Der Schuh mit Reißverschluss


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Fünf Jahre hat es gedauert, bis John Stefani aus der Idee seines Vaters ein Produkt gemacht hat. Das Ergebnis ist der Zipz-Shoe, der erste Schuh aus zwei Teilen mit horizontalem Reißverschluss. Im Nu kann man so das Oberteil des Schuhs austauschen. Auf die Idee kam Stefani Senior, als er feststellte, dass Kinder mehrmals am Tag ihre Schuhe wechseln. Mehr als eine Million Dollar investierte die Familie in die Entwicklung, Patentierung und Produktion der Prototypen.

Nach der langen und kostspieligen Entwicklungszeit soll der Erfolg nun in kürzester Zeit erzwungen werden. Durch die Kooperation mit weltweit agierenden Distributoren und Handelskonzernen werden die Schuhe in mehr als 25 Ländern verkauft.

Zielgruppe sind die Kinder und Jugendlichen sowie junge Erwachsene. Schon ab 15 US-Dollar sollen die Schuhe käuflich zu erwerben sein. Angesprochen werden sollen modebewusste Leute, die es hipp finden, ihre Schuhe jeweils dem Umfeld anzupassen, ohne sie dafür ausziehen zu müssen.

www.zipzshoes.com

watchandbuild.com: preisgekrönt auf den Hund gekommen

Wie die watchandbuild.com-Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens mit ihrem innovativen Customer-Self-Enabling-Portal MagicManuals® sowohl hochkarätige Preise abräumen als auch spannende Anwendungsbereiche erobern.

Wenn ein Start-up in kürzester Zeit zwei renommierte Preise verliehen bekommt, ist das einerseits ein Grund zur Freude und andererseits wahrscheinlich kaum als Zufall zu bezeichnen. Erst Anfang September 2022 sind die MagicManuals® des Start-ups watchandbuild.com GmbH live gegangen und nach dem Red Dot Award 2022 hat die Customer-Self-Enabling-Lösung der Gründer Arndt Rubart und Heinrich Erkens im Dezember 22 auch den German Design Award gewonnen.

Die digitale Portallösung, die Endverbraucher*innen dabei unterstützt, erklärungsbedürftige Produkte locker in den Griff zu bekommen, hat die Wettbewerbsjury in der Kategorie „Excellent Communications Design/Interactive User Experience/Special Mention“ überzeugt. In der Jurybegründung heißt es: „MagicManuals® verfügt über ein einzigartiges User Interface und intuitive Workflows für seine Business-Kunden und deren Endkunden.“

„Der German Design Award ist für uns eine ganz wichtige Bestätigung, dass wir mit den MagicManuals® richtig liegen, denn bei jedem Entwicklungsschritt haben wir immer den Anwender im Blick. Jedes Fragezeichen, das wir bei den Endverbrauchern auflösen, wenn sie sich mit einem Markenprodukt beschäftigen, optimiert die Customer Journey an entscheidende Stelle“, sagt Co-Gründer Arndt Rubart.

Eine digitale Portallösung für viele Fälle

Mit den MagicManuals® haben Hersteller von erklärungsbedürftigen B2C-Produkten die Möglichkeit, in nur 15 Minuten und mit nur wenigen Klicks ein Self-Service-Portal im Look and Feel der jeweiligen Marke für die Endkunden aufzusetzen. Dort können alle Informationen als Text, Bild, Video oder 3D-Animation hochgeladen werden. So finden Anwendende alle Hilfsmaterialien, die sie dabei unterstützen, ein Produkt aufzubauen oder in Betrieb zu nehmen an einer zentralen Stelle.

Die MagicManuals® eignen sich für eine Vielzahl von Branchen, wo Aufbau, Inbetriebnahme und Produktnutzung den Unterschied machen, wie zum Beispiel bei Möbeln und Einrichtungsgegenständen, Elektro-, Spiel- und Sportgeräten oder Kfz-Teilen und -Zubehör etc. Entscheidend ist, dass sich der Aufwand und die Kosten für den Kundenservice mit den MagicManuals® deutlich reduzieren lassen, weil die Endverbraucher*innen schnell und zielsicher „Hilfe zur Selbsthilfe“ finden und kostenintensive Kanäle wie Telefon, E-Mail und Chat entlastet werden.

Aller guten Dinge sind drei

Zuletzt hatten sich die prämierten Gründer mit ihrem Customer-Self-Enabling-Portal für den fressnapf Innovation Award beworben und den Silver Award in der Kategorie „Digital Services“ gewonnen. Als Europas Nummer eins für Heimtierbedarf positioniert sich Fressnapf mit dem Award als Innovationstreiber. MagicManuals® hatte für den fressnapf Innovation Award einen Prototyp gebaut, um den Endkunden erklärungsbedürftige Produkte und Equipment zu präsentieren ­– wie beispielsweise Installationsanleitungen und -Videos für Aquarien oder Terrarien. Diese kundenfreundliche Lösung war Fressnapf einen Award wert. Dass aber am Abend der Preisverleihung gleich die nächste Idee geboren wurde, war nicht vorherzusehen.

In Jubelstimmung auf den Hund gekommen

Das Resultat: Seit neuem werden die MagicManuals® auch für den „Fressnapf Tracker“ genutzt. Dabei handelt es sich um ein App-basiertes GPS-Ortungssystem, mit dem Hundebesitzer*innen jederzeit nachsehen können, wo sich der eigene Vierbeiner gerade befindet – ganz egal, wie weit er entfernt ist. Der Tracker sendet jede Minute die Position des Haustiers, im Live-Tracking sogar alle 15 Sekunden. Über 70.000 Hundebesitzer*innen nutzen den „Fressnapf Tracker“ bereits, der auch ein umfangreiches Helpcenter mit vielen Fragen und Antworten rund um die Vierbeiner beinhaltet. Diese und andere Inhalte sind nun in das nutzerfreundliche UX-Design der MagicManuals® übertragen worden – mit Bildern, Augmented-Reality-Animationen, Texten und Video. Auch für die Vorstellung der Features des „Fressnapf Tracker“ im Online-Shop des Fachhändlers wird die Lösung der watchandbuild.com-Gründer eingesetzt.

„Die Inhalte sind alle vorhanden, aber es ist entscheidend, wie sie aufbereitet werden, damit die Anwender des Trackers den größtmöglichen Nutzen davon haben. Die MagicManuals® sind eine Lösung, die vom Endkunden her gedacht und entwickelt worden ist. Wir setzen diese SaaS-Lösung deshalb gern ein, weil wir alles tun, um den Bedienkomfort für unsere Kunden zu optimieren“, sagt Milad Samei, Product Owner für den GPS-Tracker von Fressnapf.

Robert Rubart ergänzt: „Das Beispiel zeigt, wie vielfältig unsere Anwendungsmöglichkeiten sind. Es gibt in so vielen Bereichen noch Möglichkeiten, mehr Freude für Produkte zu erwecken, weil die Kunden alle wesentlichen Informationen an einer zentralen Stelle finden können.“

Wissenschafts-Gründer*innen als Klimaretter*innen

Wissenschaftliche Start-ups beschäftigen sich zunehmend mit Themen, die die Umwelt entlasten können und nehmen hierbei nicht selten Vorreiterrollen ein. Wir stellen fünf Start-ups vor, die auch mithilfe des Hamburger Verbundprojekts beyourpilot Maßnahmen gegen die Klimakrise entwickeln.

Der Klimawandel erfordert dringenden Handlungsbedarf: Ohne nachhaltige Veränderungen, die unseren Alltag umfassend durchdringen, steuert die globale Gesellschaft auf eine verheerende Krise zu. Etwa 80 Prozent der jemals weltweit produzierten Kunststoffe liegen auf Deponien oder verschmutzen zunehmend die Ozeane. Das empfindliche Ökosystem in den Tiefen der Meere ist bereits jetzt durch fünf Milliarden Tonnen unseres Plastikmülls belastet, der nicht abbaubar ist. In Deutschland werden gerade mal 17,3 Prozent der Plastikabfälle recycelt, wobei sich einige dieser Kunststoffe nur schwer wiederverwenden lassen. Insbesondere Einwegprodukte, die selbst in Ländern mit einem funktionierenden Re­cyclingsystem für Verpackungen nicht wiederaufbereitet werden können, bedrohen unsere Umwelt und beschleu­nigen den Klimawandel.

Fast ein Drittel aller grünen Start-ups sind forschungsnahe Gründungen

Der Green Startup Monitor beschreibt seit vier Jahren, wie es Deutschlands grüner Start-up-Szene geht. Der diesjährigen Studie zufolge spielen die Hochschulen gerade bei innovativen, grünen Gründungen eine wesentliche Rolle: Fast ein Drittel aller grünen Start-ups sind forschungsnahe Gründungen. Trotzdem sieht der Monitor hier noch großes Potenzial.

Essenzielle Unterstützung bei der Entwicklung innovativer grüner Technologien erhalten beispielsweise Hamburgs Start-ups vom Verbundprojekt beyourpilot, einem vernetzten und koordinierten Beratungs- und Unterstützungsangebot für alle Wissenschafts-Gründer*innen in der Hansestadt. Um den Erfolg der Wissenschafts-Start-ups in Hamburg zu erhöhen, wurde mit beyourpilot ein zentraler Anlaufpunkt für Gründer*innen geschaffen, über den online, aber auch offline durch Beratung und Unterstützung für mehr

Unternehmensgründungen an Hamburger Hochschulen und Forschungsinstituten gesorgt wird. Hierfür haben sich die größten Hamburger Hochschulen und das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY zusammengeschlossen, um die Gründungen von Wissenschaftler*innen noch besser und effektiver fördern und unterstützen zu können. Hier eine kleine Auswahl an Start-ups, die auch mithilfe von beyourpilot erfolgreich durchgestartet sind.

traceless materials

Ein Start-up, das insbesondere das Plastikproblem angeht, ist traceless materials mit einer umweltschonenden ­Alternative zu Plastik. Dr. Anne Lamp, die als Verfahrenstechnikerin bei Professor Kaltschmitt am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) promovierte, hat anhand ihrer Forschung ein neues Verfahren entwickelt, um das globale Plastikproblem zu lösen. Aus pflanzlichen Reststoffen der Agrarindustrie stellt das Unternehmen ein neuartiges Biomaterial her, das in vielen Bereichen Plastik ersetzen kann – beispielsweise in Verpackungen, Einwegprodukten oder Papierbeschichtungen. Das sogenannte traceless-Granulat lässt sich praktisch wie Kunststoffgranulat verarbeiten und befindet sich in verschiedenen Pilotprojekten im Anwendungstest (bspw. beim Versandhaus OTTO). Das Material ist nach wenigen Wochen kompostierbar sowie energieeffizient, klima­freundlich und lässt sich künftig zu einem wettbewerbsfähigen Preis in industriellem Maßstab herstellen. Das Start-up gewann 2022 den Hamburger Gründerpreis in der Kategorie „Existenzgründer“ und erhielt auf der nationalen Bühne den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie „Startup“.

Als Anne Lamp Anfang 2020 hinsichtlich ihrer Gründung noch in der Phase der Orientierung war, erfuhr sie von beyourpilot, genauer gesagt vom Startup Dock. Das Startup Dock ist die Gründungsunterstützung der TUHH, die Partnerin und damit Teil des beyourpilot-Netzwerks ist. Ein erstes Unternehmen hatte damals Interesse an Anne Lamps Material gezeigt, weshalb sie im Rahmen der Gründungsberatung um Rat suchte: „Ich war unsicher und kannte meine Optionen nicht. Das Startup Dock beziehungsweise beyourpilot hat mich dann beraten und gab mir Tipps“, berichtete sie über die Anfangszeit des Start-ups. Seitdem stehen ihr mehrere Ansprechpersonen zur Verfügung: „Sie sind bis heute meine Sparringspartner*innen, wenn es um mein Pitch-Deck geht. Wir sprechen beispielsweise auch über unsere Strategie, wie wir Dinge realisieren können. Das sind alles Business-Komponenten, über die man sich als Forscherin weniger Gedanken macht.“

Im Frühjahr 2020 stellte Anne Lamp fest, dass sie eine(n) feste(n) Partner*in für die Strategieentwicklung und Finanzierung braucht – seither wird sie von ihrer Mitgründerin Johanna Baare unterstützt. Die Wirtschaftswissenschaftlerin hat mit ihrer Erfahrung in der Strategieberatung sowie ihrem MBA eine komplementäre Expertise zu jener von Anne Lamp: „Wir sind auf ein breites Netzwerk angewiesen, um unser Wirkungspotenzial auszuschöpfen. Dazu gehört nicht nur unser traceless-Team, sondern auch die vielen Geschäftspartner*innen, Investor*innen und Unterstützer*innen, die sich unserer Pionierreise angeschlossen haben. Und natürlich auch die Gesellschaft und die Verbraucher*innen, wo bereits ein großes Bewusstsein für die Plastikverschmutzung besteht“, so Johanna Baare bei der Verleihung des diesjährigen Deutschen Gründerpreises. Der Bedarf an Innovationen und umweltfreundlichen Lösungen ist heute größer denn je, und die Gründerinnen freuen sich, dass neue Ideen wie ihre vielfach mit offenen Armen statt mit Skepsis aufgenommen werden.

„Als Impact-Unternehmen sind wir noch lange nicht am Ende unserer Mission: Unser Ziel ist es, das volle Wirkungspotenzial unserer Technologie auszuschöpfen und unseren Beitrag zur Lösung der globalen Plastikverschmutzung und Klimakrise zu leisten. Und dafür ist – wie bei allen komplexen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen – Zusammenarbeit entscheidend. Die Veränderung, die wir dringend brauchen, wird kein Unternehmen alleine schaffen“, so Anne Lamp.

Heldengrün: Den Haushalt revolutionieren

Wie uns das nachhaltige Start-up Heldengrün nicht nur beim bevorstehenden Frühjahrsputz glänzen lassen will.

Zwei junge Männer, Shewit Hadish und Eugen Mesmer, bringen uns derzeit ein neues Verständnis für den Wohnungsputz bei und zeigen uns, wie der Frühjahrsputz anno 2023 aussieht. Seit 2018 sorgen Shewit und Eugen mit ihrem Start-up Heldengrün dafür, dass unsere eigenen vier Wände ein Stück weit nachhaltiger glänzen und sorgen mit einem Putzstein, Öko-Wasch – und Trocknerbällen, sowie diversen Bio-zertifizierten Ölen für ein neues Verständnis von Sauberkeit. Die Produkte, die es im eigenen Heldengrün-Shop, bei allen großen Online-Händlern, bei Kaufland, Alnatura und in vielen Unverpackt-Läden gibt, vermeiden nicht nur Plastikmüll, sondern kommen so gut wie ohne chemische Zusätze aus.

All-in-One Putzstein, Trocknerbälle und Co.

Die Idee zu Heldengrün entstand in den damaligen Single-Haushalten der Gründer Shewit und Eugen. „Wir fanden es furchtbar, dass die Wohnung nach dem Putzen so pnetrant nach Chemie gestunken hat“, beschreibt Shewit. „Dazu hatten wir jeweils ein ganzes Arsenal an Plastikflaschen herumstehen. Das wollten wir ändern.“

Die beiden entwickeln nach und nach einen nachhaltigen All-in-One Putzstein aus 96 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen mitsamt Schwamm, der sich für alle Haushaltsbereiche eignet und das Putzmittel-Arsenal überflüssig macht, Trocknerbälle für den Trockner, die die Energie im Trockner effizient verteilen um Strom zu sparen, sowie einen weitestgehend natürlichen Bodenreiniger für den Wisch – und Saugroboter mit natürlichen Düften.

Alle Produkte bestehen zum Großteil aus natürlichen Inhaltsstoffen und werden entweder plastikfrei oder mit recyceltem Plastik verpackt, um einen möglichst ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. „Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns alle betrifft und das wir uns auch alle leisten können sollten“, sagt Eugen. „Wir wollten daher bezahlbare Alltagsprodukte schaffen, die uns als ganze Gesellschaft bewusster und grüner machen können. Wir wollen dafür vorhandene Ressourcen nutzen und keine neuen verschwenden.“

Neues Mindset in Sachen Putzen

Im Fokus steht dabei auch ein neues Mindset, was unser Verständnis fürs Putzen betrifft. „Sehr viele Menschen assoziieren den Geruch von Chemie mit Sauberkeit. Nur wenn es so steril riecht wie im Krankenhaus, vertrauen sie darauf, dass etwas wirklich sauber ist. Dabei gibt es nicht den einen spezifischen Geruch von Sauberkeit. Eine Wohnung kann auch dann sauber sein, wenn sie hinterher natürlich duftet und keine Giftkeulen zum Einsatz kamen. Wir müssen hier unser Sauberkeitsverständnis neu definieren.“

Heldengrün will genau das erreichen. Auf ihren Produkten sind anstatt leuchtfarbiger Piktogramme, die vor giftigen Stoffen warnen, lediglich Labels zur Öko-Zertifizierung zu sehen. „Es geht uns um Wertschätzung – gegenüber unserer Umwelt und auch gegenüber den Menschen“, so Shewit weiter. „Eigentlich will doch niemand chemische oder ätzende Inhaltsstoffe in seinen eigenen vier Wänden benutzen, vor allem dann nicht, wenn im Haushalt Kinder wohnen.“

2023 soll eine Erweiterung der Produktpalette erfolgen. Bereits jetzt neu im Sortiment: Ätherische Öle, die nicht nur als Duftgrundlage für Do It Yourself-Wasch- und Putzmittel verwendet werden, sondern das Sortiment in Richtung Körperpflege weiterdenken. So sind die hochwertigen Rosmarin – und Lavendelöle beispielsweise effektive Helfer für Kopfhaut- und Haarpflege. Die dafür verwendeten Pflanzen werden unter strengen ökologischen Auflagen angebaut und von einem Familienbetrieb in Handarbeit destilliert.

Bavarian Airlines: 18-Jähriger gründet Fluggesellschaft in München

18-jährige Gründer*innen gibt es einige. Mit der Gründung der Fluggesellschaft Bavarian Airlines sticht Adem Karagöz allerdings heraus.

Neue Fluglinien werden immer wieder gegründet. Bavarian Airlines sticht jedoch heraus. Erst im November 2022 gestartet und vergangene Woche formell gegründet, will das Unternehmen schon Ende 2023 mit zwölf gemieteten Jets des Typs Embraer E195-E2 von München aus Linienflüge nach Wien, Amsterdam, London City, Berlin, Düsseldorf und Mailand anbieten. Und was vielleicht noch erstaunlicher ist, als der ambitionierte Zeitplan: Co-Founder und CEO Adem Karagöz ist gerade einmal 18 Jahre alt.

Bavarian Airlines: Besseres Essen, breitere Sitze als die Konkurrenz

Dieser hat auch einen Plan, gegenüber der etablierten Konkurrenz wie Lufthansa und Co. herauszustechen, wie er in einem RTL–Interview erzählt: „Wir möchten ein neues Produkt auf den Markt bringen, das es in Deutschland so noch nicht gibt. Es ist vergleichbar mit der Domestic First Class in den USA. Das bedeutet, wir möchten ein besseres Service anbieten.“ Das heiße etwa besseres Essen und breitere Sitze. „In der Business Class gibt es eine 1-1-Bestuhlung statt einer 2-2-Bestuhlung, in der Economy Class eine 2-2-Bestuhlung statt einer 3-3-Bestuhlung“, so Bavarian Airlines-CEO Karagöz. Auf die Idee sei er während eines Business Class-Flugs gekommen, bei dem er sich über schlechtes Service und niedrigen Sitzkomfort geärgert habe, sagt der junge Gründer: „Ich dachte mir, das kann ich besser.“

Das Ziel: Top Services, moderate Preise

Trotz dieses Service-Versprechens will Bavarian Airlines Endverbraucher*innen-Preise in der Größenordnung der etablierten Konkurrenz bieten. Bei Analysen sei man zum Ergebnis gekommen, dass man sogar bei niedrigeren Preisen profitabel arbeiten könne, erklärt Adem Karagöz. Ob man im dritten oder vierten Quartal dieses Jahrs losstarten könne, hänge von der aktuell größten Herausforderung ab: Noch hat das Unternehmen keine Lizenz. Diese wurde aber bereits beantragt, wie sich RTL vom zuständigen Bundesamt bestätigen ließ.

Adem Karagöz sichert Startkapital in zweistelliger Millionenhöhe

Und wie finanziert der junge Gründer das alles? Gegenüber der Bild geht er nicht ins Detail, erzählt aber, man habe bereits einen zweistelligen Millionenbetrag „von Investoren und aus eigener Tasche“. Schon 2024 wolle man mit Bavarian Airlines 2,1 Millionen Passagiere befördern – mit insgesamt 21 900 Flügen, also 60 pro Tag, sagt Adem Karagöz dort. Und: Es werde ein Bonusmeilen-Programm geben, bei dem man in Kryptowährung – „Bavarian Tokens“ – ausbezahlt wird.

Warum Fleisch, wenn es auch Sonnenblumen gibt?

Langsam, aber stetig entscheiden sich immer mehr Deutsche für weniger oder sogar gar keinen Fleischkonsum. Doch fleischlose Alternativen etwa auf Sojabasis haben keine reine Klimaweste. Das Münchner Start-up Planty Of Meat setzt daher auf Sonnenblumen und verspricht echten Fleischgeschmack.

Der Oktober 2022 war der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Die hiesigen Sommer eilen seit Jahren von einem Temperaturrekord zum nächsten – während viele Ackerflächen, Waldböden und private Rasenflächen regelrecht verdorren. Es ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Der Klimawandel ist im vollen Gange und verändert das Wetter hierzulande dramatisch.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen fragen sich mehr und mehr Deutsche nach der eigenen Rolle, dem eigenen Klima-Fußabdruck und ihrer persönlichen Verantwortung: Die Zahl der Menschen, die zumindest häufiger als früher vom Auto aufs Fahrrad umsteigen, nimmt zu. Und auch bei den Ess- und Verbrauchsgewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten zeigt sich ein Umdenken. So geht der Fleischkonsum – wenn auch im internationalen Vergleich nach wie vor auf sehr hoher Basis – leicht zurück.

Fleischkonsum der Deutschen: Umdenken hat eingesetzt

Im Jahr 2021 summierte sich der menschliche Verzehr von Fleisch hier in Deutschland auf rund 55 kg pro Kopf, ist bei Statista nachzulesen. Weiter heißt es dort: „Der Gesamtverbrauch, in dem der Verbrauch von Tierfutter, die industrielle Verwertung sowie die Produktverluste berücksichtigt sind, summierte sich auf etwa 81,7 kg. Die in Deutschland am meisten konsumierte Fleischsorte ist Schweinefleisch. Es folgen Geflügel mit rund 13,1 kg sowie Rindfleisch mit etwa 9,4 kg pro Kopf. Die tendenziell sinkende Konsummenge von Fleisch in Deutschland ist vor allem auf die Zurückhaltung gegenüber dem Schweinefleisch zu erklären. Der durchschnittliche Gesamtverbrauch von Schweinefleisch sank seit dem Jahr 1991 um rund acht Kilogramm.“

Wesentliche Gründe für den Rückgang sind die zahlreichen Tierzuchtskandale der jüngeren Vergangenheit, Berichte über teils katastrophale Bedingungen bei der Haltung und dem Schlachten der Tiere, aber eben auch das steigende Bewusstsein über die immens hohen direkten und indirekten Kohlendioxid- und Methanemissionen bei der Nutztierzucht, die das Weltklima stark belasten.

Die Einsicht und der Wille zur fleischärmeren bis gar zur fleischlosen Ernährung ist bei vielen Menschen da. Wäre da nicht die Sorge, auf den dem Menschen regelrecht angeborenen Fleischgeschmack verzichten zu müssen.

Fleischersatz mit vollem Fleischgeschmack

Diese Sorge hatte auch Johannes Biel, als er 2019 das Unternehmen Planty Of Meat in Garching gründete: „Wir möchten natürlich konsumieren, gleichzeitig wollen wir unseren Kindern aber auch eine intakte Umwelt übergeben und nicht ohne Rücksicht auf Verluste leben.“ Als sich Johannes Biel mit dem Gedanken trug, eine „fleischlose Firma“ zu gründen, hatte er bereits als Fleischimporteur Karriere in der klassischen Industrie gemacht. Wie passt das zusammen? Seine Antwort: „Sicherlich sind wir ein Traditionsunternehmen, auf was wir sehr stolz sind. Dennoch möchten wir uns aber dem Zeitgeist nicht verwehren und auf aktuelle Trends eingehen. Folglich ist Planty Of Meat unsere Auflösung dieses Konflikts.“ Als Fleischimporteur kennt Biel die Bedürfnisse der Deutschen bestens – und will daher auch beim Geschmack keine großen Abstriche machen. Sein Motto: Was nach Fleisch schmeckt, muss kein Fleisch enthalten. Dabei will er aber keinen Zwang ausüben, sondern Optionen aufzeigen: mal mit, mal ohne Fleisch, je nach Lebenseinstellung, Lust und Laune.

Wettbewerber am Markt für fleischlose Produkte gibt es zahlreich. Als Fleischersatz bieten sich viele Dinge an: Tofu, Seitan, Soja. Tatsächlich enthalten Seitan und Soja beinahe genauso viel Eiweiß wie Fleisch, unverarbeitet aber kaum Fett und keine Harnsäure. Doch die gesunden Inhalte aus Soja und Weizen wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe werden bei der Eiweißgewinnung herausgelöst.

Planty Of Meat: Sonnenblumen mit weißerer Weste als Soja

Hinzu kommt auf der Negativbilanz: Das sehr proteinreiche und damit begehrte Soja erreicht mit keiner wirklich reinen Weste die deutschen Supermärkte und später die Teller der Verbraucherinnen und Verbraucher hierzulande. Für die Ausweitung der Ackerfläche werden etwa in Südamerika riesige Wald- und Savannenflächen umgewandelt. Auf diese Weise gehen einzigartige Lebensräume für Pflanzen und Tiere verloren, fruchtbarer Boden wird zerstört und Wasser verseucht.

Planty Of Meat dagegen setzt auf Fleischersatzprodukte auf Basis von Sonnenblumen und Weizen. Diese stammen nicht aus fernen Regionen und haben dadurch keine langen Transportwege hinter sich. Produziert wird in den Niederlanden.

IT-Trends 2023

Diese fünf zentralen IT-Trends werden das Jahr 2023 prägen.

Alles steht im Zeichen der Krise. Die Prognosen für die DACH-Region drehen sich um eine gleichbleibend hohe Inflation, die drohende Rezession sowie um die Frage, wie gut oder schlecht Unternehmen diese Situation verkraften werden. Wir wagen einen Ausblick auf die IT-Trends 2023 und stellen fest: Wir haben es mit einer Mischung aus wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit zu tun, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. Die aktuellen Entwicklungen führen dazu, dass die Schere zwischen Unternehmen, die ums Überleben kämpfen und jenen, die Dank ihres digitalen Ansatzes sogar einen Wettbewerbsvorteil realisieren können, weiter auseinander geht. Vor diesem Hintergrund: Diese fünf zentrale IT-Trends werden das Jahr 2023 voraussichtlich prägen.

1. IT-Trend 2023: Mehr für weniger: Der Druck steigt, bessere IT-Ergebnisse zu geringeren Kosten zu erzielen

Zum ersten Mal trifft der aktuelle Wirtschaftsabschwung auf eine noch junge Businessform: Unternehmen mit As-a-Service Geschäftsmodellen können auf diese Herausforderungen nicht mit althergebrachten Strategien klassischer Industrien reagieren: Das Zurückstellen von Ausgaben für langfristige Investitionsgüter hilft hier nicht weiter. Um Kosten zu sparen, setzen Unternehmen stattdessen auf die Optimierung vorhandener Technologien. Während der Pandemie hat sich z.B. in vielen Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher, sich teils überlappender Tools angesammelt: Von Teams über Zoom bis hin zu Slack und Asana – sie alle sollten die Remote-Arbeit und Kooperation möglichst schnell und effizient machen. 2023 werden Unternehmen jedoch ihren Tech-Stack genauer unter die Lupe nehmen und sich von einigen As-a-Service Produkten wieder trennen. Punkten hingegen werden jene Anbieter*innen, die als echte Wachstumskatalysatoren identifiziert werden und die helfen, neue Märkte und Einnahmequellen zu erschließen.

2. IT-Trend 2023: Hoher Speicherbedarf trifft auf Lieferkettenproblem: Masterplan für Hybrid-Cloud-Strategie ist unerlässlich

Die Anzahl der datengetriebenen Geschäftsmodelle steigt und damit auch der Speicherbedarf in Unternehmen. Die seit der Pandemie gestörten Lieferketten haben sich jedoch bisher nicht erholt: Eine einjährige Lieferzeit bei Hardware- und Netzwerkkomponenten sind keine Seltenheit. Deshalb werden noch mehr Unternehmen auf Cloud-Provider setzen, um Zugriff auf eine robuste, verlässliche und skalierbare Speicherinfrastruktur zu haben. Gewinnen werden jene Unternehmen, die dafür eine minutiöse Planung aufsetzen: Wie und wann greift ein Unternehmen auf eine Public Cloud zu, um einerseits die schwankende Nachfrage bestmöglich zu bedienen und andererseits nicht selbst alle Speicherkapazitäten vorhalten zu müssen? Während vorhersehbare, routinemäßige Arbeitslasten auf der eigenen Infrastruktur laufen, werden unerwartete Arbeitslasten planmäßig in die Public Cloud verlagert. Nur Unternehmen, die hierfür ein detailliertes Drehbuch bereitstellen, werden die Speicherknappheit ohne Abstriche an Verfügbarkeit und Resilienz meistern.

3. IT-Trend 2023: Für Nachhaltigkeit und gegen die Folgen extremer Klimaereignisse: Zwei Seiten der gleichen Medaille

Nachhaltigkeit hat viele Aspekte: Mit den knappen Energieressourcen und den explodierenden Energiepreisen ist für Unternehmen eine weitere, teilweise existenzielle Herausforderung hinzugekommen. 2023 werden Unternehmen ihren Energieverbrauch immer stärker am schwankenden, aktuellen Strompreis ausrichten, um Kosten zu sparen. In diesem Zusammenhang wird auch die Investition in immer leistungsfähigere Technologie steigen, da diese eine bessere Performance bei geringerem Energieverbrauch ermöglicht. Zudem wird die Politik entschiedener gegen Greenwashing vorgehen: Von Seiten der Gesetzgebung und der Regulierungsbehörden werden die Vorgaben immer konkreter, wie z.B. die ESG-Kennzahlen, die die Themen Umwelt, Soziales und Governance in den Fokus nehmen. Auf Nachhaltigkeit setzen Unternehmen aber auch verstärkt aus Gründen der Resilienz und stellen sich der Frage: Wie lassen sich IT-Systeme widerstandsfähiger machen gegen die immer deutlicheren Auswirkungen extremer Klimaereignisse? Viele Unternehmen werden sich im kommenden Jahr verstärkt mit Notfallplänen beschäftigen, um die Kontinuität ihres Geschäfts noch stärker durch Backups oder die Möglichkeit einer kurzfristigen Verlagerung ihrer Anwendungen zu alternativen Cloudanbietern an anderen Standorten abzusichern.

4. IT-Trend 2023: Managed Services sind im Aufwind – Attraktivität integrierter Komplettlösungen steigt

Vom Angebot über die Auswahl bis hin zum Betrieb, Anwendungen werden immer komplexer, die umfassende Expertise jedoch ist in den Unternehmen längst nicht mehr gegeben – vor allem bedingt durch den sich verstärkenden Fachkräftemangel. Insbesondere Unternehmen, für die IT-Systeme nicht das Herzstück ihres Geschäftsmodells sind, sondern diese lediglich als „Vehikel“ nutzen, schaufeln sich mit Managed Services (MS) Kapazitäten für ihr eigentliches Geschäft frei. Je mehr ein Unternehmen unter Druck steht, umso mehr setzt es auf Managed Service. Parallel findet bei MS-Anbietern eine Spezialisierung auf bestimmte Bereiche oder Branchen statt, da nicht jedem/jeder Kund*in jede Dienstleistung angeboten werden kann.

5. IT-Trend 2023: Weniger Perfektion – mehr Befähigung: Viele deutsche Unternehmen werden ihre traditionelle Denkweise schneller hinter sich lassen als erwartet

Die Unternehmen müssen gemeinsam mit der Technologie transformiert werden, die Revolution kommt sprichwörtlich aus den unteren Etagen – insbesondere aus jenen der IT-Abteilungen. Die Angst vor Risiken und die Scheu vor Lösungen, die nur 90 Prozent statt 100 Prozent Perfektion versprechen, lähmt Organisationen und bringt sie angesichts von Inflation und Rezession in ernsthafte Schwierigkeiten. Mut und der Weitblick hingegen, klassische Hierarchien über Bord zu werfen, macht aus Führungskräften echte „Befähiger*innen“. Diese Art der Unterstützung wird sich in den obersten Chefetagen immer häufiger durchsetzen und der digitalen Transformation auch hierzulande einen echten Schub versetzen. Deutsche Führungskräfte verlassen nach Jahren der Zurückhaltung notgedrungen die Zauderzone und wagen Neues.

Die Autorin Elena Simon ist Geschäftsführerin der GCore Labs GmbH

Hospitality-Trends 2023

Die Digitalisierung geht weiter voran: Diese 5 Trends erwartet die Hospitality-Branche im neuen Jahr.

Während im vergangenen Jahr der Fokus in der Hospitality-Branche auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern.

Neue Verfahren, smarte Tools

Die Digitalisierung schreitet in Deutschland weiter voran – das muss sie auch! Insbesondere junge Generationen setzen auf moderne Arbeitsplätze und werden von veralteten Systemen sowie analogen Strukturen zumeist abgeschreckt. Wer also dem Fachkräftemangel entgegenwirken möchte, muss auf neue Verfahren und smarte Tools setzen. Insbesondere in der Hospitality-Branche gibt es da noch immer viel zu tun. Viele internationale Technologieunternehmen sehen den Bedarf und unterstützen das Gastgewerbe vor Ort mit ihren digitalen Lösungen.

Während im vergangenen Jahr der Fokus jedoch auf automatisierte Abläufe im Frontend-Bereich und damit für ein besseres Gästeerlebnis gesetzt wurde, blieben die Entwicklungen im Hintergrund weitestgehend auf der Strecke. Das wird sich 2023 ändern - hier die wichtigsten Trends für die Hotel- und Gastronomiesparte im kommenden Jahr.

Hospitality-Trend 1: Schluss mit der Zettelwirtschaft – die Digitalisierung des Backoffice

Noch immer scheinen Excel und Notizzettel die beliebteren Hilfsmittel im Backoffice zu sein. Doch immer mehr Gründe sprechen für eine schnelle Digitalisierung und werden diese im kommenden Jahr weiter vorantreiben. Denn mit dem Grundsatzurteil 1 ABR 22/21 vom BAG (Bundesarbeitsgericht) vom 13. September 2022 ist die Arbeitszeiterfassung für Arbeitgeber*innen Pflicht. Sollen also die eigenen Angestellten entlastet werden, muss der Fokus auch in 2023 weiter auf der Optimierung interner Prozesse und speziell der Arbeitszeiterfassung liegen. Moderne Software-Lösungen und Apps sind eine einfache, aber vor allem ortsungebundene Möglichkeit, die Arbeitszeit effizient zu erfassen – egal ob im Betrieb oder im Home-Office. Eine schnelle Freigabe der endgültigen Stunden und fehlerfreie Abrechnungen inklusive. Auch für Personalmanager*innen bietet die Digitalisierung des Backoffice eine zunehmende Entlastung. Sie behalten den Überblick über die jeweiligen Zuständigkeitsbereiche und können effizient Dienstpläne erstellen oder gegebenenfalls Änderungen schnell und transparent eintragen. Zusätzliche Features, wie interne Kommunikationsfunktionen oder die Verknüpfung mit bestehenden Tools bis hin zum Frontdesk-Bereich sorgen zudem für mehr Struktur im Arbeitsalltag. Das spart Zeit und schont personelle Ressourcen.

Hospitality-Trend 2: Modernes Bewerbungsmanagement

Auch in Sachen Recruiting unterstützen digitale Prozesse ungemein. So haben Bewerber*innen zum Beispiel verschiedene Kanäle, über die sie auf die Arbeitgeber*innen zukommen können. Diese unterschiedlichen Portale können dank smarter Lösungen inhouse zu einer zentralen Datenbank zusammenfasst und der komplette Bewerbungsprozess damit effizienter gestaltet werden. Absagen oder die Priorisierung von potenziellen Mitarbeitenden sowie Terminerinnerungen und Onboarding-Prozesse können ebenso automatisiert werden. So kann die Einarbeitung beispielsweise effizienter durch Online-Videos, Web-basierte Trainings oder Mediatheken erfolgen und so wertvolle Ressourcen sparen. Der Ausbau Cloud-basierter HR-Software wird somit im Jahr 2023 im Fokus sein.

Hospitality-Trend 3: Mitarbeitende binden – Zufriedenheit fördern

Während digitale Zeiterfassungs- und Abrechnungsanwendungen schon in einigen Unternehmen zum Arbeitsalltag gehören beziehungsweise verpflichtend sind, bietet die Automatisierung im Bereich Employee Experience noch viel Potenzial. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und will vor allem kranke Arbeitnehmer*innnen mit der eAU, der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, entlasten. Ab dem 01. Januar 2023 sind die Krankenkassen zur digitalen Weiterleitung der Krankmeldung an die Arbeitgeber*innen verpflichtet. Außerdem sollen personalisierte Performance Dashboards, die den Fortschritt von Mitarbeitenden transparent sowie jederzeit abrufbar darlegen, zur Bindung und Weiterentwicklung von Angestellten beitragen. Mittels intuitiver Tools kann dann eine stärkere Feedback-Kultur gelebt und die eigene Leistung in messbaren Zielen festgehalten werden. Schlussendlich steigt die Zufriedenheit und Loyalität der Mitarbeitenden nachhaltig, wenn Arbeitgeber*innen ein gut strukturiertes und organisiertes Arbeitsumfeld bieten.

Hospitality-Trend 4: Automatisierung des Frontoffice

Obwohl im Bereich der Kundenzufriedenheit bereits viel geschehen ist, wird 2023 auch die Digitalisierung des Frontoffice noch weiter vorangetrieben. Voice- sowie Chatbots können beispielsweise zunehmend für Bestellungen oder Reservierungen eingesetzt werden, um so auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Während das Personal durch die künstliche Intelligenz entlastet und anderweitig eingesetzt werden kann, wird gleichzeitig schneller auf die Bedürfnisse der Gäste reagiert. Zudem wird auch das Bestandsmanagement dank digitaler Kassensysteme effizienter. Durch automatisierte Sortimentsprüfungen können Warenbestellungen dann schnell und direkt bis zum angebundenen Lieferanten weitergeleitet werden.

Hospitality-Trend 5: Waste-Management dank smarter Tools

Durch die Nutzung von Recycling- oder Foodwaste-Software wird auch die Nachhaltigkeit der Unternehmen zunehmend digitaler werden. Entsprechende Tools können zum Beispiel Warenbestände erfassen und weggeworfene Gegenstände ermitteln. Künstliche Intelligenz kann Abfallbereiche identifizieren und quantifizieren. Gerade in der Gastronomie und Hotelküche können so Prozesse optimiert werden. Lebensmittel werden reduziert und bares Geld gespart.

Fazit

Vorhandenes Personal kann mithilfe von smart eingesetzten Tools entlastet und effizient eingesetzt werden. Auch die Betreuung der Gäste wird durch die zunehmende Digitalisierung vereinfacht und die sogenannte Customer Experience weiter ausgebaut. Eine digitalisierte Branche ist somit greifbar und könnte den vielbeschäftigten Gastronom*innen und Hotelbetreiber*innen sowie ihren Angestellten 2023 den Arbeitsalltag erleichtern, wenn sie sich aktiv dafür entscheiden.

Der Autor Michael Scheiblich ist Lead Customer Success DACH der Personalplanungssoftware Planday

HR-Trends 2023

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren – diese Trends solltest du kennen.

Nach einigen turbulenten Pandemie-Jahren wird auch 2023 in der HR-Welt noch keine Ruhe einkehren. Zwischen Digitalisierung, Inflation und andauernden weltweiten Krisen stehen Unternehmen weiterhin vor ereignisreichen Zeiten. Aber was ist für das kommende Jahr zu erwarten? SD Worx, europäischer Anbieter von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, prognostiziert folgende wichtigste Trends.

Die HR-Welt verändert sich in rasantem Tempo. Neue Geschäftsmodelle, konsolidierende Märkte, die zunehmende digitale Transformation und gesellschaftliche Entwicklungen steigern die Nachfrage nach flexibler Personalarbeit. Dabei geht es nicht nur um die interne Gestaltung der Organisation, sondern auch um einen entscheidenden Bewusstseinswandel auf grundlegenderer Ebene: Den Wandel als Chance zu nutzen und die Personalpolitik neu zu überdenken. 

1. Flexibilität wird zum Schlüsselkonzept
Hybrides Arbeiten hat sich 2022 vielerorts zum neuen Standard entwickelt. Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden oftmals schon jetzt maximale Flexibilität, was die Wahl des Arbeitsortes betrifft. Gleichzeitig verschwimmen dank des zunehmend dynamischeren Personalmanagements die Grenzen zwischen den verschiedenen Abteilungen immer mehr und Unternehmen prüfen, wie sich Mitarbeitende mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen bestmöglich ergänzen können. Interne Plattformen gewinnen an Beliebtheit und gewährleisten eine optimale Abstimmung zwischen den verfügbaren Talenten im Unternehmen (fest angestellt oder als Zeitarbeiter*innen) und der Art der zu besetzenden Stelle. So können Angebot und Nachfrage besser aufeinander abgestimmt und die persönlichen Stärken der Arbeitnehmenden gefördert werden. 

2. Digitalisierung als ganzheitlicher Ansatz
Um die verschiedenen Aspekte des flexiblen Arbeitens managen zu können, werden für Personalverantwortliche smarte HR-Tools immer wichtiger. Dadurch können nicht nur Prozesse vereinfacht werden, sondern auch der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden wird gewährleistet. Obwohl der Ausbruch der Covid-19 Pandemie vor fast drei Jahren die Digitalisierung beschleunigt hat, ist die digitale Reife in vielen Unternehmen noch nicht weit fortgeschritten. Das gilt auch für die Personalabteilungen, obwohl es schon heute ausgereifte Tools und Lösungen gibt. Während Unternehmen in China und in den Vereinigten Staaten bereits vermehrt auf solche Möglichkeiten setzen, ist dies in Deutschland und anderen europäischen Ländern noch nicht der Standard. Gerade den Organisationen mit Aufholbedarf bietet der Übergang zu End-to-End-Lösungen innerhalb eines integrierten digitalen Systems große Vorteile, da mittelfristig Kosteneinsparungen zu erwarten sind. 

3. Zahlen im Fokus
Angesichts der aktuellen Energiepreise und der Inflation bleibt die wirtschaftliche Situation für Unternehmen eine Herausforderung. Mehr denn je wägen sie ab, in welche Tools sie investieren können, um ihre Mitarbeiter*innen auf intelligente und integrierte Weise zu unterstützen. Unternehmen sind zunehmend offen für die Auslagerung oft zeitaufwändiger und komplexer Tätigkeiten, damit sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Angesichts steigender Preise rückt zugleich das finanzielle Wohlergehen der Angestellt*innen weiter in den Vordergrund. Unternehmen integrieren häufiger intelligente Vergütungen in ihre Lohnpolitik, mit flexiblen Gehaltsperioden, alternativen Gehaltsformen oder einem individuellen Verdienst, bei dem die Mitarbeiter*innen die Zusammensetzung ihres Gehaltspakets teilweise selbst mitbestimmen können.

4. Maßgeschneiderte Arbeitsmodelle 
Der Fachkräftemangel wird sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, sodass sich die Unternehmen mehr denn je als attraktive Arbeitgeber*innen positionieren müssen. Gleichzeitig ermöglicht dies den Arbeitnehmenden, eine bewusstere Jobwahl zu treffen. Speziell für das Jahr 2023 ist diese Herausforderung durch eine Machtverschiebung gekennzeichnet: Die Mitarbeitenden sind sich bewusster darüber, was ihnen wichtig ist und wollen bei Entscheidungen miteinbezogen werden. Sie erwarten ein offenes Ohr sowie ein Mitspracherecht und fordern flexible Regelungen zu Arbeitsinhalten, -verträgen, -zeiten, -orten sowie die Wahl zwischen Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung.

Top-Trends im B2B-Marketing 2023

Das jährliche „Trendbarometer Industriekommunikation“ des bvik hat die Top-Trends und Herausforderungen im Bereich Marketing-Kommunikation ermittelt.

Als wettbewerbsentscheidend für die kommenden drei Jahre bewerten die rund 240 Befragten fast unisono eine professionelle, ehrliche interne Kommunikation. Dieser „historische“ Höchstwert identifiziert Maßnahmen, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und zu aktivieren als zentrale Erfolgsmomente. Ebenfalls wichtig: Die Unternehmen sollten ihre Kräfte abteilungsübergreifend bündeln, Kund*innen- und Marktdaten stärker strategisch nutzen und digitale Plattformen auf den Radar zu nehmen – beispielsweise TikTok oder das Metaverse. Hier liest du die wichtigsten Trends auf einen Blick.

Interne Markenführung und starker Außenauftritt

Die befragten Expertinnen und Experten für Marketing- und Kommunikation bestätigen mit rund 95 Prozent Zustimmung, dass angesichts der aktuellen Krisen professionelle und ehrliche interne Kommunikation zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen führt. „Besonders in schwierigen Zeiten ist Transparenz unseren Beschäftigten gegenüber absolut wichtig. Diese Vertrauenskultur, die durch eine zielgerichtete interne Kommunikation mit geschaffen wird, ist die Grundlage für Leistungsbereitschaft und Erfolg, gerade auch bei den so wichtigen jungen Talenten“, berichtet Silke Lang, Director Marketing Mobile Hydraulics der Bosch Rexroth AG. In der authentischen Außenkommunikation als Arbeitgebermarke bewerten laut Studie mehr als 80 Prozent die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von HR und Marketing als Schlüssel zum Erfolg. Hier sehen sie jedoch noch großen Handlungsbedarf. In Richtung neuerer Social-Media-Plattformen lässt sich im Vergleich zu den Vorjahren jedoch bereits eine verstärkte Offenheit erkennen.

Nachhaltigkeit als Differenzierungsfaktor?

Zur Ehrlichkeit gehört auch eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation abseits von Greenwashing, auf Basis belegbaren Firmen-Engagements. 80 Prozent der Teilnehmenden sehen in ihr einen entscheidenden Differenzierungsfaktor für Unternehmen, manche werten sie sogar bereits als Hygiene-Faktor. Die Wirtschaft selbst hinkt in Summe aber noch immer deutlich hinter den Anforderungen hinterher. „Wir beschäftigen uns als Weltgemeinschaft seit genau 50 Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Erschreckenderweise ist die prinzipielle Herausforderung seitdem bekannt. Echte Lösungen sind aber unverändert Fehlanzeige“, mahnt die Nachhaltigkeitsforscherin Prof. Dr. Estelle Herlyn der FOM Hochschule für Oekonomie und Management.

Daten als wichtiger Teil des Ganzen

In komplexer werdenden Märkten steigt zudem die Relevanz des professionellen, strategischen und transparenten Datenmanagements. Rund 78 Prozent der Befragten sehen im datengetriebenen Marketing in den nächsten drei Jahren den entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Gewinnung und Verarbeitung von Daten unter Wahrung der restriktiver werdenden gesetzlichen Vorgaben bleibt eine große Herausforderung für den deutschen Mittelstand. Die Branche hat zudem realisiert, dass die reine Auswertung der Kundenhistorie zur Geschäftsentwicklung nicht mehr ausreicht. Vielmehr sehen sie in der Datenanalyse im Sinne von Predictive Intelligence wesentliche, bislang ungenutzte Potenziale. Jedoch mangelt es hier noch an Kompetenz und Ressourcen in den Unternehmen. Zugleich wird mehrfach betont, dass im Kontext von Marketing und Vertrieb neben den Daten der menschliche Faktor nicht an Bedeutung verloren hat.

Mehr dazu liest du im ausführlichen Report „bvik Trendbarometer Industriekommunikation 2023

Marketing-Trend-Statements 2023

Marketing-Trends 2023: Achtsames Storytelling, Data-driven und Authentizität: diese Trends bestimmen das kommende Marketing-Jahr.

Die Technologie entwickelt sich in rasantem Tempo weiter. Es gibt jedoch auch eine Gegenbewegung gegen die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der Interaktionen zwischen Marken und Verbraucher*innen. Heute besteht der Wunsch, das Marketing wieder menschlicher zu gestalten. Warum und wie Authentizität, Technologie und Gesundheitsthemen die Aufbereitung von Content sich 2023 verändern wird, beschreiben die sieben CEOs, Gründer*innen und Marketing-Expert*innen in ihren Trendstatements für das kommende Jahr.

Self-Service-Endpoints schaffen Kundenbindung über Erfolgserlebnisse

Self-Service-Endpoints sind digital geschaffene Möglichkeiten, damit Kund*innen sich eigens um Anliegen aller Art kümmern können. Gerade beim digitalen Shopping kommen viele Fragen zum Bestand, der Sendung, Angeboten oder Rücksendungen auf - der Customer Self-Service kann schnelle und hürdenlose Lösungen bereithalten, ohne dass Mensch oder Bot überhaupt erst eingeschaltet werden muss. Die Antworten müssen dafür am Anwendungsfall der User ausgerichtet werden und führen im besten Falle zu einem Erfolgserlebnis der Nutzer*innen. Die Wartezeit zur Lösung einzelner Probleme ist deutlich kürzer und User haben das Gefühl, näher am Unternehmen zu sein, da sie sich allein und ohne großen Aufwand Antworten beschaffen können. Die Personalisierungsidee wird somit um die Faktoren Einfachheit, Schnelligkeit und Bindung über Zufriedenheit erweitert, was wiederum Leads generiert und den Verkauf fördert. Diese Innovation wird bereits von großen Unternehmen wie Miele genutzt – im Jahr 2023 dürfen wir hier aber sicherlich noch sehr viele Nachzügler beobachten.

FettFressHair als Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland ausgezeichnet

Das Recyclingprojekt des Kieler Start-ups „FettFressHair“ hat vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Titel „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ verliehen bekommen.

Tagelange Arbeit an Motivationsschreiben und Projektbeschreibung, Nervosität bei den Auswahlgesprächen und am Ende kräftiges Daumendrücken haben sich ausgezahlt: das Kieler Team „FettFressHair – dein Haar kann Meer“ hat eine weitere Auszeichnung abgeräumt.

Mit „Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland“ fördert die Bundesregierung innovative Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Das „FettFressHair“-Team erhält nun ein einjähriges Mentoring sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an Workshops, die das Projekt deutschlandweit bekannter machen und stärken sollen.

„FettFressHair“ wurde 2021 ins Leben gerufen, in dem Jahr, in dem pandemiebedingt deutschlandweit Friseursalons schließen mussten. Die Initiatorin und Kieler Friseurmeisterin Janine Falke und ihre Schwester Nadine Schindler wollten diese Zeit sinnvoll nutzen und ließen sich bei ihrer Idee von einem Bericht über das Ölunglück auf Mauritius im Jahr 2020, wo Haare in Strümpfen eingesetzt wurden, um die Verunreinigungen im Wasser aufzunehmen, inspirieren.

Nach diesem Vorbild sollten auch in Deutschland Haare als Öl-Filter eingesetzt werden. Auf die ersten Prototypen mit Haaren aus dem eigenen Friseursalon folgte Anfang 2021 der Sieg beim „Yooweedoo- Ideenwettbewerb“ der CAU Kiel. Kurz darauf wurden die „FettFressHair-Schlängel“ mit Korken schwimmfähig gemacht und Kooperationspartner im Kieler Tiefbauamt gefunden.

In diesem Jahr kam dann ein weiteres professionelles Produkt dazu: das „FettFressHair-Nadelvlies“. Es wird maschinell verarbeitet, besteht aus 100 Prozent reinem Schnitthaar und ermöglicht verschiedenste, flexible Anwendungsgebiete. Dafür befindet sich „FettFressHair“ aktuell im Zertifizierungsprozess, um Städten in ganz Deutschland ein nachhaltiges Alternativprodukt zu synthetischen Ölfiltern anzubieten. Mit dem Nadelvlies können z.B. Ölfänger in Regenrückhaltebecken, Bootshäfen und Motorbootstankstellen installiert werden. Außerdem ist der Einsatz in Gullys oder auch im Dämmstoffbereich möglich.

„Die Auszeichnung als Kultur-& Kreativpilot*innen und die damit verbundene Aufmerksamkeit möchten wir dafür nutzen, unser Start-up weiter zu entwickeln und Kooperationspartner*innen zu finden“, so „FettFressHair“-Initiatorin Janine Falke. Ihre Co-Founderin und Schwester Nadine Schindler ergänzt: „Als Kultur-und Kreativpilot*innen Deutschland wollen wir zeigen, dass es sich lohnt aus jedem Beruf heraus über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken und zu agieren.“

Musik trifft KI

Künstliche Intelligenz hält Einzug in sämtliche Lebensbereiche, so auch in der Musik. Wir zeigen, welche Start-up-Innovationen dabei entstehen.

Am Beispiel von fünf Start-ups aus dem Portfolio des MediaTech Hub Accelerators in Potsdam wird deutlich, welchen Einfluss KI bereits heute hat. Mit ihren KI-Lösungen krempeln die Gründer*innen die Film- und Musikbranche um, entwickeln neue Technologien und erschließen innovative Geschäftsmodelle.

„Im Entertainment-Ökosystem in Potsdam-Babelsberg ist künstliche Intelligenz (KI), die unser tägliches Leben weiter beeinflussen wird, eines der zentralen Themen. Besonders im Bereich Musik. Doch wie genau profitieren wir von KI? Vereinfacht gesagt, übernimmt KI künftig immer mehr Prozesse und Routinen, die der Mensch bisher mit hohem zeitlichen Aufwand selbst erledigen musste. Die eingesparte Zeit kann beispielsweise für mehr Kreativität genutzt werden statt für monotone Arbeiten“, so Andrea Wickleder, Geschäftsführerin des MediaTech Hub Potsdam.

Als einer von zwölf Digital Hubs in Deutschland ist der Media­Tech Hub Potsdam der einzige mit einem Schwerpunkt auf ­MediaTech. Vertiefend im Startup-Programm MediaTech Hub Accelerator werden hier neue digitale audio-, visuell und ­videobezogene Technologien und Geschäftsmodelle erforscht, entwickelt und realisiert. Seit Gründung 2019 hat der MTH Accelerator 33 Teams aufgenommen. Jährlich haben bis zu 12 Teams die Möglichkeit, Teil des Portfolios zu werden. 14,5 Mio. Euro sind zwischen 2020 und 2022 in die Teams investiert worden.

Diese MediaTech-Start-ups entwickeln mithilfe von KI-Innovationen innerhalb der breit gefächerten Musikbranche.

AIBeatz

Gegründet wurde das Berliner MusikTech-Start-up AlBeatz im Jahr 2022 von Adrian Ligüerre und Daniel Murcia. Al­Beatz ist ein SAAS (Software as a Service), mit dem Musikschaffende wie Sänger*innen, Produzent*innen oder Con­tent Creator*innen, die ihre eigene Musik erstellen und verwerten können. Mithilfe der Online-Beatmaking-Plattform können sie ganz einfach mittels Echtzeit-KI-Musikkomposition in wenigen Sekunden einzigartige Beats kreieren und diese durch wenige Klicks personalisieren. So entstehen komplett neue und einzigartige Musikstücke, für deren Kreation keine Musikkenntnisse erforderlich sind. Jeder der hunderttausenden Tracks, die für das Training der Kompositionstechnologie verwendet wurden, ist von professionellen Musiker*innen und Produzent*innen gesampelt, synthetisiert und produziert worden. Zukünftig wird es Nutzer*innen möglich sein, Musik-NFTs für ihre Beats zu generieren. So können sie einfach die ­Musikrechte für ihre Kreationen zertifizieren und sich dadurch die Einnahmen sichern. „KI und Blockchain eröffnen neue Möglichkeiten für die Generierung und Distribution von Musik und helfen, derzeitige Copyright-Probleme drastisch zu verringern. Unsere Vision ist es, Künstler*innen und Unternehmen trotz des Einsatzes neuer Technologien einen konstanten Einfluss über den gesamten Kreativprozess zu ermöglichen. So könnte jeder der nächste Hitmaker sein“, so CEO Adrian Ligüerre.

Planet A Foods: kakaofreie Schokolade zum Fest

Das 2021 in München gegründete Start-up Planet A Foods will mit der weltweit ersten 100 % kakaofreien Schokolade Nocoa die Süßwarenwelt gehörig umkrempeln.

Noch haben sich viele Menschen nicht mit der Idee von Fleischersatz-Produkten, Milch-Ersatz-Produkten und Co. angefreundet. Doch mittel- bis langfristig dürfte der Trend – aus Gründen wie Klimawandel und Bevölkerungswachstum – nicht aufzuhalten sein. Entsprechend sehen sich Forschende und Unternehmen nach weiteren Möglichkeiten um, gängige Lebensmittel mit (perspektivisch) umweltfreundlicheren Alternativen zu ersetzen. Eines davon ist das vom Geschwisterpaar Sara und Maximilian Marquart gegründete Münchner Start-up Planet A Foods. Mit Nocoa hat es eine Kakao-Alternative entwickelt – und steht knapp vor der Markteinführung.

Hafer ersetzt Regenwald-Rodung und Kinderarbeit

Der Hintergrund: Für die Kakaoproduktion werden jährlich große Regenwald-Flächen abgeholzt und es gibt ein massives Problem mit Kinderarbeit. Das Unternehmen setzt dagegen auf Hafer aus heimischer Produktion als wichtigste Zutat. Auch sonst nutzt Planet A Foods auf regionale Bestandteile.

Ersetzt werden im Nocoa sowohl Kakaopulver als auch Kakaobutter. „Wenn man Hafer richtig fermentiert und röstet, erhält man sehr ähnliche Aromen wie im Kakao“, erklärt Sara Marquart gegenüber der deutschen WirtschaftsWoche. Dazu adaptierte das Start-up Verfahren zur Fermentation. Bei Blindverkostungen sollen laut dem Start-up auch Lebensmittelexpert*innen den Unterschied zu gewöhnlicher Schokolade nicht geschmeckt haben.

Große Skalierungspläne mit Nocoa

Planet A Foods hat bislang rund sechs Millionen Euro Investment aufgenommen, unter anderem von Cherry Ventures aus Berlin, und hat am renommierten Y-Combinator-Accelerator-Programm im Silicon Valley teilgenommen. Überzeugt haben dürfte man die Geldgeber*innen auch mit der Strategie. Das Start-up will nämlich nicht – wie andere vergleichbare Unternehmen – erst einmal ein Edel-Produkt auf den Markt bringen, sondern fokussiert darauf, Schokolade in Massenprodukten wie Schokoriegeln zu ersetzen.

Die Vision laut Maximilian Marquart: „Eine Lebensmittelfirma aufbauen, die 500 Megatonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen kann“. Derzeit baut das Start-up im tschechischen Pilsen eine 1000-Quadrameter-Halle, in der 400 Kilogramm Nocoa-Schokolade pro Stunde hergestellt werden sollen. Und der geplante Marktstart dürfte auch nicht zufällig gewählt sein – knapp vor Weihnachten soll es soweit sein.