Gründer der Woche: Mommymove – der Fitness-Coach für Mamas

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Frischgebackene Mamas kennen das Problem: Mit einem Neugeborenen hat man wenig Zeit für sich selbst, für Sport bleibt da meist kaum bis keine Zeit mehr. Das Gründerteam der Mateo Health GmbH will hier Abhilfe schaffen und hat Mommymove auf den Markt gebracht. Was die Fitness-App will und kann, erfahren wir von Co-Gründer Manuel Perez Prada:

Das Mommymove-Team: Manuel Perez Prada, Eva-Maria Perez Prada und Stephan Hofmann

Wer gehört alles zum Mommymove-Team?

Wir sind insgesamt ein Vierergespann. Die erste Person im Bunde ist meine Mutter, Eva-Maria, welche als Buchhalterin mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Bereich der Finanzen und Administration unsere Frau für die Zahlen ist. Die zweite Person ist Stephan, unser Head of Tech und verantwortlich für die Implementierung und Programmierung unserer Produkte. Dann ist da noch Annika, meine Frau, welche als zweifache Mama immer sehr nah am Produkt ist. Und dann gibt’s noch mich, Manuel, ich bin verantwortlich für die Produktentwicklung, Firmenstrategie und was sonst noch so alles bei einem jungen Start-up so an relevanten Themen aufkommt.

Wie seid ihr wann auf die Idee zu der Fintess-App gekommen?

Die Idee zu Mommymove kam tatsächlich mit der Geburt unseres ersten Kindes, Mateo. Meine Frau hatte Probleme, aufgrund körperlicher Einschränkungen als auch des neuen, unplanbaren Alltags wieder in einen geregelten Aktivitätsrhythmus zu kommen, was sie mit der Zeit sehr belastet hat. Erschwerend kam hinzu, dass ich zu dieser Zeit auch noch stark in meiner alten Agentur eigespannt und viel geschäftlich unterwegs war. Daher fing für mich alles erstmal damit an, eigentlich nur für meine Frau eine Lösung zu finden bzw. zu kreieren, welche ihr das Leben erleichtert. Wie sich dann aber schnell raustellte, bestand diese Problematik nicht nur bei uns. Das war die Geburtsstunde von Mommymove.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Idee, über die App-Entwicklung bis zum fertigen Produkt?

Ein wichtiger Step zu Beginn war natürlich das Team für diese Idee zusammen zu bekommen, was aber tatsächlich recht schnell passiert war. Als wir uns nach der Aufgabe unserer Jobs dann zu 100 Prozent auf Mommymove konzentrieren konnten, waren natürlich die Entwicklung der sehr komplexen Algorithmen für unseren Personal Trainer als auch die Erstellung der Inhalte wichtige und zeitintensive Aufgaben, gefolgt von der nativen Entwicklung unserer Apps für Apple iOS und Google Android.

Welche Hürden hattet ihr dabei zu meistern?

Ich denke, die allererste große Hürde war tatsächlich ganz zu Beginn. Und zwar war das der Schritt, das „bequeme“ und „sichere“ „Karriere“-Leben aufzugeben und „all-in“ in die eigene Idee zu gehen und zu vermeiden, dass man bei den ersten Problemen wieder in das gemachte Nest zurückkehrt. Das bedeutete, dass ich bei meiner alten Agentur ausgestiegen bin und meine Anteile verkauft habe. Und auch Stephan, der in derselben Agentur als Entwickler tätig war, hatte für Mommymove gekündigt.

Ansonsten haben wir in der Zeit viel remote gearbeitet, was natürlich auch erstmal eine gewisse Umstellung für uns alle war. Aber auch das hat sich ganz gut eingependelt. Auch bei der Produktentwicklung gab es natürlich immer wieder Hürden zu meistern, aber das ist eigentlich bei jeder Form der Produktentwicklung der Fall.

Und wie habt ihr diese Phase finanziert? Mit Eigenkapital und/oder Fördermitteln?

Wir haben uns bis heute komplett eigenfinanziert, worauf wir auch sehr stolz sind. Da überlegt man dreimal, wofür man seine Mittel einsetzt und versucht natürlich, so effizient wie möglich zu operieren, was uns bis jetzt, finden wir, ganz gut geglückt ist. Allerdings sind wir jetzt tatsächlich, nachdem sich unser Produkt soweit bereits bewährt hat, auf der Suche nach erstem externem Kapital, um unser Wachstum zu fördern.

Die Mommymove-App unterstützt Mütter bereits ab acht Wochen nach der Geburt mit der Rückbildung und kann sie über Jahre mit entsprechend sich steigernden Inhalten auf gesunde Weise aktiv begleiten und anleiten

Nun zur Mommymove-App: Was genau bietet sie jungen Müttern und wie funktioniert das Training via App?

Mommymove ist - einfach ausgedrückt - ein „Freeletics“ für Mamas. Der Personal Coach der App unterstützt Mütter bereits ab acht Wochen nach der Geburt mit der Rückbildung (idealerweise parallel zu einem Rückbildungskurs) und kann sie über Jahre mit entsprechend sich steigernden Inhalten auf gesunde Weise aktiv begleiten und anleiten.

Mütter können Wochenpläne absolvieren oder aber auch „Kurztrainings“ nutzen. Hierbei wählt die Mutter einen verfügbaren zeitlichen Rahmen und bekommt passend einen an sie individuell angepassten Trainingsvorschlag. So können auch kleinste Pausen im vollen Mama-Alltag sinnvoll für die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden genutzt werden.

Ein eigens für Mommymove mit Experten aus der Sportwissenschaft und Physiotherapie sowie mit Hebammen entwickelter Algorithmus passt hierbei das Training permanent an die jeweiligen Bedürfnisse der Mutter an. Hierfür sind mitunter Angaben rund um die Geburt als auch diverse körperliche Aspekte, wie z.B. zum Beckenboden und anderen einschränkenden Aspekten, nötig.

Aber auch das Trainingsverhalten in der App sorgt für eine konstante Anpassung der Inhalte. Da die Inhalte für jede Frau individuell erstellt werden, gibt es auch keine Vergleichbarkeit der Trainings, so dass auch kein „stressiger“ Wettbewerb gegen Freunde oder gegen sich selbst entsteht, was zudem oft die Ausführungsqualität der Übungen verschlechtert. Der Trainingsalgorithmus unterstützt somit Mütter von der Rückbildung, über den Aufbau der Fitness bis zum schweißtreibenden Frauen-Fitnessprogramm.

Fehlt dabei aber letztlich nicht der eigentlich so wichtige Austausch beim Sport unter Gleichgesinnten? Gibt es eine digital vernetzte Community der "Mommymove'ler" oder ist diese vorgesehen?

Wir haben uns bis jetzt auf das Kernprodukt fokussiert, um das bestmögliche Training für die jeweilige Mutter bieten zu können. Erweiterungen in die verschiedensten Richtungen sind aber natürlich zum richtigen Zeitpunkt durchaus denkbar.

Was sind eure bisherigen Erfahrungen mit der App und dem Feedback der User?

Wir sind tatsächlich überrascht, wie positiv die Resonanz auf die App soweit ist und freuen uns immer wieder über E-Mails unserer Nutzerinnen, die uns erzählen, wie ihnen die App bereits geholfen hat. So hatten wir z.B. eine Zwillings-Mama, die uns glücklich berichtet hatte, dass sie unsere Kurzworkouts immer in kleinen Pausen unter der Woche nutzt und dann am Wochenende, wenn ihr Mann zu Hause ist und auf die Kleinen aufpassen kann, die etwas längeren Coach-Workouts ihrer Trainingswoche absolviert. Natürlich gibt es auch immer wieder Nutzerinnen, die enttäuscht sind, dass die App ab einem gewissen Punkt kostenpflichtig ist. Solches Feedback zeigt uns aber auch immer wieder, welche Verantwortung wir mittragen, um bei der Kommunikation und Wertschätzung beizutragen, wie wichtig richtige Aktivität gerade für die weibliche Gesundheit mit Blick auf die folgenden 5 bis 20 Jahre gerade nach einer Geburt sind.

Daneben sind wir schon ein bisschen stolz, dass Apple uns recht früh entdeckt und seitdem auch mehrmals als Lieblingsapp im App Store vorgestellt hat.

Gibt es vergleichbare Angebote und was unterscheidet Mommymove von anderen Fitness-Apps?

Es gibt tatsächlich ein paar App-Lösungen für schwangere Frauen, allerdings nichts Vergleichbares mit dem hohen Personalisierungsgrad und Fokus auf die Zielgruppe nach der Schwangerschaft, wie wir es aktuell bieten. Zu allgemeinen Fitness-Lösungen am Markt unterscheiden wir uns ganz klar durch die sehr spitze Fokussierung auf die Zielgruppe „Mama“ und die mit dieser Zielgruppe verbundenen, sehr spezifischen Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse sind zum einen oft körperliche Einschränkungen, die bereits die Nutzung vieler allgemeiner Fitness-Lösungen stark einschränken und bei Missachtung sogar gesundheitsschädlich sein können. Zum Beispiel Training mit einem geschwächten Beckenboden oder einer geweiteten Bauchmuskeldecke. Aber auch der Alltags-Aspekt, mit nahezu kaum „Ich“-Zeit für die Mutter wird bei uns z.B. mit personalisierten Kurzworkouts beachtet, die auch in unverhofften Pausen im Alltag eingesetzt werden können.

Was kostet die App und wie macht ihr auf euch aufmerksam?

Aktuell kann man die App kostenlos testen und bezahlt für ein 6-Monats-Abo 39,99 Euro, also quasi 2 Cappuccinos pro Monat für tägliches Personal Training, das auf einen abgestimmt ist. Da wir tatsächlich bis jetzt sehr Produkt-fokusiert waren, bekommen wir unsere Nutzer aktuell hauptsächlich über Empfehlungen von Mama zu Mama und über App Features bei Apple. Wir wollen jetzt beginnen, auch mit dem gerade gesuchten Investment, die Sichtbarkeit der App entsprechend zu erhöhen.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründern aus eigner Erfahrung?

Wenn du von deiner Idee überzeugt bist, mach es. Eine Idee allein ist nichts wert, wenn man sie nicht umsetzt oder es zumindest versucht.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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