Science4Life prämiert Innovationen in Life Sciences, Chemie und Energie


44 likes

105 Einreichungen beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Im Jahr 2021 steht hinter besonders vielen Geschäftsideen ein digitales Geschäftsmodell.

Grüner Ersatz für Kunststoff, eine App für Demenzprävention und Biogas als regelbare Quelle erneuerbarer Energien – Science4Life hat die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie prämiert. Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus.

Die 105 eingereichten Beiträge spiegeln aktuelle Trends aus den Branchen wider, denn mehr als der Hälfte aller eingereichten Ideen liegt ein digitales Geschäftsmodell zugrunde. Besonders der Bereich Digital Health wächst weiterhin. Die beiden geschäftsführenden Vorstände des Science4Life e.V. sind überzeugt von den Innovationen der Start-ups: „Die teilnehmenden Teams forschen und entwickeln Lösungen am Puls der Zeit. Sie erkennen nicht nur aktuelle Probleme, sondern können auch schnell und agil auf diese reagieren“, sagt Dr. Jens Atzrodt, Director R&D Country Operations bei Sanofi in Deutschland. „Der Trend zu Einreichungen mit digitalem Hintergrund setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ist ein klares Zeichen, dass vor allem die Start-up Szene Innovation in der Branche vorantreibt“, bekräftigt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest.

Das sind die prämierten Start-ups und ihre Lösungen

Beim Science4Life Venture Cup überzeugte das Team von Cell2Green aus Rostock mit ihrem grünen Ersatz für Kunststoff: Die biologisch basierten und abbaubaren Cellulosefolien sind eine umweltfreundliche Alternative für die Verpackungsindustrie. DNTOX aus Düsseldorf bietet mit seiner tierversuchsfreien und auf menschlichen Zellen basierenden Analyse eine kostengünstige Alternative zu Tierversuchen. Sie wird eingesetzt, um die Sicherheit von Chemikalien für die Entwicklung des frühkindlichen Gehirns zu untersuchen. Ein neues Textil aus Hanffasern entwickelt das Team hinter LOVR aus Darmstadt: LOVR ist lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert. Mit memodio entwickelt das gleichnamige Team aus Potsdam die weltweit erste therapeutische App zur Demenzprävention auf Basis eines evidenzbasierten und individualisierbaren Therapieprogramms. Hinter dem RooWalk aus Berlin steckt eine persönliche Geschichte: Die 5-jährige Nichte von Mitgründer Benjamin Pardowitz lebt seit ihrer Geburt mit Zerebralparese – die vom Team entwickelte elektrisch unterstützte Gehhilfe ermöglicht und fördert die erweiterte Bewegungsfähigkeit von Kindern mit körperlichen Einschränkungen.

Unter den Einreichungen beim Science4Life Energy Cup wurden die Teams von BioCore, der everyone energy und KD Pumpen prämiert. BioCore aus Garching nutzt Biogas um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern und ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. everyone energy aus Berlin hilft dabei, Tausende neue Energiewende- Projekte zu realisieren, indem Endverbraucher und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte Energieberatung gezielt zusammengebracht werden. Das Team von KD Pumpen aus Balve und Dortmund entwickelt ressourcenschonende Pumpentechnik für die Umwelt- und Entsorgungsindustrie. Dank patentierter Technologie und Predictive Maintenance kann der Lebenszyklus von Pumpen um 300 bis 600 Prozent verlängert und der Wirkungsgrad um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Die fünf top Teams der Ideenphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  • Cell2Green (Rostock)
  • DNTOX (Düsseldorf)
  • LOVR (Darmstadt)
  • memodio (Potsdam)
  • RooWalk (Berlin)

Die drei top Teams der Ideenphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  • BioCORE (Garching)
  • everyone energy (Berlin)
  • KD Pumpen (Balve / Dortmund)

Ab sofort beginnt die Konzeptphase und alle Start-ups können ihr Geschäftskonzept oder Read Deck bis 14. Januar 2022 online unter www.science4life.de einreichen – auch wenn sie nicht an der Ideenphase teilgenommen haben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Der bundesweite start2grow Gründungswettbewerb geht in eine neue Runde

Bei start2grow profitieren alle Teilnehmer*innen von kostenlosen Coachings, Workshops sowie Netzwerk-Events. Am Ende gibt es Preisgelder im Gesamtwert von 94.000€ zu gewinnen.

DU. DEINE IDEE. DEIN BUSINESS. ist das Motto von Deutschlands traditionsreichstem Businessplan-Wettbewerb, den die Wirtschaftsförderung Dortmund seit über 20 Jahren organisiert. Als fester Bestandteil der bundesweiten Gründungsförderung dreht sich bei start2grow alles um Gründer*innen und Start-ups mit technologischen oder digitalen Geschäftsmodellen. Los geht’s mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung am 24. September 2024. Die Anmeldung zur neuen Wettbewerbsrunde erfolgt kostenlos auf www.start2grow.de.

start2grow bietet attraktive Preisgelder

Bei start2grow werden Businesspläne für innovative und technologische Geschäftsmodelle prämiert, die beispielsweise den Prozess der Digitalisierung oder Dekarbonisierung vorantreiben. Nachdem alle eingereichten Businesspläne begutachtet wurden, erhält jedes Gründungsteam ein individuelles Feedback in Form eines schriftlichen Gutachtens. Die besten zwanzig Teams werden dann zum großen Finale nach Dortmund eingeladen, um vor Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kapital zu pitchen. Der TOP 10 winken Preise im Gesamtwert von 94.000€:

1. Preis: 40.000€

2. Preis: 20.000€

3. Preis: 10.000€

Die Plätze 4 bis 10 erhalten einen Sachpreis im Wert von je 2.000€. Darüber hinaus vergibt der start2grow-Partner TechnologieZentrumDortmund einen Sonderpreis in Höhe von 10.000€, der zur Finanzierung von Mieten und Dienstleistungen am Standort Dortmund eingelöst werden kann. Weitere Infos zu den Preisgeldern und Teilnahmebedingungen finden Gründungsinteressierte, Gründer*innen und Start-ups auf www.start2grow.de.

Gründer*in der Woche: 3EA - die Drone-as-a-Service-Pioniere

Benjamin Wiens und Marius Schröder, die Gründer der Third Element Aviation (3EA), bieten als erstes deutsches Unternehmen kommerzielle Drohnen-Logistikflüge an und setzen damit auch in der EU Maßstäbe.

Im Herzen Nordrhein-Westfalens, in Bielefeld, ist ein Start-up beheimatet, das sich anschickt, die Grenzen dessen, was in der europäischen Drohnen-Luftfahrtlogistik möglich ist, zu definieren. Third Element Aviation (3EA) hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels hochentwickelter Drohnentechnologie logistische Prozesse fliegen zu lassen, und hat dies vor wenigen Monaten mit dem ersten kommerziellen Logistik-Drohnenflug in Deutschland eindrucksvoll gezeigt. Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Die Europäische Union, die für ihre strenge Regulierung bekannt ist, stellt Start-ups wie 3EA vor beträchtliche Herausforderungen.

Vision trifft auf bürokratische Hürden

Als der Drohnenhersteller, bei dem Benjamin Wiens und Marius Schröder, die Gründer von 3EA, beschäftigt waren, 2016 seine Pforten schloss, entschieden sie sich gegen den sicheren Hafen einer neuen Anstellung und für das ungewisse Meer der Selbständigkeit. Mit einem dänischen Partner und einigen früheren Kollegen gründeten sie ihr eigenes Start-up. Ihre Vision: eine Drohnen-Airline, die Materialien schneller, effizienter und umweltfreundlicher transportieren kann als jeder LkW.

Doch die Vision stieß schnell auf die Realitäten des europäischen Rechtssystems. Die Unionsgesetzgebung zu Drohnen ist ein Labyrinth aus nationalen und supranationalen Vorschriften, das ständig in Bewegung ist. Die Sicherheitsanforderungen sind hoch und die bürokratischen Wege lang. Aber es ist ein ganz klares Entgegenkommen zwischen Politik und Wirtschaft erkennbar, das Potenzial für Drohnen in Europa weiter zu heben und nicht mit Gesetzen zu verbauen. Das unterstreicht auch Marius Schröder: „Wir sehen deutlich mehr Rechtssicherheit und Klarheit. Und wir sehen – was noch viel wichtiger ist – einen Weg hin zum sicheren Betrieb von Drohnen, auch wenn keine Piloten direkt danebenstehen. Unsere Kunden nehmen diese Veränderung wahr, und es werden wieder viel mehr Projekte angefragt.“ 3EA kennt das Spielfeld der Drohnen-Verordnungen genau, man konzentriert sich aber auf den eigenen technologischen Fortschritt auf dem sich immer weiter regulierten Markt.

Regulierungsschlacht mit Perspektiven

Drohnen operieren in einer rechtlichen Unsicherheit zwischen unbemannter Luftfahrt und ziviler Nutzung. Die Gesetzgebung muss sowohl die Sicherheit der Bevölkerung garantieren als auch einen fairen Wettbewerb ermöglichen. „Jedes Land in der EU hat seine eigenen Regeln, was eine EU-weite Expansion zu einem bürokratischen Albtraum macht“, sagt Benjamin Wiens. 3EA musste nicht nur mit den deutschen Behörden verhandeln, sondern auch die unterschiedlichen Anforderungen anderer EU-Staaten berücksichtigen. „Wir stehen ganz am Anfang einer Erschließung eines gesamten Sektors, da ist es doch ganz normal, dass Spielraum vorhanden ist. Das macht es auch so spannend und bietet eher Chancen“, sagt Benjamin Wiens.

Die logistische Revolution

Derweil schreibt 3EA Geschichte mit dem ersten kommerziellen Drohnenflug über dem Industriegebiet von Lüdenscheid. Hochtechnologische Drohnen transportieren Werkzeuge und andere Güter über eine der verkehrsreichsten Regionen Deutschlands, ohne in Staus zu geraten. Seit dem 21. Februar dieses Jahres gibt es einen dauerhaften Linienflug von ferngesteuerten Drohnen aus einer Art Kommunikationszentrale heraus, in der Drohnenpilot*innen mehrere Drohnen gleichzeitig überwachen – alles in Zusammenarbeit mit der Koerschulte Group. Damit sind sie das erste deutsche Unternehmen, das kommerzielle Logistikflüge, kurz – Drone-as-a-Service – anbietet. Das Potenzial ist riesig, denn in der Luft wird nicht nur Zeit gespart, sondern auch die Umwelt­belastung des städtischen Verkehrs erheblich reduziert.

„Wir haben lange an der Zuverlässigkeit unserer Fluggeräte gearbeitet und können jetzt eine sichere Überquerung urbaner Gebiete garantieren“, erklärt Benjamin Wiens. Die Drohnen von 3EA sind mit modernsten Navigations- und Sicherheitssystemen ausgestattet, die es ihnen erlauben, selbständig Hindernissen auszuweichen und bei technischen Problemen sicher zu landen.

Potenzial und Risiken

Analyst*innen prognostizieren ein starkes Wachstum des EU-Markts für Drohnenlogistik, besonders angesichts der zunehmenden Urbanisierung und der Suche nach nachhaltigen Transportlösungen. Wenn alle an einem Strang ziehen – dazu gehören Politik, Wirtschaft und Gesellschaft –, kann in der Luft wirklich ein Schloss entstehen; die Weichen sind gestellt. „Jedes neue Gesetz, jede Änderung in der EU-Drohnenpolitik kann uns natürlich ein Stück zurückwerfen. Aber die Vergangenheit und die Entwicklung der Gesetzgebung haben gezeigt, dass alle Seiten den Luftraum als logistische Zukunft sehen“, sagt Benjamin Wiens.

Das Vertrauen in die Flugsicherheit von Drohnen ist da. Dass es auch so bleibt, dafür sind alle Beteiligten mitverantwortlich. Drohnen sind komplexe Systeme, deren Betrieb von präziser Softwaresteuerung und fehlerfreien mechanischen Komponenten abhängt. „Sicherheit steht für uns immer an erster Stelle. Gesetzgebungen und starke Regulierungen sind enorm wichtig, weil wir als gesamte Branche das Vertrauen in eine neue Logistik aus der Luft gewinnen und vor allem langfristig halten müssen, um nachhaltig Erfolg zu haben“, sagt Benjamin Wiens.

Die Zukunft ist in der Luft zu Hause

Während klassische Use Cases im B2B-Bereich wie Dach­in­spektionen oder Filmaufnahmen bereits gut funktionieren, schaffen neue Technologien und neue regulatorische Möglichkeiten die künftige Basis für weitere Geschäftsfelder. Bereits 2025 soll jede dritte Drohne im B2B-Bereich eingesetzt werden. Vor allem der Logistikmarkt wächst. Allied Market Research geht von einem jährlichen Wachstum von über 20 Prozent bis 2030 aus. „Wir stehen erst am Anfang dessen, was mit Drohnen möglich ist“, sagt Benjamin Wiens. Die nächste Stufe könnte die Integration von KI-Systemen sein, die nicht nur die Naviga­tion, sondern auch die logistischen Entscheidungen autonom treffen können. Dadurch könnte die Effizienz weiter gesteigert und die menschliche Fehlerquote minimiert werden.

3EA steht an der Spitze einer technologischen Revolution, welche die Art und Weise, wie wir über Transport und Logistik denken, verändern könnte. Die Kombination aus innova­tiver Technologie und einer proaktiven Herangehensweise an die europäische Regulierungslandschaft macht das Unternehmen zu einem spannenden, wenn auch unsicheren Spieler auf dem Feld der modernen Luftfahrtlogistik.

Der Erfolg oder das Scheitern von 3EA wird nicht nur die eigene Zukunft bestimmen, sondern auch die Richtung, in die sich die Drohnenlogistik in Europa und darüber hinaus entwickeln wird. Benjamin Wiens und Marius Schröder sind als erste mit Drohnen kommerziell in der Luft und zeigen eindrucksvoll, dass sie alles andere als eine Luftnummer bieten. Aber ist das Pilotprojekt aus Lüdenscheid in ganz Deutschland oder sogar im gesamten europäischen Luftraum kopierbar? Ja, es ist möglich, denn die Industrie schaut für zukünftige Logistik­lösungen nach vorne und vor allem nach oben.

GameChanger des Monats: Ecopals – Straßenbau neu gedacht

Das 2021 von Jonas Varga gegründete Berliner Start-up Ecopals realisiert das bei weitem größte Bauprojekt in Deutschland, bei dem 45 Tonnen Altplastik einen Teil des sonst für Asphalt eingesetzten Rohstoffs Bitumen ersetzen.

Bei rund einem Drittel der Straßen, die in Deutschland gebaut werden, enthält das Asphalt-Bindemittel Bitumen zusätzliche Kunststoffe (Fachbegriff: polymermodifiziertes Bitumen). Grund dafür ist, dass diese Kunststoffe die Straßen belastbarer und haltbarer machen. Das hat aber auch einen großen Nachteil: Über die gesamte Lieferkette verursacht Asphalt mit polymermodifiziertem Bitumen rund 20 Prozent mehr CO2.

In ganz Europa werden pro Jahr mehr als 19 Millionen Tonnen Kunststoffe nicht recycelt, sondern einfach verbrannt. Ecopals hat deshalb zusammen mit dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie und der Universität Kassel ein Verfahren entwickelt, um bisher nicht recycelte Kunststoffe so zu modifizieren, dass sie in Asphalt eingesetzt werden können. Das spart CO2, weil so keine neuen Kunststoffe mehr produziert werden müssen, um den Asphalt stabiler zu machen. Gleichzeitig wird weniger Kunststoffmüll verbrannt.

Von der studentischen NGO zum Start-up

Entstanden ist Ecopals 2019 als Projekt der studentischen NGO Nidisi, welche Entwicklungshilfe-Arbeit in Nepal leistet. Neben Trinkwasser- und Bildungsprojekten war das Team auf der Suche nach einer Lösung für die Plastikverschmutzung sowie den Mangel an sicherer Infrastruktur. Mithilfe der wissenschaftlichen Projektpartner des Fraunhofer ICT (Kunststoff-/Materialwissenschaften), der Universität Kassel (Asphalt & Straßenbau) sowie erster Baupartner in Nepal, Österreich und Deutschland wurde schnell deutlich, dass diese Technologie auch bei uns in Europa einen großen Impact haben kann. Offiziell gegründet wurde das Start-up dann im Jahr 2021.

Größtes Bauprojekt dieser Art in Deutschland

Jetzt, 2024, wurden auf einem Bauabschnitt der A7 in Schleswig-Holstein mehr als 45 Tonnen Altplastik als Teil der Asphaltdecke wiederverwertet. Es ist das bisher mit Abstand größte Projekt in Deutschland, bei dem Altplastik einen Teil des sonst für Asphalt eingesetzten Rohstoffs Bitumen ersetzt, der wiederum aus Erdöl hergestellt wird. Durch das Kunststoff-Recycling können 18 Prozent CO2 gegenüber herkömmlichem Asphalt eingespart werden. Damit werden in diesem Projekt ungefähr 130 Tonnen CO2 eingespart, was dem monatlichen CO2-Verbrauch von über 200 Personen entspricht. Durch den Einsatz im Straßenbau wird Altplastik, das in mehr als 500 durchschnittlichen Haushalten in einem Jahr anfällt und bisher in der Verbrennung gelandet wäre, in den Recyclingkreislauf gebracht.

Bling: Berliner FamilyTech-Start-up sichert sich 12 Mio. US-Dollar Investment

Mit dem frischen Wachstumskapital will das 2021 von Nils Feigenwinter und Leon Stephan gegründete Berliner FamilyTech-Start-up seine Vorreiterrolle mit familiengerechten digitalen Lösungen im Bereich Payment, Investment und Mobilfunk weiter ausbauen.

Die Series A Finanzierungsrunde von Bling wird vom US-amerikanischen Investor Owl Ventures angeführt, der mit über 2 Milliarden USD in AuM der weltweit größte VC-Investor mit EdTech Fokus ist. Als Co-Investor beteiligt sich neben den Bestandsinvestoren PEAK und Angel Invest auch der Frankfurter Venture-Arm der Commerzbank-Gruppe Neosfer an Bling.

Familien nachhaltig durch Technologie entlasten

„Knapp 70 % der Eltern in Deutschland sind im Alltag überfordert und riskieren einen Burnout. Mit unserer App entlasten wir Familien nachhaltig: Vom kinderleichten Bezahlen und Investieren, über einen Aufgaben- und Einkaufsplaner bis hin zu familiengerechtem Mobilfunk“, sagt Nils Feigenwinter, Mitgründer und CEO von Bling. „Innerhalb von weniger als zwei Jahren haben sich 150.000 Familienmitglieder dafür entschieden, ihren Alltag mit familienfreundlichen Lösungen von Bling zu vereinfachen. Für viele ist Bling bereits heute die ultimative Super-App für die Koordination innerhalb der Familie.”

Bling startete im Sommer 2022 mit einer Taschengeldkarte und dazugehöriger App und nutzte den beliebten und lehrreichen Service, um sich zu einer holistischen Plattform für Familien zu entwickeln. Die zeitgemäße Übersetzung von Taschengeld, das einfache Investieren für Eltern und die Haushalts- und Einkaufsorganisation ergänzte Bling im Februar 2024 mit den eigenen familienfreundlichen Mobilfunk-Tarifen “Bling Mobile” in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom.

„Mit einem exzellenten Produkt, einer innovativen B2B2C-Plattform und starkem Kundenwachstum hat Bling beste Voraussetzungen, sich nachhaltig als führende Family-Super-App in Europa zu etablieren und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert durch die Verbesserung der Finanz- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu schaffen“, erklärt Ian Chiu, Managing Director von Owl Ventures. „Wir freuen uns besonders, eine langfristige Partnerschaft mit Bling aufzubauen, um durch Bildung und technologische Innovationen Familien zu unterstützen.”

Auch Neosfer sieht in Bling großes Potenzial. Marlon Müller, zuständiger Investor seitens Neosfer, kommentiert: „Bling zeigt eine beeindruckende Entwicklung und bietet eine einzigartige Plattform, die perfekt auf die Bedürfnisse moderner Familien abgestimmt ist. Das Team von Bling überzeugt durch seine hohe Innovationskraft und ein tiefes Verständnis für ihre Zielgruppe. Darüber hinaus sehen wir großes Synergiepotenzial zwischen Bling und der Commerzbank, insbesondere in Bezug auf digitale Finanzdienstleistungen für 12 Millionen Familien in Deutschland.“

Leon Stephan, Mitgründer und CTO von Bling, kommentiert das schnelle Wachstum: “Bling ist als Plattform gebaut, was die Produktentwicklung signifikant vereinfacht und beschleunigt. Innerhalb von weniger als zwei Jahren haben wir mit Bling viele der gängigsten Apps fürs Bezahlen, Investment, Mobilfunk, To-Do’s und Einkaufsmanagement abgelöst.”

Gründer*in der Woche: certflow - Kampf dem Zertifizierungsstau in der Solarbranche

Der Zertifizierungsstau kostet die Solarbranche jährlich 100 Mio. Euro und bremst die Energiewende aus – das 2022 von Jelena Mrvelj und Gratian Permien gegründete Start-up certflow (ehemals nue) will dies ändern.

„Allein im Jahr 2022 konnten 1000 fertig geplante Anlagen nicht ans Netz gehen, weil ihnen die Zertifizierung fehlte. Und 2023 waren viele Zertifizierungsstellen bereits im August überlastet, so dass keine weiteren Anträge mehr bewilligt werden konnten“, sagt Mitgründerin Jelena Mrvelj, die mit ihrem Berliner Start-up certflow genau hier ansetzt und nun den Turbo zündet: Über die von ihr und ihrem Team entwickelte Plattform kann die Zertifizierung von so genannten Typ-B-Anlagen mit einer Anschlussleistung ab 135 kW in gerade mal vier Wochen erfolgen. Bislang dauert der Prozess durchschnittlich acht Monate.

„Wir reden also über eine Zeitersparnis von 85 Prozent und einer immensen Kosteneinsparung. Denn jeder vergeudete Monat kostet pro Anlage im Schnitt 1500 Euro. Auf die 1000 Anlagen pro Jahr hochgerechnet, ergibt sich für die Anlagenbetreiber allein durch diese Beschleunigung ein Einsparpotenzial von fast 100 Millionen Euro“, so Mrvelj, die für ihre Rechnung mit offiziellen Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft von 2022 kalkuliert hat. In den sieben Monaten, in denen Anlagen durch das beschleunigte Zertifizierungsverfahren früher ans Netz können, ließen sich pro Anlage demnach fast 240.000 kWh Strom regenerativ nutzen, was einer CO2-Einsparung von über 125.000 Tonnen entspricht.

Der aktuelle Zertifizierungsstau der Solarbranche ist laut Mrvelj nur die Spitze des Eisbergs. „Wenn die Zulassungsstellen schon jetzt, bei einem Bedarf von jährlich ca. 3500 Anträgen, überfordert sind, dann fahren wir die Energiewende voll an die Wand. Denn bis 2027 rechnen die Bundesregierung und die Vertreter der Solarbranche ja mit einer Steigerung auf bis zu 15.000 neuen Anlagen pro Jahr in diesem Leistungssegment. Da kann der Zertifizierungsprozess auf herkömmlichen Weg nicht mehr funktionieren“, sagt Mrvelj und sieht genau hier das Potenzial für certflow.

Weniger Bürokratie, weniger Papierkram, weniger Kosten

Denn das Start-up will genau das bieten: weniger Bürokratie, weniger Papierkram, dafür ein intuitiver flotter Prozess, Zertifizierungen in Rekordzeit und unterm Strich einfach viel mehr Energiewende. Möglich macht das die gleichnamige digitale Plattform. Sie bringt Fachbetriebe, Netz- und Anlagenbetreiber sowie Zertifizierungsstellen zusammen und vereinfacht den Zertifizierungsprozess nach VDE 4110 für PV-Anlagen in der Leistungsklasse ab 135 kW. Damit das wie am Schnürchen klappt, stellt certflow Daten sowie individuell geforderte Unterlagen vollautomatisiert bereit, bietet einheitliche Strukturen sowie persönliche Hilfestellung und macht Plausibilitätschecks auf Basis von künstlicher Intelligenz. So ergibt sich die eingangs erwähnte Zeitersparnis bei der Anlagenzertifizierung von 85 Prozent.

certflow: Zertifizierungs-, Informations- und Wissensplattform

Schritt für Schritt können Fachbetriebe ihre Zertifizierungsanträge vorbereiten, dokumentieren und einreichen. Zertifizierungsstellen können die Anträge sofort prüfen, dokumentieren und freigeben. Netzbetreibern ist es möglich, ihre Netzanschlussbegehren produktiv und effizient abzuarbeiten. Auch die Anlagenbetreiber profitieren vom einfachen Workflow, sie können über die Plattform ihr gesamtes Portfolio einfach und schnell managen. Die Website ist dabei viel mehr als eine Zertifizierungs-, sondern vielmehr auch eine Informations- und Wissensplattform. Im umfangreichen Wissensblog klärt das Start-up nicht nur über neue Verordnungen und Zertifizierungsvorgaben auf, sondern beispielsweise auch darüber, in welchen Bundesländern eine Solarpflicht gilt.

In erster Linie hilft der rasche Workflow allerdings Geld sparen: Geht man von einer durchschnittlichen Anlage von 410 Kilowatt aus und rechnet mit einer durchschnittlichen Zeitersparnis von sieben Monaten im Vergleich zum herkömmlichen, manuellen Zertifizierungsprozess, sind das pro Anlage 239.167 kWh an regenerativem Stromgewinn. Bei einem Preis von 40 Cent pro kWh macht das über 95.000 Euro Ersparnis pro Anlage aus.

Breit aufgestellt für die Zukunft

Mit ihrem Start-up hat Jelena Mrvelj nicht nur Solaranlagen ab 135 kW im Visier, sondern auch Windanlagen. „Auch hier rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg der Zertifizierungsanfragen in den kommenden Jahren“, erklärt die Gründerin. Das Konzept von certflow geht auf: 2024 will das junge Unternehmen die Eine-Million-Marke im Umsatz knacken.

DealCircle: M&A-Plattform erhält umsatzbasierte Mio.-Finanzierung

Der Wachstumsinvestor Round2 Capital stellt DealCircle eine siebenstellige umsatzbasierte Finanzierung zur Verfügung. Die M&A-Plattform plant weiter zu wachsen und ihr Angebot durch Investitionen in KI-Tools technisch zu verbessern und auszubauen.

DealCircle wurde 2018 von Kai Hesselmann und Graig Gröbli gegründet und bis heute bootstrapped ohne externe Eigenkapitalinvestoren entwickelt. Das Unternehmen bietet M&A-Technolgielösungen an, die über eine eigens entwickelte, proprietäre Lösung vermittelt werden. Das Unternehmen kombiniert Daten aus verschiedenen externen Quellen mit internem Wissen über die Präferenzen von Käufer*innen in verschiedenen Branchen. Dadurch konnte sich die M&A-Plattform seit der Gründung einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Dienstleistern und den internen Kapazitäten von M&A-Beratern für kleine und mittlere Unternehmen aufbauen. DealCircle hat im Jahr 2023 rund 1.200 M&A-Projekte platziert und wird in diesem Jahr mehr als 1.500 Projekte vermarkten.

Round2 Capital, ein schnell wachsendes paneuropäisches Investmentunternehmen mit einem verwalteten Vermögen von 180 Mio. EUR. Mit Sitz in London und Wien, stellt DealCircle eine umsatzbasierte Finanzierung in siebenstelliger Höhe mit einem flexiblen Refinanzierungsprofil zu Verfügung. Mit dem Investment in Form einer sogenannten Revenue-based-Finanzierung will das Hamburger Unternehmen sein weiteres Geschäftswachstum vorantreiben. Unter anderem soll in den Tech-Stack des Unternehmens und in den Aufbau weiterer KI-Tools für seine Nutzer investiert werden. Geplant ist, zusätzliche Machine Learning Engineers und Data Scientists einzustellen, um das Tech-Team auszubauen.

Kai Hesselmann, Mitgründer und Managing Partner von DealCircle, sagt: „Mit dem Investment von Round2 wollen wir nicht nur das operative Wachstum von über 1.500 M&A-Deals vorfinanzieren, die in diesem Jahr über DealCircle vermarktet werden. Wir wollen auch unsere Tech-Investitionen maßgeblich vorantreiben, denn das KI-gestützte Erstellen von Shortlists ist bei DealCircle erst der Anfang. Für uns ist KI nämlich viel mehr als nur ein Buzzword, das unser Geschäft kurzfristig stark verändern wird. Die siebenstellige Finanzierung von Round2 wird somit sicherstellen, dass KI unser Geschäftsmodell nicht disruptiert, sondern wir die Technologie nutzen, um unser Wachstum weiter zu beschleunigen.“

Gerd Sumah, Partner bei Round2, fügt hinzu: „DealCircle hat in den letzten 1,5 Jahren trotz sehr schwieriger Marktbedingungen eine bemerkenswerte Leistung gezeigt. Graig und Kai haben außergewöhnliches unternehmerisches Denken bewiesen und das Unternehmen während ihrer Bootstrapping-Reise erfolgreich und effektiv gesteuert. Wir sind von ihren visionären Zielen für die weitere Entwicklung überzeugt und glauben, dass Round2 als flexibler und strategischer Wachstumskapitalgeber der richtige Partner für die nächste Phase von DealCircles Wachstumskurs ist.“

Carelane: HealthTech-Start-up sichert sich 800.000 Euro

Das 2023 von Gustav Vella und Yannick Boerner gegründete Start-up treibt mit seiner Plattform die Transformation des klinischen Studienprozesses voran. Mit dem neuen Kapital wird Carelane seine Reichweite in Europa und den USA erweitern.

Carelane, ein Tech-Start-up im Bereich Life Sciences, gibt den erfolgreichen Abschluss der Pre-Seed-Finanzierungsrunde bekannt und erhält 800.000 €. Die Investitionsrunde, angeführt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), wird die Expansion von Carelanes Plattform vorantreiben. Diese ist darauf ausgelegt, klinische Studien zu optimieren und die Aufwände für Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsorganisationen und akademische Forscher erheblich zu reduzieren.

Klinische Studien sind heute durch Ineffizienzen und hohe Kosten geprägt, da sie auf mehrere, nicht miteinander verbundene Softwaresysteme für wesentliche Aufgaben wie Datenmanagement, eConsent, Tokenization, Proben-Tracking, Medikamentenversorgung und Patient*innenüberwachung angewiesen sind. Die erforderliche Zeit für die Integration und die Herausforderungen der Prozessorganisation sowie die regulatorischen Anforderungen an einheitliche Protokollierung (Audit Trail) erschweren die Situation zusätzlich.

Das Ziel: medizinische Forschung und Innovation beschleunigen

Nach dem Start im Jahr 2023 gewann es schnell Kund*innen und schloss Anfang 2024 seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich ab. Beide Gründer haben umfangreiche Erfahrung im Bereich HealthTech und haben mit der deutschen Regierung, privaten Unternehmen und renommierten Forschungskrankenhäusern zusammengearbeitet. Ihre Vision ist es, Forschende und Gesundheitsfachkräfte zu unterstützen, um medizinische Forschung und Innovation zu beschleunigen. Carelane steht an der Spitze der Transformation des klinischen Studienprozesses und macht ihn intuitiv, effizient und nahtlos integriert.

Die Gründer Gustav Vella und Yannick Boerner integrieren diese Funktionen in ihrer Plattform und reduziern so die Komplexität und die Kosten, die mit dem traditionellen Management klinischer Studien verbunden sind, erheblich. So sind Studienprotokolle strukturierte, digitalisierte Objekte anstatt textbasierter Dokumente, was eine nahtlose Integration und kontinuierliche Abstimmung von Studiendesign, Durchführung und Analyse ermöglicht. Dieser Ansatz vermeidet kostspielige Studien-Anpassungen, die Millionen von Euro betragen können.

Die Plattform erhöht nicht nur die Sicherheit durch die Nutzung modernster Cloud-Technologien, sondern umfasst auch Funktionen zur Automatisierung gängiger Studienprozesse wie Probenversand, Onboarding von Prüfzentren und Patienten-Einwilligungen. All dies wird unter Einhaltung einer einheitlichen Protokollierung (Audit Trail) erreicht.

Reichweite in Europa und den USA erweitern

Mit dem neuen Kapital wird Carelane seine Reichweite in Europa und den USA erweitern. Das Start-up hat bereits vor dieser Finanzierungsrunde erhebliche Erfolge vorgewiesen, indem es die Arbeitsbelastung von vielen Studienprozessen für seinen ersten Kunden durch Kollaborationsfunktionen und Prozessautomatisierung um mehr als 80 % reduziert hat. In der Zukunft plant Carelane, seine Plattform mit Funktionen zur Erfassung von Quelldaten zu erweitern, einschließlich der automatischen Datenaufnahme aus elektronischen Gesundheitsakten (EHRs) und KI-Funktionen, um die Basis für eine bevorstehende Seed-Finanzierungsrunde zu schaffen.

Yannick Boerner, Mitgründer von Carelane: „Unsere Mission? Die klinische Forschung zu revolutionieren und Forscher sowie medizinisches Fachpersonal zu entlasten. Mit Carelane wollen wir unseren Nutzern Zeit ersparen - Zeit, die für wegweisende Forschung und Innovationen genutzt werden kann. Wir sind davon überzeugt, dass die Umgestaltung des Prozesses klinischer Studien nicht nur notwendig, sondern für die Zukunft des Gesundheitswesens unabdingbar ist.“

Dr. Natalya Baltrukovich, Investment Manager beim HTGF, sagt: „Carelane bietet eine All-in-One-Plattform, die sich auf die Forschung zu Real World Evidence konzentriert. Hierdurch werden teure und ineffiziente klinische Studien, die durch fragmentierte Software und fehlende Integration zwischen Gesundheits- und Forschungssystemen verursacht werden, effizienter durchgeführt. Durch die Vereinheitlichung des gesamten klinischen Studienprozesses auf einer Plattform bietet Carelane einen starken Mehrwert mit Vorteilen sowohl für Patienten als auch für Forschungspartner.“

Neue Regelung für Online Casinos in Deutschland – das gilt!

In diesem Artikel erfahren Sie, welche spezifischen Änderungen durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag auf deutsche Spieler und auf die Casinos zukommen.

Die rechtliche Landschaft für Online-Glücksspiele in Deutschland hat sich kürzlich erheblich verändert. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag seit Mitte 2021 wurde die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder GGL gegründet, die gemeinsam neue Regeln und Vorschriften eingeführt haben, die den Zugang zu Online Casinos, Sportwetten und anderen Glücksspieldiensten deutlich verändern. Diese Neuerungen betreffen alle Spieler in Deutschland und bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich.

Vor diesen Änderungen war der Online-Glücksspielmarkt in Deutschland stark eingeschränkt, wobei Schleswig-Holstein eine Ausnahme bildete. Jetzt müssen Betreiber strenge Auflagen erfüllen, darunter Einsatzlimits, Werbebeschränkungen und Maßnahmen zur Suchtprävention, um weiterhin legal agieren zu können.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche spezifischen Änderungen auf Sie zukommen, wie diese Ihr Spielerlebnis beeinflussen und beleuchten, warum viele deutsche Spieler ein Casino ohne Oasis nun bevorzugen.

Was genau bezeichnet ein deutsches lizenziertes Casino?

Ein deutsches lizenziertes Casino bezieht sich auf eine Online-Glücksspielplattform, die unter den neuen Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) operiert, der am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist. Diese Lizenz zielt darauf ab, eine regulierte und sichere Glücksspielumgebung sowohl für Verbraucher als auch Betreiber in Deutschland zu schaffen.

Vergleich mit dem UKGC-System

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem deutschen Lizenzierungssystem und dem in Großbritannien, das von der UK Gambling Commission (UKGC) reguliert wird, ist die strikte Trennung der angebotenen Dienstleistungen.

In Deutschland können lizenzierte Betreiber Sportwetten und virtuelle Spielautomaten anbieten, diese müssen jedoch separat beworben und als eigenständige Einheiten betrieben werden.

Im Gegensatz dazu erlaubt das UKGC-System eine integriertere Herangehensweise, bei der Betreiber eine breite Palette von Glücksspielaktivitäten unter einer einzigen, einheitlichen Plattform anbieten können.

Zentrale Regulierungsbehörde

Die zentrale Regulierungsbehörde GGL für das neue Lizenzierungssystem in Deutschland hat ihren Sitz in Sachsen-Anhalt. Diese Behörde wird die Einhaltung der festgelegten Richtlinien durch die lizenzierten Betreiber überwachen und dadurch eine konsistente und faire Glücksspielumgebung im ganzen Land gewährleisten.

Welche Änderungen gibt es für Casinos unter der neuen Lizenz?

Im Folgendem werden wir alle wichtigen Neuerungen beleuchten, die lizenzierte Casinos, im Gegensatz zu einem Casino ohne Oasis, nun beachten müssen, um den neuen gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und weiterhin legal operieren zu können:

Beschränkungen für Casinospiele

Während Poker unter dem neuen Lizenzierungssystem erlaubt ist, sind traditionelle virtuelle Casino Spiele wie Live-Casino, Roulette oder das beliebte Spiel Blackjack von den aktuellen Vorschriften ausgeschlossen. Spieler aus Deutschland, die an diesen Spielen teilnehmen möchten, müssen daher Plattformen wie Casinos ohne Oasis nutzen, die unter anderen Gerichtsbarkeiten operieren.

Finanzielle Anforderungen

Betreiber müssen eine Mindesteinzahlung von 5 Millionen Euro vorweisen, die je nach erwarteten Jahreseinnahmen steigen kann. Diese finanzielle Anforderung stellt sicher, dass nur finanziell stabile und seriöse Betreiber in den Markt eintreten, was eine größere Sicherheit für die Verbraucher bietet.

Besteuerung und Werbung

Ein neues Besteuerungssystem wird auf die gesamte Branche angewendet, was möglicherweise die Rentabilität der Betreiber beeinflusst, aber gleichzeitig zur Finanzierung öffentlicher Mittel und verantwortungsvoller Glücksspielinitiativen beiträgt.

Darüber hinaus gibt es allgemeine Werbebeschränkungen, wie beispielsweise das Verbot, das Wort "Casino" direkt in Anzeigen zu verwenden, um die Verbraucher weiter zu schützen und verantwortungsbewusstes Spielen zu fördern.

Was bedeutet das für Spieler aus Deutschland?

Mit den neuen Vorschriften des Glücksspielstaatsvertrags verändern sich auch die Spielbedingungen für die Nutzer deutscher Online Casinos erheblich. Diese Änderungen sollen den Spielerschutz erhöhen und ein verantwortungsvolles Spielen fördern.

Im Folgenden beschreiben wir die wichtigsten Änderungen, die Spieler bei einem deutschen lizenzierten Casino erwarten können, und wie sich diese von den bisher gewohnten Online Casinos ohne Oasis unterscheiden:

Spielautomaten

  • Maximale Einsatzhöhe: Bei deutschen lizenzierten Casinos beträgt der maximale Einsatz für Spielautomaten 1 EUR pro Spin. Dies soll verhindern, dass Spieler hohe Beträge in kurzer Zeit verlieren.
  • Spin-Timer: Zwischen den Spins muss eine Pause von mindestens 5 Sekunden eingehalten werden. Dies verlangsamt das Spieltempo und gibt den Spielern mehr Zeit, ihre Entscheidungen zu überdenken.

Einzahlungen

  • Monatliches Einzahlungslimit: Spieler dürfen maximal 1.000 EUR pro Monat auf ihr Konto einzahlen. Dieses Limit soll verhindern, dass Spieler über ihre finanziellen Verhältnisse hinaus spielen.
  • Ausgabenlimit: Zusätzlich zum Einzahlungslimit gibt es ein Ausgabenlimit von 1.000 EUR, das plattformübergreifend gilt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das Spielverhalten besser zu kontrollieren und problematisches Spielen zu minimieren.

Registrierung und verantwortungsvolles Spielen

  • Oasis Sperrdatei: Bei der Registrierung müssen Spieler die „Oasis Sperrdatei“ nutzen. Diese zentrale Datei ermöglicht es, gesperrte Spieler von allen lizenzierten Plattformen auszuschließen und somit wirksam vor Spielsucht zu schützen.

Vergleich mit einem Casino ohne Oasis

Obwohl die neuen Regelungen in Deutschland viele Schutzmaßnahmen für Spieler vorsehen, ziehen manche Spieler weiterhin Casinos ohne Oasis vor. Diese Casinos operieren außerhalb der strengen deutschen Vorschriften und bieten daher einige spezifische Vorteile:

Höhere Einsatzlimits

  • Flexible Wettbeträge: In Casinos ohne Oasis gibt es oft keine strikten Einsatzlimits wie den maximalen Einsatz von 1 EUR pro Spin bei Spielautomaten. Dies ermöglicht es den Spielern, höhere Beträge zu setzen und potenziell größere Gewinne zu erzielen.

Keine Einzahlungslimits

  • Unbegrenzte Einzahlungen: Spieler können beliebig hohe Einzahlungen vornehmen, ohne an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 EUR gebunden zu sein. Dies bietet mehr Flexibilität für High-Roller und Spieler, die größere Summen investieren möchten.

Schnellere Spielfrequenz

  • Keine Spin-Timer-Beschränkungen: Die 5-Sekunden-Pause zwischen Spins entfällt, wodurch das Spiel schneller und dynamischer verläuft. Dies kann für Spieler attraktiv sein, die ein zügiges Spielerlebnis bevorzugen.

Weniger Registrierungshürden

  • Einfachere Anmeldung: Ohne die Nutzung der „Sperrdatei“ können sich Spieler schneller und unkomplizierter registrieren. Zudem gibt es keine zentralen Sperrsysteme, die Spieler von mehreren Plattformen gleichzeitig ausschließen.

Vielfältige Spielauswahl

  • Breites Spielangebot: Ein Online Casino ohne Oasis bietet oft eine größere Auswahl an Casinospielen, einschließlich traditioneller Casino-Tischspiele wie Blackjack, Roulette und Live-Dealer-Spiele, die unter den deutschen Lizenzbestimmungen nicht erlaubt sind.
     
  • Weniger strenge Werbebeschränkungen
    Freie Werbung:
    Ein Casino ohne Oasis ist nicht an die strengen Werberichtlinien gebunden, die in Deutschland gelten. Das bedeutet, dass sie möglicherweise aggressiver und verlockender Werbung betreiben können, um neue Spieler anzuziehen.

Zusammenfassung

Während die neuen deutschen Vorschriften darauf abzielen, den Spielerschutz zu erhöhen und verantwortungsvolles Spielen zu fördern, bietet ein Casino ohne Oasis einige Vorteile, die insbesondere erfahrene oder risikofreudige Spieler anziehen könnten. Dazu gehören unter anderem höhere Einsatz- und Einzahlungslimits, schnellere Spielabläufe, mehr Spiele und weniger Registrierungshürden.

Es ist jedoch wichtig, dass Spieler sich der potenziellen Risiken bewusst sind und verantwortungsvoll spielen, unabhängig davon, ob sie sich für ein lizenziertes oder unreguliertes Casino entscheiden.

Ein Feuerwerk an Jubiläen: 20 Jahre StartingUp, 10 Jahre brutkasten – 5 Jahre gemeinsam auf Erfolgskurs

Seit fünf Jahren ist StartingUp Teil des in Wien beheimateten Mediums brutkasten, das in Österreich, aber auch weit über die Grenzen des Landes hinaus zum Dreh- und Angelpunkt für das Start-up- und Innovations-Ecosystem avanciert ist. In diesem Jahr feiert brutkasten sein zehnjähriges Bestehen. Wir gratulieren unseren lieben Wiener Kolleg*innen aufs Herzlichste und sind stolz, Teil des „brutkasten-Universums“ zu sein!

Hier das Statement von Dejan Jovicevic, brutkasten-Gründer und CEO, zum 10-jährigen brutkasten-Jubiläum:

Liebe Gründerinnen und Gründer, liebe Innovatorinnen und Innovatoren, liebe Investorinnen und Investoren,

seit 10 Jahren ist brutkasten mit großer Leidenschaft der Ort für die Gestalter*innen der Zukunft: Wir sind der Dreh- und Angelpunkt für Gründerinnen und Gründer, für Innovatorinnen und Innovatoren, für Investorinnen und Investoren – kurz: für das gesamte Startup- und Innovations-Ecosystem.

Ich habe brutkasten aus einer tiefen Überzeugung gegründet: Diese unternehmerisch agierenden Köpfe, die Ideen zu marktfähigen Innovationen machen, brauchen einen medialen Enabler, der sie versteht, schätzt und ihre unternehmerische Kraft sichtbar macht. Ich glaube an die transformative Kraft des Unternehmertums, ich glaube an das Foundertum: „Business is the greatest platform for change“.

Kein anderes Medium in Österreich bietet eine vergleichbare Bühne und Vernetzung für die Gestalter*innen der Zukunft.

  • Knapp 16.000 Artikel auf brutkasten.com seit dem Start im Jahr 2014, sowie
  • über 3.000 Videos und Podcasts;
  • Quartalsweise erscheinende Printmagazine;
  • Eine starke Community mit über 100.000 Followern auf Social Media;
  • Mehr als 50 brutkasten Events, als Orte für anregende Diskussionen, Vernetzung und Austausch, wie “Find You Co-Founder”, themenspezifische Meetups, Roadshows oder Community Events.

Wir agieren an der Quelle der Innovation und machen Dinge sichtbar, die andere noch nicht am Radar haben oder noch nicht verstehen.

Brutkasten ist mehr als ein journalistisches Medium. Als Brückenbauer im Ecosystem fördern wir von Beginn an die Zusammenarbeit zwischen Startups, Corporates, Investor:innen und Institutionen. Mit unserer Tätigkeit konnten wir das Ecosystem mitprägen und mitaufbauen. Wir gestalten gemeinsam die Zukunft.

Unsere Angebote und Kanäle schärfen wir weiter, um den Bedürfnissen unserer Community optimal zu entsprechen – auf der Webseite, im neu konzipierten Printmagazin, in innovativen Broadcast-Formaten wie „Das Leben nach dem Exit“ und demnächst wieder bei den berühmten brutkasten-Events. Wir werden unsere sämtlichen Kanäle weiter ausbauen, multianalog und multidigital.

Unser neues Printmagazin kommt super an, der digitale Footprint wächst stetig weiter und bald erreichen wir auf LinkedIn 50.000 Abonnenten – eine Spitzenposition in Österreich. Als Team sind wir stärker denn je und voller Tatendrang, die Welt zu erobern.

Abschließend ein herzliches Dankeschön an unsere Community, Partner*innen, Investor*innen und alle weiteren Unterstützer*innen, die dies alles möglich gemacht haben, sowie an alle Kolleginnen und Kollegen, die brutkasten in den letzten 10 Jahren geprägt haben.

Auf die nächsten 10 Jahre, Ihr Lieben!

Euer Dejan

Zentur.io: Mio.-Seed-Finanzierung für die Fernwärmewende

Zentur.io, 2021 gegründeter Spezialist für die Digitalisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen, hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich erfolgreich abgeschlossen. Bayern Kapital hat sich erstmalig gemeinsam mit dem Co-Investor Enpulse Ventures GmbH beteiligt.

Zentur.io wurde im Jahr 2021 von Michael Detke und Alexander Stoll, zwei Absolventen der Hochschule Landshut, gegründet. Das Unternehmen hat bereits verschiedene Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen, kleine bis große Fernwärmeversorger als Kunden an Bord geholt und außerdem mehrere Innovationswettbewerbe, unter anderem den Gründerpreis „Digitale Innovationen“, gewonnen. Mit den Mitteln aus der Finanzierungsrunde sollen das Kernteam des Unternehmens erweitert und die Vertriebskapazitäten für weitere Produkte gesteigert werden. Außerdem sollen weitere Produkte ausgerollt und neue, zusätzliche Kunden an Bord geholt werden, vor allem Energieversorger und Stadtwerke.

„Unser Ziel ist es, die Fernwärmeversorgung digitaler, kundenzentrierter und grüner zu machen und so die ‚Fernwärmewende‘ zu beschleunigen. Wir freuen uns, für diese Vision die Unterstützung von Bayern Kapital erhalten zu haben und werden uns in Zukunft insbesondere darauf fokussieren, mit weiteren Lösungen noch zusätzliche Teile der Wertschöpfungskette von Wärmenetzen abzudecken und weiter in den Markt zu expandieren“, sagt Michael Detke, Co-Gründer und CEO bei Zentur.io.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen, die der Klimawandel für die Gesellschaft mit sich bringt, ist es essenziell, dass die einzelnen Komponenten unserer Energie- und Wärmeinfrastruktur so effizient wie möglich sind – vor allem, da nach wie vor 80 Prozent unserer Wärme aus fossilen Energieträgern stammt. Insbesondere in Bestandsgebäuden und Ballungsräumen bieten Fernwärmenetze deshalb enormes Potenzial zur Einsparung von Emissionen. Diese Effizienz sicherzustellen, ist das Ziel von Zentur.io, einem Unternehmen mit Sitz in Landshut, das sich auf die Digitalisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen spezialisiert hat.

Zentur.io nutzt dafür einen herstellerunabhängigen und verbraucherzentrierten Ansatz zur Sammlung von Daten: Diese werden direkt von Verbraucherzählern gesammelt, die bis 2026 ohnehin fernauslesbar sein müssen. Die aufbereiteten Daten ermöglichen präzisere Berechnungen über das gesamte Fernwärmenetz hinweg, von Erzeugung über Netzbetrieb bis hin zum Verbrauch. Auf Basis dieser Daten erhalten Verbraucher und Versorger mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch, und verschiedene Optimierungen des Netzes werden möglich. Dazu zählen beispielsweise die Senkung von Wärmeverlusten und die effizientere Nutzung von Primärenergie, wodurch gleichzeitig CO2-Emissionen reduziert werden.

Für die Implementierung der Netzoptimierungen hat Zentur.io eine KI-basierte Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) entwickelt, mit der sich Fernwärmenetze effizienter und damit kostengünstiger und umweltfreundlicher betreiben lassen. Diese „District Heating AI“ unterstützt Energieversorger entlang der kompletten Wertschöpfungskette eines Wärmenetzes, von der Planung und dem Bau neuer Netze bis hin zur Transformation und Integration erneuerbarer Energiequellen.

Die Beteiligung von Bayern Kapital stammt aus dem kürzlich gestarteten Innovationsfonds EFRE II, mit dem vor allem junge, technologieaffine Start-ups in Regionen außerhalb des Großraums München unterstützt werden sollen. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde sollen in den Ausbau des Teams von Zentur.io sowie in die Produktneu- und -weiterentwicklung und die Marktexpansion fließen.

„Bestehende Energiequellen so effizient wie möglich zu nutzen, ist ebenfalls Teil der Strategie, die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern voranzutreiben. Zentur.io hat mit seiner ‚District Heating AI‘ eine KI-basierte Lösung entwickelt, die genau darauf einzahlt und es den Betreibern von Wärmenetzen ermöglicht, ihre Netze so effizient und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Mit dem Bayern Kapital Innovationsfonds EFRE II sowie Enpulse und EnBW ist bei Zentur.io ein kompetentes, leistungsstarkes Konsortium engagiert“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital.

Hunderunde: DHDL-Investor Nils Glagau sichert sich 20 Prozent Anteile

Seit 2019 setzen sich Luis Kesten und Fabio Lehnert mit ihrem Social Start-up Hunderunde für den Tierschutz ein. Jetzt konnten sie sich einen Investoren-Deal in der "Höhle der Löwen" sichern.

Die Verbindung zwischen Luis und Fabio hält schon lange an, denn sie kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie haben denselben Freundeskreis und zusammen Fußball gespielt. Und da beide schon immer ein bisschen „out oft he box“ gedacht haben, war die Gründung eines gemeinsamen Start-ups schon frühzeitig ein Thema.

In einer Pizzeria entstand die Idee des Start-ups Hunderunde

Während einer längeren Reise durch Asien konnte Luis das Problem der Straßenhunde das erste Mal mit eigenen Augen sehen. Zurück in Deutschland, tauschte er sich mit Fabio in einer Pizzeria darüber aus und schnell war klar: Die beiden wollten etwas verändern. Mit jeweils 22 Jahren gründeten die beiden Freunde das Start-up Hunderunde. Sie wollten etwas Langfristiges und Nachhaltiges aufbauen und Hundebesitzer*innen im Hundealltag begleiten. Zeitgleich war ihre Vision, einen Teil der Erlöse an verschiedene Tierschutzprojekte spenden zu können. Mit Erfolg: Denn seit der Gründung konnten sie schon mehr als 200.000 Euro an Tierschutzprojekte spenden und so u.a. schon ein Tierheim in Rumänien finanzieren.

Fünf Prozent des Nettoumsatzes werden gespendet

Doch wie haben sie das geschafft? Im Onlineshop lassen sich zum einen Armbänder passend für verschiedene Hunderassen kaufen. So haben Käufer*innen das Gefühl, den eigenen Hund immer bei sich zu tragen. Zum anderen bieten sie mit den „Hundehappen“ ideale Snacks für allergische Hunde: ohne tierisches Protein, getreidefrei, fettarm und vegan. Fünf Prozent des Nettoumsatzes werden dann gespendet. Gleichzeitig wollen sie die sozialen Medien nutzen, um Menschen über die Verhältnisse der Straßenhunde in Ländern wie Rumänien aufzuklären. Dazu sind sie selbst mehrmals im Jahr vor Ort.

Mit Investor Nils Glagau und seinem Team wollen Luis und Fabio ihr Sortiment künftig erweitern: „Wir freuen uns wirklich sehr, mit Nils den passenden Löwen für uns begeistert zu haben. In den letzten Monaten haben wir zusammen schon unheimlich viel umsetzen können. In Zukunft wollen wir uns noch mehr auf den Snackbereich fokussieren. Denn: der Tierschutz beginnt im eigenen Napf. Wir wollen zeigen, dass unser Wirtschaftssystem ein großer Treiber sein kann, um etwas positiv in der Welt zu verändern“, sagen die beiden Gründer Luis und Fabio.

Auch Nils Glagau ist stolz auf den Deal: „Luis und Fabio haben mich mit ihrem Pitch und ihrer Vision absolut begeistert und sind für mich ein ideales Gründer-Duo. Ich bin stolz darüber, ihre authentische Geschichte nun zusammen fortzuschreiben. Gemeinsam mit meinem Team und Luis und Fabio haben wir künftig noch viel vor.“

Nils Glagau erhielt für 100.000 EUR 20 Prozent Anteile an Hunderunde.

Public Value Award 2024

Seit 2016 zeichnet der renommierte Public Value Award gemeinwohlorientierte Gründungen aus, die mit ihren Angeboten und Leistungen einen Nutzen für die Gesellschaft stiften und damit einen messbaren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Die aktuelle Runde ist gestartet - Bewerbungen sind bis 1. Juli 2024 möglich - hier findest du alle Details.

Zeige den PUBLIC VALUE deines Start-ups

Welcher Beitrag zum Gemeinwohl erwächst aus deinem Geschäftsmodell, Produkt oder deiner Dienstleistung? Wie macht dein Start-up Gesellschaft?

Viele Gründer*innen gehen mit ihrer Geschäftsidee gesellschaftlich relevante Themen an. Mit Innovationskraft und Mut wollen sie aktuelle und aufkommende Herausforderungen bewältigen und einen Nutzen für die Gesellschaft stiften. Sie zeigen, was Unternehmertum in der sozial-ökologischen Transformation bewirken und wie es die Zukunft gestalten kann.

Der Public Value Award

Seit 2016 haben sich mehr als 600 Start-ups um den Public Value Award (PVA) beworben. 2021 hat der gemeinnützige Verein Forum Gemeinwohl e.V. die Trägerschaft des Public Value Awards übernommen. Neben den Initiatoren Handelshochschule Leipzig (HHL) und EY sind ZEISS, die Stadt Leipzig und die Leipziger Foren als weitere Partner*innen hinzugekommen. Gemeinsam richten sie den Public Value Award auf die Zukunft aus und möchten damit die Verankerung des Gemeinwohldenkens in jungen Unternehmen im deutschsprachigen Raum voranbringen.

Warum sollte ich mich beim Public Value Award bewerben?

Mit deiner Bewerbung beim Public Value Award kannst du mehr über die gesellschaftliche Wirkung deines Geschäftsmodells erfahren und den eigenen Purpose sichtbarer werden lassen – gegenüber Investor*innen, Kund*innen und Mitarbeiter*innen und gegenüber dir selbst.

Die Jury bewertet dein Start-up anhand der Public Value Scorecard. Grundlage für ihre Bewertung sind deine eingereichten Unterlagen inklusive deiner Bewertung innerhalb der Public Value Scorecard deiner Bewerbung. Sofern du es ins Finale schaffst, zählen außerdem dein finaler Pitch sowie die Antworten, die du auf die anschließenden Fragen geben kannst.

Was der Wirtschaftsstandort Wien und die ViennaUP rund um KI zu bieten hat

Die von der Wirtschaftsagentur Wien initiierte ViennaUP 2024 bietet mit ihren über 50 Veranstaltungen ein umfassendes inhaltliches Rahmenprogramm – unter anderem zum Thema künstliche Intelligenz (KI). Wir haben uns mit KI-Expertin Jeannette Gorzala unterhalten, welche Vorteile der Wirtschaftsstandort für Gründer*innen bietet, die an KI-Lösungen arbeiten. Zudem liefern wir einen Überblick zu spannenden Events rund um KI, die ihr nicht verpassen solltet.

Heute, am 3. Juni, fällt offiziell der Startschuss zu Österreichs größtem Startup Festival – der ViennaUP. Im Zeitraum vom 3. Juni bis 9. Juni 2024 werden über 50 Veranstaltungen angeboten, die an bekannten Orten in der ganzen Stadt stattfinden werden – angefangen von Co-Working-Spaces über Konferenzsäle bis hin zur weltbekannten Hofburg. Auch in diesem Jahr werden im Rahmen des dezentralen Startup-Festivals wieder Vielzahl an Zukunftsthemen beleuchtet – darunter branchenübergreifend das Thema der Künstlichen Intelligenz.

Warum Wien bei KI-Talenten punkten kann

Der Wirtschaftsstandort Wien bietet auch für Start-up-Gründer*innen, die an KI-Lösungen arbeiten, eine Vielzahl an Chancen. „Wien, mit rund zwei Millionen Einwohnern, ist eine geschäftige und lebendige Stadt. Gleichzeitig ist sie klein genug, um den Aufbau eines starken Netzwerks zu erleichtern“, so Jeannette Gorzala. Als Juristin ist sie in Österreich und darüber hinaus in der EU eine der führenden Expertinnen für den EU AI Act und AI Governance. Zudem ist sie als Deputy Chairperson im KI-Beirat der Bundesregierung vertreten und übt die Position des Vice President im European AI Forum aus.

Und die ausgewiesene Expertin merkt hinsichtlich der Chancen, die Wien zu bietet hat, an: „Ein großer Vorteil ist die hohe Lebensqualität bei relativ niedrigen Lebenshaltungskosten.“ Diese Faktoren würden insbesondere von jungen Talenten immer stärker gewichtet, was es Unternehmen erleichtert, Top-Talente zu gewinnen. „Beispielsweise haben die Niederlande ein lebendiges KI-Ökosystem, aber der starke Anstieg der Immobilienpreise hat zu einem Zustrom niederländischer Talente nach Österreich geführt“, so die Expertin.

Die Standortvorteile der Bundeshauptstadt würden sich zudem positiv auf das gesamte KI-Ökosystem in Österreich auswirken. Dieses wächst stetig mit rund zehn Prozent jährlich und umfasst laut der aktuellen AI-Landscape Austria mittlerweile mehr als 400 Unternehmen. Und noch ein Faktor würde sich laut Gorzala insbesondere positiv auf frühphasige KI-Startups auswirken: „Die umfassende Förderlandschaft durch aws, FFG und Wirtschaftsagentur Wien bietet Zugang zu eigenkapitalfreien Mitteln, was für Unternehmen in der Anfangsphase entscheidend ist.“

Vernetzung von Stakeholder*innen

Auf Industrie-Ebene hat laut der Expertin hierzulande der Siegeszug generativer KI vor allem die Werbe-, Kreativ- und Medienindustrie erfasst. Aber auch im Finanz- und Versicherungsbereich, der logistischen Optimierung und im Gesundheitssektor bei der Diagnose sowie der Wirkstoff- und Arzneimittelentdeckung gebe es noch viel Potenzial.

Damit sich das KI-Ökosystem noch weiter entfalten kann, bedarf es auch entsprechender Vernetzungsangebote, die KI-Talente aus unterschiedlichen Branchen zusammenbringt. „Die Eröffnung für Möglichkeiten zum offenen Diskurs, wie zum Beispiel im Rahmen der ViennaUP, ist aus meiner Sicht sehr wichtig für eine erfolgreiche Transformation und vor allem den Abbau von Ängsten im Zusammenhang mit KI“, so Gorzala.

Und die KI-Expertin wird auch selbst an der ViennaUP teilnehmen – unter anderem am Event AI for Good: Leveraging AI for Environmental and Social Progress am 3. Juni. „Zielsetzung der Veranstaltung ist es, unterschiedliche Stakeholder aus dem Ökosystem zu vernetzten und den Diskurs anzuregen, wie KI für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft gewinnbringen genutzt werden kann.“ Persönlich schätzt sie die holistische Betrachtungsweise der Veranstaltung, an der unter anderem Payal Dalal (Mastercard), Katharina Herzog (money:care), Elvira Wagner (RBI) und Natalie Staniewicz (Accenture) teilnehmen werden.

Teilnehmer*innen können Branchenvielfalt nutzen

Für Teilnehmer*innen der ViennaUP gibt Grozala folgenden Tipp: „Die ViennaUP bietet eine Woche lang die Möglichkeit, sich frei nach seinen Interessen zu vernetzten, auszutauschen und weiterzubilden. Ich kann allen nur empfehlen, durch das umfassende Programm zu cruisen und teilzunehmen.“ Zudem sollte man insbesondere die Branchenvielfalt nutzen, die in dieser Woche geboten wird – angefangen vom Gesundheitsbereich bis hin zur Kreativwirtschaft.

So wird beispielsweise das Event AI in Health Care am 6. Juni, die Rolle und das Potenzial von KI im Gesundheitswesen thematisieren. Experten auf dem Gebiet der KI, aufstrebende KI-Startups und Fachleute aus dem Gesundheitswesen kommen zusammen, um zu diskutieren, wie KI das Gesundheitswesen verbessern und revolutionieren kann. Zu den Themen gehören die Verbesserung und Personalisierung der Patient*innenversorgung, der Einsatz von KI zur Verbesserung von Diagnoseverfahren und die Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen. Am Event vertreten sind unter anderem Irene Fialka (INITS) Philipp Hainzl (LISAvienna) Astrid Kaltenböck, (EIT Health Austria), Georg Langs (contextflow) und viele mehr.

Neben dem Gesundheitsbereich bringt künstliche Intelligenz auch in der Kreativwirtschaft zahlreiche Chancen aber auch Herausforderungen mit sich. Welche Schnittpunkte es aktuell zwischen Kultur und Technologie gibt, beleuchtet das Event AI and the Evolution of Creativity, das am 4. Juni von der CultTech Association und New Renaissance Ventures veranstaltet wird. Unter anderem wird der Frage nachgegangen, welche Ansätze erwägenswert sind, und ob wir uns über die Rolle der „menschlichen Intelligenz“ Sorgen machen müssen. Unter anderem werden am Event Benjamin James (Atlas Design), Alex Brix (Canva) und Tonia Samsonova (Excatly.ai) vertreten sein.

Zudem werden auch die beiden Events Open Link Day – Bridging Communities with Open Source, Open Data, and Open Standards am 5. Juni und Gigabit x Beyond am 6. Juni das Thema der künstlichen Intelligenz in den Fokus rücken. Beide Veranstaltungen bieten auch ideale Networking-Möglichkeiten, um sich mit internationalen Teilnehmer*innen interdisziplinär auszutauschen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hebt auch Gorzala abschließend hervor, um künftig die Akzeptanz von künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft und Gesellschaft zu steigern. „KI ist eine Technologie, die bereits jetzt viele Aspekte unseres privaten und professionellen Lebens bedeutend beeinflusst und verändert. Durch die Einbindung der Zivilgesellschaft und die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit können unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und eine breite Akzeptanz und Mitgestaltung ermöglicht werden.“

+++ Hier findet ihr das gesamte Programm der ViennaUP +++

Tipp der Redaktion

Netzwerken kann man aber nicht nur auf den zahlreichen Events der Programm-Partner. Auch in diesem Jahr bietet die ViennaUP mit der Homebase am Karlsplatz eine zentralen Treffpunkt. Teilnehmer*innen aus dem In- und Ausland können dort bei einem speziellen Musikprogramm das Wiener Lebensgefühl genießen. Zudem beteiligen sich auch Kaffeehäuser als Partner im Rahmen der ViennaUP.

Inwiefern Gründer*innen die ViennaUP zum Fundraising nutzen können, hat uns Laura Raggl von ROI Ventures hier erzählt. Zudem sind über das Vienna Startup Package auch in diesem Jahr wieder 14 internationale Startups in Wien. Darunter ist auch trashify-Gründerin Nikhita Bhagwat aus Estland. Sie gab uns einen Überblick über das Programm und darüber, was man auf der ViennaUP nicht verpassen darf.

EY Biotechnology Report 2024

Der Report belegt steigende Investitionen in deutsche BioTechs, wobei die Frühphasenfinanzierung Sorgen bereitet. Für Optimismus sorgen gut gefüllte Pipelines und KI-Anwendungsmöglichkeiten.

Die Kapitalaufnahme stieg im Jahr 2023 auf 1,1 Milliarden Euro – ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 921 Millionen Euro eingesammelt werden konnten. Der aktuelle Wert liegt damit wieder in etwa auf dem Vor-Pandemie-Niveau – allerdings deutlich unter den Summen, die während der Corona-Krise 2020 (3,1 Milliarden Euro) und 2021 (2,3 Milliarden) in der Biotechnologie-Branche in Deutschland erzielt wurden. Im Verlauf der Krise konnten zahlreiche hiesige Unternehmen des Sektors mit ihrer Expertise einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie weltweit leisten.

Investitionen in Form von Venture Capital stiegen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls an, von 465 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 533 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Allerdings: Fast die Hälfte dieser Summe (255 Millionen Euro) ging an ein einzelnes Unternehmen, die ITM Isotope Technologies Munich SE aus München. Und auch im internationalen Vergleich erscheinen die Investitionssummen eher gering: In Deutschland wurden 0,01 Prozent des BIP in BioTech investiert, während es im restlichen Europa immerhin 0,02 Prozent und in den USA sogar 0,05 Prozent waren.

Frühphasenfinanzierung bleibt herausfordernd

Herausfordernd bleibt die Lage vor allem, was die Frühphasenfinanzierung zu Beginn der Unternehmensgründung betrifft: 2023 wurde Kapital in Höhe von 203 Millionen Euro von BioTech-Start-ups in der Frühphase eingesammelt, was den geringsten Wert der vergangenen sechs Jahre darstellt und auch deutlich unter dem Schnitt dieses Zeitraums (325 Millionen Euro) liegt. Insgesamt gab es achtzehn Investitionsrunden in der Frühphase, das durchschnittliche Transaktionsvolumen schrumpfte auf elf Millionen Euro und lag damit deutlich unter dem 6-Jahres-Durchschnitt von 21,2 Millionen Euro.

Insgesamt lag der Gesamtumsatz der BioTech-Branche im Jahr 2023 bei 12,7 Milliarden Euro – ein Minus von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatzeinbruch ist vor allem auf die rückläufige Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen zurückzuführen. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg dagegen um zehn Prozent auf 61.705 Angestellte in inzwischen 996 Unternehmen (plus drei Prozent). Die Unternehmenszahl setzt sich aus 784 Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland und 212 deutschen Tochtergesellschaften zusammen.

Zweites Jahr in Folge ohne BioTech-Börsengang

Zum zweiten Mal in Folge gab es keinen Börsengang (IPO) eines deutschen BioTech-Unternehmens. Dieser Trend ist vor allem vor dem Hintergrund, dass IPOs eine wichtige Exit-Möglichkeit für Investor*innen darstellen, herausfordernd. Die Tatsache, dass die letzten zehn Börsengänge allesamt an der US-amerikanischen NASDAQ stattfanden – und das letzte Debüt an einer deutschen Börse im Jahr 2016 – unterstreicht den Negativ-Trend. Zum Vergleich: In Europa gab es im vergangenen Jahr nur zwei Börsengänge, in den USA waren es dagegen 16 IPOs.

Das sind die zentralen Ergebnisse des Deutschen Biotechnologie-Reports 2024 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, der in enger Kooperation mit dem Branchenverband BIO Deutschland erstellt wurde.

Unbefriedigende Finanzierungssituation der BioTech-Branche

Klaus Ort, Partner bei EY und Leiter des Marktsegments Life Sciences & Gesundheitswesen: „Die Finanzierungsschwierigkeiten junger BioTech-Start-ups stellen eine große Herausforderung für das nachhaltige Wachstum der Branche in Deutschland dar, auch mit Blick auf die wirtschaftlich schwierige Gesamtgemengelage. Speziell die Situation in der Frühphase ist alarmierend, denn dies ist die Phase, die enorm wichtig für das zukünftige Wachstum des Sektors ist. Sie ist entscheidend, wenn es darum geht, innovative Ideen zu potenziellen Produkten mit entsprechenden Umsatzchancen weiterzuentwickeln. Denn Fakt ist: Das Potenzial und die Stärke sind in der Branche vorhanden.“

Ein Grund für die noch unbefriedigende Finanzierungssituation der Branche sei unter anderem, dass es großen Geldgebern wie etwa Pensionsfonds, Versicherungen und anderen institutionellen Investoren noch verwehrt ist, stärker in risikobehaftete Assetklassen, wie BioTech-Unternehmen, zu investieren, erläutert Oliver Schacht, Präsident BIO Deutschland e.V.: „Grundsätzlich sind wir aber in Deutschland auf dem richtigen Weg. Der Zukunftsrat des Bundeskanzlers hat wichtige Maßnahmen für einen starken Biotech-Standort skizziert. Die EU-Kommission hat eine deutliche Stärkung von Biotechnologie und Bioproduktion empfohlen. Der Anschluss an die USA und China kann noch gelingen, wenn wir jetzt endlich ins Handeln kommen und die vielen richtigen Empfehlungen umsetzen.“

Volle Pipelines lassen hoffen

Trotz aktueller Herausforderungen und zurückhaltender Investoren: Die Pipelines deutscher BioTechs sind derzeit noch besser gefüllt als in den Vorjahren. Vor allem in klinischen Phase 1 (60 klinische Studien, sechs mehr als im Jahr 2022) und Phase 2 (92 klinische Studien, zwölf mehr als im Jahr 2022). Die Anzahl der klinischen Studien in Phase 3 blieb 2023 im Vergleich zum Vorjahr konstant und liegt bei 17. Die breit aufgestellte klinische Pipeline umfasst dabei innovative Therapien aus allen Arten von Medikamentenklassen. Der Fokus liegt nach wie vor auf dem Gebiet der Krebsforschung mit 94 laufenden klinischen Studien zur Therapie verschiedener Arten von Krebs. Die Suche nach Möglichkeiten, Infektionskrankheiten zu bekämpfen, folgt auf Platz zwei, hier laufen aktuell 23 klinische Studien.

Schacht: „Gut gefüllte Pipelines sind ein starkes Signal der Branche – an potenzielle Investoren, aber auch an die Gesellschaft. Denn deutsche BioTechs leisten mit ihrer Forschungsarbeit bei wichtigen Gesundheits- und Ernährungsthemen einen entscheidenden Beitrag für die Suche nach Lösungen für Herausforderungen, die uns alle betreffen.“ So arbeiten BioTech-Unternehmen aus Deutschland beispielsweise an nachhaltigen Alternativen zu konventionellen Lebensmitteln. Wichtig sei aber auch, dass wir unsere Erfindungen „Made in Germany“ durch Patente schützen können, ergänzt Schacht. Denn nur dann seien sie für Investoren interessant und hätten dadurch eine Chance einmal als Innovation Patient*innen und Konsument*innen zu erreichen.

KI als Innovator der Biotechnologie

Weiteres Top-Thema der Branche sind die Anwendungsmöglichkeiten künstlicher Intelligenz – und diese sind bei BioTechs so verschieden und riesig wie in wenigen anderen Branchen. Nicole Damani, Partnerin bei EY und Life Sciences Strategy and Transactions Lead: „Künstliche Intelligenz hilft Biotech-Unternehmen schon heute: Die neue Technologie kann den Entwicklungsprozess von Arzneimittelkandidaten beschleunigen, Ausfallraten verringern, und sogar bessere Ergebnisse, zum Beispiel in Form völlig neuer oder optimierter Medikamente, liefern. Schon heute werden jedes Jahr fast 500 Medikamentenkandidaten mithilfe künstlicher Intelligenz entwickelt – Tendenz steigend.“

Klaus Ort von EY ergänzt: „Ob es um die Simulation klinischer Studien, die Auswertung großer Datenmengen oder die Entwicklung personalisierter Medikamente geht: Die BioTech-Branche steht am Anfang dieser Entwicklung, die ein riesiges Potenzial birgt, um die nächste Phase der biowissenschaftlichen Innovation einzuläuten. Bei allem angebrachten Optimismus müssen wir dabei allerdings gerade im Gesundheitsbereich die ethischen und gesellschaftlichen Folgen durch den Einsatz von KI immer vor Augen haben.“

Beliebt: BioTech Made in Germany

Was – neben innovativen Produkten, KI-Anwendungsmöglichkeiten und gut gefüllten Pipelines – außerdem Hoffnung macht: Die Beliebtheit von „BioTech Made in Germany“ bei internationalen Investoren und Kooperationspartnern bleibt unverändert hoch, was sich in der Zusammensetzung der Finanzierungskonsortien bei den gut finanzierten VC-Runden und den anhaltend hohen Transaktionsvolumen bei den Partnerschaften widerspiegelt. Zudem fand Anfang dieses Jahres die größte M&A-Transaktion in der Geschichte der deutschen Biotech-Industrie statt: MorphoSys unterzeichnete eine Übernahmevereinbarung mit Novartis in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Darüber hinaus fand auch der größte M&A-Exit eines deutschen Biotech-Unternehmens seit 2020 statt, die Übernahme von Cardior Pharmaceuticals aus Hannover durch Novo Nordisk für eine Milliarde Euro.

Hier kannst du die vollständige Studie kostenlos bestellen.