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Public Value Award for Start-ups 2021
Kooperation
Sieben spannende Finalist*innen – drei glückliche Gewinner*innen: Hier gibt’s die Details zum renommierten Public Value Award for Start-ups.
Seit 2016 zeichnet EY in Zusammenarbeit mit der HHL Leipzig Graduate School of Management Start-ups, die einen besonderen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, mit dem Public Value Award for Start-ups aus. Der Award wurde zuletzt noch als EY Public Value Award for Start-ups ausgelobt, 2020 aufgrund der Corona-Pandemie jedoch nicht ausgerufen. Die Pause nutzen die Partner*innen, um die Plattform zum Thema Gemeinwohl für Gründer*innen und junge Unternehmen einer Neuausrichtung zu unterziehen. Träger des Public Value Award ist nun der gemeinnützige Verein Forum Gemeinwohl e.V., Partner*innen sind neben EY und HHL die Stadt Leipzig und ZEISS.
140 Bewerbungen – 7 Finalist*innen
Im Jahr 2021 haben sich 140 junge Unternehmen für diese Auszeichnung beworben, sieben wurden von einer zehnköpfigen Jury rund um die Juryvorstände Markus T. Schweizer (EY) und Prof. Dr. Timo Meynhardt (HHL) ins Finale gewählt.
Unternehmerischer Erfolg sollte nicht nur in Zahlen gemessen werden, weil unternehmerisches Handeln und soziale Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind und ein Fokus auf den eigenen Gemeinwohlbeitrag einem Unternehmen dabei helfen kann, langfristig Aktionäre zu gewinnen und Stakeholder Returns zu generieren. Grund genug, die diesjährigen Finalist*innen des Public Value Awards genauer unter die Lupe zu nehmen und der Frage nachzugehen, wie ihr Beitrag zum Gemeinwohl aussieht und wodurch sie sich von ihren Mitbewerber*innen abgehoben haben.
Markus T. Schweizer (EY) ergänzt zusammenfassend: „Die Pandemie hat gezeigt, dass sich Unternehmen mit einem hohen Gemeinwohlbeitrag oft durch eine starke Resilienz auszeichnen. Die Finalist*innen und Sieger*innen des Public Value Awards for Start-ups sind damit nicht nur innovative Jungunternehmer, sondern leisten auch einen spürbaren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Wirtschaft.“
Wie man Public Value messen kann
Bewertet wurden die Bewerber*innen anhand der Public Value Scorecard. In jeder der fünf Dimensionen dieser Scorecard konnten zwischen 0 und 100 Punkten vergeben werden. Auch die Start-ups selbst mussten sich in ihrer Bewerbung punktemäßig festlegen und Argumente für jede Dimension anführen. Das gab ihnen die Chance, ihren Beitrag zum Gemeinwohl in Zahlen messbar zu machen und sich näher mit diesem zu beschäftigen. Viele haben die Erkenntnisse aus dem Bewerbungsprozess zum Anlass genommen, um ihre Außendarstellung und ihren Purpose neu zu definieren.
And the Winner is …
Nach einem wochenlangen Coaching durch EY und die HHL fand am 14. Oktober 2021 schließlich das Finale des Public Value Award for Start-ups in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig statt. Vor rund 150 Gästen pitchten die Finalist*innen live um den Sieg in der Jurywertung. Bereits im Vorfeld an die Veranstaltung hatten Menschen weltweit zudem die Möglichkeit, online für ihren Favoriten abzustimmen und diesem damit eine Chance auf den Publikumspreis zu geben.
Sowohl die Jury-, als auch die Publikumsentscheidung fielen sehr knapp aus. Darüber, dass alle sieben Start-ups einen herausragenden Beitrag zum Gemeinwohl leisten, bestand Einigkeit. „Die diesjährigen Finalisten zeigen wieder einmal, dass insbesondere junge Unternehmen der Motor für eine zukunftsfähige Gesellschaft sein können. Mit ihren vielfältigen Ideen stärken sie das Miteinander und sorgen so für ein gesellschaftliches Klima, in dem wir alle gern leben möchten“, zieht Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland, sein Resümee.
Aber auch knappe Entscheidungen sind letztlich Entscheidungen und so wurde das Start-up Too Good To Go mit dem 3. Platz in der Jurywertung ausgezeichnet. Auf Platz 2 erklommen die Gründer von HeartBeat Edutainment das Siegertreppchen. Die Frankfurter sicherten sich zusätzlich den Publikumspreis und reisten am Abend mit zwei Trophäen im Gepäck ab. Platz 1 wurde an Africa GreenTec vergeben.
Platz 1: Africa GreenTec
Thorsten Schreiber und seine Frau Aida N´diaye haben mit Africa GreenTec ein Sozialunternehmen gegründet, das Menschen im Globalen Süden durch nachhaltige Energielösungen zu mehr Selbstbestimmung und Wachstum befähigen will. Sie haben Elektrizität neu gedacht und eine ganzheitliche Systemlösung entwickelt, die den schwierigen Bedingungen netzferner Regionen in Afrika standhält und nach eigener Aussage sogar moderne europäische Standards übertrifft. Das Portfolio aus Produkten und Servicelösungen umfasst modernste Solartechnik, Smart Meter, Kühlsysteme, Wasseraufbereitung und Internetzugang. Seine Aufgabenerfüllung beschreibt das Start-up wie folgt: „Es geht uns vor allem um eins: die Möglichkeit zu Selbstbestimmung und wirtschaftlichem Wachstum durch die Nutzung elektrischer Maschinen und Geräte. Strom gibt den Menschen die Chance, in Ihrer Heimat etwas zu bewegen und für die nachfolgenden Generationen eine bessere Zukunft zu gestalten.“ Infolgedessen würde der Anreiz, aufgrund von Perspektivlosigkeit in ein anderes Land zu flüchten, sinken. Die Lebensqualität der Kund*innen wird durch den Bezug von Strom nicht nur im Privatleben, wie durch die Stromnutzung für Radio, Fernsehen oder Kühlschränke gesteigert, sondern auch im gewerblichen Sinne. Bildungseinrichtungen, Landwirtschaft und Kleingewerbe können ihre Produktivität erhöhen oder neu gegründet werden und somit die Lebensqualität ganzer Gemeinden und Dörfer verbessern. Africa GreenTec orientiert sich an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs). Diese Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden von den Vereinten Nationen im Jahr 2016 ausgegeben und sollen bis 2030 eine weltweite Verbesserung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen vorantreiben und damit letztlich die Armut beenden.
Platz 2: Heartbeat Edutainment
Junge Menschen mit Kunst und Musik stark machen – das ist die Mission von Reza Solhi und Riccardo Montero. Darum haben sie eine deutschlandweit agierende, multimediale Begegnungsstätte zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Empowerment von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen gegründet. „Jugendliche verarbeiten ihren Schmerz mit der Musik und entwickeln eine positive Perspektive. Sie machen Selbstwirksamkeitserfahrungen, die sie selbst im Erwachsenenalter an ihre Nächsten und an nächste Generationen weitergeben“, reflektieren die Gründer ihren Public Value. Die Coaches, die für Heartbeat arbeiten, wollen mit ihren Aktivitäten gruppendynamische Prozesse unter den Heranwachsenden fördern. Musik und Kunst sollen dabei spielerisch den Zusammenhalt untereinander fördern. Es entstehen interkulturelle Dialoge, Vorurteile werden abgebaut und die Philosophie des Miteinanders wird praktisch nahbar und erfahrbar gemacht.
Platz 3: Too Good To Go
Too Good To Go träumt von einer Welt ohne Food Waste. Denn: Lebensmittelverschwendung ist für 8 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Too Good To Go wurde gegründet, um die Lebensmittelverschwendung mit Hilfe einer App zu reduzieren. Über eine Plattform wird gastronomischen Betrieben (wie Restaurants, Cafés, Bäckereien, Kantinen, Hotels etc.) die Möglichkeit gegeben, überproduziertes Essen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer*innen abzugeben. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 7 Millionen Portionen Essen dank dem Zusammenhalt von 5 Millionen Retter*innen und 7.500 Partnern in Deutschland gerettet. Mit einer Community von fast 30 Millionen Nutzer*innen ist das Berliner Start-up zur größten Bewegung gegen Food Waste avanciert. Über die App hinaus engagiert sich Too Good To Go im Rahmen von Aufklärungskampagnen, Bildungsangeboten und mit Public-Affairs-Arbeit.
Die übrigen 4 Finalist*innen
MOB Industries
MOB Industries wurde von Josephine Thom und Johann Gsöllpointner gegründet. MOB steht für Mode ohne Barrieren und basiert auf der Idee, Mode, Barrierefreiheit und Inklusion nicht nur zusammen zu denken, sondern auch innovativ umzusetzen. Dabei will das Start-up, das seinen Sitz in Österreich hat, sowohl den Ansprüchen von Kund*innen mit als auch ohne Behinderung*en gerecht werden. MOB will durch die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Bekleidung die Lebensqualität, soziale Teilhabe und den Modespaß für Menschen mit Behinderung*en signifikant verbessern und sie für die Modebranche sichtbar machen. „Wir sind der Moral verpflichtet, die persönliche Würde des Individuums zu wahren und zu stärken“, sagt das Gründer-Duo. Da MOB-Mode von Menschen mit Behinderung*en eigenständig angezogen werden kann, kann fremde Hilfe reduziert und die Intimsphäre beim Wechseln der Kleidung gewahrt werden.
Oxara
Das Züricher Start-up Oxara, das von Dr. Gnanli Landrou und Dr. Thibault Demoulin gegründet wurde, hat ein einzigartiges, patentiertes mineralisches Material entwickelt, um lehmhaltiges Aushubmaterial ohne Zugabe von Zement in einen alternativen, nachhaltigen und kostengünstigen Beton zu verwandeln. Die Aufgabenerfüllung des Unternehmens besteht darin, eine Lösung für nachhaltiges und bezahlbares Wohnen sowie für Klima- und Ressourcenprobleme zu schaffen. Denn: Nach Schätzungen des UN-Habitats und der Weltbank müssten bis 2030 Wohnungen für 2 Milliarden Menschen gebaut werden, um den Wohnraum zu sichern. Die dafür benötigten Baustoffe sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber weder bezahlbar noch nachhaltig. Beton, Zement und gebrannte Tonziegel tragen zu Klimaproblemen bei – so ist Zement für rund 8 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, illegaler Sandabbau sorgt für eine Zerstörung der Biodiversität und die Herstellung von Ziegeln führt zu einem hohen Energieverbrauch.
Silber Salon
Der Silber Salon ist eine Plattform für digitale Bildung und ein generationsübergreifendes Netzwerk, das 2020 während des pandemiebedingten Lockdowns gegründet wurde. Gründerin Joya Silva möchte gemäß den „17 Zielen der Vereinten Nationen“ insbesondere das Wohlergehen, die Bildung und die Chancengleichheit der älteren Generation sichern. Konkret möchte sie ihnen den Zugang zur Online-Welt ermöglichen, um eine digitale Chancengleichheit zu schaffen. Außerdem will das Berliner Start-up durch digitale Kommunikation und Vernetzung den Zusammenhalt zwischen älteren und jüngeren Generationen stärken und dadurch Einsamkeit verringern. „Auch für die älteren Generationen soll es leicht sein und zur Normalität werden, digitale Angebote und Online Services zu nutzen, mit denen sie ihren Alltag enorm vereinfachen können, so z. B. Lieferdienste, die Online-Buchung von Arztterminen, Online-Reisebuchungen, Online-Banking und das Internet als riesige Informationsquelle für Themen jeglicher Art. Digitale Bildung soll für ältere Menschen kein Privileg sein, sondern selbstverständlich und einfach zugänglich“, beschreibt die Berliner Gründerin ihre Mission. Auch die jüngeren Generationen können durch den Kontakt zu älteren Menschen profitieren und an deren jahrzehntelangem Know-How und ihrer Expertise teilhaben.
TrostHelden
Das Gründer-Ehepaar Jennifer und Hendrik Lind unterstützt mit seinem Start-up Menschen, die um eine geliebte Person trauern. Gemeinsam mit führenden Expert*innen aus Trauerhilfe, Trauerforschung, Psychologie und Matchmaking haben die TrostHelden einen weltweit einzigartigen Matching-Algorithmus entwickelt. Auf diese Weise können Menschen sich 1:1 mit einem oder auch mehreren, zu ihnen passenden Trostpartnern austauschen. Die Aufgabenerfüllung des Unternehmens lässt sich wie folgt beschreiben: „Unsere Trauerkultur verursacht oftmals eine Vereinsamung bei Betroffenen. Vereinsamung öffnet Tür und Tor für verschiedenste Krankheiten, insbesondere für Depressionen. Unser Angebot des Matchings bringt die beiden gleichgesinnten Menschen zusammen, die ein ähnliches Schicksal teilen und vom Typ her ähnlich sind, daher eine ähnliche Trauersprache sprechen und sich damit gegenseitig unterstützen und bereichern können. Diese Zusammenkunft hilft Betroffenen, einen besseren Weg in den neuen Lebensabschnitt zu bekommen und beugt einer Vereinsamung vor.“ Die Lebensqualität eines Trauernden sinkt rapide und kann langfristige Folgen wie Krankheiten, Verlust des sozialen Umfelds, Verlust des Arbeitsplatzes etc. haben. Diese Spirale wollen die TrostHelden durch gute Trauerarbeit durchbrechen.
Die Autorin Olivia Weindorf ist Managerin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY. Zudem engagiert sie sich für die Initiative „EY Startup“ und ist im Organisationsteam des Public Value Award for Start-ups.
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Zweistelliges Mio.-Investment: Dresdner E-Motor-Pionier Additive Drives zündet nächste Wachstumsstufe
Das Dresdner Tech-Unternehmen Additive Drives hat sich frisches Kapital in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe gesichert, um seine weltweit führende 3D-Druck-Technologie für Elektromotoren global auszurollen.
Vom Start-up zum Technologieführer
Hinter dem Erfolg steckt eine rasante Entwicklung „Made in Saxony“: 2020 von Philipp Arnold, Axel Helm und Dr. Jakob Jung gegründet, hat sich Additive Drives innerhalb weniger Jahre zu einem profitablen Technologieführer entwickelt. Mit inzwischen über 70 Mitarbeitenden am Standort Dresden fertigt das Unternehmen Elektromotoren, die durch additive Fertigungsverfahren (3D-Druck) Leistungsdaten erreichen, die mit konventionellen Methoden physikalisch kaum möglich wären.
Durch das patentierte Design, etwa bei 3D-gedruckten Kupferwicklungen, erzielen die Motoren eine Energieeffizienz von bis zu 98 Prozent. Damit übertreffen die Dresdner den höchsten Industriestandard (IE5) deutlich und erreichen effektiv das Niveau der Klasse IE7. Ein entscheidender Hebel für den Klimaschutz, da Elektromotoren weltweit für rund 53 Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich sind.
Unabhängigkeit von Seltenen Erden
Ein strategischer Wettbewerbsvorteil der Technologie ist der Verzicht auf kritische Rohstoffe. Die Motoren können ohne Seltene Erden gefertigt werden, was die Abhängigkeit von geopolitisch unsicheren Lieferketten eliminiert – ein wichtiges Argument für die industrielle Souveränität Europas. Zu den Kunden, die diese Technologie bereits nutzen, zählen globale Schwergewichte wie Amazon, Airbus, Audi, BMW und Schaeffler.
Profitabilität und schnelle Skalierung
Im Gegensatz zu vielen jungen DeepTechs wirtschaftet das Gründer-Trio bereits hochprofitabel. In einem aktuellen deutschen Finanzranking belegte Additive Drives Platz 7 unter 8.000 analysierten Firmen. Ein Schlüssel dazu ist die Geschwindigkeit: Prototypen können in Dresden innerhalb von nur 21 Tagen gefertigt werden, was die Entwicklungszyklen in der Industrie massiv verkürzt.
„Wir sind schon früh Cashflow-positiv gewesen“, erklärt Philipp Arnold, CFO und Mitgründer. „Mit Nordic Alpha Partners haben wir nun einen operativen Partner an der Seite, der über das nötige Rüstzeug verfügt, um unser Wachstum global massiv zu beschleunigen und neue Märkte zu erschließen.“
Investoren sehen europäisches Leuchtturm-Projekt
Auch die Investorenseite hebt die operative Exzellenz hervor. „Es ist selten, ein Gründerteam zu sehen, das technologisch so bahnbrechend ist und gleichzeitig weniger als fünf Jahre nach dem Start eine so starke finanzielle Performance liefert“, kommentiert Nikolaj Magne Larsen, Partner bei Nordic Alpha Partners.
Arno Held, Managing Partner beim ersten Investor AM Ventures, sieht in Additive Drives ein „Musterbeispiel für die Innovationskraft des deutschen Mittelstands“. Mit dem Einstieg des neuen Partners sei der Weg frei, um aus dem Dresdner Unternehmen einen europäischen Champion für nachhaltige Antriebe zu formen.
Gründer*in der Woche: JUPUS - zwischen Jura und KI
Wie René Fergen mit seinem LegalTech-Start-up JUPUS dem Fachkräftemangel in Kanzleien entgegenwirken und unseren Zugang zum Rechtssystem sichern will.
Es gibt Branchen, die scheinen immun gegen Wandel zu sein. Die Rechtsbranche ist eine davon – konservativ, traditionsbewusst, hierarchisch. Digitalisierung und Transformation sind dort Konzepte, die längst noch nicht ihren Schrecken verloren haben. Das beginnt sich zu ändern, unter anderem auch dank René Fergen und seinem Start-up JUPUS. Fergen, studierter Jurist, erfuhr in erster Person, wie manuelle Prozesse die Arbeit in Kanzleien verlangsamen und wie sehr dies die Branche – geplagt vom Fachkräftemangel – ausbremst. Als 25-jähriger technologiebegeisterter Student entschied er sich dafür, eine Lösung zu bauen.
Er war davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz (KI) Kanzleien revolutionieren kann. Heute, nur wenige Jahre später, gilt René als einer der wichtigsten Treiber dieser Entwicklung und sein Unternehmen als eines der am schnellsten wachsenden Start-ups in Europa.
„Kein Mandant spricht mit einer KI“
Wenn René heute erzählt, wie alles begann, schwingt in seiner Stimme immer noch ein Rest Ungläubigkeit mit. „Ich war noch im Studium und habe in einer Branche gepitcht, in der Anzug und Krawatte zum Pflichtprogramm gehören“, erinnert er sich. „Ich kam im Hoodie, war in den Augen vieler zu jung, um die Lösung für eine der größten Herausforderungen der Branche zu haben. Nicht selten wurde ich einfach aufgrund meines jungen Alters belächelt. Da kollidierten zwei Welten aufeinander.“
Seine Idee: KI-gestützte Tools, die den Kanzleialltag automatisieren, von der Telefonassistenz über die Mandatsaufnahme und die Aktenanlage bis hin zur Erstellung kompletter Schriftsätze. Eine gute Idee, zumal es so ein Tool bisher nicht auf dem Markt gab. Trotzdem musste der junge Gründer durch eine harte Schule gehen. Akquisegespräche waren oft demotivierend.
Viele waren noch nicht bereit für die Transformation und sagten: „Kein Mandant gibt sensible Daten in einen Chatbot ein.“ „Niemand will mit einer Telefon-KI sprechen.“ Und: „Wenn das funktionieren würde, hätte es längst jemand gemacht.“
Der Diplom-Jurist ließ sich nicht beirren. „Ich wusste, dass Kanzleien an ihrer eigenen Bürokratie ersticken, dass nicht Digitalisierung, sondern Stillstand das Risiko ist.“ Die ihm entgegengebrachte Skepsis blieb zunächst Renés Begleiter. „‚Das geht nicht‘ war wahrscheinlich der Satz, den ich in den ersten Jahren am häufigsten gehört habe“, sagt er. Doch er verstand, dass Widerstand auch ein Signal für Potenzial sein kann. „Wenn niemand an deine Idee glaubt, bedeutet das oft nur, dass sie neu ist. Das Unmögliche wirkt unmöglich, bis man es tut.“
Ein Podcast als Inspiration
Im Jurastudium dreht sich eigentlich alles um Klausuren, Hausarbeiten, Staatsexamen. Ein bisschen an der Praxisrealität vorbei, fand René. Der Weg in die LegalTech-Welt begann für ihn mit einem Podcast. Er habe „einfach mal reingehört“ und nie wieder aufgehört zu brennen, erzählt er heute. Plötzlich war ihm klar: Die Rechtsbranche stand vor einem Wendepunkt. Ihre Zukunft wird nicht nur digitaler, sondern grundlegend anders.
Um diesen Gedanken eine Plattform zu geben, gründete er noch zu Studienzeiten einen LegalTech-Verein. Er suchte den Austausch mit Anwält*innen, Richter*innen und Professor*innen. Aus Diskussionen wurden Ideen, aus Ideen erste Prototypen. Gemeinsam mit zwei Informatikstudenten entwickelte er 2022 einen kleinen Chatbot für Kanzlei-Websites. Die Idee war noch roh, aber er verkaufte das Tool an die ersten Kanzleien. Es funktionierte und verschaffte die geplante Entlastung. Als der junge Gründer einen Business Angel überzeugte, floss die erste Investition. Aus einem studentischen Nebenprojekt wurde so ein echtes Vorhaben.
Bruch und All-in-Moment
Doch gerade als das Projekt Fahrt aufnahm, kam ein heftiger Rückschlag im Gründungsteam. „Als wir drei, vier, fünf aktive Kanzleikunden hatten, stiegen meine Mitgründer von heute auf morgen aus“, erzählt René. „Für mich war das ein Schock: laufende Kunden, Investorenerwartungen – und plötzlich keinen, der die Technologie vorantrieb.“
Es folgte ein harter Konflikt. René stand vor einer Entscheidung: aufgeben oder sich verschulden, um das Projekt zu retten. Er glaubte an seine Idee und entschied sich dafür, 60.000 Euro Schulden aufzunehmen. Ohne Einkommen, direkt nach dem Studium, ging er all-in. Dieser Moment markierte den Wendepunkt und war die Geburtsstunde von JUPUS.
Neustart mit klarer Mission
Denn kurz darauf lernte René Jannis Gebauer kennen, seinen heutigen Co-Founder. Rasch setzten der Jurist und der Tech-Experte Konzept, Produkt und Marke neu auf. In nur zwei Jahren entstand so das erste KI-Sekretariat speziell für Anwaltskanzleien. Das LegalTech-Start-up hat über acht Millionen Euro von namhaften Investoren wie Acton Capital und dem High-Tech Gründerfonds eingesammelt. Aus der Zweimann-Bude ist ein 60-köpfiges Team aus Entwickler*innen, KI-Expert*innen, Jurist*innen und viel mehr geworden. JUPUS’ Website-Chatbot und Telefon-KI gelten als die meistgenutzten KI-Tools für Anwaltskanzleien im deutschsprachigen Raum. Die Plattform bearbeitet mehr als 10.000 Anrufe pro Woche und über 400 juristische Vorgänge täglich – mehr als jede Kanzlei im DACH-Raum.
JUPUS automatisiert wiederkehrende Abläufe vollständig, von der Mandatsaufnahme über Terminvereinbarungen bis hin zur Kommunikation mit Mandant*innen. Prozesse, die bis zu zehn Tage dauern können, reduziert das Tool dank seiner KI auf wenige Minuten. So sparen Kanzleien im Schnitt bis zu 70 Arbeitsstunden pro Monat. Die neu gewonnene Zeit können Anwält*innen in die juristische Arbeit stecken, also in die Rechtsberatung, die Vertretung vor Gericht oder in Verhandlungen. Ein enormer Gewinn für Kanzleien und Mandant*innen.
Die Plattform ist die erste Lösung auf dem deutschen Markt, die ganze Prozesse in der gesamten Kanzleitätigkeit schnell, DSGVO-konform und skalierbar automatisiert übernimmt. Denn bisher werden in einer durchschnittlichen mittleren Kanzlei selbst Vorgänge, die mit digitalen Tools erledigt werden könnten, meist manuell bearbeitet: Dokumentation und Auflistung der Neuanfragen, Kontaktaufnahme und Kommunikation mit den Klient*innen, Terminfindung, Dokumente einscannen, ablegen, mit der Post zur Unterschrift verschicken etc.pp. Wenn die Fachkraft fehlt, blockiert das die Ressourcen der Anwält*innen.
Technologie mit Wirkung
Warum das wichtig ist? In Deutschland gibt es rund 50.000 Anwaltskanzleien. Viele von ihnen kämpfen mit denselben Problemen: steigende Mandant*innenerwartungen, Fachkräftemangel, stagnierende Prozesse. Vor allem kleine und mittlere Kanzleien (90 Prozent des Markts) leiden darunter. Ganz besonders macht ihnen der Fachkräftemangel zu schaffen. Und das wird sich in absehbarer Zukunft nicht ändern, denn es gibt zwar immer mehr Anwält*innen, aber immer weniger Rechtsanwaltsfachangestellte. Das belegen diese Zahlen: Während sich die Zahl der Anwält*innen in den letzten 30 Jahren verdreifacht hat, ist die Zahl der Auszubildenden in Kanzleien um 70 Prozent gesunken.
„Wir lösen kein Luxusproblem“, sagt René. „Wir sorgen dafür, dass auch kleine und mittlere Kanzleien konkurrenzfähig bleiben. Und dass Bürger*innen weiterhin Zugang zu rechtlicher Unterstützung haben, unabhängig davon, ob die Kanzlei Personal findet.“
Anderen Gründer*innen gibt René Fergen diesen Tipp: „Gründen heißt, sich zu entscheiden – vor allem dann, wenn es unbequem wird –, und dranzubleiben, wenn es wehtut. Es gibt keine Abkürzung. Erfolg ist selten ein Knall, sondern das leise Ergebnis vieler guter und einiger schlechter Tage hintereinander.“
metergrid: Stuttgarter Start-up sammelt 10 Mio. Euro für Mieterstrom-Plattform ein
Das 2021 gegründete metergrid ist auf Software- und Abwicklungslösungen für sogenannte Mieterstrommodelle spezialisiert. Die Runde ist laut metergrid die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt.
Das 2021 gegründete EnergyTech-Start-up metergrid hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Mio. Euro abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, handelt es sich dabei um die bislang größte Wachstumsfinanzierung im deutschen Mieterstrom-Markt. Angeführt wird die Runde von dem niederländischen Investor SET Ventures. Auch die Bestandsinvestoren Hager, LBBW Venture Capital, Mätch VC sowie mehrere Business Angels beteiligten sich erneut.
Metergrid ist auf Software- und Abwicklungslösungen für sogenannte Mieterstrommodelle spezialisiert. Diese ermöglichen es, Solarstrom von Dächern mehrgeschossiger Wohngebäude direkt an die Bewohner zu verkaufen. Das Stuttgarter Unternehmen konnte die Zahl der versorgten Bewohner*innen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr von rund 10.000 auf über 53.000 steigern.
Ausbau zur Gesamtplattform geplant
Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, sein Geschäftsmodell von einer reinen Abrechnungslösung zu einer umfassenden Energie-Plattform für Mehrparteienhäuser auszubauen. Ziel sei es, neben Photovoltaik-Anlagen künftig auch Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen sowie Heiz- und Nebenkostenabrechnungen über eine zentrale Software abzuwickeln.
„Wir machen Energieversorgung im Mehrparteienhaus erstmals automatisiert, wirtschaftlich und massentauglich“, erklärte Johannes Mewes, Co-Founder und Geschäftsführer von metergrid. Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Million Menschen in Mehrparteienhäusern mit erneuerbarer Energie versorgen.
Hürden beim Mieterstrom
Rund 44 Mio. Menschen in Deutschland leben in Mehrparteienhäusern. Die Umsetzung von lokalen Energiekonzepten scheiterte dort bislang oft an komplexen regulatorischen und administrativen Hürden. Metergrid adressiert dieses Marktsegment, indem es Vermietern, Wohnungseigentümergemeinschaften und Wohnungsbaugesellschaften die bürokratische Abwicklung – von der behördlichen Anmeldung bis zur Abrechnung mit den Mietern – abnimmt.
Dr. Till Stenzel, Partner beim Lead-Investor SET Ventures, sieht in der Lösung das Potenzial, den Markt für urbane Energieversorgung zu erschließen: „Mehrparteienhäuser konnten bisher noch praktisch gar nicht an der Energiewende teilnehmen – metergrids Lösung sorgt hier für eine ganzheitliche, volldigitalisierte Lösung.“
Twogee Biotech sichert 2,2 Mio. Euro Seed-Finanzierung zur industriellen Umsetzung zirkulärer Biomasse-Wertschöpfung
Das 2024 von Helge Jochens und Frank Wallrapp gegründete Twogee entwickelt kundenspezifische Enzymlösungen sowie deren Produktionsstämme vom Labor bis in die industrielle Produktion.
Twogee Biotech ermöglicht Industriepartnern die wirtschaftliche Umwandlung bislang niedrigwertig genutzter Biomasse-Rest- und Nebenströme in nachhaltige Rohstoffe der zweiten Generation (2G, reststoffbasiert im Gegensatz zu 1G, lebensmittelbasiert), insbesondere Zucker für Bio- und SynBio-Anwendungen. Grundlage ist eine prädiktive Entwicklungsplattform, die Enzym-Screening, Stammengineering und Fermentation von Anfang an industrienah integriert und damit Entwicklungszeiten verkürzt sowie Skalierungsrisiken reduziert.
Das 2024 von Frank Wallrapp und Helge Jochens – mit jeweils über zehn Jahren gemeinsamer Industrieerfahrung in der Biotechnologie – gegründete und durch den BioM MAxL Incubator unterstützte Unternehmen beschleunigt mit dem eingeworbenen Kapital die Entwicklung und Kommerzialisierung seiner Technologie. Erste MVPs und bezahlte Pilotprojekte mit Industriepartnern sind bereits umgesetzt; ein Lizenzmodell auch für die lokale Enzymproduktion beim Kunden senkt Kosten und CO₂-Emissionen und ermöglicht den Aufbau dezentraler, zirkulärer Wertschöpfungsketten.
„Viele industrielle Reststoffe enthalten erhebliche ungenutzte Wertschöpfung“, sagt Frank Wallrapp, CEO von Twogee Biotech. „Wir helfen unseren Partnern, diese Potenziale mit minimalem Integrationsaufwand und klarer wirtschaftlicher Perspektive zu erschließen.“
Mit der abgeschlossenen Seed-Finanzierung – zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital, sowie strategische Partner wie AgriFoodTech Venture Alliance und Heinz Entsorgung – positioniert sich Twogee Biotech als technologischer Entwicklungspartner für Industrieunternehmen, die ihre bestehenden Anlagen und Stoffströme in zirkuläre, CO₂-arme Wertschöpfungssysteme überführen wollen.
Helge Jochens, CTO und Mitgründer: „Ein wesentlicher Teil der Finanzierung fließt in den Ausbau unserer neuen Labore im IZB mit prädiktiven Bioreaktorsystemen sowie in die Verstärkung unseres Teams um erfahrene Prozess- und Scale-up-Experten. So stellen wir sicher, dass unsere Entwicklungen reproduzierbar und wirtschaftlich in den Produktionsmaßstab unserer Kunden übertragbar sind.“
heyData schließt Finanzierungsrunde über 16,5 Mio. USD ab
Das 2020 von Miloš Djurdjević, Daniel Deutsch und Martin Bastius in Berlin gegründete heyData unterstützt KMU dabei, Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz/Privacy-Compliance effizient umzusetzen.
Der Produktansatz von heyData: Komplexe Compliance-Anforderungen werden in eine einfach nutzbare und modulare Software-Lösung übersetzt. So lassen sich Compliance-Prozesse, wie z.B. digitale Datenschutz-Audits und Risk Management, automatisieren und nahtlos in das tägliche Geschäft integrieren.
2022 nutzte heyData eine Seed-Finanzierung von rund 3,3 Mio. Euro im Jahr 2022, um die Lösung an den Markt zu bringen. Mehr als 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen zählen inzwischen zu den Kunden. Die Series-A-Finanzierung markiert den nächsten Wachstumsschritt und soll fokussiert für die weitere Expansion genutzt werden – sowohl in der Produktentwicklung als auch in der geografischen Skalierung.
Obwohl eine größere Finanzierung erst für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant war, legten das überdurchschnittliche Wachstum und das attraktive Marktpotenzial nahe, die Finanzierungsrunde vorzuziehen. Riverside Acceleration Capital (RAC), Teil des US-amerikanischen Private Equity-Investors The Riverside Company, fungiert als Lead Investor.
Miloš Djurdjević, Managing Director und Mitgründer von heyData: „Wir freuen uns sehr über das entgegengebrachte Vertrauen seitens der Investoren und werden nun mit Vollgas die nächsten Schritte angehen. Der Fokus des Investments liegt auf der signifikanten Erweiterung unserer Lösung, insbesondere im Bereich IT-Security. Sowohl die Anforderungen an Compliance als auch an IT-Security wachsen ständig. Wir wollen kleinen, mittelständischen und zunehmend auch großen mittelständischen Unternehmen eine All-in-One-Lösung für diese Herausforderungen bieten, die einfach zu bedienen ist und die anfallenden Maßnahmen weitgehend automatisiert. Datenschutz und Datensicherheit dürfen keine Frage von Unternehmensgröße sein oder nur mit riesigen IT-Budgets umgesetzt werden können.“
Ausbau der Plattform und Wachstum in Europa
HeyData wird seine Lösung in den kommenden Monaten deutlich erweitern: Geplant sind die Erweiterung des Produkts in Richtung IT-Security, zusätzliche Compliance-Frameworks, mehr Schnittstellen für Integrationen sowie eine noch stärkere Ausrichtung auf unterschiedliche Anforderungen verschiedener Unternehmensgrößen.
Neben dem Produkt-Ausbau wird heyData mit dem frischen Kapital seine Expansion in Europa beschleunigen. Vor allem im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) kann heyData einen stabilen Kundenstamm vorweisen. Diese Präsenz soll weiter gestärkt und international ausgebaut werden.
Christian Stein, Partner bei Riverside Acceleration Capital: „Der Bedarf an praxistauglichen Compliance- und IT-Security-Lösungen wächst rasant – nicht zuletzt durch den breiten Einsatz von KI und eine immer komplexere Bedrohungslage. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Sicherheit und Compliance nicht nur intern verlässlich zu organisieren, sondern sie auch gegenüber Kundinnen und Kunden glaubwürdig nachzuweisen. heyData bewegt sich damit in einem hochattraktiven Wachstumsmarkt und adressiert diesen mit einem skalierbaren, praxisnahen Ansatz. Entscheidend ist dabei auch das Team: Mit tiefem fachlichem Know-how und einem klaren Verständnis für die Realität in Unternehmen schafft heyData Lösungen, die im Markt echten Anklang finden.“
Kölner Energy-Start-up SpotmyEnergy gewinnt Junction als neuen Finanzgeber
Das 2023 von Jochen Schwill gegründete SpotmyEnergy mit Sitz in Köln entwickelt und vertreibt Smart-Energy-Lösungen für die Integration von Kleinanlagen in den Energiemarkt.
Im Dezember 2024 hatte sich SpotmyEnergy in einer Seed-Finanzierungsrunde 10,5 Mio. Euro gesichert. Im März 2025 meldete das Start-up, dass ihm von Horizon Energy Deutschland 50 Mio. Euro für die Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts in Deutschland bereitgestellt wurden. Jetzt soll das Kölner Start-up mit einem neuem Finanzgeber zusätzlichen Schub für den Smart-Meter-Rollout erhalten.
Der belgische Investmentfonds Junction Growth Investors („Junction“) fokussiert sich auf Unternehmen in der Energiebranche, um gemeinsam mit Unternehmer*innen und Gründer*innen die Herausforderungen und Komplexität der Energiewende zu bewältigen. Im Rahmen dieser Ausrichtung stellt Junction dem Energie-Start-up Kapital zur Verfügung, das gezielt in das operative Wachstum fließen soll.
Mit dem frischen Kapital – die Unternehmen haben sich darauf verständigt, keine Details zur Finanzierung zu kommunizieren – will SpotmyEnergy den Ausbau intelligenter Messsysteme vorantreiben. Ziel ist es, durch intelligente Vernetzung Privathaushalte in den Strommarkt zu integrieren und so mehr Flexibilität im Energiesystem zu schaffen.
Jochen Schwill, Gründer und Geschäftsführer von SpotmyEnergy: „Mit Horizon Energy Deutschland und Junction kommen wir auf einen gemeinsamen Kapitalimpuls von 60 Millionen Euro in zwölf Monaten. Wir sind damit exzellent aufgestellt, den Smart-Meter-Rollout aktiv voranzutreiben. Unsere über 300 Partnerbetriebe sind die zentrale Anlaufstelle für alle, die proaktiv auf einen Smart Meter umsteigen möchten.“
„Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Serienunternehmer Jochen Schwill die nächste Welle an Flexibilität bei privaten Haushalten zu erschließen – so wie wir in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich Flexibilität bei Industriekunden und großen Batteriespeichern realisiert haben“, sagt Pieter-Jan Mermans, Managing Partner bei Junction.
Emil Bruusgaard, Managing Director, Horizon Energy Deutschland, ergänzt: „Die Kombination aus einem innovativen Unternehmen mit hohem Gestaltungsanspruch, einem erfahrenen Venture-Capital-Partner wie Junction und einem langfristig orientierten Infrastrukturinvestor schafft die Voraussetzungen, um das Potenzial der deutschen Energiewende gemeinsam mit etablierten Akteuren des regulierten Energiesystems verlässlich, systemkonform und nachhaltig zu realisieren.“
Cancilico sichert sich 2,5 Mio. Euro zur Skalierung KI-gestützter Knochenmarkdiagnostik
Das Dresdner HealthTech-Start-up Cancilico entwickelt KI-gesteuerte Diagnoselösungen für die Hämatologie mit dem Ziel, die Analyse von Blut und Knochenmark zu automatisieren und deren Genauigkeit zu verbessern.
Cancilico wurde 2023 von Markus Badstübner, Dr. Moritz Middeke, Tim Schmittmann, Sebastian Riechert, Dr. Jan Eckardt, Dr. Karsten Wendt und Gründungsinvestor Prof. Gerhard Ehninger gegründet.
Heute gab das Start-up den erfolgreichen Abschluss seiner Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Millionen Euro bekannt. Die Investition wurde von einem starken Konsortium angeführt, darunter der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der TGFS - Technologiegründerfonds Sachsen, die GEDAD GmbH (Investitionsvehikel der Familie Ehninger) und die ROI Verwaltungsgesellschaft (Roland Oetker).
Das frische Kapital soll Cancilicos Mission beschleunigen, die KI-basierte Diagnosesoftware MyeloAID als Routinewerkzeug zu etablieren, um die Versorgungsqualität für Blutkrebspatient*innen weltweit zu verbessern und die Entwicklung digitaler Biomarker bei hämatologischen Malignomen voranzutreiben.
MyeloAID zielt darauf ab, die Diagnose hämatologischer Erkrankungen grundlegend zu verändern, indem fortschrittliche künstliche Intelligenz genutzt wird, um Knochenmarkproben mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit zu analysieren. Das zugrundeliegende Datenmodell der KI-Diagnostik von Cancilico basiert auf einem großen, validierten Datensatz verschiedener hämatologischer Erkrankungen sowie Daten von gesunden Individuen. Partnerschaften mit hämatopathologischen Zentren erweitern das Datenmodell kontinuierlich, und Kooperationen mit Pharmapartnern zeigen erste Ergebnisse für eine beschleunigte Entwicklung von Biomarkern und therapeutischen Optionen bei hämatologischen Erkrankungen.
Insbesondere angesichts des Mangels an ausgebildeten Hämatologen sind solche unterstützenden Technologien dringend erforderlich, um die klinische Verfügbarkeit zu gewährleisten und Präzisionsmedizin möglich zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal von MyeloAID ist das Design als plattformunabhängige Lösung. Die Technologie kann auf jedem gängigen bildgebenden Mikroskop oder Scanner implementiert werden. Dies ermöglicht es Laboren, ihre diagnostischen Fähigkeiten zu erweitern, ohne die bestehende Hardware-Infrastruktur ersetzen zu müssen. Zudem ist die KI-Diagnostik bereits als „Research Use Only“ (RUO)-Variante über die PathoZoom® Scan & LiveView Suite von Smart In Media verfügbar und im Einsatz.
„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, sagte Markus Badstübner, CEO und Mitgründer von Cancilico. „Unser Ziel ist es, den Zugang zu Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen. Diese Investition ermöglicht es uns, die regulatorischen Hürden von FDA und CE-IVDR zu nehmen und ein Tool auf den Markt zu bringen, das sich nahtlos in bestehende Labor-Hardware integriert – um die Patientenergebnisse ohne hohe Investitionskosten zu verbessern.“
„Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“, fügte Dr. Moritz Middeke, CMO und Mitgründer, hinzu. „Indem wir unsere KI mit einem breiten Spektrum an gesunden und pathologischen Datensätzen trainiert haben, haben wir ein Werkzeug entwickelt, das als hochqualifizierter ‚digitaler Kollege‘ agiert. Diese Finanzierung ist ein entscheidender Schritt, um diese Technologie in die Labore zu bringen, wo sie helfen wird, schnellere und präzisere Diagnosen für Blutkrebspatienten zu stellen.“
Cancilico ist tief im sächsischen Life-Science-Ökosystem verankert, arbeitet eng mit dem regionalen Biotech-Netzwerk Biosaxony zusammen und leistet einen starken Beitrag zu den Clusters4Future-Initiativen SaxoCell und SEMECO. Innerhalb dieser Cluster können Start-ups wie Cancilico ihre Gründungsdynamik weiterentwickeln und mit schnellen Translationswegen verknüpfen.
Project Liberty: DTCP startet 500-Mio.-Euro-Fonds für Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien
DTCP, eine global agierende Investment-Management-Plattform mit einem verwalteten Vermögen von über 3 Milliarden Euro, gab vor Kurzem den Start des neuen Venture-Capital-Fonds Project Liberty bekannt. Mit einem Zielvolumen von 500 Millionen Euro ist Project Liberty derzeit die größte privatwirtschaftliche Venture-Capital-Initiative Europas mit einem dedizierten Fokus auf Verteidigungs-, Sicherheits- und Resilienz-Technologien.
Der Fonds wird von DTCP unabhängig gemanagt und richtet sich an institutionelle Investoren, Family Offices und Industrie-Investoren. Ziel ist es, das Wachstum leistungsfähiger europäischer DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen zu unterstützen und damit einen Beitrag zur technologischen Handlungsfähigkeit und sicherheitspolitischen Resilienz Europas zu leisten.
Während der Investitionsschwerpunkt klar in Europa liegt, verfügt „Project Liberty“ über die Flexibilität, selektiv auch in Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien aus NATO-Mitgliedsstaaten und engen Verbündeten zu investieren, sofern diese für europäische Sicherheitsinteressen, Interoperabilität oder strategische Lieferketten von Bedeutung sind.
Vicente Vento, CEO von DTCP: „Der Fokus von Project Liberty ist eine sehr konsequente Weiterentwicklung unserer Rolle als spezialisierte Investmentplattform. Verteidigungs- und Resilienzthemen sind seit über einem Jahrzehnt zunehmend mit Technologie- und Infrastrukturinvestments konvergiert – genau dort, wo DTCP mit DTCP Growth und DTCP Infra über tiefgehende Expertise und zahlreiche Berührungspunkte mit der Verteidigungsindustrie verfügt. Ich kann mir kaum einen Bereich vorstellen, der strategisch besser zu unseren bestehenden Plattformen passt. Gleichzeitig sehen wir eine außergewöhnlich attraktive Investitionschance: Über Jahrzehnte hinweg wurde in Europa strukturell zu wenig in Verteidigung investiert, während geopolitische Risiken kontinuierlich zugenommen haben. Parallel dazu erleben wir eine tiefgreifende technologische Revolution entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Aufklärung und Sensorik über softwaredefinierte Waffensysteme, neue Materialien und autonome Plattformen bis hin zu Satelliten- und Kommunikationsinfrastruktur. Da alle großen westlichen Staaten inzwischen einen langfristigen und unumkehrbaren Modernisierungspfad eingeschlagen haben, sind wir überzeugt von den strukturellen Wachstumsperspektiven dieses Sektors – nicht nur kurzfristig, sondern über Jahrzehnte hinweg.“
DTCP baut Defence-Tech-Investments mit neuem Fonds gezielt aus
DTCP investiert seit mehr als zehn Jahren erfolgreich in IT- und Sicherheitstechnologien. Das bestehende Portfolio umfasst einen klaren Schwerpunkt im Bereich Cybersecurity und künstlicher Intelligenz mit Unternehmen wie Arctic Wolf, Anomali, Axonius, Zenity und Ox Security. Ergänzt wird es durch Dual-Use-Unternehmen wie das deutsche DefenceTech-Unicorn Quantum Systems.
Diese Investments unterstreichen die ausgewiesene Expertise von DTCP im Aufbau und der Skalierung technologiegetriebener Unternehmen an der Schnittstelle von digitaler Transformation, Sicherheit und Infrastruktur.
Thomas Preuß, Managing Partner bei DTCP und Chief Investment Officer von Project Liberty: „Wir haben den Fonds Project Liberty genannt, weil es um mehr geht als nur um Kapital. Technologische Leistungsfähigkeit ist eine zentrale Voraussetzung für Europas Souveränität, Sicherheit und demokratische Stabilität. Unser Ziel ist es, mit gezielten Investitionen zur Weiterentwicklung einer leistungsfähigen europäischen Sicherheitsarchitektur beizutragen. Gleichzeitig verfolgen wir einen klaren, renditeorientierten Investmentansatz. Mit Project Liberty bündeln wir unsere langjährige Erfahrung im Aufbau und der Skalierung von Technologie-Unternehmen, unser internationales Netzwerk sowie unsere enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Stakeholdern des öffentlichen Sektors. Gerade in diesem Sektor sind Zugang, Governance und Skalierungsfähigkeit entscheidend – und genau hier sehen wir unsere Stärke als aktiver, langfristig orientierter Investor.“
Bis zu 30 Beteiligungen an DefenceTech-Unternehmen geplant
Mit „Project Liberty“ investiert DTCP ab sofort in europäische DefenceTech- und Dual-Use-Unternehmen in den Finanzierungsphasen Series A bis C. Geplant sind Beteiligungen an bis zu 30 Unternehmen, mit einem durchschnittlichen Investmentvolumen von rund 20 Millionen Euro. Der Investitionsfokus liegt auf Unternehmen, die bestehende Verteidigungs- und Sicherheitssysteme gezielt ergänzen oder durch neue technologische Ansätze weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Softwarelösungen, Cyber Defence, künstliche Intelligenz sowie autonome Systeme.
Mannheimer IT-Scale-up osapiens wird Unicorn
Das 2018 von Alberto Zamora, Stefan Wawrzinek und Matthias Jungblut gegründete osapiens entwickelt Software, die Unternehmen dazu befähigt, nachhaltiges Wachstum über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erzielen.
Osapiens, ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware für nachhaltiges Wachstum, unterzeichnete eine Vereinbarung mit Decarbonization Partners, um vorbehaltlich aufsichtsrechtlicher Genehmigungen eine Serie-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zu leiten.
Decarbonization Partners wird sich den bestehenden Investoren Goldman Sachs Alternatives anschließen, die 2024 die Serie-B-Finanzierung in Höhe von 120 Millionen US-Dollar anführten, und Armira Growth, die 2023 die Serie-A-Finanzierung in Höhe von 27 Millionen US-Dollar leiteten.
Osapiens entwickelt Unternehmenssoftware, die Unternehmen hilft, regulatorische Compliance, Nachhaltigkeit und betriebliche Effizienz über ihre gesamte Wertschöpfungskette hinweg auf einer einzigen Plattform zu verwalten. Der osapiens HUB, der zurzeit mehr als 25 Unternehmenslösungen umfasst, die alle auf einer mandantenfähigen Infrastruktur laufen, ermöglicht eine KI-gesteuerte Automatisierung und eine nahtlose, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Die Plattform kombiniert Transparenz- und Effizienzlösungen, mit denen Unternehmen Risiken minimieren, ihre Effizienz maximieren und mit hoher Agilität und Anpassungsfähigkeit auf neue gesetzliche und geschäftliche Anforderungen reagieren können. Sie setzt damit neue Branchenstandards.
Das frische Kapital soll verwendet weren, um die Produktinnovation zu beschleunigen, das Wachstum in bestehenden und neuen internationalen Märkten voranzutreiben und die Position von osapiens als globale Plattform für nachhaltiges Wachstum weiter zu stärken.
"Diese Investition ist eine klare Bestätigung unserer Strategie und unserer langfristigen Vision", so Alberto Zamora, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens. "Sie zeigt, dass nachhaltiges Wachstum und KI-gesteuerte Effizienz weiterhin höchste Priorität für globale Investoren haben. Decarbonization Partners ist für uns ein außergewöhnlicher Partner. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit und der gemeinsamen globalen Präsenz und Investmentexpertise von BlackRock und Temasek bringen sie genau die Perspektive und Größe mit, die wir für unsere nächste Wachstumsphase brauchen, um der unbestrittene globale Marktführer für nachhaltiges Wachstum von Unternehmen jeder Größe zu werden."
Matthias Jungblut, Co-CEO und Mitbegründer von osapiens, erklärt: "Decarbonization Partners versteht sowohl die regulatorische Dynamik, mit der Unternehmen heute konfrontiert sind, als auch die geschäftlichen Möglichkeiten, die KI-gesteuerte Effizienz mit sich bringt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Skalierung von kategorieprägenden Technologieunternehmen sind sie eine perfekte strategische Ergänzung zu Goldman Sachs Alternatives und Armira Growth.“
OroraTech und Kepler etablieren weltweit ersten Livestream für Wärmebilder der Erde aus dem All
Das 2018 gegründete OroraTech, weltweit führender Anbieter von Wärmebilddaten aus dem All, hat erfolgreich vier seiner `SAFIRE Gen4´-Sensoren an Bord der Satelliten des kanadischen Telekommunikationsunternehmens Kepler Communications gestartet. Der Start erfolgte am 11. Januar 2026 an Bord einer Falcon 9 Rakete im Rahmen der Twilight-Mission von SpaceX.
SAFIRE Gen4 ist die neuste Version der miniaturisierten hochauflösenden Infrarotkamera von OroraTech, die zuverlässige Erkennung und Überwachung von Waldbränden oder anderen thermischen Anomalien auf der Erde ermöglicht. Die gewonnenen Daten werden direkt im All an Bord des Satelliten KI-gestützt analysiert und über das schnelle optische Kommunikationsnetzwerk von Kepler an die Erde gesendet. Kund*innen erhalten so ein kontinuierliches thermisches Lagebild in Echtzeit. Dieser Schritt ebnet somit den Weg für den weltweit ersten Livestream von Wärmebildern der Erde aus dem All.
Pionier-Rolle für Münchner NewSpaceTech
„OroraTech nimmt eine Pionier-Rolle ein, um den weltweit ersten Livestream von Thermaldaten von der Erde zu etablieren. Das stets verbundene Satellitennetzwerk von Kepler ermöglicht es uns dabei, die Wärmesignatur der Erde in Echtzeit und im globalen Maßstab zu erfassen“, sagte Martin Langer, Chief Executive Officer und Chief Technology Officer von OroraTech. „Gemeinsam mit Industriepartnern setzen wir so einen neuen weltweiten Standard für Echtzeit-Intelligenz.“
Durch die Integration von SAFIRE Gen4 in das Satellitennetzwerk der nächsten Generation von Kepler ermöglicht das Münchner Intelligence-as-a-Service-Unternehmen mit Niederlassungen in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada die nahezu Echtzeitübertragung von Waldbrandinformationen aus dem Weltraum zur Erde. Die im Orbit erfassten thermischen Daten werden über die Satellitenkonstellation weitergeleitet und innerhalb weniger Minuten heruntergeladen, eine neue Dimension von Geschwindigkeit, um die globale Reichweite der Waldbranderkennung deutlich zu verbessern. Jeder Satellit der 300-Kilogramm-Klasse ist mit einem fortschrittlichen Netzwerksystem ausgestattet, das die Übertragungszeit von Daten durch intelligente Weiterleitung von Informationen zwischen Satelliten und Bodenstationen minimiert. Die bewährte Waldbrandüberwachung von OroraTech wird dadurch weiter verbessert: Bestehende Informationslücken werden geschlossen und die Reaktionszeiten auf Waldbrände können deutlich verkürzt werden.
„Der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“
„OroraTech ist der globale Standard für Live-Umweltintelligenz“, sagte Mina Mitry, CEO und Mitgründer von Kepler. „Unsere Kapazitäten für Nutzlast-Hosting sowie unsere Infrastruktur für Edge-Computing und optische Kommunikation in Hochgeschwindigkeit ermöglichen es Kepler, neue wegweisende Partnerschaften einzugehen und so neue Potenziale unserer Branche zu erschließen. So lösen wir das Versprechen von Echtzeitdaten ein!“
1,6 Milliarden Euro für Innovation: BMWE und EIF erweitern Start‑up‑Finanzierung mit EIF German Equity
Mit zusätzlichen 1,6 Milliarden Euro bündeln das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre Kräfte, um technologiegetriebene Start‑ups zu unterstützen. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis junger Technologieunternehmen zu stärken und den Zugang zu professionellen Venture‑Capital‑ und Wachstumsfonds spürbar zu verbessern.
„EIF German Equity“
Unter der neuen Programmlinie „EIF German Equity“ wird die seit 2004 bestehende Partnerschaft ausgebaut. Das Mandat ist branchenoffen und umfasst damit Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, FinTech, Digitalisierung und industrielle Innovation bis hin zu Energie‑, Produktions- und Life‑Science‑Technologien. Deutschland soll damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen.
Ergänzt durch bestehende gemeinsamen Wachstums- und Scale‑up‑Programme der Bundesregierung mit dem EIF entsteht ein Programmportfolio mit einem Gesamtvolumen von über zehn Milliarden Euro (inkl. des deutschen Beitrags zu European Tech Champions Initiative), das alle Unternehmensphasen abdeckt. Gründerinnen und Gründer erhalten verlässlicheren Zugang zu privatem Kapital, während institutionelle Investoren einen starken öffentlichen Anker finden, der Governance‑ und ESG‑Standards setzt und privates Wachstumskapital mobilisiert.
Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: „Wir investieren dort, wo Zukunft entsteht: bei jungen Technologieunternehmen. Gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds stellen wir dafür 1,6 Milliarden Euro bereit. Das Geld wirkt. Denn wir investieren Seite an Seite mit privaten Kapitalgebern und mobilisieren so zusätzliches privates Kapital. Wir stärken die Eigenkapitalbasis. Wir eröffnen besseren Zugang zu professionellen Venture-Capital- und Wachstumsfonds. Und wir geben auch neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance. So entstehen tragfähige Geschäftsmodelle. So wachsen Innovationen zu Unternehmen. Und so schaffen wir die Technologieführer von morgen – hier in Europa. Zusammen mit unseren bestehenden Wachstums- und Scale-up-Initiativen entsteht ein durchgängiges Finanzierungskonzept. Es schließt Lücken. Es gibt Gründerinnen und Gründern Planungssicherheit. Und es sorgt dafür, dass gute Ideen nicht ins Ausland abwandern, sondern bei uns groß werden“
Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB): „EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt: Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Zusammen mit Instrumenten wie der European Tech Champions Initiative entsteht eine abgestimmte Förderarchitektur vom ersten VC‑Ticket bis zur Wachstumsfinanzierung. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an.“
Merete Clausen, Mitglied der Geschäftsleitung des Europäischen Investitionsfonds (EIF): „Seit 2004 hat die Zusammenarbeit mit dem BMWE gezeigt, wie wirksam risikobereites Kapital ist. Sie hat neue Management‑Teams hervorgebracht, hochwertige VC‑Fonds nach Deutschland gezogen und tausende technologieorientierte Unternehmen erreicht. Der Ausbau des Programms knüpft daran an und stärkt insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie‑ und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“
Erfolgsmodell wird fortgesetzt
EIF German Equity erneuert und erweitert die bewährte Zusammenarbeit auf Basis des ERP‑Sondervermögens und von EIF‑Eigenmitteln. Die Maßnahme ist ein zentraler Baustein der deutschen Innovationspolitik, die technologieoffen, marktwirtschaftlich und wachstums-orientiert auf Ausgründungen, Hightech‑Start‑ups und zukünftige Mittelständler setzt.
Seit 2004 wurden rund 290 Fondsinvestitionen mit einem Gesamtvolumen von ca. 49 Milliarden getätigt, wodurch bislang mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen ermöglicht und über 49 Milliarden Euro mobilisiert wurden. Erfolgreich unterstützte Unternehmen umfassen unter anderem DeepL, GetYourGuide, N26, Personio, Trade Republic, Flix sowie Home24 – Beispiele für die Wirkungskraft deutscher und europäischer Fondsprogramme.
Schwerpunkt auf Innovation
Als Dachfonds investiert EIF German Equity in Venture‑Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland, ergänzt um europäische Fonds, die einen klaren Mehrwert für den Standort bieten. Im Mittelpunkt der bisherigen und zukünftiger Investments stehen im Einklang mit der Marktentwicklung IKT, Life Sciences, energiebezogene Innovationen, Deep Tech sowie weitere konvergierende Zukunftstechnologien.
Ein zentrales Ziel ist die Mobilisierung privaten Kapitals: EIF‑Beteiligungen wirken als Qualitätssignal und aktivieren regelmäßig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel – häufig rund das Fünffache.
Wirkung für Start-ups, Scale-ups und das Venture Capital Ökosystem
Innovative Unternehmen profitieren von einem verbesserten Zugang zu Kapital, einer größeren Zahl aktiver Fondsmanager und besseren Skalierungsperspektiven. Als langfristiger Ankerinvestor setzt der EIF hohe Standards für Governance, Transparenz und ESG und stärkt damit die Qualität und Stabilität des Marktes. Das gesamte Start‑up‑ und Venture‑Capital‑Ökosystem gewinnt durch einen verlässlichen öffentlichen Partner, der privates Kapital mobilisiert, internationale Investoren anzieht und die Entwicklung eines leistungsfähigen, diversifizierten Fondsmanagerspektrums unterstützt. EIF German Equity trägt so entscheidend dazu bei, Deutschland als führenden und wettbewerbsfähigen Venture‑Capital‑Standort in Europa zu positionieren.
TechEU: Nationale Stärke mit europäischer Hebelwirkung
EIF German Equity zahlt ein auf TechEU, der paneuropäischen Innovationsstrategie von EIF und EIB. Durch die Förderung frühphasiger Innovationen in Deutschland und die Verzahnung mit europäischen Plattformen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) entsteht ein klarer europäischer Mehrwert:Nationale Programme schaffen die Innovationspipeline, EU‑Initiativen liefern das Wachstumskapital für Europas künftige Tech‑Champions. Dieser zweistufige Ansatz schließt Finanzierungslücken, stärkt die technologische Souveränität Europas und verbindet nationale Innovationsziele mit dem europäischen Anspruch, Deep‑Tech‑ und Zukunftstechnologien großflächig voranzubringen.
Berliner PropTech-Start-up vivanta erhält 2,5 Mio. Euro Seed-Finanzierung, um die digitale Hausverwaltung der nächsten Generation aufzubauen
Vivanta entwickelt eine neue Generation der Hausverwaltung auf Basis einer eigenen Automatisierungsplattform.
Das Ende 2024 von Katharina John und Florentin Braunewell gegründete vivanta hat seine Seed-Finanzierung in Höhe von 2,5 Mio. Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von einem Hamburger Family Office mit Schwerpunkt auf Mezzanine-Finanzierungen sowie eigenen Immobilienentwicklungen.
Vivanta entwickelt eine neue Generation der Hausverwaltung auf Basis einer eigenen Automatisierungsplattform. Das Unternehmen modernisiert eine Branche, die bis heute vielfach papierlastig, langsam und reaktiv arbeitet, und stellt Verwaltung effizienter, transparenter und serviceorientierter auf. „Unser Ziel ist es, Wohnen wieder einfach zu machen – für Eigentümer*innen, Beiräte und Mieter*innen“, sagt Katharina John, Mitgründerin von vivanta. „Mit der neuen Finanzierung können wir unsere Technologie weiter skalieren, operative Prozesse automatisieren und gleichzeitig den persönlichen Service spürbar verbessern.“
Bereits ein Jahr nach Gründung verwaltet vivanta nach eigenen Angaben über 1.500 Einheiten. Das Unternehmen ist vollständig organisch gewachsen und in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt sowie im Rhein-Ruhr-Gebiet aktiv. Es betreut sowohl Wohnungseigentümergemeinschaften als auch Mietobjekte. Die Kombination aus skalierbarer Technologieplattform und operativer Verwaltungskompetenz ermöglicht es dem Unternehmen, auch größere Bestände effizient zu integrieren und nachhaltig zu wachsen.
„In den letzten zwölf Monaten haben wir sehr genau analysiert, wo Hausverwaltung in der Praxis scheitert – und gehen konsequent an die Ursachen“, ergänzt Florentin Braunewell, Mitgründer von vivanta. „Viele Lösungen optimieren einzelne Schritte, lassen aber die Grundprobleme bestehen. Automatisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern schafft Zeit für Betreuung, Qualität und Verlässlichkeit.“
Das frische Kapital soll insbesondere in die Weiterentwicklung der eigenen Technologieplattform, den Ausbau des Teams sowie die geografische Expansion investiert werden. Darüber hinaus prüft vivanta punktuell strategische Zukäufe, insbesondere in Nachfolge- oder Übergabesituationen.
Gründer*in der Woche: mamell – Es ist nie zu spät, neu anzufangen
Melanie Schneppershoff zeigt mit mamell eindrucksvoll, wie aus 800 Euro Startkapital ein erfolgreiches Modeunternehmen wurde.
Manchmal braucht es nur einen Moment, der alles verändert. Einen Blick, ein Gefühl, eine Entscheidung – oder eben eine globale Pandemie. Melanie Schneppershoff kennt diese Momente nur zu gut. Ihr Leben war geprägt von Herausforderungen, Verlusten und Hürden, die sich ihr immer wieder in den Weg stellten. Doch aus diesen Tiefen erwuchs eine Kraft, die sie selbst überrascht hat.
Als es 2020 zur Corona-Pandemie kam, begann sie mit nur 800 Euro Startkapital einen Weg, den sie bis heute beschreitet. Ihre Reise zeigt: Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Mut, Authentizität und der Bereitschaft, den ersten Schritt zu wagen – auch wenn man noch keinen festen Plan hat. Aus ihren begrenzten Mitteln baute sie ein Modelabel auf, das heute mehr ist als nur eine Marke, sondern Ausdruck von Authentizität und Gemeinschaft.
Als alles auf dem Spiel stand
Es war eine Zeit, in der alles auf den Kopf gestellt wurde. Die Pandemie hielt die Welt in Atem, und für Melanie bedeutete dies das Worst-Case-Szenario: Ihr Kosmetikstudio in Linnich, das sie mit Leidenschaft aufgebaut hatte, musste schließen, da die Einnahmen von einem Tag auf den anderen komplett einbrachen. Die Räume, die sie mit Hingabe gestaltet hatte, standen leer. Mit wenigen hundert Euro auf dem Geschäftskonto war schnell klar: So kann es nicht weitergehen, weder für sie noch für ihre Angestellten.
Doch Melanie und ihr Ehemann Marc wollten das scheinbar unvermeidbare Schicksal nicht akzeptieren. Sie sahen in dieser Krise eine Chance, etwas Neues zu erschaffen. Da der Einzelhandel nach einigen Wochen Lockdown bereits wieder öffnen durfte, während die Zukunft von körpernahen Dienstleistungen weiterhin ungewiss blieb, entstand die Idee, im alten Kosmetikstudio und online Mode zu verkaufen. Die beiden investierten das letzte Geld in Kleidung und mamell wurde geboren. „Was sich im Nachhinein wie ein einfacher Schritt anfühlt, war damals schon die erste große Hürde. Eigentlich braucht es in der Modebranche große Abnahmemengen, mit unserem kleinen 800-Euro-Budget konnten wir das damals aber gar nicht leisten. Letztlich fanden wir dann aber lokale Unternehmen, die bereit waren, auf uns und unsere Möglichkeiten einzugehen“, weiß die heutige Modeexpertin noch genau und erzählt weiter: „Als wir dann die Produkte hatten, hieß es, einfach loslegen. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich an einem Morgen vor meinem Spiegel stand, Smartphone in der Hand, und einfach begann, die Kleidung zu zeigen. Ohne große Planung, ohne Studio, nur die Klamotten und ich. Es war eine spontane Idee, ein erster Schritt, der alles verändern sollte.“
Im Internet sprach sie währenddessen offen darüber, was sie fühlte, was sie erlebte. Es waren keine perfekt inszenierten Bilder, sondern Momentaufnahmen eines echten Lebens. Für Melanie war klar: Es braucht kein optimales Bild, sondern eine authentische Verbindung.
Täglich neu erfinden: Improvisation als Stärke
Gerade zu Beginn brachte jeder Tag neue Herausforderungen. Melanie musste sich alles selbst beibringen: „Wie fotografiere ich? Wie erreiche ich Menschen? Wie baue ich Vertrauen auf? All das musste ich praktisch von heute auf morgen lernen“, erinnert sich die Gründerin an die Anfangsphase. Ohne Kapital, nur mit ihrer Leidenschaft. Sie war ihre eigene Marketingabteilung, ihre eigene Verkäuferin und Social-Media-Expertin. Sie lernte durch Versuch und Irrtum, durch Fehler und durch den Austausch mit ihrer Community. Es war ein kontinuierlicher Lernprozess, der sie stärker machte. Viele Nächte saß sie vor ihrem Laptop, schrieb E-Mails, wählte neue Produkte aus und kalkulierte die Preise. Es war eine harte Zeit, aber sie war erfüllt vom Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen. Sie wusste, dass es nicht auf das große Budget ankommt, sondern auf den Glauben an die eigene Idee und die Bereitschaft, mutig zu sein.
Mit jedem kleinen Schritt wuchs ihre Überzeugung, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Mit jedem Monat, jeder neuen Erfahrung wurde Melanie sicherer. Sie investierte in Weiterbildungen, lernte Onlinemarketing, Social-Media-Strategien und vor allem, wie sie ihre Botschaft noch klarer vermitteln konnte. Dabei blieb sie stets authentisch – mit echten Geschichten, echten Frauen und echtem Mut. Heute beschäftigt mamell über 40 Mitarbeitende, betreibt einen Onlineshop und ein Ladengeschäft.
Authentizität als Erfolgsrezept
„Unsere Community ist unsere Kraft“, betont Melanie und erzählt weiter: „Nur durch ihre Unterstützung war es uns möglich, mamell zu dem zu machen, was es heute ist. Dafür brauchten wir neben zahlenden Kundinnen auch Vertrauen in unsere Marke.“ Ihr Erfolgsrezept: Statt auf klassische, teure Werbekampagnen setzt sie auf einen offenen Dialog und den Austausch von authentischen Geschichten. Instagram ist für sie ein lebendiger Raum, in dem Lachen, Tränen, Erfolge und Rückschläge ihren Platz haben. Hier wächst eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und inspiriert. Das Unperfekte, Menschliche und Ehrliche ist es, was Menschen berührt und den Kern ihrer Marke ausmacht. Melanie legt Wert darauf, Frauen zu zeigen, dass sie schön sind, so wie sie sind – mit all ihren Ecken und Kanten sowie in allen Konfektionsgrößen –, und vermittelt dabei Selbstliebe, Selbstvertrauen und ein positives Körpergefühl.
Neben dem täglichen Posten von Storys und Reels auf Instagram setzt sie von Beginn an auf wöchentliches Live-Shopping, um direkt mit ihrer Community in Kontakt zu treten und den Austausch zu intensivieren. Zudem stärkt Melanie die Nähe zu ihren Follower*innen durch Veranstaltungen wie Modenschauen und Pop-up-Stores, bei denen persönliche Gespräche und ein individueller Austausch im Mittelpunkt stehen. Diese Events bieten die Gelegenheit, die Marke erlebbar zu machen und die Gemeinschaft noch stärker zu verbinden. Melanie hat erkannt, dass es die authentische Kommunikation, die persönliche Nähe und das Teilen menschlicher Geschichten sind, die eine aktive Community entstehen lassen. Eine, die Frauen ermutigt, sich selbst so zu akzeptieren, wie sie sind, und ihre eigene Schönheit zu feiern.
Melanies Tipps für andere Gründer*innen
Mut, Leidenschaft und die Bereitschaft, klein anzufangen, sind für Melanie die wichtigsten Zutaten für den Erfolg. Es geht nicht darum, sofort alles richtig zu machen, sondern, den ersten Schritt zu wagen – und sich dabei treu zu bleiben. „Vertraut auf euch selbst“, sagt Melanie. „Beginnt, auch wenn noch nicht alles perfekt ist.“
Denn jeder dieser Momente wird, so das Credo von Melanie Schneppershoff, zu einer Lektion, die einen stärker macht und weiterbringt. Sie fordert alle Gründer*innen auf, das eigene Potenzial nicht zu unterschätzen. „Social Media ist heute das beste Werkzeug, um sichtbar zu werden. Nutzt kostenlose Ressourcen, um euch weiterzubilden. Und vor allem: Bleibt authentisch“, weiß die Unternehmerin aus eigener Erfahrung und betont abschließend: „Es ist nie zu spät, um neu anzufangen.“

