Gründer der Woche: Movacar – nachhaltige Mobilitätslösungen

Gründer der Woche 43/19


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Individuelle Mobilität zu günstigen Preisen für alle Nutzer, signifikante Kostensenkungen für Autovermieter: So lautet das Credo von movacar.de. Das Berliner Start-up Target Mobility setzt dazu auf die jahrelange Branchenerfahrung und internationale Vernetzung seiner Gründer Eustach von Wulffen und Karl Markiewicz. Langfristig wollen die beiden einen innovativen Marktplatz für nachhaltige Mobilitätslösungen aufbauen. Mehr dazu im Interview mit Eustach von Wulffen:

Wer sind die Macher von Movacar und wie habt ihr angefangen?

Karl und ich haben Movacar Anfang 2018 zu zweit gegründet und im Sommer 2018 unseren Proof of Concept erfolgreich absolviert. Danach konnten wir Tassilo Pilati als CTO gewinnen und haben damit die Kompetenzen im Gründerteam abgerundet. Unser gemeinsames Ziel lautet: Wir wollen Individuelle Mobilität für alle Nutzer erschwinglich machen, indem wir die Einwegmiete mit dem Mietwagen ab 1 Euro für ein breites Publikum anbieten. Gleichzeitig können Autovermieter mit uns ihre Logistik-Kosten signifikant senken.

Wie funktioniert das konkret?

Wir folgen einer ganz einfachen Logik: unsere Nutzer übernehmen die Rolle des Überführers, wodurch wir für Autovermieter die mit dem Fahrzeugtransport verbundenen Kosten deutlich reduzieren. Die Autovermieter bedanken sich im Gegenzug mit einzigartig günstigen Preisen. Gleichzeitig reduziert unser Konzept Leerfahrten, was auch gut für die Umwelt ist.

Klingt wirklich einfach. Die Umsetzung ist aber sicher nicht ganz so leicht …

In der Tat, der Teufel steckt im Detail, und der Vermietungs-Markt hat durchaus seine Tücken. Aber wir haben als Gründer den Vorteil, dass wir vom Fach kommen. Karl und ich bringen fast 40 Jahre Erfahrung in der Branche mit. In dieser Zeit haben wir für den Marktführer Enterprise Holdings dessen operatives Geschäft von Grund auf mit aufgebaut und in Führungspositionen geleitet. Tassilo bringt ebenfalls einschlägige Expertise mit: er ist der Gründer von mitfahren.de und anderen Mitfahr-Plattformen und trägt mit seinem technologischen Knowhow in Sachen Digital Platform/Sharing Economy zum Gelingen von Movacar bei. Last but not least ist jeder von uns recht umfangreich vernetzt in seinem Bereich.

Inwieweit hat euch dieses Netzwerk bis jetzt geholfen?

Wie gesagt: Der Markt hat definitiv seine Komplexitäten. Deshalb ist das Vertrauen in die Kompetenz von Betreibern innovativer Lösungsansätze unabdingbar. Unsere Erfahrung macht da den Unterschied; nicht umsonst haben wir bisher Startkunden wie Avis Wucherpfennig & Krohn, Volkswagen Financial Services Rent-A-Car, aber auch die Carsharing-Unternehmen Oply und Ubeeqo gewinnen können. Zudem konnten wir schon in der Pilotphase im vergangenen Jahr das Geschäftsmodell von Movacar mit zwei Lizenznehmern eines großen Autovermieters erfolgreich testen – was ebenfalls unserem Netzwerk zu verdanken ist.

Eure Kunden sind also die Autovermieter?

Am Anfang ja, denn da kommen wir ja auch her. Aufgrund unserer Erfahrung wissen wir, dass allein in Deutschland jeden Tag tausende Mietwagen von A nach B gebracht werden müssen. Das passiert heute per LKW oder mit professionellen Fahrern, was die ganze Sache recht teuer macht. Da schaffen wir Abhilfe. Aber wir bieten Autovermietern weit mehr als Einsparungen bei den Überführungskosten: Mit Movacar können darüber hinaus Zusatzumsätze generiert und neue Zielgruppen erschlossen werden, die heute die Nutzung eines Mietwagens aufgrund der vermeintlich hohen Kosten nicht in Erwägung ziehen.

Und was sind die Vorteile für die Nutzer?

Kurz gesagt: Für Nutzer ist Movacar eine unabhängige Plattform, die transparenten Zugang zu individueller Mobilität bietet. Diese Plattform ist bewusst einfach zu nutzen, sei es über Desktop oder mobile Endgeräte – Bezahlsystem inbegriffen. Movavar ist ein serviceorientierter One-Stop-Shop, der die Vorteile des Produkts Mietwagen mit sehr günstigen Preisen vereint.

Gibt es auch Vorteile für einzelne Usergruppen?

Absolut, mit Movacar können ja Fahrzeuge für alle Lebenslagen gebucht werden: Wer beispielsweise zum Flughafen fahren oder in eine neue Stadt umziehen will, für den zählt vor allem Flexibilität. Bei längeren Reisen in großen und kleinen Gruppen kommt es hingegen in erster Linie auf den Komfort an. Beim Ausflug im Cabrio wiederum oder einer Testfahrt eines speziell ausgewählten Modells dominiert ohne Zweifel der Faktor (Fahr)Spaß.

Welche Anbieter-Gruppen wollt ihr noch für Movacar gewinnen?

Eigentlich alle Flottenbetreiber, die Fahrzeuge bewegen müssen. Dabei setzen wir auch auf den grundlegenden Wandel in der Art, wie Mobilität konsumiert wird. Neben etablierten Mobilitätsanbietern betreten neue Spieler die Arena, die eigene Flotten betreiben und eine kostengünstige Logistiklösung benötigen. Wir wollen zum Anbieter nachhaltiger Mobilität werden, der Nutzern eine breite Auswahl an nachhaltigen Reiseoptionen bietet. Kurz gefasst: Generell ist Movacar für alle Anbieter von Mobilitätslösungen und für sämtliche Flottenbetreiber konzipiert.

Und in welche Märkte wollt ihr geografisch gesehen rein?

Wir gehen davon aus, dass Movacar schnell in der gesamten DACH-Region Fuß fassen kann, wo die Notwendigkeit grenzüberschreitender Rückführungen und die dabei anfallenden Kosten besonders hoch sind. Danach werden dann recht schnell weitere europäische Märkte folgen.

Das klingt ambitioniert, wie habt ihr das bis jetzt finanziert?

Bis vor kurzem haben wir den Aufbau mithilfe eines Gründungszuschusses der IBB selbst finanziert; um es im Start-up-Jargon zu sagen: gebootstrappet. Inzwischen haben wir einen Business Angel an Bord und unsere Seed-Runde über Leapfunder eingeläutet.

Was sind die nächsten Finanzierungsschritte?

Nach dem Abschluss der Seed-Runde werden wir nachhaltig in die Produktentwicklung und die Bekanntheit von Movacar investieren – und hoffentlich im kommenden Jahr eine Series A Runde anpeilen können.

Und last but not least: Welche Tipps gebt ihr anderen Gründern aus eigener Erfahrung mit auf den Weg?

Vorausgesetzt, die innere Flamme für eure Idee brennt heiß, legen wir euch an dieser Stelle tatsächlich die vielzitierten Tugenden des Gründerdaseins ans Herz: Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. Um Luft unter die Flügel zu bekommen, hilft es zudem ungemein, wenn man die eigene Begeisterung auf Andere übertragen kann. Auf Menschen, die einen unterstützen können, den Traum des eigenen Unternehmens zu realisieren.

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lemon.markets: Berliner FinTech-Start-up sichert sich 12. Mio. Euro

Das 2020 von Max Linden gegründete Berliner FinTech lemon.markets sichert sich 12 Mio. Euro von CommerzVentures als Lead-Investor sowie den Bestandsinvestoren wie Creandum, Lakestar und Lightspeed.

Als Brokerage-as-a-Service-Plattform bietet das von der BaFin lizenzierte lemon.markets anderen Finanzdienstleister*innen und FinTechs die IT-Infrastruktur für die Abwicklung von Wertpapiergeschäften über eine Investment-API an.

Jetzt sichert sich das Start-up 12 Millionen Euro von CommerzVentures, Heliad und ihren bestehenden Investoren, darunter Creandum, Lakestar, Lightspeed und System.one, um sein ehrgeiziges Ziel weiterzuverfolgen: Die Wertpapier-Infrastruktur für 100 Mio. Anleger*innen bereitzustellen. Mit dem frischen Kapital aus dieser Finanzierungsrunde will das Unternehmen den Ausbau der Plattform und Go-live neuer Partner*innen vorantreiben.

„In CommerzVentures haben wir einen starken Investor aus der Branche gefunden, der uns als Team mit seinem tiefen Verständnis für unseren Markt beeindruckt hat. Wir teilen die gleiche Vision und Philosophie, um lemon.markets zu einem der relevantesten Player in der Branche zu etablieren. Zusammen wollen wir den Rückenwind im Markt nutzen, um unsere nächsten Partner und Produkte in den kommenden Monaten live zu bringen“, erläutert Max Linden, Gründer und CEO von lemon.markets.

lemon.markets: Lizenzen, Launch und Partnerschaften

Im ersten Halbjahr 2024 erreichte lemon.markets viele wichtige Meilensteine: Lizenzen, Go-live erster Partner und die kontinuierliche Erweiterung der Plattform. Im Januar 2024 hat das Unternehmen umfangreiche Zulassungen der BaFin als Wertpapierinstitut erhalten. Damit darf lemon.markets die Anlage- und Abschlussvermittlung, die Anlageberatung, die Finanzportfolioverwaltung, das Finanzkommissionsgeschäft, den Eigenhandel sowie das Depotgeschäft erbringen.

Die Geschäftsaufnahme erfolgte in Kooperation mit den Branchengrößen Deutsche Bank, BNP Paribas und Tradegate. Den Auftakt zum offiziellen Launch im März macht die Finanzbildung-App beatvest. Als ersten Anwendungsfall im Wealth-Management-Vertical ermöglicht es lemon.markets dem FinTech, seinen B2C-Nutzer*innen ETF-Investments anzubieten.

Im Rahmen der kürzlich verkündeten Partnerschaft mit Tomorrow dringt das Start-up in das Bankensegment vor. Gleichzeitig beinhaltet die Kooperation das erste Migrationsprojekt: Der nachhaltige Banking-Anbieter Tomorrow wechselt mit seinem Wertpapierangebot von der Solaris SE zu lemon.markets. Mit Allfunds, einem der weltweit führenden Fondsmarktplätze, erweitert das Start-up gleichzeitig sein Angebotsspektrum um das Finanzinstrument Fonds.

„Unser Fokus liegt darauf, die talentiertesten Teams bei der Lösung der komplexesten Probleme im Finanzwesen zu unterstützen. lemon.markets ist dafür ein Paradebeispiel. Max ist ein beeindruckender junger Gründer, der ein erstklassiges Team um sich herum aufgebaut hat. Und wir freuen uns sehr, diese Finanzierungsrunde anführen zu dürfen und das Team dabei zu unterstützen, mit lemon.markets die größte und modernste Brokerage- und Verwahrungsplattform in Europa aufzubauen“, sagt Jonas Wenke, Principal bei CommerzVentures.

Nächste Schritte: Mehr Partner*innen, neue Produkte und weiteres Teamwachstum

Der Markt für Brokerage- und Custody-Infrastruktur zeigt eine große Dynamik, mit einem prognostizierten Marktvolumen von 63 Milliarden US-Dollar in den kommenden fünf Jahren und einem Wachstum von rund 39 Prozent allein für den Custody-Markt. Traditionelle Player sowie FinTechs haben das Potenzial erkannt, digitale Anlagelösungen neu zu denken, die das Investieren für Verbraucher*innen zugänglicher machen. Dass das notwendig ist, zeigen die Zahlen: Allein in Deutschland liegt der Großteil des Geldvermögens (41,7 Prozent laut Bundesbank) in Bargeld und als Einlagen bei Banken und Sparkassen wie Tages- und Festgeld vor – das waren 3.214 Mrd. Euro zum Jahresende 2023.

lemon.markets ermöglicht FinTechs, Banken und Vermögensverwaltern über seine Infrastruktur, den Handel mit ETFs, Fonds und zukünftig Aktien, als Anlageprodukt für Kund*innen zugänglich zu machen. Die Brokerage-as-a-Service-Plattform ist modular aufgebaut und kann basierend auf dem individuellen Anwendungsfall des Partners / der Partnerin konfiguriert werden. Eine API-first Architektur reduziert dabei die Integrationszeit erheblich. Durch die konsequente Kombination von Technologie und Compliance-Expertise positioniert sich lemon.markets als digitaler, regulierter und kundenzentrierter Infrastrukturanbieter und unterstützt Partner*innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass es noch mehr digitale Anlageprodukte braucht, damit mehr Menschen am Kapitalmarkt investieren. Dafür müssen auch etablierte Player in der Vermögensverwaltung, dem Banking und Brokerage ihre Infrastruktur neu denken. Das lemon.markets-Team bringt tiefstes Wertpapierwissen gepaart mit FinTech-Erfahrung mit, was sie ideal positioniert, um sowohl FinTechs als auch traditionelle Player als Kunden zu gewinnen“, sagt Simon Schmincke, General Partner bei Creandum.

Smartphone-Hersteller Murena sammelt über 780.000 Euro von der Crowd

Murena, Hersteller nachhaltiger, ethischer und datenschutzfreundlicher Smartphones und Betriebssysteme, hat im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne auf Crowdcube 786.397,60 EUR mobilisieren können. Insgesamt wurden 545 private Investor*innen für das Projekt gewonnen.

Murena wurde mit dem Ziel gegründet, Technologien zu entwickeln, die die Privatsphäre der Nutzer*innen und die Umwelt respektieren. Das Unternehmen vertreibt datenschutzfreundliche Android-Smartphones mit vorinstalliertem “entgoogleten” Betriebssystem /e/OS, darunter neue nachhaltige Fairphone-Geräte und generalüberholte Android-Modelle, die eine längere Lebensdauer und Nutzung älterer Telefone ermöglichen.

“Dank unserer starken Community konnte unsere Kampagne das ausgegebene Ziel von 400.000 Euro deutlich übertreffen”, kommentiert CEO und Gründer Gaël Duval die Kampagne. Diese bemerkenswerte Unterstützung unterstreicht den starken Glauben an die Mission von Murena und die Zukunft des Datenschutzes auf dem Smartphone. Insbesondere die Art der Finanzierung ist von großer Bedeutung für uns: Durch die Unterstützung aus der Community machen wir uns nicht von Einzelinvestoren oder Risikokapitalgebern abhängig, sondern können unsere User am Unternehmenserfolg partizipieren lassen.”

Das frische Kapital wird verwendet, um das Wachstum von Murena zu beschleunigen, die Forschung und Entwicklung zu verbessern und das Produktangebot des Unternehmens zu erweitern, einschließlich der Entwicklung von B2B-Produkten.

“Entgooglete” Smartphones

Durch den Vertrieb von Smartphones mit dem Open-Source-Betriebssystem /e/OS bietet Murena eine sichere Alternative zu Googles Android mit verbesserten Datenschutzfunktionen und ohne die ständige Überwachung und Datenerfassung durch Google.

Besonders hervorzuheben ist die enge Partnerschaft zwischen Murena und dem ethischen Smartphone-Hersteller Fairphone - die Geräte Murena Fairphone 4 und 5, auf denen /e/OS anstelle von Google OS vorinstalliert ist und die über nachhaltige, reparierbare Hardware und eine transparente Lieferkette von Fairphone verfügen, bieten den Kunden eine einzigartige, ethische Alternative auf dem Smartphone-Markt.

Das Betriebssystem /e/OS hat derzeit laut Angaben von Murena 45.000 aktive Nutzer*innen, während Murena Workspace 100.000 aktive Konten hat. Der jährliche Zuwachs an aktiven Nutzer*innen bis 2024 beträgt 109 % (etwa eine Verdoppelung pro Jahr).

Bling: Berliner FamilyTech-Start-up sichert sich 12 Mio. US-Dollar Investment

Mit dem frischen Wachstumskapital will das 2021 von Nils Feigenwinter und Leon Stephan gegründete Berliner FamilyTech-Start-up seine Vorreiterrolle mit familiengerechten digitalen Lösungen im Bereich Payment, Investment und Mobilfunk weiter ausbauen.

Die Series A Finanzierungsrunde von Bling wird vom US-amerikanischen Investor Owl Ventures angeführt, der mit über 2 Milliarden USD in AuM der weltweit größte VC-Investor mit EdTech Fokus ist. Als Co-Investor beteiligt sich neben den Bestandsinvestoren PEAK und Angel Invest auch der Frankfurter Venture-Arm der Commerzbank-Gruppe Neosfer an Bling.

Familien nachhaltig durch Technologie entlasten

„Knapp 70 % der Eltern in Deutschland sind im Alltag überfordert und riskieren einen Burnout. Mit unserer App entlasten wir Familien nachhaltig: Vom kinderleichten Bezahlen und Investieren, über einen Aufgaben- und Einkaufsplaner bis hin zu familiengerechtem Mobilfunk“, sagt Nils Feigenwinter, Mitgründer und CEO von Bling. „Innerhalb von weniger als zwei Jahren haben sich 150.000 Familienmitglieder dafür entschieden, ihren Alltag mit familienfreundlichen Lösungen von Bling zu vereinfachen. Für viele ist Bling bereits heute die ultimative Super-App für die Koordination innerhalb der Familie.”

Bling startete im Sommer 2022 mit einer Taschengeldkarte und dazugehöriger App und nutzte den beliebten und lehrreichen Service, um sich zu einer holistischen Plattform für Familien zu entwickeln. Die zeitgemäße Übersetzung von Taschengeld, das einfache Investieren für Eltern und die Haushalts- und Einkaufsorganisation ergänzte Bling im Februar 2024 mit den eigenen familienfreundlichen Mobilfunk-Tarifen “Bling Mobile” in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom.

„Mit einem exzellenten Produkt, einer innovativen B2B2C-Plattform und starkem Kundenwachstum hat Bling beste Voraussetzungen, sich nachhaltig als führende Family-Super-App in Europa zu etablieren und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert durch die Verbesserung der Finanz- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu schaffen“, erklärt Ian Chiu, Managing Director von Owl Ventures. „Wir freuen uns besonders, eine langfristige Partnerschaft mit Bling aufzubauen, um durch Bildung und technologische Innovationen Familien zu unterstützen.”

Auch Neosfer sieht in Bling großes Potenzial. Marlon Müller, zuständiger Investor seitens Neosfer, kommentiert: „Bling zeigt eine beeindruckende Entwicklung und bietet eine einzigartige Plattform, die perfekt auf die Bedürfnisse moderner Familien abgestimmt ist. Das Team von Bling überzeugt durch seine hohe Innovationskraft und ein tiefes Verständnis für ihre Zielgruppe. Darüber hinaus sehen wir großes Synergiepotenzial zwischen Bling und der Commerzbank, insbesondere in Bezug auf digitale Finanzdienstleistungen für 12 Millionen Familien in Deutschland.“

Leon Stephan, Mitgründer und CTO von Bling, kommentiert das schnelle Wachstum: “Bling ist als Plattform gebaut, was die Produktentwicklung signifikant vereinfacht und beschleunigt. Innerhalb von weniger als zwei Jahren haben wir mit Bling viele der gängigsten Apps fürs Bezahlen, Investment, Mobilfunk, To-Do’s und Einkaufsmanagement abgelöst.”

Gründer*in der Woche: certflow - Kampf dem Zertifizierungsstau in der Solarbranche

Der Zertifizierungsstau kostet die Solarbranche jährlich 100 Mio. Euro und bremst die Energiewende aus – das 2022 von Jelena Mrvelj und Gratian Permien gegründete Start-up certflow (ehemals nue) will dies ändern.

„Allein im Jahr 2022 konnten 1000 fertig geplante Anlagen nicht ans Netz gehen, weil ihnen die Zertifizierung fehlte. Und 2023 waren viele Zertifizierungsstellen bereits im August überlastet, so dass keine weiteren Anträge mehr bewilligt werden konnten“, sagt Mitgründerin Jelena Mrvelj, die mit ihrem Berliner Start-up certflow genau hier ansetzt und nun den Turbo zündet: Über die von ihr und ihrem Team entwickelte Plattform kann die Zertifizierung von so genannten Typ-B-Anlagen mit einer Anschlussleistung ab 135 kW in gerade mal vier Wochen erfolgen. Bislang dauert der Prozess durchschnittlich acht Monate.

„Wir reden also über eine Zeitersparnis von 85 Prozent und einer immensen Kosteneinsparung. Denn jeder vergeudete Monat kostet pro Anlage im Schnitt 1500 Euro. Auf die 1000 Anlagen pro Jahr hochgerechnet, ergibt sich für die Anlagenbetreiber allein durch diese Beschleunigung ein Einsparpotenzial von fast 100 Millionen Euro“, so Mrvelj, die für ihre Rechnung mit offiziellen Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft von 2022 kalkuliert hat. In den sieben Monaten, in denen Anlagen durch das beschleunigte Zertifizierungsverfahren früher ans Netz können, ließen sich pro Anlage demnach fast 240.000 kWh Strom regenerativ nutzen, was einer CO2-Einsparung von über 125.000 Tonnen entspricht.

Der aktuelle Zertifizierungsstau der Solarbranche ist laut Mrvelj nur die Spitze des Eisbergs. „Wenn die Zulassungsstellen schon jetzt, bei einem Bedarf von jährlich ca. 3500 Anträgen, überfordert sind, dann fahren wir die Energiewende voll an die Wand. Denn bis 2027 rechnen die Bundesregierung und die Vertreter der Solarbranche ja mit einer Steigerung auf bis zu 15.000 neuen Anlagen pro Jahr in diesem Leistungssegment. Da kann der Zertifizierungsprozess auf herkömmlichen Weg nicht mehr funktionieren“, sagt Mrvelj und sieht genau hier das Potenzial für certflow.

Weniger Bürokratie, weniger Papierkram, weniger Kosten

Denn das Start-up will genau das bieten: weniger Bürokratie, weniger Papierkram, dafür ein intuitiver flotter Prozess, Zertifizierungen in Rekordzeit und unterm Strich einfach viel mehr Energiewende. Möglich macht das die gleichnamige digitale Plattform. Sie bringt Fachbetriebe, Netz- und Anlagenbetreiber sowie Zertifizierungsstellen zusammen und vereinfacht den Zertifizierungsprozess nach VDE 4110 für PV-Anlagen in der Leistungsklasse ab 135 kW. Damit das wie am Schnürchen klappt, stellt certflow Daten sowie individuell geforderte Unterlagen vollautomatisiert bereit, bietet einheitliche Strukturen sowie persönliche Hilfestellung und macht Plausibilitätschecks auf Basis von künstlicher Intelligenz. So ergibt sich die eingangs erwähnte Zeitersparnis bei der Anlagenzertifizierung von 85 Prozent.

certflow: Zertifizierungs-, Informations- und Wissensplattform

Schritt für Schritt können Fachbetriebe ihre Zertifizierungsanträge vorbereiten, dokumentieren und einreichen. Zertifizierungsstellen können die Anträge sofort prüfen, dokumentieren und freigeben. Netzbetreibern ist es möglich, ihre Netzanschlussbegehren produktiv und effizient abzuarbeiten. Auch die Anlagenbetreiber profitieren vom einfachen Workflow, sie können über die Plattform ihr gesamtes Portfolio einfach und schnell managen. Die Website ist dabei viel mehr als eine Zertifizierungs-, sondern vielmehr auch eine Informations- und Wissensplattform. Im umfangreichen Wissensblog klärt das Start-up nicht nur über neue Verordnungen und Zertifizierungsvorgaben auf, sondern beispielsweise auch darüber, in welchen Bundesländern eine Solarpflicht gilt.

In erster Linie hilft der rasche Workflow allerdings Geld sparen: Geht man von einer durchschnittlichen Anlage von 410 Kilowatt aus und rechnet mit einer durchschnittlichen Zeitersparnis von sieben Monaten im Vergleich zum herkömmlichen, manuellen Zertifizierungsprozess, sind das pro Anlage 239.167 kWh an regenerativem Stromgewinn. Bei einem Preis von 40 Cent pro kWh macht das über 95.000 Euro Ersparnis pro Anlage aus.

Breit aufgestellt für die Zukunft

Mit ihrem Start-up hat Jelena Mrvelj nicht nur Solaranlagen ab 135 kW im Visier, sondern auch Windanlagen. „Auch hier rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg der Zertifizierungsanfragen in den kommenden Jahren“, erklärt die Gründerin. Das Konzept von certflow geht auf: 2024 will das junge Unternehmen die Eine-Million-Marke im Umsatz knacken.

Gründer*in der Woche: Viride - Algen als Commodity-Produkt

2021 haben Stefan Schmid und David Plischke ihr Start-up Viride gegründet. Seither treiben die beiden in der Sahara die Produktion von Mikroalgen im Salzwasser voran, bringen damit zugleich den Klimaschutz weiter und helfen, CO2 einzusparen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder Stefan.

Auf eurer Website ist zu lesen: „Algen steht eine große Zukunft bevor.“ Was ist damit konkret gemeint?

Ja, das stimmt. Wir bei Viride sind tatsächlich davon überzeugt, dass die Zeit reif ist für Algen. Mikroalgen gibt es schon seit Ewigkeiten, sie gehören zu den ersten Lebewesen, die diese Welt bevölkert haben. Auch Makroalgen kennen wir schon lange, heute werden sie vor allem in der asiatischen Küche eingesetzt. Aufgrund steigender Temperaturen und vermehrter Dürren verursacht durch den Klimawandel gibt es nun immer größeren Bedarf, Mikroalgen im Salzwasser zu produzieren und somit eine klimaresiliente Möglichkeit zur Erzeugung pflanzlicher Proteine und Öle zu schaffen. Wenn man diese Option zu Ende denkt, dann gelangt man zu Algenplantagen, die wie Landwirtschaft funktionieren. Wir sind überzeugt, dass sich das Produktionsvolumen von Mikroalgen so von wenigen 10-Tausend Tonnen pro Jahr auf viele Millionen Tonnen steigern wird.

Worin liegt somit der größte Wert von Algen? In ihren Anwendungsmöglichkeiten und/oder ihren Eigenschaften?

Genau darum geht es, Algen haben aufgrund ihrer Inhaltsstoffe vielseitige Anwendungsmöglichkeiten. Heute sind die Produkte aus Algen häufig hochpreisig, als Endkund*in kennt man Algen zum Beispiel aus veganen Omega-3 Kapseln, die man als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt. Im B2B-Bereich werden Algen häufig auch als natürlicher Farbstoff für die Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Tatsächlich ist ihr Anwendungsbereich aber noch viel größer. Mikroalgen können vom Farbpigment über Pharmaprodukte bis hin zu Futtermitteln für Fische oder sogar CO2-neutralen Kraftstoffen in sehr viele Produkte verwandelt werden. Der Grund ist einfach: Mikroalgen enthalten vor allem wertvolle Pigmente, pflanzliche Proteine sowie – je nach Alge – einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Wenn man die Zellen öffnet und die jeweiligen Produkte isoliert, kann eine Algenzelle verschiedene Kundengruppen und Einsatzzwecke bedienen.

Nun zu eurem Start-up: Wann und wie bist du zusammen mit deinem Mitgründer David auf die Idee zu Viride bzw. zum Algenzüchten gekommen?

David und ich sind begeisterte Skifahrer. Leider steckten wir mitten in Corona-Pandemie in einem Stau auf der Autobahn fest. Aus Interesse und mit den Reflexen von Unternehmensberatern, die wir damals waren, fingen wir an, Autos zu zählen, Kraftstoffmengen und CO2-Ausstöße zu berechnen und wir kamen zu der Erkenntnis, dass alle Flächen der Welt nicht ausreichen würden, um durch die Aufforstung mit Bäumen den CO2-Ausstoß unserer Welt zu neutralisieren. Da war für uns die Lösung klar: Wir brauchen eine bessere Technologie als Bäume, um Kohlenstoff zu binden. Wie wäre es mit Algen? Diese wachsen schließlich exponentiell, brauchen kein Frischwasser und können auch dort wachsen, wo heute nichts steht: In den Wüsten dieser Welt, soweit sie sich in Meeresnähe befinden oder anderweitig Zugang zu Salzwasser haben. Und so ging es los: Direkt nach dem Skiwochenende fingen wir an, in Marokko Testbecken für eine Algenproduktion zu errichten.

Was waren dann die wichtigsten Steps bzw. größten Herausforderungen von der Viride-Gründung bis zum Start der Algenfarm in Marokko?

Das Wichtigste war, vor Ort anzufangen. Natürlich hatten wir Business Cases gerechnet, aber niemand konnte uns sagen, welche Algen wir lokal finden würden und wie sich diese in offenen Becken im Jahresverlauf verhalten würden. Hier war erst einmal Grundlagenforschung angesagt. Im Laufe der Zeit stellte sich dann heraus, was funktionierte und was nicht. Dann folgte der Aufbau unserer Pilotanlage mit einer Größe von 10.000 qm, was ein wirklich großer Meilenstein für uns war. Aus heutiger Sicht war das aber nur der Beginn einer weiteren Reise, denn eine Algenproduktion aufbauen und sie zu betreiben, sind zwei Paar Schuhe! Seither haben wir riesige Sprünge gemacht im Management unserer Pilotfarm, der Algenernte und der Instandhaltung. Denn man darf nicht vergessen: Wir sind mitten in der Sahara, ohne Frischwasser- oder Stromanschluss, einzig auf unsere Solaranlagen angewiesen. Und Algenzucht in der Wüste bedeutet natürlich auch, viel Salzwasser zu bewegen. Das musste alles gelernt und optimiert werden.

Was ist das Besondere an Viride und wie unterscheidet ihr euch von anderen Algenzüchter*innen, bspw. jenen, die in Deutschland produzieren?

Wir sehen die Algenproduktion als Landwirtschaft auf höchstem Qualitätsniveau. Um wirklich große Volumen zu erreichen, dürfen Algen nicht nur teures Luxusprodukt sein, sondern müssen auch massentauglich werden. Dafür sind große Produktionsmengen nötig, aber auch wettbewerbsfähige Preise im Vergleich zu weniger nachhaltigen Alternativprodukten wie Soja oder Palmöl. Daran arbeitet Viride intensiv. Hierbei setzen wir auf Photosynthese statt auf Fermentierung, wir setzen auf Fläche statt auf maximale Produktivität auf kleinem Raum. Im Kern nutzen wir die lokalen Vorteile, die uns eine warme Wüste in Meeresnähe gibt, während Algenzüchter*innen in nördlicheren Breiten ihre Produktion auf wenig Platz, kalte Winter, wenig natürlichem Licht, dafür aber auf den stärkeren Einsatz von Technik optimieren. Letztendlich streben wir in unserem Geschäftsmodell niedrigere Cap-Ex, niedrigere Op-Ex und niedrigere Emissionen bei gleichzeitiger Skalierbarkeit an.

Wer sind eure Kund*innen?

Stand heute sind wir Pre-Revenue, was sich aber in Kürze ändern wird. Unsere Kund*innen stammen vor allem aus der Nahrungsergänzungsindustrie, aber wir sprechen auch intensiv mit Zulieferern von natürlichen Farbstoffen in der Lebensmittelindustrie. Anfragen erreichen uns dabei nicht nur aus Deutschland oder Europa. Auch Kund*innen aus Indien und den USA haben regelmäßig Anfragen, denn in Summe gibt es immer noch viel zu wenige Anbieter für viele Algenprodukte – vor allem in den dunkleren, kühleren Wintermonaten.

Wie habt ihr die Produktentwicklung und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Tja, wir haben den Gürtel enger geschnallt. Uns selbst haben wir bisher über Ersparnisse finanziert, den Aufbau der Firma und die Bezahlung unserer Mitarbeiter*innen konnten wir bisher maßgeblich durch Nachrangdarlehen stemmen. Dieser kombinierte Boot-Strapping und Crowdfunding-Ansatz kommt allerdings an Grenzen, weshalb wir nun froh sind, erfolgreich eine Seed Equity Runde durchgeführt zu haben.

Aktuell bietet ihr zwei spannende Investment-Optionen für alle, die euch unterstützen wollen, an. Bitte erkläre doch kurz, was genau ihr Investor*innen bietet?

Korrekt, wir sind immer froh, wenn wir Personen kennenlernen, die sich wie wir für Nachhaltigkeit durch Algen begeistern und auch gerne in unser Geschäftsmodell investieren möchten. Da natürlich nicht jede(r) über dasselbe Portmonee verfügt, haben wir zwei Optionen. Bereits ab 100 Euro haben wir Projekte, die wir mit Crowdfunding finanzieren. Hier geht es oft um einzelne Maschinen oder den Aufbau von Becken. Die Investor*innen profitieren hier von einem attraktiven Zinssatz. Für Business Angels ab 50.000 Euro bieten wir die Möglichkeit, sich über Wandeldarlehen direkt an der Viride GmbH zu beteiligen. Die nächste Wandlung ist zur Series A.

Was sind eure weiteren unternehmerischen Steps nach den Investment-Kampagnen?

Umsatz und Volumen. Unser kurzfristiges Ziel ist es, Algen aus Marokko in die EU zu exportieren und die versprochene Qualität kontinuierlich zu liefern. Extrem relevant ist zudem, dass wir uns auf Nachhaltigkeit zertifizieren lassen. Den CO2-Footprint über den gesamten Lebenszyklus unserer Algen zu messen und immer weiter zu optimieren ist nicht nur strategisch für uns sehr wichtig, es ist zunehmend auch der Maßstab, mit dem der Einkauf unserer Kunden die Produkte bewertet. Jenseits der Regulatorik und der Betriebswirtschaft steht zudem der weitere Ausbau unsere Produktportfolios im Vordergrund.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Für mich persönlich ist das Netzwerken ein echter Game Changer. Man kann keine Schlacht alleine gewinnen. David und ich sind ein super Team. Aber ein Unternehmen ist viel mehr als die Gründer. Man sollte offen sein für Partnerschaften und Kooperationen. Ideen von außen und Feedback sind immer gut. Lasst euch von Investor*innen kritisch hinterfragen – aber nicht vom Weg abbringen. Mit vielen Menschen zu sprechen und die besten davon auf die Reise mitzunehmen, hat uns bisher viel geholfen!

Hier geht's zu Viride

Das Interview führte Hans Luthardt

atmio: 5,1 Mio. Euro für Reduktion von Methanemissionen

Atmio ermöglicht es Erdgasunternehmen, die neue EU-Methan-Verordnung einzuhalten und Methanemissionen deutlich zu reduzieren. Ziel ist es, das weltweit führende Unternehmen für Messung und Management von Treibhausgasemissionen zu werden.

Das 2023 gegründete atmio, ein Betriebssystem zum einfachen Erfassen, Beheben und Melden von Methanemissionen, hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 5,1 Mio. Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von Notion Capital angeführt, neu hinzu gekommen ist auch der Risikokapitalgeber SquareOne. Ebenfall mit dabei sind HCVC und Robin Capital, die bereits zuvor in atmio investiert hatten. Ebenfalls beteiligt sind die Angel-Investoren Bernhard Mohr, ehemals VP Gas Detection bei Dräger, sowie David Rowans VOYAGERS Climate-Tech Fonds.

Das langfristige Ziel von atmio ist es, die weltweit führende Plattform für Messung und Management von Treibhausgasemissionen zu entwickeln. Das Unternehmen wird die Finanzierung nutzen, um sein Produkt weiterzuentwickeln, neue Entwickler*innen einzustellen und ein neues Marketing- und Customer-Success-Team aufzubauen. Zu den Kund*innen gehören Gasspeicherbetreiber wie Crystal, EWE und Verteilnetzbetreiber wie zum Beispiel Westnetz.

Methanemissionen: Der unsichtbare Klimakiller

Methan ist ein starkes Treibhausgas und der Hauptbestandteil von Erdgas. Erdgas wird von Erdgasunternehmen unter anderem zur Stromerzeugung und von Haushalten zur Wärmeerzeugung genutzt. Erdgasunternehmen betreiben große Gasanlagen, in denen es zu Lecks unterschiedlicher Größenordnung kommt, bei denen Methan freigesetzt wird. Diese Lecks entstehen hauptsächlich, wenn Erdgas aufgrund von undichten Stellen in Anlagenbereichen, Pipelines oder Tanks entweicht.

Methanemissionen sind für ein Drittel der globalen Erwärmung verantwortlich und nach CO2 der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung. Im Gegensatz zu CO2, das Hunderte von Jahren in der Atmosphäre verbleibt, zerfällt Methan im Durchschnitt bereits nach zwölf Jahren und wandelt sich unter anderem in CO2 um. Vor diesem Zerfall hat es jedoch eine etwa 85-mal stärkere Treibhauswirkung als CO2 (betrachtet über 20 Jahre). Aufgrund seiner kurzen Lebensdauer kann eine schnelle Reduktion der Methanemissionen das Klima deutlich schneller stabilisieren als eine Reduktion von CO2. Dies bietet eine Chance, bei der die Gasindustrie eine entscheidende Rolle spielen kann. Nach Angaben der Europäischen Kommission ist der Mensch für 60 Prozent der weltweiten Methanemissionen verantwortlich, ein Drittel davon stammt aus dem Energiesektor.

Neue EU-Methanverordnung zwingt Erdgasunternehmen zum Handeln

Der Energiesektor verursacht etwa 20 Prozent der weltweiten Methanemissionen und der Druck auf die Öl- und Gasunternehmen ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Im Mai 2024 verabschiedete die EU die EU-Methan-Strategie, ihre erste Verordnung zur Reduzierung von Methanemissionen im Energiesektor. Die europäischen Erdgas-Unternehmen müssen nun Vorschriften zur verbesserten Erfassung, Meldung und Verifizierung von Methanemissionen im Energiesektor einhalten, zu der auch die obligatorische Erkennung und Reparatur von Leckagen (LDAR) gehören. Dies folgt den in den USA bereits geltenden Bestimmungen der Environmental Protection Agency (EPA) und den Rahmenbestimmungen des Oil and Gas Methane Partnership (OGMP). Nun müssen sich alle Erdgasunternehmen, die in der EU tätig sind, an strenge LDAR-Richtlinien halten und künftig exakte Zahlen für jede einzelne Anlage und Emissionsquelle melden. Dafür reichen die derzeit auf dem Markt erhältlichen Lösungen nicht aus.

Digitale All-in-One-Lösung von atmio hilft Erdgasunternehmen dabei, neue EU-Methanverordnung einzuhalten

Bislang haben Erdgasunternehmen Methanlecks in ihren Anlagen weitgehend manuell aufgespürt, protokolliert und repariert. Dies ist sehr zeitaufwändig, da jedes Leck einzeln von Menschen lokalisiert und behoben werden muss. Aus diesem Grund beschränken sich die meisten Unternehmen auf die Beseitigung von Sicherheitsrisiken, wie zum Beispiel durch den Einsatz von Gaswarnanlagen, die große Lecks aufspüren können. Kleinere Lecks werden dagegen meist vernachlässigt, obwohl sie sich langfristig sehr negativ auf die Umwelt auswirken.

Digitale All-in-One-Lösung von atmio hilft Erdgasunternehmen dabei, die neue EU-Methanverordnung einzuhalten: Sie kombiniert tragbare und stationäre Sensoren mit einer mobilen App und einer integrierten Management-Plattform. Dies ermöglicht ein automatisiertes Reporting sowie die lückenlose Erkennung, Reparatur und Protokollierung aller Methanlecks. Die Lösung digitalisiert damit ein bisher manuelles System, um Zeit zu sparen, LDAR in die täglichen Prozesse zu integrieren und Ausfallzeiten durch Reparaturarbeiten effizient zu managen. Die Software ermöglicht es Anlagenbetreibern, Kampagnen zu verwalten, Reparaturen zu überwachen und zu koordinieren und per Mausklick Berichte über alle durchgeführten Arbeiten und deren Auswirkungen auf die Gesamtemissionen zu erstellen. Die Software kann auch die jährliche Emissionsberichterstattung durchführen, die ein wichtiger Bestandteil der neuen gesetzlichen Anforderungen ist.

Matthias Schmittmann, CEO und Mitgründer von atmio, erklärt: „Wenn wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern wollen, ist es ganz entscheidend, dass wir Methan-Leckagen gezielt beseitigen. Unsere Plattform hilft Erdgasunternehmen, die neuen EU-Vorschriften einzuhalten und Schadstoffemissionen deutlich zu reduzieren. So haben wir beispielsweise festgestellt, dass unsere Lösung bei einem einzigen Leck die Freisetzung von Methan verhindert hat, die 160 Hin- und Rückflügen von Deutschland auf die Malediven entspricht. Die Seed-Finanzierung wird es uns ermöglichen, unsere Lösung weiteren Erdgasunternehmen in Deutschland und Europa anzubieten.“

Marius Krüger, COO und Mitgründer von atmio, ergänzt: „Wir wollen das weltweit führende Unternehmen für Messung und Management von Treibhausgasemissionen werden. Wir starten damit, Erdgasunternehmen dabei zu helfen, eine Milliarde Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr zu vermeiden. So werden nicht nur schädliche Emissionen reduziert. Wir erwarten auch, dass durch das Reduzieren von Lecks jedes Jahr Methan im Wert von 60 Milliarden Dollar eingefangen und am Markt verkauft werden kann. Unser Ziel ist es, eine Plattform zu bauen, die Satelliten- und Drohnen-Daten integrieren kann und damit zur ‚Single Source of Truth‘ für alle Emissionen der Industrie wird.“

Kamil Mieczakowski, Partner bei Notion Capital, sagt: „Wir sind stolz darauf, in atmio zu investieren: Die Plattform kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, um die vielen Erdgasunternehmen in Europa dabei zu unterstützen, die neue Gesetzgebung einzuhalten. Das atmio-Team bringt die nötige Expertise mit, um in dieser Branche erfolgreich zu sein, und wir freuen uns darauf, es beim Wachstum zu unterstützen.“

Charlotte Baumhauer, Investment Managerin bei SquareOne, sagt: „Methanemissionen sind für etwa 30 Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich. Wir glauben an atmios einzigartige Kombination aus Hardware und Software, um dieses drängende Problem zu lösen. Und das Timing ist perfekt: Mit der neuen Methanverordnung sind Erdgasunternehmen verpflichtet, ihre Methanemissionen nach strengen Standards zu messen, zu überwachen und Bericht zu erstatten sowie Maßnahmen zur Reduzierung zu ergreifen. Atmios Lösung liefert schnelle Ergebnisse für eine ganze Branche. Wir freuen uns sehr, das Team auf dieser wichtigen Mission zu unterstützen.“

Start-up oder Corporate: Wen bzw. was sucht die GenZ im Arbeitsmarkt?

Die GenZ Studie 2024 zeigt eine Generation zwischen Work-Life-Balance und Work-Life-Blending, und Start-ups sind nicht automatisch die erste Wahl für die GenZ.

Mitten im Fach- und Arbeitskräftemangel tritt mit zunehmender Geschwindigkeit die sogenannte Generation GenZ in den Arbeitsmarkt ein. In ihrer dritten Studie „Zukunft der Arbeit“ untersucht Zenjob, einer der führenden Online-Marktplätze für die Vermittlung temporärer Nebenjobs, erneut die Bedürfnisse junger Arbeitnehmer*innen. Wie bereits in den ersten beiden GenZ Studien in den Jahren 2021 und 2022 bemüht sich Zenjob, zu einer besseren Vermittlung zwischen Unternehmen und der zukünftigen Belegschaft beizutragen.

Anfang Mai 2024 hat Zenjob 1.141 Vertreter*innen der Gen Z in Deutschland zu ihren Ansichten zur Arbeitswelt befragt. Davon 594 deutschsprachige Talents und 547 englischsprachige, also internationale Talents, die in Deutschland arbeiten. Im Mittelpunkt der GenZ Studie 2024 stehen erneut die Fragen, die auch alle Arbeitgebenden beschäftigen, die für die zukünftig tonangebende Generation attraktiv bleiben möchten: Was sucht diese Generation in einem Job und bei einem Arbeitgebenden? Wie wird ihr Arbeitsleben aussehen? Wenig überraschend zeigte die anhaltende Wirtschaftskrise deutliche Auswirkungen auf das Denken und Handeln der jüngsten Teile der Belegschaft in deutschen Unternehmen.

Eine Generation zwischen Work-Life-Balance und Work-Life-Blending

Der Blick von außen zeigt ein komplexes und nicht immer kohärentes Verhältnis der GenZ zu ihrer Arbeitseinstellung. Die Generation der zwischen 1997 und 2012 geborenen Arbeitnehmer*innen ist gespalten zwischen dem Wunsch nach einem sicheren Arbeitsverhältnis (52 %) und dem Bedürfnis nach Flexibilität (68 %).

Während 65 % der GenZ ihr Berufs- und Privatleben klar trennen möchten, haben 44 % kein Problem damit, auch während des Urlaubs für ihre Arbeitgeber erreichbar zu sein.

Ein Konsens scheint jedoch in der Bedeutung von Autonomie zu bestehen. 75 % der Befragten möchten ihre Zeit selbst organisieren, um in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten. Diese Art der Selbstorganisation bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich: 58 % geben an, dass ihnen dies nicht immer gelingt.

Werte der Gen Z

Bei der Rangliste der Jobpräferenzen der GenZ erinnert diese eher an ein Dating-Profil als an eine traditionelle Stellenausschreibung – zumindest abgesehen von der Gehaltskategorie. Die unter 25-Jährigen wünschen sich unverändert stark Ehrlichkeit, Offenheit für Kommunikation, Ideen und Konzepte und schätzen es, wenn Unternehmen in ihre individuelle und berufliche Entwicklung investieren. Anforderungen an die Unternehmensstruktur wie Diversität, flache Hierarchien und Firmenfeiern sind weniger wichtig.

Im Vergleich zur letzten GenZ Studie 2022 hat die Bedeutung eines guten Gehalts signifikant zugenommen und ist auf Platz 1 gerückt. Hier zeigen Rezession und Inflation ihre Wirkung deutlich.

Rangliste: Was GenZ an einem Arbeitgebenden schätzt

1. Gutes Gehalt

2. Karrieremöglichkeiten

3. Ehrlichkeit und offene Kommunikation

4. Möglichkeit zur Weiterbildung und beruflichen Entwicklung

5. Offenheit für neue Ideen und Konzepte

6. Soziales Engagement

7. Diversität in der Belegschaft

8. Flache Hierarchien

9. Regelmäßige Firmenfeiern


Mitgestalter*innen statt Rebell*innen oder Karrierist*innen

Der Bericht zeigt, dass eines sicher ist: Eine Karriere allein reicht nicht mehr aus. Während die GenZ nicht gegen den Arbeitsmarkt rebelliert, möchte sie aktiv an der Gestaltung aller Lebensbereiche teilnehmen – einschließlich ihrer Arbeit. Doch es sind nicht nur die Vereinbarkeit des Jobs mit dem Privatleben (78 %) und die Flexibilität (68 %), die für diese Generation wesentliche Bedürfnisse darstellen.

Stark abgenommen im Vergleich zur Studie 2022 haben die Suche nach persönlicher Identifikation (von 54,7 auf 19%) und vielfältigen Aufgaben (von 52,5 auf 38 %). Auch hier zeigt die Wirtschaftskrise ihre klare Auswirkung und eine Rückbesinnung auf “harte” Werte.

Darüber hinaus ist die Jobsicherheit für 52 % der Gen Z weiterhin wichtig (zuvor 42 %) und hat zusätzlich signifikant zugenommen. Etwa die Hälfte der Befragten (42 %) möchte für ein digitales und progressives Unternehmen arbeiten. Dieser Wert hat sich mehr als verdoppelt und zeigt den zunehmenden Druck auf Arbeitgebende, neue technologische Entwicklung in den Arbeitsablauf zu integrieren.

GenZ bevorzugt Corporate- über Start-up-Karrieren – auch die junge Generation sucht nach mehr Sicherheit

Ältere Generationen verbinden mit der GenZ automatisch lose, jüngere Unternehmensstrukturen und somit Start-up-Unternehmen. Im Gegensatz dazu zeigen jedoch die Ergebnisse, dass die Befragten deutlich größere, ältere Unternehmen, sogenannte Corporates, präferieren. 40 % könnten sich vorstellen, für ein Start-up zu arbeiten, wobei dies 52 % bei einem größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden bejahen. Noch viel eklatanter wird diese Präferenz bei der Unterscheidung zwischen deutsch- und englischsprachigen Befragten, also deutschen und internationalen Talente, die im Land arbeiten: Während 52 % der internationalen Talente sich vorstellen können, in einem Start-up zu arbeiten, sind dies bei den deutschsprachigen Talenten lediglich 29 %. Start-ups sind also nicht automatisch die erste Wahl für die GenZ, sondern eher Corporates, wobei gilt: je größer, desto besser. Auch hier geht also Sicherheit vor vermeintlicher Freiheit und Spass.

Keine klare Präferenz für die Vier-Tage-Woche

Während die Einführung der Vier-Tage-Woche in den Medien derzeit stark diskutiert wird, zeigt sich hierzu bei der GenZ keine klare Präferenz: 38 % der Befragten befürworten die Begrenzung der Arbeitszeit auf vier Tage. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen deutschsprachigen (47 %) und internationalen Talenten (29 %). Währenddessen bevorzugen 38 % aller Befragten die Fortführung einer 35 Stunden Woche und 23 % eine Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 35 Stunden, jedoch im Rahmen einer Fünf-Tage-Arbeitswoche.

Eine Generation, die weiß, was sie will. Aber die in Krisenzeiten auch etwas umdenkt.

Frederik Fahning, Mitgründer und Vorstand von Zenjob, zu den Ergebnissen der dritten Zenjob-Studie „Zukunft der Arbeit“:

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass Einstellung und Werte für die Mitarbeiter von morgen im Vordergrund stehen. Sie möchten, dass ihr Arbeitgeber diese Werte lebt und ihnen Raum für ihr eigenes Leben, persönliche Entwicklung und Mitgestaltung bei der Weiterentwicklung des Unternehmens gibt. Unsere Umfrage räumt viele Vorurteile älterer Generationen gegenüber der GenZ aus. Sie sind alles andere als passiv. Sie zeigen Engagement und wollen etwas bewirken. Davon können und sollten wir alle etwas lernen. Allerdings konnten wir in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine deutliche Interessenverschiebung bei der GenZ feststellen. Im Vergleich zu unserer letzten GenZ Studie aus dem Sommer 2022 legt die GenZ nun deutlich mehr Wert auf härtere Kriterien wie gutes Gehalt und Jobsicherheit. Weiche Faktoren wie Work-Life-Balance oder ehrliche Kommunikation bleiben wichtig. Jedoch sind die Vertreter der GenZ als jüngere Arbeitnehmer erstmals mit den Auswirkungen von Rezession und Inflation konfrontiert und gewichten daher die klassischen harten Werte spürbar höher. In Krisenzeiten geht es also ans Eingemachte und der stets wertebezogene Ansatz der GenZ leidet. Dies könnte anzeigen, dass langfristig die GenZ vielleicht in Teilen auch gar nicht so anders tickt, als vorherigen Generationen. Am Ende arbeiten wir alle auch, um unser tägliches Leben zu finanzieren. An weichere Faktoren, auf die man die GenZ bislang gern reduziert hat, denkt auch diese Generation erst, wenn Miete und Lebensmittel bezahlt sind. Wie immer gilt: Werte muss man sich leisten können.“

Beagle Systems und AIRMO: Start-up-Power gegen Methanemissionen

Die Kooperation der Start-ups zielt darauf ab, die steigenden Anforderungen der EU-Regulierungen zu Methanemissionen zu adressieren, um eine Schlüsselrolle in der Überwachung und Minimierung dieser Emissionen zu spielen.

Das 2019 gegründete Beagle Systems mit Sitz in Hamburg, ein führendes Unternehmen im Bereich der Luftdatenerfassung, und das Münchner Start-up AIRMO, Entwickler von Satelliten zur Methanmessung, haben ihre Kräfte gebündelt, um einen innovativen Service zur Überwachung von Methanemissionen zu entwickeln. Die Kooperation zielt darauf ab, die steigenden Anforderungen der EU-Regulierungen zu Methanemissionen zu adressieren und gleichzeitig präzisere Daten zur Umweltüberwachung bereitzustellen.

AIRMO hat einen hochmodernen Sensor entwickelt, der nächstes Jahr an einem Satelliten ins All geschickt werden soll, um Methanmessungen aus dem Weltall zu ermöglichen. Dieser Sensor, der ursprünglich für Messungen aus mehreren hundert Kilometern Entfernung konzipiert wurde, bietet aus geringerer Entfernung eine erheblich höhere Messgenauigkeit. Beagle Systems wird diese Technologie in niedriger Flughöhe zur Datenerfassung nutzen. Dies ermöglicht es, präzise Daten viel effizienter als bisher zu sammeln und den Kund*innen als Service anzubieten.

Oliver Lichtenstein, CEO und Mitgründer von Beagle Systems, freut sich über die Partnerschaft: „Die Zusammenarbeit mit AIRMO repräsentiert einen signifikanten Fortschritt in unserer Mission, präzise Umweltdaten zugänglich zu machen. Indem wir unseren marktführenden geospatialen Datendiensten mit AIRMOs innovative Sensortechnologie verbinden, bieten wir unseren Kund*innen nicht nur eine verbesserte Datenqualität, sondern unterstützen sie auch dabei, die strengeren Anforderungen der neuen EU-Methanverordnung zu erfüllen.“

AIRMO-Gründerin Daria Stepanova über die Zusammenarbeit: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Beagle Systems. Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, unsere Technologie auf neue und wirkungsvolle Weise zu nutzen. Durch die Kombination unser Methansensors mit der Expertise von Beagle Systems in der Datenerfassung können wir unseren Kund*innen schon heute einen präzisen Emissionsüberwachungsdienst anbieten.“

Die verabschiedete EU-Methanverordnung verlangt von Betreiber*innen von Pipelines und Anlagen, ab zwölf Monaten nach Veröffentlichung der Verordnung, Methanemissionen alle drei bis 36 Monate präzise zu erfassen. Beagle Systems und AIRMO sind mit dieser neuen Serviceleistung gut positioniert, um eine Schlüsselrolle in der Überwachung und Minimierung dieser Emissionen zu spielen, die bis zu 60-mal potenter und damit umweltschädlicher als CO sind.

Zentur.io: Mio.-Seed-Finanzierung für die Fernwärmewende

Zentur.io, 2021 gegründeter Spezialist für die Digitalisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen, hat eine Seed-Finanzierungsrunde im siebenstelligen Bereich erfolgreich abgeschlossen. Bayern Kapital hat sich erstmalig gemeinsam mit dem Co-Investor Enpulse Ventures GmbH beteiligt.

Zentur.io wurde im Jahr 2021 von Michael Detke und Alexander Stoll, zwei Absolventen der Hochschule Landshut, gegründet. Das Unternehmen hat bereits verschiedene Pilotprojekte erfolgreich abgeschlossen, kleine bis große Fernwärmeversorger als Kunden an Bord geholt und außerdem mehrere Innovationswettbewerbe, unter anderem den Gründerpreis „Digitale Innovationen“, gewonnen. Mit den Mitteln aus der Finanzierungsrunde sollen das Kernteam des Unternehmens erweitert und die Vertriebskapazitäten für weitere Produkte gesteigert werden. Außerdem sollen weitere Produkte ausgerollt und neue, zusätzliche Kunden an Bord geholt werden, vor allem Energieversorger und Stadtwerke.

„Unser Ziel ist es, die Fernwärmeversorgung digitaler, kundenzentrierter und grüner zu machen und so die ‚Fernwärmewende‘ zu beschleunigen. Wir freuen uns, für diese Vision die Unterstützung von Bayern Kapital erhalten zu haben und werden uns in Zukunft insbesondere darauf fokussieren, mit weiteren Lösungen noch zusätzliche Teile der Wertschöpfungskette von Wärmenetzen abzudecken und weiter in den Markt zu expandieren“, sagt Michael Detke, Co-Gründer und CEO bei Zentur.io.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Herausforderungen, die der Klimawandel für die Gesellschaft mit sich bringt, ist es essenziell, dass die einzelnen Komponenten unserer Energie- und Wärmeinfrastruktur so effizient wie möglich sind – vor allem, da nach wie vor 80 Prozent unserer Wärme aus fossilen Energieträgern stammt. Insbesondere in Bestandsgebäuden und Ballungsräumen bieten Fernwärmenetze deshalb enormes Potenzial zur Einsparung von Emissionen. Diese Effizienz sicherzustellen, ist das Ziel von Zentur.io, einem Unternehmen mit Sitz in Landshut, das sich auf die Digitalisierung und Dekarbonisierung von Fernwärmenetzen spezialisiert hat.

Zentur.io nutzt dafür einen herstellerunabhängigen und verbraucherzentrierten Ansatz zur Sammlung von Daten: Diese werden direkt von Verbraucherzählern gesammelt, die bis 2026 ohnehin fernauslesbar sein müssen. Die aufbereiteten Daten ermöglichen präzisere Berechnungen über das gesamte Fernwärmenetz hinweg, von Erzeugung über Netzbetrieb bis hin zum Verbrauch. Auf Basis dieser Daten erhalten Verbraucher und Versorger mehr Transparenz über ihren Energieverbrauch, und verschiedene Optimierungen des Netzes werden möglich. Dazu zählen beispielsweise die Senkung von Wärmeverlusten und die effizientere Nutzung von Primärenergie, wodurch gleichzeitig CO2-Emissionen reduziert werden.

Für die Implementierung der Netzoptimierungen hat Zentur.io eine KI-basierte Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) entwickelt, mit der sich Fernwärmenetze effizienter und damit kostengünstiger und umweltfreundlicher betreiben lassen. Diese „District Heating AI“ unterstützt Energieversorger entlang der kompletten Wertschöpfungskette eines Wärmenetzes, von der Planung und dem Bau neuer Netze bis hin zur Transformation und Integration erneuerbarer Energiequellen.

Die Beteiligung von Bayern Kapital stammt aus dem kürzlich gestarteten Innovationsfonds EFRE II, mit dem vor allem junge, technologieaffine Start-ups in Regionen außerhalb des Großraums München unterstützt werden sollen. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde sollen in den Ausbau des Teams von Zentur.io sowie in die Produktneu- und -weiterentwicklung und die Marktexpansion fließen.

„Bestehende Energiequellen so effizient wie möglich zu nutzen, ist ebenfalls Teil der Strategie, die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern voranzutreiben. Zentur.io hat mit seiner ‚District Heating AI‘ eine KI-basierte Lösung entwickelt, die genau darauf einzahlt und es den Betreibern von Wärmenetzen ermöglicht, ihre Netze so effizient und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Mit dem Bayern Kapital Innovationsfonds EFRE II sowie Enpulse und EnBW ist bei Zentur.io ein kompetentes, leistungsstarkes Konsortium engagiert“, sagt Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital.

Cognigy: 100 Mio. US-Dollar für Düsseldorfer KI-Plattform

Das 2016 von Philipp Heltewig, Sascha Poggemann und Benjamin Mayr in Düsseldorf gegründete Cognigy ist ein weltweiter Anbieter von KI-Agenten und hat eine Series-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Mio. US-Dollar erfolgreich abgeschlossen.

Angeführt wurde die Runde von Lead-Investor Eurazeo, zudem haben sich unter anderem die Bestandsinvestoren Insight Partners, DTCP und DN Capital erneut engagiert. Die neuen Mittel sollen das Wachstum und den Ausbau der Technologieführerschaft von einem der deutschen Top-KI-Unternehmen weiter beschleunigen.

Cognigy bietet eine marktführende KI-Plattform, mit der Unternehmen KI-Agenten für ihren Kund*innenservice entwickeln, betreiben und deren Performance analysieren können. Große Marken wie die Lufthansa Group, Toyota, Mercedes Benz, Bosch, Henkel, ERGO, E.ON oder Mister Spex nutzen Cognigy, um ihren Kund*innen jederzeit personalisierten, sprachen- und kanalübergreifenden Support anbieten zu können.

Die KI-Agenten von Cognigy vereinen Generative AI und Conversational AI: Sie können mit natürlicher Sprache tausende Serviceanfragen zeitgleich entgegennehmen und Kund*innenanliegen autonom bearbeiten. Die Automatisierung von Standardanfragen ermöglicht es menschlichen Mitarbeitenden im Kund*innendienst und in Call-Centern, sich auf die komplexeren Anfragen zu konzentrieren und für sie individuelle Lösungen zu finden. Während dieser anspruchsvolleren Konversationen übernehmen die Cognigy-KI-Agenten die Rolle des Copiloten, indem sie den menschlichen Support-Mitarbeitenden während des Telefonats oder des Chats in Echtzeit hilfreiche Beratungsinformationen und Kontext für das Gespräch zur Verfügung stellen. Am Ende bearbeiten die KI-Agenten die Interaktion vollständig automatisiert nach. Damit bietet Cognigy Unternehmen schon heute eine konkrete, wertschöpfende Anwendung von künstlicher Intelligenz zur Steigerung von Effizienz und Kund*innenzufriedenheit.

Starkes Momentum in globalem Wachstumsmarkt

Wie groß die Nachfrage nach KI-basierten Lösungen im Kund*innenservice ist, zeigt das über Jahre dreistellige Wachstum von Cognigy. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden laut Angaben des Unternehmens auf der Cognigy-Plattform Hunderte Millionen von Interaktionen abgewickelt. Laut Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner wird sich der Markt für Conversational AI bis zum Jahr 2032 von 8,2 Milliarden US-Dollar (2023) auf 36 Milliarden US-Dollar fast vervierfachen.

Um seine führende Rolle in diesem Zukunftssektor weiter auszubauen, plant Cognigy die neuen finanziellen Mittel in die Beschleunigung seiner globalen Expansion sowie in die Weiterentwicklung seiner Technologien im Bereich Conversational AI und Generative AI zu investieren, um künftig noch leistungsfähigere Kund*innenservice-Lösungen mit konkretem Mehrwert anzubieten.

„Vor wenigen Jahren war KI noch ein Buzzword. Heute sind Lösungen wie unsere Teil einer völlig neuen Bewegung. KI-Agenten sind bei unseren Kunden schon heute Teil der Workforce. Die einstige Science-Fiction von künstlicher Intelligenz ist damit längst in der Business-Welt angekommen“, sagt Philipp Heltewig, Co-Gründer und CEO von Cognigy. „Gerade im Kundenservice ist das Automatisierungspotenzial immens. Branchenübergreifend erkennen Mega-Brands weltweit zunehmend ihren Bedarf an skalierbaren Lösungen für effiziente und personalisierte Kundeninteraktionen. Cognigy bietet ihnen genau das: Unsere KI-Agenten können zahlreiche Standardanfragen automatisiert zeitgleich lösen und gleichzeitig durch Leistungsfähigkeit und Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit die Kundenzufriedenheit und -bindung deutlich verbessern. Die Finanzierungsrunde versetzt uns in die Lage, dieses Marktmomentum voll zu nutzen, unsere globale Präsenz auszubauen und gleichzeitig unsere Plattform weiter zu optimieren.“

Public Value Award 2024

Seit 2016 zeichnet der renommierte Public Value Award gemeinwohlorientierte Gründungen aus, die mit ihren Angeboten und Leistungen einen Nutzen für die Gesellschaft stiften und damit einen messbaren Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Die aktuelle Runde ist gestartet - Bewerbungen sind bis 1. Juli 2024 möglich - hier findest du alle Details.

Zeige den PUBLIC VALUE deines Start-ups

Welcher Beitrag zum Gemeinwohl erwächst aus deinem Geschäftsmodell, Produkt oder deiner Dienstleistung? Wie macht dein Start-up Gesellschaft?

Viele Gründer*innen gehen mit ihrer Geschäftsidee gesellschaftlich relevante Themen an. Mit Innovationskraft und Mut wollen sie aktuelle und aufkommende Herausforderungen bewältigen und einen Nutzen für die Gesellschaft stiften. Sie zeigen, was Unternehmertum in der sozial-ökologischen Transformation bewirken und wie es die Zukunft gestalten kann.

Der Public Value Award

Seit 2016 haben sich mehr als 600 Start-ups um den Public Value Award (PVA) beworben. 2021 hat der gemeinnützige Verein Forum Gemeinwohl e.V. die Trägerschaft des Public Value Awards übernommen. Neben den Initiatoren Handelshochschule Leipzig (HHL) und EY sind ZEISS, die Stadt Leipzig und die Leipziger Foren als weitere Partner*innen hinzugekommen. Gemeinsam richten sie den Public Value Award auf die Zukunft aus und möchten damit die Verankerung des Gemeinwohldenkens in jungen Unternehmen im deutschsprachigen Raum voranbringen.

Warum sollte ich mich beim Public Value Award bewerben?

Mit deiner Bewerbung beim Public Value Award kannst du mehr über die gesellschaftliche Wirkung deines Geschäftsmodells erfahren und den eigenen Purpose sichtbarer werden lassen – gegenüber Investor*innen, Kund*innen und Mitarbeiter*innen und gegenüber dir selbst.

Die Jury bewertet dein Start-up anhand der Public Value Scorecard. Grundlage für ihre Bewertung sind deine eingereichten Unterlagen inklusive deiner Bewertung innerhalb der Public Value Scorecard deiner Bewerbung. Sofern du es ins Finale schaffst, zählen außerdem dein finaler Pitch sowie die Antworten, die du auf die anschließenden Fragen geben kannst.

Was der Wirtschaftsstandort Wien und die ViennaUP rund um KI zu bieten hat

Die von der Wirtschaftsagentur Wien initiierte ViennaUP 2024 bietet mit ihren über 50 Veranstaltungen ein umfassendes inhaltliches Rahmenprogramm – unter anderem zum Thema künstliche Intelligenz (KI). Wir haben uns mit KI-Expertin Jeannette Gorzala unterhalten, welche Vorteile der Wirtschaftsstandort für Gründer*innen bietet, die an KI-Lösungen arbeiten. Zudem liefern wir einen Überblick zu spannenden Events rund um KI, die ihr nicht verpassen solltet.

Heute, am 3. Juni, fällt offiziell der Startschuss zu Österreichs größtem Startup Festival – der ViennaUP. Im Zeitraum vom 3. Juni bis 9. Juni 2024 werden über 50 Veranstaltungen angeboten, die an bekannten Orten in der ganzen Stadt stattfinden werden – angefangen von Co-Working-Spaces über Konferenzsäle bis hin zur weltbekannten Hofburg. Auch in diesem Jahr werden im Rahmen des dezentralen Startup-Festivals wieder Vielzahl an Zukunftsthemen beleuchtet – darunter branchenübergreifend das Thema der Künstlichen Intelligenz.

Warum Wien bei KI-Talenten punkten kann

Der Wirtschaftsstandort Wien bietet auch für Start-up-Gründer*innen, die an KI-Lösungen arbeiten, eine Vielzahl an Chancen. „Wien, mit rund zwei Millionen Einwohnern, ist eine geschäftige und lebendige Stadt. Gleichzeitig ist sie klein genug, um den Aufbau eines starken Netzwerks zu erleichtern“, so Jeannette Gorzala. Als Juristin ist sie in Österreich und darüber hinaus in der EU eine der führenden Expertinnen für den EU AI Act und AI Governance. Zudem ist sie als Deputy Chairperson im KI-Beirat der Bundesregierung vertreten und übt die Position des Vice President im European AI Forum aus.

Und die ausgewiesene Expertin merkt hinsichtlich der Chancen, die Wien zu bietet hat, an: „Ein großer Vorteil ist die hohe Lebensqualität bei relativ niedrigen Lebenshaltungskosten.“ Diese Faktoren würden insbesondere von jungen Talenten immer stärker gewichtet, was es Unternehmen erleichtert, Top-Talente zu gewinnen. „Beispielsweise haben die Niederlande ein lebendiges KI-Ökosystem, aber der starke Anstieg der Immobilienpreise hat zu einem Zustrom niederländischer Talente nach Österreich geführt“, so die Expertin.

Die Standortvorteile der Bundeshauptstadt würden sich zudem positiv auf das gesamte KI-Ökosystem in Österreich auswirken. Dieses wächst stetig mit rund zehn Prozent jährlich und umfasst laut der aktuellen AI-Landscape Austria mittlerweile mehr als 400 Unternehmen. Und noch ein Faktor würde sich laut Gorzala insbesondere positiv auf frühphasige KI-Startups auswirken: „Die umfassende Förderlandschaft durch aws, FFG und Wirtschaftsagentur Wien bietet Zugang zu eigenkapitalfreien Mitteln, was für Unternehmen in der Anfangsphase entscheidend ist.“

Vernetzung von Stakeholder*innen

Auf Industrie-Ebene hat laut der Expertin hierzulande der Siegeszug generativer KI vor allem die Werbe-, Kreativ- und Medienindustrie erfasst. Aber auch im Finanz- und Versicherungsbereich, der logistischen Optimierung und im Gesundheitssektor bei der Diagnose sowie der Wirkstoff- und Arzneimittelentdeckung gebe es noch viel Potenzial.

Damit sich das KI-Ökosystem noch weiter entfalten kann, bedarf es auch entsprechender Vernetzungsangebote, die KI-Talente aus unterschiedlichen Branchen zusammenbringt. „Die Eröffnung für Möglichkeiten zum offenen Diskurs, wie zum Beispiel im Rahmen der ViennaUP, ist aus meiner Sicht sehr wichtig für eine erfolgreiche Transformation und vor allem den Abbau von Ängsten im Zusammenhang mit KI“, so Gorzala.

Und die KI-Expertin wird auch selbst an der ViennaUP teilnehmen – unter anderem am Event AI for Good: Leveraging AI for Environmental and Social Progress am 3. Juni. „Zielsetzung der Veranstaltung ist es, unterschiedliche Stakeholder aus dem Ökosystem zu vernetzten und den Diskurs anzuregen, wie KI für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft gewinnbringen genutzt werden kann.“ Persönlich schätzt sie die holistische Betrachtungsweise der Veranstaltung, an der unter anderem Payal Dalal (Mastercard), Katharina Herzog (money:care), Elvira Wagner (RBI) und Natalie Staniewicz (Accenture) teilnehmen werden.

Teilnehmer*innen können Branchenvielfalt nutzen

Für Teilnehmer*innen der ViennaUP gibt Grozala folgenden Tipp: „Die ViennaUP bietet eine Woche lang die Möglichkeit, sich frei nach seinen Interessen zu vernetzten, auszutauschen und weiterzubilden. Ich kann allen nur empfehlen, durch das umfassende Programm zu cruisen und teilzunehmen.“ Zudem sollte man insbesondere die Branchenvielfalt nutzen, die in dieser Woche geboten wird – angefangen vom Gesundheitsbereich bis hin zur Kreativwirtschaft.

So wird beispielsweise das Event AI in Health Care am 6. Juni, die Rolle und das Potenzial von KI im Gesundheitswesen thematisieren. Experten auf dem Gebiet der KI, aufstrebende KI-Startups und Fachleute aus dem Gesundheitswesen kommen zusammen, um zu diskutieren, wie KI das Gesundheitswesen verbessern und revolutionieren kann. Zu den Themen gehören die Verbesserung und Personalisierung der Patient*innenversorgung, der Einsatz von KI zur Verbesserung von Diagnoseverfahren und die Steigerung der Effizienz im Gesundheitswesen. Am Event vertreten sind unter anderem Irene Fialka (INITS) Philipp Hainzl (LISAvienna) Astrid Kaltenböck, (EIT Health Austria), Georg Langs (contextflow) und viele mehr.

Neben dem Gesundheitsbereich bringt künstliche Intelligenz auch in der Kreativwirtschaft zahlreiche Chancen aber auch Herausforderungen mit sich. Welche Schnittpunkte es aktuell zwischen Kultur und Technologie gibt, beleuchtet das Event AI and the Evolution of Creativity, das am 4. Juni von der CultTech Association und New Renaissance Ventures veranstaltet wird. Unter anderem wird der Frage nachgegangen, welche Ansätze erwägenswert sind, und ob wir uns über die Rolle der „menschlichen Intelligenz“ Sorgen machen müssen. Unter anderem werden am Event Benjamin James (Atlas Design), Alex Brix (Canva) und Tonia Samsonova (Excatly.ai) vertreten sein.

Zudem werden auch die beiden Events Open Link Day – Bridging Communities with Open Source, Open Data, and Open Standards am 5. Juni und Gigabit x Beyond am 6. Juni das Thema der künstlichen Intelligenz in den Fokus rücken. Beide Veranstaltungen bieten auch ideale Networking-Möglichkeiten, um sich mit internationalen Teilnehmer*innen interdisziplinär auszutauschen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit hebt auch Gorzala abschließend hervor, um künftig die Akzeptanz von künstlicher Intelligenz in der Wirtschaft und Gesellschaft zu steigern. „KI ist eine Technologie, die bereits jetzt viele Aspekte unseres privaten und professionellen Lebens bedeutend beeinflusst und verändert. Durch die Einbindung der Zivilgesellschaft und die Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit können unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und eine breite Akzeptanz und Mitgestaltung ermöglicht werden.“

+++ Hier findet ihr das gesamte Programm der ViennaUP +++

Tipp der Redaktion

Netzwerken kann man aber nicht nur auf den zahlreichen Events der Programm-Partner. Auch in diesem Jahr bietet die ViennaUP mit der Homebase am Karlsplatz eine zentralen Treffpunkt. Teilnehmer*innen aus dem In- und Ausland können dort bei einem speziellen Musikprogramm das Wiener Lebensgefühl genießen. Zudem beteiligen sich auch Kaffeehäuser als Partner im Rahmen der ViennaUP.

Inwiefern Gründer*innen die ViennaUP zum Fundraising nutzen können, hat uns Laura Raggl von ROI Ventures hier erzählt. Zudem sind über das Vienna Startup Package auch in diesem Jahr wieder 14 internationale Startups in Wien. Darunter ist auch trashify-Gründerin Nikhita Bhagwat aus Estland. Sie gab uns einen Überblick über das Programm und darüber, was man auf der ViennaUP nicht verpassen darf.