Mode-Start-ups

Kleidung online präsentieren und verkaufen


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Die Startup-Szene ist bunt und vielfältig. Zu den besten Geschäftsideen 2017 gehört unter anderem My Fashionary, ein Unternehmen, das im Bereich Mode & Accessoires angesiedelt ist. Inhabergeführte Boutiquen und junge Labels präsentieren sich auf der Plattform und bieten neben der Kleidung unter anderem auch Style-Beratungen an. Das Startup und ist selbstverständlich in den sozialen Netzwerken präsent.

In der Modebranche ist die Konkurrenz groß und die zunehmende Digitalisierung fordert von jedem Unternehmen neue, frische Ideen. Es ist nicht leicht, sich in diesem Metier am Markt zu behaupten. Das Internet bietet jungen Start-ups aus der Modebranche die Chance, sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Wie sie die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden erringen können, ist Thema dieses Beitrags.


Mode attraktiv präsentieren

Sichtbarkeit im Netz ist unverzichtbar, um an Kunden zu kommen. Das gilt umso mehr für Startups aus der Modebranche. Im Internet spielen visuelle Reize eine große Rolle. Mode sollte deshalb immer optisch ansprechend präsentiert werden. Die großen Labels und Versandhändler machen es vor: Sie lassen Models ihre Mode vorführen und stellen die Kleidung anhand von kurzen Videos vor. Das ist clever, denn der User sieht, wie ein Kleid, ein Pullover oder eine Hose sich in Bewegung verhält. Wer es sich leisten kann, sollte prüfen, in wie weit sich Videos in seinen Onlineshop integrieren lassen.

Der Erfolg des Textilhandels lässt sich an den Verkaufszahlen ablesen: Im Jahr 2015 setzte er gut 62 Milliarden Euro um, gerechnet zu Endverkaufspreisen inklusive Mehrwertsteuer. Ein sehr großer Kuchen, von dem Start-ups sich ihr Stück sichern sollten.


Lebendige Fotos, die Geschichten erzählen

Die zweite Variante ist, Fotos der Kleidungsstücke an einem lebenden Model in den Shop zu stellen. Hilfreich und nutzerorientiert sind Fotos, die sich per 360°-Kamera beliebig drehen und wenden lassen. Über die Vergrößerungstaste können User Details wie

  • Säume,
  • Kragen,
  • Bündchen,
  • Umschläge,
  • Stoffstruktur und
  • Knopfleisten

genauer betrachten und rein optisch die Verarbeitung prüfen. Gerade bei hochpreisigen Kleidungsstücken ist das ein Feature, das bei Kunden gut ankommt. Ebenfalls verkaufsfördernd ist die Präsentation von Kleidung in einem stimmigen Umfeld. Erzählt das Foto eine Geschichte, ist der Aufmerksamkeitsfaktor höher. Beispiele für eine passende Kombination: Arbeitskleidung in der Werkstatt, Brautkleider vor einer Kirche, Sportbekleidung im Fitnessstudio, Unterwäsche im Bad oder Schlafzimmer.

Die dritte Möglichkeit der Präsentation ist über Schaufensterpuppen oder Schneiderpuppen möglich. Für Blusen, Pullover, Hemden und Jacken bieten sich Torsos an, Kleider sind an einer Schneiderpuppe oder an einer klassischen Schaufensterpuppe besser präsentiert. Je nach Anforderung gibt es Schneiderpuppen und Zubehör in unterschiedlichen Qualitäten und Materialien.  Edel wirken professionelle Schneiderpuppen, die mit Leinen bezogen sind. Alternativ eignet sich ein Torso, der mit Wechselbezug ausgestattet ist. Auch hier gilt, dass interaktive Fotos mit Zoomfunktion bzw. 360°-Drehbarkeit und Darstellungen von mehreren Seiten den Nutzeransprüchen entgegenkommt.

Zuletzt kann Mode schlicht liegend oder auf einem Bügel hängend abfotografiert und online gestellt werden. Für T-Shirts, Strümpfe, Tücher und vergleichbare Textilien ist das teilweise ein gangbarer Weg, wirkt aber unter Umständen lieblos und wenig ansprechend. Für Oberbekleidung ist es generell die bessere Wahl, die Kleidung aufwändiger zu präsentieren, denn das erhöht die Verkaufschancen.


Das schönste Designerstück ist nichts wert, wenn es nicht gefunden wird

Sichtbar im Netz zu sein gehört zu den größten Herausforderungen überhaupt. Eine Internetseite mit ansprechenden Fotos und funktionierendem Shop alleine reicht nicht aus, um Kunden anzuziehen. Die Suchmaschine muss die Internetseite finden und in den Ergebnissen möglichst weit oben platzieren. Das heißt, dass die Webseite optimal aufbereitet werden muss. Dazu gehört entweder ein dicker Geldbeutel für eine Marketingagentur oder Zeit, um sich selbst mit der Optimierung der Seite zu beschäftigen. Nicht zuletzt sind Ideen gefragt und Inspiration können Gründer hier finden. Die Kombination aus allen drei Komponenten ist sicherlich eine empfehlenswerte Option.


Social Media: Eine Fanbase aufbauen

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. konstatiert, dass Social Media inzwischen zu den grundlegenden Kompetenzen gehört, die ein Unternehmen auf Erfolgskurs mitbringen muss. Außerdem macht der Verband folgende Feststellung:

"Social Media ist keine Einzeldisziplin mehr, sondern eine Kompetenz, die fest in der Unternehmensstrategie verankert sein muss. „Social Media ist in vergangenen Jahren erwachsen geworden – und aus dem Kommunikationsmix nicht mehr wegzudenken."

Es ist also keine Frage mehr, ob Social Media zur Verbreitung von Informationen bzw. zur Kundengewinnung und -bindung genutzt werden sollte, sondern welche Instrumente des Social Media die richtigen für ein Unternehmen sind. Für die Praxis bedeutet das, dass Twitter, Facebook, Xing, Instagramm, Google+ und andere Kanäle in Abhängigkeit von Produkten und Zielgruppen mit ins Marketing einzubinden sind.


Die Webseite lebendig gestalten: Blogbeiträge, Kundenkommentare, Wettbewerbe

Eine Webseite wird für Suchmaschinen wie Google interessant, wenn sie lebendig ist, wenn auf ihr etwas passiert.

  • Wachsender Content zu passenden Themen, die für User einen Mehrwert bieten, sind aktuell ein großes Thema.
  • Eine Internetseite, auf der nichts geschieht, ist rein marketingtechnisch tot und wird in den Ergebnissen so weit hinten aufgelistet, dass der Durchschnitts-User sie nicht findet.
  • Eine gute Idee ist die Installation eines Blogs, der regelmäßig mit Content gefüllt wird. Dieser sollte den Lesern Mehrwert bieten. Das bedeutet, dass eigene Gedanken drinstecken, die einen Beitrag zu einer einzigartigen Informationsquelle machen. Plagiate sorgen dafür, dass Google eine Seite abstraft und in den Suchergebnissen ganz weit nach hinten schiebt. Unique Content ist Pflicht.


Fazit

Das Internet bietet viele Chancen für Startups. Die Webseite steht dabei im Zentrum der Bemühungen. Auf ihnen wir die Ware präsentiert und die Darstellung der Textilien sollte in Abhängigkeit vom verfügbaren Budget so ansprechend wie möglich sein. Großes Augenmerk ist auf die Gestaltung und Vermarktung der Webseite zu legen, sie ist das Aushängeschild. Vor diesem Hintergrund ist es ratsam, sich ein Marketingkonzept zu erarbeiten. Ein Mix aus unterschiedlichen Marketinginstrumenten gepaart mit Ausdauer führen langfristig zum Ziel. Der Lohn sind neue Kunden und steigende Umsätze.

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Das Deep-Tech-Ei

BioNTech oder Celonis haben es hierzulande eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Wer beim Gründen auf Deep Tech setzt, sichert sich im Idealfall „unfaire“ Vorteile und erhöht zugleich die Chancen, dem klassischen „Horse Race“ in den Märkten zu entfliehen.

Wer gründet, sieht eine Opportunity, mit der sich Geld verdienen und bestenfalls die Welt verbessern lässt. Aber das allein reicht nicht: Angesagt und cool sollte das Ganze ebenfalls sein. Immerhin ist das Unternehmen gerade zu Beginn Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, und diese sehnt sich nach Reputation und Signaling, oder etwa nicht? Nur stellt sich die Frage, wie sinnvoll dieser Ansatz ist. Denn wäre er ein ökonomischer Geniestreich, würden nicht 80 bis 90 Prozent aller Start-ups in den ersten drei Jahren wieder vom Markt verschwinden.

Vielleicht ist es ja an der Zeit, die allgemeine Gründer*innenmentalität, die allzu oft nach fancy Themen sucht, zu hinterfragen und künftig vermehrt mit Ideen an den Markt zu gehen, die zwar weniger glitzern, dafür aber ihren Gründer*innen einen „unfairen“ Vorteil versprechen.

Wenn Wissenschaft auf Technik trifft

Je offensichtlicher ein Business, desto kompeti­tiver ist es auch. Bei Deep Tech ist das anders. Anfänglich wenig auffällig, ist Deep Tech ein Sammelbegriff für disruptive Technologien, die entstehen, wenn Wissenschaft auf Technik trifft. Alle Dinosaurier, die heute das Silicon Valley beherrschen, sind aus einem „Deep-Tech-Ei“ geschlüpft: Google, Apple, Microsoft. Zu Anfang, aber auch bis heute besitzen diese Unternehmen einen unfairen technologischen Vorteil, der als Grundlage ihres Geschäftsmodells dient.

Doch was zeichnet Deep Tech aus? Ihre Erfinder*innen greifen wenig bis gar nicht auf Bestehendes zurück, im Grunde entwickeln sie eine Technologie von Grund auf neu. Digital getriebene Deep-Tech-Kategorien sind unter anderem Blockchain, AI/KI oder Quantum Computing. Hinzu kommen Hardware- bzw. Engineering-lastige Kategorien wie BioTech, Advanced Materials, Drones & Robotics, New Energy oder Space Tech. Wichtiges Kriterium: Die neue Lösung hat einen wissenschaftlichen Ursprung und muss den bestehenden um Längen voraus sein, am besten um das Zehnfache. Daher spricht man auch von einem „10x-Unterschied“.

Wie kann ein(e) Gründer*in von solch fortschrittlichen Technologie profitieren und damit auch noch Geld verdienen? Eine berechtigte Frage, da Deep Tech offenkundig viel Forschungsarbeit benötigt und damit einiges an Zeit und Ressourcen bindet. Dazu sei gesagt: Gründer*innen müssen Technologien gar nicht unbedingt selbst erfinden bzw. entwickeln, es gibt sie bereits! Sie benötigen lediglich Zugriff darauf, um sie zu einem Geschäftsmodell weiterzuentwickeln beziehungsweise eine relevante Applikation darauf aufzubauen.

Der Zugang zu Deep Tech

Oftmals entsteht Deep Tech in Universitäten und Laboren. Sagen wir, eine Doktorandin forscht gemeinsam mit ihrem Professor nach einem Leichtbauwerkstoff für die Luftfahrt, und plötzlich ertönt ein lautes „Heureka“. Ein wissenschaftlicher Durchbruch, denn der neue Werkstoff ist leichter und günstiger als alle vergleichbaren. Nachdem die Jubelschreie verstummt sind, schlägt der Professor vor, ein gemeinsames Spin-off zu gründen; eine Ausgründung aus dem universitären Umfeld, das die Doktorandin leiten soll. Nunmehr sieht sich diese mit vielen neuen Fragen konfrontiert: Wie kann ich aus dem Werkstoff ein konkretes Produkt bauen? Wie kann dieses der Luftfahrtbranche helfen? Und wie erhalte ich Zugang zu den Entscheider*innen auf Kund*innenseite und finde obendrein Wagniskapitalgeber*innen? Es liegt auf der Hand, dass sie damit schnell überfordert ist, weil die Aufgaben völlig konträr zu jenen sind, die sie an der Universität zu bewältigen hatte.

Deep Tech beginnt nämlich in der Forschung als blanke Theorie, weit entfernt von einem marktreifen Produkt. Ziel im ersten Schritt ist es, einen Prototyp zu entwickeln und Sympathisant*innen zu finden. Nicht selten aber stirbt eine disruptive Idee in diesem Stadium, weil unklar bleibt, wie genau das Produkt aussieht, das dem/der Kund*in hilft. Den Gründer*innen fehlt der Zugang zu den richtigen Kontakten und das Wissen darüber, was der Markt im Detail benötigt. Und selbst wenn es den Gründer*innen gelingt, ein geeignetes Produkt zu entwickeln, wartet da noch das zweite Tal des Todes auf sie: Vertrieb und Marketing. Bis zu 100 Mal teurer kann der Aufbau und die Vermarktung einer Deep-Tech-Anwendung werden, als lediglich den zugrunde liegenden Technologiekern (Building Block) dahinter zu erarbeiten.

Deep Tech in seine Bausteine zerlegen

Die Lösung scheint, Deep Tech in seine Bestandteile zu zerlegen. Soll heißen, die zuvor erwähnte Doktorandin braucht rechtzeitig Hilfe, um den Prototyp zu entwickeln. Ihr Spezialgebiet ist nun mal die Forschung, und wenn sie ihren wissenschaftlichen Meilenstein in ein marktreifes Produkt überführen will, benötigt sie Zugang zum Markt. Das ist die Chance für Entrepreneur*innen und Co-Gründer*innen, deren Spezialität zwar nicht die Forschung, dafür aber die marktseitige Weiterentwicklung der Technologie in praktischer Anwendung ist. Sie bringen das mit, was der Doktorandin fehlt: ein Gespür dafür, was der Markt gebrauchen könnte und wie sich damit Geld verdienen lässt.

Und wie lässt sich jetzt beides verbinden? Zum einen muss der Doktorandin oder dem Team des schon gegründeten Forschungs-Spin-offs klar werden, dass ihre Lösung einen Building Block darstellt, der meist verschiedene Probleme in unterschiedlichen Vertikals lösen kann. Zum anderen braucht es dafür Applikationen, d.h. konkrete Produktanwendungen, die auf Basis der Deep Tech entwickelt werden, und natürlich Entrepreneur*innen, die das Marktgespür aus einer bestimmten Nische – besser noch – für ein spezifisches Industrieproblem mitbringen. Die Schnittstelle kann eine Kooperation oder ein Application Programming Interface (API) sein. Wichtig ist, dass der Building Block forschungsnah bleibt, damit er fortlaufend weiterentwickelt werden kann.

Die Monetarisierung erfolgt dann über ein separates Unternehmen, das den starken Technologievorteil in Form eines Produkts, respektive einer Anwendung im Zielmarkt verkauft. Mithilfe dieser Logik geht es weg von „Lab to Market“ hin zu „Market to Lab“. Der Prophet soll also nicht mehr zum Berg, sondern der Berg zum Propheten kommen. Derzeit ist das noch ein händischer Prozess, der stark auf Zufall und auf der Fähigkeit zu Netzwerken beruht. Gelingt es aber, sowohl den Markt als auch die Forschung anhand von greifbaren Erfolgen hierfür zu sensibilisieren, kann ein herausragendes Modell für beide Seiten resultieren. Und damit würde Entrepreneurship das Allzeitproblem des mangelhaften Technologietransfers lösen.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, ist eine Schnittstelle zwischen Forschung und Markt sinnvoll, eine sogenannte Middleware-Company (meist als Spin-off aufgesetzt), die sich als Building Block zwischen der Applikation und dem Deep-Tech-Ursprung befindet. Sie hat einerseits Zugang zu den Lehrstühlen mehrerer Universitäten, eben dorthin, wo Deep Tech oft seinen Ursprung hat. Andererseits beschäftigt sich die Middleware-Company nicht direkt mit Einzellösungen (Applikationen) am Markt, sondern fokussiert auf die Rolle des Enablers (ggf. sogar als Plattform) und stellt den Applikations-Companies den Technologiekern zur Verfügung. Das Risiko von Deep Tech wird aufgeteilt, da sich jede Partei auf ihr jeweiliges Fachgebiet konzentrieren kann. Das verschlankt den Prozess und reduziert die Gefahr, das Rad neu zu erfinden oder sich in unnötigen Aufgaben zu verlieren.

Die Zeit ist reif für Deep Tech

Zwischen 2016 und 2020 wuchs der Deep-Tech-Markt um das Vierfache, gemessen an den Investitionen. Beflügelt haben dieses Wachstum globale Probleme, allen voran das Bevölkerungswachstum und die Klimakrise. Deep Tech könnte sich als ein Problemlöser erweisen und Gründer*innen wie Wagniskapitalgeber*innen mit verteidigbaren Technologien ausstatten. Unter Umständen erweisen sich Technologie und Anwendungsfeld im ersten Moment als weniger fancy, als ursprünglich erdacht, aber dafür könnten die Parteien einen echten Fußabdruck hinterlassen und außerdem ein differenziertes Geschäftsmodell mit kraftvollem Kern entwickeln, der lange Zeit unangreifbar bleibt.

Daraus resultiert der eingangs erwähnte unfaire Vorteil, der sich allerdings gesellschaftlich betrachtet als äußerst fair erweisen könnte. Und das wiederum erfüllt die Arbeit der Gründer*innen mit mehr Freude und Sinnhaftigkeit. Das wäre mit einem wettbewerbsintensiven Geschäftsmodell wohl kaum realisierbar.

Der Autor Prof. Dr. Bastian Halecker ist Founding Partner des German Deep Tech Institutes und Deep Tech Entrepreneur­ship @ XU Exponential University, www.germandeeptech.institute

Wisefood: Die Zero-Waste-Profis

Wie Wisefood mit seinen essbaren Trinkhalmen und ökologischen (Mehrweg-)Produkten zum Vorreiter für nachhaltigen Gastro-Bedarf wurde.

Große Veränderungen beginnen oft im Kleinen, und manchmal entspringt der erste Schritt einer mehr oder weniger spontanen Idee. Im Jahr 2017 erkannten Studierende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dass bei der Herstellung von Lebensmittelprodukten Abfälle und Reststoffe anfallen, die sich sinnvoll nutzen lassen. „Bei der Herstellung von Apfelsaft bleiben die wertvollen Fasern übrig, der sogenannte Apfel­trester“, so Philipp Silbernagel, Mitgründer und Geschäftsführer der Wisefood GmbH, „und wir wollten daraus essbare Strohhalme herstellen.“

Was als akademisches Projekt und Hobby begann, entwickelte sich zu einem Vorreiterunternehmen, das heute in einem boomenden Marktsegment führend ist. Wisefood bietet ein wachsendes, breit aufgestelltes Portfolio von ökologischen Einweg- und zunehmend auch Mehrwegprodukten für Speisen und Getränke, angefangen beim Trinkhalm, über Besteck und Teller bis hin zu Küchenprodukten und Kerzen. „Wir verkaufen auf allen Kanälen“, sagt Philipp, „vom Groß- und Einzelhandel, über Online-Plattformen und natürlich über unseren eigenen Shop.“ Wisefood beliefert überwiegend Gastronomie und Handel, aber auch Privatkund*innen. Die meisten Produkte laufen unter der Marke Wisefood, einige Händler*innen und Markenhersteller*innen setzen auf Whitelabel-Lösungen. Wisefood ist mittlerweile in über 30 Ländern verfügbar, Tendenz steigend.

Start mit der Nudelmaschine

Der Weg dahin war alles andere als einfach. „Die ersten Prototypen für den essbaren Trinkhalm entstanden in Handarbeit mithilfe einer Nudelmaschine“, so Philipp. Zusammen mit seinen damaligen Mitgründern Danilo Jovicic und Konstantin Neumann wollte er eine Manufaktur für hochpreisige, essbare Trinkhalme aufbauen. „Dann haben wir uns intensiv mit dem Markt für Verpackungen und Einwegprodukte beschäftigt und festgestellt, dass hier sehr viel Müll entsteht und kaum etwas nachhaltig ist.“ Die Gründer erkannten das Potenzial ihrer Idee. Doch die ersten, noch in Handarbeit hergestellten Trinkhalme kosteten 50 Cent und waren damit nur für einen kleinen Nischenmarkt attraktiv. Die Erkenntnis reifte, dass nur ein sehr günstiges Produkt, das auch in der Masse funktioniert, einen spürbaren Unterschied machen würde.

Lernen durch Rückschläge

Anfangs war Wisefood komplett durch eigene Ersparnisse finanziert. „Dann haben wir ein Crowdfunding erfolgreich durchgeführt und gemerkt, dass sich die Leute für Nachhaltigkeit und für unser Produkt interessieren“, so Philipp. 2018 folgte eine kleinere Finanzierungsrunde mit Business Angels. Im selben Jahr ging das Team zur TV-Show „Die Höhle der Löwen“, etwas verfrüht, wie sich herausstellte. „Die Idee weckte zwar Begeisterung, doch in der Testrunde löste sich unser Trinkhalm auf und gab Geschmack an das Getränk ab“, erinnert sich Philipp, ein absolutes No-Go. Nach der Absage der Investor*innen stellte sich die Frage, ob man überhaupt weitermachen sollte. Philipp und sein Team gaben nicht auf und nahmen sich vor, dass zur Ausstrahlung der Sendung, also innerhalb von sechs Monaten, das Produkt marktreif sein sollte. „Die vielen Rückschläge, die wir im Laufe der Zeit hatten, waren wichtige Momente, die uns weitergebracht haben“, so Philipp.

Größer denken

Im Jahr 2019 sortierte sich das Team neu. Zwei Gründungsmitglieder stiegen aus, Maximilian Lemke als Head of Operations, und Patricia Titz als Head of Sales and Business Development stießen dazu. Kennengelernt hatten sich die drei bei UnternehmerTUM, dem Gründerzentrum der TU München. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir ein gutes Team sind, und Wisefood zusammen groß machen können“, sagt Philipp. Es folgte der Umzug nach Garching, wo die Räumlichkeiten des Gründerzentrums und vor allem das Netzwerk genutzt werden konnten.

Das Produkt war noch längst nicht reif für den Massenmarkt. München und das Umland boten die passenden Labore sowie Spezialist*innen für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, zudem ein Ökosystem mit vielen weiteren nachhaltigen, technologielastigen Start-ups. Als neuer Investor kam DX Ventures, der Investmentarm von Delivery Hero, mit an Bord. Besonders bei der Entwicklung und der Produktion musste das Team umdenken. „Zu Beginn haben wir auf kleine Labore gesetzt, um unsere Lebensmittelprodukte zu entwickeln“, sagt Philipp, „doch im Rückblick hätten wir früher auf die Spezialist*innen setzen und die Produktion mit Expert*innen hochfahren sollen.“ Zum Beispiel kaufte das Team am Anfang kritische Werkzeuge für die Produktion selbst, etwa einen Extruder für die Trinkhalme. Weil ein einziges Bauteil kaputt ging und nicht schnell genug neu beschafft werden konnte, verlor das Team mehrere Monate. „Aus solchen Lek­tionen haben wir gelernt, größer zu denken“, so Philipp. Heute produziert Wisefood bei einem der führenden Lebensmittelhersteller*innen in München.

Mehr Produkte und Smart Money

Als es im Jahr 2019 zum ersten großen Deal mit Aldi kam, der die Produkte von Wisefood deutschlandweit in alle Märkte des Discounters brachte, sah es aus, als hätten es Philipp und sein Team geschafft. „Einer der schönsten Momente als Gründer ist, wenn man die eigenen Produkte im Laden sieht“, so Philipp. Als die Wisefood-Trinkhalme in über 4000 Aldi-Filialen standen, wurde der Erfolg mit dem ganzen Team gebührend gefeiert. In dem Geschäftsjahr, nur zwei Jahre nach der Gründung, erzielte Wisefood einen siebenstelligen Umsatz bei sechsstelligem Gewinn.

Doch dann folgte mit der Corona-Krise die nächste Zäsur. „Als Restaurants schlossen, Veranstaltungen ausfielen und die Menschen nicht mehr ausgingen, brach die Nachfrage massiv ein“, sagt Philipp, „und da haben wir gemerkt, dass wir mit der Ein-Produkt-Strategie, nur mit unserem Trinkhalm, nicht weit kommen.“ Das Team konzentrierte sich auf die Erweiterung des Produktsortiments, mit neuen Produkten wie Besteck und Tellern. Seitdem kann Wisefood nicht nur viel mehr Kund*innen ansprechen, sondern sind auch die Warenkörbe größer geworden. Für die sommerliche Grillparty gibt es zum Beispiel passende Sets aus nachhaltigem Einweggeschirr.

Dies ist ein Auschnitt aus einem Beitrag aus unserem aktuellen Printmagazin: Mehr dazu liest du in der StartingUp - Heft 02/22 - ab dem 2. Juni 2022 im Handel – jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

zero44: Grüne Schifffahrt per Start-up-Power

Das vor Kurzem von den Berliner Flagship Founders ausgegründete Start-up zero44 will künftig Reedereien, Charterer und Schiffsmanager dabei unterstützen, ihr CO2-Management zu planen und optimieren.

Die Schifffahrt verursacht etwa drei Prozent der globalen Emissionen. Ihr Ziel ist es, bis 2050 CO2-neutral zu sein. Noch aber steigen die Emissionen, statt zu sinken – nach aktuellem wissenschaftlichem Stand werden sie im Jahr 2050 sogar 20 Prozent über den aktuellen Ausstoß-Werten liegen, so nicht bald entschieden gegengesteuert wird. Zugleich sind Veränderungszyklen in der Schifffahrt lang, hochmoderne Schiffe mit sparsamen Technologien werden sich erst ab ca. 2030 schrittweise verbreiten. Der Austausch der gesamten Welthandelsflotte dauert anschließend weitere Dekaden.

Deutlich früher allerdings müssen sich Schifffahrtsunternehmen mit den neuen gesetzlichen Anforderungen zur Emissionsreduktion auseinandersetzen: Schon ab 2023 treten die schärferen Klimaschutzvorgaben der IMO in Kraft, die Schiffe je nach ihrer CO2-Effizienz bewerten. Für Schiffe, die ein schlechtes Rating erhalten, müssen Eigner oder Betreiber dann konkrete Pläne vorlegen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. 

Daneben steht auch die Aufnahme der Schifffahrt in den EU-Emissionshandel voraussichtlich kurz bevor. Tritt dies ein, müssen Schiffe wie in anderen Sektoren üblich CO2-Zertifikate erwerben, wenn sie in europäischen Gewässern agieren. Dies wird nach aktuellem Stand bei zahlreichen Akteuren zu massiven Betriebskostensteigerungen führen. Im Schnitt werden diese bei ca. einer Million Euro zusätzlich pro Schiff und Jahr liegen.

Weitere Regularien überall auf der Welt sind zu erwarten. Diese Gegebenheiten erfordern schnelle, wirksame Lösungen für eine nachhaltige CO2-Reduktion.

CO2-Strategien für bestmögliche Geschäftsergebnisse

Genau hier setzt zero44 an: Das Staqrt-up will seinen Kunden dabei helfen, die bestmöglichen Entscheidungen rund um ihre CO2-Emissionen zu treffen. zero44 greift dabei schon an einem sehr frühen Zeitpunkt in das CO2-Management ein. So erhalten Schifffahrtsunternehmen mit Hilfe der digitalen Lösung nicht nur einen umfassenden und tagesaktuellen Überblick über ihre Emissionen, sondern auch ganz konkrete Entscheidungshilfen für ihre CO2-Planung. Sie erfahren, welche kommerziellen Auswirkungen bestimmte Entscheidungen haben und wie sie ihre Prozesse daraufhin optimieren können.

Dafür werden diverse relevante Parameter und Optionen berücksichtigt: Dazu kann etwa die Planung der Dauer und Strecke einer Schiffsroute gehören, die sich stark auf den CO2-Ausstoß auswirken. Auch bereits bestehende IMO-Ratings für Schiffe werden in den Berechnungen einkalkuliert. In anderen Fällen wiederum kann es die geschäftlich sinnvollste Lösung für beteiligte Unternehmen sein, einen Aufpreis für höhere CO2-Emissionen zu zahlen - auch dies berücksichtigt zero44 in seinen Empfehlungen. Damit bietet das Unternehmen eine wirklich umfassende Lösung, mit der sich Unternehmen der Schifffahrt schnell und effizient nachhaltig aufstellen können.

„Die Schifffahrt braucht ganz dringend Lösungen, um nachhaltiger zu werden – und das nicht erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten, sondern jetzt sofort“”, sagt Friederike Hesse, Mitgründerin von zero44. “Der Klimawandel wartet nicht. Also gilt es, jetzt kreative und gleichzeitig langfristig wirksame Möglichkeiten zur CO2-Reduktion zu finden, die sich sofort einsetzen lassen: Auf allen Arten von Schiffen und unabhängig ihres Alters oder der genutzten Technologie. Bisher gab es dafür keine umfassenden und zufriedenstellenden Lösungen. Genau deshalb haben wir zero44 gegründet. Wir wollen Schiffsbetreibern bei dieser schwierigen Aufgabe helfen und mit ihnen gemeinsam die globale Schifffahrt nachhaltig und ressourcenschonend gestalten. Nur so ist sie zukunftsfähig.“

Flagship Founders dritte Start-up-Ausgründung

Flagship Founders ist der Founding Partner für Start-ups mit Fokus auf maritime Technologien, Logistik und Schifffahrt. Das in Berlin ansässige Unternehmen wurde im Mai 2020 gegründet und baut gemeinsam mit ambitionierten Gründerpers.nlichkeiten skalierbare Unternehmen mit digitalen Produktlösungen auf. Ziel ist es, Spitzentechnologien und Innovation in die Schifffahrtsindustrie zu bringen und damit die Zukunft der Branche mitzugestalten.

Dementsprechend groß ist die Freude über die erfolgreiche Ausgründung. Fabian Feldhaus, Managing Director und Mitgründer bei Flagship Founders: „Die Schifffahrt muss nun schnell sein und nachhaltig werden. Wir als Flagship Founders wollen dazu unbedingt beitragen und hatten das Thema schon früh im Blick. Gespräche mit verschiedensten Branchen-Akteuren und -Experten haben uns darin nur bestätigt: Wir sehen uns hier einer der größten Herausforderungen dieser globalen Branche gegenüber, und das für mindestens 30 Jahre. Die kommenden Regularien erfordern, dass sich alle Akteure hinsichtlich des Emissionsmanagements abstimmen. Die kommerziellen Auswirkungen der neuen Gesetzgebung müssen dabei berücksichtigt und Planungsprozesse darauf zugeschnitten optimiert werden. Das Potenzial in diesem Bereich ist riesig, das konnten wir im Vorfeld der Gründung validieren. Hier können wir unser Know-how im Aufbau digitaler Geschäftsmodelle besonders gut einsetzen. So fiel die Entscheidung für den Aufbau und die Ausgründung von zero44.“

Geleitet wird zero44 von Friederike Hesse und Nils Obermann, die beide als Managing Director und Mitgründer*innen fungieren. Das Unternehmen befindet sich derzeit in der Produktentwicklungsphase und fokussiert zudem auf den Aufbau des Mitarbeitenden-Teams und den Aufbau von Kundenbeziehungen. Der Launch der Software für den breiten Markt ist im Laufe des Jahres geplant.

DeepUp: Die Tech-Bauhelfer

Wie das Bonner Tech-Start-up DeepUp die digitale Kartierung von unterirdischen Versorgungsleitungen perfektioniert und damit zum Innovationstreiber wird.

Die Explosion am 10. März 2014 im schleswig-holsteinischen Itzehoe war gewaltig – und riss vier Menschen in den Tod. 15 weitere Personen wurden verletzt, 100 verloren ihr Zuhause. Was sich anhört wie die Szene aus einem Bürgerkrieg, war jedoch auf die Erneuerung der Regenwasserkanalisation zurückzuführen: Dabei stieß an diesem Frühlingstag ein Bagger in der holsteinischen Stadt in einem halben Meter Tiefe auf ein graues Metallrohr: eine Gasleitung, die in keiner Karte verzeichnet war. Tragische Ironie des Desasters: An fehlender Digitalisierung lag es in diesem Fall nicht. Vielmehr war sie sogar der Grund für das Unglück. Bereits in den 1970er-Jahren wurde in Itzehoe das Straßenkataster von Papier auf EDV umgestellt, die zerstörte Gasleitung in der Schützenstraße allerdings schlichtweg vergessen.

Antizipation und Glück statt Lösungen

Doch stellt dieses Extrembeispiel bei Weitem keinen Einzelfall dar. Denn alle zwei Minuten (!) wird in Deutschland eine Versorgungsleitung bei Tiefbauarbeiten beschädigt, auch wenn dies immerhin nur sehr selten zu Toten führt. Spätestens seit dem Corona-Ausbruch ist das Grundproblem hinter diesen Unglücksfällen allerdings offenkundig geworden: Deutschland hat ein gewaltiges Problem im Managen und Verwalten seines Gemeinwesens. Die Dokumentation von Leitungen im Untergrund gehört hier voll und ganz dazu. Denn niemand scheint zu wissen, welche Art von Versorgungsleitungen an welchem Ort und in welcher Tiefe genau liegen. Eine Firma, die neue Glasfasernetze verlegt, kann beispielsweise nicht auf zuverlässige Dokumente aus dem Rathaus zurückgreifen. Denn jeder Netzbetreiber besitzt sein eigenes Geo­informationssystem (GIS). Hinzu kommt: Die Lage von Versorgungsleitungen weicht oft um mehrere Meter von der Realität ab. Rücken also die Bagger an, geht beim Ausschachten des Grabens viel über Antizipation und Glück.

Innovativ = präzise + effizient

Das Tech-Start-up DeepUp setzt genau hier an: Die junge Firma um die beiden Gründer Sinka Ismail und Michael Putz möchte den gesamten operativen Bauprozess von der Planung über die Einmessung bis hin zum Baustellenmonitoring und zur Abrechnung perfektionieren – und damit auch indirekt Leben retten. Das Start-up hat hierfür eine Technologie entwickelt, die die Einmessung und Dokumentation neu verlegter Leitungen präziser und um 2400 Prozent effizienter gestaltet als bisher der Fall.

 „Unsere Geschäftsobjekte liegen zwar unter der Erde und sind für viele unsichtbar, aber für unseren Wohlstand und unser aller Leben unverzichtbar“, so Michael Putz. Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunika­tion, Wasser, Abwasser und Kabelfernsehen – allein in Deutschland bewegt sich das Marktpotenzial im Milliardenbereich. Die Basis ihres Geschäftsmodells ist ein kleiner, mobiler 3D-Handscanner, den jeder sofort bedienen kann, ohne umfangreiche Schulungen oder gar eine Ausbildung dafür absolvieren zu müssen. Dieses Gerät stellt DeepUp den Leitungsverlegern kostenlos zur Verfügung. Abgerechnet wird die Nutzung der DeepUp-Plattform pro Meter.

Und wo früher teilweise Monate nach dem Zuschütten der Grube erst ein Vermessungstechniker mit meist teurem, analogem und unhandlichem Messequipment anrückte, erfasst nun der/die Kund*in am offenen Graben selbst die Leitungen. Dafür ist keinerlei Expertenwissen notwendig. Jede(r) Baustellenmitarbeitende kann nun vor Ort deutlich schneller arbeiten als Vermessungsingenieur*innen. Automatisch erzeugt das DeepUp-System nach dem Einlesen alle relevanten Daten auf einer KI-Plattform – und zwar einheitlich und personenunabhängig. Denn bislang hat jeder der zehntausenden Leitungsträger in Deutschland sein eigenes System und seinen Maßstab. Bei DeepUp ist alles harmonisiert und zusätzlich in 3D. Daneben verbessert das Start-up auch das Managen der Bauprozesse für die Tiefbaufirmen: Der Baufortschritt und die Qualitätskontrolle können vom jeweiligen Auftraggebenden in Echtzeit bequem aus der Ferne verfolgt werden, ohne extra hierfür rausfahren zu müssen.

Markt und Bedarf sind da

Die Macher und Gründer hinter der unterirdischen Lösung: Michael Putz (33), CEO und Wirtschaftsingenieur von der TU Dortmund. Vor seiner heutigen Tätigkeit war er mehrere Jahre bei verschiedenen Eigentümern und Betreibern öffentlicher Versorgungsnetze tätig. Dabei hat er mit bauausführenden Firmen partnerschaftlich zusammengearbeitet und kennt alle Maßnahmen von A bis Z.

Zweiter im Bunde: Sinka Ismail (33), COO/CFO, Wirtschaftsingenieur der RWTH Aachen und TU München. Zuvor hat er ebenfalls gut zehnjährige Berufserfahrung bei einer weltweit führenden Unternehmensberatung für Energiekonzerne gesammelt und in allen kaufmännischen Bereichen eines Netzbetreibers agiert. „Doch es war eben ein Konzern. Ich kam nicht schnell genug weiter und konnte mich nicht so entfalten, wie ich wollte“, berichtet Ismail von einem klassischen Motiv, eine eigene Firma zu gründen.

Geholfen haben bei der Gründung nicht nur ihre Ideen und das Geld von Investoren, sondern auch die Gründerszene und Förderlandschaft in NRW, das EXIST-Programm und die Digital-Initiative NRW. Im Zentrum: die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Institut für Geodäsie und Geoinformation und den beiden Professuren für Geodäsie und Photogrammetrie & Robotik. Und diese fachliche Bandbreite zeigt sich auch im Hintergrund. Anders als andere Start-ups nutzt DeepUp nicht nur eine Zukunftstechnologie, sondern bündelt mehrere gleichzeitig: Künstliche Intelligenz, 3D-Rekonstruktion, Georeferenzierung, Cloud-Computing, Big Data und Augmented Reality.

Testgelände und Prototypenbau

Im Rahmen des EXIST-Programms gründeten Putz und Ismail im Juli 2019 ihr Unternehmen. Von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bekamen sie ein kleines Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät zur Verfügung gestellt, wo sie sich und ihre Technologie ausprobieren konnten. Die beiden hoben mehrere Gruben in unterschiedlichen Dimensionen aus, stellten verschiedene Szenarien nach und demonstrierten Investor*innen erfolgreich ihren Prototyp. Im September 2019 absolvierten sie dann ihre erste Finanzierungsrunde, zu der noch zwei weitere hinzukamen. Putz erinnert sich: „Mehrere Investoren zeigten von Beginn an großes Interesse. Wir haben uns schließlich für jemanden entschieden, der nicht nur finanziert, sondern auch Partner ist.“ Anschließend konnten die beiden ihr Unternehmen aufbauen, den Prototyp zu einem marktfähigen und skalierbaren Produkt entwickeln, Kund*innen gewinnen und Feedback einholen, um daraufhin das Produkt stetig zu verbessern. Mit einer Handvoll Leute ging es los. Heute, zweieinhalb Jahre später, beschäftigen sie 40 Mitarbeitende.

Robust skalierbar

In den vergangenen sechs Monaten ist DeepUp nach eigenen Angaben um 400 Prozent gewachsen. Und so exponentiell soll es weitergehen: Angepeilt sind 11.000 Prozent in den nächsten beiden Jahren. Das Geschäftsmodell lässt sich weltweit ausrollen und damit „robust skalieren“, wie Ismail erklärt: „Unser Markt funktioniert überall gleich. Anderswo haben die Leitungen nur andere Farben und Tiefen.“ Das Ziel: DeepUp möchte bei jeder Infrastrukturmaßnahme weltweit Ansprechpartner Nummer 1 für den Leitungsausbau sein. Geht es mit dem aktuellen Tempo weiter, wird vielleicht in nur wenigen Jahren jede Baumaßnahme in Deutschland mit der Technologie aus Bonn gestemmt.

Enpal: Das grüne Einhorn

Wie das GreenTech-Start-up Enpal in nur vier Jahren zu Deutschlands erstem grünen Einhorn wurde und nun die größte Energiebewegung Europas aufbauen will.

Im Jahr 2008, während der Wirtschaftskrise, hat Mario Kohle mit einem Schulfreund den Internetmarktplatz Aroundhome gegründet, der damals noch Käuferportal hieß. Aroundhome vermittelt Produkte und Dienstleistungen rund ums Haus; damals mit einem Außenumsatz von 1,5 Milliarden Euro. 2016 stieg ProSiebenSat.1 ein. Trotz dieser Erfolgsgeschichte verließ Mario das Unternehmen im Jahr 2017. Denn ihm bereitete die Klimakrise zunehmend Sorgen und er wollte aktiv etwas dagegen unternehmen – mit der Fähigkeit, die er am besten beherrschte: ein Unternehmen aufzubauen. Die Idee zu Enpal war geboren.

Drei Verrückte und ein Ikea-Tisch

Bei Aroundhome hatte Mario Kohle bereits viel mit Solaran­lagen zu tun. Dabei merkte er, dass in dem Markt großes Potenzial steckt. „Eine Solaranlage zu kaufen, ist kompliziert, mit viel Bürokratie verbunden und teuer. Das überfordert viele“, so Mario. Er war überrascht, dass das nicht einfacher ging. Also fragte er seine besten Freunde, ob sie mit ihm ein neues Wagnis starten wollen: Solaranlagen online zu verkaufen. Alles, was kompliziert war, wollte man für die Kund*innen einfach machen. Seine beiden alten Studienfreunde Jochen Ziervogel und Viktor Wingert kamen mit an Bord. Wenig später schraubten sie den ersten Ikea-Tisch im neuen Büro zusammen. „Wir werden nie vergessen, wie wir gestartet sind“, sagt Mario rückblickend und lacht. „Drei Verrückte und ein Ikea-Tisch.“

Mit Enpal haben die drei eine sog. No-Brainer-Solaranlage geschaffen: Das Unternehmen vermietet Anlagen und Batteriespeicher im Abo. Die Kund*innen müssen sich um nichts kümmern, alles wird organisiert, von der Anlage bis hin zum Anschluss bei der Bundesnetzagentur, inklusive Wartung, Reparatur und Versicherung. Alle Kosten inklusive. Das Konzept schlug ein: In nur vier Jahren wurde Enpal zu dem am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen des Landes – und zum ersten grünen Einhorn in Deutschland. „Wir laufen keiner Bewertung hinterher“, sagt Mario. „Mich treibt um, wie wir unseren Kund*innen die bestmögliche Erfahrung und das bestmögliche Produkt bieten können, wie wir eine tolle Firma bauen, wie wir die Welt verändern. Die gute Bewertung kommt dann von allein.“

Auf dem Weg zur Erneuerbaren-Community

Bei einem so komplexen und vor allem physischen Produkt wie einer Solaranlage kann es einige Probleme bei der Umsetzung geben – noch dazu, wenn das Modell skalierfähig sein soll. Im ersten Jahr hatte Enpal insgesamt nur 40 Anlagen gebaut. Inzwischen bauen die Monteur*innen so viele Anlagen oft an einem einzigen Tag. Bei Enpal arbeiten aktuell über 1000 Angestellte, davon über 400 Handwerker*innen, die man selbst ausbildet, damit sie in ganz Deutschland Anlagen montieren können.

Enpal will die Menschen zu einer Erneuerbaren-Community verbinden. Dafür baut das grüne Start-up die größte Energiebewegung in Europa. „Alle können unkompliziert auf grünen, günstigen Strom umsteigen. So einfach war Solarenergie noch nie“, ist sich Mario sicher. Als einziger Anbieter ermöglichen die Berliner ein integriertes Ökosystem mit Solaranlage, Batterie, Ökostromtarif und Smart-Home-Umgebung in Form eines Miet-Abo-Modells.

Darin ist alles inklusive: Beratung, Planung, Montage, Reparatur, Reinigung, Zinsen, Monitoring, Enpal-App, Versicherung, Ersatz des Wechselrichters, des Batteriespeichers oder anderer defekter Bauteile. Das Abo läuft für 20 Jahre, danach können die Hauseigentümer*innen die Anlage für einen Euro übernehmen.

Wer groß werden will, muss groß denken

Am Anfang hat Mario sein eigenes Geld in die Firma gesteckt. Aus dem Verkauf seines ersten Unternehmens hatte er ausreichend Gewinn gemacht, um damit Enpal zu starten. Als Enpal bei den Sparkassen erstmals nach Krediten fragte, um die ersten Solaranlagen zu finanzieren, hatten die Direktoren große Fragezeichen in den Augen. Die Unternehmung schien verrückt: Da kamen drei Jungs und wollten die Welt retten. Wie sollte daraus ein Business Case entstehen? Trotzdem konnten Mario und sein Team die Bank überzeugen, und auch andere Kreditgeber stiegen mit ein. Recht schnell waren dann einige bekannte Köpfe aus der Berliner Start-up-Szene von der Enpal-Idee überzeugt.

Inzwischen stehen viele prominente Investoren hinter dem Start-up: Im Jahr 2020 hat z.B. der führende Silicon-Valley-Investor Princeville Capital mit Leonardo DiCaprio investiert. Seit 2021 sind u.a. SolarCity-Mitgründer (und Cousin von Elon Musk) Peter Rive und der weltgrößte Tech-Investor Softbank mit an Bord. Dadurch wurde Enpal 2021 zum ersten grünen Einhorn in Deutschland.

Mittlerweile ist Enpal mit 12.000 Kund*innen eines der führenden Solarunternehmen in Deutschland. Das schnelle Wachstum ist vor allem deshalb ein Erfolg, „weil es einen Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise leistet. Je mehr Anlagen und Speicher, je mehr Ökostrom, je mehr Wallboxen, desto weniger CO2“, bringt es Mario auf den Punkt. Auf lange Sicht will Enpal eine Solar-Revolution anstoßen und den Energiemarkt umkrempeln. Die Vision: Das Zuhause als grünes Ökosystem, bei dem man den selbst produzierten Strom nutzt, um sein E-Auto zu laden oder in der Enpal-Community zu teilen. Bis Ende des Jahrzehnts will Enpal eine Million Haushalte mit grüner Energie versorgen. „Wir wollen die Menschen zu einer Erneuerbaren-Community verbinden“, formuliert Mario das ambitionierte Ziel.

Marios Tipps für Gründer*innen

  • Sag niemals nie: „Niemand bei Enpal hat ein Einzelbüro. Gemeinsames Arbeiten im Büro heißt bei uns wirklich ,gemeinsam‘. Das schweißt zusammen und lässt die Kreativität und die Informationen fließen. Während der Pandemie haben dennoch alle von zu Hause gearbeitet, und trotzdem konnte das Unternehmen weiter wachsen und den Klimaschutz von unten voranbringen.“
  • Lauf nicht einer Bewertung hinterher: „Wenn du denkst, etwas zu sein, hörst du auf, etwas zu werden. Deswegen fokussiere ich mich nicht darauf, auf Biegen und Brechen eine möglichst hohe Bewertung bei den Investor*innen zu bekommen. Ich laufe auch nicht dem Geld hinterher – ich zahle mir als Geschäftsführer selbst kein Gehalt aus. Mein Geld und mein ganzes Herzblut stecken in der Firma. Mich treibt um, wie wir unseren Kund*innen die bestmögliche Erfahrung und das bestmögliche Produkt bieten können, wie wir eine tolle Firma bauen, wie wir die Welt verändern. Die gute Bewertung kommt dann von allein.“
  • Üb dich in produktiver Paranoia: „Die Formulierung von Jim Collins sollten sich alle Gründer*innen merken. Denke nicht nur in Ideallinien und naiv positiv. Denke auch darüber nach, was schiefgehen kann und wappne dich dementsprechend. Habe immer einen Plan B und C in der Tasche. Nur dann kannst du auf vermeintlich unvorhergesehene Dinge schnell und effizient reagieren. Eine gute Faustformel ist: Läuft in deinem Unternehmen deiner Meinung nach gerade alles rund, hast du mit Sicherheit nur noch nicht bemerkt, wie sehr gerade etwas schiefläuft.“
  • Bau dir ein A-Team: „Als Gründer*in neigt man gern mal dazu zu glauben, dass man selbst alles am besten kann. Kaum ein Gedanke ist so falsch! Wer so denkt, hängt in zu vielen Details fest und verliert seinen Fokus. Mein Tipp: Suche dir Leute, die von diesen und jenen Themen mehr verstehen als du und hole sie mit ins Boot. Als Gründer*in solltest du dich dann nur auf diejenigen Dinge konzentrieren, die für dein Business gerade am kritischsten sind. Versuche nicht, zu viele Probleme gleichzeitig zu lösen, sondern nacheinander – dafür aber nachhaltig.“
  • Mach dir deine Hände schmutzig: „Du kannst kein Unternehmen bauen, wenn du nur mit deinem Latte im Einzelbüro hockst. Auch als Gründer*in und CEO musst du oft Arbeit erledigen, die dir keinen Spaß macht. Wir haben am Anfang selbst die Tische zusammengeschraubt und im Büro übernachtet. Den mentalen und körperlichen Druck hältst du nur durch, wenn du an etwas Großes glaubst, wenn du weißt, wofür du jeden Morgen aufstehst. Für mich ist jede neue Solaranlage das größte Glück. Das gibt mir die Energie, durchzuhalten.“

Green Rebels - Power Women

Egal ob sie kleine Läden eröffnen, nachhaltige Produkte entwickeln oder ökologische Initiativen starten: Green Rebels eint der Traum vom zukunftsfähigen Planeten. Doch wer sind diese Frauen?

Green Rebels sind die Held*innen von morgen – mutige Unternehmer*innen, die nachhaltig gegründet haben. Sie haben sich durch ihre Gründungen nicht nur genau den Arbeitsplatz geschaffen, in dem sie eine sinnstiftende Betätigung finden und der mit ihren Lebensumständen vereinbar ist. Sie sind auch davon überzeugt, dass wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen.

Drei Jahre haben wir laut Weltklimarat noch die Chance, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Die Notwendigkeit ist (fast) allen klar, der Wandel hat begonnen. Doch die Entwicklung geht zu langsam vonstatten. Die Politik tut sich schwer, der Wirtschaft zugunsten des Klimaschutzes Vorschriften zu machen. Das Problem liegt auf der Hand: Jahrzehntealte Strukturen ändern sich nicht schnell. Und je größer ein Apparat, desto langsamer läuft seine Transformation.

Ich selbst habe viele Jahre für ein Unternehmen gearbeitet, das sich nur zögerlich an ressourcenschonende Produktionen heranwagte. Als Vegetarierin hatte ich es in der Kantine nicht immer leicht, und wenn ich mal vorschlug, Bio- anstelle der konventionell hergestellten Baumwolle zu verwenden, scheiterte ich meist an Vorstand und Vertrieb, denen die „Performance“ der Produkte damals noch wichtiger war als Umweltschutz und CO2-Abdruck. Ich nahm eine Spannung in mir wahr, ein inneres Rebellieren, und immer häufiger fragte ich mich: Welchen Sinn hat meine Arbeit? Was könnte ich bewirken, wenn ich meine Energie, meine Kreativität und mein Engagement in eine Unternehmung einbrächte, die meine Werten teilt? Die nicht nur nimmt, sondern auch etwas zurückgibt?

Carolin Kunert

Ich bin nicht die Einzige, die sich diese Fragen stellte. Auch Carolin Kunert, die nach ihrem Studium als freie Produktdesignerin arbeitete, ging es gehörig gegen den Strich, dass die großen Produkthersteller, die sie beauftragten, nachhaltige und langlebigere Ideen für Materialien und Gestaltung nicht nur ignorierten, sondern sogar von ihr verlangten, Produkte zu entwickeln, die nach einer bestimmten Zeit kaputtgehen. In der Konsumgüterbranche arbeitet man oft wortwörtlich für die Mülltonne. Das stieß Carolin sauer auf, und sie gründete kurzerhand ihr eigenes Unternehmen: Knister Grill, den ersten vollständig in Deutschland produzierten Grill aus nachhaltigen Materialien, die zu 98 Prozent recycelt werden können. Eine Kickstarter-Kampagne und nur ein halbes Jahr später gingen die ersten Grills in Produktion, heute beschäftigt sie neun Mitarbeitende.

Der Standort Deutschland ist für Carolin eine Selbstverständlichkeit. „Ich will Arbeitsplätze und Wirtschaft hier vor Ort sichern.“ Dass es nicht nur ökologisch von Vorteil ist, im eigenen Land produzieren zu lassen und damit kurze Lieferwege zu haben, bemerkte Knister Grill spätestens in der Corona-Krise. Da stieg innerhalb von wenigen Tagen die Nachfrage nach der Balkonhalterung, in die man den Grill einklemmen konnte, rasant an. Von der waren aber nicht genug auf Lager. In Windeseile orderte Knister Grill die Halterungen beim deutschen Hersteller nach, nur wenige Tage später konnten sie die Produkte ausliefern. „Bei einem chinesischen Lieferanten wäre das niemals gegangen. Auch nicht in Zeiten, in denen die Grenzen offen sind.“

Vanlife- und Camping-Trends 2022

Larissa Peters und Bastian Gembler gehören mit ihrer lifestyligen Campervermietung VANTOPIA zu Deutschlands Expert*innen der ersten Stunde für die neue Art des Campings und geben interessante Insights zu aktuellen Entwicklungen und Visionen der Camping-Community.

Nie war der Urlaub auf vier Rädern so begehrt wie heute: Bereits im ersten Coronajahr 2020 wurden hierzulande rund ein Drittel mehr neue Freizeitfahrzeuge verkauft als im Vorjahr - ein Allzeitrekord. Laut des aktuellen Neuzulassungsbarometers des Kraftfahrt-Bundesamtes setzt sich der Camping-Boom auch 2022 trotz abklingender Pandemie mit knapp 20 Prozent mehr Neuzulassungen von Wohnmobilen im Vergleich zum Januar 2021 fort, bei Mini-Vans ist es sogar ein Plus von 62,9 Prozent. Auch die meisten Campingplätze sind bereits im letzten Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, was zu steigender Beliebtheit des sogenannten Wildcamping führte – und zu neuen Alternativen zum klassischen Campingplatz, wie z.B. privat vermieteten Stellflächen von landwirtschaftlichen Betrieben.

Laut ADAC interessieren sich zudem immer mehr Millennials und Einsteiger für eine neue, unkonventionelle Art des Campings – nicht nur Urlaub, sondern auch das Arbeiten im Van als digitaler Nomade zeichnet sich als Trend ab . All das zeigt: Campingurlaub befindet sich im Umbruch mit vielen neuen Angeboten, Entwicklungen, aber auch Wachstumsschmerzen.

Die VANTOPIA-Gründer*innen Larissa Peters und Bastian Gembler gehören mit ihrer lifestyligen Campervermietung VANTOPIA mit Sitz in Hamburg zu Deutschlands Experten der ersten Stunde für die neue Art des Campings. Im April 2019 starteten sie mit zunächst zehn Fahrzeugen, seitdem ist die Flotte auf 38 Fahrzeuge gewachsen und für 2022 ist ein zweiter Standort in Süddeutschland mit einer Flotte von 25 Fahrzeugen geplant. Im Interview geben interessante Insights zu aktuellen Entwicklungen und Visionen der Camping-Community.

Caravaning wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Worin liegt seit jeher die Faszination?

Ursprünglich war Camping vor allem eine günstige Art des Reisens und dementsprechend für viele Menschen die einzige Möglichkeit, in den Urlaub zu fahren. Die nächste große Welle erlebte das Camping in der Nachkriegszeit und bedeutete ein Gefühl der Flucht aus dem Alltag – insbesondere im Kontrast der vorangegangenen Jahre. Generell lässt sich gerade in besonders beschwerlichen Phasen deutscher Geschichte beobachten, wie die Camper-Community immer mehr zu einer einerseits eingeschworenen, aber auch offenen Gemeinschaft geworden ist.

Heutzutage sind genau diese Community und die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, ein großer Teil der Faszination Camping. Aber auch der Freiheitsaspekt des entspannten und entschleunigten Reisens ist ein wichtiger Teil des Campings. Damit verknüpft ist selbstverständlich auch die Naturverbundenheit, die ein Camping-Trip unweigerlich mit sich bringt. Gerade in einem immer hektischer und komplexer werdenden Alltag bietet das Camping eine entschleunigende Abwechslung. Camping ist im Vergleich zum Alltag etwas angenehm Einfaches: Man braucht nicht viele Dinge, man braucht nur seinen Camper und jede Menge Spontanität.

Besonders in letzter Zeit ist allerdings auch das Thema Nachhaltigkeit ein immer wichtigerer Faktor geworden, um den Camping-Boom zu erklären. Gerade im Vergleich zu Flug-, Schiffs- und Fernreisen bietet Caravaning eine sehr viel klimaschonendere Alternative.

Vanlife und Camping boomen seit Corona. Welche Veränderungen habt ihr seit 2020 wahrgenommen?

Viele Reisewillige mussten sich durch Corona nach Alternativen zu konventionellen Reiseformen umgucken und sind so auf Camping gestoßen. Die Zielgruppe ist auch jünger geworden, womit sich die Ansprüche und Wünsche unserer Kunden verändert haben. Mit der Verjüngung des Publikums kommt es zu einer stärkeren Romantisierung von Camping - Stichwort Glamping. Die junge Camper-Generation möchte nicht rein funktional, sondern besonders ästhetisch und angenehm unterwegs sein. Deshalb stellt Camping in deren Bewusstsein auch nicht mehr nur eine günstigere Methode des Reisens dar.

Mit ähnlich hohen Ansprüchen steigt auch die Bereitschaft, ähnlich viel Geld wie für konventionelle Reisen auszugeben. Es wird nicht mehr gecampt, weil es preiswerter ist, sondern weil es schön ist. Dieser Trend wird durch die Entwicklung zum Homeoffice vorangetrieben, welche immer mehr Menschen mobiles und standortunabhängiges Arbeiten ermöglicht. Das ist gerade mit Caravaning sehr gut vereinbar.

Ihr sprecht von einer neuen Art des Campings. Was daran ist neu?

Wir stehen für eine freiere Form des Campings anstatt eines traditionellen, stationären Konzepts. Wir begreifen Camping vor allem als Sprungbrett in Abenteuer in der Natur, in fremde Kulturen und unbekannte Länder. Offenheit für Kulturen und andere Lebensweisen ist für uns ein essenzieller Bestandteil des Camping-Lifestyles. Unsere Vision ist es, dass es eines Tages eine legale Form des Wildcampens in Deutschland gibt. Wir stehen also auch für einfaches, puristisches und naturverbundenes Camping - und das mit schönem, wohnlichem Design.

Welche Trends seht ihr im Jahr 2022?

Einerseits sehen wir dieses Jahr besonders das Thema Arbeiten und Campen im Kommen, hoffentlich wird das auch von künftigen infrastrukturellen Entwicklungen getragen werden. So könnten beispielsweise Campingplätze Coworking-Spaces integrieren. Wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz immer weiter in der Branche manifestieren wird.

Der zweite große Trend ist für uns klar die Suche nach Alternativen zum klassischen Campingplatz. Das war schon in den letzten Jahren ein großes Thema und wir beobachten, wie diese Frage immer mehr an Relevanz gewinnt. Als Drittes sehen wir die Erschließung neuer Reiseziele durch das Campen, wobei wir das nicht nur für einen reinen Camping-Trend halten, sondern denken, dass diese Entwicklung auch generell in der Reisebranche relevant ist. Für das Camping ist es deshalb so spannend, weil selbst Orte ohne jede touristische Infrastruktur mit einem Camper bereist werden können und einem dies ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Gibt es auch einen Trend hinsichtlich der Ausstattung der Vans und Camper?

Ja, auf jeden Fall. Wenn man die zugelassenen Camper-Modelle der letzten Jahrzehnte mit den heutigen vergleicht, geht ein Trend ganz klar weg vom Wohnwagen, hin zum Wohnmobil. In dem Bereich Wohnmobil sind nicht mehr primär die großen, vollintegrierten Modelle gefragt, sondern zunehmend die kompakteren Varianten. Außerdem lässt sich noch klar beobachten, dass es immer mehr kleine Anbieter für den Ausbau der Fahrzeuge gibt, viele Camper bauen sich ihre Modelle inzwischen sogar selbst aus. Es gesellen sich also individualistischere Angebote zu den Produkten von Großanbietern.

Wie wird sich Vanlife bzw. die Branche in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Wir denken, dass die Branche insgesamt weiterwachsen wird. Es werden mehr Camper unterwegs sein und entsprechend wird sich auch die Infrastruktur verändern. Das Angebot wird sich dem neuen Anspruch an Individualität und Naturverbundenheit weiter anpassen. Vanlife wird für mehr Menschen eine echte Alternative werden, gerade, da es gut mit vielen New-Work-Entwicklungen kombinierbar ist. Auf Herstellerseite werden sich mit Sicherheit neue, jetzt noch kleine Anbieter etablieren können und in Konkurrenz zu den alteingesessenen Anbietern treten. Generell wird der Fokus weg von „form follows function“ gehen, wobei ein gewisses Maß an Funktionalität natürlich immer erhalten bleiben muss.

Faktoren wie Ästhetik, Wohnlichkeit und Gemütlichkeit werden eine immer größere Rolle spielen. Wir wünschen uns, dass sich die Camping-Gemeinschaft weiterhin als bunte und weltoffene Gruppe entwickelt, in der jeder willkommen geheißen wird und seinen eigenen Weg finden kann. Wir plädieren außerdem für den Bau von staatlich betriebenen Campingplätzen in Naturschutzgebieten, um auch einem gewissen Natur-Bildungsaspekt Rechnung tragen zu können.

Glaubt ihr, dass durch den Boom die Platz-Kapazitäten in Deutschland noch ausreichen?

Wir gehen davon aus, dass es in den klassischen Ferienregionen und auf den typischen Campingplätzen voll und eng und entsprechend immer schwieriger werden wird, einen Platz zu bekommen. Wir finden allerdings auch, dass es viele Alternativen gibt, die diesen Ansturm entlasten können. Langfristig wird die Nachfrage auch das Angebot beeinflussen und entsprechend werden mit Sicherheit auch Kapazitäten ausgebaut, womit sich die Lage entspannen wird.

Wohin kann man heuer in den Sommerferien noch fahren?

Die Küsten an der Nord- und Ostsee werden in diesem Jahr weiterhin beliebte und überfüllte Reiseziele sein. Wir glauben aber, dass es in Deutschland sehr viele weniger frequentierte Regionen gibt, die mindestens genauso einen Besuch wert sind, wie die etablierten Reiseziele. Da wäre zum Beispiel das Zittauer Gebirge in Sachsen, das Dahner Felsenland oder die Rhön. Und das sind nur einige, wenige Beispiele. Ganz viele schöne Orte in Deutschland sind auch während der Ferien nicht überfüllt, weil sich der Tourismus derart konzentriert hat und so lohnt es sich besonders, alternative und ebenso schöne Ziele anzufahren. Europaweit ist auch Nord-Skandinavien grade im Kommen und von Campern nahezu unberührt.

Müssen Plätze in den Sommermonaten weit im Voraus reserviert werden? Wenn ja, nimmt das nicht einen der großen Reize des Campings weg, die Flexibilität?

Freiheit und Flexibilität sind für uns persönlich essenziell und machen einen Großteil des Reizes beim Campen aus. Daher machen wir selbst eigentlich nie Reservierungen und raten auch unseren Kunden davon ab. Reservierungen sind auch prinzipiell überhaupt nicht notwendig, solange man nicht unbedingt länger als 2 bis 3 Tage an einem bestimmten Platz bleiben will, am besten noch in erster Reihe mit Blick auf das Wasser. Es kommt halt immer auf die konkrete Vorstellung an, die man von seinem Camping-Trip hat. Aber grundsätzlich findet man immer einen Platz, an welchem man stehen kann, auch spontan, auch mitten in der Hochsaison. Und wenn man sich darauf einlassen möchte, dann können wir das auch nur empfehlen. Für uns ist die Flexibilität hier viel wichtiger als eine hohe Planungssicherheit.

Glaubt ihr, dass es bald normal sein wird, dass es viele einzelne Angebote von Campingplätzen zur Vermietung gibt? Also eine Art Dezentralisierung der Campingplätze?

Ja, das können wir uns durchaus gut vorstellen. Das wird bestimmt noch eine Weile dauern, aber wenn wir die Situation richtig einschätzen, müsste dafür auch regulatorisch noch eine ganze Menge geschehen. Da ist es an den Ländern, Kommunen und Ferienregionen, einheitliche und einfache Lösungen zu finden. Diese Entwicklung würde noch mehr Freiheit und Flexibilität beim Campen ermöglichen, was wir sehr begrüßen würden.

Die Cannabis-Pionierin

Sie ist die erste Gründerin eines medizinischen Cannabis-Start-ups in Deutschland: Anna-Sophia Kouparanis. Mithilfe der von ihr 2020 mitgegründeten Bloomwell Group setzt sich Anna-Sophia dafür ein, chronisch Kranken den Zugang zu Medical Cannabis zu erleichtern.

In den vergangenen Jahren hat sich hierzulande in puncto Cannabis viel bewegt. 2017 wurde die Pflanze als Medizin freigegeben, mit der Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen. 2021 kündigte dann die neue Regierung sogar eine vollständige Legalisierung der Pflanze an. Auch wenn Cannabis theoretisch seit fünf Jahren für schwerkranke Menschen auf Rezept erhältlich ist, hat sich der Umgang damit immer noch nicht normalisiert.

Die Zeit der großen Lieferengpässe scheint zwar vorbei, Patient*innen haben jedoch nach wie vor Schwierigkeiten, einen Arzt bzw. eine Ärztin zu finden, der/die bereit ist, mit den Blüten einen Therapieversuch zu starten. Auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist kein Selbstläufer. In der Vergangenheit wurde rund jeder dritte Antrag abgelehnt und die Apothekenpreise für Cannabisblüten sind im internationalen Vergleich hoch.

Seit Sommer 2021 sind die ersten Cannabisblüten aus deutschem Anbau verfügbar. Bis dahin wurden die Patient*innen ausschließlich mit Importen versorgt. In der Folge gründeten sich zahlreiche Großhändler*innen, die den Markt mit Cannabisblüten und Extrakten versorgen. So konnten zumindest die Lieferschwierigkeiten weitgehend aus dem Weg geräumt werden. Um die restlichen Hürden rund ums Cannabis-Biz abzubauen, wurde bislang jedoch wenig getan.

Medial gefeiert: Forbes 30under30

Genau hier setzt die Bloomwell Group an. Ziel des Geschäftskonzepts ist es, die Versorgung und die Betreuung von Patient*innen zu verbessern. Gleichzeitig bringe man durch einen einfacheren Zugang zu einem Cannabisrezept den Markt zum Wachsen, erklärt Mitgründerin Anna-Sophia Kouparanis. Anna-Sophia blickt auf einen überaus erfolgreichen Start als Unternehmerin zurück. 2021 wurde die 28-Jährige vom Forbes Magazine in die 30under30-List aufgenommen.

Nach ihrem Managementstudium stieg die Frankfurterin direkt bei dem Cannabis-Großhändler Farmako ein, den ihr Bruder Niklas Kouparanis 2018 gegründet hatte. Hier sammelte sie erste Erfahrungen in der medizinischen Cannabisbranche und machte sich mit der komplexen Regulatorik vertraut. Als Farmako Ende 2019 für 15 Mio. Euro an den kanadischen Cannabishersteller AgraFlora verkauft wurde, entstand bei Anna-Sophia der Wunsch, sich selbständig zu machen. So gründete sie im Oktober 2019 als erste Frau in Deutschland den pharmazeutischen Großhandel für cannabinoidhaltige medizinische Produkte Ilios Santé, den sie bis heute als Geschäftsführerin leitet.

Inzwischen sind Ilios Santé sowie auch der Anbieter für Therapien mit medizinischem Cannabis Algea Care in die Bloomwell Group integriert. Diese wurde im Juni 2020 von Anna-Sophia gemeinsam mit ihrem Bruder Niklas und den Co-Foundern Samuel Menghistu und Julian Wichmann gegründet. Hier liegt Anna-Sophias Fokus auf der strategischen Entwicklung der Gruppe. Außerdem hat sie ein Auge auf die regulatorischen Details.

Strategische Investor*innen statt stupid money

Die Bloomwell Group ist im letzten Jahr rasant gewachsen und hat inzwischen rund 200 Mitarbeiter*innen. Für die nächsten 12 Monate erwartet das Unternehmen einen Umsatz von knapp fünf Millionen Euro. Im Oktober 2021 gelang es dem Team zudem, eine Seedfunding-Runde über 10 Mio. US-Dollar abzuschließen. Dabei handelte es sich um das bis dato höchste öffentlich bekannte Seed-Investment in ein europäisches Cannabisunternehmen, ließ Bloomwell verlauten. „Wir haben damals detailliert geschaut, mit wem wir kooperieren wollen“, erinnert sich Anna-Sophia. „Wir wollten nicht nur einfach ‚stupid money‘, sondern Investor*innen, die auch strategisch hilfreich für uns sind.“ Mit Measure 8 Venture Partner, einem auf die Cannabisindustrie spezialisierten Wachstumskapitalgeber aus den USA, habe man einen Partner gefunden, der den Wandel zur Legalisierung bereits durchlaufen hat. Auch Business Angel wie Prof. Dr. Reinhard Meier, dem medizinischen Direktor und Gründer von Teleclinic, das sich als erstes Unternehmen in Deutschland mit Telemedizin befasste, unterstützen die Bloomwell Group auf ihrem Wachstumskurs.

Gleichzeitig gäbe es bei der Investor*innensuche immer noch Herausforderungen. Viele Gruppen wollten nicht in „Drogenmärkte“ investieren und schließen Investitionen in den Genussmittelbereich aus. Für Bloomwell kam das Geld aus Amerika. Anna-Sophia hätte sich gewünscht, auch einen deutschen Wagniskapitalgeber an Board zu haben. „In unserer Branche ist es fast schon Standard, dass das Geld aus Nordamerika kommt. Wir haben jedoch auch in Deutschland tolle VCs, und ich verstehe nicht, warum wir das Wachstum immer abgeben müssen.“

Mit dem eingesammelten Geld will sich die Bloomwell Group in drei Bereichen weiterentwickeln. Zum einen sollen entlang der Wertschöpfungskette weitere Unternehmen wie Algea Care ausgegründet und ausgebaut werden. Gleichzeitig wolle man weitere Unternehmen aufkaufen und in solche investieren, die als strategische Partner von Bedeutung sind.

Verbesserter Service für Patient*innen

Algea Care ist das Bloomwell-Unternehmen, das bisher am meisten mediale Aufmerksamkeit erhalten hat. Wenn Patient*innen bei ihrem Haus- oder Facharzt mit dem Wunsch nach einer Cannabistherapie auf Ablehnung stoßen, hilft das Unternehmen bei der Vermittlung einer Behandlung. Durch die Verbindung von speziell ausgebildeten Ärzt*innen, Telemedizin und weiteren Möglichkeiten der Digitalisierung bietet Algea Care den Betroffenen einen umfangreichen Service, den andere Praxen nicht leisten können. Algea Care begann im September 2020 mit dem operativen Geschäftsbetrieb. Inzwischen kooperiert man mit rund 70 Ärzt*innen.

„Für uns ist der Patient bzw. die Patientin im Zentrum aller Entscheidungen, die wir treffen“, so Anna-Sophia. „Durch digitale Angebote können wir Patient*innen näher sein, als wir es allein mit einer Arztpraxis könnten.“ Inzwischen verfügt Algea Care über 17 Standorte in ganz Deutschland. Hier finden allerdings meist nur die Onboarding-Termine statt, denn die regulatorischen Vorgaben schreiben ein persönliches Erstgespräch vor. Zudem erfolgt eine detaillierte Begutachtung der bisherigen Patient*innengeschichte und früherer Diagnosen. Die Folgetermine finden sodann per Videosprechstunde statt. Theoretisch gäbe es auch im weiteren Therapieverlauf die Möglichkeit, mit dem Arzt bzw. der Ärtzin vor Ort zu sprechen. In der Praxis würden dies jedoch nur weniger als zehn Prozent der Patient*innen in Anspruch nehmen, so Anna-Sophias Erfahrung. „Es ist für viele chronisch Kranke schon schwer, den ersten persönlichen Termin wahrzunehmen, sei es aufgrund der eingeschränkten Mobilität oder der psychischen Verfassung“, beschreibt sie. „Die Videosprechstunde ist eine wunderbare Alternative, da Patient*innen so Hilfe bekommen können, ohne das Haus zu verlassen. Das ist für viele eine enorme Erleichterung.“

Dies ist ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins StartingUp: Den kompletten Beitrg liest du in der StartingUp - Heft 01/22. Jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

10 grüne TOP-Start-ups 2022

Diese 10 Start-ups mit nachhaltigen Geschäftsmodellen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten 2022 auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein.

Immer mehr Start-ups verankern Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsmodell. Das ist begrüßenswert und dringend nötig. Um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die UN Agenda 2030, zu erreichen, brauchen wir vor allem auch die innovativen Lösungen aus der schnell agierenden Start-up-Welt. Welche jungen Unternehmen sind aktuell besonders vielversprechend und sollten auf dem Radar von Impact-Investor*innen sein?

Heba Aguib, Chief Executive des RESPOND-Accelerators zur Förderung nachhaltiger Start-ups, ist nah dran an den Entwicklungen der Szene. Sie gibt eine Prognose für das Jahr 2022. Das Fazit: Vor allem Geschäftsmodelle im Bereich der regenerativen Ökonomie und aus der Food- und Biotech-Branche werden immer relevanter und durchstarten.


Resortecs

Eine Branche, die besonders vor der Herausforderung steht, ihr Business nachhaltiger aufzustellen, ist die Bekleidungsindustrie. Aktuell wird nur ein Prozent der weggeworfenen Textilerzeugnisse recycelt, die restlichen 99 Prozent werden verbrannt oder auf Deponien gelagert. Dies liegt zum Teil daran, dass die Kleidungsstücke nicht für eine Zerlegung konzipiert sind. Gerade Knöpfe, Reißverschlüsse und Etiketten behindern den Prozess. Das Start-up Resortecs aus Belgien widmet sich diesem Problem. Die Gründer*innen Cédric Vanhoeck und Vanessa Counaert haben eine industrietaugliche und günstige Lösung entwickelt, um Kleidungsstücke für das Recycling aufzubereiten. Das Ganze funktioniert über ein Garn, das sich unter Hitzeeinwirkung auflöst, sodass Kleidungsstücke in in Einzelteile zerlegt werden können. In der Breite angewendet, kann Resortecs maßgeblich dazu beitragen, das Kleidungsrecycling erheblich zu verbessern.

Poliloop

Mit Recycling bzw. dem Versetzen von Stoffen beschäftigt sich auch das Biotech-Start-up Poliloop aus Ungarn. Die beiden Gründerinnen Liz Madaras and Krisztina Lévay haben einen umweltfreundlichen Bakteriencocktail entwickelt, um den biologischen Abbau von Kunststoffabfällen zu verbessern. Mit der Lösung ermöglicht es das Start-up, eine Kreislaufwirtschaft für Plastik produzierende Unternehmen aufzubauen, sodass Kunststoffverpackungen immer wieder verwendet werden können. In Anbetracht der dramatischen Situation unserer Ozeane und Gewässer ist diese Lösung vielversprechend, damit das Ökosystem wieder ins Gleichgewicht kommt.

Traceless

Das Hamburger Start-up Traceless möchte ebenfalls das Problem der Plastikverschmutzung lösen und hat dazu eine nachhaltige Alternative zu (Bio-)Kunststoffen entwickelt. Aktuell befinden sich 85 Prozent aller jemals weltweit produzierten Kunststoffe noch immer auf Mülldeponien oder verschmutzen die Meere. Mit seiner zum Patent angemeldeten Technologie ist Traceless in der Lage, drei verschiedene alternative Materialien herzustellen: eine flexible Folie, einen formbaren Kunststoff und eine sprühbare Lösung für Beschichtungen. Die Gründerinnen Anne Lamp und Johanna Baare setzen zur Herstellung der Materialien auf natürliche Polymere – also solche, die die Natur vorkommen. Deshalb können Mikroorganismen sie leichter verdauen und abbauen.

Concular

Eine Branche, in der es noch viel Potenzial gibt, eine geschlossene Kreislaufwirtschaft aufzubauen und damit einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist die Baubranche. Einige vielversprechende Startups nehmen sich dieser Herausforderung an, darunter Concular aus Berlin. Die Gründer Julius Schäufele und Dominik Campanella möchten das zirkuläre Bauen befördern und so die Branche dabei unterstützen, ressourceneffizient und CO2-neutral zu werden. Dafür haben sie eine Softwarelösung entwickelt, um Gebäude und Materialien zu digitalisieren und Bauprozesse transparenter zu gestalten. Ziel ist auch, dass gut erhaltene Materialien aus Umbaumaßnahmen nicht entsorgt, sondern wiederverwertet werden.

Made of Air

Made Of Air aus Berlin hat ebenso eine alternative und nachhaltige Lösung entwickelt, um das Bauwesen CO2-ärmer zu gestalten. Das Start-up, gegründet von Allison Dring und Daniel Schwaag, stellt ein thermoplastisches Granulat her, das zu 90 Prozent aus CO2 aus der Atmosphäre besteht und somit kohlenstoffnegativ ist. Das Material kann als nachhaltige Alternative im Bauwesen, in Innenräumen, Möbeln und mehr eingesetzt werden.

Brickify

Brickify aus Nigeria verfolgt einen anderen Weg, um die Baubranche zukunftsfähig aufzustellen: Das Start-up recycelt Kunststoffabfälle zu wasser-, feuer-und hitzebeständigen Pflastersteinen, die zum Bau von Straßen und kostengünstigen Häusern verwendet werden können. Die Ziegel funktionieren wie Legosteine: Sie greifen ineinander und benötigen beim Bauen keine zusätzlichen Materialien.

Live Green Co

Um 2030 alle 10 Milliarden Menschen ausreichend ernähren zu können, wird pflanzenbasierte Ernährung immer wichtiger, davon sind die beiden Gründerinnen Priyanka Srinivas and Sasikanth Chemalamudi von The Live Green Co mit Sitz in Chile überzeugt. Ihr Ziel: Den Zugang zur pflanzenbasierten Ernährung demokratisieren und ausbauen. The Live Green Co vereint dazu Wissen über mit Biotech und Künstlicher Intelligenz, um Ernährungslternativen zum Durchbruch zu verhelfen. Mit ihrer Technologie macht es The Live Green Co emöglich, klassische Nahrungsmittel wie Milch, Eier, Stabilisatoren oder Emulgatoren durch Sonnenblumenprotein, Ballaststoffe, Öl, Erbsenprotein, Banane, Avocado und Leinsamenmehl zu ersetzen und so auch den Einsatz von tierischen Zusatzstoffen durch pflanzenbasierte Alternativen zu ersetzen.

ConstellR

Um eine Antwort auf die Klima- und Ernährungskrise geht es auch bei ConstellR aus Freiburg. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 50% steigen muss – und das bei zunehmender Wasserknappheit und sich ändernden klimatischen Bedingungen. Eine Lösung kommt aus dem All: Die Gründer Max Gulde und Marius Bierdel haben einen Mini-Satelliten entwickelt, der es ermöglicht, landwirtschaftlich relevante Daten zu ermitteln, die dann das effizentere Bewirtschaften der Felder ermöglichen. Der Satellit bemerkt anhand von Temperatur, wann die Pflanzen aufgrund von Wassermangel, zu viel Dünger oder Pilzbefall unter Stress stehen. Die Landwirte können auf Basis dieser Informationen handeln. Letztlich kann die Technologie aber nicht nur dazu dienen, die Landwirtschaft klimafester zu machen, sondern auch helfen, Waldbrände zu verhindern. Anfang dieses Jahres plant ConstellR die Technologie ins All zu befördern. Der Satellit wird dann für vier Monate gemeinsam mit der NASA auf der Interna­tionalen Raumstation ISS betrieben

BOSAQ

Bei BOSAQ aus Belgien steht die Wasserversorgung im Vordergrund. Ungefähr 40 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Gründer des CleanTech-Unternehmens, Jacob Bossaer und Pieter Derboven, möchte das ändern. Sie möchten eine zuverlässige und reibungslose Wasserversorgung von hoher Qualität gewährleisten – sowohl für Unternehmen (Brauchwasser) als auch für Gemeinden (Trinkwasser). Dazu haben sie eine patentierte Technologie (SolarAQ) entwickelt, um Wasser aufzubereiten.

KRAFTBLOCK

Nachhaltige Geschäftsmodelle gehen oft einher mit Lösungen, die zum Klimaschutz beitragen. Um CO2-Emissionen im großen Umfang einzusparen, ist der vermehrte und globale Einsatz Erneuerbarer Energien essentiell. Allerdings hängt die Erzeugung erneuerbarer Energie weitgehend von der Verfügbarkeit von Sonne und Wind ab. Für den Übergang zu einer Energieversorgung, die ausschließlich auf Erneuerbaren fußt, ist es wichtig, Energieerzeugung und -verbrauch durch Speichermöglichkeiten zu entkoppeln. Dieses Ziel verfolgt KRAFTBLOCK aus Sulzbach in Deutschland. Das Start-up setzt dafür auf thermische Energiespeicherung. KRAFTBLOCK entwickelt und vertreibt nachhaltige, leicht skalierbare modulare Speichersysteme für thermische Energie (mit Temperaturen bis zu 1.300°C). Die Speichersysteme bestehen zu 85 Prozent aus recycelten Rohstoffen und haben einen geringeren CO2-Fußabdruck als konkurrierende Systeme.

Die Gründer*innen all dieser Start-ups zeigen, dass sich die Art und Weise, wie wir wirtschaften, uns ernähren, kleiden oder bauen nicht mit einer Ausbeutung der natürlichen Ressourcen einhergehen muss. Dank technologischer Innovationen haben wir die Chance, nachhaltiger zu agieren und zur Erreichung der Ziele der UN Agenda 2030 beizutragen. Aufgrund der Notwendigkeit, zu Handeln und die Klimakrise mit vereinten Kräften einzudämmen, werden nachhaltige Geschäftsmodelle immer mehr an Fahrt aufnehmen, auch im Jahr 2022.

Remote Gründen – so geht’s

Tipps und To Do’s zum Trendthema Remote Work von Ben Sattinger, einem erfolgreichen und erfahrenen Remote-Founder.

Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Remote Work noch stärker in den Vordergrund gerückt. Der Wunsch nach örtlicher und zeitlicher Flexibilität kann so manche(n) Gründungswillige(n) jedoch auch davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen. Wie sich beides erfolgreich kombinieren lässt, weiß Ben Sattinger, ein Pionier im Bereich des ortsungebundenen Arbeitens. 2014 gründete er sein Unternehmen Online Trainer Lizenz (OTL) und baute es von Anfang an komplett remote auf – er selbst lebt und arbeitet an den unterschiedlichsten Orten. Auch deshalb konnte OTL in Corona-Zeiten wie gewohnt weiterarbeiten, beschäftigt heute rund 50 feste sowie ebenso viele freie Mitarbeiter*innen und machte 2020 einen Umsatz von 6,6 Mio. Euro. Hier Bens Tipps:

Volle räumliche Flexibilität von Anfang an

Home-Office oder das Arbeiten von flexiblen Orten zu flexi­blen Zeiten war von Beginn an Teil unserer Unternehmens-DNA. Mein Mitgründer Sven Faltin und ich entschieden uns im Jahr 2014, dass wir auf ein Büro verzichten wollen und unsere Mitarbeiter*innen remote für uns arbeiten sollen. Ich war vor der Unternehmensgründung einer der ersten Fitness-Influencer in Deutschland und konnte zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Dadurch habe ich die Vorteile des „Arbeitens von überall aus“ kennengelernt. So konnte ich meiner Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen und gleichzeitig Geld verdienen. Das wollte ich auch für mein Unternehmen ermöglichen. Ein Grundgedanke dabei war natürlich auch: Zum Zeitpunkt unserer Gründung mussten angehende Personal Trainer*innen und Sportbegeisterte noch durch ganz Deutschland fahren, um ihre Ausbildung absolvieren zu können. Wir fragten uns: Wieso die Ausbildungen nicht digital anbieten, wenn auch sonst alles andere digital erledigt werden kann? So war die Idee zum remote Gründen geboren.

Feste Strukturen und Prozesse sind das A und O

Eine reine Remote-Aufstellung stellt trotz des Erfolgs eine gewisse Herausforderung dar, das mussten wir auch nach der Gründung lernen. Schnell war klar, dass mit dem Wachstum des Unternehmens auch Strukturen und Prozesse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen werden müssen. Wir führten feste Kernarbeitszeiten von 9 bis 15 Uhr deutscher Zeit ein, die verpflichtend für das gesamte Team sind. Abseits dieser Kernarbeitszeit können unsere Mitarbeiter*innen selbst entscheiden, wie sie sich den Arbeitsalltag gestalten. Außerdem haben wir feste Strukturen eingeführt – sowohl bei den Timings, Meetings als auch bei den Verantwortlichkeiten. Früh haben wir auf gemeinsame digitale Projektmanagement-Tools gesetzt, damit alle einen Überblick über das gemeinsame Arbeiten haben.

Wir mussten uns seit der Gründung als Arbeitgeber abheben

Natürlich wussten wir bei der Gründung, dass wir potenziellen Mitarbeiter*innen auch besondere Leistungen anbieten müssen, die es in Unternehmen mit einem festen Büro nicht gibt. Vor allem über die begrenzten direkt-persönlichen Kontakte unserer Mitarbeiter*innen haben wir uns mit der Gründung Gedanken gemacht und setzen von Anfang an auf Teamreisen, die ein Mix aus gemeinsamem Arbeiten und Aktivitäten sind. Das gesamte Team macht sich dann auf den Weg in Richtung Traumreiseziel. Zypern, Marokko, Südafrika, Thailand oder auch Indonesien sind nur einige Ziele des Teams gewesen. In der ersten Woche wird Vollzeit gearbeitet, während sich die Arbeitsstunden in der zweiten Woche halbieren und so der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Während der Reisen fokussieren wir vor allem die Arbeit an einem Ort und verbessern so die persönliche und verbale Kommunikation zwischen den Mitarbeiter*innen. Zusätzlich fördern Team-Wochenenden in Berlin den Teamgedanken. Ähnlich wie bei den Teamreisen, setzt sich das Wochenende aus Workshops und gemeinsamen Aktivitäten zusammen.

Top-Ausrüstung für das Home-Office

Als Unternehmen in der Fitnessbranche lag uns die körperliche Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen immer schon am Herzen. Wir stellen ihnen verstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle und entsprechendes technisches Equipment zur Verfügung. Im Zuge der Corona-bedingten weitreichenden Ausgangsbeschränkungen, haben wir unseren Mitarbeiter*innen bspw. Walking Pads gekauft, um den Bewegungsmangel ein wenig auszugleichen.

Soft Skills bei der Personalauswahl

Mit der Gründung haben wir auch bei der Personalauswahl stark auf Soft Skills gesetzt. In einem Remote-Unternehmen ist es besonders wichtig, dass wir Mitarbeiter*innen auswählen, die sich mit unserem Produkt identifizieren und eigenständig arbeiten. Unsere Mitarbeiter*innen müssen belastbar sein, flexibel denken und einen starken Charakter vorweisen. Von Anfang an hatten wir viele Mitarbeiter*innen, die eine Nähe zu OTL und unseren Themen haben. Viele unserer Mitarbeiter*innen haben eine Ausbildung bei uns gemacht, sind uns auf unseren Social-Media-Kanälen gefolgt oder kannten mich als Person des öffentlichen Lebens. So entsteht ein Team mit hoher Identifikationskraft zum Produkt, das gern digital zusammenarbeitet. Bei der Auswahl der Mitarbeiter*innen spielt in diesem Kontext die fachliche Qualifikation natürlich eine Rolle, aber eher eine nebengeordnete. Wir sind der Auffassung, dass (fast) jede(r) an seinen/ihren Aufgaben wachsen kann. Viel wichtiger war und ist uns, dass wir zueinanderpassen. Im Ergebnis haben wir unter unseren knapp 50 festen Mitarbeiter*innen viele echte Freundschaften, trotz klarer Hierarchien, ohne die es remote auch nicht funktioniert.

Schenkt bei der Gründung Vertrauen!

Die Gründung eines Remote-Unternehmens ist eng an das Vertrauen gekoppelt, das Führungskräfte ihrem Team entgegenbringen. Meine Erfahrung ist, dass gerade bei der Umstellung zum Arbeiten im Home-Office diejenigen Mitarbeiter*innen die besten Leistungen erbringen, die spüren, dass ihnen vertraut wird und sie wertgeschätzt werden. Mein Rat an alle, die jetzt remote gründen oder jetzt umstellen wollen: Sorgt für feste Strukturen und Prozesse bei Meetings, klare, einvernehmliche Ziele, realistische Aufgabenstellungen und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten. Und stellt den Menschen in den Mittelpunkt! Nur in diesem Rahmen entfaltet sich das Potenzial der eigenen Mitarbeiter*innen – das hilft allen, auch dem Unternehmen.

SEO-Trends 2022

Suchmaschinenmarketing: Von Audio-Marketing bis Responsive-Suchanzeigen. Mit diesen 7 Trends startest du online im neuen Jahr durch.

Online-Marketing gibt es stetig neue Entwicklungen, Trends, Anpassungen und Tools. Sie automatisieren die bestehenden Prozesse und verbessern die Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung und -werbung immer weiter. Um die Sichtbarkeit im Web für das eigene Unternehmen zu erhöhen, gilt es solche Trends im Blick zu behalten. Vor allem Entwicklungen im Bereich Audio, Video und Social Media sowie die Verzahnung von Content und E-Commerce stehen aktuell im Fokus. Wir haben sieben Trends identifiziert, mit denen Unternehmer und Selbständige online 2022 durchstarten.

SEO Trend 2022: Audio-Marketing

Ob Podcasts, Clubhouse oder Twitter Spaces: Audio-Content wird immer beliebter. Deshalb sollen diese Inhalte auch in den Suchergebnissen von Google platziert werden. Wie bei anderem Content spielt dabei vor allem der gebotene Mehrwert eine wichtige Rolle für ein gutes Ranking. Mit eigenen Unternehmens-Podcasts erreichen kleinere und größere Betriebe ihre Zielgruppe dann an einem weiteren Touchpoint. Übrigens: Videos sind schon länger ein oft genutztes Marketingtool, doch ihre Bedeutung nimmt weiter zu. Sie erhöhen nicht nur den organischen Traffic, sondern sorgen auch für eine längere Verweildauer auf Websites und Social-Media-Profilen.

SEO Trend 2022: Content-Commerce

Die Verzahnung von Content-Marketing und E-Commerce schreitet im digitalen Marketing immer weiter voran. Beispielsweise Facebook und Instagram setzen bereits verstärkt auf E-Commerce-Funktionen, sodass User*innen über die Plattformen shoppen können. Diese Entwicklung führt dazu, dass Unternehmen ihren Content zunehmend strategisch in die digitale Customer Journey ihrer eigenen Kundinnen und Kunden integrieren sollten. Dadurch lassen sich passende Inhalte in jede Phase des Einkaufserlebnisses einbinden und flexibel an die Kund*innenbedürfnisse anpassen. Der Aufbau einer Digital-Experience-Plattform kann für Unternehmen zu einem Wettbewerbsvorteil werden. 

SEO Trend 2022: Google Analytics 4

Ende Oktober 2020 stellte Google von Universal Analytics beziehungsweise GA3 auf Google Analytics 4, kurz GA4, um und setzt nun verstärkt auf die Umstellung der vierten Version des Trackingtools. Bei GA4 handelt es sich dabei um mehr als ein Upgrade: Es ist vielmehr eine neue Generation von Google Analytics, die für User*innen einige Veränderungen mit sich bringt. Im Vergleich zu GA3 ist nicht nur das User Interface neu, sondern auch das zugrunde liegende Datenmodell und das Tracking. Letzteres lässt sich in der neuen Version auch ohne Cookies ermöglichen. Zudem können über ein ganzes Tagging-Framework Daten an Google-Dienste wie Google Ads, Campaign Manager oder Search Ads 360 gesendet werden. GA4 erleichtert so den Einbau des Tracking-Codes für alle Google-Produkte, noch präziseres Conversion-Tracking und die Minimierung technischer Fehlerquellen. 

SEO Trend 2022: Mobile First

Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer durchsuchen das Web vor allem über ihre Smartphones und Tablets. Schon länger steht die Darstellung im Responsive Design deshalb im Fokus. Im Jahr 2021 hat Google aber sogar alle Webseiten auf das sogenannte Mobile-First-Indexing umgestellt, sodass die Suchmaschine Inhalte, die ausschließlich auf Desktopgeräten verfügbar sind, ignoriert. Unternehmen sollten ihre Seiten deshalb dringend auf das Responsive Design hin überprüfen. Passend dazu spielen auch Deeplinks eine immer größere Rolle. Sie finden in Verbindung mit Apps Verwendung, um von Anzeigen auf die richtigen Zielseiten zu verlinken. Somit verhelfen Deeplinks insbesondere Nutzern von mobilen Endgeräten zu einem schnellen und nutzerfreundlichen Shoppingerlebnis. 

SEO Trend 2022: PageSpeed Insights 

Google hat jüngst seinen Online-Dienst „PageSpeed Insights“ optimiert. Das Tool zur Analyse und Verbesserung für Ladezeiten von Internetpräsenzen bietet nun viele neue Informationen über die Ladegeschwindigkeit und zum Lighthouse-Score. Bei „Google Lighthouse“ handelt es sich wiederum um ein Audit-Tool, das die Performance von Websites erhebt. Der Score wird dabei in den Kategorien Performance, Accessibility, Best Practices und SEO errechnet. Zu den Veränderungen in der optimierten Version gehört zum Beispiel, dass nun nicht mehr die Punktzahl der getesteten Seite ganz oben auf der Ergebnisseite steht, sondern der Abschnitt mit den Nutzer*innendaten. Bei der Punktzahl handelt es sich nämlich nur um Labordaten, die keinen direkten Einfluss auf die Rankings haben. Der Bereich mit den Nutzer*innendaten lässt sich hingegen aufklappen, sodass User*innen zusätzliche Details zu den Core Web Vitals sehen. Dazu wird jeweils der Anteil der Aufrufe dargestellt und kategorisiert: grün für Erreichung der empfohlenen Werte, gelb für Werte mit Verbesserungsbedarf und rot für schlechte Leistungen. Zusätzlich gibt es sowohl für die Nutzer*innen- als auch für die Labordaten einen zusätzlichen Abschnitt mit weiteren Informationen zum Erfassungszeitraum, zur Dauer der Besuche oder auch zur Größe der Strichprobe, sodass User*innen die Performance der jeweiligen Seite besser analysieren und verbessern können.

SEO Trend 2022: Free Listing

Bereits seit einigen Monaten hat Google die kostenlosen Shoppinganzeigen international ausgerollt. Doch noch nicht alle Produktanbieter*innen nutzen dieses Tool für ihre Marketingkampagne. Dabei bietet das Free Listing vor allem kleinen Unternehmen mit wenig Marketingbudget Gelegenheit, Werbeanzeigen kostenlos zu platzieren und diese zu testen. Auf diesem Weg werden nämlich verschiedene Produktmerkmale wie Preis, Verfügbarkeit und Bewertungen teilweise auch in den organisch gelisteten Shoppinganzeigen aufgeführt und Internetnutzer*innen angezeigt.

SEO Trend 2022: Responsive-Suchanzeigen

Marketingmaßnahmen und Online-Tools verändern sich vor allem aufgrund des stetigen Wandels des User-Suchverhaltens. Google gibt beispielsweise an, dass 15 Prozent der täglichen Anfragen ganz neue Suchen darstellen. Online-Marketingkampagnen gilt es deshalb möglichst flexibel zu gestalten. Zudem sollten Unternehmen auf Automatisierung setzen – besonders auf Responsive-Suchanzeigen. Texte in solchen Anzeigen werden ständig angepasst, damit sie Kund*innen immer passende Botschaften präsentieren. Dafür geben Unternehmen einfach mehrere Anzeigentitel und Textzeilen ein, sodass Google Ads im Laufe der Zeit automatisch verschiedene Kombinationen testet und die zielführendsten unter ihnen ermittelt. Ab dem 30. Juni 2022 will Google nur noch die Responsive Search Ads unterstützen. Erweiterte Textanzeigen sollen dann zwar weiterhin ausgespielt werden, die Möglichkeit zur Erstellung oder Bearbeitung fällt aber weg.

Der Autor Andreas Karasek ist Geschäftsführer der Agentur SEM Berater.

Krypto-Trends 2022

Kryptowährungen: Was sind die Erwartungen und Trends für 2022?

Krypto-Trend: Bitcoin bleibt der "König"

Trotz der Tatsache, dass die Dominanz von Bitcoin im Jahr 2021 abnahm und die Anleger begannen, sich nach Alternativen wie Ethereum, Solana und Polkadot umzusehen, ist BTC immer noch die wichtigste "schwere" Kryptowährung. Die Nachfrage nach BTC und seinen Derivaten wird steigen. BTC hat eine niedrige Besicherungsquote, was auf eine geringe Verschuldung hindeutet und ein Potenzial für die Verwendung als DeFi-Sicherheiten zeigt. Bitcoin-Inhaber werden in der Lage sein, mehr ihrer Bitcoins für Kredite, Darlehen, die Bereitstellung von Liquidität usw. zu verwenden. Ein größerer Teil des Bitcoin-Angebots wird auf anderen Blockchains abgelegt werden.

Krypto-Trend: Cross-Blockchain-Bridges

Cross-Blockchain-Bridge-Protokolle wie Rune (THORChain) werden mehr Peer-to-Peer-Swaps ermöglichen. Derzeit verbinden sich die meisten Brücken mit dem Ethereum (ETH)-Netzwerk aufgrund der Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) (Tezos Wrap Protocol Bridge, Binance Smart Chain Bridge, Solana's Wormhole Bridge, Avalanche Bridge, usw.). Es wird erwartet, dass blockchain-übergreifende Möglichkeiten eine wichtigere Rolle spielen werden.

Krypto-Trend: DeFi und Liquidität

Vor kurzem sind mehrere neue vielversprechende Protokolle erschienen. Zum Beispiel für eine langfristige Liquidität - OlympusPro, Tokemak, oder für eine kurzfristige Liquidität - Fei Protocol x Ondo Finance und Liquidity Mining, was eine Tür für die weitere Entwicklung von DeFi2 öffnet. Die Entwicklung von Mindestreserve-Banking und Off-Chain-Kredit-Scoring-Systemen wird einer der Trends sein.

Krypto-Trend: NFTs

Ihr Potenzial ist enorm, da sie zur Übertragung von Rechten sowohl an virtuellem als auch an physischem Eigentum genutzt werden können. Wir werden also herausfinden müssen, wie NFTs von "traditionellen" Institutionen wie Museen, Fonds usw. behandelt, gehalten und bewertet werden können.

Krypto-Trend: Regulierung

Immer mehr institutionelle Anleger haben begonnen, Kryptowährungen als legitime Anlagemöglichkeit anzuerkennen, auch wenn eine umfassende Regulierung noch auf dem Weg ist. Der Markt für Kryptowährungen ist einfach zu groß geworden, um ihn zu ignorieren. Gleichzeitig wird die makroökonomische "Übernahme" von Blockchain/digitalem Geld intensiviert werden. Wir erwarten eine stärkere Konzentration auf CBDCs und Stablecoins, die zur Diversifizierung und Senkung der Transaktionskosten beitragen, grenzüberschreitende Reibungsverluste verringern, Einlagen ergänzen, die finanzielle Eingliederung fördern usw. Es wird eine bankähnliche Regulierungsstruktur für Stablecoin-Emittenten vorgeschlagen werden.

Krypto-Trend: breitere Einführung von Blockchain-Technologien

Und schließlich eine breitere Einführung von Blockchain-Technologien, um viele weitere Bereiche zu digitalisieren und zu verfolgen, angefangen bei der Nutzung medizinischer Daten, ESG-Attributen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), der Überprüfung der Identität von Lieferanten, Geldtransfers usw.

Der Autor: Prof. Roman Matkovskyy, Rennes School of Business

Pop-up-Experience

Pop-up-Stores sind smarte Marketing-Tools für Gründer*innen, die weit mehr bieten als nur Sonderverkaufsflächen.

Pop-up-Stores können Start-ups in verschiedenen Stadien ihres Lebenszyklus unterstützen. Und damit an verschiedenen Stellen für Differenzierung, Mehrwert und Customer Centricity sorgen. Allerdings nur, wenn man ihr Potenzial ganzheitlich versteht und bei der Konzeption einen klaren Fokus setzt. Wie? Darum geht es in diesem Beitrag.

Was sind Pop-up-Stores?

Wie der Name schon verrät, poppen Pop-ups kurzfristig auf und sind nur eine begrenzte Zeit verfügbar. Sie können eine Art Store-Charakter haben, aber auch in kreativen Formen daherkommen: als mobile Einheit oder individuelle Installation. Dann sprechen wir von Pop-up-Experiences. Sie können für wenige Stunden, Tage oder auch mehrere Wochen bis Monate öffnen und bilden damit ein ganz besonderes Markenerlebnis-Format für Unternehmen und deren Kund*innen.

Sie sind nicht nur sehr flexibel und wandelbar einsetzbar, sondern können auch finanziell eine clevere Alternative sein, denn du bindest dich nicht an einen jahrelangen Mietvertrag. Stattdessen kannst du an verschiedenen Standorten oder zu verschiedenen Zeiten (im Jahr oder auch am Tag) unterschiedliche strategische Zielgruppensegmente ansprechen und Lo­cations bezüglich deines Geschäfts-Impacts testen.

Der beste Zeitpunkt für die Eröffnung eines Pop-ups ist genau jetzt. Das liegt zum einen daran, dass pandemiebedingt derzeit sehr viele freie Räume in attraktiven Lagen zur Verfügung stehen. Zum anderen sind die Eigentümer*innen mittlerweile auch für temporäre Mieteinnahmen offen, und die Politik begrüßt kreative Konzepte, um leere Innenstädte wiederzubeleben.

Der Handel spricht gerade davon, wie sich die vermeintlich funktionale Warenbeschaffung immer mehr in Richtung Experiences Economy transformiert. Und genau da setzen Pop-up-Experiences an: flankierend zum normalen Handel- und Vertriebs-Setup, als Test- bzw. Innovations-Pilot oder als dauerhaft implementierte Erlebniskomponente.

Start-up & Konzern, digital & analog: Pop-ups können für alle relevant sein. Klassischerweise kennt man Pop-up-Stores aus den Bereichen Mode, Food und Kosmetik. Dabei sind sie – wenn man die Erfolgsfaktoren richtig dekodiert hat – für alle Branchen geeignet. Denn es geht letztendlich darum, der Zielgruppe in einem relevanten Umfeld ein emotionales Erlebnis zu bieten.

Anfassbare Produkte lassen sich so kreativ mit allen Sinnen erleben. Angebote und Dienstleistungen, die nicht greifbar sind oder zum Beispiel aus einer schwer verständlichen Technik resultieren, können so erklärt werden. Auch Google und Ebay haben schon mit Pop-up-Stores ihre Marken gestärkt: Google mit einem Hamburger Store zur Bekanntmachung des neuesten Google Pixel Smartphones, bei dem es unter anderem Foto-Workshops gab, die zur tieferen Auseinandersetzung mit dem Produkt und für mehr Sichtbarkeit „beyond“ im Social Space sorgten. Ebay über einen Kaufs- und Verkaufsraum rund um die Weihnachtszeit, in dem Menschen durch ein reales Geschäft gingen, die Marke erlebten und dabei aber die Vorteile der digitalen Kaufabwicklung und Lieferung über Ebay genossen. Pop-ups sind übrigens nicht nur ein B2C-Tool, sondern können auch für den B2B-Bereich konzipiert werden.

Besondere Erlebnisse bringen besondere Erkenntnisse

Pop-ups sind ein versatiles Marketing-Instrument. Egal, in welchem Stadium sich dein Start-up derzeit befindet, kann es sehr spannend sein, diese vielfältigen Anwendungsbereiche mal zu evaluieren und im Team durchzuspielen, nämlich unter folgenden Aspekten:

  • Stärkung der Markendifferenzierung: Eine Pop-up-Experience ist die ideale Bühne, um deine am Reißbrett entstandene Marke in der Praxis zu inszenieren und ihr den Raum zu geben, die sie verdient. Ausgehend von deiner Positionierung schaffen Brand Space Designer ein Markenerlebnis für alle Sinne. Und das wiederum sorgt für Differenzierung, Mehrwert und Storytelling.
  • Content-Fabrik: Pop-up-Experiences sind bestens geeignet, um relevanten Content zu produzieren, der dann auf den Owned-, Earned-, Paid-Kanälen wieder zum Einsatz kommt. Und das alles eins-zu-eins aus der Markenwelt. Außerdem haben Pop-ups inhaltlich viel zu erzählen, was im Vorfeld, im Live-Zeitraum und im Nachgang die Kommunikationsstrategie befeuert.
  • Testen von Standorten: Du möchtest deinen ersten Flag­ship-Store eröffnen oder expandieren? Bloß wo? Probiere es aus – in der Großstadt, auf dem Dorf, mitten im Ortskern oder eher im Randgebiet. Mit einem Pop-up-Store bist du örtlich und gestalterisch flexibel und nicht an einen festen Mietvertrag mit Kündigungsfrist gebunden.
  • (Neu-)Kund*innenakquise: Kund*innen halten und gewinnen. Durch Pop-ups kommst du näher an deine Zielgruppen heran. Zum einen kannst du neue Zielgruppen behutsam erschließen (Stichwort Verjüngung, Segmentierung), ohne dass Stammkund*innen irritiert werden. Zum anderen kannst du Pop-ups konzeptionell so ausrichten, dass sie für deine Kernzielgruppe als Loyalitäts-Tool dienen und die Bindung zur Marke intensiviert wird.
  • Marktforschung und Produktentwicklung: Den immer stärker werdenden Innovationsdruck kennen wir alle. Bist du auch zuweilen unsicher, was genau sich deine potenzielle Zielgruppe wünscht, wo es hakt, was optimiert werden kann? Pop-ups können auch dafür eine Bühne sein, um direkt, pragmatisch und auf Augenhöhe mit deinen Kund*innen in Verbindung zu bleiben und in den Dialog zu kommen.
  • Produkttests: Dein Start-up hat bereits einen Prototyp entwickelt oder du denkst über die Erweiterung deines Portfolios nach? Dann teste, wie dein Produkt bei den Menschen ankommt und schaue dabei in ihr Gesicht. Näher an den Kund*innen kannst du nicht sein.

Wie funktionieren Pop-ups?

Pop-ups sind Erlebnisse: Sie sind emotional, aufregend, außergewöhnlich, inspirierend oder auch animierend. Das muss sich im Design, der Location, der Verfügbarkeit, den Inhalten, Angeboten und Aktionen widerspiegeln. Pop-ups leben von einer Faszination, einem Hauch Exklusivität und einer gelungenen Gesamtkomposition. Sie zu konzipieren, braucht Klarheit über die Ziele und einen guten Sparringspartner in der Entwicklung. Nur so kann der rote Faden klar transportiert werden und am Ende aus Einzelfacetten ein strahlendes Masterpiece werden.

Als „Geschäfte mit Geschichten“ haben Pop-ups zum Ziel, Berührungspunkte zwischen deiner Marke und den Besucher*innen zu erschaffen. Es geht also um eine Experience beyond Moments, um einen langfristigen Beziehungsaufbau.

Damit das klappt, braucht es eine strategische Grundlage, die sich von den Unternehmenszielen ableitet. Es stellt sich also zunächst immer die Frage: Welche Challenge hast du gerade? Was möchtest du mit einem Pop-up-Store erreichen? Natürlich kann ein Pop-up mehrere Zwecke erfüllen, bei der Konzeption solltest du aber einen konkreten Fokus auswählen. Das kann zum Beispiel Folgendes sein: deine Community besser kennenzulernen. Deine Marke oder eines deiner Produkte mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Hintergründe zu erklärungsbedürftigen Produkten bzw. Dienstleistungen zu vermitteln. Oder neue Produkte für den Vertrieb zu testen.

Neben dem Festlegen des Hauptziels deines Pop-ups, ist wichtig, wie du dich und dein Start-up präsentieren möchtest. Sympathie und Mehrwert sind hierbei wichtige Verkaufsfaktoren. Eine Studie aus dem Journal of Advertising Research (JAR) hat kürzlich gezeigt, dass insbesondere das Inszenieren des Gefühls von Freude auf allen Ebenen ein elementarer Erfolgsfaktor ist. Inszeniere ein gemeinsames Erlebnis, biete Workshops und Austauschformate an, denn das schweißt zusammen. Dabei kannst du visuelle, haptische und technische Gadgets zur Hilfe nehmen.

Wenn du alles richtig machst, profitierst du nicht nur vom direkten Impact des Pop-ups (zum Beispiel Abverkäufen), sondern auch von Synergieeffekten und dem Word of Mouth, wenn nämlich Besucher*innen positiv über dich sprechen.