Gründer der Woche: StartinFOOD - Starthilfe für Gastro und Co.

Gründer der Woche 20/16


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Ob ein neues Getränk, ein Food-Produkt, ein Gastro-Konzept, ein Lieferservice, eine Rezepte-App … StartinFOOD ist vor kurzem angetreten, um Food-Gründern zu helfen, das Potenzial von Crowdfunding zu nutzen. Darüber sprechen wir mit Walther Bruckschen.


Im März haben Sie und Christine Purnell die StartinFOOD GbR gegründet, um Food-Start-ups dabei zu unterstützen, ihre Idee über Crowdfunding zu finanzieren. Wie haben Sie den Food-Bereich für sich entdeckt und was macht ihn so attraktiv?

Wir sind beide schon seit über zehn Jahren als Gründungscoach aktiv, kennengelernt haben wir uns, weil wir beide Juroren beim Münchner Businessplan-Wettbewerb sind. Das Thema Crowdfunding war unser gemeinsames Interesse, der Food-Bereich ist für diese Form der Finanzierung ideal: Es ist ein dynamischer Markt mit vielen spannenden Ideen und Gründern. Food-Gründer sind oft Quereinsteiger, die aus völlig anderen Bereichen kommen. Die haben es besonders schwer, über eine Bank zu finanzieren.


Welche Food-Projekte haben Sie bereits bei deren Crowdfunding-Kampagnen unterstützt?

StartinFOOD gibt es erst seit März. Wir unterstützen zwar schon ein paar Kampagnen, allerdings noch nicht - wie wir es uns eigentlich vorstellen - bereits eine gewisse Zeit vor dem Crowdfunding. Ideal ist eine drei- bis sechsmonatige Planungsphase, bevor eine Kampagne online gehen sollte. Dennoch konnten wir als "Quereinsteiger" in den bisherigen Kampagnen schon Hilfestellung geben. Im Moment sind das Cook&Code, Tortenzirkus und - ganz aktuell - Laros. Das Münchner Start-up Pumperlgsund will sich mit dem Crowdfunding noch etwas Zeit lassen. Auch wenn nicht alle Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich verlaufen, so profitieren alle Gründer von der medialen Aufmerksamkeit durch die Kampagne: Einer "unserer" Gründer hat so beispielsweise nicht nur wertvolle Kooperationspartner gefunden, sondern auch ein Angebot von einem Investor erhalten!


Was waren hierbei die wichtigsten Maßnahmen, um die Kampagnen der Start-ups ins „rechte Licht“ der Investoren zu rücken?

Wer erfolgreich sein Projekt platzieren will, muss zuallererst Klinkenputzen. Als Gründer darf man sich dabei für nichts zu schade sein. Im Prinzip zeigt der Gründer dadurch den Investoren, dass er wirklich dahinter steht, also Gründermentalität vom Feinsten. Was wir darüber hinaus tun können, ist Türen zu öffnen und die Reichweite über Social Media, Pressearbeit und unsere eigenen Kanäle zu erhöhen. Doch zuallererst geben wir dem Gründer ein ehrliches Feedback zu seinem Konzept, seinem Präsentationsvideo und seinem Marketingplan - wir nennen das StartinFOOD-QuickCheck.


Was raten Sie (Food-)Start-ups, die Crowdfunding ins Auge fassen? Was müssen sie vorher durchdacht oder besser noch selbst auf den Weg gebracht haben?

Eine eigene Community ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Niemand sollte sich darauf verlassen, dass die "Laufkundschaft" auf Startnext schon die Kampagne finanzieren wird. Der Gründer sollte schon vor Beginn der Crowdfunding-Kampagne genügend Unterstützer und finanzielle Unterstützungszusagen haben. Beim Crowdfunding gibt es dann gewisse Schwellenwerte, die man möglichst schnell überwinden sollte, damit die Kampagne Fahrt aufnimmt. Wer zum Beispiel gleich in den ersten Tagen schon einen nennenswerten Teil der Fundingsumme eingesammelt hat, zieht weitere Investoren an.


Gibt es bereits Crowdfunding-Plattformen, die speziell für Food-Gründer geeignet sind oder planen Sie, hier eigene Strukturen zu schaffen?

Für Crowdfunding im Food-Bereich ist sicherlich unser Partner Startnext eine gute Wahl. Im Monat Mai ist darüber hinaus bei Startnext das Thema Food das Schwerpunktthema - das erhöht die Aufmerksamkeit noch einmal erheblich. Wer seine Geschäftsidee mit der Crowd startet, sollte dies zunächst mit Crowdfunding tun. So beweist man, dass das Geschäftsmodell funktioniert, ein "proof of concept", um Investoren zu begeistern. Der nächste Schritt könnte dann ein Crowdinvesting sein. Auch dort gibt es auf den führenden Plattformen wie Seedmatch oder Companisto immer wieder auch Foodkampagnen. Eine eigene Crowdinvesting-Plattform speziell für den Foodbereich gibt es nicht - noch nicht, wie wir schon verraten können, das soll sich bis Ende dieses Jahres ändern.

Neben dem Crowdfunding sind Sie auch als Gründerberater im Food-Bereich aktiv. Am 18. Juni veranstalten Sie das erste StartinFOOD Bootcamp in München. Was wird da geboten?
Unser Pushed2Move StartinFOOD Bootcamp soll Gründern im Foodbereich den nötigen Impuls geben, ins kalte Wasser zu springen und loszulegen. Das Thema Finanzierung spielt dabei eine entscheidende Rolle, deshalb haben wir dazu Experten für ein Panel zu unserem Bootcamp eingeladen, die dazu die nötigen Infos beisteuern können. Eine zweite Panel-Diskussion wird von erfolgreichen Gründern bestritten, unsere Best-practice-Präsentation. Hier können sich die Teilnehmer wertvolle Tipps abschauen und im persönlichen Gespräch auch wichtige Kontakte knüpfen.


In vielen Bereichen geht der Trend weg vom B2C-Business hin zum B2B – gibt es ähnliche Entwicklungen im Food-Bereich?

Klassischerweise ist der Foodbereich eher B2C, also auf den Consumer ausgerichtet. Aber es gibt auch Graubereiche, etwa wenn es um Catering oder Lieferdienste fürs Mittagessen geht. Auch wenn eine Crowdfunding-Kampagne finanziell nicht erfolgreich ist: Oft ergeben sich gerade durch die erhöhte Aufmerksamkeit Kooperationen mit Zulieferern, Sponsoren oder Investoren.

Welche Tipps geben Sie Gründern mit auf den Weg?
Man braucht einen langen Atem! Und Flexibilität ist wichtig: Der Gründer muss bereit sein, auch kurzfristig Änderungen am Geschäftsmodell oder an der Kampagne vorzunehmen. Oft entwickelt sich das Startup erst während der Kampagne, man lernt Unterstützer kennen, die einen auf andere Chancen aufmerksam machen, oder entdeckt ganz neue Zielgruppen, die vorher gar nicht im Fokus standen. Wichtig ist es, sich nicht entmutigen zu lassen! Optimismus und Hartnäckigkeit sind wichtig - aber auch eine gute und nicht zu kurze Vorbereitung. Und ein erfahrener Berater an der Seite kann da sicherlich auch nicht schaden.

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Das Interview führte Hans Luthardt


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HR-Plattform Deel übernimmt HR-Start-up Zavvy

Deel, die globale All-in-One HR-Plattform, gibt die Übernahme von Zavvy, einer deutschen Plattform für Personalentwicklung & Performance, bekannt. Alle Teammitglieder von Zavvy treten Deel bei.

Deel, die globale HR-Plattform mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, übernimmt die Lern-, Entwicklungs- und Performance-Management-Plattform Zavvy. Das in München ansässige HR-Start-up wurde im Jahr 2021 von Mehmet Yilmaz und Joshua Cornelius gegründet und bietet Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle für die Bereiche Karriereentwicklung, Leistungsmanagement und Schulungsprogramme. Mithilfe integrierter KI-Technologie, liefert Zavvy Managern Vorschläge zur Bewertung der Teamleistung und hilft Unternehmen, personalisierte Karriereentwicklungspläne zu erstellen. Zu den Kunden von Zavvy zählen Moss, Primer, LoveBonito, TypeForm und weitere.

Deel wird die KI-gestützte Technologie von Zavvy in ein neues Produktpaket – „Deel Engage“ – einbinden, um HR-Führungskräfte in allen Bereichen des Personalmanagements wie HRIS und L&D-Performance Management zu unterstützen.

Mehmet Yilmaz, Mitbegründer und Co-CEO, sagte zur Übernahme: „Wir haben Zavvy gegründet, um das Arbeitspotenzial der Menschen freizusetzen. Der Beitritt zu Deel, der führenden HR-Plattform für die Arbeitswelt von morgen, wird dieses Vorhaben erheblich beschleunigen. Beide Unternehmen sind leidenschaftlich daran interessiert, Innovationen im HR-Sektor voranzutreiben, mit einem Fokus auf die Einstellung und Förderung großartiger Talente weltweit.“

Alex Bouaziz, Mitbegründer und CEO von Deel, sagte: „Bei Deel dreht sich alles darum, Unternehmen dabei zu helfen, das Beste aus ihren globalen Teams herauszuholen, und die KI-Technologie von Zavvy steht an der Spitze des Personalmanagements und der Talententwicklung. Es passt perfekt – unsere Kunden suchen nach einer Komplettlösung für alle HR-Belange, und Zavvys Tools für das Personalmanagement füllen nun dieses fehlende Stück unseres globalen HR-Angebots aus.“

HR-Analyst und Managing Partner von 3SixtyInsights, Pete Tiliakos, sagte: „Die Technologie zur Mitarbeiteraktivierung von Zavvy ergänzt perfekt das breitere Deel-Ökosystem globaler Beschäftigungslösungen. Die Ergänzung erfolgt zu einem günstigen Zeitpunkt, um Arbeitgebern zu ermöglichen, Fähigkeiten und Talente durch hochgradig personalisierte Lern- und Entwicklungserfahrungen zu entwickeln und zu halten, während sie Arbeitgebern eine einzige Plattform für konforme globale Beschäftigung und Talentförderung bietet.“

Deel gibt zudem heute bekannt, dass die Plattform Deel HR ab sofort für Unternehmen jeder Größe kostenlos zur Verfügung stehen wird. Deel HR war zuvor lediglich für bis zu 200 Nutzer*innen kostenlos zugänglich. In der Branche werden so erstmalig die Bereiche Lernmanagement, Performance, HRIS und Compliance-Wissen von einem Unternehmen, in einer Angebotsstruktur und zu einem Preis gebündelt angeboten.

Für Unternehmen, die eine globale Belegschaft verwalten, ist das ein Vorteil: Normalerweise müssten sie verschiedene HR- und Gehaltsabrechnungssysteme mit Leistungs-, Vorteils-, Eigenkapital- und weiteren Systemen kombinieren. Mit der Integration von Zavvy in Deels Global Payroll- und HRIS-System, sparen Arbeitgeber Verwaltungsaufwand und steigern die Effizienz und Leistung ihrer Teams in einem zentralen System. Das ermöglicht Unternehmen einen verbesserten Blick auf ihre globale Belegschaft – zu jeder Phase des Mitarbeiterlebenszyklus.

Deel bietet damit als erstes Unternehmen am Markt ein kostenloses HRIS-Produkt in Kombination mit Personalmanagement, Arbeitgeber- und Auftragnehmervermittlung, Global Payroll, Compliance-Expertise sowie internen Rechts- und Einwanderungsdienstleistungen an.

Repräsentative GfK-Umfrage: Perspektiven Unternehmertum

Die repräsentative GfK-Umfrage zeigt u.a.: 63 % der Befragten halten es für mutig, in der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu gründen; 52 % denken, dass Innovationen helfen, die Wirtschaft anzukurbeln. Hier gibt’s alle Ergebnisse im Überblick.

GoDaddy Deutschland veröffentlicht die neuesten Ergebnisse seiner repräsentativen Umfrage “Perspektiven Unternehmertum”, die von der GfK durchgeführt wurde. Befragt wurden mit dem GfK eBUS® 1.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren, die die deutschsprachige Bevölkerung repräsentieren. Die Befragung wurde im September 2023 durchgeführt.

Starkes Vertrauen in den Innovationsstandort Deutschland

Die Studie offenbart ein starkes Vertrauen der Bürger*innen in den Innovationsstandort Deutschland und zeigen zudem eine bemerkenswerte Bereitschaft zur unternehmerischen Tätigkeit – vor allem jene, die jünger als 40 Jahre alt sind.

Die Umfrage zeigt, dass 56 % der 18- bis 29-Jährigen und 54 % der 30- bis 39-Jährigen in Deutschland bereit sind, unternehmerisch tätig zu werden, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Der Faktor Bildung ist dabei nebensächlich: Während 44 % der potenziellen Unternehmer*innen Abitur oder Hochschulreife haben, verfügt knapp jede(r) Dritte über den Abschluss einer höheren Schule ohne Abitur bzw. einen Haupt- oder Volksschulabschluss (30 %).

Wer jetzt gründet, gilt als mutig

Glauben Sie, dass es mutig ist, in der aktuellen wirtschaftlichen Situation ein Unternehmen zu gründen? Diese Frage bejahten nahezu zwei Drittel aller Befragten (63 %), während lediglich 13 % anderer Meinung waren. Gleichzeitig glaubt eine überwältigende Mehrheit von 70 %, dass sich aufgrund der finanziellen Sicherheit mehr Menschen für einen herkömmlichen Job entscheiden statt zu gründen.

Die Meinungen hinsichtlich der potenziellen finanziellen Anreize des Unternehmertums gespalten: Während 26 % der Befragten glauben, dass die Aussicht auf ein sehr gutes Einkommen die damit verbundenen Risiken aufwiegt, sind 44% bei dieser Frage unentschieden. 30 % hingegen lehnen diese Vorstellung ab.

Innovation als Motor für einen starken Wirtschaftsstandort

Die Umfrage untersuchte auch die Einstellung der Bevölkerung in Deutschland zur Rolle, die Innovationen und neue Geschäftsideen bei der Erholung unserer Wirtschaft spielen. 52 % der Befragten sind der Meinung, dass Innovation und neue Geschäftsideen dazu beitragen werden, unsere Wirtschaft zu erholen, während nur 15 % dies verneinen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit weiterhin auf die Wichtigkeit von Innovationen als Katalysator für das Erfinderland Deutschland vertraut.

Gründer*in der Woche: Pferdegold: Innovation auf vier Hufen

In der Welt des E-Commerce hat sich Pferdegold als ein starkes Beispiel für Innovation und unternehmerischen Erfolg etabliert. Hinter dem Erfolg steht Gründer Florian Keller, der von Kindesbeinen an eine tiefe Verbindung zu Pferden pflegte.

In nur vier Jahren hat sich Pferdegold von einem ambitionierten Start-up zu einem florierenden Unternehmen mit einem Jahresumsatz im hohen siebenstelligen Bereich und einem Team von 23 Mitarbeiter*innen entwickelt. Die Erfolgsgeschichte zeugt von Florian Kellers unternehmerischem Geschick sowie seiner Vision, die Gesundheit und das Wohlergehen der Pferde in den Mittelpunkt zu stellen. Die Produktpalette von Pferdegold fokussiert sich dabei ausschließlich auf Produkte, die Pferde wirklich brauchen. So basiert das Zusatzfutter auf natürlichen Inhaltsstoffen und ist frei von künstlichen Zusätzen, Industriezucker oder billigen Füllstoffen.

Frühe Learnings fürs (Gründer-)Leben

Florian verband schon in seiner Kindheit eine tiefe Zuneigung zu Pferden. Florians Jugend war jedoch nicht frei von Herausforderungen. Während seiner Schulzeit erlebte er intensive Phasen des Mobbings, die ihn tief prägten. Er war zunächst nur auf kleinen Schulen, doch nach einem Schulwechsel im Alter von etwa 12 Jahren, begann das Mobbing durch seine Mitschüler*innen, welches deutlich über das übliche Maß hinausging und bleibende Eindrücke hinterließ.

„Diese schwierigen Erfahrungen hatten große Auswirkungen auf meinen Charakter und meine Entschlossenheit. Irgendwann hatte ich genug, fing mit körperlicher Fitness an, verlor Gewicht und befreite mich selbst aus der Opferrolle. Ich begann endlich mich gegen die Mobber zu wehren.“ Diese Erfahrung vermittelte ihm eine wichtige Lektion: „Ich habe realisiert, dass nur ich allein die Kontrolle über mein eigenes Leben übernehmen kann.“

Florians Interesse an Ernährung und Fitness wurde zu einer Konstanten, und er entschied sich später, Ernährungsberater zu werden.

Alles auf eine Karte gesetzt

Florian Keller absolvierte sein Studium an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS). Er schloss sein Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen als Diplom-Ingenieur ab und spezialisierte sich anschließend im Masterstudium auf 'Innovation im Mittelstand'.

Ursprünglich hatte Florian die Absicht, ein Supplement für Menschen zu entwickeln. Diese Idee war bereits in der Entwicklungsphase, als er realisierte, dass diese Richtung ihn nicht vollständig erfüllte. Der Umschwung kam durch eine Begegnung mit der Reitfreundin seiner Mutter, die ihm einen Eimer voll mit Pferdefutter hinhielt: „Das Futter war extrem minderwertig und enthielt viel zu viel Zucker, sodass es eher schädlich als zuträglich für die Pferde war. Mir wurde sofort klar: Hier muss sich etwas ändern.“ Die Idee von Pferdegold war geboren.

Entschieden, seinem Traum zu folgen, setzte Florian alles auf eine Karte. Er nahm sich eine zweijährige Auszeit, um sich ausschließlich auf die Gründung seines Unternehmens zu konzentrieren. In dieser Phase finanzierte er sich von seinen Ersparnissen und investierte diese auch vollends in die Gründung von Pferdegold.

Qualität und Wirksamkeit rechtfertigen den höheren Preis

Eine der ersten Herausforderungen für Pferdegold war die Suche nach geeigneten Herstellern und Logistikpartnern, die Florians hohen Ansprüchen an Qualität und Nachhaltigkeit gerecht werden konnten. „Ich stieß dabei oft auf Skepsis und Widerstand, insbesondere als ich meine Vision für hochwertige Inhaltsstoffe in den Pferdegold-Produkten vorstellte. Einige Hersteller äußerten Bedenken, ob sich ein derart qualitativ hochwertiges Produkt zu einem entsprechenden Preis verkaufen lassen würde.“

Trotz dieser anfänglichen Zweifel blieb Florian standhaft bei seiner Überzeugung und fand letztendlich einen Hersteller am Chiemsee, der bereit war, seine Vision zu teilen und die Produkte nach seinen Vorstellungen zu produzieren. „Obwohl ich mit meiner Idee auf viel Widerstand stieß, war ich überzeugt, dass Qualität und Wirksamkeit den höheren Preis rechtfertigen würden.“

Marketing-Geschick und tiefe Verbundenheit zu Pferden

Die Herausforderungen beschränkten sich allerdings nicht nur auf die Produktionsseite. Auch beim Online-Marketing und Vertrieb musste Florian sich neues Wissen aneignen. Obwohl er sich zu Beginn seiner Unternehmung nicht ausgiebig mit Online-Marketing und Vertrieb auskannte, bewies Florian großes Geschick dafür, seine Marke im digitalen Raum zu positionieren.

Ein Schlüsselmoment in der Marketinggeschichte von Pferdegold war die Zusammenarbeit mit Dodo Laugks, einer bekannten Persönlichkeit in der Reitsportwelt. Ihre positive Rückmeldung zu den Produkten und das daraus resultierende gemeinsame Video, das auf Facebook veröffentlicht wurde, markierten einen Wendepunkt. „Das Engagement von Dodo Laugks war nicht nur entscheidend für unseren Erfolg, sondern hat auch langfristig dazu beigetragen, das Bewusstsein für Futterqualität in Deutschland zu stärken.“

Florians natürliche Fähigkeit, authentische und überzeugende Inhalte zu erstellen, kombiniert mit seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse und Wünsche von Pferdeliebhaber*innen, trug maßgeblich zum Erfolg seiner Marketing-Offensive bei. Er verstand es, Geschichten zu erzählen, die nicht nur die Qualität der Produkte hervorhoben, sondern auch die tiefe Verbundenheit und Liebe zu Pferden widerspiegelten.

Family-Power und Team-Spirit

Pferdegold, ursprünglich aus der Vision eines Einzelnen entstanden, ist in Wahrheit ein echtes Familienunternehmen. Florians Eltern, Susanne und Michael Keller, schlossen sich ihm seit dem Start im Jahr 2019 an. „Die frühe Unterstützung und das Engagement meiner Eltern sind von unschätzbarem Wert für das Wachstum und die Entwicklung von Pferdegold. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, das Unternehmen zu formen und zu festigen.“

Die Zusammenarbeit in der Familie brachte eine einzigartige Dynamik in das Unternehmen. Die Kombination aus Florians innovativen Ideen, seinem unternehmerischen Geist, dem praktischen Wissen und der Erfahrung seiner Eltern schuf eine starke Grundlage für den Erfolg von Pferdegold. Dies spiegelte sich in der Qualität der Produkte, der Kund*innenbeziehung und der allgemeinen Unternehmensphilosophie wider.

Darüber hinaus wuchs das Team von Pferdegold stetig. Von den Anfängen mit nur wenigen Mitarbeitenden hat sich das Unternehmen zu einem Team von 23 engagierten und talentierten Individuen entwickelt. Jedes Teammitglied hilft bei der kontinuierlichen Verbesserung und Innovation von Pferdegold mit. „Unser starkes Teamgefüge ist ein wesentlicher Faktor für die Fähigkeit von Pferdegold, auf die sich ständig ändernden Anforderungen des Marktes zu reagieren und dabei stets die höchsten Standards an Produktqualität und Kundenservice zu halten.“

Das Plus: Offenheit für Veränderungen

Pferdegold hat seit seiner Gründung einen beeindruckenden Wachstumspfad beschritten. Innerhalb von nur vier Jahren gelang es dem Unternehmen, einen Jahresumsatz im hohen siebenstelligen Bereich zu erzielen. Auch die Produktpalette wird immer größer und umfasst mittlerweile Bereiche wie Stoffwechsel, Muskeln, Nerven bis hin zu Gelenkfutter für Pferde. Dieser Erfolg ist nicht nur ein Zeugnis für die Qualität der Produkte und die Wirksamkeit der Marketingstrategien, sondern auch für Florians Engagement, seine Vision in die Realität umzusetzen.

Ein wesentlicher Aspekt von Pferdegolds Erfolg war, sich schnell an Marktveränderungen anzupassen und auf die Bedürfnisse der Kund*innen einzugehen. Die Firma hat stets darauf geachtet, Produkte anzubieten, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und einen echten Mehrwert für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Pferden bieten. Diese Haltung hat Pferdegold einen treuen Kund*innenstamm und eine starke Position in einem wettbewerbsintensiven Markt gesichert.

Florian lebt sein Engagement für soziale Verantwortung nicht nur im Unternehmensalltag der Pferdebranche, sondern versucht auch, einen positiven Einfluss auf die breitere Gesellschaft zu haben. So wird ein Teil der Einnahmen von Pferdegold regelmäßig an soziale Einrichtungen wie Gut Aiderbichl gespendet.

Barrierearme App gegen Cyber-Mobbing geht online

Am 22.02.24 ist der internationale "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag. Aus diesem Anlass stellen wir eine besondere Initiative der Werkstätten in Berlin und klicksafe vor: die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Berlin e.V. (LAG WfbM Berlin) setzt sich für umfassende berufliche Teilhabe ein. Dazu zählen unter anderem auch Schulungen und Bildungsangebote zum Thema Gewaltprävention und Medien. Mit der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ wurde nun in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe, die in Deutschland von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz koordiniert und gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt wird, ein Präventions- und Hilfsangebot geschaffen, das über die Werkstätten hinausgeht und sich an alle Menschen mit Beeinträchtigungen richtet.

Klicksafe hat zum Ziel, die Online-Kompetenz unterschiedlicher Zielgruppen zu fördern und hatte bereits eine App zum Thema Cybermobbing für Kinder und Jugendliche entwickelt. Für Erwachsene mit Beeinträchtigung gab es zuvor noch kein solches Angebot.

Die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“

Die App zeichnet sich durch einen besonders partizipativen Ansatz aus, der bereits bei ihrer Entwicklung begann. Eine Arbeitsgruppe, die aus Menschen mit Beeinträchtigungen bestand, erarbeitete sich das Thema Cyber-Mobbing über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg, entwickelte gemeinsam die Inhalte und realisierte die Umsetzung.

Begleitet wurden die Werkstattbeschäftigten von der Fachberatungsstelle Gewaltprävention, Mitarbeiter*innen aus den Sozialdiensten der Werkstätten, einem Gebärdensprachdolmetscher und einer Medienpädagogin. So wurde nicht nur ein hohes Maß an Partizipation der Zielgruppe erreicht, sondern auch ein überzeugendes Ergebnis erzielt.

Verständliche und barrierearme Gestaltung

Wichtig war dabei vor allem die verständliche und barrierearme Gestaltung der Inhalte. Alle Informationen und Erklärungen rund um das Thema digitale Gewalt sind in einfacher Sprache verfasst, darüber hinaus gibt es bildbasierte Anleitungen, die Schritt für Schritt zeigen, wie man Kontakte auf Social-Media-Plattformen blockieren, melden oder löschen kann. Ein wesentliches Element der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ sind zudem Videos, in denen die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe selbst als Expert*innen auftreten. Dabei vermitteln sie in einfachen Worten oder Gebärdensprache wichtige Tipps, z.B. wie man einen Screenshot erstellt oder eine Anzeige bei einer Onlinewache macht.

Die Idee für dieses Projekt entstand aus den Erfahrungen der Fachberatungsstelle Gewaltprävention mit Werkstattbeschäftigten, die mit digitaler Gewalt konfrontiert wurden. Dabei sollte es nicht nur um einen verantwortungsbewussten Umgang, sondern um Aufklärungs- und Verhinderungsarbeit gegen Cyber-Mobbing gehen. Mithilfe von begleitenden Materialien für den Berufsbildungsbereich und anderen Angeboten kann die App deshalb auch zum Erwerb einer verbesserten Medienkompetenz der Zielgruppe genutzt werden.

Menschen mit Beeinträchtigung stärken

„Das Internet ist für alle ein wichtiger digitaler Raum. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen nutzen ihn und begegnen dabei digitaler Gewalt. Umso wichtiger ist es, dass es entsprechende Unterstützungs- und medienpädagogische Angebote gibt. Die Erfahrungen der Werkstattbeschäftigten waren ausschlaggebend für die Themen dieser App. Mit der ‚Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App‘ stärken wir Menschen mit Beeinträchtigung. Besonders stolz sind wir auf die inklusive Arbeitsgruppe und die Protagonist*innen der Videos. Sie vermitteln dieses Thema als Expert*innen in eigener Sache und liefern ganz konkrete Tipps an die Hand, um sich gegen Angriffe im Internet zu wehren“, so Bettina Neuhaus Geschäftsführerin der LAG WfbM Berlin.

„Gerade, wenn es um Mobbing oder Hass im Netz geht, sind vulnerable Gruppen besonders betroffen. Wir freuen uns, dass wir hier einen Beitrag leisten können: mit unserer Expertise im Bereich Cyber-Mobbing sowie den Grundlagen der bereits erfolgreichen Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App für Jugendliche“, ergänzt Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe.

Im ersten Schritt steht die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ ab sofort als iOS-Version für iPhone & Co. im App Store zum kostenlosen Download zur Verfügung. Eine Android-Version sowie begleitende Unterrichtsmaterialien für Bildungsveranstaltungen sollen zeitnah folgen.

Cyclize: Kunststoff-Recycling-Start-up erhält rund 5 Mio. Euro Seed-Finanzierung

Cyclize, das von Dominik Novakovic, Jan Stein, Maike Lambarth und Stephan Renninger gegründete ClimateTech Start-up aus Stuttgart, erhält eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4,75 Mio. Euro. Als Spin-off der Universität Stuttgart hat Cyclize eine Technologie zur Defossilisierung der chemischen Industrie entwickelt, bei der gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Ausgangsmaterial verwendet werden, um Synthesegas herzustellen.

Dieses Synthesegas dient als Grundbaustein für höherwertige Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Fuels verwendet. Die von UVC Partners angeführte Finanzierungsrunde wird von High-Tech Gründerfonds (HTGF), Aurum Impact, UnternehmerTUM Funding for Innovators und weiteren Business Angels unterstützt.

Cyclize will die chemische Industrie revolutionieren. Durch den bisherigen Einsatz von Erdgas und Kohle werden die darin enthaltenen Kohlenstoffatome zur Herstellung von Synthesegas genutzt. Dieses Gas ist ein Basisbaustein der Chemieindustrie und Ausgangspunkt für essenzielle Produkte wie Kunststoffe, Schaumstoffe, Klebstoffe, Farben und viele mehr. Bei der Verwertung dieser Produkte werden 15 Prozent (IPCC) der globalen industriellen CO2-Emissionen verursacht.

Das Plasma-basierte Verfahren zur Herstellung von Synthesegas von Cyclize kann mühelos mit fossilem Synthesegas konkurrieren und setzt damit neue Maßstäbe, um fossile Ressourcen zu ersetzen. Für die langfristige Einhaltung der Klimaziele ist dies bedeutsam, denn andere Verfahren – etwa die Elektrolyse oder der Einsatz von Carbon Capture and Storage (CCS) – können den wachsenden Bedarf an CO2-neutralem Synthesegas allein nicht decken. Die Bewegung hin zu Netto-Null-Produktionen eröffnet neue Märkte und Cyclize ebnet der chemischen Industrie durch eine niedrigschwellige Lösung den Weg. Mit dem frischen Kapital will sich das Start-up der Skalierung der Technologie widmen. Testreihen mit Pilotkunden, die Synthesegas benötigen oder komplexe Abfallströme recyceln wollen, sind bereits in Planung.

“Mit unserem Verfahren setzen wir ein Signal für eine klimaneutrale Chemie. Durch unseren patentierten Cyclize-Prozess befähigen wir Chemieunternehmen, trotz steigender Energiepreise in Europa wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Cyclize-Plasma ist nicht nur die Zukunft der Chemieindustrie – es ist auch Innovator für die Kreislaufwirtschaft ”, sagt Maike Lambarth, Mitbegründerin und CEO von Cyclize.

Leadinvestorin Amanda Birkenholz sagt: “Die Cyclize-Technologie löst zwei große Probleme: Zum einen werden heute lediglich neun Prozent (OECD) des global produzierten Plastiks recycelt. Zudem wird dieses Plastik nicht weiter genutzt und landet auf Mülldeponien. Die darin enthaltene Energie kann Cyclize maßgeblich für den Reformierungsprozess nutzen, auch Strombedarf und Betriebskosten sinken. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Energiepreispolitik können sich Unternehmen mit Cyclize einen entscheidenden Vorsprung sichern und dabei einen Rohstoff nutzen, der bislang kaum in Anspruch genommen wird.”

promiseQ: Video-Intelligence-Start-up erhält Mio.-Seed-Finanzierung

PromiseQ, eine intelligente Plattform zur Verwaltung von Videoüberwachung, die den gesamten Überwachungsprozess optimiert, hat kürzlich eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde unter der Führung von ExtraVallis und APY Ventures abgeschlossen.

Das 2021 von Elias Kardel und Tolga Ermis in Berlin gegründete Start-up promiseQ nutzt die Leistungsfähigkeit von künstlicher Intelligenz (KI), Edge-Software und Human-Review-Analyse, um das Management von Videoüberwachungssystemen auf die nächste Stufe zu heben. Das Video-Intelligence-Hub des Unternehmens ermöglicht es Sicherheitsfirmen und anderen Unternehmen, ihr Video Surveillance Management zu zentralisieren, Kameras von jedem Standort aus zu überprüfen und so – laut Angaben des Start-ups – bis zu 95 Prozent der Falschalarme bei der Videoüberwachung zu eliminieren.

Neue Finanzierungsrunde für weiteres Wachstum

Nachdem promiseQ im Sommer 2022 bereits eine sechsstellige Pre-Seed-Investitionsrunde (angeführt von APX und Experten aus der Sicherheitsbranche) verzeichnen konnte, freut sich das Unternehmen, einen neuen Meilenstein bekannt geben zu können: promiseQ hat vor Kurzem ein siebenstelliges Seed-Investment von bestehenden Business Angels (u.a. Valentin Schmitt und Uli Schmitt) und den Venture-Capital-Firmen ExtraVallis und APY Ventures (Bilişim Vadisi VCF) erhalten. Diese neue Finanzierungsrunde unterstreicht nicht nur die Ambition von promiseQ, Innovationen in der Sicherheitsbranche voranzutreiben, sondern stellt auch ein Vertrauensvotum von branchenführenden Investoren dar. Die neue Finanzierung soll dafür genutzt werden, die Produkt- und Dienstleistungspalette des Unternehmens zu erweitern und den eingeschlagenen Wachstumskurs fortzusetzen.

Video Intelligence Plattform

Die Video Intelligence Plattform von promiseQ ist eine zentralisierte Verwaltungsplattform, mit der Benutzer*innen jeden Aspekt ihres Videoüberwachungsnetzwerks steuern und anpassen können. Das Vorzeigeprodukt, der Threat Filter, ist ein hybrides KI-System, das Falschalarme beseitigt, die Sicherheitsnetzwerke unnötig belasten und Notfallmaßnahmen erschweren. Das intelligente System ermöglicht den Nutzer*innen eine vollständige Online-Überwachung von Videoüberwachungsalarmen, ohne auf arbeitsintensive und kostspielige Überwachungszentren angewiesen zu sein. Der Falschalarmfilter hat den innovativen Vorteil, dass er externe, weltweit tätige Analytiker heranziehen kann, die bereit sind, Alarme in noch nie dagewesenen Situationen zu verifizieren. In zertifizierten Pilotprojekten vor der Markteinführung erreichte promiseQ eine Erfolgsquote von 95 Prozent bei der Unterscheidung von Falschalarmen und echten Bedrohungen. Das B2B Software-as-a-Service (SaaS)-Produkt wird inzwischen erfolgreich in der Sicherheitsbranche eingesetzt, z.B. von der International Security Group und WSD Permanent Security.

Tolga Ermis, Mitgründer und CEO von promiseQ: "promiseQ hat sich schnell zu einem dynamischen und zuverlässigen Akteur in der Sicherheitsbranche entwickelt. Unsere Video Intelligence Plattform in Kombination mit unseren KI-Funktionen für den Falschalarmfilter hat unsere Kunden in die Lage versetzt, die Genauigkeit ihrer Videoüberwachung deutlich zu verbessern, Betriebskosten zu senken und ihre Produktivität zu steigern. Dank der Seed-Finanzierungsrunde werden wir demnächst eine neue und innovative Softwaretechnologie in Form unseres promiseQube auf den Markt bringen – diese wird unseren Kunden dank Computer Vision und Generativer KI ein neues Maß an Sicherheit und Überwachungsgenauigkeit bieten.”

Elias Kardel, Mitgründer und CTO von promiseQ: "Ich bin unglaublich stolz auf den Weg, den wir bereits hinter uns haben, um zur Zukunft von Sicherheitstechnologie beizutragen. Unsere Vision war es seit dem ersten Tag, unseren Kunden die fortschrittlichsten Lösungen für ihre vielfältigen Aufgabenstellungen in der Videoüberwachung zu bieten. Heute sehen wir, wie diese Vision Wirklichkeit wird. Gemeinsam mit unserem engagierten Team und unseren strategischen Partnern freuen wir uns darauf, weiter zur Innovation in der Sicherheitsbranche beizutragen.”

HolyPoly: Mit rund 1 Mio. Euro auf dem Weg zum Scale-up

Mit fast einer Million Euro aus dem jüngsten Crowdinvesting will das 2021 von Johanna Bialek und Fridolin Pflüger gegründete Kunststoff-Recycling-Start-up HolyPoly gezielt auf die Suche nach neuen Talenten gehen und zum „Closed-Loop-Weltmeister“ werden.

HolyPoly ist ein gefragter Full-Service-Partner für Kunststoff-Recycling in der Industrie. Auch in Finanzdingen geht das Unternehmen neue Wege und finanziert die nächste Wachstumsetappe mit einem Crowdinvesting, das fast eine Million Euro einbrachte – für neue „Recycling-Talente“ und zur Internationalisierung.

Der Erfolg der Crowdinvesting-Premiere hat selbst die Optimisten bei HolyPoly überrascht: Nach nur zwei Wochen war das angepeilte Investitionsziel von 750.000 Euro in Sicht und das Funding-Limit konnte auf 1 Million Euro erhöht werden. Als die Kampagne im Januar 2024 endete, war selbst diese Marke fast erreicht. Weniger als 10.000 Euro fehlten schließlich an der magischen Summe. Das offizielle Endergebnis: 990.850 Euro.

„Mit diesem überwältigenden Erfolg starten wir sehr zuversichtlich ins Jahr 2024“, sagt HolyPoly CEO Fridolin Pflüger – „denn wir haben uns viel vorgenommen, besonders im Recruiting.“ Mit der Investitionssumme will man bei HolyPoly vor allem neue Talente akquirieren. „Wir haben schon jetzt mehr Projektanfragen auf der Liste als wir bewältigen können“, erklärt Pflüger den wachsenden Personalbedarf. „Unter den potenziellen Kunden finden sich etliche weltweit agierende Marken, die von unserer Expertise profitieren wollen. Darauf können wir nicht verzichten, wenn wir unsere Mission, Kunststoffrecycling selbstverständlich zu machen, wirklich ernst nehmen.“

Um diesem Ziel gerecht zu werden, stellt HolyPoly 2024 wichtige Weichen für eine Transformation. Der geplante Personalzuwachs von zehn bis 15 Prozent folgt dem Ziel, „vom Start-up zum ‘Scale-up’ zu werden“, wie es CEO Pflüger formuliert. Die Wachstumsstrategie zielt deshalb nicht nur auf die Personalgewinnung, sondern forciert auch die bereits angestoßene Internationalisierung im Kundenportfolio und die Umsetzung von Projekten mit wesentlich größeren Produktionsvolumen.

„Wir haben gezeigt, dass unsere Kreislaufprozesse für die Großserienproduktion bereit sind“, sagt Fridolin Pflüger selbstbewusst und geht davon aus, dass „HolyPoly Ende 2025 der Closed-Loop Weltmeister“ ist. Auch mittelfristig legt er die Messlatte für den Unternehmenserfolg hoch: Eine Million Tonnen hochwertiges Rezyklat will HolyPoly bis 2030 durch seine Kund*innenprojekte in hochwertige Kunststoffanwendungen überführen.

Wie wichtig industrielle Recyclinglösungen sind, haben viele Unternehmen verstanden. Sie sehen, dass eine weltweite Kunststoffrecyclingquote von nur 10 Prozent viel zu wenig ist. Namhafte Firmen wie Bosch, Mattel, NUK oder Lamy setzten deshalb heute schon auf die Expertise des HolyPoly-Teams. Mehr als 30 Mitarbeitende aus Bereichen wie Kunststofftechnik, Recycling, Chemie, IT, Design, Kommunikation, Recht, Logistik, Beratung und Nachhaltigkeit arbeiten daran, für diese Kund*innen smarte und zeitgemäße Recyclingprozesse für hochwertige Kunststoffprodukte zu entwickeln.

Die Unternehmenszahlen zeigen deutlich, dass HolyPoly sich erfolgreich in einem extrem dynamischen Wachstumsmarkt mit enormem Entwicklungspotenzial positioniert hat. Der Umsatz hat nach drei Jahren die Grenze von 1,5 Millionen Euro überschritten und die Prognose ist auch hier eindeutig: Wachstum! 54 Projekte hat das Unternehmen inzwischen abgeschlossen. Zu den Kund*innen in Deutschland und Europa kommen derzeit verstärkt auch große internationale Konzerne, die künftig einen erheblichen Beitrag zum Umsatzwachstum leisten werden.

GameChanger des Monats: Tao Climate – CO2 binden mittels Industriehanf

Die Mission der Tao-Climate-Founder Felix Roick und Gary Byrnes ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Mit ihrem neuesten Projekt haben sie das Finale von Elon Musks 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht.

Das von Gary Byrnes und Felix Roick gegründete GreenTech-Start-up Tao Climate, Mitglied der in Berlin ansässigen Greentech Alliance, setzt sich dafür ein, Technologie für einen positiven, messbaren Einfluss auf die Umwelt zu nutzen und die drängende Herausforderung des Klimawandels anzugehen. Tao Climates Mission ist es, Industriehanfbauern und -produzenten weltweit zu vereinen, um CO2 zu binden und dauerhaft einzulagern. Durch den Verkauf hochwertiger CO2-Zertifikate generiert Tao Climate zusätzliche Mittel für die Industriehanf-Industrie weltweit, um letztendlich die Hanfproduktion zu erhöhen und die UN-Emissionslücke von 23 Gigatonnen CO2 pro Jahr zu schließen.

Finale des 100 Mio. Dollar Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht

Jetzt gibt Tao Climate, Mitglied des Google Startups for Sustainable Development-Programms, bekannt, das Finale von Elon Musks Wettbewerb XPRIZE Carbon Removal erreicht zu haben. Der XPRIZE Carbon Removal zielt darauf ab, die größte Bedrohung für die Menschheit anzugehen – den Kampf gegen den Klimawandel und das Wiederherstellen des Kohlenstoffkreislaufs der Erde. Finanziert von Elon Musk und der Musk Foundation, ist dieser 100-Millionen-Dollar-Wettbewerb der größte Anreizpreis in der Geschichte.

Das gemeinsame Projekt mit Hemp Technology, einem ukrainischen Unternehmen für die Verarbeitung und den Bau von Hanfbeton, unterstreicht die Kraft von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Engagement und bietet eine überzeugende und effektive Lösung für die Klimakrise. Die gemeinsame Einreichung konzentriert sich auf den Bau nachhaltiger Hanfbeton-Häuser für 170 Binnenvertriebene und Kriegswaisen in Lwiw, Westukraine. Die sichere und dauerhafte Einlagerung des extrahierten CO2 wurde von einer unabhängigen dritten Partei verifiziert.

Hanfbeton, oder auch Hanfkalk genannt, ist ein Verbundmaterial aus Hanfschäben, Kalk und Wasser. Dieses seit Jahrhunderten genutzte Baumaterial bietet nicht nur widerstandsfähigen Schutz, sondern auch beispiellose Umweltvorteile, einschließlich dauerhafter CO2-Einlagerung. Die Vision von Tao Climate besteht darin, die nachhaltige Rekonstruktion der Ukraine aktiv durch den Einsatz von Hanfbeton-Gebäuden zu unterstützen, sowohl während als auch nach Ende des Konflikts.

"Bei Tao Climate sind wir fest entschlossen, die Kraft der Natur für eine nachhaltige Zukunft zu nutzen", bekräftigt Gary Byrnes, CEO von Tao Climate. "Unsere Zusammenarbeit mit Hemp Technology repräsentiert eine ideale Synergie von Innovation, Umweltverantwortung und sozialem Einfluss. Gemeinsam präsentieren wir unseren Finalbeitrag im XPRIZE Carbon Removal Wettbewerb und heben das enorme Potenzial von Hanfbeton zur Reduzierung von Kohlenstoffdioxid Emissionen und zur Verbesserung von Lebensbedingungen hervor."

Neocom: KI-Start-up erhält 4,5 Mio. US-Dollar zur globalen Expansion

Das 2020 von Dana Nedamaldeen und Sebastian Slomski gegründete Start-up Neocom ist eine KI-gestützte Guided Selling-Plattform.

Neocom, ein Pionier in der digitalen Kaufberatung, hat heute einen bedeutenden Fortschritt bekanntgegeben. Das Münchner Unternehmen sicherte sich eine Finanzierung in Höhe von 4,5 Millionen US-Dollar, angeführt von Carbide Ventures und Sangha Capital. Diese wichtige Investition ist ein wesentlicher Schritt für Neocom, um zwei der größten Herausforderungen im Online-Shopping zu meistern: “Choice Overload” durch die fehlende Produktberatung für Verbrauchende und den Mangel von einzigartigen Kundendaten für Unternehmen.

Die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellen

Dana Nedamaldeen, CEO und Mitgründer, betonte die Vision, welche die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellt: "Wir sind auf einer Mission, digitale Storefronts neu zu definieren. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz unterstützen wir die Kundschaft bei der Suche nach dem richtigen Produkt und revolutionieren das bisherige Online-Einkaufserlebnis. Diese jüngste Finanzierungsrunde ermöglicht es uns, unser Wachstum finanziell, personell und technologisch signifikant zu beschleunigen und unseren Innovationsvorsprung weiter auszubauen."

Strategische Verlagerung in die USA

Die strategische Verlagerung des Unternehmens in die USA markiert einen entscheidenden Schritt in seiner globalen Expansionsstrategie und unterstreicht das Ziel von Neocom, eine führende Rolle im E-Commerce-Sektor einzunehmen und seine innovativen Lösungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen intelligente Algorithmen, welche die Kundschaft schrittweise zum idealen Produkt leitet, indem sie nutzungsorientierte Fragen stellen. Nutzende erhalten in Echtzeit präzise Produktempfehlungen, die ihren Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig liefert die Plattform von Neocom wertvolle Daten durch die Analyse des Kundenverhaltens während der Suche. Bis heute hat das Start-up nach eigenen Angaben über 5 Millionen Verbrauchenden geholfen, das „perfekte Produkt“ zu finden.

Sebastian Slomski, CTO und Mitgründer von Neocom, hebt den strategischen Ansatz des Unternehmens im Umgang mit Daten hervor: "Die Zero-Party-Daten und Erkenntnisse, die wir durch Interaktionen mit den Verbrauchenden gewinnen, sind für Einzelhändler und Marken von unschätzbarem Wert. Sie bieten ein tiefes Verständnis der Kundenpräferenzen und ermöglichen effektivere, personalisierte Erlebnisse."

BOX ID: 3,5 Mio. Euro für Münchner Software-Start-up

Das 2018 gegründete, auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Mio. Euro abgeschlossen.

Das auf intelligente und transparente Logistik und Lieferketten spezialisierte Software-Start-up BOX ID hat eine Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel kommen neben Bayern Kapital unter anderem von KPN Ventures (Lead), dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Wille Finance AG sowie einem Konsortium erfahrener Business Angels. Bayern Kapital hatte sich erstmals 2018 an dem wachstumsstarken Unternehmen beteiligt.

Die weltweiten Produktions- und Lieferketten sind komplexer denn je. Zudem sind Industrieunternehmen angesichts zunehmenden Kostendrucks dazu angehalten, ihre globalen Warenströme zu optimieren und dabei Verluste und Versandfehler zu vermeiden. Sie wollen außerdem die Verfügbarkeit ihrer Produkte maximieren und gleichzeitig ihre Kosten und nicht zuletzt den ökologischen Fußabdruck ihrer Logistik reduzieren.

Echtzeit-Tracking und -management von Behältern, Gestellen und Co.

Für diese Herausforderungen bietet das 2018 in München gegründete Logistiksoftware-Unternehmen BOX ID eine Lösung. BOX ID hat eine Plattform für die IoT-basierte Steuerung von Behälterkreisläufen und zur Überwachung von Logistikprozessen entwickelt. Sie macht Waren- und Behälterflüsse ortsübergreifend abbildbar und erzeugt daraus verwertbare Steuerungsdaten für Logistikverantwortliche. Um das zukünftige Unternehmenswachstum noch weiter zu beschleunigen und langfristig mit der Technologie zusätzliche Geschäftsfelder in der Logistik erschließen zu können, hat BOX ID nun 3,5 Millionen Euro bei erfahrenen Investor*innen eingesammelt.

Prozesse und Logistik-Assets, wie zum Beispiel wiederverwendbare Behälterflotten, Kisten und Einzelsendungen, lassen sich mit der Software von BOX ID IoT-basiert gestalten, managen und optimieren – alles anhand von Echtzeitinformationen zu Aufenthaltsort und Zustand der Assets. Diese sind mit all ihren Daten in der Software erfasst und können darin beliebig gruppiert und gefiltert werden. So bringt BOX ID Transparenz und Kontrolle in komplexe, weltweite Lieferketten mit aus Millionen von Mehrwegtansportbehältern, Regalen, Racks oder Wechselbrücken.

Im Schnitt 20 Prozent weniger Umlaufzeiten und 95 Prozent weniger Schwund

Die Vorteile für die Kunden von BOX ID, die aktuell vor allem aus den Branchen Automotive, Glas/Fensterbau, Maschinenbau, Großhandel sowie aus der Logistikdienstleistung stammen, umfassen eine Reduzierung der Umlaufzeiten von Transportbehältern von durchschnittlich 20 Prozent, eine höhere Verfügbarkeit, reduzierten Behälterbedarf, geringere Kosten für Engpassversorgung und Ersatzverpackungen sowie eine deutliche Verringerung – bis zu 95 Prozent – des Schwundes in der Behälter- und Ladungsträgerflotte.

„Heutige Systeme zur logistischen Bestandsverfolgung haben wenig bis keinen Echtzeit-Prozesskontext. Sie erstellen Berichte, damit man am Ende analysieren kann, was falsch gelaufen ist“, erklärt BOX-ID-Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Wolfgang Vogl „Unsere Software überwacht ständig die Prozessausführung, um Fehler zu identifizieren und zu vermeiden, bevor diese überhaupt erst auftreten. Auf diese Weise verhindern wir Verschwendung entlang der gesamten Lieferkette für unsere Kunden, indem wir Echtzeitdatenströme automatisch mit den angestrebten Prozessen abgleichen. Die Reduzierung von Verlusten, Fehlmengen und fehlgeleiteten Artikeln optimiert dabei nicht nur die Verfügbarkeit, sondern hilft auch bei der Kosteneinsparung und Verbesserung des gesamten ökologischen Fußabdrucks von Lieferketten. So unterstützen wir unsere Kunden zusätzlich dabei, ihr Gesamtgeschäft umweltfreundlicher zu gestalten und tragen zum Kampf gegen den Klimawandel bei: Dementsprechend sind wir unseren Investoren sehr dankbar dafür, dass sie uns dabei unterstützen, unsere Lösung noch breiter in den Markt zu bringen.“

„Weltweit haben globale Industrie-Player mit immer stärkerem Effizienzdruck zu kämpfen. Die Digitalisierung der Lieferketten ist dabei einer der wichtigsten Transformationsfaktoren“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital. „BOX ID hat mit seiner innovativen SaaS-Lösung bereits namhafte Kunden überzeugen können und ist dabei erst am Anfang der Skalierung ihres Geschäftsmodells. Deshalb unterstützen wir das Unternehmen gerne bei seinen weiteren Wachstumsschritten.“

Founders League überzeugt mit Community-Strategie 11 neue Investor*innen

Die 2022 von Julian Rauch, Marc-Niclas Janz und Marcus Diekmann gegründete Start-up-Plattform fördert Start-ups nicht nur in den bereits etablierten Live-Shows, sondern bietet ihnen auch ein Lernprogramm mit Zugang zum Fachwissen von Top-Expert*innen.

Die Founders League richtet mit über 1.000 Gästen unter anderem die größte Start-up-Liveshow der DACH-Region aus: Vier Start-ups präsentieren einen dreiminütigen Elevator-Pitch, bei dem es nicht nur darum geht, die Jury zu überzeugen, sondern auch den anspruchsvollen Live-Chat und das Publikum. Im vergangenen Jahr wurde das Angebot durch die Einführung von zusätzlichen Meet-ups im kleineren Kreis mit bis zu 150 Personen erweitert.

Seit ihrer Gründung im April 2022 hat die Founders League, die derzeit mit 6,5 Millionen bewertet wird, ihre beiden Eventreihen sowie den Aufbau ihrer eigenen Marke vorangetrieben. "Die Founders League ist mittlerweile in der Szene bekannt und jedes Event ist ausverkauft, weshalb wir keine Abendkasse mehr benötigen", erklärt Marc-Niclas Janz, CEO. "Mit den neuen Investoren wollen wir jetzt unseren nächsten Meilenstein erreichen."

Zu den neuesten Gesellschaftern gehören namhafte Persönlichkeiten wie die K5-Konferenz-Gründer Verena Schlüpmann und Sven Rittau, sowie der beliebte M&A Berater Michael Moritz von Carlsquare.

Der aktuelle Kreis der Anteilseigner besteht aus einer facettenreichen Gruppe erfahrener Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und der Öffentlichkeit. Dazu zählen der Fußballprofi Julian Draxler, die Unternehmerin Franzi von Hardenberg, der CEO von Shopware Stefan Hamann sowie der Mathe-YouTuber Daniel Jung. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, innovative Ideen mehr Sichtbarkeit, ein erweitertes Netzwerk und zusätzliche Investitionsmöglichkeiten zu verschaffen.

Sven Rittau, Geschäftsführer von K5 und Investor bei Founders League, bringt es auf den Punkt: "Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, wie wichtig ein belastbares Netzwerk für die Gründung eines Unternehmens ist. Wir freuen uns daher, dass unsere Zusammenarbeit und das Investment in die Founders League einen positiven Impact für die Start-up-Welt bedeutet."

Nicht nur Geldgeber*innen – Investor*innen werden Teil der Wachstumsstrategie

Die Gründer betonen, dass die Investor*innen für sie mehr als nur Geldgebende sind. Die Founders League verfolgt eine langfristige Community-Strategie, die sich weniger auf Millioneninvestitionen konzentriert, im Gegensatz zu den üblichen Zielen vieler anderer Start-ups. Julian Rauch erklärt: "Was passiert, wenn die bekanntesten und erfolgreichsten Akteure der Start-up- und Investmentszene auf einer Plattform zusammenkommen? Das haben wir uns von Anfang an gefragt."

Der Gründer der Founders League erkannte frühzeitig, dass die Plattform großes Potenzial entfalten kann, wenn eine stabile Community dahinter steht. "Wir sammeln nicht einfach nur Investitionen ein, viel wichtiger ist uns, welche Persönlichkeiten bei uns investieren und ob sie bereit sind, Teil unserer Community zu werden."

Im Rahmen ihrer Community-Strategie hat die Founders League kürzlich 11 neue Gesellschafter aufgenommen, mit dem klaren Ziel: "Alle relevanten Akteure sollen sich bei uns versammeln und gemeinsam die Start-up-Welt voranbringen. Ein Investment bei uns birgt kein hohes Risiko. Unsere Investoren positionieren sich selbst als Experten und werden zu den Gesichtern einer bedeutenden Bewegung", berichtet Julian Rauch.

Mit diesem Ansatz verfolgt die Founders League ihre Vision, die führende Anlaufstelle für Start-ups, Unternehmen und Investoren zu werden. Am 7. Februar 2024 werden erneut 1.000 Teilnehmende im Dampfdom der Motorworld in München erwartet, gefolgt von drei weiteren Live-Shows im Jahr 2024.

Nächster Meilenstein: Die neue Online-Lernplattform

Die Founders League hat kürzlich die Gründung einer eigenen Academy in Zusammenarbeit mit dem Unternehmer und Mitgründer Marcus Diekmann angekündigt. Im Januar startete die erste Gruppe mit dem achtwöchigen Lernprogramm. Live-Calls mit Experten aus dem Founders League Netzwerk und Investorenkreis sowie E-Learning-Angebote sollen den teilnehmenden Start-ups dabei helfen, Herausforderungen strategisch anzugehen und die häufigsten Fehler zu vermeiden. Das langfristige Ziel bestehe darin, auf Grundlage der Lernplattform einen eigenen Accelerator aufzubauen, zusammen mit einem Netzwerk aus erfahrenen Persönlichkeiten.

Verena Schlüpmann, Geschäftsführerin von K5 und seit Kurzem Investorin bei Founders League, bringt ihre langjährige Erfahrung ein: "Mit der K5 Future Retail Conference - der größten Konferenz im deutschsprachigen Handelsumfeld - durchleben wir seit 10 Jahren alle Wachstumsphasen, sowohl als Gastgeber, aber auch als Team. Mit unserem Investment wollen wir daher die Founders League nicht nur monetär, sondern auch als Sparringspartner mit unserem Wissen rund um die Themen Entrepreneurship, Community Building und den Aufbau einer branchenspezifischen Leitveranstaltung unterstützen."

Zusätzlich zu Sven Rittau, Verena Schlüpmann und Michael Moritz von Carlsquare schließen sich folgende neue Investor*innen dem Kreis an: Bastian Kunkel (Versicherung mit Kopf), Tobias Jost (KarriereGuru), Simon Planken (Unternehmer), Tobias Claessens (Immogame), Camilla Sohn (Caminvesta), Moritz Schleich (Regisseur), Michael Groeger (Fotograf & Regisseur) und Tom Balschbach (Palazzo Mannheim).

COLIPI: Hamburger DeepTech-Start-up schließt 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründete Start-up COLIPI entwickelt ein industriell-biotechnologisches Verfahren, welches klimaschädliches CO2 und kohlenstoffhaltige Industrieabfälle in Climate Oil umwandelt.

COLIPI: die "Brauerei für Öle"

Das 2022 gegründete Start-up, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg, unterstützt durch das EXIST Forschungstransfer Programm (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und das InnoRampUp Programm (IFB Innovationsstarter GmbH), revolutioniert die Art der Ölherstellung. COLIPI ist gewissermaßen eine Brauerei für Öle. Kohlenstoff wird aus der Luft gewonnen bzw. gefiltert statt aus dem Erdreich gepumpt. CO2-haltige Industrieabgase und organische Nebenströme, z.B. aus der Agrarindustrie, werden durch Mikroorganismen via Fermentationen in wertvolle Biomaterialien wie Climate Oil umgewandelt. Das Verfahren ist, gemessen am CO2-Fußabdruck und der Auswirkung auf die Artenvielfalt, nachhaltiger als Erdöl oder Palmöl. Es wird durch einen patentierten Bioprozess, eine Kombination aus einem speziell entwickelten Gas-Fermentationsbioreaktor und den weltweit schnellsten CO2-konsumierenden Bakterien, ermöglicht.

Industriepartner, die Produkte wie zum Beispiel Kosmetika auf Basis von Climate Oil anbieten, werden den Corporate CO2-Footprint deutlich reduzieren können. Die Gründer Philipp Arbeiter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers streben an, ab 2039 jährlich viele Millionen Tonnen Climate Oil pro Jahr zu produzieren und ein Vielfaches dessen an CO2 zu vermeiden. Das wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Schutz der Menschheit.

Team vergrößern, Markt testen, Technik skalieren

Die nun abgeschlossene Seed-Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das junge Unternehmen. Das Kapital wird genutzt, um das Team zu vergrößern, den Markt zusammen mit von Partnern hergestellten Produkten zu testen und die Technik zu skalieren.

Zu den Investor*innen gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Innovationsstarter Fonds Hamburg (IFH), Nidobirds Ventures GmbH und Stefan De Loecker. Mit dem Investment kommt COLIPI ihrer Vision “Fermenting Renewable Carbon For Generational Life Quality” ein großes Stück näher.

“Wir glauben fest daran, dass unser Gas-Fermentations-Prozess ein Meilenstein für Bioprozesse darstellt, mit dem riesigen Potential, Biomaterialien wie Öle massenhaft zu günstigen Preisen und ohne umweltschädliche Einflüsse zu produzieren. Climate Oil soll eine klimaneutrale Alternative zu Palm- und Erdöl werden, die der Industrie hilft, Klimaziele leichter zu erreichen durch Reduktion von GHG Scope 3 und die Umwelt zu schützen. Mit Stefan De Loecker, HTGF, Innovationsstarter Fonds Hamburg und Nidobirds stehen wir zum Teil seit 2021 in regelmäßigen Austausch und freuen uns in ihnen die perfekten Partnerinnen für unsere nächsten Schritte gefunden zu haben”, kommentiert Maximilian Webers, Co-Founder & CEO von COLIPI.

Dr. Nik Raupp, Senior Investment Manager beim HTGF: „Die COLIPI-Gründer sind mit ihrer hohen technischen Kompetenz in der Biotechnologie und ihren wirklich innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Lösung einer großen Herausforderung ein Paradebeispiel für das Potenzial der Bioökonomie.”

Dörte Bunge, Principal beim Innovationsstarter Fonds: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Team der COLIPI GmbH. Diese Technologie hat das Potenzial, ein Massenprodukt zu einem akzeptablen Preis zu ersetzen und kann damit einen wirklichen Impact erreichen.”

Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel, Präsident TU Hamburg: „Technologietransfer aus Universitäten erfolgt neben direkten Industriekooperationen, Veröffentlichungen, Patenten und Absolventen auch über Start-ups. Technologische Lösungen, wie von COLIPI entwickelt, werden benötigt, um den Klimawandel abzumildern. Wir freuen uns, dass wir als Gründerhochschule mit unserem Startup Port @ TUHH eine Reihe von erfolgreichen Startups in Green Technologies zur Gründung führen konnten. COLIPI gratulieren wir ganz herzlich zu dieser weiteren Förderung und begleiten sie gerne auf ihrem weiteren Weg!”

Stefan De Loecker: „Die Innovation von COLIPI kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas liefern, insbesondere weil auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie attraktiv ist. Dieses Thema liegt mir seit Jahren sehr am Herzen und die Begeisterung des COLIPI Teams ist ansteckend.”

Nicholas Keuper, Geschäftsführer Nidobirds Ventures: “COLIPI passt strategisch genau zu unserer Value Investing-Philosophie. Für uns steht die Qualität des Gründerteams immer an erster Stelle, und dieses Team hat uns überzeugt.”

Gründer*in der Woche: Beyond Emotion - die Health-Tech-Visionär*innen

Unsere Gründer*in der Woche: Das Hamburger Start-up Beyond Emotion hat eine kamerabasierte Software entwickelt, die Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennt und so einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und häusliche Pflege bieten will.

Eine Folge des demografischen Wandels sind überfüllte Pflegeheime, fehlende Pflegekräfte und immer mehr Senior*innen, die alleine zu Hause leben. Diese Entwicklung stellt eine der größten Herausforderungen in der Gesundheits- und Pflegebranche dar. Was hier fehlt, sind innovative technologische Lösungen, die einen gesellschaftlichen Mehrwert in den Bereichen Gesundheit und Pflege liefern können. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, gründeten die Informatiker Dr. Arne Bernin und Sobin Ghose zusammen mit Hanne Butting, einer Wirtschaftspsychologin mit tiefgehender Leidenschaft für Emotionserkennung, 2021 das Start-up Beyond Emotion.

Der innovative Ansatz von Beyond Emotion liegt in der Entwicklung einer kamerabasierten Software, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennen kann. „Obwohl es bereits verschiedene Mitbewerber auf dem Markt gibt, die ebenfalls KI für die Unterstützung von Senior*innen zu Hause nutzen, ist der Einsatz von Emotionserkennung bisher einmalig“, erklärt Mitgründerin Hanne.

Ihr Produkt BEJOY ist ein digitaler Bilderrahmen, der speziell für ältere Menschen entwickelt wurde und über integrierte Funktionen zur Stimmungs- und Aktivitätserkennung verfügt. Der digitale Bilderrahmen ist über die dazugehörige Smartphone-App mit den Angehörigen verbunden. Dadurch wird es möglich, Fotos direkt via Bilderrahmen zu teilen.

Der digitale Bilderrahmen kann aber nicht nur Fotos empfangen und anzeigen, sondern den Angehörigen auch wichtige Informationen über die Aktivitäten und Stimmungen der zu pflegenden Personen liefern. „Er bietet Echtzeit-Informationen über das Wohlbefinden der Senior*innen und schafft so ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Entlastung für pflegende Angehörige“, erklärt Hanne. Der Bilderrahmen löst eine Benachrichtigung über die App aus, wenn negative Emotionen erkannt werden. Die Angehörigen können daraufhin zum Beispiel anrufen und direkt nachfragen.

Die Basis: 18 Jahre Forschungserfahrung

Die Ausgründung aus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg war das Ergebnis einer langen und gründlichen Forschungsphase von Arne und Sobin. Die Entwicklung von BEJOY wurde durch die individuellen Forschungs- und Berufserfahrungen des Gründungsteams stark beeinflusst. Insbesondere die Projekte „Affective Computing“ und „EmotionBike“, an denen Arne und Sobin beteiligt waren, sowie die intensive Auseinandersetzung mit den Belastungen pflegender Angehöriger von Demenzerkrankten durch Hanne, trugen zur Sensibilisierung des Teams für die Herausforderungen und Bedürfnisse in der Gesundheits- und Pflegebranche bei. Insgesamt flossen vorab mehr als 18 Jahre Forschungserfahrung der Mitgründer*innen in die Entwicklung ein.

Mithilfe des EXIST-Gründerstipendiums konnten dann notwendige Ressourcen und Expertise mobilisiert und die Entwicklungsarbeit ohne Verzögerungen angegangen werden. „Diese Unterstützung war schlussendlich der Kataly­sator für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die 17 verschiedene Emotionen und Gesichtsausdrücke kamera­basiert zuverlässig erkennt“, so Mitgründer Sobin.

Die Finanzierung durch verschiedene Förderprogramme sowie die Unterstützung durch Venture Capital bildeten ein solides Fundament für die Realisierung des Gründungsvorhabens. „Trotz der Herausforderungen, gerade in der Anfangsphase genügend Finanzierungen für unser Vorhaben zu sichern, war die Ausweitung des Teams ein mutiger Schritt, um unsere gemeinsame Vision zu verwirklichen“, sagt Hanne. „Dank der unterschiedlichen Fähigkeiten und Kenntnisse jedes Teammitglieds, konnten wir kontinuierlich wachsen, ein innovatives Produkt entwickeln und unseren Beitrag leisten, um dem demografischen Wandel gewachsen zu sein.“

Zertifizierung und EU-Markt im Visier

Um das Produkt mittelfristig noch attraktiver für potenzielle Nutzer*innen zu gestalten, strebt das Team 2024 eine DiPA-Zertifizierung an. „Das würde bedeuten, dass die monatlichen Gebühren für BEJOY von den Pflegekassen übernommen werden würden. Ein gewaltiger Schritt, der die Legitimität des Produktes definitiv steigern würde und eine große Hilfe für pflegende Angehörige wäre“, erklärt Arne. Darüber hinaus plant das Unternehmen, BEJOY im Jahr 2025 im EU-Markt zu lancieren und durch die Einführung neuer Features wie Videotelefonie kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Pilotprojekte, wie die Zusammenarbeit mit einer großen Fachklinik für Psychiatrie zur Validierung der Behandlungsqualität bei depressiven Patient*innen, unterstreichen das Engagement von Beyond Emotion, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern und den gesellschaftlichen Mehrwert von KI im Gesundheitswesen hervorzuheben. „Der B2B-Markt, insbesondere im Bereich der Seniorenheime und des betreuten Wohnens, birgt ein enormes Potenzial für den Einsatz unserer Software, den wir ebenfalls noch angehen wollen. BEJOY kann dabei unterstützen, das Wohlbefinden der Bewohner*innen besser zu verstehen und unterstützt die Pflegekräfte darin, zeitnah auf ihre emotionalen Bedürfnisse einzugehen“, so Hanne.

So vielseitig einsetzbar die Emotionserkennung ist, so schwierig war es anfangs, den richtigen Use Case zu finden. „Eines der wichtigsten Learnings war es, einen klaren Anwendungsfall für unsere Technologie zu identifizieren, bevor wir uns in die Entwicklung stürzten“, so Hanne. „Anfangs standen wir vor einem Meer von Möglichkeiten, was zu einem längeren Prozess führte, bis wir BEJOY entwickeln konnten. Durch die Ausrichtung auf einen konkreten Use Case haben wir uns darauf konzentriert, ein Produkt mit einem echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.“

Datenschutz als zentraler Aspekt

Auch das Thema Datenschutz ist ein zentraler Aspekt, insbesondere in Bereichen wie Gesundheit und Pflege. „Bei Beyond Emotion haben wir den Datenschutz ernst genommen und ihn zu einer unserer höchsten Prioritäten gemacht. Um ein höheres Maß an Datenschutz zu gewährleisten, nutzen wir Edge Computing“, so Hanne. Edge Computing ermöglicht es, direkt auf dem Gerät des Nutzenden die Bilddaten auszuwerten, anstatt die Bilddaten an einen entfernten Server zu senden. „Ich bin stolz, darauf, dass meine Kollegen die KI-Modelle so performant gestalten konnten, dass – wo andere Serverfarmen brauchen – für uns ein Tablet ausreicht, um die Bilddaten zu verarbeiten. Wir haben es geschafft, dass die Bilddaten ausschließlich auf dem Bilderrahmen ausgewertet werden. Lediglich das Ergebnis der Analyse ,Hans geht es gut‘, wird an die Angehörigen geschickt“, ergänzt Hanne.

Das bedeutet, dass die gesamte Verarbeitung der für die Emotionserkennung benötigten Daten lokal auf dem Gerät des Nutzenden durchgeführt wird, und keine sensiblen Bilddaten über das Netzwerk gesendet oder auf entfernten Servern gespeichert werden. Dadurch wird das Risiko eines Datenverlusts oder -diebstahls deutlich minimiert.

Die Reise in den Gesundheits- und Pflegesektor war laut der Gründer*innen keineswegs einfach, aber die positive Wirkung, die ihr Produkt auf das Leben von älteren Menschen und ihren Angehörigen hat, habe sich als äußerst belohnend erwiesen. „Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, dass der Bedarf an Technologien, die sowohl effektiv als auch ethisch sind, groß ist. Wir sind begeistert von den vielfältigen Anfragen aus verschiedenen Sektoren, die die breite Anwendbarkeit und das Potenzial unserer Emotionserkennung zeigen“, so Hanne Butting abschließend.