgründern auf die Idee zu eurem "Abstützmodul für europäische Gehhilfen" gekommen?
Das Problem, dass sich Gehhilfen nur schwer beiseitestellen lassen, kennen vermutliche viele, besonders diejenigen, die bereits aufgrund eines Unfalls, einer Sportverletzung, einer Krankheit, einer Behinderung oder aufgrund des Alters auf Gehhilfen angewiesen waren. Mir ist die Relevanz hinter diesem Problem erst bewusst geworden, als ich es bei meinem Opa und anschließend bei meiner Freundin beobachtet habe. Trotz der Altersdifferenz stellte das Umfallen sowohl meinen Opa als auch meine Freundin vor eine Herausforderung. Nach dem kurzen Anlehnen an Tischkanten oder Wänden fielen die Gehhilfen um, lagen am Boden und waren außer Reichweite. Das Umfallen war für sie nicht nur sehr lästig und verursachte Schrammen in Möbeln oder Böden, sondern bereitete ihnen zusätzliche Schmerzen. Statt die Genesung zu unterstützen, wurden die Gehhilfen beim Aufhebeben zur potenziellen Gefahrenquelle. Deshalb suchte ich im Internet nach einer adäquaten Lösung, wurde jedoch leider nicht fündig. 2020 entstand dann mit meinen zwei Mitgründern, Thorben und Philipp, die Idee und der Wunsch, ein innovatives Zusatzmodul zu entwickeln, um die Gehhilfen vor dem lästigen Umfallen zu bewahren und einen echten Mehrwert im Alltag zu generieren.

Was waren die wichtigsten Steps von der Entwicklung bis zum funktionstüchtigen Prototyp?
Bei der Entwicklung war und ist bis heute unsere höchste Priorität, mit Gehhilfen-Nutzer*innen, Physiotherapeut*innen und Ärzt*innen zusammenzuarbeiten, um deren Feedback in die Entwicklung einließen zu lassen. Die u.a. aus einer Testphase gewonnenen Erkenntnisse flossen in die konstruktive Modellierung ein und verhinderten, dass wir uns mit unserem Vorhaben in eine „Einbahnstraße“ bewegten und ein Produkt entwickelten, das weder hilfreich noch praktisch ist.

Was ist das Besondere, das einzigartige an eurer Lösung?
Wir konnten ein Nachrüstmodul für europäische Unterarmgehstützen entwickelt, welches den Anwender*innen ermöglicht, die bestehende Gehhilfe dank eines einzigartigen, alltagstauglichen Systems und einer einfachen, intuitiven Bedienung an jeder gewünschten Stelle schnell und sicher abzustellen. Die Anwender*innen werden darin befähigt, die Gehhilfen nicht nur in den eigenen vier Wänden zur Seite zu stellen, sondern erleben diesen Mehrwert auch im öffentlichen Raum wie beispielsweise im Supermarkt, in der Rehaklinik oder beim Hausarzt. Das Modul verändert weder das Gangverhalten noch schränkt es die Nutzung der Gehhilfe ein, fördert die Mobilität und unterstützt die Rehabilitation – „es ist einfach sau praktisch“ und „ein echter Alltagshelfer“ wie es zwei Probandinnen in der Klinik sagten.

Gründer*in der Woche: Idana - mehr Patienten-Zeit, weniger bürokratische Medizin

Die Tomes GmbH-Gründer*innen Dr. med. Lucas Spohn, Dr. med. Lilian Rettegi und Jerome Meinke haben 2019 mit Idana ihr erstes Produkt auf den Markt gebracht, welches eine personalisierte, datenbasierte und unbürokratische Medizin ermöglicht. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Lilian.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Co-Foundern auf die Idee zu Idana gekommen?

Mein Kollege Lucas Spohn und ich haben bei unserer Arbeit als Ärzte immer wieder festgestellt: Das größte Problem ist die fehlende Patienteninformation bei mangelnder Zeit. Du kennst das bestimmt: Man sitzt beim Arzt, das Personal ist gestresst, man warten lange und wenn man dann endlich dran ist, hat man kaum Zeit, die eigenen Beschwerden zu schildern. Das erweckt den Eindruck einer schlechten Organisation, was sich für beide Seiten schlecht anfühlt. Als Arzt oder auch als MFA gewöhnt man sich an das Gefühl des Hinterherlaufens.

Lucas Spohn und ich finden es großartig, Menschen zu versorgen. Wir waren uns aber auch einig: So wie sich der Praxisalltag darstellt, wollen wir nicht in den Beruf einsteigen. Gemeinsam mit unserem dritten Gründer und CTO, dem Softwareentwickler Jerome Meinke, haben wir uns 2016 deshalb das Ziel gesetzt, ein Tool zu entwickeln, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in ihrem ärztlichen Arbeitsalltag unterstützt.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung der Tomes GmbH im Jahr 2016 bis zum ersten fertigen Produkt im Jahr 2019?

2016 starteten wir drei Gründer das Abenteuer Idana mit der Entwicklung eines Prototyps. Obwohl unser erstes Minimum Viable Product noch eine Standalone-Lösung mit ausschließlich lokal verfügbaren Patientendaten war, hat es in der Praxis schon ordentlich Nutzen gestiftet. Damit war klar: Idana würde einen Bedarf decken. Also war der nächste Schritt, ein voll in die Praxisprozesse integriertes, cloudbasiertes Produkt auf den Markt zu bringen. Dafür fokussierten wir uns 2018 auf drei Dinge: Die Programmierung der Schnittstelle für die Integration in die gängigen Praxisverwaltungssysteme, die Entwicklung der sicheren Patientencloud durch eine einzigartige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Etablierung der ersten Marketing- und Vertriebskanäle. Und 2019 war es dann so weit: Idana kam auf den Markt.

Welche Rolle hat dabei das sensible Thema digitale Verarbeitung von Patientendaten gespielt? Die größte Hürde in der Projektentwicklung?

Aufgrund der besseren Skalierbarkeit, der vielfältigeren Einsatzmöglichkeiten und auch der höheren Sicherheit, war es für uns von Anfang an klar: Wir bauen Idana als Cloudprodukt. 2017 war das Thema Patientendaten in der Cloud aber noch sehr heikel. Ärztinnen und Ärzte hatten bis dato keinerlei Kontakt mit der Cloud in ihrem Praxisalltag. Ich erinnere mich noch gut an die ersten Demos, die immer damit endeten, dass das Produkt super sei, aber ob wir nicht auch eine OnPremise-Lösung anbieten. Wir haben daher viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselungstechnologie fließen lassen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Ein externer Datenschutzanwalt hat uns bei dem Prozess unterstützt.

Dennoch war es zu Beginn mühsam, Ärztinnen und Ärzte von der Cloudlösung zu überzeugen. Heute ist die Cloud mehr etabliert, sogar einige Praxisverwaltungssysteme bieten eine Cloud-Version an. Arztpraxen entscheiden sich mittlerweile sogar für unser System, gerade weil es cloudbasiert ist und dadurch über Funktionen verfügt, die den größten Mehrwert stiften.

Wie habt ihr den Start und die lange Entwicklungsphase finanziell gestemmt?

Die Initialzündung war das EXIST-Gründungsstipendium vom Bundeswirtschaftsministerium, das wir 2016 für unsere Idee erhalten haben. Damit konnten wir ein Jahr lang einen Software-Prototypen entwickeln und erste Tests durchführen. Zudem haben wir im gleichen Jahr bei einigen Startup-Wettbewerben gewonnen und haben die Innovationsgutscheine High Tech vom Land Baden-Württemberg erhalten. Den größten Boost für unsere Bekanntheit im ärztlichen Markt gab es 2018 durch den zweiten Platz beim KBV-Zukunftspraxis-Projekt der kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Zusammen mit unserer ersten großen Finanzierung über die Crowdinvesting Plattform Companisto, bei der wir 500.000 Euro eingesammelt haben, konnten wir 2019 den Markteintritt realisieren. Seitdem haben wir aus verschiedenen Quellen insgesamt fünf Millionen Euro an Kapital erhalten und mittlerweile einen Beirat sowie erfahrene Investorinnen und Investoren an unserer Seite. Parallel wurden wir immer eng von Fachleuten in strategischen, finanziellen, vertrieblichen und Management-Fragen gecoacht.

Nun zu Idana: Was ist das Besondere an eurer Softwarelösung und wie kommt diese der ärztlichen Versorgung bzw. dem Arzt-Patienten-Verhältnis zugute?

Ärztinnen, Ärzte und ihr Praxispersonal sind medizinisch sehr gut ausgebildet. Aber ihnen fehlt die Zeit, den Beruf so auszuüben, wie sie es gern möchten. Für eine gute Versorgung plus saubere Dokumentation braucht es eigentlich 20 bis 30 Minuten pro Patientenbesuch – im Schnitt sind es aber nur acht Minuten. In dieser kurzen Zeit muss dann alles geschehen: Informationsbeschaffung, Diagnose, Therapiebesprechung, Dokumentation.

Wir haben daher eine Software entwickelt, die relevante Informationen im Vorfeld direkt beim Patienten erhebt. Sie können zu Hause in aller Ruhe alle wichtigen Hinweise zu ihrem Zustand eingeben, und die medizinisch fundierten Folgefragen unsere intelligenten Fragebögen beantworten. Gerade für Menschen mit Sprachbarrieren und ältere Personen ist es enorm hilfreich, wenn sie genügend Zeit haben, über alle Symptome nachzudenken und diese lückenfrei ihrem Arzt mitteilen zu können. Außerdem können sie Einverständniserklärungen und andere Formulare ergänzen. Die Arztpraxis hat dann alle relevanten Infos schon vor dem Patientengespräch.

Für wen bzw. welche Praxen ist Idana geeignet?

Idana ist für alle Arztpraxen geeignet, die erkannt haben, dass gute Medizin bereits bei einer strukturierten Patientenaufnahme beginnt. Vielleicht haben sie schon erste Prozesse installiert, um die Patientenaufnahme für beide Seiten angenehmer zu gestalten, z.B. über Online-Terminvergabe, PDF-Formulare auf der Website oder Papier-Fragebögen in der Praxis. Unsere Praxen sind offen gegenüber Digitalisierung und nutzen diese möglicherweiße schon effizient in ihrem Praxisalltag, wissen aber auch, dass die Prozessumstellung Zeit kostet und sind bereit, diese zu investieren. Für unsere Anwender steht der Patient im Mittelpunkt und sie wollen sicherstellen, dass das Gespräch und die Behandlung trotz wenig Zeit von hoher Qualität und zielführend ist. Insgesamt trifft das heute bereits auf die Mehrheit aller Praxen zu und die Zahl ist steigend. Inhaltlich decken wir die meisten Fachrichtungen ab, kürzlich haben wir auch die Radiologie sehr erfolgreich erschlossen.

Die Digitalisierung in der Medizin steckt hierzulande ja noch eher in den Kinderschuhen. Was sind eure weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?

Stimmt, die Digitalisierung in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern eher noch in den Kinderschuhen. Aber ich möchte meine Kolleginnen und Kollegen in Schutz nehmen: In den vergangenen Jahren wurde viel Nonsens-Digitalisierung in der Ärzteschaft politisch durchgedrückt, die Mehrarbeit aber keinen Mehrwert schafft. Das führte zu einer Digitalisierungs-Ermüdung. Wir merken, die Bereitschaft zum Einsatz von digitalen Tools im Praxisalltag ist durchaus groß – vorausgesetzt, sie machen die täglichen Prozesse einfacher, sicherer und zielführender. Dass Idana diese Bedingungen erfüllt, daran arbeiten wir tagtäglich.

So haben wir bis heute fast eine Million digitale Patientenaufnahmen mit Idana durchgeführt. Worauf wir besonders stolz sind: Patienten lieben Idana. Fast 400.000 Patientinnen und Patienten haben das Idana-Erlebnis in einer fortlaufenden Umfrage bewertet – im Schnitt mit 4,4 von 5 Sternen und 95 Prozent würden Idana gern noch einmal verwenden. Wir haben bis heute mehrere hundert Arztpraxen als Kunden gewonnen und unseren Kundenstamm im Jahr 2021 fast verdreifacht. Mit der Series A Finanzierung, die wir bis zum Jahresende abschließen und sechs Millionen Euro Kapital einsammeln wollen, planen wir 14.000 Kunden und 20 Million Annual Recurring Revenue bis Ende 2026 zu erreichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen MedizinTech-Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ein Unternehmen zu gründen ist definitiv nicht für jede(n) etwas. Viele Mitarbeitende fragen mich oft, wie ich nachts schlafen kann, wenn wir wieder eine neue Finanzierungsrunde durchführen müssen, weil uns in wenigen Monaten sonst das Geld ausgeht. Damit muss man leben können, es als Teil der Reise akzeptieren. Ich würde unbedingt empfehlen, sich strategisch, finanziell und im Management viel Rat von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern einzuholen – schließlich werden wir als Medizinerinnen und Mediziner überhaupt nicht auf das Unternehmertum vorbereitet. Aber mein wichtigster Tipp ist: einfach machen. Das Meiste lernt man auf der Reise. Für meine persönliche Weiterentwicklung ist das Abenteuer, ein Unternehmen zu gründen, unbezahlbar. Ich bereue die Entscheidung keinen Tag.

Hier geht's zu Idana

Das Interview führte Hans Luthardt

EdTech-Start-up Easy-Tutor sammelt 4,8 Mio. Euro ein

Easy-Tutor, 2017 von Massimo Cancellara und Jessica Contento gegründet, bietet Online-Nachhilfe für Schüler*innen aller Klassenstufen.

Der Online-Nachhilfeanbieter Easy-Tutor erhält im Zuge einer Series-A-Finanzierungsrunde 4,8 Millionen Euro. Das frische Kapital kommt vom Bestandsinvestor Bayern Kapital, der sich über seinen Innovationsfonds BKI EFRE erneut beteiligt. Neu investiert ist zudem das 2022 gegründete Münchner Family Office K+K1 rund um den Timify-Gründer Andreas Knürr.

Massimo Cancellara, CEO und Co-Gründer von Easy Tutor: „Vor dem Hintergrund der schleppenden Digitalisierung von Schulen, dem Lehrer*innenmangel und dem Fehlen von Fachkräften zeigt sich, dass das Sicherstellen einer flächendeckend guten und zeitgemäßen Bildung eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit ist. Wer heute Veränderung im Bildungsbereich herbeiführen möchte, muss Bildung neu denken.“

Dazu gehört für Easy-Tutor zum einen, den Fokus auf das Individuum zu legen und menschlich auf die jeweiligen Lernbedürfnisse einzugehen. Und zum anderen solle Bildung für alle zugänglich sein. Easy-Tutor stehe genau dafür ein und ergänze diese Faktoren mit dem notwendigen technischen Know-how. „Wir wissen zu schätzen, dass unsere Investoren genau diesem Konzept vertrauen und es mit ihrem Investment honorieren.“ ergänzt Co-Gründerin Jessica Contento.

Das frische Geld nutzt das EdTech, um die eigene digitale Plattform weiterzuentwickeln und das Wachstum voranzutreiben – im deutschsprachigen Raum wie auch im unmittelbaren Ausland ab Mitte 2023. „Dabei ist uns sehr wichtig, nicht um jeden Preis zu skalieren, sondern gesund und nachhaltig zu wachsen. So möchten wir in den kommenden Jahren europaweit zur Anlaufstelle Nummer Eins für Schüler*innen, Eltern und Schulen werden, wenn es um qualitativ hochwertige, digitale schulbegleitende Nachhilfe geht“, erklärt Massimo Cancellara.

Entsprechend investiert Easy-Tutor auch in weitere relevante Partnerschaften, etwa in Kooperationen mit Schulen und Vereinen. Im Moment nutzen etwa 200 Partnerschulen und 40 Prozent aller Bundesligavereine Easy-Tutor in ihrem Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche. Zudem sollen Unternehmen für eine Zusammenarbeit gewonnen werden, die durch ihre Zielgruppenrelevanz Easy-Tutor mehr Sichtbarkeit und den Kund*innen durch das Nachhilfeangebot einen starken Mehrwert bieten. Seit der Gründung 2017 wächst das Unternehmen nach eigenen Angaben stetig: Mittlerweile kümmern sich über 40 Mitarbeiter*innen um die etwa 12.000 Schüler*innen der Plattform.

NeedNect Solutions ist das „Travel Start-up 2022“

Geballte Frauenpower beim digitalen Travel-Start-up-Nachwuchs: Das österreichische Start-up NeedNect Solutions holt sich den Titel „Travel Start-up 2022“.

Geballte Frauenpower beim Finale der Start-up Nights 2022 der Tourismusindustrie, ausgerichtet vom Travel Industry Club e.V. (TIC) und dem Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR). Alle drei Erstplatzierten Start-up-Unternehmen wurden in der Endrunde von weiblichen Vertreterinnen in der Führungsspitze präsentiert.

Insgesamt hatten sich über 60 Jungunternehmer*innen an den diesjährigen sechs Travel Start-up Nights in Städten der DACH-Region von TIC und VIR beteiligt und dabei um den Finaleinzug zum Jahresende gewetteifert, das über den Dächern von Frankfurt bei ADVANT Beiten veranstaltet wurde.

Den Sieger*innen winkte ein Preispaket im Wert von über 80.000 Euro. Bewertet wurden die Finalist*innen nach fünf Kriterien: Innovationskraft, Geschäftsmodell, USP, Relevanz in der Branche sowie Gründer*in/Team. 80 Prozent der Beurteilung machte das Ergebnis der 30-köpfigen Jury aus, 20 Prozent zählten jedoch auch die Stimmen der über 50 Zuschauer*innen, die das Start-up Finale live sowie virtuell verfolgten.

Platz 1: NeedNect Solutions

In einem spannenden Finale setzte sich mit einem knappen Vorsprung NeedNect Solutions von CEO und Gründerin Ines Ganner durch und darf sich nun über den Titel „Travel Start-up 2022“ freuen. Die Plattform ermöglicht ein individuelles Hotelerlebnis mit interner Planbarkeit und einer Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. Das Start-up verfolgt dabei das Ziel, die Gästezufriedenheit und den Umsatz kontinuierlich zu steigern. Hotels erhalten unter anderem aggregierte Gästedaten und können sich im Sinne der Nachhaltigkeit besser auf die ankommenden Gäste vorbereiten.

Platz 2: Rhome

Platz zwei beim Travel Start-up Finale belegte Rhome, präsentiert von CEO & Co-Founder Dr. Julia-Sophie Ezinger. Die Plattform entstand durch die Folgen der Corona-Pandemie für die Arbeitswelt und erleichtert Remote Work sowohl für Arbeitgeber*innen als auch für Arbeitnehmer*innen. Das neu geschaffene Tool von Rhome hilft dabei, die Vorschriften einzuhalten, während Mitarbeiter*innen die Flexibilität genießen, von überall aus zu arbeiten.

Platz 3: ZAUBAR

Den dritten Platz beim Travel Start-up Finale von TIC und VIR nahm ZAUBAR – vorgestellt von Anne-Sophie Panzer (Head of Creators/COO) – mit seinem Online-Portal ein, über das jeder „Passonate Local“ selbstständig ortsbasierte Augmented-Reality-Touren erstellen und monetarisieren kann. Besucher*innen haben so die Möglichkeit, sich mithilfe von AR auf einem Foto mit historischen oder berühmten Persönlichkeiten zu verewigen.

Weitere Finalteilnehmer*innen waren die Buchungsplattform für Bildungsurlaub Bildungsurlauber.de, die Tourguide App elysium, die App für moderne Kulturerlebnisse hublz sowie der AR-Begleiter YONA.

„Wir haben beim diesjährigen Travel Start-up Wettbewerb feststellen müssen, dass das wirtschaftliche Umfeld für Start-up Unternehmen und Gründer*innen immer schwieriger wird“, bilanziert VIR-Vorstand Michael Buller nach der Finalentscheidung. „Daher ist es wichtiger denn je, dass es solche Formate gibt, in denen sich junge Unternehmer*innen mit ihren innovativen und kreativen Geschäftsideen präsentieren können.“

Aus Gexsi wird GOOD - die soziale Alternative zu Google

Aus Gexsi wird GOOD: Die "Suchmaschine für eine bessere Welt" wartet ab sofort mit neuem Namen, neuem Design und neuen Features auf.

GOOD will bewusst anders als andere Suchmaschinen sein: 100% non-profit, datenschutzfreundlich und CO2-neutral. Und mit ihren Einnahmen unterstützt die Suchmaschine jeden Monat ein Projekt, das mit einer innovativen Lösung einen Beitrag zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) leistet.

Die Vision von GOOD: Eine Welt, in der möglichst viele Menschen positiven Wandel anstoßen – ganz unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei.

Die Suchmaschine ging im Jahr 2019 mit einem ersten Prototypen von Berlin aus auf den Markt, zunächst unter dem Namen Gexsi. Die Gründer David Diallo, Kevin Fuchs und Andreas Renner erkannten damals, dass Menschen überall auf der Welt aus Eigeninitiative neue Lösungen entwickeln und gerade in der Startphase Unterstützung benötigen. “Uns war klar, dass wir diese Lösungen nicht alleine zum Erfolg bringen können. Die Projektideen müssen verbreitet werden, um möglichst viele Menschen einzubinden und zum Handeln anzuregen. Unsere Formel lautet daher: Informieren, Inspirieren, Aktivieren“, so Andreas Renner.

Für die Gründer war es von Beginn an wichtig, ein Tool als Grundlage zu nehmen, welches eine große Zielgruppe anspricht und alltäglich genutzt wird. Es sollte für jeden unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei zu bedienen sein und ganz nebenbei noch Geld einbringen.

Seit dem Start wurde die Beta-Version kontinuierlich weiterentwickelt. Nun stehen für die Suchmaschine und das Team die nächsten großen Schritte an. Dafür geht die Suchmaschine unter anderem mit dem neuen Namen GOOD an den Start. Mit der Umbenennung gibt es außerdem einen komplett neuen Look für die Website, Browser-Erweiterung und Mobile Apps sowie zusätzliche Features, wie u.a. erweiterte Wikipedia-Widgets oder zusätzliche Filterfunktionen.

Die neuen Funktionen sollen ein noch attraktiveres Nutzererlebnis schaffen und bessere Suchergebnisse erzielen. Bewährtes wie das gemeinnützige Dach, die Unterstützung von Projekten mit innovativen Lösungen und die Überzeugung, gemeinsam für eine bessere Welt zu kämpfen, bleiben unverändert.