Science4Life prämiert Innovationen in Life Sciences, Chemie und Energie


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105 Einreichungen beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Im Jahr 2021 steht hinter besonders vielen Geschäftsideen ein digitales Geschäftsmodell.

Grüner Ersatz für Kunststoff, eine App für Demenzprävention und Biogas als regelbare Quelle erneuerbarer Energien – Science4Life hat die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie prämiert. Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus.

Die 105 eingereichten Beiträge spiegeln aktuelle Trends aus den Branchen wider, denn mehr als der Hälfte aller eingereichten Ideen liegt ein digitales Geschäftsmodell zugrunde. Besonders der Bereich Digital Health wächst weiterhin. Die beiden geschäftsführenden Vorstände des Science4Life e.V. sind überzeugt von den Innovationen der Start-ups: „Die teilnehmenden Teams forschen und entwickeln Lösungen am Puls der Zeit. Sie erkennen nicht nur aktuelle Probleme, sondern können auch schnell und agil auf diese reagieren“, sagt Dr. Jens Atzrodt, Director R&D Country Operations bei Sanofi in Deutschland. „Der Trend zu Einreichungen mit digitalem Hintergrund setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ist ein klares Zeichen, dass vor allem die Start-up Szene Innovation in der Branche vorantreibt“, bekräftigt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest.

Das sind die prämierten Start-ups und ihre Lösungen

Beim Science4Life Venture Cup überzeugte das Team von Cell2Green aus Rostock mit ihrem grünen Ersatz für Kunststoff: Die biologisch basierten und abbaubaren Cellulosefolien sind eine umweltfreundliche Alternative für die Verpackungsindustrie. DNTOX aus Düsseldorf bietet mit seiner tierversuchsfreien und auf menschlichen Zellen basierenden Analyse eine kostengünstige Alternative zu Tierversuchen. Sie wird eingesetzt, um die Sicherheit von Chemikalien für die Entwicklung des frühkindlichen Gehirns zu untersuchen. Ein neues Textil aus Hanffasern entwickelt das Team hinter LOVR aus Darmstadt: LOVR ist lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert. Mit memodio entwickelt das gleichnamige Team aus Potsdam die weltweit erste therapeutische App zur Demenzprävention auf Basis eines evidenzbasierten und individualisierbaren Therapieprogramms. Hinter dem RooWalk aus Berlin steckt eine persönliche Geschichte: Die 5-jährige Nichte von Mitgründer Benjamin Pardowitz lebt seit ihrer Geburt mit Zerebralparese – die vom Team entwickelte elektrisch unterstützte Gehhilfe ermöglicht und fördert die erweiterte Bewegungsfähigkeit von Kindern mit körperlichen Einschränkungen.

Unter den Einreichungen beim Science4Life Energy Cup wurden die Teams von BioCore, der everyone energy und KD Pumpen prämiert. BioCore aus Garching nutzt Biogas um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern und ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. everyone energy aus Berlin hilft dabei, Tausende neue Energiewende- Projekte zu realisieren, indem Endverbraucher und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte Energieberatung gezielt zusammengebracht werden. Das Team von KD Pumpen aus Balve und Dortmund entwickelt ressourcenschonende Pumpentechnik für die Umwelt- und Entsorgungsindustrie. Dank patentierter Technologie und Predictive Maintenance kann der Lebenszyklus von Pumpen um 300 bis 600 Prozent verlängert und der Wirkungsgrad um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Die fünf top Teams der Ideenphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  • Cell2Green (Rostock)
  • DNTOX (Düsseldorf)
  • LOVR (Darmstadt)
  • memodio (Potsdam)
  • RooWalk (Berlin)

Die drei top Teams der Ideenphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  • BioCORE (Garching)
  • everyone energy (Berlin)
  • KD Pumpen (Balve / Dortmund)

Ab sofort beginnt die Konzeptphase und alle Start-ups können ihr Geschäftskonzept oder Read Deck bis 14. Januar 2022 online unter www.science4life.de einreichen – auch wenn sie nicht an der Ideenphase teilgenommen haben.

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Gründer*in der Woche: Teppana – Teppiche neu gedacht

Ramin Mohammadi ist der Gründer von Teppana. Der 28-jährige Hamburger hat den herkömmlichen Teppich neu erfunden: Als Erster in Europa hat Ramin Teppiche entwickelt, die man unkompliziert in der eigenen Waschmaschine reinigen kann. Mehr dazu im Interview mit Ramin.

Wann und wie bist du auf die Idee zu deinen waschmaschinentauglichen Teppichen gekommen?
Das Thema Teppich wurde mir von meiner Familie, die seit mehreren Generationen in der klassischen Teppichbranche tätig ist, in die Wiege gelegt. Wir hatten selbst viele „echte” Perserteppiche zu Hause, mussten aber immer penibel darauf achten, dass sie nicht schmutzig wurden: Auf dem Teppich essen war tabu, Straßenschuhe sowieso und an einen Hund oder eine Katze war gar nicht zu denken. Das fand ich schon immer unentspannt.

Aber als ich vor zwei Jahren anfing, Kundeninterviews für meine potenzielle Geschäftsidee zu führen, habe ich erst so richtig gemerkt, was für ein Riesenthema das ist. Viele Menschen schränken sich ein oder kaufen sich erst gar keinen Teppich. Ich wollte daran etwas ändern und habe mir also die Frage gestellt: Wie kann ich Teppiche anbieten, die schön sind, aber auch ganz unkompliziert in die Waschmaschine gesteckt werden können?

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Idee bis zum ersten fertigen Produkt?
Der erste Step war der Product-Market-Fit. Ich wollte erst einmal herausfinden, ob Konsument*innen von meiner Idee genauso überzeugt sind. Mit dem allerersten Muster habe ich Produktfotos und -Videos gemacht und einen Onlineshop aufgebaut. Der Shop war ein klassischer „Fake-Door-Test“: Ich bot Teppichdesigns an, die ich noch gar nicht produziert hatte. Dann schaltete ich Werbeanzeigen und wartete ab.

Die erste Bestellung kam nach zwei Wochen rein. Als fünf Bestellungen da waren, kam die Marktforschung: Ich habe die Kund*innen angerufen, ihnen gesagt, dass ihr gewünschtes Produkt noch nicht fertig ist und sie gefragt, warum sie sich für einen Teppana-Teppich entschieden haben. Dieses Feedback war extrem wertvoll! Ich habe es direkt in die weiteren Prozesse einfließen lassen. Dann war ich selbstbewusst genug, um aufs Ganze zu gehen und mein Erspartes in die finale Produktentwicklung zu investieren.

Musstest du im Vergleich zu herkömmlichen (Perser-)Teppichen hinsichtlich der Farben, Muster und Qualität deiner Teppiche große Konzessionen eingehen?
Um die Waschbarkeit gewährleisten zu können, mussten natürlich neue Materialien her, die sich von denen der Perserteppiche unterscheiden. Aber ich bin sehr froh, sagen zu können, dass sich unsere Teppiche, was die Farben und Muster angeht, vor den klassischen Perserteppichen überhaupt nicht verstecken müssen.

Dymium siegt beim Münchener Businessplan Wettbewerb 2022

Platz 1 geht an das Münchner MedTech-Start-up Dymium mit seiner minimalinvasiven Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen.

Beim Münchener Businessplan Wettbewerb, der von BayStartUP, dem bayerischen Start-up-Netzwerk für Gründer*innen, Investor*innen und Unternehmen, durchgeführt wird, haben Start-ups aus Südbayern in drei Wettbewerbsphasen die Chance, sich mit ihren Geschäftskonzepten zu bewerben. Die einzelnen Phasen reflektieren die verschiedenen Entwicklungsschritte der Gründung eines Unternehmens, zum Beispiel die Erarbeitung der Geschäftsidee, das Geschäftsmodell sowie die Planung von Finanzierung und Umsatzentwicklung. Das Ziel nach Phase 3: ein vollständiger Businessplan, mit dem sich die Start-ups bei Kapitalgeber*innen, Unternehmen und Partner*innen vorstellen können.

Als einer der bekanntesten Wettbewerbe im Start-up-Ökosystem brachte der Münchener Businessplan Wettbewerb bereits Gewinner wie Fazua, EGYM oder Quantum-Systems hervor, die heute zu Deutschlands erfolgreichsten Start-ups zählen.

Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, sagt: „Viele der Gründerteams kamen aus den Bereichen Life Science und Tech und entwickeln neue Technologien aus Hochschulen heraus. Die Nominierten und Sieger im diesjährigen Wettbewerb zeichnen sich durch einen hohen Reifegrad und technische Qualität aus. Beste Voraussetzungen, um auch in Krisenzeiten erfolgreich durchzustarten.“

And the Winner is ...

Den diesjährigen Wettbewerb hat das Münchner Start-up Dymium gewonnen. Dymium entwickelt eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Mithilfe der magnetischen Separationstechnologie kann die hohe Wiederauftrittsrate von über 30 Prozent deutlich gesenkt werden.

Florian Ebel, Mitbegründer von Dymium, über den Wettbewerbserfolg: „Wir haben in allen drei Phasen des Wettbewerbs teilgenommen. Mithilfe von BayStartUP konnten wir unser Netzwerk vergrößern, wertvolles Expertenfeedback einholen und uns damit stetig weiterentwickeln.“

Die Siegerteams im Überblick

1. Platz: Dymium

Dymium ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Verursacht durch Restfragmente kommt es bei über 30 % der Patientinnen und Patienten zu einem Wiederauftreten von Beschwerden. Diese hohe Rate kann mithilfe der magnetischen Separationstechnologie drastisch gesenkt werden.

2. Platz: NIMMSTA GmbH

Die NIMMSTA HS 50 ist eine Industrial Smart Watch, die eine Effizienzsteigerung von über 50 % bei zahlreichen intralogistischen Prozessen erreicht. Sie verbindet Smart Watch, Industrie-Scanner und E-Paper-Display in einem Device. Eingaben, Bestätigungen und Korrekturen werden unmittelbar getätigt und alle Daten kommen in Echtzeit im Warehouse Management System an.

3. Platz: Reverion GmbH

Reverion hat eine Technologie zur Stromerzeugung aus Biogas mit revolutionärem Wirkungsgrad, reversiblem Betriebsmodus (Power-to-Gas) und unerreichter Flexibilität entwickelt und patentiert. Mit einem Gründerteam, das in Summe mehr als 25 Jahre Erfahrung im Energiebereich mitbringt, erschließt Reverion neue Optimierungspotenziale im Biogasmarkt und läutet eine neue Ära der hochflexiblen, effizienten und dezentralen Energieversorgung ein.

Außerdem waren folgende Start-ups im Finale nominiert

2NA FISH aus München ermöglicht die einfache, kosteneffiziente und robuste Analyse der Genaktivität im räumlichen Kontext. Durch die Plattformtechnologie können erstmalig In-Vitro-Diagnostika zur Therapieentscheidung bei Krebserkrankungen entwickelt werden, welche Genaktivitätsmuster (RNA Expression) im räumlichen Gewebekontext quantifizieren.

Hyperdrives aus München entwickelt leistungsdichte und hochintegrierte elektrische Antriebssysteme. Schlüssel für die kompakten und effizienten E-Motoren ist die Kühlung – diese erfolgt direkt durch die Wicklung statt am Gehäuse.

Qlibri aus München baut und vertreibt ein neuartiges Mikroskop basierend auf einer Technologie aus der Quantenoptik. Forscher und Entwickler aus der Nano- und Quantentechnologie können so extrem kleine Objekte erstmals sichtbar machen.

sqior medical aus München entwickelt ein Smartphone-basiertes Assistenzsystem, das Klinikärzten Informationen bereitstellt, klinische Aufgaben vereinfacht und administrative Prozesse automatisiert. So kann bspw. die Kommunikation und Steuerung rund um den perioperativen Prozess automatisiert werden.

VESTIGAS aus Eggenfelden ermöglicht durch einen neu entwickelten Zertifizierungs-Algorithmus die digitale Verarbeitung von Lieferdokumenten in der Baustofflogistik, wodurch hohe Einsparungen für alle Prozessbeteiligten (Lieferanten, Spediteure und Bauunternehmen) entstehen.

KI-Start-up Conversion Maker erhält weitere 4 Mio. Euro

Mit dem zusätzlichen Funding möchte das Offenburger Start-up die einfach bedienbare Software zur Conversion-Rate-Optimierung weiterentwickeln und die Teamgröße verdoppeln.

Conversion Maker, der 2020 im badischen Offenburg von Seriengründer Michael Witzenleiter gegründete Spezialist für Conversion-Rate-Optimierung, hat ein Investment von vier Millionen Euro von der Christian Funk Holding erhalten. Erst im Februar hatte das Start-up die KI-basierte Software Conversion Maker AI zum einfachen Erstellen und Optimieren von Marketing-Texten gelauncht.

In der KW 14 war Michael Witzenleiter unser "Gründer der Woche" - hier gibt's das Interview mit ihm zum Nachlesen.

Mit dem neuen Kapital möchte das Unternehmen die Textoptimierung weiterentwickeln und die Plattform in neue Bereiche ausbauen. Dazu möchte das Start-up innerhalb der nächsten zwölf Monate die Anzahl der Mitarbeitenden von aktuell 20 auf 40 verdoppeln und einen neuen Firmensitz beziehen.

Conversion-Rate-Optimierung zugänglicher machen

Conversion Maker hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Prozess der Conversion-Rate-Optimierung mithilfe von Technologie zugänglicher zu machen. Dafür setzt das Unternehmen auf zunehmend automatisierte Tools, die auch von Anwender*innen ohne Vorkenntnisse verwendet werden können. Das erste eigene Produkt – die Software Conversion Maker AI – erstellt mithilfe von künstlicher Intelligenz aus wenigen Stichworten einen Produkttext, eine E-Mail oder ein Social-Media-Beitrag. Diese sind auf verschiedene Faktoren wie Lesbarkeit und Emotionalität optimiert, um so mehr Interessent*innen zu Käufer*innen zu machen.

Textoptimierung nur der erste Schritt

„Die Textoptimierung war für uns nur der erste Schritt. Als nächstes planen wir ein Modul, das mithilfe von KI die Bildauswahl auf Webseiten verbessert, um so die Conversion Rate zu optimieren. Dafür führen wir bereits erste Studien durch“, sagt Founder Michael Witzenleiter. „Auch bei der Datenanalyse sehen wir noch Potenzial – hier wollen wir eine Lösung entwickeln, die Schwachstellen in Online-Shops automatisch identifiziert.“

Neben eigenen Produkten setzt Conversion Maker auch auf bestehende Software, um die Conversion-Rate-Optimierung als ganzheitliche Unternehmensstrategie zu verankern. Zu den Lösungen, die nach dem Best-of-Breed-Ansatz ausgewählt wurden, zählen u.a. die A/B-Testing-Plattform Kameleoon, das Produktanalyse-Tool Mixpanel und das Marketing-Datenanalyse-Tool TrackAd.

Fressnapf Innovation Award 2022

Start-ups aufgepasst: Die Fressnapf Gruppe sucht die besten Produkte & Services fürs Haustier und vergibt dazu den „Innovation Award“. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Juli 2022.

Die Fressnapf Gruppe – europäischer Marktführer für Heimtierbedarf – sucht die besten Innovationen im Haustiermarkt. Der ausgelobte „Fressnapf Innovation Award“ richtet sich dabei sowohl an junge Start-up-Unternehmen als auch an etablierte Unternehmen bzw. Hersteller*innen mit innovativen Produkten oder Services für Mensch und Haustier.

Bis zum 31. Juli 2022 können Unternehmen sich über eine eigens geschaltete Website bewerben.

Den Gewinner*innen winken neben der Auszeichnung Beratungs- & Medialeistungen im Wert von mehr als EUR 50.000 sowie eine Integration in das Fressnapf Ökosystem rund ums Haustier.

Die Fressnapf-Gruppe steht inmitten des bedeutendsten, größten und kostenintensivsten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte – mit der Schaffung des Fressnapf Ökosystems entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Händler und Versorger hin zum Umsorger. Das Ökosystem soll die Fressnapf Gruppe zum bevorzugten und besten Partner für alle Heimtierhalter*innen machen und neben dem klassischem Warengeschäft insbesondere auch mit Services und Dienstleistungen auf allen Kanälen punkten.

Eine Jury, bestehend aus dem Fressnapf Top-Management und Expert*innen, wird die Bewerbungen anhand verschiedener Kriterien wie dem Innovationsgrad, Marktpotenzial und Kund*innenmehrwert bewerten und am Ende in jeder Kategorie einen Award vergeben. Die Preisverleihung ist für Oktober 2022 geplant.

Interessierte können sich bis zum 31. Juli hier online bewerben.

Wie Wien als internationaler Startup Hub von der ViennaUP langfristig profitiert

Die ViennaUP'22 ging dieses Jahr mit 10.000 Besucher*innen aus 67 Nationen über die Bühne. Im Doppelinterview sprechen Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien, die das Startup-Festival kuratierte, über die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP'22 und wie Wien als Startup-Hub langfristig davon profitiert.

Die ViennaUP punktete dieses Jahr nicht nur durch die starke internationale Ausrichtung, sondern auch durch die zahlreichen on-site Vernetzungsmöglichkeiten. Erstmalig konnten sich bei der mittlerweile zweiten Ausgabe des Startup-Festivals dank der gelockerten Corona-Maßnahmen die Besucher*innen auch physisch treffen. Ein Angebot, das auch von den zahlreichen internationalen Gästen genutzt wurde. Internationale Startups reisten unter anderem aus den USA, Kanada, Asien und einigen afrikanischen Ländern nach Wien. Ein besonders hoher Anteil kam aus dem CEE-Raum.

Im Doppelinterview sprechen wir mit Gabriele Tatzberger und Dudu Gencel von der Wirtschaftsagentur Wien über die langfristigen Effekte, die das Startup-Festival für den Wirtschaftsstandort Wien hat. Zudem gehen sie auf Maßnahmen ein, die neben der ViennaUP noch getroffen werden, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren.

Die ViennaUP’22 positionierte sich als internationales Startup-Festival und zählte Besucher*innen aus insgesamt 67 Nationen. Welches Feedback habt ihr vom internationalen Publikum erhalten?

Gabriele Tatzberger: Es war eine große Freude, die ViennaUP’22 „in real life“ zu veranstalten und so viele Unternehmer*innen, Gründer:innen, Investor*innen und Akteur*innen des Ökosystems in Wien begrüßen zu dürfen. Es gibt tatsächlich keinen Ersatz für das persönliche Networking. Dazu macht es immer Spaß die Vielfalt von Wien zu zeigen, vom Karlsplatz bis zu den Kaffeehäusern, vom Museumsquartier bis zur Anker Brotfabrik.

Dudu Gencel: Stimmt. Und die Resonanz ist überwältigend positiv. Laut unserer Befragung der Teilnehmenden würden knapp über 90 Prozent wieder teilnehmen und es weiterempfehlen. Für ein Festival im zweiten Jahr finden wir das ziemlich phänomenal.

Welche langfristigen Effekte erhofft sich die Wirtschaftsagentur Wien durch die starke internationale Ausrichtung der ViennaUP für den Wirtschaftsstandort Wien?

Dudu Gencel: Wien ist ein geschäftliches und kulturelles Bindeglied zwischen Ost- und Westeuropa, ein großartiger Ort zum Leben, Studieren und Arbeiten und obendrein einfach ein wunderschöner Meltingpot. Wenn unsere Teilnehmenden mit einem positiven Gefühl für die Stadt nach Hause gehen, sich über eine Gründung oder Ansiedlung in Wien Gedanken machen oder einfach die Vernetzungsmöglichkeiten schätzen gelernt haben, war dies ein großartiger Erfolg.

Gabriele Tatzberger: Wien ist in der ganzen Welt für ihre Musik, Kunst und Kultur sowie für ihre lange Geschichte und Tradition bekannt. Aber das heutige Wien ist auch ein attraktiver und hochinnovativer Wirtschaftsstandort, wie der Bereich der Life Sciences, additiven Fertigung oder Kreativwirtschaft zeigt. Außerdem wird Wien zunehmend als ein dynamisches, unterstützendes Ökosystem für Unternehmer*innen, insbesondere für Startups, anerkannt.

Welche weiteren Maßnahmen plant die Wirtschaftsagentur Wien neben der ViennaUP, um Wien als internationalen Startup-Hub zu positionieren?

Gabriele Tatzberger: Seit Jahren arbeiten wir in der Wirtschaftsagentur Wien genau dafür, dass Expats und internationale Unternehmen die Vorteile von Wien als Wirtschaftsstandort erfahren können – ob über Programme wie das Vienna Startup Package, durch internationale Förderwettbewerbe oder durch ein persönliches Kennenlernen. Da sind wir weltweit ganz schön umtriebig, auch in internationalen Startup City Netzwerken. Aber unser Ansatz geht weit darüber hinaus, denn wir helfen Firmen, ob groß oder klein, während und nach der Ansiedlung, damit Wien möglichst schnell nicht nur zum neuen Arbeitsstandort, sondern auch zum neuen Zuhause wird.

Erstmalig war bei der ViennaUP’22 auch ein physischer Austausch möglich. Unter anderem gab es die Home Base am Karlsplatz und Vernetzungszonen in vier Wiener Kaffeehäusern. Wie wurden diese Vernetzungsangebote von den Teilnehmer*innen genutzt?

Dudu Gencel: Man sagt, der größte Teil des Geschäfts ist Networking, und als Startup-Festival wollten wir natürlich sicherstellen, dass unsere Besucher*innen viel Zeit haben, um relevante Leute zu treffen. Ein großer Teil dieser Aktivitäten fand z.B. durch Matchmaking-Sessions und spezielle Networking-Events wie den Connect Day statt. Aber es ist auch wichtig, Raum für einen spontanen Austausch zu schaffen. Das war für unsere ViennaUP-Gäste an der Homebase am Karlsplatz möglich, wie auch in vier Wiener Kaffeehäusern. Denn die Wiener Kaffeehäuser als für uns älteste Co-Working-Spaces der Welt wollten wir in dieser Rolle unbedingt auch unseren ViennaUP-Gästen erlebbar machen.

Ein Schwerpunkt der ViennaUP’22 lag auf “Female Entrepreneurship”. Zudem hat Wien laut dem Startup Heatmap Report von DEEP Ecosystems im Vergleich zu anderen großen Startup-Städten in Europa einen hohen Gründerinnen-Anteil. Was sind die Gründe dafür und wie kann dies künftig noch weiter gestärkt werden?

Gabriele Tatzberger: Ein Grund ist, dass wir in der Wirtschaftsagentur Wien immer wieder die extra Meile gehen, um die Teilnahme von Frauen und von Frauen geführten Unternehmen zu forcieren. Vor fünfzehn Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit in Österreich, aber wir haben es hier geschafft, gemeinsam mit anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren.

Dudu Gencel: Wir unterstützen Gründerinnen und weibliche Führungskräfte ausdrücklich durch Coachings, Trainings und unseren „Frauen Bonus“ bei vielen Förderprogrammen. Hier gibt es einen zusätzlichen Zuschuss für Projekte und Unternehmen, die von Frauen geleitet werden.

Eine der größten Krisen unserer Zeit ist die Klimakrise. Wie hat die ViennaUP’22 dieses Thema adressiert?

Gabriele Tatzberger: Die Klimakrise ist nicht mehr gesondert zu betrachten, sondern muss als zentrales Thema, das alle strategischen und wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflusst, gesehen werden. Unternehmen mit professionellem Risikomanagement haben längst eine Klimastrategie für sich definiert, um ihre Emissionen zu senken, neue Ansprüche der Konsument*innen zu erfüllen und ihre Geschäftsmodelle klimafit zu machen.

Dudu Gencel: Das Thema Klima und Umweltschutz war tatsächlich in fast jeder Veranstaltung zu spüren – und nicht nur, weil die Nachhaltigkeit ein Startup-Bereich ist, der gerade bei Investor*innen in die Höhe schießt. Auch traditionelle Banken, Produktionsbetriebe, Gastronomie, Crypto und Blockchain Unternehmen, die Kreativwirtschaft und natürlich smarte City Planer, einfach alle integrieren den Klimaansatz in ihrer Arbeit. Das sah man u.a. bei den Impact Days und beim Smart City Summit.

Welche Rolle spielen ClimateTech-Startups mittlerweile für den Wirtschaftsstandort Wien und gibt es von Seiten der Wirtschaftsagentur spezifische Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen, die Lösungen gegen die Klimakrise entwickeln?

Gabriele Tatzberger: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal einen internationalen Förderwettbewerb, „Zero Emission Cities“, ausgerufen, der gezielt auf Unternehmen im Climate-Bereich ausgerichtet ist. Hier wurde einen Topf von drei Million Euro zur Verfügung gestellt, um innovative urbane Lösungen für die Klimakrise anzustoßen. Da kann tatsächlich jedes Unternehmen auf der ganzen Welt mitmachen mit einer Bedingung: Diese Lösungen müssen dann in Wien auch ausgerollt werden.

Laufen bereits die Vorbereitungen für eine ViennaUP’23?

Dudu Gencel: Ohne zu viel zu verraten zu wollen, können wir wohl sagen, dass unsere Programmpartner*innen sowie all unsere Gäste sich schon auf ein ViennaUP’23 freuen können. Wir haben viel von unserer ersten physischen ViennaUP gelernt und freuen uns diese Learnings für die nächste Ausgabe umsetzen zu können, damit ViennaUP‘23 noch lässiger, diverser und bunter wird. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf!

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

100 Mio. Euro Fonds für FoodTech- und GreenTech-Start-ups

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor, gibt den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt.

Der Green Generation Fund (GGF), ein neuer europäischer Early Stage Impact Investor (Pre-Seed, Seed und Series A), gibt nach einem überzeichneten ersten Closing im Herbst 2021 den Launch seines ersten Fonds in Höhe von 100 Mio. Euro bekannt – weniger als ein Jahr nach Start des Fundraisings. Das Berliner Team hat bereits die ersten acht Investments getätigt und plant sich mit seinem Kapital an 20 bis 25 europäischen und US-amerikanischen Start-ups in den Bereichen Food Tech und Green Tech zu beteiligen.

Gegründet wurde der Green Generation Fund von zwei Partnerinnen – Dr. Manon Sarah Littek und Janna Ensthaler – beide mit komplementärem Profil und seit mehr als zehn Jahren als Investorinnen und Unternehmerinnen tätig.

Dr. Manon Sarah Littek ist neben ihrer Rolle als Mitgründerin des GGF als unabhängige Board Direktorin bei Upfield tätig. Zuvor war sie über zehn Jahre in einer General Partner Rolle im Corporate Venture Capital Umfeld bei Katjesgreenfood, Europas erstem Food Impact Investor mit einem diversen EU/US Marken-Portfolio, und DLD Ventures, dem internationalen Investment-Arm von Burda Digital, tätig.

„Ich bin überzeugt, dass wir die deutsche und europäische Wirtschaft vor allem dadurch zukunftstauglich machen können, indem wir heute die Ökosysteme der Zukunft identifizieren und dann im Wettbewerb zu anderen Regionen der Welt schnellstmöglich aufbauen und für uns besetzen. Unsere Investment-Kategorien Food Tech und Green Tech sind zwei der bedeutendsten Zukunftsindustrien der nächsten Jahrzehnte“, so Littek.

Im Jahr 2012 reiste Janna Ensthaler mit Al Gore und seinen Wissenschaftler*innen in die Antarktis, um sich intensiver mit den Auswirkungen des Klimawandels zu beschäftigen. Zu dem Zeitpunkt war die Serien-Gründerin noch also CEO für ihre Firmen (GlossyBox, Event Inc. und Kaiserwetter) im Einsatz, fasste dann aber inspiriert durch die Reise den Entschluss, sich im Bereich Nachhaltigkeit zu engagieren. Ensthaler begann ihre Karriere bei Bain & Company in London.

Fokus auf Food- und GreenTech

Inhaltlich konzentriert sich die Investmenthypothese auf zwei Säulen: Innerhalb von FoodTech setzt der Berliner Impact Investor auf Unternehmen mit Technologien zur Herstellung der nächsten Generation fortschrittlicher Proteinquellen, Präzisionsfermentierung und Zellkultivierung sowie Clean Ingredients und Human Microbiome.

Investments in GreenTech konzentrieren sich vor allem auf nachhaltige Lösungen (Hardware und Software) für Materialien und Verpackungen, Technologien zur Dekarbonisierung sowie erneuerbare Energien und nachhaltige Lieferketten.

Bisher hat sich der Green Generation Fund an acht Unternehmen beteiligt, darunter Neggst (erstes pflanzliches Ei mit getrenntem Eigelb, Eiweiß und Eischale), Biomilq (zellkultivierte Brustmilch), Libre (Fleischersatz basierend auf Mycelium / Pilzen), Lypid (pflanzliche Alternative zu Fettgewebe), Change Foods (Käse auf Basis von Präzisionsfermentierung), The Rainforest Company (Acai-Superfood zum Schutz des Regenwaldes) aus dem Bereich FoodTech sowie Klim (Carbon Offsetting App für nachhaltige Landwirtschaft) und One Five (R&D Plattform für Plastikalternativen) aus der Kategorie GreenTech.

All diese Start-ups haben gemeinsam, dass ihre Technologien und Geschäftsmodelle messbare Fortschritte sowie einen signifikanten, positiven Einfluss auf die Umwelt haben, insbesondere im Bereich CO2-Vermeidung, Kreislaufwirtschaft, Ressourcen- und Klimaschutz, Tierwohl, Biodiversität sowie Gesundheitsförderung. Als künftiger Artikel 9 „Impact Fund“ der neuen EU Sustainable Finance Disclosure Regulation ist die Vergütung der Fundmanager ebenfalls an die Erreichung solcher Nachhaltigkeitsziele geknüpft.

Rund 30 Investor*innen sind beteiligt

Beteiligt haben sich neben Ankerinvestoren Florian Wendelstadt (Ex-MD General Atlantic Europa, Caldec) und Kaltroco (UK Family Office) eine Reihe weiterer namhafter, internationaler Investor*innen darunter Susan Danziger mit Albert Wenger (Eutopia), Canica (Schweiz/Norwegen) und Corecam Capital Partners (Singapur), Liesner & Co. (Hamburg) und Max Iann. Fund of Funds wie Equation oder Aldea und institutionelle Investoren wie KfW Capital haben sich ebenfalls signifikant engagiert.

Auch Industrieexperten wie z. B. Ex Aldi CEO Dr. Marc Heußinger, Peter Dill (Deutsche See), Babor (Aachen) und Dr. Anne-Marie Großmann (Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe) sind in den GGF investiert. Dazu kommen Gründerinnen und Multiplikatorinnen wie Delia Lachance (Westwing), Lea-Sophie Cramer (Amorelie) und Verena Pausder. Insgesamt haben knapp 30 Investor*innen eine deutlich überdurchschnittliche Zusage von über 3 Mio. Euro gegeben.

STARTUP TEENS zeichnet unternehmerische Talente in Deutschland aus

And the STARTUP TEENS-Award goes to … Die Non-Profit Initiative STARTUP TEENS hat am Abend des 24. Juni in sieben Kategorien herausragende unternehmerische Ideen von 14- bis 19-jährigen Schüler*innen mit dem STARTUP TEENS-Award ausgezeichnet.

Die seit 2016 jährlich stattfindende STARTUP TEENS-Award ist der mit 7 x 10.000 Euro höchstdotierte Businessplanwettbewerb für Schüler*innen in Deutschland. In diesem Jahr haben 870 Projekte von rund 4.300 Schüler*innen teilgenommen. Bereits im Online Voting zeigten über 47.600 Votes für die 35 Videos die große Begeisterung für den Wettbewerb.

Top-Themen: Nachhaltigkeit und soziales Miteinander

Die vielen spannenden Projekte der Finalist*innen zeigen besonders das große Interesse an gesellschaftlichen Themen wie Nachhaltigkeit und sozialem Miteinander. „Das Finale der Businessplan-Challenge ist für mich jedes Jahr aufs Neue ein Blick nach vorne - die Projekte der Teilnehmenden beschäftigen sich mit Innovation, Chancengleichheit, Umweltschutz und vielem mehr. Unser Land ist gut aufgestellt, wenn junge Menschen mit Mut und Leidenschaft ihre eigenen Ideen verwirklichen können. Wir sind stolz, ein Teil dieser Entwicklung zu sein“, sagt Vorständin Classifieds Media bei Axel Springer SE, Dr. Stephanie Caspar.

„Unternehmerische Bildung hat an Schulen in Deutschland weiter einen zu geringen Stellenwert”, sagt der Mitgründer und Geschäftsführer von STARTUP TEENS, Hauke Schwiezer. „Deshalb haben wir STARTUP TEENS gegründet. Wir füllen diese Lücke seit Jahren mit unseren Angeboten im Bereich Entrepreneurship Education, Coding und Zukunfts-Skills. Diese Fähigkeiten brauchen nicht nur junge Gründer oder Unternehmensnachfolger sonder besonders auch unternehmerisch denkende Angestellte.”

Die Sieger*innen des Jahres 2022

In der Kategorie Sustainability & Diversity konnte sich Unique Nature (Aichwald / Baden-Württemberg) mit einer Folie für die Landwirtschaft durchsetzen, die Plastik vermeidet, sich biologisch abbaut und die Agrarwirtschaft nachhaltiger macht.

Smokesafe (Northeim / Niedersachsen) gewann mit einem innovativen Filter für Raucher, der Passivrauchen zu 85 Prozent verhindert die Kategorie Consumer Products.

LunarLoop von LunarRise (Geisenheim / Hessen) ist ein Schlafphasenwecker, der den Nutzer morgens sanft per Vibration zum optimalen Zeitpunkt aus einer Leichtschlafphase holt, überzeugte die Jury in der Kategorie Sciences & Health.

SafeSpace (Münster / NRW) setzte sich in der Kategorie Services & Platforms durch. Mit dieser App können Frauen abends mit einem sicheren Gefühl unterwegs sein und sich vernetzen.

Der Gewinner der Kategorie Social Networks & Gaming ist Improvable (Nürnberg / Bayern) mit einer App, welche die Bereiche Organisation und Selbstverbesserung miteinander kombiniert und diese in ein spielerisches Konzept einbettet.

Mit der Idee einer kostenlosen Lernplattform, die die englische Sprachfähigkeit der Benutzer durch aktives Sprechen verbessern soll war DiscussTme (Traustadt / Bayern) in der Kategorie Education nicht zu schlagen.

Das Preisgeld in der Kategorie Industry Products ging an FastAIMovies (Traunstein / Bayern), die das Problem teurer und zeitaufwendiger Videoproduktion durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz löst.

RoleModel-Awards 2022

Ein weiteres Highlight des Tages war die Vergabe der RoleModel-Awards powered by STARTUP TEENS. Der Award wurde an sechs herausragende unternehmerische Vorbilder für die Generation Z verliehen.

In der Kategorie Gründerin waren Zarah Bruhn (socialbee, München), Lena Jüngst (air-up, München) und Anna Alex (Planetly, Berlin) nominiert. Gewonnen hat die Co-Founderin und CEO Zarah Bruhn.

Die Kategorie Gründer entschied Founder & CEO Philipp Pausder von thermondo, Berlin, für sich. Er setzte sich gegen Philipp Westermeyer (OMR, Hamburg) und Lawrence Leuschner (TIER, Berlin) durch.

Dina Reit (SK LASER, Wiesbaden) konnte die Kategorie Familienunternehmerin für sich entscheiden. Marlene Taschen (Taschen Verlag, Köln) und Nadine Sprügel (JAKO AG, Mufingen) belegten die Plätze 2 und 3.

In der Kategorie Familienunternehmer wurde Nils Glagau (Orthomol, Langenfeld) ausgezeichnet. Ebenfalls nominiert waren Sven Lindig vom Familienunternehmen Lindig Fördertechnik (Eisenach) und Tobias Heitmann vom Heitmann & Zimmermann, Dortmund.

Die Kategorie Managerin gewann Laura Bornmann (REWE, Dortmund). Sie setzte sich gegen Tina Müller (Douglas, Düsseldorf) und Natalya Nepomnyashcha (EY, Berlin) durch.

Toan Nguyen (Jung von Matt, Hamburg) wurde RoleModel der Kategorie Manager. Ebenfalls nominiert waren Tim Höttges (Telekom AG, Bonn) und Oliver Blume (Porsche AG, Stuttgart).

Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht Deutschland 2021/22

Wer gründet in Deutschland häufiger – Migrantinnen und Migranten oder in Deutschland Geborene? Und wie unterscheiden sich die Gründungsquoten zwischen Migrantinnen und Migranten? Wie sind ihre Wachstumsambitionen? Antworten liefert der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Länderbericht Deutschland 2021/22.

Laut des aktuellen GEM-Länderberichts Deutschland gründeten im Jahr 2021 in Deutschland den absoluten Zahlen nach zwar mehr Personen, die hierzulande geboren sind, allerdings ist die Gründungsquote der migrantischen Bevölkerung mit knapp 14 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die Gründungsquote der einheimischen Bevölkerung (ca. 7 Prozent). Die GEM-Gründungsquote wird definiert als Anteil derjenigen 18- bis 64-Jährigen, die während der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben und/oder gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen. Auffällig ist außerdem, dass die migrantische Gründungsquote von 2020 auf 2021 besonders stark gestiegen ist (2020: knapp 6 Prozent; 2021: knapp 14 Prozent) und dabei sogar den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung der Daten zu Gründungen durch Migrantinnen und Migranten im GEM erreicht hat.

Migrantinnen und Migranten in Sachen Gründung gleichauf 

Das Geschlechterverhältnis war unter migrantischen Personen 2021 sehr ausgeglichen: Migrantische Frauen gründen genauso häufig wie Männer – die GEM-Gründungsquote liegt bei beiden Gruppen bei knapp 14 Prozent. Bei der einheimischen Bevölkerungsgruppe hingegen sind Gründerinnen deutlich seltener vertreten als Gründer (5 Prozent vs. 8 Prozent). Migrantinnen gründen in Deutschland also fast dreimal so häufig ein Unternehmen wie Nichtmigrantinnen. Dr. Susanne von Below, Leiterin Referat AS 1 – Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Beauftragten für Antirassismus im Bundeskanzleramt, stellte dazu fest: „Gründerinnen und Gründer mit Einwanderungsgeschichte sind ein essentieller Teil der Gründungslandschaft in Deutschland. Es gilt, das Augenmerk auf Chancen und wirtschaftliche Potenziale zu richten. Mit Blick auf Frauen mit Migrationshintergrund verspricht der Koalitionsvertrag explizit, Hürden bei Finanzierung und Förderung abzubauen.“

Wachstumsambitionen und eine internationale Ausrichtung sind bei Migrantinnen und Migranten am stärksten ausgeprägt 

Nach wie vor sind auch die Wachstumsambitionen, im GEM definiert als der erwartete prozentuale und absolute Zuwachs an Angestellten, bei migrantischen Gründenden im Schnitt deutlich stärker ausgeprägt (24 Prozent) als bei einheimischen Gründenden (10 Prozent).
Darüber hinaus richten knapp 22 Prozent der Migrantinnen und Migranten 2021 ihr Geschäft stark international aus, was bedeutet, dass nach Aussage dieser Gründenden mehr als 25 Prozent des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet werden. Gründungen durch Einheimische richten sich etwas seltener international aus (19 Prozent). Diese Erkenntnis überrascht nicht: Die Internationalität von migrantischen Gründenden ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal – migrantische Start-ups nutzen häufiger Englisch als Arbeitssprache, ihre Teams sind internationaler und sie verfügen häufiger über gute oder sehr gute internationale Netzwerke. All diese Faktoren verschaffen ihnen klare Vorteile bei der Etablierung ihres Unternehmens auf internationalen Märkten.

Die Daten des GEM zeigen also, dass Gründungen durch Migrantinnen und Migranten einen wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland leisten. Deswegen ist es von großer Bedeutung, speziell für Migrantinnen und Migranten attraktive und unbürokratische Zugänge zum Arbeitsmarkt zu schaffen.

Der vollständige GEM Länderbericht Deutschland 2021/22 steht unter http://rkw.link/gem2022 zum Download zur Verfügung.

Parlamentskreis “Gründung und Start-up” nimmt Arbeit auf

Am heutigen Freitag kam der Parlamentskreis “Gründung und Start-up” im Deutschen Bundestag zur konstituierenden Sitzung zusammen. Das informelle Gremium will den Austausch zwischen Gründer*innen und Politik fördern.

Politisch wurden in den letzten Jahren bereits einige Weichen gestellt, um das Gründen zu erleichtern. Dennoch hinkt Deutschland, trotz vermeintlich guter Rahmenbedingungen, in entscheidenden Feldern hinterher. Um Lösungen auf aktuelle Herausforderungen von Gründer*innen zu finden, Probleme zu verstehen, mehr junge Menschen für das Unternehmertum zu begeistern und angehende Gründer*innen auf ihrem Weg gezielter zu unterstützen, wurde heute der Parlamentskreis Gründung und Start-up konstituiert.

Die Konstitution erfreute sich eines breiten Interesses von Abgeordneten. Teilgenommen haben neun Mitglieder des Deutschen Bundestages, viele Weitere haben Interesse an einer zukünftigen Mitarbeit bekundet.

Hauptinitiator des Parlamentskreises ist Mario Brandenburg, MdB (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) zusammen mit Ye-One Rhie, MdB (SPD-Bundestagsfraktion), Thomas Heilmann, MdB (CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag) und Melis Sekmen, MdB (Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen).

Wichtig war den Initiator*innen, dass ein fraktionsübergreifender Kreis ins Leben rufen. Eingeladen zur Mitarbeit sind aber Abgeordnete aller Fraktionen des Hauses. Zum Vorsitzenden des Parlamentskreises wurde Max Mordhorst (Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag) ernannt. Im Sinne der zugrundeliegenden Überparteilichkeit des Parlamentskreises, wechselt er Vorsitz regelmäßig zwischen den Initiator*innen.

Herzensprojekt, das fraktionsübergreifend, standortstärkend und richtungsweisend sein will

Mario Brandenburg, MdB, Hauptinitiator des Kreises, gab den Staffelstab während der Sitzung federführend an Max Mordhorst weiter: “Ich freue mich sehr, dass ich dieses Herzensprojekt mit ins Leben rufen durfte. Aufgrund meiner neuen Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist es mir wichtig, dass ich den Kreis im Parlament belasse und die Leitung deshalb abgebe.”

Max Mordhorst, MdB, neuer Vorsitzender des Parlamentskreises, freut sich über die neue Funktion und die bevorstehenden Aufgaben: freut sich über die neuen Aufgaben „Ich möchte, dass der fraktionsübergreifende Parlamentskreis zum aufmerksamen Ansprechpartner für die Sorgen und Bedürfnisse von Gründern und Start-ups wird. Hierzu müssen wir direkt mit ihnen ins Gespräch kommen. Bei den Rahmenbedingungen Wagniskapital, Bürokratie und Mitarbeiterkapitalbeteiligung müssen wir als erstes ansetzen."

Ye-One-Rhie, MdB, sieht in diesem Bereich wichtige Aufgaben: „Durch Start-ups werden viele neue und außergewöhnliche Ideen gefördert und in die Praxis gebracht. Durch den Parlamentskreis ‚Gründung und Start-up‘ werden nun wichtige politische Impulse gestartet, um die Förderung von Start-ups zu stärken und mit Forschungseinrichtungen zu verknüpfen. So stärken wir den Innovationsstandort.“

Thomas Heilmann, MdB: „Unser Staat ist zu langsamen, zu komplex und zu bürokratisch. Wenn Start-Ups (über-)leben sollen, werden wir vieles verändern müssen. Leichteres Gesellschaftsrecht, beschleunigte Genehmigungen, einfachere Mitarbeiterbeteiligungen: es gibt viel zu tun.“

Melis Sekmen, MdB: "Die Start-ups von heute sind der Mittelstand von morgen. Sie sind Innovationsmotor für unser Land. Deswegen müssen wir junge Menschen für das Unternehmertum begeistern. Ob jemand in unserem Land gründen kann, darf nicht davon abhängen wie dick der eigene Geldbeutel ist. Wir dürfen es uns nicht mehr leisten auf Talente zu verzichten, nur weil sie das nötige Startkapital nicht haben."

4 Tickets, exklusiv für StartingUp-Leser*innen

Bei der Startup-Woche Düsseldorf treffen vom 20. bis 24. Juni 2022 Visionär*innen auf Corporates, Einzelkämpfer*innen auf starke Teams, Gründer*innen auf Business Angels und Anfänger*innen auf Expert*innen. Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf.

Die Startup-Woche wird von der Startup-Unit der Wirtschaftsförderung Düsseldorf organisiert, die Inhalte stammen von engagierten Unternehmen und Unternehmer*innen vor Ort. Sie sorgen dafür, dass trotz der Verschiebung wieder zahlreiche Seminare, Workshops, Pitch- und Networking-Events ausgerichtet werden.

Wir verlosen exklusiv unter allen StartingUp-Leser*innen 4 Frei-Tickets für 2 spannende Events. Zur Verfügung gestellt werden die Ticktes von StartUp MOM, dem ersten MOM Accelerator Deutschlands, der ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnet. Mehr dazu hier. (Link Beitrag)


2 x Tickets für den online Serendipity-Workshop am 23. Juni 22

Erfolgreiche Unternehmer*innen nutzen glückliche Zufälle und entwickeln daraus erfolgreiche Businessideen. Dafür nutzen sie die Serendipity (oder auch Serendipität genannt) Methode. In diesem Workshop von StartUp MOM entwickelst du im geschützten Raum erste konkrete Businessideen. Gleichzeitig bekommst du erstes, wertvolles Feedback dazu. Folgende Themen werden an diesem Tag behandelt:

  • Du erlernst eine neue Methode zur Generierung von Businessideen;
  • gemeinsam prüfen wir deine ersten Ideen;
  • du kannst im geschützten Raum präsentieren und
  • du bekommst wertvolles Feedback aus der Gruppe;
  • du erhältst ein Workbook, mit dem du weiterarbeiten kannst;
  • gemeinsam legen wir die nächsten Schritte fest.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Gründerinnen bzw. wurde speziell für Frauen, die nach der einen Businessidee suchen, entwickelt und findet am 23. Juni zw. 10 und 12 Uhr online statt. Hier gibt’s alle Infos auf einen Blick

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: Serendipity-Workshop



2 x Tickets für den Accelerator-Summit, kurz A-Summit, am 24. Juni 22

Im Rahmen der Startup-Woche Düsseldorf wird bereits zum fünften Mal den Accelerator-Summit, kurz A-Summit veranstaltet. Gründer*innen und Gründungsinteressierte treffen bei dem Event auf Ansprechpart­ner*innen und Expert*innen rund um die Themen Start-up-Förderung und -Finanzierung. Der A-Summit hat sich zu einem der zentralen Treffpunkte für Gründungsinteressierte, Start-ups und Förderprogramme in NRW entwickelt. Denn hier steht das Networking und Matchmaking für Gründer*innen und Acceleratoren aus NRW im Fokus. Alle Förderprograme, die Teil der Vergleichsplattform accelerate.nrw sind, haben die Möglichkeit ihr Programm vorzustellen und in den direkten Austausch mit Start-ups und Gründungsinteressierten zu gehen.

Wenn du eines der beiden Tickets haben möchtest, scheibe uns jetzt eine Mail an [email protected] Betreff: A-Summit

Bitte beachten: Die 4 Tickets werden unter allen Einsender*innen vergeben, die Gewinner*innen werden benachrichtigt. Es gilt: First come , first served. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mütter gründen anders

StartUp MOM, der erste MOM Accelerator Deutschlands, will ambitionierten Müttern mit visionären Ideen den Weg in die Selbständigkeit ebnen.

Die Corona-Pandemie veranlasste viele Mütter, ihre aktuelle berufliche Situation zwischen Homeschooling und Videokonferenzen zu hinterfragen. Hinzu kommt, dass insbesondere angestellte Mütter in einer Teilzeittätigkeit nicht nur generell schlechter finanziell aufgestellt sind, sondern oft auch einen Karriereknick erleben. Dies führte zu einem positiven Nebeneffekt: Mütter fingen vermehrt an, über eine Selbständigkeit nachzudenken und entwickelten (oft in der Elternzeit) spannende Geschäftsideen, für deren Umsetzung sie Unterstützung brauchten.

Vor diesem Hintergrund wurde Ekaterina Arlt-Kalthoff, Gründerin von MAMI POPPINS, der ersten Kinderwagenvermietung Deutschlands, immer öfter von hilfesuchenden Frauen, die sich ihre Selbständigkeit aufbauen wollten, um Rat gefragt. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten befanden sich viele Mütter in einer unsicheren beruflichen Situation. Viele fürchteten um ihre Anstellung“, erinnert sich Ekaterina. Aus dieser Erfahrung heraus gründete sie im Jahr 2020 StartUp MOM und den ersten MOM Accelerator Deutschlands.

Mütter sind die idealen Unternehmerinnen

Der MOM Accelerator ist ein 12-wöchiges Mentoring-Programm, das ambitionierten Frauen mit großen Visionen eine klare Anleitung für den Aufbau tragfähiger Geschäftsmodelle aufzeigt. „Wir haben den MOM Accelerator so konzipiert, dass die einzelnen Themen in digitalen Live-Webinaren vermittelt werden. Wir bieten wöchentliche Gruppensessions an und somit einen engen Kontakt zu den Mentorinnen. Kann eine Mutter gerade nicht online teilnehmen, weil sie zum Beispiel ihr krankes Kind Zuhause betreut, ist das nicht tragisch, da alle Webinare aufgenommen werden und jederzeit abrufbar sind“, erläutert Ekaterina.

Vor allem bietet der Accelerator Müttern, die gründen möchten, einen flexiblen organisatorischen Rahmen, der gängigen Acceleratoren normalerweise fehlt. Als Gründerin war Ekaterina im Jahr 2017 selbst Teilnehmerin eines Accelerator-Programms beim STARTPLATZ Düsseldorf. Die wertvollen Erfahrungen, die sie dort sammeln konnte, vermittelt sie heute an ihre Teilnehmerinnen.

Neben Geschäftsführerin Ekaterina, die als Online-Marketing- und Social-Media-Marketing-Expertin die Gründerinnen auf ihre erfolgreiche Vermarktung vorbereitet, unterstützen sie weitere sechs Mentorinnen, die alle mindestens 15 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Diese geben wertvolles Know-how an die Teilnehmerinnen weiter, u.a. aus den Bereichen Marketing, Fördergelder und Finanzierung, Entwicklung des Corporate Design, rechtliche Fragestellungen, Unternehmenskommunikation und PR sowie Entwicklung von Videos und Podcasts. Auch rund um die Themen Zeit- und Projektmanagement sowie Berufshaftpflicht gibt es Fachleute im Netzwerk, die online in Einzel- oder Gruppengesprächen coachen. „Mütter sind oft multitaskingfähig, kreativ und haben eine große soziale Kompetenz. Sie sind die idealen Unternehmerinnen. Das beweisen auch die bisherigen Teilnehmerinnen in unserem Mentoring-Programm“, sagt Ekaterina.

Drei Gründerinnen, die den Accelerator erfolgreich absolviert haben, stellen wir im Folgenden vor.

Lösung im Insolvenzverfahren von HelloFreshGO

Das insolvente Berliner Food-Start-up HelloFreshGO, 2017 gegründete Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh, scheint mithilfe zweier Investoren gerettet.

„Wir freuen uns, dass wir bereits heute am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens der HelloFreshGO GmbH eine Investorenlösung gefunden haben. Durch die Investoren Convini Deutschland GmbH und foodji marketplace GmbH ist das laufende Geschäft nachhaltig gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze bleibt erhalten und die Kunden des Unternehmens können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit gesunden Lebensmitteln versorgen“, erklärt Insolvenzverwalter Joachim Voigt-Salus von der Kanzlei VOIGT SALUS.Das Berliner Start-up HelloFreshGO ist eine Tochter des Kochbox-Anbieters HelloFresh.

Die junge Firma betrieb smarte Food-Terminals, an denen sich Mitarbeiter*innen in Büros mit verpackten Mahlzeiten sowie Getränken und Snacks versorgen konnten. HelloFreshGO übernahm dabei alle logistischen und digitalen Dienstleistungen wie Menüplanungen, Bezahlvorgänge, Produktentwicklung, Belieferung, und Wartung der Terminals. Die Lebensmittel stammten größtenteils von regionalen Partner*innen, um eine ressourcenschonende und effiziente Versorgung sicherzustellen. 2017 trat das Unternehmen mit seiner Idee an und startete damit in einen aussichtsreichen Markt, da Themen wie gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelversorgung im Büroalltag wichtige Trends sind. Es gelang HelloFreshGO innerhalb weniger Jahre, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen.

Corona-Pandemie führte zu Schieflage

Die Corona-Pandemie und Einschränkungen wie angeordnete Betriebsschließungen oder die spätere Home-Office-Pflicht waren empfindliche Einschnitte für das Geschäftsmodell, das auf eine Präsenz der jeweiligen Belegschaft im Unternehmen setzte. Zwar konnten die Umsätze durch verschiedene Sonderaktionen gehalten werden, das für das Wirtschaftsmodell des Start-ups erforderliche Wachstum blieb aber aus. Eine weitere Finanzierungsrunde scheiterte und eine Sanierungslösung durch Investoren oder Gesellschafter konnte außergerichtlich ad hoc nicht gefunden werden.

Deshalb sah sich Geschäftsführer Dr. Markus Schneider im März 2022 gezwungen, einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das zuständige Amtsgericht Charlottenburg bestellte am 16.03.2022 Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus zum vorläufigen Insolvenzverwalter, der gemeinsam mit seinem Team um Rechtsanwältin Stephanie Hotopp die erforderlichen Schritte zur Stabilisierung des Geschäftsbetriebes einleitete.

Dabei bestand eine der Herausforderungen darin, das ungewöhnlich hohe Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben durch die Nutzung der insolvenzbedingten Sondereffekte aber besonders auch durch umfangreiche Einsparmaßnahmen zum Ausgleich zu bringen. So konnten der Geschäftsbetrieb über 2,5 Monate fortgeführt und die Kund*innen weiter beliefert werden. Daneben wurden verschiedene Sanierungsansätze angegangen, zu denen neben der Wiederaufnahme der vor Insolvenzantragstellung bereits geführten Verhandlungen mit einigen potenziellen Investor*innen auch die umgehende Einleitung eines M&A-Prozesses gehörte.

Investorenprozess bringt Durchbruch

Verantwortet wurde die strukturierte Investorensuche von Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG: „Es hatten sich schnell zahlreiche Interessenten für das Unternehmen und sein modernes Geschäftsmodell gefunden. Wir haben viele konstruktive Gespräche geführt; am Ende hielten Convini und foodji die besten Lösungen für das Unternehmen und seine Belegschaft bereit.“ Die schwedische Firma Convini verfolgt ein ähnliches Geschäftsmodell wie HelloFreshGO und übernimmt im Rahmen eines Asset Deals die Berliner Zentrale des Food-Start-ups, den Großteil der Mitarbeiter*innen sowie die fast 200 Kund*innen im Norden und der Mitte Deutschlands (Berlin, Hamburg, Köln). Mit der Akquisition setzt das Unternehmen seine Europaexpansion fort.

Daneben übernimmt das Unternehmen foodji die südlichen Kund*innen von HelloFreshGO rund um München, Stuttgart und Frankfurt. Foodji ist Marktführer in der vollautomatisierten Speisenverpflegung in Restaurantqualität. Um die standortspezifische Auswahl der frischen Speisen möglichst nachhaltig und nachfragetreu anzubieten, setzt das Unternehmen auf selbstlernende Systeme, sprich auf KI.

„Dank der beiden Investoren können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Kunden und Partner von HelloFreshGO aufatmen. Unser Dank gilt allen, die die Sanierung des Unternehmens und die Vertragsverhandlungen unterstützt haben – und damit für eine Lösung innerhalb so kurzer Zeit sorgten“, sagt Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus. Die Vertragsgestaltung erfolgte maßgeblich durch das Team um Rechtsanwalt Dr. Rolf Leithaus von der Kanzlei CMS.

Watch & Build gewinnt den German Innovation Award in Gold

Gestern Abend wurden die Gründer von Watch & Build, eine 2021 gelaunchte Plattform für Aufbau-Anleitungen, mit dem German Innovation Award in Gold in der Kategorie „Excellence in Business to Business – Retail & Trade Solutions“ ausgezeichnet.

Für das 2021 gegründete Start-up Watch & Build sind "goldene Zeiten" angebrochen. Dafür hat am gestrigen Abend im Futurium in Berlin die Jury des German Innovation Award gesorgt. Denn das sechsköpfige Gremium hat dem Berliner Tech-Start-up, das Aufbauanleitungen für erklärungswürdige Produkte als Videos auf einer digitalen Plattform veröffentlicht, die renommierte Auszeichnung in Gold verliehen, und zwar in der Kategorie „Excellence in Business to Business – Retail & Trade Solutions“.

Der German Innovation Award zeichnet branchenübergreifend Produkte und Lösungen aus, die sich vor allem durch Nutzerzentrierung und einen Mehrwert gegenüber bisherigen Lösungen unterscheiden. Die „Watch & Build-Engine“ fällt als Self-Enabling-Plattform für Endverbraucher*innen voll in dieses Profil, wie die Jury in ihrer Preisbegründung erläutert: „Sie hilft Herstellerinnen und Herstellern verschiedener Branchen wie z B. Möbel und Einrichten, Haushaltsgeräte, Consumer Electronics oder Sport und Freizeit, für ihre Produkte eine gute und verständliche Montage- oder Bedienungsanleitung zu erstellen.“

Insbesondere lobt die Jury die Nutzer*innenfreundlichkeit der Anwendung: „Die Plattform wirkt äußerst durchdacht und überzeugt mit einer klaren, bedienfreundlichen Oberfläche, die durch eine kontextbezogene dynamische Verlinkung statische Elemente wie Bilder und Text mit Videos und Animationen kombiniert. Je komplexer ein Produkt ist, umso wichtiger ist eine gute Anleitung. Das verbessert die User Experience und auch die Hersteller*innen selbst profitieren davon, da Reklamationen und Retouren reduziert werden und die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, Produkt und Marke weiterzuempfehlen, steigt.“

Dass die Jury gleich im ersten Jahr nach dem Start von Watch & Build zur höchsten Auszeichnung gegriffen hat, erfüllt die beiden Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens mit Stolz und Freude: „Wir möchten mit unserer Lösung dazu beitragen, die Customer Journeys in unterschiedlichen Konsumgüterbranchen zu optimieren. Wir sind sehr glücklich, dass die Expertinnen und Experten in der Jury das ebenfalls so bewerten“, sagt Arndt Rubart. Heinrich Erkens ergänzt: „Der Award verleiht uns einen kräftigen Schub für die nächsten Schritte von Watch & Build. Wir möchten den Self-Enabling-Ansatz auch am anderen Ende der Customer Journey ermöglichen. Konsumgütermarken und -hersteller sollen die Plattform zukünftig auch selbst managen können, wenn sie das wünschen, um die Verbraucher unabhängig und kosteneffizient mit ihren Montagevideos erreichen zu können.“