Gründer*in der Woche: LEILA - die Online-Kinderwunsch-Plattform

Gründer*in der Woche 41/21


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LEILA ist ein FemTech Start-up aus Berlin, das durch sein CE-zertifiziertes Medizinprodukt die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen automatisiert. Mit der selbst entwickelten Software wird die Ursache der Störungen in kurzer Zeit erkannt, die intelligenten Algorithmen verraten, welche Umstellungen notwendig sind, um den Kinderwunsch Realität werden zu lassen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Caroline Mitterdorfer.

Wie steht es hierzulande um das traurige (Tabu-)Thema unerfüllter Kinderwunsch? Wie viele Paare sind betroffen, welches sind die Hauptursachen und wie vielen Paaren kann bislang effektiv geholfen werden?

Allein in Europa sind 25 Millionen Menschen von Unfruchtbarkeit betroffen. Als unfruchtbar gelten bereits Frauen, wenn sie über 35 Jahre alt sind und länger als 6 Monate versuchen schwanger zu werden oder Frauen unter 35 Jahren, die es länger als ein Jahr versuchen.

Die erste Anlaufstelle ist meist die gynäkologische Praxis der Frau. Leider sind in Deutschland nur 0,9 % der Gynäkolog*innen auf Reproduktionsmedizin & Endokrinologie spezialisiert. Diese Spezialisierung ist jedoch erforderlich, um umfangreiche Kinderwunschdiagnostik durchzuführen.

Das Gesundheitssystem sieht also vor, dass jene Paare in die Kinderwunschklinik gehen - dort wo die Experten sitzen. Leider kommen da lediglich 10 % aller Paare an - häufig aufgrund von Stigma, finanzieller Ressourcen und fehlender Information. Kinderwunschkliniken werden nach wie vor mit künstlicher Befruchtung, Designerbabys und Reagenzgläsern in Verbindung gebracht. Leider ist Unfruchtbarkeit immer noch ein riesiges Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Unsere Studie mit über 1500 Frauen hat ergeben, dass Betroffene sich oft alleine gelassen fühlen, stark verzweifelt sind und gar Anzeichen an Depressionen aufzeigen.

Daher ist es wichtig, die übrigen 90 % abzuholen und ihnen eine Lösung zu bieten, den Grund für ihren unerfüllten Kinderwunsch herauszufinden! In fast 70 % der Fälle, reichen sogar schon kleinere Lebensstiländerungen aus, wie die Einnahme von Medikamenten oder eine Ernährungsumstellung, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Ein sehr häufiger Grund für Unfruchtbarkeit ist zum Beispiel das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS. Es ist in über 30 % der Fälle die Ursache von Unfruchtbarkeit. Leider dauert die Diagnose für diese häufig vorkommende Krankheit (10 bis 15 % aller Frauen sind betroffen) oft mehrere Jahre. Das gleiche gilt für Endometriose an der 1 von 10 Frauen erkranken. Hier dauert die Diagnose vom Auftreten der ersten Symptome bis zur vollständigen Diagnose im Durchschnitt 10,4 Jahre. Das können wir mit einer leicht zugänglichen, medizinischen Diagnostik ändern!

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinen Mitgründerinnen Dr. med. Theresa Vilsmaier und Silvia Hecher auf die Idee zu LEILA gekommen?

Nach meiner Zeit bei einem Start-up in der Hotellerie, habe ich mich nach einer Aufgabe gesehnt, mit der ich wirklich etwas bewegen kann. In meinem Bekanntenkreis wurde das Thema Kinderwunsch immer präsenter, ich selbst habe mich auf Basis meiner eigenen Gesundheit stark mit dem Einfrieren von Eizellen auseinandergesetzt und hier einen Mangel entdeckt: Es gab keine Möglichkeit, sich die sehr teuren Kinderwunschbehandlungen zu finanzieren. Das passte gut zusammen mit meinem Background in Finance, so gründete ich den ersten Kinderwunschkredit in Deutschland.

Auf Silvia wurde ich aufmerksam, als sie ihren Auftritt bei 2 MINUTEN 2 MILLIONEN, dem österreichischen Format von Höhle der Löwen, hatte. Sie präsentierte damals Ivery, einen At-Home-Test für die Bestimmung des letzten fruchtbaren Tages. Im Rahmen unseres Austausches kamen wir auf die Lücke im Gesundheitssystem zu sprechen: Die Fruchtbarkeitsstörung von Frauen kann meist nicht umfangreich beim Gynäkologen diagnostiziert werden und der Besuch in einer Kinderwunschklinik wird meist kategorisch ausgeschlossen. Durch glückliche Umstände über unsere erste Investorin wurden wir dann mit Theresa connected. Als Reproduktionsmedizinerin bestätigte sie uns dieses Problem und gemeinsam haben wir dann im September 2020 gestartet LEILA zu entwickeln.

Worin besteht euer neuartiger Ansatz in der Kinderwunschmedizin?

Mehrere Hundert klinische Leitlinien und Studien im Bereich Kinderwunsch werden erstmals unter der Verwendung von über 30 eigens entwickelten Algorithmen als elektronischer Entscheidungsbaum abgebildet. In Form von einer Software, dem LEILA Fertility Code, bringen wir quasi die smarteste Reproduktionsmedizinerin zur Frau nach Hause. Das spart nicht nur dem Paar und den Ärzt*innen wesentliche Zeit, sondern ermöglicht vor allem eine individualisierte Diagnostik.

Bis dato gibt es rund um den Kinderwunsch nur reine Lifestyle-Produkte mit sehr begrenzten Möglichkeiten am Markt. Wir sind ein Medizinprodukt und können eine ganzheitliche, individualisierte und vor allem wissenschaftlich fundierte Diagnose bieten.

Wie genau funktioniert euer Konzept bzw. digitales Analysetool?

Der LEILA Fertility Code ist web-basiert und somit über jedes Gerät erreichbar. Wir starten zunächst mit einer umfangreichen Anamnese in Form eines medizinischen Fragebogens, das ist die Basis für die Arbeit unseres Algorithms. Anschließend ermittelt dieser welche Blutparameter im Labor abgenommen werden müssen, eine sogenannte Präzisionsdiagnostik. Nach dem Besuch im Labor und Vorlage der Ergebnisse, ermitteln unsere Algorithmen dann die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch und empfehlen direkt individualisierte Therapiemöglichkeiten und nächste Schritte - präzise, medizinisch und vor allem personalisiert. In einer Videosprechstunde mit einem/r Reproduktionsmediziner*in werden dann die Ergebnisse des LEILA Fertility Codes gezeigt und erläutert.

Mit LEILA können Frauen so innerhalb weniger Tage den Grund Ihrer Unfruchtbarkeit feststellen und vor allem ihren Kinderwunsch in Angriff nehmen - für Begleitung nach Diagnose ist bei LEILA in Form von online Therapiestunden und Kursen gesorgt.

Wo kommt euer Medizinprodukt zum Einsatz?

Unser Produkt ist für alle Frauen und Paare, die per Definition als "unfruchtbar" gelten. Wir möchten so die Lücke im System schließen und die Reproduktionsmedizin nahbarer machen. Mit unserer Diagnose empowern wir jene Paare die besten Schritte einzuleiten, um die besten Chancen auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu haben. Der Faktor Zeit ist schließlich, wie bereits erklärt, ein entscheidender beim Kinderwunsch, daher ist die frühzeitige Erkennung der Unfruchtbarkeitsursache durch LEILA auch so wichtig.

Wie habt ihr euch bzw. den Unternehmensaufbau von LEILA bislang finanziert?

Durch starke Angel Investoren, die an unsere Vision, langfristig eine Lücke im Gesundheitssystem zu schließen, und an LEILA glauben.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To Do's?

Seit September ist der LEILA Fertility Code nun offiziell ein Medizinprodukt und darf von Frauen und Ärzt*innen angewendet werden. Unser Fokus liegt nun darauf, die ersten Partnerschaften mit Zyklus-Applikationen bzw. Fruchtbarkeitstrackern zu starten, damit wir die ersten Kundinnen durch die Software führen dürfen. Parallel haben wir eine strategische Partnerschaft mit einer der größten europäischen Laborketten für Endokrinologie gewonnen. Gemeinsam trainieren wir nun unsere Algorithmen mit mehr als 10 Millionen Datensätzen, um schon bald durch Machine-Learning neben Empfehlungen für Diagnostik auch Prognosen anbieten zu können - unter anderen für Behandlungserfolge.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  1. Lass dich ja nicht unterbuttern. Es wird immer Leute geben die nicht an dich glauben. Das sollte dich umso mehr anspornen.
  2. Hinfallen und Krone wieder richten. Es wird dir konstant ein Stein in den Weg gelegt. Lass den Kopf nicht hängen und richte dich wieder auf. Fokussiere dich auf deine Vision und lass dich von negativen Erlebnissen nicht irritieren.
  3. Bitte um Hilfe. Gerade als Gründerin hat man oft nicht das passende Netzwerk oder kaum Freundinnen im Freundeskreis die ebenfalls gründen. Lass dir Intros geben, hilf anderen, dann wird dir auch geholfen und leiste dir einen Coach - #1 Tipp!

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Das Interview führte Hans Luthardt

Kölner PropTech aedifion sammelt 12 Mio. Euro ein - europäische Marktführerschaft angestrebt

Das 2017 von Felix Dorner, Dr.-Ing. Johannes Fütterer, Dr. Jan Henrik Ziegeldorf und Erik Brümmendorf gegründete PropTech-Unternehmen aedifion hat 12 Millionen Euro in einer Series-A-Runde von neuen und Bestandsinvestoren eingesammelt.

Aedifion wurde 2017 aus einem führenden Forschungsinstitut für Gebäudetechnik an der RWTH Aachen ausgegründet und nimmt an mehreren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Forschungsprojekten anderer Hochschulen und Forschungseinrichtungen teil. Mit der Cloud-Software von aedifion können Verwalter*innen und Inhaber*innen gewerbliche Gebäude einfacher und digitaler betreiben – und sie effizienter und damit auch deutlich klimafreundlicher machen. Bis zu 40 Prozent – im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent – kann der Energiebedarf für das Heizen und Kühlen von Gebäuden durch Optimierung der Abläufe gesenkt werden, wie das Unternehmen selbst in zahlreichen veröffentlichten Case Studies darlegt.

Lead-Investoren der überzeichneten Runde sind der auf Climate-Tech spezialisierte Berliner Wagniskapitalgeber World Fund und die Technologie- und Investmentplattform BeyondBuild für die Bau- und Immobilienbranche unter Beteiligung des Family Offices der SAP-Gründerfamilie Hopp. Zu den weiteren Investoren zählen Bauwens, Drees & Sommer und MOMENI Ventures. Auch die Bestandsinvestoren BitStone Capital und Phoenix Contact Innovation Ventures investieren in dieser Runde erneut.

Smarte Gebäude als Teil des Energiesystems

Das frische Kapital will aedifion unter anderem für die Erweiterung der Produktpalette nutzen und die europäische Marktführerschaft anstreben. „Wir wollen Gebäude zu einem Teil des Energiesystems der Zukunft machen“, sagt Gründer und CEO Johannes Fütterer. „Dank Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz können Gebäude zum Teil der Energiewende werden – als virtuelle Kraftwerke, die Teil eines smarten Netzes sind.“

Eine künstliche Intelligenz, die beispielsweise Heizungsanlagen vorausschauend steuert, nutzt dafür zahlreiche Daten vom Wetter bis zur per Software ermittelten thermischen Kapazität des Gebäudes. „So können die Wärmepumpen dann eingeschaltet werden, wenn der Strompreis günstig ist.” Gerade wenn viele Immobilien so gebündelt smart gesteuert werden, spart das nicht nur Emissionen und Geld, sondern dient auch der Stabilität des Stromnetzes insgesamt. „Das ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende, denn mit mehr Sonne und Wind im Netz schwankt auch das Stromangebot", sagt Fütterer.

Darüber hinaus bietet die Cloud-Software Eigentümer*innen, Verwalter*innen, Facility-Manager*innen und Ingenieurbüros zahlreiche digitale Werkzeuge zur Optimierung und Regelung von Gebäudetechnik.

Einsparpotenzial: 10 Millionen Tonnen CO2

Die Software arbeitet unabhängig davon, welche Gebäudetechnik verbaut ist, und kann über offene Schnittstellen mit anderen Anwendungen kommunizieren. Das Potenzial ist groß: Allein in Deutschland gibt es 2,7 Millionen gewerbliche Gebäude mit rund 1,35 Milliarden Quadratmeter Nettogrundfläche. Damit könnten mehr als 10 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr nur durch den Einsatz der Cloud-Plattform eingespart werden. „Bürogebäude sind für 6,6% der globalen CO2-Emission verantwortlich und bieten damit gleichzeitig ein riesiges Potential für den Klimaschutz”, sagt World-Fund-Investment-Manager Mark Windeknecht. „aedifion ist ein exzellentes Deep-Tech-Beispiel, das zeigt, wie Klimaschutz und Kostenersparnisse per Software skaliert werden können.“ Alexander Reichhuber, Managing Partner bei BeyondBuild, ergänzt: „Wir sind der festen Überzeugung, dass aufgrund der gebotenen Dringlichkeit bei der Erreichung der Klimaziele ein effizientes Optimieren vor einem zeitaufwendigen Transformieren von Gebäuden unausweichlich ist. aedifion spielt hierbei mit ihrer Technologie eine Schlüsselrolle.“

Auto-Abo-Start-up ViveLaCar wird Teil von The Platform Group

Mathias R. Albert hat die Mehrheit des von ihm 2019 gegründeten Mobility-FinTech-Start-ups ViveLaCar an die Wiesbadener The Platform Group veräußert und bleibt Gesellschafter sowie Geschäftsführer von ViveLaCar.

Ziel des Schrittes ist der Aufbau einer langjährigen strategischen Partnerschaft mit dem international aktiven und erfolgreichen Spezialisten im Bereich E-Commerce. Mit The Platform Group haben die Auto-Abo-Spezialisten aus Stuttgart ab sofort einen erfahrenen Partner im Bereich des E-Commerce an ihrer Seite. Dies soll dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen. „Durch optimierte Prozesse und ein nochmals deutlich verstärktes Performance-Marketing generieren wir Mehrwerte für unsere Partner aus dem Automobilhandel und unsere Kunden. Zudem bekommen wir Zugang zu mehr als 5 Millionen Kunden alleine in Deutschland“, so Mathias R. Albert.

The Platform Group betreibt 16 Online-Plattformen mit über 4.000 Partner*innen in verschiedenen Branchen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Software-Entwicklung, Online-Marketing und der Entwicklung von technischen Schnittstellen. 400 Mitarbeitende arbeiten europaweit für die Gruppe. Der Ursprung des Unternehmens liegt im Jahr 1882, bis heute gehört die Gruppe zum Family Office der Benner Holding.

„Mit diesem Schritt stärken wir unser Portfolio um einen bedeutenden Zukunftsmarkt und können unsere Expertise im E-Commerce einbringen. ViveLaCar passt perfekt zu unserer Philosophie mit Händlern zusammenzuarbeiten und ein leicht verfügbares Online-Angebot zu schaffen. Außerdem besetzt ViveLaCar im schnell wachsenden Auto-Abo-Markt eine Führungsrolle und gilt als Pionier für Software- und Plattform-Lösungen, über 4.000 Partner sind live. Wir freuen uns, dass wir ViveLaCar im weiteren Wachstum mit unserem E-Commerce Know-how und Kapital unterstützen können", so Dr. Dominik Benner, CEO von The Platform Group.

Das Mobility-FinTech-Start-up aus Stuttgart betreibt Standorte in Wien und Zagreb. Mit innovativen Lösungen will ViveLaCar das Automobilgeschäft verändern und Mehrwerte für alle Akteure schaffen. Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch, die Wertschöpfung von Automobilen deutlich zu verbessern, Ressourcen zu schonen und für Kund*innen ein optimales Nutzer-Erlebnis zu schaffen. Die eigens entwickelte Business-Anwendung VALOR® optimiert für Händler die Erlöse und soll Kunden ein perfektes Auto-Abo bieten. Darüber hinaus ist ViveLaCar ONE® ein Angebot für alle, die eine wirtschaftliche und flexible Autonutzung mit der Schaffung von neuen Freiräumen verbinden möchten.

2023 will ViveLaCar in verschiedene europäische Märkte expandieren und seine Dienstleistungen wie Software as a Service (SaaS) und Platform as a Service (PaaS) weiter forcieren. Auch in den Kernmärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden die Weichen in Richtung Wachstum gestellt. Zeitgleich sollen die bestehenden Kooperationen mit namhaften Automobilherstellern weiter ausgebaut werden.

Wechseljahres-Pionier XbyX – Women in Balance schließt siebenstellige Pre-Series-A Runde ab

Das 2019 von Peggy Reichelt und Monique Leonhardt gegründete Berliner Femtech-Unternehmen XbyX – Women in Balance ist eine D2C-Plattform für Frauen ab der Lebensmitte mit wissenschaftlich fundierten, ganzheitlichen Lösungen für Wechseljahre und gesundes Altern.

Das Unternehmen gab heute den Abschluss einer siebenstelligen Pre-Series-A Finanzierungsrunde bekannt, die das dynamische Wachstum 2023 finanzieren wird. Die Runde wird von der ECONA AG, der Venture- und Private-Equity-Gesellschaft eines Berliner Family-Office übernommen. Neben dem Lead Investor ECONA ist zudem der AUXXO Female Catalyst Fund seit Anfang 2022 in XbyX investiert.

Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte

Die Idee zu XbyX hatte Seriengründerin Peggy Reichelt bereits 2018: Anfang 40, konfrontiert mit ihrer beginnenden Perimenopause, war sie irritiert, dass es kaum fundierte Informationen zu den Wechseljahren gab. Sie recherchiert, sucht Lösungen, testet selbst und gründet anschließend XbyX mit der Vision, die weibliche Gesundheit ab 40 ins Spotlight zu rücken und die Wechseljahre aus der Tabu-Ecke zu holen.

Die Gründerinnen konnten sich durch ihre Passion für Frauengesundheit ab der Lebensmitte und unterstützt von einem erfahrenen medizinischen Beirat in kürzester Zeit als Pionier im Tabubereich Wechseljahre positionieren. Sie bauten einen loyalen Kundeninnenstamm von über 50.000 Frauen auf und konnten nach eigenen Angaben ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2022 mehr als verdoppeln. Neben einem stetig wachsenden Portfolio wissenschaftlich formulierter, pflanzlicher Nahrungsergänzungen, bietet XbyX drei umfangreiche Video-Education-Programme zu Hormonwissen, Kraftsport und Abnehmen ab der Lebensmitte an.

“Mit XbyX verstehen wir uns als beste Freundin unserer Kundinnen, als Wissensvermittlerinnen und Ort des Verständnisses. Wir setzen da an, wo im Gesundheitssektor Zeit oder auch Expertise fehlen und geben unseren Frauen das Wissen an die Hand, um autark die für sie individuell richtigen Entscheidungen treffen zu können”, so Monique Leonhardt.

“Anfangs kam oft die Frage, warum wir uns auf diese „kleine“ Nische konzentrieren”, so Peggy Reichelt. “Das zeigt, wie wenig Wissen hier existiert. Denn die Wechseljahre sind eine Lebensphase, die sich über Jahrzehnte zieht und deren Implikationen Frauen über den gesamten Alterungsprozess hinweg begleiten. Und sie betreffen jede Frau – und damit die Hälfte der Menschheit.”

Wechseljahre sind weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode

Die Wechseljahre sind schließlich weit mehr als Hitzewallungen und das Ende der Periode: Sie sind eine besonders wichtige Zeit, in der Frauen entscheidende Weichen für ihre Gesundheit im Alter stellen. Genau hier setzt XbyX an und bekommt nun durch die Finanzierung wertvolle Unterstützung. Peggy Reichelt: “Wir sind sehr glücklich über unsere Investorenrunde, die uns nicht nur finanziell den notwendigen Rückenwind gibt, sondern auch unsere langfristige Vision zu 100 % trägt. Die Wechseljahre und die Frauengesundheit ab der Lebensmitte bekommen so endlich die Aufmerksamkeit und die moderne Wahrnehmung, die sie verdienen.”

Mit dem Investment plant das Berliner Start-up seine Vision einer Pro-Age-Gesellschaft weiter zu verwirklichen. Die Mittel werden in die Team-Erweiterung, die Entwicklung neuer Produkte und Angebote sowie die Erschließung neuer Märkte und Kanäle fließen und so das weitere dynamische Wachstum finanzieren.

Praxisleitfaden: (Aus-)Gründungen an deutschen Universitäten

Orrick zeigt in seinem Praxisleitfaden OLNS#10, was bei (Aus-)Gründungen an deutschen Unis zu beachten ist und wie sich hierbei rechtliche Fallstricke vermeiden lassen.

Orrick wurde in der Bay Area gegründet und ist eine der weltweit führenden Technologiekanzleien. Der Praxisleitfaden soll Gründer*innen und Universitäten dabei helfen, universitäre Spin-offs auf den Weg zu bringen und dabei kostspielige rechtliche Fehler zu vermeiden. Das Ziel ist es, dass die Gründerinnen und Gründer mehr Zeit für die Entwicklung ihres Unternehmens haben und Universitäten möglichst viele erfolgreiche Start-ups hervorbringen.

Bei der Vorbereitung von OLNS#10 stützte sich das internationale und interdisziplinäre Orrick-Team auf die Erfahrung aus der weltweiten Beratung von mehr als 3.700 VC-finanzierten Unternehmen und mehr als 90 Unicorns sowie den aktivsten Fonds, Corporate-Investoren und börsennotierten Technologieunternehmen.

Der Guide gibt praktische Ratschläge zu folgenden Themen:

Die Gründungsphase

  • Zusammensetzung des Gründungsteams und Verteilung der Anteile
  • Struktur des ersten Cap Table
  • Steuerlich getriebene Holdingstrukturen (einschl. zweistufiger US/deutscher Doppelstockstrukturen)

Einbringung des universitären IP in das Start-up

  • Vollerwerb vs. Lizenzierungsmodelle (einschl. üblicher Lizenzbedingungen)
  • Einräumung einer echten oder virtuellen Beteiligung am Start-up als Teil der Gegenleistung

Finanzierung von Spin-offs

  • Finanzierungsprozess von Pre-Seed bis Post-IPO
  • Wann ist Venture Capital nicht das Richtige?
  • Besonderheiten bei Corporate-Investoren

und vieles mehr, einschließlich einer Checkliste für die Nachgründungsphase und einem Crashkurs zu den relevanten IP-Basics.

Der mehr als 160 Seiten umfassende Guide kann kostenlos hier abgerufen werden.

Lea-Sophie Cramer: Die Entrepreneurin und Tech-Expertin wird Industry Advisor bei KKR

Lea-Sophie Cramer wird ihre unternehmerische Expertise und ihr Netzwerk einbringen und KKR sowie ausgewählte Portfoliounternehmen bei der Identifizierung und Bewertung neuer Investitions- und Wertschöpfungsmöglichkeiten unterstützen.

KKR, ein weltweit agierender Investor, hat Lea-Sophie Cramer zur Industry Advisor für das Private-Equity-Team ernannt. Damit baut KKR seine Expertise im europäischen E-Commerce- und Technologiesektor weiter aus. Zu den globalen Tech-Investitionen von KKR zählen unter anderem Investitionen in Cegid, Exact Software, Darktrace, Onestream und Box. In der DACH-Region investiert KKR seit über 20 Jahren vor Ort, vor allem durch strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Axel Springer, Contabo, Körbers Supply-Chain-Software-Geschäft, Scout24 Schweiz und SoftwareOne.

In ihrer Funktion wird Lea-Sophie Cramer ihre Expertise und Erfahrung als Unternehmerin einbringen, um KKR bei Investitionsmöglichkeiten zu beraten und ausgewählte Portfoliounternehmen bei internationalen Wachstumsstrategien unterstützen.

Die Unternehmerin und Investorin Lea-Sophie Cramer gehört zu den prominentesten Vertretern der Start-up-Szene in Deutschland. Nachdem sie das Asiengeschäft von Groupon leitete, gründete sie im Jahr 2013 Amorelie. Unter ihrer Führung wurde Amorelie zu einem der führenden E-Commerce-Unternehmen und digitalen Brands für das Liebesleben und trug so zum Wachstum und der Neupositionierung einer ganzen Branche bei. Amorelie wurde an ProSiebenSat.1 verkauft und Lea- Sophie Cramer gab 2019 ihre Position als CEO des Unternehmens ab.

Lea-Sophie Cramer ist als Business Angel aktiv und investiert in Venture Capital Fonds. Sie gehört zu den führenden Stimmen für moderne Führung und digitale Innovation. Im Jahr 2022 gründete sie die „10 More In“ Akademie, die ein digitales, modernes Führungsprogramm für Frauen anbietet. Cramer war Mitglied im Beirat von Amorelie und im Verwaltungsrat von Conrad Electronic. Darüber hinaus ist sie derzeit aktives Mitglied im Verwaltungsrat des Schweizer Fotoproduktunternehmens Ifolor Group.

In ihrer Rolle als Industry Advisor bei KKR wird Lea in den Verwaltungsrat des KKR- Portfoliounternehmens Wella Company einziehen, einem der weltweit führenden innovativen Beauty- Unternehmen. Als Non-Executive Board Director wird sie ihr Fachwissen bei der Entwicklung von E- Commerce-Lösungen, dem Aufbau nachhaltiger und innovativer Verbraucher- und Fachhandelsmarken und der Unterstützung des Unternehmens bei der Beschleunigung seines übergeordneten Wachstumsplans einbringen. Darüber hinaus wird Cramer ihr Wissen über den deutschsprachigen Konsumgütermarkt, einem der größten und wichtigsten Märkte für Wella Company, einbringen. Seit KKR vor zwei Jahren eine Mehrheitsbeteiligung an Wella Company übernahm, hat das Unternehmen als führender Anbieter von professionellen und Einzelhandelsprodukten für Haare, Nägel und digitale Schönheitstechnologien seinen Marktanteil weltweit erheblich gesteigert. Gleichzeitig hat Wella Company kontinuierlich in die Bereiche Nachhaltigkeit, Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion investiert und diese Aspekte in den Mittelpunkt seines Handels gestellt. Das Unternehmen hat vor kurzem sein erstes ESG-Manifest veröffentlicht, in dem es seinen langfristigen Plan für Menschen, Planet und Produkte darlegt, der unter anderem die Reduzierung von CO2-Emissionen, nachhaltige Produktionsabläufe sowie Produktinnovationen für eine saubere und umweltfreundliche Zusammensetzung der Inhaltsstoffe.

Lea-Sophie Cramer: „Seit 15 Jahren widme ich mich dem Aufbau innovativer und kundenorientierter Marken in der deutschen Tech- und Start-up-Szene. KKR investiert in strategische Partnerschaften mit Gründern, Unternehmern und Managementteams und unterstützt deren Unternehmen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb freue ich mich sehr, meine Expertise für KKR und die Portfoliounternehmen einzubringen. In den Verwaltungsrat eines Unternehmens wie Wella Company mit seinen ikonischen Marken berufen zu werden ist eine großartige Chance. Die Entwicklung des Unternehmens unter CEO Annie Young-Scrivner ist beeindruckend und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihr und dem gesamten Team.“

Philipp Freise, Partner und Co-Head of European Private Equity bei KKR, kommentiert: „Wir bei KKR freuen uns sehr, Lea in unserem Team begrüßen zu dürfen. Mit ihrer beeindruckenden Erfolgsbilanz als Unternehmerin und ihrem Status als Vorbild für Gründer und Gründerinnen in ganz Europa bringt sie einen großen Erfahrungsschatz in unser Unternehmen ein. Gerade mit Blick auf den Technologiesektor, in dem wir unsere Aktivitäten global weiter ausbauen, verfügt Lea über herausragende Expertise. Sie hat wiederholt gezeigt, dass sie diverse Teams erfolgreich leiten kann und ein Talent für Innovationen hat. Auf unserer Mission, in Unternehmen zu investieren, die die digitale Transformation vorantreiben, werden wir von Leas Expertise extrem profitieren.“

B2B-Zahlungsspezialist Mondu sichert sich 13 Mio. US-Dollar

Das 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründete Mondu sichert sich eine Serie-A-Erweiterung in Höhe von 13 Mio. US-Dollar für die fortgesetzte internationale Expansion.

Die Mondu GmbH wurde 2021 von den Unternehmern Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger in Berlin gegründet, um den B2B-Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Das Unternehmen ermöglicht es Händler*innen und Marktplätzen, ihren Geschäftskund*innen B2B-Zahlungsmethoden mit flexiblen Zahlungsbedingungen in einem Online-Checkout anzubieten. Die „Buy Now, Pay Later“-Lösungen umfassen den Kauf auf Rechnung, SEPA-Lastschrift und Ratenzahlung. Händler*innen, die mit Mondu arbeiten, sind vor dem Ausfallrisiko geschützt und sparen sich den Ärger mit Inkasso und Mahnwesen.

Damit bringt Mondu B2B-Zahlungen auf eine Stufe mit B2C-Zahlungen, indem es die Kund*innen in den Mittelpunkt des Zahlungsflusses stellt und gewährleistet, dass sie eine nahtlose, moderne und hochmoderne Erfahrung haben. Das Ergebnis: Geschäftskund*innen haben die Möglichkeit, zu kaufen und zu bezahlen, wann sie wollen, was sich in einer höheren Konversionsrate und einem größeren Warenkorb für den/die Anbieter*in niederschlägt.

Mit der Erweiterung der Serie A erhöht sich die gesamte Investitionsrunde auf 56 Millionen US-Dollar und ermöglicht weiteres Marktwachstum und Produktentwicklung. Mondu will zudem neue Anwendungsfälle für seine B2B-Zahlungsprodukte erkunden, wie etwa eine Omnichannel-Lösung.

Philipp Povel, Mitbegründer und Co-CEO von Mondu: „Buy Now, Pay Later hat sich im B2B-Bereich als wertvolles Instrument etabliert, um die Erwartungen der Geschäftskunden zu erfüllen, indem es ein ‚Consumer‘-Checkout-Erlebnis und eine flexible Bezahlung ermöglicht. Wir sind zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Buy Now, Pay Later für B2B im Jahr 2023 erheblich ansteigen wird. Es gibt viele positive Auswirkungen dieses Finanzinstruments, nicht nur für Käufer, sondern auch für Händler und Marktplätze, da sie weiterhin steigende Warenkorbgrößen und eine stärkere Loyalität der Käufer beobachten.“

Seit der Ankündigung der ersten Series A im vergangenen Mai führte Mondu den Ratenkauf ein und expandierte nach Österreich und in die Niederlande, wo das Unternehmen ein zweites Büro in Amsterdam eröffnete. Das Mondu-Team ist von 20 Mitarbeitenden zu Beginn des Jahres 2022 auf 140 Mitarbeitenden angewachsen.

Seit der Gründung im Oktober 2021 hat Mondu 90 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von Valar Ventures, FinTech Collective, Cherry Ventures, hochkarätigen Business Angels und der deutschen Bank VVRB erhalten.

Gründer*in der Woche: Business Pendel Bus - Pendeln neu gedacht

Tobias Schemmel hat einen Mobilitätsservice gegründet, der sich an Firmen mit zahlreichen motorisierten Berufspendler*innen wendet. Sein Ziel: eine Alternative zum Individualverkehr bieten, Verkehr und Emissionen reduzieren und die Pendler*innen von der „verpendelten Lebenszeit“ befreien. Mehr dazu im Interview mit Tobias.

Wann und wie bist du auf die Idee zum Business Pendel Bus gekommen?

Die Idee kam mir noch vor Corona, als es noch üblich war, dass man täglich gependelt ist – das war bei mir nicht anders. Es war damals ein heißer Sommertag und wir wollten am Abend mit Freunden im Garten grillen. Ich wollte also nach Hause, um alles vorzubereiten – aber ich stand mal wieder am Mittleren Ring im Stau. Es ging nur meterweise im Schritttempo voran. Und weil ich ja nichts Besseres zu tun hatte, habe ich mir mal die anderen „Stauteilnehmer“ so angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass nahezu in jedem Auto nur eine Person sitzt. Und das bei laufender Klimaanlage und natürlich laufendem Motor. Aus Langweile schaltete ich das Radio an und in den Nachrichten kam die Meldung: „Die Luftqualität in deutschen Städten wird immer schlechter“.

Und da kam mir dann die Erkenntnis: „Ich bin Teil des Problems. Ich mach’s ja auch nicht anders.“

Auf der ganzen Heimfahrt hat mich dann der Gedanke nicht mehr losgelassen und ich habe überlegt, woran es liegt, dass auch ich täglich mit dem Auto unterwegs bin.

Was danach kam, waren viele Gedanken über mögliche, aber irgendwie nicht wirklich in Frage kommende, Alternativen und schlussendlich die Idee einen Service zu entwickeln, wie ich ihn selbst gerne nutzen würde.

Die Summe dieser Ideen ist heute das Angebot des Business Pendel Bus.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum fertigen Service?

Ich würde sagen, das Finden der richtigen Partner. Meine Vorstellungen, wie das Ganze aussehen könnte, hatte ich ja bereits im Kopf. Aber wie soll ich so eine Firma auf die Beine stellen? Wo fängt man da an? Also habe ich Gespräche geführt und meine Idee einem Bekannten erzählt, der bei einer Bus Firma in der Geschäftsführung arbeitet. Nach dem Gespräch habe ich 2 Wochen nichts mehr gehört und mir gedacht, dass es vielleicht doch keine so außergewöhnliche Idee war. Danach hat er mich angerufen und gemeint, ich soll mein Konzept mal den Firmeninhabern vorstellen.

So habe ich dann auf der einen Seite ein Busunternehmen für mein Konzept gewinnen können, die den gesamten operativen Busbetrieb abdecken können: Von der Wartung und Pflege der Fahrzeuge, über die Bereitstellung und Einplanung von professionellen Busfahrern, bis hin zum wichtigen Teil der Genehmigungen, die für die Personenbeförderung benötigt werden.

Auf der anderen Seite arbeite ich inzwischen mit einem Münchner Startup zusammen, das eine Fahrgemeinschafts-Plattform speziell für Berufspendler anbietet. In diesen Dienst kann sich der Business Pendel Bus perfekt integrieren – und wir schaffen damit eine zusätzliche Mobilitätsalternative innerhalb der Plattform.

Diese beiden Partner erlauben es mir, den Service von Anfang an hochprofessionell anbieten zu können, so dass ich mich auf die inhaltlichen Gespräche und den Verkauf meines Konzeptes fokussieren kann.

Was ist das Besondere am Business Pendel Bus, wie unterscheidet er sich von anderen Mobilitätslösungen?

Der Business Pendel Bus ist darauf ausgelegt, dass die Pendler im Bus arbeiten können. Und das nicht nur auf einem „Brettl über den Knien“ – sondern auf einem Arbeitstisch, der den Namen auch verdient hat. Über WLAN kann man sich während der Fahrt ins Firmennetz einwählen, wie man es auch aus dem HomeOffice machen würde.

Das war eines der Schlüsselmerkmale, welches mir bei meiner Gründungsidee klar geworden ist: Pendeln ist ungeheure Zeitverschwendung. Das ist ja auch der Vorteil, den viele im HomeOffice sehen – die Fahrtzeiten fallen weg. Wenn man diese „verpendelte Zeit“ in Arbeitszeit umwandeln kann, ist man früher mit der Arbeit fertig und kann seine Lebenszeit der Familie, den Freunden und / oder den Hobbies widmen.

Der Business Pendel Bus verbindet für den Pendler diesen Zeitvorteil des HomeOffice mit den Vorteilen eines Bürotags, wo man seine Kollegen persönlich trifft und damit die Zusammenarbeit und Innovationskraft im Unternehmen erhalten bleibt.

Für wen ist dein Angebot gedacht bzw. wer sind deine Kund*innen?

Der Business Pendel Bus bietet endlich eine echte Alternative zum Auto. Er richtet sich an Pendler mit „digitalen Jobs“ – also Berufen, die auch viel Arbeit am Laptop / PC beinhalten. Viele dieser Pendler haben heute keine andere Möglichkeit, als mit dem Auto zu fahren. Sei es, weil der ÖPNV keine passende Verbindung bietet (bspw. auf dem Land), oder weil der Arbeitsplatz für Fahrrad oder eBike zu weit ist. Daher konkurrieren wir auch nicht mit dem ÖPNV – diesen hochsubventionierten Preis könnten wir auch niemals erreichen.

Unsere Kunden sind allerdings die Firmen, für die diese Pendler arbeiten. Wir bieten also ein B2B2C Angebot – in unserem Fall ein: Business to Business to Commuter. Der Business Pendel Bus kann ein hervorragendes Incentive sein, wenn es um Mitarbeiterloyalität oder
Mitarbeitergewinnung geht. Auch wenn es darum geht, die Mitarbeiter wieder zu mehr Präsenz im Büro zu motivieren. Wenn durch uns mehrere Firmenwägen eingespart werden können, ist ein Business Case auch schnell erreicht.

Wie hast du den Start und damit dich selbst finanziert?

Die Finanzierung ist eigentlich kein so großes Thema gewesen, weil ich parallel einen „normalen Job“ habe, der die täglichen Brötchen bringt.

Klar habe ich hier und da auch ein wenig Geld in die Hand genommen, aber das beläuft sich auf Investitionen in wirklich kleinerem Maßstab. Bspw. habe ich mir das Logo erstellen lassen, von dem ich heute auch noch richtig überzeugt und begeistert bin. (Hätten Sie erkannt, dass das „B“ einen Sitz darstellt und der Rahmen um das „B“ dem Seitenfenster eines Mercedes-Sprinter nachempfunden ist?)

Vor der Gründung habe ich auch ein „Vorgründer-Coaching“ der IHK in Anspruch genommen. Das hat mir auch sehr geholfen, um die Themen zu strukturieren und das Ganze aus einer rein geschäftlichen Perspektive zu betrachten.

Die Hauptinvestition sind allerdings die vielen, vielen Stunden, die in das Projekt geflossen sind. Meine Frau und Bekannte haben meine Ideen und Gedanken immer wieder mit Fassung ertragen.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?

Derzeit bin ich in guten Gesprächen mit mehreren potenziellen Kunden. Die Herausforderung ist, dass der Verkaufsprozess einigermaßen komplex und vielschichtig ist.

Die Vorteile unseres Angebots überzeugen schnell – schwieriger ist dann die Bestimmung des jeweiligen Potenzials an Pendlern: Woher, wie viele, wann und wie oft? Nachdem das Thema Pendeln bisher in den meisten Fällen das „Problem“ des Mitarbeiters war, gibt es in den Firmen weder eine Stelle, an die man sich zentral wenden kann, noch gibt es ausreichend Daten, um Annahmen zu unterfüttern. Allerdings gibt es bereits Startups, die genau in diese Lücke gehen und Mobilitätsanalysen anbieten. Hier weitere Partnerschaften zu finden, die bei der Vorbereitung von Abschlüssen behilflich sein können, ist eines meiner Ziele.

Ein weiteres Ziel ist, dass ich auch über den Großraum München hinaus Kunden überzeugen möchte. Das Konzept ist deutschlandweit ausrollbar – prinzipiell überall da, wo es Firmen gibt, mit vielen Autopendlern.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Betrachte andere Gründer nicht als deine Konkurrenz. Wenn es in der Richtung deiner Idee auch andere Gründer gibt, dann frage dich, wie und warum diese dein eigenes Produkt noch besser machen können.

Am Ende ist die Lösung des Problems wichtiger als ein in den Sternen stehender Profit.

Hier geht's zum Business Pendel Bus

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: Idana - mehr Patienten-Zeit, weniger bürokratische Medizin

Die Tomes GmbH-Gründer*innen Dr. med. Lucas Spohn, Dr. med. Lilian Rettegi und Jerome Meinke haben 2019 mit Idana ihr erstes Produkt auf den Markt gebracht, welches eine personalisierte, datenbasierte und unbürokratische Medizin ermöglicht. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Lilian.

Wann und wie bist du zusammen mit deinen Co-Foundern auf die Idee zu Idana gekommen?

Mein Kollege Lucas Spohn und ich haben bei unserer Arbeit als Ärzte immer wieder festgestellt: Das größte Problem ist die fehlende Patienteninformation bei mangelnder Zeit. Du kennst das bestimmt: Man sitzt beim Arzt, das Personal ist gestresst, man warten lange und wenn man dann endlich dran ist, hat man kaum Zeit, die eigenen Beschwerden zu schildern. Das erweckt den Eindruck einer schlechten Organisation, was sich für beide Seiten schlecht anfühlt. Als Arzt oder auch als MFA gewöhnt man sich an das Gefühl des Hinterherlaufens.

Lucas Spohn und ich finden es großartig, Menschen zu versorgen. Wir waren uns aber auch einig: So wie sich der Praxisalltag darstellt, wollen wir nicht in den Beruf einsteigen. Gemeinsam mit unserem dritten Gründer und CTO, dem Softwareentwickler Jerome Meinke, haben wir uns 2016 deshalb das Ziel gesetzt, ein Tool zu entwickeln, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in ihrem ärztlichen Arbeitsalltag unterstützt.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung der Tomes GmbH im Jahr 2016 bis zum ersten fertigen Produkt im Jahr 2019?

2016 starteten wir drei Gründer das Abenteuer Idana mit der Entwicklung eines Prototyps. Obwohl unser erstes Minimum Viable Product noch eine Standalone-Lösung mit ausschließlich lokal verfügbaren Patientendaten war, hat es in der Praxis schon ordentlich Nutzen gestiftet. Damit war klar: Idana würde einen Bedarf decken. Also war der nächste Schritt, ein voll in die Praxisprozesse integriertes, cloudbasiertes Produkt auf den Markt zu bringen. Dafür fokussierten wir uns 2018 auf drei Dinge: Die Programmierung der Schnittstelle für die Integration in die gängigen Praxisverwaltungssysteme, die Entwicklung der sicheren Patientencloud durch eine einzigartige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und die Etablierung der ersten Marketing- und Vertriebskanäle. Und 2019 war es dann so weit: Idana kam auf den Markt.

Welche Rolle hat dabei das sensible Thema digitale Verarbeitung von Patientendaten gespielt? Die größte Hürde in der Projektentwicklung?

Aufgrund der besseren Skalierbarkeit, der vielfältigeren Einsatzmöglichkeiten und auch der höheren Sicherheit, war es für uns von Anfang an klar: Wir bauen Idana als Cloudprodukt. 2017 war das Thema Patientendaten in der Cloud aber noch sehr heikel. Ärztinnen und Ärzte hatten bis dato keinerlei Kontakt mit der Cloud in ihrem Praxisalltag. Ich erinnere mich noch gut an die ersten Demos, die immer damit endeten, dass das Produkt super sei, aber ob wir nicht auch eine OnPremise-Lösung anbieten. Wir haben daher viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselungstechnologie fließen lassen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Ein externer Datenschutzanwalt hat uns bei dem Prozess unterstützt.

Dennoch war es zu Beginn mühsam, Ärztinnen und Ärzte von der Cloudlösung zu überzeugen. Heute ist die Cloud mehr etabliert, sogar einige Praxisverwaltungssysteme bieten eine Cloud-Version an. Arztpraxen entscheiden sich mittlerweile sogar für unser System, gerade weil es cloudbasiert ist und dadurch über Funktionen verfügt, die den größten Mehrwert stiften.

Wie habt ihr den Start und die lange Entwicklungsphase finanziell gestemmt?

Die Initialzündung war das EXIST-Gründungsstipendium vom Bundeswirtschaftsministerium, das wir 2016 für unsere Idee erhalten haben. Damit konnten wir ein Jahr lang einen Software-Prototypen entwickeln und erste Tests durchführen. Zudem haben wir im gleichen Jahr bei einigen Startup-Wettbewerben gewonnen und haben die Innovationsgutscheine High Tech vom Land Baden-Württemberg erhalten. Den größten Boost für unsere Bekanntheit im ärztlichen Markt gab es 2018 durch den zweiten Platz beim KBV-Zukunftspraxis-Projekt der kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Zusammen mit unserer ersten großen Finanzierung über die Crowdinvesting Plattform Companisto, bei der wir 500.000 Euro eingesammelt haben, konnten wir 2019 den Markteintritt realisieren. Seitdem haben wir aus verschiedenen Quellen insgesamt fünf Millionen Euro an Kapital erhalten und mittlerweile einen Beirat sowie erfahrene Investorinnen und Investoren an unserer Seite. Parallel wurden wir immer eng von Fachleuten in strategischen, finanziellen, vertrieblichen und Management-Fragen gecoacht.

Nun zu Idana: Was ist das Besondere an eurer Softwarelösung und wie kommt diese der ärztlichen Versorgung bzw. dem Arzt-Patienten-Verhältnis zugute?

Ärztinnen, Ärzte und ihr Praxispersonal sind medizinisch sehr gut ausgebildet. Aber ihnen fehlt die Zeit, den Beruf so auszuüben, wie sie es gern möchten. Für eine gute Versorgung plus saubere Dokumentation braucht es eigentlich 20 bis 30 Minuten pro Patientenbesuch – im Schnitt sind es aber nur acht Minuten. In dieser kurzen Zeit muss dann alles geschehen: Informationsbeschaffung, Diagnose, Therapiebesprechung, Dokumentation.

Wir haben daher eine Software entwickelt, die relevante Informationen im Vorfeld direkt beim Patienten erhebt. Sie können zu Hause in aller Ruhe alle wichtigen Hinweise zu ihrem Zustand eingeben, und die medizinisch fundierten Folgefragen unsere intelligenten Fragebögen beantworten. Gerade für Menschen mit Sprachbarrieren und ältere Personen ist es enorm hilfreich, wenn sie genügend Zeit haben, über alle Symptome nachzudenken und diese lückenfrei ihrem Arzt mitteilen zu können. Außerdem können sie Einverständniserklärungen und andere Formulare ergänzen. Die Arztpraxis hat dann alle relevanten Infos schon vor dem Patientengespräch.

Für wen bzw. welche Praxen ist Idana geeignet?

Idana ist für alle Arztpraxen geeignet, die erkannt haben, dass gute Medizin bereits bei einer strukturierten Patientenaufnahme beginnt. Vielleicht haben sie schon erste Prozesse installiert, um die Patientenaufnahme für beide Seiten angenehmer zu gestalten, z.B. über Online-Terminvergabe, PDF-Formulare auf der Website oder Papier-Fragebögen in der Praxis. Unsere Praxen sind offen gegenüber Digitalisierung und nutzen diese möglicherweiße schon effizient in ihrem Praxisalltag, wissen aber auch, dass die Prozessumstellung Zeit kostet und sind bereit, diese zu investieren. Für unsere Anwender steht der Patient im Mittelpunkt und sie wollen sicherstellen, dass das Gespräch und die Behandlung trotz wenig Zeit von hoher Qualität und zielführend ist. Insgesamt trifft das heute bereits auf die Mehrheit aller Praxen zu und die Zahl ist steigend. Inhaltlich decken wir die meisten Fachrichtungen ab, kürzlich haben wir auch die Radiologie sehr erfolgreich erschlossen.

Die Digitalisierung in der Medizin steckt hierzulande ja noch eher in den Kinderschuhen. Was sind eure weiteren unternehmerischen To-do's und Pläne?

Stimmt, die Digitalisierung in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern eher noch in den Kinderschuhen. Aber ich möchte meine Kolleginnen und Kollegen in Schutz nehmen: In den vergangenen Jahren wurde viel Nonsens-Digitalisierung in der Ärzteschaft politisch durchgedrückt, die Mehrarbeit aber keinen Mehrwert schafft. Das führte zu einer Digitalisierungs-Ermüdung. Wir merken, die Bereitschaft zum Einsatz von digitalen Tools im Praxisalltag ist durchaus groß – vorausgesetzt, sie machen die täglichen Prozesse einfacher, sicherer und zielführender. Dass Idana diese Bedingungen erfüllt, daran arbeiten wir tagtäglich.

So haben wir bis heute fast eine Million digitale Patientenaufnahmen mit Idana durchgeführt. Worauf wir besonders stolz sind: Patienten lieben Idana. Fast 400.000 Patientinnen und Patienten haben das Idana-Erlebnis in einer fortlaufenden Umfrage bewertet – im Schnitt mit 4,4 von 5 Sternen und 95 Prozent würden Idana gern noch einmal verwenden. Wir haben bis heute mehrere hundert Arztpraxen als Kunden gewonnen und unseren Kundenstamm im Jahr 2021 fast verdreifacht. Mit der Series A Finanzierung, die wir bis zum Jahresende abschließen und sechs Millionen Euro Kapital einsammeln wollen, planen wir 14.000 Kunden und 20 Million Annual Recurring Revenue bis Ende 2026 zu erreichen.

Und last but not least: Was rätst du anderen MedizinTech-Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Ein Unternehmen zu gründen ist definitiv nicht für jede(n) etwas. Viele Mitarbeitende fragen mich oft, wie ich nachts schlafen kann, wenn wir wieder eine neue Finanzierungsrunde durchführen müssen, weil uns in wenigen Monaten sonst das Geld ausgeht. Damit muss man leben können, es als Teil der Reise akzeptieren. Ich würde unbedingt empfehlen, sich strategisch, finanziell und im Management viel Rat von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern einzuholen – schließlich werden wir als Medizinerinnen und Mediziner überhaupt nicht auf das Unternehmertum vorbereitet. Aber mein wichtigster Tipp ist: einfach machen. Das Meiste lernt man auf der Reise. Für meine persönliche Weiterentwicklung ist das Abenteuer, ein Unternehmen zu gründen, unbezahlbar. Ich bereue die Entscheidung keinen Tag.

Hier geht's zu Idana

Das Interview führte Hans Luthardt

Gründer*in der Woche: Million Steps - digitaler Nachweis für Freilandhaltung

Die Million Steps GmbH wurde 2022 von Paula Ebert, Rico Noël und Stefan Grimm in Stuttgart gegründet. Das Agrar-Start-up entwickelt Software zur Erfassung, Verarbeitung und Ausweisung von Weide- und Tierdaten. Das Ziel ist die Förderung der regenerativen Landwirtschaft, die einen positiven Einfluss auf Tier, Mensch und Klima hat. Mehr dazu im Interview mit Co-Gründer Rico.

Wann und wie seid Ihr auf die Idee zu Million Steps gekommen?
Eine simple Beobachtung: Digitale Devices und Apps erfassen immer mehr unserer Daten, dazu gehört selbst unsere tägliche Schrittanzahl. Gleichzeitig fordern wir mehr Transparenz auf einer ganz anderen Seite bei der uns der Einblick und Überblick fehlt. Bei der Ernährung – konkreter bei tierischer Ernährung und dem Tierwohl. Wir verlassen uns auf Packaging und Gütesiegel.

Warum also nicht ähnliche Technik einsetzen, um Haltung zu beweisen und nicht nur zu behaupten? Sprich, einem transparenten Nachweis für Weidehaltung mittels GPS-Tracker, oder anders gesagt, mindestens einer Million Schritte auf Gras. Auf diese Schrittzahl kommt man, wenn Rinder ungefähr zwei Jahre auf der Weide standen.

Mit diesem Gedanken kamen Stefan, Paula und ich zusammen. Jeder von uns mit komplett anderem Hintergrund: Paula kommt aus Gastronomie und Catering, Stefan ist unser Tech-Lead mit 20 Jahren Erfahrung in IT und Beratung und Mitgründer von My Local Meat. Ich selbst komme aus der Werbung und kümmere mich um Produktentwicklung und Marketing.

Was waren die größten Herausforderungen beim Aufbau eures Start-ups und der Entwicklung eurer Software?
Wir hatten ein Zeitfenster von ca. sechs Monaten für die Entwicklung einer marktreifen Software. Dabei hatten wir je nach Region mit fehlerhaften GPS-Signalen und je nach Devices mit schwachen Batterien und Ausfällen zu kämpfen. Wir selbst waren überrascht, wie weit die Tiere laufen und haben es anfangs für einen Fehler im Tracking gehalten. Aber wir erfassen Tiere, die teils durchschnittlich 10 Kilometer pro Tag laufen. Nach der zweiten Weidesaison sind das über 4000 km! All die Erkenntnisse aus der Testphase haben uns schlauer gemacht und wir konnten Kinderkrankheiten beseitigen.Hinzu kommt, dass Landwirte sehr unterschiedlich zu der Digitalisierung stehen. Die Bereitschaft, digitale Devices einzusetzen, teilt sich auch nicht, wie man vermutet, strickt in alt und jung, sie ist eher eine Frage von Tradition und Überzeugung.

Family-Fintech Bling sichert sich Millionen-Invest

Bling, Europas erstes Family-Fintech, hat mit seiner Seed-Finanzierungsrunde sechs Monate nach dem Launch Millionen eingesammelt. Lead-Investor ist Peak aus Amsterdam, den Co-Lead übernimmt La Famiglia aus Berlin.

Bling wurde 2021 von Leon Stephan und Nils Feigenwinter in Berlin gegründet. Das erste Family-Fintech Europas startete als Taschengeld-App, um die Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Für viele von ihnen ist es die erste selbständige Bezahlerfahrung.

Seit Sommer 2022 bietet Bling eine Family-Banking-Lösung an: mit der Bling-Card und -App bezahlen Kinder und Jugendliche selbständig. Mit der App lernt zudem die ganze Familie den optimierten Umgang mit Geld.

Eine Idee, die nicht nur bei Investor*inneen gut ankommt: Wenige Monate nach dem Start nutzen – so das Start-up – bereits tausende Familien das Angebot; bereits über 10.000 Kinder und Jugendliche haben mit Bling ihre erste Bezahlerfahrung gemacht.

Neben Business Angels wie Lea-Sophie Cramer, Felix Haas (IDnow), Jakob Schreyer (Orderbird) und dem ehemaligen ING-Diba CEO Ben Tellings investieren jetzt auch die Familien-Influencerin Carmen Kroll und Prediction Capital im Zuge der Seed-Runde.

„Die abgeschlossene Finanzierungsrunde ermöglicht es, unser Angebot schneller auszubauen und zu wachsen. Unsere Produkte orientieren sich an der Entwicklung von Familien. Mit neuen Sparangeboten – schon zur Geburt – werden wir diese Strategie weiter forcieren“, sagt der 22-jährige Co-Gründer und CEO Nils Feigenwinter und ergänzt: „Über Jahrzehnte wurden Familien als Zielgruppe vernachlässigt. Das ändern wir.“

Mitgründer und CTO Leon Stephan ergänzt: „Wir sehen, dass sich das Engagement der Erstnutzer und die Anzahl der User innerhalb einer Familie von Monat zu Monat steigern. So wird unsere App auch innerhalb der Familie als Tool von Erwachsenen genutzt, das prägt unsere Tech-Strategie für die Zukunft.“

Aus Gexsi wird GOOD - die soziale Alternative zu Google

Aus Gexsi wird GOOD: Die "Suchmaschine für eine bessere Welt" wartet ab sofort mit neuem Namen, neuem Design und neuen Features auf.

GOOD will bewusst anders als andere Suchmaschinen sein: 100% non-profit, datenschutzfreundlich und CO2-neutral. Und mit ihren Einnahmen unterstützt die Suchmaschine jeden Monat ein Projekt, das mit einer innovativen Lösung einen Beitrag zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) leistet.

Die Vision von GOOD: Eine Welt, in der möglichst viele Menschen positiven Wandel anstoßen – ganz unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei.

Die Suchmaschine ging im Jahr 2019 mit einem ersten Prototypen von Berlin aus auf den Markt, zunächst unter dem Namen Gexsi. Die Gründer David Diallo, Kevin Fuchs und Andreas Renner erkannten damals, dass Menschen überall auf der Welt aus Eigeninitiative neue Lösungen entwickeln und gerade in der Startphase Unterstützung benötigen. “Uns war klar, dass wir diese Lösungen nicht alleine zum Erfolg bringen können. Die Projektideen müssen verbreitet werden, um möglichst viele Menschen einzubinden und zum Handeln anzuregen. Unsere Formel lautet daher: Informieren, Inspirieren, Aktivieren“, so Andreas Renner.

Für die Gründer war es von Beginn an wichtig, ein Tool als Grundlage zu nehmen, welches eine große Zielgruppe anspricht und alltäglich genutzt wird. Es sollte für jeden unkompliziert, ohne Kosten und barrierefrei zu bedienen sein und ganz nebenbei noch Geld einbringen.

Seit dem Start wurde die Beta-Version kontinuierlich weiterentwickelt. Nun stehen für die Suchmaschine und das Team die nächsten großen Schritte an. Dafür geht die Suchmaschine unter anderem mit dem neuen Namen GOOD an den Start. Mit der Umbenennung gibt es außerdem einen komplett neuen Look für die Website, Browser-Erweiterung und Mobile Apps sowie zusätzliche Features, wie u.a. erweiterte Wikipedia-Widgets oder zusätzliche Filterfunktionen.

Die neuen Funktionen sollen ein noch attraktiveres Nutzererlebnis schaffen und bessere Suchergebnisse erzielen. Bewährtes wie das gemeinnützige Dach, die Unterstützung von Projekten mit innovativen Lösungen und die Überzeugung, gemeinsam für eine bessere Welt zu kämpfen, bleiben unverändert.

Grüne Brise: erster Marktplatz Deutschlands für Cannabis-Apotheken gestartet

Breezy Brands, ein Tochterunternehmen der Bloomwell Group, verkündet den Start von Grüne Brise, dem ersten deutschen Online-Marktplatz für Cannabis-Apotheken.

Die Breezy Brands GmbH, ein Portfolio-Unternehmen der Frankfurter Bloomwell Group GmbH, startet nach erfolgreichem Testlauf mit Grüne Brise Deutschlands ersten Online-Apotheken-Marktplatz für medizinisches Cannabis. Cannabis-Patient*innen können fortan online auf einfachem Wege ihre Rezepte einlösen und erhalten ihre verschriebenen Produkte binnen 72 Stunden an die Haustür geliefert.

„Grüne Brise fungiert als Online-Marktplatz für ausgewählte Partner-Apotheken und Cannabis-Patient*innen mit dem Ziel, das Einlösen eines Rezepts für medizinisches Cannabis so nutzerfreundlich und einfach wie möglich zu gestalten. Es gibt in Deutschland aktuell nur wenige spezialisierte Cannabis-Apotheken. Entsprechend langwierig und aufwendig kann es sich für chronisch erkrankte Menschen gestalten, die ihnen verordnete Sorte zu erhalten. Unser Ziel ist, Patient*innen den Service zu bieten, den sie verdienen, ohne lange Wartezeiten, Verfügbarkeitsprobleme oder mangelnde Erreichbarkeit“, erklärt Janett Dalka, CEO der Breezy Brands GmbH.

So können Patient*innen über Grüne Brise durch die angebundenen Apotheken nahezu alle in Deutschland zugelassenen Sorten medizinisches Cannabis erhalten und online in wenigen Schritten ihr Rezept einlösen. Das Rezept muss vor Abschluss des Kaufs hochgeladen werden und wird durch das pharmazeutische Fachpersonal der ausgewählten Apotheke kontrolliert. Der Patient kann über seinen Log-In-Bereich den Bestellstatus jederzeit nachverfolgen. Alle Produkte versenden die Partner-Apotheken von Grüne Brise ausschließlich und umgehend per Ident Check – mit Kontrolle der Personalien bei Paketübergabe. Grüne Brise garantiert eine Lieferung binnen 72 Stunden für vorrätige Produkte.

Janett Dalka: „Als Plattform schaffen wir ein Zuhause für Patient*innen und einen digitalen Ort, an dem keine Wünsche der Patient*innen und der angeschlossenen Apotheken offen bleiben. Auch Ärztinnen und Ärzte haben für detaillierte Produktinformationen und Weiterbildungen einen gesonderten Login-Bereich. Wir möchten Patient*innen sowie Ärztinnen und Ärzten nicht nur Hilfsmittel an die Hand geben, sondern auch ihren Alltag erleichtern.“

BREEZY: Lifestyle und Community

Bereits im April dieses Jahres war mit BREEZY die europaweit erste Cannabis-Marke für Lifestyle und Community an den Start gegangen. Parallel zu Grüne Brise führt BREEZY unter dem Dach der Breezy Brands GmbH weiterhin hochwertige Accessoires, Utensilien und Streatwear-Produkte für Cannabis-Liebhaber*innen. Medizinisches Zubehör wie diverse Verdampfer, Präzisionswaagen oder Grinder dienen der korrekten Dosierung und ermöglichen die Einnahme von medizinischem Cannabis. Schon jetzt bietet BREEZY für die Cannabis-Kultur einen Ort für Dialog, Austausch, Information und Diskussion.

Die Bloomwell Group setzt auch mit Breezy Brands auf einen radikalen Direct-2-Consumer-Ansatz oder, im Falle medizinischer Produkte, Direct-2-Patient-Ansatz. „Wir sind sehr stolz, mit Grüne Brise nun ein zentrales Puzzlestück in unserem Produktportfolio zu ergänzen. Damit decken wir mit Ausnahme des Anbaus nun die gesamte Wertschöpfungskette ab“, erklärt Bloomwell Co-Founder und CEO Niklas Kouparanis. „Wir sind sehr glücklich, mit Janett Dalka bei Breezy Brands eine absolute Expertin für Leadership und Brand Building an Bord zu haben, die in den letzten Jahren unter Beweis gestellt hat, Produkte und digitale Lösungen auf ein neues Level heben zu können und in den letzten Monaten ein starkes Team aufgebaut hat.“

„Cannabis war und ist eine von der Community getriebene Kultur. Wir wollen dieser Community ein zuhause geben“, erklärt Janett Dalka. „Es ist überfällig, dass Cannabis endlich die jahrzehntelange Stigmatisierung hinter sich lässt. BREEZY und Grüne Brise sind die Orte, die Cannabis-affine Menschen und Patient*innen abholen. Wir werden dem neuen Cannabis-Image gerecht, indem wir Menschen verbinden und zusammenbringen – und so gegenseitige Aufklärung und Austausch erst möglich machen.“

Vadim Fedotov: Ex-Basketballnationalspieler und bioniq-Gründer übernimmt Fitness-Start-up VAHA

2019 gründete Ex-Basketballnationalspieler und Gesundheitsvisionär Vadim Fedotov bioniq und machte es innerhalb von nur drei Jahren zu einem führenden Hersteller von personalisierten Nahrungsergänzungsmitteln. Jetzt sein nächster Scoop: die Übernahme von VAHA, dem europaweit aktiven, interaktiven Fitnessspiegel für zu Hause.

VAHA wurde ebenfalls 2019 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Berlin und fungiert als virtueller Personal Trainer, der mithilfe von KI-Technologie wie ein Hologramm direkt ins Haus gestreamt wird und über 2.000 Workouts für jedes Trainingsziel und jede Trainingsvorliebe bereithält. Das Gerät ermöglicht es ganzen Haushalten, so zu trainieren, wie und wann sie wollen – ganz bequem vom Wohnzimmer aus. Alle Workouts sind digital zugänglich und wurden von qualifizierten Personal Trainern entwickelt. Die Produkte wurden von der Gründerin Valerie Bures – Schöpferin der Fitnesskette für Frauen Mrs. Sporty – und einer Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und IT-Experten entwickelt.

„Gemeinsam ist es unser Ziel, Menschen auf der ganzen Welt mit der Kombination aus personalisiertem Heimtraining und maßgeschneiderter Nahrungsergänzung zu unterstützen, zu motivieren und aufzuklären, um ein möglichst erfülltes und gesundes Leben zu führen. Gesundheit hat viele entscheidende Faktoren, einer der wichtigsten ist die tägliche Aktivität, und so sind wir unglaublich stolz darauf, VAHA auf der globalen Plattform von bioniq willkommen zu heißen“, so Fedotov.

Mit der Übernahme von VAHA setzt bioniq seinen Expansionskurs fort, stärkt seine Position als innovative Gesundheitsplattform in Europa und im Nahen Osten. Derzeit ist bioniq in acht Ländern in der EMEA-Region vertreten und plant, bis Ende 2023 in vier weitere Länder zu expandieren, darunter auch in die USA. Führende globale VC-Fonds wie HV Capital, Rocket Internet, Porsche Ventures, Unbound Ventures und TQ Ventures unterstützen die Mission von bioniq.

Die Übernahme markiert einen wichtigen Meilenstein in der Mission des Unternehmens, die globale Gesundheit bis 2025 zu verbessern, wie bioniq-CEO Vadim Fedotov sagt: „Dies ist ein Blick in die Zukunft der personalisierten Gesundheit in Form von maßgeschneiderten Wellness-Lösungen und Fitness für zu Hause, die durch Daten und Innovation angetrieben werden."

Die VAHA-Gründerin Valerie Bures bleibt als Board-Member und Share-Holder weiter in der neuen Company. Mitgründer Calin Popescu fungiert weiterhin als CTO, auch in der neuen Company.