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Kooperationsmarketing für Start-ups

Autor: Klaus Wächter
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Richtig aufgezogen sind Kooperationen sehr effektive Marketing- und Vertriebstools, um schneller an neue Kunden zu kommen. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Kooperationsmarketing aufbauen.

Ein typischer Fall eines Start-ups: Das Team hat viel Zeit in eine gute Geschäftsidee gesteckt, und aus dieser Idee wurde ein richtig gutes Produkt entwickelt. Dazu bietet es eine gute Qualität und einen umfassenden Service. Das Gründerteam ist hoch motiviert. Nur: Keiner merkt es. Sie werben für sich und ihr Produkt, aber die Kunden bleiben aus.

Oder wie ich immer sage: Keiner hat auf euch gewartet! Dann kommt die quälende Frage: Hab ich mich mit meinem Produkt oder meiner Dienstleistung geirrt? Ist sie vielleicht doch nicht so toll wie ursprünglich geglaubt? Oder fehlt es an der schlagenden Argumentation? Meistens liegt das Problem eher woanders: Die Zielgruppen fühlen sich nicht angesprochen.

Seine Zielgruppe nicht zu kennen, ist für Start-ups der Gau – nicht mehr und nicht weniger. Aus diesem Grund ist bereits bei der Planung der Geschäftsidee die Frage zu klären: „Für wen machen wir das eigentlich?“, oder anders ausgedrückt: „Wer ist unsere Zielgruppe?“ Und antworten Sie mir jetzt bitte nicht: „Meine Zielgruppe? Das sind alle!“ Wenn das Ihre Denke ist, dann hören Sie ab hier auf zu lesen, stellen sich an den Berliner Hauptbahnhof und verkaufen Ihr Produkt dort.

Für alle anderen gilt: Neukundenakquise kostet nicht nur Zeit und Überwindung. Sie kostet Geld, viel Geld. Im härter werdenden Wettbewerb kommt es gerade für Start-ups jedoch immer mehr darauf an, günstig und schnell neue Kunden zu gewinnen. Warum also nicht auf eine strategische Zusammenarbeit mit anderen sogenannten Zielgruppenbesitzern setzen? Bevor die Kooperation konkret werden kann, dreht sich bei Ihnen alles um die Zielgruppe. Erst wenn diese bekannt ist, können Sie den betreffenden Zielgruppenbesitzer suchen und idealerweise auch als Kooperationspartner gewinnen.

I. Die richtige Zielgruppe definieren und finden

Analysieren Sie im ersten Schritt gruppenspezifische Merkmale: Bei der Zielgruppendefinition geht es darum, die Eigenschaften der Wunschkunden herauszuarbeiten. Dabei stellt sich die Frage, welche Wünsche, Probleme oder Bedürfnisse Ihre Kunden haben. Und immer daran denken: „Lösen Sie das Problem Ihrer Kunden – und diese werden Sie nie wieder verlassen!“ Wichtig: Probleme, Wünsche und Bedürfnisse können sich mit der Zeit ändern. Also muss sich auch die Lösung daran anpassen!

Erfassen Sie nun die erfolgversprechendste Zielgruppe: Konzentrieren Sie sich auf die erfolgversprechendste Kundengruppe. Es lohnt selten, schwächere Kaufgruppen stärker an sich zu binden. Setzen Sie stattdessen auf die Zielgruppe, die am stärksten von Ihrem Unternehmensangebot angesprochen wird und die auch in Zukunft die erfolgversprechendste sein wird. Beantworten Sie daher folgende Fragen: Welche Eigenschaften hat diese Zielgruppe? Welche Bedürfnisse und Ansprüche hat diese Zielgruppe? Welche Werbe- und Marketingstrategien werden von dieser Gruppe bevorzugt? Wie wurde diese Zielgruppe bisher erreicht und angesprochen?

Jetzt gilt es, das Problem der Zielgruppe zu beseitigen: Ihre stärkste Zielgruppe ist charakterisiert. Nun gilt es, mögliche Probleme dieser Haupt-Kunden zu lösen. Ein Beispiel: Für die Kundengruppe der kleinen Bürobedarfshändler ist der Einkauf ein Problem, da aufgrund der niedrigen Umsätze die Rabatte der Lieferanten niedrig sind. Ein Großhändler hat dieses Problem gelöst und ist nun wichtiger Bestandteil in der Lieferkette der Händler. Durch weitere Angebote wie die Unterstützung beim Marketing mit Katalog und Webshop sowie Schulungen werden die Bürobedarfshändler an den Großhändler eng gebunden.

Und nicht vergessen, die Zielgruppenanalyse zu aktualisieren, denn das User-Verhalten ändert sich rasend schnell. Daher sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob Ihre Zielgruppenanalyse auch noch aktuell ist. Setzen Sie das Vertriebsteam darauf an, Kundenstimmen einzufangen, die Sie dann mit eurer bestehenden Analyse abgleichen können.


II. Die „Besitzer“ der Zielgruppe herausfinden


Jetzt haben wir die Zielgruppe. Das Problem vieler Start-ups ist aber, die Zielgruppe zu erreichen. Denn Marketing und Vertrieb sind einfach teuer. Aus diesem Grund sollte sich jedes junge Unternehmen die Frage stellen: „Wer bedient meine Zielgruppe?“ Was meine ich damit? Ich spreche auch gern davon, wer „besitzt“ meine Zielgruppe. Wenn ich also ein Unternehmen finden sollte, das die gleiche Zielgruppe wie ich hat, wir aber nicht miteinander konkurrieren: Aus welchem Grund sollte man denn nicht zusammenarbeiten? Das spart Geld und Zeit. Nicht nur für den Marketing-Spezialisten und Buchautor Christian Görtz ist eine Marketingkooperation „die günstigste und schnellste Strategie, um neue Kunden zu gewinnen“.

Ein Beispiel dazu: Ein Start-up mit einem System für den lokalen Einzelhandel will den Vertrieb aufbauen. Ziel ist es, dem Einzelhandel eine Plattform (Local Commerce) gegen Amazon, Zalando & Co. zu geben. Zielgruppe ist damit der komplette Einzelhandel. Also schon ein größeres Projekt. Aber jeden Einzelhändler besuchen? Okay, Zielgruppe ist klar. Aber wer besitzt die Zielgruppe? Wer hat einen guten Kontakt zum lokalen Einzelhändler? Und wer hat etwas davon? Und vor allem: Für wen ist diese neue Plattform keine Konkurrenz? Nicht einfach, aber lösbar.

Und für welchen Zielgruppenbesitzer konnten alle Fragen positiv beantwortet werden? Für Tageszeitungsverlage. Diese haben seit Jahren einen guten Kontakt zum Einzelhandel vor Ort und müssen eine neue Lösung für ihre Kunden finden. Verlage leiden darunter, dass immer mehr Einzelhändler ihren Laden aufgrund der Konkurrenz aus dem Internet schließen müssen. Und siehe da: Die ersten Verlage sind nun regionale Kooperationspartner und haben eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Ziel der Kooperation ist es, das verfügbare Angebot des lokalen Einzelhandels im Verbreitungsgebiet der Zeitung online sichtbar zu machen.

Wichtige Kooperationsformen

  • Host-Beneficiary-Kooperation: Ein Architekt empfiehlt verschiedene Handwerker, wenn das Bauobjekt erstellt oder renoviert werden muss.
  • Kostenlose Mehrwertangebote: Eine Bäckereikette bewirbt ein neues Brot und empfiehlt dazu Wurst vom Metzger aus dem Ort. Beim Kauf der Back­ware wird ein Gutschein des Metzgers verteilt.
  • Sponsoring: Der örtliche Buchhändler stellt verschiedenen Arztpraxen kostenlose Leseproben zur Auslage im Wartezimmer zur Verfügung. 
  • Kooperationswerbung (Cross-Advertising): Eine Krankenkasse empfiehlt den eigenen Kunden im Mitgliedermagazin einen bundesweiten Sportartikelhersteller, und die Krankenkasse kann sich mit Paketbeilagen den Kunden des Versenders vorstellen.
  • Cross-Promotion: Ein Fotograf, ein Friseur und eine Kosmetikerin veran­stalten ein Fotoshooting und empfehlen sich gegenseitig weiter.
  • Medienkooperationen: Ein Rentenexperte bietet sich als Experte von Artikelserien von Zeitungen oder Telefonaktionen von Radiosendern an.
  • Querverkauf (Cross-Selling): Beim Apotheker kann man Gesundheits­ratgeber eines Verlages erwerben.
  • Vertriebskooperationen: Eine Fluggesellschaft bietet den Kunden nach der Buchung direkt einen Mietwagen an.
  • Bündelung (Product Bundling): In einer Fitnesszeitschrift wird ein Einkaufsgutschein für einen Sportartikelversender beworben.
  • Markenallianzen (Co-Branding): Der Marktführer im Segment Eiscreme und der Marktführer im Segment Tafelschokolade verschmelzen für gemeinsame Produkte ihre Marken. 

III. Den idealen Kooperationspartner auswählen

Aber welche Kriterien gibt es bei der Auswahl des Zielgruppenbesitzers zu beachten? Das Entscheidende: Die Zielgruppen sollten sich überschneiden, und die Produkte oder Dienstleistungen einander ergänzen. Um den passenden Partner zu finden, müssen Sie sich also überlegen, wer die gleiche Zielgruppe bedient, ohne ein direkter Konkurrent zu sein.

Stellen Sie sich folgende Fragen: Was kauft Ihre Zielgruppe noch? Bei wem kauft Ihre Zielgruppe noch? Wo kauft sie ein? Versuchen Sie auch, die Kaufprozesse nachzuvollziehen: Was kauft Ihr Kunde vor, während und nach dem Kauf bei Ihnen ein? Hier sind auch die Lebenssituation und das Interesse der Kunden von Bedeutung. In jeder Phase des Kaufprozesses gibt es zahlreiche Chancen, auf interessante Kooperationspartner zu stoßen.

Vielleicht haben Sie ja schon einige mögliche Zielgruppenbesitzer im Auge, mit denen Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen könnten. Es gibt jedoch Unsicherheitsfaktoren, die bei jeder Zusammenarbeit zu beachten sind. Folgende Fragen helfen: Wie stellt sich das Unternehmen dar? Um welche Dimensionen geht es, wie groß ist der entsprechende Markt? Und nicht zu vernachlässigen: Sind Ihnen das Unternehmen und das Angebot sympathisch? Wie ist die Unternehmenskultur, wie das öffentliche Image des Unternehmens? Arbeitet das Unternehmen bereits erfolgreich mit anderen Partnern zusammen? Das spricht für einen professionellen Umgang mit Kooperationen. Brennt der neue Partner auf eine Zusammenarbeit, weil er ein großes Potenzial sieht?

Je nachdem, wie gut Sie den potenziellen Partner bereits kennen, minimieren sich diese Unsicherheitsfaktoren. Für einen raschen Kooperationserfolg sind bereits bekannte Partner eine gute Wahl. In jedem Fall empfehle ich Ihnen einen Probelauf für die künftige Zusammenarbeit, denn in diesem Rahmen werden mögliche Unstimmigkeiten deutlich und können geklärt werden. Falls das scheitert, können Sie die Kooperation ohne große Verluste beenden.

Folgende Ziele kann ein Start-up mit einer Kooperation erreichen: Neukundenakquise, Reduzierung der Marketingkosten sowie Aufwertung des Images durch den Besitzer der Zielgruppe. Zusätzlich wird durch diese Kooperation die Bindung der Kunden verstärkt. Damit habe ich als Start-up alle wichtigen Punkte der Vertriebsarbeit erreicht. Und je nach Partner kann ich von dessen Image profitieren.

IV. Die Kooperation aufbauen und starten

Kooperationen beginnen beim gegenseitigen Auslegen eines Prospektes und enden bei einer gemeinsamen Produktentwicklung. Die Bandbreite ist riesengroß, und Sie können selbst entscheiden, was Sie an Zeit, Geld und Initiative investieren möchten. Kooperationen können einmalig oder langfristig sein, kurz oder detailliert vertraglich festgehalten, als kostenloses Tauschgeschäft oder gegen Provisionen und Gewinnbeteiligungen realisiert werden. Aber das Thema Kooperationen sollte man geplant angehen. Aus diesem Grund empfehle ich folgende Vorgehensweise bzw. folgende vier Schritte.

Bevor Sie mit der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern starten, sollten Sie bzw. das Gründerteam im ersten Schritt festlegen, was Sie sich von der Kooperation wünschen. Das ist wichtig, denn das Vorgehen beim Aufbau einer Kooperation ist abhängig vom jeweiligen Ziel. Beispiele dafür:

  • Die Gewinnung von Kunden: Vertriebspartnerschaften werden für die gezielte Akquise eingesetzt und verstärken die Vertriebspower eines oder beider Kooperationspartner.
  • Die Entwicklung und Vermarktung eines Gemeinschaftsangebotes: Gemeinsame Angebote schaffen neue Produkte, die einen Mehrwert für die gemeinsame Zielgruppe bieten und deren Nutzen keiner der Partner allein bieten kann.
  • Die Steigerung der Bekanntheit eines Angebotes: Marketingkooperationen vergrößern die Reichweite eines oder beider Kooperationspartner, indem sie die Bekanntheit erhöhen. Dies kann sowohl für die Steigerung des Marktanteils genutzt werden als auch für die Eroberung neuer Zielgruppen. 

Mit einem klaren Fokus werden Sie schneller und leichter eine stabile Kooperation aufbauen. Also nur auf eines dieser Ziele konzentrieren!

Jetzt heißt es, den idealen Kooperationspartner finden und überzeugen – also raus jetzt! Machen Sie sich auf die Suche nach dem passenden Kooperationspartner. Jedes Unternehmen, das Kontakt zu Ihrer Zielgruppe hat, ist ein potenzieller Partner. Tipp: der perfekte Kooperationspartner genießt das uneingeschränkte Vertrauen seiner Kunden: sprich das Ihrer Zielgruppe. Je größer der Vertrauensvorschuss ist, desto größer ist der Erfolg der Kooperation. Fragen Sie sich also, wer das Vertrauen Ihrer Zielgruppe besitzt. Wer ist anerkannter Experte im Zielmarkt oder wer ist Meinungsführer?

Jetzt gilt es, den potenziellen Kooperationspartner zu überzeugen. Aber wie? Meistens bekomme ich dann zu hören: mit Provisionen. Klappt leider nicht immer. Weil Ihr Kooperationspartner mit seiner Empfehlung das Vertrauensverhältnis zu seinen Kunden aufs Spiel setzt. Da reicht der Faktor Provisionen, sprich Geld, nicht unbedingt. Um ihn zu überzeugen, müssen Sie also schon mehr bieten. Und wie können Sie ihn überzeugen? Die Lösung eines dringenden Problems ist die beste Gegenleistung für eine Kooperation. Überlegen Sie also, welches dringende Problem Ihres Wunschpartners Sie lösen können. Also bitte nachfragen und recherchieren. Sammeln Sie alle Probleme, die Ihnen auffallen. Analysieren Sie die Ursachen der Probleme. Häufig erkennt man dann, was man  tun kann, um dem Wunschpartner eine wertvolle Gegenleistung für dessen Empfehlung zu bieten. Ein Beispiel aus meinem eigenen Unternehmen gefällig? Ich berate Start-ups mit Problemen im Vertrieb. Also junge Unternehmen, die schon einige Wochen und Monate auf dem Markt sind und dann am Vertrieb zu scheitern drohen. Zielgruppe somit klar. Aber wer besitzt meine Zielgruppe? Antwort: die Gründerzentren. Von denen gibt es übrigens fast 500 in Deutschland, teilweise mit speziellen Ausprägungen. Zielgruppenbesitzer also erkannt. Aber welches Problem haben die Gründerzentren? Recherchen ergaben relativ schnell: die Auslastung, also die Vermietung ihrer Flächen.

Ziel muss es also für ein Gründerzentrum sein, dass sich möglichst viele potenzielle Gründer solch ein Zentrum ansehen. Somit war die Idee zur Kooperation sehr schnell da. Ich habe den Geschäftsführern der Gründerzentren angeboten, kostenlos einen Vortrag zum Thema Vertriebswahrheiten für Start-ups in ihren Räumen zu halten. Sie sollten im Gegenzug zum einen ihre Mieter einladen (Kundenbindung) sowie Werbung für den Vortrag schalten (Neukundenakquise). Und siehe da, die Gründerzentren haben den Vorschlag gerne angenommen und haben von der Kooperation, ebenso wie ich, profitiert.

Bevor Sie nun Ihren potenziellen  Kooperationspartner kontaktieren, sollten Sie Ihr Vorhaben kurz und überzeugend präsentieren können. Sagen Sie ihm, dass Sie ein Konzept für eine Kooperation haben, von der beide Seiten profitieren werden. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin, um das Konzept vorzustellen. Und keine Angst. Stellen Sie sich einfach vor, dass Ihnen jemand eine Kooperation anbieten würde. Sicher würden Sie nicht sofort ablehnen, sondern sich das Konzept zumindest anhören. Wenn Ihr Wunschpartner auf Ihren Vorschlag anspringt, sollten Sie konkret werden.

Verzichten Sie zu Beginn auf lange Kooperationsvereinbarungen, konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Umsetzung. Erfolgreiche Kooperationen schafft man nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis. Werden Sie aktiv und realisieren Sie das Startprojekt möglichst zeitnah. Erst dadurch zeigt sich, ob die gewünschte Wirkung der Kooperation tatsächlich eintritt und ob beide Partner sich aktiv einbringen. Darüber hinaus sorgt das erste gemeinsame Projekt immer für Klarheit: Entweder war es die letzte Zusammenarbeit oder der Beginn einer dauerhaften Kooperation.

Controlling und Optimierung

Und zum Schluss: Geben Sie Ihrem Kooperationspartner immer ein Feedback und prüfen Sie, ob die gemeinsamen Ziele erreicht werden. Unausgesprochene Erwartungen sind der Tod für jede Zusammenarbeit. Festigen Sie die Kooperation durch regelmäßiges Feedback, machen Sie die Ergebnisse messbar und überprüfen Sie diese regelmäßig. Der wichtigste Indikator dafür ist immer die Reaktion Ihrer Zielgruppe, also die Reaktion der Kunden. Sind sie von den Ergebnissen der Kooperation begeistert, haben Sie alles richtig gemacht. Fazit: Richtig aufgezogen sind Kooperationen sehr effektive Marketing- und Vertriebsmaßnahmen, um schneller an neue Kunden zu kommen. 

Zum Autor:

Klaus Wächter ist Partner der Think-Gruppe Wirges. Er findet Gründerteams und entwickelt neue Geschäftsmodelle. Er hat selbst mehrere Start-ups gegründet, ist u.a. als Mentor sowie als Business Angel in Rheinland-Pfalz und Hessen aktiv, www.think-gruppe.de

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Marktplatz-Strategien für Start-ups

Rund 43 Prozent der Deutschen kaufen jedes Jahr mindestens einmal via Amazon. Auch andere Marktplätze expandieren. Das eröffnet Gründer*innen lukrative Möglichkeiten. Wichtig dabei: die richtige Strategie.

Den meisten Online-Händler*innen ist es nicht bewusst, dass Amazons Algorithmus – ähnlich wie Googles Suchmaschine – Optimierungsmöglichkeiten im SEO-Bereich besitzt. Auf Online-Marktplätzen wie Amazon, eBay, Otto, Kaufland und Co. kannst du mit der richtigen Strategie deine Produktrankings sowie die Auffindbarkeit deiner Angebote auf der jeweiligen Plattform boosten. Dabei ist SEO für Google nicht gleich SEO für Amazon. Wir zeigen dir deine Möglichkeiten auf Amazon und Co. und wie du deine Marke und Produkte sichtbar gestaltest, um dadurch letztlich deinen Umsatz und deine Brand Awareness zu steigern. Dabei gilt es zunächst herauszufinden, auf welchem Marktplatz deine Zielgruppe unterwegs ist und wie du sie am besten erreichst.

Der passende Marktplatz für dein Produktsortiment

Deine Marktplatz-Strategie sollte auf deinem Produktangebot und deiner Zielgruppe aufbauen. Dabei ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Marktplätzen, deren Produktkategorien, Verkaufsstrategien und -konditionen sowie der Fokuszielgruppe zu beschäftigen. Häufig kann die eigene Erfahrung bereits ein gutes Bild vermitteln, welche Marktplätze einen geeigneten Ausgangspunkt darstellen können. Zusätzlich gibt es Recherchetools. Diese bieten dir eine Übersicht darüber, welche Produktkategorien in welchen Ländern von welchem Marktplatz aus erreicht werden können.

Um nun den richtigen Marktplatz auszuwählen, solltest du überprüfen, ob dein Produktsortiment zum jeweiligen Marketplace passt. Ist eine Produktkategorie enthalten, in die deine Produkte genau passen? Bieten andere Händler*innen ähnliche Produkte auf der Plattform an?

Einige essenzielle Fragen solltest du dir vor der Auswahl der neuen Verkaufskanäle beantworten, um die passenden Marketplaces identifizieren zu können:

  • Was ist dein Produktsortiment und wie hoch ist die Produktanzahl?
  • Bist du Händler*in oder Hersteller*in?
  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Welche technischen Strukturen und Möglichkeiten zur Anbindung hast du oder planst du zu nutzen?
  • Was sind deine Fulfillment-Lösungen oder welche Anforderungen hast du in dieser Hinsicht an einen Online-Marktplatz?
  • Was sind deine Lieferzeiten und Versandkosten?
  • Hast du bereits vollständige Produktdaten?
  • Wer ist deine Konkurrenz und wie ist die Wettbewerbslage?
  • Wie kannst du deine Produkte von Mitbewerber*innen abgrenzen?
  • Wie hoch ist dein zusätzlicher Arbeitsaufwand für Marktplätze, wenn du bereits einen Online-Shop betreibst?

Tipp: Suche auf den Marktplätzen nach ähnlichen Produkten, ohne dabei Markennamen zu verwenden. So bekommst du einen ersten Überblick, wie viele Suchergebnisse die Plattform in deinem Sortimentsbereich hat und welche Marken auf dem Marketplace vertreten sind.

Hast du all diese Fragen beantwortet, ist die erste große Hürde geschafft. Nun gilt es abzuwägen, welche Verkaufskonditionen sowie Händler*innenoptionen die richtigen für deinen Marktplatzauftritt sind. Die großen Marktplatzbetreiber wie Amazon oder eBay bieten mehrere Optionen für Verkäufer*innenkonten. Welche Variante für dich und dein Business die bessere ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Amazon beispielsweise bietet ein Basiskonto und ein professionelles Verkäuferkonto an. Ersteres ist für Händler*innen gedacht, die weniger als 40 Artikel im Monat verkaufen. In diesem Verkaufsmodell fällt pro verkauftem Artikel eine Verkaufsgebühr von 0,99 Euro zusätzlich zur prozentualen Provision an. Verkaufst du also beispielsweise 40 Artikel im Monat, fallen mindestens Gebühren in Höhe von 39,60 Euro an. Ergeben deine Verkaufszahlen über 40 Artikel pro Monat, ist eher das professionelle Konto für dich geeignet. Dort bezahlst du eine monatliche Grundgebühr von 39 Euro und ebenfalls eine prozentuale Verkaufsgebühr.

Möchtest du die Fulfillment-Angebote eines Marktplatzes nutzen, solltest du dir die Lagerungs- und Versandkonditionen genauer anschauen. Der Marketplace übernimmt für dich den Versand und Rückversand. Hierfür können aber unterschiedliche Gebühren wie etwa Lagergebühren anfallen, je nachdem, welche weiteren Konditionen der Marktplatz bietet und welche du hiervon nutzen willst. Möchtest du das Angebot nicht nutzen, musst du diesen Aufgabenbereich selbst übernehmen. Dabei ist es besonders wichtig, auf Versandkosten und Lieferzeiten zu achten. Zu hohe Versandkosten können Käufer*innen abschrecken, und die Einhaltung der angegebenen Lieferzeiten ist für viele Marktplatzbetreiber*innen eine wichtige Kennzahl, um die Leistung und Zuverlässigkeit der Händler*innen zu überprüfen. Welche Option für dich besser geeignet ist, hängt von deinen Verkaufsstrukturen ab. Bei hohen Verkaufszahlen und wenig Lagermöglichkeiten sind Fullfillment-Angebote eine gute Gelegenheit.

So optimierst du deinen Content für die Produktsuchmaschine

Die Optimierung deines Marktplatzauftritts ist etwas differenzierter als jene des eigenen Webshops. Als Start-up solltest du die Optimierungsmaßnahmen und die damit zusammenhängenden Möglichkeiten bereits frühzeitig kennen und dich mit den verschiedenen Stellschrauben vertraut machen, damit deine Produkte von Anfang an ihr optimales Potenzial entfalten können.

Bei Suchmaschinen, egal ob der Fokus auf Informations- oder Produktsuche liegt, verfolgst du immer das Ziel, möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu stehen. Die obersten Ergebnisse werden von Suchenden als erstes wahrgenommen und dann besonders häufig geklickt, wenn der erste Eindruck überzeugt. Deshalb ist ein gepflegter, informativer und zielgruppenorientierter Content sowohl für den Algorithmus als auch für die Interessent*innen besonders wichtig.

Im Folgenden erhältst du eine Übersicht über wichtige To-dos, wie du mit deinen Bildern, Textelementen und Daten­feldern potenzielle Kund*innen und den Marktplatz-Algorithmus gleichermaßen ansprichst:

  • Verwende authentische, aussagekräftige und detailreiche Produktbilder.
  • Der erste Eindruck zählt: Deine Produktbilder sind häufig der erste Berührungspunkt zwischen den Kund*innen und deinem Produkt. Zeige dein Produkt von allen Seiten und mit allen Anwendungsmöglichkeiten, zeige dessen USPs auf, verdeutliche die Größe, bilde den Lieferumfang ab, zeige Emotionen oder arbeite mit leicht verständlichen Symbolen und Icons, um zu überzeugen.
  • Platziere in den Produkttitel die wichtigsten Informationen. Der Titel soll deine Kund*innen zum Klick auf das Produkt überzeugen. Achte dabei auch auf die Mobile User und stecke die wichtigsten Infos und besonders relevante Keywords in die ersten 60 Zeichen deines Titels. So kannst du sicherstellen, dass die wichtigsten Informationen auch auf mobilen Endgeräten angezeigt werden.
  • Pflege deine Produktdaten für einen einfachen Produktvergleich und halte sie stets aktuell. Dies betrifft vor allem den Technikbereich wie Fernseher, Smartphones oder andere Geräte mit wichtigen Daten. Gepflegte Produktdaten zeigen alle wichtigen technischen Informationen auf einen Blick und vereinfachen den Entscheidungsprozess.
  • Eine Keywordrecherche ist die Grundlage für passenden Text-Content. So findest du heraus, welche Suchbegriffe für deine Produkte besonders wichtig sind. Dabei solltest du auch auf die Hilfe von Tools zurückgreifen.
  • Statte deine Produktbeschreibung mit einer ausführlichen Beschreibung und der Funktionsweise aus. Hier findet sich Platz für eine umfassende Aufführung der Alleinstellungsmerkmale deines Produkts, dessen Anwendung sowie einer bildlichen Beschreibung, als würde der/die Kund*in den Artikel im Regal betrachten. Je teurer dein Produkt ist, desto mehr Text sollte deine Produktbeschreibung haben.
  • Überzeuge die Kund*innen in den Bullet Points von deinem Produkt. Viele Marktplätze bieten nicht nur die Möglichkeit, ausführliche Produktbeschreibungen als Textelemente zu verwenden, sondern auch die wichtigsten USPs besonders präsent in einigen Stichpunkten festzuhalten. Gerade mit diesen Bullet Points kannst du die Kund*innen zur Konversion überzeugen. Die Botschaft deines Listings sollte besonders an dieser Stelle in Text und Bild Hand in Hand greifen.
  • Verwende zusätzliche Gestaltungsangebote des Marktplatzes. Für dich die perfekte Möglichkeit, dein Produkt, deine Marke und dein Unternehmen dem/der Kund*in näherzubringen, sind zusätzliche Gestaltungselemente, die einige Marketplaces anbieten. Amazon erlaubt beispielsweise die Nutzung von sog. A+ Content. Aus unterschiedlichen Modulen können so zusätzliche Content­elemente auf der Produktdetailseite eingefügt werden. Über den Amazon Brand Store kann zudem eine Art Shopseite aufgebaut und gepflegt werden. Ein ähnliches Tool bietet auch eBay. Durch diese markenspezifischen Inhalte kann ein besseres Branding auf dem Marktplatz umgesetzt, Kund*innenbindung aufgebaut und Cross- sowie Upselling genutzt werden.

Tipp: Eine hohe Platzierung in der Amazon-Produktsuchmaschine ist neben dem Content genauso abhängig von deinen Preis- und Versandkonditionen, deinen Händler*innen- und Produktbewertungen, einer niedrigen Retourenquote, einem guten Kund*innenservice und der Anzahl deiner Verkäufe.

Gute Bilder ersetzen das Anschauen im Laden

Dein Hauptbild entscheidet maßgeblich, wie oft dein Produkt angeklickt wird. In Kombination mit einem passenden Titel erhöht sich die Conversion umso mehr. Qualitativ hochwertige Produktbilder ersetzen das Anfassen und Betrachten im Ladenregal. Marktplätze geben häufig Regeln vor, wie Produktbilder gestaltet werden sollten. Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt darüber hinaus oft, wo die Möglichkeiten innerhalb des Regelrahmens in der jeweiligen Kategorie liegen. Achte außerdem darauf, welche Vorgaben der Marktplatz hinsichtlich Größen- und Auflösungsangaben gibt. Verwende scharfe und optisch ansprechende Bilder. Neben einem Hauptbild gibt es meist die Möglichkeit, weitere Produktbilder zu hinterlegen. Nutze dieses Angebot und präsentiere dein Produkt von verschiedenen Seiten sowie aus unterschiedlichen Blickwinkeln. So können sich Interessent*innen ein genaues und umfassendes Bild vom Artikel machen. Für die weiteren Produktbilder hast du viele Möglichkeiten, dein Produkt, deine Marke und dein Unternehmen in Szene zu setzen. Hierzu ein paar Inspirationen: das Produkt in Aktion zeigen; Emotionen übermitteln; Nutzungsmöglichkeiten oder Anwendungsbeispiele darstellen; den Lieferumfang präsentieren; Größenverhältnisse aufzeigen oder besondere Inhaltsstoffe sowie Eigenschaften hervorheben.

Bestücke deine Produktlistings mit den richtigen Keywords

Hast du in vollem Umfang deine Produktdaten für potenzielle Kund*innen optimiert, muss auch der Amazon-Suchalgorithmus durch deine Listings angesprochen werden. Dabei ist es wichtig, die richtigen Keywords zu verwenden, damit der Marktplatz dein Produkt für relevante Suchanfragen ausspielen kann. Um diese Keywords rauszufinden, können spezielle Tools für Marktplätze verwendet werden. Eine lohnende Option ist es immer, den Marktplatz selbst als Keyword-Recherchetool zu nutzen. Dabei suchst du auf dem Marktplatz im Browser ähnliche Artikel und notierst dir die Suchbegriffe, die passende Produkte ausspielen.

Häufig gibt es in der Suchmaske auch Autosuggest-Funktionen. Sind hier in den Vorschlägen Suchbegriffe, die gut zu deinem Produkt passen? Trage die Ergebnisse aus der manuellen Recherche oder aus der Toolnutzung in eine Keywordliste ein. Damit kannst du deinen Inhalt auf die wichtigen Suchbegriffe optimieren, damit der Algorithmus die Produkte besser finden kann.

Fazit

Um welche Plattform es sich auch handelt: Ein zusätzlicher Channel vergrößert deine Reichweite, Markenbekanntheit und mit großer Wahrscheinlichkeit auch deinen Umsatz. Dieser bedeutet auch mehr Stabilität und Sicherheit im Online-Geschäft. Um gefunden zu werden, bieten besonders die großen Marktplätze immer mehr Optimierungsmöglichkeiten, um auf den besten Verkaufsstellen der Plattform zu stehen und so eine große Anzahl an potenziellen Kund*innen zu erreichen.

Tipp zum Weiterlesen: Im Whitepaper „Marktplatz-Strategien: für Ihren Erfolg auf Online-Marktplätzen“ teilt der Autor seine Expertise über die Vorzüge von Marktplätzen, den perfekten Auftritt, die Listing-Erstellung & -Optimierung sowie geeignete Werbestrategien auf Marketplaces

Der Autor Sergej Semjonow ist Head of Marketplaces bei der eomazy GmbH. Die Agentur unterstützt Unternehmen in den Bereichen Market Research, Consulting, Content und Advertising für Online-Marktplätze,

 

Deswegen ist Content Marketing für Start-ups ein Muss

Content Marketing hat sich längst als eine der Hauptzutaten für einen erfolgreichen Online Marketing Mix etabliert. Stehst du mit deinem Start-up noch in den Kinderschuhen, ist dein Marketingbudget wahrscheinlich begrenzt und du überlegst dir genau, in welche Bereiche du investierst. Hier erfährst du, warum es sich lohnt, von Anfang an auf Content Marketing zu setzen. Ein erster Teaser: Es ist günstiger, als du vielleicht vermutest.

Was ist Content Marketing überhaupt?

Content Marketing ist im Grunde das Gegenteil von aufdringlicher Werbung. Es ist eine Art der Unternehmenskommunikation, die sich mithilfe von nützlichem Content über verschiedene (meist Online-)Kanäle explizit an eine Zielgruppe richtet. Mit einer gut durchdachten Content Marketing Strategie kann ein Unternehmen oder eine Marke Vertrauen zu potenziellen Kund*innen aufbauen, allgemein sichtbarer werden, Conversions erzielen und letztendlich einen Stamm glücklicher Markenbotschafter*innen aufbauen.

Gleichzeitig hat gut platzierter Content einen hohen Impact auf deine SEO, du schlägst also viele Fliegen mit einer Klappe. Dafür auf das Know-how einer SEO Agentur zu setzen, sollte langfristig in deiner Unternehmensplanung stehen. Doch auch kurzfristig ist Content Marketing ein optimaler Einstieg, um online Aufmerksamkeit für dein Unternehmen zu schaffen.

Das müssen erfolgreiche Inhalte im Content Marketing mitbringen

Im Content Marketing bewegst du dich hauptsächlich online. Deine Hauptaufgabe ist es dabei, hochwertige Webinhalte zu erstellen, die genau auf die Zielgruppe deines Unternehmens zugeschnitten sind und dieser einen Mehrwert bieten. Interessanter Content catcht User*innen, macht sie zu Follower*innen und schließlich zu Kund*innen. Deine Inhalte müssen sich als informativ, nützlich oder unterhaltend für deine Zielgruppe erweisen, sodass sie sich gern damit auseinandersetzt. Du hast es bestimmt schon bemerkt: Guter Content fließt in gute Werbung über. Du bietest deiner Zielgruppe einen Vorteil durch deinen Content – und schon will deine Zielgruppe mehr von dir. Übrigens: Im Vergleich ist Content Marketing bis zu 62 Prozent günstiger als Outbound-Marketing. Du sparst also bei den Ausgaben, generierst aber mehr Leads und hast schließlich auch mehr Einnahmen.

Dein Content kann verschiedene Themen und Formen haben. Du kannst aktuelle Trends aufnehmen und sie kreativ mit deinem Produkt in Verbindung setzen, Gebrauchsanleitungen für dein Produkt erstellen, auf User Generated Content setzen oder auch detailliertes Branchenwissen teilen. Ob du dabei auf Blogartikel, statische oder bewegte Social Media Postings, Infografiken oder auf Mailings setzt, bleibt dir und deiner Marketing-Strategie überlassen.

Wo wird dein Content am besten ausgespielt?

Das bringt uns zum letzten Punkt: Du musst deine Zielgruppe mit wertvollem Content genau dort erreichen, wo sie sich am liebsten aufhält. Werbung während eines Films, der zur Primetime im Fernsehen läuft? Nein danke, sagt Netflix. User*innen möchten sich nicht mehr durch ungewollte Werbung stören lassen, sondern sich online über Dienstleistungen, Produkte und mehr selbständig und bei Bedarf informieren. Und genau hier setzt du an: Finde heraus, wo sich deine Zielgruppe am liebsten aufhält. Das können soziale Medien wie Facebook, Instagram oder TikTok sein, aber auch YouTube oder informative Online-Blogs.

Content Marketing hat sehr geringe Einstiegsbarrieren und es braucht nicht viel Budget, um erste Inhalte zu platzieren. Wichtig ist, dass du eine klare Vorstellung von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung hast und weißt, welchen Mehrwert du deiner Zielgruppe damit bieten kannst. Dann heißt es nur noch, diesen Mehrwert anschaulich zu gestalten.

Die effektivsten Online-Marketing-Strategien zur Kund*innengewinnung

Praxiserprobte Online-Marketing-Strategien zur Kund*innengewinnung und Best Practises aus unterschiedlichen Branchen.

Unternehmer*innen und Dienstleister*innen, die online aktiv sind, haben die besten Chancen und vielfältige Möglichkeiten, potenzielle Kund*innen auf direktem Wege zu erreichen und auf sich aufmerksam zu machen. Das Internet hält eine Vielzahl von Möglichkeiten für Marketing bereit und hat sich in den vergangenen Jahren als wesentlich effektiver als herkömmliche Werbung wie beispielsweise Flyer und Plakate gezeigt. Wir zeigen, welche Online-Marketing-Strategien sich am besten beweisen können und welche Unternehmen bzw. Branchen wahre Vorbilder sein können.

Zielgruppenanalyse leicht gemacht

Falls du dich bereits mit dem Thema Marketing auseinandergesetzt hast, ist dir bekannt, dass die Zielgruppenanalyse neben der Marktanalyse zu den ersten und wichtigsten Schritten zählt. Es kann ein verheerender Fehler sein, sich nicht auf seine Zielgruppe(n) zu spezialisieren und stattdessen eine allgemeine Marketingstrategie zu entwickeln, da es am Ende mehr Zeit und Aufwand kosten wird, alle Erwartungen zu erfüllen und zeitgleich diejenigen zu erreichen, die sich wirklich für das Angebot interessieren könnten.

Dank sozialer Netzwerke, praktischer Analyseprogramme und Werbeschaltungen, die sich ausschließlich an potenzielle Kund*innen richten, ist es heute aber gar nicht mehr schwer – und deshalb zugleich auch unverzichtbar –, seine Zielgruppen zu definieren, ihr Verhalten zu analysieren und das eigene Marketing(-Konzept) auf diese abzustimmen.

Diese Branchen wissen, wie es funktioniert

Sehen wir uns einige Beispiele von Unternehmen und Branchen an, in denen das Online-Marketing Früchte trägt. Hier steht vor allem die Entertainment-Branche im Rampenlicht, unter denen zum Beispiel Echtgeld Casinos ein sehr erfolgreiches Konzept präsentieren. Potenzielle Kund*innen werden dort mit kostenlosen Boni und Startprämien umworben, die mit einem Echtgeld-Zuschuss dafür verwendet werden können, dass sich die Kund*innen sorglos und kostenfrei ein erstes Bild von der Plattform, dem Angebot und dem Service machen können. Anschließend bewirken eine breite Spielauswahl, ein mobiles Angebot und weitere Bonusaktionen ebenfalls Erfolg bei der Kund*innengewinnung.

Ähnliche Konzepte zeigen auch Streamingdienste, die neuen Kund*innen ein zeitlich befristetes Probeabo anbieten, um den Service zu testen, bevor sie sich für oder gegen ein zahlungspflichtiges Abo entscheiden. Auch dies hat sich bei Konzernen wie Netflix und Amazon Prime als sehr effektiv gezeigt und viele Nutzer*innen überzeugen können, das Abonnement fortzuführen.

Die Modebranche verfolgt ein etwas anderes Marketing-Konzept, das allerdings auch Gemeinsamkeiten aufweist. Sehen wir uns zum Beispiel die Modekette H&M an, hat diese für treue Kund*innen ein VIP-Programm entwickelt, über welches registrierte Nutzer*innen kostenlosen Versand, frühzeitigen Zugriff auf neue Kollektionen und Sales-Aktionen sowie einlösbare Punkte für Käufe erhalten.

Zusatzleistungen können entscheidend sein

Basierend auf den vorgestellten Branchen, kann man das Fazit ziehen, dass Kund*innen sich schneller willkommen und wertgeschätzt fühlen, wenn man ihnen schon vor einem ersten Kauf eine kostenlose Extraleistung bzw. Prämie anbietet. Da die Konkurrenz groß ist, ist es für Verbraucher*innen gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Die Möglichkeit, ein Angebot gratis zu testen, wird daher sehr gern gesehen.

Grundsätzlich überzeugst du Kund*innen damit, ihnen zu zeigen, dass sie für sein Unternehmen wichtig und von hohem Wert sind. So kann auch ein leicht erreichbarer und stets verfügbarer Kund*innenenservice sowie eine leicht navigierbare und transparente Website zu einem positiven Kund*innenverhalten beitragen. Letztendlich sind Unternehmen mit speziellen VIP-Clubs oder Treueprogrammen immer die beste Wahl, wenn sie ihren Kund*innen darüber hinaus weitere Extraleistungen wie kostenlosen Versand, exklusive Rabatte oder andere nutzwertige Dinge anbieten.

A/B-Testing

Diese zehn elementaren Fehler solltest du beim A/B-Testing unbedingt vermeiden.

Beim A/B-Testing kann viel schiefgehen, insbesondere man sich (noch) nicht so gut auskennt. Deshalb ist es sinnvoll, A/B-Testing erst einmal zu definieren: Unter einem A/B-Test – auch Split-Test genannt – verstehen wir eine Testmethode zur Bewertung zweier Varianten. Das klingt zunächst sehr nüchtern, kann aber über den Erfolg eines ganzen Unternehmens entscheiden.

Anders ausgedrückt: Wer mithilfe dieser Tests die optimalen Entscheidungen für seine Firma trifft, kann sich positiv von der Konkurrenz abheben, den Umsatz steigern, expandieren und mehr Menschen einstellen. Kein Stochern im Nebel und keine vagen Vermutungen mehr, keine „Ich-hör-nur-auf-mein-Bauchgefühl“-Phrasen. Stattdessen: Fakten und Logik bei der Entscheidungsfindung. Man könnte auch sagen: Eine Trial-&-Error-Philosophie auf demokratischer Basis, die alte Denkmuster, Hierarchien und Ansichten hinter sich lässt und das 21. Jahrhundert begrüßt. Gelingt es dir, die folgenden zehn elementaren Fehler bei A/B-Tests zu vermeiden, dann bist du auf jeden Fall auf einem guten Weg.

A/B-Testing-Fehler 1: Testing-Roadmap dem/der Vorgesetzten überlassen

A/B-Testing steht für die Demokratisierung von Entscheidungsprozessen: Objektive Testergebnisse zählen, nicht überkommene, subjektive Denkmuster. Dennoch kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass das Subjektivitätsprinzip über Umwege doch wieder ins Handeln einfließt. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn nur eine bestimmte Gruppe von Leuten Ideen in die Testing-Roadmap einbringen darf oder eine Einzelperson die Priorisierung übernimmt. Durch diese unbewussten Verzerrungen regiert dann doch wieder das Bauchgefühl. Anders ausgedrückt: Niemand darf ein Sonderrecht bekommen – auch die Projektleitung oder der „Oberboss“ nicht! Sammelt die Testideen gemeinsam, erstellt und diskutiert in Ruhe die Hypothesen und bewertet die Ergebnisse im Team.

A/B-Testing-Fehler 2: Überflüssige Daten testen

Gehe behutsam und sparsam mit deinen Tests um – du kannst nicht alles auf einmal ausprobieren. Teste nichts, was keine deutliche Auswirkung auf deine Hauptkennzahlen haben dürfte. Und: Verirre dich nicht in zu vielen vermeintlichen Best Practices. Menschen stehen auf die praktischen Use Cases sowie Zahlen, Daten und Fakten von Best-Practice-Cases, doch diese Best Practices verkürzen Sachverhalte häufig viel zu stark. Andere Websites und digitale Produkte lassen sich nicht direkt mit dem Angebot deiner Firma vergleichen. Versuche also nicht, deine Roadmap nur mit diesen vermeintlich am Markt bereits bestätigten Testansätzen zu füllen. Auch beim Testen von offensichtlichen User*innen-Experience-Optimierungen, beim Lösen von Logiklöchern oder Usabi­lity-Problemen kannst du dich verlaufen. Grundsätzlich gilt: Teste nur das, was wirklich unklar erscheint. Alles andere ist Zeitverschwendung.

A/B-Testing-Fehler 3: Kleine Erfolge ignorieren

A/B-Testen ist wie Goldschürfen: Nach der Entdeckung einer neuen Goldader findest du schnell relativ viel vom Edelmetall. Doch im Laufe der Zeit versiegt die Goldquelle mehr und mehr, dann gelten auch schon winzige Krümelchen als Erfolg. Bei A/B-Tests weiß man nie genau, ob und wann man auf eine Goldader trifft. Deshalb solltest du auch kleine Teilerfolge feiern und als erreichte Etappenziele (optimierte Version des Angebots) ansehen. Am besten behältst du dazu den Zinseszinseffekt im Hinterkopf: Bei einer Steigerungsrate von beispielsweise fünf Prozent pro Monat kommst du innerhalb von zwölf Monaten auf eine Gesamt­steigerungsrate von 80 Prozent. Nicht schlecht, oder? Freue dich deshalb auch über vermeintlich kleine Erfolge, denn Kleinvieh macht auch Mist. Das verbessert die Performance auf Dauer deutlich.

A/B-Testing-Fehler 4: Irrelevante Seiten testen

Bei der Auswahl der Tests solltest du stets den Conver­sion-Funnel im Auge behalten. Spielt eine Seite in dieser Customer Journey keine entscheidende Rolle, ergibt es auch keinen Sinn, sie zu überprüfen. So verschwendest du nur Zeit und Ressourcen, die du für sinnvollere Dinge mit einem direkten Einfluss auf deine KPI verwenden kannst. Konzentriere dich also auf Tests an entscheidenden Stellen und widme diesen entsprechend viel Aufmerksamkeit und Zeit. In Form von Testserien erreichst du dein Ziel am effektivsten.

A/B-Testing-Fehler 5: Falsch aufgestellte oder nicht vorhandene Hypothesen

Über Erfolg oder Misserfolg beim A/B-Testing entscheidet maßgeblich die von dir aufgestellte Hypothese. Im schlimmsten Fall erfolgen Tests ohne Hypothese, was in der Praxis leider immer noch viel zu häufig vorkommt. Das ist ungefähr so schlau wie private Altersvorsorge durch wöchentliche Kreuzchen beim Lotto. Laotse sagte einst: „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ Dasselbe gilt auch für A/B-Tests. Eine durchdacht aufgestellte Hypothese gleicht einer Landkarte, die den Weg zum Erfolg weisen kann. Sie muss folgende Elemente beinhalten: Beobachtung der Daten, Spekulationen über die Gründe, Aufstellung einer Theorie, wie man das Problem beheben kann, und Messwerte der Ergebnisse nach der Implementierung. Folgende Faustformel unterstützt dich bei der Formulierung deiner Hypothese: Indem ich diese Veränderung vornehme, wird (KPI A/B/ähnliche zentrale Messgröße)* (leicht/bemerkbar/erheblich)* verbessert, weil (hier deine Daten/Theorie einfügen). (*Unzutreffendes streichen.)

A/B-Testing-Fehler 6: Mit zu komplizierten Tests beginnen

Wer sich zum ersten Mal mit A/B-Tests beschäftigt, möchte sich möglichst schnell über erste Erfolgserlebnisse freuen. Das verleitet jedoch dazu, sich gleich an einigen wenigen, eher komplexen Aufgabenstellungen zu versuchen, die nach hinten losgehen können. Gerade zu Beginn einer Testingstrategie darf Quantität auch einmal vor Qualität stehen. Komplizierte Tests nehmen nicht nur sehr viele Ressourcen in Anspruch – sie bergen auch immer die Gefahr des Scheiterns. Das kann dazu führen, dass manche Unternehmen aufgrund von anfänglichen Fehlschlägen frustriert sind und sich schließlich komplett vom A/B-Testing abwenden. Dadurch schaden sie sich selbst. Setze deshalb lieber auf iteratives Testing, bei dem sich erst nach und nach Erfolge einstellen. Das bringt dir die Sicherheit und Gelassenheit, dich auch an größere Projekte heranzuwagen. In der Praxis verspricht das mittel- und langfristig mehr Erfolg als die ungestüme Strategie, gleich alles auf eine Karte zu setzen.

A/B-Testing-Fehler 7: Zu viel parallel auf einmal testen

A/B-Tests erfordern eine sinnvolle Einteilung der Nutzer*innengruppen, was zu parallelen Tests führen kann. Eine Gruppe checkt zum Beispiel die Startseite, eine andere zeitgleich den Check-out-Prozess. Das erscheint zunächst logisch, hat aber einen großen Nachteil: Der Check-out-Test wird extrem lange laufen müssen, um ein verwertbares Ergebnis zu liefern. Um sicherzustellen, dass sich die beiden Tests nicht bedingen, muss der Test mehrere Monate laufen. Deshalb empfiehlt es sich, sequenziell vorzugehen, also Test eins und Test zwei nacheinander durchzuführen. Alternativ kann man das Targeting bei Test zwei so einstellen, dass beide Varianten eine 50:50-Verteilung der Besucher*innen aus Test eins beinhalten. Dies lässt sich per Cookie-basiertem Targeting steuern, bei dem die Zugehörigkeit zu einer Variante im Cookie vermerkt und das Test-Targeting darauf ausgerichtet wird.

A/B-Testing-Fehler 8: Die falschen Ziele testen

Beim Aufstellen von Testhypothesen musst du immer im Hinterkopf behalten, dass diese ein messbares Ziel beinhalten sollen, das durch deinen Test beeinflusst wird. Dabei vermutest du eine Auswirkung deiner Variante auf dieses Ziel. In der Praxis ist es jedoch so, dass je weiter du in der Customer Journey von diesem Ziel und seiner Erreichung entfernt bist, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass dein Test keine oder kaum Auswirkungen auf das Ziel haben wird. Folglich musst du vielleicht sehr lange auf ein Ergebnis warten, falls sich deine Tests nur auf dieses Ziel oder diese Ziele konzentriert haben. Teile deine Tests deshalb lieber in Mikro-Conversions (Einzelziele entlang der Customer Journey) und Makro-Conversions (Hauptmetriken wie Bestellung oder Umsatz) auf. Indem du immer beide Metriken in den Tests verwendest, behältst du nicht nur das Hauptziel im Blick, sondern auch die Nebenziele.

A/B-Testing-Fehler 9: Schlechtes Timing

Auf das richtige Timing kommt’s an! Tests sollten nicht zu früh enden, aber auch nicht ewig laufen. Ersteres kann falsche Ergebnisse liefern, zu lange Warterei fällt in die Kategorie Zeitverschwendung. Vergiss nie die Sieben-Tage-Regel: Die Testdauer sollte immer durch sieben, besser noch 14 teilbar sein, damit du alle Wochentage gleich verteilt im Testzeitraum verwendet hast. Das schließt tagesbedingte Verzerrungen aus. Auch Unterbrechungen spielen eine Rolle, schließlich gleichen A/B-Tests Operationen am offenen Herzen der Webseite. Bei Tests im Livesystem können immer wieder Probleme auftauchen, die das Aussetzen von A/B-Tests erfordern. Und dann? Falls du unter idealen Laborbedingungen testen möchtest und die entsprechende Traffic-Menge hast, musst du den Test komplett neu starten, um Datenkonsistenz zu bewahren. In der Praxis wirst du jedoch eher mit einer gewissen Dateninkonsistenz leben müssen oder den Versuch unter Beachtung der Sieben-Tage-Regel länger laufen lassen. Für welche der Optionen du dich entscheidest, bleibt allein dir überlassen.

A/B-Testing-Fehler 10: Nur sporadische Tests

Viele Unternehmen betrachten A/B-Tests nur als punktuelle Maßnahmen, wenn beispielsweise Relaunches oder Starts von neuen Projekten vor der Tür stehen. Danach gerät das Testen schnell wieder in Vergessenheit, bis sich erneut etwas grundlegend ändern soll. Ein Fehler! Es ist zwar eine feine Sache, überhaupt User*innen-Feedback bei großen Veränderungen der Firma einzuholen, doch diese Sichtweise greift zu kurz. Eine sinnvolle Testing-Kultur ist nun mal kein Stop-&-Go-Verkehr, der abends oder nachts endet, sondern ein fortlaufender Optimierungszyklus ohne klares Enddatum. Betrachte es mal rein logisch: Wer schaltet schon freiwillig einen Kanal ab, wenn dieser nachweisbare Erfolge liefern kann? Der Weg zum Erfolg führt deshalb nur über viele Wiederholungen, Geduld und Ausdauer. Das Motto lautet: Testen, testen und noch mal testen.

Fazit

Das waren sie, die schlimmsten Fehler im A/B-Test-Betrieb, die du allesamt leicht vermeiden kannst. A/B-Tests macht man nicht mal so eben im Vorbeigehen, da auf dem Weg einige Fettnäpfchen lauern. Die häufigsten Probleme zu kennen, hilft dabei, diese schon einmal proaktiv im Team zu besprechen und für das Unternehmen Mechanismen zu schaffen, die das Auftreten verhindern sollen. Mögliche Fehler sollten dich auf keinen Fall davon abhalten, überhaupt zu testen. Denn viel schlimmer als den einen oder anderen Fehltritt bei seinen A/B-Tests zu machen, ist immer noch, überhaupt keine Tests durchzuführen. Lass dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen, die Reise lohnt sich! Eine gute Planung und Geduld sind bereits die halbe Miete für eine erfolgreiche Testing-Strategie.

Tipp: Unser Anbieter-Check: A/B-Tests

Wir haben 11 A/B-Test-Tools unter die Lupe genommen: Was sind die Stärken der jeweiligen Softwarelösung und mit welchen Extras unter­stützen sie dich bei der Optimierung deiner Website, App und Co.?

Zum Weiterlesen und -arbeiten

Mit dem Buch „Quick Guide A/B-Testing: Wie Sie Ihr Website- und E-Commerce-Testing erfolgreich auf- und umsetzen“ (ISBN: 978-3-658-34648-5, SpringerGabler 2021, 24,99 Euro) hat der Autor dieses Beitrags, Kameleoon-Geschäftsführer und Testing-Profi Michael Witzenleiter, das erste deutschsprachige Buch auf den Markt gebracht, das sich ausschließlich auf das Thema A/B-Testing konzentriert.

LinkedIn, Must have für Start-ups?

Während in der Corona-Pandemie viele Messen und andere Networking-Events ausgefallen sind, hat besonders LinkedIn als Social Media Netzwerk an Relevanz dazugewonnen. Wir sprechen mit Lisa Zöfgen, die sich als Marketing Beraterin besonders auch auf LinkedIn spezialisiert hat, wieso es sich lohnt, der Plattform aktuell besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Lisa, du sagst, LinkedIn ist dein Lieblings-Social Media Kanal. Von einer Social Media Expertin muss das ja schon etwas bedeuten. Warum?

LinkedIn ist meiner Meinung nach einfach ein (noch) stark unterschätzter Kanal. Ich habe schon seit wahrscheinlich acht Jahren ein Profil auf der Plattform, aber erst seit ca. zwei Jahren schöpfe ich sein volles Potenzial aus, in dem ich zum Beispiel Inhalte erstelle und die Reichweiten mitnehme, die es dort fast hinterhergeschmissen gibt – und das tut nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Nutzer*innen auf LinkedIn.

Was meinst du mit „hinterhergeschmissenen Reichweiten“?

Wenn ich zum Beispiel auf Instagram einen Beitrag poste, kann ich sehr froh sein, wenn ihn ein großer Anteil meiner Follower*innen sieht, außer mein Beitrag geht viral oder ich nutze aktuell das gepushte Format Instagram Reels – dann kann ich auch mal mehr Nutzer*innen erreichen als ich eigentlich Follower*innen habe.

Bei LinkedIn ist das Ganze etwas anders. Unter anderem, weil es noch vergleichbar wenige Personen gibt, die Beiträge veröffentlichen (auch wenn das einem in seiner eigenen Bubble manchmal nicht so vorkommt), ist es mit ein paar befolgten Regeln zur guten Posterstellung recht einfach, mindestens die doppelte oder dreifache Zahl an Personen zu erreichen, die einem eigentlich folgen. Wohlgemerkt gilt das für persönliche Profile, nicht für Unternehmensseiten.

Das klingt natürlich erstmal verlockend. Aber ist LinkedIn nicht ein Businessnetzwerk, das hauptsächlich für die Jobsuche und von nervigen Sales-Menschen genutzt wird? Was bringt mir die Reichweite dort überhaupt?

Am Ende muss jede Maßnahme natürlich zur eigenen Zielgruppe passen. Aber LinkedIn hat allein im DACH-Raum 17 Millionen Nutzer*innen – weltweit 800 Millionen. Da kann man ganz einfach zum Beispiel mal eine Berufsgruppe, die zur eigenen Zielgruppe gehört, sowie einen Ort in die LinkedIn Suche eingeben und kommt schnell darauf, dass es hier ein großes Potenzial gibt – und die Chance, besonders in Nischen, ist eben groß, dass diese Personen noch keinen guten Content zu deinem Thema ausgespielt bekommen. Weil es ihn noch nicht gibt!

Das ist der Punkt, an dem Reichweiten spannend werden. Denn habe ich diese Nutzer*innen erstmal ERREICHT und in meinem Netzwerk, sind sie ja wie ein Lead in einer E-Mail Liste ein wertvoller Kontakt, den ich nun mit wertvollen Inhalten weiter bespielen und so weiter ihr Vertrauen gewinnen kann.

Aber ist damit LinkedIn nicht eigentlich ausschließlich für Sales-Mitarbeiter*innen von B2B-Unternehmen interessant?

Ganz und gar nicht. Natürlich ist B2B die passendste Zielgruppe auf LinkedIn. Aktuell wird aber viel von H2H statt B2B und B2C gesprochen – das heißt Human-to-Human – und ich finde das sehr passend. LinkedIn Unternehmensseiten funktionieren (unter anderem) deshalb nicht so gut, weil die Menschen einfach lieber direkt mit anderen Menschen interagieren möchten als mit einer anonymen Unternnehmensseite.

Und es gibt meiner Meinung nach auch viele Argumente, LinkedIn aktiv zu nutzen, auch wenn man kein*e Sales-Mitarbeiter*in eines B2B-Unternehmens ist. Zum Beispiel kann ein*e Gründer*in sich dort positionieren, um mit möglichen Investor*innen in Kontakt zu kommen, ein*e Angestellte*r kann sich als Thought Leader positionieren, um seine Aufstiegs- oder Jobwechsel-Chancen zu erhöhen, einem*einer Selbstständige*n nutzt die Plattform dabei, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Sparringspartner*innen zu finden und ein ganzes Unternehmen kann Corporate Influencing auf LinkedIn zum Beispiel für das Thema Employer Branding nutzen. Und so könnte ich noch viele, viele andere Beispiele aufzählen …

Stichwort Corporate Influencing – erklär uns das Buzzword und wie Unternehmen es sich für sich nutzen können?

Corporate Influencing bedeutet ganz einfach, dass die Mitarbeiter*innen Botschafter*innen für das Unternehmen werden. Anders bei einem*einer Pressesprecher*in sprechen sie aber nicht FÜR ihren Arbeitgeber, sondern viel mehr ÜBER ihn. Das kann im Privaten mit Freunden und Familie sein oder eben öffentlich und etwas organisierter auf Social Media.

Winfried Ebner von der Telekom, die ein herausragendes Beispiel für Corporate Influencing ist, hat neulich in einem Interview gesagt: „Telekom Botschafter geben der Firma ein Gesicht. Mit Vielfalt und unserer eigenen Persönlichkeit. Mit Authentizität, die man nicht kaufen kann.“ Und gerade wegen dieser Authentizität und Individualität ist die Kommunikation durch Corporate Influencer in Zukunft meiner Meinung nach einer der Erfolgsfaktoren für gelungene Social Media Kommunikation von Unternehmen.

Hast du einen letzten LinkedIn Tipp, für alle, die jetzt einen größeren Fokus auf die Plattform setzen möchten?

Definitiv. Wenn sich der erste Post wie ein riesiger Berg anfühlt, bei dem du einfach nicht weißt, wo du anfangen sollst, starte erstmal in kleineren Schritten. Zum Beispiel mit inhaltsvollen Kommentaren. Noch ein großer Vorteil an LinkedIn: Auch deine Interaktionen und Kommentare werden deinem Netzwerk in ihrem Feed angezeigt. Das heißt, du kannst erstmal in Diskussionen unter bereits bestehenden Posts einsteigen, dich dort als Expert*in für dein Thema positionieren und auch dein Netzwerk erweitern. Du siehst, wenn du ein paar Tage aktiv warst, steigen deine Profilaufrufe und interessanten Kontakte von ganz allein.

10 Tipps und To Do's für höhere Umsätze im Jahr 2022

10 entscheidende Fragen für höhere Umsätze im Jahr 2022 und die Antworten.

Wer höhere Umsätze und bessere Erträge erwirtschaftet, sichert sowohl die Zukunft seiner Unternehmung als auch die seiner Mitarbeiter. Darum sollten sich Unternehmer immer wieder mit folgenden Fragestellungen intensiv auseinandersetzen:

1. Wie lassen sich höhere Verkaufspreise erzielen?

Wem es gelingt, seine Preise bei gleichbleibenden Kosten zu erhöhen, steigert automatisch seinen Gewinn. Viele zögern notwendige Preiserhöhungen aber hinaus, weil sie glauben, sonst Kunden zu verlieren. Doch ein Geschäft ist kein Selbstzweck: Spätestens, wenn die eigenen Kosten steigen, müssen diese weitergegeben werden. Alternativ können sowohl Rabatte als auch Skonti runtergefahren werden. So manchen Lieferanten entgeht es sogar, dass sie ihren Kunden zu hohe Rabatte geben. Denn wenn ein Kunde seinen Einkauf über die letzten zwei Jahre beispielsweise reduziert hat, weshalb soll er dann die gleichen Rabatte bekommen? Wer reflexmäßig einem Kunden 3 % Skonto anbietet, sollte mal ausprobieren, diesem zukünftig wie selbstverständlich 2 % Skonto anzubieten – zumindest den Neukunden. Natürlich reagieren gewisse Kunden immer sehr sensibel auf höhere Preise oder Kürzungen von Rabatten. In diesem Falle sollte man überlegen, ob man nicht über die nächsten Monate und Jahre einen qualitativen Kundentausch durchführt. Denn wer die Leistung des Anbieters nicht zu schätzen weiß, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über kurz oder lang sowieso zur billigeren Konkurrenz gehen.

2. Wie lässt sich der durchschnittliche Auftragswert erhöhen?

Häufig reicht schon das Reden mit Kunden aus, um diesen passende Zusatzprodukte erfolgreich zu verkaufen. Ob dies nun der Kaffee zum Brötchen, die Bücher zum Verkaufstraining oder die Versicherung zum Auto ist. Darum ist es sinnvoll, dass alle Mitarbeiter Ideen haben, zu welchen Produkten und Dienstleistungen sie welche passenden Ergänzungen anbieten. Pauschal zu sagen, dass zu allen Produkten immer ein und dasselbe Produkt extra angeboten werden kann, funktioniert in der Praxis oft nicht, da viele Kunden dies als Verkaufsmasche wahrnehmen – und daher meist spontan abblocken. Darüber hinaus werden Mitarbeiter im Verkauf um ihre Individualität und Verantwortung beraubt, wenn sie beim Zusatzverkauf keinerlei Flexibilität haben.

3. Wie können Neukunden aktiv gewonnen werden?

Aktive Kundengewinnung bedeutet, dass Verkäufer von sich aus potentielle neue Kunden aufsuchen. Beispielsweise der Gebietsleiter, der auch mal in Geschäfte geht, wo er bisher noch nicht gewesen ist oder der Verkäufer, der bei Unternehmern anruft, zu denen er bisher noch keinen Kontakt gehabt hat. Häufig scheuen sich Verkäufer vor dieser Methode, da ihnen Ablehnung entgegenschlagen könnte. Doch wer ein hervorragendes Angebot hat, ist moralisch dazu verpflichtet, Noch-Nicht-Kunden anzusprechen. Es geht auch nicht darum, jeden als Kunden zu gewinnen. Viel wichtiger ist es, überhaupt anzufangen und mehr Menschen die Chance zu geben, zu einem Kauf oder Termin nein zu sagen.

4. Wie können Neukunden passiv gewonnen werden?

Suchen Kunden eine Lösung, so nutzen diese meist an erster Stelle Suchmaschinen. Wer hier nicht auf der ersten Ergebnisseite präsent ist, hat kaum Chancen, dass der Kunde anfragt. Jeder Unternehmer sollte sich daher fragen, ob er genug Präsenz im Markt zeigt. Denn Kunden können nur von denen kaufen, die sie kennen – bzw. zwecks Anfrage finden. Leider werden aber auch oft potentielle Neukunden vertrieben. Beispielsweise weil die Webseite des Anbieters nicht professionell genug erscheint, der Empfang am Telefon nicht professionell genug arbeitet („Herr x ist nicht da – können Sie bitte wieder anrufen?“) oder das zugesagte schriftliche Angebot ewig auf sich warten lässt. Daher: Wo ist noch Luft nach oben, um einen noch professionelleren Auftritt im Verhältnis zum Mitbewerber hinlegen zu können?

5. Mit welchen Unternehmen sollte strategisch zusammengearbeitet werden?

Manche Anfragen und Kunden passen einfach nicht zum anbietenden Unternehmen. Dieses Problem hat nahezu jeder Anbieter. Warum sollte man also, nachdem man aufgrund der Bedarfsanalyse mit dem Kunden zu dem Ergebnis gekommen ist, dass man nicht zueinander passt, diese nicht gezielt zu passenderen Anbietern bzw. Kollegen weiterreichen? Wer diese allerdings nur an bestimmte Kollegen weiterreicht, weil er von diesen die höchste Empfehlungsprovision bekommt, macht etwas falsch. Denn Empfehler haben die Verantwortung dafür, dass der Kunde mit höchster Wahrscheinlichkeit bei dem anderen Unternehmen dann auch wirklich seine Ziele erreicht. Arbeitet das empfohlene Unternehmen doch nicht so gut, fällt dies auch auf den Empfehler zurück. Dies kann nicht nur zur schlechten Mund-zu-Mund-Propaganda führen, sondern auch zu schlechten Bewertungen im Internet. Kooperationen können auch so funktionieren, dass beispielsweise ein Handwerker einen anderen Handwerker eines anderen Gewerkes beim Kunden empfiehlt, damit dieser den Auftrag bekommt. Arbeiten beide Hand in Hand, dann können sie alleine durch diese Methode sehr erfolgreich sein – selbst dann, wenn sie in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Ist nämlich der Kontakt zum Kunden gut, dann sind Empfehlungen nahezu Selbstläufer.

6. Welche Werbemaßnahmen sollten weiter ausgebaut werden?

Meist kann nicht exakt nachvollzogen werden, welche Werbung unterm Strich etwas gebracht hat – und welche nicht. Es ist deshalb gut, auch in der Werbung mal neue Kanäle auszuprobieren. Dennoch muss auch selbstkritisch reflektiert werden: Welche Messebeteiligungen haben was konkret gebracht? Über welche Anzeigenkampagnen sind die meisten Kunden gekommen? Was muss unbedingt bei der nächsten Kampagne bzw. Aktion geändert werden? Gibt es bestimmte Kunden, die schon Fans sind und begeistert Kunden empfehlen? Falls noch nicht getan, so sollten diese spätestens jetzt mal ein dickes Dankeschön bekommen. Aber auch hier helfen Fragen: Wieso empfehlen diese so aktiv? Was macht somit der Anbieter richtig? Wie könnten noch mehr Kunden dazu gebracht werden, begeistert zu empfehlen?

7. Welche Mitarbeiter müssen gecoacht werden, um noch souveräner zu verkaufen?

Auch in der heutigen Zeit werden Geschäfte zwischen Menschen gemacht. Selbst dann, wenn so manche Kaufvorgänge nur digital abgewickelt werden, kommen Kunden oft spätestens dann mit Menschen in Kontakt, wenn sie Fragen haben – oder reklamieren müssen. Auch Verkäufer müssen über gute Ideen verfügen, wenn beispielsweise das Ladengeschäft voll ist und der Stresspegel steigt. Für Verkäufer im Außendienst gilt dies, wenn der kritische Kunde für einen Auftrag gewonnen werden soll oder aber der Servicemitarbeiter, der bei der Montage andere Voraussetzungen für seine Arbeit vorfindet, wie ursprünglich geplant. Worte sind flüchtig. Sind sie erst einmal gesagt, kann man sie nicht wieder zurückholen. Darum müssen Mitarbeiter stets professionell den Kunden gegenüber auftreten können. Denn oft übertragen Kunden das Bild von einem Mitarbeiter auf das gesamte Unternehmen. Ist der Verkäufer gut, ist meist auch sein Angebot und sein Unternehmen gut. Ist dieser unprofessionell, so ist eben alles andere häufig ebenfalls den Auftrag nicht wert – zumindest im Bild des Kunden.

8. Welche bilsang unbearbeiteten Märkte versprechen neues Potenzial?

Oft hat die Landkarte noch weiße Flächen. Wo gibt es also möglicherweise Kunden, die ideal zu einem passen? Wo könnten Vertriebspartner zur Erschließung neuer Märkte beitragen? Zur Inspiration kann oft ein Blick auf Mitbewerber helfen. Wo sind diese ebenfalls aktiv? Warum? Mit welchen Maßnahmen könnte ihnen strategisch zuvorgekommen werden?

9. Welche Produkte und Dienstleistungen sollten zusätzlich in das Portfolio aufgenommen werden?

Es ist durchaus sinnvoll, das eigene Leistungsportfolio regelmäßig komplett zu durchleuchten. Welche ‚Renner‘ und ‚Penner‘ beinhaltet das eigene Angebot? Woran liegt das? Warum sollte sich auf Sicht von drei Jahren bei den bisherigen Produkten und Dienstleitungen, die nicht laufen, etwas ändern? Häufig finden es Kunden sehr angenehm, wenn sie alles aus einer Hand bekommen. Das empfinden sie als Service. Wo könnte also den Kunden noch mehr geboten werden? Umso besser das Leistungsportfolio zu den Zielkunden passt, desto leichter fällt es diesen auch, sich dafür zu entscheiden.

10. Wie lassen sich gute Bestandskunden noch besser ans Unternehmen binden?

Interessanterweise legen viele Anbieter den Fokus auf die Neukundengewinnung. Das ist auch gut. Aber: Oft fühlen sich die bisherigen guten Kunden vernachlässigt. Sie können es nicht verstehen, warum Neukunden beispielsweise Sonderkonditionen oder exklusive Geschenke bekommen – sie selbst aber für die langjährige gute Zusammenarbeit nichts. Dies hat in manchen Branchen schon dazu geführt, dass Kunden, sobald sie Kunde geworden sind, sofort wieder kündigen, um dann woanders wieder großzügig aufgenommen zu werden. Doch kann sowas richtig sein? Die besten Kunden eines Unternehmens sind die Ziel- bzw. Wunschkunden der Mitbewerber. Vernachlässigen Anbieter ihre besten Kunden zu sehr, sind diese sehr offen für Abwerbeversuche der Konkurrenz. Daher muss überlegt werden, wie diese guten Kunden freiwillig gebunden werden können. Freiwillig deshalb, weil dies auf Sympathie und Vertrauen beruht. Natürlich sind auch „Knebelverträge“ denkbar. Aber wenn Kunden zu sehr von ihren Lieferanten enttäuscht werden, nützen auch ausgefeilte Verträge nichts. Und sollte der Kunde dann doch bis zum Ende der Laufzeit, wenn auch widerwillig, dabei sein, wird er in der Zwischenzeit hochmotiviert sein, andere von der schlechten Arbeitsqualität des Anbieters zu erzählen.

Wer im Jahr 2022 höhere Umsätze erwirtschaften möchte, hat viele Möglichkeiten. Wichtig ist, sich auf ein oder zwei Dinge gezielt einzustellen – und diese Bereiche engagiert voranzutreiben. Im Zweifelsfalle mit externer Hilfe, damit diese Vorhaben nicht nur bloße Wünsche bleiben, sondern als Ziele auch tatsächlich erreicht werden.

Der Autor – Verkaufstrainer Oliver Schumacher – zeigt on- und offline unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“, wie Neukundengewinnung und Preisverhandlung gelingen.

Kaltakquise: Ruf doch mal an

Warum du viele Chancen verschenkst, wenn du bei der (Kalt-)Akquise nur auf Mailings, Chats und Anzeigen setzt.

Viele Gründer*innen verschenken Chancen, weil sie nicht in der Lage sind, ihr Telefon richtig zu nutzen. Die Ursache liegt zumeist darin begründet, dass sie falsche Hemmungen haben, sowohl bestehende als auch potenzielle Kunden anzurufen. Schade, denn wer viel telefoniert, ist deutlich produk­tiver – und hat eine bessere Bindung zum Markt.

Es ist ganz normal, Hemmungen zu haben. Wer will denn schon mit seinem Anruf stören? Wer will schon gern ein Nein hören? Trotzdem sollten sich Anbieter*innen nicht als Störenfriede sehen, sondern als Anrufer*innen, die eine gute und wichtige Botschaft zu überbringen haben. Mit dieser Haltung klappt das schon ein bisschen besser. Nun kommt aber das nächste Problem: Wie wird die Botschaft so vermittelt, dass die Angerufenen auch ihren persönlichen Vorteil blitzschnell erkennen?

Gewinner*innen erkennt man am Start

Bei der Kaltakquise am Telefon ist es wichtig, möglichst schnell relevant zu sein. Wenn dein Telefon klingelt und jemand möchte dir etwas verkaufen, beispielsweise eine Idee, einen Termin oder gar gleich ein Produkt oder eine Dienstleistung, dann fragst du dich wohl auch sofort: „Was habe ich davon?“ Wenn du deinen persönlichen Mehrwert nicht schnell genug erkennst, du darüber hinaus auch noch durch die Art und Weise der Ansprache denkst, du wärest ja eh nur einer von vielen, der gerade angerufen wird, dann kommt in der Regel keine Freude auf. Was würdest du in dieser Situation machen? Entweder du bist höflich – und hörst weiter zu. Oder du bist genervt und versuchst, das Gespräch schnell zu beenden. Im Allgemeinen trifft eher Letzteres zu.

Wenn du am Telefon akquirieren willst, musst du dir dein Angebot zuerst selbst verkauft haben. Das bedeutet, du musst ganz klar wissen, warum dein Angebot – jetzt mal ein wenig hochtrabend formuliert – eine Bereicherung für die Welt ist oder zumindest für deine Zielkund*innen. Denn wenn du das nicht selbst weißt, wie willst du das dann deinem Gegenüber vermitteln?

Fünf Fragen, wie du dir dein Angebot selbst verkaufst

  • Was hat dein Kunde/deine Kundin von deinem Produkt oder deiner Dienstleistung?
  • Was unterscheidet dein Angebot von dem deiner Mitbewerber?
  • Wie kannst du entscheidende Unterschiede anschaulich, kurz und knapp mitteilen?
  • Wie kannst du typische Bedenken deiner Zielkund*innen mindern oder gar ausräumen?
  • Wie gibst du deinen Zielkund*innen das sichere Gefühl, dass es sich lohnt, zu investieren?

Darüber hinaus ist es elementar, dass du bei der Telefon­akquise mit Kund*innen sprichst, die mit höchster Wahrscheinlichkeit offen für dein Angebot sind. Filtere somit deine Auswahl, bis du beispielsweise 100 Adressen von Unternehmen hast, die nicht nur aus deiner Sicht dein Angebot gut gebrauchen könnten, sondern dies mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ähnlich wie du sehen. Oder anders formuliert: Wo rennst du mit höchster Wahrscheinlichkeit offene oder zumindest angelehnte Türen ein? Viele scheitern nämlich mit ihren Telefonaten, weil sie bei Zielkund*innen anrufen, die gar nicht zu ihnen passen.

Akquise mit echtem Interesse

Greife mit der Haltung „Ich freue mich, nun jemanden kennenzulernen, um seine Meinung zu erfahren“ zum Telefon und nicht mit: „Ich muss jetzt was verkaufen.“ Denn gerade das unterscheidet gute Verkäufer*innen von schlechten: Gute Verkäufer*innen interessieren sich für ihr Gegenüber, drängen nicht und bleiben wertschätzend am Ball. Schlechte Verkäufer*innen verwenden Verkäuferfloskeln, wollen nur Verkaufen und sehen Einwände nicht als Gesprächsbeiträge ihres Gegenübers, sondern als persönliche Angriffe, die es zu vernichten gilt.

Nimm dir den Druck, gleich alles perfekt machen zu müssen. Insbesondere dann, wenn jemand es aufrichtig meint, aber vielleicht nicht sofort die richtigen Worte findet, hören Angerufene eher wohlwollend hin, als wenn ihnen gleich messerscharf ausgefeilte Formulierungen entgegenschallen. Sichere dir Unterstützung. Übe doch mal mit Kolleg*innen oder buche dir für ein paar Stunden einen Trainer bzw. eine Trainerin.

Hüte dich vor falschen Erwartungen

Schnell tritt Frustration auf, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden. Manche glauben, dass Telefonakquise für sie nichts ist, wenn sie fünf Nummern gewählt und nichts verkauft haben. Dies ist ein voreiliger Trugschluss. Akquise braucht Zeit und Regelmäßigkeit. Zudem kann die Zielsetzung „Ich rufe jetzt bei zehn Unternehmen an. Wenn ich dann keinen Termin bekomme, dann bin ich gescheitert“ nur demotivieren. Denn nur weil es deine Ziele sind, müssen es noch lange nicht die Ziele deiner (Ziel-)Kund*innen sein.

Jedes Akquise-Telefonat kann dich weiterbringen, denn es gibt eine Vielzahl an Zielen, die du dabei anstreben kannst:

  • Verkaufsabschluss tätigen;
  • Termin vor Ort vereinbaren;
  • neuen Termin zur Konkretisierung (online oder telefonisch);
  • Ansprechpartner herausfinden.
  • herausfinden, ob der Zielkunde/die Zielkundin überhaupt (latenten) Bedarf hat;
  • herausfinden, wie der Kunde/die Kundin aktuell Probleme löst und die Situation einschätzt;
  • Unterlagen zukommen lassen;
  • Wiedervorlagetermin vereinbaren;
  • herausfinden, was dem Kunden/der Kundin wichtig ist;
  • Kund*innen disqualifizieren.

Wichtig ist auch die Disqualifikation von Kund*innen. Denn je schneller du wertschätzend herausfindest, dass du mit dem Gegenüber niemals auf einen gemeinsamen Nenner kommen wirst, umso besser kannst du deine Zeit für anderes verwenden.

Es ist gut, wenn du dir drei Ziele vor jedem Gespräch setzt. Denn wenn du das eine nicht erreichen kannst, kannst du ja auf das andere einschwenken. Vergiss nie: Dein Gegenüber weiß ja nicht, dass du ihn nun plötzlich anrufst. Folgerichtig kann er sich nicht gedanklich voll auf deine Thematik einstellen – und könnte darum vorschnell abblocken, selbst dann, wenn er dein Angebot an sich doch gebrauchen könnte. Deswegen ist es gut, wenn du genügend Flexibilität an den Tag legst, um locker zu telefonieren – und beiläufig auch das eine oder andere Ziel erreichst.

Greife öfter zum Telefon

In den sozialen Medien ist es keine Seltenheit, dass jemand nach einem Dienstleister fragt. Beispielsweise „Ich suche einen Programmierer für meine Website“. Da ist es dann ganz normal, dass jemand Namen von möglichen Kandidaten zurückschreibt. Schlimm ist es, wenn jemand darunterschreibt „Ich könnte das machen!“ Ja, was soll denn nun der Suchende machen? Etwa antworten „Ehrlich?“ Oder ihm eine private Nachricht schicken? Nein, das ist die falsche Erwartungshaltung. Besser ist es, zumindest im gewerblichen Bereich, da ja das Anrufen von Unternehmern bei Privatpersonen untersagt ist, diese Person mit den Worten anzurufen: „Ich habe gesehen, dass Sie auf Facebook jemanden für Ihre Website suchen. Da dachte ich, ich rufe einfach mal an, denn sowas mache ich. Was haben Sie denn vor?“ Ein Unding ist es, Kund*innen mit E-Mails hinzuhalten. Sie wollen Lösungen – und keine Probleme. Warum also nicht direkt anrufen, spätestens dann, wenn deine erste Antwort-E-Mail nicht verstanden wurde?

Ebenfalls solltest du deine Kund*innen nach der Vollbringung deiner Leistung anrufen. Leider passiert es oft, dass viele denken, sie hätten eine hervorragende Leistung erbracht, wenn die Rechnung widerstandslos bezahlt wurde. Das ist aber nicht immer der Fall. Manche zahlen auch zähneknirschend die Rechnung – und suchen sich dann einen für sie besseren Lieferanten. Wenn du hier nicht von dir aus anrufst, beispielsweise mit „Hallo, dies ist ein Serviceanruf. Ich dachte, ich melde mich mal kurz bei Ihnen, um zu fragen, wie Sie nun mit X zurechtkommen“, dann entgehen dir oft wertvolle Informationen sowie Chancen auf weitere Verkäufe.

Also: Fange an, leidenschaftlich zu telefonieren. Du wirst spätestens nach ein paar Wochen merken, dass du einen ganz anderen Draht zu deinen Geschäftspartner*innen entwickelst – und deutlich weiterkommst.

Der Autor – Verkaufstrainer Oliver Schumacher – zeigt on- und offline unter dem Motto „Ehrlichkeit verkauft“, wie Neukundengewinnung und Preisverhandlung gelingen.

Backlinks kaufen: Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Es ist die ewige Diskussion im Bereich der Suchmaschinenoptimierung: Wie wichtig sind Backlinks und sollte man sie kaufen? Die Antwort darauf ist gar nicht so leicht, denn sie hängt immer von den Zielen und Ansprüchen ab, die ein(e) Webseitenbetreiber*in hat. Gerade für Gründer*innen und junge Unternehmer kann das ziemlich frustrierend sein.

Daher soll nun einmal kurz aufgezeigt werden, was für das Kaufen von Backlinks spricht und was dagegen. Speziell mit einem Blick auf die Start-up-Szene ist das noch mal besonders wichtig, da nicht jedes Unternehmen sich überhaupt mit einem Fokus auf Online-Marketing sieht – und dadurch wertvolle Zeit verliert.

Backlinks kaufen, um überhaupt mitzuspielen

Für Gründer*innen stellt sich die Frage, wie sie ihre Website, ihren Blog oder auch ihren Onlineshop überhaupt online sichtbar machen können. Denn die traurige Nachricht ist: Das Internet ist in nahezu allen Branchen bereits gesättigt. Die Konkurrenz online besteht aus allen, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten dabei sind. Hinzu kommen diejenigen, die gerade anfangen, und diejenigen, die es noch tun werden.

In solchen Situationen ist es unausweichlich, in den Kauf von Backlinks zu investieren. Denn ohne sie ist die Suchmaschinenoptimierung etwas, was viele, viele Jahre in Anspruch nimmt. Da aber die meisten Start-ups möglichst schnell wachsen wollen (und müssen), bleibt gar keine Zeit, um sich einen Fünf-Jahres-Plan zu erlauben.

Backlinks erreichen, dass Suchmaschinen eine Website für relevant und hochwertig halten. Sie sind zwar nicht das einzige Kriterium, aber sie sind nun mal ein schneller Weg, um die Website überhaupt relevant zu machen. Der Kauf von Backlinks ist in absolut jeder Branche schon Teil vieler Marketingkonzepte.

Backlinks zu kaufen, reicht einfach nicht

Leider kommt es immer wieder zu einem Trugschluss, wenn Anfänger*innen erstmals etwas über Backlinks hören. Das geht in etwa so: Okay, also wenn viele andere Seite auf meine Website verweisen, dann wird sie in den Suchmaschinen ganz oben angezeigt, ich kaufe also so viele Backlinks wie möglich! Das ist falsch.

Suchmaschinenoptimierung beinhaltet auch das Ausstatten der Website mit relevanten Schlüsselwörtern, eine technische Optimierung und das Erstellen von hochwertigen Inhalten. Somit sind Backlinks kein Allheilmittel. Hinzu kommt, dass eine hochwertige Website auch organische Backlinks erzeugen kann – diese werden von Internet-Nutzer*innen einfach gesetzt, weil sie Beiträge, Firmen oder Informationen für wichtig halten.

Ein weiteres Argument gegen den Kauf von Backlinks kann sein, dass man sich nicht die richtigen Links sichert. Damit ist gemeint, dass nur Backlinks von Seiten mit hoher Qualität wirklich etwas für das eigene Backlink-Profil tun. Schwache Links (z.B. von Spam-Webseiten) können sogar mehr schaden als helfen.

Die Mischung macht es

Sollte man Backlinks nun kaufen oder nicht? Das hängt weiterhin davon ab, was man denn vorhat. Ist das eigene Start-up noch in der Entwicklungsphase oder steht noch nicht einmal genau fest, in welcher Branche es einmal Fuß fassen wird, dann ist es wahrscheinlich zu früh, um einen aktiven Backlink-Aufbau zu betreiben.

Das gilt aber nur für eine sehr kleine Anzahl an Unternehmen. Alles anderen profitieren davon, die Suchmaschinenoptimierung nicht auf die lange Bank zu schieben. Um das richtig zu gestalten, braucht es einen hybriden Ansatz: Für den organischen Aufbau von Reichweite (und Backlinks) muss zunächst die Qualität der eigenen Website garantiert sein.

Qualitätsmerkmale einer Website:

  • schnelle Ladezeiten,
  • SSL-Zertifikat,
  • Impressum und Datenschutzerklärung,
  • hochwertige Inhalte,
  • vollständige Angaben zum Unternehmen.

Ist die Website entsprechend eingerichtet, dann kann eine Mischung aus organischen und gekauften Backlinks die richtige Methode sein. Dabei sichert man sich relevante Backlinks zum Beispiel durch eine Linkagentur. Gleichzeitig betreibt man aber ohnehin Marketing für das eigene Start-up – Interviews, Förderpreise, Podcasts und auch persönliche Gespräche können auch zu Backlinks führen. Manchmal kann es sich lohnen, einfach nachzufragen, ob ein Websitebetreiber den Link zum Unternehmen einfach hinzufügen kann, wenn man bereits vorher Kontakt zueinander hatte (z.B. durch ein Interview oder ein Meeting).

ASAP contra EOD/COB

Warum Kundenbegeisterung manchmal etwas (mehr) Zeit braucht.

As soon as possible – ja, manchmal muss es schnell gehen, wenn ein Kunde etwas braucht. Aber zum Standard sollte „so bald wie möglich“ nicht werden. Sonst hetzen wir nur noch Aufgaben hinterher – was es für uns persönlich auf Dauer anstrengend bis ungesund macht. Von der mangelnden Qualität der Ergebnisse bis hin zu unnötigen Nachbesserungen ganz zu schweigen – was das Ganze auch wirtschaftlich in Frage stellt. Aber was tun, wenn ein Kunde grundsätzlich auf die rascheste Erledigung drängt? Schließlich will man diesen ja begeistern!

Zeit ist Geld! Wer kennt diesen Spruch nicht? In unserer Leistungsgesellschaft ist Schnelligkeit ein Effizienzmerkmal. Immer vorne mit dabei. Immer mitdenken, vorausplanen, agieren statt reagieren – das ist das Spiel, in dem wir täglich alle von einer Aufgabe zur nächsten ziehen. Fragt sich nur, wer dabei der Schachspieler und wer die Figur auf dem Spielfeld ist. Wer Bauer oder Turm, wer Läufer oder König ist. Wer sich waagrecht oder senkrecht, wer sich diagonal bewegen oder sogar springen kann. Wer also die Macht besitzt, zu entscheiden, welcher Aufgabe ich mich als nächstes widme. Was mit meinem ursprünglichen Tagesplan geschieht. Und warum man nicht auch einmal „Nein“ sagen kann und darf.

ASAP: keine Lösung auf Dauer!

In einigen Unternehmen haben sich die englischen Abkürzungen in E-Mails durchgesetzt, in anderen sind sie verpönt. Aber kaum jemand, der nicht schon einmal ein Dokument weitergeleitet hat mit dem Vermerk FYI (= For your information). Andere wie BTW (= By the way) oder ATTN (= Attention) sind weniger geläufig. ASAP hingegen spiegelt in manchen Bereichen eine Kultur wider, die es lohnt, in Frage zu stellen. Warum? Weil diese Kultur uns schadet. Weil sie Menschen zu Marionetten macht. Weil sie für Stress sorgt und Druck erzeugt. Weil sie Arbeit ineffizient macht. Weil sie uns abhängig macht. Und das, obwohl wir doch in einer Zeit leben, in der persönliche Freiheit und Selbstbestimmung eine Renaissance erleben, in der Verantwortung und Sinn als Werte in den Unternehmen großgeschrieben werden. ASAP verhindert (selbst gewählte) Prioritäten und behindert unsere Kreativität. Wo bleibt die Chance zu Innovationen, wenn wir von allen Seiten ständig Aufgaben bekommen, die „so schnell wie möglich“ erledigt sein müssen? Sollten wir diese Mentalität also nicht jeden Tag aufs Neue überdenken? Ja, wenn nicht sogar ganz aktiv dagegen vorgehen?

EOD und COB: einen Gang zurückschalten!

Klar ist es manchmal klasse, wenn wir auf eine (An-)Frage per E-Mail gleich eine Antwort bekommen. Aber wenn es denn schon so eilt, warum rufen wir unser Gegenüber dann nicht einfach mal an? Wir wollen den anderen nicht stören. Aber ist eine E-Mail nicht auch eine Störung? Und mit dem Vermerk ASAP könnte die Störung gar nicht größer sein, weil sofort das Gedankenrad zu kreisen beginnt. Nicht nur, dass man herausgerissen wird aus der augenblicklichen Aufgabe, man startet auch sofort mit den Überlegungen: Muss das denn wirklich gleich sein? Wo habe ich nochmal die Informationen zu dem Vorgang gespeichert? Wen muss ich evtl. schreiben, um die Frage zu lösen? Chaos pur! Im Kopf und in der Aufgabenplanung.

Tipp am Rande: ASAP ist ursprünglich keine Aufforderung, etwas sofort zu tun. Vor allem das P=Possible deutet darauf hin, dass es um den Bereich des „Möglichen“ geht. Ein kurzer Hinweis darauf, wieviel Zeit das Ganze in Anspruch nehmen wird und wann mit der Fertigstellung zu rechnen ist, ist also durchaus legitim.

Wie wäre es stattdessen mal mit dem Hinweis – wenn eine Aufgabe schon eilig ist – EOD oder COB? Dahinter verbirgt sich grundsätzlich ein ähnlicher Zeithorizont: End of day und Close of business. Das Ende des (Geschäfts-)Tages ermöglicht sozusagen mehr Bewegungsfreiheit auf dem Spielfeld. Gedanklich und ganz konkret in der Tätigkeit. Der Hinweis zeigt Verständnis dafür, dass jeder zu tun hat. Die Abkürzungen geben dem anderen etwas mehr Freiraum und zeigen Vertrauen, dass der andere selbst am besten einschätzen kann, wann etwas sinnvollerweise am besten zu erledigen ist.

Wie wäre es, wenn wir alle mit gutem Beispiel vorangehen? Wenn wir mehr kommunizieren und weniger bestimmen? Mehr auf Augenhöhe und weniger in Rangordnungen denken und handeln? Unabhängig in welcher Rolle wir uns gerade befinden: Anbieter oder Kunde, Händler oder Konsument, Dienstleister oder Patient – sorgsam miteinander umzugehen, ist Teil des Erfolgs und Geheimnis der Kundenbegeisterung. Genau dabei helfen uns, auch wenn wir es eilig haben, weil wir vielleicht von unterwegs mobil unsere E-Mails schreiben, beantworten oder weiterleiten, auch noch so wohlklingende Abkürzungen nicht wirklich weiter!

Die Autorin Maja Schneider, Expertin für Kundenbegeisterung und Inhaberin von Smiling Customer – Beratung für gästeorientiertes Handeln. Sie unterstützt Unternehmen dabei, den Service zu durchleuchten und auf das nächste Level zu heben.

Warum Sie ein Logo benötigen

Was ein gelungenes Logo ausmacht und wie eine neue Firma oder ein Start-up an ein perfekt passendes Logo kommt.

Jeder kennt sie. Jeder hat sie schon einmal gesehen und wird jeden Tag damit konfrontiert. Sei es im Supermarkt, sei es zuhause oder bei einer Online Bestellung. Ausnahmslos kein erfolgreiches Unternehmen wird heutzutage darauf noch verzichten wollen und können. Die Rede ist natürlich vom Logo. Warum aber ist ein Logo so elementar wichtig? Und wie komme ich als Neuling auf dem Markt zu einem geeigneten und passenden Logo? Mit dieser Thematik haben wir uns befasst und möchten nachfolgend einen kurzen Überblick hierüber geben.

Wichtige Bedeutung des Logos

Ein Logo einer Firma oder eines Unternehmens bedeutet viel mehr als es auf den ersten Blick oder Anschein hin vermuten lässt. Ein Logo wird zum Repräsentant des Unternehmens. Etwas, was sich in den Köpfen der Verbraucher mit der Zeit regelrecht einbrennen wird. Und zwar so tief, dass die Kunden bereits von Weitem dazu in der Lage sind, nur anhand der Umrisse eines Logos zu erkennen, dass dieses der Firma X oder der dem Unternehmen Z zugeordnet werden muss. Ein Logo zu haben bedeutet:

  • Es verknüpft die eigene Marke oder ein Produkt positiv im Kopf der Kunden.
  • Es stärkt nachhaltig die Kundenbindung.
  • Es dient als Wiedererkennungswert.
  • Es schafft Vertrauen zu den Produkten oder Dienstleistungen der Firma oder des Unternehmens.
  • Es sollte Bestand haben und sich im Kern seiner Optik nicht ständig erneuern, um die Kundenbindung und den Wiedererkennungswert sichern zu können.

Wie komme ich mit einer neuen Firma oder mit einem Start-up an ein passendes Logo für mich und mein Unternehmen?

Egal über welchen Weg man sich als Marke mit Hilfe eines Logos langfristig etablieren möchte, wichtig ist das richtige und individuell passende Logo. Es sollte möglichst die Firma oder das Produkt repräsentieren. Das kann grafische und auch farbliche Abstimmungen beinhalten. Es ist daher im Vorfeld von entscheidender Bedeutung, dass man sich damit was einem wichtig ist, damit was das Logo an die Kunden vermitteln sollte, gründlich auseinandersetzt. So, dass am Ende eine individuelle Note dabei herauskommt und das Logo sich in den Köpfen der Kunden festsetzen kann. Jeder kennt das selbst. Die Logos namhafter Unternehmen und Hersteller erkennen wir alle schon von weitem und können dem Logo schon nahezu unbewusst eine bestimmte Marke zuordnen. Und wenn diese Zuordnung zugleich noch mit positiven Assoziationen und Erfahrungen im Kopf der Verbraucher verknüpft werden kann, dann ist das schon ein solider Basisfaktor für eine langfristige und erfolgreiche Kundenbindung.

Wenn die Marke und das Grundgerüst des Logos grob überdacht wurden kann man sich überlegen auf welchem Weg man als Neuling auf dem Markt an das individuell und maßgeschneiderte Logo kommt. Die günstigere Variante ist es sich online ein Logo erstellen zu lassen.

Hierfür bietet das Internet heutzutage hervorragende Bedingungen. Gerade auch, wenn man selbst noch ein wenig ideenlos ist. Auch wer sich hinsichtlich der Grafik nicht so gut auskennt, dem kann online geholfen werden. Diverse Anbieter erstellen automatisiert oder unter Einbezug von Fachleuten ein individuelles und passendes Logo, welches exakt auf Ihre persönlichen Bedürfnisse bzw. auf die Marke und das Unternehmen zugeschnitten wird. Dafür ist es in aller Regel erforderlich, dass einige Angaben zur Firma oder dem Produkt gemacht werden. Das ist sehr wichtig, denn je mehr Informationen zum Start-up, der Firma oder zu dem Produkt die Anbieter haben, desto detaillierter kann ein personalisiertes Logo erstellt werden, was den Anforderungen auf dem Markt nachhaltig und langfristig auch gerecht wird.

Wem dies nach immer noch zu viel Aufwand klingt, der kann natürlich auch direkt einen persönlichen Grafikdesigner damit beauftragen. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass die dabei anfallenden Kosten zumeist erheblich teurer ausfallen. Dafür erstellt ein persönlicher Profi das individuelle Logo. Aber auch dort ist natürlich ein gewisses Maß an Mitarbeit erforderlich. Denn auch bei einem Auftrag an den Designer muss dieser mit Fakten beliefert werden. Das ist grundsätzlich der gleiche Vorgang, wie wenn Sie sich selbst auf den Seiten von Logo-Anbietern umsehen. Nur preislich gesehen ist die erstgenannte Version eben zumeist kostengünstiger.

Fazit

Ein Logo erstellen zu lassen ist von entscheidender Bedeutung für eine neue Firma oder eine neue Marke. Es ermöglicht es einen Wiedererkennungswert zu erschaffen. Auch kann es Vertrauen zu den Kunden aufbauen und eine langfristige Kundenbindung im besten Falle einleiten und aufrechterhalten. Das Logo sollte immer zu Ihrem Unternehmen und ihrer Branche oder der Marke passen. Daher ist es ratsam sich hierfür professionelle Hilfe zu holen. Dabei ist es jedem selbst überlassen, ob er hierbei auf günstige Logo-Anbieter im Internet zurückgreifen möchte oder doch direkt einen Grafikdesigner als Ansprechpartner auswählen und beauftragen möchte. Beide liefern in aller Regel solide und brauchbare Ergebnisse. Nur hinsichtlich der Kosten können sich die Angebote natürlich unterscheiden, was man im Vorfeld daher zwingend beachten und vergleichen sollte. Dann steht dem neuen und prägenden Logo für Sie als Start-up nichts mehr entgegen.

Content als Umsatz-Booster

(Online-)Kaufentscheidungen sind keine kurzen Momente, sondern komplexe Prozesse. Mitentscheidend sind hierbei Infor­mationen – inhaltlich top aufbereitet und optimal positioniert.

Vor dem Kauf steht die Kaufentscheidung. Je höher der Preis, desto länger dauert dieser Prozess. Der Besuch eines Onlineshops oder die Suche nach passenden Anbietern ist dabei nicht immer der erste Schritt. In den meisten Fällen werden von den Nutzer*innen vorher erst einmal Informationen gesammelt. Dabei gilt: Je teurer ein Produkt, desto ausgiebiger wird sich während der Suche informiert, z.B. auf Blogs, Portalen oder in Foren. Die erste Suchanfrage im Zusammenhang mit einem Kaufentscheidungsprozess ist also oft nicht rein transaktional, sondern ganz oder zumindest teilweise informational.

Die erste Suchergebnisseite für die Suchanfrage Buchhaltungssoftware bei Google zeigt dies. Im oben abgebildeten Screenshot sind Software-Anbieter rot markiert, informationale Seiten blau. Du siehst, dass fünf von neun Suchergebnissen keine Anbieter sind. Stattdessen handelt es sich hier um Testseiten und Kaufratgeber, die erklären, welche Funk­tionen die Software haben muss und welches die empfehlenswertesten Produkte sind.

Der Grund, weshalb nicht nur Anbieterseiten als Ergebnis passen: Bevor Nutzer*innen sich für einen Buchhaltungssoftware-Anbieter entscheiden, wollen sie Fragen wie diese klären:

  • Was ist eine Buchhaltungssoftware?
  • Was muss eine Buchhaltungssoftware alles können?
  • Welche Buchhaltungssoftware gibt es?
  • Was ist die beste Buchhaltungssoftware?

Das sind übrigens auch genau jene Fragen, die dir die Keyword-Recherche zum Thema Buchhaltungssoftware liefert, nämlich die konkreten Nutzerfragen zu diesem Thema.

Zurück zur Kaufentscheidung. Diese ist eben kein kurzer Moment, sondern ein Prozess. Es dauert unterschiedlich lange, bis Nutzer*innen einen Onlineshop besuchen. Die Customer Journey ist aktuell keineswegs geradlinig, denn die Nutzer*innen verwenden währenddessen verschiedenste Medien und Mittel: Sie besuchen ein Forum oder ein Portal, lesen sich Produktbewertungen durch, lassen sich auf Pinterest und Instagram inspirieren, suchen auf Amazon etc. Ist dann endlich jemand in deinem Onlineshop gelandet, ist der Entscheidungsprozess oft immer noch nicht abgeschlossen.

Die Nutzer*innen wissen jetzt, dass sie eine Buchhaltungssoftware kaufen und diese vom Hersteller X erwerben möchten. Aber dieser bietet ihnen verschiedene Angebote bzw. Produktvarianten, und so stellt sich die Frage: „Welche Buchhaltungssoftware des favorisierten Herstellers ist die richtige für mich?“ Während Nutzer*innen im stationären Handel diese Frage an einen Verkäufer richten können, ist ihnen das im Onlineshop nicht möglich. Dennoch müssen sie dort ebenso eine Antwort darauf erhalten – denn das ist kauf- und somit umsatzentscheidend.

Im stationären Handel wird man beraten – egal, ob man in den Baumarkt geht, in die Boutique oder ins Autohaus. Einen Ansprechpartner, der einem Fragen beantwortet, findet man dort überall. Online jedoch nicht – man kann sich nur an einen Chatbot oder per E-Mail bzw. Telefon an den Kundenservice wenden, wobei Letzteres deutlich umständlicher ist als ein direkter Austausch im stationären Handel. Und genau hier kommt wieder der Content ins Spiel. Denn dieser kann die Stelle des direkten Ansprechpartners einnehmen, wenn er (mögliche) Fragen von Nutzer*innen beantwortet.

Bekommt man keine Antworten auf noch offenen Fragen, wird (in Abhängigkeit vom Kaufpreis) die Unsicherheit über die Kaufentscheidung als zu hoch bewerten. Was passiert folglich? Die Nutzer*innen verlassen den Shop und kaufen – wenn du Pech hast – in einem Onlineshop der Konkurrenz, wo sie besser (durch den Content) informiert werden. Wenn du das nicht möchtest, solltest du dich damit beschäftigen, wie dein Content zum Konver­sionsförderer werden kann.

Mach deinen Content zum Konversionsförderer

Je teurer bzw. informationsintensiver deine Produkte sind (oft hängt beides miteinander zusammen), desto wichtiger ist es, dass dein Content die Konversion fördert. Aber was bedeutet überhaupt konversionsfördernder Con­tent? Er sorgt dafür, dass die Kaufentscheidung der Nutzer*innen positiv ausfällt bzw. positiv ausfallen kann. Kann, weil die Nutzer*innen alle notwendigen Infos haben, die sie brauchen, um ihr Informationsdefizit folglich zu beseitigen. Denn nur dann können sie sich bewusst entscheiden. Natürlich gibt es auch im Netz Spontankäufer*innen. Bei ihnen ist die Retourenrate oft aber sehr hoch, was du als Shopbetreiber*in unbedingt vermeiden möchtest. Es lohnt sich also doppelt, aus deinem Content einen Konversionsförderer zu machen.

Es gibt in jedem Onlineshop zwei Bereiche, die für die Konversionsförderung besonders wichtig sind: die Kategorieseiten und die Produktseiten. Auf der Kategorie landet man immer dann, wenn man sich noch nicht für ein konkretes Produkt entschieden hat. So geben Nutzer*innen zum einen über die Google-Suche z.B. „Buchhaltungssoftware kaufen“ als Anfrage in den Suchschlitz ein. Zum anderen können sie möglicherweise bereits auf deinen Shop gestoßen sein und haben dort die Kategorie in der Navigation auswählt, um sich einen Überblick über all deine Buchhaltungssoftware-Produkte zu verschaffen. Auf die Produktseite kommen sie, wenn sie entweder ein Produkt auf der Kategorieseite auswählen, in deinem Shop mit der internen Suche nach einem konkreten Produkt begonnen haben oder in Google ein konkretes Produkt eingeben, wie bspw. Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmer von X. Denn dann präsentiert die Suchmaschine Produktseiten, auf denen das konkrete Produkt zu finden ist. Wie an den Suchanfragen zu sehen ist, sind die Nutzer*innen, die auf der Kategorieseite landen, in ihrer Kaufentscheidung noch nicht so weit (bzw. konkret) wie jene Nutzer*innen, die auf der Produktseite landen.

Dies gilt es bei der Texterstellung immer zu berücksichtigen. Weil die Customer Journey nicht geradlinig verläuft, sondern die Nutzer*innen auf verschiedensten Wegen während ihres Entscheidungsprozesses mit deiner Marke in Berührung kommen können, solltest du die Konversion nicht nur auf deinen Shopseiten fördern. Nutze die Chance, auch außerhalb deiner Webseite auf dich aufmerksam zu machen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass dein Content – wie oben bereits beschrieben – ein Imageförderer ist. „Bleibe im Gedächtnis“, so heißt das Zauberwort. Wenn die Nutzer*innen dich bereits zu Beginn ihres Kaufentscheidungsprozesses positiv wahrgenommen haben, z.B. durch ein ansprechendes Profil auf Instagram oder Facebook, wird es der Content auf deinen Kategorie- und Produktseiten leichter haben, am Ende die Konversion positiv zum Abschluss zu bringen. Du siehst, die gesamte Content-Produktion in deinem Unternehmen sollte verzahnt werden und möglichst kleinteilig angelegt, viele Zahnrädchen umfassen.

Arten von konversionsförderndem Content

Es gibt drei wichtige Arten von konversionförderndem Content: Ratgebertexte, Kategorietexte und Produkttexte. Gut ist es, wenn du alle drei auf deiner Webseite verwendest. Mit ihnen kannst du unterschiedliche Phasen des Kaufentscheidungsprozesses bei den Nutzer*innen ansprechen und erhöhst deine Chancen, dass diese bei dir kaufen. Da die drei Content-Arten auf unterschiedliche Phasen des Kaufentscheidungsprozesses abzielen, gibt es entsprechend unterschiedliche Best Practices für deren Erstellung.

Ratgebertexte

Ratgeber passen zu informationalen Suchintentionen der Nutzer*innen. Weiter oben hast du bereits gelesen, dass auch produktbezogene Suchanfragen wie Buchhaltungssoftware, zumindest teilweise, informational sein können. Mit einem produktbezogenen, informativen Ratgeber kannst du also das Wissensdefizit der Nutzer*innen ausgleichen. Du hast damit die Chance, unmittelbar vor oder zumindest gleich zu Beginn des eigentlichen Kaufentscheidungsprozesses mit den Nutzer*innen in Kontakt zu treten und sie auf dich aufmerksam zu machen. Du kannst ihre informationsbezogenen Fragen, die mit deinem Produktangebot im Zusammenhang stehen, beantworten und so Vertrauen schaffen. So unterstützt du die Nutzer*innen bei ihrem Kaufentscheidungsprozess.

Was dabei wichtig ist

  • Der Ratgeber darf nicht zu werblich sein. Er sollte eher neutral informieren, was z.B. eine Buchhaltungssoftware können muss. Du kannst dies anhand der Funktionen deines Produkts erklären.
  • Beantworte so viele Fragen wie möglich. Führe daher auf jeden Fall eine W-Fragen-­Recherche durch. Weiterhin ist es sinnvoll, Fragen, die deinem Kundenservice immer wieder gestellt werden, aufzunehmen und zu beantworten. Dadurch kannst du auch dein Service-Team entlasten.
  • Baue den Ratgeber möglichst ganzheitlich auf, sodass sich die Nutzer*innen umfassend informieren können. Dadurch ist der Con­tent hochwertiger und gleichzeitig kannst du die Nutzer*innen länger auf deiner Seite halten; sie müssen die Seite nicht verlassen, um Antworten auf weitere Fragen zu finden.
  • Informiere neutral und objektiv, beschreibe und preise nicht an, denn sonst wirst du schnell unglaubwürdig. Dein Ziel muss es sein, dass dich die Nutzer*innen durch den Content als Experte wahrnehmen, z.B. für Buchhaltungssoftware.
  • Stelle die verschiedenen Produktkategorien oder -varianten vor, vergleiche sie miteinander und gib Tipps, was sich für welche Zielgruppe eignet. Produktvergleiche machen in einem Ratgeber immer sehr viel Sinn – auch wenn sie nur die verschiedenen Varianten der Produkte behandeln, die du anbietest.

Du kannst die Nutzer*innen mit internen Links zu deinen Produkten weiterleiten. Setze dies aber nur dezent um. Es soll keinesfalls aufdringlich wirken.

Kategorietexte

Content auf Kategorieseiten ist immer transaktional. Schließlich werden hier Produkte dargestellt. Nutzer*innen, die sich in einer Produktkategorie umsehen, haben aber immer noch ein Informationsdefizit. Dieses bezieht sich nicht mehr darauf, ob der Kauf sinnvoll ist, sondern darauf, welches Produkt für die jeweils individuelle Situation gewählt werden soll. Mit einem Kategorietext kannst du den Nutzer*innen dabei Hilfestellung geben.

Was dabei wichtig ist

  • Beschreibe die Produktvorteile transparent und allgemein verständlich.
  • Versetze dich in deine Zielgruppe hinein: Welche Problemstellungen und Bedürfnisse könnte sie im Zusammenhang mit ihrer Kaufentscheidung haben?
  • Beantworte mögliche Fragen der Nutzer*innen.
  • Stelle die Varianten vor und gib Tipps, für welche Zielgruppe und in welcher Situation diese nützlich sind.
  • Wenn es Unterkategorien gibt, ist es sinnvoll, diese aus dem Text zu verlinken. So können die Nutzer*innen direkt zu jener Produktkategorie springen, die am besten zu ihren Bedürfnissen passen.

Produkttexte

Produkttexte bzw. Produktbeschreibungen sprechen die Nutzer*innen immer am Ende ihrer Kaufentscheidung an. Sie sind in der Regel der letzte Kontakt, bevor jemand kauft (oder eben nicht). Die eigentliche Konversion findet hier statt. Das heißt: Der Content auf dieser Seite muss die Nutzer*innen auf jeden Fall überzeugen, alle restlichen Fragen und Zweifel müssen hier beseitigt werden.

Was dabei wichtig ist

  • Je informationsintensiver ein Produkt ist, desto länger sollte der Text sein, weil umso mehr Fragen zum Produkt zu beantworten sind. Insbesondere risikoaverse Menschen möchten hier noch einmal alle Produktvorteile auf einen Blick sehen.
  • Die konkreten Produktvorteile solltest du transparent beschreiben und am besten auch – sofern möglich – visuell darstellen, z.B. mit Detailaufnahmen oder -skizzen.
  • Sämtliches Bildmaterial ist für die finale Kaufentscheidung essenziell.
  • Wenn du keine Produkte herstellst, sondern weiterverkaufst, solltest du trotzdem eigene Texte und Bilder verwenden. Das hebt dich von der Konkurrenz ab und verschafft dir zudem einen Pluspunkt im Google-Ranking, da du so Duplicate Content vermeidest. Suchmaschinen erkennen, dass die Quelle der Produkttexte der Hersteller ist. Zudem verwenden auch deine Mitbewerber*innen meistens diese Texte und Bilder, sodass der Content
  • dadurch, dass er nicht unique ist, an Wert verliert.
  • Neben den eigentlichen Produktinformationen sind auch die Meta-Angaben entscheidend. Damit sind die Modalitäten und Bedingungen des Kaufs gemeint. Insbesondere wenn du noch eine unbekannte Marke bist und einen jungen Onlineshop hast, sind die Nutzer*innen misstrauisch. Nicht nur weil es immer noch zu viel Betrug im Netz gibt, sondern auch aufgrund der Ungewissheit, wie der Bestellprozess bei dir ablaufen wird.
  • Können die Käufer*innen die Ware bei Nicht­gefallen problemlos zurückschicken? Wie kann ich bezahlen und wie schnell bekomme ich ggf. mein Geld zurück?

Vertrauen muss man sich als Betreiber*in einer Webseite erst verdienen. Daher solltest du über die Modalitäten transparent informieren. Wichtige Informationen, die auf die Produktseite gehören, sollten den ­Nutzer*innen direkt ins Auge fallen: Verfügbarkeit und Lieferzeit; ggf. Versandkosten; Versand­arten; Bezahlmöglichkeiten; Käuferschutz, z.B. Trusted-Shop-Siegel etc. Vertrauenswürdigkeit ist ein ganz wichtiger Punkt, der neben den Produktvorteilen maßgeblich für deinen Umsatz ist. Auf der Produktseite ist das noch essenzieller als auf jeder anderen Seite deiner Domain. Hier wird der Wert von gutem, zielgruppenorientiertem Content besonders deutlich. Wer hier spart, verliert ganz schnell Umsatz.

Tipp zum Weiterlesen: Eology-Whitepaper „Content als Strategie. Hochwertige Inhalte als Schlüssel zum Online-Erfolg

Die Autorin Dr. Beatrice Eiring ist Head of Content Creation bei der eology GmbH, einer Online Marketing Agentur mit Schwerpunkten in den Bereichen SEO, Paid Advertising, Content Creation und Content Outreach

Co-Creation

Wie du deine Kund*innen in die Wertschöpfungskette einbeziehst und somit vielschichtige Mehrwerte schaffen kannst.

Für Gründer*innen ist es essenziell notwendig, sich mit dem Bedarf der Kund*innen zu beschäftigen und diesen stetig zu optimieren. Denn nach diesem Bedarf, also der Nachfrage, richtet sich das Angebot, das sie auf den Markt bringen können. Folglich ist es wichtig, das angebotene Produkt möglichst bedarfsorientiert auszurichten. Dadurch können zum einen die Verkaufszahlen erhöht und die eigene Produkt- bzw. Angebotspalette erweitert werden, zum anderen wirkt ein Start-up auch für Kund*innen attraktiver, wenn man auf deren Bedürfnisse eingeht. Doch wie bekomme ich das ohne allzu großen Aufwand hin?

Feedback einholen

Der erste Schritt sollte dabei sein, Feedback von Kund*innen zu sammeln und daraus logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Wie nutzen sie bisher ähnliche Produkte? Was ist hier beliebt und was eher nervig? Gibt es hierbei Ansätze, die man optimieren kann? Im Internet gibt es heutzutage so viele Rezensionen zu Produkten, dass eine solche Analyse auch ohne große Marktforschung und viel Aufwand gut umsetzbar ist. Die Ansätze und Vorgehensweisen der Konkurrent*innen sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden, um zu sehen, wobei noch Optimierungsbedarf herrscht.

Bei unserer digitalen Werkzeugmarke WIESEMANN 1893 haben wir anfangs beispielsweise Werkzeughalter inkludiert mit dem jeweiligen Werkzeug im Paket geliefert. Schnell haben wir durch die Rückmeldungen erkannt, dass die meisten dieses inkludierte Zubehör nicht nutzen und direkt in den Müll entsorgen, weil sie eine individuelle Art der Aufbewahrung bevorzugen.

Das Entsorgen ist natürlich nicht besonders umwelt- oder ressourcenschonend. Außerdem ist die Nachfrage nach einer guten Halterung für das Werkzeug trotzdem vorhanden. Wir wollten also unbedingt eine geeignete Lösung finden, die all diese Hindernisse auf eine simple Weise meistert und gleichzeitig sehr nahe am Bedarf der Kund*innen ausgerichtet ist.

Lösungen auf Basis des Feedbacks kreieren

Wenn du das gesammelte Feedback also ausgewertet hast, gilt es nun Konsequenzen daraus zu ziehen. Der Bedarf von Menschen für ein bestimmtes Produkt kann sehr unterschiedlich ausfallen, sodass sehr individuelle Ergebnisse entstehen müssten, um dem gerecht zu werden. Ist das wirtschaftlich überhaupt umsetzbar?

In unserem Fall der Werkzeughalterung bedienen wir uns der additiven Fertigung. Bei der additiven Fertigung handelt es sich um ein Herstellungsverfahren, bei dem ein 3D-Drucker verwendet wird. Dieser druckt das finale Produkt Schicht für Schicht und stellt so einen dreidimensionalen Gegenstand her. Wir bieten Werkzeughalter für den 3D-Druck. Individualität ist hier auf verschiedenste Weise in großem Umfang möglich. Gleichzeitig ist es wirtschaftlich für uns ein Leichtes die Produkte umzusetzen, da wir nur die Designs zum Download zur Verfügung stellen müssen und die Kund*innen Farbe, Material und Form beliebig anpassen können.

Auch für unsere Kundschaft mit eigenem 3D-Drucker sind unsere Wandhalterungen für ihr Werkzeug eine kostengünstige Alternative, da nur die Kosten für das Filament und den Strom in Betracht gezogen werden müssen. Eine unserer 3D-Druckhalterung für ein sechsteiliges Schraubendreherset, was schon zu den Halterungen mit größeren Volumen zählt, kostet im Druck beispielsweise 2,42€. Hier fallen 77 Cent für Strom und 1,65€ für das Filament an. Wandhalter für Schraubendreher mit gleicher Stückzahl kosten im herkömmlichen Handel um die 15€. Das heißt Konsumierende mit 3D-Drucker können nicht nur selbst Farbe und Qualität ihres Produkts bestimmen, sondern auch viel Geld sparen – eine wirtschaftliche Win-win-Situation für beide Seiten.

Das Konzept der Co-Creation einsetzen

Allgemein gesehen können individuelle Produkte durch das Konzept der Co-Creation realisiert werden. Denn hierbei übernimmt die Kundschaft einen Teil der Wertschöpfungskette und wird somit direkt in das Geschehen miteinbezogen. Interessierte erhalten dadurch zusätzlich einen neuen Einblick in das Firmengeschehen und werden stärker an das Unternehmen gebunden.

Vielleicht denkst du jetzt, dass du doch solch einen Prozess niemals aus der Hand geben würdest, aber du solltest dafür offen sein. Soll dein Produkt möglichst individuell und bedarfsorientiert sein, birgt dieses Konzept eine Menge Vorteile und Möglichkeiten, die für beide Seiten – Endkonsument*in und Unternehmen – bereichernd sein können. Co-Creation ist der Überbegriff für Co-Design und Co-Produktion.

Via Co-Design nimmt die Kundschaft schon bei der Gestaltung des Produkts Einfluss darauf. Abhängig von der Branche werden Teile (z.B. die Konfiguration eines Autos) oder der vollständige Designprozess übernommen. Diese Art des Co-Designs ist eine positive Form der Kund*innenbindung. Sie ermöglicht den Aufbau einer intensiveren Verbindung zu Kaufenden und das Entstehen einer nachhaltigen und langfristigen Beziehung.

Bei WIESEMANN 1893 haben wir Kreative aufgerufen, ihren eigenen Wandhalter für unsere Werkzeuge zu gestalten. Über unser Community Development Programm haben sie die Möglichkeit, ihre Ideen in 3D-Modelle zu verwandeln und nach unserer Prüfung öffentlich über unsere Kanäle zugänglich zu machen. Das Angebot wurde von der Community positiv angenommen. Die Bereitschaft, eigene Halter kreieren zu können, die aber dennoch den Anforderungen und Richtlinien unserer Brand Identity entsprechen, war überwältigend. Durch diese Form des Co-Designs haben wir mittlerweile langfristig Kollaborationspartner*innen gefunden, die uns bei den Prozessen unterstützen und auch ihre eigenen Ideen einbringen.

Die zweite Möglichkeit der Co-Creation ist die Co-Produktion. Hier übernehmen die Konsumierenden am Ende der Wertschöpfungskette die finale Herstellung des Produkts. Einfache Beispiele sind ihr die Montage eines Möbelstücks, das Backen einer Tiefkühlpizza im Ofen oder das Ausdrucken eines 3D-Modells. Wenn du diese Beispiele betrachtest, kommt dir das Konzept der Co-Creation vielleicht nicht mehr so abwegig vor, weil man sie sich sehr gut vorstellen kann und sie einfach umzusetzen sind.

Know-how von Erfahrenen einer Community zunutze machen

Die Nutzung dieses Konzepts eignet sich besonders in einem Gebiet, auf dem du nicht unbedingt die höchste Expertise hast und dir die Hilfe anderer zunutze machen kannst. Wage dich also ohne Bedenken vor in unbekanntes Gewässer und erforsche es, wenn du denkst, dass es dein Unternehmen voranbringen könnte. Austesten ist gerade für Startups sehr wichtig für den Lern- und damit Wachstumsprozess.

So ist der 3D-Druck (die additive Fertigung) beispielsweise ein sehr komplexes Thema. Doch das sollte dich nicht daran hindern, Lösungen für diesen Bereich in deinem Geschäftsmodell anzubieten. Wir haben uns davon nicht abschrecken lassen und konnten mit ein wenig Hilfe den einfachen Nutzen aus dem komplexen Thema für uns herausziehen. So gibt es zu jedem Fachgebiet Communities, deren Knowhow du dir beispielsweise über Kooperationen zunutze machen kannst.

Betrachten wir unseren Fall bei WIESEMANN 1893. Zwar ist das Thema 3D-Druck aktuell in aller Munde und es handelt sich dabei um ein sehr zukunftsträchtiges Projekt, jedoch sind wir bei unseren Analysen auf einige Probleme gestoßen. Da 95 Prozent der deutschen Bevölkerung keinen eigenen 3D-Drucker Zuhause haben, haben wir auch für die potentielle Kundschaft ohne solch eine Art Drucker nach einer Lösung gesucht. Schließlich sollen die Produkte einer breiten Maße zur Verfügung stehen. So wurde der Community Development Service ins Leben gerufen, über den ein Mitglied der 3D-Druck Community die gewünschten Wandhalter ausdruckt und per Post verschickt. Dieser Service ist aber eben nur über eine Kooperation einer erfahrenen Community möglich.

Auch in deiner Branche gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit genug Expert*innen. Sie können dich bei Methoden unterstützen, die du gerne für deine Produktentwicklung einführen würdest, über die du bisher aber über noch nicht genügend Fachwissen verfügst, um sie eigenständig umsetzen zu können.

Content-Repurposing

Content-Marketing-Workshop: Wie du deine Inhalte mehr als einmal verwenden kannst.

Der Redaktionsplan für den nächsten Monat ist erschreckend leer, die kreativen Ideen haben sich längst verabschiedet und die restliche To-do-Liste sprengt jeden Rahmen … Zustände, die wohl so ziemlich jeder kennt, der schon eine Weile im Content-Marketing unterwegs ist. Und die man sich selbst ersparen kann, wenn man Inhalte nicht als Eintagsfliegen behandelt. Die Lösung lautet Content-Repurposing. Was das ist, welche Vorteile du davon hast und welche Optionen es gibt, erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist Content-Repurposing und was bringt das?

Content-Repurposing bedeutet, Inhalte in einer anderen Form und auf einem anderen Kanal wiederzuverwerten. Du erstellst also einen Beitrag, nimmst ihn als Basis für mindestens einen weiteren – und sparst dir dadurch eine Menge Zeit.

Damit sind wir auch schon mittendrin in der Frage, warum Content-Repurposing so nützlich ist. Was bringt es, Inhalte in neuer Form zu veröffentlichen?

  • Dein Arbeitsaufwand lohnt sich mehr. In einen umfangreichen Ratgeber-Text mit allem Drum und Dran fließen z. B. gut und gerne 50 Stunden. Wäre schade, wenn bei all dem Aufwand nur ein einziger Post für einen einzigen Online-Marketing-Kanal rausspringt, oder?
  • Du erreichst auf neuen Kanälen ein neues Publikum.
  • Du hast ein Polster für deine Content-Strategie. Statt dir laufend Ideen aus den Fingern saugen zu müssen, verwendest du einfach Material, bei dem die meiste Arbeit schon erledigt ist.
  • Ältere Inhalte bekommen automatisch öfter ein Update, weil du sie beim Repurposing immer wieder durchgehst und schneller bemerkst, wenn du etwas aktualisieren musst.

Im Grunde ist es mit Content wie mit Einwegprodukten: Manchmal geht es nicht anders und man verwendet einen Inhalt nur ein einziges Mal. Oft ist es aber möglich, „Mehrweg“-Content zu produzieren und dadurch die eigenen Ressourcen zu schonen.

Aber Moment – geht das so ohne Weiteres? Fühlen sich die Leute nicht veralbert, wenn ganz offensichtlich die gleichen Inhalte wieder hervorgekramt werden?

Content recyceln, aber richtig: ein paar Worte vorab

Um die obige Frage zu beantworten: Nein, niemand fühlt sich veralbert – sofern du es richtig angehst! Es ist nämlich nicht Sinn und Zweck der Sache, einfach immer wieder denselben Beitrag zu teilen. Aber wann ist es überhaupt sinnvoll, einen bestimmten Post neu aufzurollen? Im Anschluss findest du die Grundregeln des Content-Repurposing kurz zusammengefasst!

Welche Inhalte kann man wiederverwerten?

Repurposing ist dann sinnvoll, wenn du Beiträge bzw. Themen wiederverwertest, die bereits gut funktionieren. Geh dabei nicht rein nach Bauchgefühl, sondern vor allem danach, was dir die Daten aus deinem aktuellen Content-Audit verraten.

In Google Analytics siehst du z.B. folgende sehr aufschlussreiche Werte über die Beiträge deiner Wahl:

  • Traffic
  • Verweildauer auf der Seite
  • Absprungrate

Solltest du wiederum eher auf Video-Content fokussiert sein, wirf einen Blick in die „Analytics“-Sektion im Creator Studio. An welchen Stellen verlässt dein Publikum ein Video? Was wird besonders gern geklickt?

Alle Beiträge, die erstens viele Aufrufe und zweitens eine gute Verweildauer aufweisen, haben Potenzial. Du scheinst mit dem jeweiligen Thema den Nagel auf den Kopf zu treffen – beste Voraussetzungen, mehr daraus zu machen.

Was du beim Content-Repurposing beachten solltest

Inhalte wiederverwerten ist praktisch, keine Frage. Bevor du aber Hals über Kopf loslegst, hier ein paar Hinweise:

  • Auch Content-Repurposing kostet Zeit: Ja, weniger Zeit, als alles komplett neu aufzuziehen – aber Arbeitsaufwand bleibt es trotzdem. Gerade am Anfang, wenn du vielleicht noch keine Erfahrung mit anderen Content-Formaten (Video, Grafiken, Texten, …) hast. Plane deine Stunden extra großzügig ein, bis du geübter und schneller bist.
  • Der Aufwand muss sich rechnen: Beim Repurposing geht es darum, mehr aus dem herauszuholen, was du schon vorgearbeitet hast. Wenn du nun für die erneute Aufbereitung wesentlich länger brauchst als für den ursprünglichen Content, ist das nur bedingt sinnvoll.
  • Das Motto lautet nicht „so viel wie möglich, so schnell wie möglich“. Deine Ressourcen sind überschaubar? Kein Problem, dann konzentrier dich zuerst auf einige wenige Ansätze und sei dafür umso gründlicher. Qualität geht vor!
  • Abschauen ist tabu: Ein Blick nach links und rechts und dann exakt das kopieren, was der Rest macht? Das ist nicht Repurposing, sondern einfallslos. Und einer der größten Fehler, die du im Content-Marketing machen kannst. Bevor du deine eigenen Inhalte mit aller Macht so hinbiegst, dass sie der Konkurrenz ähneln – lass es lieber sein.

Ruf dir diese Punkte immer wieder in Erinnerung und schon bist du bereit, loszulegen!

7 Möglichkeiten, Inhalte erneut zu verwenden

Die erste große Entscheidung, die du bei der Content-Wiederverwertung triffst, ist die nach dem Medienformat. Welches Format hat der ursprüngliche Beitrag und welche neue Form könnte sinnvoll sein? Es gibt vier übergeordnete Kategorien:

1. Video
2. Audio
3. Bild
4. Text

Man kann dabei nicht sagen, dass eines dieser Formate und die jeweiligen Kanäle „besser“ oder „schlechter“ wären. Was zählt, ist deine eigene Einschätzung: Wo und wie erreichst du potenziell interessierte Menschen?

In der folgenden Liste ist bestimmt mindestens eine Methode dabei, die für deine Zwecke passt:

#1 Infografiken

Los geht’s mit dem absoluten Klassiker: Informationen aus einem Text grafisch aufbereiten. Mit kostenlosen Tools wie z.B. Canva geht das relativ schnell, sobald man etwas Übung hat.

Notiere dir, welche Informationen du in die Infografik übernehmen willst. Als Nächstes wählst du die Art Infografik aus, die am besten zu diesen Informationen passt. Es gibt beispielsweise:

  • Listen
  • Prozesse
  • den Zeitstrahl
  • Statistiken

Dann musst du nur ein bisschen mit der Optik spielen: In welcher Schriftgröße und Formulierung ist das Gesamtpaket am schönsten? Ist klar, was die Infografik aussagen soll? Wirkt die Grafik vielleicht noch überladen? Pass speziell beim letzten Punkt auf – wenn auf einer Infografik zu viel los ist, leidet die Verständlichkeit. Ein paar sehr schöne Beispiele gibt’s in diesem Blogbeitrag von Graphic Mama.

Achtung: Platziere dein Logo unbedingt an einer unauffälligen, aber doch sichtbaren Stelle auf der Grafik. So kann es nicht passieren, dass jemand deine Grafik teilt, ohne dir Credits zu geben.

#2 Slidedecks aka Social-Media-Posts

Ein Slidedeck ist wie eine PowerPoint-Präsentation: Auf mehreren Folien (Slides) fasst du wichtige Aussagen zusammen. Ein beliebtes Tool für diesen Zweck ist SlideShare. Die fertige „Präsentation“ kannst du dann gut auf Social Media ausspielen, klassischerweise auf LinkedIn oder als Instagram-Post.

Du hast nun erstens einen relevanten Beitrag, den du posten kannst, und zweitens einen wunderbaren Teaser für den längeren Content. So wird z.B. aus einem ausführlichen Ratgeber über Content-Audits ein Slidedeck für Instagram, in dem die wichtigsten Punkte kurz beschrieben werden.

Achtung: Schreib nicht zu viel auf die einzelnen Slides – eben nur das, was wirklich relevant ist. Wer durch den Newsfeed scrollt und sich den Post anschaut, bringt nur begrenzte Aufmerksamkeit mit.

#3 Webinar

Wenn du nun deine Slides erstellt hast, kannst du quasi gleich weitermachen und das Ganze zu einem Webinar ausbauen. Der einfachere Weg ist es, das Webinar aufzuzeichnen, aber sofern du die Kapazitäten und Motivation hast, kannst du den Kurs natürlich auch live abhalten.

Achtung: Der Zeitaufwand ist eher hoch. Überleg dir im Vorfeld, ob Webinare für dich rentabel sind. Wie gut kannst du den Kurs promoten, wie viele Zuschauer*innen wirst du vermutlich haben und inwiefern lohnt sich das für deine Geschäftsziele?

#4 Video-Snippets

Gehören Videos zu deiner Content-Marketing-Strategie? Falls ja, kannst du sie dir doppelt zunutze machen, indem du aus wichtigen Stellen kurze Video-Snippets machst. Solche kurzen Clips mit 15 bis 20 Sekunden eignen sich dann bestens für Social-Media-Newsfeeds.

Solltest du wiederum keine fertigen Videos zum „Zuschneiden“ parat haben, erstellst du einfach welche aus deinem Text-Content. Mit Tools wie etwa Lumen5 und ihren diversen Vorlagen lassen sich unkompliziert Videos erstellen.

Achtung: Im Zuge des barrierefreien Internets sollte jedes Video Untertitel haben (und sei es noch so kurz). Bedenke auch, dass speziell Social-Media-Content oft auf dem Smartphone und unterwegs angesehen wird, wo es vielleicht gerade keine Möglichkeit gibt, den Ton einzuschalten.

Wo wir gerade beim Thema Video sind …

#5 Podcast-Folgen

Podcast und Video sind zwei Formate, die sich sehr gut ergänzen. Und wo laufen beide Fäden zusammen? Genau, beim Text. Nehmen wir an, du hast ein Video auf deinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Mit einem Klick kannst du das automatisch generierte Transkript herunterladen.

Du hast jetzt mehrere Möglichkeiten, was du mit dem Transkript machen kannst:

  • Nochmal in „bereinigter“ Form als Podcast einsprechen.
  • Die Tonspur des Videos extrahieren und in eine Podcast-Folge umwandeln.
  • Das Video-Transkript in einen Text für deine Website umformulieren (wie es z.B. beim Whiteboard Friday von Moz passiert).

Achtung: Das automatisch erstellte Transkript von YouTube ist oft fehlerhaft. Geh es lieber manuell durch, bessere nach und lade das korrigierte Transkript neu hoch.

#6 Unterthemen ausbauen

Bestimmt hast du auf deiner Website den einen oder anderen (sehr) langen Beitrag. Sofern der betreffende Artikel viele relevante Unterthemen behandelt und nicht nur aus heißer Luft besteht, ist das eine gute Sache. Und die perfekte Basis für Content-Repurposing: Wähle eins dieser Unterthemen aus und erstelle dazu separaten Content. Du zoomst quasi in den Beitrag hinein, den es schon gibt.

Abgesehen davon, dass dir die Vorgehensweise Zeit für die Themensuche erspart, verschaffst du dir so einen Vorteil aus SEO-Sicht: Du deckst die jeweiligen Keywords noch besser ab, wodurch die Themenrelevanz deiner Website in Googles Augen steigt. Stichwort: Themencluster.

Achtung: Bau nur jene Subthemen zu separaten Beiträgen aus, die wirklich relevant sind. Alles andere führt schnell zu einer überfüllten Website und macht es mühsam, den Content aktuell zu halten.

#7 Kommentare als FAQs

Ganz egal, um welche Nische es geht: Es gibt immer eine Handvoll Fragen, die wieder und wieder gestellt werden, sei es in Kommentarspalten, direkt an den Support o. Ä. Auch das ist Content – und auch das kannst du wiederverwerten. Sammle laufend solche Fragen und beantworte sie auf einer eigens dafür gedachten Seite.

Das Praktische an dieser Maßnahme ist der geringe Aufwand. Die Fragen selbst kommen von deiner Zielgruppe, und beantwortet hast du sie an der einen oder anderen Stelle ohnehin schon. Bleibt nur noch, alles übersichtlich aufzubereiten und im Bedarfsfall auf die Seite zu verweisen.

Achtung: Erwarte dir von der FAQ-Seite aus SEO-Sicht keine Wunder. Sie wird in den Google-Suchergebnissen ziemlich sicher nicht ranken, da sie nicht auf eine spezifische Suchintention zugeschnitten, sondern eben ein Inhalts-Sammelsurium ist. Dafür ist ein FAQ-Bereich aber ein dicker Pluspunkt in Sachen Nutzerfreundlichkeit – was durchaus seinen Wert hat.  

Weitere Optionen

Bei den bisherigen Tipps war noch nichts dabei? Dann gibt es alternativ noch ein paar weitere Vorschläge, Content mehrfach zu verwerten:

  • Zitate als Kachel zum Teilen aufbereiten.
  • Long-Form-Content zu einem E-Book zusammenstellen.
  • Die wichtigsten Punkte aus einem ausführlichen Beitrag im Newsletter zusammenfassen.
  • Aus Anleitungs-Content ein interaktives Freebie machen, das zum Download bereitsteht (z.B. ein Workbook oder eine Checkliste).
  • Gastbeiträge auf anderen Websites, in denen du einen Teilaspekt aus deinem längeren Content näher beleuchtest.

Content-Repurposing: der nachhaltige Ansatz

Man kann sich im Content-Marketing selbst das Leben schwer machen – oder ein ganzes Stück leichter, indem man das nutzt, was bereits da ist.

Der Content rund um deine Marke ist wie ein Haus: Wenn du etwas verändern möchtest, reißt du dann alles nieder und fängst wieder von vorne an? Nein. Du baust an, du baust um – kurz, du arbeitest mit dem, was du bisher schon aufgebaut hast. Und genau wie beim Hausbau fließt in wirklich gute Inhalte eine Menge Arbeit. Da wäre es schade, diesen Grundstock nicht stärker zu nutzen, oder?

In diesem Sinne: Gewöhne dir an, jeden neuen Inhalt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Wie passt er zu allem, was es in deinem Content-Repertoire schon gibt? Und wie kannst du ihn sinnvoll weiterverwerten, sobald er fertig und die Hauptarbeit getan ist? Das sind zwei simple, aber unglaublich hilfreiche Fragen für eine nachhaltige Arbeitsweise aka Content-Repurposing.

Und jetzt bist du dran: Wie würdest du an unserer Stelle diesen Beitrag wiederverwerten?

Die Autorin Josefa Niedermaier ist Senior Content Brand Manager bei Evergreen Media, einer SEO-fokussierten Content-Marketing-Agentur aus Innsbruck. Auf evergreenmedia.at schreibt sie über alle Themen rund um nutzerzentriertes Content-Marketing.