momox Second Hand Report 2022


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Die repräsentative Studie belegt: In Zeiten von steigender Inflation gewinnen Second-Hand-Artikel weiterhin stark an Attraktivität.

So kaufen zwei Drittel (66 Prozent) der Second Hand Shopper*innen in Deutschland mindestens einmal im Jahr gebrauchte Bücher und/oder Medienartikel. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um 18 Prozent. Auch der Trend beim Verkauf von Gebrauchtem ist weiter gestiegen: So hat jede(r) zweite Deutsche (48 Prozent) schon einmal gebrauchte Bücher und/oder Medienartikel zum Verkauf angeboten. 2021 waren es noch 39 Prozent.

Dies zeigt der aktuelle momox Second Hand Report 2022 für Bücher und Medien und gewährt einen detaillierten Einblick in den deutschen Gebrauchtwarenmarkt. Für den repräsentativen Report hat das Marktforschungsinstitut Kantar eine Umfrage im Auftrag von momox durchgeführt. Zudem wurden Kund*innen der momox Plattformen momox und medimops befragt. Insgesamt nahmen 13.290 Personen an den Umfragen teil.

Second-Hand-Kauf ist selbstverständlich und ersetzt Neues

Wie der aktuelle Report zeigt, gehört der Kauf von Second Hand in Deutschland mittlerweile zur Selbstverständlichkeit: Für jede(n) Zweite(n) (59 Prozent) ist das Second-Hand-Shopping selbstverständlich oder sehr selbstverständlich geworden. Dabei geben 73 Prozent der Befragten an, dass der Kauf von Second-Hand-Artikeln den Kauf eines neuen Buchs und/oder Medienartikels ersetzt hat. Weitere 66 Prozent geben an, dass sie weniger Geld für Bücher und/oder Medienartikel ausgegeben haben, weil sie gebrauchte Artikel gekauft haben. Ebenfalls 66 Prozent sagen, dass sie insgesamt mehr Bücher und/oder Medienartikel gekauft haben, da Second Hand im Vergleich zu Neuware günstiger ist. Für lediglich 9 Prozent hat der Kauf von Second Hand den Kauf eines neuen Buches und/oder Medienartikels nicht ersetzt.

Nachhaltigkeit ist eines der Hauptmotive für Second Hand

Wenn es um die Gründe für den Kauf von Second Hand geht, so gibt die Mehrheit (91 Prozent) an, dass für sie die niedrigen Preise am wichtigsten sind. 45 Prozent der Befragten geben an, dass die Artikel günstiger als Neuware sein müssen, die Höhe der Ersparnis ist an sich aber egal. Für 52 Prozent muss die Ersparnis hingegen so groß wie möglich sein. Als zweitwichtigsten Grund für den Kauf von Second-Hand-Büchern und/oder Medienartikeln geben 76 Prozent Nachhaltigkeit an. 2021 haben, im Vergleich, nur 66 Prozent der Umwelt zuliebe second hand geshoppt. Bei den Hauptgründen für den Verkauf geben 88 Prozent der Befragten den Wunsch nach mehr Platz und 87 Prozent den Nachhaltigkeitsaspekt an. Knapp jede(r) Zweite (44 Prozent) möchte beim Verkauf auch etwas dazu verdienen.

Gebrauchtwarenhandel findet primär online statt

Beschleunigt durch die Pandemie hat sich der Handel mit Gebrauchtware in den letzten zwei Jahren weiter ins Internet verlagert: So geben 71 Prozent der Second-Hand-Käufer*innen an, dass sie vor allem online shoppen. 2021 waren es hingegen noch 58 Prozent. Dabei sind mit 44 Prozent Onlinemarktplätze am beliebtesten, gefolgt von Onlineshops für Gebrauchtware (27 Prozent). Nur noch etwa jede(r) Fünfte (23 Prozent) kauft gern offline auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Länden. Noch beliebter als das Online-Second-Hand-Shopping ist der Verkauf im Internet: Mit 81 Prozent verkaufen die Deutschen Bücher und/oder Medienartikel am liebsten online. Im Vorjahr waren es noch 73 Prozent. Am häufigsten wird auf Onlinemarktplätzen (57 Prozent) oder an Ankaufsservices (24 Prozent) verkauft. Die Beliebtheit vom Verkauf auf Flohmärkten ist im Vergleich zum Vorjahr von 18 Prozent auf 10 Prozent gesunken.

Second Hand wird am liebsten zu Geburtstagen und Weihnachten verschenkt

Second Hand hat schon längst sein Schmuddel-Image verloren: 84 Prozent der Befragten geben an, dass sie gebrauchte Artikel auch verschenken würden. Dabei ist es 76 Prozent wichtig, dass der Zustand der Artikel gut oder sehr gut ist. Acht Prozent wäre der Zustand sogar egal. Geburtstage (74 Prozent) und Weihnachten (59 Prozent) sind die beliebtesten Anlässe, um Second Hand zu verschenken. Weitere Anlässe sind etwa Ostern (21 Prozent) oder Muttertag (12 Prozent). Zum Valentinstag (5 Prozent) wird Gebrauchtes hingegen kaum verschenkt. Am ehesten werden gebrauchte Bücher (95 Prozent) verschenkt, gefolgt von Medienartikeln (48 Prozent), Kinderspielzeug (46 Prozent) und Gesellschaftsspielen (41 Prozent). Knapp ein Drittel (29 Prozent) würde auch Kleidung und/oder Schuhe aus zweiter Hand verschenken. Lediglich 16 Prozent schließen das Verschenken von Second Hand Produkten aus.

Second Hand ist in Frankfurt/Main am beliebtesten

Was das Second-Hand-Shopping wie auch den Verkauf angeht, so ist Frankfurt am Main die Second-Hand-Hauptstadt Deutschlands. Hier ist der An- wie auch Verkauf von Gebrauchtem am beliebtesten. Im Bundesländervergleich liegen hingegen Hamburg, Berlin und Hessen sowohl beim An- wie auch Verkauf auf den ersten drei Plätzen des Rankings. Im Städterennen ist die Hauptstadt hingegen das Schlusslicht der Top Ten.

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Tech-Start-up Enmacc erhält zweistelligen Millionenbetrag

Das Münchner Tech-Start-up Enmacc erhält im Rahmen seiner Serie B-Finanzierung einen zweistelligen Millionenbetrag, um seine Führungsrolle in Europa auszubauen.

Seit Wochen dominieren die europäischen Energiemärkte die Schlagzeilen. Im Verlauf der öffentlichen Debatte wird immer deutlicher, wie komplex und wichtig der Handel mit Strom und Gas ist. Zugleich rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die bisher nur Expert*innen bekannt waren.

Eines davon ist die 2016 in München gegründete Enmacc GmbH. Das junge deutsche Technologieunternehmen ist Europas größte OTC-Handelsplattform für Energie und übernimmt mit seiner digitalen Handelsplattform für Gas und Strom eine zentrale Aufgabe für den deutschen Energiegroßhandel. Diese hat sich binnen weniger Jahre als digitale und innovative Alternative zu den traditionellen Brokern und Börsen etabliert.

Enmacc ermöglicht den außerbörslichen Terminhandel (OTC, Over the Counter) von Gas, Strom und Grünstromzertifikaten. Das Alleinstellungsmerkmal der Enmacc-Plattform ist die proprietäre Handelslösung für den Request-For-Quote-Handel. Das bedeutet: Händler*innen können in Sekundenschnelle ihre Handelspartner*innen über ihr Interesse informieren. Im Gegenzug erhalten sie umgehend konkurrenzfähige, handelbare Quotierungen von mehreren Handelspartner*innen. Diese Art des digitalen Handels soll Händler*innen speziell dann Liquidität verschaffen, wenn in den traditionellen Order-Büchern der Börsen und Broker nur wenige Preise zur Verfügung stehen.

Series-B Finanzierungsrunde zum Ausbau der Führungsrolle

Als wichtige Etappe seiner Entwicklung hat Enmacc nun eine Series-B Finanzierungsrunde bekannt gegeben, um seine europäische Führungsrolle auszubauen und durch effiziente Handels- und Marktinfrastrukturen die Energiewende zu beschleunigen.

Jens Hartmann, CEO der Enmacc GmbH, erklärt: “Die Energiemärkte sind aktuell durch ein extremes Preisniveau, bisher ungekannte Volatilität und dadurch äußerst geringe Liquidität gekennzeichnet. Dies stellt die Marktteilnehmer vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind jetzt vor allem digitale Handelsmöglichkeiten, die den Beteiligten helfen, ihr Netzwerk an Handelspartnern zu erweitern und letztlich ihre Liquidität zu verbessern. Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass sich der Energiehandel weiterentwickeln muss. Er muss digitaler werden und die Diversität der Marktstrukturen fördern. Die Energiewende kann nur auf Grundlage effizienter Märkte gelingen, die wirtschaftliche Anreize zur Dekarbonisierung setzen.”

Lead-Investor der aktuellen Serie B-Finanzierung ist Klima Energy Transition, ein kürzlich bei 210 Millionen Euro geschlossener Spätphasen-Venture Capital-Fonds des weltweit tätigen Investment Banking und Asset Management-Unternehmens Alantra. Es beteiligen sich zudem Chevron Technology Ventures und Bestandsinvestoren an der Finanzierungsrunde. Bislang wurde Enmacc von namhaften VCs wie Cherry Ventures, Piton Capital, Illuminate Financial und der 10x-Gruppe finanziert. Weitere Investoren werden in den nächsten Wochen die bereits überzeichnete Runde komplettieren.

GameChanger des Monats: Fertilly – der Kinderwunschreise-Digitalisierer

Christoph Müller-Guntrum hat schon einige Karrierestationen hinter sich. Er leitete als Geschäftsführer zwei Jahre das Logistik-Startup Movinga. Zuvor war er fünf Jahre Unternehmensberater bei BCG mit vielen Berührungspunkten zum Healthcare-Bereich. 2019 entschied er sich, Fertilly zu gründen, um ein fundamentales gesellschaftliches Problem zu lösen: die rückläufige Demographie in der westlichen Welt. Mehr dazu im Interview mit Christoph.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Frauen und Paare ungewollt kinderlos bleiben. Viele sind medizinisch zu begründen, andere haben keine medizinisch diagnostizierbaren Ursachen. So oder so: Grundsätzlich scheint das Thema Unfruchtbarkeit aktuell immer noch (gesellschaftlich) stigmatisiert zu sein und damit für die Betroffenen schwierig zu handhaben. Wie siehst du das?

Das trifft genau den Kern der Problematik. Wie viel Aufklärungsbedarf im Bereich Fruchtbarkeit, Kinderwunsch und Familienplanung besteht, hat eine repräsentative Studie gezeigt, die wir letzten Monat durchgeführt haben. Das Bild ist so klar wie erschreckend: 75 Prozent der Deutschen halten Unfruchtbarkeit für ein Tabuthema. Besonders Männer haben ein großes Problem, über das Thema zu sprechen; sie würden lieber so ziemlich jedes andere Tabuthema wählen, als über Probleme mit der eigenen Zeugungsfähigkeit zu sprechen.

Kombiniert man das mit der Tatsache, dass die Deutschen das fruchtbare Fenster von Männern und Frauen deutlich überschätzen, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass sich viele erst dann mit ihrer eigenen Fruchtbarkeit auseinandersetzen, wenn es für eine Schwangershaft auf natürlichem Wege häufig schon zu spät ist. Gerade Männer unterliegen häufig dem Irrglauben, dass sie “forever fertile” sind, was nicht stimmt. Umso wichtiger ist es meiner Meinung nach, offen mit dem Thema umzugehen und hier eine längst überfällige Aufklärung nachzuholen.

Wie eingangs erwähnt, hast du beruflich einige Stationen hinter dir, bis du das Thema
Reproduktionsmedizin unternehmerisch für dich entdeckt hast. Was war der Auslöser bzw. ist die Motivation, Fertilly zu gründen?

Ich hatte in meiner Zeit als Unternehmensberater schon über längere Zeit Berührungspunkte mit dem HealthTech-Bereich. Schon damals habe ich gemerkt: Hier gibt es unglaublich großen Optimierungsbedarf! Als ich 2019 durch einen Fall aus meinem familiären Umfeld dann aus erster Hand mitbekommen habe, wasl in der Reproduktionsmedizin für ein Informationsdschungel herrscht und wie aufwendig die Therapievorbereitung für Betroffene ist, war für mich klar: Hier muss sich etwas tun – und das nicht nur im Bezug auf die Digitalisierung, sondern auch gesellschaftlich. Mit Fertilly soll jede*r, unabhängig vom Geschlecht, der sexuellen Orientierung oder dem Familienstand, den gleichen Zugang zum Kinderwunsch bekommen.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Gründung bis zum Start von Fertilly?

Mitte dieses Jahres ist unser Patientenportal live gegangen, mit dem wir die gesamte Therapievorbereitung digitalisiert haben. Patient*innen können individuelle Anamnesebögen online ausfüllen und bestehende Untersuchungsergebnisse hochladen. So haben sowohl Patient*innen als auch Kliniken alle relevanten Infos auf einen Blick. Auch im Bereich der ersten Diagnostik hat sich dieses Jahr vieles getan: Wir haben uns mit dem führenden Anbieter zusammengetan, um unseren Patient*innen einen At-home Spermientest anbieten zu können, mit dem verlässliche Ergebnisse wie bei einem*einer Ärztin*in erzielt werden.

Wie hast du diese Phase finanziell gestemmt?

Die Gründung sowie die ersten zwei Jahre haben wir komplett gebootstrapped. 2021 haben wir erfolgreich eine Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen, die uns einen zusätzlichen Anschub verpasst hat. Wir sind seitdem auf rund 20 Mitarbeiter*innen gewachsen und konnten neben der DACH-Region Märkte wie Italien und Frankreich weiter ausbauen.

Nun zu Fertilly: Was genau leistet ihr mit eurer Plattform, wen adressiert ihr und inwiefern unterscheidet ihr euch – im Sinne eines GameChangers – von anderen
Playern in diesem Segment?

Das Ziel unserer Plattform ist klar: Wir wollen die Kinderwunschreise für Patient*innen nicht nur diskriminierungsfrei, transparenter und leichter machen, sondern wollen die gesamte Journey simplifizieren und beschleunigen. Dafür können wir auf Europas größtes Netzwerk aus Kinderwunschzentren zurückgreifen, um für jede*n Patient*in die passende Klinik zu finden.

Wir möchten jede*n motivieren und inspirieren, die eigene Fruchtbarkeit selbst in die Hand zu nehmen – von der ersten Frage nach der eigenen Fruchtbarkeit bis zum Finden der individuell passenden Wunschklinik. Hier hört unser Service jedoch nicht auf: Viele Paare und Singles begleiten wir bis zur Geburt.

Einzigartig macht uns hier vor allem, dass wir einen extrem niederschwelligen Einstieg in das Thema Kinderwunsch bieten. Leider ist es immer noch so, dass (Un-)Fruchtbarkeit in unserer Gesellschaft als Tabuthema wahrgenommen wird und viel zu wenig darüber gesprochen wird. Hinzu kommt, dass viele Gynäkolog*innen in dem Bereich der Kinderwunschproblematik oft unzureichend informiert sind und sich das Ganze dadurch um ein Vielfaches in die Länge zieht. Durch unser Angebot und unsere Fruchtbarkeit-Tests für Zuhause, verkürzen wir den Prozess und ersparen Patient*innen außerdem 2 bis 3 Klinikbesuche vor Ort.

Wie macht ihr auf euch und eure Angebote aufmerksam?

Unser Fokus liegt zum einen in der Content-Erstellung, da das Thema Unfruchtbarkeit bislang immer noch sehr schwer zugänglich ist. Auf unserer Website finden Interessierte und Patient*innen alle Infos rund um die Themen Fruchtbarkeit, Kinderwunsch und Familienplanung. Gleichzeitig nutzen wir auch PR und soziale Medien recht stark. Beispielsweise nutzen wir Instagram, um Aufklärung zu betreiben und auf das Thema aufmerksam zu machen. Unsere Social-Media-Kanäle erlauben uns zusätzlich, eine Community aufzubauen, was bei einem solch sensiblen Thema sehr wichtig ist. Letzten Monat haben wir eine repräsentative Umfrage beauftragt, die uns noch einmal tiefe Einblicke in die Gesellschaft gegeben hat und einen Bedarf an Information und Selbstermächtigung gezeigt hat. Und genau das ist unser Ziel: dass jede*r durch fundiertes Wissen in der Lage ist, rechtzeitig für sich die relevanten Entscheidungen zu treffen.

Gibt es weitere Pläne und Ideen für Projekte rund um das Thema “digitale
Kinderwunschreise”?

Unsere Vision ist es, mit Fertilly Europas größte digitale Fruchtbarkeitsklinik aufzubauen, bei der wir Patient*innen über die Therapievorbereitung hinaus während des gesamten Prozesses unterstützen können. Dazu wollen wir unser digitales Portal erweitern und in weiteren Märkten vertreten sein. Ein Ziel ist es, unser Patientenportal weiter zu personalisieren, so dass Patient*innen alle wichtigen Infos, Untersuchungsergebnisse und auch individuelle Erfolgsprognosen auf eine Schwangerschaft jederzeit einsehen können.

Was möchtest du als GameChanger des Monats der Start-up- und Gründer*innen-Community mit auf den Weg geben?

Es klingt ein wenig wie ein Klischee, ist aber wahr: Am Ende des Tages steht und fällt das Business mit dem Team. Als Gründer*in ist es wichtig, wirklich gut im Recruiting zu werden und ein starkes und funktionales Kernteam aufzubauen. Insbesondere die ersten 20 Mitarbeiter*innen prägen die Unternehmenskultur (und alles, was später kommt) entscheidend. Mir hat es immer geholfen, ausführlich zu hinterfragen, was die Motivation eines/einer Kandidat*in ist, bei Fertilly einzusteigen. Das ist auf lange Sicht viel wichtiger als gute Self-Promotion oder große Namen im Lebenslauf.

Hier geht’s zu fertilly

Das Interview führte Hans Luthardt

Delicious Data: Food-Retter-Start-up läutet nächste Wachstumsphase ein

Das Münchner Start-up Delicious Data schließt eine Serie A-Finanzierung in Höhe von 2,5 Mio. Euro ab.

Food Waste und die damit einhergehende Ressourcenverschwendung ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Allein in Deutschland werden jährlich fast 2 Mio. Tonnen Lebensmittel entsorgt, weil gastronomische Betriebe die Anzahl benötigter Speisen nur ungenau vorausplanen können und daher oft über dem Bedarf produzieren.

Hier setzt Delicious Data an: Das Start-up wurde von Valentin Belser und Jakob Breuninger gegründet und ist Vorreiter im Bereich der intelligenten Planungsoptimierung für Unternehmen im Lebensmittelsektor. Mithilfe der KI von Delicious Data können Kund*innen vermeidbare Lebensmittelverluste reduzieren und die operative Effizienz steigern. Ein Deep-Learning-Algorithmus wertet jeden Tag eine Vielzahl von Daten aus der Kund*innenhistorie sowie externe Faktoren, wie Feiertage und Wetter, aus und trifft daraus Entscheidungen über die optimalen Bestell- und Produktionsmengen. Im Markt der Gemeinschaftsverpflegung und in Bäckerei-Filialen konnte Delicious Data bereits über 1000 Standorte für sich gewinnen und realisiert dort eine Reduktion der Lebensmittelabfälle von ca. 30 Prozent. Bis Juli 2022 konnten bereits rund 820.000 Essen gerettet werden, was einer Einsparung von mehr als 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht.

Im Rahmen der Series-A Finanzierung konnte Delicious Data nun neue Investor*innen von sich überzeugen. Neben dem Kreis der bestehenden Gesellschafter (u.a. Bayern Kapital, GEMÜ Beteiligungs GmbH, Übermorgen Ventures), die in dieser Runde wieder mit einem siebenstelligen Betrag mit investieren, beteiligen sich jetzt weitere namhafte Investor*innen wie die beiden VC-Funds Basinghall und seed+speed, die Business Angels Jared Schrieber (Numerator), Guzel Gumerova (ehem. Partnerin Speedinvest), sowie ein weiterer Privatinvestor aus dem BayStartup Netzwerk.

Die finanziellen Mittel von rund 2,5 Mio. Euro werden dazu verwendet, die technologische Entwicklung, sowie die Erschließung neuer Märkte voranzubringen. Dazu soll das Team von derzeit 15 auf 50 Mitarbeitenden vergrößert werden. Im besonderen Fokus steht dabei die Weiterentwicklung des Intelligenten Tagesplaners zur Optimierung der untertägigen Produktionsplanung in den Filialen der Kund*innen. In diesem Ansatz sehen die Münchner und ihre Investor*innen das Potenzial, die Convenience-, Snack- und Backshops gerade im Lebensmitteleinzelhandel zu erschließen. Darüber hinaus wird ein Teil der Mittel verwendet, um die Internationalisierung voranzubringen.

Dazu Valentin Belser, Gründer von Delicious Data, sagt: “Wir sind stolz und freuen uns über das Vertrauen der Investoren in unsere Lösung. Damit fühlen wir uns bestätigt, den richtigen Weg zu gehen. Mit unseren Partnern konnten wir bereits 820.000 Mahlzeiten retten, was ca. 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Diesen Trend wollen wir jetzt durch Wachstum im DACH-Raum und darüber hinaus fortsetzen.“

Schwerelos gründen: das Event für die Start-up-Szene

LEXROCKET, die Startup-Initiative von Lexware, lädt am 8. September 2022 ab 18 Uhr zu einem Event von und für Gründer*innen – sei online dabei, erhalte exklusive Insights und vernetze dich mit anderen Founder*innen und Investor*innen.

Von der Idee zum Startup

Eine innovative, gute Idee zu haben, macht nur einen kleinen Teil des Start-up-Erfolgs aus. Nicht umsonst legen Investor*innen besonders viel Wert auf die Menschen hinter dem Start-up. Der „Rollercoaster“, den sie auf dem Weg von der Idee zum laufenden Unternehmen zurücklegen, steht am 8. September 2022 ab 18 Uhr im Fokus des Events Schwerelos gründen.

LEXROCKET, die Gründungsinitiative von Lexware, bringt Start-ups, Mentor*innen und Investor*innen zusammen und lädt zu einem Abend voller Tipps, To-dos und Learnings. Zu den Speaker*innen zählen bekannte Founder*innen wie Martin Donald Murray von waterdrop, Andreas Weinzierl von Sushi Bikes, Daniel Dippold von EWOR oder Verena Judmayr von MATR und viele mehr.

Den eigenen Traum Wirklichkeit werden lassen

„Start-ups sind enorm wichtig, weil durch sie Innovation gefördert wird. Durch dieses Event möchten wir zeigen, dass es möglich ist, den eigenen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Ihr seid nicht alleine und wir greifen euch unter die Arme, um erfolgreich zu werden“, so Yalun Meng, VP Lexware Startups.

Das Programm besteht aus einer Mischung aus Keynotes, einer Panel-Diskussion und Start-up-Pitches und bietet so einen umfassenden Einblick in viele wichtige Themen, die den Erfolg von Start-ups ausmachen: Finanzierung, Prototyping, Partnerschaften, das erste Team, Wachstum, Marketing und Trouble Shooting.

„Gerade am Anfang ist es für junge Start-ups wichtig, sich mit erfahrenen Gründer*innen austauschen zu können und ein Netzwerk aufzubauen, das die Challenges von Jungunternehmen direkt aus der Praxis kennt und weiß, worauf es ankommt“, betont Dejan Jovicevic, CEO und Co-Founder des brutkastens und Co-Host von „Schwerelos gründen“. 

Online via Hopin mitdiskutieren und vernetzen

Dementsprechend können sich die Teilnehmenden des Events auch direkt mit ihren Fragen und Inputs in die Diskussion einbringen. Das Event ist hybrid angelegt und findet gleichzeitig vor Ort im Wiener The Student Hotel und online auf der Event-Plattform Hopin statt. In beiden Fällen gibt es die Möglichkeit, sich informell mit Gründer*innen und Investor*innen zu vernetzen und auszutauschen. Die Teilnehmenden erhalten zudem nach dem Event exklusiv Zugriff auf Inhalte wie Aufzeichnungen oder Präsentationen. 

Das (Online-)Event auf einen Blick

Was: „Schwerelos gründen” by LEXROCKET

Wann: 8. September 2022, ab 18 Uhr

Wie: Online-Teilnahme via Hopin

Jetzt hier anmelden und Online-Teilnahme sichern!

GameChanger des Monats: AMES Foundation - Biodiversität schützen

Gegründet wurde die AMES Foundation im Jahr 2020 von Dr. Marlon Braumann mit dem Ziel, das Wildleben Afrikas zu erhalten, Biodiversität zu schützen und Afrika zu einem sichereren Ort für Tiere zu machen. Unterstützt wird Marlon dabei von über 150 sogenannten AMES Guardians – zumeist erfolgreiche Unternehmer*innen, die „der Welt etwas zurückgeben möchten“. Mehr über unseren GameChanger des Monats im Interview mit Marlon.

Wir haben die AMES Foundation als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr als Community aus Macher*innen, Kreativen, Unternehmer*innen, Gründer*innen, Investor*innen und CEOs ein gemeinsames Ziel verfolgt: das Aussterben Afrikas Wildlebens zu stoppen. Wann und wie bist du auf die Idee zu AMES gekommen?

Die Themen Afrika und Tierschutz begleiten mich schon mein ganzes Leben. Ich habe als Kind sehr viel Zeit im südlichen Afrika verbracht und empfinde seit meiner Kindheit große Sympathie für Tiere. Schon immer wollte ich etwas in die Richtung machen, wusste aber nie so richtig was genau. Als ich 2019 mehrere Monate im südlichen Afrika unterwegs war und dort einige Naturschutzorganisationen kennenlernen durfte, fasste ich den Entschluss, hier einen Teil meiner Zeit und Energie einzusetzen. Aus dem was vor 2,5 Jahren als Hobby begann, wurde dann recht schnell eine richtige Organisation.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines Gamechangers an?

Was uns antreibt ist sicherlich einerseits der Spaß, den die gemeinsame Arbeit an diesem Thema mit sich bringt, und andererseits die Dringlichkeit, mit der wir Erfolge erzielen müssen, um nicht in unserer Generation dafür verantwortlich zu sein, dass es keine Nashörner und Elefanten mehr gibt – um nur zwei Tierarten zu nennen, die sehr konkret vom Aussterben bedroht sind. Ich würde sagen, das eine ist die Motivation, das andere mehr die Notwendigkeit.

Was ist das Besondere an AMES? Inwieweit unterscheidet sich die AMES Foundation von anderen Hilfsorganisationen in Afrika?

Das Besondere ist sicherlich unser Setup als Gruppe von über 150 Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich bei AMES engagieren. Sowohl vom Setup als auch von unserer Arbeitsweise führen wir AMES wie ein Unternehmen. Schnell, kennzahlengetrieben, kostenbewusst und mit dem Ziel Profitabilität.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Gründung 2020 bis zu den ersten Projekten vor Ort?

Der erste wichtige Meilenstein war die Zusage der ersten zehn AMES Guardians. Das hat mir damals das Gefühl gegeben, hier geht was. Die nächsten Meilensteine waren das Erreichen der 100er und 150er Marke, aber vor Ort auch die Übernahme unseres ersten Reservats sowie die ersten Technologietransfers aus unserer AMES Community auf die Herausforderungen vor Ort in diesem Jahr. Wir stehen noch am Anfang, aber heute bin ich mir noch sicherer als vor 2,5 Jahren. Hier geht wirklich was.

Eine wichtige Stütze der AMES Foundation sind die Guardians. Wer sind diese und welche Rolle spielen sie bei der Verwirklichung der Projekte?

AMES Guardians sind unternehmerisch denkende Macher, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die Welt durch ihr Zutun zu einem besseren Ort zu machen. Alle Guardians engagieren sich finanziell mit jährlichen spenden zwischen 80.000 EUR und 3.000 EUR, aber auch inhaltlich durch ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk. Inzwischen stehen wir bei 150 Guardians, von denen ca. 30 bereits unser Reservat vor Ort besucht haben.

Wie macht ihr auf euch und eure Arbeit aufmerksam?

Vor allem in der Community, in der wir unterwegs sind, ist der letztlich relevanteste Kanal Word of Mouth innerhalb des Netzwerks. Fast niemand kommt zu AMES, weil sie oder er über uns gelesen hat. Vielmehr kommen die meisten Guardians aus dem innersten Vertrauensnetzwerk anderer Guardians.

Was möchtest du als unserer GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?

Einfach loslegen und machen. Wird schon!

Hier geht's zur AMES Foundation

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: SedaiNow – ESG-Management aus Verantwortung

Sustainability hat sich längst als (Ausschluss-)Kriterium für Geschäftspartner*innen, Kund*innen, Personal sowie potenzielle Investor*innen etabliert. SedaiNow, ein junges Team aus Investor*innen, ESG- und Technologie-Expert*innen, unterstützt Unternehmen dabei, sich ganzheitlich nachhaltig aufzustellen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Christian Walter.

In welchem Maß werden hierzulande CSR- (Corporate Social Responsibility) sowie ESG (Environment, Social, Governance) -Ansätze immer noch „nur“ als Teil einer Marketingstrategie betrachtet?

Ich würde mal sagen zu 100 %, und das muss sich grundsätzlich auch nicht ändern. CSR- und ESG-Ansätze sollten allerdings nicht ausschließlich, Teil einer Marketingstrategie sein. Klar können Unternehmen 100 Seiten lange Berichte darüber schreiben, wie sie sich neben ihrem Kerngeschäft etwa in Afrika engagieren. Viel besser wäre es aber, darüber zu berichten, wie sie ihre Lieferkette angepasst haben, um die Mitarbeitenden ihrer Zuliefernden in Afrika überdurchschnittlich zu entlohnen. Wie sie Wasser und Energie einsparen, Abfall vermeiden und somit zum Wohlstand aller beitragen.

Somit geht es heute zuvorderst darum, ESG-orientierte Ziele in die gesamte Unternehmensstrategie zu integrieren. Welche Herausforderungen kommen dabei auf die Unternehmen zu? Es geht ja nicht „nur“ um die Reportings und ESG-Ausweise selbst, oder?

Das stimmt so nicht. Bei ESG geht es im ersten Schritt um Transparenz, das wird ganz gern vergessen. Wenn ich nicht weiß, was ich tue, kann ich strategisch und operativ nichts verbessern. Die gesamte Regulatorik zielt auch erst einmal auf Transparenz ab. Wir sehen gerade, wie Grundlagen geschaffen werden, damit Financial Accounting und Non-Financial Accounting die gleiche Wertigkeit erfahren. Es gibt auch keinen ESG-Ausweis. Es existieren lediglich Ratings von MSCI und ähnlichen Anbietern, die auf Basis von materiellen Risiken zeigen, welche Faktoren sich auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) eines Unternehmens auswirken.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen nutzt russisches Gas in der Fertigung. Bis Mitte letzten Jahres haben die meisten Manager da mit den Schultern gezuckt und gesagt: „Ja, das ist sicher und stellt kein P&L-Risiko dar.“ Neun Monate später bekräftigt derselbe Manager: „Risiken? Produktionsausfall, Arbeitsplatzabbau und vielleicht sogar Konkurs. Hier muss der Staat uns helfen.“ Das Unternehmen hat sich also einem materiellen Risiko ausgesetzt – eigentlich sogar mindestens zwei: Erstenst bezieht es Gas von einem Lieferanten aus einer politisch schwer einschätzbaren Region und zweitens wird Gas in der Produktion verwendet und damit sind CO2-Emissionen verbunden. Beides hat potenziell negative Auswirkungen auf die P&L. Schaut man sich jetzt aber im Vergleich eine Fastfood- Kette an, dann sind aber die Emissionen für dieses Unternehmen nicht relevant. Schließlich haben sie keine direkten finanziellen Implikationen, auch wenn in ihrer Supply Chain durch die Fleischproduktion massiv Emissionen entstehen. Stattdessen sind zum Beispiel Hygiene und Mitarbeitendenbehandlung relevante Themen.

Warum sollten auch Gründer*innen von Anfang an auf eine ESG-konforme Business- Strategie achten?

ESG deckt die operativen, nichtfinanziellen Themen in einem Unternehmen ab, die einen negativen Einfluss auf das Wachstum haben können. Ich unterstelle mal, dass alle Start-ups wachsen möchten, deswegen geht es bei ESG einfach um gutes, nachhaltiges Wirtschaften. Nachhaltig ist dabei im Sinne der Mitarbeitenden, der Umwelt und des Profits zu verstehen.

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Kaspar Neftel auf die Idee zu SedaiNow gekommen?

Kaspar hat schon viele Unternehmen gegründet und ist in den letzten Jahren insbesondere durch strengere Procurement-Anforderungen von Konzernen mit dem Thema ESG konfrontiert worden. Als Mitgründer eines SDG-orientierten Impact Funds komme ich aus der Investment-Ecke. Wir bringen also beide Perspektiven mit: auf der einen Seite das operative Wirtschaften im täglichen Unternehmensbetrieb und auf der anderen Seite das ESG-analytische und stärker finanzmarktorientierte Vorgehen. In Zukunft werden viele ESG-Themen relevant für Finanzierungen, weshalb es für uns beide Sinn ergeben hat, uns dort zusammenzutun.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live der Plattform?

Der wichtigste Schritt war sicherlich die Akquise des ersten Kunden und das damit verbundene Projekt. Nur die Arbeit mit Kund*innen liefert uns die Einblicke, die wir brauchen, um unsere Ideen zu validieren.

Was ist das Besondere an SedaiNow, was bietet ihr und wie unterscheidet ihr euch von anderen ESG-Management-Lösungen?

Unser Ansatz ist getrieben von dem Finanzmarkt sowie der Regulatorik und dementsprechend sehr flexibel. Nicht nur jede Unternehmensrealität ist anders, auch Gesetze verändern sich ständig oder werden teilweise noch geschrieben. Diese Unsicherheit im Markt haben wir zu unserer Stärke gemacht. Uns ist egal, wo die CO2-Daten herkommen, mit welchem ERP- System der Betrieb arbeitet und wohin oder in welcher Form reported werden muss. Unser System kann Daten sehr flexibel in auditierbarer Form abbilden und verarbeiten – Lieferkettenmanagement inklusive.

Wer sind eure Kund*innen?

Wir arbeiten aktuell insbesondere mit Banken, Versicherungen und Investor*innen. Zu unserem Kund*innenkreis gehören aber auch mittelständische Betriebe und Unternehmen im Immobilienbereich.

Wie macht ihr auf SedaiNow aufmerksam?

Unsere PR-Agentur Borgmeier macht, denke ich, einen guten Job, sonst würden wir ja auch nicht sprechen. Darüber hinaus gehen wir aber vor allem ganz gezielt auf Unternehmen und Partner*innen zu. Wir sind in einer Phase, in der wir das Volumen an Kund*innenanfragen noch nicht in Gänze abbilden können.

Was sind eure kommenden unternehmerischen Ziele und damit verbundenen Visionen?

Unsere Vision ist eine Wirtschaft, in der Menschen, die Umwelt und das Profitstreben im Einklang stehen. Das folgt den Triple-Bottom-Line-Prinzipien. Und das erfordert, dass finanzielle und nicht finanzielle Kriterien gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Unser Ziel ist es, das zu ermöglichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ich tue mich immer schwer mit Ratschlägen für andere Gründer*innen. Mir ist ein Ausspruch im Kopf geblieben, von dem ich nicht genau weiß, wer sein(e) Urheber*in ist, aber sinngemäß hat mir mal jemand gesagt: „Hör dir jeden Rat an, lächle höflich, denk in Ruhe darüber nach und dann mach das, was du für richtig hältst.“

Hier geht’s zu SedaiNow

Das Interview führte Hans Luthardt

Dymium siegt beim Münchener Businessplan Wettbewerb 2022

Platz 1 geht an das Münchner MedTech-Start-up Dymium mit seiner minimalinvasiven Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen.

Beim Münchener Businessplan Wettbewerb, der von BayStartUP, dem bayerischen Start-up-Netzwerk für Gründer*innen, Investor*innen und Unternehmen, durchgeführt wird, haben Start-ups aus Südbayern in drei Wettbewerbsphasen die Chance, sich mit ihren Geschäftskonzepten zu bewerben. Die einzelnen Phasen reflektieren die verschiedenen Entwicklungsschritte der Gründung eines Unternehmens, zum Beispiel die Erarbeitung der Geschäftsidee, das Geschäftsmodell sowie die Planung von Finanzierung und Umsatzentwicklung. Das Ziel nach Phase 3: ein vollständiger Businessplan, mit dem sich die Start-ups bei Kapitalgeber*innen, Unternehmen und Partner*innen vorstellen können.

Als einer der bekanntesten Wettbewerbe im Start-up-Ökosystem brachte der Münchener Businessplan Wettbewerb bereits Gewinner wie Fazua, EGYM oder Quantum-Systems hervor, die heute zu Deutschlands erfolgreichsten Start-ups zählen.

Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, sagt: „Viele der Gründerteams kamen aus den Bereichen Life Science und Tech und entwickeln neue Technologien aus Hochschulen heraus. Die Nominierten und Sieger im diesjährigen Wettbewerb zeichnen sich durch einen hohen Reifegrad und technische Qualität aus. Beste Voraussetzungen, um auch in Krisenzeiten erfolgreich durchzustarten.“

And the Winner is ...

Den diesjährigen Wettbewerb hat das Münchner Start-up Dymium gewonnen. Dymium entwickelt eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Mithilfe der magnetischen Separationstechnologie kann die hohe Wiederauftrittsrate von über 30 Prozent deutlich gesenkt werden.

Florian Ebel, Mitbegründer von Dymium, über den Wettbewerbserfolg: „Wir haben in allen drei Phasen des Wettbewerbs teilgenommen. Mithilfe von BayStartUP konnten wir unser Netzwerk vergrößern, wertvolles Expertenfeedback einholen und uns damit stetig weiterentwickeln.“

Die Siegerteams im Überblick

1. Platz: Dymium

Dymium ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Verursacht durch Restfragmente kommt es bei über 30 % der Patientinnen und Patienten zu einem Wiederauftreten von Beschwerden. Diese hohe Rate kann mithilfe der magnetischen Separationstechnologie drastisch gesenkt werden.

2. Platz: NIMMSTA GmbH

Die NIMMSTA HS 50 ist eine Industrial Smart Watch, die eine Effizienzsteigerung von über 50 % bei zahlreichen intralogistischen Prozessen erreicht. Sie verbindet Smart Watch, Industrie-Scanner und E-Paper-Display in einem Device. Eingaben, Bestätigungen und Korrekturen werden unmittelbar getätigt und alle Daten kommen in Echtzeit im Warehouse Management System an.

3. Platz: Reverion GmbH

Reverion hat eine Technologie zur Stromerzeugung aus Biogas mit revolutionärem Wirkungsgrad, reversiblem Betriebsmodus (Power-to-Gas) und unerreichter Flexibilität entwickelt und patentiert. Mit einem Gründerteam, das in Summe mehr als 25 Jahre Erfahrung im Energiebereich mitbringt, erschließt Reverion neue Optimierungspotenziale im Biogasmarkt und läutet eine neue Ära der hochflexiblen, effizienten und dezentralen Energieversorgung ein.

Außerdem waren folgende Start-ups im Finale nominiert

2NA FISH aus München ermöglicht die einfache, kosteneffiziente und robuste Analyse der Genaktivität im räumlichen Kontext. Durch die Plattformtechnologie können erstmalig In-Vitro-Diagnostika zur Therapieentscheidung bei Krebserkrankungen entwickelt werden, welche Genaktivitätsmuster (RNA Expression) im räumlichen Gewebekontext quantifizieren.

Hyperdrives aus München entwickelt leistungsdichte und hochintegrierte elektrische Antriebssysteme. Schlüssel für die kompakten und effizienten E-Motoren ist die Kühlung – diese erfolgt direkt durch die Wicklung statt am Gehäuse.

Qlibri aus München baut und vertreibt ein neuartiges Mikroskop basierend auf einer Technologie aus der Quantenoptik. Forscher und Entwickler aus der Nano- und Quantentechnologie können so extrem kleine Objekte erstmals sichtbar machen.

sqior medical aus München entwickelt ein Smartphone-basiertes Assistenzsystem, das Klinikärzten Informationen bereitstellt, klinische Aufgaben vereinfacht und administrative Prozesse automatisiert. So kann bspw. die Kommunikation und Steuerung rund um den perioperativen Prozess automatisiert werden.

VESTIGAS aus Eggenfelden ermöglicht durch einen neu entwickelten Zertifizierungs-Algorithmus die digitale Verarbeitung von Lieferdokumenten in der Baustofflogistik, wodurch hohe Einsparungen für alle Prozessbeteiligten (Lieferanten, Spediteure und Bauunternehmen) entstehen.

Gründer*in der Woche: saint sass - Statements in Strumpfhosen

Vivien Wysocki und Larissa Schmid sind die Gründerinnen der Berliner saint sass GmbH. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Statement Strumpfhosen zu entwickeln, die Unabhängigkeit und selbstironischen Mut von Frauen zum Ausdruck bringen. Mehr dazu im Interview mit Vivien und Larissa.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu saint sass gekommen?
Vivien: Es sind mehrere Dinge zusammengekommen, aber angefangen hat es mit einem Interview mit Cher, in dem sie den legendären Satz: „Mom, I am a rich man“ sagte - als Antwort auf ihre Mutter, die ihr geraten hat, sich einen reichen Mann zu angeln. Ich dachte mir: Wow, was ein cooles Statement! Genau dafür stehe ich auch. Gleichzeitig dachte ich schon viel über Strumpfhosen nach, weil die Branche so eingestaubt ist, dass die Idee kam: Warum nicht ein veraltetes Produkt aufwerten und gleichzeitig ein Statement setzen?

 

Larissa: Wir tragen beide außerdem super gerne Kleider und Röcke, weshalb wir besonders Lust darauf haben eigene Strumpfhosen zu entwickeln.

Gründer*in der Woche: heynannyly – Turbo-Babysitting

Flexible und zufriedene Mitarbeitende dank flexibler Kinderbetreuung bzw. schnell und einfach einen vertrauensvollen Babysitter finden und spontane Engpässe noch am selben Tag abdecken, das bieten die heynannyly-Gründerinnen Anna Schneider und Julia Kahle Unternehmen und Eltern. Mehr dazu im Interview mit Anna und Julia.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu heynannyly gekommen?
Anna:
Seit über 12 Jahren habe ich nebenbei und in verschiedenen Ländern als Baysitterin gearbeitet und immer wieder das gleiche erlebt. Eltern hatten überall das Problem, einfach und flexibel gute Kinderbetreuung zu bekommen, und auch für mich als Babysitterin war der Aufwand immens. Bei einem meiner Aufträge dachte ich, das muss ich ändern. Und dann habe ich Julia gefunden – eine workingMom, die mit ihren beiden Kids seit über zehn Jahren weiß, was Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet. Das hat sofort gematcht und wir wussten beide, dass wir genau hier etwas verändern wollen.

Julia: Absolut. Als ich Anna getroffen habe und sie mir von der Idee erzählt hat, wusste ich - das ist es. Betreuung an Randzeiten, wenn die Kids krank werden oder einfach die Krippen Schließzeiten nicht mit den Arbeitszeiten übereinstimmt. Da gibt es unzählige Beispiele. Durch meinen vorherigen Job als Head of HR Marketing im Konzern wusste ich auch, dass in den Unternehmen einfach kein Hebel und Benefit für arbeitende Eltern und mehr Flexibilität vorhanden ist. Und genau das braucht aus unserer Sicht new work.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Start im Mai dieses Jahres?
Anna:
Da gab es einige. Unsere GmbH-Gründung im März 2022 und den ersten Investor allygatr aus Berlin an Bord zu nehmen. Aber definitiv auch unseren MVP zu launchen. Wir haben schon von Anfang an immer möglichst viel Feedback eingeholt – aber das Feedback live zu bekommen ist am wertvollsten. Wir ändern quasi täglich kleine Features und unsere Product Roadmap.

Was ist das Besondere, das Innovative an heynannyly und wie unterscheidet ihr euch damit von anderen Kinderbetreuungsmöglichkeiten?
Julia:
Zum einen war uns ganz besonders wichtig, einfach und flexibel an sehr vertrauensvolle Betreuer*innen zu kommen. TRUST ist bei dem Thema unsere absolute Priorität. Als Mutter weiß ich, dass hier die Basis für eine gute Betreuung überhaupt erst geschaffen wird. Und mit unseren Recruiting Backgrounds war schnell klar, dass wir ein Screening machen ähnlich der Einstellung in Unternehmen (ID-Check, Background-Check, Video-Check) und alles transparent in den Profilen der Nannys einsehbar machen.

Anna: Dazu gehört auch das Thema Erste Hilfe, das wir als Schulung für unsere Nannys zur Verfügung stellen und die Haftpflichtversicherung, die bei allen unseren Buchungen inklusive ist. Und ja klar – die Verfügbarkeit innerhalb weniger Stunden gehört sicher auch zu unseren USPs.

Wie findet und bindet ihr geeignete Babysitter?
Anna:
Auch das ein echter Mehrwert mit Recruiting-Know-how – da haben wir scheinbar die richtigen Kanäle getroffen. In unserer Start-City München hatten wir recht schnell die ersten 1.000 Babysitter an Bord. Ganz genau verraten wollen wir die Quelle natürlich nicht – wir haben alles ausprobiert von SEA bis hin zu Guerilla Aktionen in der Stadt und Postwurfsendungen. Die Bindung erfolgt zum einen über einen fairen Stundenlohn, die Haftpflichtversicherung, den kostenlosen Account und eine Incentivierung für häufige Buchungen.

Wer sind eure Kund*innen?
Julia:
Alle Eltern, die Kinderbetreuungsbedarfe haben – sei es, weil sie keinen Kitaplatz bekommen haben, abends mal ausgehen oder sich für den Job Freiraum schaffen müssen. Und natürlich alle familienfreundlichen Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Entlastung und Flexibilität geben. Nicht nur in kaufmännischen Jobs, sondern unbedingt auch in Bereichen mit Schichtarbeit und natürlich überall da wo es nicht mehr so einfach ist gute Mitarbeitende zu gewinnen. Also als klarer Benefit.

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst bislang finanziert?
Anna:
Die ersten Monate haben wir gebootstrapt und dann einen HR TECH VC mit an Bord genommen. Cash für die Programmierung, aber auch das Netzwerk und operativer Support waren hierbei unsere wichtigsten Aspekte.

Wie macht ihr auf euch und heynannyly aufmerksam?
Julia:
Zum einen natürlich mit digitalem Marketing und über die verschiedenen Mütter-/Väter-Netzwerke, in denen wir aktiv sind. Unser wichtigster Kanal bisher ist aber LinkedIn. Dort erzählen wir auch schon seit Beginn unseres Vorhabens über uns und den Aufbau von heynannyly.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To Do's und Vorhaben?
Julia:
Gerade sind wir in unsere nächste Finanzierungsrunde gestartet – wir suchen je nach Run Rate 700k+ für unser Product Market Fit und den Scale. Wir wollen einen CPO mit an Bord nehmen und auch Know-how für Marketing & Sales integrieren. Das Produkt muss weiterentwickelt werden und Marketingbudget ist wichtig.

Anna: Nach dem Product Market Fit in München stehen die nächsten großen Städte an – wir wollen auch in die DACH-Region und in die Key Cities in Europa. Dabei sind wir relativ flexibel – wo wir die meisten Contracts einsammeln im Bereich B2B sind wir als erstes.

Und last but not least: Was wollt ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben?
Anna:
Für uns war es die richtige Entscheidung zu zweit zu gründen – gemeinsam die Erfolge zu feiern und bei Fails und schwierigen Entscheidungen einen strategischen Partner zu haben ist eigentlich das Beste.

Julia: Und was wir selber oft gehört haben, hat auch bei uns gestimmt – geht so schnell wie möglich mit dem MVP auf den echten Markt. Es gibt keine wertvolleren Feedbacks.

Hier geht's zu heynannyly

In diesem Video erfahrt ihr mehr über die Gründerinnen und ihr Kids-Biz

Das Interview führte Hans Luthardt

Fressnapf Innovation Award 2022

Start-ups aufgepasst: Die Fressnapf Gruppe sucht die besten Produkte & Services fürs Haustier und vergibt dazu den „Innovation Award“. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Juli 2022.

Die Fressnapf Gruppe – europäischer Marktführer für Heimtierbedarf – sucht die besten Innovationen im Haustiermarkt. Der ausgelobte „Fressnapf Innovation Award“ richtet sich dabei sowohl an junge Start-up-Unternehmen als auch an etablierte Unternehmen bzw. Hersteller*innen mit innovativen Produkten oder Services für Mensch und Haustier.

Bis zum 31. Juli 2022 können Unternehmen sich über eine eigens geschaltete Website bewerben.

Den Gewinner*innen winken neben der Auszeichnung Beratungs- & Medialeistungen im Wert von mehr als EUR 50.000 sowie eine Integration in das Fressnapf Ökosystem rund ums Haustier.

Die Fressnapf-Gruppe steht inmitten des bedeutendsten, größten und kostenintensivsten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte – mit der Schaffung des Fressnapf Ökosystems entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Händler und Versorger hin zum Umsorger. Das Ökosystem soll die Fressnapf Gruppe zum bevorzugten und besten Partner für alle Heimtierhalter*innen machen und neben dem klassischem Warengeschäft insbesondere auch mit Services und Dienstleistungen auf allen Kanälen punkten.

Eine Jury, bestehend aus dem Fressnapf Top-Management und Expert*innen, wird die Bewerbungen anhand verschiedener Kriterien wie dem Innovationsgrad, Marktpotenzial und Kund*innenmehrwert bewerten und am Ende in jeder Kategorie einen Award vergeben. Die Preisverleihung ist für Oktober 2022 geplant.

Interessierte können sich bis zum 31. Juli hier online bewerben.

Gründer*in der Woche: HOX – Büro out of the box

Stefanie Kormis und Pia Zitzmann, die Gründerinnen der Hamburger HOX Manufaktur GmbH, haben die Homeoffice-Box HOX entwickelt. HOX verbindet Stauraum, Stehpult und Mobilität mit einem rundum coolen Design. Mehr dazu im Interview mit Pia und Stefanie.

Spätestens seit Corona das Homeoffice und Arbeiten an sich regelrecht neu erfunden hat, gibt es zahlreiche pfiffige Lösungen, um mobil und platzsparend zugleich arbeiten zu können. Wann und wie seid ihr auf die Idee zu HOX gekommen?

Pia: Natürlich auch durch Corona, sprich im ersten Lockdown. Wir sind also Teil der Bewegung, die das Homeoffice und Arbeiten an sich neugestalten.

Wie so viele saßen auch wir von heute auf morgen in unseren Wohnungen und haben am Esstisch und auf der Couch gearbeitet. Wir haben wir uns darüber gefreut, dass das Homeoffice endlich eine Revolution erfährt, aber das Chaos am Küchentisch und der schmerzende Rücken, weil ein schicker Freischwinger einfach keinen Bürostuhl ersetzt, blieben.

Folglich haben wir recherchiert, welche Lösungen es am Markt gibt, aber nichts gefunden, was all unsere Bedürfnisse perfekt abdeckt. So ist dann die Idee einer mobilen Box, in der man alles verstauen kann und die auch die Option bietet im Stehen arbeiten zu können, entstanden.

Was waren die wichtigsten Steps von der Idee bis zum fertigen Produkt?

Pia: Auf die erste Idee folgte ein Moodboard auf dem wir unsere Vorstellungen zum Design, zum Material, zur Farbe und zur Funktionalität veranschaulicht haben. Dann haben wir uns auf die Suche nach einem/r Produktdesigner*in gemacht und gemeinsam mit ihm in mehreren Iterationen das Design abgestimmt und auch den ersten Prototypen fertigen lassen. Dieser war leider noch nicht sehr fotogen, aber perfekt, um Schwachstellen zu erkennen und um uns auf die Suche nach einem Produzenten zu machen. Aus einem wurden sehr schnell drei Zulieferer und vor allen Dingen ein qualitativ hochwertiges und schönes Produkt. Das haben wir insbesondere unseren Produzenten zu verdanken, mit denen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aufbauen konnten.

Wie habt ihr die Entwicklung und damit die Startphase finanziell gestemmt?

Stefanie: Wir haben bisher alles aus eigenen finanziellen Mitteln gestemmt, d.h. wir sind gebootstrappt. Glücklicherweise haben wir aber viel Unterstützung von unseren Produktionspartnern erhalten. Der Schritt vom ersten Prototyp zum marktreifen Produkt war größer als gedacht, aber wir konnten ihn Dank der unentgeltlichen Entwicklungsleistung der Möbelwerkstatt Stratmann & Degener, unseres Metallers der Runa GmbH und unserem Zulieferer für die Fizfächer Voigt GmbH umsetzen.

Zudem haben wir eine Förderung der Hamburger Kreativgesellschaft erhalten, mit der wir das Foto- und Videomaterial für unsere Crowdfunding Kampagne erstellen konnten.

Auf den Punkt gebracht: Was ist das Besondere an HOX und inwiefern hebt sich eure Lösung von anderen mobilen Arbeitsplätzen ab?

Stefanie: Unser Möbel ist einzigartig in der Kombination Stauraum, Stehpult und Mobilität. HOX ist ein elegantes und gleichermaßen praktisches Möbel, in dem in wenigen Sekunden ein ganz Büro verschwinden kann, um z.B. den Feierabend einzuläuten oder auf den Balkon umzuziehen. Zudem kann mit nur einem Handgriff der HOX-Deckel in die Höhe gezogen werden, so dass man ein perfektes Stehpult inkl. Mauspad hat. Dieser ergonomische Aspekt war uns besonders wichtig bei der Entwicklung. Im Unterschied zu anderen mobilen Lösungen muss man die HOX am Ende eines Arbeitstags nicht irgendwo verstauen, sondern sie integriert sich nahtlos schön in jedes Wohn- oder Esszimmer ein. Kleinen Kindern kann sie auch als Hocker oder Tischchen dienen.

Gründer*in der Woche: Bildungsurlauber.de – Weiterbildung mit Sinn und Spaß

Per Gesetz haben 27 Millionen Beschäftigte in Deutschland Anspruch auf 5 bis 10 Tage bezahlten Extra-Urlaub pro Jahr für anerkannte Weiterbildungen – sogenannten Bildungsurlaub. Dennoch nutzen nur rund zwei Prozent diese Option. Wie Anian Schmitt und Lara Körber, die Gründer*innen von Bildungsurlauber.de, das ändern möchten, liest du im Interview mit Lara.

Nur ca. zwei Prozent derer, die ein Recht auf Bildungsurlaub haben, nutzen das Angebot aktuell. Woran liegt das?

Am Anfang dachten wir, dass wir einfach möglichst viele Arbeitnehmende über ihr Recht auf Bildungsurlaub aufklären müssen. Fertig. Doch mittlerweile haben wir erkannt, dass nicht nur die Uninformiertheit über das Bildungsurlaubsgesetz ein Problem ist, sondern auch die Angst vor der Reaktion der Chefin oder des Chefs vielen im eigenen Bildungsweg steht. Deshalb gehen wir im nächsten Schritt nun auch auf Arbeitgeber*innen zu, um sie für den Mehrwert von Bildungsurlaub zu sensibilisieren: Es handelt sich um Förderung, nicht um Fehlzeit. Letztlich profitieren Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen von Bildungsurlaub – auf das “warum” kommen wir bestimmt noch mal später.

Was genau bedeutet Bildungsurlaub, wer trägt welche Kosten und muss diese Auszeit vom Job passgenau auf den Beruf hin ausgerichtet sein?
Hinter Bildungsurlaub verbirgt sich der gesetzliche Anspruch von Arbeitnehmenden auf 5 bis 10 Tage Extra-Urlaub pro Jahr für als Bildungsurlaub anerkannte Weiterbildungen. Das können fachliche Weiterbildungen sein – doch auch Seminare, welche die Persönlichkeitsentwicklung oder die Gesundheit von Beschäftigten fördern, sind Teil des Konzepts „beruflicher Erfolg“. Das finde ich total fortschrittlich! Dabei können die Beschäftigten frei wählen, welcher Bildungsurlaub für sie der Richtige ist. Besucht werden können neben Marketing-Fortbildungen auch Yoga-Seminare auf dem Land oder ein Sprachkurs direkt am Meer – zum Beispiel in Barcelona oder der Karibik. Die Kosten für das Seminar trägt dabei der oder die Beschäftigte, und das Unternehmen stellt seine Beschäftigten für den Bildungsurlaubszeitraum bezahlt frei.


Warum ist Bildungsurlaub nicht in Bayern und Sachsen verbrieft?
Gute Frage, das wissen wir auch nicht. Aber wir wissen, dass wir das ändern wollen! Dafür planen wir gerade eine Petition. Aber auch ohne gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub lohnt es sich dennoch immer danach zu fragen – immer mehr Unternehmen verstehen den Mehrwert von Bildungsurlaub und ermöglichen ihn auf freiwilliger Basis. Wir haben dazu 14 DAX-Konzerne befragt: Dabei ermöglichte die Hälfte auch ihren Angestellten in Sachsen und Bayern Bildungsurlaub wahrzunehmen. Übrigens sind wir mit unserer Forderung nach Bildungsurlaub in Bayern nicht allein – die GRÜNEN Bayern sprechen sich ebenfalls in ihrem Positionspapier für einen gesetzlichen Anspruch aus.


Nun zu euch: Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinem Mitgründer Anian auf die Idee zu Bildungsurlauber.de gekommen?
Wir standen bereits zehn Jahre im Arbeitsleben – und hatten von Bildungsurlaub und unserem Recht darauf noch nichts gehört. Dann hat Anians Vater aufgrund seiner Rückenprobleme einen Tai-Chi-Bildungsurlaub gemacht – das war ein Aha-Erlebnis. Und nicht nur für uns, sondern für viele unserer Freund*innen. Die Idee für das Portal hatte dann Anian – und mir war sofort klar, dass ich dafür meinen Job kündige. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgrund eigener Erfahrungen schon länger darüber nachgedacht, wie sich ein gesünderes und langfristig effektiveres Arbeitsleben gestalten ließe – für mich ist Bildungsurlaub ein Puzzleteil davon.


Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live eures Portals?
Sehr viel Recherche, sehr viel Programmieren. Und dann: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation – untereinander, mit Anbietern, mit Beschäftigten und mit Unternehmen. Bildungsurlaub ist ein sehr individuelles Thema – mit vielen individuellen Bedürfnissen aber auch vielen individuellen Bedenken. Um gute Aufklärungsarbeit zu leisten und Bildungsurlaub aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen, sind wir bis heute viel im Austausch. Wir wollen, dass sich alle abgeholt fühlen.


Was ist das Besondere an Bildungsurlauber.de? Ihr bezeichnet euch ja selbst gern als das Booking.com für Bildungsurlaub.
Wie bei Booking.com das richtige Hotel, findet man bei uns ganz einfach das richtige Bildungsurlaubsseminar – du kannst dafür zum Beispiel nach Preis, Zeitraum, Ort oder Themenkategorien filtern und bekommst dann die passenden Kurse angezeigt. Neben Infos zur Gesetzeslage in deinem Bundesland, gibt es auch Hilfe bei der Beantragung: Wer sich für ein Seminar interessiert, kann einfach die Antragsunterlagen für den oder die Arbeitgeber*in herunterladen, unterschreiben, fertig.

Studie „Gründungsklima in Deutschland“ 2022

Die Studie zeigt: Jeweils mehr als jedes dritte Start-up beschäftigt Familie oder ehemalige Kolleg*innen; verfügbaren Arbeitskräften fehlen generell fachliche Qualifikationen.

Der Fachkräftemangel belastet Unternehmen verschiedener Branchen schwer. Doch Start-ups scheinen dabei weniger betroffen zu sein: 62 Prozent derjenigen, die in den vergangenen fünf Jahren eine Firma in Deutschland gegründet haben, hatten keine Probleme, Mitarbeitende zu finden. Für 46 Prozent war der Aufwand angemessen. Nur 38 Prozent bewerten den zeitlichen und administrativen Aufwand für die Suche und Auswahl als hoch. Das liegt vor allem daran, dass die Jungunternehmer*innen selten auf klassisches Recruiting zurückgreifen. Sie stellen vor allem bekannte Gesichter ein – wie etwa Familienangehörige und Fachkräfte von früheren Arbeitgebenden. Das geht aus der Studie „Gründungsklima in Deutschland“ im Auftrag von Baulig Consulting hervor, für die 300 Gründer*innen befragt wurden, die in den vergangenen fünf Jahren ein Unternehmen gegründet haben.

Ab einem gewissen Umsatzniveau sind Einzelkämpfer relativ selten

85 Prozent der befragten Gründer*innen haben Mitarbeitende im Unternehmen. Rund drei Viertel der jungen Firmen beschäftigen festangestellte Teil- oder Vollzeitkräfte. Freiberuflich Tätige sind bei 30 Prozent der Start-ups im Einsatz. Besonders verbreitet ist dabei die Beschäftigung von Familie und Bekannten: 37 Prozent beschäftigen Familienangehörige und 35 Prozent haben ehemalige Kolleg*innen angesprochen und eingestellt. Mit 12%, 11% und 8%, machen Arbeitskräfte aus dem Ausland, Studierende oder Zeitarbeitende nur einen geringen Anteil aus.

„Ein gutes Netzwerk, beispielsweise im Heimatort, ist das A und O bei einer Gründung. Wer neue Mitarbeitende bereits kennt, kann deren Referenzen und den Fit mit der Firmenkultur besser beurteilen, was zu weniger Fluktuation führt“, sagt Markus Baulig, Co-Gründer und Geschäftsführer von Baulig Consulting. „Da sich nicht jeder Stellensuchende auf ein unbekanntes Start-up einlassen möchte, werden oft Einstellungen von Familie und Bekannten bevorzugt, wichtiger ist aber unserer Erfahrung nach das oftmals bestehende Vertrauensverhältnis.

Digitalkompetenz gefragt

Gerade, wenn es um Digitalkompetenzen geht, greifen Gründer*innen auf bekanntes Know-how zurück: 41 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftszweck haben ehemalige Kolleg*innen angestellt. Digitale Unternehmen setzen auch überdurchschnittlich oft auf Freiberufliche: 43 Prozent haben diese beauftragt, im Schnitt aller Firmen nur 30 Prozent. Start-ups im digitalen Bereich sind auch häufiger als der Durchschnitt als Einzelkämpfer*nnen unterwegs: 21 Prozent von ihnen haben keine Beschäftigten.

„Firmen mit digitalem Schwerpunkt müssen oft weniger Investitionen tätigen – das betrifft auch die Beschäftigten. Im Gegensatz zum stationären Geschäft lässt es sich meist mit wenig Manpower betreiben und die Beteiligten können flexibel von überall und zu jeder Zeit arbeiten“, sagt Geschäftsführer Markus Baulig, „Wenn allerdings Fachkräfte benötigt werden, sind gerade IT- und Digitalisierungsexpertinnen und -experten schwer zu finden oder mit dem Budget eines Start-ups zu bezahlen.“

Das bestätigt auch die Studie: Wenn es Schwierigkeiten gab, geeignetes Personal zu finden, lag es für ein Drittel an der fachlichen Qualifikation. Sechs Prozent haben konkret Digitalkenntnisse vermisst. Falsche Gehaltsvorstellungen und fehlende Einsatzbereitschaft waren bei etwa jedem/jeder sechsten Gründer*in ein Problem. Bei 21 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftsmodell scheiterte die Personalsuche an unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen. In der Großstadt ist die Konkurrenz stärker: Überdurchschnittlich oft scheitert die Mitarbeitendensuche an fehlenden fachlichen Qualifikationen, Lohnvorstellungen, Auftreten und aus Sicht der Bewerber*innen unattraktiven Arbeitsbedingungen eines Start-ups.

Tipp: Auf persönliches Umfeld setzen

Grundsätzlich ist das Fachkräfteproblem bei Gründer*innen, die auf Bekannte und Familie zurückgreifen, weniger drängend. Tatsächlich raten auch nur neun Prozent der erfolgreichen Gründer*innen anderen, sich zuerst um geeignete und motivierte Mitarbeitende zu kümmern – viel häufiger werden die richtige Einschätzung des Arbeitsaufwands, Wettbewerbsanalyse und eine sichere Finanzierung als Ratschläge genannt. Am ehesten hat noch das produzierende Gewerbe Personal-Probleme. Hier raten 16 Prozent dazu, sich frühzeitig mit der Personalsuche zu befassen. Nur sieben Prozent der Anbieter von digitalen Dienstleistungen geben hingegen diesen Hinweis.

„Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Mitarbeitende aus dem regionalen und persönlichen Umfeld oft die beste Wahl sind. Empfehlungen aus den Reihen der Beschäftigten nehmen wir sehr gerne an. In unserem Heimatort Koblenz ermöglichen wir es Mitarbeitenden, am Firmenstandort nah bei der Familie zu sein“, erklärt Markus Baulig. „Schließlich sind auch wir Geschäftsführer Brüder, die lange gut zusammenarbeiten.“

Über die Studie

Für die Studie „Gründungsklima in Deutschland“ wurden bundesweit 300 Personen befragt, die in den vergangenen fünf Jahren ein gewerbesteuerpflichtiges Unternehmen gegründet haben. Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat die Umfrage im Januar und Februar 2022 telefonisch durchgeführt.