Der PooPick ist ein ökologischer und nachhaltiger Hundekotbeutel aus Papier, der allen Hundehalterinnen und -haltern ein umweltbewusstes Gassigehen ermöglicht. Wie es zu der Idee des PooPicks kam und wie Christian Salzmann, Gründer der Pick UG, sein Business aufgebaut hat, erfahren wir im Interview.

Christian Salzmann, Gründer der Pick UG

Wie bist du bzw. seid ihr auf die Idee zu PooPick gekommen?

Vor einiger Zeit saß ich mit zwei Freunden abends im Restaurant und wir sahen, wie ein Hundebesitzer ziemlich umständlich mit einer Plastiktüte Hundekot entfernte. Da dachten wir uns, dass muss doch auch irgendwie besser und vor allem ohne Plastik gehen. Nach vielem rumtüfteln kam Dominik, einer der beiden, mit dem PooPick um die Ecke. Aus der damaligen Idee wurde somit ein richtiges Produkt!

Was waren dann die wichtigsten Meilensteine – ggf. auch Hürden – bis zur Marktreife?

Natürlich haben wir viele unterschiedliche Varianten und Schnittmuster ausprobiert. Vor allem dass der PooPick sicher verschließt und sich einfach falten lässt, hat einige Zeit und Nerven in Anspruch genommen. Wir haben natürlich viel mit befreundeten Hundebesitzern getestet und deren Feedback immer wieder in die Entwicklung einfließen lassen.

Weiterhin war uns wichtig, dass wir für die Fertigung gute Partner finden, welche auch nicht zu weit voneinander entfernt sitzen. So waren wir am Ende sehr froh, dass die Behindertenwerkstatt, in der der PooPick gefaltet und versendet wird, nicht zu weit von der Druckerei entfernt liegt.

Wie hast du die Startphase finanziert?

Die allerersten Muster konnten wir noch aus Eigenmitteln stemmen. Als wir jedoch größere Mengen an Mustern herstellen mussten, besonders als es dann auch fast zeitgleich an den Aufbau des Webshops und Marketing-Materialien ging, mussten wir auf Fremdmittel, sprich Kredite, zurückgreifen.

Ich sehe immer wieder, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners in Plastik verpackt in die Biotonne geben – ist das okay?

Nein, das ist nicht ideal. Denn, auch wenn öfters mal auf der Packung steht, dass dies Tüten kompostierbar sind, so betrachtet man hier meistens Idealbedingungen. Bei deutschen Kompostanlagen muss der Kompost meistens innerhalb von 10 bis 12 Wochen kompostiert sein. Zu kurz für die meisten Tüten. D.h.m der Kompost wird nach dieser Zeit geschreddert und entweder auf den Feldern verteilt oder als Kompost verteilt – unabhängig davon, ob sich die Tüte bis dahin biologisch abgebaut hat.

Weiterhin enthalten diese Tüten, die unter dem Begriff Bio-Plastik, laufen – man beachte den zweiten Teil des Wortes - einen hohen Anteil Erdöl. D.h., wenn man sie im normalen Müll entsorgt, dann verbrennt in der Müllanlage Erdöl, was natürlich klimaschädlich ist.

Was ist vor diesem Hintergrund das Besondere an PooPick?

Der PooPick unterscheidet sich gleich in mehren Punkten von der Plastiktüte.

1. Der PooPick ist komplett frei von Plastik und Erdöl. Er kompostiert innerhalb von wenigen Wochen komplett rückstandlos. Da er zu 70% aus Recyclingpapier besteht (die 30% Frischepapier, für sicheren Halt bei Durchfall kommen übrigens aus den Resten der Möbelindustrie), besteht er zu 100% aus Biomasse. Da Hundekot idealerweise verbrannt werden sollte, ist das wichtig, denn Holz, d.h., der PooPick, verbrennt klimaneutral.

2. Der PooPick wird komplett in Deutschland produziert. D.h., es ist kein Material, was erst aus weit entfernten Ländern importiert werden muss (Thema Ökobilanz).

3. Mit dem PooPick kann man, aufgrund der innovativen Technik, den Hundekot kontaktlos aufnehmen.

Fotos: Pick UG

Der PooPick versteht sich nicht nur als nachhaltiges, sondern auch soziales Produkt. Was genau meinst du damit?

Der PooPick wird in einer sozialen Einrichtung per Hand gefaltet und auch von dort verschickt. D.h., der PooPick ist nicht nur ein ökologisches, sondern ein echt nachhaltiges und soziales Produkt. Mit jedem PooPick unterstützt man Menschen mit Behinderung bei der Inklusion in die Arbeitswelt.

Wo erhalte ich den PooPick und was kostet er?

Du kannst den PooPick bei uns online kaufen, jedoch auch bereits bei einigen Partnershops. Obwohl unser Dienstleister klimaneutral versendet, ist uns natürlich daran gelegen, dass wir lokal in den Städten verfügbar sind, um Transportwege zu vermeiden. Den PooPick gibt es mittlerweile in drei unterschiedlichen Größen, je nach Hundegewicht. In jeder Packung sind jeweils 25 PooPicks enthalten. Die Größe bis 10kg, kostet 7,49 €, die bis 25kg 7,99 € und die Größe über 25kg kostet 8,49 €.

Wie machst du auf deine Produkte aufmerksam? Welche Kanäle sind dafür, aus deiner Sicht, am besten geeignet?

Wir sind online gestartet und dies ist immer noch mit Abstand der beste Kanal für uns. Abgesehen von der eigenen Webseite, welche wir natürlich mit SEO/SEA bestmöglich platzieren wollen, finden wir immer mehr Erwähnung in Blogs, welche hilfreiche Backlinks und neue Interessenten generieren. Und natürlich Social Media. Wir sind auf allen Kanälen zu finden, jedoch ist Instagram der mit Abstand beste Kanal für uns.

Was sind deine unternehmerischen Pläne: Skalieren, Expandieren? PooPick kannst du ja weltweit an die Hundehalter bringen?

Der PooPick ist grundsätzlich gut skalierbar, insofern ist das Thema Expansion sicherlich etwas, was uns die nächsten Monate beschäftigen wird, bzw. bereits beschäftigt. Denn wir haben bereits Bestellungen aus Österreich, der Schweiz und Frankreich. Aber klar, du hast Recht, Hundebesitzer gibt es überall und leider auch immer noch zu viele Plastiktüten.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

So abgedroschen es ist … dranbleiben, weitermachen. Jeder Gründer kennt die Phasen, in denen es hervorragend läuft, und am nächsten Tag laufen alle Projekte aus dem Ruder. Da muss man leider durch. Passion und Leidenschaft für das eigene Projekt und auch ab und zu mal auf das Bauchgefühl hören, dazu sich eine gewisse Gelassenheit anlegen. Das hilft!

Hier geht’s zu PooPick


Das Interview führte Hans Luthardt