Diese 5 FinTechs behalten wir 2021 im Auge


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FinTechs sind echte Wachstumstreiber. Wir stellen fünf erfolgreiche FinTechs vor und zeigen, was diese noch junge Branche zu leisten vermag.

Immer mehr Geschäfte werden, auch bedingt durch die Corona-Krise bzw. die zunehmende Digitalisierung, über das Internet abgewickelt. Aus diesem Grund gewinnen sogenannte FinTechs immer mehr an Bedeutung. Unter einem FinTech versteht man ein Unternehmen, das digitale bzw. technologische Innovationen im Bereich Finanzen oder einem verwandten Geschäftsfeld anbietet. Sie stellen online Dienstleistungen und Produkte zur Verfügung, die dem Kunden die Abwicklung von Finanz- oder Finanzierungsgeschäften erleichtern. Dabei hat jedes FinTech bestimmte Alleinstellungsmerkmale, etwa spezielle Funktionen, eine bestimmte Zielrichtung oder besonders günstige Konditionen. Verlief der Start der FinTech-Branche im deutschsprachigen Raum (DACH, für Deutschland, A = Österreich und die Schweiz) zunächst verhalten, so hat er sich inzwischen zu einem Wachstumsantreiber für ganz Europa entwickelt. Wir stellen exemplarisch fünf erfolgreiche FinTechs vor, um zu zeigen, welche Nischen es gibt und was diese noch junge Branche zu leisten vermag.

nextmarkets – gebührenfreies Trading & Lernen von Experten

Beim Thema gebührenfreies Trading kann nextmarkets als exemplarisches Beispiel dienen. Die eigentliche Geschäftsidee besteht darin, Einsteigern durch die Unterstützung ausgewiesener Experten den Börsenhandel zu erleichtern. Bei nextmarkets handelt es sich um einen Neo- bzw. Online-Broker dessen Plattform für alle Depotgrößen geeignet ist. Gebührenfrei gehandelt werden kann mit über 7.000 Aktien und mehr als 1.000 ETFs.

Ein Alleinstellungsmerkmal von nextmarkets ist, dass der Handel gebührenfrei angeboten wird. Es fallen bei nextmarkets keinerlei Gebühren an, es gibt also keine Order- oder Depotgebühren. Auch Nebenkosten durch Dividenden oder den Handel mit Bezugsrechten muss der Kunde nicht zahlen.

Durch Funktionen wie fractional Trading haben Nutzer die Möglichkeit, auch Teile von Aktien zu erwerben oder zu verkaufen. Dadurch können Anleger mit geringerem Kapitaleinsatz an der Wertentwicklungen von hochdotierten Aktien wie Amazon oder Tesla profitieren. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der von nextmarkets angebotene Spar CFD. Bei ihm profitieren die Nutzer vom Unterschied zwischen einem niedrigen deutschen und einem hohen US-amerikanischen Leitzins. Die Rendite liegt bei etwa 1,25 Prozent.

Bullfinch – Chance für grüne Infrastrukturprojekte & CleanTech-Unternehmen

Das Start-up Bullfinch AG hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Welt zu erschaffen, die ausschließlich von sauberen Energien angetrieben wird. Im Fokus stehen CleanTech-Unternehmen mit ihrem Wachstumspotenzial sowie Investoren, die ihr Geld in diesem Bereich anlegen möchten. Das 2019 als Finanzierungshaus gegründete Unternehmen füllt mit seinen Dienstleistungen eine wichtige Lücke auf. In gesamt Zentraleuropa gab es keinen Anbieter für zuverlässige Finanzierungen von Infrastrukturprojekten für saubere Energie.

Auf der Plattform von Bullfinch können Unternehmen ihre Produkte, Projekte oder Dienstleistungen anbieten, von der Batterie über Ladesäulen und Solarzellen bis hin zur Wärmepumpe. Die Besonderheit besteht in den möglichen Investitionsformen, denn es gibt Miet-, Leasing- und Kreditprodukte. Auf diese Weise haben Kleinanleger die Möglichkeit, in Großprojekte zu investieren und institutionellen Großinvestoren bietet sich die Gelegenheit, in kleine Projekte zu investieren.

Für Gründer Robin Haack sind Dezentralisierung, Intelligenz sowie eine innovative Verknüpfung von Finanzen, Energieerzeugung und Energieverbrauch grundlegende Säulen eines dringend notwendigen, klimaneutralen Energiesystems. Der Klimawandel betrifft alle Bereiche der Wirtschaft und würde sich auch auf die Finanzbranche auswirken. Daraus erwächst laut Haack Verantwortung.

YouSign – Start-up für rechtskonforme digitale Unterschrift

Damit ein Vertrag rechtskräftig abgeschlossen wird, muss er von den beteiligten Parteien unterschrieben werden. Im Zuge der Globalisierung und den daraus resultierenden Geschäftsverbindungen rund um den Erdball dauerte es vor dem Start des digitalen Zeitalters oft eine Ewigkeit, bis etwa ein Vertrag zwischen einem deutschen und einem australischen Unternehmen verbindlich abgeschlossen werden konnte.

Mit YouSign wurde eine Möglichkeit geschaffen, diesen Prozess abzukürzen. Das französische FinTech-Start-up hat eine Software entwickelt, durch die eine sichere, rechtverbindliche digitale Signatur möglich ist. Um die Sicherheit zu gewährleisten, muss sich der Nutzer mittels einer Authentifizierung identifizieren, erst dann kann er seine Signatur „setzen“.

Zielgruppen von YouSign sind vor allem Unternehmen, die regelmäßig zahlreiche Verträge zu unterzeichnen haben, etwa Unternehmen im Bereich Human Ressources, Versicherungen, Immobilienunternehmen sowie Vertriebsunternehmen. Aber auch für kleinere Unternehmen, Start-ups bzw. für Personalabteilungen stellt die Dienstleistung von YouSign eine sinnvolle Vereinfachung der Geschäftsprozesse dar.

Auto1 FT – digitalisierte Finanzprozesse & automatisches Risikomanagement

Zwischen dem Ankauf eines Fahrzeugs und dem erneuten Verkauf entsteht für den Autohändler eine Finanzierungslücke. In diese Lücke bzw. Nische springt das FinTech-Unternehmen Auto1 FT GmbH mit seiner Web-App „My Fin-tech Portal“. Sie ist technologisches Herzstück und verbindet das Unternehmen in seiner Rolle als Kreditgeber digital mit potenziellen Kreditnehmern.

Geschäftsführer Taimur Rashid versteht sein Unternehmen als 360-Grad-Dienstleister im Bereich Zwischenfinanzierung. Er bietet seinen Kunden eine Plattform an, über die sie Finanzierungs- und Versicherungsleistungen abrufen können. Als Kernzielgruppe versteht das Unternehmen den Bereich B2B, also Autohändler. Aufgrund der schnellen End-to-End-Prozesse sieht sich Auto1 FT in der Lage, in andere Nischen vorzustoßen. So könnten etwa auch Branchen bedient werden, die von Banken vernachlässigt oder gar nicht beachtet werden. Dazu zählt etwa die Baumaschinenbranche. Auto1 FT ist offen für neue Wege und plant einen B2B2C-Prozess. Er ermöglicht es auch Endkunden wie Kleingewebetreibenden oder Freelancern eine risikogerechte, digital durchgeführte Finanzierung.

Anträge für Fahrzeugkredite oder Leasingverträge sowie das früher aufwendige Identifizierungsverfahren können heute digital durchgeführt bzw. ausgefertigt werden. Zudem ermöglicht es die Plattform den Nutzern, sich hinsichtlich laufender Finanzierungen oder vorhandener Verfügbarkeiten zu informieren. Darüber hinaus gibt es eine Übersicht zu aktiven Ankäufen, abgeschlossenen Vorgängen oder möglichen Liquiditätsengpässen. Für das Scoring sowie das Risikomanagement setzt Auto1 FT auf KI (künstliche Intelligenz) und Blockchain. Mithilfe dieser beiden Technologien wird zukünftig wohl die ganze Mobility-Branche finanziert, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Yokoy – intuitive Plattform für automatisiertes Ausgabenmanagement

Das sogenannte Spend Management bindet in mittleren und großen Unternehmen viele Ressourcen. Um den Aufwand zu reduzieren, hat das 2019 als Expense Robot GmbH gegründete, heute unter dem Namen Yokoy Group AG firmierende FinTech-Unternehmen sich der künstlichen Intelligenz verschrieben. Das Ergebnis ist eine All-In-One-Spend Management Lösung für Unternehmen. YoKoy hat eine Software inklusive App entwickelt, mit der das Ausgabenmanagement von Unternehmen automatisiert und vereinfacht werden kann.

Yokoy automatisiert die Spesenabrechnung inklusive Reisekosten, die Lieferantenrechnungen und auch alle Firmenkartenprozesse.  Das Unternehmen ist im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv.

Die von Yokoy entwickelte App ermöglicht es den Nutzern, stationär wie auch mobil auf das System zuzugreifen und mit diesem zu arbeiten. Zudem lässt sich Yokoy  mit Hilfe der End-to-End-Automationin relevante externe Drittanbieter aus den Bereichen Buchhaltung, Personalverwaltung und Abrechnungssysteme integrieren. Mithilfe einer Standard CSV-Datei, oder einer kundenspezifischen CSV-Datei oder API-Integrationen lassen sich alle wichtigen Daten (z. B. Kostenträgerstammdaten) importieren.

Yokoy weiß um die Bedeutung integrierter Ökosysteme und bietet daher eine ständig aktualisierte Best-of-Breed-Tool-Landschaft an, in der sich Tools wie Cashback oder Uber finden. Kunden von Yokoy haben auch die Möglichkeit, sich eine Yokoy Karte (Mastercard oder Visa) ausstellen zu lassen. Bei ihrer Verwendung fallen weder Karten- noch Fremdwährungsgebühren an.

Fazit: FinTechs leisten wichtige Beiträge innerhalb und außerhalb der Finanzbranche

Die Welt ist inzwischen eine zunehmend digitale, gerade im unternehmerischen Bereich. Die hier vorgestellten FinTechs und auch andere haben einzigartige, innovative Lösungen entwickelt, um Geschäftsprozesse weniger aufwendig zu machen. Finanzierungen, Börsenhandel, Vertragsabwicklung oder Ausgabenmanagement, die FinTechs sind so erfolgreich, weil sie bisher unbesetzte bzw. unentdeckte Nischen finden, in denen sie spezielle, noch nicht vorhandene, digitale Dienstleistungen oder Produkte anbieten.

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DeepUp: Die Tech-Bauhelfer

Wie das Bonner Tech-Start-up DeepUp die digitale Kartierung von unterirdischen Versorgungsleitungen perfektioniert und damit zum Innovationstreiber wird.

Die Explosion am 10. März 2014 im schleswig-holsteinischen Itzehoe war gewaltig – und riss vier Menschen in den Tod. 15 weitere Personen wurden verletzt, 100 verloren ihr Zuhause. Was sich anhört wie die Szene aus einem Bürgerkrieg, war jedoch auf die Erneuerung der Regenwasserkanalisation zurückzuführen: Dabei stieß an diesem Frühlingstag ein Bagger in der holsteinischen Stadt in einem halben Meter Tiefe auf ein graues Metallrohr: eine Gasleitung, die in keiner Karte verzeichnet war. Tragische Ironie des Desasters: An fehlender Digitalisierung lag es in diesem Fall nicht. Vielmehr war sie sogar der Grund für das Unglück. Bereits in den 1970er-Jahren wurde in Itzehoe das Straßenkataster von Papier auf EDV umgestellt, die zerstörte Gasleitung in der Schützenstraße allerdings schlichtweg vergessen.

Antizipation und Glück statt Lösungen

Doch stellt dieses Extrembeispiel bei Weitem keinen Einzelfall dar. Denn alle zwei Minuten (!) wird in Deutschland eine Versorgungsleitung bei Tiefbauarbeiten beschädigt, auch wenn dies immerhin nur sehr selten zu Toten führt. Spätestens seit dem Corona-Ausbruch ist das Grundproblem hinter diesen Unglücksfällen allerdings offenkundig geworden: Deutschland hat ein gewaltiges Problem im Managen und Verwalten seines Gemeinwesens. Die Dokumentation von Leitungen im Untergrund gehört hier voll und ganz dazu. Denn niemand scheint zu wissen, welche Art von Versorgungsleitungen an welchem Ort und in welcher Tiefe genau liegen. Eine Firma, die neue Glasfasernetze verlegt, kann beispielsweise nicht auf zuverlässige Dokumente aus dem Rathaus zurückgreifen. Denn jeder Netzbetreiber besitzt sein eigenes Geo­informationssystem (GIS). Hinzu kommt: Die Lage von Versorgungsleitungen weicht oft um mehrere Meter von der Realität ab. Rücken also die Bagger an, geht beim Ausschachten des Grabens viel über Antizipation und Glück.

Innovativ = präzise + effizient

Das Tech-Start-up DeepUp setzt genau hier an: Die junge Firma um die beiden Gründer Sinka Ismail und Michael Putz möchte den gesamten operativen Bauprozess von der Planung über die Einmessung bis hin zum Baustellenmonitoring und zur Abrechnung perfektionieren – und damit auch indirekt Leben retten. Das Start-up hat hierfür eine Technologie entwickelt, die die Einmessung und Dokumentation neu verlegter Leitungen präziser und um 2400 Prozent effizienter gestaltet als bisher der Fall.

 „Unsere Geschäftsobjekte liegen zwar unter der Erde und sind für viele unsichtbar, aber für unseren Wohlstand und unser aller Leben unverzichtbar“, so Michael Putz. Strom, Gas, Fernwärme, Telekommunika­tion, Wasser, Abwasser und Kabelfernsehen – allein in Deutschland bewegt sich das Marktpotenzial im Milliardenbereich. Die Basis ihres Geschäftsmodells ist ein kleiner, mobiler 3D-Handscanner, den jeder sofort bedienen kann, ohne umfangreiche Schulungen oder gar eine Ausbildung dafür absolvieren zu müssen. Dieses Gerät stellt DeepUp den Leitungsverlegern kostenlos zur Verfügung. Abgerechnet wird die Nutzung der DeepUp-Plattform pro Meter.

Und wo früher teilweise Monate nach dem Zuschütten der Grube erst ein Vermessungstechniker mit meist teurem, analogem und unhandlichem Messequipment anrückte, erfasst nun der/die Kund*in am offenen Graben selbst die Leitungen. Dafür ist keinerlei Expertenwissen notwendig. Jede(r) Baustellenmitarbeitende kann nun vor Ort deutlich schneller arbeiten als Vermessungsingenieur*innen. Automatisch erzeugt das DeepUp-System nach dem Einlesen alle relevanten Daten auf einer KI-Plattform – und zwar einheitlich und personenunabhängig. Denn bislang hat jeder der zehntausenden Leitungsträger in Deutschland sein eigenes System und seinen Maßstab. Bei DeepUp ist alles harmonisiert und zusätzlich in 3D. Daneben verbessert das Start-up auch das Managen der Bauprozesse für die Tiefbaufirmen: Der Baufortschritt und die Qualitätskontrolle können vom jeweiligen Auftraggebenden in Echtzeit bequem aus der Ferne verfolgt werden, ohne extra hierfür rausfahren zu müssen.

Markt und Bedarf sind da

Die Macher und Gründer hinter der unterirdischen Lösung: Michael Putz (33), CEO und Wirtschaftsingenieur von der TU Dortmund. Vor seiner heutigen Tätigkeit war er mehrere Jahre bei verschiedenen Eigentümern und Betreibern öffentlicher Versorgungsnetze tätig. Dabei hat er mit bauausführenden Firmen partnerschaftlich zusammengearbeitet und kennt alle Maßnahmen von A bis Z.

Zweiter im Bunde: Sinka Ismail (33), COO/CFO, Wirtschaftsingenieur der RWTH Aachen und TU München. Zuvor hat er ebenfalls gut zehnjährige Berufserfahrung bei einer weltweit führenden Unternehmensberatung für Energiekonzerne gesammelt und in allen kaufmännischen Bereichen eines Netzbetreibers agiert. „Doch es war eben ein Konzern. Ich kam nicht schnell genug weiter und konnte mich nicht so entfalten, wie ich wollte“, berichtet Ismail von einem klassischen Motiv, eine eigene Firma zu gründen.

Geholfen haben bei der Gründung nicht nur ihre Ideen und das Geld von Investoren, sondern auch die Gründerszene und Förderlandschaft in NRW, das EXIST-Programm und die Digital-Initiative NRW. Im Zentrum: die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Institut für Geodäsie und Geoinformation und den beiden Professuren für Geodäsie und Photogrammetrie & Robotik. Und diese fachliche Bandbreite zeigt sich auch im Hintergrund. Anders als andere Start-ups nutzt DeepUp nicht nur eine Zukunftstechnologie, sondern bündelt mehrere gleichzeitig: Künstliche Intelligenz, 3D-Rekonstruktion, Georeferenzierung, Cloud-Computing, Big Data und Augmented Reality.

Testgelände und Prototypenbau

Im Rahmen des EXIST-Programms gründeten Putz und Ismail im Juli 2019 ihr Unternehmen. Von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bekamen sie ein kleines Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät zur Verfügung gestellt, wo sie sich und ihre Technologie ausprobieren konnten. Die beiden hoben mehrere Gruben in unterschiedlichen Dimensionen aus, stellten verschiedene Szenarien nach und demonstrierten Investor*innen erfolgreich ihren Prototyp. Im September 2019 absolvierten sie dann ihre erste Finanzierungsrunde, zu der noch zwei weitere hinzukamen. Putz erinnert sich: „Mehrere Investoren zeigten von Beginn an großes Interesse. Wir haben uns schließlich für jemanden entschieden, der nicht nur finanziert, sondern auch Partner ist.“ Anschließend konnten die beiden ihr Unternehmen aufbauen, den Prototyp zu einem marktfähigen und skalierbaren Produkt entwickeln, Kund*innen gewinnen und Feedback einholen, um daraufhin das Produkt stetig zu verbessern. Mit einer Handvoll Leute ging es los. Heute, zweieinhalb Jahre später, beschäftigen sie 40 Mitarbeitende.

Robust skalierbar

In den vergangenen sechs Monaten ist DeepUp nach eigenen Angaben um 400 Prozent gewachsen. Und so exponentiell soll es weitergehen: Angepeilt sind 11.000 Prozent in den nächsten beiden Jahren. Das Geschäftsmodell lässt sich weltweit ausrollen und damit „robust skalieren“, wie Ismail erklärt: „Unser Markt funktioniert überall gleich. Anderswo haben die Leitungen nur andere Farben und Tiefen.“ Das Ziel: DeepUp möchte bei jeder Infrastrukturmaßnahme weltweit Ansprechpartner Nummer 1 für den Leitungsausbau sein. Geht es mit dem aktuellen Tempo weiter, wird vielleicht in nur wenigen Jahren jede Baumaßnahme in Deutschland mit der Technologie aus Bonn gestemmt.

Enpal: Das grüne Einhorn

Wie das GreenTech-Start-up Enpal in nur vier Jahren zu Deutschlands erstem grünen Einhorn wurde und nun die größte Energiebewegung Europas aufbauen will.

Im Jahr 2008, während der Wirtschaftskrise, hat Mario Kohle mit einem Schulfreund den Internetmarktplatz Aroundhome gegründet, der damals noch Käuferportal hieß. Aroundhome vermittelt Produkte und Dienstleistungen rund ums Haus; damals mit einem Außenumsatz von 1,5 Milliarden Euro. 2016 stieg ProSiebenSat.1 ein. Trotz dieser Erfolgsgeschichte verließ Mario das Unternehmen im Jahr 2017. Denn ihm bereitete die Klimakrise zunehmend Sorgen und er wollte aktiv etwas dagegen unternehmen – mit der Fähigkeit, die er am besten beherrschte: ein Unternehmen aufzubauen. Die Idee zu Enpal war geboren.

Drei Verrückte und ein Ikea-Tisch

Bei Aroundhome hatte Mario Kohle bereits viel mit Solaran­lagen zu tun. Dabei merkte er, dass in dem Markt großes Potenzial steckt. „Eine Solaranlage zu kaufen, ist kompliziert, mit viel Bürokratie verbunden und teuer. Das überfordert viele“, so Mario. Er war überrascht, dass das nicht einfacher ging. Also fragte er seine besten Freunde, ob sie mit ihm ein neues Wagnis starten wollen: Solaranlagen online zu verkaufen. Alles, was kompliziert war, wollte man für die Kund*innen einfach machen. Seine beiden alten Studienfreunde Jochen Ziervogel und Viktor Wingert kamen mit an Bord. Wenig später schraubten sie den ersten Ikea-Tisch im neuen Büro zusammen. „Wir werden nie vergessen, wie wir gestartet sind“, sagt Mario rückblickend und lacht. „Drei Verrückte und ein Ikea-Tisch.“

Mit Enpal haben die drei eine sog. No-Brainer-Solaranlage geschaffen: Das Unternehmen vermietet Anlagen und Batteriespeicher im Abo. Die Kund*innen müssen sich um nichts kümmern, alles wird organisiert, von der Anlage bis hin zum Anschluss bei der Bundesnetzagentur, inklusive Wartung, Reparatur und Versicherung. Alle Kosten inklusive. Das Konzept schlug ein: In nur vier Jahren wurde Enpal zu dem am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen des Landes – und zum ersten grünen Einhorn in Deutschland. „Wir laufen keiner Bewertung hinterher“, sagt Mario. „Mich treibt um, wie wir unseren Kund*innen die bestmögliche Erfahrung und das bestmögliche Produkt bieten können, wie wir eine tolle Firma bauen, wie wir die Welt verändern. Die gute Bewertung kommt dann von allein.“

Auf dem Weg zur Erneuerbaren-Community

Bei einem so komplexen und vor allem physischen Produkt wie einer Solaranlage kann es einige Probleme bei der Umsetzung geben – noch dazu, wenn das Modell skalierfähig sein soll. Im ersten Jahr hatte Enpal insgesamt nur 40 Anlagen gebaut. Inzwischen bauen die Monteur*innen so viele Anlagen oft an einem einzigen Tag. Bei Enpal arbeiten aktuell über 1000 Angestellte, davon über 400 Handwerker*innen, die man selbst ausbildet, damit sie in ganz Deutschland Anlagen montieren können.

Enpal will die Menschen zu einer Erneuerbaren-Community verbinden. Dafür baut das grüne Start-up die größte Energiebewegung in Europa. „Alle können unkompliziert auf grünen, günstigen Strom umsteigen. So einfach war Solarenergie noch nie“, ist sich Mario sicher. Als einziger Anbieter ermöglichen die Berliner ein integriertes Ökosystem mit Solaranlage, Batterie, Ökostromtarif und Smart-Home-Umgebung in Form eines Miet-Abo-Modells.

Darin ist alles inklusive: Beratung, Planung, Montage, Reparatur, Reinigung, Zinsen, Monitoring, Enpal-App, Versicherung, Ersatz des Wechselrichters, des Batteriespeichers oder anderer defekter Bauteile. Das Abo läuft für 20 Jahre, danach können die Hauseigentümer*innen die Anlage für einen Euro übernehmen.

Wer groß werden will, muss groß denken

Am Anfang hat Mario sein eigenes Geld in die Firma gesteckt. Aus dem Verkauf seines ersten Unternehmens hatte er ausreichend Gewinn gemacht, um damit Enpal zu starten. Als Enpal bei den Sparkassen erstmals nach Krediten fragte, um die ersten Solaranlagen zu finanzieren, hatten die Direktoren große Fragezeichen in den Augen. Die Unternehmung schien verrückt: Da kamen drei Jungs und wollten die Welt retten. Wie sollte daraus ein Business Case entstehen? Trotzdem konnten Mario und sein Team die Bank überzeugen, und auch andere Kreditgeber stiegen mit ein. Recht schnell waren dann einige bekannte Köpfe aus der Berliner Start-up-Szene von der Enpal-Idee überzeugt.

Inzwischen stehen viele prominente Investoren hinter dem Start-up: Im Jahr 2020 hat z.B. der führende Silicon-Valley-Investor Princeville Capital mit Leonardo DiCaprio investiert. Seit 2021 sind u.a. SolarCity-Mitgründer (und Cousin von Elon Musk) Peter Rive und der weltgrößte Tech-Investor Softbank mit an Bord. Dadurch wurde Enpal 2021 zum ersten grünen Einhorn in Deutschland.

Mittlerweile ist Enpal mit 12.000 Kund*innen eines der führenden Solarunternehmen in Deutschland. Das schnelle Wachstum ist vor allem deshalb ein Erfolg, „weil es einen Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise leistet. Je mehr Anlagen und Speicher, je mehr Ökostrom, je mehr Wallboxen, desto weniger CO2“, bringt es Mario auf den Punkt. Auf lange Sicht will Enpal eine Solar-Revolution anstoßen und den Energiemarkt umkrempeln. Die Vision: Das Zuhause als grünes Ökosystem, bei dem man den selbst produzierten Strom nutzt, um sein E-Auto zu laden oder in der Enpal-Community zu teilen. Bis Ende des Jahrzehnts will Enpal eine Million Haushalte mit grüner Energie versorgen. „Wir wollen die Menschen zu einer Erneuerbaren-Community verbinden“, formuliert Mario das ambitionierte Ziel.

Marios Tipps für Gründer*innen

  • Sag niemals nie: „Niemand bei Enpal hat ein Einzelbüro. Gemeinsames Arbeiten im Büro heißt bei uns wirklich ,gemeinsam‘. Das schweißt zusammen und lässt die Kreativität und die Informationen fließen. Während der Pandemie haben dennoch alle von zu Hause gearbeitet, und trotzdem konnte das Unternehmen weiter wachsen und den Klimaschutz von unten voranbringen.“
  • Lauf nicht einer Bewertung hinterher: „Wenn du denkst, etwas zu sein, hörst du auf, etwas zu werden. Deswegen fokussiere ich mich nicht darauf, auf Biegen und Brechen eine möglichst hohe Bewertung bei den Investor*innen zu bekommen. Ich laufe auch nicht dem Geld hinterher – ich zahle mir als Geschäftsführer selbst kein Gehalt aus. Mein Geld und mein ganzes Herzblut stecken in der Firma. Mich treibt um, wie wir unseren Kund*innen die bestmögliche Erfahrung und das bestmögliche Produkt bieten können, wie wir eine tolle Firma bauen, wie wir die Welt verändern. Die gute Bewertung kommt dann von allein.“
  • Üb dich in produktiver Paranoia: „Die Formulierung von Jim Collins sollten sich alle Gründer*innen merken. Denke nicht nur in Ideallinien und naiv positiv. Denke auch darüber nach, was schiefgehen kann und wappne dich dementsprechend. Habe immer einen Plan B und C in der Tasche. Nur dann kannst du auf vermeintlich unvorhergesehene Dinge schnell und effizient reagieren. Eine gute Faustformel ist: Läuft in deinem Unternehmen deiner Meinung nach gerade alles rund, hast du mit Sicherheit nur noch nicht bemerkt, wie sehr gerade etwas schiefläuft.“
  • Bau dir ein A-Team: „Als Gründer*in neigt man gern mal dazu zu glauben, dass man selbst alles am besten kann. Kaum ein Gedanke ist so falsch! Wer so denkt, hängt in zu vielen Details fest und verliert seinen Fokus. Mein Tipp: Suche dir Leute, die von diesen und jenen Themen mehr verstehen als du und hole sie mit ins Boot. Als Gründer*in solltest du dich dann nur auf diejenigen Dinge konzentrieren, die für dein Business gerade am kritischsten sind. Versuche nicht, zu viele Probleme gleichzeitig zu lösen, sondern nacheinander – dafür aber nachhaltig.“
  • Mach dir deine Hände schmutzig: „Du kannst kein Unternehmen bauen, wenn du nur mit deinem Latte im Einzelbüro hockst. Auch als Gründer*in und CEO musst du oft Arbeit erledigen, die dir keinen Spaß macht. Wir haben am Anfang selbst die Tische zusammengeschraubt und im Büro übernachtet. Den mentalen und körperlichen Druck hältst du nur durch, wenn du an etwas Großes glaubst, wenn du weißt, wofür du jeden Morgen aufstehst. Für mich ist jede neue Solaranlage das größte Glück. Das gibt mir die Energie, durchzuhalten.“

Urban Hochbeet: Minigarten im All-In-One-Set

Die Urban-Hochbeet-Gründer Leon Hensler und Christian Allié bieten ein Rundum-Sorglos-Paket für den eigenen Balkongarten und wollen zur führenden Anlaufstelle für alle Gartenneugierigen und -anfänger*innen werden.

Leon Hensler und Christian Allié, zwei Freiburger Studenten und Gründer, haben sich eine grüne Mission auf die Fahne geschrieben. Graue Innenstädte, leere Balkonreihen und vertrocknete Kräuter sollen der Vergangenheit angehören. Mit ihrem Ende 2020 gegründeten Start-up Urban Hochbeet haben sie ein Rundum-Sorglos-Paket für den eigenen Balkongarten entwickelt. Die Vision: Jede(r) soll sich einen Minigarten ganz ohne Vorkenntnisse anlegen können.

Minigarten - auch ohne grünen Daumen

Die beiden Gründer bewegte bei der Idee, dass sich viele Stadtbewohner*innen nach mehr Nähe zur Natur und einen bewussteren Konsum sehnen. Doch für einen eigenen Heimgarten bleiben insbesondere bei geringer Wohnfläche viele Probleme bestehen: Zu wenig Platz, kein Balkon, fehlendes Know-how, lange Einkaufstouren – das sind die typischen Schwierigkeiten, die bei Überlegungen zum eigenen Gemüseanbau im urbanen Umfeld anfallen.

Die Komplettpakete der beiden Freiburger sollen darauf die Antwort geben: Ein passendes Hochbeet, nährstoffangepasste Erdschichten und abgestimmte Pflanzensets werden zusammen in einem Paket bis an die Haustür versandt. Dabei reichen die Komplettpakete von einem kleinen Beet für Küche und Fensterbrett bis zu der XL-Variante für den Balkon. „Vor allem durch die spielerisch gestaltete Pflegeanleitung soll die Nutzung und Pflege der Beete so einfach wie möglich vonstattengehen – auch ohne einen grünen Daumen“, so Mitgründer Leon.

Heimgärtnern für alle

Mit dem All-In-One-Set wollen es die Gründer ermöglichen, dass jeder Haushalt in die Erfahrung des erfolgreichen Gärtnerns kommen kann. Pflanzen pflegen, düngen, schneiden und ernten: das lässt eine ganz eigene und nachhaltige Beziehung zu den selbst geernteten Lebensmitteln entstehen. Neben den Komplettpaketen bieten Leon und Christian auch einen ausführlichen Beratungs- und Supportservice an sowie Garantien, welche den Interessierten die letzten Sorgen nehmen sollen. „Wir planen, in den nächsten fünf Jahren zur führenden Anlaufstelle für alle Gartenneugierigen und Anfänger zu wachsen“, formuliert Leon das ambitionierte Ziel.

Nachhaltigkeit als roter Faden

Für die Zusammensetzung der Komplettpakete ist den Gründern dabei besonders wichtig, dass die Komponenten nachhaltig und umweltfreundlich sind. „Wir beziehen unsere Produkte ausgehend vom Freiburger Münstermarkt so lokal wie möglich und achten auf klimaschonende Aspekte wie torffreie Erde mit minimaler CO2-Belastung und veganen Bio-Dünger. Bis 2024 wollen wir unsere Lieferketten komplett plastikfrei gestalten“, erläutert Co-Founder Christian. Ihre grünen Geschäftspraktiken und auch ihre Nachhaltigkeitsziele für die nächsten Jahre haben die beiden Gründer in ihrem digitalen Gartenmagazin aufgelistet.

Schon jetzt werden die Erdschichten ausschließlich aus Deutschland bezogen und auch die Hochbeete kommen zum großen Teil aus Bayern, Sachsen und Niedersachsen. Außerdem werden die einzelnen Bestandteile des Sets konsequent nach ökologischen Kriterien ausgewählt. „Dazu gehört bei der Erde ein kompletter Verzicht auf Torf, wodurch das Ökosystem der Moore geschützt und somit der Artenschutz gewährleistet wird. Dadurch sind auch CO2-Einsparungen in Höhe von 65 Prozent gegenüber herkömmlichen Erdsorten möglich“, so Christian. Der Dünger besteht ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen – für die Pflanzen haben die Gründer einen Partner aus der Region Freiburg gefunden: die 1956 gegründete und heute als Kräuterspezialist der Region bekannte Gärtnerei Friderich – eine Partnerschaft getreu dem Motto: Start-up trifft Traditionsunternehmen.

Fitness ohne geistige Mauern

Seher Danisman ist mit Fitspirated angetreten, um allen Frauen Sport zugänglich zu machen, unabhängig von Ethnie, Kultur oder Religion.

Seher Danisman ist 20 Jahre alt, lebt und arbeitet in Saarbrücken und ist Gründerin von Fitspirated. Als Coach hat sie seit ihrer Gründung im Januar 2021 über 200 Frauen geholfen, einen gesunden Lebensstil aufzubauen. „Fitspirated setzt sich aus den beiden Wörtern ,Fitness‘ und ,Inspiration‘ zusammen. Bei Fitspirated inspirieren wir Frauen zu einem gesunden Körper in Kombination mit einem positiven Mindset, um einen nachhaltigen Lebensstil aufzubauen, der sie erfüllt und den Segen in ihrem Leben erhöht“, erklärt Seher.

Vom Leistungssport zur Berufung

Mit 15 Jahren wurde Sehers Interesse für Sport in einem Verein geweckt. „Ab diesem Zeitpunkt hat sich mein Leben zum Positiven verändert. Neben meiner Fitness verbesserten sich auch meine Schulnoten und mein Sozialverhalten. Es gab viele Faktoren, die mich damals behindert hatten, diesen Weg einzuschlagen“, so Seher. Unter anderem nennt die Unternehmerin ihre damalige finanzielle Situation als Schülerin. Als Arbeiterkind in einer Großfamilie mit neun Geschwistern, galt eine Vereinsmitgliedschaft als Traumvorstellung. „Trotz vieler Umwege hielt mein Traum an, und ich erreichte mein Ziel. So wurde ich zur Leistungssportlerin im Rudern. Doch habe ich den Leistungssport in meinen jungen Jahren nicht als solchen wahrgenommen. Für mich lag der Fokus immer darauf, dass ich Spaß an der Sache habe“, sagt Seher. Mit der Zeit entdeckte Seher auch ihre Leidenschaft für andere Sportarten und verlor die Freude am fokussierten Spitzensport. „Das war das Ende meiner Karriere als Leistungssportlerin und der Beginn meiner Berufung“, erinnert sie sich.

Mit der Entscheidung für das Studium der Sportwissenschaften begann Seher, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. „Angefangen habe ich als Trainerin in unterschiedlichen Vereinen für verschiedene Altersgruppen. Besonders gern habe ich Kinder- und Frauengruppen trainiert. Im Laufe der Zeit und unter anderem auch durch die Corona-Pandemie habe ich immer mehr Freunden und Bekannten privat geholfen, fit zu werden. Fitspirated entstand, weil mir klar wurde, dass ich besonders erfolgreich darin war, Frauen zu helfen, die Schwierigkeiten hatten, den Zugang zum Sport zu finden“, berichtet Seher.

Rassismus und Sexismus als Hemmnisse

Es gibt viele Gründe, wieso jemand den Weg zum Sport nicht finden kann. Unter anderem spielen Rassismus und Sexismus eine große Rolle, ist sich Seher sicher: „Ich bin zum Beispiel sehr vielen Frauen begegnet, denen mit ihrem Burkini in öffentlichen Bädern deutlich vermittelt wurde, dass sie dort nicht erwünscht sind.“

Als Sportlerin und Trainerin ist Seher immer wieder mit kulturellen, religiösen und damit verbunden finanziellen Herausforderungen konfrontiert worden. „Es sind nicht die Blicke, die ich durch mein Kopftuch beim Klettern ernte. Es sind vielmehr die Konfrontationen mit Hallenwärtern und Trainern, die beispielweise unangenehme Fragen stellen“, so Seher. Dabei stellt ihrer Meinung nach nicht die Frage selbst die eigentliche Herausforderung dar, sondern die Atmosphäre, die dadurch entsteht. Denn selbst, wenn beispielweise das richtige Setting für das Sporttreiben mit Kopftuch gegeben ist, muss auch eine angemessene Atmosphäre herrschen. Für eine solche Atmosphäre sind Sehers Meinung nach unter anderem die Trainer*innen verantwortlich.

„Ich bin überzeugt, dass jede Frau den Weg zum Sport finden und darin aufgehen kann. Unter der Voraussetzung, dass sie weiß, wie sie dies bewerkstelligen kann und auch, wenn der Rahmen dafür gegeben ist“, so Seher. Mit Fitspirated möchte die Gründerin diesen Rahmen bieten und den Problemen, vor allem von bedeckten Frauen, im Fitnessbereich ein Ende setzen. „Unsere Mission ist es, Frauen zu zeigen, wie viele Möglichkeiten der Sport bietet. Wir wollen zeigen, dass man ohne einen Traumkörper zu haben, Sportlerin sein kann, dass man das Leben ohne Verzicht genießen kann, und wir wollen sie dazu ermutigen, das zu tun, was sie erfüllt. Dabei soll es keine Rolle spielen, welcher Ethnie oder Religion sie angehören“, so das Credo der Fitspirated-Gründerin.

Gelernt, mit Konfrontationen umzugehen

Frauen, die aufgrund ihrer Kultur, ihrer Religiosität oder ihrer Vergangenheit keine Bezugspunkte zum Sport hatten, fehlen Vorbilder. Vorbilder, die ihre negativen Erfahrungen widerlegen. „Ich habe gelernt, mit Konfrontationen jeglicher Art umzugehen und kenne keine Sportart, die ich nicht mit Kopftuch ausüben kann. Da es nicht jeder Frau gelingt, sich den Konfrontationen selbständig zu stellen, habe ich mich trotz Schwierigkeiten zu Beginn der Gründung für die Selbständigkeit entschieden“, so Seher.

In den ersten Monaten ihrer Selbständigkeit musste sich Seher vielen Herausforderungen stellen. Eine davon war es, zu erkennen, dass der Erfolg zugleich auch der größte Feind des Erfolgs ist. „Denn anfangs bin ich beispielweise mit den Nachfragen nicht nachgekommen. Deswegen hatte ich mich darauf verlassen, dass es konstant so bleiben wird. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass dies nicht stimmt. Die Herausforderung war es, am Ball zu bleiben, den Erfolg zu genießen, sich aber nicht darauf auszuruhen“, so die Gründerin.

Trotz der vielfältigen Anbieter*innen in der Fitnessbranche erreicht Seher mit Fitspirated eine Vielzahl an Frauen, die fit werden wollen, denen der Spaß am Essen fehlt und die sich nach mehr Erfüllung im Leben sehnen. „Diese Frauen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie allesamt stark und entschlossen sind“, so Seher.

Deshalb wollen Seher und ihr Team in den nächsten Jahren weiter wachsen und noch mehr Frauen erreichen. Unabhängig von ihrer Ethnie, ihrer Religion oder ihren Voraussetzungen wollen sie ihnen den Zugang zum Sport ermöglichen. „Dafür werden wir daran arbeiten, unser Angebot zu erweitern und vor allem Barrieren im Sport aufzuheben, um gesamtgesellschaftlich das Bewusstsein für die Probleme von Frauen im Sport zu wecken“, so die ambitionierte Unternehmerin abschließend.

Sehers Tipps für andere Gründer*innen

Abschließen möchte die Fitspirated-Gründerin Seher Danisman anderen Gründer*innen folgende drei Ratschläge mit auf den unternehmerischen Weg geben:

  • „Vertraue deinem Bauchgefühl: Der erste Schritt zu einer Gründung muss keine Entscheidung sein, sondern ein Bauchgefühl. Unabhängig davon, ob es um das Gründen oder eine Geschäftsentscheidung geht, vertraue deinem Bauchgefühl. Meistens haben wir uns schon entschieden, bevor eine Entscheidung gefallen ist.“
  • „Suche dir Spezialist*innen: Du bist zwar hauptverantwortlich, musst aber nicht alles erledigen. Am besten sortierst du die Arbeit nach Zeitaufwand. Such dir vor allem Hilfe bei Aufgaben, die dir nicht liegen.“
  • „Investiere in dich selbst: Die besten Investitionen, die du tätigst, sind diejenigen in dich selbst. Du bist der Kopf der Sache. Mit jeder Investition in dich selbst investierst du auch unmittelbar in deine Gründung bzw. dein Unternehmen.“

Wie zwei Kindergartenfreunde eine Branche auf den Kopf stellen

Falsche Indikatoren, Frauds und Angst vor transparenten Daten setzen den Erfolgen von Influencer-Kampagnen eine Schranke – aus dieser Erkenntnis heraus wuchs aus einer Mobile Marketing-Agentur die Influencer-Tech-Company hi!share.that.

Sie teilten einst den Buddelkasten und sind nun eine Firma: Silvia Lange und Tivadar Szegeny. Heute sitzen sie zusammen im Oce und schmieden Pläne, wie ihr gemeinsames Baby – die Influencer-Tech-Company hi!share.that – den Rest der Welt erreichen kann. Denn sie haben etwas geschaen, das eine bisher ungehörte Nachfrage auf dem Markt stillt und damit eine Nische besetzt, die das Kampagnen-Management von Unternehmen revolutionieren sollte. Das Wissen darüber, etwas entwickelt zu haben, dass Werbetreibenden und Creators immer einen Mehrwert schenkt und Risiken minimiert, ist nur einer der Antriebe, die das starke Wachstum der Influencer-Tech-Company begründet. Was zu zweit am Tisch einer Teeküche begann, mündete nach nicht mal sechs Jahren in die Führung eines 30-köpfigen Teams, das kurz vor der Internationalisierung steht.

Sich ergänzende Profis: Hands-on-Mentalität and No Bullshit

Die Idee, welche hi!share.that heute so erfolgreich werden ließ, wurde durch die Gründung ihres ersten gemeinsamen Unternehmens inspiriert. Silvia war Head of Marketing beim Modeunternehmen New Yorker, als sie die Expertise ihres alten Freundes Tivadar für ein Projekt in Anspruch nahm. Beide hatten über Jahre ihren Wissensstand unterschiedlichen Marketing-Disziplinen ausgebaut und ergänzten sich auf unternehmerischer sowie privater Ebene perfekt. Sie gründeten die Consulting- und Mediaagentur medialabel und widmeten sich so einem aufsteigenden Stern – Mobile-Performance-Marketing. Dabei verzichteten sie bewusst auf Investor*innen und bauten ihr Business einzig und allein durch Eigenkapital auf. „Wir waren sofort profitabel. Unsere Umsätze sind rasant gestiegen und unsere erwirtschafteten Gewinne sind direkt in die Entwicklung der Technologie geflossen“, so Silvia.

Mit einer No-Bullshit-Einstellung und Hands-on-Mentalität unterstützen sie ihre Kund*innen dabei zu verstehen, welche wirklich wertvollen Daten aus Kampagnen gezogen werden können. Transparenz, ehrliche Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit gelobten ein nahbares Geschäftsmodell, bei dem die Kund*innenzufriedenheit an oberster Stelle steht.

Von der Teeküche zur Telekom: Wer hoch fliegt, sieht weiter

Den ersten gemeinsamen Arbeitsplatz von Silvia und Tivadar bekamen sie durch einen Freund gestellt. Es gab keine Kund*innen, nur Kontakte aus früheren Zeiten, die erst überzeugt werden mussten. Eine absolute Überzeugung der eigenen Idee gaben den Antrieb für ihr erstes großes Kund*innengespräch. „Aufregend und amüsant war auf jeden Fall einer unserer allerersten Kund*innencalls, denn wir haben uns keinen geringeren ausgesucht als die Deutsche Telekom. Uns war bewusst, dass wir nicht einfach so dort anfangen könnten und auch andere Agenturen mit im Rennen waren“, berichtet Silvia. Das Ziel war utopisch und die Powerpoint sowie Referenzen weniger herausragend. Und doch konnten die beiden zu einem späteren Zeitpunkt die Partneragenturen der Telekom für sich gewinnen.

Ihr Erfolgsrezept? Ein Proof of Concept. Dadurch konnten sich Kund*innen vorher selbst überzeugen lassen, dass der kommunizierte Mehrwert funktioniert. „Wir haben immer gesagt, dass sie uns ein kleines Testbudget von wenigen tausend Euros geben sollen. Wir zeigen ihnen dann, was damit alles erreicht werden kann. Keine Vertragslaufzeit, keine Bindung – wer nicht überzeugt ist, hätte nicht noch mal mit uns zusammenarbeiten müssen“, berichtet Silvia. Gerade diese Haltung hat jedoch das Unternehmen von Silvia und Tivadar innerhalb weniger Jahre rasant wachsen lassen, denn auf Seiten der Kund*innen wird das Risiko stark minimiert. Schnell machte sich dadurch ein Wunsch immer wieder breit: Ein eigenes Produkt – eine nicht austauschbare Technologie – sollte der nächste Schritt sein.

Innovation einer modernen Branche: Die Geburtsstunde von hi!tech

Performance-Marketing mit Influencer*innen und Tech verbinden – das war das Ziel! Ein Wunsch, an dem die vorherige Konkurrenz bereits gescheitert war. Das Thema bedarf viel Aufklärung sowie selbstbewusste Creators, die ihre Community und Social-Media-Plattformen gut kennen und finanziell neue – oftmals noch rentablere – Wege gehen möchten. Silvia und Tivadar entwickelten mit diesem Hintergrundwissen im Jahr 2018 eine neue Technologie – hi!tech – welche zusammen mit sechs Departments und dreißig Mitarbeitenen die Skalierung, Messbarkeit und Teil-Automatisierung von Influencer Marketing möglich machte. Die größte Hürde zum Erfolg war die Unwissenheit auf Seiten der Influencer*innen, für die Performance-basierte Kampagnen komplett neu waren. Die Akquisition bedurfte demnach sehr viel Kommunikation und Aufklärung.

Die Zusammenstellung aus dem extrovertierten Sales-Talent Lange und dem technisch versierten Profi Szegeny ist es jedoch schnell gelungen: Sie haben für sich sprechende Meilensteine erreicht, durch die ihr Wachstum zu einem Paradebeispiel wurde – genau wie die Geschichte hinter den beiden Kindergartenfreunden. Im März 2022 planen Silvia und Tivadar die Internationalisierung nach Frankreich und Italien. Größere Dimensionen sind bereits in Planung.

Metaverse für Start-ups: Die Chancen einer neuen Welt

Die Idee eines gemeinsamen virtuellen Raums wird auch für Start-ups immer interessanter. Metaverse gehört zu den aktuellen Trends, die allgemein in der Öffentlichkeit stark diskutiert und genutzt werden. Der virtuelle Raum bietet so viele verschiedene Möglichkeiten für kleine und neue Unternehmen, um immer populärer und bekannter zu werden.

Der virtuelle Raum wird also nicht nur genutzt, um die Spielautomaten mit der besten Volatilität zu entdecken und viele verschiedene weitere Spiele zu spielen. Stattdessen ist es auch für die Arbeitsumgebungen immer spannender. Zu erwarten ist, dass das Metaverse einen starken Einfluss auf die Zukunft des Internets hat und diese in gewissen Maßen prägt.

Home-Office-Zeit hat Bewegung in die Sache gebracht

Allgemein ist die Zeit für ein größeres virtuelles Geschehen in allen Bereichen reif. Auch durch viele Home-Office-Aktivitäten aufgrund der aktuellen Situation wurden die Leute auf virtueller Ebene immer aktiver. Unter anderem fanden Konferenzen virtuell statt. Ebenfalls musste ein Weg gefunden werden, um mit den Kunden weiterhin kommunizieren zu können.

Durch die neuesten Technologien und das schnelle Internet ist es heutzutage kein Problem mehr, die verschiedenen Aktivitäten auf dem virtuellen Weg abzuhalten. Das bringt viele Vorteile für alle Beteiligten mit sich. Man spart sich viele Wege und kann flexibel vom Büro aus mit der Arbeit und den Kundenkontakten durchstarten.

Vielfältige Anwendungsgebiete für Start-ups

Zukünftig wird es möglicherweise so sein, dass noch viele weitere Technologiekonzerne sich mit dem Thema Metaverse beschäftigen und entsprechende Angebote offerieren. Immerhin bringt der virtuelle Raum Potenzial mit sich. Gerade Financial Services und Technologie- Start-ups werden im virtuellen Raum eine immer wichtigere Rolle spielen.

Die Start-ups können ihre Produkte, Dienstleistungen und Lösungen ganz bequem und komfortabel über den virtuellen Markt bekannt machen und sich noch besser positionieren. Langfristig gesehen kann sich das auf jeden Fall positiv auswirken und mehr Erfolg bringen. Man kann schon sagen, dass die nächste Phase der digitalen Revolution begonnen hat.

Ebenfalls denkbar ist es, dass sich diverse Spiel- und Service-Plattformen im Metaverse etablieren und immer weiterentwickeln. Diejenigen Start-ups, die ihren Fokus auf diesen Bereich legen, können von einem großen Potenzial profitieren. Möglich ist aber auch ein Aufstieg im Bereich der VR für Start-ups, was jedoch zugleich auch etwas schwieriger werden könnte, da es schon viele große Anbieter in diesem Bereich gibt.

Metaverse als Ergebnis von Facebooks Namensänderung

Facebook hat den Namen auf Meta geändert, weswegen es nicht lange auf sich warten lassen hat, dass der Begriff Metaverse seine Runde machte. Viele Unternehmen aus den 3D-Welten, Virtual Reality und Spiele haben dann auch direkt die Chance genutzt und sich auf der nächsten Plattform breitgemacht.

Immerhin geht es letztendlich auch darum, wer das Metaverse anführen wird. Die verschiedenen Hardware- und Softwarehersteller möchten sich natürlich die Chance nicht entgehen lassen, und am besten groß rauskommen. Im Prinzip kann letztendlich jedes große Unternehmen sowie auch kleinere Start-ups zu der Gestaltung und Entwicklung des Metaverse beitragen.

Schon viele Start-ups vertreten

Es sind mittlerweile schon einige Start-ups im Metaverse vertreten. Sie haben direkt die Chance genutzt, um sich zu positionieren. Zu erwähnen sind unter anderem Unternehmen wie Wikitude, TriLite und NXRT. Wikitude bietet beispielsweise eine Plattform an, mit der es möglich ist, einfach AR-Erlebnisse zu bauen. Mit einer digitalen AR Brille können die Entwickler direkt auch testen, wie die geschaffenen Werke funktionieren.

Bei TriLite handelt es sich um ein Start-up aus Wien. Das Unternehmen ist bekannt für kleine, leichte und helle Laser-Beam-Scanner auf der Welt. Diese Scanner können in AR-Brillen integriert werden. Falls die Entwicklung bei einem Hersteller für AR-Brillen untergebracht werden kann, könnte die Trixel Technologie schon bald ein ganz wichtiger Bestandteil des Metaverse werden.

Das Unternehmen NXRT hat sich auf industrielle Anwendungen spezialisiert. Möglich ist es beispielsweise, Fahrzeugcockpits kostengünstig nachzubauen und zu erstellen. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, einen vorhandenen 3D-Raum für Mitarbeiterschulungen zu verwenden.

Auch Shopping im Metaversum möglich

Ebenfalls könnte Metaversum für den Online-Handel in der Zukunft spannend werden. Bisher war es nur so, dass von Luxusmarken virtuelle Mode im schicken Design offeriert wurde. Doch das könnte möglicherweise bald schon anders werden. Sicherlich werden auch einige weitere Mode-Konzerne auf den Zug aufspringen.

Unter anderem hat beispielsweise H&M schon erwähnt, dass sie einen virtuellen Laden im Metaversum eröffnen wollen. 3D-Welten lassen sich dank der modernen Technik komfortabel umsetzen. Durch leistungsfähige Hardware und entsprechende Grafikkarten lässt sich ein entsprechender virtueller 3D-Shop eröffnen.

Metaverse mit guter Prognose

Da das Metaverse so viel Potenzial mit sich bringt, wird es sicherlich auch in Zukunft immer wichtiger für die Unternehmen, auf den Zug aufzuspringen. Gibt es schon einmal die Chance, bei solch einem großen Ding mitzumachen, sollten es auch Start-ups nutzen, um erfolgreicher und bekannter zu werden.

Wie es scheint, stellen auch immer mehr Firmen ihre Metaverse-Pläne vor. So scheint es wirklich, als wäre dies der Markt der Zukunft. Laut Marktforschungsunternehmen könnte er bis 2028 ein enormes Umsatzniveau mit sich bringen. Es wird sogar ein milliardenschweres jährliches Marktpotenzial erwähnt. Das könnte sogar das doppelte des deutschen Bruttoinlandsproduktes von 2020 betragen.

Deswegen ist es auch nicht wunderlich, dass es viele Start-ups und Unternehmen gibt, die an der Entwicklung und Umsetzung des Metaverse beteiligt sein wollen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die breite Nutzbarkeit noch einige Jahre dauern wird. Aber dennoch steigen die Firmen jetzt schon ein, um das mögliche Potenzial nutzen zu können.

Viele Jobs dank Metaverse möglich

Soll die virtuelle Welt neu ausgerichtet werden, kann es in Europa zahlreiche Jobs mit sich bringen. Das ist natürlich auch ein nennenswerter Punkt, der erwähnenswert ist. Es ist sogar von über 10.000 neuen Jobs von Facebook die Rede. Von daher kann sich Metaverse für alle Beteiligten richtig lohnen. Start-ups und große Unternehmen können immer stärker werden. Zudem können immer mehr Leute eine Anstellung in angesehenen Unternehmen finden.

Wie es letztendlich wird, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Auf jeden Fall bleibt es spannend, wenn es um das Thema Metaverse geht. Aber es steht jedenfalls schon fest, dass es viel Potenzial gibt. Nutzen jetzt Start-ups die Chance und steigen in Metaverse ein, können sie möglicherweise langfristig von einem hohen Gewinnpotenzial profitieren.

Remote Gründen – so geht’s

Tipps und To Do’s zum Trendthema Remote Work von Ben Sattinger, einem erfolgreichen und erfahrenen Remote-Founder.

Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Remote Work noch stärker in den Vordergrund gerückt. Der Wunsch nach örtlicher und zeitlicher Flexibilität kann so manche(n) Gründungswillige(n) jedoch auch davon abhalten, ein Unternehmen zu gründen. Wie sich beides erfolgreich kombinieren lässt, weiß Ben Sattinger, ein Pionier im Bereich des ortsungebundenen Arbeitens. 2014 gründete er sein Unternehmen Online Trainer Lizenz (OTL) und baute es von Anfang an komplett remote auf – er selbst lebt und arbeitet an den unterschiedlichsten Orten. Auch deshalb konnte OTL in Corona-Zeiten wie gewohnt weiterarbeiten, beschäftigt heute rund 50 feste sowie ebenso viele freie Mitarbeiter*innen und machte 2020 einen Umsatz von 6,6 Mio. Euro. Hier Bens Tipps:

Volle räumliche Flexibilität von Anfang an

Home-Office oder das Arbeiten von flexiblen Orten zu flexi­blen Zeiten war von Beginn an Teil unserer Unternehmens-DNA. Mein Mitgründer Sven Faltin und ich entschieden uns im Jahr 2014, dass wir auf ein Büro verzichten wollen und unsere Mitarbeiter*innen remote für uns arbeiten sollen. Ich war vor der Unternehmensgründung einer der ersten Fitness-Influencer in Deutschland und konnte zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Dadurch habe ich die Vorteile des „Arbeitens von überall aus“ kennengelernt. So konnte ich meiner Leidenschaft, dem Reisen, nachgehen und gleichzeitig Geld verdienen. Das wollte ich auch für mein Unternehmen ermöglichen. Ein Grundgedanke dabei war natürlich auch: Zum Zeitpunkt unserer Gründung mussten angehende Personal Trainer*innen und Sportbegeisterte noch durch ganz Deutschland fahren, um ihre Ausbildung absolvieren zu können. Wir fragten uns: Wieso die Ausbildungen nicht digital anbieten, wenn auch sonst alles andere digital erledigt werden kann? So war die Idee zum remote Gründen geboren.

Feste Strukturen und Prozesse sind das A und O

Eine reine Remote-Aufstellung stellt trotz des Erfolgs eine gewisse Herausforderung dar, das mussten wir auch nach der Gründung lernen. Schnell war klar, dass mit dem Wachstum des Unternehmens auch Strukturen und Prozesse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit geschaffen werden müssen. Wir führten feste Kernarbeitszeiten von 9 bis 15 Uhr deutscher Zeit ein, die verpflichtend für das gesamte Team sind. Abseits dieser Kernarbeitszeit können unsere Mitarbeiter*innen selbst entscheiden, wie sie sich den Arbeitsalltag gestalten. Außerdem haben wir feste Strukturen eingeführt – sowohl bei den Timings, Meetings als auch bei den Verantwortlichkeiten. Früh haben wir auf gemeinsame digitale Projektmanagement-Tools gesetzt, damit alle einen Überblick über das gemeinsame Arbeiten haben.

Wir mussten uns seit der Gründung als Arbeitgeber abheben

Natürlich wussten wir bei der Gründung, dass wir potenziellen Mitarbeiter*innen auch besondere Leistungen anbieten müssen, die es in Unternehmen mit einem festen Büro nicht gibt. Vor allem über die begrenzten direkt-persönlichen Kontakte unserer Mitarbeiter*innen haben wir uns mit der Gründung Gedanken gemacht und setzen von Anfang an auf Teamreisen, die ein Mix aus gemeinsamem Arbeiten und Aktivitäten sind. Das gesamte Team macht sich dann auf den Weg in Richtung Traumreiseziel. Zypern, Marokko, Südafrika, Thailand oder auch Indonesien sind nur einige Ziele des Teams gewesen. In der ersten Woche wird Vollzeit gearbeitet, während sich die Arbeitsstunden in der zweiten Woche halbieren und so der Nachmittag für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Während der Reisen fokussieren wir vor allem die Arbeit an einem Ort und verbessern so die persönliche und verbale Kommunikation zwischen den Mitarbeiter*innen. Zusätzlich fördern Team-Wochenenden in Berlin den Teamgedanken. Ähnlich wie bei den Teamreisen, setzt sich das Wochenende aus Workshops und gemeinsamen Aktivitäten zusammen.

Top-Ausrüstung für das Home-Office

Als Unternehmen in der Fitnessbranche lag uns die körperliche Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen immer schon am Herzen. Wir stellen ihnen verstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle und entsprechendes technisches Equipment zur Verfügung. Im Zuge der Corona-bedingten weitreichenden Ausgangsbeschränkungen, haben wir unseren Mitarbeiter*innen bspw. Walking Pads gekauft, um den Bewegungsmangel ein wenig auszugleichen.

Soft Skills bei der Personalauswahl

Mit der Gründung haben wir auch bei der Personalauswahl stark auf Soft Skills gesetzt. In einem Remote-Unternehmen ist es besonders wichtig, dass wir Mitarbeiter*innen auswählen, die sich mit unserem Produkt identifizieren und eigenständig arbeiten. Unsere Mitarbeiter*innen müssen belastbar sein, flexibel denken und einen starken Charakter vorweisen. Von Anfang an hatten wir viele Mitarbeiter*innen, die eine Nähe zu OTL und unseren Themen haben. Viele unserer Mitarbeiter*innen haben eine Ausbildung bei uns gemacht, sind uns auf unseren Social-Media-Kanälen gefolgt oder kannten mich als Person des öffentlichen Lebens. So entsteht ein Team mit hoher Identifikationskraft zum Produkt, das gern digital zusammenarbeitet. Bei der Auswahl der Mitarbeiter*innen spielt in diesem Kontext die fachliche Qualifikation natürlich eine Rolle, aber eher eine nebengeordnete. Wir sind der Auffassung, dass (fast) jede(r) an seinen/ihren Aufgaben wachsen kann. Viel wichtiger war und ist uns, dass wir zueinanderpassen. Im Ergebnis haben wir unter unseren knapp 50 festen Mitarbeiter*innen viele echte Freundschaften, trotz klarer Hierarchien, ohne die es remote auch nicht funktioniert.

Schenkt bei der Gründung Vertrauen!

Die Gründung eines Remote-Unternehmens ist eng an das Vertrauen gekoppelt, das Führungskräfte ihrem Team entgegenbringen. Meine Erfahrung ist, dass gerade bei der Umstellung zum Arbeiten im Home-Office diejenigen Mitarbeiter*innen die besten Leistungen erbringen, die spüren, dass ihnen vertraut wird und sie wertgeschätzt werden. Mein Rat an alle, die jetzt remote gründen oder jetzt umstellen wollen: Sorgt für feste Strukturen und Prozesse bei Meetings, klare, einvernehmliche Ziele, realistische Aufgabenstellungen und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten. Und stellt den Menschen in den Mittelpunkt! Nur in diesem Rahmen entfaltet sich das Potenzial der eigenen Mitarbeiter*innen – das hilft allen, auch dem Unternehmen.

Fjord Trends 2022

Fjord Trends untersucht alljährlich die menschlichen Verhaltensweisen, welche die Kultur, Gesellschaft und Unternehmen im kommenden Jahr beeinflussen werden.

Die Fjord Trends von Accenture Interactive erscheinen bereits zum 15. Mal und bieten in diesem Jahr praxisorientierte Leitlinien für Unternehmen, die ihren Kund*innen, Mitarbeitenden und der Gesellschaft Mehrwert und Relevanz bieten wollen.

Den Trends zufolge werden diese sich wandelnden Verhaltensweisen Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Sie müssen ihre Design-, Innovations- und Wachstumskonzepte überdenken. Der Grund: Die Erwartungen und Denkweisen der Mitarbeitenden verändern sich, unterbrochene Lieferketten sorgen für Engpässe und neue virtuelle Umgebungen wie das Metaverse entstehen.

„Das Ausmaß dieses Beziehungswandels, wie wir ihn gerade erleben, ist nicht zu unterschätzen – ebenso wenig wie die Rolle der Unternehmen, die auf die Entwicklung reagieren“, erklärt Mark Curtis, Head of Global Innovation und Thought Leadership von Accenture Interactive. „Jede Entscheidung, die Unternehmen als Nächstes treffen, könnte die Welt auf eine Art beeinflussen, die wir uns kaum vorstellen können. Und alles deutet darauf hin, dass sich unsere Beziehungen – ob zu Kollegen, Marken, der Gesellschaft, Orten oder zu Menschen, die uns wichtig sind – gerade grundlegend verändern. Vor uns liegen herausfordernde Zeiten, aber auch große Chancen. Unternehmen können positive Beziehungen knüpfen und so eine Lebenswelt zum Wohl der Menschen, der Gesellschaft und des Planeten erschaffen.“

Fjord Trends 2022 analysiert fünf menschliche Verhaltensweisen und Trends, die Gesellschaft, Kultur und Unternehmen beeinflussen werden:

Trend: Come as you are: Selbstbestimmung im Kollektiv

In den letzten beiden Jahren der Pandemie haben viele Menschen zunehmend ein Gefühl der Selbstbestimmung entwickelt. Es wirkt sich auf die Art aus, wie sie arbeiten, Beziehungen führen und konsumieren. Sie fragen sich, wer sie sind und was ihnen wichtig ist. Der Individualismus nimmt zu und äußert sich in einer „Me over We“-Mentalität. Diese Tendenz hat tiefgreifende Auswirkungen darauf, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden anleiten, ihnen neue Wertversprechen bieten und wie sie die Beziehungen zu ihren Kund*innen pflegen.

Trend: The end of abundance thinking? Von der Endlichkeit der Dinge

Im vergangenen Jahr haben viele Menschen leere Regale, steigende Stromrechnungen und Engpässe bei alltäglichen Dienstleistungen erlebt. Engpässe in der Lieferkette mögen zwar eine vorübergehende Herausforderung sein, doch die Folgen werden andauern. Die sogenannte Überflussmentalität – die durch dauerhafte Verfügbarkeit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit gekennzeichnet ist –, wird einem wachsenden Umweltbewusstsein weichen. Die Unternehmen müssen sich mit der Angst vor einer Versorgungsknappheit auseinandersetzen, die viele Menschen auf der ganzen Welt verspüren.

Trend: The next frontier: Die Metaverse Expedition

Das Metaverse ist eine kulturelle Revolution, die kurz vor dem Durchbruch steht. Es sprengt die Grenzen des Internets, wie wir es kennen, und verbindet alle bestehenden Informationsebenen, Schnittstellen und Räume, mit denen Menschen interagieren. Diese erwarten, dass Unternehmen diesen neuen Ort – an dem Menschen Geld verdienen können, neue Berufe geschaffen und Marken sich positionieren können – mitgestalten und lenken. Das Metaverse wird nicht nur durch Bildschirme und Headsets existieren – es wird auch um Erfahrungen und Orte in der analogen Welt gehen, die mit der digitalen Welt verschmelzen.

Trend: This much is true: Vertrauen in unsicheren Zeiten

Die Menschen erwarten heute auf Knopfdruck, oder durch einen kurzen Austausch mit dem Sprachassistenten, Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Dieser Vorgang ist so einfach und schnell, dass die Menschen umso mehr Fragen stellen. Marken erreichen immer mehr Fragen ihrer Kund*innen über eine immer größere Anzahl an Kanälen. Auf welche Weise diese Fragen beantwortet werden, ist eine große Herausforderung an das Design und entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Trend: Handle with care: Fürsorge als Unternehmensversprechen

Im vergangenen Jahr bekam die Fürsorge in all ihren Ausprägungen vermehrte Aufmerksamkeit: Selbstfürsorge, Fürsorge für andere, Fürsorgedienste und Kanäle, die Fürsorge bereitstellen, sowohl digital als auch physisch. Diese neue Perspektive birgt Chancen und Herausforderungen für Arbeitgeber und Marken, unabhängig von ihrer Erfahrung in der Gesundheitsbranche. Die Verantwortung, für uns selbst und andere zu sorgen, wird in unserem Leben weiterhin Priorität haben – und Designer wie Unternehmen müssen den Raum dafür schaffen. Verbraucher überdenken alle ihre Beziehungen. Das führt dazu, dass Marken gleich zwei große Aufgaben bewältigen müssen: Sie müssen sich um die Welt im Hier und Jetzt kümmern und gleichzeitig die eigene Zukunft so gestalten, dass sie gut für den Planeten, das Geschäft und die Gesellschaft ist. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, die Auswirkungen dieser Beziehungen und Erwartungen zu verstehen und sie in wirksame Business-Strategien zu überführen. So können wir Relevanz und Wachstum fördern.

Krypto-Trends 2022

Kryptowährungen: Was sind die Erwartungen und Trends für 2022?

Krypto-Trend: Bitcoin bleibt der "König"

Trotz der Tatsache, dass die Dominanz von Bitcoin im Jahr 2021 abnahm und die Anleger begannen, sich nach Alternativen wie Ethereum, Solana und Polkadot umzusehen, ist BTC immer noch die wichtigste "schwere" Kryptowährung. Die Nachfrage nach BTC und seinen Derivaten wird steigen. BTC hat eine niedrige Besicherungsquote, was auf eine geringe Verschuldung hindeutet und ein Potenzial für die Verwendung als DeFi-Sicherheiten zeigt. Bitcoin-Inhaber werden in der Lage sein, mehr ihrer Bitcoins für Kredite, Darlehen, die Bereitstellung von Liquidität usw. zu verwenden. Ein größerer Teil des Bitcoin-Angebots wird auf anderen Blockchains abgelegt werden.

Krypto-Trend: Cross-Blockchain-Bridges

Cross-Blockchain-Bridge-Protokolle wie Rune (THORChain) werden mehr Peer-to-Peer-Swaps ermöglichen. Derzeit verbinden sich die meisten Brücken mit dem Ethereum (ETH)-Netzwerk aufgrund der Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) (Tezos Wrap Protocol Bridge, Binance Smart Chain Bridge, Solana's Wormhole Bridge, Avalanche Bridge, usw.). Es wird erwartet, dass blockchain-übergreifende Möglichkeiten eine wichtigere Rolle spielen werden.

Krypto-Trend: DeFi und Liquidität

Vor kurzem sind mehrere neue vielversprechende Protokolle erschienen. Zum Beispiel für eine langfristige Liquidität - OlympusPro, Tokemak, oder für eine kurzfristige Liquidität - Fei Protocol x Ondo Finance und Liquidity Mining, was eine Tür für die weitere Entwicklung von DeFi2 öffnet. Die Entwicklung von Mindestreserve-Banking und Off-Chain-Kredit-Scoring-Systemen wird einer der Trends sein.

Krypto-Trend: NFTs

Ihr Potenzial ist enorm, da sie zur Übertragung von Rechten sowohl an virtuellem als auch an physischem Eigentum genutzt werden können. Wir werden also herausfinden müssen, wie NFTs von "traditionellen" Institutionen wie Museen, Fonds usw. behandelt, gehalten und bewertet werden können.

Krypto-Trend: Regulierung

Immer mehr institutionelle Anleger haben begonnen, Kryptowährungen als legitime Anlagemöglichkeit anzuerkennen, auch wenn eine umfassende Regulierung noch auf dem Weg ist. Der Markt für Kryptowährungen ist einfach zu groß geworden, um ihn zu ignorieren. Gleichzeitig wird die makroökonomische "Übernahme" von Blockchain/digitalem Geld intensiviert werden. Wir erwarten eine stärkere Konzentration auf CBDCs und Stablecoins, die zur Diversifizierung und Senkung der Transaktionskosten beitragen, grenzüberschreitende Reibungsverluste verringern, Einlagen ergänzen, die finanzielle Eingliederung fördern usw. Es wird eine bankähnliche Regulierungsstruktur für Stablecoin-Emittenten vorgeschlagen werden.

Krypto-Trend: breitere Einführung von Blockchain-Technologien

Und schließlich eine breitere Einführung von Blockchain-Technologien, um viele weitere Bereiche zu digitalisieren und zu verfolgen, angefangen bei der Nutzung medizinischer Daten, ESG-Attributen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), der Überprüfung der Identität von Lieferanten, Geldtransfers usw.

Der Autor: Prof. Roman Matkovskyy, Rennes School of Business

E-Sports Start-ups – wer profitiert?

E-Sports: Ein innovatives Ökosystem setzt Trends, von denen auch Start-ups profitieren.

In der heutigen Zeit sind E-Sports längst nicht mehr irgendwelchen Freaks vorbehalten, die sich mit ihren Computern zu LAN-Partys versammeln. Heute handelt es sich dabei fast schon um eine eigene Industrie, die immer mehr Spieler anlockt und gleichzeitig viele Zuschauer vor den Bildschirmen der Welt versammelt. Dank Live-Streams haben die Zuschauer die Möglichkeit, den besten Spielern der Welt über die Schulter zu schauen. Diesen Boom gilt es definitiv einmal näher zu betrachten.

Dass die Menschen spielen wollen, ist an und für sich nicht neu. Es äußert sich einfach nicht immer genau gleich. Manche verschreiben sich zum Beispiel dem Glücksspiel. In diesem Bereich boomt aktuell zum Beispiel das Online Casino ohne deutsche Lizenz. Es bietet den Spielern die komplette Freiheit. Schließlich sind die Glücksspiele online in Deutschland durch den Gesetzgeber nun erstmals bundesweit reguliert worden – allerdings in einer Art und Weise, die den Spielern eher weniger Spaß bereitet.

Vom Freak zum Profi

Lange Zeit hat man sich den klassischen E-Sportler wohl als eine Art Freak vorgestellt, der bis in die tiefsten Morgenstunden an seinem PC oder auf der Konsole zockt. Doch mit „Binge Gaming“ alleine lässt sich heutzutage nicht mehr viel erreichen. Das Niveau ist bei den Spielen viel höher geworden und vom Klischee der Einzelgänger haben sich die Gamer ebenfalls längst verabschiedet. Heute geben sie der sozialen Interaktion ein viel größeres Augenmerk als noch vor einigen Jahren – und das ist auch gut so.

Statt als Einzelmasken in Erscheinung zu treten organisieren sich heute E-Sportler in Teams, inklusive Coaches, die ihnen helfen, das Niveau stets ein wenig zu verbessern. Das eröffnet gerade wirtschaftlich betrachtet völlig neue Möglichkeiten. Sponsoren haben die E-Sports für sich entdeckt, um mit Hilfe der Akteure in der Szene die aktuelle Generation junger Erwachsener und Jugendlicher zu erreichen. Sogar einige große Sportvereine haben bereits eigene Abteilungen für E-Sports gegründet. Sie beschäftigen so Gamer, die die jeweiligen Farben in der E-Sports-Szene vertreten.

Komplett neues Ökosystem

Selbst das Wort „Szene“ wird im Zusammenhang mit den E-Sports immer weniger verwendet. Vielmehr ist von einem ganzen Ökosystem die Rede. E-Sports als Ganzes helfen zahlreichen Unternehmen dabei, sich auf die Bedürfnisse der Jugend und speziell der Gamer auszurichten. Dabei geht es um breit gefächerte Aspekte wie die Ausbildung, die Ernährung oder die Bekleidung. E-Sports ist zudem auch aus finanzieller Sicht keine besonders günstige Aktivität. Entsprechend spielt auch die Versicherung der Ausrüstung für die Gamer eine Rolle, speziell wenn sie sich auf Reisen befinden.

Alle diese Bedürfnisse sind für verschiedensten Unternehmen eine riesige Chance, um mit der Generation Z in den Kontakt zu kommen. Ein Unternehmen, das es schafft, sich in diesem Bereich richtig zu positionieren erreicht indes nicht nur die aktiven Gamer. Dank lukrativen Verkäufen von Übertragungsrechten erreichen die E-Sports auch immer mehr Zuschauer rund um den Globus und speziell in Asien, wo diese neue Art des Sports besonders beliebt ist. Bei internationalen Wettbewerben kommen die Sieger nämlich sehr oft aus den Hochburgen des E-Sports wie China oder Südkorea.

Pole Position für die Spielehersteller

In erster Linie sind die E-Sports natürlich für jene Unternehmen eine Goldgrube, die die entsprechende Software und Hardware entwickeln und vertreiben. Während man in traditionellen Sportarten Disziplinen kennt, die mehr oder weniger aus dem natürlichen Antrieb entstanden sind, basieren die Disziplinen bei den E-Sports auf Videospielen, die alle ihren eigenen Entwickler haben. Um an den Wettbewerben teilzunehmen müssen die Spieler also zwingend in die entsprechenden Spiele und Geräte investieren.

Doch die bereits erwähnten Aspekte bringen auch das eine oder andere Start-up-Unternehmen auf den Plan. Gerade wenn es sich bei den Unternehmern ebenfalls um E-Sports-affine Personen handelt, entsteht so eine Win-Win-Situation für die Gamer und die Unternehmer. Manche Unternehmen bieten so beispielsweise Versicherungen an, die speziell auf die Bedürfnisse der (semi-)professionellen Gamer ausgerichtet sind. Andere kümmern sich um Aspekte wie Tracking oder die Interaktion zwischen den Spielern.

Start-ups mischen in der Szene mit

Der Sport bewegt sich allgemein in eine Richtung, in der Zahlen eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Dazu zählt, dass man das Spielverhalten aufzeichnet und auswertet. Die enormen Datenmengen, die dabei entstehen, hilft Dojo Madness aus Berlin zu verarbeiten. Auf der Basis des aufgezeichneten Spielverhaltens errechnet die von Dojo Madness entwickelte Software Tipps und Anweisungen für zukünftige Spielrunden. Die Spieler dürfen sich dadurch eine bessere Performance versprechen.

Ein weiterer Bereich, den bereits mehrere deutsche Start-ups für sich entdeckt haben, ist die Planung für die E-Sportler. Die ganzen Termine der Wettbewerbe und Messen unter einen Hut zu bekommen ist keine leichte Aufgabe. Um im richtigen Moment am richtigen Event vertreten zu sein, muss man gut vorausplanen können. Die entsprechende Software ist dabei fast schon Pflicht. Denn die Branche ist mit den vielen Anbietern und Stilrichtungen sehr divers. Nicht nur die Anbieter von Hard- und Software stehen gegenseitig im Wettbewerb – auch die Anbieter der Messen und die Veranstalter der Wettbewerbe sind ständig in Konkurrenz zu einander.

Sichere Werte – nicht nur bei den Spielen

Während man sich bei einer traditionellen Versicherung vor allem vorstellen kann, wie greifbare, konkrete Werte versichert werden, muss man bei den E-Sports ein wenig weiterdenken. Klar ist es wichtig, die Hardware in Form der Konsole, des Servers, der Tastatur oder anderer Geräte versichert zu haben. Aber fast noch wichtiger sind Werte, die man rein aufgrund der Konzeption der E-Sports nicht einfach wegsperren kann.

Der Fortschritt innerhalb eines Spiels ist für den E-Sportler eine Art Kapital für seine Karriere. Schafft es allerdings jemand, sich unbefugt Zugriff auf diese Daten zu verschaffen, kann dieser Fortschritt mitsamt allen anderen virtuellen Errungenschaften zunichtegemacht werden. Und selbst wenn man diesen Fortschritt nicht in der Hand halten kann, ist er doch messbar, gewöhnlich in einer Anzahl von Levels, die man erreicht hat. Da steckt ein riesiger Aufwand und jede Menge Herzblut dahinter. Entsprechend sind elektronische Sicherheitsmaßnahmen gefragt, damit diese Daten jederzeit sicher aufgehoben sind.

Nebst unbefugten Zugriffen kann aber auch Elementarschaden, beispielsweise durch Wasser oder Feuer die Existenz dieser Daten bedrohen. All diesen Aspekten im Zusammenhang mit der Sicherheit der Daten hat sich ein junges Unternehmen aus Düsseldorf verschrieben. Die insurninja GmbH hat Lösungen entwickelt, mit denen sich die E-Sports-Hardware versichern lässt, mit denen man aber auch eine maximale „Digital Squad Protection“ erreichen kann.

Fabiola Munguia: Ethical Hacking

Über 100.000 Cyberkriminalitätsdelikte wurden 2020 allein in Deutschland registriert – Tendenz steigend. Fabiola Munguia und Grigory Emelianov wollen mit Secfix den All-in-One-Shop für Cybersecurity bauen und damit Unternehmen bestmöglich IT-sicher machen.

Betreff: „Glückwunsch! Sie haben eine Million Euro in unserer Lottoziehung gewonnen! Jetzt Link klicken und Gewinn erhalten.“ Die Freude über den vermeintlichen Lotto­gewinn währt meist nur kurz: Denn diese und ähnliche Fake-Nachrichten („Link klicken und Paketsendung verfolgen“), per E-Mail oder SMS verschickt, gehören inzwischen zum Alltag der Cyberpirat­*­innen und deren Kreativität kennt kaum Grenzen.

Häufig genügt dann schon der Klick auf einen in der Nachricht integrierten Link, mit dem der Download eines Schadprogramms (Maleware) oder Virus beginnt, das sich – ebenfalls oft unbemerkt – zum Daten-Blutsauger entwickeln kann. Passwörter, Social-Media-Profile, E-Mail-Accounts und Bankzugangsdaten sind dann plötzlich weg oder nicht mehr erreichbar. Sofern man seine Dateien, Fotos und Videos in einer un­genügend geschützten Cloud gespeichert hat, könnten auch diese fortan unerreichbar bleiben, der Computer an sich nicht mehr reagieren und Freund*innen bzw. Arbeitskolleg*innen seltsame Links vom eigenen Messenger-Konto geschickt bekommen, die man selbst gar nicht versendet hat.

Bei solchen Cyberattacken ist jedoch nicht nur das eigene private Netzwerk in akuter Gefahr, sondern auch Firmenwebsites oder sensible Daten von Kund*innen, sofern die attackierte Person entsprechende Zugänge hat. Meist geschieht diese Art von Piraterie im Verborgenen und ermöglicht es den Betrüger*innen, sich monatelang Zugang und Zugriff zu verschaffen, quasi als U-Boot im eigenen digitalen Leben oder digitale(r) Spion*in im Unternehmen.

Das kriminelle Ziel: Daten, Daten, Daten

„Mitarbeiter*innen können große Schwachstellen im Unternehmen sein“, weiß auch Fabiola Munguia, die das Cybersecurity-Unternehmen Secfix im April 2021 gegründet hat. Dabei benötigt es in diesem Fall nur das richtige Onboarding, damit der Mitarbeitende von Anfang an lernt, wie wichtig es ist, ein sicheres Passwort zu wählen oder das neueste Update zu installieren. Grundsätzlich sind Sicherheits­lücken leicht vermeidbar, sofern man denn weiß, wo sie zu finden sind.

Allerdings ist auch klar: Mit der zunehmenden Digitalisierung haben sich auch die Kriminellen weiterentwickelt; Unternehmen werden immer öfter Zielscheibe von Cyberangriffen. Eine aktuelle Studie des Bundeskriminalamts verzeichnet einen markanten Anstieg der Cyberkriminalität: 2020 wurden allein in Deutschland über 100.000 solcher Delikte registriert. Gründe sind die bereits erwähnte fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich vorangetrieben wurde, die zunehmende Professionalisierung der Cyberkriminellen und sog. Cybercrime-as­a-Services, die als kriminelle Offerten schon bei 1000 US-Dollar im Darknet starten. Das vorrangige Ziel aller Aktivitäten: Daten, Daten, Daten.

Das Mindset in die Wiege gelegt

Fabiola ist für ihr Wirtschaftsstudium nach Deutschland, genauer gesagt nach Hannover gekommen. Ihre Familie ist in El Salvador zu Hause, das Gründer*innen-Mindset bekam sie dort früh vorgelebt: „Ich komme aus einer Familie von Gründern“, erzählt die junge Unternehmerin, deren Mutter Restaurants in ganz Lateinamerika betreibt und deren Vater im internationalen Warenhandel tätig ist. „Zunächst wollte ich aber in die Corporate-Welt, um herauszufinden, wie die Prozesse in großen Konzernen funktionieren, welche Probleme es im Konzern gibt und welche Lösungen. Aber ich wollte auf jeden Fall mein eigenes Ding probieren“, so Fabiola, die, wie ihr Mitgründer Grigory Emelianov, zunächst in der Automobilindustrie gearbeitet hat. Grigory und Fabiola lernten sich im Studium kennen. Beiden war klar: Sie wollen zusammen ein Unternehmen gründen. Erste Ideen entwickelten die beiden vor rund zwei Jahren im Rahmen eines Workshops während einer Start-up-Messe. Konkret wurde es im März 2020 während eines Acceleratorprogramms. Ihnen wurde bewusst, dass sie eine Lösung im Cyberbereich entwickeln wollten und begannen, mit ersten Pilotkund*innen zu reden. Zunächst unter dem Namen requestee gestartet, später umbenannt in Secfix, wurde zur weiteren Entwicklung auch eine sechsstellige Summe von Business Angels eingesammelt.

Die Investor*innen – Seriengründer*innen und erfahrene Unternehmer*innen – unterstützen das Secfix-Team seitdem mit Kapital und profundem Know-how. Seit diesem Sommer zählt das Start-up insgesamt elf Mitarbeitende, sieben davon kamen erst kürzlich hinzu – durchaus eine Herausforderung für ein noch sehr junges Unternehmen. In nur neun Monaten wurde die Cybersecurity-Plattform entwickelt – schnell war klar, dass Grigory und Fabiola mit ihrer Idee aufs richtige Pferd gesetzt haben: Die Nachfrage ist groß.

Dies ist ein Auszug aus einem Beitrag aus der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins StartingUp: Mehr liest du in der StartingUp - Heft 04/21 - ab dem 2. Dezember 2021 im Handel oder jederzeit online bestellbar - auch als ePaper erhältlich - über unseren Bestellservice

Start-ups und IT-Freelancer: so klappt’s

Warum immer mehr Start-ups auf IT-Freelancer setzen und was es bei der Zusammenarbeit zu beachten gilt.

Auf der Suche nach Talenten entdecken Start-ups vermehrt Freelancer als Zugang zu hochspezialisiertem Wissen auf Zeit. Denn über sie können sie kalkulierbar genau die Kompetenz oder Kapazität beziehen, die sie gerade für die Realisierung ihrer digitalen Projekte benötigen, ohne sich auf laufende Kosten oder die Verpflichtung von Vollzeitbeschäftigten einlassen zu müssen

Aber: Wie und wo finde ich zeitnah den oder die richtigen Experten für meine Aufgaben? Wie lässt sich deren Expertise sicherstellen und der Aufwand für das Start-up gering halten? Und auf welche Fallstricke gilt es bei der Auftragsvergabe zu achten? Der nachfolgende Beitrag gibt wertvolle Tipps zu diesen und weiteren Fragestellungen rund um das Thema.

Speziell junge Unternehmen müssen oft schnell wachsen, um ihr Produkt weiterzuentwickeln, Neukunden zu akquirieren und Marktanteile zu gewinnen. Sofort verfügbares, skalierbares und passgenaues Fachwissen hat für sie daher einen besonders hohen Mehrwert. Denn nur so können sie schnell und flexibel agieren und beispielsweise große Aufträge stemmen, ohne dafür einen oder mehrere Mitarbeiter gleich fest anstellen zu müssen und Gefahr zu laufen, dass sie diese nach Abschluss des aktuellen Projekts nicht weiterbeschäftigen können. Ebenso wird die Suche nach passenden festen Mitarbeitern oft auch dadurch erschwert, dass viele Start-ups für die gewünschten Arbeitnehmer ggf. noch nicht bekannt und gefragt genug sind wie große, etablierte Player, die sie ihnen sozusagen leicht wegschnappen können.

Für wen lohnt es sich, Freelancer zu beauftragen?

Die beiden häufigsten Situationen, in denen Freelancer angefragt werden, sind:

Fehlende Inhouse-Kapazität: Aufgrund hoher Auslastung, z.B. bei starkem Wachstum oder einer erhöhten Auftragslage können Unternehmen mit versierten Freelancern schnell und kurzfristig die nötigen Kapazitäten schaffen und profitieren dabei im Idealfall von einer hohen Laufzeitflexibilität, so das Projekt z.B. schneller abgeschlossen ist, als geplant oder im umgekehrten Fall länger dauern sollte.

Fehlende Inhouse-Expertise: Auch wenn es darum geht, neue Themenbereiche und Produkt-Features umzusetzen, sind Freelancer ideal: Richtig ausgewählt bringen sie fundiertes Expertenwissen aus vergangenen Projekten mit ins Unternehmen, helfen dort, die richtigen Strukturen aufzusetzen und die internen Fachkräfte entsprechend weiterzubilden.

Oft ist die Freelancer-Nachfrage auch dann besonders groß, wenn Unternehmen aufgrund von Kündigungen oder zeitversetzten Einstellungen Personallücken schließen müssen. Startet beispielsweise ein Produktmanager zwei Monate vor seinen Team-Mitgliedern, dann lässt sich mit externen Fachkräften der Projektstart ganz einfach vorziehen. Nicht zuletzt bieten sich Freelancer auch für Einmalprojekte an, für die keine neue Stelle geschaffen werden kann oder soll.

Über welche Kanäle finde ich die für mein Projekt passenden Freelancer?

Generell gibt es verschiedene Möglichkeiten, die passenden Freelancer zu finden: von klassischen Personaldienstleistern, über IT-Dienstleistern bis hin zu Online-Vermittlungsplattformen. Wer preissensitiv ist, für den sind Online-Plattformen die beste Alternative. Hier lässt sich zwar Geld, nicht jedoch Zeit sparen, denn das Ausschreiben der Stelle, das Anschreiben der Kandidat*innen, das Führen der Vorstellungsgespräche und die Vertragsgestaltung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Agenturen für IT-Dienstleistungen sind ebenfalls eine Option, jedoch arbeiten diese mit festangestellten Fachkräften und bieten daher weniger Flexibilität. Klassische Personaldienstleister wiederum stellen einen direkten Ansprechpartner und eine große Datenbank, zur Verfügung, aus der sie zeitnah passende Kandidaten vorschlagen können. Ein großer Vorteil, jedoch liegen sie preislich über den Online-Plattformen.

Know-how: So lässt sich die Expertise des Freelancers sicherstellen

Die meisten Vermittlungen haben jedoch gemein, dass die Freelancer hier – im Gegensatz zu Anbietern wie Casana, die HR- und IT-Dienstleistungen vereinen, keine technische Eignungsprüfung durchlaufen. Werden die Arbeitskräfte vorab auf Soft- und Hardskills überprüft, hat das den Vorteil einer höheren Trefferquote für das jeweilige Projekt und spart den Unternehmen Zeit, da sie die Eignung nicht in langen Interviews selbst eruieren oder unpassende Freelancer austauschen müssen.

Sofern der Freelancer also direkt beauftragt wird oder der Personaldienstleister keine Eignungstests durchführt, sollte vor Vertragsabschluss ein technisches Interview stattfinden. Auch bei IT-Dienstleistern empfiehlt sich der genaue Blick auf die Qualifikationen, denn hin und wieder werden diejenigen Mitarbeiter vermittelt, die gerade „frei“ sind und nicht diejenigen, deren Skill-Set optimal zum Projekt passt.

Tipps: Darauf achten Freelancer bei der Projektauswahl

Die meisten Freelancer sind aus Überzeugung selbstständig und bringen daher eine sehr hohe Eigenmotivation mit – ein großer Vorteil. Die Selbstständigkeit bietet ihnen eine höhere Flexibilität im Vergleich zur Festanstellung, spannende Projekte und hohe Verdienstmöglichkeiten. Die erste Frage eines Freelancers dreht sich daher meist um den Inhalt des Projekts, gefolgt vom Projekt-Team und dann dem Unternehmen, das es ausschreibt. Technisch geprüfte Freelancer sind hochqualifiziert und haben als solche stets mehrere Angebote gleichzeitig zur Auswahl. Daher punkten Auftraggeber hier mit klar definierten Projekten, Aufgaben oder einer spannenden Vision. Bei der Auswahl eines Dienstleisters zahlt es sich daher aus, zu überprüfen, wie gut dieser das zu besetzende Projekt gegenüber den in Frage kommenden Freelancern vorstellen kann.

Budget: Was kosten IT-Dienstleistungen?

Wie viel Budget es für einen Freiberufler einzuplanen gibt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren und Anforderungen wie etwa dem gewünschten Anforderungsprofil, Standort und Sprachkenntnissen, Verfügbarkeit, Seniorität und auch von der Ausrichtung des beauftragten Dienstleisters. Beispielsweise kosten deutschsprachige Entwickler derzeit bis zu 30 Euro mehr pro Stunde als andere europäische Entwickler. Auch bei großen Personaldienstleistern gibt es eine Spanne von bis zu 30 Prozent höheren Kosten pro Stunde. Hier gilt es, auf transparente Anbieter zu setzen, die flexible Kündigungsfristen und eine transparente Preisstruktur anbieten. Eine wöchentliche Kündigungsfrist ist beispielsweise bei dynamischen Projekten besonders hilfreich.

Fallstricke: Worauf muss ich bei der Auftragsvergabe achten?

Vor der Vermittlung ist es wichtig, dass der jeweilige Fachbereich genau weiß, wobei und ab wann genau die Hilfe gebraucht wird. Je exakter die Eckpunkte, desto schneller und zielgerichteter die Vermittlung. Neben der passenden, technischen Expertise sind Projektdauer, Budget, Team-Setup (mit wem wird der Freelancer arbeiten) und der Arbeitsmodus (remote oder onsite) wichtige Faktoren.

Während der Vermittlung empfiehlt sich, die bereits erwähnte inhaltliche und kommunikative Überprüfung der Freelancer. Darüber hinaus ist ein technischer Ansprechpartner, der das Projekt kennt bzw. weiß, was erreicht werden soll, sehr hilfreich – sowohl zu Beginn als auch während des Projekts. Denn je genauer auch die Freelancer wissen, worum es im Projekt geht, desto schneller und produktiver gelingen Onboarding und die Umsetzung des Gesamtprojekts. Passen schließlich alle Parameter und kommt es zum Vertragsabschluss, empfiehlt sich ggf. auch – je nach Auftrag – das Aufsetzen eines NDA mit dem Freelancer. Im Idealfall ermöglicht der Vermittler oder der Freelancer selbst dem Unternehmen für das Projekt darüber hinaus eine hohe Laufzeitflexibilität ohne Zusatzkosten.

Der Autor Enrico Karnstädt ist Mitgründer und CEO von Casana

Die Blockchain in Unternehmen: Diese Start-ups setzen auf die neue Technologie

Deutschland hat im Bereich der Blockchain-Technologie die Chance, zum Marktführer zu werden. Für die Blockchain gibt es viele interessante Einsatzmöglichkeiten – für viele Start-ups Anlass genug, sich intensiv mit dieser Technologie zu beschäftigen.

Die Blockchain ist vor allem durch den Handel mit den Kryptowährungen extrem bekannt geworden. Dank der Blockchain gelangt zum Beispiel der Bitcoin sicher vom Absender zum Empfänger. Die Blockchain ist ein dezentrales Netzwerk, mit dem Lösungen angeboten werden können, die ein zentrales Netzwerk so nicht umsetzen kann. Bei der Blockchain werden keine empfindlichen persönlichen Daten weitergeben, das gilt im Übrigen auch für Paysafe, weshalb sich auch Paysafecard Casinos großen Beliebtheit erfreuen.

Sicherheit und Datenschutz spielen natürlich für den Nutzer immer eine übergeordnete Rolle. Kein Wunder also, dass es immer mehr Start-ups gibt, die auf der Blockchain Technologie basieren. Deutschland hat im Bereich der Blockchain-Technologie die Chance, zum Marktführer zu werden. Vor allem suchen Banken schon jetzt die Kooperation zu Blockchain Unternehmen. Neben der Kosteneinsparung wird darüber dank der Blockchain auch die gewünschte Sicherheit gewährleistet. Für die Blockchain gibt es viele interessante Einsatzmöglichkeiten. Das ist für viele Start-ups Anlass genug, sich intensiv mit dieser Technologie zu beschäftigen.

Blockchain ist nicht nur Bitcoin

Noch stellt es sich so dar, dass die meisten Menschen, die den Begriff Blockchain hören, dies immer sofort mit den Kryptowährungen in Verbindung bringen. Allerdings hat diese Technologie sehr viel mehr zu bieten. Bereits jetzt gibt es einige Unternehmen, die sich vorrangig mit der Blockchain Technologie beschäftigen, da es sich um eine Technologie handelt, die dafür sorgt, viel Innovation in die alltäglichen Abläufe zu integrieren.

BlockAxs GmbH: Vertragsmanagement für die Zukunft

Gegründet wurde das Unternehmen 2018. Hier dreht sich alles um die Verwaltung von Zugangsrechten. Das Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Abläufe bei der Erstellung, Bearbeitung, Verhandlung, Unterzeichnung und Verwaltung von Verträgen zu vereinfachen. Dies alles geschieht auf einer Plattform. Auf der Plattform ist ein Dokumentengenerator, ein Kollaborationsraum, eine elektronische Signatur und das Vertragsmanagement enthalten. Auf der Stellar-Blockchain wird die Unterschrift notariell beglaubigt.

Mithilfe des Dokumentgenerators werden Anwälte und andere Nutzer durch die Vertragserstellung geführt. Hierbei helfen sowohl Links als auch Formulare. Sie sorgen für einen automatisierten und nahtlosen Prozess. Aufgrund dessen ist es problemlos möglich, binnen weniger Minuten komplexe, maßgeschneiderte Verträge zu erstellen.

Der Kollaborationsraum (ContrAxs Collaboration Room) ermöglicht es, dass Verträge gemeinsam online und digital verhandelt werden. Hier können Klauseln kommentiert, hinzufügt oder geändert werden.

Dank der elektronischen Unterschrift kann jeder Vertrag unterschrieben werden. In der Blockchain werden dann die Vertragsdaten und auch alle Daten, die zur Identifikation benötigt werden, sicher und unveränderbar gespeichert.

Da sämtliche Verträge in der ContrAxs Vertragsverwaltung gespeichert werden, können Verträge visualisiert und auch analysiert werden.

Finery Tech: Entwicklung von Finanz- und Handelssoftware

Das Highlight bei diesem Unternehmen ist das Finery eFX. Auf dieser Plattform kann nichts verwahrt werden, doch sie ermöglicht Finanzinstituten auf digitale Vermögenswerte und Krypto-Liquidität zuzugreifen. Bei Finery eFX handelt es sich um ein komfortables Werkzeug. Geeignet ist es für die Auftragsausführung und das Echtzeit-Clearing. Zu den vielen Vorteilen zählen hier vor allem bessere Preise, konformer Handel, Kosteneffizienz und Automatisierung.

Blockchain Helix AG: Die digitale Identität

Hier wird Endnutzern die Möglichkeit gegeben, die eigenen Daten zu verwalten und sich gleichzeitig mit Unternehmen digital zu verbinden. Zunächst muss jeder Nutzer eine KYC-Prüfung bestehen. Der Verifizierungsdienst besteht aus mehreren Dokumententypen und Prozessen.

Als Ein-Klick-Verkaufskanal bietet die Blockchain HELIX AG Unternehmen eine Marktplatzfunktionalität in der App. Dank der modernen Blockchain-Technologie sind sämtliche Interaktionen vollständig verschlüsselt und gesichert. Eine neue Stufe digitaler Prozesse wurde hierdurch erreicht.

License Rocks: Verwaltung von Lizenzen für digitale Produkte

Hier basiert der Ansatz für die Blockchain auf der Erstellung, Verwaltung und dem Handel von Lizenzen für digitale Produkte. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf der Anwendung von virtuellen Partnerschaften.

Hier wird ein Token-basiertes Lizenzierungssystem aufgebaut, dessen Zweck darin liegt, Eigentumsnachweise für die digitale Welt von morgen anzubieten. Bei der Anwendung der Lizenznutzung künftiger Organisationen spielen dezentrale Technologien eine wichtige Rolle.

Der Schwerpunkt liegt hier vor allem darauf, dass es Kunden künftig möglich sein wird, Lizenzvereinbarungen zu verstehen. Zu diesem Zweck sollen die wichtigen Teile der Lizenz visualisiert werden. Schon jetzt wurden mehrere Produktversionen, die den Handel mit Softwarelizenzen auf der Grundlage eines europäischen Gerichtsurteils ermöglichen, gestartet.

Neufund: Tokenisierung von Vermögenswerten

Bei Neufund handelt es sich um eine Blockchain-basierte Plattform, deren Aufgabe die Tokenisierung von Vermögenswerten ist. Diese Plattform macht es Anlegern problemlos möglich, ihre Vermögenswerte in Krypto-Token anlässlich des Handels an Krypto Börsen umwandeln zu können. Hier werden technische Lösungen zur Überbrückung von Unternehmensanteilen und Blockchain-basierten Token angeboten. Dank dieser Plattform ist es sowohl Investoren als auch Startup-Eigentümern möglich, den Handel mit den von den Start-ups ausgegebenen Token zu betreiben.

Das Hauptaugenmerk dieses Start-ups liegt in der Förderung unternehmerische Initiativen, der Beschleunigung von Innovationen und auch der Beseitigung von Hindernissen.

Startup Bitgo: Eine speziell entwickelte Bitcoin Wallet

Für Unternehmen stellt es eine immense Herausforderung dar, Bitcoin-Zahlungen in existierende finanzielle Kontrollsysteme zu integrieren. Die herkömmliche Buchhaltung wird hier bei Weitem übertroffen, da es vordergründig um Zugangskontrollen geht. Gemeint ist, wer darf Zahlungen autorisieren und an wen dürfen diese überhaupt versendet werden? Intelligente Bitcoin Wallets wurden geschaffen, um einen privaten Schlüssel, der für Bitcoin-Transaktionen benötigt wird, zu speichern. Das hat zur Folge, dass der Besitzer allein entscheidet, wie die Zugangskontrolle geregelt ist.

Speziell für den Unternehmenseinsatz hat das Start-up Bitgo eine Bitcoin Wallet entwickelt, die es ermöglicht, sowohl die Signaturen von Transaktionen zu ermöglichen als auch die Whitelists zur Vermeidung fehlerhafter Zahlungen zu unterstützen.

Darüber hinaus entwickelt Bitgo aber auch private Blockchain-Systeme. Um den Online-Goldmarkt zu protokollieren, kommt die Blockchain schon jetzt bei britischen Münzprägeanstalt zum Einsatz.

Start-up SETL: Erstellung von Eigentums-Registern

Das Start-up SETL hat sich zur Aufgabe gemacht, eine Blockchain Plattform zu schaffen, die die Erstellung von Eigentums-Registern möglich macht. Eingesetzt werden kann sie zudem aber auch, um Sicherheiten auszutauschen. Des Weiteren kommt sie auch bei Investmentfonds und beim Beteiligungskapital zum Einsatz. Die OpenCSD Plattform ist aber auch noch für Factoring- oder Diskontierungs-Geschäfte geeignet. Der Schwerpunkt liegt darauf, die Liquidität auf dem Markt für Handelsrechnungen zu verbessern. Zur Erfassung und auch anlässlich der Verarbeitung bei Kartenzahlungen hat die britische Metro Bank schon jetzt die Blockchain-Plattform getestet.