Gründer der Woche: geteiltes fleisch – mehr Genuss

Gründer der Woche, KW 13/16


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Ende 2015 ist die Crowdbutchering-Plattform „geteiltes fleisch“ online gegangen. Über das innovative Geschäftsmodell sprechen wir mit Dennis Vetter, dem Gründer und Geschäftsführer der BV Pfalz UG (haftungsbeschränkt) aus dem rheinland-pfälzischen Frankenthal.

Wie sind Sie zu Ihrer Geschäftsidee gekommen? Stammen Sie aus dem Metzgerhandwerk?

Herauszufinden, was qualitativ hochwertiges Fleisch ausmacht ist einfach. Qualitativ hochwertiges Fleisch zu finden jedoch nicht. Es wird oftmals aus Kostengründen nicht angeboten. Mangelnde Transparenz erschwert es dem Konsumenten nachzuvollziehen, ob die Kriterien, die er an das Fleisch aus seinem Teller stellt, vom produzierenden Betrieb eingehalten werden.

Auf einer Reise habe ich dann von „Cowsharing“ gelesen und hatte sofort die Idee, auf Basis des nachhaltigen Konzeptes den Kunden den einfachen und transparenten Zugang zu qualitativ hochwertigem Fleisch zu verschaffen. Eine Metzgerausbildung habe ich nicht abgeschlossen, ich bin sozusagen Seiteneinsteiger.

Sie bieten über Ihre Plattform Fleisch in Premiumqualität an. Ihr Geschäftsmodell nennt sich Crowdbutchering. Was genau ist damit gemeint?

Vereinfacht gesagt: Das Tier wird immer erst dann geschlachtet, wenn alle Teilstücke verkauft wurden. Das stellen wir durch den Verkauf unserer Pakete an Kunden sicher, aber auch durch weitere Partner, die uns Teilstücke abnehmen, die nicht durch eine festgelegte Anzahl an Kunden zu teilen sind oder deren Versand aus hygienischen Gründen nicht möglich ist. Innereien können so zum Beispiel zu BARF-Hundefutter, also biologisches artgerechtes rohes Futter, verarbeitet werden, die Felle zu Leder.

Warum fokussieren Sie auf Rindfleisch?

Unser Rindfleisch ist zweifellos ein Spitzenprodukt. Diesen Standard zu erreichen war die mit Sicherheit größte Aufgabe dieses Projektes. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, uns zunächst nur auf dieses eine Produkt zu konzentrieren. Mittlerweile bieten wir aber auch hochwertiges Schweinefleisch an und werden unser Sortiment in den kommenden Wochen um Bio-Fleisch erweitern.

Wie funktioniert es, wenn ich als Teil der Crowd Fleisch bestelle? Kann ich bestimmen, welches Fleisch des betreffenden Tieres ich erhalte?

Jeder Kunde erhält in seinem Paket den gleichen Anteil am Fleisch, Wunschstücke können aber nicht reserviert werden. Wir möchten verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen umgehen und setzen uns deshalb für die Verwertung aller Teilstücke des Tieres ein. Schlachten nur für Filetstücke und Steaks kommt für uns nicht in Frage. Tolle Gerichte lassen sich im Übrigen aus dem gesamten Inhalt unserer Pakete zubereiten. Ständig neue Rezeptideen dazu liefern wir unseren Kunden auf unserer Internetseite.

In welchen Mengen kann bzw. muss ich bestellen und wie erfolgt der Versand?

Rindfleisch gibt es im Premium-Paket mit 8 kg Inhalt, auf Wunsch einiger Kunden bieten wir seit kurzem auch ein Single-Paket mit 4 kg Fleisch an. Schweinefleisch gibt es ausschließlich im 5 kg Premium-Paket.
Der Versand erfolgt über einen Express-Dienstleister. Durch eine spezielle Kühlverpackung und der Zustellung in weniger als 24 Stunden stellen wir sicher, dass die Ware gut gekühlt bei den Fleischliebhabern ankommt. Wir bieten im Übrigen verschiedene Zustelloptionen in Form von Zeitfenstern an. Das Paket sollten Sie in jedem Fall persönlich in Empfang nehmen.

Sie setzen mit Ihrem Geschäftsmodell klar auf Nachhaltigkeit und Ressourcen-Schonung. Was ist hier aus Ihrer Sicht zwingend zu berücksichtigen, wenn man als verantwortungsbewusster Konsument Fleisch essen will?

Die artgerechte Haltung ist mit Sicherheit ein wichtiger Punkt. Es wird oft von glücklichen Tieren gesprochen, die meisten Rinder leben in Deutschland jedoch in Anbindehaltung, ohne jemals auch nur in die Nähe einer Weide gekommen zu sein. Die von uns vorgeschriebene Mutterkuh- und Weidehaltung kommt der natürlichen Herdenstruktur am Nächsten und garantiert den Tieren ausreichend Bewegung und Lebensqualität. Wichtig ist für uns auch der Ansatz, für alle Teilstücke Abnehmer zu finden bevor das Tier geschlachtet wird. Wir schonen dadurch Ressourcen und positionieren uns gegen verschwenderisches Konsumverhalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Transparenz. Wie sieht das konkret bei Ihnen aus?

Noch bevor wir Fleisch an unsere Kunden versenden, erhalten Sie von uns ein Factsheet. Hier sind Rasse, Herkunft und die Ohrmarkennummer aufgeführt. Jedes Stück Fleisch kann somit lückenlos bis zur Geburt zurück verfolgt werden.

Und ebenso wichtig ist die Qualität der Produkte. Was sind Ihre Kriterien?

Auf die Qualität unserer Produkte sind wir zu Recht stolz. Wir schließen die präventive Gabe von Medikamenten wie Antibiotika aus und stellen sicher, dass unsere Partner vollkommen auf gentechnisch verändertes Futter verzichten. Wachstumshormone und Leistungsförderer werden ebenfalls nicht eingesetzt.

Wir versuchen, den Stress der Tiere auf ein Minimum zu reduzieren. Voraussetzung hierfür sind artgerechte Haltungsformen, ein kurzer Tiertransport unter Begleitung der Besitzer und eine ethisch vertretbare Schlachtung. Beim Rindfleisch erreichen wir sogar eine Qualität, die deutlich weniger als fünf Prozent des in Deutschland vertriebenen Rindfleisches erfüllt. Mutterkuh- und Weidehaltung sind hierfür wichtige Kriterien, aber auch die Trockenreifung des Fleisches, die mindestens 14 Tage in Anspruch nimmt.

Welche Marketing-Kanäle nutzen Sie, um auf Ihre Plattform aufmerksam zu machen?

Mit Facebook und Google AdWords haben wir gute Erfahrungen gemacht. Zur Zeit arbeiten wir mit einer Marketing-Agentur zusammen und entwickeln neue Konzepte.


Was geben Sie Konsumenten mit auf den Weg, die sich nicht so viel Gedanken um ihren Fleischkonsum machen bzw. machen wollen?

Jeder sollte sich damit auseinandersetzen, was auf seinen Teller kommt. Hochwertiges Fleisch ist gerecht produziert, hat eine bessere Qualität und man kann mit einem guten Gewissen genießen. Wir sind schließlich, was wir essen. Wer sich wenig oder keine Gedanken zum Thema Fleischkonsum machen möchte, ist bei uns genau richtig! Wir beantworten alle wichtigen Fragen bereits bevor der Kunde Sie gestellt hat.


Und was raten Sie anderen Gründern aus eigener Erfahrung?

Es galt, wie bei jedem anderen Start-up, zu Beginn zahlreiche Probleme zu lösen. Begeisterung und Leidenschaft für unser Projekt haben uns geholfen, diese Hürden zu überwinden. Wichtig ist es, an sein Projekt zu glauben und den Mehrwert für den Verbraucher zu sehen. Nur wer von seiner Unternehmung restlos überzeugt ist, wird auch erfolgreich dafür einstehen können.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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EY Startup Academy Award 2021

The winner is … AlphaSys Brain Technologies gewinnt die EY Startup Academy 2021!

Am 18. November war es so weit: Nachdem die neun Finalisten des diesjährigen Programms in mehr als 30 Workshops und Events über einen Zeitraum von sechs Wochen von EY-Experten und den Partnern der EY Startup Academy gecoacht wurden, hat die mit Experten besetzte Jury entschieden, welches der Startups die größten Fortschritte gemacht hat. Mit spannenden Vorträgen und Diskussionen mit Manuel Müller, dem CEO und Gründer von Emma, und den beiden EY Startup Academy-Alumni Anders Nordvist vom schwedischen FinTech Asteria und Maximilian Klinke von PigTie wurden die Zuschauer auf das große Finale eingestimmt.

Am Ende des Abends konnte sich als Gewinner das Startup AlphaSys Brain Technologies (Geschäftsname: EmoSys) gegen ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix durchsetzen. Das niederländische Tech-Startup des Gründerteams Mehrdad Seirafi und Nitzan Merguei arbeitet an einem tragbaren Gerät, das epileptische Anfälle erkennen und verhindern kann. Bei der Abschlusspräsentation überzeugte das Startup die Jury vor allem mit der Darstellung seines Wachstumspotenzials. Auf Platz 2 landete mit IGNITION ein HR-Tech-Startup, das eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen entwickelt hat. Auf Platz 3 wählte die Jury autogramm.io, das eine KI-basierte Lösung entwickelt hat, um unstrukturierte Daten in Dokumenten in Erkenntnisse zu verwandeln. Doch nicht nur die Jury darf darüber abstimmen, welcher der Teilnehmer sich am besten weiterentwickelt hat, auch die Zuschauer der EY Startup Academy dürfen ihren Favoriten wählen. Der Publikumsfavorit war in diesem Jahr die evAI Intelligence GmbH, ein KI-basiertes Unternehmen und Lösungsanbieter im Markt für Contextual Intelligence.

Die Jury beim Closing Event der EY Startup Academy setzt sich aus Vertretern des Partnernetzwerks zusammen. Die Zahl der Kooperationspartner der EY Startup Academy ist seit dem Jahr 2017, als die Initiative ins Leben gerufen wurde, kontinuierlich gestiegen. Die EY Startup Academy 2021 wurde von 18 Kooperationspartnern unterstützt, die von Unternehmen über Interessensverbänden bis hin zu Investoren und anderen Akteuren die ganze Vielfalt des Startup Ökosystems widerspiegeln. Zu den Partnern zählen die Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, Bundesverband Deutsche Startups, Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, Sparkassen Innovation Hub, TechQuartier, UPSTART und w&w brandpool.

EY wird sowohl die Gewinner als auch die Teilnehmer der EY Startup Academy auf ihrem weiteren Weg begleiten. Und bereits jetzt ist klar: auch 2022 wird sich wieder die Frage stellen, wer den EY Startup Academy Award gewinnt!

Weitere Infos zur EY Startup Academy findest du hier

Science4Life prämiert Innovationen in Life Sciences, Chemie und Energie

105 Einreichungen beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb. Im Jahr 2021 steht hinter besonders vielen Geschäftsideen ein digitales Geschäftsmodell.

Grüner Ersatz für Kunststoff, eine App für Demenzprävention und Biogas als regelbare Quelle erneuerbarer Energien – Science4Life hat die besten Geschäftsideen aus Life Sciences, Chemie und Energie prämiert. Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus.

Die 105 eingereichten Beiträge spiegeln aktuelle Trends aus den Branchen wider, denn mehr als der Hälfte aller eingereichten Ideen liegt ein digitales Geschäftsmodell zugrunde. Besonders der Bereich Digital Health wächst weiterhin. Die beiden geschäftsführenden Vorstände des Science4Life e.V. sind überzeugt von den Innovationen der Start-ups: „Die teilnehmenden Teams forschen und entwickeln Lösungen am Puls der Zeit. Sie erkennen nicht nur aktuelle Probleme, sondern können auch schnell und agil auf diese reagieren“, sagt Dr. Jens Atzrodt, Director R&D Country Operations bei Sanofi in Deutschland. „Der Trend zu Einreichungen mit digitalem Hintergrund setzt sich auch in diesem Jahr fort. Das ist ein klares Zeichen, dass vor allem die Start-up Szene Innovation in der Branche vorantreibt“, bekräftigt Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest.

Das sind die prämierten Start-ups und ihre Lösungen

Beim Science4Life Venture Cup überzeugte das Team von Cell2Green aus Rostock mit ihrem grünen Ersatz für Kunststoff: Die biologisch basierten und abbaubaren Cellulosefolien sind eine umweltfreundliche Alternative für die Verpackungsindustrie. DNTOX aus Düsseldorf bietet mit seiner tierversuchsfreien und auf menschlichen Zellen basierenden Analyse eine kostengünstige Alternative zu Tierversuchen. Sie wird eingesetzt, um die Sicherheit von Chemikalien für die Entwicklung des frühkindlichen Gehirns zu untersuchen. Ein neues Textil aus Hanffasern entwickelt das Team hinter LOVR aus Darmstadt: LOVR ist lederähnlich, ohne Plastik, vegan und reststoffbasiert. Mit memodio entwickelt das gleichnamige Team aus Potsdam die weltweit erste therapeutische App zur Demenzprävention auf Basis eines evidenzbasierten und individualisierbaren Therapieprogramms. Hinter dem RooWalk aus Berlin steckt eine persönliche Geschichte: Die 5-jährige Nichte von Mitgründer Benjamin Pardowitz lebt seit ihrer Geburt mit Zerebralparese – die vom Team entwickelte elektrisch unterstützte Gehhilfe ermöglicht und fördert die erweiterte Bewegungsfähigkeit von Kindern mit körperlichen Einschränkungen.

Unter den Einreichungen beim Science4Life Energy Cup wurden die Teams von BioCore, der everyone energy und KD Pumpen prämiert. BioCore aus Garching nutzt Biogas um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und zu speichern und ermöglicht erstmals wirtschaftlich darstellbar negative Treibhausgasemissionen im Großmaßstab. everyone energy aus Berlin hilft dabei, Tausende neue Energiewende- Projekte zu realisieren, indem Endverbraucher und Lösungsanbieter durch vollautomatisierte Energieberatung gezielt zusammengebracht werden. Das Team von KD Pumpen aus Balve und Dortmund entwickelt ressourcenschonende Pumpentechnik für die Umwelt- und Entsorgungsindustrie. Dank patentierter Technologie und Predictive Maintenance kann der Lebenszyklus von Pumpen um 300 bis 600 Prozent verlängert und der Wirkungsgrad um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.

Die fünf top Teams der Ideenphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  • Cell2Green (Rostock)
  • DNTOX (Düsseldorf)
  • LOVR (Darmstadt)
  • memodio (Potsdam)
  • RooWalk (Berlin)

Die drei top Teams der Ideenphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  • BioCORE (Garching)
  • everyone energy (Berlin)
  • KD Pumpen (Balve / Dortmund)

Ab sofort beginnt die Konzeptphase und alle Start-ups können ihr Geschäftskonzept oder Read Deck bis 14. Januar 2022 online unter www.science4life.de einreichen – auch wenn sie nicht an der Ideenphase teilgenommen haben.

Black Friday: Die Rabatt-Schlacht und die Folgen

Black Friday: Zwischen Rabatt-Schlachten und Angebotsknallern wird auch dieses Jahr vermutlich wieder der Vorweihnachtskaufrausch eingeläutet. Der Einzelhandel profitiert: An Shopping-Tagen wie diesen überzeugt besonders das haptische und optische Live-Erlebnis.

Mit dem Black Friday startet der Einzelhandel in den oft so umsatzstarken Jahresendspurt. Die Geschäfte, ob Tante-Emma-Laden oder Elektronik-Fachmarkt, mussten sich von heute auf morgen digital aufstellen. Neue Vertriebskanäle wie „Click & Meet“, „Click & Collect“ oder „Livestream-Shopping“ sprossen aus dem Boden. Für Verbraucher*innen und Ladenbetreiber*innen scheinbar ein Segen, denn der Einzelhandel verzeichnete nun das stärkste Umsatzplus seit 1994, an dem besonders das Online-Geschäft einen großen Anteil trägt.

Doch ein Wermutstropfen bleibt: das Ausfallrisiko im Einzelhandel ist im Vergleich zu anderen Branchen weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die Wirtschaftsauskunftei Creditsafe Deutschland hat sich die Zahlen genauer angeschaut und untermauert Meilensteine in der Geschichte des Einzelhandels.

Pandemie beschleunigt das Online-Geschäft

Das Online-Volumen im Einzelhandel ist zwischen 2012 und 2020 von 28 auf 72,8 Milliarden Euro gestiegen - allein 2020 lag der Zuwachs bei 13,6 Milliarden Euro. Einer der größten Umsatztreiber? Die Elektronik-Branche. Der Bereich der sogenannten Fast Moving Consumer Goods, kurz: FMCG, wuchs um 44 Prozent, und macht damit 10 Prozent des gesamten Online-Geschäfts aus. Ähnlich umsatzstark zeigte sich der Sektor, der sich vor allem auf „Heimwerken und Garten“ konzentriert, hier gab es ein Umsatzplus von 30 Prozent.

Schon 2020 verzeichnete der Einzelhandel ein Umsatzzuwachs von 4 Prozent zum Vorjahr, als die Pandemie-Lage noch kaum denkbar war. Der Online-Handel allein meldete sogar 23 Prozent mehr Umsatz binnen eines Jahres. Die Zahl der Online-Einkäufer stieg um 5,4 Prozent, deren Ausgaben jeweils um 16,5 Prozent. 2021 geht die Verbrauchs- und Medienanalyse (kurz: VuMA) davon aus, dass der Umsatz sogar auf 85 Milliarden Euro steigen wird. Während die Zahl der digitalen Shopper leicht um 7,2 Prozent angewachsen ist, geben sie nun im Durchschnitt 33,9 Prozent mehr Geld aus.

Elektronik top, Fashion flop

Der Einzelhandel hat – wie zu erwarten – deutlich mit den Folgen der letzten zwei Jahre zu kämpfen. 20,1 Prozent aller Unternehmen sind hier überschuldet. Im Vergleich: Deutschlandweit liegt der Wert bei nur 15,4 Prozent. Auch in Anbetracht der durchschnittlichen Risikoprognose schneidet der Einzelhandel im Vergleich nicht gut ab. Mit 1,54 Prozent liegt dieser Sektor weit über dem Durchschnittswert in Deutschland (1,36 Prozent). Der Fachhandel tanzt aus der Reihe und weist ein durchschnittliches Ausfallrisiko von 1,23 Prozent auf - 70 Prozent der Unternehmen haben hier ein niedriges oder sehr niedriges Risiko. Im Gegensatz dazu ist der „Fashion und Accessoires“-Bereich mit einem Ausfallrisiko von 1,84 Prozent nicht gut aufgestellt. Nur 57 Prozent der Firmen weisen hier ein niedriges oder sehr niedriges Risiko auf, 22 Prozent der Unternehmen haben ein hohes Risiko.

Bei der Datenanalyse hat sich Creditsafe Deutschland auf die bisher eingereichten Jahresabschlüsse 2020 bezogen. Auffallend ist hierbei, dass jene Firmen die Zahlen eingereicht haben, eine signifikant bessere Risikostruktur aufweisen als die, bei denen 2020 noch aussteht. Es bleibt demnach abzuwarten, ob sich die branchenübergreifenden, stark verbesserten Bilanzen auch in Zukunft abzeichnen.

Die Schnäppchenjagd läuft: Einzelhandel bleibt geöffnet

Zwischen Rabatt-Schlachten und Angebotsknallern wird auch dieses Jahr vermutlich wieder der Vorweihnachts-Kaufrausch eingeläutet. Trotz der steigenden Corona-Zahlen dürfen die Pforten fast aller Läden in Deutschland dieses Jahr geöffnet bleiben. Besonders der Einzelhandel dürfte sich über diese Tatsache freuen. Denn im Kampf gegen den Online-Handel überzeugt besonders das haptische und optische Live-Erlebnis an Shopping-Tagen wie diesen.

Gründer*in der Woche: Mondoo - die Cybersecurity-Experten

Mondoo ist ein junges DevOps-Sicherheitsunternehmen, das von Soo Choi-Andrews, Christoph Hartmann und Dominik Richter gegründet wurde. Das Start-up mit Sitz in Berlin und San Francisco will die Art und Weise, wie Cybersecurity in Unternehmen organisiert wird, vollkommen umkrempeln. Wie, das erklären uns Christoph Hartmann und Dominik Richter im Interview.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Mondoo zu gründen?

Die Idee hinter Mondoo basiert auf unserer über zehnjährigen Expertise beim Betreiben und Bereitstellen von sicheren Infrastrukturen. Durch unsere Erfahrung bei der Deutschen Telekom haben wir bereits 2014 das Open-Source Projekt https://dev-sec.io/ gegründet, welches Server automatisch und sicher konfiguriert.

Trotz Automatisierung ist es sehr komplex sich einen fundierten Überblick über die Sicherheitslage der eigenen Infrastruktur zu verschaffen. Nicht nur fehlt oft die notwendige Information über die Sicherheitsrisiken, vielmehr erschwert diese Situation auch die Abstimmung der Teams untereinander und die Priorisierung von Aufgaben, die das eigene Unternehmen zu bewältigen hat. Als Reaktion auf diese Situation haben wir Vulcano Security und InSpec – als Open-Source-Projekt – gegründet. Mit InSpec konnten wir Compliance-Anforderungen automatisch verifizieren. Damit etablierten wir neue Standards wie den Policy-as-Code in der Industrie. Insbesondere internationale Banken und Versicherungen nutzten unser Produkt, um kontinuierlich Compliance-Reports zu erstellen.

Allerdings hat sich die Welt in den letzten Jahren stark gewandelt. Wir sehen, wie Unternehmen unter der steigenden Komplexität und verschiedenartiger Tools begraben werden; gleichzeitig aber dennoch nichts gegen Schwachstellen im Sicherheitssystem tun können. Unsere Mission ist einfach: Entwickler und Sicherheitsteams zusammenzubringen, sie mit einem gemeinsamen Ziel vereinen, um skalierbare effiziente – und vor allem sichere Lösungen zu schaffen. Es gibt immer mehr Technologien und verschiedenste Cloud-Umgebungen, die es immer komplexer machen, die Heterogenität effektiv zu managen. Daher reichen spezielle Silo-Tools nicht mehr aus. Vielmehr ist es von größter Dringlichkeit, eine einheitliche Sichtweise über verschiedene Infrastrukturen hinweg bereitzustellen.

Was waren die wichtigsten Meilensteine seit der Gründung im Jahr 2020 bis zum Launch eurer Plattform?

Häufig sind existierende Tools für spezielle Umgebungen optimiert, helfen jedoch nicht einen gesamtheitlichen Überblick zu erhalten. Von Anfang an war unser Ziel, Nutzer dabei zu unterstützen, Informationen über Ihre IT-Infrastruktur zu erhalten. Dies ist ein komplexes Unterfangen und deshalb haben wir von Beginn an mit Design-Partnern zusammengearbeitet, um Mondoo als DevOps-Security-Platform für die gesamte IT-Flotte bereitzustellen.

Wir glauben, dass Produkte intuitiv nutzbar sein müssen. Daher haben wir im zweiten Schritt aktiv daran gearbeitet, Mondoo so einfach wie möglich zu gestalten. Dadurch können sich unsere Nutzer auf das Lösen von erkannten Schwachstellen fokussieren.

Was ist das Besondere an eurer Technologie, und was unterscheidet sie von bestehenden Konzepten?

Wir sehen zwei Trends in der Industrie: Zum einen den Trend zur immer schnelleren Bereitstellung von neuen digitalen Produkten. Zum anderen die wachsende Komplexität durch heterogene Technologien. Unternehmen wollen die beste Technologie für ihren konkreten Anwendungsfall nutzen. Daher sehen wir es als wichtig an, Sicherheit in existierenden DevOps- und Automatisierungsprozesse zu integrieren. Mondoo funktioniert perfekt mit Infrastructure-as-Code-Produkten wie Terraform oder Ansible und erlaubt daher eine sehr schnelle Einbindung.

Durch die flexible Auswahl der besten Technologien, nimmt eben auch die Komplexität zu. Mit Hybrid / Multi-Cloud, Virtual Machines, Container, von AWS über Kubernetes bis hin zu VMware ist alles vertreten und relevant. Wir wollen Unternehmen helfen diese Komplexität zu managen. Deshalb ist Mondoo darauf optimiert, sich in diese Produkte integrieren zu lassen.

Das Ziel ist, dass Nutzer sich auf die wichtigen Fragen konzentrieren können: Wie sicher ist meine Infrastruktur? Welche Risikoquellen muss ich im Auge behalten? Wie kann ich als Team den Sicherheits-Reifegrad verbessern?

Wer sind eure Kund*innen?

Wir arbeiten mit DevOps- und Security-Experten zusammen. Die Zusammenarbeit mit Pentestern und Zertifizierern hat uns geholfen, Mondoos Policy-Engine gegen typische Angriffsszenarien zu testen. Durch die Einbindung von Mondoo in CI/CD-Plattformen können Sicherheitsrisiken erkannt werden bevor sie in produktiven Systemen auftreten.

Ihr habt vor Kurzem den erfolgreichen Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde in der Höhe von 12 Mio. US-Dollar bekannt gegeben. Was ist mit dem vielen frischen Kapital geplant?

Wir werden damit im Wesentlichen den Aufbau unseres Teams in Deutschland und den USA vorantreiben. Dies erlaubt uns, unser Produkt weiterzuentwickeln und auf dem Markt zu etablieren.

Euer Ziel ist es, ein neuer globaler Marktführer im Bereich der Cybersicherheit zu werden. Wann soll es so weit sein und was sind die größten To Do's auf eurer strategischen Roadmap?

Wir freuen uns vor allem eine Community aufzubauen, welche gemeinsam die schwierigsten Herausforderungen hinsichtlich sicherer Infrastrukturen angeht. Wir glauben, dass Information zum Konfigurieren von sicheren Infrastrukturen aktuell schwer zugänglich sind. Um Security-by-Design zu fördern, müssen Informationen frei verfügbar sein. Wir durften bereits in der Vergangenheit erfahren, was Wunderbares passiert, wenn man mit Menschen aus der ganzen Welt an einem gemeinsamen Ziel zusammenarbeitet. Wir wollen dies nun auch für Cybersicherheit aufbauen. Ihr könnt uns mithelfen und unserer Community auf Discord beitreten.

Und last but not least: Was ratet ihr anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Erstens: Die Frage wird nicht sein, ob ihr Fehler macht, sondern wie schnell ihr aus ihnen lernt. Dabei ist es immer hilfreich den Fokus auf Nutzer und Kunden des eigenen Produktes zu legen. Mit Kunden zu arbeiten, ihre Expertise in das Produkt einfließen zu lassen und dadurch wiederum die tägliche Arbeit der Kunden zu verbessern, dazu können wir nur raten.

Zweitens: Die Zusammenarbeit mit anderen klugen Köpfen erweitert immer den eigenen Horizont. Als Teil eines Teams etwas gemeinsam zu erschaffen, bereitet viel Freude und lässt einem auch schwierige Zeiten besser durchstehen. Wir haben über die Jahre viele Freunde fürs Leben gewonnen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

Die 5. EY Startup Academy sucht ihren Gewinner

Am 18. November 2021 findet das Closing Event des sechswöchigen Programms mit der Verleihung des Academy Awards statt.

Mit der EY Startup Academy erhalten Startups seit 2017 die Chance, an einem sechswöchigen Programm teilzunehmen, in dem sie ihr Geschäftsmodell und dessen Hauptkomponenten mit strukturierter Hilfe und Beratung von EY-Experten und einem externen Partner-Netzwerk verbessern können. Zielsetzung der EY Startup Academy ist es, aussichtsreiche Tech-Geschäftsmodelle mit Zukunftspotenzial bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.

Nachdem am 16. September in einem hybriden Pitch Contest neun Finalisten aus den eingegangenen Bewerbungen ausgewählt wurden, haben sie in den folgenden Wochen an über 30 Workshops und Trainings teilgenommen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählten neben Pitch Training, Fundraising, Pricing, Business Planung und Investor Readiness auch Regulatorik und Datenschutz, IP-Recht, Compliance und IT sowie in diesem Jahr erstmals Marketing und Vertrieb.

Darüber hinaus bietet die EY Startup Academy den Teilnehmern Zugang zu einem exklusiven Branchennetzwerk aus Venture Capital Fonds, Business Angels und Unternehmensvertretern. Von ursprünglich vier Partnern ist das Netzwerk der EY Startup Academy in den letzten Jahren auf 17 angewachsen. Heute bildet es ein breites Branchenspektrum ab: 2021 wird die EY Startup Academy von der Austrian Angels Investors Association, BERLIN-CHEMIE AG, BlackWood Capital Partners, dem Bundesverband Deutsche Startups, den Business Angels FrankfurtRheinMain, C3 Management, Campus Founders, der Deutsche Bahn Digital Ventures, Dieter von Holtzbrink Ventures (DvH Ventures), HIGHEST, dem High-Tech Gründerfonds (HTGF), IBM, seed + speed Ventures, SixThirty Ventures, dem Sparkassen Innovation Hub, dem TechQuartier und w&w brandpool unterstützt. Jedem der neun Teilnehmer wird zudem für die Dauer des Programms ein Mentor zur Seite gestellt. Denn mit der EY Startup Academy will EY das Startup Ökosystem und vor allem die teilnehmenden Gründer ganzheitlich bei ihrer Reise „from idea to exit“ unterstützen.

Wer gewinnt den EY Startup Academy Award 2021?

Am 18. November können die neun Teilnehmer der EY Startup Academy zeigen, wer in dem sechswöchigen Programm die größten Fortschritte gemacht hat. Mit Alpha Brain Technologies BV, ambeRoad, AristanderAI, autogramm.io, evAI Intelligence, HCP Sense, Ignition, MotionsCloud und Summetix stehen neun junge Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Geschäftsmodellen im Finale: das Spektrum reicht von dem Vorhaben, epileptische Anfälle zu verhindern über eine Plattform für ganzheitliche HR-Lösungen hin zur Automatisierung der Erfassung von Versicherungsschäden.

Eine mit Experten aus dem Partner-Netzwerk besetzte Jury und die Zuschauer stimmen am Ende des Abends darüber ab, welches der Gründerteams während des sechswöchigen Programms die größten Fortschritte gemacht hat und den Academy Award 2021 gewinnt. Zusätzlich zu einer Geldprämie wird EY das Gewinner-Startup mit freien Beratertagen bei seiner weiteren Entwicklung unterstützen.

Ihr wollt wissen, wer die EY Startup Academy 2021 gewinnt? Meldet euch jetzt für das Closing Event am Donnerstag, 18. November, ab 18 Uhr an und verfolgt die spannenden Pitches im Livestream.

Start-up Guerilla Aktion in München geplant

Pigtie will das Sparverhalten der jüngeren Generationen revolutionieren und damit zugleich die uns drohende Altersarmut bekämpfen. Mit im Programm: eine coole Guerilla Aktion in München am 22. Oktober 2021.

Pigtie ist ein von Maximilian Klinke und Christian Maksymiw frisch gegründetes Start-up aus München. Das Gründerteam hat eine Smartphone-App für iOS und Android entwickelt, die Studierende, Berufseinsteiger*innen und junge Erwachsene aller Art (also die Gen Y und Z) befähigt, die Finanzplanung in die eigene Hand zu nehmen. Hierbei bietet das Start-up durch den Pigtie Aufrunden-Service einen konkreten Einstieg in die Finanzplanung und begleitet die Nutzer*innen in der App zum ersten ETF-Investment & darüber hinaus.

Guerilla Aktion - so what?

Gemeinsam mit der W&S Epic GmbH, eine Berliner Kreativagentur, arbeitet das Gründerteam aktuell eine Awareness Kampagne mit "Titelseiten-Potenzial" aus. Das Konzept ist einfach: Pigtie will auf den hohen Wert des Kleingeldes, das Pigtie-Nutzer*innen durch den Aufrunden-Service in der App sparen, aufmerksam machen. Das Motto: Kleingeld ganz GROSS machen!

Als sichtbares Zeichen wird das Team am 22. Oktober 2021 mit einer riesigen 1-Cent-Münze alle signifikanten Orte der Münchner Innenstadt besuchen. Unten findest du einen Routenplan, wie das Ganze ungefähr aussehen wird. Der Start erfolgt ca. 10 Uhr am Sendlinger Tor und endet voraussichtlich am letzten Routen-Stop um 17 Uhr.

Mehr Infos zu Pigtie findest du hier

Apeleon: Nächster Schritt des Flugtaxis im Wettlauf um die Lufthoheit

Apeleon hat vor über einem Jahr erste Testflüge erfolgreich absolviert. Nun gelang dies erstmals auch mit der dritten Generation ihres Flugtaxis.

Das österreichische Startup Volare entwickelt ein senkrecht startendes und landendes Flugzeug unter dem Namen Apeleon. Gegründet im Oktober 2017 unter Founder und CEO Andreas Fürlinger, lag dem Unternehmen stets die Vision nahe, das Fliegen in den Alltag zu integrieren und Orte schneller miteinander zu verbinden.

Neue Flugkonzepte

„Und das ohne die Hindernisse der heutigen Luftfahrt und ohne die Probleme des bodengebundenen Verkehrs“, präzisiert Fürlinger. „Hierzu braucht es neue Luftfahrzeuge.“ Es war genau dieser Wunsch und die Faszination Fliegen im Allgemeinen und der Reiz an Herausforderungen zu arbeiten, die den Gründer angetrieben haben, neue technische Lösungen, konkreter: neuartige Flugzeugkonzepte, zu erarbeiten.

„Das hat bereits vor vielen Jahren begonnen. Es ist tatsächlich so, dass mich die Luftfahrt bereits seit meiner Kindheit fasziniert, es begann mit Modellbau über Paragleiten zum Motorflug und zur Berufspilotenausbildung. Mein technisches Studium, ich habe Maschinenbau studiert, habe ich auch bzw. gerade wegen meiner Faszination für das Fliegen auf den Schwerpunkt Luftfahrt ausgerichtet. Ich bin jetzt seit gut zehn Jahren als Ingenieur in der Luftfahrt verankert und hatte die Möglichkeit an spannenden Projekten mitzuwirken“, so Fürlinger weiter.

Apeleon hat den ersten Testflug schon einige Zeit hinter sich. Frühere Demonstratoren sind bereits vor über einem Jahr in die Lüfte abgehoben. Die letzten Monate jedoch hat das Startup intensiv an Testflügen mit dem neuesten Demonstrator der dritten Generation gearbeitet. Und, Fürlinger nach, wichtige Erkenntnisse erzielt: „Wir haben damit bereits eine gute Basis für unsere nächste Phase, die Entwicklung des vollmaßstäblichen Prototyps geschaffen. Dafür sind wir zurzeit auch auf der Suche nach Investoren“, sagt er.

Viele Variablen noch offen

Der Apeleon-Gründer, der sein Flug-Taxi als Luftfahrzeug mit Tragflächen klassifiziert und es damit von „little range“-Multikoptern abhebt, erwartet – unter Berücksichtigung verschiedenster Aspekte, wie etwa technische Entwicklung des Luftfahrzeuges, Schaffung und Erweiterung von Regularien, Infrastrukturaufbau und letztendlich auch gesellschaftliche Akzeptanz – einen Start des kommerziellen Betriebs von einzelnen Strecken ab 2025.

„Wir verfolgen ein Konzept mit Tragflächen, um einen effizienten Reiseflug und damit längere Flugstrecken, zu ermöglichen“, so Fürlinger weiter. „Diese neue Art der Luftfahrzeuge eröffnet Möglichkeiten, vor allem weil auch die Betriebskosten solcher neuen Luftfahrzeuge geringer ausfallen werden als von heutigen, speziell Helikoptern. Diese Reduktion an Betriebskosten kann an den Endkunden weitergegeben werden und führt im Beispielfall von Personenbeförderung zu leistbaren Flugtickets. Die günstigeren Tickets führen dazu, dass dieses Transportmittel von einer breiteren Gesellschaft genutzt werden kann“, so die Idee.

Der Preis soll sich anfangs zwischen dem Flug mit einem heutigen Helikopter und Taxifahrten einordnen, wobei das Potential für weitere Kostenreduktion gegeben sei. Fürlinger dazu: „So lässt auch ein in späterer Zukunft angestrebte autonomer Betrieb den Preis weiter sinken, da ein Teil der Pilotenkosten wegfallen und ein weiterer Sitzplatz durch weitere zahlenden Kund:innen belegt werden kann.“

Apeleon als Infrastruktur-Alternative

In Sachen Einsatzmöglichkeiten argumentiert der Gründer mit einer Prämisse, die sich vereinfacht so festhalten lässt: Dort wo bisher nichts ging, wird etwas gehen. Er sagt: „Wir sehen vor allem dort Potential, wo keine aufwendige Infrastruktur geschaffen werden kann und auch keine Hochgeschwindigkeitsverbindungen, etwa Bahn oder Autobahn, vorhanden sind und auch aufgrund von Terrain oder anderen Gründen nicht geschaffen werden können. Wir können schlecht angebundene und auch abgelegene Orte sehr flexibel verbinden und eine schnelle Verbindung anbieten. Zusätzlich sehen wir aber auch bei zeitkritischen Anwendungen wie notärztliche Versorgung oder Priority-Cargo enormes Potenzial.“

Dieser Beitrag ist zuerst auf brutkasten.com erschienen

„i-care-Award“ für digitale Innovationen in der Pflege beim Deutschen Pflegetag verliehen

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Digitale Innovationen in der Pflege: Der „i-care-Award“ für digitale Innovationen in der Pflege wurde beim Deutschen Pflegetag verliehen.

Digitale Innovationen können eine gute pflegerische Versorgung unterstützen und den Arbeitsalltag von professionell Pflegenden entlasten. Das private, internationale Pharmaunternehmen Servier hat dazu mit dem „i-care-Award“ eine Auszeichnung für Startups und junge Unternehmen vergeben, die derartige digitalen Innovationen entwickeln.

Der mit einer Förderung der Preisträger versehene „i-care-Award“ wurde im Rahmen des Deutschen Pflegetages am 13. Oktober 2021 in Berlin verliehen. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Jury hat sich aus einer Fülle an Bewerbungen für folgende zwei gleichwertige Preisträger entschieden:

Digitale Lernplattform für Pflegeausbildung und mobiles Ausfall-/Aufgabenmanagement

Die Novaheal GmbH hat eine digitale Lernplattform entwickelt, die die gesamte Pflegeausbildung in einer Plattform bündelt, um die Pflege durch digitale Bildung zu stärken. Damit können Pflege-Auszubildende sicher und praxisnah auf dem Weg zur Pflegekraft begleitet werden. Multimediale Tests, Quizduelle, Mediathek und weitere Funktionen bieten praxisnahes Lernen, spielerisches Üben und intelligentes Nachschlagen. Lehrkräfte aus unterschiedlichen Kliniken sichern Praxisbezug und Qualität der Lerninhalte.

Die Cliniserve GmbH hat eine digitale mobile Anwendung entwickelt, die Krankenhausmitarbeiter und Pflegekräfte dabei unterstützt, mehr Zeit für die Patienten aufbringen zu können. Durch smartes Aufgabenmanagement können doppelte Laufwege und aufwändige Telefonate reduziert werden, Aufgaben priorisiert und delegiert werden und die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden. Eine Anwendung für das Management von Personalausfällen ermöglicht mehr Wertschätzung für besonderen Einsatz und reduziert Organisationsprozesse.

Digitalisierung etablieren, um Herausforderungen in der Pflege zu meistern

„Wenn wir die Herausforderungen der Pflege mit Erfolg meistern wollen, muss sich auch in diesem Bereich die Digitalisierung konsequent etablieren“, sagt Oliver Kirst, Geschäftsführer der Servier Deutschland GmbH. „Bei Servier stehen Innovationen für Patienten im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, zu dem Arzneimittel ebenso gehören wie digitale Innovationen. Daher unterstützen wir auch digitale Innovationen gerade im Pflegebereich, um eine verbesserte Gesundheitsversorgung der Zukunft aktiv mit zu gestalten.“

„Die Vorstellung innovativer Ideen und Projekte ist ein Kernstück des Deutschen Pflegetages. Auch 2021 widmen wir digitalen Innovationen und Aspekten in der Pflege eine eigene Programmsäule. Wir freuen uns sehr über die Initiative unseres Premiumpartners Servier, mit dem ‚i-care-Award’ diese Entwicklung zu unterstützen. Wir schätzen es sehr, dass die Preisverleihung im Rahmen des Deutschen Pflegetages stattfindet. Der Deutsche Pflegetag ist die perfekte Bühne, neue Ideen direkt der Zielgruppe zu präsentieren und mit ihr zu diskutieren“, so Jürgen Graalmann, Geschäftsführer der Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft mbH und Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

„Die Verleihung des ‚i-care-Award 2021‘ stellt eine große Ehre für uns dar und würdigt den Einsatz, den wir in den vergangenen Jahren in der Produktentwicklung und Implementierung in mehr als 20 Kliniken und Pflegeeinrichtungen geleistet haben“, sagt Julian Nast-Kolb, Geschäftsführer der Cliniserve GmbH. „Wir möchten den ‚i-care Award‘ aber auch allen Pflegekräften und Entscheidern widmen, die uns von Anfang an unterstützten und das Potenzial in neuen, digitalen Arbeitsweisen in der Pflege gesehen haben. Gemeinsam haben wir bereits viel zusätzliche Zeit für Patientenfürsorge ermöglichen können und ziehen noch mehr Motivation daraus, die Pflegearbeit weiter zu verbessern.“

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung mit dem ‚i-care-Award 2021‘ auf der großen Bühne des Deutschen Pflegetages“, sagt Turan Tahmas, Gründer und Geschäftsführer der Novaheal GmbH. „Mit Novaheal wollen wir die Profession Pflege nachhaltig stärken und Auszubildenden mehr Sicherheit im Praxisalltag vermitteln. Für eine qualitativ hochwertige und attraktive Pflegeausbildung in Deutschland, die sich international sehen lassen kann. Der ‚i-care-Award 2021‘ ist eine großartige Bestätigung unserer Arbeit und unterstreicht auch die Wichtigkeit unserer Mission.“

„i-care-Award 2022“: Bewerbungen ab Dezember 2021

Als Stifter des Preises hat sich Servier zum Ziel gesetzt, digitale Innovationen zu finden, auszuzeichnen und auch durch die Preisverleihung bekannt zu machen. Dazu werden jedes Jahr bis zu drei digitale Innovationen ausgezeichnet, die es Pflegenden in ambulanten Pflegediensten, Tagespflegen, stationären Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern ermöglichen, mehr Zeit und Qualität für den direkten Kontakt mit Patienten und Hilfsbedürftigen aufzuwenden und damit die Pflege menschlicher zu machen. Die Erstplatzierten erhalten jeweils eine Förderung in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Bewerbungen zum „i-care-Award 2022“ können ab Dezember 2021 eingereicht werden. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit Sitz im deutschsprachigen Raum (DACH), die jünger als fünf Jahre sind und weniger als 100 Mitarbeiter/­innen haben. Das Produkt sollte frühestens seit dem 01.01.2019 in Deutschland vermarktet werden. Die Bewerbungsunterlagen können Sie unter der Mail-Adresse [email protected] anfordern und Rückfragen zur Ausschreibung stellen.

Über Servier

Servier ist ein privates, global agierendes und forschendes Pharmaunternehmen, das gemäß seinem Leitbild die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt.

Das mit 22.500 Mitarbeitern zweitgrößte Pharmaunternehmen Frankreichs erwirtschaftete im Jahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro in 150 Ländern. Täglich werden 100 Millionen Patienten weltweit versorgt. Das 1954 gegründete Unternehmen vertreibt 50 Original-Medikamente und 1.500 Generika aus den Bereichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, metabolische Erkrankungen, Krebs, Autoimmunerkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen.

Servier investiert jährlich über 20 Prozent seiner Pharma-Umsatzerlöse in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und innovativer Therapien und kooperiert multidisziplinär mit renommierten akademischen und industriellen Partnern. Als führendes Unternehmen im Bereich Kardiologie ist es das Ziel, Servier auch in der Onkologie/Hämatologie als namhaftes und innovatives Unternehmen zu etablieren.

Die deutsche Niederlassung des französischen Traditionsunternehmens mit Hauptsitz in Suresnes bei Paris wurde 1996 in München gegründet. Schwerpunkt: Marketing/Vertrieb von Medikamenten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen sowie innovativen digitalen Gesundheitsanwendungen. Servier übernimmt im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens eine hohe gesellschaftliche Verantwortung und unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Forschungs- und Förderpreise, soziale Initiativen und Stiftungen. (www.servier.de)

Über den Deutschen Pflegetag

Der Deutsche Pflegetag ist Deutschlands führender Pflegekongress und die zentrale Branchenveranstaltung für Pflege in Deutschland. Der Deutsche Pflegetag bildet die neuesten Themen und Trends in der Pflege ab. Die begleitende Fachausstellung schafft eine Plattform für Experten, Entscheider und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft.

Die organisatorische Verantwortung für den Deutschen Pflegetag trägt die Deutscher Pflegetag Servicegesellschaft (DPSG). Der Deutsche Pflegerat e.V. ist ideeller Veranstalter des Deutschen Pflegetages.

Über die Cliniserve GmbH

Die Cliniserve GmbH hat das Ziel, mit Software einen Beitrag zur Lösung des Pflegeengpasses zu leisten. Dafür benötigt es neue Arbeits- und Personaleinsatzmodelle in der Pflege, die Cliniserve ermöglicht.

Cliniserve CARE unterstützt bei der Digitalisierung des Aufgabenmanagements in der Pflege sowie bei der Kommunikation zwischen Pflege und Patienten und der Kommunikation zwischen Krankenhausmitarbeitern. Die Cliniserve ist dabei die digitale Benutzeroberfläche für das Personal, über die via Smartphone Aufgaben empfangen, Aufgaben erstellt und via Chat kommuniziert werden kann – unter anderem auch an und von IoT und Robotik Systemen sowie als Service Call von Patienten. Cliniserve TEAM bietet eine Lösung, um im täglichen Ausfallmanagement nicht nur wertvolle Zeit und Kosten zu sparen, sondern auch Engpässe leichter abzufangen und Mitarbeitende für ihren aktiven Einsatz in der Cliniserve Mitarbeiter-App zu belohnen. 2018 gegründet, konnte Cliniserve deutschlandweit bereits über 20 Kunden wie das UKSH in der Pflege entlasten. Nähere Informationen zu Cliniserve finden Sie unter: www.cliniserve.de

Gründer*in der Woche: LEILA - die Online-Kinderwunsch-Plattform

LEILA ist ein FemTech Start-up aus Berlin, das durch sein CE-zertifiziertes Medizinprodukt die Diagnostik von Fruchtbarkeitsstörungen automatisiert. Mit der selbst entwickelten Software wird die Ursache der Störungen in kurzer Zeit erkannt, die intelligenten Algorithmen verraten, welche Umstellungen notwendig sind, um den Kinderwunsch Realität werden zu lassen. Mehr dazu im Interview mit Co-Founderin Caroline Mitterdorfer.

Wie steht es hierzulande um das traurige (Tabu-)Thema unerfüllter Kinderwunsch? Wie viele Paare sind betroffen, welches sind die Hauptursachen und wie vielen Paaren kann bislang effektiv geholfen werden?

Allein in Europa sind 25 Millionen Menschen von Unfruchtbarkeit betroffen. Als unfruchtbar gelten bereits Frauen, wenn sie über 35 Jahre alt sind und länger als 6 Monate versuchen schwanger zu werden oder Frauen unter 35 Jahren, die es länger als ein Jahr versuchen.

Die erste Anlaufstelle ist meist die gynäkologische Praxis der Frau. Leider sind in Deutschland nur 0,9 % der Gynäkolog*innen auf Reproduktionsmedizin & Endokrinologie spezialisiert. Diese Spezialisierung ist jedoch erforderlich, um umfangreiche Kinderwunschdiagnostik durchzuführen.

Das Gesundheitssystem sieht also vor, dass jene Paare in die Kinderwunschklinik gehen - dort wo die Experten sitzen. Leider kommen da lediglich 10 % aller Paare an - häufig aufgrund von Stigma, finanzieller Ressourcen und fehlender Information. Kinderwunschkliniken werden nach wie vor mit künstlicher Befruchtung, Designerbabys und Reagenzgläsern in Verbindung gebracht. Leider ist Unfruchtbarkeit immer noch ein riesiges Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Unsere Studie mit über 1500 Frauen hat ergeben, dass Betroffene sich oft alleine gelassen fühlen, stark verzweifelt sind und gar Anzeichen an Depressionen aufzeigen.

Daher ist es wichtig, die übrigen 90 % abzuholen und ihnen eine Lösung zu bieten, den Grund für ihren unerfüllten Kinderwunsch herauszufinden! In fast 70 % der Fälle, reichen sogar schon kleinere Lebensstiländerungen aus, wie die Einnahme von Medikamenten oder eine Ernährungsumstellung, um die Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Ein sehr häufiger Grund für Unfruchtbarkeit ist zum Beispiel das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS. Es ist in über 30 % der Fälle die Ursache von Unfruchtbarkeit. Leider dauert die Diagnose für diese häufig vorkommende Krankheit (10 bis 15 % aller Frauen sind betroffen) oft mehrere Jahre. Das gleiche gilt für Endometriose an der 1 von 10 Frauen erkranken. Hier dauert die Diagnose vom Auftreten der ersten Symptome bis zur vollständigen Diagnose im Durchschnitt 10,4 Jahre. Das können wir mit einer leicht zugänglichen, medizinischen Diagnostik ändern!

Wann und wie bist du vor diesem Hintergrund zusammen mit deinen Mitgründerinnen Dr. med. Theresa Vilsmaier und Silvia Hecher auf die Idee zu LEILA gekommen?

Nach meiner Zeit bei einem Start-up in der Hotellerie, habe ich mich nach einer Aufgabe gesehnt, mit der ich wirklich etwas bewegen kann. In meinem Bekanntenkreis wurde das Thema Kinderwunsch immer präsenter, ich selbst habe mich auf Basis meiner eigenen Gesundheit stark mit dem Einfrieren von Eizellen auseinandergesetzt und hier einen Mangel entdeckt: Es gab keine Möglichkeit, sich die sehr teuren Kinderwunschbehandlungen zu finanzieren. Das passte gut zusammen mit meinem Background in Finance, so gründete ich den ersten Kinderwunschkredit in Deutschland.

Auf Silvia wurde ich aufmerksam, als sie ihren Auftritt bei 2 MINUTEN 2 MILLIONEN, dem österreichischen Format von Höhle der Löwen, hatte. Sie präsentierte damals Ivery, einen At-Home-Test für die Bestimmung des letzten fruchtbaren Tages. Im Rahmen unseres Austausches kamen wir auf die Lücke im Gesundheitssystem zu sprechen: Die Fruchtbarkeitsstörung von Frauen kann meist nicht umfangreich beim Gynäkologen diagnostiziert werden und der Besuch in einer Kinderwunschklinik wird meist kategorisch ausgeschlossen. Durch glückliche Umstände über unsere erste Investorin wurden wir dann mit Theresa connected. Als Reproduktionsmedizinerin bestätigte sie uns dieses Problem und gemeinsam haben wir dann im September 2020 gestartet LEILA zu entwickeln.

Worin besteht euer neuartiger Ansatz in der Kinderwunschmedizin?

Mehrere Hundert klinische Leitlinien und Studien im Bereich Kinderwunsch werden erstmals unter der Verwendung von über 30 eigens entwickelten Algorithmen als elektronischer Entscheidungsbaum abgebildet. In Form von einer Software, dem LEILA Fertility Code, bringen wir quasi die smarteste Reproduktionsmedizinerin zur Frau nach Hause. Das spart nicht nur dem Paar und den Ärzt*innen wesentliche Zeit, sondern ermöglicht vor allem eine individualisierte Diagnostik.

Bis dato gibt es rund um den Kinderwunsch nur reine Lifestyle-Produkte mit sehr begrenzten Möglichkeiten am Markt. Wir sind ein Medizinprodukt und können eine ganzheitliche, individualisierte und vor allem wissenschaftlich fundierte Diagnose bieten.

Wie genau funktioniert euer Konzept bzw. digitales Analysetool?

Der LEILA Fertility Code ist web-basiert und somit über jedes Gerät erreichbar. Wir starten zunächst mit einer umfangreichen Anamnese in Form eines medizinischen Fragebogens, das ist die Basis für die Arbeit unseres Algorithms. Anschließend ermittelt dieser welche Blutparameter im Labor abgenommen werden müssen, eine sogenannte Präzisionsdiagnostik. Nach dem Besuch im Labor und Vorlage der Ergebnisse, ermitteln unsere Algorithmen dann die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch und empfehlen direkt individualisierte Therapiemöglichkeiten und nächste Schritte - präzise, medizinisch und vor allem personalisiert. In einer Videosprechstunde mit einem/r Reproduktionsmediziner*in werden dann die Ergebnisse des LEILA Fertility Codes gezeigt und erläutert.

Mit LEILA können Frauen so innerhalb weniger Tage den Grund Ihrer Unfruchtbarkeit feststellen und vor allem ihren Kinderwunsch in Angriff nehmen - für Begleitung nach Diagnose ist bei LEILA in Form von online Therapiestunden und Kursen gesorgt.

Wo kommt euer Medizinprodukt zum Einsatz?

Unser Produkt ist für alle Frauen und Paare, die per Definition als "unfruchtbar" gelten. Wir möchten so die Lücke im System schließen und die Reproduktionsmedizin nahbarer machen. Mit unserer Diagnose empowern wir jene Paare die besten Schritte einzuleiten, um die besten Chancen auf die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu haben. Der Faktor Zeit ist schließlich, wie bereits erklärt, ein entscheidender beim Kinderwunsch, daher ist die frühzeitige Erkennung der Unfruchtbarkeitsursache durch LEILA auch so wichtig.

Wie habt ihr euch bzw. den Unternehmensaufbau von LEILA bislang finanziert?

Durch starke Angel Investoren, die an unsere Vision, langfristig eine Lücke im Gesundheitssystem zu schließen, und an LEILA glauben.

Was sind eure nächsten unternehmerischen To Do's?

Seit September ist der LEILA Fertility Code nun offiziell ein Medizinprodukt und darf von Frauen und Ärzt*innen angewendet werden. Unser Fokus liegt nun darauf, die ersten Partnerschaften mit Zyklus-Applikationen bzw. Fruchtbarkeitstrackern zu starten, damit wir die ersten Kundinnen durch die Software führen dürfen. Parallel haben wir eine strategische Partnerschaft mit einer der größten europäischen Laborketten für Endokrinologie gewonnen. Gemeinsam trainieren wir nun unsere Algorithmen mit mehr als 10 Millionen Datensätzen, um schon bald durch Machine-Learning neben Empfehlungen für Diagnostik auch Prognosen anbieten zu können - unter anderen für Behandlungserfolge.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

  1. Lass dich ja nicht unterbuttern. Es wird immer Leute geben die nicht an dich glauben. Das sollte dich umso mehr anspornen.
  2. Hinfallen und Krone wieder richten. Es wird dir konstant ein Stein in den Weg gelegt. Lass den Kopf nicht hängen und richte dich wieder auf. Fokussiere dich auf deine Vision und lass dich von negativen Erlebnissen nicht irritieren.
  3. Bitte um Hilfe. Gerade als Gründerin hat man oft nicht das passende Netzwerk oder kaum Freundinnen im Freundeskreis die ebenfalls gründen. Lass dir Intros geben, hilf anderen, dann wird dir auch geholfen und leiste dir einen Coach - #1 Tipp!

Hier geht's zu LEILA

Das Interview führte Hans Luthardt

8pitch und Lampix: Start-up finanziert Start-up

Das Fintech-Start-up 8pitch führt für das KI-Start-up Lampix die erste digitale Wertpapier-Emission durch.

Im Rahmen des Finanzierungsprojekts haben Anleger*innen die Möglichkeit, digitale Wertpapiere – sogenannte Token – am KI-Startup Lampix zu erwerben. Das Emissionsvolumen liegt bei 990.000 Euro. Die digitalen Wandelschuldverschreibungen haben eine Verzinsung von 6 % p.a.; nach Ablauf von zwei Jahren werden die erworbenen Wertpapiere in Vorzugsaktien von Lampix gewandelt. Dadurch partizipieren die Anleger*innen auch vom Wachstum des Unternehmens. Die Mindestanlagesumme beträgt 1.000 Euro.

Lampix entwickelt durch den Einsatz von KI “aufmerksamen Kellner”

Mit dem gleichnamigen Produkt hat Lampix eine Art Lampe entwickelt, die in Restaurants oberhalb der Tische montiert werden kann. Der Clou dabei: Anstatt Licht zu spenden, projiziert Lampix eine digitale Oberfläche – wie beispielsweise eine Speisekarte – auf den Tisch, über die Restaurantgäste kontaktlos bestellen können. Moritz Singer, Projektmanager von 8pitch, freut sich, die Finanzierung des innovativen Produkts mit der digitalen Wertpapier-Emission vorantreiben zu können: „Lampix ist nicht einfach das nächste Bestellsystem, sondern das Unternehmen hat auf KI-Basis einen aufmerksamen Kellner entwickel. Das ist für viele Restaurantbesitzer ein spannender Business Case - gerade weil die Suche nach qualifiziertem Servicepersonal immer schwieriger wird.”

Dank der KI-basierten Bilderkennungssoftware ist es der „Lampix-Lampe” beispielsweise möglich, leere Gläser zu erkennen – und den Gästen unmittelbar eine Nachbestellung anzubieten. Lampix-Managing-Director Julian Meier, ist überzeugt, den Besucherinnen und Besuchern von Restaurants insgesamt deutlich mehr Komfort bieten zu können: „Gerade in Folge langer Wartezeiten beim Service können viele Gäste das Essen außer Haus nicht in der Form genießen, die sie sich eigentlich erhoffen. Lampix schafft hier Abhilfe.“ Das über 8pitch eingesammelte Kapital will Lampix für die weitere Skalierung der Hard- und Softwarelösung für die Gastronomie nutzen.

8pitch-Blockchain: extrem schnell und nachhaltig

8pitch vergibt digitale Wertpapiere über die eigenentwickelte erste Finanz-Blockchain in Europa. „Dank unserer Unabhängigkeit von bereits bestehenden Blockchains sind wir nicht nur deutlich flexibler, was die Gestaltung der jeweiligen Emissionen angeht“, erklärt Moritz Singer. „Unsere Blockchain verbraucht darüber hinaus vergleichsweise wenige Ressourcen und trägt so einen wichtigen Teil zu einem nachhaltigeren digitalen Finanzmarkt bei.“ Darüber hinaus ist die 8pitch-Blockchain enorm schnell: Mit zehntausend Transaktionen pro Sekunde schlägt die Technologie sogar die Geschwindigkeit einer Paypal-Überweisung.

Die Emissionen werden von 8pitch dabei vollumfänglich durchgeführt, das heißt, neben der Konzeption der Finanzierungsprojekte und deren Durchführung stellt das Fintech auch das Haftungsdach über sein von der BaFin lizenziertes Schwesterunternehmen CONCEDUS GmbH bereit. Die Software der Online-Plattform stammt ebenfalls von einem Schwesterunternehmen: Dieses stellt seine Lösung als White-Label auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung.

IdeaLab! WHU Founders’ Conference

Die WHU Founders’ Conference am 1. und 2. Oktober 2021 ist die Plattform für den Austausch von Ideen und Visionen zwischen internationalen Studierenden, Start-ups, Gründer*innen, Unternehmer*innen und VCs.

Mit über 500 internationalen Teilnehmer*innen bietet IdeaLab! 21 eine einzigartige Plattform für den Austausch von Ideen und Visionen zwischen internationalen Studierenden, Start-ups, Gründer*innen, Unternehmer*innen und VCs. Damit zählt die Konferenz zu den führenden Start-up-Konferenzen Europas, die allein von Studierenden organisiert wird.

Die eigenständig von WHU-Studierenden (WHU – Otto Beisheim School of Management) organisierte Konferenz umfasst Vorträge, Podiumsdiskussionen und spannende Workshops sowie Speed-Dating-Sessions, um das Netzwerk aller Beteiligten zu erweitern.

Die WHU Founders’ Conference bringt auf dieser Weise Studierende sowie Gründer*innen mit Investor*innen und internationalen Unternehmen wie Rocket Internet, Microsoft oder Mckinsey zusammen. Zu den diesjährigen Redner*innen gehören unter anderen Kagan Sümer (Gorillas), Alexander Weber (N26), Saygin Yalcin (SellAnyCar) oder Soheil Mirpour (Rocket Internet).

Das komplette Programm und die Infos zu den Speaker*innen findest du hier

Start-up Mentoring: Starthilfe auf Augenhöhe

Anhand des invest2grow-Programms von und mit Unternehmer Gerold Wolfarth zeigen wir exemplarisch, wie Gründer*innen von Mentoring profitieren können.

Statistisch gesehen überstehen 70 Prozent aller Start-ups das erste Firmenjahr nicht. Von den 23 Prozent, die es schaffen, scheitern wiederum 70 Prozent in den ersten fünf Jahren. Das sind erschreckende Zahlen. Gerade wenn man bedenkt, wie sehr Markt und Wirtschaft auf Innovationen und zukunftsträchtige Unternehmen angewiesen sind. Doch woran liegt das? Und wie kann Abhilfe geschaffen werden?

Die am häufigsten genannten Problemfelder bei jungen Unternehmen sind Vertrieb, Marketing und Kapital. Die Idee zur Firmengründung kann noch so gut sein – wenn es in den anderen Bereichen an der notwendigen Expertise mangelt, ist das Scheitern fast schon vorprogrammiert. Und genau deshalb lohnt sich für viele Start-ups der Blick über das eigene Unternehmen hinaus. Denn häufig kann Hilfe von Extern den Mangel an Erfahrung ausgleichen und damit über mögliche Stolpersteine in der Gründungsphase hinweghelfen.

Zum Beispiel in Form eines Mentoring-Programms, welches in den ersten Gründungsmonaten oder Jahren unterstützt. Ein solches Mentoring-Programm ist invest2grow von und mit Unternehmer Gerold Wolfarth. „Als ich mein eigenes Unternehmen vor über 20 Jahren gegründet habe, konnte ich niemanden um Rat fragen. Ich hatte weder Unterstützung im Finanziellen noch im Fachlichen. Damals ist in mir der Wunsch entstanden, es selbst einmal anders zu machen und jungen Unternehmer*innen zu helfen“, so Gerold Wolfarth. Aus diesem Wunsch heraus ist sein Mentoring-Programm entstanden, das sowohl das Unternehmen als auch die Unternehmerpersönlichkeit im Blick hat. Das Themenspektrum ist umfassend: Wie findest du die richtigen Mitarbeiter*innen? Wie kannst du deine Zahlen und die Finanzplanung in den Griff bekommen? Wie begeisterst du andere für dein Produkt? Wie wächst du an deinen Aufgaben? Wie baust du dir ein Netzwerk auf? Und wie entwickelst du dich als Persönlichkeit weiter? Über einen Zeitraum von 12 Monaten hinweg arbeitet ein Mentoren-Team an den spezifischen Themen der Teilnehmer*innen.

360-Grad-Blick auf die Start-ups

Das Mentoren-Team von invest2grow kommt aus unterschiedlichen Bereichen und erreicht so einen 360-Grad-Blick auf die Start-ups. Gerold Wolfarth hat sein eigenes Unternehmen in den Bereichen Objektausbau und Facility Management vom kleinen One-Man-Start-up zum Weltmarktführer aufgebaut. Heute ist er für die bekanntesten Retail-Marken der Welt tätig und investiert regelmäßig in Start-ups. Dabei sind ihm die Themen Nachhaltigkeit und Innovation ein besonderes Anliegen. Robert Hornsteiner ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der factorP leadership development GmbH & Co.KG. Als Mentor für Unternehmer*innen hat er sich darauf spezialisiert, Führungspersönlichkeiten zu entwickeln und echtes Leadership zu fördern. Burkhard Schneider vervollständigt das Team. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der beewell Business Events GmbH, die das Thema Energieeffizienz verfolgt – also Umweltschutz und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbindet. Er hat bereits mehr als 500 Unternehmensgründer*innen und Start-ups begleitet.

Wie sieht so ein Mentoring-Programm aus?

Bei invest2grow finden alle zwei Wochen Gruppenmeetings statt, in denen unterschiedliche Themenbereiche besprochen werden. Ständige 1-zu-1-Mentoring-Calls mit den Coaches sind zusätzlich möglich, die Teilnehmer*innen erhalten Arbeitsunterlagen und haben Zugriff auf Video-Tutorials zu den unterschiedlichsten Themen. Das Wichtigste: Es geht nicht nur um graue Theorie. Alle Teilnehmenden erhalten Pitch-Möglichkeiten vor möglichen Investoren, etwa bei der Eventreihe THE GROW. Und es besteht die Chance auf ein Invest in Millionenhöhe. Durch die Zusammenarbeit von invest2grow mit dem Kooperationspartner SalsUp entstand die Ökovation Ventures Beteiligungsgesellschaft. Diese unterstützt junge Unternehmen mit Pre-Seed Investments von bis zu 750.000 Euro.

Gründer*in der Woche: twelve x twelve – der NFT-Marktplatz für Musik und mehr

Ein NFT (Non-Fungible Token) ist ein fälschungssicheres Zertifikat, das auf einer Blockchain hinterlegt wird. Das Berliner Start-up twelve x twelve der Gründer Jan Denecke, Michael Eisele, Philipp Köhn und Brendan Shelper nutzt NFTs, um sie als neue Vertriebsart in der Musikbranche zu etablieren. Mehr dazu im Interview mit Jan Denecke, CEO von twelve x twelve.

Was genau ist ein NFT?

NFTs, d.h. Non-Fungible-Token, sind einzigartige kryptografische Token. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein digitales Echtheits- bzw. Eigentumszertifikat, das mit einer beliebigen Datei (Bild, Musik, Video usw.) verknüpft und auf einer Blockchain gespeichert ist. NFTs sind daher einzigartig und können, einmal im Umlauf nicht mehr repliziert oder zerstört werden. Dem Eigentumszertifikat liegt immer das jeweilige Recht zu Grunde, mit dem es verknüpft ist und dessen Inhalt auf einer Datenbank abgelegt ist. Nur der Token Inhaber kann hierauf zugreifen und damit entsprechend dem Vertrag verfahren. Die Rechte in dem Vertrag können unterschiedlich ausgestaltet sein. Man kann insoweit von einfachen nicht exklusiven privaten Nutzungsrechten eines Werkes bis hin zu ausschließlichen exklusiven kommerziellen Verwertungsrechten alles übertragen und diese Übertragung im NFT verankern.

Was bietet ihr mit twelve x twelve und welchen Mehrwert bieten dabei die NFTs euren User*innen und Künstler*innen?

twelve x twelve bietet drei Kernservices für Ihre Kunden an: NFT-Kreation, NFT-Distribution und NFT-Promotion & Marketing. Durch unsere angeschlossene Creative Community können Kunden, wie Artists, Labels und Produzenten zusammen mit anderen Künstlern und Kreativen aus dem visuellen Bereich alte Inhalte aufwerten oder neue Werke erschaffen und erfolgreich über unseren Marktplatz vertreiben. Das ist derzeit einzigartig. Bei den herkömmlichen Marktplätzen werden die Kunden damit allein gelassen.

Darüber hinaus profitieren Artist davon, dass der größte Teil der Einnahme an sie direkt geht und sie dadurch sehr viel höhere Margen erzielen als über den herkömmlichen Vertrieb über Downloads oder Streaming Services.

Den Usern unserer Plattform bieten wir qualitativ hochwertige und rechtssichere Inhalte, einen einfachen Kaufprozess und die Möglichkeit, einzigartige Werke Ihrer Künstler zu erwerben – und nicht nur zu streamen. So können Fans ihre Künstler direkt unterstützen und genießen und haben die Sicherheit und Transparenz, dass die Zahlungen auch bei den Künstlern ankommen.

Muss ich dann konsequenterweise auch in Kryptowährung zahlen?

Nein. Bei uns auf der Plattform kann man NFTs mit Kreditkarte bezahlen, was gerade für Musikfans, die im Kryptobereich noch nicht so bewandert sind oder noch kein eigenes Walltet haben den Kauf um einiges leichter macht. Darüber hinaus können diese Einnahmen anschließend auch direkt an die Stakeholder, die an der Kreation beteiligt werden sollen in Fiatwährung verteilt werden. Dies ist wichtig, da viele potenzielle Kunden mit der Abrechnung in Kryptowährungen noch überfordert sind. Wenn man hier keine Lösung hat, kann das die Kundenakquise stark erschweren.

Welche Künstler*innen habt ihr bereits an Bord?

Mit dem Launch im August starten wir mit Acts und Labels wie Till Lindemann/NFT Frame Art Work, SOLEE, GENETIKK, Prime Circle, digdis!, AFM Records und vielen mehr. Wir können uns auf ein tolles Jahr mit spanenden Releases freuen. Da wir aber auch musikartverwandte Kunst über den Marktplatz anbieten, werden wir in den nächsten Wochen noch mit einigen Überraschungen um die Ecke kommen, über die wir jetzt noch nicht reden dürfen.

Wie kommt euer noch sehr junger NFT-Musik-Marktplatz bei den Musikfans an?

Wir haben natürlich gerade erst gestartet aber die Resonanz ist großartig. Dennoch müssen wir noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten, insbesondere die Vorteile und Bedeutung von NFTs als neues Vertriebsmedium für die Industrie muss erläutert werden. Für jemanden, der sich noch nicht mit Blockchain & Co. auseinandergesetzt hat, ist es schwierig auf Anhieb die Vorteile zu sehen, da die Technik dahinter und deren Möglichkeiten verstanden werden sollte. Gut ist, dass wir da nicht allein sind, sondern gerade vieles im NFT-Bereich passiert und neue Plattformen entstehen. Das hilft die Botschaft unter Leute zu bringen.

Back to the roots: Wie seid ihr auf die Idee zu twelve x twelve gekommen?

Wir beobachten den Markt schon lange und es lag auf der Hand für den Musikbereich eine digitale Plattform zu schaffen, über die Musik und deren artverwandte Kunst als NFT vertrieben werden kann, gerade auch für den europäischen Markt. Michael Eisele als erfolgreicher Musikproduzent, Philipp Köhn als erfahrener Product Manager, Brendan Shelper als digitaler Event Experte und ich als ehemaliger Urheberrechtsanwalt sind als Blockchain-Enthusiasten eine gute Mischung dafür. Jeder hat mit dem Teil seiner eigenen langjährigen Erfahrung in dem jeweiligen Bereich das Produkt mitgestaltet und weiterentwickelt. twelve x twelve steht für das Format der alten Vinyl Alben. Diesen erfolgreichen Use Case der Musikgeschichte haben wir uns zum Vorbild gemacht, darauf aufgebaut und diesen digital transformiert. Wir wollten Musik und digitale Inhalte wieder besitzbar machen und nicht nur konsumierbar.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zum Go Live eurer Plattform?

Der wohl wichtigste Schritt war festzustellen, ob es einen Marketfit für unseren speziellen  Use-Case gab. Das festzustellen war wichtig, da wir uns in einem noch sehr neuen Bereich befinden, der ganz am Anfang steht. Das haben wir dann mit dem ersten Album Release als NFT mit dem Scooter Album „God Save the Rave“ für uns bewiesen. Diesen haben wir im April über Opensea gedropt und uns auf Basis dieser Erfahrungen erst dann dazu entschieden unseren eigenen Marktplatz zu eröffnen. Auch die Entscheidung, die für uns richtige Blockchain zu verwenden, nämlich Polygon, um von Anfang an Transaktionskosten und den Carbon-Foodprint niedrig zu halten, war ein wichtiger Schritt. Schließlich musste auch das richtige Team zusammengestellt werden, das in der Lage sein sollte, das Thema richtig umzusetzen. Aber das wohl wichtigste war, alles zusammen so schnell wie möglich aufzugleisen. Hierfür war unser bereits bestehendes Netzwerk in die unterschiedlichen Industrien von Vorteil. Wir haben von der Gründung bis zur Eröffnung sechs Monate gebraucht. Uns war wichtig, dass wir die Ersten am Markt sind.

Mit dem NFT-Marktplatz setzt ihr den ersten Grundstein für das sog. twelve-x-twelve-Metaverse. Was genau ist hier noch alles zu erwarten?

Ja. Der Marktplatz ist der erste Baustein des twelve x twelve Metaverse. Über unsere Landingpage www.twlvxtwlv.com oder App kann man zukünftig mit seinem digitalen Avatar in einen digitalen Club und Konzerthalle eintreten, in dem die Künstler via Greenscreen Technologie live auftreten können, ferner wird es eine NFT-Galerie, ein Record Store, eine Hall of Fame und vieles mehr geben. Alle Produkte, von Merchandise, „digital wearables“, Musik und deren artverwandet Kunst kann dann über den angeschlossenen Marktplatz erworben, getauscht und verkauft werden. Die Gäste können sich während den Veranstaltungen live miteinander austauschen. Das Metaverse wird der Playground für die Community, um die NFTs direkt anzuwenden und in der der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Wir werden es kontinuierlich ausbauen und mit anderen Partnern und deren Metaverses verbinden. Natürlich wird es zukünftig auch einen twelve-x-twleve-Token geben, der es erlaubt, alle Features des Metaverses voll zu nutzen. Wir sind schon sehr weit und hoffen eine Betaversion bis Ende September launchen zu können. Darauf freuen wir uns sehr, weil wir so die Künstler noch mehr bei ihrer digitalen Transformation unterstützen können. Außerdem bietet dieser Raum und eine perfekte Grundlage, um Brands mit einzubinden.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Genau hinzuhören, wenn Kritik geäußert wird an der Idee, Umsetzung oder sonstigen wesentlichen Punkten des Ventures. Menschen haben unterschiedliche Qualitäten und Gründer sind meistens auch Visionäre. Das heißt aber auch, dass sie gerade, wenn es um sehr innovative Räume geht, in denen sie sich bewegen, Gefahr laufen, wesentliche Punkte zu übersehen, die auch zum Erfolg beitragen. Hierfür muss man Kritik ernst und sich die Zeit nehmen, um sich damit ernsthaft und gewissenhaft auseinanderzusetzten. Meistens steckt immer ein bisschen Wahrheit darin, die einem hilft, sein Projekt erfolgreicher aufzubauen.

 Hier geht's zu twelve x twelve

 Das Interview führte Hans Luthardt

Exklusiv für StartingUp-Leser*innen: Stipendium für Fundraising Masterclass

In Kooperation mit dem Early-Stage-Venture-Capital-Geber HOWZAT ennea Group vergeben wir – exklusiv an euch StartingUp-Leser*innen – einen der begehrten Plätze für die hochkarätige Fundraising Masterclass 2021.

Bis vor wenigen Jahren wurde Fundraising vornehmlich von Non-Profit-Organisationen durchgeführt, um die satzungsbedingten Vorhaben mittels Spenden etc. zu realisieren. Darüber hinaus wird Fundraising zunehmend als eine wichtige Möglichkeit der Start-up-Finanzierung bzw. zweckgebundenen Projektfinanzierung interessant.

In beiden Fällen gilt: Die Kunst des Fundraisings besteht in erheblichem Maße im Aufbau und der Pflege von Beziehungen zwischen dem zu fördernden Unternehmen und seinen Förderern bzw. Investoren. Hierbei ist die Unterstützung durch erfahrende Expert*innen ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.

Top-Investoren mit Gründer*innen-Gen

Die HOWZAT ennea Group ist ein Early-Stage-Venture-Capital-Geber für Start-ups. Der Risikokapitalgeber ist 2020 aus einem Zusammenschluss der Gesellschaften HOWZAT Partners und ennea capital partners entstanden. HOWZAT ennea versteht sich nicht nur als klassischer Investor, sondern auch als Wegbereiter für Gründer*innen und Start-ups bei der erfolgreichen Geschäftsentwicklung und Skalierung.

In diesem Kontext bietet HOWZAT ennea als Early-Stage Investor Start-ups finanzielle Unterstützung in der Frühphase, mit Fokus auf die Bereiche Reise, Mobilität, Shopping & Commerce, Education Tech und (Food)-Tech. Anton Werner, erfolgreicher Entrepreneur sowie CFO und Partner bei HOWZAT ennea: „Unsere Mission ist es, mit exzellenten Gründer*innen und Teams zusammenzuarbeiten, um herausragende Technologieunternehmen aufzubauen, zu skalieren und zu etablieren. Wir bieten jungen Unternehmen deshalb neben finanziellen Mitteln Betreuungs- und Beratungsleistungen in zahlreichen strategischen, operativen und administrativen Bereichen.“

Fundraising Masterclass 2021 – jetzt bewerben!

Nachdem HOWZAT ennea in fast 100 Unternehmen in der Frühphase investiert hat (z.B. Trivago, Academia), hat das Unternehmen jetzt seine erste Masterclass für Start-up-Finanzierung ins Leben gerufen, um die Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte mit der nächsten Generation von Unternehmer*innen in der Frühphase zu teilen.

Ab Oktober dieses Jahres bieten Anton Werner und die übrigen Expert*innen von HOWZAT ennea diese Fundraising Masterclass an. Hier werden die Teilnehmer*innen Informationen sowohl von Investment- als auch Gründerexperten erhalten und lernen, worauf während der Businessplanung und dem Fundraising zu achten ist. „Wir wollen Erstgründer*innen damit die Möglichkeit geben, Fehler, die wir selbst und viele Gründer*innen da draußen gemacht haben, zu vermeiden; also 95 Prozent jener Fehler, die während eines Fundraising-Prozesses auftreten können“, so Anton Werner.

In diesem Video erklärt euch Anton Werner, CFO und Partner bei HOWZAT ennea, kurz und bündig, warum es so wichtig ist, sich als Start-up frühzeitig „VC ready“ zu machen und welchen Mehrwert euch hierbei die Fundraising Masterclass liefert.