Studie Digitalisierung 2020


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So tickt und klickt Deutschland 2020. Gesellschaft im Wandel – wie digitaler Konsum und soziale Medien den Alltag der Deutschen prägen. Hier findest du die spannenden Ergebnisse der aktuellen Studie im kompakten Überblick.

Das Thema Digitalisierung ist auf den großen Bühnen der Unternehmen angekommen. Doch wie steht es um die Konsumenten? Wie nutzen die Deutschen digitale Tools, vor allem die sozialen Medien? Welchen Einfluss hat dieser Konsum auf ihr Verhalten?

Eins ist klar: Das Verhältnis zwischen dem Menschen und seiner digitalen Umgebung ist ständig im Wandel. Der technologische Fortschritt bietet Chancen und Risiken für jeden Einzelnen. Die Ergebnisse der Studie Digitalisierung 2020 von Dr. Hubertus Porschen geben einen guten Einblick, wie vor allem soziale Medien genutzt werden, was Einzelne für Erfahrungen auf digitalen Plattformen gesammelt haben und welche Risiken und Ablenkungen im Netz verborgen liegen können.

Zur Studie

Mit der Frage “Wie tickt Deutschland, wenn es um Fragen rund um das Thema Digitalisierung geht?” hat sich Dr. Hubertus Porschen auseinandergesetzt und rund 500 Deutsche zu ihren Einstellungen und ihrem digitalen Nutzerverhalten befragt.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Die Daten wurden mit Hilfe eines Online-Fragebogens erhoben. Die Studie gibt Aufschlüsse nach den verschiedenen Altersgruppen und dem Bildungsabschluss der teilnehmenden Personen.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

  • „Schreiben bis die Finger glühen. Mehr als Dreiviertel der Befragten kommunizieren am häufigsten mit Freunden und Bekannten wenn sie über WhatsApp und Co. schreiben.“
  • „Mit Push-Nachrichten jederzeit und überall auf dem neusten Stand sein, bevorzugt jeder vierte Deutsche. Fast 80 Prozent checken ihre Mails mehr als drei Mal am Tag.“
  • “Mobbing 2.0: Immerhin knapp 15 Prozent der Befragten geben zu, online schon einmal jemanden beleidigt zu haben. Vor allem junge Menschen verlieren häufiger den Anstand.”
  • „Jede Plattform hat ihre eigene Zielgruppe. Besonders junge Menschen sind auf TikTok und Snapchat unterwegs, die älteren eher auf Facebook. WhatsApp und Instagram gehen bei allen.“
  • “Erschreckend: Die unter 20-Jährigen trauen sich immer seltener Leute im realen Leben anzusprechen. Im Netz fällt es ihnen wesentlich leichter!”

Hier einige spannende Details aus der Studie

Kommunikationsformen

Trotz FaceTime und Voicemail bleibt das Schreiben bei den Deutschen auf Platz 1.

Eine überragende Mehrheit von über 75 Prozent gibt an, dass sie am liebsten mit Freunden und Bekannten in Kontakt bleibt, indem sie schreibt. Egal ob WhatsApp, E-Mail oder Facebook Messenger – Textnachrichten sind auch heute noch die Nummer 1 der Kommunikationsformen. Trotz einer generellen Kritik an der Häufigkeit des Konsums, gibt ein Umfrageteilnehmer an: „Meine Kontakte mit der Familie haben durch WhatsApp zugenommen.“ Nach dem Schreiben kommt das telefonieren. Einen Anruf nutzen die Befragten am zweithäufigsten, um Informationen auszutauschen oder sich einfach nur zu unterhalten. Und obwohl neue mediale Funktionen wie Sprachnachrichten oder Videoanrufe die Kommunikation noch besser machen sollten, fallen diese beiden Formen auf Platz drei und vier und werden damit weniger häufig verwendet.

Plattformen für jede Altersklasse

WhatsApp geht immer, TikTok nur für die Jüngeren und Facebook wird alt.

Laut repräsentativen Umfragen des Social-Media-Atlas 2017/2018 nutzen 90 Prozent aller deutschen Internetuser soziale Medien, wobei hier YouTube und WhatsApp eingeschlossen sind. Es zeigen sich jedoch große Unterschiede, wenn man sich die verschiedenen Altersklassen anschaut. Das jede Altersgruppe oder Generation eigene Präferenzen für digitale Plattformen hat bestätigt auch diese Studie. Universell beleibt scheint lediglich der Nachrichtendienst WhatsApp, der über alle Altersklassen hinweg Werte von 80 bis 90 Prozent erreicht. Bei den beiden Altersgruppen der unter 20- und unter 30-Jährigen ist vor allem Instagram beliebt mit Werten von 90 Prozent (U20) bzw. 74 Prozent (U30). Auch der Social-Media-Atlas bestätigt, dass die Fotoplattform eher eine Ort der jungen Generation ist, wobei nur 13 Prozent der Ü30-Nutzer und lediglich 3 Prozent der Ü50-Nutzer hier aktiv sind.

Kontakt zu Fremden

Mehr als der Hälfte der jungen Leute unter 30 fällt es leichter mit Fremden im Internet zu schreiben, als sie im echten Leben anzusprechen.

Im Internet gehen viele Dinge schneller, als im echten Leben – mal eben einen Beitrag geliked, ein Bild geteilt oder eine Nachricht versendet. Kontakte sind ungezwungener geworden, denn der Bildschirm des Smartphones kann oft auch als Schutzscheibe gelten. Spätestens nachdem sich das Dating auch in die digitale Welt verschoben hat, könnte man meinen, es fällt heutzutage leichter Fremde Menschen im Internet zu kontaktieren. Diese Studie zeigt, dass es tatsächlich einigen Menschen leichter fällt, im Internet jemand Unbekanntes anzuschreiben, als jemand Fremdes im echten Leben anzusprechen. Bei den unter 20-Jährigen geben sogar 65 Prozent an, dass ihnen der Kontakt online leichter fällt als offline. Bei den 20- bis 30-Jährigen sind es mit 55% noch etwas mehr als die Hälfte der Befragten. Erst bei den Personen, die älter als 30 Jahre gibt es den Shift, wobei ab hier weniger als die Hälfte (43 Prozent) angibt, dass der digitale Kontakt einfacher fällt. Mit steigendem Alter geben immer mehr Menschen an, dass es ihnen online nicht einfacher fällt als offline den Erstkontakt herzustellen. Während es bei den 40- bis 50-Jährigen nur noch 40 Prozent sind, denen das Schreiben mit Fremden leichter fällt, sind es bei der Altersklasse der über 50-Jährigen nur noch knapp 30 Prozent.

Private und berufliche Kommunikation

65 Prozent der Deutschen trennen private und geschäftliche Unterhaltungen

Das Thema Work-Life-Balance scheint mittlerweile in fast jedem Unternehmen und bei jedem Arbeitnehmer angekommen zu sein. Mehrere Arbeitsgerichte haben sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, wann und in welchem Umfang Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit für den Chef erreichbar sein müssen, wie sehr Privates und Berufliches getrennt werden muss und wo geschäftliche Kommunikation anfängt.

Nachdem man vor einigen Jahren noch den Eindruck bekam, dass private und geschäftliche Kommunikation kaum noch voneinander getrennt werden – vor allem weil jeder mit dem Handy oft direkten Zugriff auf Arbeitsmails und Dokumente hat – scheint es heute wieder wichtiger zu sein, die beiden Bereiche nicht überlappen zu lassen. 66 Prozent aller Befragten Deutschen geben an, dass sie berufsbezogene und private Kommunikation voneinander trennen. Der Rest verneint die Frage, wobei 8 Prozent angeben, dass sie gezwungenermaßen keine Trennung vornehmen können, weil es beispielsweise der Chef erwartet.

Neuigkeiten in Sozialen Netzwerken

Fast 60 Prozent schauen seltener als stündlich oder nur 1-mal pro Tag nach News in sozialen Netzwerken; 33 Prozent dafür mehr als einmal die Stunde.

Eine große Mehrheit der Befragten gibt an, Social Media nebenbei zu benutzen – von „manchmal“ bis hin zu „fast ausschließlich“. Egal ob die Vorlesung in der Uni gerade langweilig wird, man im Büro auf einen Kollegen wartet oder auf dem Arbeitsweg Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln totschlagen muss – eben schnell die Neuigkeiten von Freunden und Bekannten im Netz checken ist für viele ein guter Zeitvertreib. Doch wie oft schauen die Deutschen in Social-Media-Profilen nach „Neuigkeiten“?

Unter allen Befragten wurde die Antwortoption „Seltener als stündlich“ mit 30 Prozent an häufigsten ausgewählt, dicht gefolgt von „1x am Tag“ mit 29 Prozent. Immerhin 33 Prozent öffnen Facebook, Instagram und Co. stündlich oder noch häufiger.

Digitale Aufklärung

Fast Dreiviertel der Befragten wurden noch nie über die Gefahren des Internets aufgeklärt.

Gerade für junge Menschen, die häufig unvorsichtiger und unreflektierter im Netz unterwegs sind, bieten sich viele Gefahren – vom Datendiebstahl, über Pornografie, Cybermobbing und Cybergrooming bis hin zu unbeabsichtigten Käufen. Eine Aufklärung über diese Gefahren und wie man sie umgeht sollte daher möglichst frühzeitig stattfinden. Dennoch wurden fast Dreiviertel (73 Prozent) aller Befragten noch nie über die Gefahren des Internets in der Schule aufgeklärt. Von den restlichen 27 Prozent geben 8 Prozent an, außerhalb der Schule oder des Unterrichts durch engagierte Eltern aufgeklärt worden zu sein.

Datenschutz

Kaum jemand liest heutzutage AGBs oder Datenschutzerklärungen (ganz).

Heutzutage bestätigt jeder Mensch teilweise täglich Allgemeine Geschäftsbedingungen (kurz AGBs) oder Datenschutzerklärungen, um im Internet Produkte zu erwerben, sich auf Portalen zu registrieren oder einfach nur um zu surfen. Doch was wirklich genau in diesen AGBs steht, das wissen viele nicht oder zumindest nicht genau, denn das Häkchen zur Bestätigung, dass man die AGBs gelesen und akzeptiert hat ist wesentlich schneller einfach so gesetzt, als sich vorher noch mit mehrseitigen Dokumenten auseinanderzusetzen.

38 Prozent aller Befragten geben offen zu, dass sie so gut wie noch nie eine Datenschutzerklärung gelesen haben. Weitere 44 Prozent fangen zwar an zu lesen, lesen aber dann doch nicht zu Ende. Nur 18 Prozent aller Befragten, also weniger als jeder fünfte Nutzer, gibt an, immerhin „fast immer“ die AGBs überhaupt und dann auch noch zu Ende zu lesen. Die Bestätigung, dass man die AGBs gelesen und verstanden hat und akzeptiert klicken vermutlich dennoch alle Befragten an.

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