Blockchain Report

Autor: Phillip Horch
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Die Blockchain schafft es erstmals, Vertrauen digital-dezentral abzubilden, was sie für „sensible Branchen“ besonders wertvoll macht. Wir blicken hinter den Krypto-Hype und zeigen Trends und Chancen.

Die Blockchain schafft es erstmals, Vertrauen digital-dezentral abzubilden

Größere Bekanntheit erlangte die Blockchain-Technologie vor allem durch Bitcoin. Dabei bietet sie weitaus mehr, als „nur“ die technologische Grundlage für Kryptowährungen. Als unveränderbares, dezentrales Register im Raum des Digitalen lässt sich prinzipiell alles verwalten, was Verwaltung benötigt. Blockchain hat ein zentrales Wertversprechen: Vertrauen. Blickt man auf die Anfänge der inzwischen 10-jährigen Geschichte von Bitcoin zurück, erkennt man, wie dieses Vertrauen geboren wurde: aus der Not. Denn im allerersten Block der Bitcoin Blockchain ist eine Nachricht versteckt:

„Chancellor on brink of second bailout for banks“

Das ist eine Schlagzeile der London Times vom 3. Januar 2009. Der Zeitungsartikel beschreibt die Auswirkungen der Finanzkrise im Vereinigten Königreich. Schatzkanzler Alistair Darling versuchte erfolglos, die Wirtschaft des Landes wiederzubeleben. Damit spielt der unbekannte Erfinder unter dem Pseudonym von Bitcoin auf einen Umstand an, der sich im Zuge der andauernden Wirtschaftskrise unter der Bevölkerung breit macht. Das Vertrauen in das existierende Geldsystem, gestützt auf Inflation und Minuszinsen, ist gebrochen. Der Gegenentwurf zu selbigem heißt Bitcoin und will Vertrauen wiederherstellen; allerdings auf technologischer Ebene.

Und dazu braucht Bitcoin die Blockchain-Technologie. Jene erwähnte Nachricht ist nämlich im ersten Block der Bitcoin-Blockchain versteckt, von diesen Blöcken erhält sie auch ihren Namen. Die Blockchain ist also eine elektronische Kette aus Datenblöcken, die Vertrauen herstellen kann. Das passiert nicht – wie etwa beim Zentralbankengeld – von einer zentralen Stelle aus. Vielmehr kann theoretisch jeder mit den nötigen technischen Voraussetzungen dabei helfen, neue Mitteilungen auf der Blockchain für richtig oder falsch zu erklären. Durch kryptographische Verfahren bzw. Algorithmen sind diese Informationen zudem für immer in der Blockchain eingemeißelt – sie ist unveränderbar und darüber hinaus transparent. Jeder kann öffentlich einsehen, wann, wo und zu welchem Zeitpunkt Bitcoin versendet worden sind. So steht der Hinweis auf den New-York-Times-Artikel auch noch nach zehn Jahren im ersten Block der Blockchain (unter blockchain.info jederzeit einsehbar).

Alles, was unter den Sammelbegriff Blockchain fällt, gehört letztlich zu den Distributed-Ledger-Technologien. Diese „verteilten Hauptbücher“ machen es in Form der Blockchain erstmals in der Menschheitsgeschichte möglich, Vertrauen digital und dezentral abzubilden. Damit wird die Blockchain für all jene Bereiche interessant, die vertrauensvolle Verwaltung brauchen: Logistik, Energie, Gesundheit, Identität und eben auch Geld. Hier wird die Sache auch für Start-ups interessant.

Es geht gerade erst richtig los!

Doch zunächst mag man sich fragen: Ist der Hype nicht schon lange vorbei? Die knappe Antwort: Nein, es geht gerade erst los. Während Investoren, Spekulanten und Trader mit zittrigen Zockerhänden die Kursverläufe beobachten, heißt es bei Alteingesessenen und Technik-Enthusiasten gelassen: I am in it for the technology.

Denn die Blockchain hat Potenzial. Das aktuelle Geschehen rund um die volatilen Kursverläufe wird hier gern mit dem Platzen der DotCom-Blase verglichen. Genauso viele Trittbrettfahrer, die auf den Hype namens „Internet“ aufsprangen, um das schnelle Geld zu machen, sprangen wieder ab, zurück blieben geschädigte (und vor allem uninformierte) Investoren. Einige wenige Unternehmen waren die Spreu, die sich vom Weizen trennte und heute milliardenschwer sind. Man kennt sie unter den Namen Amazon, Facebook oder Google Eines hatten alle Unternehmen der DotCom-Blase – ob erfolgreich oder nicht – gemeinsam.

Sie verwendeten ein Wort, dessen Bedeutung und Auswirkung die wenigsten verstanden, während es in aller Munde lag: Internet Und die Verwendung dieser Technologie gehört heute zum täglichen Leben. Wäre dieses ohne Internet heute überhaupt noch denkbar? All die Digital Natives, schätzungsweise 90 Prozent aller weltweiten Unternehmen sowie die gesamte technologische Infrastruktur und die globale Wirtschaft würden ohne das Internet – im wahrsten Sinne des Wortes – ganz schön alt aussehen.

Und dass die Blockchain-Technologie ein ähnliches Potenzial mit sich bringt, dafür sprechen ihre Anwendungsmöglichkeiten. Die wichtigsten stellen wir im Folgenden vor ...

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