Gründer*in der Woche: EarlyGame - die Gaming-Community

Gründer der Woche 29/21


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Das Münchner Start-up EarlyGame der Gründer Fabian Furch und Leopold Ingelheim baut eine Plattform an der Schnittstelle zwischen Gaming, E-Sports und Pop Culture, die Content- und Entertainment-Formate mit Möglichkeiten des Interagierens kombiniert. Mehr dazu im Interview mit Fabian.

Wann und wie bist du zusammen mit deinem Mitgründer Leopold auf die Idee zu EarlyGame gekommen?

Von Kind an bin ich begeisterter Gamer. Zuerst am PC und heute wird viel auf der Playstation gespielt. Zudem konnte ich vor EarlyGame als Geschäftsführer von esports.com das Ökosystem Esports und Gaming aus einer weiteren Perspektive sehen. Nachdem Leopold die Beratung verließ, haben wir uns zusammengesetzt und den Markt genauer analysiert. Wir entdeckten eine Marktlücke mit viel Potenzial. Da sich unsere Skills ergänzen, der Markt superspannend ist, aber eine Marke wie EarlyGame noch fehlte, haben wir uns entschieden EarlyGame zu gründen.

Wie hat sich das Thema Gaming entwickelt - von der Nische zum Mainstream, auch dank Corona?

Viele Sportarten lagen natürlich wegen Corona brach – außer Esports. Gleichzeitig treten aber auch seit längerer Zeit viele große Marken und internationale Stars in diesen Bereich ein und machen Gaming somit immer mehr salonfähig. Gaming wird daher mehr als Teil der Pop-Kultur gesehen – vor allem bei der jüngeren Zielgruppe.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go-live eurer Plattform?

Zunächst haben wir ein kompetentes und vor allem passioniertes Team auf die Beine gestellt. Auch war es wichtig, die Rollen zwischen Leopold und mir klar zu verteilen, sodass wir möglichst effizient dem Go-Live entgegenarbeiten konnten.

Für die Entwicklung eines MVP haben wir dann eine Agentur gesucht. Um möglichst von Tag 1 an viel Traffic auf die Seite zu holen, haben wir unser Team relativ früh ausgebaut. Somit konnten wir bereits beim Go-Live eine Fülle an Content auf der Plattform und Social Media unseren Usern präsentieren. Denn wie so oft, der erste Eindruck zählt.

Was ist das Besondere an EarlyGame, wie unterscheidet ihr euch von anderen Gaming-Plattformen?

Auf unserer Plattform möchten wir den Mainstream Pop Culture Fan begeistern, für den Gaming Teil des Lifestyles ist. Dabei kann er bei uns zum einen News, Tipps & Tricks als auch exklusive Inhalte zu seinen Lieblingsspielen finden.

Zum anderen ist uns die Interaktion mit der als auch innerhalb der Community wichtig. Deswegen bieten wir neben exklusiven Give-Aways, Zugang zu EarlyGame Community-Turnieren und erlauben es unseren Usern jetzt schon, ihren eigenen Content bei EarlyGame zu präsentieren. Diese Kombination aus Pop Culture, Konsumieren und Interagieren macht unseren USP aus.

Wer sind eure Partner?

Das größte Sportnachrichtenportal im deutschsprachigen Raum der kicker ist unser Hauptinvestor und ein sehr wichtiger Partner. Von ihnen bekommen wir regelmäßig Feedback – sei es im Bereich Tech, Content oder auch Vermarktung. Gleichzeitig arbeiten wir auch zusammen mit anderen Partnern aus der Branche wie bspw. Rival Rock, HyperX oder Razer. Mit Jochen Schweizer kooperieren wir ebenfalls in verschiedenen Projekten. So stärken wir unsere Marke und können spannende Formate für unsere Community kreieren.

Und wer die User*innen?

Hauptsächlich Männer im Alter von circa 20 bis 35 Jahren, die outgoing sind und trotzdem 1 bis 2 Spiele kompetitiv spielen. Das heißt, sie nehmen gern mit Freunden an kleineren Turnieren teil, verstehen sich aber weniger als Hardcore-Spieler.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Anfangs haben wir klassisch gebootstrapped. Nach den ersten paar Monaten konnten wir dann den kicker von unserer Vision überzeugen, mit dem wir bis heute zwei Finanzierungsrunden abgeschlossen haben.

Mittlerweile fahren wir fünfstellige Umsätze ein, welche natürlich unser Wachstum mitfinanzieren. Da wir auf dem richtigen Weg sind und schneller wachsen wollen, haben wir zuletzt einen Business Angel aus Singapur mit an Bord geholt.

Zurzeit sammelt ihr auch über Seedmatch frisches Kapital per Crowdinvesting. Was ist das Ziel der Kampagne?

Zunächst möchten wir natürlich weiteres Kapital einsammeln, damit wir besser skalieren können. Gleichzeitig sehen wir die Crowdinvesting-Kampagne auch als Möglichkeit, unsere Community stärker bei EarlyGame einzubinden. Sie können ein Teil von uns werden und am weiteren Erfolg partizipieren. Wir finden es auch spannend, Feedback zu bekommen und mit Investoren im direkten Austausch zu stehen. So bekommen wir ein Gefühl dafür, wo wir stehen, was kritisch gesehen wird und wo es ggf. hingehen wird. Natürlich möchten wir die Kampagne auch als Marketingtool nutzen und unsere Bekanntheit erweitern.

Auf den Punkt gebracht: Warum sollte ich in EarlyGame investieren?

Wir haben mit unserem User Growth auf über 2 Millionen Nutzern pro Monat unseren Proof of Concept bewiesen bzw. die Marktlücke nicht nur aufgezeigt, sondern ebenfalls teilweise geschlossen. Wir konnten uns hierbei bereits als führender Player in DACH etablieren. Jetzt gilt es die Positionierung auch international zu stärken und EarlyGame als Marke im Bereich Pop Culture und Gaming bekannt zu machen.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach der Kampagne?

Nach der Kampagne wollen wir das neue Feature MyEarlyGame in Angriff nehmen, um unsere Community mehr zu involvieren. Dabei handelt es sich um ein Subcription-Modell, bei dem unsere Community einen enormen Mehrwert, beispielsweise Gamification oder weiteren Premium Content, bekommt. Außerdem wollen wir weitere Märkte anführen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Sagt sich zwar immer leicht: Aber gerade wenn man jung ist, einfach mal probieren und sich ein gutes Gründerteam suchen, da man sich so gegenseitig motiviert. Das kombiniert mit viel Fleiß, Freude an der Idee und Passion ist die Grundlage für einen guten Start. Natürlich hilft es auch, ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln – nicht nur, um etwas Handwerk zu erlernen, sondern auch, um sich etwas Kapital für die Anfangszeit der Gründung zurückzulegen.

Hier geht's zu EarlyGame

Das Interview führte Hans Luthardt

Wir suchen: (Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d)

Der brutkasten ist das Leitmedium des deutschsprachigen Innovations-Ökosystems mit Sitz in Wien, München und Berlin. Wir sind auf Wachstumskurs und suchen ab sofort Verstärkung für die zur brutkasten-Mediengruppe gehörenden Publikationen/Plattformen StartingUp und VentureCapital Magazin am Standort München:

(Junior-)Marketing/Sales/Events Manager:in (w/m/d) in Vollzeit

Und hier bekommst du schon Mal einen kleinen Vorgeschmack, welches Umfeld dich bei uns erwartet:

Wir kommunizieren mit unserer innovativen Zielgruppe bestehend aus Gründer:innen, Macher:innen, Start-ups, Unternehmer:innen, Investor:innen, Business Angels, Consultants, kurzum aus den Entscheider:innen von heute und morgen, tagesaktuell und multimedial über unsere Plattformen starting-up.de und vc-magazin.de, via Social Media (LinkedIn, Twitter, Facebook, Xing) und über unsere hochwertigen Print-/Online-Magazine. Entdecke und begleite mit uns die aktuellen und künftigen Top-Start-ups und werde Mitglied der innovativen Gründer:innen- und Venture-Capital-Szene!

Dein Umfeld, um erfolgreich zu sein

  • Du bekommst einzigartige Einblicke hinter die Kulissen eines jungen, schnell wachsenden Scale-Ups
  • Du hast erhebliche Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und übernimmst eine äußerst verantwortungsvolle Rolle
  • Du hast die Möglichkeit zur Schwerpunktlegung des Aufgabengebietes nach Stärken/ Neigungen
  • Freue dich auf eine motivierende Arbeitsatmosphäre in einem engagierten Team
  • Home Office und zeitlich flexibles Arbeiten ist (in Absprache) möglich

Dein Aufgabengebiet

  • Aufbau und Pflege von Medienpartnerschaften und Event-Kooperationen
  • Betreuung und Gewinnung von Partner:innen und Werbekund:innen
  • Mitwirkung bei der Konzeption und Durchführung von (Online-)Events
  • Unterstützung der Online-Redaktion (Wordpress, Typo3)
  • Pflege der Social-Media-Kanäle
  • Teilnahme an Events aus der Start-up-Szene
  • Druckdaten-Verwaltung und Abstimmung mit dem Bereich Grafik/Website

Diese Skills bringst du mit

  • Abgeschlossenes Studium oder einschlägige Berufsausbildung
  • Ausgeprägtes Interesse bzw. erste Erfahrungen im Bereich Marketing/ PR/Events
  • Sicherer Umgang mit Google Workspace
  • Wortgewandtheit und Kreativität
  • Eine strukturierte Arbeitsweise und Organisationsgeschick
  • Gute Englischkenntnisse
  • Interesse an Start-up- und Investmentthemen

Art der Anstellung und Gehalt

Wir bieten eine unbefristete Festanstellung auf Vollzeitbasis, eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit hoher Eigenverantwortung und eine attraktive Arbeitsatmosphäre in einem dynamischen Team mit flachen Hierarchien.

Für die ausgeschriebene Stelle bieten wir ein Jahresgehalt von € 33.600,- brutto auf Vollzeitbasis mit der Bereitschaft zur Überzahlung, je nach Qualifikation.

Komm mit an Board und werde Teil eines top motivierten, engagierten Teams!

Wir freuen uns auf deine Bewerbungsunterlagen an unsere HR-Beauftragte Pia Windbichler: [email protected]

App-Entwicklung: Kosten, Aufwand, Umsätze, Gewinne

Eine aktuelle Studie zum Thema App-Entwicklung zeigt: Eine App kostet durchschnittlich 30.000 Euro und rechnet sich nach 12 Monaten. Hier gibt's weitere Zahlen und Fakten für alle, die mit einer App an den Start gehen wollen.

Viele Start-ups träumen davon, mit ihren App-Ideen das große Geld zu machen. Doch wie realistisch ist das? „Groß ist reine Definitionssache - aber es stimmt, man kann mit Apps viel Geld verdienen“, sagt Paul Dyrek, Geschäftsführer und Inhaber des Wiener App-Entwicklers DeineSeite.

Rund 3.960 Stunden bis zur fertigen App

Laut einer aktuellen Studie setzten DeineSeite-Kund*innen, die vor zwei Jahren mit ihren Apps gestartet haben, im März 2022 im Schnitt 9.225 Euro um. Apps, die vor drei Jahren entwickelt wurden, liegen aktuell bei 17.950 euro Monatsumsatz.

Hinter dem Erfolg steckt aber Knochenarbeit, geht Dyrek ins Detail. Im Schnitt braucht es 3.960 Arbeitsstunden, bis eine neu entwickelte App für Smartphones im Play Store von Google oder im App Store von Apple zum Download bereitsteht.

Kosten zw. 7.000 und 30.000 Euro

Die Kosten für eine App-Entwicklung sind unterschiedlich hoch und hängen stark von der Idee ab, erklärt Dyrek: „Wir haben schon Apps für 7.000 Euro gemacht.“ Meist bewege sich der Preis aber bei rund 30.000 Euro.

Umsätze per In-App-Verkauf

Im Schnitt generiert man laut der aktuellen Studie nach 6 Monaten am Markt die ersten Umsätze und spätestens nach 12 Monaten die ersten Gewinne. Womit verdient man bei einer App sein Geld? „Viele glauben an Premium-Modelle, bei denen man für den App-Download bezahlt, oder an Banner-Werbung“, so Paul Dyrek. In Wahrheit wären das aber die zwei schlechtesten Formen: „Am besten verdient man mit Verkäufen innerhalb der App sowie an Kooperationspartnern und Sponsoren, die in der App kreativ mitbeworben werden.“

Investor*innen eher Bremsklötze

Von Investor*innen rät Dyrek ab. Diese würden angesichts der Mitsprache-Möglichkeiten sehr häufig Probleme verursachen. Die meisten Start-ups würden sich – wie in einschlägigen TV-Shows oft deutlich wird – zudem weit unter ihrem Wert verkaufen. Nur 5 Prozent der DeineSeite-Kunden hätten Investor*innen mit an Bord.

Die Wahl des App-Entwicklers mitentscheidend

Wer eine gute App-Idee hat, sollte auch bei der Wahl seines App-Entwicklers Acht geben. Wichtig sind etwa Fixpreis-Angebote für die Projektumsetzung. Beratung und Idee-Ausarbeitung sollten kostenlos sein. Achten sollte man zudem auf versteckte Kosten wie etwa Lizenzgebühren oder Wartungsverträge.

Wie erkenne ich einen seriöse App-Entwickler?

  • Beratungsgespräch: Hör dir die Ideen der Agentur an. Beobachte, ob dein(e) Gesprächspartner*in sich in Bezug auf dein Projekt bereits Gedanken gemacht hat. Prüfe den Wahrheitsgehalt der Aussagen. Wie groß ist der Umfang der Beratung? Ist die Erstberatung kostenlos?
  • Angebot: Je einfacher ein Angebot ist, desto weniger kann man in ihm verstecken. Finger weg von seitenlangen Angeboten mit kaum verständlichen Texten. Diese Angebote beinhalten meistens für dich unvorteilhafte Klauseln.
  • Projektplan: Bietet dir die Agentur Hilfe bei der Erstellung eines Projektplans?
  • Vergleich: Vergleiche nicht nur die Preise, sondern auch den Inhalt und Umfang. Die billigsten Angebote sind nicht immer die Besten, genauso wenig sind es die teuersten. Richte dich nach dem Umfang der Angebote.
  • Firma prüfen: Wie lang existiert die Firma bereits, welche Erfolge kann sie verbuchen? Prüfe zudem, welche Bewertungen du in den unterschiedlichsten Verzeichnissen von App-Agenturen findest.
  • Dauer der Entwicklung: Eine App zu entwickeln kann lange dauern, doch lasse dich nicht in die Irre leiten. Sollte dir die Entwicklungszeit zu lange vorkommen, so vergleiche diese mit anderen Angeboten, denn eine App zu entwickeln ist heutzutage keine Hexerei mehr.
  • Preisgestaltung: Nur ein Fixpreis-Angebot ergibt bei einer App Entwicklung Sinn; sobald die Agentur anfängt, über eine Vergütung pro Stunde zu sprechen, solltest du schleunigst den Raum verlassen.
    Quelle: deineseite.at

GameChanger des Monats: bluu - Zero-Waste-Waschen

Die bluu-AG-Gründer Marko Vidmar und Roman Stämpfli haben einen biologisch-abbaubaren Zero-Waste-Waschstreifen auf den Markt gebracht, der herkömmliche Waschmittel ersetzen kann. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Marko.

Wir haben euch als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurer Waschmittel-Innovation eindrucksvoll zeigt, wie einfach und effizient wir Verbraucher*innen umweltbewusst agieren können. Wie seid ihr auf die Idee zu bluu gekommen?

Erfunden haben wir die Idee nicht! Roman hat die Waschstreifen im Insta Feed seiner Freundin entdeckt und mir die Idee bei einem Abendessen nach dem Lockdown 2020 vorgestellt. Die Streifen sind hier in Europa noch recht unbekannt. Das wollten wir ändern, da das Produkt so viele praktische und nachhaltige Vorteile mit sich bringt. Wir sahen natürlich auch großes Potenzial. Jeder Haushalt muss waschen, die Waschmittelindustrie hat in den letzten Jahren wenig Innovationen auf den Markt gebracht, und der Absatz erfolgt vor allem über den stationären Handel. Uns war also klar, dass wir eine starke D2C-Marke aufbauen wollen. Also gingen wir nach unserem damaligen Treffen auf Lieferantensuche und machten uns Gedanken zum Branding sowie Vermarktung.

Was treibt euch im Sinne eines Gamechangers an?

Unser Antrieb ist, den Menschen im Alltag das Wäschewaschen zu erleichtern und gleichzeitig einen nachhaltigen Impact auf die Umwelt zu haben. Wir wollen auch dem ganzen Verpackungswahsinn ein Ende bereiten und verzichten auf Plastik.

Was ist das Besondere an eurem Zero-Waste-Waschstreifen? Und inwieweit unterscheidet sich der bluu Waschstreifen von herkömmlichen Waschmitteln, sei es Pulver, Streifen oder Drops?

Unser Produkt verfolgt in allen Hinsichten den "Weniger-ist-mehr"-Gedanken. Im Speziellen hervorzuheben ist das geringe Gewicht und die kompakte Größe. Die nur 200g leichte Box enthält 60 Waschstreifen = 60 Waschgänge und ist etwa 20 Mal leichter als herkömmliche Flüssig- oder Pulverwaschmittel. Dadurch verursachen wir ca. 95 Prozent weniger CO2 Ausstoss beim Transport. Die leere Box kann bequem zu Hause recycelt werden. Zusatz- sowie Konservierungsstoffe sind im Produkt nicht enthalten und deshalb eignen sich die Streifen auch für alle Temperaturen und Textilien. Ein Streifen pro Waschgang genügt in der Regel und somit entfällt das lästige Dosieren.

Customer Centricity: Auf Kundenfeedback muss Action folgen

Eine aktuelle Studie deckt Schwachstellen im Umgang mit Kundenfeedback auf und zeigt Auswege.

95 Prozent der Customer Experience Manager in Unternehmen sind davon überzeugt, dass die Fähigkeit, Kundenfeedback in Aktionen zu übersetzen, für die eigene Wettbewerbsfähigkeit elementar ist. Doch eine Studie von zenloop zeigt: Nur jedes vierte Unternehmen sieht sich dafür gut bis sehr gut aufgestellt.

Viele Unternehmen haben sich das Thema Customer Centricity ganz oben auf ihre strategische Agenda gesetzt. Doch bei genauerem Hinsehen ist „Customer Centricity“ oftmals nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Nur wenige Unternehmen leiten aus Kundenfeedback, das sie einsammeln, konkrete Strategien ab, um die eigenen Produkte oder Serviceangebote zu verbessern. Das bleibt auch den Kunden nicht verborgen. Häufig fühlen die sich wenig motiviert, konstruktive Kritik zu äußern, weil sie nicht erwarten, auf ihre Kritik eine Antwort zu bekommen oder sich Services, Produkte oder Prozesse durch ihre Anregungen sogar verbessern.

Die Macher der Studie wollten wissen, woran es liegt, dass Unternehmen Kundenfeedback nur schwer in Action übersetzen können. Im Rahmen der Studie wurden 350 Teilnehmer*innen befragt, die in Unternehmen aller Größen für Customer Experience Management verantwortlich sind. Mehr als jeder fünfte Umfrageteilnehmer*innen ist im E-Commerce tätig, gefolgt von den Branchen IT & Software, Handel, Finanzen und Versicherungen, Dienstleistungen sowie Gesundheit, Pharma und Medizintechnik. Geografisch kommen drei Viertel der Umfrageteilnehmer‘*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, der Rest aus 23 weiteren Ländern, darunter weitere EU-Länder, aber auch die USA oder der asiatisch-pazifische Raum.

Probleme fangen schon beim Sammeln der Daten an

Die Ergebnisse zeigen: Schon beim Einsammeln von Kundenfeedback gibt es Verbesserungspotenzial: Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer*innen würden ihre Strategie hier als „exzellent“ bewerten. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hingegen hält das Vorgehen des eigenen Unternehmens in diesem Punkt für „zufriedenstellend“ bis „sehr schlecht“. So werden in vielen Unternehmen zu viele Daten eingesammelt, es gibt Probleme, Daten aus verschiedenen Silos an einem zentralen Ort zu bündeln oder die Daten werden zwar gesammelt, doch gibt es keine strukturierten Prozesse, um daraus Aktionspläne abzuleiten.

Auch bei der Visualisierung und Präsentation von Kundenfeedback hapert es. Hier sehen sich rund zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) eher am unteren Ende der Fahnenstange. Entsprechend glaubt auch nur rund ein Drittel (37 Prozent) der Customer-Experience-Manager, aus den gesammelten Daten auch „sehr gut“ oder „gut“ Insights ableiten zu können. Nur bei jedem vierten Unternehmen stoßen diese Insights dann auch tatsächlich Innovationsprojekte an. Und nur ein Drittel hat so genannte Closed-Loop-Prozesse etabliert, um die betroffenen Kund*innen über die angestoßenen neuen Initiativen auch zu informieren.

Kritik von Kund*innen verlangt nach Reaktion, doch oft gibt es keine

Allerdings gehört es schon zur hohen Kunst des Customer Feedback Managements, aus Kritik Innovationsprojekte abzuleiten. Das kleine Einmaleins hingegen ist es, auf Kundenfeedback wenigstens zu reagieren. Hier zeigt die zenloop-Studie ein dreigeteiltes Bild. Rund ein Drittel der befragten Customer-Experience-Manager bewerten das eigene Unternehmen hier mit „sehr gut“ bis „gut“, ein weiteres Drittel mit „zufriedenstellend“ und das restliche Drittel mit „schlecht“ bis „sehr schlecht“. Allerdings reicht eine empathische Reaktion auf Kritik den Studienergebnissen zufolge nicht aus, um eine(n) verärgerte(n) Kund*in wieder gütlich zu stimmen. Jedes zweite Unternehmen gab an, unglückliche Kund*innen „schlecht“ oder „sehr schlecht“ wieder für sich begeistern zu können. Ein weiteres knappes Drittel (30 Prozent) gibt sich hier die Schulnote „befriedigend“. Umgekehrt gelingt es immerhin einem Drittel der Customer-Experience-Manager, aus glücklichen Kund*innen Markenfürsprecher*innen zu machen.

Zu viele Daten verstellen den Blick auf das Wesentliche

Auf die Frage, welche Hürden den Action-Management-Prozess erschweren, gab jeder zweite Customer-Experience-Manager an, dass sich die Informationen und Insights nicht in alle relevanten Abteilungen ihres Unternehmens verbreiten. Fast jedem zweiten (46 Prozent) fehlen Data Analysten, um Daten zu erheben und zu analysieren. Und mehr als vier von 10 Befragten tun sich schwer damit, Schlüsseltreiber und Prioritäten zu identifizieren. Dass Kund*innenfeedback selten in Innovationen oder Verbesserungsinitiativen mündet, führt die Hälfte der Manager auf knappe personelle Ressourcen im eigenen Haus zurück. Darüber hinaus fehlt auch hier der Fokus auf die wichtigsten Maßnahmen sowie eine eigene Abteilung, die für solche Initiativen verantwortlich ist.

Was können Unternehmen tun, um die Lücke im Action Management zu schließen?

Jeder zweite Customer Experience Manager glaubt, externe Unterstützung in Form von Berater*innen zu benötigen, die cross-funktionale Initiativen priorisieren und managen. Fast neun von zehn Befragten (89 Prozent) sind der Meinung, eine spezielle Software könnte dabei helfen, Kund*innen-Insights in aktuelle Projekte zu verwandeln. Dass sich der Aufwand lohnt, steht außer Frage: 95 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen glauben, dass der beste Weg für Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben, die Fähigkeit ist, Kund*innenfeedback in Action zu übersetzen.

E-Commerce zwischen Lieferengpässen und Kaufzurückhaltung

Die Berliner Online-Marketing-Agentur Smarketer hat auf der Basis von rund 1000 Werbekonten analysiert, wie sich die aktuelle Krisensituation auf die wichtigsten Marketing-KPIs auswirkt.

Der Krieg in der Ukraine verändert neben seiner politischen und gesellschaftlichen Komponente auch vieles auf dem Gebiet der Wirtschaft – bei den ohnehin unter Druck stehenden Lieferketten, durch unterbrochene Geschäftstätigkeit in Russland und nicht zuletzt auch durch die finanzielle Verunsicherung eines Großteils der Verbraucher*innen, die zwischen Hamsterkäufen und Kaufzurückhaltung schwanken. Diese kritische Wirtschaftssituation mit gebremstem Wachstum hat für viele Marketingverantwortliche neue Herausforderungen geschaffen.

Die Google Ads-Agentur Smarketer hat anhand von Zahlen der eigenen Kund*innen analysiert, welche Veränderungen derzeit auf Unternehmen zukommen und wie sich diese auf deren Werbeaktivitäten generell und Performance-Kampagnen im Besonderen auswirken können. „Entscheidend ist hierbei“, erklärt Eric Hinzpeter, Content-Marketing-Experte von Smarketer, „wie stark Unternehmen derzeit und in der Zukunft von Lieferkettenproblemen betroffen sein werden und auf welche Lagerbestände sie dabei setzen können. Händler*innen sollten dabei aber die die Inflationsrate und die individuellen Lagerkosten im Blick behalten. Ein Patenrezept gibt es hier allerdings nicht.“

Kombination von Online und Offline gewinnt

Gerade angesichts der endenden Corona-Maßnahmen ist zu erwarten, dass das Pendel wieder etwas mehr zu Gunsten des Präsenzhandels ausschlagen wird und dass auch wieder mehr Ausgaben für Dienstleistungen (Gastronomie, Kultur) getätigt werden. „Werbetreibende sollten daher ihre Werbeausgaben entsprechend justieren, vermehrt in Performance-Kanäle investieren und Werbekampagnen an die neue Situation anpassen“, rät Hinzpeter. „Wer bei Marketing und Kundenbindung Online- und Offline-Kanäle optimal verzahnen kann, wird in der jetzigen Lage profitieren.“

Die Krise ist auch im Rahmen des Performance Marketing deutlich spürbar, wie interne Auswertungen der Smarketer-Analysten zeigen, die auf den über tausend Werbekonten beruhen. Während 3,2 Prozent weniger Impressions gemessen wurden, ermittelten die Analysten 24,4 Prozent höhere Cost-per-Click-Werte (CPCs). Betrachtet wurden dabei die ersten 60 Tage seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar im Vergleich zum identischen Vorjahreszeitraum (YoY-Vergleich).

Kein einheitliches Bild bei Impressions und CPCs

Doch die aktuelle Lage stellt sich je nach Branche unterschiedlich dar: In den Segmenten Hobby & Freizeit ergaben sich 20,6 Prozent mehr Impressions, aber um 27,2 Prozent höhere CPCs im Vergleich zum Vorjahr, während bei Tourismus & Gastronomie 50,4 Prozent mehr Impressions gemessen wurden, die mit 7,4 Prozent höheren CPCs zu Buche schlugen. Bei Finanzen, Versicherungen & Immobilien kam es dagegen (wohl aufgrund reduzierter Investitionsneigung und wachsender Verunsicherung) zu 51,1 Prozent weniger Impressions bei 18,7 Prozent höheren CPCs.

Es ist daher zu raten, die SEA-Strategien in der Krise anzupassen und durch ein sorgfältiges tägliches Monitoring situativ agil zu reagieren. „Unternehmen sollten bei steigenden Conversion-Raten und/oder sinkenden Impression Shares ihre Budgets erhöhen, um eine optimale Positionierung den Mitbewerbern gegenüber sicherzustellen“, so Hinzpeter. Bei ausreichend Warenbestand könne man insbesondere auf dynamisches Remarketing setzen, um die Chancen für Produktverkäufe zu fördern. Bei niedrigen Warenbeständen sollten sich Händler*innen vor allem auf Google Shopping und Search fokussieren.

Warenbestand den Kund*innen gegenüber kommunizieren

Wichtig sei aber auch, die Kommunikation zu optimieren. „Die Verfügbarkeit rückt, wie schon zu Anfang der Pandemie, für viele Kaufwillige in den Vordergrund. Teilen Sie Ihren Kund*innen auf der Website und in Ihren Ads mit, ob Produkte On-Stock sind oder wann damit zu rechnen ist – und benachrichtigen Sie diese, sobald Ware wieder verfügbar ist,“ so Hinzpeter. Ein Problem könnte in diesem Zusammenhang neben dem gebremsten Wirtschaftswachstum die steigende Inflation werden – bereits im April 2022 lag die Inflationsrate bei 7,4 Prozent. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat kürzlich seine Umsatzprognose für 2022 um eine Milliarde Euro auf 97,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz gesenkt. Die Folgen von Inflation, Ressourcenknappheit und gestörten Lieferketten werden wohl in allen Handelssegmenten zu spüren sein, wenn auch in sehr unterschiedlicher Ausprägung. „Unternehmen sollten daher jetzt die eigene Situation gründlich analysieren und geeignete Maßnahmen treffen, um gerade in den nächsten Monaten Werbebudgets mit Bedacht auszugeben und die Conversion-Rate nicht unnötig zu senken“, rät Hinzpeter. 

Das 30-seitige Whitepaper zum Thema „Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes: Wie Sie die wirtschaftlichen Folgen für Ihr Unternehmen einschätzen und mindern“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Gründer*in der Woche: Econoiz - Mode aus Holz

Muhammad Sher Khan, Tariel Leiss und Jesko Treiber wollen mit ihrer Mode und dem Konzept dahinter dazu beitragen, dass Kleidung wieder mehr wertgeschätzt wird. Wie sie das u.a. per Crowdfunding schaffen wollen, erklären die Econoiz-Gründer im Interview.

Wann und wie seid ihr auf die Idee zu Econoiz gekommen?

Tariel: Angefangen hat bei uns alles mit der Organisation der Fridays for Future Demonstrationen, die wir mit initiierten. Durch die Klimakrise haben wir hinterfragt, warum unsere Kleidung so umweltschädlich ist. Die Modeindustrie stößt mehr CO2 Emissionen aus als alle internationalen Flüge und Kreuzfahrten zusammen! Das wollen wir anders machen und haben deswegen Econoiz gestartet.

Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur ersten Kollektion?

Muhammad Sher Khan: Zunächst die ganzen Verarbeitungschritte. Uns war es wichtig, dass wir bei jedem Verarbeitungschritt auch wirklich nachhaltig sind. Deswegen haben wir uns als erstes mit Professor Kai Nebel von der Uni Reutlingen getroffen, der uns auf den Stoff TENCEL, Lyocell gebracht hat. TENCEL, Lyocell ist eine Faser, die aus Holz gewonnen wird und als besonders nachhaltig gilt. Der nächste Schritt war es dann, eine passende Produktion zu finden, die uns aus diesem Stoff T-Shirts produziert. Das hat eine Weile gedauert, da viele der Produktionen nicht verstanden haben, warum wir unbedingt TENCEL verwenden wollen. Zum Glück kamen wir dann in Kontakt mit der Produktion von Fynn Kliemann, mit der wir jetzt unsere erste Kollektion produzieren lassen wollen.

Was ist das Besondere an eurem Modelabel, wie unterscheidet ihr euch von konventionellen Fashion-Unternehmen?

Jesko: Es gibt mittlerweile viele „nachhaltige Modemarken“, die meisten setzen aber auf Bio-Baumwoll Shirts, standardisierte Designs und langweilige Schnitte. Wir setzen dagegen bei unseren Shirts auf 100% TENCEL, Lyocell. Haben unseren eigenen Schnitt entwickelt und arbeiten für die Designs mit Künstler*innen zusammen. Das hat seinen Preis und wir haben uns deswegen entschieden, alle Kosten und Verarbeitungsschritte transparent zu machen. Das macht bis jetzt noch kein Modeunternehmen, wahrscheinlich, weil sich keiner über die Schulter blicken lassen will.

GameChanger des Monats: SHAVENT – ein Family-Business setzt auf Nassrasur

Allein in Deutschland erzeugen Nassrasierer und ihre Wechselköpfe alljährlich rund 100 LKW-Ladungen Müll. Grund genug für Romy Lindenberg und ihren Vater Armin Lutz Seidel, um nach langlebigen Alternativen zu suchen. Herausgekommen ist dabei der plastikfreie-stylische Schwingkopfrasierer SHAVENT. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Romy.

Wir haben euch als unsere GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr mit eurem Konzept des plastikfreien Rasierens konventionelle Wege verlasst und das Thema Nachhaltigkeit vorantreibt. Wie seid ihr auf die Idee zu dem SHAVENT gekommen und was treibt euch im Sinne eines GameChangers an?

Der Shavent war ein echter „Einfall“ – mein Vater stand in der Dusche beim Rasieren und hat sich gefragt, warum er sich eigentlich mit so viel Plastik und Gummi rasiert – ständig wirft er die recht teuren Wechselköpfe weg und auch die Griffe mit den Gummianlagerungen verschleißen so schnell und spülen jeden Tag Mikroplastik ins Abwasser. Das muss doch besser gehen! Den Rasierhobel seines Opas fand er toll in Sachen Haltbarkeit, aber der Schwingkopf-Komfort hat ihm zu sehr gefehlt. Als leidenschaftlicher Ingenieur hat er sich dann einfach selbst einen Rasierer entwickelt. Die ganze Familie war begeistert: Von Kopf bis Fuß super sanft und unglaublich gründlich – und 100% plastikfrei!

Was ist das Besondere an eurem SHAVENT Schwingkopfrasierer?

Der SHAVENT kombiniert die traditionelle plastikfreie Rasur eines Metallrasierers mit günstigen Standard-Rasierklingen und dem gewohnten Komfort der beweglichen Mehrklingenrasierer. Mit dem leichtgängigen Schwingkopf passt er sich so allen Körperkonturen an und macht das plastikfreie Rasieren einfach und sicher.

Ihr seid ja nicht die ersten Start-ups, die sich dem Thema Rasur auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Einige Versuche von Start-ups sind gescheitert – der Markt scheint vorhanden, der Wettbewerb ebenfalls: Wie unterscheidet ihr euch mit dem SHAVENT in diesem Segment? Der Preis ist es ja wohl eher nicht, oder?

Die Kombination aus Nachhaltigkeit um Komfort sehe ich in der bisherigen Start-up Landschaft bei der Rasur noch nicht. Entweder geht es darum, die bekannten beweglichen Wechselköpfe mit Plastik & Co. günstiger zum Kunden zu bringen, oder es sind die klassischen Rasierhobel, die oft aus Asien eingeflogen werden und mit ihrem steifen Rasierkopf besonders für die Körperrasur nicht wirklich dem nahe kommen, was die meisten Menschen vom Drogerierasierer an Komfort gewohnt sind.

Was wir mit dem SHAVENT Rasierer zeigen: Voller Rasurkomfort und günstige, plastikfreie Klingen schließen sich keinesfalls aus! Wir machen Schluss mit dem „billiger Griff, langfristig teure Klingen“-Trick der großen Marken und bieten stattdessen einen hochwertigen, komplett auf Langlebigkeit ausgelegten Rasierer, der mit Standard-Klingen nicht nur Müll, sondern auch langfristig Geld einspart.

Gründer*in der Woche: Orderlion - das Shopify der B2B Food Supply Chain

Mit Orderlion haben die Gründer Stefan Strohmer und Patrick Schubert quasi in Pionierarbeit ein E-Commerce-System für Lieferant*innen der Lebensmittellieferkette aufgebaut, das es ihnen ermöglicht, interne und externe Prozesse zu digitalisieren und zu optimieren. Mehr dazu im Interview mit CEO Stefan.

Wann und wie bist du zusammen mit Patrick auf die Idee zu Orderlion gekommen?

Patrick und ich kennen uns schon lange, vor Orderlion hatten wir bereits Unternehmen zusammen gegründet. Eines dieser Unternehmen war eine Agentur für Software Consulting mit Fokus auf Prozessoptimierung von Supply Chain Unternehmen. Nachdem wir gemeinsam für eine Zeit lang im Silicon Valley gelebt und gearbeitet haben, war für uns beide klar, dass wir als Gründer die Ambition teilen, etwas Größeres aufzubauen. Wir wollten unsere gesammelte Erfahrung nutzen, um Probleme auf einer globalen Ebene zu lösen und so einen langfristigen positiven Impact auf die Welt zu haben.

Wir hatten damals vor diesem Hintergrund entschieden, eine SaaS-Plattform (”Software as a Service”) zu entwickeln, die dieselben Optimierungsprobleme, die wir für unsere Kunden als Agentur bearbeitet haben, auf einer größeren Skala löst. Die Entscheidung, mit Orderlion eine B2B-Lösung für die Food Supply Chain zu entwickeln, fiel uns in der Hinsicht dann leicht, da wir bereits Kunden in der Lebensmittelbranche hatten. Wir konnten so vorher bereits über einen längeren Zeitraum aus erster Hand sehen, wie analog diese riesige Industrie immer noch arbeitet, und unser Produkt passgenau entwickeln.

Was ist das Besondere an Orderlion, was ist das Innovative an eurem Konzept?

Orderlion ähnelt vom Grundprinzip her Shopify — mit dem Unterschied, dass wir unsere Lösung speziell auf den Lebensmittelgroßhandel zugeschnitten haben. Wir haben basierend auf den Bedürfnissen unserer Kunden eine skalierbare SaaS-Lösung entwickelt, die es jedem Lieferanten innerhalb der Food Supply Chain ermöglicht, interne und externe Prozesse zu digitalisieren. Mit Orderlion stellen wir ein E-Commerce Operating System (OS) zur Verfügung, mit dem z.B. Obst- und Gemüsegroßhändler oder Getränkelieferanten in wenigen Schritten ihren eigenen Webshop sowie eine Bestell-App aufbauen können, die sich nahtlos mit ihren bestehenden ERP-Systemen integriert. So können die bei ihnen täglich einkaufenden Unternehmen einfacher und bequemer online bestellen. Das ist im Endeffekt dann so wie wenn wir etwas zu Hause online via einer App bestellen, nur in monatlichen Millionenbeträgen.

Unsere tiefgehende Marktanalyse der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Lebensmittellieferanten, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs), besonders viel Wert auf den Erhalt ihrer direkten Kundenbeziehungen legen und Produkte nur ungern über zentralisierte Marktplätze verkaufen. Es fehlte in der Vergangenheit jedoch an Lösungen, die für die Industrie leicht zugänglich und schnell zu implementieren waren. Hier kommt Orderlion ins Spiel - wir sind der Digitalisierungspartner der KMUs, die 99 Prozent der Unternehmen in der Branche ausmachen. Lieferanten können Orderlion zudem zur Vertriebsoptimierung nutzen und zielgruppenspezifische Angebote und Promotions über das System ausspielen, um so bei ihren Bestandskunden Zusatzverkäufe zu fördern. Ebenfalls gestalten sie mit unserem e-Commerce Operating System ihren Kundenservice effizienter. Über einen eingebauten Chat hat zudem jeder Besteller die Möglichkeit, direkt mit seinem Ansprechpartner beim Lieferanten in Kontakt zu treten.

Gründer*in der Woche: Conversion Maker AI - Produktbeschreibungen per Knopfdruck

In den letzten Jahren hat Seriengründer Michael Witzenleiter über 3000 Experimente bei über 150 Unternehmen durchgeführt. Festgestellt hat er dabei, dass sich die Conversion Rate durch verkaufspsychologisch optimierte (Produkt-)Texte im zweistelligen Bereich steigern lässt. Seine digitale Lösung: der Conversion Maker AI. Mehr dazu im Interview mit Michael.

Was zeichnet eine exzellente, sprich professionelle Produktbeschreibung aus?

Zunächst einmal sollte es ein Fließtext sein, der den Leser anspricht. Natürlich sollte die Beschreibung alle wichtigen Informationen zum Produkt enthalten und sprachlich korrekt sein. Sie muss aber neben formalen Kriterien auch ‚emotionale‘ Kriterien erfüllen. Das heißt sie sollte die Sprache der Zielgruppe sprechen. Die Beschreibung einer Schraube oder eines Scharniers unterscheidet sich nicht nur durch ihre Eigenschaften von der Beschreibung einer Blume oder einer Halskette, sie sollte einen anderen Ton angeben. Erstere klingen zum Beispiel eher nüchtern und gehen auf mögliche Projekte und Anwendungsszenarien ein, während das zweite Beispiel der Zielgruppe ein Bild in den Kopf zaubern sollte. Und letztendlich gibt es ein paar sprachliche Marker, die man berücksichtigen kann, um Texte grundsätzlich zu verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Vermeiden von negativen Wörtern.

Was sind die größten Fehler, die du in der Praxis bei Produktbeschreibungen siehst?

Oft gibt es gar keinen richtigen Text, sondern nur Stichpunkte. Oder aber es gibt einen Text, der wahrscheinlich besser eine Stichpunktsammlung wäre, da er einfach nur die Fakten auflistet und so den Leser nicht anspricht. Teilweise ist das so, weil Texte für die Suchmaschine und nicht für die Zielgruppe geschrieben wurden.

Neben diesen groben Basisproblemen fehlt es den Texten häufig an Kreativität und Struktur. So kann es sein, dass Texte für ein neues Produkt einfach kopiert werden und nur die Eigenschaften verändert werden. Bei einem anderen Produkt funktioniert der Textaufbau dann unter Umständen aber gar nicht mehr, auch wenn er für das ursprüngliche Angebot gut gepasst hat.

Was ist der Vorteil einer semantischen Textsoftware, die Produktbeschreibungen aus Daten generiert, im Vergleich zur Arbeit eines Texters bzw. einer Texterin?

Die Software ist viel schneller: Innerhalb von wenigen Sekunden steht ein Text zur Verfügung. Das mag bei ein oder zwei Beschreibungen noch nicht so auffallen, aber bei hunderten von Produkttexten macht das einen großen Unterschied.

Abgesehen davon ist, auch wenn viele sehr gewissenhaft arbeiten, kann das Schreiben dieser Kurztexte sehr monoton und langweilig sein. Hier ist es schwer konstant kreativ zu bleiben. Die Software hingegen wird nicht müde und liefert stets qualitativ hochwertige Texte.

Nun zu deiner Software: Was ist das Besondere am Conversion Maker AI und wie unterscheidet sich deine Lösung von anderen digitalen Lösungen?

Allen voran ist das unsere Spezialisierung auf Produkttexte und ihre Ausrichtung auf ‚Verkaufssprache‘ sowie die Suchmaschinenoptimierung. Es gibt aber noch eine weitere Besonderheit: Unsere Software ist komplett auf Deutsch. Das klingt zwar logisch, ist aber in der Realität selten. Denn viele Textgeneratoren schreiben die Texte zuerst auf Englisch und übersetzen diese dann ins Deutsche. Auch wenn die Übersetzungen immer besser werden, ist es am Ende oft einfach kein runder Text. Der Vorteil liegt damit auf der Hand: Texte direkt auf Deutsch zu formulieren, heißt, sie haben eine höhere Qualität und sind direkt auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Ein Blick zurück: Was waren die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Software?

Zu Beginn haben wir uns darauf fokussiert Fachwissen im Bereich Conversion-Optimierung zu sammeln und auszuwerten. Das heißt, wir wollten nicht nur Daten für unser Modell sammeln, sondern auch Wissen, das uns bei der Softwareentwicklung weiterhilft. Diese Herausforderung war für uns sehr spannend, aber zunächst auch ein Mammut-Akt, schließlich waren wir zu Beginn ein kleines Team.

Außerdem war es uns wichtig das Problem zu verstehen, das wir lösen wollen. Das geht besonders gut durch Kundennähe. Wir haben einen sehr engen Kontakt zu Testkunden durch die wir nicht nur einen Einblick bekommen, wie unsere Software für sie funktioniert, wir konnten auch lernen, wie diese Software für den alltäglichen Gebrauch optimiert werden kann.

Wie hast du die Produktentwicklung und damit auch dein Start-up bislang finanziert?

Da wir nicht nur eigene Software entwickeln, sondern auch bestehende Lösungen vertreiben, können wir unser Geschäft hauptsächlich über Einnahmen finanzieren.

Du hast den Conversion Maker AI vor wenigen Wochen gelauncht. Wie ist der Start verlaufen? Was sind deine ersten Learnings?

Wir sind sehr zufrieden mit dem Start. Wir sehen eine hohe Resonanz und was mich besonders freut: Erste Kunden, die unsere Software nutzen konnten bereits signifikant ihre Conversion Rate steigern.

Wer sind deine Kund*innen bzw. Zielgruppe?

Wir möchten alle erreichen, die Produkte beschreiben oder Produkte verkaufen. Das heißt, vom Einmannunternehmen auf Shopify über den großen Online-Retailer bis hin zur Textagentur sprechen wir alle an. Für unsere Software braucht man keine Vorkenntnisse, man muss nur wissen, was die wichtigsten Informationen zum Produkt sind.

Was sind deine weiteren unternehmerischen To Do's rund um den Conversion Maker AI?

Wir haben jetzt nach dem Release zunächst eine Shopify-Schnittstelle integriert und planen mittelfristig weitere Shop-Systeme zu unterstützen. Und natürlich wollen wir die Software auch weiterhin basierend auf Kundenfeedback verbessern und weiter ausbauen – dafür suchen wir derzeit weitere Programmierer, die sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Innerhalb von fünf Jahren hoffen wir, Conversion Maker AI als ein Standardtool im Online-Handel zu etablieren, auf das sich jedes Unternehmen für eine erfolgreiche Strategie zur Optimierung der Conversion-Rate verlässt.

Und last but not least: Was möchtest du als erfahrener Seriengründer anderen Gründer*innen mit auf den unternehmerischen Weg geben?

Sprecht offen mit eurem Team über eure Ideen, so könnt ihr sie gemeinsam Weiterentwickeln und Hindernisse überwinden. Dazu gehört auch eine gute vertrauensvolle Feedback-Kultur zu etablieren. Ein Team, das ehrlich und offen teilt ist auch in schwierigen Zeiten standhaft – und hilft letztlich einen positiven und enthusiastischen Teamgeist zu bewahren.

Hier geht's zum Conversion Maker AI

Das Interview führte Hans Luthardt

doQtor: Kostenlose, psychologische Ersthilfe für ukrainische Geflüchtete

Das 2020 in Köln gegründete Mental-Health-Start-up doQtor leistet mit seinem Projekt „Mental Help for Ukraine“ Geflüchteten psychologische Ersthilfe und sucht nach weiteren Unterstützer*innen.

Seit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine erleben wir mitten in Europa die am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Zerbombte Wohnhäuser, heulende Sirenen, düstere Schutzkeller – teilweise ohne Strom und Wasser, und die Flucht ins Ungewisse von Millionen von Menschen. Sie müssen ihr Leben aus einem Provisorium neu errichten, mit unklarem Ausgang und drängenden Fragen an die Gegenwart und die Zukunft. Wo befinden sich nahestehende Verwandte und Freunde? Wie kann ich sie erreichen? Werde ich meine Familie in Deutschland versorgen können? Solche Erlebnisse hinterlassen oft tiefe Spuren in der Psyche der Betroffenen: Sie werden von vielen als traumatisierend erlebt.

Mental-Health Start-up leistet psychologische Erste Hilfe

Durch den Krieg in der Ukraine finden wir uns plötzlich an vorderster Front einer sich entwickelnden Krise der psychischen Gesundheit wieder. Das Kölner Start-up für psychische Gesundheit doQtor hat daher das Projekt „Mental Help for Ukraine“ ins Leben gerufen, das psychologische Erste Hilfe für Geflüchtete mit lokalen Psycholog*innen und psychologischen Fachberater*nnen leistet. Die digitale Plattform für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern einen umfassenden Service in psychosozialen Belastungssituationen bieten wollen, unterstützt die Geflüchteten dabei, in ihrer belastenden Situation eine passende psychologische Hilfe zu finden.

Geflüchtete Ukrainer*innen können auf doQtor.de nicht nur Informationen rund um das Thema in ukrainischer oder englischer Sprache herunterladen, sondern sich auch direkt online einen Gesprächstermin buchen. Das Team vermittelt dann die belasteten Menschen an psychologisch geschultes Personal mit ukrainischen oder russischen Sprachkenntnissen, aktuell vorwiegend im Rheinland und im Raum Köln. Der kostenlose Vermittlungsservice wird in Kürze deutschlandweit ausgerollt.

Geflüchtete Ukrainerin leitet das Projekt

Die Mitarbeiterin aus dem doQtor-Team Emily Herter hatte über 15 Jahre lang jeden Sommer ein ukrainisches Gastkind bei sich in der Familie, Yuliia Duliepa aus Kiew - heute 21 Jahre alt, von Beruf Übersetzerin für Deutsch und Englisch. Nach Kriegsausbruch vor über vier Wochen hat es Yuliia unversehrt bis an die polnische Grenze geschafft, wo ihre ehemalige deutsche Gastfamilie sie erneut, diesmal aber unter ganz anderen Umständen, in Empfang nehmen und nach Deutschland bringen konnte.

“Yuliia hat bei uns Hilfe gesucht und unserem Team berichtet, wie stark traumatisiert die Geflüchteten sind, wie sehr es sie zerreißt, nicht zu wissen wie es ihren Verwandten geht, die sie zurücklassen haben müssen. Aus den Gesprächen mit Yuliia entstand die Idee, unsere digitale Plattform, die wir Unternehmen für ihre Mitarbeiter in psychosozialen Fragen zur Verfügung stellen, so anzupassen, dass wir damit Geflüchtete schnell und unbürokratisch unterstützen und sie in professionelle, psychologische Unterstützung bringen können”, erklärt doQtor-Gründer Benjamin Schwarz. 

Yuliia ist nun festes Teammitglied, sie leitet das Projekt “Mental Help Ukraine” und steht als erste Ansprechpartnerin für Hilfesuchende zur Verfügung. Sie sagt: “Für mich ist es so wichtig, hier eine Aufgabe zu haben und meinen Landsleuten zu helfen.”

doQtor ist auf weitere professionelle Unterstützung für „Mental Help for Ukraine“ angewiesen, es wird deutschlandweit weiteres psychologisch geschultes Personal mit entsprechenden Sprachkenntnissen benötigt. Wer bereit ist, zu helfen, kann sich jederzeit über die Website melden. https://www.doqtor.de/ukraine

Ewor: Gründer*innen per feeding ground zu Serial Entrepreneurs

Die Ewor-Gründer Daniel Dippold und Alexander Grots sehen in Sachen Unternehmertum ein klares Defizit im europäischen Bildungssystem. Mit ihrem Ewor-Fellowship und ihrer Academy wollen sie dem aktiv entgegensteuern und aus Gründer*innen Serial Entrepreneurs machen.

Daniel Dippold und Alexander Grots von von der bayerischen Founder*innen-Schmiede Ewor sprechen im brutkasten-Talk über die Gründer*innenlandschaft in Europa und wie sie diese verändern wollen. Da sie mit Blick auf das Unternehmertum bereits im Bildungssystem einige Mängel erkennen, möchten sie Entrepreneur*innen mit dem Ewor-Fellowship und der Ewor-Academy aktiv fördern. Hier soll ein Ökosystem geschaffen werden, worin einzelne Persönlichkeiten mit ihren Ideen gut wachsen können. Profitieren sollen dabei sowohl die Teilnehmer*innen, als auch Ewor und die Unternehmen, die hier mitarbeiten können.

Bei Ewor liege der Fokus laut Grots in erster Linie auf dem Individuum. Hier sollen Gründer*innen zum Serial Entrepreneur entwickelt und ausgebildet werden. “Wir investieren nicht in Ideen, sondern in die Menschen”, meint Grots und betont dabei, dass es ihnen nicht zwangsweise um die smartesten Menschen gehe, sondern um jene Menschen mit Potential – manche würden das besser zeigen können, als andere. Ewor wolle also einen feeding ground bieten, wo man den Gründungsprozess gemeinsam erleben könne. Grundlage für dieses Ökosystem bieten die zwei entwickelten Plattformen: das Ewor-Fellowship und die Ewor-Academy.

Ewor-Fellowship für junge Entrepreneur*innen

Das Fellowship richtet sich an all jene, die noch nicht gegründet haben und noch keine eigene Idee mitbringen. Hier haben Industrie bzw. große Unternehmen die Möglichkeit, ihre Ideen und Themen mit einzubringen, erklärten die Ewor-Gründer. Eine Gruppe junger Entrepreneur*innen wird in dem Fellowship zusammen gebracht und anhand des ausgewählten Themas dazu ausgebildet, ein eigenes Venture zu gründen. Aktuell bietet das Fellowship 30 Plätze pro Jahr, während die Academy bereits Plätze im dreistelligen Bereich anbietet.

Academy für Menschen, die bereits gegründet haben

Bei der Academy gehe es wiederum weniger um den Gründungsprozess als viel mehr um den Wissensaustausch. Hier haben die Teilnehmer*innen bereits eine Idee, hätten in der Academy aber die Möglichkeit, die Vorteile des ewor-Netzwerks zu nutzen und noch mehr Wissen zu erlangen. Auf diesem Wege könne man laut ewor die eigene Idee weiterentwickeln und ein Venture bauen.

Für die Teilnahme wird ein Betrag verrechnet, der laut Dippold aktuell noch ein bisschen steigen würde. “Langfristig wollen wir mit der Academy ein Modell erreichen, mit dem wir am Gründungserfolg partizipieren, zugleich aber auch nichts verdienen, wenn der oder die Gründer:in von unserem Ökosystem nichts mitnimmt”, erklärt Dippold. Das Gründer-Team von Ewor betont dabei, dass sie mehr Raum geben wollen, als es die meisten Accelerators und Incubators tun würden.

Was sind die Vorteile für die Unternehmen?

Die beiden Founder haben selbst bereits ein breites Netzwerk, das sie für das Fellowship und die Academy mitbringen. So haben sich insgesamt neben den Talenten, den Partner*innen, den Mentor*innen auch schon Investments ergeben. Bei dem starken Fokus auf Founder*innen würden laut Ewor aber auch die Unternehmen nicht zu kurz kommen. Schließlich bringe man bei Ewor nicht die Ideen, sondern die dahinterstehenden Personen voran, die hier eine Ausbildung zum Unternehmertum erhalten.

„Die Ideen entstehen aus den Menschen heraus, während wir sie auf diesem Journey begleiten. Das ist dann auch der Wert für die Unternehmen – sie haben Menschen dabei betreut, persönlich zu wachsen. Zukunft ist nicht der Kampf um Ideen, sondern der Kampf um Talente“, erklären die Initiatoren. Während das Unternehmen also Talente fördern und voranbringen wolle, hätten andere Firmen beispielsweise die Möglichkeit, strategischer Partner zu werden. Dieser Schritt habe laut Dippold auch finanzielle Vorteile für die Unternehmen, da er billiger ist, als firmenintern in R&D (Research & Development) zu investieren.

Ewor hat das erste Fellowship im März 2021 gelauncht, davor aber bereits verschiedene Pilotprojekte ausprobiert. Mit ihrer Arbeit wollen sie weiter ihre Vision verfolgen, ein Ökosystem aufzubauen, in dem jede(r) der oder die etwas weltveränderndes bewegen möchte, Unterstützung findet.

Dieser Beitrag ist zuerst auf brukasten.com veröffentlicht worden

Umweltwirtschaftspreis.NRW 2022 – jetzt bewerben!

In diesem Jahr wird der Umweltwirtschaftspreis.NRW zum zweiten Mal ausgeschrieben. Der Wettbewerb richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen der Green Economy mit Sitz in Nordrhein-Westfalen. Bis zum 10. April 2022 können sich Unternehmen aus den acht Teilmärkten der Umweltwirtschaft mit innovativen Produkten und Dienstleistungen bewerben. Auf die Gewinner*innen warten Preisgelder in Höhe von insgesamt 60.000 Euro.

Nachhaltig wirtschaften - Klimaschutz ganz praktisch angehen

Klimaschutz im eigenen Betrieb umzusetzen und damit auch noch wirtschaftlich zu wachsen. Wie das geht, zeigen die Sieger des Wettbewerbs Umweltwirtschaftspreis.NRW 2020:

Dr. Christian Schwarz, Christian Grotholt und Niels Pöppel sind Role Model für Mittelständler, die Klima- und Umweltschutz im eigenen Betrieb umsetzen wollen. Alle drei sind Unternehmer der Green Economy und haben mit ihren grünen Geschäftsmodellen gezeigt, dass Ökonomie und Ökologie aufs Engste miteinander verknüpft sein können. Alle drei landeten beim Umweltwirtschaftspreis.NRW 2020 auf dem Siegerpodest. Den Wettbewerb lobte die NRW.BANK, die Förderbank für Nordrhein-Westfalen, gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Umweltministerium vor zwei Jahren erstmalig aus.

Numaferm

Dr. Christian Schwarz, Mitgründer von Numaferm, und seine Teamkollegen schafften es bei dem Wettbewerb auf Platz eins. Der Biotech-Dienstleister aus Düsseldorf entwickelte ein bio-basiertes, besonders umwelt-, ressourcen- und noch dazu kostenschonendes Verfahren für die Herstellung von Peptiden und Proteinen. Wegen ihrer einzigartigen Eigenschaften kommen diese in den verschiedensten Anwendungen in vielen Industrien zum Einsatz – darunter etwa in der Pharma-, Kosmetik-, Tiermedizin- und Agrarwirtschaftsindustrie.

2G Energy

fayrganic apparel: der Perioden-Gamechanger

Fayrganic apparel wurde von Lucie Vollmeyer gegründet, um Frauen den Perioden-Alltag mit einer neuartigen Unterwäsche zu erleichtern. Jetzt möchte Lucie den Markteinstieg mithilfe einer Crowdfunding Kampagne meistern.

Fayrganic apparel wurde Mitte 2021 von Lucie Vollmeyer gegründet, um Frauen im Perioden-Alltag mit einer neuartigen Unterwäsche zu unterstützen. Der Name fayrganic ist eine Mischung aus „fair“ und „organic“ und stellt zwei der Grundwerte der Firma dar. Die von Lucie entwickelte Periodenunterwäsche unterscheidet sich von bestehenden Produkten durch einen modularen Aufbau. Dieser ermöglicht es, die Einlage von der Unterhose zu trennen. So ist ein Auswechseln der Einlage auch unterwegs jederzeit möglich. Damit ist die Periodenunterhose individuell anpassbar und lässt sich zusätzlich als normale Unterhose ohne Einlage tragen. Das Produkt ist zudem vegan, ohne Biozide und aus Bio- Baumwolle hergestellt.

Die Entwicklungszeit der modularen Periodenunterwäsche inkl. der Tests, Produktentwicklung, Unternehmensgründung und Produzentensuche dauerte rund zwei Jahre. Besonders schwierig war es für fayrganic apparel, geeignete GOTS-zertifizierte Produzenten in der EU zu finden, welche sich auf den Unterwäschemarkt fokussieren. Die GOTS-Zertifizierung ist eine der wichtigsten Textilsiegel für Nachhaltigkeit. Sie umfasst strenge Vorschriften über die komplette Wertschöpfungskette sowie für soziale Standards. Nur Produkte aus natürlichen Fasern können GOTS zertifiziert werden. Somit dürfen keine Chemiefasern wie Polyester oder Viskose verwendet werden. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb bisher keine GOTS-zertifizierte Periodenunterwäsche auf dem Markt ist.

Nun möchte Lucie den Markteinstieg von fayrganic apparel mithilfe einer Crowdfunding Kampagne auf Startnext meistern. Zum einen soll diese das benötigte Kapital beschaffen, um das Produkt auf den Markt zu bringen. Zum anderen sollen mit der Kampagne bereits potenzielle Kund*innen angesprochen werden. Die Kampagne erzählt mehr zu dem Produkt und bietet die Möglichkeit, erste Unterhosen zu erwerben.

Gründer*in der Woche: MaskMedicare – Businesswandel in Corona-Zeiten

Maximilian Fenninger musste sein Reisebüro pandemiebedingt schließen. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, erfand sich der oberbayerische Unternehmer neu und baute kurzerhand den Online-Shop MaskMedicare, um dabei zu helfen, den enormen Bedarf an Atemschutzmasken und Hygiene-Schutzprodukten zu stillen. Mehr zu dem jungen E-Commerce im Interview mit Founder Maximilian.

Wann und wie bist du auf die Idee zu MaskMedicare gekommen?

Vor Corona hatte ich ein Reisebüro, das leider aufgrund der allseits bekannten Pandemie-Umstände geschlossen werden musste. Schnell erkannte ich, dass am Markt eine große Lücke für Atemschutzmasken und Hygiene-Schutzprodukte klaffte. Das war dann der Sartschuss zu MaskMedicare. Anfangs haben wir nur Produkte vermittelt, bis wir dann die Zügel in die Hand genommen und den Verkauf selbst organisiert haben. Mittlerweile hat MaskMedicare 12 Mitarbeitende – und trotz des generell spürbaren Rückgangs der Nachfrage nach Atemschutzmasken und Hygiene-Schutzprodukten verzeichnen wir immer noch starkes Wachstum.

Was waren die wichtigsten Schritte von der Gründung bis zum Go live deines Online-Shops?

Die größte Herausforderung für uns war, den Online-Shop einwandfrei mit unserem ERP-System zu verknüpfen, sodass zum einen keine Fehler auftreten und zum anderen Bestellungen, die wir zu Beginn noch händisch erledigen mussten, automatisch abgewickelt werden konnten. Hierbei haben uns vor allem externe Dienstleister und Experten viel unter die Arme gegriffen. Davon abgesehen sind wir mit unserem Online-Shop aber noch lange nicht fertig und entwickeln MaskMedicare stetig weiter.

Was sind derzeit deine Top-Seller rund um Corona?

Da sind ganz klar die FFP2-Masken in Schwarz, professionelle Antigen-Schnelltests sowie Laientests mit CE-Zertifizierung. Einfach mal reinklicken in unseren Online-Shop.