Gründer der Woche: CharliesNames - babyleicht zum Babynamen

Gründer der Woche 15/19


44 likes

Jelka Hauschild und Stephan Batteiger haben die Babynamen-App CharliesNames entwickelt und bereits in sechs Sprachen auf den Markt gebracht. Über die nicht immer leichte Suche nach dem passenden Vornamen und darüber, wie die App bei der Entscheidungsfindung helfen kann, sprechen wir mit Co-Gründerin Jelka:

Die CharliesNames-Gründer Jelka Hauschild und Stephan Batteiger mit ihren Kids

Welches sind hierzulande aktuell die top 5 der Vornamen für Mädchen und Jungs?

Von unserer App bekommen wir immer tagesaktuelle Daten darüber, welche Namen derzeit am beliebtesten sind: bei den Mädchen Mila, Emilia, Emma, Ella und Mia, bei den Jungs Elias, Leon, Liam, Henry und Noah.

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass man als Namensträgerin bzw. -träger Chantal, Mandy oder Kevin Nachteile befürchten muss? Wie siehst du das? Gibt es Vornamen, die "belastet" sind?

Es wurde tatsächlich herausgefunden, dass Schüler und Schülerinnen mit den genannten Namen schlechtere Noten erhalten, als z.B. ein Maximilian. Viele Menschen haben bei bestimmten Namen schnell ein Bild des Kindes im Kopf, z.B. aus welcher Gesellschaftsschicht es kommt. Ich glaube auch, dass man mit Namen wie Kevin oder Chantal dem Kind heutzutage keinen Gefallen mehr tut. Positiver belegt sind vor allem Namen, die sich jeglichen Trends verweigern und über viele Jahre hinweg gute Positionen in den Top-Namens-Listen einnehmen. Dazu gehört zum Beispiel Alexander.

Wie wichtig ist es demnach, sich intensiv mit dem Namen seines Kindes zu befassen?

Es ist schon eine sehr wichtige Entscheidung, die man in der Schwangerschaft zu treffen hat, denn das Kind trägt den Namen ein Leben lang. Da sollte man sich schon einige Fragen stellen, z.B. passt der Name auch zu einem Erwachsenen? Gehe ich mit dem Trend und die Gefahr ein, dass noch fünf weitere Kinder mit dem Namen in der Klasse sitzen? Ist mir die Bedeutung eines Namens wichtig? Aus Gesprächen mit anderen Eltern weiß ich, dass viele sich schwer tun, einen Namen zu finden und überhaupt zu wissen, wo man mit der Suche anfängt. Und man sollte sich ja auch mit seinem Partner einig sein – das ist oft das größte Problem.

Nun zu CharliesNames: Wann und wie seid ihr beiden auf die Idee zu eurer App gekommen?

Vor fast fünf Jahren erwarteten wir unseren ersten Sohn und waren auf der Suche nach einem Namen für ihn. Uns wurde relativ schnell klar, die Suche nach dem richtigen Namen unter Tausenden keine einfache wird und dass die bestehenden Apps und Namenslexika uns beiden nicht wirklich helfen konnten. Da Stephan Webentwickler ist, hatte er die Idee zu einer eigenen App, die alle unsere Bedürfnisse erfüllt und so entstand CharliesNames.

Es gibt ja diverse Vornamenslisten etc. im Internet – wie unterscheidet sich CharliesNames davon?

Listen überfliegt man schnell, Namen, die einem gefallen, gehen so leicht verloren. Und es ist einfach langweilig, eine Liste zu lesen, da gibt man schnell auf. Unsere App CharliesNames funktioniert wie Tinder: man wischt die Namen einzeln nach rechts oder links – je nachdem ob sie einem gefallen oder nicht. Zusammen mit dem Nachnamen sieht man gleich, ob die beiden Namen zusammen passen. Man kann Anfangs- und Endbuchstaben und die Länge des Namens wählen oder in welchem Land er beliebt ist. Von vielen Namen haben wir die Herkunft und Bedeutung recherchiert und eine KI im Hintergrund lernt dazu und zeigt passende Namen zuerst an. Und das beste: man kann sich mit der App des Partners verbinden und hat so ganz bald eine gemeinsame Liste an Lieblingsnamen.

Wie habt ihr die Startphase finanziert?

Wir haben alles privat finanziert. Da Stephan die App selbst programmiert hat, mussten wir hierfür niemanden einstellen. Das hat natürlich viel Geld gespart. Ich kümmere mich um Pressearbeit, Webseite, Blog, Social Media, Übersetzungen etc. Da wir in anderen Berufen unseren Lebensunterhalt verdienen und die App in unserer privaten Zeit stemmen, ist es finanziell möglich.

Wie verdient ihr an eurem Geschäftsmodell?

Die App ist kostenlos in den AppStores, aber man kann uns, wenn man zufrieden ist, unterstützen. Bei uns zahlt jeder so viel wie er will. Man kann selbst einen Betrag zwischen 0 und 14,99 Euro wählen. Wie man sich vorstellen kann, ist dieses Geschäftsmodell reine Utopie, darum wollen wir in naher Zukunft ein Geschäftsmodell finden, mit dem unsere User zufrieden sind und wir unsere Kosten decken können.

Wie macht ihr auf euch aufmerksam? Welche Kanäle nutzt ihr hierfür?

Wir nutzen natürlich die gängigen Social Media Kanäle, wie Twitter und Facebook. Wir haben einen Blog, der Interessierten Tipps und Hintergrundinfos gibt und viele empfehlen uns einfach an befreundete schwangere Paare weiter. Es ist schon immer toll, wenn man von völlig unbekannten Leuten hört, dass sie die App genutzt haben.

CharliesNames gibt es bereits in sechs Sprachen. Also eine Geschäftsidee, mit viel Potenzial zur weiteren Skalierung?

Ja, auf jeden Fall! Weitere drei Sprachen sind aktuell in Planung, unser Ziel ist es, den Babynamen-Markt zu revolutionieren und international die Nummer eins zu sein. Babys werden die Menschen immer bekommen, es ist nicht nur ein Trendthema, darum lohnt es sich, hier zu investieren.

Wo kommt eure App bislang am besten an?

Die meisten User kommen aus unserem Start- und Heimatmarkt Deutschland, gleich danach folgen die USA und Frankreich. In den Playstores haben wir sehr gute Bewertungen. Bei GooglePlay sind es im Moment 4,3 und bei iTunes 4,6 von 5 Sternen. Die User sind also sehr zufrieden. Schon mehr als 400.000 werdenden Eltern konnten wir bei der Namensuche helfen.

Was ist noch alles geplant rund um die App?

Neben mehr Sprachen, ist mein Wunsch, noch mehr Filter anzubieten, z.B. biblische oder nordische Namen, denn das ist einfach der Mehrwert, den eine App bieten kann. Außerdem wollen wir das Design überarbeiten. Mit unseren zwei Söhnen bleibt aber natürlich nur begrenzt Zeit für viele Pläne ...

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Was wir gelernt haben ist vor allem, dass man sich in der Startphase wirklich Zeit nehmen muss für sein Projekt, ein langer Atem ist wichtig. Schau erst einmal, dass dein Produkt wirklich gut ist, bevor du es vorschnell auf den Markt bringst. Das erfordert natürlich Geduld, aber viele geben zu schnell auf. Und man sollte eine Liebe zu seiner Idee spüren, daraus bekommt man die Kraft, dranzubleiben und weiterzumachen.

Hier geht's zu CharliesNames

Das Interview führte Hans Luthardt

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: