Braucht mein Startup eine App?


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Inwieweit ist ein Startup gut damit beraten, sofort mit einer eigenen App an den Markt zu gehen. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

Fast jedes eCommerce Unternehmen (z.B. Amazon), jeder Fernsehsender (z.B. ARD) und auch die Online Casinos oder Sportwettenanbieter, wie z.B. https://www.mrgreen.de/sportwetten haben eine App. Man könnte die einzelnen Seiten auch ganz normal über den Webbrowser aufrufen, doch das ist eindeutig langsamer, als einfach eine App zu starten.

So stellt sich die Frage, inwieweit auch ein Startup gut damit beraten ist, sofort mit einer eigenen App an den Markt zu gehen. Was spricht dafür und was eher dagegen?

Startup und App – ist das ein Muss?

Natürlich gibt es Startups, die im Grunde genommen aus einer App entstanden, dazu zählen beispielsweise Tinder und Taxi Apps, doch ob wirklich jedes Startup eine App benötigt, ist nicht so pauschal zu beantworten.

Vor allem drei Faktoren werden immer wieder erwähnt, wenn es um Startups und Apps geht. Hierbei handelt es sich um das Marketing, die Selbstverwirklichung und die Datensammlung.

Das Marketing für Apps

Dass Apps eine Grundvoraussetzung für das Marketing sind, ist eher ein Irrglaube, denn hier gilt zunächst einmal zu ermitteln, welcher “cost per install” für den eigenen Bereich ist. Hinzu kommt, dass mit einer sehr guten App auch immer ein massiver Aufwand verbunden ist, damit sie den Nutzer letztlich tatsächlich erreicht. Derzeit findet man im Apple Store über 1,9 Millionen Apps, bei Google mit über 2,4 Millionen sogar noch mehr. So betrachtet, lässt sich leicht erkennen, dass Apps das Marketing nicht vereinfachen, sondern einen großen Aufwand erfordern.

Die Selbstdarstellung auf Apps

Unter Selbstdarstellung ist hier zu verstehen, dass das Startup den Wunsch hegt, das eigene Projekt im App Store zu finden. Natürlich ist dieser Ansatz verständlich, doch er ist nicht zwangsläufig eine gute Grundlage für geschäftliche Entscheidungen.

Die Datensammlung mit Apps

Dass es dank einer App möglich ist, mehr Daten über die Nutzer zu sammeln, ist grundsätzlich richtig. Das gelingt allerdings nur in ausgewählten und sehr gut definierten Fällen. Man muss wirklich genau schauen, ob der Aufwand und die finanziellen Mittel, die eingesetzt werden müssen, auch wirklich in einem realen Verhältnis zueinanderstehen.

Die Unterscheidung zwischen Native App und Webapp

Bei einer App kann man unterscheiden in “Native” und “Web” Apps. Die Kompatibilität mit den unterschiedlichen Betriebssystemen beschreibt hier den eigentlichen Unterschied. Grundsätzlich sind Native Apps sind immer nur mit einem bestimmten Betriebssystem kompatibel. Entweder wird eine Native App für Android oder iOS konzipiert. Damit ist garantiert, dass die Schnittstellen zur Hardware perfekt funktionieren. An dieser Stelle werden sämtliche Möglichkeiten des mobilen Endgerätes ausgeschöpft. Bei Webapps hingegen handelt es sich um eine Art modifizierte Website. Sie passen sich an das Endgerät bzw. an den Browser an. Daher funktionieren die Webapps auf jedem mobilen Endgerät. Eine Installation einer Webapp ist somit nicht notwendig, da sie einfach über den mobilen Browser geöffnet wird. Somit läuft eine Webapp auf jedem Smartphone oder Tablet.

Die Vor- und Nachteile von Native Apps und Webapps

Sollen komplexe, rechenintensive Aufgaben ausgeführt werden, ist eine Native App immer sinnvoll. Aufgrund der Spezialisierung auf ein Betriebssystem kommt es zu einer deutlichen Erhöhung der Performance. Das gilt zum Beispiel dann, wenn der Zugriff auf die Kamera nötig ist. Hier zeigt eine Native App ihre Effektivität. Darüber hinaus ist eine Native App auch dann von Vorteil, wenn es sich eher um einen begrenzten Nutzerkreis handelt, in diesem Fall würde sich eine Web App nicht lohnen.

Anders als eine Native App muss eine Webapp nicht aus dem App-Store heruntergeladen werden. Diese App kann auf jedem Gerät genutzt werden, bei dem ein Webbrowser installiert ist. Geht es um die reine Funktionalität und wenn die App nicht ständig genutzt werden muss, hat die Web App auf jeden Fall die Nase vorn.

Hier sind die Kosten bei der Erstellung und der Pflege deutlich geringer und gleichzeitig kann ein viel größerer Nutzerkreis erreicht werden. Besonders vorteilhaft ist aber auch die Tatsache, dass bei Webapps keine App-Store-Zulassung benötigt wird. Eine Webapp ist augenblicklich veröffentlich und zudem binnen von Sekunden aktualisiert. Es entstehen hier zudem auch keine Einrichtungskosten.

Werden Gründer wirklich mit Apps erfolgreich?

Es ist richtig, dass es einige sehr erfolgreiche Apps gibt, die wirklich eine enorme Sichtbarkeit haben. Allerdings handelt es sich hier um einige wenige Apps, denn das Schicksal der meisten Apps ist schon längst besiegelt, sie verstauben im App-Store. Auch wenn es einige wenige Apps geschafft haben, so wird hier immer wieder vergessen, dass es sich hier wirklich nur um einige wenige handelt. Somit ist die Annahme, eine App sei das Allheilmittel für den Erfolg, schlicht und ergreifend falsch.

Muss es immer eine App sein, oder ist eine Web-Applikation die bessere Alternative?

Zwar werden Apps ständig genutzt, doch kaum jemand man sich über deren technischen Hintergründe Gedanken. Vielen Gründern scheint der tatsächliche Unterschied zwischen einer App und einer Web Applikation in keiner Weise klar zu sein.

Der größte Vorteil einer App besteht in der besseren Integration in das Betriebssystem. Dadurch wird auch der Zugriff auf die Hardware, wie zum Beispiel auf die Sensoren, erweitert. Gleichzeitig ist aber bei vielen Apps überhaupt kein erweiterter Zugriff auf die Hardware notwendig.

Zum Starten der App ist zunächst mal gar keine Internetverbindung nötig. Doch ist die App geöffnet, wird in der Regel eine Internetverbindung benötigt. Immer gibt es zudem die Herausforderung, dass die App auf den verschiedenen Geräten auch reibungslos funktioniert. Verglichen damit ist die Pflege einer Web-Applikation viel einfacher.

Das Fazit zu Apps für Startups

Fast immer wird der Aufwand deutlich unterschätzt, was es bedeutet, eine App zu vermarkten. Schon lange ist der Markt vollkommen übersättigt. Um das zu überprüfen, benötigt man hier keine Statistik, sondern man sollte einfach mal überlegen, wie viele Apps man selbst in den letzten paar Monaten installiert hat. Genau, diese Zahl ist für gewöhnlich mehr als überschaubar. Ganz anders verhält es sich aber, wenn man dann kurz überlegt, wieviel Webseiten man in der gleichen Zeit aufgerufen hat.

Eine weitere deutlich unterschätzte Problematik liegt aber auch im Aufbau der Web-Stores selbst. Verglichen werden kann das am besten mit den Zeiten im Internet als es noch kein Google gab. Die Suche nach einer bestimmten App im App-Store ist alles andere als ein Kinderspiel, wohl auch deshalb existiert beinahe zu jeder App auch eine Webseite.

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