Gründer*in der Woche: yoona.ai – für eine nachhaltige und effizientere Modeindustrie

Gründer der Woche 22/21


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Sie ist Designerin, Internet-Pionierin und Tech-Trendsetterin. Mit yoona.ai hat Anna Franziska Michel eine KI-basierte Softwarelösung zur Digitalisierung und Automatisierung von Designprozessen in der Fashion-Industrie entwickelt. Mehr dazu im Interview mit der Gründerin.

Yoona.ai wurde 2020 in Berlin gegründet. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich bin selbst studierte Mode-Designerin und hatte mein eigenes Label. Während dieser Zeit ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass meine Arbeit ineffizient ist – und dass Konsumenten den langen Prozess im Design nicht anerkennen, da er für Außenstehende nur schwer nachzuvollziehen ist.

Irgendwann erschien es mir sinnlos, einfach noch mehr und mehr Kleidung zu produzieren. Wozu auch? 100 Billionen Tonnen Kleidungsstücke werden weltweit pro Jahr sowie so schon auf den Markt geworfen! Und Konsumenten werfen ihre Kleidung oft schon nach kurzer Zeit einfach weg. Das macht noch einmal 4,3 Milliarden Tonnen „Modeabfall“ weltweit pro Jahr. Das ist das absolute Gegenteil von Nachhaltigkeit! Wie also könnte die Lösung aussehen? Die Antwort war für mich: Durch gezieltes und effizientes am Kunden orientierte Design, denn Produkte werden vielfach nicht mehr wertgeschätzt. Und genau das wollte ich ändern.

Welche Vision steckt hinter deinem Unternehmen?

Yoona.ai versteht sich als Disruptor und Innovator im Produktdesignprozess. Wir sind die Zukunft der Modeindustrie, die genau jetzt stattfindet. Das heißt, unsere Vision ist es, den Designprozess komplett zu digitalisieren und damit die Produktentwicklung und -produktion für so wichtige Marktteilnehmer wie S. Oliver, Adidas, Gerry Weber, Tom Tailor und sogar Nike zu revolutionieren. Wir entwickeln bereits Projekte mit PUMA und VAUDE. Wir glauben, dass die Modeindustrie in höchstem Maße digitalisiert werden sollte, um sie auf einen besseren, einen „grüneren“ Weg zu schicken – und yoona hat das Potenzial, die Lösung für jede Stufe dieser Wertschöpfungskette zu liefern.

Yoona.ai wird die digitale End-to-End-Lösung für die globale Design-Industrie werden, die in der Zukunft genutzt wird. Wir ebnen den Weg für eine kompromisslos nachhaltige und effizientere Modeindustrie und schließen damit die Lücke zwischen ökonomischen und nachhaltigen Zielen der Branche.

Wer ist die Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe sind Firmen der Modebranche. Das können sowohl Mode-Unternehmen als auch Produktionsfirmen sein. Natürlich soll aber irgendwann jeder Designer die Möglichkeit haben, mit der Software zu arbeiten. Im Tool selbst können mehrere Personen eines Unternehmens agieren, wobei das nicht nur der Designer sein muss, sondern die KI kann vom Merchandiser bis hin zum Geschäftsführer genutzt werden, um zu sehen, welche Designs verkauft werden sollten, um einen höheren Umsatz zu erzielen. Denn Yoona lernt auch, welche Farben, Formen oder Designs beim Kunden besonders gut ankommen. Sprich: Produziert wird, was der Kunde will!

Aktuell entwickeln wir yoona.ai für einige große internationale Mode-Marken. Aber die Software ist skalierbar, so dass wir, nachdem wir die Fashion-Industrie erobert haben, planen, in die Bereiche Möbel, Automobil, FMCG und Verpackung zu wechseln. In der Tat kann jede Branche, die Design produziert, unsere Lösung nutzen.

Wie genau funktioniert yoona.ai?

Die Nutzung von yoona.ai ist einfach und intuitiv. Benutzer erstellen ein Profil in der heruntergeladenen App, laden verschiedene Designdaten wie Performance-Analysen, Bilder, technische Zeichnungen, Trends, Inspirationen, Moodboards usw. hoch – den Rest erledigt die Technik. Neuronale Netze analysieren alle Eingabe-, und bei Wunsch auch Trenddaten, was zu einer einzigartigen Bildausgabe führt. Diese Designs können dann direkt gespeichert werden. Es stehen digitale Design-Assistenten zur Verfügung – wie z.B. ein Farb-Assistent, ein Silhouetten-Assistent oder ein Grafik-Assistent. Da im Design Bildsprache wichtig ist, können Design-Entwürfe auch mit einem Klick in ein 3D-Design umgewandelt und in einer Augmented Reality begutachtet werden.

Yoona.ai kann aber auch noch anders genutzt werden: z.B. ist es auch möglich, sie einfach als Infotool zu sehen, welches direkt die von den Kunden gewünschten Designs für das Unternehmen vorschlägt. Denn durch die Verbindung von unternehmenseigenen Performance- und Trend-Daten mit den visuellen Design-Daten ist es möglich, einen Eindruck davon zu bekommen, was für die nächste Kollektion entworfen werden könnte, welche Farben für das Unternehmen erfolgreich sein werden oder welche Druck-Designs man nutzen sollte, um kunden- und erfolgsorientierte Designs zu erstellen.

Was unterscheidet dich von deinem Wettbewerb?

Unser Tool wurde von mir als Designerin für Designer*innen entwickelt. Darum versteht es die Schwierigkeiten im Kreationsprozess und bietet eine kuratierte Lösung an. So hilft yoona.ai Unternehmen, bis zu 80 Prozent der Zeit in der Entwurfs- und Kollektionsentwicklungsphase zu sparen und entsprechend die Kosten zu senken und Wegwerfprodukte oder eine Überproduktion zu vermeiden. Das alles funktioniert, weil wir die neuesten Technologien wie neuronale Netzwerke, 3D- und Augmented Reality in unsere Design-Software integriert haben. Das heißt, die Nutzer*innen können ihr Design erstellen, es in 3D-Bilder umwandeln und mit Augmented Reality projizieren. Es gibt keine vergleichbare End-to-End-Lösung auf der Welt!

Wer hat dich beim Unternehmsauf- und ausbau beraten bzw. unterstützt?

Ich habe viele tolle Menschen um mich herum. Zu meinen Beratern gehören Alexander Gedat (ehem. CEO Marc O´Polo), Martin Kronbügel (Creative Director PUMA), Daniel Manzke (former CTO Delivery Hero), Katia Yakovleva (Spotify), Tanja Bogumil (ehem. Kisura), Ben Gebien (Saatchi & Saatchi), Mohamed Omaizat (Senior Vice President Rocket Internet) und Ashish Kumar Mittal (Head of Product Management N26).

Was sind deine unternehmerischen Pläne – wo siehst du dich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehe ich yoona.ai als globalen Marktführer für digitales KI-basiertes Produktdesign. Yoona.ai wird für Design Optimierung stehen. Wie schon gesagt können wir uns auch vorstellen, in noch andere Design-Bereiche zu skalieren. Wir werden den Modeunternehmen ausreichend digitale Design-Assistenten zur Verfügung stellen können, die die Unternehmen in allen Designbereichen unterstützen können. Heute sind wir eine Innovation, doch in fünf Jahren wird die Arbeit mit yoona.ai zur Normalität gehören. Yoona.ai ist schon jetzt die Zukunft.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründer*innen aus eigener Erfahrung?

Um diese Frage zu beantworten, sage ich meistens: Never give up! Keep going! Heute, nach gefühlter Lösung von einer Millionen Challenges und 333 Meetings, würde ich sagen: Vergiss niemals dir auch Erholungsphasen einzuräumen! Allgemein rate ich: Denke positiv, gut gelaunt und lösungsorientiert! Habe keine Angst vor Iterationen! Gib nicht auf – der Weg ist steinig, aber Steine braucht man, um neue Wege zu bauen! Behalte immer deine Vision im Auge, damit du dich nicht in Kleinigkeiten verlierst!

Und ich kann hier eigentlich nur mit den Worten von Anna Wintour enden, die für mich immer eine große Inspiration war: „You are leading! Not following! You are driven by your heart, you are driven by your talent, you are driven by your instinct! And if you start to questioning and look what people are doing on the left of you or on the right of you, you will lose that clarity of thought! Own your decisions! Own who you are!“

Hier geht’s zu yoona.ai

Tech-Start-up Enmacc erhält zweistelligen Millionenbetrag

Das Münchner Tech-Start-up Enmacc erhält im Rahmen seiner Serie B-Finanzierung einen zweistelligen Millionenbetrag, um seine Führungsrolle in Europa auszubauen.

Seit Wochen dominieren die europäischen Energiemärkte die Schlagzeilen. Im Verlauf der öffentlichen Debatte wird immer deutlicher, wie komplex und wichtig der Handel mit Strom und Gas ist. Zugleich rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die bisher nur Expert*innen bekannt waren.

Eines davon ist die 2016 in München gegründete Enmacc GmbH. Das junge deutsche Technologieunternehmen ist Europas größte OTC-Handelsplattform für Energie und übernimmt mit seiner digitalen Handelsplattform für Gas und Strom eine zentrale Aufgabe für den deutschen Energiegroßhandel. Diese hat sich binnen weniger Jahre als digitale und innovative Alternative zu den traditionellen Brokern und Börsen etabliert.

Enmacc ermöglicht den außerbörslichen Terminhandel (OTC, Over the Counter) von Gas, Strom und Grünstromzertifikaten. Das Alleinstellungsmerkmal der Enmacc-Plattform ist die proprietäre Handelslösung für den Request-For-Quote-Handel. Das bedeutet: Händler*innen können in Sekundenschnelle ihre Handelspartner*innen über ihr Interesse informieren. Im Gegenzug erhalten sie umgehend konkurrenzfähige, handelbare Quotierungen von mehreren Handelspartner*innen. Diese Art des digitalen Handels soll Händler*innen speziell dann Liquidität verschaffen, wenn in den traditionellen Order-Büchern der Börsen und Broker nur wenige Preise zur Verfügung stehen.

Series-B Finanzierungsrunde zum Ausbau der Führungsrolle

Als wichtige Etappe seiner Entwicklung hat Enmacc nun eine Series-B Finanzierungsrunde bekannt gegeben, um seine europäische Führungsrolle auszubauen und durch effiziente Handels- und Marktinfrastrukturen die Energiewende zu beschleunigen.

Jens Hartmann, CEO der Enmacc GmbH, erklärt: “Die Energiemärkte sind aktuell durch ein extremes Preisniveau, bisher ungekannte Volatilität und dadurch äußerst geringe Liquidität gekennzeichnet. Dies stellt die Marktteilnehmer vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind jetzt vor allem digitale Handelsmöglichkeiten, die den Beteiligten helfen, ihr Netzwerk an Handelspartnern zu erweitern und letztlich ihre Liquidität zu verbessern. Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass sich der Energiehandel weiterentwickeln muss. Er muss digitaler werden und die Diversität der Marktstrukturen fördern. Die Energiewende kann nur auf Grundlage effizienter Märkte gelingen, die wirtschaftliche Anreize zur Dekarbonisierung setzen.”

Lead-Investor der aktuellen Serie B-Finanzierung ist Klima Energy Transition, ein kürzlich bei 210 Millionen Euro geschlossener Spätphasen-Venture Capital-Fonds des weltweit tätigen Investment Banking und Asset Management-Unternehmens Alantra. Es beteiligen sich zudem Chevron Technology Ventures und Bestandsinvestoren an der Finanzierungsrunde. Bislang wurde Enmacc von namhaften VCs wie Cherry Ventures, Piton Capital, Illuminate Financial und der 10x-Gruppe finanziert. Weitere Investoren werden in den nächsten Wochen die bereits überzeichnete Runde komplettieren.

Gründer*in der Woche: Spiritory – die Trading-Plattform für edle Spirituosen

Das Münchner FinTech-Start-up Spiritory der Gründer Tilo Saurin, Jan Hofmayer und Janis Wilczura hat es sich zum Ziel gesetzt, das Traden von bzw. Investieren in Spirituosen und (Schaum-)Weine zu demokratisieren. Mehr dazu im Interview mit Co-Founder und CEO Janis.

Das Handeln mit begehrten Weinen und erlesenen Spirituosen ist meist eher elitären Kreisen vorbehalten. Was treibt euch an, dies mit Spiritory zu ändern?

Wenn wir uns anschauen welche Asset-Klassen in den vergangenen zehn Jahren die größten Renditen abgeworfen haben, dann waren das nicht etwa Aktien, Immobilien, Uhren oder Gold, sondern mit großem Abstand seltener Whisky. Das Problem dabei ist einerseits, dass kaum jemand weiß, dass seltener Whisky 582 Prozent Rendite erzielt hat und zum anderen, dass diese Rendite nur ein paar wenigen Leuten vorbehalten war, welche sich in den richtigen Kreisen befunden haben.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder der eine Affinität zu Investments hat Zugang haben sollte - sei es nun zum Konsum dieser feinen Tropfen, aus einer Sammelleidenschaft oder aber zum klassischen Investieren in eine alternative Assetklassen mit überragender Performance.

Was waren dann die wichtigsten Schritte von der Gründung im März 2022 bis zum Launch eurer Trading-Plattform?

Wichtig war zunächst einmal loszulegen. Wir haben unsere Corporate Jobs gekündigt, um die nötige Zeit zu haben, ein gutes Produkt zu konzipieren und entwickeln. Ich bin besonders stolz darauf, dass Spiritory zu 100% In-House programmiert wurde. Natürlich waren sowohl der Launch und die ersten Transaktionen besondere Meilensteine. Grundsätzlich kann man festhalten, dass es bisher eine unfassbar spannende und lehrreiche Zeit war, aus der wir viel mitgenommen haben. Und ich bin davon überzeugt, dass dies so bleiben wird.

Wie habt ihr diese Startphase finanziert?

Bis heute haben wir uns eigenfinanziert und nutzen hierfür Rücklagen. Ich selbst habe beispielsweise einen Großteil meines Aktienportfolios aufgelöst, um für Spiritory All-In zu gehen.

Nun zu Spiritory. Was genau bietet ihr mit eurer Trading-Plattform und auf welche Weise schafft ihr es, das Traden und Investieren von Spirituosen- und Wein zu demokratisieren?

Unser Ziel ist es, eine innovative, transparente und einfach zu nutzende Plattform zu entwickeln, welche es Nutzer*innen aus der ganzen Welt ermöglicht, auf eine clevere und sichere Art und Weise begehrte Spirituosen, wie zum Beispiel Whisky und Weine zu traden. Im Mittelpunkt steht dabei unser einzigartiges Börsenmodell, welches sowohl Käufer*- als auch Verkäufer*innen die Möglichkeit gibt, Daten wie Marktwerte oder Wertzuwächse zur Lieblingsflasche zu erhalten und darauf basierend einen „Wunschpreis“ für das entsprechende Produkt zu hinterlegt. Ähnlich wie an der Börse kommt es nämlich erst dann zu einer Transaktion, wenn sich ein Käufer*in und Verkäufer*in gefunden haben, die bereit sind, zum gleichen Preis zu Kaufen bzw. zu Verkaufen. Dabei ist es irrelevant, wer von beiden als erstes ein Angebot abgibt. Auf diese Weise verändern wir nachhaltig den Handel von begehrten Spirituosen und Weinen. Wir haben uns dabei von revolutionären Geschäftsmodellen aus anderen Branchen inspirieren lassen, wie beispielweise Trade Republic in Bezug auf das Handeln von Aktien oder StockX, die das Kaufen und Verkaufen von seltenen Sneakern vereinfachen.

Darüber hinaus bieten wir unseren Nutzer*innen noch weitere Funktionen wie unser Portfolio. Nutzer*innen können mit wenigen Klicks ihre private Sammlung hinzufügen und erhalten von uns einen vollumfänglichen digitalen Überblick zur Performance den eigenen Flaschen inklusive Marktwerte oder Renditen. Wir schaffen so Transparenz und ermöglichen einer breiteren Masse den einfachen Einstieg in Spirituosen-Investments.

Delicious Data: Food-Retter-Start-up läutet nächste Wachstumsphase ein

Das Münchner Start-up Delicious Data schließt eine Serie A-Finanzierung in Höhe von 2,5 Mio. Euro ab.

Food Waste und die damit einhergehende Ressourcenverschwendung ist eines der großen Probleme unserer Zeit. Allein in Deutschland werden jährlich fast 2 Mio. Tonnen Lebensmittel entsorgt, weil gastronomische Betriebe die Anzahl benötigter Speisen nur ungenau vorausplanen können und daher oft über dem Bedarf produzieren.

Hier setzt Delicious Data an: Das Start-up wurde von Valentin Belser und Jakob Breuninger gegründet und ist Vorreiter im Bereich der intelligenten Planungsoptimierung für Unternehmen im Lebensmittelsektor. Mithilfe der KI von Delicious Data können Kund*innen vermeidbare Lebensmittelverluste reduzieren und die operative Effizienz steigern. Ein Deep-Learning-Algorithmus wertet jeden Tag eine Vielzahl von Daten aus der Kund*innenhistorie sowie externe Faktoren, wie Feiertage und Wetter, aus und trifft daraus Entscheidungen über die optimalen Bestell- und Produktionsmengen. Im Markt der Gemeinschaftsverpflegung und in Bäckerei-Filialen konnte Delicious Data bereits über 1000 Standorte für sich gewinnen und realisiert dort eine Reduktion der Lebensmittelabfälle von ca. 30 Prozent. Bis Juli 2022 konnten bereits rund 820.000 Essen gerettet werden, was einer Einsparung von mehr als 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht.

Im Rahmen der Series-A Finanzierung konnte Delicious Data nun neue Investor*innen von sich überzeugen. Neben dem Kreis der bestehenden Gesellschafter (u.a. Bayern Kapital, GEMÜ Beteiligungs GmbH, Übermorgen Ventures), die in dieser Runde wieder mit einem siebenstelligen Betrag mit investieren, beteiligen sich jetzt weitere namhafte Investor*innen wie die beiden VC-Funds Basinghall und seed+speed, die Business Angels Jared Schrieber (Numerator), Guzel Gumerova (ehem. Partnerin Speedinvest), sowie ein weiterer Privatinvestor aus dem BayStartup Netzwerk.

Die finanziellen Mittel von rund 2,5 Mio. Euro werden dazu verwendet, die technologische Entwicklung, sowie die Erschließung neuer Märkte voranzubringen. Dazu soll das Team von derzeit 15 auf 50 Mitarbeitenden vergrößert werden. Im besonderen Fokus steht dabei die Weiterentwicklung des Intelligenten Tagesplaners zur Optimierung der untertägigen Produktionsplanung in den Filialen der Kund*innen. In diesem Ansatz sehen die Münchner und ihre Investor*innen das Potenzial, die Convenience-, Snack- und Backshops gerade im Lebensmitteleinzelhandel zu erschließen. Darüber hinaus wird ein Teil der Mittel verwendet, um die Internationalisierung voranzubringen.

Dazu Valentin Belser, Gründer von Delicious Data, sagt: “Wir sind stolz und freuen uns über das Vertrauen der Investoren in unsere Lösung. Damit fühlen wir uns bestätigt, den richtigen Weg zu gehen. Mit unseren Partnern konnten wir bereits 820.000 Mahlzeiten retten, was ca. 1000 Tonnen CO2-Äquivalenten entspricht. Diesen Trend wollen wir jetzt durch Wachstum im DACH-Raum und darüber hinaus fortsetzen.“

Jugend-Digitalstudie 2022

Für die Postbank Jugend-Digitalstudie 2022 wurden 1000 Jugendliche in Deutschland zwischen 16 und 18 Jahren repräsentativ befragt. Hier die Ergebnisse auf einen Blick.

Social-Media-Nutzung im Wandel

Die Vorherrschaft der Social-Media-Unternehmen aus den USA gerät ins Wanken: Zwar sind YouTube, WhatsApp und Instagram nach wie vor die meistgenutzten Plattformen unter Jugendlichen. Mehr als drei Viertel der 16- bis 18-Jährigen verwenden sie. Das chinesische Kurzvideoportal TikTok schließt jedoch rasant auf: Mittlerweile betrachten 63 Prozent der jungen Nutzer*innen dort Clips oder erschaffen sogar selbst Inhalte. Bei Mädchen (70 Prozent) ist der Dienst erheblich populärer als bei Jungen (56 Prozent). TikTok ist somit der klare Aufsteiger der Pandemiejahre. Noch Anfang 2020 nutzte nur ein Viertel der Jugendlichen die Plattform. Das geht aus der repräsentativen Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor, für die 1000 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden.

Nach Hype im Vorjahr normalisiert sich TikTok

Wachstumsgeschwindigkeit: Von 2020 bis 2021 schoss die Nutzerzahl von 27 auf 58 Prozent aller Jugendlichen in die Höhe. Von 2021 bis zur aktuellen Befragung gewann sie nur noch fünf Prozentpunkte hinzu – damit aber zwei mehr als YouTube, während Instagram stagnierte und WhatsApp sogar verlor. Die aktuellen Wachstumsgewinner sind Plattformen der zweiten Reihe: Discord konnte sich um sechs Prozentpunkte von 29 auf 35 Prozent steigern. Auch das bei Erwachsenen längst etablierte Netzwerk Twitter gewinnt für Jugendliche an Attraktivität. Es legt ebenfalls um sechs Punkte von 17 auf 23 Prozent zu. Pinterest stieg von 23 auf 28 Prozent, hat also gut ein Fünftel mehr Nutzer*innen als noch im Jahr davor.

Einstige Gamer-Plattformen bei Jungen populär

Deutliche Unterschiede im Social-Media-Nutzungsverhalten zeigen sich zwischen den Geschlechtern. Einzig YouTube wird von Jungen und Mädchen etwa gleich intensiv genutzt. Auf den Plätzen 2 bis 5 (WhatsApp, Instagram, TikTok und Snapchat) sind Mädchen spürbar intensiver aktiv. Bei Wachstumsgewinner Discord hingegen sieht es anders aus: 49 Prozent der männlichen Befragten nutzen die Plattform, aber nur 19 Prozent der weiblichen. Twitch ist ebenfalls eine Männerdomäne mit 37 Prozent männlichen im Vergleich zu elf Prozent weiblichen Nutzer*innen. Beide Unternehmen haben ihren Ursprung als Dienstleister für Gamer: Discord zur Abstimmung bei Multiplayer-Spielen, Twitch als Oberfläche für das Streaming hardwareintensiver Actiongames. Obwohl beide Plattformen ihr Inhaltsangebot mittlerweile wesentlich erweitert haben, ist ihnen die vorwiegend männliche Klientel zumindest unter Jugendlichen erhalten geblieben.

Alte Rollenbilder noch längst nicht überwunden

Komplett umgedreht ist das Verhältnis bei Pinterest: Dort sind nur neun Prozent der Jungen, aber 49 Prozent der Mädchen zu finden. Die Plattform dient in erster Linie zum Aufbau und zur Pflege von Bildkollektionen und ist somit ideal geeignet, um sich über Mode- und Beauty-Themen auszutauschen. 38 Prozent der jugendlichen Nutzer*innen verwenden sie für diesen Zweck. Andere Themen werden erheblich seltener diskutiert: Auf Platz 2 liegt Freizeitgestaltung, allerdings nur mit 17 Prozent. „In den auffälligen Unterschieden spiegeln sich auch tradierte Rollenbilder wider: Jungen mit Games auf Discord, Mädchen mit Mode auf Pinterest“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. „Das mag heute weder zeitgemäß noch wünschenswert erscheinen. Es ist aber zu deutlich, um es zu ignorieren. Wer die verschiedenen Geschlechter erreichen möchte, muss auf ihren bevorzugten Kanälen präsent sein.“

Facebook auf absteigendem Ast – nur auf Paltz 10

Der einstige Gigant der Social-Media-Branche Facebook hat bei Jugendlichen komplett den Anschluss verloren: Facebook steht nur auf Platz 10 der meistgenutzten Netzwerke und nur wenige Prozentpunkte vor Telegram. Die Nutzung der Plattform ist rückläufig: Sie sank von 17 auf 15 Prozent der Befragten. Die wenigen Verbliebenen verwenden sie auch immer weniger zum ursprünglich intendierten Zweck, anderen einen Einblick in ihr Leben zu gewähren. Der Anteil der Nutzer*innen, die dort persönliche Informationen preisgeben, sank von 47 auf 38 Prozent. Jugendliche misstrauen zudem Informationen, die sie über Facebook erhalten: Nur sechs Prozent der Befragten halten die Plattform für eine seriöse Nachrichtenquelle. Die Onlinepräsenzen etablierter Medienmarken hingegen genießen das Vertrauen von 43 Prozent der jugendlichen Leser*innen oder Zuschauer*innen. Bei TV-Kanälen sind es immerhin 36 Prozent. Der vertrauenswürdigste Online-Kanal ist mit 28 Prozent YouTube – der Videoplattform glauben die Jugendlichen sogar eher als ihren Lehrer*innen (23 Prozent).

GameChanger des Monats: AMES Foundation - Biodiversität schützen

Gegründet wurde die AMES Foundation im Jahr 2020 von Dr. Marlon Braumann mit dem Ziel, das Wildleben Afrikas zu erhalten, Biodiversität zu schützen und Afrika zu einem sichereren Ort für Tiere zu machen. Unterstützt wird Marlon dabei von über 150 sogenannten AMES Guardians – zumeist erfolgreiche Unternehmer*innen, die „der Welt etwas zurückgeben möchten“. Mehr über unseren GameChanger des Monats im Interview mit Marlon.

Wir haben die AMES Foundation als GameChanger des Monats ausgewählt, weil ihr als Community aus Macher*innen, Kreativen, Unternehmer*innen, Gründer*innen, Investor*innen und CEOs ein gemeinsames Ziel verfolgt: das Aussterben Afrikas Wildlebens zu stoppen. Wann und wie bist du auf die Idee zu AMES gekommen?

Die Themen Afrika und Tierschutz begleiten mich schon mein ganzes Leben. Ich habe als Kind sehr viel Zeit im südlichen Afrika verbracht und empfinde seit meiner Kindheit große Sympathie für Tiere. Schon immer wollte ich etwas in die Richtung machen, wusste aber nie so richtig was genau. Als ich 2019 mehrere Monate im südlichen Afrika unterwegs war und dort einige Naturschutzorganisationen kennenlernen durfte, fasste ich den Entschluss, hier einen Teil meiner Zeit und Energie einzusetzen. Aus dem was vor 2,5 Jahren als Hobby begann, wurde dann recht schnell eine richtige Organisation.

Was treibt dich und deine Mitstreiter*innen im Sinne eines Gamechangers an?

Was uns antreibt ist sicherlich einerseits der Spaß, den die gemeinsame Arbeit an diesem Thema mit sich bringt, und andererseits die Dringlichkeit, mit der wir Erfolge erzielen müssen, um nicht in unserer Generation dafür verantwortlich zu sein, dass es keine Nashörner und Elefanten mehr gibt – um nur zwei Tierarten zu nennen, die sehr konkret vom Aussterben bedroht sind. Ich würde sagen, das eine ist die Motivation, das andere mehr die Notwendigkeit.

Was ist das Besondere an AMES? Inwieweit unterscheidet sich die AMES Foundation von anderen Hilfsorganisationen in Afrika?

Das Besondere ist sicherlich unser Setup als Gruppe von über 150 Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich bei AMES engagieren. Sowohl vom Setup als auch von unserer Arbeitsweise führen wir AMES wie ein Unternehmen. Schnell, kennzahlengetrieben, kostenbewusst und mit dem Ziel Profitabilität.

Was waren die wichtigsten Meilensteine von der Gründung 2020 bis zu den ersten Projekten vor Ort?

Der erste wichtige Meilenstein war die Zusage der ersten zehn AMES Guardians. Das hat mir damals das Gefühl gegeben, hier geht was. Die nächsten Meilensteine waren das Erreichen der 100er und 150er Marke, aber vor Ort auch die Übernahme unseres ersten Reservats sowie die ersten Technologietransfers aus unserer AMES Community auf die Herausforderungen vor Ort in diesem Jahr. Wir stehen noch am Anfang, aber heute bin ich mir noch sicherer als vor 2,5 Jahren. Hier geht wirklich was.

Eine wichtige Stütze der AMES Foundation sind die Guardians. Wer sind diese und welche Rolle spielen sie bei der Verwirklichung der Projekte?

AMES Guardians sind unternehmerisch denkende Macher, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, die Welt durch ihr Zutun zu einem besseren Ort zu machen. Alle Guardians engagieren sich finanziell mit jährlichen spenden zwischen 80.000 EUR und 3.000 EUR, aber auch inhaltlich durch ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihr Netzwerk. Inzwischen stehen wir bei 150 Guardians, von denen ca. 30 bereits unser Reservat vor Ort besucht haben.

Wie macht ihr auf euch und eure Arbeit aufmerksam?

Vor allem in der Community, in der wir unterwegs sind, ist der letztlich relevanteste Kanal Word of Mouth innerhalb des Netzwerks. Fast niemand kommt zu AMES, weil sie oder er über uns gelesen hat. Vielmehr kommen die meisten Guardians aus dem innersten Vertrauensnetzwerk anderer Guardians.

Was möchtest du als unserer GameChanger des Monats der Start-up-Community mit auf den Weg geben?

Einfach loslegen und machen. Wird schon!

Hier geht's zur AMES Foundation

Das Interview führte Hans Luthardt

Studie: Globale Social-Media-Marketingtrends und -Nutzung

Eine neue Studie gibt Aufschluss über die neuesten Social-Media-Marketing-Trends und Kennzahlen für alle Marken, Branchen und Kanäle.

Die Unified-Customer-Experience-Plattform Emplifi hat die Ergebnisse ihrer Analyse der Social-Media-Ausgaben von Tausenden von Marken weltweit für das zweite Quartal 2022 veröffentlicht.

Die Ergebnisse des Berichts belegen einen Anstieg der durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, einen leichten Anstieg des durchschnittlichen monatlichen Cost-per-Click (CPC) sowie ein stabiles Engagement auf Facebook und Instagram. Ebenfalls zeigen die Daten einen Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Click-Through-Rate (CTR) sowie eine leicht gesunkene Antwortrate der Marken auf Kund*innenfragen in den sozialen Medien.

Marken erhöhen ihre Investitionen in Paid Social

Nach einem bemerkenswerten Rückgang im ersten Quartal 2022 stiegen die durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben der Marken im zweiten Quartal wieder um 18 Prozent auf über 4.200 USD – ein Wert, der nahe dem Jahreshöchststand aus dem vierten Quartal 2021 liegt. Mit der Erholung in diesem Quartal sind die durchschnittlichen monatlichen Werbeausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen, was darauf hindeutet, dass Marken mehr Budget bereitstellen, um ihre Zielgruppen über Paid Social zu erreichen.

Click-Through-Rate (CTR) sinkt weiter

Die Daten zeigen, dass die durchschnittliche monatliche CTR im Laufe der Zeit stetig gesunken ist und im ersten Quartal 2022 unter die 1-Prozent-Marke fiel. Das vergangene Quartal zeigt ein ähnliches Bild: Die CTR sank auf 0,93 Prozent, was einen Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Trotz dieses Rückgangs können sich Unternehmen weiterhin darauf verlassen, dass Social-Media-Werbung einen Mehrwert bringt, da das Engagement bei der Interaktion von Verbrauchern mit bezahlten Social-Media-Beiträgen weitgehend stabil bleibt.

Der durchschnittliche Cost-per-Click (CPC) bleibt stabil

Während die CTR stetig gesunken ist, zeigen die Daten, dass der CPC trotz einiger Schwankungen in den letzten Quartalen relativ stabil blieb und im zweiten Quartal 2022 bei 0,20 Dollar lag. Da der durchschnittliche CPC in diesem Quartal wieder anstieg, nachdem er zu Beginn des Jahres gesunken war, wird es interessant sein zu verfolgen, ob es sich dabei um eine vierteljährliche Schwankung oder den Beginn eines Aufwärtstrends handelt.

Instagram dominiert nach wie vor das Engagement

Nach einem stetigen Rückgang seit dem zweiten Quartal 2021 stiegen die durchschnittlichen Interaktionen mit Facebook-Posts im Quartalsvergleich leicht an und erreichten den höchsten Stand seit dem dritten Quartal des Vorjahres. Das Niveau vom zweiten Quartal 2022 bleibt jedoch deutlich unter dem des zweiten Quartals 2021, wobei Marken etwa 5,2 Interaktionen pro 1.000 Impressionen auf Facebook generieren, was einem Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Was die Branchen anbelangt, so erzielten Marken aus den Sektoren Industrie (9,79) und Beherbergung (9,04) die höchsten Interaktionsraten auf Facebook, während die niedrigsten Werte für E-Commerce (2,80), Einzelhandel (3,64) und Mode (3,90) verzeichnet wurden.

Instagram zeigt weiterhin ein deutlich stärkeres Engagement als Facebook, mit etwa 32 Interaktionen pro 1.000 Impressionen im zweiten Quartal 2022, was dem Niveau des letzten Jahres entspricht. Marken in den Sektoren Getränke (47,37), Alkohol (46,83) und Software (45,11) verzeichneten das höchste Engagement, während Marken aus den Bereichen Einzelhandel (17,71), Telekommunikation (21,58) und E-Commerce (22,81) zurückblieben.

TikTok versus Instagram

In einer Analyse von TikTok- und Instagramkonten von über 330 Marken im Zeitraum Januar bis Juni 2022 zeigen Emplifis Daten, dass Marken öfter auf Instagram (68 %) als auf TikTok (32 %) posten, bezogen auf die relative Posting-Häufigkeit. Während die Reichweite und die Interaktionen auf Instagram höher waren, hatten Videoinhalte auf TikTok ein stärkeres Engagement. Auf beiden Plattformen war jedoch in den letzten sechs Monaten ein Aufwärtstrend bei den Interaktionsraten zu beobachten, der im Juni 2022 seinen Höhepunkt erreichte und damit das Interesse der Nutzer*innen an ansprechenden Videoinhalten bestätigte.

Twitter zeigt die schnellsten Antwortzeiten auf Fragen

Die Studie zeigt weiterhin, dass die durchschnittlichen Antwortraten für Marken, die Fragen auf Facebook und Instagram beantworten, im zweiten Quartal 2022 leicht gesunken sind. Auf Twitter sind die Antwortquoten nach leichten Schwankungen wieder auf ein ähnliches Niveau wie zur gleichen Zeit des letzten Jahres zurückgekehrt. Bei der Betrachtung des Engagements nach Branchen wiesen Marken aus den Bereichen Beauty, FMCG, Food und Home & Living vergleichsweise höhere Antwortraten auf Nutzer*innenfragen in sozialen Netzwerken auf, während Marken aus dem Bereich Automotive auf allen drei Social-Media-Plattformen niedrigere Antwortraten verzeichneten.

In Bezug auf die Zeit, die Marken für die Beantwortung von Fragen benötigten, verzeichneten Instagram und Twitter im Vergleich zum Vorquartal einen leichten Anstieg, während Facebook im zweiten Quartal in Folge einen Rückgang verzeichnete. Betrachtet man die Daten nach Branchen, so zeigt sich, dass einige Marken auf Facebook die langsamsten Antwortzeiten haben (Alkohol, Beauty, FMCG-Lebensmittel, Haus & Wohnen, Dienstleistungen), während andere Marken auf Instagram am schnellsten reagieren (Automobil, E-Commerce, Elektronik, Mode, Einzelhandel). Mit Ausnahme einer Branche (FMCG-Lebensmittel) weist Twitter jedoch in der Regel die schnellsten Reaktionszeiten der drei untersuchten Netzwerke auf.

Methodik

Die Analyse von Emplifi basiert auf Daten aus dem zweiten Quartal 2022 und auf Vergleichen mit dem Vorjahr, die Anfang Juli 2022 heruntergeladen wurden.

1,1 Mio. Euro für Führungskräfte- und Talententwickler gyde

Lukas Heinzmann, Omar Sanchez und Dr. Andreas Bunz von gyde haben erfolgreich die erste Finanzierungsrunde ihrer Plattform für Führungskräfteentwicklung abgeschlossen.

„Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasend schnell verändert“, sagt Lukas Heinzmann, CEO von gyde. „Die Art und Weise, wie die meisten Unternehmen Weiterbildung gestalten, ist aber unverändert geblieben. Das ist ein riesiges Problem. Wir möchten den Unternehmen und Führungskräften eine zeitgemäße Art von Weiterbildung ermöglichen. Mit gyde bieten wir eine neue, digitale und vor allem hochwirksame Form des Lernens für Unternehmen und ihre Führungskräfte.“

Relevante und wirksame Weiterbildungsangebote sind gefragt

Das 2020 von den Stuttgartern Lukas Heinzmann und Omar Sanchez gegründete (und seit diesem Jahr durch Managementsoziologe und Führungskräftecoach Dr. Andreas Bunz im Leitungsteam verstärkte) Start-up setzt bei seinem Angebot für Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen und Scale-ups auf einen neuartigen Dreiklang aus fünf- bis zehnminütigen Lerneinheiten (Micro Learnings), thematischen Übungen und dem sogenannten Peer Coaching, unternehmensübergreifenden Gruppen-Coachings per Videocall. Diese Elemente werden auf einer digitalen Plattform durch Datenaustausch und weitere Features miteinander verbunden.

„Mitarbeitende und Führungskräfte erwarten heute relevante und wirksame Weiterbildungsangebote, die sie mit ihrem stressigen Alltag vereinbaren können“, führt gyde Co-Founder Omar Sanchez weiter aus. „Mit unserer digitalen Plattform, die intelligent Micro Learning, Reflexion und Gruppenaustausch verbindet, bieten wir genau das.“

Seit der Gründung haben laut gyde bereits 30 Unternehmen die Kursangebote für ihre Mitarbeitenden gebucht und über 200 Führungskräfte an den Kursen teilgenommen.

1,1 Mio. Euro fürs weitere Wachstum

Jetzt hat die digitale Plattform für Führungskräfteentwicklung ihre erste Finanzierungsrunde mit einem Funding von 1,1 Millionen Euro abgeschlossen. Mit seinem Konzept konnte gyde Investor*innen wie Benedikt Ilg (Gründer der internen Kommunikations-App Flip), Florian Buzin (Gründer & CEO des Businesskommunikationsanbieter Starface) ebenso überzeugen wie die Storytelling-Agentur Bär Tiger Wolf mit Gründer Theo Eißler und Robin Behlau (Gründer von AroundHome und valyria). Zu den neuen Investor*innen zählen auch und die Beteiligungsgesellschaften S-Kap, ES-Kapital, d.ventures und snabb Cap.

Dymium siegt beim Münchener Businessplan Wettbewerb 2022

Platz 1 geht an das Münchner MedTech-Start-up Dymium mit seiner minimalinvasiven Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen.

Beim Münchener Businessplan Wettbewerb, der von BayStartUP, dem bayerischen Start-up-Netzwerk für Gründer*innen, Investor*innen und Unternehmen, durchgeführt wird, haben Start-ups aus Südbayern in drei Wettbewerbsphasen die Chance, sich mit ihren Geschäftskonzepten zu bewerben. Die einzelnen Phasen reflektieren die verschiedenen Entwicklungsschritte der Gründung eines Unternehmens, zum Beispiel die Erarbeitung der Geschäftsidee, das Geschäftsmodell sowie die Planung von Finanzierung und Umsatzentwicklung. Das Ziel nach Phase 3: ein vollständiger Businessplan, mit dem sich die Start-ups bei Kapitalgeber*innen, Unternehmen und Partner*innen vorstellen können.

Als einer der bekanntesten Wettbewerbe im Start-up-Ökosystem brachte der Münchener Businessplan Wettbewerb bereits Gewinner wie Fazua, EGYM oder Quantum-Systems hervor, die heute zu Deutschlands erfolgreichsten Start-ups zählen.

Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, sagt: „Viele der Gründerteams kamen aus den Bereichen Life Science und Tech und entwickeln neue Technologien aus Hochschulen heraus. Die Nominierten und Sieger im diesjährigen Wettbewerb zeichnen sich durch einen hohen Reifegrad und technische Qualität aus. Beste Voraussetzungen, um auch in Krisenzeiten erfolgreich durchzustarten.“

And the Winner is ...

Den diesjährigen Wettbewerb hat das Münchner Start-up Dymium gewonnen. Dymium entwickelt eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Mithilfe der magnetischen Separationstechnologie kann die hohe Wiederauftrittsrate von über 30 Prozent deutlich gesenkt werden.

Florian Ebel, Mitbegründer von Dymium, über den Wettbewerbserfolg: „Wir haben in allen drei Phasen des Wettbewerbs teilgenommen. Mithilfe von BayStartUP konnten wir unser Netzwerk vergrößern, wertvolles Expertenfeedback einholen und uns damit stetig weiterentwickeln.“

Die Siegerteams im Überblick

1. Platz: Dymium

Dymium ist eine minimalinvasive Behandlungsmethode zur rückstandsfreien Entfernung von Nierensteinen. Verursacht durch Restfragmente kommt es bei über 30 % der Patientinnen und Patienten zu einem Wiederauftreten von Beschwerden. Diese hohe Rate kann mithilfe der magnetischen Separationstechnologie drastisch gesenkt werden.

2. Platz: NIMMSTA GmbH

Die NIMMSTA HS 50 ist eine Industrial Smart Watch, die eine Effizienzsteigerung von über 50 % bei zahlreichen intralogistischen Prozessen erreicht. Sie verbindet Smart Watch, Industrie-Scanner und E-Paper-Display in einem Device. Eingaben, Bestätigungen und Korrekturen werden unmittelbar getätigt und alle Daten kommen in Echtzeit im Warehouse Management System an.

3. Platz: Reverion GmbH

Reverion hat eine Technologie zur Stromerzeugung aus Biogas mit revolutionärem Wirkungsgrad, reversiblem Betriebsmodus (Power-to-Gas) und unerreichter Flexibilität entwickelt und patentiert. Mit einem Gründerteam, das in Summe mehr als 25 Jahre Erfahrung im Energiebereich mitbringt, erschließt Reverion neue Optimierungspotenziale im Biogasmarkt und läutet eine neue Ära der hochflexiblen, effizienten und dezentralen Energieversorgung ein.

Außerdem waren folgende Start-ups im Finale nominiert

2NA FISH aus München ermöglicht die einfache, kosteneffiziente und robuste Analyse der Genaktivität im räumlichen Kontext. Durch die Plattformtechnologie können erstmalig In-Vitro-Diagnostika zur Therapieentscheidung bei Krebserkrankungen entwickelt werden, welche Genaktivitätsmuster (RNA Expression) im räumlichen Gewebekontext quantifizieren.

Hyperdrives aus München entwickelt leistungsdichte und hochintegrierte elektrische Antriebssysteme. Schlüssel für die kompakten und effizienten E-Motoren ist die Kühlung – diese erfolgt direkt durch die Wicklung statt am Gehäuse.

Qlibri aus München baut und vertreibt ein neuartiges Mikroskop basierend auf einer Technologie aus der Quantenoptik. Forscher und Entwickler aus der Nano- und Quantentechnologie können so extrem kleine Objekte erstmals sichtbar machen.

sqior medical aus München entwickelt ein Smartphone-basiertes Assistenzsystem, das Klinikärzten Informationen bereitstellt, klinische Aufgaben vereinfacht und administrative Prozesse automatisiert. So kann bspw. die Kommunikation und Steuerung rund um den perioperativen Prozess automatisiert werden.

VESTIGAS aus Eggenfelden ermöglicht durch einen neu entwickelten Zertifizierungs-Algorithmus die digitale Verarbeitung von Lieferdokumenten in der Baustofflogistik, wodurch hohe Einsparungen für alle Prozessbeteiligten (Lieferanten, Spediteure und Bauunternehmen) entstehen.

Kilo Ventures: Investitionsprogramm für digitale Gesundheits- und Wellness-Start-ups gestartet

Kilo Health hat als Mutterunternehmen von mehr als 15 digitalen Gesundheits- und Wellness-Start-ups den Start seines strategischen Partnerschaftsprogramms Kilo Ventures bekannt gegeben

Im Fokus von Kilo Ventures stehen Start-ups mit einem bewährten Produkt, das sich durch hohe Nachfrage am Markt auszeichnet, die einen strategischen Partner suchen, um ihr Unternehmen weiter zu vergrößern.

Seit Anfang 2021 hat Kilo Health bereits mehr als 2 Millionen Euro in die Healthtech-Start-ups Pulsetto, Medical Score, Tyler.Health und Revolab investiert. Dabei konnte jedes dieser Start-ups nicht nur von dem Kapital, sondern auch von Know-how und Ressourcen bis hin zu Wachstums- und Monetarisierungsstrategien des Unternehmens profitieren.

Etablierung am Markt, Wachstum beschleunigen

„Mit diesem Programm wollen wir vielversprechenden Unternehmen die Möglichkeit geben, sich auf dem Markt zu etablieren oder ihr Wachstum zu beschleunigen, indem wir unser umfangreiches Branchenwissen und unsere Ressourcen vereinen. Der Markt ist ständig im Wandel – wer seinen Konkurrenten voraus sein möchte, muss  sich möglichst schnell anpassen können“, so Goda Mikocionyte, Managerin von Kilo Ventures.

Unternehmen, die sich für das Programm qualifizieren möchten, müssen allerdings schon im Vorfeld einige Kriterien erfüllen. Neben einem entsprechenden Produkt, sollten sie ein eingetragenes Unternehmen im Bereich digitaler Gesundheit und Wellness sein, eine gewisse Kundschaft anziehen und den Wunsch verfolgen, sich zu vergrößern. Wie alt genau das jeweilige Start-up ist, ist hier nicht wichtig.

Enge und freundschaftliche Zusammenarbeit

Sind diese Kriterien erfüllt, ist Kilo Health bestrebt, zum wichtigsten strategischen Partner zu werden und nicht nur das Kapital, sondern auch alle für die Geschäftsentwicklung und Skalierung erforderlichen Ressourcen bereitzustellen, um das Wachstum aktiv voranzutreiben. Das Unternehmen selbst verfügt über eine eigene Marketing-Agentur, eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung, zählt mehr als 550 Mitarbeiter und kann acht Jahre Erfahrung in der Einführung neuer branchenspezifischer Produkte vorweisen.

„Die meisten Kapitalgeber haben sehr hohe Erwartungen, wollen schnelle Ergebnisse sehen und bieten darüber hinaus nur selten oder wenig Unterstützung an. Wir dagegen wollen einen größeren Einfluss auf das jeweilige Start-up nehmen und die Unternehmensführung so gut unterstützen, wie wir nur können. Auf eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit legen wir deshalb großen Wert“, erklärt Mikocionyte.

Global EnergyTech Awards 2022

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gibt Publicis Sapient den Start der zweiten Global EnergyTech Awards bekannt. Die Frist zur Einreichung läuft bis zum 30. September 2022. 

Mit den Awards werden einzigartige transformative Technologielösungen in der Energiebranche ausgezeichnet. Start-ups und Innovator*innen aus der ganzen Welt, die ihre Leidenschaft für die digitale Transformation der Energieindustrie teilen und einen positiven Beitrag zur Zukunft unserer Gesellschaft, Wirtschaft und unseres Planeten leisten, sind aufgerufen, sich zu bewerben. Die Finalist*innen werden von einer hochkarätigen internationalen Jury bewertet. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung unter anderem an Solytic, ein Start-up aus Deutschland, und die Virtual Global Trading AG aus der Schweiz.

 Alle Details zu den Global EnergyTech Awards 2022 finden sich unter: www.globalenergytechawards.com

 „Wir freuen uns, die Global EnergyTech Awards zum zweiten Mal zu vergeben. Es besteht ein zunehmender Bedarf für Energieunternehmen, mit Innovatoren zusammenzuarbeiten, um die Fähigkeiten und Technologien auszubauen, die sie zur Erreichung der globalen Netto-Null-Ziele benötigen“, so Joe Tabita, Energy Lead für die EMEA- und APAC-Region bei Publicis Sapient. „Beim Übergang zu einer kohlenstofffreien Zukunft kann die Digitalisierung ein zentraler Treiber der Transformation der Energieerzeugung, Speicherung, des Handels und der Versorgung sein.“

Award-Kategorien und Kriterien

Die Global EnergyTech Awards wurden in diesem Jahr um drei neue Kategorien erweitert, um aktuelle Trends und Herausforderungen der Branche widerzuspiegeln. Es werden Preisträger in folgenden sieben Kategorien ausgezeichnet:

  • [NEU] Best Smart City Solution: Bürgernahe Lösungen, die eine bessere Vernetzung, eine bessere Ressourcennutzung und weniger Emissionen ermöglichen
  • [NEU] Best Digital Marketing Solution: Funktionen, Inhalte oder Erlebnisse, die Energiekunden begeistern und einbinden
  • [NEU] Best Network, Transport or Distribution Solution: Lösungen zur Schaffung nachhaltiger Vorteile für Energiekunden, Besitzer von Elektrofahrzeugen, Netze und damit verbundene Systeme
  • Best CleanTech: Einsatz digitaler Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs, zur verstärkten Nutzung sauberer Energie oder zur Verbesserung der Energieeffizienz
  • Best Solution Energy Trading: Technologien für Versorgung, Handel, Betrieb und Risikomanagement, um den Energiefluss weltweit in Schwung zu halten
  • Best Use of Data & Insights: Innovative Ansätze bei der Nutzung von strukturierten, unstrukturierten und Streaming-Daten, einschließlich Blockchain- und KI-Lösungen
  • Stand-out Performer: Unter allen Einreichungen wird eine Innovation ausgewählt, die besonders überzeugt und eine Spezialauszeichnung verdient

 Die Gewinner*innen der diesjährigen Global EnergyTech Awards werden im November 2022 bekannt gegeben. Ihnen winken ein Platz in der Startup Corner auf der VivaTech 2023, Europas größtem Start-up- und Tech-Event, sowie redaktionelle Berichterstattung. Zudem erwartet sie jeweils eine persönliche Mentoring-Session mit einem der Jurymitglieder sowie ein Workshop zum Thema der Skalierung und Beschleunigung von Produkten oder Lösungen.

Arbeitgebenden-Attraktivität: Auch der Gen Z geht’s ums Geld, nicht ums Klima

Start-ups aufgepasst: Was erwartet sich die Generation Z von Arbeitgebenden? In einer Umfrage wurden dazu mehr als 30.000 junge Menschen befragt.

Die Arbeitslosigkeit ist aktuell trotz Krisenstimmung niedrig. Der Fachkräftemangel wird von Unternehmen in Umfragen als eines der drängendsten, wenn nicht das drängendste Problem genannt. Und Expert*innen sprechen immer häufiger von einem Wandel vom Arbeitgeber*innen- zum Arbeitnehmer*innen-Markt. Sprich: Jobsuchende sind aktuell in einer guten Position und können Forderungen stellen. Entsprechend sind Unternehmen bemüht, die Arbeitgebenden-Attraktivität zu stärken.

Was macht für die Generation Z Arbeitgebenden-Attraktivität aus?

Worum es hierbei speziell Bewerber*innen aus der Generation Z geht, wollte nun whatchado in einer Studie herausfinden, für die insgesamt mehr als 30.000 Schüler*innen, Auszubildende, Studierende und junge Menschen mit Berufserfahrung im DACH-Raum von Mitte April bis Anfang Juni befragt wurden. Zumindest ein Teilergebnis ist dabei wohl doch für viele überraschend: Fridays for Future hin oder her – Klimaschutz im Unternehmen spielt für junge Bewerber*innen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Aufgabengebiet noch wichtiger als Gehalt, Klimaschutz ist vielen egal

Ganz oben auf der Prioritätenliste in der Arbeitgebenden-Attraktivität steht laut der Umfrage das im Job zu erwartende Aufgabengebiet, das von 91 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig für die Job-Entscheidung genannt wird. Auf Platz zwei folgt das Gehalt mit 84 Prozent. Auch Weiterbildungsmöglichkeiten für Mitarbeiter*innen stehen mit 74 Prozent hoch im Kurs (für Studierende ist dieser Punkt sogar wichtiger als das Gehalt). Das betriebliche Engagement des Unternehmens gegen den Klimaschutz ist dagegen nur für 30 Prozent der Befragten entscheidend – noch hinter der Möglichkeit für Home Office, die mit 40 Prozent ebenfalls weniger wichtig ist, als vielleicht erwartet.

Wechselbereitschaft: Mehr Geld für viele ausschlaggebend

Abgefragt wurde auch die Wechselbereitschaft. Für 68 Prozent wäre laut Umfrage ein besseres Angebot bezogen auf Gehalt oder Benefits für einen Jobwechsel ausschlaggebend. 63 Prozent geben an, sie würden den Arbeitgebenden wechseln, wenn sich ihre Tätigkeiten anders gestalten, als erwartet. Für Studierende und Berufserfahrene ist dieses Kriterium mit 77 Prozent bzw. 72 Prozent sogar noch wichtiger als ein attraktiveres Gehaltsangebot. Unter den Berufserfahrenen sind zudem für 62 Prozent zu wenig Wertschätzung und für 69 Prozent ein schlechtes Verhältnis zum bzw. zur Vorgesetzten für einen Wechsel sehr relevant.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst auf brutkasten.com

2,4 Mio Euro Pre-Seed Finanzierungsrunde für Empion

Das von Dr. Annika von Mutius und Dr. Larissa Leitner Ende 2021 gegründete Berliner HR-Tech-Start-up Empion automatisiert das Headhunting mittels KI.

Der Recruiting-Markt beläuft sich auf 770 Milliarden Dollar, der passive Bewerbermarkt hat das 10-fache Volumen dessen und wächst jährlich um knapp 10 Prozent. Jeder zweite Arbeitnehmende denkt über einen Jobwechsel nach. Dabei betreffen die fünf wichtigsten beruflichen Zufriedenheitsfaktoren die Unternehmenskultur und die Werte.

Hiring-Prozesse und hohe Mitarbeitenden-Fluktuation

Trotzdem bleibt Unternehmenskultur auf gängigen Jobportalen weitgehend unberücksichtigt. Die Folge für viele Unternehmen und Bewerber sind ineffiziente Hiring-Prozesse und hohe Mitarbeitenden-Fluktuation. „Insbesondere für SMEs und junge Start-ups sind aktuelle Recruiting-Lösungen wenig hilfreich, da sie keine Chance bieten, das wesentliche Differenzierungskriterium in den Vordergrund zu stellen: die Unternehmenskultur“, sagt Dr. Larissa Leitner. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Unternehmenskultur mithilfe künstlicher Intelligenz zu quantifizieren und als Basis für effiziente Recruiting-Prozesse zu etablieren“, so Dr. Annika von Mutius.

Das Team von Empion bringt eine starke Mischung aus unternehmerischen Fähigkeiten, Fachwissen und Ehrgeiz mit. Die beiden Gründerinnen lernten sich während ihres Studiums an der WHU kennen. Dr. Annika von Mutius promovierte anschließend in Mathematik und arbeitete für ein Robotics Start-up im Silicon Valley. Dr. Larissa Leitner promovierte in Betriebswirtschaft mit einem Fokus auf Unternehmenskultur und arbeitete als Head of Marketing für ein HR-SaaS Start-up in Berlin.

Zu den prominenten Angel-Investoren gehören Robin Behlau (Aroundhome/Valyria), Michael Stephan & Dr. Frank Freund (Raisin), Fabian Kienbaum (Kienbaum), Constanze Buchheim (i-potentials), Anna Kaiser (Tandemploy/Phenom), Oliver Manojlovic (Personio), Emma Tracey (Honeypot), Peak Angel Programm, Dr. Christoph Hardt & Dr. Jan Schächtele (COMATCH) und Julian Stiefel (Tourlane).

 „Wir freuen uns sehr, diese Reise gemeinsam mit unserem großartigen Team anzutreten und wollen ein innovatives HR-Tech-Unternehmen aufbauen, bei dem Weiterentwicklung, Eigenverantwortung und Kundenorientierung den Kern unserer Werte bilden.", so von Mutius.

Studie „Gründungsklima in Deutschland“ 2022

Die Studie zeigt: Jeweils mehr als jedes dritte Start-up beschäftigt Familie oder ehemalige Kolleg*innen; verfügbaren Arbeitskräften fehlen generell fachliche Qualifikationen.

Der Fachkräftemangel belastet Unternehmen verschiedener Branchen schwer. Doch Start-ups scheinen dabei weniger betroffen zu sein: 62 Prozent derjenigen, die in den vergangenen fünf Jahren eine Firma in Deutschland gegründet haben, hatten keine Probleme, Mitarbeitende zu finden. Für 46 Prozent war der Aufwand angemessen. Nur 38 Prozent bewerten den zeitlichen und administrativen Aufwand für die Suche und Auswahl als hoch. Das liegt vor allem daran, dass die Jungunternehmer*innen selten auf klassisches Recruiting zurückgreifen. Sie stellen vor allem bekannte Gesichter ein – wie etwa Familienangehörige und Fachkräfte von früheren Arbeitgebenden. Das geht aus der Studie „Gründungsklima in Deutschland“ im Auftrag von Baulig Consulting hervor, für die 300 Gründer*innen befragt wurden, die in den vergangenen fünf Jahren ein Unternehmen gegründet haben.

Ab einem gewissen Umsatzniveau sind Einzelkämpfer relativ selten

85 Prozent der befragten Gründer*innen haben Mitarbeitende im Unternehmen. Rund drei Viertel der jungen Firmen beschäftigen festangestellte Teil- oder Vollzeitkräfte. Freiberuflich Tätige sind bei 30 Prozent der Start-ups im Einsatz. Besonders verbreitet ist dabei die Beschäftigung von Familie und Bekannten: 37 Prozent beschäftigen Familienangehörige und 35 Prozent haben ehemalige Kolleg*innen angesprochen und eingestellt. Mit 12%, 11% und 8%, machen Arbeitskräfte aus dem Ausland, Studierende oder Zeitarbeitende nur einen geringen Anteil aus.

„Ein gutes Netzwerk, beispielsweise im Heimatort, ist das A und O bei einer Gründung. Wer neue Mitarbeitende bereits kennt, kann deren Referenzen und den Fit mit der Firmenkultur besser beurteilen, was zu weniger Fluktuation führt“, sagt Markus Baulig, Co-Gründer und Geschäftsführer von Baulig Consulting. „Da sich nicht jeder Stellensuchende auf ein unbekanntes Start-up einlassen möchte, werden oft Einstellungen von Familie und Bekannten bevorzugt, wichtiger ist aber unserer Erfahrung nach das oftmals bestehende Vertrauensverhältnis.

Digitalkompetenz gefragt

Gerade, wenn es um Digitalkompetenzen geht, greifen Gründer*innen auf bekanntes Know-how zurück: 41 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftszweck haben ehemalige Kolleg*innen angestellt. Digitale Unternehmen setzen auch überdurchschnittlich oft auf Freiberufliche: 43 Prozent haben diese beauftragt, im Schnitt aller Firmen nur 30 Prozent. Start-ups im digitalen Bereich sind auch häufiger als der Durchschnitt als Einzelkämpfer*nnen unterwegs: 21 Prozent von ihnen haben keine Beschäftigten.

„Firmen mit digitalem Schwerpunkt müssen oft weniger Investitionen tätigen – das betrifft auch die Beschäftigten. Im Gegensatz zum stationären Geschäft lässt es sich meist mit wenig Manpower betreiben und die Beteiligten können flexibel von überall und zu jeder Zeit arbeiten“, sagt Geschäftsführer Markus Baulig, „Wenn allerdings Fachkräfte benötigt werden, sind gerade IT- und Digitalisierungsexpertinnen und -experten schwer zu finden oder mit dem Budget eines Start-ups zu bezahlen.“

Das bestätigt auch die Studie: Wenn es Schwierigkeiten gab, geeignetes Personal zu finden, lag es für ein Drittel an der fachlichen Qualifikation. Sechs Prozent haben konkret Digitalkenntnisse vermisst. Falsche Gehaltsvorstellungen und fehlende Einsatzbereitschaft waren bei etwa jedem/jeder sechsten Gründer*in ein Problem. Bei 21 Prozent der Firmen mit digitalem Geschäftsmodell scheiterte die Personalsuche an unterschiedlichen Gehaltsvorstellungen. In der Großstadt ist die Konkurrenz stärker: Überdurchschnittlich oft scheitert die Mitarbeitendensuche an fehlenden fachlichen Qualifikationen, Lohnvorstellungen, Auftreten und aus Sicht der Bewerber*innen unattraktiven Arbeitsbedingungen eines Start-ups.

Tipp: Auf persönliches Umfeld setzen

Grundsätzlich ist das Fachkräfteproblem bei Gründer*innen, die auf Bekannte und Familie zurückgreifen, weniger drängend. Tatsächlich raten auch nur neun Prozent der erfolgreichen Gründer*innen anderen, sich zuerst um geeignete und motivierte Mitarbeitende zu kümmern – viel häufiger werden die richtige Einschätzung des Arbeitsaufwands, Wettbewerbsanalyse und eine sichere Finanzierung als Ratschläge genannt. Am ehesten hat noch das produzierende Gewerbe Personal-Probleme. Hier raten 16 Prozent dazu, sich frühzeitig mit der Personalsuche zu befassen. Nur sieben Prozent der Anbieter von digitalen Dienstleistungen geben hingegen diesen Hinweis.

„Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Mitarbeitende aus dem regionalen und persönlichen Umfeld oft die beste Wahl sind. Empfehlungen aus den Reihen der Beschäftigten nehmen wir sehr gerne an. In unserem Heimatort Koblenz ermöglichen wir es Mitarbeitenden, am Firmenstandort nah bei der Familie zu sein“, erklärt Markus Baulig. „Schließlich sind auch wir Geschäftsführer Brüder, die lange gut zusammenarbeiten.“

Über die Studie

Für die Studie „Gründungsklima in Deutschland“ wurden bundesweit 300 Personen befragt, die in den vergangenen fünf Jahren ein gewerbesteuerpflichtiges Unternehmen gegründet haben. Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat die Umfrage im Januar und Februar 2022 telefonisch durchgeführt.