Website-Baukästen für Start-ups: 5 Anbieter im Vergleich

Autor: Robert Brandl
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Ohne Website existiert man heutzutage als Firma praktisch nicht. Gerade für Start-ups ist es von Anfang an wichtig, dass potentielle Kunden, Investoren und Banken Spuren im Netz finden können, die darauf schließen lassen, dass die Firma Hand und Fuß hat.

In der Gründungsphase sind deshalb einfache Lösungen gefragt, die zwar vielleicht mehr Zeit kosten, aber die Finanzen nicht zu stark belasten. Dazu gehört auch die Homepage "Marke Eigenbau". Doch wie erstellt man eine Firmenwebsite schnell, günstig und in guter Qualität?

Eine Website erstellen ohne Fummelei im Code: Geht das?

Klären wir zunächst was alles zur eigenen Website gehört: man braucht eine Domain, Speicherplatz im Netz (Web Space) und einen Web-Editor. Um den professionellen Auftritt abzurunden wären natürlich E-Mail-Adressen unter der eigenen Domain ebenfalls praktisch.

Theoretisch kann man jeden einzelnen dieser Bausteine von unterschiedlichen Firmen beziehen. Die sogenannten Homepage-Baukästen bieten zumeist alles aus einer Hand und erleichtern dadurch den Start ins Netz.

So gibt es bereits für weniger als 3 Euro im Monat Homepage-Pakete in denen alle diese Bausteine enthalten sind. Die Umsetzung einer Webseite mit diesen Tools erfordert tatsächlich keinerlei Programmierkenntnisse. Doch wie sehr schränkt ein Baukasten ein?

5 Webseiten-Anbieter im Detail

Es gibt eine weite Bandbreite von Fertiglösungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Sehen wir uns die gängigsten Lösungen im Detail an:

Jimdo - der Allrounder

Dieses Hamburger Start-up ist Urheber von einem der größten deutschen Homepage-Baukästen. Jimdo ist äußerst einfach zu bedienen und bietet inzwischen eine Vielzahl ansprechender Designs, die sich allerdings nicht ganz so flexibel anpassen lassen wie die der Konkurrenz. Seine Website kann man hier sogar "On The Go" bearbeiten, dank mobiler App. Zahlreiche SEO-Optionen, die integrierte Blogging-Funktion sowie ein Online Shop vervollständigen das Angebot. Preisrahmen: 5 bis 20 Euro pro Monat.

WIX - Baukasten für Künstler

Obwohl die Namenswahl der israelischen Firma für den deutschen Markt etwas daneben ist, ist das Produkt dahinter sehr ansprechend. Im Mittelpunkt stehen äußerst geschmackvolle Designs für eine Vielzahl verschiedener Branchen und Professionen. WIX eignet sich für sehr gut für kleinere Webprojekte (z.B. Portfolio-Seiten oder Firmen-Visitenkarten). Aktuell ist der Online Shop leider nicht kompatibel mit den deutschen E-Commerce Richtlinien. Preisrahmen: 4 bis 20 Euro pro Monat (ohne E-Mail Accounts).

1&1 MyWebsite - der Branchenspezialist

Das Schwergewicht der deutschen IT-Industrie konzentriert sich mit seinem Homepage-Paket auf maßgeschneiderte Vorlagen für hunderte Branchen. Funktionell ist der Editor dem von Jimdo sehr ähnlich, da 1&1 vor mehreren Jahren dort Investor war. Neben speziellen SEO-Paketen bietet 1&1 im PRO-Paket auch einen Online Shop an. Der Support war in unseren Tests leider wiederholt ein Schwachpunkt. Bei 1&1 bekommt man eine Domain, E-Mail Adressen und den Editor aus einer Hand für einen vergleichsweise gehobenen Preis zwischen 9,99 und 19,99 Euro pro Monat.

One.com - Low Cost Websites

Dieser dänische Anbieter punktet vor allem mit seinen günstigen Preisen. Der Homepage-Baukasten schlägt mit nur 18 Euro pro Jahr zu buche. Das Tool verfügt funktionsmäßig zwar nicht über den gleichen Umfang wie Jimdo oder Wix, bietet aber responsive Designs, die sich perfekt auf Smartphone-, Tablet und Desktop-Bildschirme anpassen. Positiv ist, dass man anstatt des One.com Web Editors auch WordPress installieren kann. Preisrahmen: 1,50 Euro pro Monat (Editor und Webspace), Domain ab 8 Euro pro Jahr.

WordPress.org - die Expertenlösung

Dieses System ist zwar kein klassischer Homepage-Baukasten, soll als beliebtestes Content Management System (CMS) der Welt aber keinesfalls unerwähnt bleiben. Sein größter Vorteil ist die Skalierbarkeit: auf WordPress laufen Membership-Websites, Online Shops und selbst  datenbankgestützte Web-Applikationen werden darüber betrieben. Dank einer riesigen Bandbreite von Templates und Plug-ins sind der Erweiterbarkeit keine Grenzen gesetzt. So einfach zu bedienen wie ein Homepage-Baukasten ist WordPress leider nicht, die Lernkurve ist wesentlich steiler. Zudem riskieren Einsteiger schnell, dass die Website angreifbar wird, wenn nicht immer alle Updates durchgeführt werden. Preisrahmen: kostenlos (Open Source), günstiges Hosting ab 1 bis 5 Euro pro Monat, Domain ab 6 Euro jährlich.

Um Funktionen und Preise der genannten Anbieter im Detail miteinander zu vergleichen, können Sie auch das Homepage-Baukasten Vergleichstool von WebsiteToolTester nutzen.

Fazit

Homepage-Baukästen sind inzwischen gute Alternativen für kleinere Web-Auftritte geworden. Man muss sich allerdings im Klaren sein, dass ein Baukasten im Laufe der Zeit auch zu Einschränkungen führt. Gerade Login-Bereiche für Kunden, stark personalisierte Templates oder andere datenbankgestützte Anwendungen liegen außerhalb der Möglichkeiten dieser Systeme. Sofern diese Dinge in naher Zukunft für den Webauftritt geplant sind, sollte man lieber direkt zu einem größeren CMS wie WordPress greifen.

Doch Start-ups, die einen kostengünstigen Einstieg suchen, selbst Hand anlegen möchten und sowieso kein großes Budget zur Verfügung haben, sollten sich durchaus näher mit den Homepage-Baukasten Anbieter befassen.

Der Autor Robert Brandl gründete 2010 in Frankfurt WebsiteToolTester.com, ein Vergleichsportal für Homepage-Tools, das Einsteigern dabei hilft auf einfachem Wege Webseiten zu erstellen. Inzwischen betreibt er sein Startup von Barcelona aus und beschäftigt dort ein Team von fünf Mitarbeitern. 

Start-up-Fördermittel Forschungszulage

Mithilfe der Forschungszulage können sich Start-ups ihre Personalkosten vom Staat fördern lassen – auch rückwirkend. So geht’s.

Geld bedeutet vor allem für junge Unternehmen Zeit. Zeit, um eine Idee weiterzuentwickeln. Zeit, um weitere Kund*innen zu finden. Zeit, um in die Gewinnzone zu kommen. Doch gerade Start-ups profitieren bisher kaum von der Projektförderung durch Land, Bund oder EU und machen sich deshalb oft abhängig von Investor*innen.

Mit der Forschungszulage wird ein Viertel der Entwicklung finanziert

Doch seit Anfang 2020 gibt es die sogenannte Forschungszulage, die Gründer*innen sogar noch rückwirkend für die beiden vergangenen Jahre beantragen können. Im Prinzip fördert der Bund damit die Personalkosten von Mitarbeitenden in der Forschung und Entwicklung mit 25 Prozent. Davon profitieren besonders Start-ups, IT-Unternehmen und Betriebe, die mit hohem Personalaufwand schnell ihre Produkte entwickeln, weil sie agil arbeiten und während der Entwicklung kurzfristig auf erweiterte oder zusätzliche Kund*innenwünsche reagieren müssen. Eines der Unternehmen ist Enlyze aus Aachen, das mit seiner Software – einer Art BI Tool für die Fertigung – Maschinen und Anlagen fünf bis 15 Prozent effektiver macht.

Forschungszulage vs. klassische Projektförderung

Vorteile der Forschungszulage gegenüber der klassischen Projektförderung sind: Die Anforderungen an die Innovationsprojekte sind geringer, denn sie beinhalten angewandte, produkt- oder verfahrensbezogene Entwicklungen, die den technologischen Stand im Unternehmen übertreffen müssen. Zudem ist die Beantragung relativ unbürokratisch und schnell abgeschlossen – die Firmen wissen meist nach drei Monaten, woran sie sind. So stehen den Aachenern für 2020 zwar nur knapp 42.000 Euro zu, denn es gab in dem Jahr andere Förderungen und weniger Entwicklungsaufwand. Allerdings wird sich die Summe für das vergangene und das aktuelle Jahr deutlich erhöhen, schätzt Geschäftsführer Henning Wilms. Der Seniorberater des Förder-Verstehers PFIF Paul Freyberg berechnet, dass mehr als 750.000 Euro Lohnkosten pro Jahr geltend gemacht werden können. Das entspricht rund 190.000 Euro Förderung, die mit der Unternehmenssteuer verrechnet werden können oder ausbezahlt werden.

2018 gründete der inzwischen 32-jährige Wilms mit drei Kollegen von der Uni Aachen Enlyze. Die Wirtschaftsingenieure überlegten schon während des Studiums, wie man Daten aus Produktionsanlagen gewinnen kann, die in der Regel aus unterschiedlichen Maschinengenerationen sowie von verschiedenen Hersteller*innen stammen, wie man dann die Daten aufbereitet und verknüpft, um letztlich die Effizienz der Produktion zu steigern und die Ausschussquote zu verringern. „Weil wir mit unseren Modulen eine Komplettlösung anbieten, liefern wir den Produktionsleitern innerhalb weniger Tage verwertbare Informationen“, sagt der Chef von 22 Mitarbeitern. Das Shopfloor-BI kann allen Unternehmen nutzen, die mit Endlos-Werkstoffen arbeiten, also Papierindustrie, Hersteller*innen von Baustoffen, Kunststoff-, Textil- oder Verpackungsindustrie. „Unsere bisher knapp 20 Kund*innen steigern ihre Fertigungseffektivität so, dass sie im Jahr zwei Wochen früher in die Ferien gehen könnten, oder eben einen höheren Produktionsoutput erzielen.“

Der Kontakt zu PFIF – Partner für Innovation und Förderung – entstand durch ein Netzwerk. Die Umsetzung lief sehr effizient. „Wir haben drei Fragebögen bekommen. Um alles Weitere hat sich Paul Freyberg gekümmert“, so Henning Wilms, der von der strukturierten Herangehensweise, schnellen Antworten und pragmatischen Lösungen beeindruckt ist: „Wir können uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren und sind nicht durch bürokratisches Anträgeschreiben und Kosten abrechnen abgelenkt“.

Das ist die Forschungszulage

Unternehmen können 25 Prozent der projektbezogenen Personalkosten in der Forschung und Entwicklung geltend machen. Zudem werden Entwicklungsaufträge an andere Firmen mit 15 Prozent berücksichtigt. Die maximale Förderung pro Jahr beträgt eine Million Euro entspricht, die mit der Unternehmenssteuer verrechnet oder bei Überschreiten der Steuerlast ausbezahlt wird.

Vorteile der Forschungszulage

  • Die Anforderungen an die FuE-Projekte sind geringer als bei der Projektförderung und beinhalten angewandte, produkt- oder verfahrensbezogene Entwicklungen, die den technologischen Stand im Unternehmen übertreffen.
  • Die Anträge werden schneller genehmigt – in der Regel in weniger als drei Monaten.
  • Es ist möglich, rückwirkend eine Förderung von Projekten ab 2020 zu erhalten.
  • Es besteht nach der Zusage ein Rechtsanspruch auf den Erhalt der finanziellen Mittel besteht. Damit ist die Forschungszulage für Unternehmen besonders gut planbar.

Hier findest zu weitere Infos zur Inanspruchnahme und Beantragung der Forschungszulage

Unternehmensverifizierung auf den sozialen Medien: Notwendig, oder nicht?

Das Internet in seiner heutigen Form hat beinahe unvorstellbare Ausmaße erreicht und bietet uns allen unglaubliche Möglichkeiten und Chancen. Wenn wir in einer neuen Stadt unterwegs sind, können wir uns nicht nur navigieren lassen oder ein Restaurant finden. Nein, wir können auch innerhalb weniger Sekunden eine Unterkunft oder ein Taxi buchen, einen virtuellen Reiseführer nutzen und nebenbei auch noch Sport streamen, und in den sozialen Medien die wichtigsten News verfolgen. Doch bei all diesen tollen Möglichkeiten lauern im Netz auch Gefahren. Ob unseriöse Internetseiten, oder Hacker, die unsere Daten abgreifen möchten, auch die Gefahren sind vielseitig. Daher möchten wir uns im Folgenden dem Thema der Verifizierung widmen und klären, ob und wie diese die Sicherheit im Internet erhöhen kann.

Keine Verifizierung von Verbrauchern bevorzugt

Wie so oft im Leben finden sich auch beim Thema der Verifizierung Argumente für und gegen eine Nutzung in Online-Casinos. Doch besonders in der iGaming-Branche sind Casinos ohne Verifizierung bei den Nutzern beliebt wie besteonlinecasinos.com berichtet.
Die Nutzer schätzen es, dass sie schnell und unkompliziert mit dem Spaß beginnen und dennoch in einer sicheren Umgebung ihr Glück herausfordern können.

Weiterhin ist es für viele Nutzer einfach auch ein besseres Gefühl, wenn sie nicht alle persönlichen Daten herausgeben müssen und erst dann starten dürfen. Eine gewisse Anonymität ist im Internet mitunter ganz angenehm.

Was genau versteht man unter einer Verifizierung?

Bei einer Verifizierung werden diverse persönliche Parameter mit den getätigten Angaben abgeglichen und dadurch sichergestellt, dass sich auch genau die Person am Rechner oder dem Smartphone befindet, die sie vorgibt zu sein.

Wenn Sie sich zum Beispiel bei einem Onlineshop anmelden und die Bankdaten hinterlegen, ist eine Verifizierung sinnvoll, um sicherzustellen, dass Sie auch Ihr persönliches Konto angeben und nicht das von einer fremden Person.

Eine Verifizierung kann dabei auf unterschiedlichen Wegen erfolgen, von der Einsendung diverser Dokumente, der Übermittlung einer TAN, bis hin zu einem Videotelefonat, die Möglichkeiten in diesem Bereich sind sehr vielseitig.

Wann ist eine Verifizierung sinnvoll und wann kann auf diese verzichtet werden?

Ein bekanntes Beispiel einer offensichtlichen Verifizierung sind die blauen Haken bei Instagram, mit denen sich Prominente oder Unternehmen bestätigen lassen können, dass es sich um den echten Account handelt.

Bei Prominenten mag dies aufgrund diverser Fan-Seiten sinnvoll sein, doch bei einem Unternehmen oder Start-up dürfte sich der daraus zu erwartende Vorteil im Online-Marketing doch sehr in Grenzen halten.

Doch die Verifizierung spielt auch bei Online-Casinos eine wichtige Rolle. Der eine Anbieter wirbt mit der vermeintlichen Sicherheit durch eine besondere Verifizierung, andere Anbieter, die auf besteonlinecasinos.com übersichtlich zusammengefasst sind, verzichten wiederum komplett auf eine Registrierung oder Verifizierung.

Dies hat den Vorteil, dass man als Nutzer direkt Geld einzahlen und spielen kann und nicht noch lange auf eine Bestätigungsmail oder Ähnliches warten muss.

Fazit

Verifizierung oder keine Verifizierung? Diese Frage müssen Sie vermutlich leider ganz persönlich für sich beantworten. Argumente finden sich für beide Ansichten, doch besonders bei Casinos im Internet kann es mitunter sehr lange dauern, bis eine vollständige Verifizierung seitens des Anbieters erfolgt.

Arbeitsvertragsrecht: Das ändert sich ab August 2022

Vor allem im Arbeitsrecht gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Gesetze, Bestimmungen und Stolperfallen, die Gründer*innen kennen sollten. Was sich ab August 2022 ändert.

Start-ups gelten als Vorreiter bei neuen Arbeitsweisen und -strukturen. Flache Hierarchien, digitale Lösungen, Innovationsfreude und Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen schwirren dabei als Buzzwords in Sachen dynamische Unternehmenskultur durch die Medien. Trotz all der gelebten Offenheit empfiehlt es sich bei arbeitsrechtlichen Fragen, und hier insbesondere in Vertragsangelegenheiten, eher traditionelle Wege einzuschlagen. Vor allem im Arbeitsrecht gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Gesetze, Bestimmungen und Stolperfallen, die Gründer*innen kennen sollten. Schließlich unterliegt das Arbeitsrecht einem sehr dynamischen Wandel.

So kommen gemäß der Arbeitsbedingungenrichtlinie (EU 2019/1152) ab August 2022 neue Vorgaben hinzu. Ein erster deutscher Gesetzesentwurf, der die EU-Regelungen in nationales Recht übertragen soll, sieht weitreichende Änderungen vor. Bei Nichtbeachtung drohen Sanktionen.

Vom Müssen, Können und Sollen

Schon jetzt macht der Gesetzgeber bei Arbeitsverträgen Vorgaben zu verpflichtenden Inhalten. Gemäß § 2 des Nachweisgesetzes gehören dazu Name und Adresse der beschäftigten Person sowie Name und Adresse des Unternehmens – inklusive Nennung der Geschäftsleitung. Ebenso essenziell sind eine Jobbeschreibung sowie allgemeine Hinweise auf Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Darüber hinaus muss nicht nur der Beginn des Arbeitsverhältnisses, sondern auch der Arbeitsort und, wenn zutreffend, eine Information auf wechselnde Tätigkeitsorte angegeben werden. Ergänzt wird das Ganze von einzelnen Klauseln, die Details zu Vertragsdauer, Arbeitszeiten, Entgelt, Sonderzuwendungen, Kündigungsfristen und Urlaubsanspruch enthalten.

Unabhängig von diesen unbedingt erforderlichen Punkten räumt der Gesetzgeber Unternehmen jedoch Gestaltungspielräume ein, um auf die individuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten im Unternehmen einzugehen. Konkret bedeutet das: Innerhalb der Grenzen des Arbeitsschutzrechts gilt die Vertragsfreiheit. Finden Gleichbehandlungsgrundsatz, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz und AGB-Recht Berücksichtigung, bestimmen beide Parteien nicht nur über den Inhalt, sondern auch über den Abschluss als solches, der dann mit den jeweiligen Unterschriften Gültigkeit bekommt. Insbesondere bei komplexen Vertragsinhalten lohnt es sich im Einzelfall, juristischen Beistand zu suchen, da eigene Formulierungen etwa zu Arbeitsunfähigkeit, Geheimhaltung oder Nebentätigkeiten im Streitfall nicht immer vor Gericht standhalten.

Zurück ans Reißbrett

In der Praxis wird en détail nicht jede einzelne Klausel diskutiert. Tatsächlich kommen einseitig vom Unternehmen erstellte, vorformulierte Muster zum Einsatz. Aus rechtlicher Sicht werden diese seit 2002 wie Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) behandelt und unterliegen daher einer strengen Inhaltskontrolle. Nichtsdestotrotz schleichen sich in dem ein oder anderen Vertragswerk unwirksame Klauseln ein. Wann Bestimmungen in AGBs als unzulässig gelten, ist dabei in § 307 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) klar geregelt. Entsprechend gilt es auf überraschende, unklare und missverständliche Klauseln zu verzichten, die die gesetzlichen Rechte von Arbeitnehmern einschränken und zu unangemessenen Benachteiligungen führen.

Dazu gehören beispielswese Regelungen, die Mitarbeiter gegenüber Kollegen zum Stillschweigen über ihr Gehalt verpflichten sollen (LAG Mecklenburg-Vorpommern, Az. 2 Sa 183/09). Ist die Rede von einer unbestimmten Anzahl von „Überstunden“ (BAG, Az. 5 AZR 517/09) oder sogar „erforderlichen Überstunden“ (LAG Düsseldorf, Az. 9 Sa 1958/07), die nicht gesondert vergütet, sondern vollständig mit dem monatlichen Festgehalt abgegolten werden, ist die Klausel unwirksam. Gleiches gilt für sogenannte Versetzungsklauseln, die es etwa Unternehmen erlauben, Arbeitnehmern eine minderwertige Tätigkeit zuzuweisen. In der Vergangenheit mussten Gerichte aber auch über exzessiv hohe Vertragsstrafen bei Pflichtverletzungen, Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalte im Zusammenhang mit Sonderzahlungen oder sogar Schwangerschaftsverbote für erwerbstätige Frauen urteilen und sind zum Schluss gekommen, dass sie gegen geltendes Recht verstoßen. In der Folge wurden die entsprechenden Regelungen des Vertrags außer Kraft gesetzt.

Mehr Transparenz wagen

Mit der Umsetzung der Arbeitsbedingungenrichtline der EU (2019/1152) erweitert sich der Katalog von Pflichtangaben in Beschäftigungsverträgen. Ein erster Gesetzesentwurf sieht dabei weitreichende Neuerungen vor, wobei sich im Wesentlichen alles um die Ergänzung bestehender Nachweispflichten dreht. Sollte das Gesetz in dieser Form in Kraft treten, genügt es in Zukunft nicht mehr, etwa eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden anzugeben. Neben genauen Schichtzeiten gilt es vertraglich festzuhalten, wie viel Geld für Überstunden gezahlt wird und ob Überstunden überhaupt angeordnet werden dürfen. Darüber hinaus finden vereinbarte Ruhepausen ebenso Eingang in das Dokument wie die Dauer der Probezeit. Außerdem müssen alle Jobvereinbarungen, die nach dem 31. Juli 2022 aufgenommen werden, auch Kündigungsmodalitäten sowie die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgeltes inklusive Fälligkeit und Art der Auszahlung beinhalten.

Wichtig dabei: Die vorgesehenen Gesetzesänderungen wirken sich nicht nur unmittelbar auf die Gestaltung neuer Verträge aus – also alle Beschäftigungsvereinbarungen, die ab 1. August 2022 geschlossen werden. Im aktuellen Entwurf räumt der Gesetzgeber Lohnempfängern in bestehenden Arbeitsverhältnissen das Recht auf Offenlegung ein. Innerhalb von sieben Tagen müssen Unternehmen dann detailliert Auskunft über besonders wichtige Informationen wie beispielsweise Dauer der Probezeit oder Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts geben. Binnen eines Monats folgen in einer Niederschrift alle restlichen wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses.

Leisten Betriebe dem Widerstand, drohen Strafen. Schon in der EU-Richtline von 2019 ist festgelegt, dass ein wirksamer, angemessener und abschreckender Sanktionsmechanismus bei der Umsetzung in nationales Recht integriert werden muss. Entsprechend definiert der deutsche Gesetzesentwurf, dass Unternehmen ordnungswidrig handeln, wenn die Vertragsbedingungen nicht richtig, rechtzeitig, vollständig oder in der vorgeschriebenen Weise niedergelegt werden. Ein solcher Verstoß kann eine Geldstrafe von bis zu 2.000 Euro nach sich ziehen.

Der Autor Paul-Benjamin Gashon ist Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Korten Rechtsanwälte AG. Die 2003 gegründete Wirtschaftskanzlei mit Standorten in Hamburg, München und Göttingen bietet vor allem mittelständischen Unternehmen Unterstützung, Beratung und Expertise bei zivil- und wirtschaftsrechtlichen Fragen.

Dymium siegt beim Münchener Businessplan Wettbewerb 2022

Platz 1 geht an das Münchner MedTech-Start-up Dymium mit seiner minimalinvasiven Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen.

Beim Münchener Businessplan Wettbewerb, der von BayStartUP, dem bayerischen Start-up-Netzwerk für Gründer*innen, Investor*innen und Unternehmen, durchgeführt wird, haben Start-ups aus Südbayern in drei Wettbewerbsphasen die Chance, sich mit ihren Geschäftskonzepten zu bewerben. Die einzelnen Phasen reflektieren die verschiedenen Entwicklungsschritte der Gründung eines Unternehmens, zum Beispiel die Erarbeitung der Geschäftsidee, das Geschäftsmodell sowie die Planung von Finanzierung und Umsatzentwicklung. Das Ziel nach Phase 3: ein vollständiger Businessplan, mit dem sich die Start-ups bei Kapitalgeber*innen, Unternehmen und Partner*innen vorstellen können.

Als einer der bekanntesten Wettbewerbe im Start-up-Ökosystem brachte der Münchener Businessplan Wettbewerb bereits Gewinner wie Fazua, EGYM oder Quantum-Systems hervor, die heute zu Deutschlands erfolgreichsten Start-ups zählen.

Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, sagt: „Viele der Gründerteams kamen aus den Bereichen Life Science und Tech und entwickeln neue Technologien aus Hochschulen heraus. Die Nominierten und Sieger im diesjährigen Wettbewerb zeichnen sich durch einen hohen Reifegrad und technische Qualität aus. Beste Voraussetzungen, um auch in Krisenzeiten erfolgreich durchzustarten.“

And the Winner is ...

Den diesjährigen Wettbewerb hat das Münchner Start-up Dymium gewonnen. Dymium entwickelt eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Mithilfe der magnetischen Separationstechnologie kann die hohe Wiederauftrittsrate von über 30 Prozent deutlich gesenkt werden.

Florian Ebel, Mitbegründer von Dymium, über den Wettbewerbserfolg: „Wir haben in allen drei Phasen des Wettbewerbs teilgenommen. Mithilfe von BayStartUP konnten wir unser Netzwerk vergrößern, wertvolles Expertenfeedback einholen und uns damit stetig weiterentwickeln.“

Die Siegerteams im Überblick

1. Platz: Dymium

Dymium ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Verursacht durch Restfragmente kommt es bei über 30 % der Patientinnen und Patienten zu einem Wiederauftreten von Beschwerden. Diese hohe Rate kann mithilfe der magnetischen Separationstechnologie drastisch gesenkt werden.

2. Platz: NIMMSTA GmbH

Die NIMMSTA HS 50 ist eine Industrial Smart Watch, die eine Effizienzsteigerung von über 50 % bei zahlreichen intralogistischen Prozessen erreicht. Sie verbindet Smart Watch, Industrie-Scanner und E-Paper-Display in einem Device. Eingaben, Bestätigungen und Korrekturen werden unmittelbar getätigt und alle Daten kommen in Echtzeit im Warehouse Management System an.

3. Platz: Reverion GmbH

Reverion hat eine Technologie zur Stromerzeugung aus Biogas mit revolutionärem Wirkungsgrad, reversiblem Betriebsmodus (Power-to-Gas) und unerreichter Flexibilität entwickelt und patentiert. Mit einem Gründerteam, das in Summe mehr als 25 Jahre Erfahrung im Energiebereich mitbringt, erschließt Reverion neue Optimierungspotenziale im Biogasmarkt und läutet eine neue Ära der hochflexiblen, effizienten und dezentralen Energieversorgung ein.

Außerdem waren folgende Start-ups im Finale nominiert

2NA FISH aus München ermöglicht die einfache, kosteneffiziente und robuste Analyse der Genaktivität im räumlichen Kontext. Durch die Plattformtechnologie können erstmalig In-Vitro-Diagnostika zur Therapieentscheidung bei Krebserkrankungen entwickelt werden, welche Genaktivitätsmuster (RNA Expression) im räumlichen Gewebekontext quantifizieren.

Hyperdrives aus München entwickelt leistungsdichte und hochintegrierte elektrische Antriebssysteme. Schlüssel für die kompakten und effizienten E-Motoren ist die Kühlung – diese erfolgt direkt durch die Wicklung statt am Gehäuse.

Qlibri aus München baut und vertreibt ein neuartiges Mikroskop basierend auf einer Technologie aus der Quantenoptik. Forscher und Entwickler aus der Nano- und Quantentechnologie können so extrem kleine Objekte erstmals sichtbar machen.

sqior medical aus München entwickelt ein Smartphone-basiertes Assistenzsystem, das Klinikärzten Informationen bereitstellt, klinische Aufgaben vereinfacht und administrative Prozesse automatisiert. So kann bspw. die Kommunikation und Steuerung rund um den perioperativen Prozess automatisiert werden.

VESTIGAS aus Eggenfelden ermöglicht durch einen neu entwickelten Zertifizierungs-Algorithmus die digitale Verarbeitung von Lieferdokumenten in der Baustofflogistik, wodurch hohe Einsparungen für alle Prozessbeteiligten (Lieferanten, Spediteure und Bauunternehmen) entstehen.

GameChanger des Monats: green spin - tagesaktuelle Ernteprognosen

Der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Ausfall der Pflanzenöl- und Getreidelieferungen machen die Abhängigkeiten von global funktionierenden Lieferketten einmal mehr deutlich. Das Würzburger Start-up green spin hat eine bereits mehrfach ausgezeichnete KI-basierte Anwendung entwickelt, mit der tagesaktuelle Ernteprognosen für Anbaugebiete weltweit möglich sind. Mehr über unsere GameChanger des Monats im Interview mit Gründer und CEO Gunther Schorcht.

Wir haben die green spin GmbH als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr das Ziel verfolgt, Zusammenhänge und Grundlagen globaler Lieferketten abzubilden, um dadurch mehr Transparenz und Planungssicherheit im Landwirtschaftssektor zu ermöglichen. Wie bist du auf die Idee zu green spin gekommen?

Das war im Grunde genommen schon 2012. Wir haben damals an der Uni in Würzburg gearbeitet, am Lehrstuhl für Fernerkundung, und haben unter anderem Satellitendaten zum Thema Landwirtschaft ausgewertet. Das Großartige an diesen Daten ist ja, dass sie global zur Verfügung stehen und immer wieder mit gleicher Qualität Informationen bereitstellen. Da kam die Idee auf, aus dem kleinen Uni-Projekt eine globale Plattform zu bauen und die gewonnenen Einblicke zum Beispiel Getreidehändlern anzubieten.

Dazu kam die steigende Volatilität an den Getreidemärkten – gerade auch 2012 –, das bedeutet, dass der Preis für eine Tonne Weizen sich viel mehr als früher bewegt und Getreidehändler sich vermehrt um Informationen zum aktuellen Stand der Wachstumsbedingungen bemühten.

So entstanden die ersten Prototypen. Das Projekt musste dann aber den Bedürfnissen einer jungen Firma weichen: wir haben uns die nächsten Jahre durch konkrete Aufträge im Bereich Precision Farming (auf Deutsch Präzisionslandwirtschaft) einen Namen erarbeitet, bevor wir ab 2019 wieder an CROPTIFY, unserer globalen Informationsplattform, arbeiten konnten.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines GameChangers an?
Die Arbeit an Bildern, die im Weltraum aufgenommen werden und die Erdoberfläche jeden Tag abbilden, ist unglaublich spannend. Man kann im Prinzip jeden Tag woanders unterwegs sein und lernt sehr viel über Ursachen und Zusammenhänge im globalen Handel von Landwirtschaftsgütern. Diesen Enthusiasmus und die Möglichkeiten, die sich aus der Auswertung der Bilder ergeben, wollen wir mit unseren Plattformen den Menschen vermitteln. Gleichzeitig wollen wir auch deutlich machen, was es für die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln bei uns bedeutet, wenn z.B. in den Great Plains der USA eine langanhaltende Trockenperiode herrscht.


Was ist das Besondere an green spin? Inwieweit unterscheidet sich euer Portal bzw. die Software-Lösung CROPTIFY von anderen auf dem Markt befindlichen Lösungen?
Wir setzen bei unserem Produkt auf größtmögliche Transparenz. Wir erstellen z.B. mehrmals pro Woche automatisierte und damit objektive Vorhersagen für die kommende Ernte und stellen diese immer im Vergleich zu weiteren verfügbaren Schätzungen dar. Gleichzeitig kann sich jede*r ein Bild davon machen, warum aktuelle Schätzungen hoch oder runter gehen, indem sich die zugrundeliegenden Daten selbst angeschaut werden können. Diese Daten werden täglich aktualisiert, dadurch kann jede*r aktuelle Nachrichten zu potenziellen Risikofaktoren in allen Teilen der Welt verifizieren und sich ein genaues Bild zu den möglichen Auswirkungen machen. Diese Kombination von objektiven Daten und Schätzungen macht unser Produkt besonders. Dazu liefern wir die Daten in einer Form, die jede*r verstehen und lesen kann: als Karten, Tabellen oder Diagramme.

20 Mio. US-Dollar für Conversational-Commerce-Plattform Charles

Charles gibt den Abschluss einer Series-A Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Mio. US-Dollar bekannt, um Europas führende Conversational-Commerce-as-a-Service-Plattform zu werden.

Das in Berlin ansässige Start-up wurde 2020 vom ehemaligen McKinsey E-Commerce Lead Andreas Tussing und Artjem Weissbeck, dem ehemaligen Gründer und CEO von Kapten & Son, gegründet. Charles ist ein All-in-One-Betriebssystem, das alle aus dem eCommerce bekannten Funktionen in WhatsApp und andere Chat-Apps integriert.Es ermöglicht Unternehmen einen hoch personalisierten Verkauf von Produkten, das Versenden von Newslettern und das Bearbeiten von Kund*innenanfragen via Chat mit tiefer Systemintegration.

Das Pionieren von cCommerce

Charles wurde ursprünglich als Lösung für ein Problem ins Leben gerufen, das die beiden Gründer persönlich erlebten. Im Jahr 2019 starteten Artjem und Andreas zunächst eine WhatsApp-basierte Kleidermarke. Während die Kund*innen das nahtlose und persönliche Einkaufserlebnis schätzten, konnten die beiden keine Software finden, die Service-, Verkaufs- und Newsletter-Funktionen für Chat-Apps kombinierte. Daher beschlossen sie, ihr Geschäftsmodell zu ändern und die Software zu bauen, die sie sich selbst gewünscht hatten und damit allen Marken das Pionieren von cCommerce zu ermöglichen.

Den Handel wieder persönlicher gestalten

Co-Founder Artjem Weissbeck: “Von Anfang an war es unsere Mission den Handel wieder persönlicher zu gestalten, indem wir ihn in die menschlichste unserer Gewohnheit einbinden: die Konversation. Große Messaging-Apps wie WhatsApp haben in Lateinamerika und Asien bewiesen, dass sich der Verkauf von Produkten, Marketing und Kundenservice an einem einzigen Ort vereinen lassen - etwas, das klassischer eCommerce aufgrund der Zwangsehe zwischen Webshop und E-Mail nie geschafft hat. Nun erobert Commerce Europa und es gab nie eine bessere Möglichkeit für Unternehmen ihre Kunden mit Chat Apps zu begeistern.”

cCommerce als Geheimwaffe für viele Marken

Co-Founder Andreas Tussing fügt hinzu: “In den letzten zwei Jahren haben wir mit einigen unglaublich innovativen Marken Geschichte im europäischen cCommerce geschrieben. Auf diesem Weg ist Charles zu einem ernstzunehmenden Umsatztreiber gereift, der nun auch für Enterprise-Kunden geeignet ist. Wir sehen, dass cCommerce gerade in Zeiten der Rezession zu einer Geheimwaffe für viele Marken wird, die andernfalls einen hohen, kostspieligen Aufwand betreiben müssten, um neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden an Bord zu halten. Mit Salesforce Ventures haben wir den perfekten Partner gefunden, um in den kommenden Jahren unser riesiges Potenzial auszuschöpfen und wir freuen uns sehr, sie neben unseren bestehenden Investoren Accel und HV Capital begrüßen zu dürfen.”

Mit der neuen Finanzierungsrunde wird Charles sein Ziel, die führende Conversational-Commerce-Plattform für Marken und Unternehmen in ganz Europa zu werden, weiter forcieren. Angeführt wurde die Runde von Salesforce Ventures. Accel und HV Capital, die bereits die Seed-Runde des Unternehmens im Jahr 2021 anführten, beteiligen sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde.

Full-Service-eCommerce Plattformen

Sinnvolle Tools für mehr Erfolg im Online-Handel.

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie erlebt der Bereich eCommerce einen Bedeutungszuwachs, der Offline-Handel mit seinem Konzept stationärer Ladengeschäfte hingegen hat den Kampf um Marktanteile inzwischen so gut wie verloren. Immer mehr eCommerce-Brands suchen nach Möglichkeiten, ihre Performance weiter zu optimieren und setzen verstärkt auf die Tools sogenannter Full-Service-eCommerce Plattformen.

Prognosen sehen rapide Umsatzzuwächse im eCommerce

Durch den Fortschritt bei der Digitalisierung, den zunehmenden Grad an Automatisierung und auch aufgrund der Corona-Krise mit all ihren Beschränkungen konnte der Online-Handel in den letzten beiden Jahren enorme Umsatzzuwächse verzeichnen. Wurden im Jahr 2021 im B2C-eCommerce in Deutschland insgesamt 86,7 Milliarden Euro umgesetzt, was einer Steigerung um 19 Prozent zu 2020 entspricht, erwarten Experten für 2022 einen Gesamtumsatz von ca. 126,2 Milliarden Euro. Für 2025 prognostizieren sie etwa 168,5 Milliarden Euro. Auch hinsichtlich der Nutzerzahlen (ca. 68,4 Millionen), der sogenannten Penetrationsrate (81,9 Prozent) sowie dem Erlös pro Nutzer (etwa 1.880 Euro) sind die Prognosen für 2025 beeindruckend.

Solche Zahlen, aber auch der immer dichtere Wettbewerb und der komplexere eCommerce-Markt veranlassen immer mehr eCommerce-Brands dazu, nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen. Für sie stellt sich die Frage, wie sie sich noch erfolgreicher aufstellen, das eigene Brand noch mehr von Mitbewerbern abheben und ihren Kunden noch bessere Services bieten können. Genau hier setzen Full-Service-eCommerce Plattformen mit ihren Tools zur Kontrolle und Überwachung der wichtigsten Kennzahlen an.

Tools einer Full-Service-eCommerce Plattform unterstützen bei der Skalierung

Wer bereits über eine eCommerce-Brand verfügt, der steht in einem immer komplexer und größer werdenden Markt immensen Herausforderungen gegenüber. Es gilt nicht nur, die erarbeitete Marktposition zu halten, sondern sie im Idealfall noch zu verbessern. Zudem stellen Kundinnen und Kunden immer neue Anforderungen an die Website eines Online-Shops. Alles soll möglichst sicher sein (Stichwort Kundendaten), schnell gehen und dabei unkompliziert bleiben. Um die Anforderungen zu erfüllen, bieten Full-Service-eCommerce Plattformen wie das im Jahr 2016 gegründete Osnabrücker Start-up AMZSCALE verschiedene Tools, die ein eCommerce-Brand entweder einzeln nutzen oder im Rahmen eines Gesamtpakets verwenden kann.

Die Kosten und der Umsatz sind zwei wichtige Kennzahlen für jedes Unternehmen. Durch die Nutzung spezieller Tools lässt sich beispielsweise eine Senkung der Logistikkosten um 25 Prozent realisieren. Zudem können sie dabei helfen einen zusätzlichen Umsatz von bis zu 40 Prozent zu generieren, was vor allem durch eine Internationalisierung und die EU-Expansion funktioniert. Darüber hinaus sorgen Tools für die Verhinderung von “Out-of-Stock”-Produkten, wodurch sich der realisierte Profit um 20 Prozent steigern lässt.

Dashboards sorgen für Überwachung und Darstellung wichtiger KPI’s

Wer seine eCommerce-Brand erfolgreich am Markt behaupten und weiter erfolgreich wachsen möchte, der muss seine wichtigsten KPI’s (Key Performance Indicator) im Blick behalten, sie möglichst effizient steuern und bei Bedarf an neue Situationen anpassen. Full-Service-eCommerce Plattformen, beispielsweise AMZSCALE, bieten hier mittels technisch ausgereifter Dashboards die Möglichkeit, diese Leistungskennzahlen ständig zu überwachen, z B. die Anzahl der Orders, Produkt- und Werbungskosten (Product & Advertising costs), Erstattungskosten (Reimbursement costs), Kredite (credits) für Rabatte, defekte Produkte usw. oder Steuern (sales tax).

Die wichtigsten Tools einer Full-Service-eCommerce Plattform sind neben dem eben genannten Profit-Dashboard auch Tools für PPC-Management, Order-Management, Rückerstattungen, Logistik, Compliance-Check und Qualitätsmanagement. Auch ein OEM-Zugang für die automatische Erstellung von Komplementärprodukten zum Zweck der Portfolio-Erweiterung und Produktdiversifizierung steht zur Verfügung.

Anhand dieser Tools und den durch sie gewonnenen Kennzahlen lassen sich sämtliche Geschäftsabläufe nicht nur kontrollieren. Man kann auch gegensteuern, sobald einzelne Kennzahlen vom Standard abweichen und so nahende oder schon vorhandene Problemstellungen signalisieren. Die Unterstützung durch einzelne Tools oder sogar ein Gesamtpaket einer Full-Service-eCommerce Plattform ist vor allem für Start-ups eine Lösung, denn sie sind mit ihrer Brand noch neu am Markt, was zu hausgemachten Fehlern und daraus resultierenden Problemen hinsichtlich der erfolgreichen Entwicklung und Platzierung der Marke führen kann.

Fressnapf Innovation Award 2022

Start-ups aufgepasst: Die Fressnapf Gruppe sucht die besten Produkte & Services fürs Haustier und vergibt dazu den „Innovation Award“. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Juli 2022.

Die Fressnapf Gruppe – europäischer Marktführer für Heimtierbedarf – sucht die besten Innovationen im Haustiermarkt. Der ausgelobte „Fressnapf Innovation Award“ richtet sich dabei sowohl an junge Start-up-Unternehmen als auch an etablierte Unternehmen bzw. Hersteller*innen mit innovativen Produkten oder Services für Mensch und Haustier.

Bis zum 31. Juli 2022 können Unternehmen sich über eine eigens geschaltete Website bewerben.

Den Gewinner*innen winken neben der Auszeichnung Beratungs- & Medialeistungen im Wert von mehr als EUR 50.000 sowie eine Integration in das Fressnapf Ökosystem rund ums Haustier.

Die Fressnapf-Gruppe steht inmitten des bedeutendsten, größten und kostenintensivsten Transformationsprozesses der Unternehmensgeschichte – mit der Schaffung des Fressnapf Ökosystems entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Händler und Versorger hin zum Umsorger. Das Ökosystem soll die Fressnapf Gruppe zum bevorzugten und besten Partner für alle Heimtierhalter*innen machen und neben dem klassischem Warengeschäft insbesondere auch mit Services und Dienstleistungen auf allen Kanälen punkten.

Eine Jury, bestehend aus dem Fressnapf Top-Management und Expert*innen, wird die Bewerbungen anhand verschiedener Kriterien wie dem Innovationsgrad, Marktpotenzial und Kund*innenmehrwert bewerten und am Ende in jeder Kategorie einen Award vergeben. Die Preisverleihung ist für Oktober 2022 geplant.

Interessierte können sich bis zum 31. Juli hier online bewerben.

Der klassische Zollstock ist überholt

Der altbekannte Meterstab ist ein Paradebeispiel dafür, wie Digitalisierung und Innovationskraft zu Arbeitserleichterung und mehr Effizienz im Unternehmen führen können.

Viele Jahre lang war der klassische Zollstock das Werkzeug Nummer eins für jeden Handwerker, um Maße zu ermitteln. Doch die Zeiten haben sich geändert und der digitale Zollstock hat die klassische Variante abgelöst. Die Laserdistanzmessung ist von den Baustellen nicht mehr wegzudenken, und auch Softwarelösungen und Apps erleichtern die Arbeit ungemein. Der klassische Zollstock wird nicht mehr gebraucht – es ist höchste Zeit, sich zu verändern! Wie Sie Aufmaß-Herausforderungen meistern und wie die Arbeitserleichterung mittels digitaler Maßerfassung funktioniert, behandelt dieser Artikel.

Aufmaß per Zollstock: Zeitaufwand und Genauigkeit auf dem Prüfstand

Aufmaße sind ein wesentlicher Bestandteil eines jeden Bauprojekts. Ganz klassisch mittels Zollstock Aufmaß zu nehmen, erfordert Übung. Doch auch dann sind Fehler nicht gänzlich zu vermeiden. Darüber hinaus ist es zeitaufwändig, mit Zollstock, Zettel und Stift auf einer Leiter stehend zu hantieren. Außerdem können bei der Bestellung von Material auf der Grundlage eines falschen Aufmaßes spätere Fehler auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass es bei der Vermessung von Bauprojekten nicht nur darum geht, genaue Zahlen zu erhalten. Darüber hinaus hat das Aufmaß auch eine rechtliche Komponente, denn es bildet die Grundlage für die Abrechnung der erbrachten Leistungen. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) gibt an, wie beim Aufmaß vorgegangen werden muss und wo Abzüge für z.B. Nischen, Ecken oder Fenster nötig sind. Daher ist es wichtig, dass Baufachleute die VOB genau kennen, um spätere rechtliche Probleme zu vermeiden. Bei der Abrechnung nach Flächenmaß sind beispielsweise Öffnungen bis 2,5 m² zu übermessen und ab 2,5 m² abzuziehen.

Wird zur Ermittlung der erforderlichen Maße der klassische Zollstock herangezogen, bedeutet das, dass jede Öffnung, Nische etc. einzeln von Hand ausgemessen werden muss, um ein VOB-konformes Aufmaß zu erstellen. Die Einhaltung der VOB erhöht also den Aufwand beim Aufmessen per Zollstock, ist aber gleichzeitig die Grundlage, zur ordnungsgemäßen Abrechnung der erbrachten Leistungen.

Zu guter Letzt muss der Handwerker die händisch erfassten Daten im Büro ins Angebot übertragen. Dies birgt das Risiko von Übertragungsfehlern, ganz zu schweigen vom Verlust des Notizzettels.

Mit Aufmaß-Software schneller und effizienter arbeiten

In der heutigen Zeit muss kein Handwerker mehr mit dem Zollstock aufmessen. Stattdessen setzen viele Unternehmen im Handwerk bereits moderne Handwerkersoftware und digitale Aufmaßlösungen ein – vom kleinen Ein-Mann-Betrieb über mittlere bis hin zu großen Handwerksbetrieben. Die Vorteile sind für alle gleich: Fehleranfälligkeit und Zeitaufwand reduzieren sich und Angebote sind schnell erstellt.

Bestandteil moderner Softwarelösungen ist immer auch eine App. Heutzutage hat der Handwerker eine Aufmaß-App auf seinem Smartphone, das er mit einem digitalen Lasermessgerät verbindet. So überträgt das Lasermessgerät die Daten automatisch in die App, die die Daten wiederum an die Software im Büro gibt. Die Erstellung des Angebots erfordert dann nur noch wenige Klicks.

Auch Fotos können als Grundlage für ein Aufmaß genutzt werden: Ein einfaches Foto der aufzumessenden Fläche, z.B. einer Fassade, reicht schon. Der Handwerker lädt das Foto in die Software, markiert die betreffenden Flächen, spart Fenster aus – und das Aufmaß ist fertig.

Wenn bereits Messdaten, z.B. vom Architekten oder Bauherrn, vorliegen, können diese direkt in die Software eingetragen und als Grundlage für ein Angebot verwendet werden. Ebenso kann ein digitalisierter Grundriss direkt in die Software geladen und auf dieser Grundlage ein Angebot erstellt werden. In beiden Szenarien wird nachweislich Zeit gespart, da An- und Abfahrt zum Kunden entfallen und nicht händisch Aufmaß genommen wird. Die automatische Datenübermittlung verringert auch die Fehlerquote.

Dass die VOB Anwendung findet, ist dabei selbstverständlich. Moderne Aufmaß-Software berücksichtigt sie von ganz allein. Was hinzugefügt oder abgezogen werden muss und was übermessen ist, wird gesondert ausgewiesen.

Arbeitgebenden-Attraktivität: Auch der Gen Z geht’s ums Geld, nicht ums Klima

Start-ups aufgepasst: Was erwartet sich die Generation Z von Arbeitgebenden? In einer Umfrage wurden dazu mehr als 30.000 junge Menschen befragt.

Die Arbeitslosigkeit ist aktuell trotz Krisenstimmung niedrig. Der Fachkräftemangel wird von Unternehmen in Umfragen als eines der drängendsten, wenn nicht das drängendste Problem genannt. Und Expert*innen sprechen immer häufiger von einem Wandel vom Arbeitgeber*innen- zum Arbeitnehmer*innen-Markt. Sprich: Jobsuchende sind aktuell in einer guten Position und können Forderungen stellen. Entsprechend sind Unternehmen bemüht, die Arbeitgebenden-Attraktivität zu stärken.

Was macht für die Generation Z Arbeitgebenden-Attraktivität aus?

Worum es hierbei speziell Bewerber*innen aus der Generation Z geht, wollte nun whatchado in einer Studie herausfinden, für die insgesamt mehr als 30.000 Schüler*innen, Auszubildende, Studierende und junge Menschen mit Berufserfahrung im DACH-Raum von Mitte April bis Anfang Juni befragt wurden. Zumindest ein Teilergebnis ist dabei wohl doch für viele überraschend: Fridays for Future hin oder her – Klimaschutz im Unternehmen spielt für junge Bewerber*innen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Aufgabengebiet noch wichtiger als Gehalt, Klimaschutz ist vielen egal

Ganz oben auf der Prioritätenliste in der Arbeitgebenden-Attraktivität steht laut der Umfrage das im Job zu erwartende Aufgabengebiet, das von 91 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig für die Job-Entscheidung genannt wird. Auf Platz zwei folgt das Gehalt mit 84 Prozent. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter*innen stehen mit 74 Prozent hoch im Kurs (für Studierende ist dieser Punkt sogar wichtiger als das Gehalt). Das betriebliche Engagement des Unternehmens gegen den Klimaschutz ist dagegen nur für 30 Prozent der Befragten entscheidend – noch hinter der Möglichkeit für Home Office, die mit 40 Prozent ebenfalls weniger wichtig ist, als vielleicht erwartet.

Wechselbereitschaft: Mehr Geld für viele ausschlaggebend

Abgefragt wurde auch die Wechselbereitschaft. Für 68 Prozent wäre laut Umfrage ein besseres Angebot bezogen auf Gehalt oder Benefits für einen Jobwechsel ausschlaggebend. 63 Prozent geben an, sie würden den Arbeitgebenden wechseln, wenn sich ihre Tätigkeiten anders gestalten, als erwartet. Für Studierende und Berufserfahrene ist dieses Kriterium mit 77 Prozent bzw. 72 Prozent sogar noch wichtiger als ein attraktiveres Gehaltsangebot. Unter den Berufserfahrenen sind zudem für 62 Prozent zu wenig Wertschätzung und für 69 Prozent ein schlechtes Verhältnis zum bzw. zur Vorgesetzten für einen Wechsel sehr relevant.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

Infos und Tipps zum Verkauf von Gewerbeimmobilien

Was erfolgreiche Start-ups in der Expansionsphase beim Verkauf ihrer (zu klein gewordenen) Gewerbeimmobilie beachten sollten.

In erfolgreichen Start-ups ist es keine Seltenheit, dass schon wenige Jahre nach der Gründung der Umzug in ein größeres Büro ansteht. Neben den eigentlichen Umzugsarbeiten muss dabei auch der Verkauf der zu klein gewordenen Gewerbeimmobilie organisiert werden, wenn diese sich im Eigentum des Unternehmens befindet.

Verkauf von Gewerbeimmobilien im Überblick

  • Ein Objekt gilt laut Steuerrecht als Gewerbeimmobilie, wenn es mindestens zu 80 Prozent gewerblich genutzt wird.
  • Die Wertermittlung bei einem Gewerbeobjekt erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens, das auf dem Bodenwert und dem Gebäudeertragswert basiert.
  • Um kostspielige Fehler zu vermeiden und schnell einen passenden Käufer zu finden, ist es empfehlenswert, einen Gewerbemakler zu beauftragen.

Ist das Objekt eine gewerbliche Immobilie?

Das Steuerrecht (§ 181 Abs. 6 BewG) definiert Gewerbeimmobilien als Immobilien, deren Verhältnis aus Nutz- und Gewerbefläche eine überwiegend gewerbliche Nutzung (mindestens 80 %) vorsieht und die kein Teileigentum sind. Die Unterscheidung zwischen Gewerbe- und selbstgenutzten Wohnimmobilien ist besonders aus Gründen der Bewertung und der Besteuerung wichtig.

Typen von Gewerbeimmobilien

In Deutschland unterscheidet man zwischen folgenden Typen von Gewerbeimmobilien:

  • Büroimmobilien – Büroräume, die die Verwaltung eines Unternehmens (z.B. Buchhaltung, Personalabteilung …) nutzt.
  • Produktionsimmobilien – Gebäude, die der Produktion von Waren dienen. Meist handelt es sich dabei um Hallen mit einem Stockwerk.
  • Freizeitimmobilien – Gebäude für Freizeitaktivitäten wie Golfanlagen, Bootshäuser usw.
  • Handelsimmobilien – Einkaufszentren, Ladengeschäfte, Supermärkte und andere Objekte, in denen gehandelt wird.
  • Logistikimmobilien – Objekte, in denen Waren (Endprodukte und Zwischenprodukte) gelagert und verteilt werden.
  • Spezialgewerbeimmobilien – Spezielle Objekte wie Kraftwerke und Flughäfen, die nicht in die übrigen Kategorien passen.

Gewerbeimmobilien richtig verkaufen

In der Regel werden Gewerbeimmobilien in Zusammenarbeit mit einem Gewerbemakler verkauft. Dieser hilft dem Eigentümer mit seinem Fachwissen bei den folgenden Teilschritten.

Die Marktanalyse

Die Marktanalyse ist essenziell für den Verkauf einer Gewerbeimmobilie. Dabei haben folgende Fragen eine grundlegende Bedeutung:

  • Welche Käufer könnte das Objekt interessieren?
  • Welche Arten von Gewerbe passen zur Immobilie?
  • Welcher Teilmarkt sollte speziell angesprochen werden?
  • Unterliegt der Teilmarkt saisonalen oder konjunkturellen Schwankungen?
  • Spricht die vorhandene Ausstattung des Objekts spezielle Gewerbe an?
  • Existieren Probleme, die potenzielle Käufer oder Investoren abschrecken könnten?

Die Wertermittlung

Die Wertermittlung sollte stets mithilfe eines professionellen Wertgutachtens erfolgen. Der Verkäufer erhält dadurch alle nötigen Informationen, um einen angemessenen Preis für seine Gewerbeimmobilie festzulegen. Besonders bei teureren Objekten sind verfügen auch die Käufer über Informationen zur aktuellen Marktlage und zum Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Um gut in die Verhandlungen zu starten, ist es aus Käufersicht deshalb essenziell, den realistischen Verkaufspreis zu kennen. Weil Gewerbeobjekte oft als Kapitalanlage dienen, mit der eine gute Rendite erwirtschaftet werden soll, erfolgt die Wertermittlung meist mit dem Ertragswertverfahren.

Unterlagen für den Verkauf

Zudem sollte der Verkäufer neben dem Wertgutachten Interessenten möglichst umfassende Informationen zur Verfügung stellen. Bei Gewerbeobjekten sind die folgenden Dokumente wichtig:

  • Lageplan und Flurkartenauszug
  • Grundbuchauszug, der alle Belastungen und Rechte Dritter am Objekt zeigt
  • Kubaturberechnung
  • Nutzflächenberechnung
  • Bebauungsplan
  • Baupläne (Maßstab 1:100) und Werkpläne (Maßstab 1:50)
  • Auszug aus dem Baulastenverzeichnis
  • Belege zu Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten der letzten Jahre
  • Baubeschreibungen (besonders zu Umbauten)
  • Betriebskostenaufstellung und Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre
  • Mietverträge der letzten Jahre
  • Energieausweis des Gebäudes

Ein Großteil der Dokumente kann beim Bauordnungsamt bezogen werden. Gewerbemakler helfen gern bei der Beschaffung und der Zusammenstellung der Unterlagen.

Preisbildungsfaktoren bei einer Gewerbeimmobilie

Der Wert einer Gewerbeimmobilie hängt von unterschiedlichen Preisbildungsfaktoren ab. Diese unterscheiden sich in Abhängigkeit vom Gewerbeteilmarkt teilweise stark voneinander. Es ist deshalb empfehlenswert, die Wertermittlung durch einen Immobilienexperten durchführen zu lassen.

In der Regel kommt bei Gewerbeimmobilien das sogenannte Ertragswertverfahren zum Einsatz. Die Preisbestimmung erfolgt bei diesem Verfahren anhand des Bodenwertes und des Gebäudeertragswerts, der sich primär aus den Mieteinnahmen und den Bewirtschaftungskosten zusammensetzt. Außerdem spielen folgende Kaufpreisfaktoren eine entscheidende Rolle:

  • Zustand – Ein guter Zustand, bei dem in den kommenden Jahren eher geringe Instandhaltungs- und Renovierungskosten anstehen, kann den Wert einer Gewerbeimmobilie deutlich erhöhen.
  • Lage – Die Lage und die Infrastruktur einer Gewerbeimmobilie beeinflussen deren Wert stark. Besonders Objekte in Großstädten oder deren unmittelbarer Nähe mit einer guten Verkehrsanbindung finden oft schnell einen zahlungskräftigen Käufer.
  • Vermietet oder unvermietet – Bei Gewerbeimmobilien erzielen vermietete Objekte meist einen höheren Wert, weil der Käufer dadurch eine finanzielle Sicherheit hat. Bei einem Leerstand stellt sich daher die Frage, warum und wie lange dieser bereits besteht und wie gut das Objekt, nachdem Kauf vermietet werden kann.
  • Mieteinnahmen – Bei vermieteten Gewerbeimmobilien ist neben der Höhe der Mieteinnahmen auch deren Ausfallsicherheit essenziell. Objekte, mit solventen Mietern, marktüblichen Miete und noch lange laufenden Mietverträgen erzielen die höchsten Preise.

Fazit zum Verkauf einer Gewerbeimmobilie

Der Verkauf einer Gewerbeimmobilie ist deutlich aufwendiger als bei einer Privatimmobilie. Der gesamte Prozess sollte deshalb durch einen spezialisierten Gewerbemakler betreut werden. Start-ups und andere unerfahrene Verkäufer können dadurch kostspielige Fehler vermeiden und einen marktüblichen Preis erzielen. Zudem können Immobilienmakler durch ihr großes Netzwerk aus Unternehmen und Investoren meist schnell einen passenden Käufer für die Gewerbeimmobilie finden.

Headless Shopsysteme im E-Commerce

E-Commerce findet schon lange nicht mehr ausschließlich am Desktop-PC statt. Viele Shopsysteme sind weiterhin ausschließlich für den Desktop-PC ausgerichtet. Die neuen Headless Shopsysteme sollen hier Abhilfe schaffen und bringen einige Innovationen mit.

Ein kopfloses Shopsystem, so die deutsche Übersetzung, klingt im ersten Moment etwas beunruhigend. Wer sich genauer mit dem Thema befasst, merkt jedoch schnell, dass es sich um ein spannendes Thema handelt. Der Begriff "Headless" ist in der Welt der IT allgegenwärtig und beschreibt eine Anwendung, bei der Front- und Backend voneinander losgelöst sind. Headless Shopsysteme und CMS, wie TYPO3 und NEOS, beruhen auf dieser Technologie.

Die Funktionsweise eines Headless Shopsystems

Herkömmliche Shopsysteme kommen mit einem Front- und einem Backend daher. Wenn der Betreiber eine der beiden Komponenten anpasst, wird die andere ebenfalls verändert. Genau diesen Umstand gibt es bei einem Headless Shopsystem nicht.

Hier gibt es kein großes Komplettpaket, sondern viele kleine Softwarepakete für unterschiedliche Zwecke. Es gibt festgelegte Schnittstellen, die eine Kommunikation der einzelnen Komponenten miteinander ermöglichen.

Sollte sich beispielsweise im Backend ein Prozess ändern, bleibt das Frontend unangetastet. Die Flexibilität der Headless Shopsysteme ist somit wesentlich größer als die der bisher bekannten Lösungen.

Der Unterschied zwischen Headless Shopsystemen und Traditionellen

Ein traditionelles Shopsystem ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Front- und Backend sowie die entsprechende Verbindung der beiden. Das komplette System stammt in der Regel aus der Feder eines Unternehmens. Dies stellt bei der Implementierung neuer Programmteile oft Probleme und hohe Aufwände dar, weil die neuen Features im Front- und im Backend reibungslos funktionieren müssen.

Eine Lösung für das Problem bieten die Headless Shopsysteme. Es können Komponenten wie beispielsweise die Suche, das Bezahlen und die Datenbank für die Produkte von verschiedenen Herstellern eingebunden werden, weil sie sich über Schnittstellen verbinden lassen. Ein Shopbetreiber kann somit schnell und unkompliziert neue Features einbauen und für eine größere Kundenzufriedenheit sorgen. Am Backend müssen dabei keine Anpassungen vorgenommen werden.

Vorteile eines Headless Shopsystems

Die Funktion und die Technik der Headless Shopsysteme sind jetzt klar. Doch welche Vorteile bieten die Systeme?

  • Flexibilität: Front- und Backend sind nicht mehr voneinander abhängig. Die Betreiber können aus beiden Systemen das Beste herausholen, ohne dass das jeweils Andere darunter leiden muss.
  • Erreichbarkeit: Die Menschen nutzen nicht nur den Desktop-PC, um ins Internet zu gehen, sondern auch Smartphones und Sprachassistenten. Durch das Internet der DInge und soziale Netzwerke eröffnen sich neue Wege. Mit einem Headless Shopsystem können Kunden auf vielen verschiedenen Plattformen erreicht werden, aber es ist nur ein System notwendig.
  • Geschwindigkeit: Durch das Internet und die vielen Anbieter wird die Welt immer schneller. Durch ein Headless Shopsystem können Online-Shops hier mitgehen und auf die schnellen Veränderungen reagieren.
  • Neuerungen: In traditionellen Shopsystemen ist es schwierig, neue Vertriebskanäle einzubinden und entsprechend zu gestalten. In einem Headless Shopsystem muss nur ein kleiner Teil des Gesamtsystems angepasst werden und schon ist das neue Feature integriert.

Der Hype um die Headless Shopsysteme

Das erste Headless Shopsystem wurde vor etwa zwei Jahren vorgestellt. Seitdem ist die gesamte Branche auf das Thema aufmerksam geworden. Der Online-Handel ist immer im Wandel, es ergeben sich ständig neue Vertriebskanäle und die Kunden möchten immer bessere Lösungen. Letztendlich bietet die Headless-Architektur genau die entsprechenden Möglichkeiten, um diesem Trend gerecht zu werden und Betreibern einen Vorteil zu gewähren.

Fazit: Die Zukunft der Shops liegt in den Headless Shopsystemen

Bei Software wird im Normalfall immer eine All-in-one-Lösung bevorzugt. Es muss lediglich ein Programm installiert werden und es gibt keine Schnittstellen, welche ein Fehlerpotential bieten. Bei Shopsystemen verändern sich die Umwelt und die Bedürfnisse jedoch in einem rasanten Tempo und die Betreiber der Shopsysteme müssen ebenso schnell reagieren, damit sie weiterhin gute Geschäfte machen. Das kann nur ein Headless Shopsystem leisten.

Ein herkömmliches System bietet keine Möglichkeiten, um flexibel auf die Veränderungen reagieren zu können. Die Flexibilität können Betreiber erreichen, indem sie auf ein Headless Shopsystem setzen. Es können beliebig viele unterschiedliche Komponenten ausgewählt werden und schnell über die Schnittstellen verbunden werden. Testmaßnahmen und Integration der neuen Komponenten gehen schnell von der Hand.

Traditionelle Shopsysteme haben längst nicht ausgedient. Ein traditionelles Shopsystem kann die Lösung sein, wenn die Oberfläche nicht besonders aufwendig gestaltet werden muss und nicht mit vielen Veränderungen zu rechnen ist. Große Unternehmen mit einem großen Onlineshop müssen flexibel reagieren können und werden daher vermehrt auf Headless Shopsysteme setzen.

Cybercrime: Was Gründer*innen wissen müssen und tun sollten

So können sich Start-ups gegen die digitale Gefahr schützen.

Wann immer sich in der Weltgeschichte ein neues Themenfeld auftat, machten sich Kriminelle bereits frühzeitig daran, es für sich zu entdecken und sich anzupassen. Unsere moderne digitale (Geschäfts-)Welt stellt hierbei keine Ausnahme dar. Schon, als das Internet lediglich eine Idee war und es nur firmen- und regierungsinterne Netzwerke gab, drangen bereits Personen illegal ein – sei es aus Vergnügen, krimineller Energie oder als Handlangertätigkeit großer Geheimdienste.

Doch nicht zuletzt aufgrund der mittlerweile extremen Bedeutung des Digitalen für sämtliche Lebens- und Wirtschaftsbereiche und äußerst vielfältiger Angriffsvektoren können viele Kriminelle heute so trickreich vorgehen, dass selbst Sicherheitsexperten Mühe haben, den ständig neuen Maschen zu folgen. Gründer*innen haben es diesbezüglich besonders schwer – dürfen aber keine Nachlässigkeit zeigen, denn es geht buchstäblich um alles.

1. Cybercrime: Ein Blick auf den Stand der Dinge

Cybercrime ist einer jener Dachbegriffe, unter denen sich viele Ausprägungen verbergen. Das BKA als in Deutschland wichtigste damit befasste Strafverfolgungsbehörde definiert diese Kriminalität folgendermaßen:

  • Cybercrime im engeren Sinne (Straftaten, die sich gegen das Internet, Datennetze, informationstechnische Systeme oder deren Daten richten) und
  • Cybercrime im weiteren Sinne (Straftaten, die mittels Informationstechnik begangen werden)“

Verschiedene Thinktanks schätzen den weltweiten Schaden durch Cybercrime im Jahr 2021 auf 6 Billionen (Trillion) US-Dollar. Zum Vergleich: Der gesamte weltweite Handel mit illegalen Drogen wird auf einen Marktwert von ungefähr 400 Milliarden Dollar geschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands liegt bei 3,8 Billionen, dasjenige der USA bei 20,9.

Wann immer also digitale Informationstechnik irgendwie in eine Straftat involviert ist, spricht man bereits von Cybercrime. Daher ist das Eindringen in ein Firmennetzwerk zum Zweck des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen ebenso Cybercrime wie etwa der Betrieb einer Darknet-Plattform, um illegale physische Güter zu verkaufen.

Dazu einige Zahlen, die verdeutlichen, wie dramatisch die Lage heutzutage aussieht.

2007 gab es in Deutschland lediglich 34.180 polizeilich erfasste Fälle von Cybercrime im engeren Sinn; 2021 war die Zahl auf 124.137 angeschwollen. Im selben Jahr betrug die Aufklärungsquote keine 30 Prozent – bei Mord waren es 94,2 Prozent. Zwischen 2019 und 2021 stieg die Zahl von Angriffen hierzulande um ganze 358 Prozent an; Grund dafür war unter anderem die im Zuge der Pandemie stark gestiegene Bedeutung des Home-Office. 86 Prozent aller Unternehmen vermeldeten Schäden mit einer Rekordsumme von 223 Milliarden Euro – wie gesagt, nur in Deutschland und nur auf Unternehmen bezogen. Was die Opferzahlen anbelangt, gehen die Werte weltweit ebenfalls in die Millionen. Indien, als Rekordhalter, vermeldete für 2021 133,5 Millionen Personen, die Opfer von Cybercrime wurden. In den USA waren es 117,9 Millionen, in Brasilien 71,1 und in Deutschland immerhin 17,7 – bei einer Bevölkerung von zirka 83 Millionen.