Foodruption

Autor: Marco Cerqui
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Ob Aquaponic, Grocerant-Konzept oder Blockchain: Wie Food-Gründer den digitalen Wandel in der Lebensmittelindustrie für sich nutzen können.

Foto: roman arkhipov, unsplash.com

Die Gründerszene in der Foodbranche floriert: Neue Verzehrkonzepte, ganzheitliche Sensibilisierung oder spannende Hybridkreationen in der Gastronomie – die Food- und Gastrotrends wechseln schneller, als Junkfood verschlungen werden kann. Die Zukunft ist Technik. Auch vor der Küche macht die digitale Entwicklung nicht halt. Aber: Der Markt ist hart umkämpft und Technik wie Smart Home steckt noch in den Kinderschuhen. Im Folgenden liest du, was Lebensmittel und Digitalisierung miteinander zu tun haben und vor welchen gravierenden Veränderungen die deutsche Foodbranche steht.
 
Höher, schneller, weiter: Lebensmittel beschaffen

Aufgewachsen mit moderner Technologie sind die Kleinen von gestern heute längst junge Erwachsene oder vielleicht sogar selbst Eltern. Genau das sind die Konsumenten, die vorzugsweise online bestellen. Bei Online-Bestellungen ist aber bei Non-Food noch lange nicht Schluss: Frische Lebensmittel und Convenience-Produkte werden mehr und mehr über das World Wide Web geordert, um sich den Weg und die Zeit zum Supermarkt zu sparen. Fakt ist: Die Lebensmittelindustrie ist einer der größten Wirtschaftszweige der Welt, der technologisch aber relativ schwach aufgestellt ist. Auf dem Trendbarometer steigt das Essen, das übers Internet bestellt werden kann, immer weiter empor – aber was aber kann der Einzelhandel tun, um im Web ebenfalls Fuß zu fassen?

Können sich Einzelhändler überhaupt gegen die Online-Macht von Rewe, Bringmeister und Co. behaupten? Klar ist, um dies umzusetzen, müssen sie den Konsumenten ganz neue Reize und Möglichkeiten innerhalb ihrer Shopping-Experience bieten. Ein erster guter Ansatz ist das „Grocerant-Konzept“, das sich aus dem Englischen aus „grocery“ und „restaurant“ zusammensetzt. Hierbei bieten Restaurantketten den Supermarktkonsumenten ihre Speisen und Getränke in verzehrfertiger Manier innerhalb ihres Sortiments an. Langsam aber sicher schlagen Shopping-Konzepte dieser Art immer größere Wellen und werden nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa mehr und mehr zum Mainstream.
 
Tischlein deck dich: Verzehrkonzepte von morgen

Wir haben bereits eine vage Vorstellung, wie die Zukunft aussehen wird: Fliegende Autos und glitzernde Städte, die durch die Wolkendecke stoßen und Roboter, die uns als Helfer im Alltag zur Seite stehen. Bisher konnte allerdings keine dieser Vorstellungen wirklich realisiert werden. Bei all der Zukunftsmusik stellt sich auch die Frage, wie sich die Art der Mahlzeitenzubereitung verändern wird? Verbraucher haben zu jeder Zeit Zugang zu lebensmittelrelevanten Inhalten auf Instagram, Facebook oder YouTube. Noch nie waren User so vernetzt mit den Küchen aus aller Welt wie heute. Mit der Bequemlichkeit der Konsumenten steigt jedoch auch der Anspruch, den sie an die schnelle Mahlzeit zwischendurch haben: Wenn mühelos Essen, dann doch bitte hausgemacht! Vor allem Menschen mit einem hektischen Tagesablauf gehen oft außerhalb essen, wobei die „selbstgemachte“ Mahlzeit dann auch innerhalb kürzester Zeit angerichtet sein sollte.

Aber nicht nur der Wert eines guten Essens wird geschätzt; die Foodies unserer Zeit fordern auch Bequemlichkeit in der eigenen Küche, nämlich simple Esslösungen, die schnell zubereitet und geradewegs verzehrt werden können. Diesen Ruf hat die Lebensmittelindustrie erhört und beschreitet nun unkonventionelle Wege, um Konsumenten Ärger und Zeit beim Kochen oder Einkaufen zu sparen. Ob Ghost Restaurants ohne Gastraum, Online-Supermärkte, Kochboxen oder die Zustellung direkt aus dem Lieblingsrestaurant; eine schier unendliche Anzahl von Dienstleistern und App-Anbietern verwandeln mit einer Fülle von Angeboten den Markt in ein Schlaraffenland.

Dies sind die vier Hauptkategorien mit den jeweiligen Hauptakteuren:

DIY-Dinner (HelloFresh, Kochzauber, Marley Spoon): Abonnement-basierte Dienstleistung, die vom Koch kuratierte, leicht verständliche Rezepte und verpackte Zutaten direkt nach Hause liefert.

Pocket Food Court (UBEReats, eatclever, GrubHub): Mobile Apps für eine On-Demand-Bestellung und Zustellung einer Vielzahl von unabhängigen Restaurants.

Direktverkäufer (AmazonFresh, Picnic, AllyouneedFresh): Apps und Services, die den Verbrauchern die Möglichkeit bieten, online einzukaufen und sich Lebensmittel direkt nach Hause liefern zu lassen.

Digitale Restaurants (Keatz, Munchery): Vollständig integrierte Restaurants ohne Dine-in-Option – es gibt sie nur, um Mahlzeiten durch Lieferung zu servieren.

Der Einkauf von Lebensmitteln ist zwar noch weitgehend eine Offline-Aktivität und die meisten Verbraucher haben wenig bis gar kein Bewusstsein für Bestell-Dienstleistungen. Trotzdem erwarten Branchen-Analysten, dass die Online-Bestellung innerhalb der nächsten fünf Jahre die Offline-Bestellung überholt. Lebensmittellieferdienste werden von der Bequemlichkeit der Verbraucher profitieren, da sie den Verbrauchern kostbare Zeit schenken können.

Dies ist ein Auszug aus einem aktuellen Artikel unseres Print-Objekts StartingUp: Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen StartingUp - Heft 03/18 - ab dem 23. August 2018 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als ePaper - in unserem Bestellservice-Bereich


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