Studie Digitalisierung 2020


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So tickt und klickt Deutschland 2020. Gesellschaft im Wandel – wie digitaler Konsum und soziale Medien den Alltag der Deutschen prägen. Hier findest du die spannenden Ergebnisse der aktuellen Studie im kompakten Überblick.

Das Thema Digitalisierung ist auf den großen Bühnen der Unternehmen angekommen. Doch wie steht es um die Konsumenten? Wie nutzen die Deutschen digitale Tools, vor allem die sozialen Medien? Welchen Einfluss hat dieser Konsum auf ihr Verhalten?

Eins ist klar: Das Verhältnis zwischen dem Menschen und seiner digitalen Umgebung ist ständig im Wandel. Der technologische Fortschritt bietet Chancen und Risiken für jeden Einzelnen. Die Ergebnisse der Studie Digitalisierung 2020 von Dr. Hubertus Porschen geben einen guten Einblick, wie vor allem soziale Medien genutzt werden, was Einzelne für Erfahrungen auf digitalen Plattformen gesammelt haben und welche Risiken und Ablenkungen im Netz verborgen liegen können.

Zur Studie

Mit der Frage “Wie tickt Deutschland, wenn es um Fragen rund um das Thema Digitalisierung geht?” hat sich Dr. Hubertus Porschen auseinandergesetzt und rund 500 Deutsche zu ihren Einstellungen und ihrem digitalen Nutzerverhalten befragt.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Die Daten wurden mit Hilfe eines Online-Fragebogens erhoben. Die Studie gibt Aufschlüsse nach den verschiedenen Altersgruppen und dem Bildungsabschluss der teilnehmenden Personen.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

  • „Schreiben bis die Finger glühen. Mehr als Dreiviertel der Befragten kommunizieren am häufigsten mit Freunden und Bekannten wenn sie über WhatsApp und Co. schreiben.“
  • „Mit Push-Nachrichten jederzeit und überall auf dem neusten Stand sein, bevorzugt jeder vierte Deutsche. Fast 80 Prozent checken ihre Mails mehr als drei Mal am Tag.“
  • “Mobbing 2.0: Immerhin knapp 15 Prozent der Befragten geben zu, online schon einmal jemanden beleidigt zu haben. Vor allem junge Menschen verlieren häufiger den Anstand.”
  • „Jede Plattform hat ihre eigene Zielgruppe. Besonders junge Menschen sind auf TikTok und Snapchat unterwegs, die älteren eher auf Facebook. WhatsApp und Instagram gehen bei allen.“
  • “Erschreckend: Die unter 20-Jährigen trauen sich immer seltener Leute im realen Leben anzusprechen. Im Netz fällt es ihnen wesentlich leichter!”

Hier einige spannende Details aus der Studie

Kommunikationsformen

Trotz FaceTime und Voicemail bleibt das Schreiben bei den Deutschen auf Platz 1.

Eine überragende Mehrheit von über 75 Prozent gibt an, dass sie am liebsten mit Freunden und Bekannten in Kontakt bleibt, indem sie schreibt. Egal ob WhatsApp, E-Mail oder Facebook Messenger – Textnachrichten sind auch heute noch die Nummer 1 der Kommunikationsformen. Trotz einer generellen Kritik an der Häufigkeit des Konsums, gibt ein Umfrageteilnehmer an: „Meine Kontakte mit der Familie haben durch WhatsApp zugenommen.“ Nach dem Schreiben kommt das telefonieren. Einen Anruf nutzen die Befragten am zweithäufigsten, um Informationen auszutauschen oder sich einfach nur zu unterhalten. Und obwohl neue mediale Funktionen wie Sprachnachrichten oder Videoanrufe die Kommunikation noch besser machen sollten, fallen diese beiden Formen auf Platz drei und vier und werden damit weniger häufig verwendet.

Plattformen für jede Altersklasse

WhatsApp geht immer, TikTok nur für die Jüngeren und Facebook wird alt.

Laut repräsentativen Umfragen des Social-Media-Atlas 2017/2018 nutzen 90 Prozent aller deutschen Internetuser soziale Medien, wobei hier YouTube und WhatsApp eingeschlossen sind. Es zeigen sich jedoch große Unterschiede, wenn man sich die verschiedenen Altersklassen anschaut. Das jede Altersgruppe oder Generation eigene Präferenzen für digitale Plattformen hat bestätigt auch diese Studie. Universell beleibt scheint lediglich der Nachrichtendienst WhatsApp, der über alle Altersklassen hinweg Werte von 80 bis 90 Prozent erreicht. Bei den beiden Altersgruppen der unter 20- und unter 30-Jährigen ist vor allem Instagram beliebt mit Werten von 90 Prozent (U20) bzw. 74 Prozent (U30). Auch der Social-Media-Atlas bestätigt, dass die Fotoplattform eher eine Ort der jungen Generation ist, wobei nur 13 Prozent der Ü30-Nutzer und lediglich 3 Prozent der Ü50-Nutzer hier aktiv sind.

Kontakt zu Fremden

Mehr als der Hälfte der jungen Leute unter 30 fällt es leichter mit Fremden im Internet zu schreiben, als sie im echten Leben anzusprechen.

Im Internet gehen viele Dinge schneller, als im echten Leben – mal eben einen Beitrag geliked, ein Bild geteilt oder eine Nachricht versendet. Kontakte sind ungezwungener geworden, denn der Bildschirm des Smartphones kann oft auch als Schutzscheibe gelten. Spätestens nachdem sich das Dating auch in die digitale Welt verschoben hat, könnte man meinen, es fällt heutzutage leichter Fremde Menschen im Internet zu kontaktieren. Diese Studie zeigt, dass es tatsächlich einigen Menschen leichter fällt, im Internet jemand Unbekanntes anzuschreiben, als jemand Fremdes im echten Leben anzusprechen. Bei den unter 20-Jährigen geben sogar 65 Prozent an, dass ihnen der Kontakt online leichter fällt als offline. Bei den 20- bis 30-Jährigen sind es mit 55% noch etwas mehr als die Hälfte der Befragten. Erst bei den Personen, die älter als 30 Jahre gibt es den Shift, wobei ab hier weniger als die Hälfte (43 Prozent) angibt, dass der digitale Kontakt einfacher fällt. Mit steigendem Alter geben immer mehr Menschen an, dass es ihnen online nicht einfacher fällt als offline den Erstkontakt herzustellen. Während es bei den 40- bis 50-Jährigen nur noch 40 Prozent sind, denen das Schreiben mit Fremden leichter fällt, sind es bei der Altersklasse der über 50-Jährigen nur noch knapp 30 Prozent.

Private und berufliche Kommunikation

65 Prozent der Deutschen trennen private und geschäftliche Unterhaltungen

Das Thema Work-Life-Balance scheint mittlerweile in fast jedem Unternehmen und bei jedem Arbeitnehmer angekommen zu sein. Mehrere Arbeitsgerichte haben sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wann und in welchem Umfang Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit für den Chef erreichbar sein müssen, wie sehr Privates und Berufliches getrennt werden muss und wo geschäftliche Kommunikation anfängt.

Nachdem man vor einigen Jahren noch den Eindruck bekam, dass private und geschäftliche Kommunikation kaum noch voneinander getrennt werden – vor allem weil jeder mit dem Handy oft direkten Zugriff auf Arbeitsmails und Dokumente hat – scheint es heute wieder wichtiger zu sein, die beiden Bereiche nicht überlappen zu lassen. 66 Prozent aller Befragten Deutschen geben an, dass sie berufsbezogene und private Kommunikation voneinander trennen. Der Rest verneint die Frage, wobei 8 Prozent angeben, dass sie gezwungenermaßen keine Trennung vornehmen können, weil es beispielsweise der Chef erwartet.

Neuigkeiten in Sozialen Netzwerken

Fast 60 Prozent schauen seltener als stündlich oder nur 1-mal pro Tag nach News in sozialen Netzwerken; 33 Prozent dafür mehr als einmal die Stunde.

Eine große Mehrheit der Befragten gibt an, Social Media nebenbei zu benutzen – von „manchmal“ bis hin zu „fast ausschließlich“. Egal ob die Vorlesung in der Uni gerade langweilig wird, man im Büro auf einen Kollegen wartet oder auf dem Arbeitsweg Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln totschlagen muss – eben schnell die Neuigkeiten von Freunden und Bekannten im Netz checken ist für viele ein guter Zeitvertreib. Doch wie oft schauen die Deutschen in Social-Media-Profilen nach „Neuigkeiten“?

Unter allen Befragten wurde die Antwortoption „Seltener als stündlich“ mit 30 Prozent an häufigsten ausgewählt, dicht gefolgt von „1x am Tag“ mit 29 Prozent. Immerhin 33 Prozent öffnen Facebook, Instagram und Co. stündlich oder noch häufiger.

Digitale Aufklärung

Fast Dreiviertel der Befragten wurden noch nie über die Gefahren des Internets aufgeklärt.

Gerade für junge Menschen, die häufig unvorsichtiger und unreflektierter im Netz unterwegs sind, bieten sich viele Gefahren – vom Datendiebstahl, über Pornografie, Cybermobbing und Cybergrooming bis hin zu unbeabsichtigten Käufen. Eine Aufklärung über diese Gefahren und wie man sie umgeht sollte daher möglichst frühzeitig stattfinden. Dennoch wurden fast Dreiviertel (73 Prozent) aller Befragten noch nie über die Gefahren des Internets in der Schule aufgeklärt. Von den restlichen 27 Prozent geben 8 Prozent an, außerhalb der Schule oder des Unterrichts durch engagierte Eltern aufgeklärt worden zu sein.

Datenschutz

Kaum jemand liest heutzutage AGBs oder Datenschutzerklärungen (ganz).

Heutzutage bestätigt jeder Mensch teilweise täglich Allgemeine Geschäftsbedingungen (kurz AGBs) oder Datenschutzerklärungen, um im Internet Produkte zu erwerben, sich auf Portalen zu registrieren oder einfach nur um zu surfen. Doch was wirklich genau in diesen AGBs steht, das wissen viele nicht oder zumindest nicht genau, denn das Häkchen zur Bestätigung, dass man die AGBs gelesen und akzeptiert hat ist wesentlich schneller einfach so gesetzt, als sich vorher noch mit mehrseitigen Dokumenten auseinanderzusetzen.

38 Prozent aller Befragten geben offen zu, dass sie so gut wie noch nie eine Datenschutzerklärung gelesen haben. Weitere 44 Prozent fangen zwar an zu lesen, lesen aber dann doch nicht zu Ende. Nur 18 Prozent aller Befragten, also weniger als jeder fünfte Nutzer, gibt an, immerhin „fast immer“ die AGBs überhaupt und dann auch noch zu Ende zu lesen. Die Bestätigung, dass man die AGBs gelesen und verstanden hat und akzeptiert klicken vermutlich dennoch alle Befragten an.

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Cyclize: Kunststoff-Recycling-Start-up erhält rund 5 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Cyclize, das von Dominik Novakovic, Jan Stein, Maike Lambarth und Stephan Renninger gegründete ClimateTech Start-up aus Stuttgart, erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,75 Mio. Euro. Als Spin-off der Universität Stuttgart hat Cyclize eine Technologie zur Defossilisierung der chemischen Industrie entwickelt, bei der gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Ausgangsmaterial verwendet werden, um Synthesegas herzustellen.

Dieses Synthesegas dient als Grundbaustein für höherwertige Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Fuels verwendet. Die von UVC Partners angeführte Finanzierungsrunde wird von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Aurum Impact, UnternehmerTUM Funding for Innovators und weiteren Business Angels unterstützt.

Cyclize will die chemische Industrie revolutionieren. Durch den bisherigen Einsatz von Erdgas und Kohle werden die darin enthaltenen Kohlenstoffatome zur Herstellung von Synthesegas genutzt. Dieses Gas ist ein Basisbaustein der Chemieindustrie und Ausgangspunkt für essenzielle Produkte wie Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe, Farben und viele mehr. Bei der Verwertung dieser Produkte werden 15 Prozent (IPCC) der globalen industriellen CO2-Emissionen verursacht.

Das Plasma-basierte Verfahren zur Herstellung von Synthesegas von Cyclize kann mühelos mit fossilem Synthesegas konkurrieren und setzt damit neue Maßstäbe, um fossile Ressourcen zu ersetzen. Für die langfristige Einhaltung der Klimaziele ist dies bedeutsam, denn andere Verfahren – etwa die Elektrolyse oder der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) – können den wachsenden Bedarf an CO2-neutralem Synthesegas allein nicht decken. Die Bewegung hin zu Netto-Null-Produktionen eröffnet neue Märkte und Cyclize ebnet der chemischen Industrie durch eine niedrigschwellige Lösung den Weg. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up der Skalierung der Technologie widmen. Testreihen mit Pilotkunden, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen, sind bereits in Planung.

“Mit unserem Verfahren setzen wir ein Signal für eine klimaneutrale Chemie. Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist auch Innovator für die Kreislaufwirtschaft ”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Leadinvestorin Amanda Birkenholz sagt: “Die Cyclize-Technologie löst zwei große Probleme: Zum einen werden heute lediglich neun Prozent (OECD) des global produzierten Plastiks recycelt. Zudem wird dieses Plastik nicht weiter genutzt und landet auf Mülldeponien. Die darin enthaltene Energie kann Cyclize maßgeblich für den Reformierungsprozess nutzen, auch Strombedarf und Betriebskosten sinken. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Energiepreispolitik können sich Unternehmen mit Cyclize einen entscheidenden Vorsprung sichern und dabei einen Rohstoff nutzen, der bislang kaum in Anspruch genommen wird.”

Gründer*in der Woche: Ecoblister - Medikamentenverpackung neu gedacht

Unsere Gründer*in der Woche: Falsch eingenommene Medikamente sorgen alljährlich für unzählige Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle. Die Geschwister Jan Angermann, Anett Tanger und Mona Syhre wollen das mit ihrem Start-up Ecoblister ändern.

Alljährlich sterben in Deutschland mehr Menschen durch zu viele oder falsch eingenommene Medikamente als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen und Suizide zusammen. Das Problem liegt auf der Hand und ist ausgiebig wissenschaftlich untersucht: Insbesondere Menschen, die viele Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, verlieren leicht den Überblick. Viele Pillen sehen ähnlich aus und werden auch noch in ähnlichen Verpackungen ausgeliefert.

Es gibt eine einfache und erprobte Lösung: die patient*innenindividuelle Verblisterung. Das bedeutet, dass sich insbesondere Menschen mit vielen verschiedenen Medikamenten diese individuell verpacken lassen können. Und zwar sortiert nach Tag und Uhrzeit, zu denen sie eingenommen werden müssen. Entsprechende Angebote gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Doch bisher fristen sie ein Nischendasein. Ein Beispiel: Von den rund sieben Millionen Menschen in Deutschland, die regelmäßige Pflege erhalten, bekommt weniger als eine Million ihre Medikamente individuell vorverpackt.

Mona Syhre hat zusammen mit ihren Geschwistern Anett Tanger und Jan Angermann das Leipziger Start-up Ecoblister gegründet, um das zu ändern. Dazu haben sie den Arznei­kalender erfunden, der sogar noch mehr bietet als individuell verblisterte Medikamente. Für ihr Produkt hat die Chemikerin Mona ein Material entwickelt, das vorher noch keine Medikamentenverpackung weltweit zu bieten hatte: Es ist kompostierbar, bietet aber dieselbe Sicherheit wie die bisher üblichen Verbundverpackungen aus Kunststoff und Aluminium.

Bei der Gründung war Mona bereits 57 Jahre alt. „Wir sagen immer, wir sind ein erwachsenes Start-up“, meint sie. Mit dem jungen Start-up-Umfeld können sich die Geschwister oft nicht identifizieren. Start-up-Veranstaltungen seien zwar eine gute Gelegenheit, um zu netzwerken und sich auszutauschen, trotzdem empfindet Mona solche Veranstaltungen häufig als oberflächlich und wenig konkret. Die Gründung im höheren Alter sei für sie aber die beste Entscheidung gewesen: „Im Gegensatz zu jungen Unternehmer*innen bringe ich viel Berufserfahrung mit und lasse mich nicht so leicht verunsichern.“

Neuseeland als Initialzündung

Das erste Mal sah Mona nach Tag und Uhrzeit vorsortierte Medikamente in einer Apotheke in Neuseeland. Das machte sie neugierig. Sie war damals in der Forschung tätig und hatte bereits eine lange Karriere hinter sich. Trotzdem wurde ihr schnell klar, dass dieses Thema ihrem Berufsleben noch einmal eine neue Richtung geben könnte.

„Schon bei der ersten Recherche stieß ich auf erschreckende Zahlen“, sagt sie. Laut einer Stellungnahme des Bundestags aus dem Jahr 2018 stecken Medikationsfehler hinter rund 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich alleine in Deutschland. Die Schätzungen darüber, wie viele Menschen als Folge falsch eingenommener Medikamente sogar frühzeitig sterben, gehen weit auseinander. Laut einer in der Zeitschrift MWW – Fortschritte in der Medizin veröffentlichten Schätzung liegt die Zahl derer, die in Folge sogenannter Polymedikation sterben, zwischen 15.000 und 25.000. Die Krankenkasse BARMER geht sogar von bis zu 70.000 Todesfällen aus, die sich jedes Jahr durch besseres Arzneimitteltherapie­Management verhindern ließen.

Ein Beitrag zur Umwelt und Gesundheit

Damit war die Idee von Ecoblister geboren. Da die Pharma­branche enormen Plastikmüll produziert, war für Mona von Anfang an klar, dass ihre Lösung umweltfreundlich sein sollte. Jährlich werden laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. allein 42 Millionen Packungen Ibuprofen in Deutschland verkauft – so gut wie alle in Kunststoff (PVC) verpackt und mit Alufolie verschlossen. Diese Mischung ist in der Müllverwertung kaum zu trennen und damit auch nicht recyclebar. Das Ziel von Ecoblister war es, den weltweit ersten kompostierbaren Blister zu entwickeln.

Nachdem das Ziel klar war, mussten die Geschwister das Marktpotenzial herausarbeiten und professionelle Partner*innen für das Produkt finden. Dazu ließen sie zunächst zahlreiche mögliche Materialien testen: auf Kompostierbarkeit einerseits, aber auch, ob sie die strengen Verpackungsvorschriften für Medikamente erfüllen. Auch andere Unternehmen bat Mona um Hilfe, bis sie schließlich mit ihrem Produkt zufrieden war.

„Die größte Herausforderung war anschließend, Investor*innen zu finden, die an unsere Idee glauben. Gerade in Deutschland ist das für Start-ups oft schwierig, selbst wenn sie bereits ein fertiges Produkt und Produktionspartner*innen haben“, sagt Mona. Eine weitere Herausforderung war, dass viele potenzielle Investor*innen Einfluss auf das Produkt nehmen wollten, obwohl sie nicht vom Fach waren. Schließlich entschieden sich die Geschwister für einen Kredit.

Zielgruppe Senior*innen

Der Fokus des Arzneikalenders liegt vor allem auf Patient*innen mit Polymedikation, also solchen, die dauerhaft fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Wer schon einmal mehr als zwei oder drei Medikamente gleichzeitig regelmäßig einnehmen musste, kennt sehr wahrscheinlich diese Fragen: Habe ich die Dosis für heute Abend schon genommen? Ist die braune Pille das richtige Präparat oder nur eine von den Vitamintabletten, die so ähnlich aussehen? Und wo ist nochmal der Zettel mit den Einnahme-Anweisungen für das neue Medikament? Häufig betrifft das Menschen über 65 Jahren. Das zeigen auch Analysen des BARMER GEK Arzneimittelreports: Innerhalb eines Quartals wurden etwa einem Drittel aller Versicherten über 65 Jahre fünf und mehr Medikamente zur täglichen Anwendung verordnet.

2023, also mehr als 20 Jahre, nachdem Verblistern zum ersten Mal in Deutschland angeboten werden durfte, kommt langsam Bewegung in den Markt: Eine erste Versandapotheke bietet sogenannte Blisterrollen als kostenlosen Service an. Mit diesem System werden die Medikamente zwar nach Einnahmezeitpunkt neu sortiert und verpackt, allerdings erhalten Patient*innen die einzelnen Blister-Abteile in einer langen Rolle, weshalb insbesondere Menschen mit einer Sehbehinderung immer noch Probleme haben dürften, diese auseinanderzuhalten. Und das Müllproblem der Branche löst dieses Angebot auch nicht.

Überzeugungsarbeit für ein sicheres Gesundheitswesen

Damit Verblisterung flächendeckend funktioniert, sind insbesondere ältere Patient*innen ohnehin oft auf ihre lokale Apotheke angewiesen. „Es ist nicht damit getan, dass wir den Ecoblister entwickelt haben“, sagt Mona. „Ich leiste auch täglich Überzeugungsarbeit – bei Apotheken, Ärzt*innen, Krankenkassen und auf Blister-Workshops, die wir regelmäßig organisieren.“ In vielen anderen Ländern, etwa in den benachbarten Niederlanden, zahlt die Krankenkasse, wenn Medikamente individuell sortiert und neu verpackt werden. Dort hat man erkannt, dass individuelle Verblisterung ein einfacher und günstiger Weg ist, die Gesundheit von Menschen zu schützen. In Deutschland übernehmen die Kassen die Kosten trotzdem nur dann, wenn ein professioneller Pflegedienst die Dienstleistung bestellt. Wer nicht im Heim wohnt und beispielsweise von Angehörigen zu Hause versorgt wird, geht leer aus.

Monas Traum ist, dass irgendwann alle Apotheken in Deutschland auf Wunsch individuell verblistern – und dass dabei möglichst wenig Müll entsteht. Dazu braucht es einerseits klare Regeln, wer dafür bezahlt. Andererseits müssten die Apotheken auch mehr Medikamente als sogenannte Schüttware bestellen können, also in großen Behältern verpackt, anstatt, wie aktuell üblich, bereits einzeln verblistert.

Der Erfolg gibt Mona und ihren Geschwistern Recht: Im vergangenen Jahr ist Ecoblister um 50 Prozent gewachsen, bereits 40 Apotheken haben die Produkte in ihr Sortiment aufgenommen. Ohne ihr in langer Berufserfahrung gewonnenes Wissen und hartnäckiges Networking wäre das nicht gelungen, sagt Mona. Ihr Tipp für jüngere Gründer*innen lautet: Nicht verunsichern lassen, keine Angst haben, nach Hilfe zu fragen und immer hartnäckig bleiben. „Ich kann gar nicht zählen, wie viele Menschen mir von der Gründung abgeraten haben. Ich habe einfach weitergemacht – und es funktioniert.“

Hier geht’s zu Ecoblister

Lernen von den alten Hasen: Gates statt Renner

Finanzchef24 hat 758 dt. Klein- und Kleinstunternehmer*innen befragt, mit wem sie gern mal einen Tag zusammenarbeiten würden. Wer hat das Rennen gemacht?

Ob milliardenschwere(r) Visionär*in, Tech-Genie oder renommierte(r) Sternekoch/-köchin: Mit welchem/welcher Star-Unternehmer*in würden hiesige Selbständige am liebsten einen Tag zusammenarbeiten, um von ihm oder ihr zu lernen? Finanzchef24 hat zum dritten Mal in einer Umfrage Kleinst- und Kleinunternehmer*innen um Antwort gebeten.

And the Winner is …

Platz eins geht erneut an den US-amerikanischen Multimilliardär und Philanthrop Bill Gates (22 Prozent). Der Gründer des globalen Onlineversandhändlers Amazon und drittreichster Mann der Welt, Jeff Bezos, rangiert mit 19 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Platz zwei. Der renommierte deutsch-vietnamesische Küchenchef The Duc Ngo hat es mit 13 Prozent auf den dritten Platz geschafft.

„Viele wünschen sich als idealen Arbeitskollegen einen Team-Player mit Kompetenz. Da hiesige Kleinst- und Kleinunternehmer oftmals im selben Marktumfeld wie die Großen unterwegs sind, ähneln sich die Probleme“, kommentiert Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finanzchef24, mit Blick auf Zinswende, Konkurrenz aus Fernost, geopolitische Spannungen, Fachkräftemangel oder politische Unberechenbarkeit.

Lernen aus dem KI und Sextoy-Business

Die Frontfrau des Sexspielzeug-Versands Amorelie Lea-Sophie Cramer liegt mit 9,8 Prozent auf Platz vier. ChatGPT-Miterfinder und Tech-Genie Sam Altman erreicht mit 8,5 Prozent Platz fünf. Auf Platz sechs der Wunschliste mit knapp 8 Prozent folgt eine der erfolgreichsten und vor allem einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft: Tijen Onaran.

Als erster Milliardär im Weltraum schreibt der britische Unternehmer und Virgin-Gründer Richard Bransons Geschichte. Im Ranking erreicht er mit 6,8 Prozent den siebten Platz. Mit Meta-CEO Mark Zuckerberg wollen hingegen nur wenige arbeiten. Er landet mit 5,7 Prozent auf dem achten Platz, dicht gefolgt von dem französischen Luxus-Mogul Bernard Arnauld (5,2 Prozent). Das Schlusslicht bildet Hanno Renner: der Softwareentwickler des Münchner Start-Ups Personio. Mit 2,8 Prozent wird er auf den letzten Platz gewählt.

Unternehmerinnen setzen auf eine Frau als Wunschkandidatin

Genau wie im Vorjahr kommen bei der diesjährigen Umfrage geschlechterspezifisch deutliche Unterschiede zum Vorschein. Männer setzen auf die Expertise zweier alter Hasen und eines Newcomers. Bill Gates (24 Prozent), Jeff Bezos (20,6 Prozent) und Spitzenkoch The Duc Ngo (11,7 Prozent) bilden das Wunschtrio für Unternehmer-Männer. Im Vergleich dazu setzen Unternehmerinnen auf Selbstständigkeit, Innovation, Unabhängigkeit – und als erste Wahl auf eine Frau. Sie wählen die deutsche Unternehmerin und „Women´s Empowerment“ Aktivistin Tijen Onaran mit 17,8 Prozent auf die Spitzenposition. Erst knapp dahinter folgen der Philanthrop Bill Gates (17,4 Prozent) und Amazon-Mogul Bezos (15,4 Prozent).

Handel möchte mit Jeff Bezos arbeiten

Nicht nur bei den Geschlechtern gibt es Unterschiede, sondern auch zwischen den Branchen zeigen sich Tendenzen. Die Spitzenplatzierung von Bill Gates eint Dienstleistungs- (28 Prozent), Handwerks- bzw. Baubranche (23,3 Prozent) und Beratung (28 Prozent). Der Handel indes stimmt mit 27,3 Prozent ganz klar für Jeff Bezos als Wunschmitarbeiter. In der Beauty- und Lifestyle Branche muss sich der Amazon-Gründer seinen ersten Platz mit Tijen Onaran (17,2 Prozent) teilen. Die Gastronomen votieren klar für ihren Berufsgenossen: Hier steht Küchenchef the Duc Ngo mit 58,3 Prozent einsam an der Spitze der Wunschkandidaten. Doch auch in der Küche wähnen einige Optimierungspotential. Mit Abstand belegt Jeff Bezos hier den zweiten Platz (16,7 Prozent).

Übersicht: Platzierung gesamt

1. (21,7 Prozent): Bill Gates (Microsoft)

2. (18,7 Prozent): Jeff Bezos (Amazon)

3. (12,9 Prozent): The Duc Ngo (Spitzenkoch und Gastronom)

4. (9,8 Prozent): Lea-Sophie Cramer (Gründerin Amorelie)

5. (8,5 Prozent): Sam Altman (CEO von OpenAl)

6. (8 Prozent): Tijen Onaran („Digitale Pionierin“, Gründerin von Global Digital Women)

7. (6,8 Prozent): Richard Branson (Britischer Unternehmer)

8. (5,7 Prozent): Mark Zuckerberg (Meta Platforms früher Facebook)

9. (5,2 Prozent): Bernard Arnault (CEO von LVMH Moët Hennessy / Louis Vuitton)

10. (2,8 Prozent): Hanno Renner (Mitgründer und CEO von Personio)

Investment Readiness Programm für B2B-SaaS-Start-ups

Der 2019 gegründete MediaTech Hub Accelerator bietet bis zu zehn Tech-Start-ups die Teilnahme an seinem neuen Investment Readiness Programm – die Bewerbungsfrist endet am 29.02.24 - hier gibt’s alle Details.

Es braucht mutige Unternehmer*innen und auch Start-ups, um als deutscher Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu sein. Einen Beitrag dazu leistet der MediaTech Hub Accelerator, eine gemeinsame Initiative der Universität Potsdam, des Hasso-Plattner-Instituts und der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, der den Start seines Investment Readiness Programms bekannt gibt. Der MTH Accelerator ist der erste und einzige seiner Art in Brandenburg.


+++ Mehr über den MediaTech Hub liest du in unserem exklusiven StartingUp-Porträt +++

 

Das neue Angebot richtet sich an B2B-SaaS-Start-ups mit digitalen, innovativen und skalierbaren Geschäftsmodellen aus unterschiedlichen Industrien, die sich mit Venture Capital finanzieren möchten. Wie relevant diese Förderung und Unterstützung ist, zeigen Zahlen des Startup Verbands, wonach Start-ups in Deutschland knapp fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaften. Das neue Programm des MTH Accelerator sorgt dafür, dass diese Zahl stetig wächst und Start-ups auch als Innovationstreiber weiter an volkswirtschaftlicher Relevanz gewinnen.

“Wir freuen uns sehr, mit dem Investment Readiness Programm unseren Fokus auf das Thema Venture Capital Finanzierung zu legen und den Start-ups einen klaren Mehrwert zu bieten. Mit der Neuausrichtung sind wir eines von wenigen Accelerator-Programmen bundesweit, die eine solche Spezialisierung offerieren,” so Erdinc Koc, Leiter des MediaTech Hub Accelerators.

Das erwartet die Frühphasen Start-ups im Investment Readiness Programm

Das zwölfmonatige Online-Programm richtet sich an Start-ups, die eine Pre-Seed oder Seed Finanzierungsrunde mit Business Angels oder VC-Fonds abschließen möchten. Es umfasst zwei Monate intensive Betreuung, gefolgt von zehn Monaten bedarfsgesteuerter Unterstützung. Das Programm beinhaltet:

  • Individuelle wöchentliche Check-ins und 1n1 Coachings
  • Workshops mit Branchenexpert*innen, Investor*innen und VC-Anwält*innen
  • Community und Peer-Learning mit anderen Start-ups
  • Zugang zu Fundraising Guides, Investorendatenbanken, Templates und Tools
  • Vermittlung von Investoren
  • Zugang zu internationalen Tech-Events

Bewerbungsfrist endet am 29. Februar 2024

Bewerbungen für die erste Kohorte sind ab 1. Februar 24 möglich. Die Bewerbungsfrist endet am 29. Februar 2024. Der Bewerbungsprozess beinhaltet ein Online-Formular und nach der Vorauswahl eine 60-minütige Pitch- und Q&A-Session mit der Jury. Das Programm startet am 1. April 2024. Bis zu 10 Start-ups können an dem Programm im ersten Durchlauf teilnehmen.

50 Start-ups und 25 Millionen Euro Kapital seit Start - drei Statements erfolgreicher Start-ups aus dem Portfolio des MTH Accelerator

“Seit dem Start 2019 haben unsere 50 Portfolio-Startups zusammen rund 25 Millionen Euro Kapital von Investoren eingesammelt”, konstatiert Erdinc Koc. Dabei haben sich einige Start-ups besonders hervorgetan, die sich am Markt sehr gut etabliert und Investitionen erhalten haben:

Sensit!, Benjamin Heese, CEO & Mitgründer: “Als wir vor fünf Jahren gegründet haben, war der MTH Accelerator unsere erste Anlaufstelle, die uns auf die VC-Welt realistisch vorbereitet hat. Wir lernten, größer zu denken und hatten einen neutralen Ansprechpartner, der in Coachings den Finger in die Wunde gelegt hat. Das legte die Basis für unseren weiteren Erfolg, auch im Fundraising."

Koppla, Jerome Lange, CEO & Mitgründer: "Der MTH Accelerator war für uns ein echter Game-Changer. Es hat uns nicht nur realistisch auf die Herausforderungen der ersten Finanzierungsrunde vorbereitet, sondern auch unsere Kompetenzen bei der Erstellung des ersten Pitch-Decks sowie der richtigen Ansprache von Investor:innen maßgeblich verbessert. Das große Netzwerk bei VCs und Business Angels war eine riesige Hilfe und das persönliche Coaching während der laufenden Finanzierungsrunde hat uns hands-on die richtigen Dinge mitgegeben, um mit Selbstvertrauen und Klarheit zu überzeugen."

CI HUB, Andreas Michalski, CEO & Mitgründer: „Als wir mit CI HUB gestartet sind, hat der MTH Accelerator alle Schritte von der Idee bis zum Investment begleitet. Das Programm hat uns sehr geholfen, uns im Sparring mit erfahrenen Gründern und anderen Stakeholdern gut aufzustellen. Wir haben Pitchen gelernt, ein Investor-Deck zu bauen und am Wichtigsten - wir haben im Netzwerk die richtigen Menschen getroffen.”

GameChanger des Monats: Tao Climate – CO2 binden mittels Industriehanf

Die Mission der Tao-Climate-Founder Felix Roick und Gary Byrnes ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Mit ihrem neuesten Projekt haben sie das Finale von Elon Musks 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht.

Das von Gary Byrnes und Felix Roick gegründete GreenTech-Start-up Tao Climate, Mitglied der in Berlin ansässigen Greentech Alliance, setzt sich dafür ein, Technologie für einen positiven, messbaren Einfluss auf die Umwelt zu nutzen und die drängende Herausforderung des Klimawandels anzugehen. Tao Climates Mission ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Durch den Verkauf hochwertiger CO2-Zertifikate generiert Tao Climate zusätzliche Mittel für die Industriehanf-Industrie weltweit, um letztendlich die Hanfproduktion zu erhöhen und die UN-Emissionslücke von 23 Gigatonnen CO2 pro Jahr zu schließen.

Finale des 100 Mio. Dollar Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht

Jetzt gibt Tao Climate, Mitglied des Google Startups for Sustainable Development-Programms, bekannt, das Finale von Elon Musks Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht zu haben. Der XPRIZE Carbon Removal zielt darauf ab, die größte Bedrohung für die Menschheit anzugehen – den Kampf gegen den Klimawandel und das Wiederherstellen des Kohlenstoffkreislaufs der Erde. Finanziert von Elon Musk und der Musk Foundation, ist dieser 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb der größte Anreizpreis in der Geschichte.

Das gemeinsame Projekt mit Hemp Technology, einem ukrainischen Unternehmen für die Verarbeitung und den Bau von Hanfbeton, unterstreicht die Kraft von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Engagement und bietet eine überzeugende und effektive Lösung für die Klimakrise. Die gemeinsame Einreichung konzentriert sich auf den Bau nachhaltiger Hanfbeton-Häuser für 170 Binnenvertriebene und Kriegswaisen in Lwiw, Westukraine. Die sichere und dauerhafte Einlagerung des extrahierten CO2 wurde von einer unabhängigen dritten Partei verifiziert.

Hanfbeton, oder auch Hanfkalk genannt, ist ein Verbundmaterial aus Hanfschäben, Kalk und Wasser. Dieses seit Jahrhunderten genutzte Baumaterial bietet nicht nur widerstandsfähigen Schutz, sondern auch beispiellose Umweltvorteile, einschließlich dauerhafter CO2-Einlagerung. Die Vision von Tao Climate besteht darin, die nachhaltige Rekonstruktion der Ukraine aktiv durch den Einsatz von Hanfbeton-Gebäuden zu unterstützen, sowohl während als auch nach Ende des Konflikts.

"Bei Tao Climate sind wir fest entschlossen, die Kraft der Natur für eine nachhaltige Zukunft zu nutzen", bekräftigt Gary Byrnes, CEO von Tao Climate. "Unsere Zusammenarbeit mit Hemp Technology repräsentiert eine ideale Synergie von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Einfluss. Gemeinsam präsentieren wir unseren Finalbeitrag im XPRIZE Carbon Removal Wettbewerb und heben das enorme Potenzial von Hanfbeton zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid Emissionen und zur Verbesserung von Lebensbedingungen hervor."

Neocom: KI-Start-up erhält 4,5 Mio. US-Dollar zur globalen Expansion

Das 2020 von Dana Nedamaldeen und Sebastian Slomski gegründete Start-up Neocom ist eine KI-gestützte Guided Selling-Plattform.

Neocom, ein Pionier in der digitalen Kaufberatung, hat heute einen bedeutenden Fortschritt bekanntgegeben. Das Münchner Unternehmen sicherte sich eine Finanzierung in Höhe von 4,5 Millionen US-Dollar, angeführt von Carbide Ventures und Sangha Capital. Diese wichtige Investition ist ein wesentlicher Schritt für Neocom, um zwei der größten Herausforderungen im Online-Shopping zu meistern: “Choice Overload” durch die fehlende Produktberatung für Verbrauchende und den Mangel von einzigartigen Kundendaten für Unternehmen.

Die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellen

Dana Nedamaldeen, CEO und Mitgründer, betonte die Vision, welche die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellt: "Wir sind auf einer Mission, digitale Storefronts neu zu definieren. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz unterstützen wir die Kundschaft bei der Suche nach dem richtigen Produkt und revolutionieren das bisherige Online-Einkaufserlebnis. Diese jüngste Finanzierungsrunde ermöglicht es uns, unser Wachstum finanziell, personell und technologisch signifikant zu beschleunigen und unseren Innovationsvorsprung weiter auszubauen."

Strategische Verlagerung in die USA

Die strategische Verlagerung des Unternehmens in die USA markiert einen entscheidenden Schritt in seiner globalen Expansionsstrategie und unterstreicht das Ziel von Neocom, eine führende Rolle im E-Commerce-Sektor einzunehmen und seine innovativen Lösungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen intelligente Algorithmen, welche die Kundschaft schrittweise zum idealen Produkt leitet, indem sie nutzungsorientierte Fragen stellen. Nutzende erhalten in Echtzeit präzise Produktempfehlungen, die ihren Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig liefert die Plattform von Neocom wertvolle Daten durch die Analyse des Kundenverhaltens während der Suche. Bis heute hat das Start-up nach eigenen Angaben über 5 Millionen Verbrauchenden geholfen, das „perfekte Produkt“ zu finden.

Sebastian Slomski, CTO und Mitgründer von Neocom, hebt den strategischen Ansatz des Unternehmens im Umgang mit Daten hervor: "Die Zero-Party-Daten und Erkenntnisse, die wir durch Interaktionen mit den Verbrauchenden gewinnen, sind für Einzelhändler und Marken von unschätzbarem Wert. Sie bieten ein tiefes Verständnis der Kundenpräferenzen und ermöglichen effektivere, personalisierte Erlebnisse."

Founders League überzeugt mit Community-Strategie 11 neue Investor*innen

Die 2022 von Julian Rauch, Marc-Niclas Janz und Marcus Diekmann gegründete Start-up-Plattform fördert Start-ups nicht nur in den bereits etablierten Live-Shows, sondern bietet ihnen auch ein Lernprogramm mit Zugang zum Fachwissen von Top-Expert*innen.

Die Founders League richtet mit über 1.000 Gästen unter anderem die größte Start-up-Liveshow der DACH-Region aus: Vier Start-ups präsentieren einen dreiminütigen Elevator-Pitch, bei dem es nicht nur darum geht, die Jury zu überzeugen, sondern auch den anspruchsvollen Live-Chat und das Publikum. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot durch die Einführung von zusätzlichen Meet-ups im kleineren Kreis mit bis zu 150 Personen erweitert.

Seit ihrer Gründung im April 2022 hat die Founders League, die derzeit mit 6,5 Millionen bewertet wird, ihre beiden Eventreihen sowie den Aufbau ihrer eigenen Marke vorangetrieben. "Die Founders League ist mittlerweile in der Szene bekannt und jedes Event ist ausverkauft, weshalb wir keine Abendkasse mehr benötigen", erklärt Marc-Niclas Janz, CEO. "Mit den neuen Investoren wollen wir jetzt unseren nächsten Meilenstein erreichen."

Zu den neuesten Gesellschaftern gehören namhafte Persönlichkeiten wie die K5-Konferenz-Gründer Verena Schlüpmann und Sven Rittau, sowie der beliebte M&A Berater Michael Moritz von Carlsquare.

Der aktuelle Kreis der Anteilseigner besteht aus einer facettenreichen Gruppe erfahrener Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und der Öffentlichkeit. Dazu zählen der Fußballprofi Julian Draxler, die Unternehmerin Franzi von Hardenberg, der CEO von Shopware Stefan Hamann sowie der Mathe-YouTuber Daniel Jung. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, innovative Ideen mehr Sichtbarkeit, ein erweitertes Netzwerk und zusätzliche Investitionsmöglichkeiten zu verschaffen.

Sven Rittau, Geschäftsführer von K5 und Investor bei Founders League, bringt es auf den Punkt: "Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, wie wichtig ein belastbares Netzwerk für die Gründung eines Unternehmens ist. Wir freuen uns daher, dass unsere Zusammenarbeit und das Investment in die Founders League einen positiven Impact für die Start-up-Welt bedeutet."

Nicht nur Geldgeber*innen – Investor*innen werden Teil der Wachstumsstrategie

Die Gründer betonen, dass die Investor*innen für sie mehr als nur Geldgebende sind. Die Founders League verfolgt eine langfristige Community-Strategie, die sich weniger auf Millioneninvestitionen konzentriert, im Gegensatz zu den üblichen Zielen vieler anderer Start-ups. Julian Rauch erklärt: "Was passiert, wenn die bekanntesten und erfolgreichsten Akteure der Start-up- und Investmentszene auf einer Plattform zusammenkommen? Das haben wir uns von Anfang an gefragt."

Der Gründer der Founders League erkannte frühzeitig, dass die Plattform großes Potenzial entfalten kann, wenn eine stabile Community dahinter steht. "Wir sammeln nicht einfach nur Investitionen ein, viel wichtiger ist uns, welche Persönlichkeiten bei uns investieren und ob sie bereit sind, Teil unserer Community zu werden."

Im Rahmen ihrer Community-Strategie hat die Founders League kürzlich 11 neue Gesellschafter aufgenommen, mit dem klaren Ziel: "Alle relevanten Akteure sollen sich bei uns versammeln und gemeinsam die Start-up-Welt voranbringen. Ein Investment bei uns birgt kein hohes Risiko. Unsere Investoren positionieren sich selbst als Experten und werden zu den Gesichtern einer bedeutenden Bewegung", berichtet Julian Rauch.

Mit diesem Ansatz verfolgt die Founders League ihre Vision, die führende Anlaufstelle für Start-ups, Unternehmen und Investoren zu werden. Am 7. Februar 2024 werden erneut 1.000 Teilnehmende im Dampfdom der Motorworld in München erwartet, gefolgt von drei weiteren Live-Shows im Jahr 2024.

Nächster Meilenstein: Die neue Online-Lernplattform

Die Founders League hat kürzlich die Gründung einer eigenen Academy in Zusammenarbeit mit dem Unternehmer und Mitgründer Marcus Diekmann angekündigt. Im Januar startete die erste Gruppe mit dem achtwöchigen Lernprogramm. Live-Calls mit Experten aus dem Founders League Netzwerk und Investorenkreis sowie E-Learning-Angebote sollen den teilnehmenden Start-ups dabei helfen, Herausforderungen strategisch anzugehen und die häufigsten Fehler zu vermeiden. Das langfristige Ziel bestehe darin, auf Grundlage der Lernplattform einen eigenen Accelerator aufzubauen, zusammen mit einem Netzwerk aus erfahrenen Persönlichkeiten.

Verena Schlüpmann, Geschäftsführerin von K5 und seit Kurzem Investorin bei Founders League, bringt ihre langjährige Erfahrung ein: "Mit der K5 Future Retail Conference - der größten Konferenz im deutschsprachigen Handelsumfeld - durchleben wir seit 10 Jahren alle Wachstumsphasen, sowohl als Gastgeber, aber auch als Team. Mit unserem Investment wollen wir daher die Founders League nicht nur monetär, sondern auch als Sparringspartner mit unserem Wissen rund um die Themen Entrepreneurship, Community Building und den Aufbau einer branchenspezifischen Leitveranstaltung unterstützen."

Zusätzlich zu Sven Rittau, Verena Schlüpmann und Michael Moritz von Carlsquare schließen sich folgende neue Investor*innen dem Kreis an: Bastian Kunkel (Versicherung mit Kopf), Tobias Jost (KarriereGuru), Simon Planken (Unternehmer), Tobias Claessens (Immogame), Camilla Sohn (Caminvesta), Moritz Schleich (Regisseur), Michael Groeger (Fotograf & Regisseur) und Tom Balschbach (Palazzo Mannheim).

COLIPI: Hamburger DeepTech-Start-up schließt 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründete Start-up COLIPI entwickelt ein industriell-biotechnologisches Verfahren, welches klimaschädliches CO2 und kohlenstoffhaltige Industrieabfälle in Climate Oil umwandelt.

COLIPI: die "Brauerei für Öle"

Das 2022 gegründete Start-up, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg, unterstützt durch das EXIST Forschungstransfer Programm (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und das InnoRampUp Programm (IFB Innovationsstarter GmbH), revolutioniert die Art der Ölherstellung. COLIPI ist gewissermaßen eine Brauerei für Öle. Kohlenstoff wird aus der Luft gewonnen bzw. gefiltert statt aus dem Erdreich gepumpt. CO2-haltige Industrieabgase und organische Nebenströme, z.B. aus der Agrarindustrie, werden durch Mikroorganismen via Fermentationen in wertvolle Biomaterialien wie Climate Oil umgewandelt. Das Verfahren ist, gemessen am CO2-Fußabdruck und der Auswirkung auf die Artenvielfalt, nachhaltiger als Erdöl oder Palmöl. Es wird durch einen patentierten Bioprozess, eine Kombination aus einem speziell entwickelten Gas-Fermentationsbioreaktor und den weltweit schnellsten CO2-konsumierenden Bakterien, ermöglicht.

Industriepartner, die Produkte wie zum Beispiel Kosmetika auf Basis von Climate Oil anbieten, werden den Corporate CO2-Footprint deutlich reduzieren können. Die Gründer Philipp Arbeiter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers streben an, ab 2039 jährlich viele Millionen Tonnen Climate Oil pro Jahr zu produzieren und ein Vielfaches dessen an CO2 zu vermeiden. Das wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Schutz der Menschheit.

Team vergrößern, Markt testen, Technik skalieren

Die nun abgeschlossene Seed-Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das junge Unternehmen. Das Kapital wird genutzt, um das Team zu vergrößern, den Markt zusammen mit von Partnern hergestellten Produkten zu testen und die Technik zu skalieren.

Zu den Investor*innen gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Innovationsstarter Fonds Hamburg (IFH), Nidobirds Ventures GmbH und Stefan De Loecker. Mit dem Investment kommt COLIPI ihrer Vision “Fermenting Renewable Carbon For Generational Life Quality” ein großes Stück näher.

“Wir glauben fest daran, dass unser Gas-Fermentations-Prozess ein Meilenstein für Bioprozesse darstellt, mit dem riesigen Potential, Biomaterialien wie Öle massenhaft zu günstigen Preisen und ohne umweltschädliche Einflüsse zu produzieren. Climate Oil soll eine klimaneutrale Alternative zu Palm- und Erdöl werden, die der Industrie hilft, Klimaziele leichter zu erreichen durch Reduktion von GHG Scope 3 und die Umwelt zu schützen. Mit Stefan De Loecker, HTGF, Innovationsstarter Fonds Hamburg und Nidobirds stehen wir zum Teil seit 2021 in regelmäßigen Austausch und freuen uns in ihnen die perfekten Partnerinnen für unsere nächsten Schritte gefunden zu haben”, kommentiert Maximilian Webers, Co-Founder & CEO von COLIPI.

Dr. Nik Raupp, Senior Investment Manager beim HTGF: „Die COLIPI-Gründer sind mit ihrer hohen technischen Kompetenz in der Biotechnologie und ihren wirklich innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Lösung einer großen Herausforderung ein Paradebeispiel für das Potenzial der Bioökonomie.”

Dörte Bunge, Principal beim Innovationsstarter Fonds: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Team der COLIPI GmbH. Diese Technologie hat das Potenzial, ein Massenprodukt zu einem akzeptablen Preis zu ersetzen und kann damit einen wirklichen Impact erreichen.”

Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel, Präsident TU Hamburg: „Technologietransfer aus Universitäten erfolgt neben direkten Industriekooperationen, Veröffentlichungen, Patenten und Absolventen auch über Start-ups. Technologische Lösungen, wie von COLIPI entwickelt, werden benötigt, um den Klimawandel abzumildern. Wir freuen uns, dass wir als Gründerhochschule mit unserem Startup Port @ TUHH eine Reihe von erfolgreichen Startups in Green Technologies zur Gründung führen konnten. COLIPI gratulieren wir ganz herzlich zu dieser weiteren Förderung und begleiten sie gerne auf ihrem weiteren Weg!”

Stefan De Loecker: „Die Innovation von COLIPI kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas liefern, insbesondere weil auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie attraktiv ist. Dieses Thema liegt mir seit Jahren sehr am Herzen und die Begeisterung des COLIPI Teams ist ansteckend.”

Nicholas Keuper, Geschäftsführer Nidobirds Ventures: “COLIPI passt strategisch genau zu unserer Value Investing-Philosophie. Für uns steht die Qualität des Gründerteams immer an erster Stelle, und dieses Team hat uns überzeugt.”

Gründer*in der Woche: Beyond Emotion - die Health-Tech-Visionär*innen

Unsere Gründer*in der Woche: Das Hamburger Start-up Beyond Emotion hat eine kamerabasierte Software entwickelt, die Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennt und so einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und häusliche Pflege bieten will.

Eine Folge des demografischen Wandels sind überfüllte Pflegeheime, fehlende Pflegekräfte und immer mehr Senior*innen, die alleine zu Hause leben. Diese Entwicklung stellt eine der größten Herausforderungen in der Gesundheits- und Pflegebranche dar. Was hier fehlt, sind innovative technologische Lösungen, die einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und Pflege liefern können. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, gründeten die Informatiker Dr. Arne Bernin und Sobin Ghose zusammen mit Hanne Butting, einer Wirtschaftspsychologin mit tiefgehender Leidenschaft für Emotionserkennung, 2021 das Start-up Beyond Emotion.

Der innovative Ansatz von Beyond Emotion liegt in der Entwicklung einer kamerabasierten Software, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennen kann. „Obwohl es bereits verschiedene Mitbewerber auf dem Markt gibt, die ebenfalls KI für die Unterstützung von Senior*innen zu Hause nutzen, ist der Einsatz von Emotionserkennung bisher einmalig“, erklärt Mitgründerin Hanne.

Ihr Produkt BEJOY ist ein digitaler Bilderrahmen, der speziell für ältere Menschen entwickelt wurde und über integrierte Funktionen zur Stimmungs- und Aktivitätserkennung verfügt. Der digitale Bilderrahmen ist über die dazugehörige Smartphone-App mit den Angehörigen verbunden. Dadurch wird es möglich, Fotos direkt via Bilderrahmen zu teilen.

Der digitale Bilderrahmen kann aber nicht nur Fotos empfangen und anzeigen, sondern den Angehörigen auch wichtige Informationen über die Aktivitäten und Stimmungen der zu pflegenden Personen liefern. „Er bietet Echtzeit-Informationen über das Wohlbefinden der Senior*innen und schafft so ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Entlastung für pflegende Angehörige“, erklärt Hanne. Der Bilderrahmen löst eine Benachrichtigung über die App aus, wenn negative Emotionen erkannt werden. Die Angehörigen können daraufhin zum Beispiel anrufen und direkt nachfragen.

Die Basis: 18 Jahre Forschungserfahrung

Die Ausgründung aus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg war das Ergebnis einer langen und gründlichen Forschungsphase von Arne und Sobin. Die Entwicklung von BEJOY wurde durch die individuellen Forschungs- und Berufserfahrungen des Gründungsteams stark beeinflusst. Insbesondere die Projekte „Affective Computing“ und „EmotionBike“, an denen Arne und Sobin beteiligt waren, sowie die intensive Auseinandersetzung mit den Belastungen pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten durch Hanne, trugen zur Sensibilisierung des Teams für die Herausforderungen und Bedürfnisse in der Gesundheits- und Pflegebranche bei. Insgesamt flossen vorab mehr als 18 Jahre Forschungserfahrung der Mitgründer*innen in die Entwicklung ein.

Mithilfe des EXIST-Gründerstipendiums konnten dann notwendige Ressourcen und Expertise mobilisiert und die Entwicklungsarbeit ohne Verzögerungen angegangen werden. „Diese Unterstützung war schlussendlich der Kataly­sator für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke kamera­basiert zuverlässig erkennt“, so Mitgründer Sobin.

Die Finanzierung durch verschiedene Förderprogramme sowie die Unterstützung durch Venture Capital bildeten ein solides Fundament für die Realisierung des Gründungsvorhabens. „Trotz der Herausforderungen, gerade in der Anfangsphase genügend Finanzierungen für unser Vorhaben zu sichern, war die Ausweitung des Teams ein mutiger Schritt, um unsere gemeinsame Vision zu verwirklichen“, sagt Hanne. „Dank der unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnisse jedes Teammitglieds, konnten wir kontinuierlich wachsen, ein innovatives Produkt entwickeln und unseren Beitrag leisten, um dem demografischen Wandel gewachsen zu sein.“

Zertifizierung und EU-Markt im Visier

Um das Produkt mittelfristig noch attraktiver für potenzielle Nutzer*innen zu gestalten, strebt das Team 2024 eine DiPA-Zertifizierung an. „Das würde bedeuten, dass die monatlichen Gebühren für BEJOY von den Pflegekassen übernommen werden würden. Ein gewaltiger Schritt, der die Legitimität des Produktes definitiv steigern würde und eine große Hilfe für pflegende Angehörige wäre“, erklärt Arne. Darüber hinaus plant das Unternehmen, BEJOY im Jahr 2025 im EU-Markt zu lancieren und durch die Einführung neuer Features wie Videotelefonie kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Pilotprojekte, wie die Zusammenarbeit mit einer großen Fachklinik für Psychiatrie zur Validierung der Behandlungsqualität bei depressiven Patient*innen, unterstreichen das Engagement von Beyond Emotion, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern und den gesellschaftlichen Mehrwert von KI im Gesundheitswesen hervorzuheben. „Der B2B-Markt, insbesondere im Bereich der Seniorenheime und des betreuten Wohnens, birgt ein enormes Potenzial für den Einsatz unserer Software, den wir ebenfalls noch angehen wollen. BEJOY kann dabei unterstützen, das Wohlbefinden der Bewohner*innen besser zu verstehen und unterstützt die Pflegekräfte darin, zeitnah auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen“, so Hanne.

So vielseitig einsetzbar die Emotionserkennung ist, so schwierig war es anfangs, den richtigen Use Case zu finden. „Eines der wichtigsten Learnings war es, einen klaren Anwendungsfall für unsere Technologie zu identifizieren, bevor wir uns in die Entwicklung stürzten“, so Hanne. „Anfangs standen wir vor einem Meer von Möglichkeiten, was zu einem längeren Prozess führte, bis wir BEJOY entwickeln konnten. Durch die Ausrichtung auf einen konkreten Use Case haben wir uns darauf konzentriert, ein Produkt mit einem echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.“

Datenschutz als zentraler Aspekt

Auch das Thema Datenschutz ist ein zentraler Aspekt, insbesondere in Bereichen wie Gesundheit und Pflege. „Bei Beyond Emotion haben wir den Datenschutz ernst genommen und ihn zu einer unserer höchsten Prioritäten gemacht. Um ein höheres Maß an Datenschutz zu gewährleisten, nutzen wir Edge Computing“, so Hanne. Edge Computing ermöglicht es, direkt auf dem Gerät des Nutzenden die Bilddaten auszuwerten, anstatt die Bilddaten an einen entfernten Server zu senden. „Ich bin stolz, darauf, dass meine Kollegen die KI-Modelle so performant gestalten konnten, dass – wo andere Serverfarmen brauchen – für uns ein Tablet ausreicht, um die Bilddaten zu verarbeiten. Wir haben es geschafft, dass die Bilddaten ausschließlich auf dem Bilderrahmen ausgewertet werden. Lediglich das Ergebnis der Analyse ,Hans geht es gut‘, wird an die Angehörigen geschickt“, ergänzt Hanne.

Das bedeutet, dass die gesamte Verarbeitung der für die Emotionserkennung benötigten Daten lokal auf dem Gerät des Nutzenden durchgeführt wird, und keine sensiblen Bilddaten über das Netzwerk gesendet oder auf entfernten Servern gespeichert werden. Dadurch wird das Risiko eines Datenverlusts oder -diebstahls deutlich minimiert.

Die Reise in den Gesundheits- und Pflegesektor war laut der Gründer*innen keineswegs einfach, aber die positive Wirkung, die ihr Produkt auf das Leben von älteren Menschen und ihren Angehörigen hat, habe sich als äußerst belohnend erwiesen. „Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, dass der Bedarf an Technologien, die sowohl effektiv als auch ethisch sind, groß ist. Wir sind begeistert von den vielfältigen Anfragen aus verschiedenen Sektoren, die die breite Anwendbarkeit und das Potenzial unserer Emotionserkennung zeigen“, so Hanne Butting abschließend.

Media Lab Bayern: der Medien-Start-up-Booster

Eine spezifizierte Förderung in der Medienbranche ist selten und zugleich sehr wichtig. Denn nur so wird die Vielfalt im Angebot erhalten und der Fortbestand des Mediensystems gesichert. Das Media Lab Bayern fördert Start-ups bei ihrem Wachstum. Wir stellen Gründer*innen vor, die auch mithilfe des Media Labs durchgestartet sind.

München wurde 2023 zur Start-up-Hauptstadt erklärt. Nirgendwo sonst in Deutschland wurden mehr junge Firmen gegründet. Ebenfalls in der bayerischen Hauptstadt sitzt das Media Lab Bayern. Das Start-up Hub unterstützt Gründer*innen in der Medienbranche. Eine Nische, die gesellschaftlich relevant und doch schnell zwischen FinTech Unicorns und Healthcare­Durchstarter*innen übersehen wird.

Lina Timm hat das Media Lab aufgebaut: „Es gibt kaum etwas Wichtigeres für die Demokratie als Medien, die mit unabhängigem Journalismus so viele Menschen wie möglich erreichen. Seit Jahren steckt die Medienbranche in einer Innova­tionskrise, auch das war ein Motiv dafür, 2015 das Media Lab Bayern zu gründen. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat das Thema damals dankenswerterweise stark vorangetrieben und auch die Bayerische Staatskanzlei mit an Board geholt. Auf dem Fundament konnten wir die Medienförderung super aufbauen.“

Was als kleines Drei-Personen-Projekt begonnen hat, ist inzwischen eine feste Größe in der deutschen Start-up-Landschaft geworden. Die Standorte in München und Ansbach bieten vielfältige Fördermöglichkeiten für Gründer*innen an. „Mit der Zeit haben wir festgestellt, dass die Bedürfnisse von Gründenden oder auch Leuten, die kurz vor der Gründung stehen, individuell sind. So haben wir über die Zeit unterschiedliche Fördermöglichkeiten gestartet, um von der innovativen Einzelperson über das Start-up-Team bis zum Medienhaus alle bestmöglich unterstützen zu können“, erklärt die Geschäftsführerin. Das Media Lab selbst ist auch gewachsen und inzwischen Teil des innovativen Ökosystems der Medien.Bayern GmbH.

Medien-Start-ups fliegen unter dem Radar

Durch die zum Teil staatliche Förderung können Medien-Start-ups im Media Lab Bayern unterstützt werden, ohne Firmenanteile abgeben zu müssen. Für Gründer*innen ist das ein Vorteil, da sie finanzielle Unterstützung, Coachings und Zugang zum Netzwerk erhalten und gleichzeitig weiterhin im Vollbesitz ihrer Firma bleiben. In der Medienbranche sind Investments schwer zu generieren, die Gründe dafür sind mannigfaltig. Zum einen sind die Produkte und Dienstleistungen von Medien-Start-ups schwerer zu skalieren als beispielsweise bei einem FinTech, zum anderen haben viele Investor*innen die Medienbranche nicht auf dem Radar. Das zeigt zum Beispiel die Geschichte des Start-ups Articly.

Articly

Wolf Weimer fragte sich eines Tages: Warum kann ich meine Zeitung eigentlich nicht anhören? Die Idee zu Articly war geboren. Die App steht inzwischen in allen App-Stores und bietet vertonte Artikel zum Hören an. In Kooperation mit Qualitätsmedien werden so aktuelle Themen in Form von Hintergrundberichten, Analysen und Kommentaren fürs Hören aufbereitet.

Mit dieser Idee kam Wolf in das Media Lab Bayern und testete im R&D Fellowship einen Prototypen. In User Testings stellten sich weitere Anwendungsfälle heraus. „Die App ist nicht nur für auditive Menschen wie mich attraktiv, sondern hilft Menschen mit Leseschwäche oder seheingeschränkten Personen, News zu konsumieren. Das hatte ich so erst einmal gar nicht auf dem Schirm“, erklärt Wolf. Nach dieser Testphase gründete er das Start-up Articly und entwickelte sein Geschäftsfeld im Media Lab weiter. In dieser Zeit erhielt er einen Anruf, der damals noch streng geheim war. Wolf ahnte bereits, dass sich für seine junge Firma in Zukunft vieles ändern würde und holte sich einen Co-Founder an Bord. Gemeinsam kümmerten sie sich um die Akquise und konnten erste Kooperationen mit Medienunternehmen schließen.

Im Sommer 2023 konnte Wolf dann auch endlich erzählen, wer damals angerufen hatte. Es waren die Macher hinter der Sendung „Die Höhle der Löwen“. Die Folge wurde diesen Sommer ausgestrahlt. Articly fand in dem prominenten Investor Carsten Maschmeyer einen Unterstützer und konnte sich einem Millionen-Publikum präsentieren. Co-Founder Lukas Paetzmann bringt es auf den Punkt: „Die Höhle der Löwen ist kein Freiticket. Aber es hat uns Sichtbarkeit verschafft und uns damit auf die nächste Wachstumsstufe gehievt.“ Das Start-up verzeichnete nach dem TV-Auftritt mehr als 20.000 Downloads und konnte weitere Kooperationspartner, wie etwa die Deutsche Bahn, o2 (Telefonica) und das Handelsblatt, an Bord holen.

Modelyzr: Mio.-Investment für KI-Start-up aus Münster

Mit der erfolgreichen Finanzierungsrunde (siebenstelliges Investment) hat sich das KI-Start-up mit seiner Cloudlösung für KI-basierte Marktanalytik auf dem schwierigen Finanzierungsmarkt behauptet und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt.

„Für uns als Start-up sind Finanzierungsrunden von großer Bedeutung, wenn es darum geht, uns als Unternehmen weiterzuentwickeln“, sagt Nils Niehörster, Gründer und Geschäftsführer der Modelyzr GmbH. Das siebenstellige Investment sei demnach ein weiterer wichtiger Schritt. „Es ist für uns Ansporn und Bestätigung zugleich, neben unseren Kundinnen und Kunden sowie Partnern auch Investoren von unserem Geschäftsmodell und dessen Profitabilität überzeugt zu haben.“

MODELYZRs: spezialisiert auf Prozesse in B2B-Märkten

Die Funktionsweise des MODELYZRs ähnelt der des KI-Sprachmodells ChatGTP: Jeweils werden alle verfügbaren Daten herangezogen und analysiert, um auf dieser Basis aussagekräftige Antworten auf beliebige Fragen zu liefern. Anders als das OpenAI-Produkt ist die Lösung aus Münster jedoch nicht auf Sprache, sondern auf Prozesse in B2B-Märkten spezialisiert. So entsteht ein belastbares und ganzheitliches KI-Marktmodell, mit dessen Hilfe zum Beispiel Marktforschungen, Go-to-Market-Simulationen oder Next- sowie First-Best-Offer möglich werden.

Den Fußabdruck im SAP-Ökosystem vergrößern

„Mit den Mitteln, die uns aus der Finanzierungsrunde zur Verfügung stehen, werden wir das Recruitment mehrerer Spitzenkräfte vorantreiben, um mit deren Hilfe unser Wachstum weiter anzukurbeln“, so Nils Niehörster. So soll in den kommenden drei Geschäftsjahren ein Umsatzwachstum von jeweils über 70 Prozent realisiert werden. „Darüber hinaus besitzen wir nun die Ressourcen, um unseren Footprint im SAP-Ökosystem noch einmal deutlich zu vergrößern.“ Modelyzr ist SAP PartnerEdge-Build und der MODELYZR selbst sowohl im SAP Store als auch in der SAP Industry Cloud gelistet.

Studie: Generative KI in der europäischen Start-up Landscape

Die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups zeigt, dass sie ‌unter mangelnder Finanzierung leiden. Hier alle Ergebnisse im Überblick.

Das gemeinnützige appliedAI Institute for Europe veröffentlicht die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups. Befragt wurden 95 Start-ups aus diesem Bereich zur Entwicklung von generativer KI sowie zu ihren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb.

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Start-ups zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas erheblich zu stärken.

  • Insgesamt gibt es etwa 6.300 KI-Start-ups in der EU, davon sind 669 aus dem generativen KI-Bereich
  • Die meisten generativen KI-Start-ups kommen aus Deutschland (19,9 Prozent)
  • Das Funding generativer KI-Start-ups aus Europa beläuft sich auf bisher insgesamt 2,37 Mrd. Euro
  • Die größten Herausforderungen der Start-ups sind Finanzierung, Regulierung und Rechenkapazität

Die Start-ups wurden unter anderem zu Bereichen wie Finanzierung, spezifischen Tätigkeitsfeldern, Größe sowie ihren individuellen Herausforderungen als generatives KI-Startup in Europa befragt. Aus den zum Teil alarmierenden Ergebnissen leitet das appliedAI Institute for Europe wegweisende Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft ab.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind, die Investitionen in diesem Bereich voranzutreiben und eu­ropäische Start-ups dabei zu unterstützen, die Entwicklung von generativer KI in Europa zu beschleunigen. Denn diese Technologie hebt die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein neues Niveau. Europäische KI-Start-ups sind dabei unverzichtbar. Sie haben das Potenzial, die nächste Generation von generativen KI-Modellen zu entwickeln, die europäischen Werten entsprechen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Fokusfelder der generativen KI-Start-ups in Europa

Aktuell arbeiten 31 Prozent der 95 Start-ups an der Entwicklung sogenannter Basismodelle. 41,6 Prozent konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Entwicklungstools und Infrastruktur für generative KI-Modelle. Zusätzlich entwickeln 62,9 Prozent Downstream-Anwendungen auf Grundlage bestehender Basismodelle. „Downstream” bezeichnet hier eine nachgelagerte Phase und bezieht sich auf die Anwendbarkeit und Erledigung spezifischer Aufgaben, die auf den Ergebnissen von KI-Modellen aufbauen. (Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich.)

Etwa die Hälfte der befragten Start-ups (52,6 Prozent) fokussiert sich speziell auf einzelne Schichten des Technologie-Stacks, während 47,4 Prozent in mindestens zwei Schichten des Technologie-Stacks aktiv sind.

Die größten Herausforderungen für generative KI-Start-ups (Mehrfachnennungen möglich):

  • Mangelnde Finanzierung (51 %)
  • Regulierung (24 %)
  • Begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung (19 %)
  • Mangel an qualifizierten Fachkräften (18 %)
  • Zugang zu hochwertigen Daten (17 %)
  • Faire Wettbewerbsbedingungen (14 %)
  • Sonstige regulatorisch-gesetzliche Aspekte (z. B. IP) (10 %)
  • Sicherheit (5 %)
  • Sonstige (11 %)
  • Externe Faktoren nehmen Start-ups Handlungsspielraum

Die Frage nach den Herausforderungen der Start-ups ist ein zentraler Teil dieser Studie. Mangelnde Finanzierung, die Regulierung in der EU sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung sind dabei die drei Bereiche, welche die Start-ups am stärksten beeinflussen und in denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Es mangelt an finanzieller Unterstützung

Investitionen in generative KI sind unerlässlich für die europäische Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie führen zu einem erhöhten Maß an Unternehmertum, gesteigerter Produktivität und einer zukunftsorientierten Wirtschaft, welche die Entwicklung generativer KI aktiv mitgestaltet. Start-ups fungieren dabei als wirtschaftlicher Katalysator.

Etwa die Hälfte (51 Prozent) der befragten Start-ups gab an, dass ihre größte Herausforderung in der Finanzierung bzw. dem Funding liegt, insbesondere im Vergleich zu den USA und China. Den Daten zufolge haben europäische generative KI-Start-ups bisher nur rund 2,37 Mrd. Euro an Finanzmitteln gesammelt. Im Gegensatz dazu haben allein zwei Player aus den USA, OpenAI und Anthropic, bis Dezember 2023 bereits über 14 Milliarden Euro an Finanzierung erhalten. Allein diese beiden außereuropäischen KI-Start-ups haben sechsmal so viel Geld erhalten wie alle rund 669 generativen KI-Start-ups in der EU zusammen.

Die Zurückhaltung in europäische generative KI-Startups zu investieren, ist groß. Eine mangelnde Finanzierung erschwert allerdings das unerlässliche, aber kostenintensive Modelltraining enorm. Dies führt zu einem bedeutenden Wettbewerbsnachteil auf internationaler Ebene.

Start-ups zwischen Unsicherheit und Relevanz von Regulierung

24 Prozent der 95 Start-ups äußerten Bedenken aufgrund anstehender regulatorischer Maßnahmen, die teilweise als übermäßig komplex und restriktiv empfunden werden. Diese Umstände erzeugen Unsicherheit unter den Start-ups. Zusätzlich werden das bürokratisch geprägte Verwaltungsverfahren in Europa und die Frage des Urheberrechts als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen.

Trotz dieser Herausforderungen betonen zahlreiche Start-ups die Relevanz von einheitlichen Vorschriften im Rahmen des EU AI Acts. Diese sollen die europäischen Werte sowie die Gesellschaft schützen.

Eingeschränkte Rechenleistung als Bottleneck

Die Daten zeigen, dass etwa die Hälfte (51,6 Prozent) der europäischen Start-ups im Bereich generative KI den Zugang zu den Supercomputern der European High-Performance Computing Joint Undertaking nutzen möchte, um ihre Modelle zu trainieren. Das EuroHPC JU ist eine Einrichtung von europäischen Staaten und privaten Partnern, die darauf abzielt, die Hochleistungsrechenkapazitäten in der EU voran­zutreiben. Die andere Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) ist allerdings der Ansicht, dass ein solcher Zugang keinen nennenswerten Mehrwert für ihr Startup bringen würde.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung wird von 18 Prozent der Start-ups als Herausforderung gesehen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit in Europa sowie die hohen Kosten für Grafikprozessoren (GPU) und die Nutzung von Cloud-Services bringen Startups erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich mit außereuropäischen Start-ups. Dies resultiert auch aus einem generellen Mangel an Cloud-Anbietern in Europa.

Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Generative KI-Start-ups sind an der Spitze neuer technologischer Entwicklungen und treiben Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft voran. Um sicherzustellen, dass Europa eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung generativer KI spielt, ist daher unverzügliches Handeln notwendig. Andernfalls werden wir nur vom Spielfeldrand zusehen.“

Fünf Handlungsfelder zur Stärkung der generativen KI-Landschaft in Europa

Basierend auf der Analyse des europäischen Ökosystems für generative KI-Start-ups ergeben sich verschiedene Handlungsfelder, um die Entwicklung von generativer KI „Made in Europe“ zu schützen und zu beschleunigen.

1. Vertrauen in generative KI stärken

Vertrauen ist ein wichtiger Schlüssel, um das europäische Ökosystem zu stärken. Ohne Vertrauen sind Unternehmen nicht bereit, kritische Daten und interne Dokumente für das Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass Unternehmen Vertrauen in generative KI-Lösungen aufbauen. Jedoch muss ebenfalls sichergestellt werden, dass diese Lösungen das Vertrauen auch verdienen.

2. Finanzierung für Risikokapitalgeber attraktiver gestalten

Im Vergleich zu den USA oder China hinken die EU-Länder bei der Finanzierung durch Risikokapitalgeber erheblich hinterher. Um dieses Problem anzugehen, bedarf es eines umfassenden Ansatzes, der die Zusammenarbeit zwischen Investoren, politischen Entscheidungsträgern und dem Startup-Ökosystem fördert. Dazu gehört auch ein verstärktes „Matchmaking“ zwischen europäischen KI-Start-ups und international agierenden Investoren.

3. Europäische Wertschöpfung ankurbeln

46 Prozent der generativen KI-Start-ups, die Bedenken gegenüber der Nutzung von EuroHPC JU äußerten, argumentieren, dass dies auf die Verwendung vergleichsweise kleiner Modellgrößen oder den Einsatz von vortrainierten Modellen zurückzuführen ist.  Die Nutzung vortrainierter Modelle kann die Kosten senken, da Start-ups die Grundmodelle nicht selbst erstellen und trainieren müssen. Allerdings werden diese Dienste hauptsächlich von Technologieunternehmen aus den USA angeboten. Dies bedeutet, dass europäische generative KI-Start-ups, die diese benötigen, mehrheitlich auch an außereuropäische Technologieunternehmen gebunden sind. Es muss daran gearbeitet werden, Europa als Arbeitsstandort attraktiver zu gestalten, damit die generative KI-Wertschöpfung in Europa und nicht in den USA oder China stattfindet.

4. Zugang zu hochwertigen Daten erleichtern

Generative KI-Start-ups in Europa stehen bei der Datenbeschaffung vor besonderen Herausforderungen, da sie, wie beschrieben, größtenteils von US-amerikanischen Anbietern abhängig sind. Zudem besteht Rechtsunsicherheit in Bezug auf personenbezogene Daten. Zusätzlich sind Daten in den europäischen Sprachen insgesamt nur begrenzt verfügbar. Dies erschwert den Zugang zu großen, hochwertigen Datensätzen für europäische Unternehmen. Es braucht Maßnahmen wie die Bereitstellung des Zugangs zu Datensätzen und die Schaffung eines Umfelds, in dem Startups und weitere Branchenteilnehmer Daten austauschen und gemeinsam experimentieren können.

5. Fragmentierung vermeiden und vorhandene Expertise nutzen

Die Verbindung zwischen verschiedenen europäischen Akteuren muss gestärkt werden, um eine Fragmentierung zu vermeiden und von der Expertise eines jeden Landes zu profitieren. Dazu müssen weitere Möglichkeiten für Start-ups und Investoren aus verschiedenen Ökosystemen geschaffen werden, um auf europäischer Ebene gezielt zusammenzuarbeiten. Daher ruft das appliedAI Institute for Europe weitere EU-Länder auf, verstärkt zusammenzuarbeiten und sich der European AI Startup Landscape anzuschließen, um das europäische KI-Ökosystem zu erweitern.

Den Anschluss nicht verlieren

„Das globale KI-Wettrennen ist in vollem Gange und Europa muss eine aktive und führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft übernehmen. Akteure aus den USA und China können unter wesentlich günstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Umstände erschweren es europäischen generativen KI-Start-ups erheblich, mit stark finanzierten Unternehmen aus den USA zu konkurrieren. Die ungleichen Wettbewerbsbedingungen stellen ein Hemmnis für Wachstum und Erfolg auf dem Markt dar und erfordern enorme Anstrengungen und Ressourcen”, so Dr. Andreas Liebl, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.

„KI-Start-ups sind ein wesentlicher Beschleuniger für die Innovationskraft in Europa. Daher ist es entscheidend, dass sie ein unterstützendes Ökosystem sowie attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie nicht ins außereuropäische Ausland abwandern“, ergänzt, Dr. Goll. „Mit unserer Vision eines Open-Access Accelerators für Trustworthy AI tragen wir mit unseren Partnern dazu bei, das KI-Start-up-Ökosystem zu gestalten. Unsere Handlungsempfehlungen dienen dabei als Impuls für den weiteren Dialog mit Wirtschaft, Start-ups und öffentlicher Hand.”

Zur Methodik: Basis der Datenerhebung waren ca. 1.170 KI-Start-ups, die im Rahmen der European AI Startup Landscape in den beteiligten EU-Länder identifiziert wurden. Diese KI-Start-ups wurden auf der Grundlage von Kriterien wie Daten, Fachkräfte, KI-Methoden, Skalierbarkeit und Gesamtqualität identifiziert. Zur Aufschlüsselung von generativen KI-Start-ups wurde ein KI-basiertes Klassifizierungssystem entwickelt und von zwei unabhängigen KI-Experten*innen validiert.

Die Studie (n=95) verwendete ein Querschnittsdesign. Jedes generative KI-Startup wurde durch Expert*innen der jeweiligen KI-Partnerinitiative im Zielland kontaktiert. Die Teilnahme erfolgte nur auf Einladung über verschiedene Kanäle. Die Datensammlung dauerte vier Wochen (23.10.2023 - 17.11.2023) und erfolgte in englischer Sprache. In der Umfrage wurden sowohl quantitative als auch qualitative Daten über die europäische generative KI-Landschaft erhoben.

Timeless Investments: Berliner Start-up sammelt 11,5 Mio. Euro ein

Das 2018 von Jan Karnath, Andreas Joebges und Malte Häusler gegründete Timeless Investments mit Sitz in Berlin hat sich der Mission verschrieben, der europäische Marktführer für Investitionen in seltene Sammlerstücke zu werden und diese zugänglich, erschwinglich und handelbar zu machen.

Als eines der ersten Unternehmen weltweit ermöglicht es Timeless Investments durch den Einsatz der Blockchain-Technologie über eine digitale Plattform bereits ab 50 Euro pro Anteil in Sammlerstücke zu investieren und so zukünftig an deren Wertentwicklung zu partizipieren. Der Kauf der Anteile erfolgt über die Timeless-App, wobei die digitalen Transaktionen zuverlässig, sicher und nachvollziehbar dokumentiert werden. Timeless übernimmt hierbei für die Kund*innen zudem die Auswahl, Verifizierung, Lagerung, Pflege und Versicherung der Assets. Bislang hat Timeless Investments über 450 Sammlerstücke mit einem Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Euro tokenisiert.

Jetzt gibt Timeless Investments bekannt, in einer Finanzierungsrunde 11,5 Millionen Euro frisches Kapital für das weiteres Unternehmenswachstum eingesammelt zu haben. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen einen umfangreichen Media-for-Equity Deal mit dem SevenAccelerator von ProSiebenSat.1 abgeschlossen. Dieses strategische Investment soll Timeless Investments ermöglichen, seine Marktpräsenz weiter auszubauen und seine führende Position in der Branche zu festigen.

Gleichzeitig nimmt Timeless Investments Veränderungen in seiner Führungsebene vor, um seine Unternehmensentwicklung in der bestmöglichen personellen Aufstellung voranzutreiben. Malte Häusler, der bisherige CFO wie auch Co-Gründer, fungiert bereits seit Anfang November 2023 als CEO bei Timeless Investments. Jan Karnath, der Co-Gründer und bisherige CEO, wechselt in das Advisory Board. Er konzentriert sich zukünftig bei der familieneigenen Firma Reifenhäuser, einem Maschinenbauunternehmen, auf seine Tätigkeit als Chief Digital Officer.

Durch die Ernennung von Malte Häusler zum CEO gewährleistet Timeless Investments eine konsequente Fortsetzung der Unternehmensleitung. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Andreas Joebges und Jan Karnath hat er das Unternehmen seit 2018 in der Geschäftsführung zum Marktführer in der DACH-Region im Bereich "Collectible-Investments" aufgebaut. „Wir haben ambitionierte Ziele und wollen Timeless in ganz Europa als führenden Marktplatz und unangefochtenen Marktführer im Segment der Sachwert-Investments positionieren“, so Malte Häusler.

Zudem begrüßt Timeless Investments Timo Hilpert als neuen Senior Vice President Commercial, der im Zuge dieser strategischen Erweiterung der Führungsebene die Bereiche Marketing, Business Development, Customer Experience und Produktangebote leitet. „Die Dynamik, mit der Timeless den Markt für Collectible-Investitionen vorantreibt und prägt, ist beeindruckend und das Wachstumspotenzial dieser Anlageklasse enorm. Ich freue mich darauf, diese spannende Entwicklung gemeinsam mit dem Team mitzugestalten und zur weiteren Expansion von Timeless beizutragen", so Timo Hilpert über seine neue Rolle. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Finanzsektor sowie leitenden Positionen beim Berliner Fintech LIQID und dem Frankfurter Vermögensverwalter Grüner Fisher Investments bringt er außerdem wertvolle Kenntnisse im Bereich der alternativen Investments mit, die für die zukünftige strategische Ausrichtung und das Wachstum von Timeless eine zentrale Bedeutung haben werden.