Gründer*in der Woche: NumberX - die appbasierte Bezahlkarte

Gründer der Woche 14/21


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Claudio Wilhelmer und Matthias Seiderer bereiten mit ihrem Wiener Fintech-Start-up NumberX den Start einer appbasierten Mastercard nach dem Open-Banking-Prinzip vor – mehr dazu im Interview mit Claudio.

Wann und wie seid ihr beiden auf die Idee zu eurem gemeinsamen Business gekommen?

Wir haben die NumberX International GmbH gemeinsam gegründet. Matthias habe ich vor einigen Jahren in der Wiener Start-up-Szene kennengelernt und wir haben uns auf Anhieb super verstanden. Schlussendlich hat sich herausgestellt, dass wir nicht nur beide aus Tirol sondern auch noch aus demselben Bezirk kommen und sogar in derselben Gemeinde Teile unserer Kindheit bzw. Jugend verbracht haben. Nur haben uns unsere Wege bereits in frühen Jahren in andere Richtungen geführt. Nachdem wir uns dann in Wien zufällig über den Weg gelaufen sind, haben wir uns immer wieder ausgetauscht, Ideen besprochen und ausgearbeitet und letztendlich mitten in der Pandemie NumberX gegründet.

Und was habt ihr zuvor schon auf die unternehmerischen Beine gestellt?

Ich war schon immer unternehmerisch versiert. Parallel zum Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck habe ich in einer sehr frühen Phase an der Mobile-Payment-Lösung Bluecode mitarbeiten dürfen. Das war mein Einstieg in die Fintech-Welt. Danach bin ich zu Red Bull nach Salzburg gewechselt, habe im Anschluss selber gegründet, war in London bzw. Berlin für die Neobank Revolut tätig, und schlussendlich habe ich mich als Berater im Fintech-Bereich selbstständig gemacht. Das habe ich nun einige Jahre gemacht und viel gelernt.

NumberX ist ein Ergebnis all dieser Erfahrungen. Hier liegt nun mein Fokus darauf, das große Ganze zu sehen und in die Umsetzung zu bringen, also mitunter die Themen Operations, Marketing, Brand, Legal und Compliance zu verantworten. Der Fokus von Matthias liegt ganz klar auf den Bereichen Produktentwicklung und -design, Technologie sowie Security. Matthias war zuvor sieben Jahre bei Caeroscene und wechselte dann zum Wiener KI-Technologieunternehmen Anyline – in der ersten Phase als Mobile Engineer, später im Produktmanagement und zuletzt im Management mit Sales- und Marketing-Verantwortung. Als Gründer ergänzen wir uns also optimal.

Was waren dann die wichtigsten Steps von der Idee bis zum bevorstehenden Launch eurer Bezahlkarte?

Über die letzten Jahre haben wir gesehen, was es braucht, um ein solches Projekt aufzubauen. Vieles von unserer Arbeit fußt sicherlich auf der Erfahrung der Vorjahre und nicht zuletzt auf unserem Netzwerk. Wir haben uns die möglichen Partner angeschaut, den technischen Aufwand, die Regulatorik dahinter – schlussendlich immer mit dem Ziel, unser Produkt sinnvoll umsetzen zu können. Dazu haben wir viele Gespräche mit potenziellen Nutzer*innen geführt, unseren Case Investoren vorgestellt und schließlich mit diesem ganzen Backing gegründet. Mittlerweile ist die Produktentwicklung weit vorangeschritten und das Unternehmen wie auch das Team wächst. Der Großteil der Arbeit liegt aber noch vor uns, es ist wirklich eine spannende Aufgabe.

Das Besondere an eurer Karte ist das Open-Banking-Prinzip. Inwieweit unterscheidet ihr euch damit von anderen Anbietern und wo liegen die Vorteile?

NumberX ist die Finanzplattform, die für Endkunden das bewährte Alte mit dem innovativen Neuen verbindet, also ganz konkret die traditionelle Bankenwelt mit neuen Finanztechnologien. Neobanken haben eine tolle Benchmark in Bezug auf UI/UX geschaffen, aber nicht jeder Kunde will dort sein Bankkonto führen. Das Vertrauen ist weiterhin bei den klassischen Hausbanken und da setzen wir an. Wir verstehen uns als Zusatzservice zum bestehenden Bankkonto, damit Nutzer*innen ganz einfach Zugang zu einer modernen, appbasierten Bezahlkarte und weiteren Finanzservices erhalten - wie man es eben von Neobanken kennt. Im Grunde sind wir eine digitale Geldtasche und machen uns dazu das Thema Open Banking zunutze, ganz nach dem Motto: „Bleib gerne bei deiner Hausbank, aber hol’ dir von NumberX das Upgrade für dein Girokonto.“

Wie habt ihr die Startphase und damit auch euch selbst bislang finanziert?

Anfangs haben wir NumberX aus eigener Tasche finanziert und damit die Idee zum Konzept entwickelt und Feedback eingeholt, speziell von möglichen Nutzer*innen aber auch von Partnern. Der Finanztechnologie-Bereich ist ja stark reguliert und man muss schon recht früh wissen, unter welchen Bedingungen man so ein Produkt überhaupt umsetzen kann. Da müssen einerseits die Partner mitspielen, man muss es finanzieren können und schlussendlich muss es der Markt auch brauchen. Wir haben die Gespräche mit Investoren früh begonnen, dann recht schnell eine erste Finanzierung erhalten und uns Schritt für Schritt nach vorne gearbeitet.

Was sind eure weiteren unternehmerischen To Do's bis zum fertigen Produkt? Wann wird eure Karte im Einsatz sein?

Unser Start verlief sehr gut, derzeit haben wir bereits eine vierstellige Zahl an Interessent*innen auf der Warteliste für unsere kostenlose Beta-Phase. Ab April starten wir mit unserer Beta und werden dann die Plattform Schritt für Schritt öffnen. Unsere nächsten Schritte sind ganz klar: Team weiter aufbauen, Produkt zur Marktreife bringen und dann mit stetiger Innovation skalieren. Für die jetzige Phase ist es wichtig, Feedback direkt von interessierten Nutzer*innen zu bekommen, damit das Produkt den Erwartungen des Marktes gerecht wird.

Und last but not least: Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern aus eigener Erfahrung?

Ich denke, man muss Unternehmertum leben, also wirklich atmen. Man hat das Privileg, zu gestalten, aber muss sich auch der Verantwortung stellen, vor allem gegenüber Nutzer*innen, seinem Team und Investoren. Dieses Risikos muss man sich auch ganz bewusst sein, denn Gründen ist wirklich eine Herausforderung mit vielen Ups und Downs. Es gibt keine normalen Arbeitszeiten und man ist permanent am Nachdenken. Aber wenn man der richtige Typ dafür ist, dann empfindet man das als positiven Stress, der einem sehr viel Kraft gibt. Das muss man wissen und wollen. Fehler macht man aber immer, das ist normal und auch wichtig. Man muss daraus lernen und generell auch konsequent bleiben, an seine Idee glauben, aber gleichzeitig auch Kritik verstehen und daraus lernen.

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Das Interview führte Hans Luthardt

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Barrierearme App gegen Cyber-Mobbing geht online

Am 22.02.24 ist der internationale "Behaupte dich gegen Mobbing"-Tag. Aus diesem Anlass stellen wir eine besondere Initiative der Werkstätten in Berlin und klicksafe vor: die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Berlin e.V. (LAG WfbM Berlin) setzt sich für umfassende berufliche Teilhabe ein. Dazu zählen unter anderem auch Schulungen und Bildungsangebote zum Thema Gewaltprävention und Medien. Mit der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ wurde nun in Kooperation mit der EU-Initiative klicksafe, die in Deutschland von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz koordiniert und gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt wird, ein Präventions- und Hilfsangebot geschaffen, das über die Werkstätten hinausgeht und sich an alle Menschen mit Beeinträchtigungen richtet.

Klicksafe hat zum Ziel, die Online-Kompetenz unterschiedlicher Zielgruppen zu fördern und hatte bereits eine App zum Thema Cybermobbing für Kinder und Jugendliche entwickelt. Für Erwachsene mit Beeinträchtigung gab es zuvor noch kein solches Angebot.

Die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“

Die App zeichnet sich durch einen besonders partizipativen Ansatz aus, der bereits bei ihrer Entwicklung begann. Eine Arbeitsgruppe, die aus Menschen mit Beeinträchtigungen bestand, erarbeitete sich das Thema Cyber-Mobbing über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg, entwickelte gemeinsam die Inhalte und realisierte die Umsetzung.

Begleitet wurden die Werkstattbeschäftigten von der Fachberatungsstelle Gewaltprävention, Mitarbeiter*innen aus den Sozialdiensten der Werkstätten, einem Gebärdensprachdolmetscher und einer Medienpädagogin. So wurde nicht nur ein hohes Maß an Partizipation der Zielgruppe erreicht, sondern auch ein überzeugendes Ergebnis erzielt.

Verständliche und barrierearme Gestaltung

Wichtig war dabei vor allem die verständliche und barrierearme Gestaltung der Inhalte. Alle Informationen und Erklärungen rund um das Thema digitale Gewalt sind in einfacher Sprache verfasst, darüber hinaus gibt es bildbasierte Anleitungen, die Schritt für Schritt zeigen, wie man Kontakte auf Social-Media-Plattformen blockieren, melden oder löschen kann. Ein wesentliches Element der „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ sind zudem Videos, in denen die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe selbst als Expert*innen auftreten. Dabei vermitteln sie in einfachen Worten oder Gebärdensprache wichtige Tipps, z.B. wie man einen Screenshot erstellt oder eine Anzeige bei einer Onlinewache macht.

Die Idee für dieses Projekt entstand aus den Erfahrungen der Fachberatungsstelle Gewaltprävention mit Werkstattbeschäftigten, die mit digitaler Gewalt konfrontiert wurden. Dabei sollte es nicht nur um einen verantwortungsbewussten Umgang, sondern um Aufklärungs- und Verhinderungsarbeit gegen Cyber-Mobbing gehen. Mithilfe von begleitenden Materialien für den Berufsbildungsbereich und anderen Angeboten kann die App deshalb auch zum Erwerb einer verbesserten Medienkompetenz der Zielgruppe genutzt werden.

Menschen mit Beeinträchtigung stärken

„Das Internet ist für alle ein wichtiger digitaler Raum. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen nutzen ihn und begegnen dabei digitaler Gewalt. Umso wichtiger ist es, dass es entsprechende Unterstützungs- und medienpädagogische Angebote gibt. Die Erfahrungen der Werkstattbeschäftigten waren ausschlaggebend für die Themen dieser App. Mit der ‚Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App‘ stärken wir Menschen mit Beeinträchtigung. Besonders stolz sind wir auf die inklusive Arbeitsgruppe und die Protagonist*innen der Videos. Sie vermitteln dieses Thema als Expert*innen in eigener Sache und liefern ganz konkrete Tipps an die Hand, um sich gegen Angriffe im Internet zu wehren“, so Bettina Neuhaus Geschäftsführerin der LAG WfbM Berlin.

„Gerade, wenn es um Mobbing oder Hass im Netz geht, sind vulnerable Gruppen besonders betroffen. Wir freuen uns, dass wir hier einen Beitrag leisten können: mit unserer Expertise im Bereich Cyber-Mobbing sowie den Grundlagen der bereits erfolgreichen Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App für Jugendliche“, ergänzt Deborah Woldemichael, Leiterin von klicksafe.

Im ersten Schritt steht die „Cyber-Mobbing Leichte Hilfe App“ ab sofort als iOS-Version für iPhone & Co. im App Store zum kostenlosen Download zur Verfügung. Eine Android-Version sowie begleitende Unterrichtsmaterialien für Bildungsveranstaltungen sollen zeitnah folgen.

Gründer*in der Woche: Ecoblister - Medikamentenverpackung neu gedacht

Unsere Gründer*in der Woche: Falsch eingenommene Medikamente sorgen alljährlich für unzählige Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle. Die Geschwister Jan Angermann, Anett Tanger und Mona Syhre wollen das mit ihrem Start-up Ecoblister ändern.

Alljährlich sterben in Deutschland mehr Menschen durch zu viele oder falsch eingenommene Medikamente als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen und Suizide zusammen. Das Problem liegt auf der Hand und ist ausgiebig wissenschaftlich untersucht: Insbesondere Menschen, die viele Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, verlieren leicht den Überblick. Viele Pillen sehen ähnlich aus und werden auch noch in ähnlichen Verpackungen ausgeliefert.

Es gibt eine einfache und erprobte Lösung: die patient*innenindividuelle Verblisterung. Das bedeutet, dass sich insbesondere Menschen mit vielen verschiedenen Medikamenten diese individuell verpacken lassen können. Und zwar sortiert nach Tag und Uhrzeit, zu denen sie eingenommen werden müssen. Entsprechende Angebote gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Doch bisher fristen sie ein Nischendasein. Ein Beispiel: Von den rund sieben Millionen Menschen in Deutschland, die regelmäßige Pflege erhalten, bekommt weniger als eine Million ihre Medikamente individuell vorverpackt.

Mona Syhre hat zusammen mit ihren Geschwistern Anett Tanger und Jan Angermann das Leipziger Start-up Ecoblister gegründet, um das zu ändern. Dazu haben sie den Arznei­kalender erfunden, der sogar noch mehr bietet als individuell verblisterte Medikamente. Für ihr Produkt hat die Chemikerin Mona ein Material entwickelt, das vorher noch keine Medikamentenverpackung weltweit zu bieten hatte: Es ist kompostierbar, bietet aber dieselbe Sicherheit wie die bisher üblichen Verbundverpackungen aus Kunststoff und Aluminium.

Bei der Gründung war Mona bereits 57 Jahre alt. „Wir sagen immer, wir sind ein erwachsenes Start-up“, meint sie. Mit dem jungen Start-up-Umfeld können sich die Geschwister oft nicht identifizieren. Start-up-Veranstaltungen seien zwar eine gute Gelegenheit, um zu netzwerken und sich auszutauschen, trotzdem empfindet Mona solche Veranstaltungen häufig als oberflächlich und wenig konkret. Die Gründung im höheren Alter sei für sie aber die beste Entscheidung gewesen: „Im Gegensatz zu jungen Unternehmer*innen bringe ich viel Berufserfahrung mit und lasse mich nicht so leicht verunsichern.“

Neuseeland als Initialzündung

Das erste Mal sah Mona nach Tag und Uhrzeit vorsortierte Medikamente in einer Apotheke in Neuseeland. Das machte sie neugierig. Sie war damals in der Forschung tätig und hatte bereits eine lange Karriere hinter sich. Trotzdem wurde ihr schnell klar, dass dieses Thema ihrem Berufsleben noch einmal eine neue Richtung geben könnte.

„Schon bei der ersten Recherche stieß ich auf erschreckende Zahlen“, sagt sie. Laut einer Stellungnahme des Bundestags aus dem Jahr 2018 stecken Medikationsfehler hinter rund 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich alleine in Deutschland. Die Schätzungen darüber, wie viele Menschen als Folge falsch eingenommener Medikamente sogar frühzeitig sterben, gehen weit auseinander. Laut einer in der Zeitschrift MWW – Fortschritte in der Medizin veröffentlichten Schätzung liegt die Zahl derer, die in Folge sogenannter Polymedikation sterben, zwischen 15.000 und 25.000. Die Krankenkasse BARMER geht sogar von bis zu 70.000 Todesfällen aus, die sich jedes Jahr durch besseres Arzneimitteltherapie­Management verhindern ließen.

Ein Beitrag zur Umwelt und Gesundheit

Damit war die Idee von Ecoblister geboren. Da die Pharma­branche enormen Plastikmüll produziert, war für Mona von Anfang an klar, dass ihre Lösung umweltfreundlich sein sollte. Jährlich werden laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. allein 42 Millionen Packungen Ibuprofen in Deutschland verkauft – so gut wie alle in Kunststoff (PVC) verpackt und mit Alufolie verschlossen. Diese Mischung ist in der Müllverwertung kaum zu trennen und damit auch nicht recyclebar. Das Ziel von Ecoblister war es, den weltweit ersten kompostierbaren Blister zu entwickeln.

Nachdem das Ziel klar war, mussten die Geschwister das Marktpotenzial herausarbeiten und professionelle Partner*innen für das Produkt finden. Dazu ließen sie zunächst zahlreiche mögliche Materialien testen: auf Kompostierbarkeit einerseits, aber auch, ob sie die strengen Verpackungsvorschriften für Medikamente erfüllen. Auch andere Unternehmen bat Mona um Hilfe, bis sie schließlich mit ihrem Produkt zufrieden war.

„Die größte Herausforderung war anschließend, Investor*innen zu finden, die an unsere Idee glauben. Gerade in Deutschland ist das für Start-ups oft schwierig, selbst wenn sie bereits ein fertiges Produkt und Produktionspartner*innen haben“, sagt Mona. Eine weitere Herausforderung war, dass viele potenzielle Investor*innen Einfluss auf das Produkt nehmen wollten, obwohl sie nicht vom Fach waren. Schließlich entschieden sich die Geschwister für einen Kredit.

Zielgruppe Senior*innen

Der Fokus des Arzneikalenders liegt vor allem auf Patient*innen mit Polymedikation, also solchen, die dauerhaft fünf oder mehr Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen. Wer schon einmal mehr als zwei oder drei Medikamente gleichzeitig regelmäßig einnehmen musste, kennt sehr wahrscheinlich diese Fragen: Habe ich die Dosis für heute Abend schon genommen? Ist die braune Pille das richtige Präparat oder nur eine von den Vitamintabletten, die so ähnlich aussehen? Und wo ist nochmal der Zettel mit den Einnahme-Anweisungen für das neue Medikament? Häufig betrifft das Menschen über 65 Jahren. Das zeigen auch Analysen des BARMER GEK Arzneimittelreports: Innerhalb eines Quartals wurden etwa einem Drittel aller Versicherten über 65 Jahre fünf und mehr Medikamente zur täglichen Anwendung verordnet.

2023, also mehr als 20 Jahre, nachdem Verblistern zum ersten Mal in Deutschland angeboten werden durfte, kommt langsam Bewegung in den Markt: Eine erste Versandapotheke bietet sogenannte Blisterrollen als kostenlosen Service an. Mit diesem System werden die Medikamente zwar nach Einnahmezeitpunkt neu sortiert und verpackt, allerdings erhalten Patient*innen die einzelnen Blister-Abteile in einer langen Rolle, weshalb insbesondere Menschen mit einer Sehbehinderung immer noch Probleme haben dürften, diese auseinanderzuhalten. Und das Müllproblem der Branche löst dieses Angebot auch nicht.

Überzeugungsarbeit für ein sicheres Gesundheitswesen

Damit Verblisterung flächendeckend funktioniert, sind insbesondere ältere Patient*innen ohnehin oft auf ihre lokale Apotheke angewiesen. „Es ist nicht damit getan, dass wir den Ecoblister entwickelt haben“, sagt Mona. „Ich leiste auch täglich Überzeugungsarbeit – bei Apotheken, Ärzt*innen, Krankenkassen und auf Blister-Workshops, die wir regelmäßig organisieren.“ In vielen anderen Ländern, etwa in den benachbarten Niederlanden, zahlt die Krankenkasse, wenn Medikamente individuell sortiert und neu verpackt werden. Dort hat man erkannt, dass individuelle Verblisterung ein einfacher und günstiger Weg ist, die Gesundheit von Menschen zu schützen. In Deutschland übernehmen die Kassen die Kosten trotzdem nur dann, wenn ein professioneller Pflegedienst die Dienstleistung bestellt. Wer nicht im Heim wohnt und beispielsweise von Angehörigen zu Hause versorgt wird, geht leer aus.

Monas Traum ist, dass irgendwann alle Apotheken in Deutschland auf Wunsch individuell verblistern – und dass dabei möglichst wenig Müll entsteht. Dazu braucht es einerseits klare Regeln, wer dafür bezahlt. Andererseits müssten die Apotheken auch mehr Medikamente als sogenannte Schüttware bestellen können, also in großen Behältern verpackt, anstatt, wie aktuell üblich, bereits einzeln verblistert.

Der Erfolg gibt Mona und ihren Geschwistern Recht: Im vergangenen Jahr ist Ecoblister um 50 Prozent gewachsen, bereits 40 Apotheken haben die Produkte in ihr Sortiment aufgenommen. Ohne ihr in langer Berufserfahrung gewonnenes Wissen und hartnäckiges Networking wäre das nicht gelungen, sagt Mona. Ihr Tipp für jüngere Gründer*innen lautet: Nicht verunsichern lassen, keine Angst haben, nach Hilfe zu fragen und immer hartnäckig bleiben. „Ich kann gar nicht zählen, wie viele Menschen mir von der Gründung abgeraten haben. Ich habe einfach weitergemacht – und es funktioniert.“

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Das sind die nervigsten Floskeln in Stellenanzeigen

Eine aktuelle Studie deckt auf: Von "Work hard, play hard" bis "Obstkorb": Mit diesen Floskeln vergraulst du deine Bewerber*innen schneller als gedacht.

In einer Umfrage hat die Lernplattform Preply den Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen näher unter die Lupe genommen und zeigt, worauf du bei deiner nächsten Stellenausschreibung achten solltest.

Diese Floskeln in Stellenanzeigen finden Deutsche am nervigsten:

1. „Work hard, play hard“ ist die nervigste Floskel in Stellenanzeigen

„Play hard“ oder doch „work hardest“? Laut Umfrage klingeln bei den meisten Bewerber*innen da die Alarmglocken. In allen Altersgruppen, außer bei den über 55-Jährigen, ist man sich einig, dass diese Floskel besser nicht in Stellenanzeigen vorkommen sollte. Die Umfrage zeigt, dass 32 % der Teilnehmenden den Ausdruck als überstrapaziert empfinden oder sie ihn nicht gerne in einer Stellenanzeige lesen. Besonders bei der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen kommt der Ausdruck schlecht an: Stolze 48 % finden den Begriff störend.

2. Der Begriff „Alleskönner“ ist das zweitgrößte Reizwort in Stellenanzeigen

In Stellenanzeigen beliebt, bei Bewerber*innen eher weniger: der Alleskönner. Multitalente, die in Unternehmen unterschiedlich eingesetzt werden können und über ein breites Wissen verfügen. Laut Umfrage empfinden den Begriff 26 % als störend. Bei den weiblichen Studienteilnehmenden liegt der Prozentsatz sogar bei über 30 % im Vergleich zu 18 % bei den männlichen Altersgruppen.

3. „Jenseits der 9-5-Mentalität“ steht an dritter Stelle der nervigsten Begriffe und Ausdrücke in Stellenanzeigen

Insbesondere in der Medien- und Modebranche ist der Begriff oft anzutreffen. Was sich auf den ersten Blick nach mehr Flexibilität anhört, kann sich im Arbeitsalltag allerdings schnell in regelmäßigen Überstunden und Wochenendarbeit widerspiegeln. Laut Umfrage empfindet ein Viertel der Studienteilnehmer (25 %) den Begriff als negativ, bei den 45- bis 54-Jährigen sind es sogar 35 %.

Und zu guter Letzt: der gute alte Obstkorb. Ein „Benefit“, das eigentlich keins sein sollte. Wieso sich der Obstkorb immer noch nicht aus Stellenanzeigen verschwinden lässt, ist auch uns unklar. Auch 14 % unserer Studienteilnehmer können mit Früchten in Jobinseraten wenig anfangen.

Inwiefern beeinflusst die Wortwahl in Stellenanzeigen die Wahrnehmung der Stelle sowie des Unternehmens?

Gut gewählte Worte, die den Kern des Jobangebots treffen, haben die Macht, potenzielle Bewerber*innen für eine bestimmte Stelle und das Unternehmen zu begeistern. Um den Zusammenhang zwischen der Wortwahl in Stellenanzeigen und der daraus resultierenden Wahrnehmung besser zu verstehen – sowohl in Bezug auf die Art der Stelle als auch auf das Image des Unternehmens – haben wir mit mehr als tausend deutschen Büroangestellten eine Befragung durchgeführt. Preply hat nachgefragt, ob sie der Ansicht sind, dass die Verwendung von Floskeln in Stellenanzeigen einen negativen Einfluss auf ihre Wahrnehmung eines Unternehmens oder einer Stelle haben könnte. Eine überwältigende Mehrheit (66 %) der Befragten gab an, dass sich nervige Floskeln negativ auswirken können. Interessant: Die vorliegende Analyse zeigt jedoch, dass die Auswirkungen der Wortwahl bei den 35- bis 44-Jährigen weniger signifikant zu sein scheinen. Im Gegensatz dazu scheint sich vor allem die jüngere Generation an Floskeln zu stören: 71 % der 16- bis 24-Jährigen geben an, dass diese Wortwahlen einen negativen Einfluss haben können.

„Rote Fahnen“ in Stellenanzeigen, auf die du achten solltest

  • „Wir sind eine Familie“ – die Grenzen zwischen Privat- und Arbeitsleben können fließend sein, eine klare Trennung eventuell nicht möglich.
  • „Muss multitaskingfähig sein“ – dies kann eine erhöhte Belastung im Arbeitsalltag bedeutet.
  • „Bewahrt auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf“ – das kann auf einen stressigen Berufsalltag hindeuten.
  • „Bereitschaft, auch außerhalb der Bürozeiten zu arbeiten“ – kann auf eine schlechte Work-/Life-Balance hindeuten.
  • „Juniorposition – 5 Jahre Berufserfahrung zwingend“ – solche Jobangebote stellen unrealistische Erwartungen an ihre Bewerber*innen, die nicht dem Standard entsprechen.

Wie schreibt man also eine barrierefreie Stellenanzeige?

Eine gute Stellenanzeige ist informativ und überzeugend. Vermeide vage Formulierungen und übermäßigen Fachjargon. Sei klar und stelle sicher, dass die Unternehmenskultur im Text subtil widergespiegelt wird. Dies gilt sowohl bei formellen Unternehmen als auch informellen, wie zum Beispiel Start-ups. Denke dabei an dein Zielpublikum: Wen willst du mit der Stellenausschreibung erreichen und für dein Unternehmen begeistern? Diese Message sollte sich bereits in den ersten paar Zeilen des Inserats herauskristallisieren. Trau dich auch, aus der Masse herauszustechen, anstatt einen Standardtext mit leeren Floskeln zu wählen.

Sei allerdings bedacht bei der Verwendung von zu vielen englischen Begriffen in Stellenanzeigen. Frühere Untersuchungen zu Anglizismen am Arbeitsplatz haben gezeigt, dass die übermäßige Verwendung englischer Begriffe nicht bei jedermann Anklang findet. Achte auch auf sogenannte rote Fahnen, wie beispielsweise unrealistische Anforderungsprofile oder leere Floskeln. Vergiss schließlich nicht, nebst den Anforderungen auch die (Aufstiegs-)Möglichkeiten und Vorteile aufzuzeigen. Dabei ist es wichtig, in puncto Gehalt und Entwicklungsmöglichkeiten mit vollständiger Transparenz zu glänzen. Dies wird von Bewerber*innen sehr geschätzt, denn schließlich sollte bei einem Vorstellungsgespräch das gegenseitige Kennenlernen im Fokus stehen.

Dabei kann es eine Herausforderung darstellen, Stellenbeschreibungen inklusiver zu gestalten. Achte daher auf die Verwendung geschlechtersensibler Sprache und stelle sicher, dass die Stellenausschreibung durch die Verwendung klarer Schriftarten, Farben und Formatierungen verständlich ist.

Verwende eine Sprache, die für eine Vielzahl von Menschen unabhängig von ihrer Muttersprache leicht verständlich ist. Berücksichtige kulturelle Unterschiede, die die Interpretation bestimmter Wörter oder Ausdrücke beeinflussen können. Und schließlich ist es ratsam, Fähigkeiten und Qualifikationen hervorzuheben, anstatt sich nur auf bestimmte Jobtitel oder Abschlüsse zu konzentrieren.“

Schlussfolgerung

Kurz gefasst: Der Sprachgebrauch in deutschen Stellenanzeigen hat definitiv großes Potenzial nach oben. Verabschieden wir uns endlich von abgedroschenen Ausdrücken wie „jenseits der 9-5 Mentalität“ oder „Alleskönner“. Stattdessen sollten wir klare Stellenanzeigen ohne unnötigen Fachjargon anstreben, die für jeden verständlich sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Muttersprache.

FRAMEN: MediaTech-Scale-up sichert sich zweistelliges Mio. Investment

Das 2018 von Magdalena Pusch, Dimitri Gärtner, Alexander Gärtner und Sveatoslav Podobinschi gegründete FRAMEN ermöglicht die Ausspielung von Content auf allen handelsüblichen Screens im kommerziell genutzten Raum. So sollen Werbetreibende und Standortbetreiber leichter zueinander finden und passende Inhalte mit ihren Zielgruppen teilen.

FRAMEN gibt bekannt, dass die neueste Investitionsrunde erfolgreich abgeschlossen wurde. Axel Springer investiert weiter in die strategische Expansion von FRAMEN. Die frischen Mittel werden dazu verwendet, die Produktentwicklung zu intensivieren, die europäische Expansion zu beschleunigen und FRAMENs Ziel zu festigen, weiterhin an vorderster Front in der DOOH & CTV Branche mitzuspielen.

Hier gibt’s unsere StartingUp-Gründerstory über FRAMEN zum Nachlesen

Die internationale Relevanz von FRAMEN wurde erst kürzlich durch den internationalen Werbeverband IAB ausgezeichnet, der FRAMEN als einziges deutsches Unternehmen zu den Leading Playern in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) zählt. Die Expansionen in Großbritannien und Frankreich sind mit eigenen Tochtergesellschaften bereits erfolgreich etabliert. FRAMEN setzt mit dem eigenen Inventar in über 24 Ländern und einer Reichweite von 200 Millionen Menschen auf eine taktische Expansion. Der Fokus liegt auf Ländern, in denen bereits Umsätze ohne lokal ansässige Teams erzielt wurden und in denen Partnerschaft-Inventare von Hotelketten und Coworking-Screen-Anbietern vorhanden sind.

Die Partnerschaft mit Axel Springer und der Zugang zu AI-Plattformen wie OpenAI sollen die Vision von FRAMEN stärken, Vorreiter und innovativer Player in der Branche zu sein. Das Unternehmen positioniert sich, um ein umfassendes Image- und Video-Studio für Content Management und Ads sowie ein geplantes Creator-Programm zu etablieren, um sowohl DOOH-, CTV- als auch Social Budgets zu bedienen.

„Wir schätzen die anhaltende Partnerschaft mit Axel Springer sehr und freuen uns über das Vertrauen, das sie nach wie vor in die Zukunft von FRAMEN setzen. Frankreich und Großbritannien haben sich erfolgreich etabliert auch deshalb, weil wir auf vielen Ebenen die Unterstützung aus dem Konzern haben“, sagt Dimitri Gärtner, CEO und Mitgründer von FRAMEN.

Gamechanger: Vorbildcharakter von Unternehmen

Eine aktuelle Studie der Uni Mannheim zeigt eindrucksvoll: Je sozialer das Unternehmen, desto ethischer das private Verhalten der Mitarbeitenden.

Wenn Unternehmen sich verstärkt in gesellschaftlichen und Umweltbelangen engagieren, wirkt sich das positiv auch auf das moralische Verhalten ihrer Mitarbeitenden außerhalb der Arbeit aus. Das haben Wirtschaftswissenschaftler*innen der Universität Mannheim in einer neuen Studie herausgefunden.

Unternehmen setzen im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility (CSR) – also der unternehmerischen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft – immer häufiger den Umweltschutz in den Fokus ihrer Bemühungen. Sie stellen beispielsweise ihre Dienstflotten auf E-Autos um, passen die Vorgaben für Dienstreisen an und animieren ihre Mitarbeitenden dazu, Energie und Papier zu sparen. Eine neue Studie am Lehrstuhl für Personalmanagement und Führung von Prof. Dr. Torsten Biemann belegt nun, dass die CSR-Aktivitäten einer Organisation im Umweltbereich direkte Auswirkungen auf das private Verhalten der Beschäftigten gegenüber der Gesellschaft haben: Agiert ein Unternehmen im Sinne der CSR, sind auch die Angestellten bereit, Spenden zu leisten und Freiwilligenarbeit zu übernehmen. Und umgekehrt: Betriebe, die kein nennenswertes CSR-Engagement vorzuweisen haben, bremsen die gesellschaftliche Initiative ihrer Angestellten aus. 

Wie sich CSR-Aktivitäten auf das Verhalten von Arbeitnehmenden auswirken, steht schon länger im Fokus von wissenschaftlichen Untersuchungen. Die Forschung beschränkte sich aber bislang meist auf das Verhalten der Menschen innerhalb ihres Arbeitsbereichs. „Dieser unternehmenszentrierte Fokus vernachlässigt das Potenzial von Organisationen, das private Sozial- und Umweltverhalten ihrer Mitarbeitenden zu verändern und damit zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen beizutragen“, sagt Dr. Irmela Koch-Bayram, die die Studie leitete. 

Auf Grundlage sozialpsychologischer Literatur über moralische Konsistenz und moralisches Gleichgewicht führten Koch-Bayram und Biemann drei Experimente durch. Ihr Ziel war es zu untersuchen, ob Mitarbeitende ihr privates prosoziales Verhalten auszugleichen versuchen. Das würde bedeuten, dass sie auf verstärkte CSR-Aktivitäten ihres Unternehmens mit geringerer Bereitschaft zum prosozialen Verhalten außerhalb der Arbeit reagieren, weil sie sich von dieser Aufgabe befreit fühlen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sprachen jedoch klar dagegen. Die Forschenden erklären die positiven Auswirkungen von umweltbezogener CSR teilweise durch die Stärkung der ökologischen Selbstidentität der Beschäftigten. „Unsere Erkenntnisse verdeutlichen, wie groß die ethische Verantwortung und wie wichtig der Vorbildcharakter von Organisationen ist. Andererseits wird deutlich, dass soziale Unverantwortung sogar einen gesellschaftlichen Schaden anrichten kann“, fasst Koch-Bayram zusammen.

Tipp zum Weiterlesen: Koch-Bayram, I., Biemann, T. (2024). How Corporate Social (Ir)Responsibility Influences Employees’ Private Prosocial Behaviour: An Experimental Study. Journal of Business Ethics.

Neocom: KI-Start-up erhält 4,5 Mio. US-Dollar zur globalen Expansion

Das 2020 von Dana Nedamaldeen und Sebastian Slomski gegründete Start-up Neocom ist eine KI-gestützte Guided Selling-Plattform.

Neocom, ein Pionier in der digitalen Kaufberatung, hat heute einen bedeutenden Fortschritt bekanntgegeben. Das Münchner Unternehmen sicherte sich eine Finanzierung in Höhe von 4,5 Millionen US-Dollar, angeführt von Carbide Ventures und Sangha Capital. Diese wichtige Investition ist ein wesentlicher Schritt für Neocom, um zwei der größten Herausforderungen im Online-Shopping zu meistern: “Choice Overload” durch die fehlende Produktberatung für Verbrauchende und den Mangel von einzigartigen Kundendaten für Unternehmen.

Die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellen

Dana Nedamaldeen, CEO und Mitgründer, betonte die Vision, welche die Konsumierenden in den Mittelpunkt stellt: "Wir sind auf einer Mission, digitale Storefronts neu zu definieren. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz unterstützen wir die Kundschaft bei der Suche nach dem richtigen Produkt und revolutionieren das bisherige Online-Einkaufserlebnis. Diese jüngste Finanzierungsrunde ermöglicht es uns, unser Wachstum finanziell, personell und technologisch signifikant zu beschleunigen und unseren Innovationsvorsprung weiter auszubauen."

Strategische Verlagerung in die USA

Die strategische Verlagerung des Unternehmens in die USA markiert einen entscheidenden Schritt in seiner globalen Expansionsstrategie und unterstreicht das Ziel von Neocom, eine führende Rolle im E-Commerce-Sektor einzunehmen und seine innovativen Lösungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen intelligente Algorithmen, welche die Kundschaft schrittweise zum idealen Produkt leitet, indem sie nutzungsorientierte Fragen stellen. Nutzende erhalten in Echtzeit präzise Produktempfehlungen, die ihren Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig liefert die Plattform von Neocom wertvolle Daten durch die Analyse des Kundenverhaltens während der Suche. Bis heute hat das Start-up nach eigenen Angaben über 5 Millionen Verbrauchenden geholfen, das „perfekte Produkt“ zu finden.

Sebastian Slomski, CTO und Mitgründer von Neocom, hebt den strategischen Ansatz des Unternehmens im Umgang mit Daten hervor: "Die Zero-Party-Daten und Erkenntnisse, die wir durch Interaktionen mit den Verbrauchenden gewinnen, sind für Einzelhändler und Marken von unschätzbarem Wert. Sie bieten ein tiefes Verständnis der Kundenpräferenzen und ermöglichen effektivere, personalisierte Erlebnisse."

Planet A Foods: 15,4 Mio. Dollar-Investment für die weltweit erste kakaofreie Schokolade

Das Münchner B2B-FoodTech-Start-up wurde 2021 von den Zwillingen Dr. Sara und Dr. Max Marquart gegründet und investiert das Geld die internationale Expansion seiner kakaofreien Schokolade ChoViva.

Planet A Foods, ein Start-up für nachhaltige Lebensmittel-Zutaten, hat in einer neuen Series-A-Finanzierungsrunde 15,4 Millionen US-Dollar frisches Kapital eingesammelt. Das B2B-Food-Start-up will das Geld dazu nutzen, die Produktion der Kakaoalternative ChoViva zu skalieren, die Kosten zu senken und in weitere Märkte zu expandieren. Die Finanzierungsrunde wurde bereits 2023 abgeschlossen.

„In Zukunft wird Schokolade teurer werden als Kaviar, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Wir arbeiten jeden Tag daran, mit ChoViva Teil der Lösung zu sein. Mit dem Produkt bauen wir eine Alternative zu Schokolade auf und entlasten so die Kakaolieferkette“, sagt Mitgründer und CEO Dr. Max Marquart. Die Series-A-Finanzierungsrunde wird vom Climate-Tech-Wagniskapitalgeber World Fund mit Sitz in Berlin angeführt. Omnes Capital, Cherry Ventures, Mudcake, Nucleus Capital und TriplePoint Capital sowie weitere beteiligten sich ebenfalls.

„Dass diese Series-A-Finanzierungsrunde trotz eines allgemeinen Rückgangs der Investitionen in der Lebensmittelbranche überzeichnet war, steht für den Erfolg von Planet A Foods”, sagt Daria Saharova, Managing Partner des World Funds.

Müslimarke Kölln setzt bereits auf ChoViva

Planet A Foods ist mittlerweile unter anaderem bei REWE in einer Reihe namhafter Produkte zu finden, darunter von Müslihersteller Peter Kölln und Kekshersteller Griesson - de Beukelaer. Lufthansa bietet den Business-Class-Gästen die ChoViva-Tafeln an. Das Startup hat darüber hinaus kürzlich ein Produkt zusammen mit der Schokoladenmarke Lindt eingeführt. „Innerhalb von drei Jahren hat Planet A Foods aus einem Proof-of-Concept ein industrietaugliches Produkt gemacht, das heute in den Regalen steht, und Partnerschaften

mit großen globalen Lebensmittelunternehmen geschlossen“, so World-Fund-Partnerin Saharova.

Das Team von Planet A Foods hat bereits einen Teil der Finanzierung für den Ausbau der Produktion in seinem Werk in Pilsen (Tschechien) verwendet. Inzwischen kann das Unternehmen 750 Kilogramm ChoViva pro Stunde in einer hocheffizienten Produktionsumgebung herstellen. Der Prozess ist nach IFS zertifiziert, einem international anerkannten Standard für Lebensmittelsicherheit.

Planet A Foods hat eine Reihe von Produkteinführungen für 2024 geplant, und die Gründer*innen planen die Besetzung wichtiger neuer Positionen in ihrem über 40-köpfigen Team in Deutschland. Die gesammelten Mittel werden außerdem für die weitere Optimierung der Technologieplattformund für die Markteinführung in Großbritannien in diesem Jahr verwendet. Die Geschwister befinden sich darüber hinaus in Gesprächen mit strategischen Vertriebspartnern in anderen europäischen Märkten, Asien und in den USA. „Die Series A hat die Weiterentwicklung unserer Technologieplattform beschleunigt und ermöglicht uns, hochkarätige Expert*innen in den Bereichen Lipide, Schokolade und Synbio einzustellen,“ sagt Dr. Sara Marquart.

ChoViva: umweltfreundliche Kakaoalternative

Im Fermentationsprozess des Unternehmens werden lokal bezogene Zutaten – darunter Hafer und Sonnenblumenkerne – mithilfe firmeneigener Technologien in ChoViva verwandelt: ein Produkt mit zartschmelzender Textur und Schokoladengeschmack. „Mithilfe der Finanzierung haben wir nicht nur unser Produktportfolio erweitert, sondern auch Geschmack und Textur verbessert und unsere führende Position im Bereich alternativer Kakao- und Schokoladenprodukte gefestigt“, sagt Dr. Sara Marquart, CTO und Mitgründerin von Planet A Foods. ChoViva kann in Kombination mit herkömmlicher Schokolade oder als vollwertiger Ersatz verwendet werden. Es enthält bis zu 30 Prozent weniger Zucker und hat dank lokaler Zutaten und kurzer Lieferketten einen deutlich geringen CO2-Fußabdruck.

Das Unternehmen geht von einem riesigen Markt für das umweltfreundliche Produkt aus, da im Vergleich zu Kakao auch die Kosten attraktiv sind. Die Schokoladenpreise haben angesichts der Ernteausfälle infolge der Klimakrise derzeit ein 45-Jahres-Hoch erreicht.

Marktforscher erwarten, dass die aktuell 254 Milliarden US-Dollar schwere Schokoladenindustrie zwischen 2024 und 2028 jährlich um mehr als 5,6 Prozent wachsen wird.

Am Anfang stand ein Thermomix

Max Marquart, studierter Materialwissenschaftler und zweifacher Start-up-Gründer, wurde zur Idee für das Unternehmen inspiriert, nachdem er ein Buch von Rob Dunn mit dem Titel „Never out of Season“ gelesen hatte, in dem die zunehmend gefährdete Situation der globalen Monokultur-Lebensmittelproduktion beschrieben wird. „Mein Gedanke: Wollen wir wirklich eine Welt ohne Schokolade?'”, sagt er. Die Schwester des Unternehmers, Sara Marquart, ist Lebensmittelchemikerin und Expertin für Biotechnologie mit Spezialisierung auf Aromaherstellung. Sie arbeitete zuvor als Leiterin der Abteilung für Aromen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und verfügte daher über die Expertise, um ein kakaofreies Produkt zu entwickeln, das wie Schokolade schmeckt.

„Nach Hunderten von Versuchen hatten wir unseren ersten essbaren Prototyp. Als wir dann bei Y Combinator angenommen wurden, ging es Schlag auf Schlag“, sagt Sara. „Danach wurden wir als die Chocolate Siblings bekannt und unsere Produkte wurden inzwischen auf der ganzen Welt verkostet, von Mexiko bis nach Japan.“

COLIPI: Hamburger DeepTech-Start-up schließt 1,8 Mio. Euro Seed-Finanzierung ab

Das 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründete Start-up COLIPI entwickelt ein industriell-biotechnologisches Verfahren, welches klimaschädliches CO2 und kohlenstoffhaltige Industrieabfälle in Climate Oil umwandelt.

COLIPI: die "Brauerei für Öle"

Das 2022 gegründete Start-up, eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg, unterstützt durch das EXIST Forschungstransfer Programm (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) und das InnoRampUp Programm (IFB Innovationsstarter GmbH), revolutioniert die Art der Ölherstellung. COLIPI ist gewissermaßen eine Brauerei für Öle. Kohlenstoff wird aus der Luft gewonnen bzw. gefiltert statt aus dem Erdreich gepumpt. CO2-haltige Industrieabgase und organische Nebenströme, z.B. aus der Agrarindustrie, werden durch Mikroorganismen via Fermentationen in wertvolle Biomaterialien wie Climate Oil umgewandelt. Das Verfahren ist, gemessen am CO2-Fußabdruck und der Auswirkung auf die Artenvielfalt, nachhaltiger als Erdöl oder Palmöl. Es wird durch einen patentierten Bioprozess, eine Kombination aus einem speziell entwickelten Gas-Fermentationsbioreaktor und den weltweit schnellsten CO2-konsumierenden Bakterien, ermöglicht.

Industriepartner, die Produkte wie zum Beispiel Kosmetika auf Basis von Climate Oil anbieten, werden den Corporate CO2-Footprint deutlich reduzieren können. Die Gründer Philipp Arbeiter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers streben an, ab 2039 jährlich viele Millionen Tonnen Climate Oil pro Jahr zu produzieren und ein Vielfaches dessen an CO2 zu vermeiden. Das wird ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und damit zum Schutz der Menschheit.

Team vergrößern, Markt testen, Technik skalieren

Die nun abgeschlossene Seed-Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das junge Unternehmen. Das Kapital wird genutzt, um das Team zu vergrößern, den Markt zusammen mit von Partnern hergestellten Produkten zu testen und die Technik zu skalieren.

Zu den Investor*innen gehören der High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Innovationsstarter Fonds Hamburg (IFH), Nidobirds Ventures GmbH und Stefan De Loecker. Mit dem Investment kommt COLIPI ihrer Vision “Fermenting Renewable Carbon For Generational Life Quality” ein großes Stück näher.

“Wir glauben fest daran, dass unser Gas-Fermentations-Prozess ein Meilenstein für Bioprozesse darstellt, mit dem riesigen Potential, Biomaterialien wie Öle massenhaft zu günstigen Preisen und ohne umweltschädliche Einflüsse zu produzieren. Climate Oil soll eine klimaneutrale Alternative zu Palm- und Erdöl werden, die der Industrie hilft, Klimaziele leichter zu erreichen durch Reduktion von GHG Scope 3 und die Umwelt zu schützen. Mit Stefan De Loecker, HTGF, Innovationsstarter Fonds Hamburg und Nidobirds stehen wir zum Teil seit 2021 in regelmäßigen Austausch und freuen uns in ihnen die perfekten Partnerinnen für unsere nächsten Schritte gefunden zu haben”, kommentiert Maximilian Webers, Co-Founder & CEO von COLIPI.

Dr. Nik Raupp, Senior Investment Manager beim HTGF: „Die COLIPI-Gründer sind mit ihrer hohen technischen Kompetenz in der Biotechnologie und ihren wirklich innovativen Ansätzen zur nachhaltigen Lösung einer großen Herausforderung ein Paradebeispiel für das Potenzial der Bioökonomie.”

Dörte Bunge, Principal beim Innovationsstarter Fonds: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit dem Team der COLIPI GmbH. Diese Technologie hat das Potenzial, ein Massenprodukt zu einem akzeptablen Preis zu ersetzen und kann damit einen wirklichen Impact erreichen.”

Prof. Dr.-Ing. Andreas Timm-Giel, Präsident TU Hamburg: „Technologietransfer aus Universitäten erfolgt neben direkten Industriekooperationen, Veröffentlichungen, Patenten und Absolventen auch über Start-ups. Technologische Lösungen, wie von COLIPI entwickelt, werden benötigt, um den Klimawandel abzumildern. Wir freuen uns, dass wir als Gründerhochschule mit unserem Startup Port @ TUHH eine Reihe von erfolgreichen Startups in Green Technologies zur Gründung führen konnten. COLIPI gratulieren wir ganz herzlich zu dieser weiteren Förderung und begleiten sie gerne auf ihrem weiteren Weg!”

Stefan De Loecker: „Die Innovation von COLIPI kann einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas liefern, insbesondere weil auch die Wirtschaftlichkeit der Technologie attraktiv ist. Dieses Thema liegt mir seit Jahren sehr am Herzen und die Begeisterung des COLIPI Teams ist ansteckend.”

Nicholas Keuper, Geschäftsführer Nidobirds Ventures: “COLIPI passt strategisch genau zu unserer Value Investing-Philosophie. Für uns steht die Qualität des Gründerteams immer an erster Stelle, und dieses Team hat uns überzeugt.”

Lexware Trendradar: Gründungshindernisse und Auswege

Eine aktuelle Umfrage unter Gründer*innen und Unternehmer*innen unterstreicht die Notwendigkeit: Runter mit den Finanzierungshürden!

Mehr Geld sparen, Sport treiben und sich gesünder ernähren – das sind die beliebtesten Vorsätze der Deutschen für dieses Jahr. So weit, so wenig überraschend. Für einige wird aber noch etwas anderes auf der diesjährigen To-do-Liste stehen: endlich den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Sein eigener Chef oder seine eigene Chefin zu sein, ist für viele eine ausgesprochen attraktive Aussicht, ebenso die Flexibilität, die mit einer selbstständigen Tätigkeit einhergehen kann.

Der Gründungsmotor stottert

Doch der Weg dorthin ist meist steinig, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Und in solchen befinden wir uns zweifelsohne schon seit einigen Jahren. Durch die COVID-19-Pandemie, die Energiekrise, die hohe Inflation und Co. haben Gründungswillige es aktuell schwer. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: So ist die Anzahl der jährlichen Unternehmensgründungen zwischen 2019 und 2023 selbst bei optimistischen Berechnungen um fast 100.000 auf rund 510.000 gefallen.

In diesem Jahr könnten wir zwar wieder ein kleines Plus verzeichnen, was wir aber eigentlich brauchen, ist eine deutliche Trendumkehr. Wir müssen wieder mehr Menschen „Lust aufs Machen“ machen. Denn Selbständige, vom Solo-Selbständigen bis zur Kleinunternehmerin, sind das Rückgrat unserer Wirtschaft: Ihre vier Millionen Unternehmen, die dabei zwölf Millionen Arbeitnehmer beschäftigen, machen 97 Prozent aller Unternehmen hierzulande aus! Dennoch finden sie in der öffentlichen (und politischen) Wahrnehmung oft nicht die entsprechende Beachtung. Und eine solche Trendumkehr ist trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Situation möglich. Dafür müssen wir aber erst die Bedingungen für Gründer*innen verbessern.

Gründen schwer gemacht

Denn Hürden gibt es so einige. In einer Umfrage von Statista und Lexware, einem Business-Softwareanbieter für Selbständige, unter Gründer*innen und Unternehmer*innen waren die Top 3 Hürden:

  • Fehlende finanzielle Mittel: 42 Prozent
  • Unübersichtliche Gesetzesvorgaben: 30 Prozent
  • Fehlendes Know-how (etwa bei Finanz- und betriebswirtschaftlichem Wissen): 21 Prozent

Im ersten Moment mag es naheliegen, die Verantwortung für die Beseitigung dieser Hindernisse bei den Gründungswilligen zu verorten. Und ja, wer sich in irgendeiner Form selbständig machen will, sollte sich natürlich vorher eingehend mit betriebswirtschaftlichen Fragen, den bürokratischen Anforderungen und der Finanzierung beschäftigen. In der Praxis gestaltet sich genau das aber häufig deutlich komplexer, als man vielleicht annehmen würde.

So werden Finanz- und betriebswirtschaftliche Themen immer noch so gut wie gar nicht in der Schule behandelt. Und wer kein BWL-Studium in der Tasche hat, sieht sich bei der Unternehmensgründung plötzlich mit Fragen konfrontiert wie „Welches Geschäftsmodell ist für mich am sinnvollsten?“, „Wie schreibe ich einen Businessplan?“ oder „Wie erledige ich eigentlich meine Buchhaltung?“

Mit Blick auf die bürokratischen Anforderungen, die bei der Unternehmensgründung und danach erfüllt werden müssen, kann man aufgrund der Komplexität eigentlich nur den Kopf schütteln. Allein für die Anmeldung eines Unternehmens braucht es in der Regel Termine bei der Stadt oder Kommune, dem Finanzamt und einem Notar. Das sind standardisierte Prozesse, aber in der Verwaltung fehlt die IT-Infrastruktur, um sie zu digitalisieren. Und das Steuerrecht birgt seine eigenen Stolperfallen, die in den schlimmsten Fällen zu hohen Nachzahlungen führen können. Eine Vereinfachung von Vorgaben und Prozessen ist dringend erforderlich, wenn mehr Gründungswillige den Schritt zur Selbständigkeit tatsächlich gehen sollen.

Die Frage aller Fragen: Wo kommt das Geld her?

Die größte Hürde ist allerdings die Finanzierung. Egal, welche Art von Tätigkeit man ausübt, bei der Selbständigkeit entstehen zunächst Kosten – zum Beispiel für Materialien, Arbeitsmittel oder Mitarbeitende. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) haben ihre Gründung hauptsächlich durch Eigenkapital finanziert. Ein Viertel (24 Prozent) hat einen Bankkredit aufgenommen und nur sechs Prozent haben staatliche Fördermittel in Anspruch genommen. Allerdings: Soll die Selbständigkeit in erster Linie nur für diejenigen möglich sein, die genügend Eigenkapital ansparen konnten?

Das Problem ist dabei nicht einmal das Fehlen von Förderinitiativen. Gerade auf staatlicher Seite gibt es einige, ob durch die Bundesagentur für Arbeit, die KfW-Bank oder die einzelnen Bundesländer. Diese werden zudem durch nichtstaatliche Programme ergänzt. Vielmehr ist es die Unübersichtlichkeit der Förderlandschaft, die Gründer*innen vor Herausforderungen stellt. Hinzu kommen oft undurchsichtige und langwierige Bewerbungsprozesse. Wenn wir das Gründen für mehr Menschen möglich machen wollen, brauchen wir mehr Transparenz sowie einfache, digitale Prozesse, um beispielsweise Fördermittel abzurufen. Ein Anfang wäre beispielsweise eine zentrale cloudbasierte Datenbank, in der man sein Vorhaben mit allen Fördermöglichkeiten abgleichen und direkt die erforderlichen Unterlagen hochladen und einreichen kann

Mondu: B2B-FinTech sichert sich 30. Mio. Euro Fremdfinanzierung

Mondu wurde 2021 von Malte Huffmann, Philipp Povel und Gil Danziger mit dem Ziel gegründet, den Zahlungsverkehr im B2B-Bereich zu vereinfachen. Das frische Kapital soll zur weiteren Expansion verwendet werden.

Im Oktober 2022 sicherte sich Mondu bereits 20 Millionen Euro von der VVRB. Mit der Erweiterung des Darlehens erhöht sich die Gesamtfinanzierung durch die VVRB für Mondu nun auf 50 Millionen Euro. Seit seiner Gründung im Oktober 2021 hat Mondu insgesamt mehr als 120 Millionen US-Dollar an Eigen- und Fremdkapital von verschiedenen Investor*innen erhalten.

Philipp Povel, Co-Gründer und Co-CEO von Mondu, erklärt: „Diese Finanzierung wird unsere europäische Expansion weiter vorantreiben und es uns ermöglichen, die Expansion auf dem gesamten europäischen Markt auszuweiten sowie zusätzliche Zahlungslösungen zum Vorteil unserer Geschäftskunden zu entwickeln. Dieser Schritt stärkt unser Engagement für Innovation und Wertsteigerung im B2B-BNPL-Ökosystem weiter. Wir sind dankbar für das anhaltende Vertrauen und die Unterstützung der VVRB und freuen uns über die Vertiefung unserer Partnerschaft.“

Ralf Magerkurth, CEO von VVRB, fügt hinzu: „Aufbauend auf dem Erfolg unserer Zusammenarbeit in Deutschland und Österreich sind wir weiterhin fest von Mondus Geschäftsmodell und dessen Wachstumspotenzial überzeugt. Unser Engagement wird zukünftig über Deutschland und Österreich hinausgehen, denn wir werden nun die Expansion in weitere europäische Länder unterstützen. Dieser Schritt ist Zeichen unseres Vertrauens in die Vision und Fähigkeiten von Mondu. Wir sind stolz darauf, Mondu auf dem Weg zur Neugestaltung der Branche in ganz Europa zu unterstützen.“

2023 war ein bedeutendes Wachstumsjahr für Mondu. Das Unternehmen arbeitet mit führenden Einzelhändlern, Großhändlern und B2B-Marktplätzen in Europa zusammen. Mondu eröffnete Büros in Amsterdam und London und registrierte sich erfolgreich bei der britischen Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority). Mittlerweile stellt Mondu seine Zahlungsmöglichkeiten mehr als 25 britischen Händlern zur Verfügung. Neben Großbritannien steht Mondu auch Händlern in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sowie Käufern in Belgien und Frankreich zur Verfügung.

Mondu hat einen digitalen Trade Account eingeführt, der die Abwicklung regelmäßiger Einkäufe vereinfacht, indem Kunden wiederkehrende Einkäufe in einer Abrechnung zusammenfassen und diese später bezahlen können. Darüber hinaus hat Mondu seine BNPL-Produkte erweitert, um nicht nur typische Online-B2B-Käufe abzuwickeln, sondern auch flexible Zahlungen im Außendienst, im Televerkauf oder bei E-Mail-Bestellungen anzubieten. Darüber hinaus wurden eine Reihe von Kooperationen zur weiteren Steigerung des Kundenwachstums ins Leben gerufen, u.a. Partnerschaften mit dem britischen Zahlungsspezialisten Acquired.com, der führenden Composable-Commerce-Plattform Spryker und MangoPay, einem Anbieter für modulare und flexible Zahlungen auf Marktplätzen und Plattformen.

Millionen-Investment für MedTech Start-up Implify

Das 2020 gegründete MedTech Start-up Implify hat eine erfolgreiche Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe eines siebenstelligen Investments abgeschlossen. Neben bmh beteiligen sich an dieser Runde auch seed + speed und Hanse Ventures.

Implify ist eine unabhängige und zentrale Service- und Technologie-Plattform im Bereich der Implantologie. Das Unternehmen wurde 2020 von Florian Schnorr, Marc-Philipp Kern und Steffen Weinlich gegründet und gilt als Pionier in der Digitalisierung von Prozessen rund um die Materialbeschaffung. Vom Firmensitz in Frankfurt am Main aus unterstützt Implify Dentalpraxen und -labore in der DACH-Region bei der digitalen Warenbeschaffung und -verwaltung. Mittels einer standardisierten Aufbereitung der Produkte und smarter Technologien können Einkäufer*innen alle notwendigen Produkte für eine Implantat-Behandlung schnell finden und direkt online bestellen. Dank der neu entwickelten Lösung „Implify Connect“ geht dies nun auch vollautomatisch.

Nach erfolgreichem Abschluss mehrerer Pilotprojekte für Konsignationslager von namhaften internationalen Herstellern soll die Finanzierung in die Ausweitung der Lösung auf weitere Zahnarztpraxen und Dentallabore sowie die Expansion in weitere Bereiche des Medizinsektors fließen.

Marc-Philipp Kern, Gründer und Geschäftsführer von Implify: „Wir merken, dass der Bedarf an smarten, automatischen Lösungen entlang der gesamten Lieferkette im Medizinmarkt enorm ist. Allein im deutschen Implantatmarkt sprechen wir von rund 10.000 Konsignationslagern, die noch immer größtenteils händisch verwaltet werden. Unsere modulare ,Implify Connect‘-Lösung schafft hier schnell und kosteneffizient Abhilfe und damit eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Daniel Steffen, Senior Investment Manager, seed + speed: „Die Notwendigkeit, tägliche Routinen im Dentalmarkt mit smarten, digitalen Lösungen effizienter zu gestalten, ist immens gestiegen. Mit optimierten Prozessen wie Implify sie bietet, kann sich das Personal dem eigentlich Wichtigsten besser widmen: nämlich dem Patienten. Wir freuen uns sehr, diese spannende Entwicklung begleiten zu dürfen.“

Sebastian Schulz, Geschäftsführer, Hanse Ventures: "Implify hat mit ihrem Produkt eine Lösung geschaffen, die es Zahnarztpraxen ermöglicht, einen Teil ihrer Administrationsarbeit, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat, zu vereinfachen und Fehlerquellen auszuschließen. Dabei ist ihre Lösung an die Praxiswirklichkeit angepasst und einfach einzurichten.“

„Wir begleiten Implify bereits seit der Seed-Runde 2021 durch einen von uns verwalteten Fonds. Die aktuelle Finanzierungsrunde dient im Wesentlichen dazu, das neue Geschäftsfeld ,Connect‘ voranzubringen. Der Bereich Lagerlogistik birgt großes Potenzial – auch für andere Anwendungsfälle im medizinischen Bereich“, ergänzt Lena Lang, verantwortliche Investment Managerin der bmh.

Studie: Generative KI in der europäischen Start-up Landscape

Die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups zeigt, dass sie ‌unter mangelnder Finanzierung leiden. Hier alle Ergebnisse im Überblick.

Das gemeinnützige appliedAI Institute for Europe veröffentlicht die erste Studie über den Status Quo von generativer KI in europäischen KI-Start-ups. Befragt wurden 95 Start-ups aus diesem Bereich zur Entwicklung von generativer KI sowie zu ihren Herausforderungen im internationalen Wettbewerb.

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für KI-Start-ups zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas erheblich zu stärken.

  • Insgesamt gibt es etwa 6.300 KI-Start-ups in der EU, davon sind 669 aus dem generativen KI-Bereich
  • Die meisten generativen KI-Start-ups kommen aus Deutschland (19,9 Prozent)
  • Das Funding generativer KI-Start-ups aus Europa beläuft sich auf bisher insgesamt 2,37 Mrd. Euro
  • Die größten Herausforderungen der Start-ups sind Finanzierung, Regulierung und Rechenkapazität

Die Start-ups wurden unter anderem zu Bereichen wie Finanzierung, spezifischen Tätigkeitsfeldern, Größe sowie ihren individuellen Herausforderungen als generatives KI-Startup in Europa befragt. Aus den zum Teil alarmierenden Ergebnissen leitet das appliedAI Institute for Europe wegweisende Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft ab.

Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind, die Investitionen in diesem Bereich voranzutreiben und eu­ropäische Start-ups dabei zu unterstützen, die Entwicklung von generativer KI in Europa zu beschleunigen. Denn diese Technologie hebt die Effizienz und Produktivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf ein neues Niveau. Europäische KI-Start-ups sind dabei unverzichtbar. Sie haben das Potenzial, die nächste Generation von generativen KI-Modellen zu entwickeln, die europäischen Werten entsprechen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Fokusfelder der generativen KI-Start-ups in Europa

Aktuell arbeiten 31 Prozent der 95 Start-ups an der Entwicklung sogenannter Basismodelle. 41,6 Prozent konzentrieren sich auf die Bereitstellung von Entwicklungstools und Infrastruktur für generative KI-Modelle. Zusätzlich entwickeln 62,9 Prozent Downstream-Anwendungen auf Grundlage bestehender Basismodelle. „Downstream” bezeichnet hier eine nachgelagerte Phase und bezieht sich auf die Anwendbarkeit und Erledigung spezifischer Aufgaben, die auf den Ergebnissen von KI-Modellen aufbauen. (Bei der Beantwortung waren Mehrfachnennungen möglich.)

Etwa die Hälfte der befragten Start-ups (52,6 Prozent) fokussiert sich speziell auf einzelne Schichten des Technologie-Stacks, während 47,4 Prozent in mindestens zwei Schichten des Technologie-Stacks aktiv sind.

Die größten Herausforderungen für generative KI-Start-ups (Mehrfachnennungen möglich):

  • Mangelnde Finanzierung (51 %)
  • Regulierung (24 %)
  • Begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung (19 %)
  • Mangel an qualifizierten Fachkräften (18 %)
  • Zugang zu hochwertigen Daten (17 %)
  • Faire Wettbewerbsbedingungen (14 %)
  • Sonstige regulatorisch-gesetzliche Aspekte (z. B. IP) (10 %)
  • Sicherheit (5 %)
  • Sonstige (11 %)
  • Externe Faktoren nehmen Start-ups Handlungsspielraum

Die Frage nach den Herausforderungen der Start-ups ist ein zentraler Teil dieser Studie. Mangelnde Finanzierung, die Regulierung in der EU sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung sind dabei die drei Bereiche, welche die Start-ups am stärksten beeinflussen und in denen dringender Handlungsbedarf besteht.

Es mangelt an finanzieller Unterstützung

Investitionen in generative KI sind unerlässlich für die europäische Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit. Sie führen zu einem erhöhten Maß an Unternehmertum, gesteigerter Produktivität und einer zukunftsorientierten Wirtschaft, welche die Entwicklung generativer KI aktiv mitgestaltet. Start-ups fungieren dabei als wirtschaftlicher Katalysator.

Etwa die Hälfte (51 Prozent) der befragten Start-ups gab an, dass ihre größte Herausforderung in der Finanzierung bzw. dem Funding liegt, insbesondere im Vergleich zu den USA und China. Den Daten zufolge haben europäische generative KI-Start-ups bisher nur rund 2,37 Mrd. Euro an Finanzmitteln gesammelt. Im Gegensatz dazu haben allein zwei Player aus den USA, OpenAI und Anthropic, bis Dezember 2023 bereits über 14 Milliarden Euro an Finanzierung erhalten. Allein diese beiden außereuropäischen KI-Start-ups haben sechsmal so viel Geld erhalten wie alle rund 669 generativen KI-Start-ups in der EU zusammen.

Die Zurückhaltung in europäische generative KI-Startups zu investieren, ist groß. Eine mangelnde Finanzierung erschwert allerdings das unerlässliche, aber kostenintensive Modelltraining enorm. Dies führt zu einem bedeutenden Wettbewerbsnachteil auf internationaler Ebene.

Start-ups zwischen Unsicherheit und Relevanz von Regulierung

24 Prozent der 95 Start-ups äußerten Bedenken aufgrund anstehender regulatorischer Maßnahmen, die teilweise als übermäßig komplex und restriktiv empfunden werden. Diese Umstände erzeugen Unsicherheit unter den Start-ups. Zusätzlich werden das bürokratisch geprägte Verwaltungsverfahren in Europa und die Frage des Urheberrechts als Wettbewerbsnachteil wahrgenommen.

Trotz dieser Herausforderungen betonen zahlreiche Start-ups die Relevanz von einheitlichen Vorschriften im Rahmen des EU AI Acts. Diese sollen die europäischen Werte sowie die Gesellschaft schützen.

Eingeschränkte Rechenleistung als Bottleneck

Die Daten zeigen, dass etwa die Hälfte (51,6 Prozent) der europäischen Start-ups im Bereich generative KI den Zugang zu den Supercomputern der European High-Performance Computing Joint Undertaking nutzen möchte, um ihre Modelle zu trainieren. Das EuroHPC JU ist eine Einrichtung von europäischen Staaten und privaten Partnern, die darauf abzielt, die Hochleistungsrechenkapazitäten in der EU voran­zutreiben. Die andere Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) ist allerdings der Ansicht, dass ein solcher Zugang keinen nennenswerten Mehrwert für ihr Startup bringen würde.

Die begrenzte Verfügbarkeit von Rechenleistung wird von 18 Prozent der Start-ups als Herausforderung gesehen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit in Europa sowie die hohen Kosten für Grafikprozessoren (GPU) und die Nutzung von Cloud-Services bringen Startups erhebliche Wettbewerbsnachteile im Vergleich mit außereuropäischen Start-ups. Dies resultiert auch aus einem generellen Mangel an Cloud-Anbietern in Europa.

Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Generative KI-Start-ups sind an der Spitze neuer technologischer Entwicklungen und treiben Europas Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft voran. Um sicherzustellen, dass Europa eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Entwicklung generativer KI spielt, ist daher unverzügliches Handeln notwendig. Andernfalls werden wir nur vom Spielfeldrand zusehen.“

Fünf Handlungsfelder zur Stärkung der generativen KI-Landschaft in Europa

Basierend auf der Analyse des europäischen Ökosystems für generative KI-Start-ups ergeben sich verschiedene Handlungsfelder, um die Entwicklung von generativer KI „Made in Europe“ zu schützen und zu beschleunigen.

1. Vertrauen in generative KI stärken

Vertrauen ist ein wichtiger Schlüssel, um das europäische Ökosystem zu stärken. Ohne Vertrauen sind Unternehmen nicht bereit, kritische Daten und interne Dokumente für das Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass Unternehmen Vertrauen in generative KI-Lösungen aufbauen. Jedoch muss ebenfalls sichergestellt werden, dass diese Lösungen das Vertrauen auch verdienen.

2. Finanzierung für Risikokapitalgeber attraktiver gestalten

Im Vergleich zu den USA oder China hinken die EU-Länder bei der Finanzierung durch Risikokapitalgeber erheblich hinterher. Um dieses Problem anzugehen, bedarf es eines umfassenden Ansatzes, der die Zusammenarbeit zwischen Investoren, politischen Entscheidungsträgern und dem Startup-Ökosystem fördert. Dazu gehört auch ein verstärktes „Matchmaking“ zwischen europäischen KI-Start-ups und international agierenden Investoren.

3. Europäische Wertschöpfung ankurbeln

46 Prozent der generativen KI-Start-ups, die Bedenken gegenüber der Nutzung von EuroHPC JU äußerten, argumentieren, dass dies auf die Verwendung vergleichsweise kleiner Modellgrößen oder den Einsatz von vortrainierten Modellen zurückzuführen ist.  Die Nutzung vortrainierter Modelle kann die Kosten senken, da Start-ups die Grundmodelle nicht selbst erstellen und trainieren müssen. Allerdings werden diese Dienste hauptsächlich von Technologieunternehmen aus den USA angeboten. Dies bedeutet, dass europäische generative KI-Start-ups, die diese benötigen, mehrheitlich auch an außereuropäische Technologieunternehmen gebunden sind. Es muss daran gearbeitet werden, Europa als Arbeitsstandort attraktiver zu gestalten, damit die generative KI-Wertschöpfung in Europa und nicht in den USA oder China stattfindet.

4. Zugang zu hochwertigen Daten erleichtern

Generative KI-Start-ups in Europa stehen bei der Datenbeschaffung vor besonderen Herausforderungen, da sie, wie beschrieben, größtenteils von US-amerikanischen Anbietern abhängig sind. Zudem besteht Rechtsunsicherheit in Bezug auf personenbezogene Daten. Zusätzlich sind Daten in den europäischen Sprachen insgesamt nur begrenzt verfügbar. Dies erschwert den Zugang zu großen, hochwertigen Datensätzen für europäische Unternehmen. Es braucht Maßnahmen wie die Bereitstellung des Zugangs zu Datensätzen und die Schaffung eines Umfelds, in dem Startups und weitere Branchenteilnehmer Daten austauschen und gemeinsam experimentieren können.

5. Fragmentierung vermeiden und vorhandene Expertise nutzen

Die Verbindung zwischen verschiedenen europäischen Akteuren muss gestärkt werden, um eine Fragmentierung zu vermeiden und von der Expertise eines jeden Landes zu profitieren. Dazu müssen weitere Möglichkeiten für Start-ups und Investoren aus verschiedenen Ökosystemen geschaffen werden, um auf europäischer Ebene gezielt zusammenzuarbeiten. Daher ruft das appliedAI Institute for Europe weitere EU-Länder auf, verstärkt zusammenzuarbeiten und sich der European AI Startup Landscape anzuschließen, um das europäische KI-Ökosystem zu erweitern.

Den Anschluss nicht verlieren

„Das globale KI-Wettrennen ist in vollem Gange und Europa muss eine aktive und führende Rolle bei der Gestaltung der Zukunft übernehmen. Akteure aus den USA und China können unter wesentlich günstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Umstände erschweren es europäischen generativen KI-Start-ups erheblich, mit stark finanzierten Unternehmen aus den USA zu konkurrieren. Die ungleichen Wettbewerbsbedingungen stellen ein Hemmnis für Wachstum und Erfolg auf dem Markt dar und erfordern enorme Anstrengungen und Ressourcen”, so Dr. Andreas Liebl, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.

„KI-Start-ups sind ein wesentlicher Beschleuniger für die Innovationskraft in Europa. Daher ist es entscheidend, dass sie ein unterstützendes Ökosystem sowie attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, damit sie nicht ins außereuropäische Ausland abwandern“, ergänzt, Dr. Goll. „Mit unserer Vision eines Open-Access Accelerators für Trustworthy AI tragen wir mit unseren Partnern dazu bei, das KI-Start-up-Ökosystem zu gestalten. Unsere Handlungsempfehlungen dienen dabei als Impuls für den weiteren Dialog mit Wirtschaft, Start-ups und öffentlicher Hand.”

Zur Methodik: Basis der Datenerhebung waren ca. 1.170 KI-Start-ups, die im Rahmen der European AI Startup Landscape in den beteiligten EU-Länder identifiziert wurden. Diese KI-Start-ups wurden auf der Grundlage von Kriterien wie Daten, Fachkräfte, KI-Methoden, Skalierbarkeit und Gesamtqualität identifiziert. Zur Aufschlüsselung von generativen KI-Start-ups wurde ein KI-basiertes Klassifizierungssystem entwickelt und von zwei unabhängigen KI-Experten*innen validiert.

Die Studie (n=95) verwendete ein Querschnittsdesign. Jedes generative KI-Startup wurde durch Expert*innen der jeweiligen KI-Partnerinitiative im Zielland kontaktiert. Die Teilnahme erfolgte nur auf Einladung über verschiedene Kanäle. Die Datensammlung dauerte vier Wochen (23.10.2023 - 17.11.2023) und erfolgte in englischer Sprache. In der Umfrage wurden sowohl quantitative als auch qualitative Daten über die europäische generative KI-Landschaft erhoben.

Timeless Investments: Berliner Start-up sammelt 11,5 Mio. Euro ein

Das 2018 von Jan Karnath, Andreas Joebges und Malte Häusler gegründete Timeless Investments mit Sitz in Berlin hat sich der Mission verschrieben, der europäische Marktführer für Investitionen in seltene Sammlerstücke zu werden und diese zugänglich, erschwinglich und handelbar zu machen.

Als eines der ersten Unternehmen weltweit ermöglicht es Timeless Investments durch den Einsatz der Blockchain-Technologie über eine digitale Plattform bereits ab 50 Euro pro Anteil in Sammlerstücke zu investieren und so zukünftig an deren Wertentwicklung zu partizipieren. Der Kauf der Anteile erfolgt über die Timeless-App, wobei die digitalen Transaktionen zuverlässig, sicher und nachvollziehbar dokumentiert werden. Timeless übernimmt hierbei für die Kund*innen zudem die Auswahl, Verifizierung, Lagerung, Pflege und Versicherung der Assets. Bislang hat Timeless Investments über 450 Sammlerstücke mit einem Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Euro tokenisiert.

Jetzt gibt Timeless Investments bekannt, in einer Finanzierungsrunde 11,5 Millionen Euro frisches Kapital für das weiteres Unternehmenswachstum eingesammelt zu haben. In diesem Zusammenhang hat das Unternehmen einen umfangreichen Media-for-Equity Deal mit dem SevenAccelerator von ProSiebenSat.1 abgeschlossen. Dieses strategische Investment soll Timeless Investments ermöglichen, seine Marktpräsenz weiter auszubauen und seine führende Position in der Branche zu festigen.

Gleichzeitig nimmt Timeless Investments Veränderungen in seiner Führungsebene vor, um seine Unternehmensentwicklung in der bestmöglichen personellen Aufstellung voranzutreiben. Malte Häusler, der bisherige CFO wie auch Co-Gründer, fungiert bereits seit Anfang November 2023 als CEO bei Timeless Investments. Jan Karnath, der Co-Gründer und bisherige CEO, wechselt in das Advisory Board. Er konzentriert sich zukünftig bei der familieneigenen Firma Reifenhäuser, einem Maschinenbauunternehmen, auf seine Tätigkeit als Chief Digital Officer.

Durch die Ernennung von Malte Häusler zum CEO gewährleistet Timeless Investments eine konsequente Fortsetzung der Unternehmensleitung. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Andreas Joebges und Jan Karnath hat er das Unternehmen seit 2018 in der Geschäftsführung zum Marktführer in der DACH-Region im Bereich "Collectible-Investments" aufgebaut. „Wir haben ambitionierte Ziele und wollen Timeless in ganz Europa als führenden Marktplatz und unangefochtenen Marktführer im Segment der Sachwert-Investments positionieren“, so Malte Häusler.

Zudem begrüßt Timeless Investments Timo Hilpert als neuen Senior Vice President Commercial, der im Zuge dieser strategischen Erweiterung der Führungsebene die Bereiche Marketing, Business Development, Customer Experience und Produktangebote leitet. „Die Dynamik, mit der Timeless den Markt für Collectible-Investitionen vorantreibt und prägt, ist beeindruckend und das Wachstumspotenzial dieser Anlageklasse enorm. Ich freue mich darauf, diese spannende Entwicklung gemeinsam mit dem Team mitzugestalten und zur weiteren Expansion von Timeless beizutragen", so Timo Hilpert über seine neue Rolle. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Finanzsektor sowie leitenden Positionen beim Berliner Fintech LIQID und dem Frankfurter Vermögensverwalter Grüner Fisher Investments bringt er außerdem wertvolle Kenntnisse im Bereich der alternativen Investments mit, die für die zukünftige strategische Ausrichtung und das Wachstum von Timeless eine zentrale Bedeutung haben werden.