Gründer der Woche: Dalion Watersports - mehr Sicherheit für Kitesurfer und Co.

Gründer der Woche 12/20


44 likes

Allein beim Kitesurfen verletzen sich weltweit jährlich rund 80.000 Sportler, weil ihr Fuß bei einem Sturz am Brett fixiert bleibt. Diese sog. One-Footer-Verletzungen sollen in Zukunft Geschichte sein. Dafür wollen Gründer Markus Zaglmann und Thomas Lischke mit DALION, der ersten Sicherheitsbindung für Wassersportler, sorgen. Mehr dazu im Interview mit Erfinder und CEO, Thomas Lischke:

Die Dalion-Watersports-Gründer Markus Zaglmann und Thomas Lischke

Wann und wie bist du auf die Idee zu einer Sicherheitsbindung für Wassersportler gekommen?

Nach meiner eigenen Verletzung beim Kitesurfen, bei der ich mir den Unterschenkel gebrochen hatte, stieß ich erstmals auf ähnliche Verletzungen anderer Kiter. Beim MBA-Entrepreneurship-Studium an der TH Deggendorf wurde wenig später eine Geschäftsidee gesucht und Markus Zaglmann und ich begannen mit dem ersten Konzept.

Kaum zu glauben, dass es eine solche Erfindung noch nicht gegeben hat ...

In der Vergangenheit des Wassersports und vor allem im Kitesurfen konzentrierte man sich stets auf die Gesundheitsgefährdung von oben z.B. durch den Kite. Im Bereich der unteren Extremitäten erschien es vielen Herstellern zu kompliziert, obwohl bereits eine sportwissenschaftliche Studie vor 25 Jahren einen Auslösemechanismus forderte und aktuelle Studien diesem Bereich ca. 50 Prozent aller Verletzungen zuschreiben.

Was ist euer beruflicher Hintergrund?

Ich bin studierter Industriedesigner und verfüge bereits über Gründungserfahrung. Markus war als studierter Volkswirt und Pressesprecher jahrelang Public Affairs Manager.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Gründung bis zur fertigen Sicherheitsbindung?

Einerseits ist die Produktentwicklung zu nennen, weil die vielen Details und Entwicklungsstufen nicht zu unterschätzen sind. Hier gingen wir von Prototyp zu Prototyp und haben so unserer jetzige Lösung entwickelt. Andererseits hat uns die angestrebte Teilnahme an der ISPO Munich dazu gezwungen, Deadlines einzuhalten.

Wie habt ihr diese Phase finanziert? Mit Eigenkapital und/oder Fördermitteln?

Ein großes Stück finanzielle Sicherheit haben uns die Förderprogramme, wie EXIST und WIPANO gegeben. Zusätzlich haben wir bereits privates Kapital investiert.

DALION - die weltweite erste Sicherheitsbindung für Wassersportler


Nun zu eurer Sicherheitsbindung DALION – wie funktioniert sie?

Die Bewegung des Fußes, die normalerweise zur Verletzung führt, öffnet die Fußschlaufe und gibt damit den Fuß frei. Dies geschieht durch an den Seiten der Bindung angebrachte Hebel, welche den Auslösemechanismus betätigen. Somit löst die Bindung nur dann aus, wenn sie soll – wenn der Fuß in der Lasche verdreht wird.

Wie macht ihr auf euch aufmerksam? Auf der weltgrößten Sportmesse ISPO Munich 2020 habt ihr ja bereits für Aufsehen gesorgt.

Durch die Prämierung beim internationalen Wettbewerb „ISPO Brandnew“ erhielten wir zahlreiche Anfragen und Angebote. In der Surferszene möchten wir Produkttestings durchführen, um noch mehr Feedback zu erhalten. Im Jahr 2021 ist der Verkaufsstart geplant.

Was sind eure weiteren Vorhaben bzw. To do's bis zum Verkaufsstart?

Wir sind derzeit auf der Suche nach Partnern, um den Markteintritt erfolgreich zu bewerkstelligen. Neben der Weiterentwicklung des Produkts zur Serienreife ist sicherlich auch die langfristige Finanzierung ein wichtiges Thema.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Einfach machen! Das ist das wichtigste.

Hier geht's zu Dalion Watersports

Das Interview führte Hans Luthardt

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: